Baden Vokal Nr. 6 2020

badischer.chorverband

Was stellen die Chöre vor Ort auf die Beine, was läuft in der Chorszene auf regionaler und nationaler Ebene?
Infos dazu finden Sie in Ihrem Badischer Chorverband-Magazin, in Baden vokal. Die Zeitschrift wirft elfmal im Jahr auch Blicke über den Tellerrand, berichtet aus dem Landesmusikverband und anderen Amateurmusikverbänden, spielt Mäuschen, was Aktivitäten anderer Landes-Chorverbände betrifft, informiert über Trends und neue Noten, gibt Vorständen Tipps für die Vereinsarbeit und lässt Experten zur Wort kommen – das alles in einer ansprechenden, unterhaltsamen Aufmachung.

chorpraxis

Serie „Chormanagement“ (3)

Die Rahmenbedingungen für Chorarbeit stellen viele Ehrenamtliche immer

wieder vor Herausforderungen: Das Geld im Chorverein ist knapp, bezahlbare

Räume sind rar und der Weg von der Idee bis zur Umsetzung voller

Hürden. Wo also ansetzen, um Ihren Chor auf eine solide finanzielle Basis

zu stellen?

Wie schaffen Sie es, dass Förderer

sehen, was Sie sehen? Nun, gehen

wir hierzu einen Schritt zurück: Um

Ihre potenziellen Geldgeber von sich

zu überzeugen, sollten Sie zunächst

in deren Wahrnehmung rücken! Öffentliche

und private Institutionen

unterstützen, was sichtbar ist – klingt

selbstverständlich, erfordert jedoch

beständiges Dranbleiben. Existenziell

für Ihre Mittelakquise ist eine solide

Öffentlichkeitsarbeit: Alles steht

und fällt mit Ihrer Außenwahrnehmung.

Um eine breite Öffentlichkeit

zu erreichen, eignen sich Promo-Aktionen

im öffentlichen Raum – hier

sind Ihrer Kreativität keine Grenzen

gesetzt: Starten sie einen Flash-Mob

in der städtischen Markthalle, kooperieren

Sie mit dem Seniorenchor

des Altenheims, engagieren Sie sich

für Ihre Region, und Sie werden im

Gedächtnis bleiben!

Fördermöglichkeiten für den eigenen

Chor oder Verband gibt es wie

Sand am Meer. Die Kunst besteht

vielmehr darin, im Dschungel der

öffentlichen und privaten Geldgeber

die passenden Fördertöpfe für

den eigenen Verein zu finden. Gegenüber

den öffentlichen Mitteln

der EU, des Bundes, der Länder und

Kommunen gewinnt auch die private

Kulturförderung immer mehr

an Bedeutung. So bilden neben

Stiftungen auch neue Konzepte der

Schwarmfinanzierung und des Kultursponsoring

durch Unternehmen

interessante Perspektiven. Auch

wenn es manchmal Überwindung

kostet: Lassen Sie sich beraten, bevor

Sie einen Antrag stellen. Denn

was man oft vergisst: Hinter Ihren

potenziellen Geldgebern stehen engagierte

Menschen, die sich darüber

freuen, Sie auf dem Weg der Antragstellung

zu begleiten. Und begrenzen

Sie die Suche nicht nur auf Kulturfördertöpfe:

Auch Förderungen

aus den Bereichen Soziales, Bildung,

Integration und sogar Gesundheit

können sich für Chöre eignen. Eine

gute Online-Fördersuche bietet der

Förderpunkt Berlin, der bundesweite

Fördermöglichkeiten auflistet:

www.kulturfoerderpunkt-berlin.de/

foerderfinder.

Doch wie gewinnen Sie öffentliche

und private Geldgeber für sich? Auch

wenn die Wege der Mittelgewinnung

verschiedene Förderarten und Spezifika

der Antragstellung mit sich

bringen, so gilt stets: Überzeugen Sie

mit Ihrer Einzigartigkeit! Grenzen

Sie Ihr Vorhaben klar gegenüber anderen

Ansätzen ab! Machen Sie die

gesellschaftliche Relevanz und Nachhaltigkeit

Ihres Vorhabens transparent.

Und das vielleicht Wichtigste:

Kein Schwafeln – je konkreter Ihre

Zielsetzung, je klarer Ihre Botschaft,

desto höher ist die Erfolgswahrscheinlichkeit!

Und last but not least: Vernetzen Sie

sich mit anderen Chören, Initiativen

und Verbänden in Ihrer Region! Welche

Visionen und Zielgruppen teilen

Sie? Wie können Sie Synergiepotenziale

nutzbar machen? Wie können

Sie sich gemeinsam für eine Verbesserung

der Rahmenbedingungen

Ihres Schaffens stark machen?

Als Ansprechpartner für Ihre Fragen

zu Chorfinanzierung steht Ihnen

Justus Barleben, der Fundraiser der

Deutschen Chorjugend, gern zur

Seite. Lassen Sie sich von ihm beraten:

justus.barleben@ deutsche-chorjugend.de

mobil: +49 (0)1590 68 00 339.

SEMINAR „KOHLE FÜR DEN CHOR“

Vom 25. bis 27. September 2020 veranstaltet

die Deutsche Chorjugend (DCJ)

in Kassel das dritte Seminar ihres Bildungsprogramm

„Einstieg Chormanagement“.

Das Seminar richtet sich an 16

bis 27-Jährige Singbegeisterte, die die

eigene Vereinskasse auf eine solide Basis

stellen möchten. Wir befassen uns

mit den Grundlagen der Vereinsfinanzierung

und lernen vielfältige Möglichkeiten

kennen, finanzielle Unterstützungen für

den eigenen Chor zu akquirieren. (www.

deutsche-chorjugend.de/programme/

weiterbildung-chormanagement).

ALLE SEMINARE AUF EINEN BLICK:

Ehrenamt im Chor und in der

Chorjugend

06. – 07. Juni 2020 Webinar

Ein Projekt organisieren

14. – 16. August 2020 in Dresden

Kohle für den Chor

27. – 29. September 2020 in Kassel

Mehr Informationen und Anmeldung:

www.deutsche-chorjugend.de/programme/

einstieg-chormanagement

Die Autorinnen

Hendrike Schoof ist hauptberufliche Leiterin

des Jugendchorbereiches bei der Deutschen

Chorjugend. Wenn sie sich nicht gerade um

jugendpolitische Themen bei der Deutschen

Chorjugend kümmert, singt sie in einem

selbstorganisierten Wohnzimmerchor.

Als Bildungsreferentin der Deutschen

Chorjugend begleitet Stefanie Herrmann

die Programme „Einstieg Chormanagement“,

„Weiterbildung Chormanagement“

und „Chorbegegnungen“. Zudem kümmert

sie sich um die Öffentlichkeitsarbeit.

8 BAV 6 · 2020

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