Bibelpflanzen

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Pflanzen der Bibel

Pflanzen der Bibel

Ein Streifzug durch die biblische Pflanzenwelt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort ......................................................................................................................... 1

Vom Paradiesgarten bis zu Tempelgärten ...................................................................... 2

Der Paradiesgarten Eden | Garten als Bild für das Land Israel | Profane, weltlich reale Gärten

Palastgärten | Tempelgärten | Garten als Symbol

Bäume und Sträucher .................................................................................................... 4

Akazie | Dattelpalme | Eiche | Feigenbaum | Granatbaum | Mandelbaum

Maulbeerbaum | Ölbaum/Olivenbaum | Rizinusstrauch |Weide | Weihrauchstrauch | Weinrebe

Zeder | Zimtbaum | Zypresse

Getreide .......................................................................................................................19

Dinkel | Gerste | Hirse | Weizen | Exkurs: Brot

Gemüse und Hülsenfrüchte ..........................................................................................22

Bohnen | Gurken und Melonen | Knoblauch, Lauch und Zwiebel | Linsen

Kräuter und Gewürzpflanzen ........................................................................................24

Dill | Kümmel | Minze |Koriander | Schwarzer Senf | Ysop | (Gewürz-) Kräuter

Kosmetik- und Duftpflanzen .........................................................................................28

Aloe | Balsamstrauch | Mastixstrauch | Myrrhenstrauch | Narde | Rose | Safran

Wüstenpflanzen ...........................................................................................................32

Disteln und Dornen: Mariendistel – Kugeldistel – Golddistel | Dornbusch/Dornenstrauch:

Sennastrauch – Hagedorn – Diptam | Ginster | Kapernstrauch | Weißer Wermut

Kleine Brennnessel

Wasserpflanzen ............................................................................................................37

(Teich-) Binse | Lotos |Papyrus | Rohrkolben | Schilfrohr | Exkurs: Papyrusherstellung

Blumen .........................................................................................................................42

Anemone (Lilie des Feldes) | Lilie | Klatschmohn (Blume des Feldes)

Register ........................................................................................................................44

Impressum:

Herausgeber: Dr. Franz Kogler

Redaktion und Layout: Ingrid Penner

Druckerei Rohrbach, 3. erweiterte Auflage 2020, 4000 Stück

Bibelwerk Linz, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz; Tel: 0732/7610-3231

E-Mail: bibelwerk@dioezese-linz.at; www.bibelwerklinz.at


Liebe Leserinnen und Leser!

Die Bibel ist die Ur-Kunde des christlichen

Glaubens. Sie ist allerdings in einer anderen

Kultur und Lebenswelt entstanden, was das

Verstehen ihrer Botschaft mitunter erschwert.

Das Kennenlernen dieser Lebenswelt bietet

die Chance, ihre Aussagen besser verstehen

zu können und ein wenig mehr in diese uns

oft unbekannte Welt einzutauchen.

Ein Stück dieser Lebenswelt ist die Flora der

Länder des Nahen Ostens. Von ihr hören wir

in den biblischen Texten und die Kenntnis der

Bäume, Sträucher und Blumen werden von

den Leserinnen und Lesern vorausgesetzt –

und die damaligen Adressat/innen kannten

diese natürlich. Viele Bilder und Vergleiche

haben dort ihre Wurzeln.

Die Welt der Bibel ist weitgehend bäuerlich

geprägt. Vielen, besonders städtischen

Menschen fehlt der unmittelbare Bezug zur

Natur. So ist z. B. ein botanischer Garten in

einer Stadt wie eine Oase inmitten einer

Wüste. Er bietet Ruhe im hektischen Getriebe

und Rückbesinnung auf die Wurzeln des

Seins.

Besonders Bibelgärten sind eine gute

Gelegenheit, viele der in der Bibel genannten

Pflanzen mit eigenen Augen zu sehen, sich

mit ihnen vertraut zu machen, ihre Düfte

wahrzunehmen und sie zu „be-greifen“ – und

über diesen Zugang die Bibel ein Stück weit

zu entdecken oder besser zu verstehen.

Diese Broschüre will Hintergrund informationen

und Anregungen ver mit teln, die

hel fen, ein Stück weiter in die Flora der biblischen

Welt einzutauchen. Verschiedene, in

der Bibel erwähnte wichtige Pflanzen sowie

ihre Verwendung und Symbolik werden aufgegriffen

und vertieft.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim eigenen

Entdecken dieser Welt in der Bibel, aber

auch in einem der Bibelgärten in Ihrer Nähe!

Ingrid Penner und Franz Kogler

Bibelgärten in Oberösterreich – und darüber hinaus

Bibelgarten Greisinghof, Tragwein

www.greisinghof.at

Schöpfungsgarten mit

Pfad der Verant wortung, Stift Schlägl

www.stift-schlaegl.at

Bibelgarten Ritzlhof, Ansfelden

https://www.dioezese-linz.at/institution/9013/

bibelgarten

Bibelgärten im gesamten deutschsprachigen

Raum findet man auf dieser Homepage:

www.bibelgarten.info

1


BÄUME UND STRÄUCHER

Bäume und Sträucher

In allen Hochkulturen und Religionen wurden

Bäume hoch geschätzt. Auch in der

Bibel wird ihr besonderer Stellenwert sichtbar,

der sich in einer religiösen Symbolik

äußert. Bäume, die einen Ernteertrag brachten,

galten als Symbol von Fruchtbarkeit,

Frieden, Gerechtigkeit, Segen Gottes und

Leben schlechthin. Sie wurden also mit göttlicher

Lebenskraft verbunden. Sie schützen

vor der heißen Sonne, zeigen unterirdisches

Wasservorkommen an und speichern Wasser,

spenden Nahrung und sind aufgrund ihrer

Höhe eine majestätische Erscheinung.

Akazie (Acacia raddiana Savi)

Akazien erreichen eine Höhe von bis zu

acht Meter. Sie gedeihen in Savannen- und

Wüsten landschaften. In wärmeren Ländern

werden sie gerne als Zierhölzer gepflanzt und

sind entlang des Toten Meeres, im Negeb und

auf der Sinaihalbinsel überall anzutreffen.

In der Trockenzeit werfen sie selten ihr Laub

ab und gehören daher zu den immergrünen

Laubbäumen. Ihre Blätter sind doppelt gefiedert

und sie haben scharfe Dornen. Die

vielsamigen Früchte haben die Form von

gedrehten Hülsen, in denen sich die Samen

befinden. Diese Früchte dienen zahlreichen

Tierarten als Nahrung.

Nicht umsonst wird in der Bibel das

Akazienholz sehr oft als Baumaterial erwähnt,

weil es von hervorragender Qualität

ist. So wurde etwa auf die Anordnung Gottes

die Bundeslade aus Akazienholz gefertigt,

ebenso die Tragstangen (vgl. Ex 25,10–15).

Mach einen Tisch aus Akazienholz, zwei

Ellen lang, eine Elle breit und anderthalb

Ellen hoch! ... Mach die Stangen aus

Akazienholz und überzieh sie mit Gold!

(Ex 25,23.28)

Weitere Bibelstellen

Ex 26,15; Dtn 10,3; Jes 41,19

Die ausladenden Äste der Akazie bieten Schatten und verhindern dadurch auch das Austrocknen des Bodens.

4


GETREIDE

Getreide

Der Anbau von Getreide war schon im

Altertum sehr wichtig: Funde von Gerstenund

Weizenkörnern in Jericho stammen aus

der jüngeren Steinzeit (8350–7350 v. Chr.).

Alle Getreidearten gehören botanisch gesehen

zur Familie der Süßgräser und sind bis

heute bei uns die wichtigsten Nutzpflanzen.

Dinkel (Triticum durum)

Die ältesten archäologischen Funde von

Dinkelkörnern stammen aus Westarmenien

und dem Ararat-Tal. Sie reichen ins 6. / 5.

Jahrtausend v. Chr. zurück.

Dinkel, eine mögliche Urform des heutigen

Saatweizens, ist anspruchsloser in der Kultur.

Er wurde am Rand des Feldes gesät.

Du, nimm dir Weizen, Gerste und Bohnen,

Linsen, Hirse und Dinkel; gib sie zusammen

in ein einziges Gefäß und mach dir

Brot daraus!

(Ez 4,9)

Dinkelfeld im Bibelgarten Greisinghof.

Gerste wird mehr als dreißigmal in der Bibel erwähnt.

Gerste (Hordeum vulgare)

Gerste ist robuster und früher reif als Weizen.

Typisch für Gerste sind ihre langen Grannen,

weshalb sie auf Hebräisch „die Behaarte“ genannt

wird. Sie gedeiht mit weniger Wasser

als Weizen und auf eher mageren Böden.

In biblischer Zeit war sie viel weniger wert

als Weizen und wurde kaum für den Kult verwendet.

Arme Leute hatten daher vor allem

Gerstenbrote. Im Land der Bibel wird Gerste

im Oktober / November ausgesät und von

März bis Mai geerntet.

Im Buch Rut kommen Noomi und Rut zu

Beginn der Gerstenernte nach Betlehem (vgl.

Rut 1,22). Gerste diente als Futter für Pferde

und Zugtiere (vgl. 1 Kön 5,9) und sie ist Teil

des Lohnes für die Arbeiter (vgl. 2 Chr 2,9).

Aus Rache lässt Abschalom, einer der Söhne

Davids, das Gestenfeld des Joab in Brand

stecken (vgl. 2 Sam 14,30).

19


GEMÜSE UND HÜLSENFRÜCHTE

Gemüse und Hülsenfrüchte

Die Gemüsegärten in biblischen Zeiten waren

ziemlich einseitig. Die Menschen waren

vor allem davon abhängig, was die wilde

Vegetation hergab. Nur wenige Pflanzen

wurden kultiviert und angebaut. Aufschluss

darüber, was damals gegessen bzw. auch bevorratet

wurde, geben archäologische Funde

von Samen, die heute von der Archäobotanik

aufgearbeitet werden.

Wicken. Die einjährige Pflanze wird bis

zu einem Meter hoch, hat einen kantigen

Stängel, keine Ranken und blüht weiß. Samen

der Bohne wurden bei Ausgrabungen in

einer Siedlung aus dem 7. Jahrtausend v. Chr.

bei Nazaret gefunden und zeugen damit von

langer Kultivierung. Bohnen stehen bis heute

in Ägypten hoch in Kurs.

Bohnen wurden zerstampft und als Mehl

zum Brotbacken verwendet (vgl. Ez 4,9), wurden

aber auch gekocht, ganz gegessen oder

zu Brei verarbeitet.

Feigen und Palmfrüchte – gefunden in einem ägyptischen

Grab aus dem 3. / 2. Jt. v. Chr. (Neues Museum

Berlin).

Hülsenfrüchte und verschiedene Arten von

Gemüse gehören zusammen mit Getreide zu

den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit.

Bohnen (Vicia faba)

Bohnen rangierten am biblischen Speiseplan

in Form von Puffbohnen (oder Ackerbohnen)

weit oben. Sie gehören zur Gattung der

Die Blüte der Puff- oder Ackerbohne ist weiß.

Als nun David nach Mahanajim gekommen

war, brachten ihm Schobi … Weizen,

Gerste, Mehl und geröstetes Korn sowie

Bohnen und Linsen mit geröstetem Korn;

außerdem brachten sie David und seinen

Leuten Honig und Butter, Schafe und Käse

als Nahrung.

(2 Sam 17,27–29)

22


GEMÜSE UND HÜLSENFRÜCHTE

Gurken (Cucumis sativus) und

Melonen (Cucumis melo)

Melonen stammen ursprünglich aus Afrika,

Gurken aus Indien. Beide gehören zur Familie

der Kürbisgewächse. Die kriechenden einjährigen

Pflanzen sind behaart und bilden

Ranken aus. Die männlichen und weiblichen

Blüten sind auf derselben Pflanze. Aus den

weiblichen Blüten entstehen die 10–40 cm

großen Früchte, deren Form variiert.

Zusammen mit anderen Gemüsesorten werden

Gurken und Melonen beim Murren des

Volkes in der Wüste erwähnt (vgl. Num 11,5).

Darüber hinaus wird noch ein Nachtlager

im Gurkenfeld erwähnt, das aufgeschlagen

wurde, um über die Früchte zu wachen (vgl.

Jes 1,8). Zusätzlich wurden Vogelscheuchen

aufgestellt, um die Gurken vor den Tieren zu

schützen (vgl. Jer 10,5).

Asien, der Knoblauch allerdings aus dem

Mittelmeerraum. Alle drei Arten brachten

wohl etwas Würze in den biblischen, nicht

allzu abwechslungsreichen Speiseplan.

Darüber hinaus fördern sie die Verdauung

und die Harnausscheidung.

Wir denken an die Fische, die wir in

Ägypten umsonst zu essen bekamen, an

die Gurken und Melonen, an den Lauch,

an die Zwiebeln und an den Knoblauch.

(Num 11,5)

Linsen (Lens culinaris)

Aus der Blüte entwickelt sich die Frucht.

Knoblauch, Lauch und Zwiebel

(Allium sativum / porrum / cepa)

Zwiebel, Knoblauch und Lauch gehören zur

selben Gattung. Sie werden in nachbiblischen

Texten sehr oft erwähnt, scheinen

aber in der Bibel nur an einer einzigen

Stelle auf. Zwiebel und Lauch stammen aus

Linsen wurden im Vorderen Orient seit ca.

7000 v. Chr. angebaut und zusammen mit

Getreide sowohl zu Mehl verarbeitet als

auch für Suppen und Brei verwendet. Die

Samen enthalten viel Eiweiß und sind daher

wertvolle Nahrung.

Darauf gab Jakob dem Esau Brot und das

Linsengericht; er aß und trank, stand auf

und ging seines Weges.

(Gen 25,34)

23


KRAUTER UND GEWÜRZPFLANZEN

Koriander (Coriandrum sativum)

Koriander gehört zur Familie der Doldengewächse,

ist eine einjährige Pflanze und

wird 60–80 cm hoch. Sie stammt wahrscheinlich

aus Vorderasien und verbreitete sich von

dort aus über den gesamten Mittelmeerraum.

Heute wird Koriander weltweit angebaut.

An zwei Stellen der Bibel wird Koriander

als Vergleich für das Manna herangezogen,

wobei die Einheitsübersetzung hier aus

dem Griechischen übersetzt, das den hebräischen

Text nicht eindeutig wiedergibt, weil

Koriander in der Wüste nicht wächst und

die braunen Körner nicht mit dem weißen

Manna verglichen werden können.

Das Haus Israel nannte das Brot Manna.

Es war weiß wie Koriandersamen und

schmeckte wie Honigkuchen.

(Ex 16,31)

Weitere Bibelstelle

Num 11,7–8

Schwarzer Senf (Brassica nigra)

In der asiatischen Küche wird gerne das Grün verwendet,

bei uns ist Koriander ein beliebtes Brotgewürz.

Koriandersamen und Korianderblätter gehörten

zu den wichtigsten Zutaten in der

römischen Küche.

Die ätherischen Öle wirken appetitanregend,

verdauungsfördernd und krampflösend und

werden daher bei Magen­ und Darmleiden

eingesetzt.

Koriander wird bereits in Sanskritschriften,

Papyri und im Alten Testament erwähnt.

Koriandersamen fand man sowohl bei

Ausgrabungen von steinzeitlichen Kulturrelikten

als auch in den Gräbern der

Pharaonen. In Ägypten galten die zerstoßenen

Samen als Aphrodisiakum. Dieser Ruf trug

den Körnern den Namen „Hochzeitskügelchen“

ein. Die Römer brachten den

Koriander nach Mitteleuropa. Griechen und

Römer würzten den Wein mit Koriander.

Der schwarze Senf ist bereits seit Jahrtausenden

bekannt und wird kultiviert.

Alle Senfarten gehören zur Familie der

Kreuzblütler. Die Pflanzen sind einjährig und

werden über einen Meter hoch. Nach der

Blüte bilden die Pflanzen Schoten, in denen

sich die Senfkörner befinden. Sie wurden

hauptsächlich gepresst; das Öl wurde für

medizinische Zwecke verwendet.

Wild wachsender Senf in Galiläa, Israel.

26


KOSMETIK- UND DUFTPFLANZEN

Rose (Rosa phoenicia / damascena)

In biblischer Zeit wurde in Gärten eine

Rosensorte für kosmetische Zwecke gezüchtet,

die aus einem der Nachbarländer

stammte.

Rosenduft zählte neben Narde zu den kostbarsten

und beliebtesten Düften im alten

Orient. Vor Entdeckung der Wasserdampf-

Destillation gewannen die Griechen bereits

Rosenöl durch Sesamöl. Eine frühe Heimat

des Rosenduftes ist auch Zentralasien.

In der Bibel taucht die Erwähnung der

Rose erst in den späteren Texten des Alten

Testaments auf.

Hört mich an, ihr frommen Söhne, und

gedeiht wie eine Rose, die am Flusslauf

wächst!

(Sir 39,13)

Weitere Bibelstellen

Weish 2,8; Sir 24,14; 50,8

Wildrose im Bibelgarten Ritzlhof.

Safran (Crocus sativus)

Der Name Safran kommt vom arabischen

Wort za‘fran (= gelb). Safran hat eine so

starke Farbkraft, dass 0,01 Gramm Safran

noch drei Liter Wasser gelb färben. Der

Die dreigliedrige Narbe wird händisch gepflückt.

Geruch ist schwer und fast narkotisierend,

der Geschmack würzig, leicht süßbitter.

Die Safranpflanze ist eine Krokusart und

ähnelt unserer Herbstzeitlose. Die fliederfarbene

Safranblüte trägt einen ca. 10 cm langen

Griffel, an dessen Spitze sich eine orangerote

dreigliedrige Narbe befindet. Diese

Narbenfäden werden abgeschnitten und

getrocknet. Sie kommen als Safranfädchen

oder pulverisiert in den Handel. Man

braucht ca. 100.000 Blütennarben, um 1 kg

gebrauchs fertiges Safran zu gewinnen.

Als eigentliche Heimat des Safrans gilt Kleinasien,

aber auch in vielen südeuropäischen

Ländern wurde und wird Safran angebaut.

Heute ist Spanien Hauptlieferant für Safran.

In der Bibel wird Safran als Krokus bezeichnet

und in Verbindung mit Ästhetik erwähnt.

Narde, Krokus, Gewürzrohr und Zimt,

alle Weihrauchbäume, Myrrhe und Aloe,

allerbester Balsam.

(Hld 4,14)

Weitere Harze und Duftpflanzen

Tragakant (Gen 43,11)

Galbanum (Ex 30,34)

Ladanum (Gen 37,25)

Stakte (Sir 24,15)

31


WASSERPFLANZEN

und tauchen leicht unter. Daher waren sie

von Ägypten ausgehend Symbol für die

Neugeburt der Schöpfung, Regeneration und

Lebenserneuerung. Die Blätter sind schmutzund

wasserabweisend („Lotoseffekt“ – siehe

Bild unterhalb). In weiten Teilen Asiens gilt

der Lotos deshalb bis heute als Symbol für

Reinheit, Treue und Erleuchtung.

Binsen bilden knäuelige Blütenährchen aus.

Binsen sollen auch Seile gemacht worden

sein (vgl. Ijob 40,26).

Ist das ein Fasten, wie ich es wünsche, ein

Tag, an dem sich der Mensch demütigt:

wenn man den Kopf hängen lässt wie

eine Binse, wenn man sich mit Sack und

Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten

und einen Tag, der dem Herrn gefällt?

(Jes 58,5)

Die Kapitelle der beiden Säulen vor dem

Salomonischen Tempel hatten die Form von

Lotosblüten. Der große Wasserkessel aus

Bronze auf dem Tempelplatz, Ehernes Meer

genannt und Symbol für das gebändigte

Weitere Bibelstellen

Jes 9,13; 19,7

Lotos (Nymphaea lotos / caerulea)

Die Einheitsübersetzung gibt das hebräische

Wort schoschan für den Lotos mit „Lilie“

wieder. Es kann nicht genau entschieden

werden, ob damit der ägyptische weiße

Lotos oder der himmelblaue Lotos (eine

Wasserlilie, die in Ägypten als heilig galt)

gemeint ist.

Seerosenblüten sind bei sonnigem Wetter

am Tag offen, sie schließen sich nachts

Lotosblüte und Seerosen im Bibelgarten Greisinghof.

38


Register der beschriebenen Pflanzen

Akazie ............................................4

Aloe ..............................................28

Anemone .....................................42

Balsamstrauch .............................29

Binse ............................................37

Bohnen ........................................22

Dattelpalme ..................................5

Dill ...............................................24

Dinkel ..........................................19

Diptam .........................................34

Disteln ..........................................32

Dornbusch/Dornstrauch .............33

Eiche ..............................................6

Feigenbaum ..................................7

Gerste ..........................................19

Getreide .......................................19

Ginster .........................................34

Golddistel ....................................33

Granatbaum ..................................8

Gurken .........................................23

Hagedorn ....................................34

Hirse ............................................20

Kapernstrauch .............................35

Klatschmohn ...............................43

Kleine Brennnessel .....................36

Knoblauch ...................................23

Koriander ....................................26

Kümmel .......................................24

Kugeldistel ...................................33

Lauch ...........................................23

Lilie ..............................................43

Linsen ..........................................23

Lotos ............................................38

Mandelbaum .................................9

Mariendistel ................................32

Mastixstrauch ..............................29

Maulbeerbaum .............................9

Melonen ......................................23

Minze ...........................................25

Myrrhenstrauch ..........................30

Narde ..........................................30

Ölbaum ........................................10

Papyrus ..................................39, 41

Rizinusstrauch .............................11

Rohrkolben ..................................39

Rose .............................................31

Safran ..........................................31

Schilfrohr .....................................40

Schwarzer Senf ............................26

Sennastrauch ..............................33

Weide ..........................................12

Weihrauchstrauch .......................13

Weinrebe .....................................14

Weißer Wermut ..........................36

Weizen ........................................20

Ysop .............................................27

Zeder ...........................................16

Zimtbaum ....................................17

Zwiebel ........................................23

Zypresse ......................................17

Weiterführende Literatur

Maria Häusl (Hrsg.), Vom Garten Eden bis zu Salomos Weinberg. Pflanzen der Bibel, Stuttgart (Verlag

Kath. Bibelwerk) 2018.

Wolfgang Kawollek/Henning Falk, Bibelpflanzen kennen und kultivieren, Stuttgart (Eugen Ulmer KG)

2005.

Alois Schaller/Ursula Tinner/Ursula Weber-Böni, Bibelgarten Gossau, Kath. Kirchengemeinde Gossau.

Michael Zohary, Pflanzen der Bibel, Stuttgart (Calwer Verlag) 3 1983.

Wolfgang Zwickel, Faszination Bibelgarten, Gütersloh (Kiefel/Gütersloher Verlagshaus) 2000.

Ein Teil des Textes geht weitgehend auf das von Walter Bejvl in Zusammenarbeit mit dem Bibelwerk gestaltete

Sonderheft ÖKOL 2/2007 zurück.

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