NEU-Praktikumsbericht Linda Roeder - Geschichtswerkstatt Jena eV

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NEU-Praktikumsbericht Linda Roeder - Geschichtswerkstatt Jena eV

Praktikumsbericht

Mein Name ist Linda Roeder (22) und ich studiere an der Friedrich-Schiller-Universität

Englisch und Geschichte auf Lehramt Gymnasium. Derzeit befinde ich mich im 6. Semester

in beiden Fächern. Durch eine Exkursion nach Berlin im vergangenen Jahr zum Thema „Zwei

Diktaturen in Deutschland“ kam ich das erste Mal seit der Schulzeit wieder in Kontakt mit der

DDR-Geschichte. Daher hatte ich großes Interesse, mich mit dieser Zeit zu beschäftigen,

jedoch gelang mir das in den letzten sechs Semestern an der Universität nicht aufgrund von

Zeitüberschneidungen oder weniger packenden Veranstaltungsthemen.

Herrn Dr. Pietzsch, den Geschäftsführer der Geschichtswerkstatt, lernte ich Anfang April auf

einer Tagung des Wettbewerbs „Förderprogramm Demokratisch Handeln“ kennen. Ich arbeite

dort als studentische Hilfskraft und war Protokollantin in dem Workshop, an dem auch Herr

Dr. Pietzsch teilnahm. Von der Geschichtswerkstatt Jena e.V. hatte ich bis dato nichts gehört,

umso mehr interessierte mich aber das Tätigkeitsfeld.

Im Juni fragte ich bei der GW an, ob ich ein sechswöchiges Praktikum absolvieren könne, da

ich auch mal in die spätere Arbeitswelt eines Historikers „schnuppern“ wollte, denn an sich

werde ich später als Lehrerin tätig sein. Von Anfang August bis Mitte September konnte ich

nun meine Erfahrung bei meinem Praktikum einfließen lassen.

Meine erste Aufgabe bestand darin, eine Rezension zu Ehrhart Neuberts neuer Monographie

„Unsere Revolution“ zu schreiben. Das Buch beschäftigt sich mit der Friedlichen Revolution

1989/90 in Deutschland. Aus aktuellem Grund passte das Buch thematisch, aber auch aus

persönlichen Gründen empfand ich es als interessant, mich auf 500 Seiten mit dem Thema

auseinandersetzen zu können. Diese Rezension war meine erste, und umso glücklicher war

ich, als sie auf positive Rückmeldung seitens Herrn Dr. Pietzsch stieß.

Ferner sollte ich durch meine Erfahrungen im Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ neue

Impulse für den Schülerwettbewerb der Geschichtswerkstatt, den sogenannten Walter-

Scheler-Preis, geben. Dieser fand im letzten Jahr wenig Anklang, weshalb es einer gewissen

Umstrukturierung bedurfte. So gestaltete ich den Flyer ansprechender und erarbeitete noch ein

Poster. Ich war verantwortlich für die Kontaktherstellung mit den Jenaer Schulen und konnte

so, glaube ich, Herrn Dr. Pietzsch um viel Arbeit entlasten. Mir selbst hat dieser Teil am

meisten Spaß gemacht, weil ich meine Erfahrungen einfließen lassen konnte und so relativ

selbstständig die Ausschreibung für den Schülerwettbewerb koordinieren durfte. Ob die

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Umgestaltung erfolgreich war, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen, wenn sich die

Schulen zum Wettbewerb anmelden.

Ein letzter großer Anteil meines Praktikums floss in das Zeitzeugengespräch mit Jenas

ehemaligem Oberbürgermeister Dr. Peter Röhlinger. Auch ein Zeitzeugengespräch hatte ich

bis dahin nie durchgeführt. Herr Dr. Pietzsch überließ Christian Hermann, dem anderen

Praktikanten, und mir viel Spielraum, indem er uns Fragen überlegen ließ, die wir einfließen

lassen wollten. Thematisch grenzten wir diese Zeitzeugenbefragung auf die Friedliche

Revolution 89/90 ein, weil wir beide uns damit vorher durch die Rezensionen intensiver

beschäftigt hatten. Das war für mich eine ganz spannende Angelegenheit, weil Herr Dr.

Röhlinger nun auch keine unbekannte Person war, sondern mehr als 10 Jahre unsere

Stadtpolitik maßgeblich bestimmte. In dem Gespräch lernte ich ihn als eine sehr angenehme

Persönlichkeit kennen, was ich vorher nicht unbedingt gedacht hätte. Danach durfte ich

journalistisch tätig werden, indem aus dem Zeitzeugeninterview nun ein Artikel für die

„Gerbergasse 18“ werden sollte. Diesen sollte ich nicht auf konventionelle Weise verfassen,

was für mich persönlich eine gewisse Herausforderung darstellte. Der Artikel sollte eine

persönliche Perspektive einnehmen, nämlich die von Christian Hermann und mir. Herr Dr.

Pietzsch war aber mit dem Ergebnis zufrieden, und dementsprechend war ich dann auch

zufrieden mit mir selbst.

Als Fazit würde ich sagen, dass es sich gelohnt hat, ein Praktikum in der Geschichtswerkstatt

Jena zu absolvieren, da ich einerseits meine Erfahrung einbringen konnte und andererseits vor

neue Herausforderungen gestellt wurde. Man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben und

daher möchte ich meinen, in diesem Praktikum auch wieder ein bisschen gewachsen zu sein.

Der Geschichtswerkstatt Jena e.V. wünsche ich vor allem in Bezug auf den

Schülerwettbewerb weiterhin viel Erfolg.

Linda Roeder

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