Stahlreport 2020.06

markushuneke

75. Jahrgang | Juni 2020

STAHLREPORT

Nachrichten aus Handel, Produktion und Verarbeitung

06

20

2020 – Passabler Start mit dickem Ende? | S.40

Corona-Auswirkungen auf die Konjunktur weiter unklar

Lieferperformance gesteigert | S.12

Roland Stahl feiert 50-jähriges Bestehen

Kein Sattelschlepper ohne Stahl | S.18

Nahtlose Stahllogistik bei Schmitz Cargobull


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

„Die Realitäten richten

sich selten nach den

Prognosen. Darum

ziehe ich es vor,

Ereignisse erst zu

prophezeien,

nachdem sie

eingetreten sind. “

Winston Churchill

die „Corona-Krise“ hätte sicher das Zeug zum Wort des Jahres. Nichts

beschäftigt uns seit etwa Anfang März mehr als die Corona-Krise. Auch

wenn mittlerweile klar ist, dass die konjunkturellen Auswirkungen

historisch sind, sind Aussagen darüber, wie es konjunkturell weitergeht

ungewiss. Zwar normalisiert sich gegenwärtig die Lage und die strengen

maßnahamen werden gelockert. Immer noch schwebt aber die

Möglichkeit eines erneuten Ausbruchs und damit erneuter

Eindämmungsmaßnahmen wie ein Damoklesschwert über uns. Wie die

Stahl verarbeitenden Branchen auf diese ungewisse Situation blicken,

lesen Sie ab S. 40.

Wie jede Krise ist auch die Corona-Krise vielschichtig. Diese Pandemie

offenbart dabei vielleicht mehr als andere Krisen einen sozusagen

virtuellen Charakter. Denn alle zur Eindämmung beschlossenen

Maßnahmen sind – mit gutem Grund! – vorausschauend getroffen

worden, um künftig erwartete Infektionenzahlen zu minimieren. Das ist

unter Einbeziehung aller vernünftigen Argumente im Großen und

Ganzen – trotz Churchill, ziehe Zitat – wohl die richtige Strategie

gewesen, bringt aber die praktische Schwierigkeit mit sich, dass

„Corona“ im Alltag für die meisten nur an den Folgen der

Eindämmungsmaßnahmen zu sehen ist – ausbleibende

Auftragseingänge, wegfallende Termine, Maskenpflicht. Daher ist es

klar, dass nach dem allgemein weitgehend befürworteten Lockdown nun

Rufe nach einem „Business so weit wie möglich as ususal“ wieder Gehör

finden.

Dass „Business as usual“ trotz ganz und gar nicht gewöhnlicher

Umstände gerade in der Krise eine wichtige Maxime ist, muss man dem

Stahlhandel wie es aussieht übrigens nicht sagen, wie Sie ab S. 8 dieser

Ausgabe lesen können – und neues über aktuelle Projekte und

Aktivitäten der Branche erfahren.

Ich wünsche Ihnen gutes Lesen und eine hoffentlich spannende Lektüre,

Markus Huneke

Chefredakteur Stahlreport

Stahlreport 6|20

3


Inhalt Stahlreport 06 2020

40

Ungewisse Aussichten

Konjunkturerwartungen in den Stahl abnehmenden Branchen

Der strikte Lockdown ist vorüber, ein Gefühl der Normalisierung macht sich breit.

Dass die Corona-Krise damit ausgestanden ist, glauben allerdings nur wenige.

Welche Auswirkungen die Pandemie auf die Konjunktur hat, ist derzeit nicht zu

sagen. Wie es in den Stahl abnehmenden Branchen aussieht, lesen Sie ab S. 40.

18

Erfolgsfaktor: Anpassungsbereitschaft

Roland Stahl feiert 50-jähriges Bestehen

Es ist eine Binsenweisheit, die Umsetzung aber immer

wieder eine Herausforderung: Erfolgreiche Unternehmen

hören ihren Kunden zu und sind bereit, sich mit den

Anforderungen zu verändern. Wie die Roland Stahl GmbH

der Andernach & Bleck-Gruppe auf immer kleinlosigere

und kurzfristigere Anfragen antwortet, lesen Sie ab. S. 12.

12

Stahl in jedem Sattelschlepper

Stahllogistik bei Schmitz Cargobull

Schmitz Cargobull: dieser Name ist weit

über die Logistikbranche hinaus bekannt.

Wie wichtig der Werkstoff Stahl für das

Unternehmen ist, lesen Sie ab S. 18.

4 Stahlreport 6|20


PERSÖNLICHES

6 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

8 UnionStahl – Grobblech-Sortiment erweitert

10 Kicherer setzt auf hochqualifizierte IT

12 Roland Stahl – Lieferperformance gesteigert

15 Sülzle erhält Preis für unternehmerische Exzellenz

16 Richard Köstner führt neues ERP-System ein

STAHLVERARBEITUNG

18 Schmitz Cargobull – Kein Sattelschlepper ohne Stahl

20 Ziehl-Abegg – Wachstum in allen Märkten

22 Vakuumhersteller feiert 170-jähriges Jubiläum

30

Betonstahl vom

Ring verarbeiten

Atterer investiert in

vollautomatische

Produktion

Gerollte Bewehrungselemente

vereinfachen den Einbau auf

der Baustelle. Eines der wirtschaftlichsten

Verfahren für die

Herstellung ist die BAMTEC-

Bewehrungstechnologie. Zur

Verarbeitung von Betonstahl

am Ring hat Atterer in eine

neue Anlage der Progress

Group investiert (S. 30).

STAHLPRODUKTION

24 Tata Steel Europe – Neuentwicklung XPF 1000

26 Studie – Europas Stahlindustrie am Scheideweg

27 Salzgitter Flachstahl – Weniger Wartung bei Warmbandproduktion

28 Stahlhersteller warnen vor Importkrise

29 Salzgitter AG – Erstes Quartal von Corona weitgehend unbelastet

ANARBEITUNG & LOGISTIK

30 Vollautomatisch Betonstahl vom Ring verarbeiten

36 Stahllogistik – Wer digital ist, hat in der Krise die Nase vorn

BDS-RESEARCH

38 Der Sturm vor der Ruhe?

MESSEN UND MÄRKTE

40 Zulieferindustrie – Schlechtere Stimmung, besserer Ausblick

41 Mittelstandsbarometer – Erholung für die zweite Jahreshälfte erwartet

43 Maschinenbau – Inlandsaufträge im März noch nicht von Corona betroffen

44 Metallindustrie – Stabile Ausgangslage

46 Termine

WISSENSWERTES

48 Elektroautos am besten aus Stahl

LIFESTEEL

49 Moderner Stahlbau – Schnell und leise errichtet

50 Impressum

Stahlreport 6|20

5


Persönliches

Kurznachrichten

Hauptverband

der Deutschen Bauindustrie

Prof. Thomas Bauer

Mitglied des Präsidiums der BAUINDUSTRIE,

ist zum Präsidenten des Verbands der Europäischen

Bauwirtschaft (FIEC) gewählt worden.

Er folgt dem Norweger Kjetil Tonning

und soll das Präsidentenamt

des europäischen

Bauspitzenverbands

bis

zum Sommer 2022

ausüben. Bauer war

zuvor bereits seit

2017 Mitglied des

Präsidiums der FIEC

Foto: Bauindustrie

und leitete in dieser

Funktion den

Bereich Wirtschaft und Recht. Von 2011 bis

2016 war er Präsident des Hauptverbandes

der Deutschen Bauindustrie.

Hauptverband

der Deutschen Bauindustrie

Dipl.-Ing. Ralf Schär

ist zum neuen Vorsitzenden der Bundesfachabteilung

(BFA) Straßenbau im Hauptverband

der Deutschen Bauindustrie

gewählt worden. Schär, der seit 1999 Vorstandsvorsitzender

der Bickhardt Bau AG

ist, löst damit Dr.-Ing. Walter Fleischer ab,

der nach acht Jahren im Vorsitz des Vorstands

nicht mehr

für dieses Amt kandidiert

hat. Schär

engagiert sich seit

2011 als Mitglied

der BFA Straßenbau

im Hauptverband

sowie als langjähriges

Mitglied der

BAUINDUSTRIE Hessen-Thüringen

für bauindustrielle Belange.

Er wirkt seit 2018 als Vorstandsmitglied in

der Forschungsgesellschaft für Straßen- und

Verkehrswesen (FGSV) mit.

Die BFA Straßenbau ist ein wichtiges Gremium

für die Branchenvertretung der Bauindustriefirmen

aus den Bereichen Autobahnbau,

Bau von Bundes-, Landes- und

Kommunalstraßen, Brückenbau, Flugplatzbau,

Werkstraßen und Parkplätze, Wegebau

sowie Erdbau und Recycling im Straßenbau.

Foto: Bauindustrie

Foto: Fraunhofer LBF

lässigkeit LBF spenden in diesem Jahr

gemeinsam einen Betrag aus dem Preisgeld

und privaten Mitteln an eine wohltätige,

regionale Organisation und unterstützen

dabei die Darmstädter Tafel.

Scheck für einen guten Zweck: Heiko Hahnenwald

(links), Leiter Technologiemarketing und

Kommunikation im Fraunhofer LBF in Kranichstein,

übergab den symbolischen Spendenscheck

am 14. Mai 2020 an Gert Wentrup, den ersten

Vorsitzenden der Darmstädter Tafel.

KraussMaffei

Dr. Michael Ruf

hat zum 1. April 2020 das Amt des

Geschäftsführers der KraussMaffei Group

GmbH von Herrn Dr.

Frank Stieler übernommen.

Er war bis

Ende März 2020

COO des Unternehmens,

diese Position

wird nicht wieder

neu besetzt. Seit

2018 ist die Krauss-

Maffei Group GmbH

Teil der KraussMaffei

Company Limited, einer an der Börse

Shanghai notierten Aktiengesellschaft.

Unter der Führung von Dr. Ruf wird das

Unternehmen seine Organisation neu ausrichten.

Dies ermöglicht weitere Rationalisierungen,

um den Herausforderungen der

aktuellen komplizierten und volatilen Wirtschaftslage

und den Auswirkungen der

Corona-Krise zu begegnen.

Foto: KraussMaffei

Berufsgenossenschaft

Holz und Metall

Niels Schurreit

wird zum 1. Juli 2020 stellvertretender

Hauptgeschäftsführer der BGHM. Gemeinsam

mit Hauptgeschäftsführer Christian

Heck soll er künftig die Geschäftsführung

bilden. Der 45-jährige Jurist begann seine

Karriere 2004 bei

der BG Chemie in

Heidelberg. Mit der

Leitung des Fusionsbüros

übernahm er

bereits 2006 eine

wichtige Rolle im

Zusammenschluss

Fotos: BGHM

mehrerer Berufsgenossenschaften

zur

späteren Berufsgenossenschaft

Rohstoffe und chemische

Industrie (BG RCI). Im Anschluss leitete er

sieben Jahre die Bezirksdirektion Heidelberg

(Rehabilitation und Leistungen) und war

zuletzt Leiter der Abteilung „Personal und

Organisation“ sowie stellvertretender Leiter

des Geschäftsbereichs „Zentrale Dienste“

bei der BG RCI.

Fraunhofer LBF

Wissenschaftler spenden

an die Darmstädter Tafel

Die Gewinner des diesjährigen Ernst-Gaßner-Preises

(siehe SR 05/2020, Seite 6)

und die Institutsleitung des Fraunhofer-Institut

für Betriebsfestigkeit und Systemzuver-

Foto: DHS AG

DHS – Dillinger Hütte Saarstahl AG

Martin Baues

ist zum 1. Juli 2020 als Mitglied des Vorstandes

der DHS – Dillinger Hütte Saarstahl

AG berufen worden. Er tritt die Nachfolge

von Albert Hettrich an der zum 1. Juli 2020

aus seiner Funktion als Generalbevollmächtigter

der SHS – Stahl-Holding-Saar und als

Mitglied des Vorstandes

der DHS –

Dillinger Hütte Saarstahl

AG (DHS) ausscheidet.

Seit fast

40 Jahren hat Albert

Hettrich in verschiedenen

Funktionen in

Politik und Wirtschaft

die Entwicklung

der saarländischen

Stahlindustrie maßgeblich

beeinflusst. Als Mitglied des Vorstandes des

Kuratoriums der Montan-Stiftung-Saar

sowie als Präsident des Verbands der Saarhütten

(VDS) bleibt Hettrich der heimischen

Stahlindustrie erhalten.

SHS, Dillinger und Saarstahl

Zukünftig Personen identität

bei Führung

Die beiden Vertriebsvorstände der Aktien-

Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger)

sowie der Saarstahl AG, Dr. Günter

Luxenburger, Dillinger, und Dr. Klaus Richter,

Saarstahl, wurden mit Wirkung vom 1. Juli

2020 als weitere Geschäftsführer der SHS –

Stahl-Holding-Saar bestellt. Beide werden

6 Stahlreport 6|20


weiterhin ihre Funktion bei Dillinger

bzw. bei Saarstahl wahrnehmen. Ab 1.

Juli 2020 wird sich die Geschäftsführung

der SHS somit aus den Herren

Hartmann, Vorsitzender, Baues, Disteldorf

(als designierter Nachfolger

von Peter Schweda), Luxenburger und

Richter zusammensetzen. „Durch

diese Personalentscheidungen wird

die Zusammenarbeit von Dillinger und

Saarstahl noch enger zusammengeführt“,

erläutert Reinhard Störmer,

Vorsitzender des Aufsichtsrats der

SHS und Vorsitzender des Kuratoriums

der Montan-Stiftung-Saar.

Besondere Zeiten –

besondere Hilfen

Jungheinrich-Mitarbeiter

spenden 31.000 € von ihrem Gehalt

für Hilfen in der Corona-Pandemie. Die

Cents hinter dem Komma ihrer monatlichen

Gehaltsabrechnung gehen an

das Deutsche Medikamentenhilfswerk

action medeor e. V. Mit der diesjährigen

Spende weitet die Hilfsorganisation

ihre medizinische Hilfe vor dem

Hintergrund der Corona-Pandemie in

Tansania und im Kongo aus. Bereits

Hauptverband

der Deutschen Bauindustrie

Peter Hübner

Mitglied des Vorstands der STRABAG AG Köln,

ist im Mai in seinem Amt als Präsident des

Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

bestätigt worden. Er tritt damit seine zweite

Amtszeit für weitere vier Jahre an. Die Mitglieder

setzten damit auf eine „nachhaltige und von

Vertrauen geprägte Arbeit des Präsidenten

gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden gegenüber

der Politik“, hieß es vom Verband dazu.Die

berufliche Karriere von Hübner begann 1986 in

der Hauptniederlassung der Bilfinger Berger AG

in Frankfurt am Main. 1990 wechselte er zur

Hermann Kirchner Bauunternehmung GmbH, wo

er zunächst als Bauleiter und Prokurist sowie

von 1999 bis 2014 als

Geschäftsführer tätig

war. Nach Übernahme

von Kirchner durch die

STRABAG im Jahr 2008

verantwortete Hübner

auch geschäftsführend

das Osteuropageschäft

der Hermann Kirchner

Polska Sp. z o.o. Ab

2012 war er als Technischer Direktionsleiter der

STRABAG-Direktion Großprojekte Nord tätig und

geschäftsführend für Tochtergesellschaften der

STRABAG AG in Deutschland, den Niederlanden

und Dänemark verantwortlich. Seit April 2013

ist Hübner Mitglied des Vorstands der STRABAG

AG Deutschland.

Ihr garantierter Katalysator

für Produktivitätssteigerungen.

Foto: Jungheinrich

Bild: HDB/Stockberg

seit 2012 gibt es die Restcent-Aktion

bei Jungheinrich, an der die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter freiwillig teilnehmen

können. Neben Deutschland

beteiligen sich Jungheinrich-Mitarbeiter

aus Österreich, Spanien, Portugal

und Italien. Insgesamt konnten auf

diesem Wege bereits rund 200.000 €

an action medeor gespendet werden.

Das Geld fließt in ausgewählte Projekte,

die aktuell besonderer Unterstützung

bedürfen. Darüber hinaus

unterstützt Jungheinrich die „Notapotheke

der Welt“, wie die Hilfsorganisation

auch genannt wird, seit Jahren bei

diversen Hilfsprojekten durch Sachund

Geldspenden sowie mit technischem

Know-how.

Stahlreport 6|20

7

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Stahlhandel

Bericht

2002 gegründet, seitdem kontinuierlich zu einem der führenden Unternehmen im europäischen Grobblechmarkt gewachsen: die Duisburger UnionStahl GmbH.

CREUSABRO ab sofort exklusiv bei UnionStahl

Grobblech-Sortiment attraktiv erweitert

UnionStahl bietet ab sofort exklusiv CREUSABRO®-Bleche. Dieser verschleißfeste Stahl des

ArcelorMittal-Konzerns zeichnet sich dem Hersteller zufolge durch eine höhere Standzeiterwartung

und eine gute Verarbeitbarkeit im Vergleich zu anderen Grobblechen aus. Mit der Übernahme der

Exklusiv-Vertretung für die Märkte D-A-CH, Benelux und Ungarn erweitert das Duisburger

Unternehmen sein Sortiment an verschleißfesten Stählen.

[ Kontakt]

UnionStahl GmbH

47229 Duisburg

Tel. +49 2065 677-0

www.unionstahl.com

Seit 1961 ist Creusabro eine

registrierte Marke des zur Arcelor-

Mittal-Gruppe gehörenden Stahlwerks

Industeel und steht für verschleißfeste

Stähle, die sich seit

Jahrzehnten in der Industrie beweisen.

Creusabro kombiniert kosteneffizient

hohe Verschleißfestigkeit

mit guter Kaltverformbarkeit bzw.

generell leichter Verarbeitung und

hoher Kerbschlagzähigkeit.

Die Bleche in CREUSABRO 4800,

CREUSABRO 8000 und CREUSABRO

Dual eignen sich besonders für den

Einsatz in den Branchen Eisenhüttenwesen,

Mining, Zementindustrie,

Recycling, Fahrzeugbau, Baumaschinen

und Landmaschinenbau.

Längere Standzeit

bei hohen Temperaturen

Über das ausgeklügelte Legierungskonzept

und eine kontrollierte

Abkühlung werden dem Hersteller

zufolge einzigartige Materialeigen-

schaften erreicht, die speziell bei

Anwendungen in hohen Temperaturbereichen

im Vergleich zu den

klassischen Verschleißblechen zu

längeren Standzeiten führen.

„Creusabro stellt eine

optimale Ergänzung

unseres Sortiments

dar.“

Norman Sandrock,

Geschäftsführer der UnionStahl GmbH

Creusabro zeichne sich durch

eine bis zu 50 % längere Standzeit

im Vergleich zu klassischen verschleißfesten

Stählen aus. Daraus

resultiert das Potenzial einer erheblichen

Gewichtseinsparung durch

die Reduzierung der Einsatzdicken.

Durch die hohe Zähigkeit und

die gute Schweißbarkeit dient Creusabro

nicht nur für reine Verschleißauskleidungen,

sondern kann auch

unterschiedlich einwirkenden Kräften

standhalten.

Aufgrund der sehr homogenen

Gefügestruktur sei die mechanische

Bearbeitung, das Verformen und das

Fräsen bzw. Bohren sehr einfach.

Durch seine geringe Eigenspannung

verfüge Creusabro zudem auch nach

dem Verarbeiten über eine hervorragende

Ebenheit.

„Besser als klassische

verschleißfeste Stähle“

Das Material ist ideal geeignet für

Anwendungen bei hohen Betriebstemperaturen

bis zu 450 °C durch

fast gleichbleibende Materialeigenschaften.

Im Bereich der Brennschnittkanten

und von Schweißnähten

weist es im Vergleich zu

herkömmlichen Verschleißstählen

eine niedrigere Wärmeeinflusszone

auf.

Creusabro übertreffe klassische

verschleißfeste Stähle oder rostfreie

8 Stahlreport 6|20


Mit einem Lagervorrat von ca. 120.000 t

Grobblech gilt UnionStahl als einer der

wenigen Vollsortimenter in diesem

Bereich.

Fixabmessungen nach Bedarf: Der UnionStahl-Brennbetrieb ist mit seinen Autogen-,

Plasma- und Laserschneidanlagen bestens ausgestattet.

Bilder: UnionStahl

Stähle, die der kombinierten Wirkung

von Verschleiß, Hitze und Korrosion

beim Einsatz in feuchten, nassen

oder leicht korrosiven

Umgebungen ausgesetzt sind.

Creusabro versetze „uns in die

Lage, die Anforderungen unserer

Kunden auch bei anspruchsvollen

Anwendungen voll und ganz zu erfüllen

– gerade dann, wenn Bauteile

stärkeren Belastungen und/oder

höheren Temperaturen ausgesetzt

sind“, so Norman Sandrock.

Dies sei häufig beim Einsatz in

den Bereichen Eisenhüttenwesen,

Zementindustrie, Recycling, Mining,

Baumaschinen und Landmaschinenbau

der Fall. Dank des eigenen, integrierten,

modernen, leistungsstarken

Maschinenparks am Standort Duisburg

kann UnionStahl Zuschnitte

bis zum einbaufertigen Bauteil fertigen:

autogenes Brennschneiden,

Über UnionStahl

Plasmaschneiden oder Laserschneiden,

der mechanischen Bearbeitung

wie Fräsen, Bohren, Drehen und Kanten,

Walzen bis hin zum Schweißen,

sind für Creusabro in vollem Umfang

möglich. 2

Das Unternehmen UnionStahl wurde 2002 gegründet und ist eines der

führenden Grobblech-Service-Center in Europa. Von den Hauptstandorten in

Deutschland und Tschechien aus bedient UnionStahl flächendeckend den

internationalen Markt. Die Kombination aus einem Lagerbestand von ca.

120.000 t Grobblech und den umfangreichen Anarbeitungsmöglichkeiten sei

das Unternehmen einzigartig in Europa. Blechzuschnitte (Autogen, Plasma

und Laser) und Anarbeitungsleistungen, wie Fräsen, Bohren, Kanten, Walzen

und Schweißen, ermöglichen neben der Lieferung von Blechen auch die

Bereitstellung einbaufertiger Komponenten.

Stahlreport 6|20

9


Stahlhandel

Bericht

Hohe Verfügbarkeit

der Waren und Leistungsfähigkeit:

das

Hochregallager im

Stahlcenter II von

Kicherer

ERP-System bildet komplexe Stahlprodukte ab

Kicherer setzt auf hochqualifizierte IT

Dass Maschinen und ERP-Systeme miteinander kommunizieren, ist in der Industrie seit Jahrzehnten

Standard. Im B2B-Sektor, speziell im Stahlhandel, arbeitet man nun ebenso mit Hochdruck daran, die

Digitalisierung nahezu in allen Bereichen zu realisieren und permanent zu optimieren – vom Angebot,

zur Bestellung, über die Kommissionierung und Veredelungsprozesse bis hin zur Lieferung. Dabei

spielen auch leistungsfähige Schnittstellen eine wichtige Rolle. „Die Vernetzung zu Lieferanten und

Kunden ist das zentrale Thema der Warenwirtschaft“, betont Maximilian Utz, IT-Leiter der Friedrich

Kicherer GmbH & Co. KG.

[ Kontakt]

Friedrich Kicherer

GmbH & Co. KG

73479 Ellwangen

+49 7961 885-0

www.kicherer.de

SE Padersoft GmbH

& Co. KG

33100 Paderborn

+49 5251 3016100

www.unitrade.com

Heute betreibt das in Süddeutschland

ansässige Familienunternehmen

einen modernen Online-

Shop für seine Firmenkunden. Stahl,

Bewehrungstechnik, Draht und Gitterroste

sowie Artikel für die

Betriebsausstattung und den Arbeitsschutz

zählen zum Leistungsangebot,

das online geordert werden

kann. Für die Implementierung des

Shops mussten das vielseitige Kicherer-Sortiment

sowie die Bearbeitungsprozesse

und Funktionen in

einem EDV-System abgebildet werden.

Diese Dachfunktion übernimmt

in den meisten Abteilungen die Handelssoftware

UNITRADE ® von SE

Padersoft.

„In die Digitalisierung

wurde und wird

permanent investiert.“

Maximilian Utz, IT-Leiter der Friedrich

Kicherer GmbH & Co. KG

Verknüpfung der

Leistungsbereiche

Der Handel mit Stahl, stahlverwandten

Produkten und damit einhergehende

Veredelungsprozesse sind die Tätigkeitsschwerpunkte

von Kicherer. Als

eine der größten mittelständischen

Stahlhandlungen in Deutschland bietet

das Unternehmen ein ebenso breites

Lagersortiment rund um den Bau.

Dadurch ergibt sich für die Kunden

aus Handwerk und Industrie die Möglichkeit,

nahezu alles aus einer Hand

zu beziehen. Ein weiterer Pluspunkt:

Mit dem eigenen Fuhrpark, der aktuell

aus über 80 Lkw besteht, können die

Produkte und Waren schnell und

direkt ausgeliefert werden. Details zu

genauen Ankunftszeiten und Umfängen

der Lieferungen sind auf Wunsch

verfügbar, da alle Fahrzeuge miteinander

vernetzt sind. Firmen die täg-

10 Stahlreport 6|20


lich bestellen, werden zu festen Zeiten

regelmäßig beliefert.

Denn genau darauf legen die

Kunden des Großhändlers, ob Mittelständler

oder Konzern, besonderen

Wert: hohe Lieferbereitschaft,

Schnelligkeit, Zuverlässigkeit – und

natürlich auf Qualität. Um diese

Anforderungen stetig erfüllen zu

können, geht man in dem Unternehmen

mit über 300-jähriger Tradition

keine Kompromisse ein.

Ein Beleg dafür ist der Umstand,

dass die Entwicklung der Unitrade-

Anwendung „Shop“ in den letzten

Jahren stark vorangetrieben wurde.

Ein strategisches Ziel ist der Ausbau

dieser Plattform sowie weiterer

Kanäle mit neuen Vertriebs- und

Beschaffungsmöglichkeiten, um den

Zielgruppen zukünftig einen noch

höheren Komfort bieten zu können.

Bereits jetzt steht das Angebot

von Kicherer für eine am Markt etablierte

Einkaufsplattform für Stahlprodukte,

so Utz. Als ein Attribut

für die hohe Akzeptanz ist die Preisfindung

in Echtzeit zu nennen. Kundenindividuelle

Preise werden zum

Zeitpunkt der Mengeneingabe im

ERP errechnet und ohne Verzögerung

in den Shop und damit an den

Besteller ausgegeben.

Sortimente und Fertigung

im Einklang

Sowohl der Handel als auch die Veredelung

von Stahl zählen zum Kerngeschäft

von Kicherer. Bei vielen dieser

Aufträge durchlaufen die

Produkte einen oder mehrere Verarbeitungsprozesse.

Maximilian Utz

beziffert den Anteil dieser Auftragspositionen

pro Tag auf über 50 %.

Die Verknüpfung der georderten Leistungen

direkt bei der Auftragserfassung

ist nach seinem Dafürhalten

ein entscheidender Aspekt.

Dank des leistungsfähigen

Warenwirtschaftssystems und der

gemeinsamen Entwicklungsinitiative

ist Kicherer mit Unitrade hierfür

bestens aufgestellt. 200 Bildschirmarbeitsplätze,

zwischen 25.000 und

35.000 Positionen am Tag sowie

6.000 bis 8.000 Belege dokumentieren

das Volumen. Auch spezifische

Stahlfunktionen sind in der Handelssoftware

integriert. Weiter sei

Fotos: Kicherer

Unitrade: weniger Schulungsaufwand dank guter Bedienbarkeit

der für die Branche so wichtige

Umgang mit Prüfzeugnissen für die

Anwender komfortabel zu handhaben,

so das Stahlhandelsunternehmen.

Utz ist sich sicher, dass Kicherer

mit seinem hochmodernen Maschinenpark

und sehr effizienter IT-Infrastruktur

jetzt und für die Zukunft

gut aufgestellt ist. Nicht zu vergessen

seien die vielen qualifizierten und

zum Teil langjährigen Mitarbeiter.

„Wir haben das Glück, dass wir

momentan über einen Personalstamm

verfügen, der alle Bereiche

gut abdeckt“, führt er aus. „Allerdings

macht der demografische Wandel

auch vor dem Stahlhandel nicht

Halt.“ Für den IT-Experten ein Grund

mehr, auf den bestmöglichen Ausbau

der Digitalisierung zu setzen.

Die Unitrade-Module ERP und

CUBE sind die Dreh- und Angelpunkte

dieser substanziellen Arbeitsprozesse.

Da die Kicherer-Unternehmensbereiche

sehr heterogen

ausgeprägt sind, ist dem IT-Leiter

besonders an einer Software-Lösung

gelegen, die das Erfassen aller Produkte

in einer Oberfläche ermöglicht.

Sein Beispiel aus der Praxis: Mit den

Modulen von SE-Padersoft können

das Strahlen und Konservieren von

Stahl, die Bearbeitung von Industriekunststoffen

oder die Auftragsabwicklung

großer Mengen an Draht

und Gitterrosten „ohne Umwege“

erfasst und ausgewertet werden.

Branchenspezifische

Entwicklungen

Dass das Thema Digitalisierung im

inhabergeführten Unternehmen

Kicherer eine bedeutende Rolle

spielt, belegt unter anderem das

eigene IT-Team. Die Köpfe um Abteilungsleiter

Maximilian Utz denken

bereits heute über die Abläufe und

Aufgaben von morgen nach. Als

hochqualifizierte Entwickler sind

sie bestrebt, einzelne Prozesse noch

spezifischer abzubilden und einen

höheren Grad an Automatismus zu

ermöglichen. Derzeit wird in der IT-

Abteilung übrigens an einem webbasierten

Kunden-Service-Center

gearbeitet. Womöglich ein weiterer

Meilenstein in der langjährigen

Zusammenarbeit zwischen SE-Padersoft

und der Stahlhandlung Kicherer.

2

Unitrade-Module

bei Kicherer im Einsatz

Bereits seit den 1990er-Jahren ist

das Systemhaus SE Padersoft für

Kicherer tätig. Durch die langjährige

Zusammenarbeit ist die

Handelssoftware optimal auf die

Prozesse des baden-württembergischen

Stahlhandelshauses eingestellt.

z ERP z CUBE

z FIBU z CRM

z SHOP

Stahlreport 6|20

11


Stahlhandel

Bericht

Roland Stahl feiert 50-jähriges Bestehen

Lieferperformance deutlich gesteigert

50 Jahre und kein bisschen leise: Für ihre Kunden im nord- und mitteldeutschen Raum ist die Roland

Stahl GmbH seit vielen Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner. Wichtiger Baustein des Erfolgs ist,

immer ein offenes Ohr für Kundenanforderungen und Marktveränderungen zu haben – sowie die

Bereitschaft, sich mit zu verändern. So hat das Unternehmen der Andernach & Bleck-Gruppe auch

auf die Tendenz zu immer kurzfristigeren und kleinlosigeren Anfragen sowie zu höheren Bedarfen an

Sägedienstleistungen reagiert und im vergangenen Jahr massiv investiert: in neue Sägeanlagen,

weitere Lkw, vor allem aber in weiteres Fachpersonal.

„Wir hören dem Kunden

zu und machen seine

Aufgabenstellung zu

unserem Projekt.“

Pascale Marlier

Geschäftsleiter Roland Stahl

Die Roland Stahl GmbH wurde 1970 gegründet,

seit 1995 ist sie Teil der Andernach & Bleck-Gruppe –

einem führenden Blankstahlhersteller mit Hauptstandort

Hagen. Aktuell beschäftigt das Bremer Unternehmen

28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bevorratet

auf 4.300 überdachten Quadratmetern 5.000 t Lagervorrat.

In diesem Jahr feiert das Unternehmen ein

besonderes Jubiläum: das 50-jährige Bestehen.

Hauptabnehmer des norddeutschen Stahlhändlers

sind neben Drehereien und dem Maschinenbau

auch Werften, der Handel sowie Zahnradfabriken

im nord- und mitteldeutschen Raum. Vereinzelt werden

zudem Kunden in Dänemark, den Niederlanden,

Schleswig-Holstein und angrenzenden Bundesländern

bedient.

Das breite Portfolio von Roland Stahl besteht aus

Blankstahl und Qualitätsstahl in mehr als 20 Güten.

Zum Tagesgeschäft gehören klassische Aufgaben wie

Bereitstellung in Konsignationslägern, Sägedienstleistungen,

Entgraten. „Wir sägen alle vorrätigen Artikel

von rund 1,5 bis 520 mm, Flachstahl, Sechskant, aber

12 Stahlreport 6|20


Bevorratet breites

und tiefes Sortiment

über marktübliche

Umschlagshäufigkeiten

hinaus: Roland

Stahl in Bremen.

[ Kontakt]

Roland Stahl GmbH

28307 Bremen

+49 421 6396-0

www.roland-stahl.de

Fotos: Roland Stahl

Andernach & Bleck

GmbH & Co. KG

58093 Hagen

+49 2331 353-0

www.blankstahl.biz

auch Dreikant nach Kundenwunschmaß“, erläutert

Geschäftsleiter Pascale Marlier, der das Unternehmen

seit 2017 leitet. Anforderungen wie Wärmebehandlung,

Tieflochbohren, Fasen und weiter deckt Roland Stahl

zeitnah dank seiner guten Vernetzung mit zuverlässigen

Dienstleistern ab.

Veränderter Markt, veränderte Strategie

In den vergangenen Jahren haben sich die Anforderungen

an den Stahlhandel deutlich verändert. Das hat

auch die Roland Stahl GmbH registriert. „Die Veränderungen

im Wettbewerb und die neuen Anforderungen

vieler Kundengruppen brachten für uns zusammen

mit dem volatileren Markt die Notwendigkeit, das gute

und erfolgreiche Geschäftsmodell des Unternehmens

an die neuen Anforderungen anzupassen“, fasst Pascale

Marlier zusammen.

Die Tendenz im Stahlhandel geht hin zu immer

kurzfristigeren Anfragen gepaart mit deutlich auseinandergehenden

Auftragsgrößen von 1 kg bis 6.000 t.

Verstärkt werden auch Sägedienstleistungen nachgefragt.

Hinzu kommt die Erwartung einer sehr hohen

Beratungskompetenz sowie die durchgehende Erreichbarkeit,

telefonisch oder persönlich.

Aus der veränderten Marktsituation hat man bei

Roland Stahl eine Strategie abgeleitet. Das vergangene

und das aktuelle Jahr sind für Roland Stahl Jahre der

Investitionen. „Wir haben uns unter anderem von 21

auf 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um markterfahrene

Produktspezialisten verstärkt. Den Aufbau

unseres Fachpersonals sehen wir als die wichtigste

Investition“, betont Marlier.

Lagervorrat verdoppelt

Ausgebaut wurde auch der Bestand an Lagerartikeln

– sowohl in der Breite wie in der Tiefe. So hat sich der

Lagervorrat von 2.500 auf 5.000 t verdoppelt. Gewachsen

ist das Sortiment in den Bereichen Blankstahl,

gewalzte und geschmiedete Qualitäts- und Edelbaustähle

sowie Edelstahl und Werkzeugstahl. „Unser Sortiment

reicht vom Standardmaterial bis zum ,karierten Maiglöckchen‘“,

unterstreicht Pascale Marlier. q

Über Roland Stahl

z 1970 Gründung Roland Stahl Bremen

z 1995 Übernahme in die A&B Gruppe

z 2001 Installation der Kasto-Hochregalanlage und Neubau Bürotrakt

z 2016 Erweiterung Sägepark

z 2019 Erweiterung Sägepark und Fuhrparkleistung

z 2020 50 Jahre Roland Stahl GmbH

Mitarbeiterzahl: 28

Lagergröße: ca. 4.300m², überdacht, inkl. Kasto-Hochregelanlage

Sortiment: ca. 3.650 Artikel

Lagerkapazität: bis zu 5.000 t

Fuhrpark: 4 eigene Lkw (à 25 t, in kurzer und langer Ausführung)

+ Speditionen zur Unterstützung im Fernverkehr

Anlagenpark: 7 Sägeanlagen, teilweise mit automatischer Abfuhrseite

+ Roboterpalettierung

Stahlreport 6|20

13


Stahlhandel

Berichte

Moderner Sägenpark:

Im vergangenen Jahr

hat Roland Stahl zwei

neue Kreis- und eine

Bandsäge angeschafft.

Insgesamt

umfasst der Sägenpark

sieben Anlagen.

Dank robotergestützter

Palettierung

hat das Unternehmen

seine Lieferperformance

deutlich

erhöht.

q Hinzu kommt die Erweiterung des Sägenparks sowie

der Lkw-Flotte. Zu den bereits vorhandenen vier Sägen

sind drei weitere hinzugekommen – eine Band- und

zwei Kreissägen. Mit dem Ergebnis, dass der Anarbeitungsanteil

im Lagergeschäft verdreifacht wurde.

Unser Ziel, 2.000 Sägeschnitte

innerhalb von 24 h an Kunden

auszuliefern, haben wir bereits

mehrfach erfolgreich erfüllt.

Pascale Marlier

Geschäftsleiter Roland Stahl

Die Investitionen verdeutlichen Marlier zufolge das

Konzept von Roland Stahl, gleichermaßen kleinlosige

Geschäfte ab 1 kg bis großvolumige Aufträge abzuwickeln.

„Unser Ziel, 2.000 Sägeschnitte innerhalb

von 24 h ab Bestellung an Kunden auszuliefern, haben

wir bereits mehrfach erfolgreich erfüllt. Am Ausbau

dieses Servicelevels arbeiten wir weiterhin mit Nach-

druck“, betont Marlier weiter. Mit der Muttergesellschaft

Andernach & Bleck hat Roland Stahl eine zuverlässige

Partnerin im Rücken. „Wir sind froh, dass das

Management der Andernach & Bleck-Gruppe uns bei

der Umsetzung unserer Strategie, auch in den Jahren

großer Herausforderungen, unterstützt und ermutigt,

dieses Konzept weiter zu verfolgen“, sagt Pascale Marlier.

Zugesagt gilt!

Die große Stärke des Unternehmens sieht der

Geschäftsführer in der „nachhaltigen Umsetzungskonsequenz

der Aussagen, die wir treffen“. So liegt

die Termintreue bei Lieferungen Marlier zufolge bei

über 99 % – besser geht es eigentlich nicht.

Neben Liefertreue ist auch Geschwindigkeit

Trumpf – das zeigt sich im Stahlhandel immer deutlicher.

Doch nicht überall sind die Prozesse und

Abläufe immer optimal aufgestellt. Bei Roland Stahl

hat man aber gerade auf diese kundenrelevanten

Abläufe ein besonderes Augenmerk. So liegt die Bearbeitungszeit

für ein schriftliches Angebot für Lagermaterial

bei dem Unternehmen durchschnittlich bei

unter 15 min. „Unsere besondere Stärke ist es, Kunden

über einen längeren Zeitraum partnerschaftlich zu

begleiten. Wir stehen Kunden auch bei kleinlosigen

Anfragen zur Seite und führen auch diese Lieferung

termingerecht aus“.

Flexibilität, die sich lohnen muss

Mit dem Personalaufbau, der Anschaffung neuer Sägeanlagen

sowie weiterer Lkw hat sich Roland Stahl

klar in Richtung Ausbau der Kundendienstleistungen

bekannt. „Aus den Investitionen in unsere Lieferperformance

entsteht natürlich der Anspruch, diese Leistungen

auch honoriert zu bekommen. Wir setzen auf

‘bezahlte Flexibilität’. Dieses kommunizieren wir auch

offen mit unseren Kunden“, erklärt Marlier.

Diese Umstellung habe zu vielen, zum Teil auch

schwierigen, insgesamt aber guten Gesprächen mit

Kunden und Partnern geführt. „Für uns steht nicht

der Tonnagepreis im Vordergrund, sondern die Gesamtperformance

und Werthaltigkeit unserer Leistung.

Das hat unsere Partner vielfach überzeugt“, führt Marlier

aus.

Wichtigste Ressource: qualifizierte Mitarbeiter

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen bei Roland

Stahl und der Andernach & Bleck-Gruppe im Fokus.

Das Thema Personalmanagement hat für die Unternehmensgruppe

und das norddeutsche Handelsunternehmen

strategische Bedeutung. Bei Roland Stahl

plant man derzeit, ein Ausbildungsprogramm für den

betrieblichen und kaufmännischen Bereich zu entwickeln.

Angesprochen werden sollen nicht nur Schulabgänger,

sondern auch Quereinsteiger. Motto: Die

neuen Kolleginnen und Kollegen auf dem jeweiligen

Wissens- und Ausbildungsstand abholen und die vorhandenen

Lücken gezielt gemeinsam schließen. 2

14 Stahlreport 6|20


Axia Best Managed Companies Award 2020 gewonnen

Sülzle erhält Preis für

unternehmerische Exzellenz

Die SÜLZLE-Gruppe ist im Mai 2020 mit dem „Axia Best Managed Companies Award“ ausgezeichnet

worden. Der begehrte Award wird jährlich an deutsche Mittelständler vergeben, die aus Sicht der Initiatoren

Deloitte, WirtschaftsWoche, Credit Suisse und des Bundesverbands Deutscher Industrie unternehmerische

Exzellenz aufweisen. Entscheidend für die Auszeichnung waren vor allem die hohe Innovationskraft,

eine auf Langfristigkeit beruhende Strategie und starke Governance-Strukturen der Sülzle-Gruppe.

Was insbesondere „Innovationskraft“

und „Nachhaltigkeit“ für

Sülzle bedeuten, zeigen mehrere Beispiele:

So investiert das Unternehmen,

das in diesem Jahr sein 140-

jähriges Bestehen feiert, etwa in die

nachhaltige Entwicklung von

Umwelt- und Energietechnik.

Diese bietet eine optimale Ausstattung

für eine klimagerechte kommunale

Wasserwirtschaft. Darüber

hinaus eröffnete der Sülzle Stahlpartner

Standort in Lübeck im Mai

2019 eine der modernsten Biegereien

in Europa. Kunden stehen seither

nicht nur erweiterte Kapazitäten,

sondern auch durchgängig automatisierte,

digitalisierte und vernetzte

Prozesse zur Verfügung. „Über die

Anerkennung, die uns mit dem ‚Axia

Best Managed Companies Award‘

bekundet wurde, freuen wir uns

sehr. Die Auszeichnung bestätigt die

Arbeit der ganzen Unternehmensgruppe

und stellt zudem einen

Anreiz dar, auch in unsicheren Zeiten

weiter voranzugehen“, sagen

Heinrich und Andreas Sülzle,

geschäftsführende Gesellschafter

der Sülzle-Gruppe.

Auszeichnung diesmal

persönlich überreicht

Der in den 1990er-Jahren von

Deloitte in Kanada ins Leben gerufene

Wirtschaftspreis ist inzwischen

in mehr als 20 Ländern erfolgreich

eingeführt. Aufgrund der aktuellen

Covid-19-Pandemie fand die Preisverleihung

in diesem Jahr nicht als

glanzvolle Abendveranstaltung statt.

Das Gütesiegel und die Auszeichnung

wurden der Sülzle-Gruppe wie

auch den anderen Preisträgern an

ihrem jeweiligen Firmensitz übergeben.

Bild: Sülzle-Gruppe

Als einer der Preisträger sei Sülzle

„nicht nur Benchmark für hervorragend

geführte mittelständische

Unternehmen, sondern steht

zugleich sinnbildlich für die Zukunft

des Wirtschaftsstandorts Deutschland“,

betont Lutz Meyer, Partner

und Leiter des Mittelstandsprogramms

bei Deloitte.

Bewertet wurden wichtige

Schlüsselbereiche

Die innerbetrieblichen Schlüsselbereiche,

die die Initiatoren des „Axia

Best Managed Companies Award“

bewertet haben, setzten sich aus

Strategie, Produktivität und Innovation,

Kultur und Commitment sowie

Finanzen und Governance zusammen.

„Eine langfristige strategische

Unternehmensausrichtung in Verbindung

mit Entscheidungs- und

Umsetzungsstärke sowie nachhaltigem

und werteorientiertem Handeln

bilden das Fundament unseres

Erfolgs“, erklärt Heinrich Sülze. Zeitgleich

steht der starke Firmenverbund

von Sülzle mit seinen 23 Standorten

in Deutschland und zwei in

Frankreich dafür, die wirtschaftliche

Zukunft zu sichern und auszubauen.

„Wir bedanken uns insbesondere

bei allen Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten,

Dienstleistern und Partnern,

die durch ihr tägliches Engagement

und ihre Unterstützung eine

solche Auszeichnung erst möglich

gemacht haben. Sie sind maßgeblich

für den Erfolg unseres Unternehmens

verantwortlich und gestalten

dessen Ausrichtung Tag für Tag mit“,

so der geschäftsführende Gesellschafter

Andreas Sülzle, der das

Rosenfelder Unternehmen zusammen

mit seinem Bruder Heinrich in

vierter Generation leitet. 2

Die Preisübergabe

„Axia Best Managed

Companies Award

2020“ bei der Sülzle-

Gruppe in Rosenfeld

(von unten:

Geschäftsführende

Gesellschafter der

Sülzle-Gruppe Heinrich

Sülzle und

Andreas Sülzle,

Director bei Deloitte

Björn Neumann,

Partner bei Deloitte

Thomas Traub)

[ Kontakt]

Sülzle Holding

GmbH & Co. KG

72348 Rosenfeld

+49 7428 9414-0

www.suelzlegruppe.de

Stahlreport 6|20

15


Stahlhandel

Bericht

In Diespeck, nur wenige Kilometer vom

Hauptsitz in Neustadt entfernt, kommen die

Branchenlösungen eNVenta Stahl und

eNVenta Biegerei im Stahlzentrum zum Einsatz.

Köstner Stahlzentrum:

Außenlager mit Mattenstahl

Bilder: Richard Köstner-Gruppe

Richard Köstner führt neues ERP-System ein

Am Puls der Zeit

Die Richard Köstner-Gruppe mit Hauptsitz im fränkischen Neustadt an der Aisch, in der

Metropolregion Nürnberg, steht für ein umfassendes Sortiment im Produktionsverbindungshandel.

Die 530 Mitarbeiter arbeiten seit Jahresbeginn mit einem neuen ERP-System, das die Prozesse im

Unternehmen weiter digitalisiert, optimiert und für die Zukunft wettbewerbsfähig machen soll.

Kein „totes Pferd“ reiten

Das Unternehmen stand deshalb vor

der Frage, ob man weiteren Aufwand

in ein altes Softwarerelease stecken

oder einen neuen Weg einschlagen

sollte, so berichtet René Böhm, ERP-

Projektleiter und einer von zwei

Teamleitern in der zwölfköpfigen IT-

Abteilung. Es wurde der Beschluss

gungstechnik und Bauelemente.

Eine Biegerei liefert Betonstahl an

die Kunden. Zudem zählen zur

Unternehmensgruppe nicht nur acht

Standorte in Bayern und Sachsen,

sondern auch drei eigenständige

Unternehmen, für die ein Mandantenmanagement

innerhalb des ERP-

Systems benötigt wurde.

gefasst, nicht länger „ein totes Pferd

zu reiten“: Man begann, nach einer

ERP-Lösung zu suchen, welche schon

viele Branchenfunktionalitäten mitbringen

sollte.

Die Richard Köstner-Gruppe

führt Sortimente wie Stahl, Sanitär

und Heizung, Werkzeuge, Befestinommen

worden – was die Update-

Möglichkeiten beeinträchtigt hatte.

Veränderungen der Prozesse waren

nur noch mühsam umzusetzen.

Außerdem fehlten benötigte Schnittstellen

– beispielsweise zu modernen

Dokumentenmanagement- und Tourenplanungslösungen.

„Unsere Maxime war,

dass wir alles aus

einer Hand haben wollten

und Insellösungen nach

Möglichkeit vermeiden.“

René Böhm,

ERP-Projektleiter Richard Köstner-Gruppe

Bis zur Einführung der neuen

Unternehmenssoftware eNVenta ERP

von Nissen & Velten hatte die Richard

Köstner-Gruppe zehn Jahre lang eine

ältere ERP-Lösung eingesetzt.

Umfangreiche unternehmensbezogene

Anpassungen waren zudem auf

einer mittlerweile nicht mehr aktuellen

Version der Software vorge-

Gesucht: keine Insellösung

Nach einer Evaluierung des Marktes

stellten einige Softwareanbieter ihre

Lösungen im Hause Köstner vor. Ausgewählt

wurde eNVenta ERP von Nissen

& Velten. Entscheidend dafür

waren der hohe Branchenabdeckungsgrad,

die Mandantenfähigkeit und die

Anpassungsfähigkeit der Software,

die zum Teil auch ohne Programmierung

durch die Funktion des Clientside

Customizing möglich wird.

Pluspunkte gab es auch für das

Netz von Technologiepartnern und

die Schnittstellen zu Tourenplanungs-

und DMS-Anbietern. Schließlich

hatte auch der Besuch von

Mitarbeitern auf der N&V-Anwenderkonferenz

und das Gespräch mit

bestehenden eNVenta-Nutzern die

Entscheidung bestärkt.

16 Stahlreport 6|20


Erweiterte Funktionen

im Stahlhandel

Im September 2017 fiel der Startschuss

für das ERP-Projekt. Für

Richard Köstner wurde bei Nissen

& Velten eine Schnittstelle zum im

Unternehmen genutzten Lagerverwaltungssystem

Atlas entwickelt

und jene zur Tourenplanungssoftware

von PTV angepasst. Darüber

hinaus gab es größere Erweiterungen

im Stahlhandel, etwa bei den Handelslängen.

Das ERP-Projekt wurde bei

Richard Köstner auf mehreren Ebenen

vorangetrieben: Ein Kernteam

von acht Führungskräften sowie eine

Gruppe von 38 Keyusern aus den

Fachbereichen und der IT spielten

zentrale Rollen. Die Keyuser übernahmen

auch die Integrationstests

von neu entwickelten Lösungen und

konnten die Endanwender ihrer

Abteilungen in der „Roll-out“-Phase

der Software schulen.

Bereits am 1. Januar 2019 startete

die Finanzbuchhaltung der

gesamten Unternehmensgruppe mit

dem entsprechenden Modul des

neuen ERP-Systems und dem Dokumentenmanagement-System

Proxess.

Es folgte im Juni 2019 der erste

Mandant, das Unternehmen MB

Stahltechnik, mit der Einführung

des kompletten ERP-Systems, was

es dem Projektteam erlaubte, im kleineren

Rahmen Erfahrungen mit der

neuen Lösung zu sammeln. Am 1.

Januar 2020 folgte die Richard Köstner

AG. Zusammen mit dem noch

ausstehenden dritten Mandanten,

der Prechtel GmbH in Forchheim,

werden in Kürze 230 Anwender mit

der neuen Software arbeiten.

Ergonomisch, mit Potenzial

zu Automatisierungen

Auch dank der dem Unternehmen

zufolge anwenderfreundlichen und

selbsterklärenden Benutzeroberfläche

klappe die Belegerfassung im

Unternehmen heute deutlich schneller.

Man könne neue Mitarbeiter

nach zwei Tagen Einführung mit

dem System arbeiten lassen, so

berichtet René Böhm.

Die vielen Möglichkeiten der

Parametrisierung des neuen ERP-

Systems erlauben nun Anpassungen,

die im alten System Programmieraufwand

bedeutet hätten. Beispielsweise

lassen sich bei Richard Köstner

so insgesamt 15 verschiedene

Auftragsarten abbilden.

Ein Beispiel für Prozessautomatisierung

ist die Fakturierung: Wo

früher eine Mitarbeiterin zweimal

in der Woche Rechnungsläufe starten

musste, liegt die zugrundeliegende

Logik nun in der Unternehmenssoftware

und läuft automatisch

ab. Die Intercompany-Prozesse zwischen

den Mandanten seien intuitiv

verständlich und einfach abgebildet.

Die Mitarbeiter können sich deshalb

problemlos in den verschiedenen

Lagern bedienen und die dazugehörigen

Belege werden automatisch in

beiden Mandanten angelegt.

Die über den Tag hinausweisenden

Ziele, die mit der Einführung des

neuen ERP-Systems verbunden sind,

betreffen die Senkung der Prozesskosten

durch Digitalisierung und

Automatisierung. Gleichzeitig soll

die Prozesssicherheit gewährleistet

sein. Den Kunden sollen dadurch

Mehrwerte geboten werden.

Ein Beispiel dafür bietet die Kombination

der Tourenplanungssoft-

Über Richard Köstner

ware von PTV mit eNVenta. In

Zukunft sollen E-Mails zur Ankündigung

von Warenlieferungen aus

dem ERP-System verschickt werden,

damit die Kunden wissen, zu welchem

genauen Zeitpunkt eines der

50 Lieferfahrzeuge von Köstner ihren

Firmenstandort anfährt.

„Sprechen die gleiche Sprache“

Über die gemeinsame Arbeit im ERP-

Projekt sagt Böhm: „Wir haben von

Anfang an die gleiche Sprache

gesprochen.“ Die Zusammenarbeit

sei partnerschaftlich, sachlich kritisch

und offen gewesen. Dedizierte

Projektleiter auf beiden Seiten und

der Einsatz der Smartsheet-Plattform

als gemeinsam nutzbare Informations-

und Planungsgrundlage hätten

sich bewährt. Nicht zuletzt waren

auch mehrtägige gemeinsame Workshops

im Hause Nissen & Velten, zu

denen bei Bedarf auch Entwickler

hinzugezogen wurden, sehr produktiv.

Die Live-Schaltung des Webshops

auf Basis von eNVenta eGate

steht aktuell als nächster Projektschritt

auf der Tagesordnung.

Anschließend folgt noch ein Optimierungsprojekt,

das unter anderem

die Migration auf die aktuelle Version

4.2 von eNVenta und die Anbindung

der Versandsoftware V-Log

zum Management von Paketdienst-

Lieferungen vorsieht.

Im Stahlbereich soll die Lösung

„Cut it smart“ des LVS-Systems mit

eNVenta verknüpft werden, sodass

beispielsweise die entstehenden Stücke

beim optimierten Sägen eines

Stahlträgers auf drei Aufträge verteilt

werden können. Was die Updates

auf jeweils aktuelle Versionen der

neuen ERP-Software betrifft, so sagt

René Böhm: „Wir wollen mit

eNVenta immer am Puls der Zeit

bleiben“. 2

Die Firma Richard Köstner wurde im Jahr 1934 gegründet und wird heute in

dritter Generation von Dr. Norbert Teltschik geführt. Das Unternehmen beliefert

vor allem gewerbliche Kunden aus Handwerk und Industrie mit Stahl, Bauelementen,

Sanitärbedarf, Haustechnik, Werkzeugen und Befestigungstechnik.

Ein Einzelhandel für Haushaltswaren und Geschenkartikel am Firmensitz in

Neustadt/Aisch rundet das Angebot ab. Die Köstner-Gruppe beschäftigt derzeit

530 Mitarbeiter an acht Standorten in Bayern und Sachsen.

[ Kontakt]

Richard Köstner AG

91413 Neustadt an

der Aisch

+49 9161 668-0

www.koestner.de

Nissen & Velten

Software GmbH

78333 Stockach

+49 7771 879-0

www.nissen-velten.de

Stahlreport 6|20

17


Stahlverarbeiter

Bericht

Stahl punktgenau für die Nutzfahrzeugherstellung einsetzen

Kein Sattelschlepper ohne Stahl

Die Herstellung von Sattelaufliegern, Aufbauten oder Anhängern funktioniert nicht ohne Stahl. Ein

Hersteller von Nutzfahrzeugen demonstriert, welche Bedeutung der Werkstoff im täglichen Geschäft

hat. Ein Beitrag von Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde, Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik.

Im Aufbau des Sattelkoffers

S.KO wird

beispielweise Coil

Coating Stahl

verwendet, mit

lackierten und

folierten Blechen.

Mit einer Jahresproduktion von

rund 63.500 Trailern und mit etwa

6.500 Mitarbeitern ist die Schmitz Cargobull

AG Europas führender Hersteller

von Sattelaufliegern, Trailern und

Motorwagenaufbauten für temperierte

Fracht, General Cargo sowie Schüttgüter.

Im Geschäftsjahr 2018/2019 wurde

ein Umsatz von zirka 2,29 Mrd. € erzielt.

Vor über 125 Jahren wurde das

Unternehmen von Franz Heinrich

Schmitz in Altenberge im Münsterland

als Schmiede gegründet. Im Jahr 1935

baut Schmitz dann seinen ersten

Anhänger, denn die Nutzfahrzeugindustrie

gewinnt in Deutschland immer

mehr an Bedeutung. Ab diesem Zeitpunkt

lag der klare Fokus auf der

Anhängerproduktion. Das Unternehmen

wächst kontinuierlich. Die Absatz-

zahlen steigen. Schmitz-Anhänger – so

der damalige Unternehmensname –

stellt sich international auf.

Doch das deutsche Wort Anhänger

ist in anderen Sprachen nicht verständlich

und aufgrund des Umlautes ä auch

schwer auszusprechen. Deshalb wird

es im Jahr 1998 ersetzt durch das Kunstwort

Cargobull. Cargo steht dabei für

Ladung und Bull für Zuverlässigkeit

und Robustheit des blauen Elefanten.

Schmitz-Anhänger wird auf den neuen,

international anerkannten Markennamen

Schmitz Cargobull umfirmiert.

Global Player in Sachen

Transportlösung

Heute produziert das Unternehmen an

acht Produktionsstandorten europaweit

Trailer und Fahrzeugaufbauten. Die

Fertigungsstätten befinden sich in

Deutschland in Altenberge, Vreden,

Gotha und Toddin sowie in Zaragoza

(Spanien), Panevėžys (Litauen), Moskau

(Russland) und Adapazari (Türkei).

Absatzmärkte sind alle europäischen

Länder, einschließlich Zentralund

Osteuropa, der Nahe und Mittlere

Osten, Australien sowie China. Das

Leistungsangebot umfasst dabei die

kompetente Beratung sowie ein

umfangreiches Paket an Dienstleistungen

„rund um den Trailer“. Hierzu zählen

auch maßgeschneiderte Finanzierungen,

Trailer, Telematik-Dienste,

europaweite Ersatzteilversorgungen,

über 1.700 Service-Partner, Full-Service-Pakete

und die Vermarktung der

Gebrauchtfahrzeuge.

Bilder: Schmitz Cargobull


Den Stahlhändler nutzt Schmitz Cargobull zur Verbesserung und

Optimierung der Durchlaufzeit und zur Flexibilisierung der Logistiksysteme.

Die Werkstoffqualität von Stahl ist ein wichtiger Faktor, denn die Käufer von Nutzfahrzeugen

erwarten Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und geringste Lebenszykluskoste.

Stahl in allen Produkten

Grundsätzlich hat Stahl für das Unternehmen

eine sehr hohe Bedeutung. Der

Werkstoff findet in allen Produkten von

Schmitz Cargobull Einsatz. Deshalb ist

sowohl die Qualität des Stahls als auch

eine durchdachte Stahllogistik für alle

Produktionsstandorte sehr wichtig.

Einer der Standorte ist das Werk

in Vreden im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen.

Hier arbeiten derzeit

etwa 1.600 Mitarbeiter. Vreden ist Kompetenzzentrum

für die Fertigung von

Sattelkoffern im Schmitz Cargobull-

Netzwerk. In Vreden sind zudem

sowohl die Entwicklungsbereiche als

auch alle erforderlichen administrativen

Bereiche angesiedelt. Und darüber

hinaus werden die Komponenten für

die eigene Fahrzeugmontage sowie für

die Versorgung des Netzwerks hergestellt.

Stefan Cramer ist Werkleiter in

Vreden. Er kennt die Prozesse und

Materialien. „Der Werkstoff Stahl hat

in unseren Produkten in unterschiedlichsten

Ausführungen eine hohe

Bedeutung. Im Aufbau des Sattelkoffers

S.KO wird beispielweise Coil Coating-

Stahl verwendet, mit lackierten und

folierten Blechen. Darüber hinaus gibt

es Stahlanwendungen im Bereich Achse

und Chassis in unterschiedlichen Güten

und Oberflächen“, nennt er Beispiele.

Stahl übernimmt

ganz konkrete Funktionen

Durch ein Baukastensystem können

die Sattelkoffer S.KO für verschiedene

Einsatzbereiche individuell konfiguriert

werden. So bietet der S.KO Cool maximale

Sicherheit für die Fracht, sorgt

für ein sicheres Handling von temperierter

Fracht und kurze Umschlagzeiten

an der Rampe. Für Online-Versand,

Kurier-Express-Dienste oder den Transport

von hochwertigen Elektrogeräten

ist dagegen der S.KO Express ausgestattet.

Und der Sattelkoffer S.KO City

sorgt für die notwendige Manövrierbarkeit

bei der Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels

in Innenstädten.

Stahl übernimmt bei den Fahrzeugen

ganz konkrete Funktionen,

beispielsweise für den Transport von

abgesetzten Einheiten: Dank robuster

Greiferkanten und verstärkter Edelstahl-Scheuerbleche

ist eine

risikofreie Verladung im

Schienenverkehr oder auf

Fähren möglich. Und ein

durchgehendes, verzinktes

und gebolztes Stahl-Chassis

sorgt im Sattelkoffer für eine

hohe Stabilität.

Zudem können für die

Fahrzeuge ganz konkrete

Eigenschaften gewährleistet

werden. So sorgt die chemischphysikalische

Absicherung durch den

Kathodisierungseffekt bei verzinkten

Stahloberflächen für Korrosionsbeständigkeit.

Auch die Wärmespeicherkapazität

des Werkstoffs ist wichtig.

Stahl-Deckschichten haben eine weitaus

geringere Wärmespeicherkapazität

als glasfaserverstärkter Kunststoff

(GFK): Das Fahrzeuginnere wird

dadurch schneller und energiesparender

abgekühlt.

Und nicht zuletzt ist der Ausdehnungskoeffizient

von Stahl zirka 50 %

geringer als der von Aluminium und

zirka 70 % geringer als bei glasfaserverstärktem

Kunststoff. Thermische

Ausdehnungen nehmen die Falznähte

vollständig auf. Es entstehen somit

keine Verformungen.

Flexibilität durch

Stahlhändler gewährleisten

Stahl muss hier viel leisten. Und so ist

für Schmitz Cargobull auch die Werkstoffqualität

ein wichtiger Faktor.

„Unsere Kunden erwarten Langlebigkeit,

Zuverlässigkeit und damit

geringste Lebenszykluskosten bei

einem Investitionsgut“, sagt Stefan Cramer.

Der überwiegende Anteil des Bedarfes

wird direkt mit Erzeugern gedeckt.

„Den Stahlhändler nutzen wir zur Verbesserung

und Optimierung der Durchlaufzeit

und zur Flexibilisierung unserer

„Der Werkstoff Stahl hat

in unseren Produkten in

unterschiedlichsten

Ausführungen eine hohe

Bedeutung.“

Stefan Cramer, Werkleiter,

Schmitz Cargobull, Vreden

Logistiksysteme“, so Cramer. „Die

Werke in Altenberge, Vreden und Gotha

haben aufgrund des Schmitz Cargobull-Produktionssystems

sehr geringe

Vorratsmengen. Die hohen Bedarfe mit

hochfrequenter Anlieferung werden

überwiegend direkt vom Stahlerzeuger

bedient und bei Vorlieferanten durch

den Handel gedeckt.“

Das Werk Vreden ist Technologiestandort

und zeichnet sich durch eine

hohe Eigenfertigungstiefe aus. Durch

die Kombination von Produktentwicklung

und Produktion an einem Standort,

verbunden mit der hohen Eigenfertigungstiefe

entsteht ein hohes Maß

an Technologiekompetenz, was die

Möglichkeit bietet, schnell und flexibel

auf Marktschwankungen oder geänderte

Kundenbedürfnisse zu reagieren.

Das betrifft auch die Stahllieferungen.

„Aufgrund unserer Kundenanforderungen

sind Termintreue, Schnelligkeit

sowie geringe Bestands- und Abwicklungskosten

wichtig“, so Kramer mit

Blick auf das tägliche Business. 2

[ Kontakt]

Schmitz Cargobull AG

48612 Horstmar

+49 2558 81-0

www.cargobull.com

Die Autorin

Dipl.-Ing. Annedore

Bose-Munde ist Fachredakteurin

für Wirtschaft

und Technik in

99094 Erfurt

+49 361 78944695

info@bose-munde.de

www.bose-munde.de

Stahlreport 6|20

19


Stahlverarbeiter

Bericht/Nachrichten

Bilder: Ziehl-Abegg

Ziehl-Abegg hat 4 Mio. € in neue Technik am Standort Schöntal-Bieringen investiert,

wo Aluminiumteile für Motoren und Ventilatoren gegossen werden.

Heiße Angelegenheit: die Produktion des elektrischen Radnabenantriebs

ZAwheel für Elektrobusse in Kupferzell.

Elektromotoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg legt um 8,6 % zu

Starkes Wachstum in allen Märkten

„Das Jahr 2019 ist ein gutes Jahr gewesen.“ Mit diesem Satz hat Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl

die Entwicklung beim Künzelsauer Elektromotoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg im zurückliegenden

Jahr auf den Punkt gebracht. Der Umsatz des Unternehmens ist von 583 Mio. auf 633 Mio. €

gestiegen. Boom-Regionen waren Asien, Europa und die USA. Auch das Jahr 2020 hatte gut begonnen

– bis zur Corona-Krise.

[ Kontakt]

Ziehl-Abegg SE

74653 Künzelsau

+49 7940 16-0

www.ziehl-abegg.de

Die Corona-Krise im laufenden

Jahr hat viele Menschen in Heimarbeitsplätze

getrieben. Dazu

braucht es eine solide Netzinfrastruktur

mit großen Rechenzentren.

Ventilatoren von Ziehl-Abegg werden

seit Jahren sowohl in Netzwerken

als auch bei Rechenzentren zur

Kühlung eingesetzt. „Das ist für uns

ein wichtiger Markt, der weltweit

rapide wächst“, betont Firmen-Chef

Fenkl. Auch Versandhändler und

Streaming-Anbieter benötigen große

Rechenkapazitäten – was eine entsprechende

Kühlung der Hardware

voraussetzt.

Spezielle Ventilatoren

für Krankenhäuser

Dass in großen Kliniken moderne

Ventilatoren sowohl in Operationssälen

als auch in Quarantäne-Statio-

nen eingesetzt werden, ist im Zuge

der Corona-Krise in China allgemeinhin

bekannt geworden: Ziehl-Abegg

hat für Krankenhäuser in Wuhan,

Shandong und Shenzhen, die dort

binnen weniger Tage aufgebaut worden

sind, spezielle Ventilatoren geliefert.

Auch in Italien und anderen

Ländern hat das deutsche Unternehmen

das Kernequipment für Unterbeziehungsweise

Überdruck in Kliniken

hergestellt.

„Die Kunden wollen sehr zeitnah

bedient werden“, erklärt Fenkl,

warum Ziehl-Abegg in den USA eine

weitere Fertigung für energiesparende

EC-Elektromotoren aufbaut.

Der neue Produktionsstandort in

North Carolina soll die schnellere

Umsetzung spezieller Kundenanforderungen

verbessern. In immer

mehr Ländern geht zudem der Trend

zu energiesparenden Aufzugsantrieben

und Ventilatoren. „Manchmal

sind hohe Energiekosten,

manchmal gesetzliche Umweltvorgaben

und etwa in Deutschland beides

zusammen die Gründe für den

Einsatz von Ziehl-Abegg-Produkten“,

erklärt Firmenchef Fenkl. Denn

immer mehr Gebäudebetreiber

legen den Fokus sowohl auf den

Kaufpreis als auch auf die laufenden

Energiekosten. Selbst bei bestehenden

Gebäuden rechnet sich der Austausch

der Ventilatoren meist binnen

zwei Jahren, ohne dass die

übrige Lüftungsanlage verändert

werden muss.

Aufzugssparte positiv

Die Aufzugssparte bei Ziehl-Abegg

hat sich 2019 ebenfalls positiv entwickelt:

In einem intensiven Wett-

20 Stahlreport 6|20


Über Ziehl-Abegg

Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-

Württemberg, Deutschland) gehört

zu den international führenden

Unternehmen im Bereich der Luft-,

Regel- und Antriebstechnik.

Beispiele für Einsatzgebiete der

Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen

oder Reinraum- und Agraranlagen.

Ein weiterer Bereich sind

elektrische Motoren, die beispielsweise

in Aufzügen, medizinischen

Anwendungen (Computertomographen)

oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen

für Antrieb sorgen. Das

Thema Elektromobilität im Straßenverkehr

wurde 2012 bei Ziehl-

Abegg Automotive angesiedelt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in

Berlin als Hersteller von Elektromotoren

gegründet. Nach dem Zweiten

Weltkrieg wurde der Firmensitz

nach Süddeutschland verlegt. Die

Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert

und befindet sich in Familienbesitz.

bewerbsumfeld haben sich Aufzugsantriebe

aus Kupferzell dem Unternehmen

zufolge wegen der hohen

Qualität und des guten Service

durchsetzen können.

Einen großen Pluspunkt sieht

Fenkl in der eigenen Regeltechnik

über alle Sparten hinweg: Frequenz -

umrichter von Ziehl-Abegg werden

zunehmend eingesetzt, um verschiedene

Elektrogeräte zu steuern und

zu regeln.

Der Geschäftsbereich Automotive

mit dem elektrischen Radnabenantrieb

ZAwheel für Omnibusse

hat sich im Jahr 2019 gut positionieren

können: Umbaulösungen, die

binnen einer Woche aus einem Diesel-

einen Elektrobus machen, stoßen

auf großes Interesse seitens Kommunen

und Busunternehmen. Und

auch bei Neufahrzeugen etabliert

sich Ziehl-Abegg. Der Radnaben -

motor als Antrieb von neuen Doppel -

decker-Sightseeingbussen kann mittlerweile

in London, Brüssel oder

Paris erlebt werden.

Mit dem Umsatzzuwachs hat

sich auch die Mitarbeiterzahl positiv

entwickelt: In Deutschland arbeiten

2.400 Menschen (Vorjahr: 2.250) für

Ziehl-Abegg, weltweit sind es 4.300

Menschen (Vorjahr 4.100). 2

Erstes Quartal erwartungsgemäß mit Rückgang

GESCO bestätigt Jahresausblick

Das Ergebnis der GESCO-Gruppe ist

im ersten Quartal 2020 wie erwartet überdurchschnittlich

schwach ausgefallen. Das

berichtete die Unternehmensgruppe bei

der Vorlage des Dreimonatsergebnisses.

Während das Segment Gesundheits- und

Infrastruktur-Technologie in diesem Zeitraum

stabile Ergebnisse erwirtschaftete,

hat sich die Auftrags- und Ergebnissituation

in der Mobilitäts-Technologie weiter

verschlechtert. In der Produktionsprozess-

Technologie wurde wie üblich in den ersten

Monaten des Jahres mit dem Bau von

Maschinen und Anlagen begonnen, die

erst im weiteren Jahresverlauf umsatzund

ergebniswirksam werden, so der Konzern.

In der Ressourcen-Technologie

schließlich waren die Margen konjunkturbedingt

rückläufig, zudem würden auch

hier die Aufträge im Projektgeschäft erst

später im Jahr umsatz- und ergebniswirksam.

Insgesamt erreichte das Ergebnis vor

Fertigungsplattform Spanflug

CNC-Drehteile in großen Stückzahlen

Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen

(EBITDA) im Konzern 8,4 Mio. €

(13,8 Mio. €) und das EBIT 1,8 Mio. €

(7,8 Mio. €). Bei einem wenig veränderten

Finanzergebnis und einer leicht erhöhten

Steuerquote lag der Konzernüberschuss

nach Anteilen Dritter bei 0,4 Mio. €

(4,0 Mio. €).

Erwartungsgemäß haben sich die Auswirkungen

der Corona-Krise seit dem Ende des

Berichtszeitraums am 31. März 2020 weiter

verschärft. Auf Basis der vorliegenden

Erkenntnisse hat der Vorstand den Ausblick

aber bestätigt – und erwartet für das

Gesamtjahr weiterhin einen Konzernumsatz

von 540 bis 560 Mio. € sowie einen Konzernjahresüberschuss

nach Anteilen Dritter

von 8 bis 11 Mio. €. Dabei gelte weiterhin,

dass sich angesichts der dynamischen Entwicklung

der Corona-Krise die Erwartungen

auch kurzfristig signifikant ändern können.

Die Fertigungsplattform Spanflug bietet ab sofort die Möglichkeit, Drehteile auch für

Großserien bis 200.000 Stück sofort online zu bestellen – bislang war dies auf 1.000 Teile

begrenzt. Die Schlüsseltechnologie des Münchner Startups ist ein Algorithmus, der hochkomplexe

Dreh- und Frästeile in wenigen Sekunden hinsichtlich ihrer Fertigbarkeit auswertet

und einen präzisen, marktgerechten Preis berechne, zu dem Kunden direkt bestellen

können.

„Die Entwicklung unseres Algorithmus ist ein kontinuierlicher Prozess. In den vergangenen

Jahren haben wir diesen anhand von über 60.000 Bauteilen optimiert und präzisiert“, erläutert

Geschäftsführer und Mitgründer Dr. Markus Westermeier. „Dadurch können wir für

Drehteile jetzt auch bei großen Stückzahlen zuverlässige und marktgerechte Preise anbieten.“

Spanflug bietet zwei Wege, um präzise Angebotspreise zu erhalten: Zum einen bietet der

Onlineshop die Möglichkeit, einen Sofortpreis für individuelle CNC-Bauteile in 40 Werkstoffen

und mit 20 Nachbehandlungen zu erhalten und direkt zu bestellen. Dieser automatisierte

Prozess stand bisher nur für Bestellungen bis 1.000 Stück zur Verfügung. Das Angebot

wurde nun deutlich erweitert: Drehteile mit bis zu 36 mm Durchmesser sind bis

200.000 Stück erhältlich, Drehteile bis 65 mm Durchmesser sind bis 50.000 Stück bestellbar

und Dreh-Frästeile bis 20.000 Stück. Zum anderen können Kunden für Stückzahlen

über 1.000 eine digitale Ausschreibung starten und innerhalb von 48 h individuelle Angebote

erhalten.

Weitere Infos unter

www.spanflug.de

Stahlreport 6|20

21


Stahlverarbeiter

Bericht

Baustein des Erfolgs:

Vakuumpumpen für

eine Vielzahl von

Anwendungen

Vakuumhersteller Leybold feiert besonderes Jubiläum

Vom Nutzen des Nichts

Traditionsunternehmen sind auch deshalb erfolgreich, weil sie oft zugleich nachhaltig innovativ sind. Auch dem

Vakuumspezialisten Leybold ist diese Verbindung aus Tradition und Innovation im Laufe seiner Firmengeschichte

immer wieder gelungen. Nicht zuletzt deshalb feiert das Unternehmen im Jahr 2020 mit seinem 170. Geburtstag

einen ganz besonderen Meilenstein.

Ohne Vakuumtechnologie hätten

Stähle gegenwärtig vermutlich

nicht die Qualität, die sie heute haben.

Denn erst in der sekundärmetallurgischen

Vakuumbehandlung wird das

Gefüge des Rohstahls feingetuned –

und eignet sich erst dann zum Beispiel

für anschließende Wärmebehandlungen.

Aber nicht nur Stahl setzt auf

Vakuumtechnologie. Die Anwendungen

reichen von industriellen Applikationen

über die Lebensmittelindustrie

bis hin zur Halbleitertechnik. Ein

Unternehmen, das sich seit vielen

Jahrzehnten erfolgreich in diesem

Technologie- und Marktsektor etabliert

hat, ist die Kölner Leybold GmbH.

In diesem Jahr feiert der weltweit

aktive Vakuumspezialist sein 170-

jähriges Bestehen.

Den Grundstein des Erfolges

legte 1850 der Kaufmann Ernst Leybold

als, damals schon in Köln, sein

erstes Unternehmen gründete –

zunächst als Kommissions- und Spe-

ditionsgeschäft für Medizingläser,

Salbentöpfe, Thermometer und Waagen

– und über die Jahre wuchs.

Der Erfolg als Anbieter für Vakuumtechnik

begann im Jahr 1906,

das Unternehmen war zwischenzeitlich

an andere Eigentümer übergegangen,

durch die Zusammenarbeit

mit dem Professor für Physik Dr.

Wolfgang Gaede. Die Kooperation

war ergiebig: Unter anderem brachte

sie noch heute wichtige Innovationen

hervor, wie die Erfindung der Molekularluftpumpe,

das Grundprinzip

der Turbomolekularpumpe (1911)

sowie die Nutzung der Diffusionspumpe

(1913) – letztere robuste

„Arbeitspferde“, die auch heute noch

eingesetzt werden.

Beginn der Vakuum-Metallurgie

Den Beginn der Vakuum-Metallurgie

markiert das Jahr 1913. Zu diesem

Zeitpunkt entwickelte der Leiter des

Physikalischen Versuchslabors der

W.C. Heraeus GmbH, Dr. Wilhelm

Rohn, in Hanau ein Verfahren, um

hochreine Metalle unter Vakuum zu

schmelzen. Unterbrochen durch den

ersten Weltkrieg wurde das „Verfahren

zum Vakuumschmelzen und

Vergüten von Metallen und Legierungen“

allerdings erst nach dem

Krieg, im Jahr 1918, patentiert. 1931

gelang es Wilhelm Carl Heraeus

Metalle auf Glas aufzudampfen – ein

weiterer Meilenstein der Vakuumbeschichtungstechnik.

Im selben Jahr trat bei E. Leybold’s

Nachfolger mit Dr. Manfred

Dunkel ein Geschäftsführer an, der

das Unternehmen erfolgreich und

lange (bis 1967) leitete. Die Epoche

war prägend, auch weil die Vakuumtechnik

in dieser Zeit zunehmend

industriell genutzt wurde. Entsprechend

waren neben technischen und

naturwissenschaftlichen Kenntnissen

nicht zuletzt Managementfähigkeiten

gefragt, um die Erkenntnisse

22 Stahlreport 6|20


Geschäftsfeld

Metallurgie: moderne

Stähle sind ohne

Vakuumtechnologie

nicht denkbar

Fotos: Leybold GmbH

in verfahrenstechnische Anwendungen

zu bringen.

Mit der Beteiligung der Metallgesellschaft

AG sowie der Degussa

AG kam in den Nachkriegsjahren

der Erfolg auf den Weltmärkten.

Flankiert wurde das Wachstum

durch Produktentwicklungen wie

die Kryopumpen mit flüssigem

Helium (1962) sowie Helium-Lecksucher.

Im Jahr 1963 wurden zudem

erstmals Ionenzerstäuberpumpen

präsentiert.

Über Leybold

Seit 170 Jahren entwickelt und liefert Leybold mit Stammsitz in Köln

international Vakuumpumpen, Systeme, standardisierte und

maßgeschneiderte Vakuumlösungen sowie Serviceleistungen für viele

unterschiedliche Branchen – etwa der Metallurgie und der industriellen

Beschichtungstechnologie. Ergänzt um Applikationen in der Analysentechnik,

Displayherstellung sowie Forschung und Entwicklung gehört der

Vakuumpionier zu den führenden Anbietern weltweit. Leybold gehört zum

Geschäftsbereich Vacuum Technique der Atlas Copco-Gruppe.

Umsätze sprengen die

Milliardengrenze

Auch die 1980er-Jahre waren weiter

geprägt starkes Wachstum, sodass

Leybold 1987 auf rund 5.600 Mitarbeiter

angewachsen war und einen

Umsatz von über 1 Mrd. D-Mark er -

zielte. Nach grundlegenden Um -

strukturierungen in den Eigentumsverhältnissen

und Turbulenzen in der

Wendezeit stieg das Unternehmen in

den 1990er-Jahren in den chinesischen

Markt ein und konzentrierte

sich ab 2000 auf Halbleiternahe Technologien.

Im Jahr 2016 übernahm

schließlich die schwedische Atlas

Copco AB – ein Multi-Brand Konzern

mit Kunden in mehr als 180 Ländern

und rund 37 000 Mitarbeitern – das

Kölner Unternehmen zu 100 %. 2

Sein unternehmerischer

Sinn legte den

Grundstein des

Erfolgs: 1850 gründete

Ernst Leybold

den heutigen Globalplayer.

[ Kontakt]

Leybold GmbH

50968 Köln

+49 221 347-0

www.leybold.com

Stahlreport 6|20

23


Stahlproduktion

Bericht/Nachricht

XPF® 1000 von Tata Steel

Leicht im Gewicht, hart im Nehmen

Trotz Corona – die großen Trends wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Elektromobilität und nicht

zuletzt Leichtbau sind weiter die Herausforderungen, denen die Lieferkette Stahl gegenübersteht.

Mit seiner neuesten Entwicklung XPF1000, einem warmgewalzten Stahl der patentierten

XPF-Familie, sieht sich Tata Steel Europe diesen Anforderungen gegenüber gut positioniert.

Karosseriestruktur

mit allen Teilen, die

Tata Steel Europe

aus XPF1000 fertigt

Die Umweltgesetzgebung zählt

zu den treibenden Faktoren des Wandels

in der Automobilindustrie hin zu

alternativen Antriebssystemen. Staatliche

Regularien stellen weltweit alle

Parteien einer Lieferkette vor die

Herausforderung, den eigenen ökologischen

Fußabdruck zu optimieren. Für

die Fahrzeugherstellung bedeutet dies,

den Antriebsstrang neu zu denken. Es

existiert in Folge gegenwärtig eine nie

dagewesene Nachfrage nach innovativen

Materialien, die den Weg zur

Umsetzung der Megatrends ebnen.

Tata Steel hat sich das ehrgeizige

Ziel gesetzt, bis 2050 ein klimaneutraler

Stahlproduzent zu werden. Auch im

Bereich Digitalisierung sieht sich das

integrierte Stahlunternehmen als einer

der der Branchenvorreiter. Unter dem

Motto „Let’s talk about the future“ zeigte

das Unternehmen auf der Blechexpo

2019, wie es seine Kunden dabei unterstützt,

die Herausforderungen der

Zukunft zu meistern.

„Wir sind für die Anforderungen

an das Automobil der Zukunft gut gerüstet.

Insbesondere durch unsere traditionell

engen Kundenbeziehungen

bekommen wir tiefe Einblicke in die

Bedürfnisse der Automobilhersteller

und können so innovative und maßgeschneiderte

Produkte und Services

anbieten, die Elektromobilität aber auch

Nachhaltigkeit und Digitalisierung fördern“,

erläutert Paul Cremers, Marketing

Manager Chassis and Suspension

bei Tata Steel Europe.

„Mit XPF1000 haben wir es

geschafft, das Maximum

aus dem XPF-Konzept –

hohe Festigkeit mit einer

einphasigen Mikrostruktur

– zu erzielen. Das

Ergebnis ist eine einzig -

artige Kombination aus

ultra hoher Festigkeit,

hervorragender Umformbarkeit

und gleichbleibenden

Produkteigenschaften“

Paul Cremer, Marketing Manager

Chassis and Suspension,

Tata Steel Europe

Die neuen Auslegungen in der Fahrzeugentwicklung

berücksichtigen

unterschiedlichste Anforderungen wie

beispielsweise Steifigkeit von Fahrzeugkomponenten

und Crashstrukturen,

Einsparung von Schadstoffemissionen

sowie Verarbeitungseffizienz.

Kompromisse bei Sicherheit, Steifigkeit,

Langlebigkeit und anderen Leistungsparametern

sind ausgeschlossen. Ein

Lösungsansatz sind komplexere Bauteilgeometrien,

um geringere Dicken

auszugleichen, den Steifigkeitsverlusten

entgegenzuwirken und dem

begrenzten Bauraum der neuen Fahrzeugplattformen

gerecht zu werden.

Umgesetzt wird dies mit geringeren

Dicken höherfester Stähle. Aktuelle

Stähle sind meist ein Kompromiss aus

Festigkeit und Umformbarkeit und dem

Verhältnis Streckbördel-Verformbarkeit

und Dehnung.

Super-Stahl für komplexe Designs

XPF1000, die neueste Erweiterung

der patentierten XPF-Familie von Tata

Steel, ist dem Stahlproduzenten

zufolge der bisher einzige warmgewalzte

Stahl, der es mit den neuen

Anforderungen aufnimmt. Der seit

kurzem verfügbare Automobilstahl

XPF1000 wurde ursprünglich aufgrund

einer Kundenanforderung für

die leichtere Auslegung komplexer

Fahrwerksteile entwickelt. Die neueste

Generation warmgewalzter Stähle

kombiniert eine außergewöhnlich gute

Umformbarkeit und Energieabsorption

mit einer ultrahohen Festigkeit

und gleichbleibenden Materialeigenschaften,

um die gestiegenen Anforderungen

von Fahrzeugherstellern

hinsichtlich Leichtbaues und Verarbeitungseffizienz

zu erfüllen.

Im Gegensatz zu anderen Werkstoffen,

bei denen eine höhere Festigkeit

zulasten der Dehnbarkeit und

Streckbördel-Verformbarkeit geht, vereine

XPF1000 eine ultrahohe Festig-

24 Stahlreport 6|20


Bilder: Tata Steel

keit von 1.000 MPa mit einer vergleichbaren

Lochaufweitungsfähigkeit und

Dehnbarkeit wie CP800-Komplexphasenstähle.

Die höhere Festigkeit geht auf die

einphasige Ferrit-Mikrostruktur zu -

rück. Sie sorgt für die nötige Dehnbarkeit

und eine Lochaufweitungsfähigkeit

von 40 %. Die Verarbeitungseffizienz

zeigt sich durch ein hohes Niveau bei

Biegefähigkeit, Ermüdungsbeständigkeit

und Schweißbarkeit. Anwendungsstudien

im Fahrwerks- und Aufhängungsbereich

zeigten zudem, dass

XPF1000 zudem bis zu 20 % Gewicht

einsparen kann.

Crash-Sicherheit für E-Fahrzeuge

Zugleich kann mit XPF1000 die Bauteilfestigkeit

dem Hersteller zufolge

um 20 % gesteigert werden, was die

Energieaufnahme im Falle eines Crashs

signifikant erhöht. „Bei E-Fahrzeugen

Ein Mitarbeiter von Tata Steel überprüft die Toleranzen der Lochaufweitungsfähigkeit

an einem Werkstück aus XPF1000.

Pkw-Prallbox, moderne Crash-Frontstruktur aus XPF1000

kommt es hinsichtlich ihrer Crash-

Strukturen darauf an, dass sie die gleichen

Anforderungen erfüllen wie Fahrzeuge

mit Verbrennungsmotor.

Allerdings haben sie in der Regel durch

das Batteriepaket ein viel höheres

Gewicht und durch den fehlenden

Motorblock kürzere Frontstrukturen.

Das bringt im Falle eines Frontal-Crashs

eine höhere Energieaufnahme über

einen kleineren Abstand mit sich“, so

Paul Cremers weiter. „Wir bei Tata Steel

glauben, dass Stahl der wichtigste

Werkstoff ist und bleiben wird, um auf

aktuelle und zukünftige Herausforderungen

zu reagieren.“

Der XPF1000 für Automobilanwendungen

ist in Dicken von 2,0 bis

4,5 mm und Breiten von 1.000 bis

1.600 mm erhältlich. Eine 8 mm-

Variante für den Lkw-Sektor sowie

eine beschichtete Ausführung sind

in Planung. 2

Bild: Uddeholm

Moderne Produkte wie VR-Brillen stellen hohe

Anforderungen an die Oberflächenqualität.

Da kommt es auf das geeignete Material für die

Werkzeugform an – wie den Uddeholm Tyrax

ESR.

Uddeholm Tyrax ESR

für Kunststoffformen

Keine Orangenhaut

mehr beim Polieren

Moderne Produkte stellen immer

höhere Anforderungen an die Oberflächengüte

von Kunststoffteilen. Selbst

kleinste Fehler sind sowohl für Endkunden

wie Werkzeughersteller nicht akzeptabel.

Für die Formen, in denen die Produkte

mit hochglänzenden Oberflächen

unter anderem im Kunststoff-Spritzgussverfahren

hergestellt werden, sind Stahlsorten

mit guter Polierbarkeit gefordert.

Uddeholm Tyrax ® ESR der zum voestalpine-Konzern

gehörenden Uddeholms AB

(Uddeholm) ist ein neuer korrosionsbeständiger

Werkzeugstahl mit hoher Härte

(bis zu 58 HRC), speziell entwickelt für

Anwendungen mit extremen Anforderungen

an die Oberflächengüte.

Zwei der häufigsten Fehler beim Polieren

der Werkzeugformen sind Lochkorrosion

und die sogenannte Orangenhaut – eine

sichtbare Welligkeit der Oberfläche. Um

solche Probleme zu vermeiden, sind dem

Unternehmen zufolge Stahlsorten mit feinen

und gleichmäßig verteilten Karbiden

bzw. mit einer homogenen Mikrostruktur

in Kombination mit hoher Härte gefragt –

wie der Uddeholm Tyrax ESR. Der neue

Werkzeugstahl ermögliche es, den Polierprozess

für hochglänzende Oberflächen

deutlich zu verkürzen. Uddeholm Tyrax

ESR biete „hervorragende Polierbarkeit in

Kombination mit hoher Härte und Korrosionsbeständigkeit“.

Weitere Infos unter

bit.ly/tyraxesr

Stahlreport 6|20

25


Stahlproduktion

Berichte

Roland Berger-Studie zur Zukunft der Stahlherstellung

Europas Stahlindustrie am Scheideweg

Der „Green Deal“ der Brüsseler Administration bedeutet einen gewaltigen Stresstest für die euro -

päische Stahlindustrie. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung

Roland Berger. Ohne weitreichende Investitionen in neue Produktionstechnologien werde die

politische Vorgabe der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 nicht zu erfüllen sein. Die Studie

will Wege aufzeigen, wie die Transformation der Traditionsindustrie dennoch gelingen kann.

05.2020

The future of steelm

making – How the European

steel industry

can achieve carbon neutrality

Die Studie „The

future of steelmaking

– How the European

steel industry

can achieve carbon

neutrality“ der

Unternehmensberatung

Roland Berger

kann kostenlose

heruntergeladen

werden unter

bit.ly/studiestahl

[ Kontakt]

Roland Berger

GmbH

80538 München

+49 89 9230-0

www.rolandberger.com

In knapp drei Jahrzehnten

muss die EU klimaneutral sein, so

will es der „Green Deal“, den die EU

Kommission im Dezember 2019 erstmals

angekündigt und Anfang März

2020 noch einmal spezifiziert hat.

„Für die Industrie in Europa bedeutet

diese Zielvorgabe generell Unsicherheit

und finanzielle Belastungen, die

Stahlindustrie aber stellt sie vor existentielle

Probleme“, heißt es in der

Veröffentlichung der Studie. Ob diese

Probleme lösbar sind, sei ungewiss,

insbesondere unter Berücksichtigung

der zu erwartenden Belastungen

durch die Covid-19-Krise.

„Wir erwarten Kosten in

Höhe von 100 Mrd. €,

um die Rohstahlproduktion

auf Kohlenstoffneutralität

umzustellen.“

Akio Ito,

Senior Partner Roland Berger

Für die Stahlindustrie sei dieser

Beschluss nichts weniger als existenzgefährdend,

schließlich ist der

Industriezweig für rund 4 % aller

CO 2 -Emissionen in Europa verantwortlich.

Betrachtet man nur die

industriellen Emissionen, sind es

sogar 22 %.

Mit einer reinen Optimierung

der Produktionsmethoden im Be -

stand ist das Ziel der Emissionsfreiheit

nicht erreichbar.

Angesichts der Verteilung der

Stahlproduktion auf die Herstellwege

– akutell werden rund 60 % des europäischen

Stahls über die so genannte

Hochofenroute produziert – reicht

die Optimierung der bestehenden

Technologien nicht. Denn die Hochofenroute

ist zwar eine effiziente,

zugleich aber sehr CO 2 -intensive

Produktionsmethode.

Die Unternehmensberatung

Roland Berger bewertet in ihrer Studie

„The future of steelmaking – How

the European steel industry can

achieve carbon neutrality“ mögliche

Technologien und zeigt Wege auf,

wie die Transformation gelingen

kann.

Wasserstoff

wahrscheinlichste Lösung

So haben die Autoren unterschiedliche

Verfahren verglichen, mit

deren Hilfe eine Reduzierung der

CO 2 -Emissionen gelingen könne. Die

wasserstoffbasierte Direktreduktion

via Schachtofen sei dabei am weitesten

entwickelt und für das Klima

am sinnvollsten.

Als unbeantwortet sieht die Studie

aber die Frage, wie emissionsarm

der notwendige Strom erzeugt werden

kann – denn wasserstoffbasierte

Reduktionsverfahren benötigen

große Mengen an elektrischer Energie

für die Elektrolyse. So belaufe

sich der Gesamtenergiebedarf für

eine klimaneutrale Umstellung der

Hochofenroute auf circa 120 Terrawattstunden

(TWh) pro Jahr.

Politische Weichenstellung

und Importsteuern

Bei dieser Aufgabe dürfe die Politik

die Stahlindustrie in Europa nicht

alleine lassen, appelliert die Unternehmensberatung.

Zusätzlich sollte importierter

Stahl, der nicht klimaneutral hergestellt

wird, besteuert werden, damit

die Preise vergleichbar bleiben.

Denn bleibe die Stahlindustrie

mit dieser Aufgabe auf sich allein

gestellt, müssten die Preise für

deren Endprodukte massiv gesteigert

werden, wodurch eine internationale

Konkurrenzfähigkeit nicht

mehr gegeben ist, so die Studie. Die

Abwanderung eines ganzen Industriezweiges

oder zumindest der

Upstream-Produktion wäre die

Folge.

Zudem können die finanziellen

Folgen von Covid-19 die europäische

Stahlindustrie auf Jahre finanziell

schwer belasten und so die Technologietransformation

gefährden –

Konjunkturpakete für „Grünen

Stahl“ können hier das Mittel der

Wahl sein. 2

26 Stahlreport 6|20


Salzgitter Flachstahl modernisiert Haspelanlagen

Weniger Wartung bei Warmbandproduktion

Die Salzgitter Flachstahl GmbH hat die SMS group mit der Modernisierung der Warmbandstraße am

Standort Salzgitter beauftragt. Der Umbau betrifft den Haspelbereich der Warmbandstraße (HSM),

die seit 1963 in Betrieb ist.

Im Rahmen der Modernisierung

werden die Warmbandhaspel

1 und 2 mit dem Ziel umgebaut, die

Standzeit zu erhöhen und den Wartungsaufwand

deutlich zu reduzieren.

Um die Betriebsabläufe so wenig

wie möglich zu stören, soll der

Umbau 2021 im Rahmen von geplanten

Haupt-Wartungsstillständen

erfolgen.

Lang währende Partnerschaft

Während des nunmehr 57 Jahre

andauernden Betriebs wurde die

Warmbandstraße stets auf dem aktuellen

Stand der Technik gehalten.

Die auf metallurgische Anlagen spezialisierte

SMS group hat diesen Weg

als Lieferant und Technologiepartner

aktiv begleitet.

Vor rund zehn Jahren (2010 bis

2011) beispielsweise hat die SMS

group wesentliche Modernisierungen

in verschiedenen Anlagenbereichen

der HSM durchgeführt. Dazu

gehörte auch die Installation einer

dritten Warmbandhaspel. Sie erlaubt

das Aufwickeln von Rohrgüten bis

zu einer Dicke von 25,4 mm. Damit

und mit den weiteren Maßnahmen

wurden die Produktivität und die

Produktqualität der Warmbandstraße

erheblich gesteigert.

Wartungsaufwand wird reduziert

Die Salzgitter Flachstahl GmbH habe

beste Erfahrungen mit der jüngsten

Haspel Nr. 3 gemacht, so die SMS

group. Sie zeichnet sich unter anderem

durch sehr geringen Wartungsbedarf

aus. Dazu tragen Poliereinrichtungen

bei, mit denen der Treiber

ausgestattet wurde. Die Poliereinrichtungen

halten die Treibrollen

sauber, wodurch der Wartungsaufwand

in dem Bereich erheblich verringert

wird.

Beispielsweise entfallen in der

Regel manuelle Schleifarbeiten. Diese

positiven Erfahrungen möchte die

Salzgitter Flachstahl GmbH nun auch

auf die Warmbandhaspel 1 und 2

übertragen. SMS group liefert für die

Haspel 1 und 2 neue Treiberschwingen

mit Poliereinrichtungen der neuesten

Generation. Für die unteren

Treibrollen werden neue Poliereinrichtungen

an den Treiberständern

montiert. Die vorhandenen Weichen

werden mit hydraulischer Positionsund

Kraftregelung versehen. Bedingt

durch diese Gesamtlösung werden

die Standzeit der Treibrollen erhöht

und der Wartungsaufwand der Treiber

deutlich reduziert, so der Anlagenhersteller.

2

Die Modernisierung

an der Salzgitter

Flachstahl-Warmbandanlage

wird von

der SMS group durchgeführt

und konzentriert

sich auf den

Anlagenbereich der

Warmbandhaspel.

Bild: SMS group


Stahlproduktion

Berichte

WV Stahl und IG Metall fordern Anpassung der EU-Schutzklauselmaßnahmen

Stahlhersteller warnen vor Importkrise

Die Stahlindustrie in Deutschland ist durch einen deutlichen Nachfrageeinbruch in Folge des industriellen

„Shutdowns“ im Rahmen der Corona-Pandemie hart getroffen. Zugleich spitze sich das außenwirtschaftliche

Umfeld zu, da Überkapazitäten aus anderen Ländern verstärkt in den europäischen

Markt zu drängen drohen. Es müsse dringend verhindert werden, dass sich in der Corona-Krise „die

Marktverzerrungen beim Stahl im internationalen Handel weiter verschärfen“, mahnen die Düsseldorfer

Wirtschaftsvereinigung (WV) Stahl sowie die IG Metall.

In anderen stahlproduzierenden

Ländern wie China oder Russland

würden große Stahl-Bestände

aufgebaut, da die Hersteller ihre Produktion

nicht an die veränderte

Nachfragesituation angepasst, sondern

vielmehr ausgeweitet haben,

so die WV Stahl. Diese Mengen drohten

bei der Wiederbelebung der Konjunktur,

direkt oder indirekt auf den

europäischen Markt zu drängen.

Safeguards sollen

angepasst werden

In einem gemeinsamen Statement

fordern IG Metall und WV Stahl,

umfassende Anpassungen an den

EU-Safeguards vorzunehmen. „Mit

den EU-Safeguards steht ein geeignetes

Instrument zur Verfügung, um

sich vor einer Importkrise schützen

zu können. Die bereits vor der

Corona-Krise eingeleitete Überprüfung

der Schutzmaßnahmen muss

nun konsequent für Anpassungen

genutzt werden, die der dramatisch

veränderten Lage auf den Märkten

Rechnung tragen“, sagte Hans Jürgen

Kerkhoff, Präsident der WV Stahl.

Schutz vor spekulations -

bedingten Importen gefordert

Die EU-Safeguards in Form von sogenannten

Zollkontingenten wurden

2018 eingeführt, um die Stahlindustrie

in Europa vor den Auswirkungen

einer massiven Handelsumlenkung

infolge gewachsener globaler

„Die EU-Kommission muss

jetzt handeln, damit der

Stahlstandort Europa und

die damit verbundenen

Wertschöpfungsketten

keinen dauerhaften

Schaden erleiden.“

Hans Jürgen Kerkhoff,

Präsident der WV Stahl

Überkapazitäten sowie des US-amerikanischen

Protektionismus zu

schützen. Um zu verhindern, dass

der europäische Markt aufgrund

höherer Stahlimporte im weiteren

Verlauf der Corona-Krise Nachteile

hat, schlägt der Verband WTO-konform

vor, die Zollkontingente deutlich

zu senken und diese so zu verwalten,

dass spekulationsbedingte

Importsteigerungen verhindert werden.

2

Bild: WV Stahl

28 Stahlreport 6|20


Salzgitter AG

Erstes Quartal von Corona

weitgehend unbelastet

Im ersten Quartal 2020 verbuchte der Salzgitter-Konzern

–31,4 Mio. € Verlust vor Steuern. Die ab Mitte März spürbaren

wirtschaftlichen Beeinträchtigungen der Corona-Krise wirkten

sich darin aber noch nicht signifikant aus, teilte der Konzern mit.

Die stahl- und röhrenproduzierenden

Geschäftsbereiche erzielten

im ersten Quartal 2020 geringfügig

negative Quartalsergebnisse,

das Handelssegment wies ein ausgeglichenes

Resultat aus, der

Geschäftsbereich Technologie hatte

erneut einen Vorsteuergewinn zu

verzeichnen. Der Beitrag der Aurubis

AG fiel wegen Bewertungseffekten

aus Preisschwankungen von Edelmetallen

negativ aus.

Vor allem aufgrund der im Jahresvergleich

niedrigeren Stahlpreise in

Verbindung mit rückläufigen Versandmengen

sank der Außenumsatz des

Salzgitter-Konzerns auf 2.108,3 Mio. €

(Q1 2019: 2.293,8 Mio. €). In den

–31,4 Mio. € Ergebnis vor Steuern

(Q1 2019: 125,9 Mio. €) sind auch

–18,7 Mio. € Beitrag der Aurubis AG

enthalten (Q1 2019: 50,2 Mio. €).

Die Nettofinanzposition (– 415 Mio. €;

31.12.2019: – 140 Mio. €) verringerte

sich vor allem aufgrund der Zahlung

eines Bußgeldes an das Bundeskartellamt.

Die Eigenkapitalquote

beträgt 35,3% (Q1 2019: 36,9 %).

Nur wenige Infektionsfälle

im Konzern

Für weite Teile der Belegschaft hat

der Salzgitter-Konzern Kurzarbeit

eingeführt, mehrere hundert Führungskräfte

haben als Beitrag zur

Bewältigung der Krise auf Teile des

Gehalts verzichtet. Die wirtschaftlichen

Auswirkungen der Pandemie

sollen mit „konsequentem Kostenund

Liquiditätsmanagement“ be -

grenzt werden. Neue Investitionen

handhabe man restriktiv, bereits

angelaufene Großprojekte an den

Standorten Salzgitter und Ilsenburg

werden jedoch fortgeführt, so Fuhrmann.

Ausblick

Aufgrund der Covid-19-Pandemie

lasse sich die Geschäftsentwicklung

des Salzgitter-Konzerns derzeit nicht

verlässlich prognostizieren. Vor diesem

Hintergrund rechnet der Salzgitter-Konzern

für das Geschäftsjahr

2020 mit einem merklich reduzierten

Umsatz, einem negativen Vorsteuerergebnis

in beträchtlicher,

sehr wahrscheinlich dreistelliger

Millionen-Euro-Größenordnung

sowie einer sichtbar unter dem Vorjahreswert

liegenden Rendite. 2

Bild: Salzgitter AG

Er freue sich, dank einer Vielzahl von

Maßnahmen „die Gesundheit unserer

Mitarbeitenden zu schützen“ und nur eine

„sehr geringe Anzahl von Infektionsfällen

in der Belegschaft“ zu verzeichnen,

sagte Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann,

Vorstandsvorsitzender des Salzgitter-

Konzerns.

Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Rohstahl gesamt 2.557

3.360

Oxygenstahl 1.733

2.377

Elektrostahl 824

982

April 2020 April 2019

Rohstahlproduktion im April 2020

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist im April infolge der Corona-Pandemie deutlich

zurückgegangen, meldete die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Die Stahlerzeugung sank

gegenüber dem Vorjahresmonat demnach um 24 %, nach einem Rückgang von 6 % im

ersten Quartal 2020. Mit 2,6 Mio. t wurde so wenig Rohstahl hergestellt wie seit Juni 2009

nicht mehr.

Weitere Infos zur Stahlkonjunktur unter

www.stahl-online.de

Weltrohstahlproduktion im April deutlich zurückgegangen

Die Rohstahlproduktion der 64 Länder, die an den Weltstahlverband worldsteel berichten,

hat sich im April 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 13 % auf 137,1 Mio. t reduziert.

Aufgrund der Corona-Krise seien viele Monatszahlen geschätzt und würden mit der Aktualisierung

der Produktionszahlen des nächsten Monats überarbeitet werden, so worldsteel.

ArcelorMittal produziert

Gesichtsschutzmasken

Um sich bei der Eindämmung des Coronavirus

zu engagieren, hat ArcelorMittal

gemeinsam mit spanischen Forschern

und Medizinern bereits Anfang April

begonnen, Beatmungsgeräte herzustellen.

Die Beatmungsgeräte wurden innerhalb

einer Woche entworfen und im

3D-Druck-Verfahren hergestellt. Die spanischen

Gesundheitsbehörden haben das

Forschungs- und Entwicklungsteam von

ArcelorMittal mit Sitz in Avilés, Spanien,

zudem um Unterstützung bei der Entwicklung

3D-gedruckter Gesichtsschutzschilde

gebeten. Mit der Auslieferung

habe der Konzern kurz darauf beginnen

können, unter anderem an mehr als 350

Krankenhäuser der Region.

Stahlreport 6|20

29


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Die progress-Rotorrichttechnik ist Garant für eine optimale Bearbeitung, um den geltenden Normen gerecht zu werden.

[ Kontakt]

progress Maschinen &

Automation AG

Julius-Durst-Straße 100

39042 Brixen, Italien

+ 39 0472 979100

info@progress-m.com

www.progress-m.com

Leistungsfähige BAMTEC-Produktionslinie bei ATTERER Stahlcenter

Vollautomatisch Betonstahl

vom Ring verarbeiten

Am Produktionsstandort der ATTERER Stahlcenter GmbH wurde eine neue vollautomatische

Anlage des Typs BAMTEC Evolution von Progress Maschinen & Automation, einem Unternehmen

der PROGRESS GROUP, in Betrieb genommen. Schnelligkeit, Effizienz und Automatisierung

sind die Hauptmerkmale, die diese innovative Maschine auszeichnen. Sie ist in der Lage,

Stäbe von 8 mm bis 20 mm Durchmesser vom Coil zu verarbeiten.

ATTERER Stahlcenter

GmbH

Siemensring 34

87616 Marktoberdorf

+49 08342 9641-600

info@atterer.com

www.atterer.info

BAM AG

St. Gallen

Schweiz

+41 71 22220-61

info@bamtec.com

www.bamtec.com

Vor 133 Jahren wurde das

Unternehmen ATTERER gegründet.

Die Erfolgsgeschichte begann mit

dem Verkauf von Eisen- und Haushaltswaren

und wurde mit dem Vertrieb

von Heizöl, Gartenmöbeln und

Kaminöfen fortgeführt. Ein weiteres

Kerngeschäft des Ostallgäuer Unternehmens

liegt in der Herstellung

von verschiedenen Arten von Bewehrungsstahl.

Das Unternehmen bietet bearbeiteten

Betonstahl, Baustahlmatten als

Lager- und Listenmatten sowie ge -

schweißte Bewehrungskörbe für Bohrpfähle

und als vorgefertigte Bewehrung

für Verbügelungen an. Es hat sich somit

zu einem wichtigen Lieferanten für

Bauunternehmer entwickelt.

Gesucht: verlässlicher

Maschinen-Lieferant

Besonders erfolgreiche Lösungen

entstehen durch besonders starke

Synergien. Mit diesem Erfahrungswissen

hatte man sich bei ATTERER

Stahlcenter GmbH nach einem starken

und verlässlichen Maschinen-

Lieferanten für die Betonstahlverarbeitung

vom Ring umgesehen. Als

starker Partner bei der Herstellung

von BAMTEC-Bewehrungselementen

hat sich die Progress Maschinen

& Automation AG positioniert.

Die Anlage wurde speziell für

das Werk in Marktoberdorf konzipiert

und gebaut und ist nun seit

über einem Jahr in Betrieb. Die Mindener

Stahlhandel GmbH, eine

30 Stahlreport 6|20


Bilder: Progress Group

Die MMR eignet sich in besonderem Maße als integrativer Bestandteil der BAMTEC Evolution-Anlage.

Tochtergesellschaft der ATTERER

Stahlcenter GmbH, hat vor einigen

Monaten ebenfalls mit einer neuen

BAMTEC Evolution die Produktion

erfolgreich aufgenommen. Die

bereits dritte BAMTEC-Anlage im

Unternehmen untermauert deutlich,

dass die Produktion von gerollten

Bewehrungselementen einen immer

größeren Zuspruch erfährt.

Bewehrungstechnologie exakt

nach den CAD-Plänen

Das BAMTEC-System zeichnet sich

als durchgängiger Prozess aus. Dank

der optimierten Planung und der computergesteuerten

Produktion wird

der Einbau der gerollten Bewehrungselemente

auf der Baustelle vereinfacht.

Auf Grundlage der statischen

Berechnung kann die Bewehrung

genau dort eingeplant werden, wo

sie tatsächlich benötigt wird. Die

BAMTEC Bewehrungstechnologie ist

weltweit verbreitet und eines der wirtschaftlichsten

Verfahren zur Beweh-

rung von Stahlbetondecken und

Bodenplatten im Hochbau. Zudem

sorge die neue Technologie für eine

höhere Produktivität und einen geringeren

Platzbedarf.

Der Produktionszyklus mit der

neuen Anlage

Die Anlage besteht aus einer Richtund

Schneidemaschine sowie einer

Schweißanlage. Das erste Glied in

der Kette der gerollten Bewehrungselemente-Produktion

ist die Richtund

Schneidemaschine MMR 20,

eine robuste Anlage mit hoher Produktivität

und Flexibilität, welche

über eine Drahtzuführung und

Schnitteinheit für jeden Rotor verfügt.

Dies erspare Zeit beim Durchmesserwechsel.

Der Schneidevorgang erfolgt

elektromechanisch. Anhand einer

Greif- und Positioniereinheit werden

die so produzierten Stäbe der

BAMTEC-Schweißanlage zugeführt.

Die einzelnen Stahldrähte werden

mittels Punktschweißverfahren in

beliebigem Abstand auf bis zu zehn

Stahlbändern auf die Montagebänder

verschweißt. Die Anlage fertigt so

ein maßgenaues Bewehrungselement.

Unmittelbar nach dem

Schweißvorgang wird das BAMTEC-

Element zu einer Rolle aufgerollt.

Jedes Bewehrungselement wird passgenau

vorgefertigt und eine hohe

Qualität und maximale Flexibilität

werden damit garantiert.

Einfache Montage der

BAMTEC-Elemente

Die vorgefertigten Elemente werden

just-in-time auf die Baustelle angeliefert

und dort mit dem Kran an

ihre Ausgangspunkte befördert. An

ihrem Zielort werden die Teppiche

dem Unternehmen zufolge bequem

und schnell ausgerollt. Die durchschnittliche

Verlegezeit beträgt 2 t

pro Mann pro Stunde. Somit werden

Ressourcen geschont, die Bauzeit

verkürzt und ein optimales Ergebnis q

Stahlreport 6|20

31


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Durch das schnelle Ausrollen der Bewehrungselemente wird die Verlegezeit extrem beschleunigt und vereinfacht.

q auf der Baustelle erzielt, zieht das

Unternehmen weiter das Fazit.

ten werden reduziert, Platz wird eingespart,

Verschnitt fällt weg und

unterschiedliche Stablängen können

auf Maß produziert werden.

Der Mehrwert, den die Maschine

für ATTERER bietet, sei offensichtlich:

Sowohl der Personalaufwand, als auch

der Zeitaufwand für die Produktion

Auf Coils gespulter Betonstahl

Die vollautomatische Anlage verarbeitet

Betonstahl vom Ring. Dieser

Ansatz bringt einige wesentliche

Vorteile mit sich: Lagerhaltungskossind

gering. Gleichzeitig kann ein

hohes und gleichbleibendes Qualitätsniveau

garantiert werden. „Die

Vollautomatisierung und das schlüssige

Konzept dieser Anlage haben

uns überzeugt“, so Andreas Wachter,

Geschäftsführer und Inhaber von

ATTERER Stahlcenter GmbH. 2

ATTERER Stahlcenter GmbH: leistungsstarker Partner für alle, die Formstahl verarbeiten und Betonstahl verbauen

32 Stahlreport 6|20


Kasto hat einen Manipulator für die optimale

Anbindung automatischer Blechlagersysteme

an Laserschneidmaschinen entwickelt.

„SafetyClips“ by Weka Media

Arbeitsschutzunter -

weisungen per Stream

Das neue professionelle Lernmanagementsystem

„SafetyClips by WEKA“

bietet Unternehmen wirkungsvolle

mobile Unterweisungen zum Thema

„Sicherheit am Arbeitsplatz“. Mit kurzen,

unterhaltsamen Lernvideos, die sie geräteunabhängig

aufrufen können, unterweisen

sich Mitarbeiter per Stream

eigenverantwortlich zu den Themen, die

für ihren jeweiligen Arbeitsplatz relevant

sind. Durch die mikrokleinen Einheiten,

die zeit- und ortsunabhängig aufgerufen

werden können, ist der Zeitaufwand

gering, der Lerneffekt dabei umso größer

und nachhaltig.

Unterweisungen sind eine der wichtigsten

Maßnahmen, um die Sicherheit und

Gesundheit von Arbeitnehmern zu schützen.

Jedoch ist es oftmals nicht leicht,

Mitarbeiter dazu zu motivieren, sich

eigenverantwortlich mit ihrer Sicherheit

am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen.

Genau dafür bietet das neue Lernmanagementsystem

von WEKA MEDIA „Safety-

Clips“ einen spielerischen Ansatz.

Jederzeit und überall können Mitarbeiter

per Stream für sie passende Lernvideos

zugeschnitten auf die Branchen Büro,

Industrie, Bau und Gesundheit aus den

Themenfeldern Arbeitsmittel, Ergonomie,

Gesundheitsgefahren, Ordnung und Sauberkeit,

Tätigkeiten und Arbeitsverfahren,

PSA und Verkehrssicherheit aufrufen.

Blechlager und Bearbeitungsmaschinen verbinden

Nahtlos zur Laserschneidmaschine

Ein effizienter, durchgängig automatisierter

Materialfluss bietet Unternehmen

auch in der Blechbearbeitung deutliche

Zeit- und Kostenvorteile. KASTO hat deshalb

sein Portfolio um einen Manipulator

zur mannlosen Handhabung von Blechen

erweitert. Er verbindet die vollautomatischen

Lagersysteme des Herstellers nahtlos

mit Laserschneidmaschinen unterschiedlicher

Anbieter.

Der neue und dem Unternehmen zufolge

kostengünstige Blechmanipulator ist zur Vereinzelung

von Blechen, zur Beschickung verschiedener

Bearbeitungsmaschinen sowie

zur Entnahme von Gutteilen und Reststücken

geeignet. Er verfügt über eine Vakuumtraverse,

mit der er paketweise aus dem Lager

bereitgestellte Bleche einzeln aufnehmen

und auf dem Tisch der jeweiligen Bearbeitungsmaschine

ablegen kann. Die gelaserten

Einzelteile sowie das verbleibende Blechge-

rippe lassen sich ebenfalls mithilfe dieser

Rechentraverse aus dem Arbeitsbereich der

Maschine entnehmen. Dies ermöglicht eine

mannlose Fertigung mit hohem Durchsatz

und entlastet die Mitarbeiter von der mühsamen

und risikobehafteten Handhabung der

großformatigen Bleche.

Ein besonderer Vorteil der Lösung ist, dass

sie sich flexibel mit Maschinen unterschiedlicher

Hersteller kombinieren lasse. Anwender

sind damit unabhängig in der Wahl ihrer

Maschinenlieferanten und können maßgeschneiderte

Komplettsysteme speziell für

die Anforderungen in ihrer Blechbearbeitung

realisieren. Die nahtlose Verbindung

von Lager und Bearbeitungsmaschinen sei

sowohl für Stahlhändler als auch für industrielle

Fertigungsunternehmen eine wirtschaftliche

und zukunftsfähige Alternative.

Weitere Informationen unter

www.kasto.com

Bild: Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG

Maximal 5 min dauert ein Video. Der zeitliche

Aufwand ist daher für eine einzelne

Unterweisung so gering, dass Arbeitsprozesse

nur kurz unterbrochen werden

müssen und somit die Hemmschwelle der

Mitarbeiter sinkt, einen Moment ihrer

Arbeitszeit in Unterweisungen zu investieren.

Weitere Informationen unter

www.weka.de/safetyclips

Stahlreport 6|20

33


Anarbeitung

und Logistik

Nachrichten

damit einen Großteil der Anwendungen in

der allgemeinen Industrie ab.

Bild: Ecoclean

Die neue EcoCvelox kombiniert das Entgraten und Reinigen mit einer sehr schnellen Automation, so

dass diese Prozesse effizient in einer Anlage aus einer Hand durchgeführt werden können.

Kombianlage für die Teilereinigung

Entgraten, reinigen und trocknen im 15-Sekundentakt

Als „kosteneffiziente Antwort“ auf

steigende Anforderungen an die Gratfreiheit

und Sauberkeit von Bauteilen hat Ecoclean

die Anlage EcoCvelox entwickelt. Das

modulare Konzept des Aggregats ermöglicht,

individuelle und erweiterbare Anlagen

für das kombinierte Hochdruckentgraten,

Reinigen und Trocknen aus einer Hand zu

konfigurieren. Dabei lassen sich laut Hersteller

Zykluszeiten von nur 15 s realisieren.

Die verschiedenen Standardmodule der

EcoCvelox sind für Bauteile mit Abmessungen

von 200 x 200 x 200 mm ausgelegt, die

auf Paletten zugeführt werden. Sie decken

Die Ausstattung für die verschiedenen Prozesse

lässt sich ebenfalls bauteilspezifisch

anpassen. So kann das Hochdruckentgraten

mit der serienmäßigen Einzelspindel und

einem Druck bis zu 1.000 bar (bei Bedarf bis

3.000 bar) durchgeführt werden. Ein optional

verfügbarer HD-Revolver, der mit bis zu

fünf unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet

werden kann, ermöglicht komplexe

Entgratoperationen. Für die Bauteilreinigung

stehen die Prozesse Injektionsflutwaschen,

Spritzreinigung und gezieltes Spülen zur Verfügung,

die kombiniert werden können.Ein

absolutes Novum bei Entgratanlagen stellt

dem Unternehmen zufolge die integrierbare

CAD/CAM-Schnittstelle dar, mit der Werkzeugmaschinen

heute üblicherweise ausgestattet

sind. Sie ermöglicht, die Daten aus

der Teilekonstruktion für die Programmierung

der Hochdruckentgratung zu übernehmen.

[ Kontakt]

SBS Ecoclean Group

60325 Frankfurt am Main

+49 69 747499-0

www.ecoclean-group.net

Zuverlässig konservieren

Keine Chance der Korrosion

Die Korrosionsschutzkonzentrate RG PROTECT 180 und RG

PROTECT 160 von Geiss sind für den Einsatz in der industriellen

Teile- und Oberflächenreinigung ausgelegt. Eingesetzt in Anlagen für

die Oberflächenreinigung, wirken sie in Chlorkohlenwasserstoffen,

Kohlenwasserstofflösungen und modifizierten Alkoholen. Die Neuheit

RG PROTECT 160 der Richard Geiss GmbH aus Offingen (Bayern)

bietet dem Unternehmen zufolge einen besonders hohen Korrosionsschutz.

Der Zusatz von 2 % RG PROTECT 160 im Konservierungsbad ermöglicht

einen wirksamen Korrosionsschutz bis zu zwei Monate (bei

Lagerung unter Dach). Zum Vergleich: Bei gleicher Dosierung garantiert

der RG PROTECT 180 einen Korrosionsschutz von bis zu einem

Monat. Bei einem zwölfprozentigen Zusatz von RG PROTECT 160 im

Konservierungsbad ist sogar ein Schutz der Teile bis zu zwölf Monate

(ebenfalls Lagerung unter Dach) garantiert.

„In zwei- bis zwölfprozentiger Konzentration im Konservierungsbad

hinterlassen unsere beiden Korrosionsschutzkonzentrate einen

transparenten, wirksamen und lang anhaltenden Schutzfilm, der

sowohl im Salzsprühtest als auch im Feuchtklimatest sehr gute

Ergebnisse erzielt“, betont Nathalie Geiss-Zinner, Gesellschafterin

der Richard Geiss GmbH.

Die richtige Konzentration bei modifizierten Alkoholen: Mit dem Testkoffer

GEISS Digital Indexer können Unternehmen den Gehalt an RG PROTECT 160

und 180 im Lösemittelbad bestimmen.

Die beiden Korrosionsschutzkonzentrate verharzen nicht, sind

barium- sowie VOC-frei und geruchsmild bei der Anwendung, so der

Hersteller. Sie stehen in unterschiedlichen Gebinden, von 20 bis

1.000 l zur Verfügung.

[ Kontakt]

Richard Geiss GmbH

89362 Offingen

+49 8224 807-0

www.geiss-gmbh.de

Bild: Richard Geiss

34 Stahlreport 6|20


Software-Update von Lantek

Fokus auf mehr

Prozess-Effizienz

Bild: Chicago Pneumatik

Neuer Chicago Pneumatik CP3550 Winkelschleifer für 6-Zoll-Scheiben

Stab- und Winkelschleifer-Serie von Chicago Pneumatic

Hochwertige Schleif- und Polierarbeiten in der Industrie

Produktions- und Wartungsarbeiten

mit Gusseisen, Stahl, Edelstahl, Aluminium,

Legierungen und Verbundwerkstoffen sind

das Metier der CP3550-Serie von Chicago

Pneumatic. Das Unternehmen erweitert

nun seine Palette an Stab- und Winkelschleifern

sowie Poliermaschinen der Serie

für den industriellen Einsatz um weitere

neun Modelle. Typische Aufgaben für

CP3550 Stab- und Winkelschleifer sind das

Entgraten, Konturieren, Anfasen und

Abkanten und Putzen, die Schweißnahtentfernung

und Oberflächenvorbereitung

sowie das Reinigen, Polieren und Finishing

(Glätten).

Die CP3550-Serie umfasst jetzt insgesamt

17 Modelle. Die Modellpalette wurde

ergänzt durch: Winkelschleifer für 150 mm

Scheiben, vier neue Stabschleifer – zwei in

Standardlänge und zwei in verlängerter

Ausführung – sowie Poliermaschinen für

Anwendungen mit niedriger Drehzahl

(3.000 U/min) und hohem Drehmoment,

beispielweise für Schleif- und Polierarbeiten

auf Edelstahl.

„Unternehmen sparen Betriebskosten dank

der sehr langen Wartungsintervalle von

1.000 h und einer robusten Konstruktion,

die auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit in

anspruchsvollen Industrieanwendungen

ausgelegt ist. Mit der CP3550-Serie können

wir alle Anforderungen in der Industrie

erfüllen“, erklärt Volker Wiens, Business

Line Manager bei Chicago Pneumatic.

[ Kontakt]

Chicago Pneumatik Desoutter GmbH

63477 Maintal

+49 6181 411-207

www.cp.com

Das jährliche Update „Global

Release 2020“ von Lantek Expert – Softwarepaket

für das Schneiden und Stanzen

von Blech enthalten dem Unternehmem

zufolge mehr als 100

Verbesserungen und Aktualisierungen.

Unter anderem sind eine Kollisionsvermeidung

im Bearbeitungsprozess von

Schneidmaschinen und ein neuer Algorithmus

für die effiziente Zerstörung von

Metallresten beim Schneiden von Rohren

enthalten.

Die Kollisionsvermeidung versieht Lochausschnitte

oder Konturen, die nach dem

Schnitt mit dem Kopf der Schneidmaschine

kollidieren könnten, automatisch

mit einem Steg (oder Mikroschnitten).

Zudem können Konturen, wie etwa Lochausschnitte,

die nicht mit dem Blech verankert

bleiben müssen, jetzt mit einem

kontinuierlichen Zick-Zack-Schnitt zerstört

werden, was sicherstellt, dass die

Einzelstücke kontrolliert herabfallen.

Die 2020er-Version des Software-Portfolios

könne ohne persönliche Anwesehen

eines Lantek-Technikers vor Ort eingespielt

werden.

Weitere Infos unter

www.lantek.com

Drei neue Schlepper-Modelle

Trio für effiziente Materialversorgung

Sie sollen das Verziehen von Lasten komfortabler, sicherer und performanter

machen – auch auf engstem Raum: die drei neuen Schlepper-Modelle

P40 C, P40 C B und P60 C von Linde Material Handling. Die Modelle haben

eine Tragfähigkeit zwischen 4 und 6 t, sind nur 800 mm breit und lassen sich

auch in engen Fahrgassen manövrieren. Die Fahrzeuge sind zudem serienmäßig

mit zahlreichen Sicherheitssystemen ausgestattet. Zugangskontrolle,

Fahrzeug- und Fahrerverwaltung, Wartungsplanung, Schocksensorik und Nutzungsanalyse

sowie eine zonenabhängige Geschwindigkeitsanpassung erfolgen

über das optionale modulare Flottenmanagement Linde connect.

[ Kontakt]

Linde Material Handling GmbH

63743 Aschaffenburg

Tel. +49 6021 99-0

www.linde-mh.de

Die neuen Schleppermodelle von Linde

sind nur 800 mm breit und lassen

sich auch in engen Fahrgassen manövrieren.

Foto: Linde Material Handling

Stahlreport 6|20

35


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

Hergarten-Gruppe profitiert von digitalen Lösungen

Wer digital ist, hat in der Krise

die Nase vorn

Welchen enormen Mehrwert die Digitalisierung auch mittelständischen Unternehmen

bietet, wurde bisher nie klarer als im Corona-Jahr 2020. Beispiel: der auf Stahl

spezialisierte Logistiker Hergarten. Das Familienunternehmen mit Sitz in Neuss

hat frühzeitig damit begonnen, interne Abläufe schrittweise zu digitalisieren. Davon

profitiert das Unternehmen nun in der Corona-Krise: Trotz Eindämmungsmaßnahmen

und Restriktionen können die Prozesse weiter flüssig ablaufen. „Wenn die Krise

ausgestanden ist und die Wirtschaft wieder wächst, stehen wir gestärkt in den

Startlöchern“, sagt Geschäftsführer Marcel Hergarten.

[ Kontakt]

Hergarten GmbH

Stahlspedition

+49 211 5653130

www.stahlspedition.de

Bereits vor zehn Jahren be -

gann die Hergarten-Gruppe damit,

digitale Lösungen in den Unternehmensalltag

zu integrieren. Als

bundesweit operierender Fullservice-Logistik-Anbieter

für die Stahlindustrie

machte sie den Anfang mit

einer Software für das Transportmanagement,

mit der Hergarten die

Prozesse zwischen den Kunden und

dem Unternehmen detailliert abbilden

kann. Inzwischen stellt die Hergarten-Gruppe

den Großteil ihrer

Geschäfts- und Verwaltungsprozesse

digital dar und nutzt dabei vorwiegend

cloudbasierte Systeme.

So werden beispielsweise die

Daten aus dem Speditionssystem,

der Lagerwirtschaft, der Finanz- und

Lohnbuchhaltung, des Controllings

und des Rechnungsarchivs derzeit

in einer Cloud hinterlegt. Und das

Ende der Fahnenstange sieht das

Unternehmen damit längst noch

nicht erreicht.

Fachkräftemangel

gab den Ausschlag

„In den vergangenen Jahren haben

wir unsere Digitalisierungsprojekte

vor allem als Antwort auf den gravierenden

Fachkräftemangel in der

Speditions- und Logistikbranche

betrachtet, mit dem auch wir stark

zu kämpfen haben“, berichtet Marcel

Hergarten, Geschäftsführer der Hergarten-Gruppe.

Ein Zustand, der das

Unternehmen schon seit Jahren

begleitet und wohl vor allem auf das

schlechte Image der Branche in der

breiten Öffentlichkeit zurückzuführen

sei. Ein Zustand, der zudem

unabhängig davon bestehe, ob die

konjunkturellen Rahmenbedingungen

gerade gut oder schlecht sind.

In guten Zeiten ist das Frachtaufkommen

der Hergarten-Gruppe so

hoch, dass sie einen Teil der Aufträge

über Subunternehmen abwickeln

muss.

Bild: Hergarten

Digitale Lösungen sollen

Personalmangel kompensieren

Das soll jedoch nicht so bleiben. Zum

Erhalt und Ausbau der Servicequalität

setzt Hergarten verstärkt und

mit Nachdruck auf eigene personelle

Ressourcen. Doch leider nicht immer

mit Erfolg. An Stellen, wo der Wettbewerb

um geeignete Fachkräfte für

ein mittelständisches und stark spezialisiertes

Logistikunternehmen wie

Hergarten trotz insgesamt junger

Altersstruktur und attraktiven Bedingungen

wenig aussichtsreich ist, verfolgt

das Unternehmen zunehmend

die Strategie mit digitalen Lösungen

Personalengpässe zu kompensieren,

die Arbeit effektiver und effizienter

zu gestalten und überflüssige manuelle

Aufgaben zu verschlanken.

„Mehr Output bei gleicher Personalstärke

eben. Wir reagieren mit dieser

Strategie auf fehlenden Nachwuchs,

den Fachkräftemangel und dem

demografischen Wandel. Personalabbau

ist hier nicht das Ziel“, erklärt

Marcel Hergarten.

Digitalisierung: Unter dem

Strich mehr als lohnenswert

In der Buchhaltung konnte beispielsweise

durch den Einsatz digitaler

Lösungen trotz steigender Buchungssätze

mit gleicher Personalstärke

weitergearbeitet werden. Auch sämtliche

Eingangsrechnungen werden

digital verarbeitet. Die durch ein

Telematiksystem vollautomatisierte

Spesenabrechnung und -archivierung

führt zu einer Einsparung von

umgerechnet vier Manntagen pro

Monat. „An dieser Stelle könnte ich

noch viele, auf den ersten Blick vielleicht

scheinbar kleine Rechenbeispiele

nennen. In der Summe aber

entlasten die digitalen Lösungen

unsere Mitarbeiter enorm, so dass

wir an einigen Stellen auf Neueinstellungen

erst einmal verzichten

können“, erläutert der Geschäftsführer

der Hergarten-Gruppe.

36 Stahlreport 6|20


Neuer Vertriebspartner für

3D Post Processing-Lösungen

AM Solutions erweitert

weltweites Vertriebsnetz

In der Krise gut aufgestellt: Die mittelständische Hergarten-Gruppe

profitiert von frühzeitiger Einführung digitaler Lösungen

AM Solutions, die Marke, unter

der die Rösler-Gruppe alle Aktivitäten

rund um den industriellen 3D-Druck/

Additive Manufacturing bündelt, baut

ihr weltweites Vertriebsnetz weiter

aus. Neben den 15 internationalen

Rösler-Niederlassungen ist nun mit der

KMC Ytbehandling AB ein neuer Partner

in Schweden an Bord. Das Unternehmen

vertreibt 3D Post Processing-

Lösungen von AM Solutions exklusiv in

dem skandinavischen Land. Dies beinhaltet

auch den Vertrieb der AM Solutions-Partnerprodukte

von PostProcess

Technologies und GPA Innova.

Auch hinsichtlich der finanziellen

Investitionen zeigt er sich zufrieden:

„Natürlich investiert man erst einmal

viel Geld“, so Marcel Hergarten.

„Aber unsere Mannschaft begrüßt

den Einsatz der digitalen Lösungen

und erkennt schnell die Vorteile.

Das motiviert sie und dadurch zahlen

sich dann auch die Investitionen

schnell aus.“

Mache in der Zeit,

dann hast du in der Not

Für den Geschäftsführer der Hergarten-Gruppe

hat sich in der

Extremsituation der Corona-Pandemie

bewahrheitet, wie wertvoll es

ist, ruhige und wirtschaftlich solide

Zeiten dafür zu nutzen, vorhandene

Strukturen zu überdenken und sich

auch als traditionsreiches und erfahrenes

Unternehmen immer wieder

für neue Wege zu öffnen. Eine Strategie,

die dem Unternehmen auch

bei den starken konjunkturellen

Schwankungen seiner Kunden, der

Stahlindustrie, schon immer dabei

geholfen habe, Einbrüche abzufedern.

„Dass wir es noch rechtzeitig vor

der Corona-Krise geschafft haben,

alle wesentlichen internen Prozesse

cloudbasiert zu digitalisieren, ist für

uns in dieser Phase ein Segen – auch

wenn wir natürlich zunächst mit

dem Fachkräftemangel ganz andere

Beweggründe dafür hatten“, erzählt

Hergarten.

So konnten an vielen Stellen Mitarbeiter

problemlos ins sicherere

Homeoffice wechseln, die Datenverarbeitung

in den Verwaltungssystemen

verläuft auch von externen Stellen

aus wie gehabt flüssig weiter

und wir können schnell auf alle erforderlichen

Informationen zugreifen,

wenn Maßnahmen beschlossen werden,

die unser Geschäft tangieren.

Wenn Corona ausgestanden ist und

die Wirtschaft wieder wächst, stehen

wir gestärkt in den Startlöchern“,

so Hergarten 2

KMC Ytbehandling verfügt über mehr

als 30 Jahre Erfahrung im Vertrieb von

Maschinen und Anlagen für die Oberflächenbearbeitung

und der Prozessentwicklung.

An den insgesamt fünf

Standorten in Schweden werden bisher

Lösungen technologie- und marktführender

Hersteller für das Gleitschleifen,

Strahlen und Auswuchten

sowie für die industrielle Teilereinigung

vertrieben.

AM Solutions ist spezialisiert auf die

Entwicklung und Produktion von Nachbearbeitungslösungen

inklusive Prozessentwicklung

für additiv gefertigte

Bauteile aus Metall und Kunststoff.

Das Angebot deckt das gesamte Spektrum

vom Entpacken und Entfernen

von Stützstrukturen sowie anhaftendem

Pulver und angesinterten Partikeln,

über die Reinigung, Glättung und

Kantenverrundung der Oberflächen bis

zum Oberflächenfinish ab.

Weitere Infos unter

www.rosler.com

Stahlreport 6|20

37


BDS

XXXXX Research A XXXXX

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Der Sturm vor der Ruhe?

Nach Mengenzuwächsen in drei aufeinanderfolgenden Jahren ließ die Stahlnachfrage

im Jahr 2019 nach. In fast jedem Monat wurden Mengenrückgänge im Vergleich zum

Vorjahresmonat verzeichnet. Allein der September brachte etwas mehr Volumen. Der

Start ins Jahr 2020 war für die deutsche Stahldistribution hingegen vielversprechend.

Jedoch auch nach dem „Lockdown“ in Deutschland Mitte März liefen die Geschäfte

bei vielen Produkten noch sehr gut. Es ist jedoch anzunehmen, dass aus Angst vor

Versorgungsengpässen die Bestellungen den Bedarf überstiegen.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

März 2020 vorliegenden

Zahlen.

Fragen zu den

genannten

statistischen Größen

beantwortet im

Bundesverband

Deutscher Stahl -

handel (BDS) Jörg

Feger, Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

Ursächlich für die insgesamt

rückgängige Entwicklung im vergangenen

war eine weltweite konjunkturelle

Eintrübung flankiert von

immer weiter zunehmenden Handelshemmnissen.

Besonders die

deutsche Automobilindustrie, aber

auch der Maschinenbau waren spürbar

betroffen. Gut beschäftigt waren

2019 weiterhin die baunahen Wirtschaftszweige.

Zu Jahresbeginn 2020 hatte sich

die Stimmung in der Wirtschaft

etwas aufgehellt. Man hatte den Eindruck,

dass Nachholeffekte vom Jahresende

2019 das Geschäft beflügelten.

Dies war wohlgemerkt in einer

Zeit, als man die Corona-Pandemie

noch in fernen Ländern oder einzelnen

Landkreisen wähnte.

Lagerabsatz

Der Jahresauftakt 2020 verlief recht

dynamisch. Im Januar wurden

975.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Dies entspricht

einem Plus von 2,4 % im Vergleich

zum Januar 2019. Auch der Februar

lag mit knapp 937.000 t über dem

Vorjahresmonat: nämlich um 3,1 %.

Ursächlich war hierfür unter anderem

die niedrige Bestandslage in

Händler- und Verarbeiterlagern zum

Jahreswechsel.

Noch dynamischer liefen die

Geschäfte im März 2020, und dies

trotz der sich mit Wucht entfaltenden

Corona-Pandemie samt eingeleiteter

Maßnahmen zur Monatsmitte. Es

wurden fast 1 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Da schon

größere Teile der stahlverarbeitenden

Industriezweige, allen voran der

Fahrzeug- und Maschinenbau, Einbrüche

im Auftragseingang verzeich-

net und Kurzarbeit angemeldet hatten,

ist anzunehmen, dass viele Kunden

aus Gründen der Versorgungssicherheit

über ihren aktuellen

Bedarf bestellt haben.

„Es ist anzunehmen,

dass viele Kunden über

ihren aktuellen Bedarf

bestellt haben.“

Zulegen konnte im ersten Quartal

einmal mehr der Betonstahl. Auch

bei Trägern war der Absatz ordentlich.

Schwächer verlief hingegen das

Geschäft bei Quartoblechen und kaltgewalzten

Blechen. Oberflächenveredelte

Bleche lagen hingegen deutlich

im Plus.

Lagerbestand

Im Dezember 2018 beliefen sie sich

die bundesweiten Lagerbestände auf

2,22 Mio. t. Zwischen Januar und

März 2019 erfolgte der übliche

Lageraufbau. Im April und Mai wurden

nur noch geringe Mengen aufgebaut.

Im Juni und Juli konnte dann

ein leichter Rückgang der Bestände

beobachtet werden. Im August wurden

die Bestände spürbar zurückgefahren.

Dieser Trend setzte sich

bis zum Jahresende fort. Ende

Dezember 2019 wurden 2,03 Mio. t

Bestand gemeldet. Dies ist der niedrigste

Jahresendbestand seit dem

Jahr 1996.

Im Januar 2020 erfolgte ein

moderater Bestandsaufbau, der bei

allen Produktgruppen zu beobachten

war. Ungewöhnlicherweise reduzierte

sich im Februar der Bestand

wieder ein wenig. Auch der März

zeigte nicht den saisonal üblichen

Aufbau der Bestände. Zum Monatsende

lagen sie mit 2,08 Mio. t rund

16 % niedriger als im März 2019.

Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite

bei Walzstahlfertigerzeugnissen

lag im Jahr 2019 bei 2,7 Monaten

bzw. 81 Tagen. Damit lag die Reichweite

in etwa auf dem Niveau des

Vorjahrs. Im Januar und Februar

2020 lag die Lagerreichweite bei

guten Absätzen und weiterhin sehr

geringen Beständen bei niedrigen

2,2 Monaten bzw. 66 Tagen. Im März

lag sie aufgrund des hohen Lagerabsatzes

sogar noch etwas darunter,

und zwar bei 2,1 Monaten. Dies entspricht

63 Tagen. (vgl. Abbildung 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge gaben die Preise in

den meisten Monaten des Jahres 2019

bei nahezu allen Produkten nach.

Diese Rückgänge waren bei Rohren

und den meisten Flachprodukten ausgeprägter

als bei Langprodukten.

Gegen Ende des Jahres konnten vereinzelt

auch wieder leichte Preissteigerungen

festgestellt werden.

Diese Tendenz setzte sich am

Anfang des Jahres 2020 fort. Gerade

im Februar und März konnte ein teilweise

spürbarer Preisaufbau festgestellt

werden, der sich, unterschiedlich

ausgeprägt, über alle

Produktgruppen erstreckte. Der

April zeigte sich hingegen uneinheitlich.

Bei manchen Produktgruppen

wurden auch leichte Preisrückgänge

festgestellt (vgl. Abbildungen

2 und 3). 2

38 Stahlreport 6|20


Lagerabsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

n Absatzindex (2007 = 100)

140

120

100

80

60

40

20

0

90

Ø

2016

97 94 96

90

78 75 81 81 66

Ø

2017

Ø

2018

Ø

2019

Ø

2020

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

93 93 93

100

90 94 94

98 100

89

94

85

54

140

120

100

80

60

40

81 81 78 87 72 78 72 72 72 114 66 66 63

20

0

März April Mai Juni Juli Aug. Sep. Okt. Nov. Dez. Jan. Feb. März

2019 2019 2019 2019 2019 2019 2019 2019 2019 2019 2020 2020 2020

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

Index (Januar 2010 = 100)

Preisentwicklung

bei Langprodukten

150

140

130

120

110

100

90

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

4. Q. 2019

1. Q. 2020

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

4. Q. 2019

1. Q. 2020

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Quelle: BDS

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Stahlreport 6|20

39


Messen

und Märkte

Berichte

Geschäftsklima der Zulieferindustrie zweigeteilt

Schlechtere Stimmung, besserer Ausblick

Nach dem historischen Einbruch der Stimmung im April führen die ersten Lockerungen sowie das

schrittweise Hochfahren der Automobilproduktion zu einer leicht verbesserten Stimmung bei der

deutschen Zulieferindustrie im Mai. Zu diesem Ergebnis kam die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

(ArGeZ) gemeinsam mit dem Ifo-Institut, München, in ihrer aktuellen Unternehmensbefragung.

Quelle: ArGeZ

Das Ergebnis der Befragung

zeigt einen verbesserten Saldo aus

Optimisten und Pessimisten von

-41,7Punkte. Damit liegt das aktuelle

Geschäftsklima 2,8 Saldenpunkte

über dem April-Wert. Diese positive

Aussage gelte zwar für die Gesamtbetrachtung,

im Detail zeige das

Geschäftsklima aber gleichwohl ein

gespaltenes Bild.

Geschäftsklima Zulieferindustrie Deutschland

Saldo der positiven und negativen Meldungen

60

40

20

0

-20

-40

-60

Aktuelle Lage

Erwartungen für die nächsten sechs Monate

Vergleich von Finanzkrise 2008/2009 und Corona-Pandemie

Saldo der positiven und negativen Meldungen

Erwartungen haben sich erholt

So ist die Bewertung der aktuellen

Geschäftslage weiter von -37,8 auf

-48,2 Punkte gesunken und hat sich

somit im Mai auf ein neues Rekordtief

seit der Finanzkrise 2009 verschlechtert.

Die Erwartungen mit

Blick auf die Zukunft haben sich

andererseits deutlich erholt. Der

Saldo ist von -51 auf -34,9 Punkte

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020

gestiegen. In Summe führen die beiden

Mai-Werte zu der anfangs ausgeführten,

minimalen Verbesserung

auf deutlich negativem Niveau. Insofern

bedeute dies keine sprunghafte

Verbesserung der Geschäftslage in

den kommenden sechs Monaten.

Liquiditätsengpässe sowie Kapazitätsanpassungen

in Form von

Kurzarbeit dürften große Teile der

Zulieferindustrie auch bis zum Ende

des Jahres prägen, so die ArGeZ. Die

Nachfrage nach Automobilen dürfte

dem Interessenverband zufolge bis

weit ins Jahr 2021 verhalten bleiben.

Langfristige Aufbauprogramme der

Wirtschaft seien daher essenziell.

Info zum Index

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie

wird von der Arbeitsgemeinschaft

Zulieferindustrie ArGeZ

in Zusammenarbeit mit dem Ifo-Institut,

München, ermittelt. Er beruht

auf der Befragung von rund 600

Unternehmen und deckt die in der

Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

zusammengeschlossenen Branchen

Gießerei-Industrie, Aluminiumindustrie,

Kunststoffverarbeitung,

Stahl- und Metallverarbeitung, NE-

Metall-Industrie, Kautschukindustrie

sowie Technische Textilien ab. 2

50

Quelle: ArGeZ

40

30

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

-70

Finanzkrise 2008/2009:

Aktuelle Lage

Finanzkrise 2008/2009:

Erwartungen für die nächsten

sechs Monate

Corona-Krise 2019/2020:

Aktuelle Lage

Corona-Krise 2019/2020:

Erwartungen für die nächsten

sechs Monate

[ Kontakt]

ArGeZ – Arbeitsgemeinschaft

Zulieferindustrie

c/o Bundesverband der

Deutschen Giesserei-Industrie

40549 Düsseldorf

+49 211 6871-0

www.argez.de

40 Stahlreport 6|20


KfW-ifo-Mittelstandsbarometer April

Erholung für zweite Jahreshälfte erwartet

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand ist weiterhin im freien Fall. Das zeigt das

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer für den April: Es sank in diesem Zeitraum demnach um

26,0 Zähler und damit nochmals stärker als im März, als es um 20,0 Zähler eingebrochen war.

Mit jetzt -45,4 Saldenpunkten ist die Stimmung unter den kleinen und mittleren

Unternehmen noch schlechter als vor elf Jahren auf dem Tiefpunkt der Finanzkrise.

Für die zweite Jahreshälfte 2020 rechnet die KfW aber mit einer Erholung.

Beide Teilkomponenten des

Indikators fallen mit neuen Negativrekorden

auf: Die Geschäftslageurteile

sinken um 30,6 Zähler, so

viel wie noch nie binnen Monatsfrist.

Der bisher stärkste Rückgang betrug

10,9 Zähler und ist datiert auf den

März. Trotz des beispiellosen Absturzes

seit Februar halten sich die

„Ich bin zuversichtlich,

dass wir im April

das Stimmungstief

gesehen haben.“

Dr. Fritzi Köhler-Geib

Chefvolkswirtin KfW

Lageurteile mit -31,5 Saldenpunkten

aber über ihrem Tiefstand während

der Finanzkrise. Dies spreche für

eine solide Verfassung der Mittelständler

noch vor zwei Monaten, mit

der sie in die Krise gegangen sind.

Die Geschäftserwartungen der kleinen

und mittleren Unternehmen verschlechtern

sich erneut rasant,

wenngleich das Abwärtstempo

geringfügig nachgelassen hat (April:

-22,0 Zähler auf -57,6 Saldenpunkte,

März: -28,0 Zähler). Noch nie zuvor

blickte der Mittelstand so pessimistisch

in die Zukunft wie jetzt.

Großunternehmen beurteilen

Lage noch schlechter

Noch schlechter als den Mittelständlern

geht es im April den Großun-

ternehmen. Nach einem weiteren

extrem heftigen Einbruch um 23,2

Zähler fällt ihr Geschäftsklima auf

das neue Allzeittief von -54,5 Saldenpunkten.

Sowohl die Urteile zur

aktuellen Geschäftslage (-30,4 Zähler

auf -49,1 Saldenpunkte) als auch die

Geschäftserwartungen (-17,1 Zähler

auf -59,4 Saldenpunkte) der großen

Unternehmen geben in Riesenschritten

weiter nach.

Foto: KfW-Bildarchiv

Quelle: KfW

Die in der zweiten Märzhälfte eingeführten

Maßnahmen zur Eindämmung

der Corona-Pandemie wie Kontaktverbote

und umfangreiche

angeordnete Geschäftsschließungen

schlagen im April auf alle Branchen

durch, wenn auch in unterschiedlichem

Ausmaß. Die Einbrüche des

Geschäftsklimas gegenüber dem

Vormonat reichen von -30,8 Zählern

beim mittelständischen Einzelhandel

bis zu -17,7 Zählern bei den großen q

KfW-ifo-Geschäftsklima

Saldo [Prozentpunkte]

Saldo [Prozentpunkte]

30

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

Großunternehmen

Mittelstand

-70

2016 2017 2018 2019 2020

Stahlreport 6|20

41


Messen

und Märkte

Bericht/Nachrichten

q Dienstleistungsunternehmen. Dort

war die Stimmung aber schon im

März regelrecht kollabiert. Am allerschlechtesten

ist das Geschäftsklima

mit -60,5 Saldenpunkten zurzeit in

den großen Unternehmen des Verarbeitenden

Gewerbes mit seinem

Schwerpunkt bei Autos und hochwertigen

Investitionsgütern. Auch

die Exporterwartungen in diesem

Wirtschaftszweig sind so düster wie

nie zuvor, sowohl bei den großen

(-28,0 Zähler auf -60,7 Saldenpunkte),

als auch bei den mittelständischen

Unternehmen (-32,2 Zähler

auf -57,9 Saldenpunkte). Noch am

wenigsten schlecht ist die Stimmung

dagegen im mittelständischen Bau

(-8,8 Saldenpunkte).

Da der historische Einbruch des

Geschäftsklimas den ganz besonderen

Umständen der Corona-Pande-

mie geschuldet sei und nicht etwa

von genuin ökonomischen Faktoren

getrieben, sollte aber eine relativ

rasche Erholung der Stimmung möglich

sein, sobald die Bremsen nicht

mehr so fest angezogen werden

müssten, so die KfW-Chefvolkswirtin.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir

im April das Stimmungstief gesehen

Über das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

haben – dank des umfassenden

öffentlichen Corona-Schutzschirms,

der seit März erzielten Erfolge bei

der Zurückdrängung der Virus-Infektionen

und der nun angekündigten

oder bereits umgesetzten Lockerungen

der Eindämmungsmaßnahmen.“

In der zweiten Jahreshälfte 2020 sei

eine beginnende Erholung des Wirtschaftswachstums

zu erwarten. 2

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer Auswertung der ifo-

Konjunkturumfragen, aus denen unter anderem der ifo-Geschäftsklimaindex

berechnet wird. Dabei werden monatlich rund 9.000 Unternehmen aus den

Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe,

Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe,

Versicherungen und Staat) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt,

darunter rund 7.500 Mittelständler.

Weitere Infos über das KfW-Mittelstandsbarometer unter

bit.ly/kfwmittelstandsbarometer

Grafiken: Fachverband Metall NW

Sieben von acht Metallern direkt betroffen

Metallhandwerk stark von Corona betroffen

Bereits Ende März meldete das

nordrhein-westfälische Metallhandwerk,

dass sieben von acht Metallern direkt von

der Corona-Krise betroffen seien. Sinkende

Auftragseingänge (62 %), unterbrochene

Lieferketten und Montageverbote bei

nahezu jedem vierten Unternehmen und

Stornierungen bestehender Aufträge bei

jedem siebten Unternehmen haben fast

jedes dritte feinwerkmechanische Unternehmen

in die Kurzarbeit getrieben.

Nahezu 70 % der nordrhein-westfälischen

Betroffenheit von der Corona-Krise 29. März 2020

80,00%

70,00%

60,00%

50,00%

40,00%

30,00%

20,00%

10,00%

0,00%

keine

14,9%

7,7%

13,0%

58,5%

sinkender

Auftragseingang

75,4%

62,6%

17,0%

15,4%

16,5%

24,5% 20,0%

Stornierungen keine Lieferung /

Montage

Metaller zogen Kurzarbeit zum Ende März

ernsthaft in Betracht.

„Die Krise um den Corona-Virus hat auch das

Metallhandwerk erwischt. Gerade bei den

sowieso schon vom allgemeinen wirtschaftlichen

Abschwung betroffenen Feinwerkmechanikern,

hat die Corona-Krise die Situation

deutlich verschärft. Doch auch das Metallbauerhandwerk

ist zunehmend betroffen“, kommentierte

Stephan Lohmann, Geschäftsführer

des Fachverbandes Metall NW.

23,2%

6,4%

Quarantäne

6,7% 4,7%

7,7% 7,7%

3,7%

Sonstige

Metallbau

Feinwerkmechanik

gesamt

Bauindustrie – Corona

hinterlässt deutliche Spuren

Stagnation am Bau erwartet

Die Bauindustrie erwartet für 2020

eine Stagnation des baugewerblichen

Umsatzes, real einen Rückgang um 3 %.

Das meldete der Hauptverband der Deutschen

Bauindustrie e. V. Ende Mai. Die

Corona-Pandemie werde damit auch in der

Baubranche deutliche Spuren hinterlassen,

sagte der Präsident des Hauptverbandes

der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner.

Trotz dieser eingetrübten Gesamtaussichten

erwartet Hübner, dass das Bauhauptgewerbe,

welches die Corona-Krise im Verhältnis

zu anderen Branchen bislang relativ gut

gemeistert habe, nach Abklingen der Krise

wieder eine Lokomotive der konjunkturellen

Erholung sein werde. Die Bauindustrie sei

aber „nachlaufende“ Branche, bei der sich

konjunkturelle Einbrüche erst mit einiger

Verzögerung zeigten. „Um Einbrüche zu vermeiden,

ist es jetzt essenziell, dass die Auftragsbücher

unserer Unternehmen weiter

gut gefüllt sind und die vorhandenen Kapazitäten

ausgelastet werden. Dafür müssen

insbesondere die öffentlichen Investitionen

in unsere Infrastruktur auf Ebene von Bund,

Ländern und Kommunen in voller Höhe

erhalten bleiben“, sagte Hübner.

42 Stahlreport 6|20


VDMA zur Konjunktur

Inlandsaufträge im März noch

nicht von Corona betroffen

Der Auftragseingang des deutschen Maschinenbaus hat sich im

März negativ entwickelt – er verfehlte das Vorjahresniveau real

um 9 %. Das meldete der Verband Deutscher Maschinen- und

Anlagenbau e. V. (VDMA). Die Inlandsorders sanken demnach um

2 %. Das Minus bei den Auslandsbestellungen fiel mit 12 %

deutlicher aus. Das Inlandsgeschäft sieht der Verband im März

noch nicht von Corona-Auswirkungen betroffen. Die volle Wucht

werde sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

In den ersten beiden Monaten

des Jahres verfehlte die Maschinenbau-Produktion

ihr Vorjahresniveau

nach vorläufigen Berechnungen um

6,8 %. Der Einfluss der Corona-Pandemie

kann sich in diesen Zahlen

nicht einmal annährend widergespiegelt

haben, so der VDMA. Frühestens

für den März sei hier mit

ersten Auswirkungen zu rechnen.

Die vollen Auswirkungen des Angebots-

und nicht zuletzt Nachfrageschock

für die Produktion erwartet

der VDMA aber erst für die darauffolgenden

Monate.

Kapazitätsauslastung fällt

Im April ist die Auslastung der

Maschinenkapazitäten auf 77,3 %

abgesackt. Hier hat sich die Corona-

Krise erstmals in den Zahlen bemerk-

bar gemacht. Im Januar hatte sie noch

bei 84,1 % gelegen. Die Dynamik des

Rückgangs mache deutlich, mit welcher

Wucht die Probleme auf der

Seite der Lieferketten und auf der

Nachfrageseite durchschlagen, so

der VDMA. Ob deshalb bereits der

Tiefpunkt erreicht ist, oder ob es noch

weiter nach unten geht, lasse sich

gegenwärtig nicht verlässlich sagen.

Maschinenausfuhr

überwiegend reduziert

Die deutschen Maschinenausfuhren

sanken im Februar 2020 nach vorläufigen

Zahlen um 4,4 % gegenüber

dem Vorjahr. Auch die Exportzahlen

für den Februar dürften – mit Ausnahme

Chinas – nicht wesentlich

von der Corona-Krise betroffen sein.

Die Exporte in die EU-27 nahmen im

zweiten Monat des Jahres um 4,0 %

ab. Die Maschinenexporte in die USA

legten um 2,5 % zu. Nach China hingegen

lieferten deutsche Exporteure

16,8 % weniger Maschinen als noch

vor einem Jahr. Der Dreimonatsdurchschnitt

der gesamten Maschinenexporte

von Dezember 2019 bis

Februar 2020 liegt bei -4,1 %.

Erwartungen

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der

Geschäftsklimaindex im April auf

den niedrigsten Wert seit März

2009 gefallen. Die aktuelle

Geschäftslage der Industriefirmen

verschlechterte sich dramatisch.

Die Erwartungen sind von einem

massiven Pessimismus geprägt. Der

Erwartungsindikator fiel auf ein

historisches Tief. 2

Auftragseingang in Deutschland für ausgewählte Fachzweige

Reale Veränderungen in Prozent z. Vj., Januar - März 2020

Grafiken: VDMA, Konjunkturbulletin April 2020

Verfahrenstechnik

Landtechnik

Fördertechnik

Armaturen

Allgemeine Luftttechnik

Baumaschinen u. Baustoffanlagen

Fluidtechnik

Robotik u. Automation

Präzisionswerkzeuge

Antriebstechnik

Nahrungsm.u.Verpm.

Kunststoff- u.Gummimasch.

Druck- und Papiertechnik

Werkzeugmaschinen

Ø Maschinenbau -2%

-30 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55

Von Januar bis März wiesen

zehn der insgesamt 27 VDMA-

Fachzweige im Vorjahresvergleich

ein Plus auf und 17

Fachzweige ein Minus. Zwei

Fachzweige erzielten dabei

Zuwachsraten von 30 % und

mehr: Power Systems und Verfahrenstechnische

Maschinen

und Apparate. Holzbearbeitungsmaschinen,

Werkzeugmaschinen

und Bergbaumaschinen

mussten Minusraten von

mehr als 20 % hinnehmen.

Stahlreport 6|20

43


Messen

und Märkte

Berichte

Situation der Metallindustrie vor Corona

Stabile Ausgangslage

Auch die Metallindustrie ist in der Corona-Krise von eingefrorenen oder sogar stornierten Aufträgen

und daraus resultierender Kurzarbeit betroffen. Die Auskunftei Creditsafe hat in einer Analyse nun

ermittelt, wie stabil diese Branche vor Beginn der Covid-19-Pandemie aufgestellt war. Ergebnis: Die

Metallindustrie weist vergleichsweise gute Kennzahlen auf und steht in der angespannten wirtschaftlichen

Situation auf stabileren Beinen.

[ Kontakt]

Creditsafe

Deutschland GmbH

10317 Berlin

+49 30 473929000

www.creditsafede.com

Risiko-Indikatoren

Branchenübergreifend verfügen mehr als 36 % aller

deutschen Unternehmen Creditsafe zufolge über eine

unzureichende Liquidität. In der Metallindustrie ist der

Anteil von Firmen mit geringer Liquidität demnach etwas

geringer und liegt bei 28 %. In Deutschland steht diese

Branche somit vergleichsweise gut da.

Die Verfügbarkeit von genügend Zahlungsmitteln sei

in der aktuellen Situation zu einer der bedeutendsten Größen

zur Unternehmenssteuerung, aber auch der Bewertung

der ökonomischen „Gesundheit“ einer Branche geworden.

Zuviel Liquidität führt durch den gegenwärtigen Niedrigzins

dazu, dass das Vermögen schrumpft. Eine zu niedrige

Liquidität erhöht dagegen das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit.

Ausfallrisiko vergleichsweise niedrig

Als ein maßgeblicher Faktor zur Bewertung der wirtschaftlichen

Stabilität gilt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein

Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate Insolvenz

anmelden muss. Die Ausfallwahrscheinlichkeit liegt

in der Metallindustrie bei 0,83 % – deutlich niedriger als

im branchenübergreifenden Durchschnitt von 1,35 %,

ermittelte Creditsafe. Im Vergleich mit anderen Industrien

steht der Metallsektor demnach gut dar.

Als ein sehr hohes Risiko gilt eine Ausfallwahrscheinlichkeit

von mehr als 3 %. Rund 7,5 % der Unternehmen

in der Metallindustrie weisen einen solchen

oder höheren Wert auf und gehören damit zur Risiko-

Unzureichende

Liquidität

Metallindustrie Branchenübergreifend

28 % 36 %

Geringe

Eigenkapitalquot

Metallindustrie Branchenübergreifend

29 % 30 %

gruppe. Etwa 0,3 % der Firmen dieser Branche kommen

sogar auf eine besonders hohe Ausfallwahrscheinlichkeit

von mehr als 10 %.

„Die Metallindustrie in Deutschland

steht auf vergleichsweise

sicheren Beinen.“

Doch auch hier sieht Creditsage die Metallindustrie im

Vergleich gut aufgestellt: Der Anteil dieser „Hochrisikogruppe“

liege branchenübergreifend bei 1 % und ist somit

deutlich größer.

Metallindustrie besser aufgestellt als viele andere

Die Auswertung von Creditsafe zeigt, dass die Metallindustrie

in Deutschland auf vergleichsweise sicheren Beinen

steht. Als Grund dafür führt die Auskunftei einen vergleichsweise

hohen Anteil älterer Unternehmen an: Mehr

als 70 % aller Unternehmen sind in dieser Branche älter

als zehn Jahre, der Anteil an Firmen, die jünger als fünf

Jahre sind, ist mit 10 % dementsprechend gering. Zum

Vergleich: In Deutschland sind im Durchschnitt 56 % der

Firmen älter als zehn Jahre und mehr als 20 % jünger als

fünf Jahre.

Es sei jedoch zu erwarten, dass die Pandemie auch an

der Metallbranche nicht spurlos vorbeigehen wird. Die

Angaben der Liquidität, Eigenkapitalquote sowie die statistische

Ausfallwahrscheinlichkeit entstammen der Zeit

vor Corona und orientieren sich somit an wirtschaftlichen

Normalbedingungen. Gleichzeitig spiegelten diese Indikatoren

aber die Voraussetzung der Unternehmen und

Branchen wider, mit denen die Krise überstanden werden

muss.

Der Effekt durch die Pandemie lasse sich – auch bedingt

durch staatliche Eingriffe – noch nicht objektiv und durch

Daten fundiert bestätigen sowie vorhersagen. Die nächsten

Monate werden zeigen, inwiefern die gute Ausgangsposition

dazu beigetragen hat und wie glimpflich die Metallindustrie

durch die Krise kommt, so Creditsafe.

Grafik: Creditsafe

Durchschnittliches

AusfaIIrisiko

Metallindustrie Branchenübergreifend

0,9 % 1,4 %

Hohes

Ausfallrisiko

Metallindustrie Branchenübergreifend

7,5 % 13 %

Über die Erhebung

In die Auswertung flossen unter anderem die Liquidität,

Eigenkapitalquote und das Ausfallrisiko der Unternehmen

aus der Metallbranche ein. Creditsafe griff dazu auf veröffentlichte

Unternehmensbilanzen von fast 40.000 Betrieben

aus der Metallerzeugung und -verarbeitung zurück

und hat diese mit den Daten der über drei Millionen deutschen

Unternehmen aller Branchen verglichen. 2

44 Stahlreport 6|20


BDG-Umfrage: Auftragsmangel und Stornierungen

Gießereien erwarten längere Krisendauer

Knapp 90 % der deutschen Gießereien verzeichnen Auftragseinbußen bzw. Stornierungen durch die

Coronakrise, ein Drittel erwartet, dass die Krise mehr als ein Jahr lang andauern wird: Das sind zentrale

Ergebnisse der dritten Umfrage vom Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG).

Der BDG hatte seine Mitglieder

Mitte Mai zum dritten Mal nach

März und April zu den Auswirkungen

der Coronakrise befragt. Wesentliche

Aussagen der Vorbefragungen

haben sich in der aktuellen Befragung

weiter zugespitzt: So hatten

bei der Erstbefragung im März 76 %

der befragten Unternehmen „Auswirkungen

des Coronavirus auf den

Betriebsablauf“ gespürt, 24 % hatten

dies nicht. Bei der zweiten Befragung

im April war die Verneiner-Quote

auf 4 % geschrumpft, 96 % hatten

Auswirkungen auf den Betriebsablauf

festgestellt. Bei der aktuellen

dritten Befragung ist der Wert weiter

gestiegen. Im Mai stellen 99 % der

Unternehmen „Auswirkungen auf

den Betriebsablauf“ fest.

Flächendeckende Auswirkungen

auf Auftragslage

Ein gravierender Punkt ist Auftragsmangel.

Die Frage nach „Auftragseinbußen

bzw. Stornierungen“ bejahen

knapp 90 % der Befragten, 54 %

registrieren sogar „gravierende“ Einbußen,

lediglich 12 % „geringe“. Die

Frage nach „Kapazitätsanpassungen“

bejahen 81 % der befragten

Betriebe. Als Instrumente aufgeführt

werden „Kurzarbeit“ (77 %) sowie

„Produktionsstopps“ (46 %). Immerhin

29 % der befragten Betriebe nennen

auch „Personalabbau“ als aktuell

in Prüfung befindliche Maßnahme.

„Entscheidend für die Unternehmen

der Gießerei-Branche ist die

Planungssicherheit der abnehmenden

Kunden“, sagte BDG-Hauptgeschäftsführer

Max Schumacher. „Es

muss zu partnerschaftlichen und

transparenten Festlegungen kommen,

das Abnahmeverhalten darf

nicht auf Kosten der zuliefernden

Gießereien gehen.“

Bild bei Liquiditätsbedarf

zweigeteilt

Bei der Frage nach aktueller oder

künftig zu erwartender Inanspruchnahme

von Krediten im Falle von

Liquiditätsengpässen ist das Branchenbild

heterogen. Rund 52 % der

befragten Unternehmen können die

Coronakrise demnach gut abfedern

und sehen weder aktuell noch perspektivisch

Liquiditätsbedarf durch

Kredite. Eine knappe Minderheit von

44 % hat aktuell bereits Liquiditätsengpässe

oder erwartet sie. „Darunter

sind Betriebe, die sich einer ihre

Existenz bedrohenden Krise ausgesetzt

sehen“, so Schumacher. „Die

von der Bundesregierung beschlossenen

Maßnahmen müssen so umgesetzt

werden, dass sie bei den Unternehmen

zügig und unbürokratisch

ankommen.“

Mehrheit erwartet Krisendauer

von über 6 Monaten

Neu in der aktuellen Mitgliederbefragung

war die Frage nach dem

erwarteten Zeithorizont, um zur Normalauslastung

zurückzukehren. Mit

einem Zeithorizont von 1 bis 3 bzw.

3 bis 6 Monaten rechnet nur eine

Minderheit von 5 % bzw. 8 % der

Befragten. Die Mehrheit der Betriebe

von 82 % rechnet mit einer Krise

von mindestens einem halben Jahr

Dauer, darunter sind 32 %, die mit

einer Dauer von mehr als einem Jahr

rechnen. Die Branche erwartet für

das laufende Jahr 2020 Umsatzrückgänge;

relativ die meisten Unternehmen

erwarten ein Umsatzminus im

Bereich zwischen 20 und 30 %. Daher

müssen neben der Vermeidung

zusätzlicher Belastungen nun auch

wirksame konjunkturelle Anreize

gesetzt werden, die einen Neustart

der deutschen mittelständischen

Wirtschaft ermöglichen. 2

Info

Die Umfrage wurde vom Bundesverband

der Deutschen Gießerei-

Industrie (BDG), Düsseldorf, vom

8. bis 14. Mai durchgeführt.

Teilgenommen haben 93 deutsche

Gießereien.

Weitere Infos unter

www.bdguss.de

Stahlreport 6|20

45


Messen

und Märkte

Nachrichten

BVL-Webinar

Innovation digitaler

Produkte in der Logistik

Am 18. Juni 2020 findet von 11:00

bis 12:30 Uhr das BVL-Webinar „Innovation

digitaler Produkte in der Logistik“ statt.

Die digitale Transformation verlangt von

allen Unternehmen, die Einführung digitaler

Tools oder sogar die Entwicklung eigener

digitaler Produkte und Services. Dabei geht

es nicht nur um funktionale Fragen. Eine

gute UX (User Experience) – also ein gutes

Nutzererlebnis – ist für den Erfolg von digitalen

Produkten und Services entscheidend.

Unternehmen sollten also grundlegende

Kompetenzen entwickeln, für die erfolgreiche

Innovation von digitalen Produkten. Wie

stelle ich den Nutzer in den Fokus? Wie

teste und verbessere ich? In diesem Webinar

soll Grundlagenwissen vermittelt werden,

das einem bei Entwicklungs– und/oder

Software-Auswahlprozess hilft, die richtigen

Entscheidungen zu treffen.

Carl Stahl Akademie

Seminare zur Anschlagtechnik

In dem Seminar „Grundlagen der

Anschlagtechnik“ am 23.06.2020 wird den

Teilnehmern die sachgerechte Anwendung

von Anschlagmitteln und diese im

Gebrauch zu überwachen, vermittelt. Dies

umfasst auch die Einführung in die DGUV

Regel 100-500 und die EG-Maschinenrichtlinie.

Seminarinhalt:

z Einführung in die DGUV Regel 100-500

und EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

z Anschlagmittel aus Stahldrahtseilen

z Hochfeste Anschlagketten

z Hebebänder und Rundschlingen

z Faserseilschlingen

z Sachgerechte Anwendung und Auswahl

Wer über die Grundlagen hinaus weitere

Kenntnisse zu Anschlagmitteln erwerben

möchte, ist beim Fachseminar „Ausbildung

zur Befähigten Person für die Prüfung von

Anschlagmitteln“ richtig. Nach dem Besuch

der zweitägigen Veranstaltung ist der Teilnehmer

in der Lage, die kosten- und sachgerechte

Anwendung sowie den richtigen

Inhalte des Webinars:

1. Vortrag: User-Experience und Design-

Thinking

– UX als Erfolgsfaktor, Praktische Tipps

für den Alltag, Design-Thinking und UX-

Basiswissen

2. Vortrag: Digitale Innovation bei einem

großen Logistiker

– Wie führt man Innovationsprojekte

erfolgreich durch? Wie testet man neue

digitale Tools in der Praxis? Welche

Erfahrungen wurden gemacht, welche

Erfolge erzielt?

3. Fragen und Diskussion

Weitere Informationen und Anmeldung

unter: www.bvl-digital.de/webinare

Einsatz von Anschlagmitteln zu beurteilen.

Darüber hinaus ist er befähigt, gemäß

DGUV Regel 100-500 vor, während und

nach dem Einsatz von Anschlagmitteln

deren sicheren Zustand zu beurteilen.

Seminarinhalt:

z Erläuterungen zur DGUV Regel 100-500

(Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb),

EG Maschinenrichtlinie

(2006/42/EG)

z Herstellerformen der verschiedenen

Anschlagmittel aus Stahldrahtseil

DIN EN 13414

z Geprüfte Rundstahlketten DIN 685 und

DIN EN 818

z Textile Anschlagmittel nach DIN EN 1492

z Praktische Übungen und Durchführung

von Zugversuchen

z Beurteilung der Ablegereife

Termine:

24. und 25. Juni 2020

01. und 02. Juli 2020

Weitere Informationen und Anmeldung

unter: www.carlstahl-akademie.de

Webinare der Trovarit AG

Werkzeuge für die

Datenmigration

Die Trovarit AG führt am

03.07.2020 von 9:30 bis 10:15 Uhr das

Webinar „Werkzeuge für die Datenmigration“

durch. Bei der Einführung einer

neuen Business-Software beispielsweise

für ERP, MES, CRM, PDM, HR oder Rechnungswesen

ist die Migration der Altdaten

eine der größten Herausforderungen.

Die Daten des Altsystems müssen dabei

in einer Form bereitgestellt werden, die

das Einspielen der Daten ins neue System

ermöglicht. Spezielle Tools, die eine

strukturierte Datenanalyse oder über ein

grafisches Mapping eine Job-gesteuerte

Transformation unterschiedlicher Datenquellen

erlauben, sind daher von essenzieller

Bedeutung für eine reibungslose

Datenmigration. Das Webinar erläutert

zunächst die Fallstricke, denen man bei

der Übernahme der Altdaten meist

begegnet, und stellt anschließend entsprechende

Werkzeuge vor, mit denen

sich der Aufwand und das Fehlerrisiko bei

der Migration minimieren lassen.

Weitere Informationen und

Anmeldungen unter:

www.trovarit.com/academy/webinare

Online-Vorträge und Gespräche

METAV-Feeling

per Web-Session

Da die METAV 2020 in den März

2021 verschoben werden musste, die

Veranstalter aber das Jubiläumsjahr nicht

ohne METAV-Feeling verstreiben lassen

wollen, findet vom 15. bis 19. Juni 2020

die METAV Web-Session statt. Die Veranstalter

haben ein umfangreiches Programm,

gegliedert nach Themenschwerpunkten

auf die Beine gestellt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer können

in diesem Format den fachlichen Austausch

pflegen, eigene Fragen stellen und

an der Diskussion teilnehmen. Jede Session

dauert 30 Minuten. Die Teilnahme

ist für alle Beteiligten kostenfrei.

Weitere Informationen und Vortragsprogramm

unter: https://de.industryarena.com/websessions/metav

46 Stahlreport 6|20


Kostenloses Webinar

Herausforderung

Fertigungsmanagement

Zum Thema MES-Software (Manufacturing

Execution System, Fertigungsmanagementsystem),

Anbietermarkt und Einsatzmöglichkeiten

gibt es am 10. Juli 2020

von 11:00 bis 11:45 Uhr das Webinar

„Herausforderung MES-Projekt“. Das kostenlose

Webinar der Trovarit AG gibt einen

Marktüberblick sowie Tipps und Tricks für

MES-Projekte. „Wenn sich die MES-Software-Lösungen

auch in manchen Bereichen

immer stärker einander angleichen, so gibt

es doch genug relevante Unterschiede in

der Funktionsunterstützung, die eine genaue

Auseinandersetzung mit den eigenen Anforderungen

und den Leistungen der Software-

Lösungen erfordern“, so die Trovarit AG. Die

Funktionsschwerpunkte verschiedener MES-

Softwarelösungen reichen vom Erfassen

bzw. Auswerten von Betriebs- und Maschinendaten

über Optimierungslösungen für

die Ressourcenbelegungsplanung bis hin zu

Komplettlösungen. Die unterschiedlichen

Features der Systeme, die unter den Begriff

„MES“ gefasst werden, machten den Markt

intransparent und gestalten Investitionsentscheidungen

anspruchsvoll.

Weitere Informationen und

Anmeldungen unter:

www.trovarit.com/academy/webinare

Weltleitmesse für Architektur,

Materialien und Systeme

BAU-Leitthema Klimawandel

Mit der Messe BAU beginnen viele

Planungen für das kommende Messejahr,

vielleicht kehrt ab Januar 2021 wieder

Normalität im Veranstaltungskalender

ein. Eines der Leitthemen, die die Macher

der BAU vom 11.-16. Januar auf die

Messe-Agenda gehoben haben, ist die

„Herausforderung Klimawandel“.

Der Klimawandel scheint im Zuge der

Corona-Pandemie in den Hintergrund

gerückt, raus aus dem öffentlichen

Bewusstsein. Aus den Augen ist aber

nicht aus der Welt. Gerade die Baubranche

ist dabei mehr denn je gefragt,

Lösungen zu finden. „Die Zutaten lauten

Energieeffizienz, Recycling, Nachwachsen

und Resilienz“, so die Messe München.

Weitere Infos zur BAU unter

https://bau-muenchen.com

Präsenzveranstaltung geplant

DVS CONGRESS 2020

Der DVS CONGRESS, Fachveranstaltung für die fügetechnische Branche, findet

auch in diesem Jahr wie gewohnt im September statt. Der DVS – Deutscher Verband für

Schweißen und verwandte Verfahren e. V. plant, den Kongress entweder vor Ort in Koblenz

oder online als Videokonferenz durchzuführen.

„Der DVS CONGRESS bietet vom 14. bis 16. September 2020 drei Tage geballtes Wissen“,

erläutert Simone Weinreich, Abteilungsleiterin „Transfer und Netzwerk“ im DVS. „Wenn

alles so läuft wie geplant, dann als Präsenzveranstaltung in Koblenz.“ Unter dem Dach des

DVS CONGRESS präsentieren die Große Schweißtechnische Tagung (GST) und der DVS

CAMPUS, eine Veranstaltung für Studierende, ein umfangreiches Programm – mit Themen

wie „Arbeitsschutz“ und „Additive Fertigung“ über „Oberflächentechnik“ bis hin zu „Regelwerk“

und „Stahlbau“.

Erstmalig sollen dabei die Ergebnisse aus 70 aktuell abgeschlossenen Forschungsprojekten

der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS mit in

das Vortragsprogramm der GST einfließen. Auf diese Weise zeige sich die Themenvielfalt

des DVS CONGRESS nicht nur anwendernah mit vielen Praxisbeispielen, sondern liefere

auch wichtige Impulse aus der Forschung, die die Fachbesucher für die betriebliche Praxis

nutzen können. „Selbstverständlich tun wir alles, um den Besuch des DVS CONGRESS für

die Teilnehmenden, die Aussteller und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort so

sicher wie möglich zu gestalten“, erklärt Weinreich.

Falls – aufgrund der aktuellen Bestimmungen im Zusammenhang mit COVID-19 – keine

Präsenzveranstaltung möglich sein sollte, wird der DVS CONGRESS online durchgeführt.

Weitere Informationen unter

www.dvs-congress.de/2020

Nächste reguläre AMB im September 2022

Ausstellerbefragung liefert klares Ergebnis

Keine Basis für eine AMB-Messe in diesem Jahr – dieses Ergebnis hat eine von der

Messe Stuttgart durchgeführte Ausstellerbefragung erbracht. Durchaus besteht demnach

aber Interesse, an einem kleineren Format, das die Branche im Herbst zusammenbringt.

Die Messe Stuttgart plant daher in der bisherigen AMB-Woche (14.-18. September 2020)

erstmals ein AMB-Forum – mit branchenspezifischen Fachvorträgen, begleitender Table-

Top-Ausstellung und verschiedenen Matchmaking-Angeboten.

Die nächste reguläre AMB findet vom 13. bis 17. September 2022 in Stuttgart statt. Der

neue Messetermin schaffe Planungssicherheit im derzeit wirtschaftlich schwierigen Umfeld

für alle Beteiligten, teite die Messe Stuttgart mit.

In diese wichtige Entscheidung hat die Messe Aussteller und ideelle Trägerverbände – die

VDMA-Fachverbände Präzisionswerkzeuge sowie Software und Digitalisierung und den Verein

Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW)- aktiv eingebunden.

„Durch das Votum der Aussteller haben wir einen klaren Auftrag erhalten und können die

Spekulationen um die Machbarkeit der AMB 2020 beenden. Zum jetzigen Zeitpunkt, mit

allen Auflagen zu Hygiene, Abstandseinhaltung oder den eingeschränkten Reisemöglichkeiten

sowie den aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen ist eine AMB, wie wir sie kennen,

in diesem Jahr nicht realisierbar“, nahm Roland Bleinroth, Geschäftsführer und Sprecher

der Geschäftsleitung der Messe Stuttgart, Stellung. Ziel sei es jetzt, gemeinsam mit

allen Beteiligten für September 2020 und 2021 das neue Format eines innovativen AMB-

Forums zu entwickeln und dann für 2022 wieder eine erfolgreiche AMB-Messe umzusetzen.

Weitere Informationen unter

www.messe-stuttgart.de/amb

Stahlreport 6|20

47


Wissenswertes

Bericht

Der neue Volkswagen ID.3

Foto: Volkswagen AG

Forschungsprojekt zum optimalen Materialmix für E-Fahrzeuge

Elektroautos am besten aus Stahl

Emissionen in der Elektromobilität lassen sich nicht nur durch den richtigen Strommix verringern,

sondern bereits in der Fahrzeugherstellung durch eine geeignete Verwendung von Werkstoffen.

Das hat Manuel Schweizer, Studierender der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) im

Masterstudiengang Applied Research in Engineering Sciences, in einem Forschungsprojekt

analysiert. Das über raschende Ergebnis: Im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor

bringt Leichtbau bei Elektrofahrzeugen hinsichtlich der Gesamtenergie und Gesamtemissionen

keinen Vorteil gegenüber Stahl.

[ Kontakt]

Technische Hochschule

Ingolstadt

85049 Ingolstadt

+49 841 9348-0

www.thi.de

In seiner Arbeit verglich Schweizer die Auswirkungen

von Leichtbaumaßnahmen bei Fahrzeugen mit

Verbrennungsmotor und Elektrofahrzeugen im Hinblick

auf Ressourceneffizienz und Emissionen. Ziel war es,

den optimalen Materialmix für beide Fahrzeugarten zu

ermitteln.

Leichtbau verursacht mehr Emissionen

Zunächst modellierte Schweizer jeweils ein Fahrzeug

beider Antriebsarten für die untere Mittelklasse sowie

die Oberklasse. In seine anschließenden Berechnungen

bezog er die Herstellungsenergie und Emissionen verschiedener

Werkstoffe, unter anderem Aluminium und

Stahl, ein.

Die vergleichenden Berechnungen ergaben, dass

die Leichtbauvariante über den gesamten Lebenszyklus

sowohl mehr Energie benötigt als auch mehr Emissionen

ausstößt wie Stahlbauweisen der gleichen Fahrzeugklasse.

Ein negativer Einfluss des zusätzlichen Gewichts

tritt dabei nicht in dem Maße auf, wie es bei Fahrzeugen

mit Verbrennungsmotor der Fall ist, da der Elektromotor

neben seinem höheren Wirkungsgrad auch die Möglichkeit

der Energierückgewinnung beim Bremsen

besitzt.

Stahl ist ressourceneffizienter

Schweizers Ergebnis: Durch eine ressourceneffiziente

Werkstoffwahl lassen sich bei einem Fahrzeug der unteren

Mittelklasse 9 bis 13 % der Emissionen einsparen,

die bei der Batterieherstellung anfallen, bei einem Fahrzeug

der oberen Mittelklasse 19 bis 24 %.

Durch diese Energie- und Emissionseinsparungen,

so Schweizer, könnte mehr Batteriekapazität hergestellt

und somit die Reichweite von Elektrofahrzeugen erhöht

werden. Betreut wurde er in seiner Forschungsarbeit

von Prof. Dr. Martin Bednarz, Professor für Innovative

Fertigungsverfahren und Digitalisierung in der Produktion.

2

48 Stahlreport 6|20


Lifesteel

Bericht

Fotos: Achim Birnbaum

Erweiterung des Verkehrskommissariates Kißlegg

Schnell und leise errichtet

Für Architekten gehört der Anbau von Büroräumen zu den Allerweltsaufgaben. Dass auch die Lösung

einer Allerweltsaufgabe hohe gestalterische und konstruktive Anforderungen mit sich bringen kann,

haben brixner architekten mit der Erweiterung des Verkehrskommissariat Kißlegg gezeigt.

Feuerverzinkt: Die

Stahlbauteile der

Skelettkonstruktion,

die Gitterroste und

die Tragelemente der

Photovoltaik-Anlage.

Die Erweiterung des Verkehrskommissariates

zeichnet sich

durch eine modulare Bauweise aus.

Um kurze Bauzeiten zu ermöglichen

und störende Geräusche durch Bauarbeiten

zu minimieren, wurde ein

hoher Vorfertigungsgrad der einzelnen

Bauelemente gewählt.

Eine Stahlskelettkonstruktion

bildet die Grundstruktur der Erweiterung.

Sie lehnt sich an den Bestand

an. Die Decken werden durch relativ

dünne Spannbetonplatten gebildet,

die Fassade durch eine Aluminium-

Pfosten-Riegel-Konstruktion.

Um den besonderen Sicherheitsanforderungen

gerecht zu werden,

wurde im Osten und Westen eine

starre Sonnen- und Blendschutzkonstruktion

aus Akustiktrapezblech

vorgehängt. Drehbare, rahmenlose

Photovoltaik-Ganzglaslamellen bilden

die Südfassade. Die Konstruktion

ist freistehend – ohne Unterkellerung

am Südkopf des Bestandsgebäudes

angegliedert. Sämtliche

Stahlbauteile der Skelettkonstruktion

sowie die Gitterroste und Tragelemente

der Photovoltaik-Anlage

wurden dem Institut Feuerverzinken,

der Interessenvertretung der

deutschen Stückverzinkungsindustrie,

zufolge feuerverzinkt ausgeführt

um einen dauerhaften Schutz vor

Korrosion und metallisch-ästhetische

Oberflächen zu gewährleisten. 2

Die Erweiterung des Verkehrskommissariates

wurde in Stahlskelett-Bauweise ausgeführt.

Die Südfassade besteht aus

drehbaren, rahmenlosen

Photovoltaik-Ganzglaslamellen.

Stahlreport 6|20

49


Lifesteel

XXXXX Nachricht A XXXXX

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Redaktion:

Markus Huneke (Chefredakteur)

Telefon +49 211 86497-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon+49 211 86497-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Telefon +49 211 86497-0

Telefax +49 211 86497-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Neue Brücke in der Höllentalklamm

Das Bauunternehmen Züblin hat in vier Wochen Bauzeit eine neue Bogenbrücke und neue

Stege über die Höllentalklamm, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, fertiggestellt. In dem gebirgigen

Terrain wurden die Mitarbeiter des Baukonzerns auch von der Sektion Garmisch-Partenkirchen

des Deutschen Alpenvereins unterstützt. Damit das über 4 t schwere Bauwerk überhaupt

in die enge Klamm transportiert und dort montiert werden konnte, war es in rund 600

Einzelteile unterteilt, die teilweise von einem Helikopter an den Eingang der Klamm geflogen

und von dort händisch zur Baustelle getragen werden mussten. Touristen können die Höllentalklamm

nun auf dem Weg zur Zugspitze wieder sicher passieren.

Ein Helikopter bringt Bausegmente in die Klamm.

Auszubildende der STRABAG montieren Holzbeläge.

Bilder: STRABAG AG/Johannes Zettel

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis:

Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 37.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung männlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

50 Stahlreport 6|20


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2020

Seminarthema Termin Tagungsort

Einführungsseminar (Fernstudium Jahrgang 2020) 05.-07.07. Düsseldorf

Stahlkunde (Seminar) 11.-13.08. Gröditz

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 31.08.-01.09. Soltau

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 08.-09.09. Duisburg

Verkauf I (Seminar) 19.-20.10. Köln

Nichtrostende Stähle (Seminar) 11.-12.11. Darmstadt

Betonstahl (Seminar) 18.-19.11. Kehl

Stahlkunde (Seminar) 01-03.12. Gengenbach

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 08.-09.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen sind vorbehalten. Über weitere Details sowie zu den Anmeldemöglichkeiten

informieren Sie sich bitte über unsere Website www.stahlhandel.com.

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Wiesenstraße 21 · 40549 Düsseldorf

Telefon: +49 211 86497-19 · Telefax: +49 211 86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM


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