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Sommer 2020

BREMER SPORT

MAGAZIN DES LANDESSPORTBUNDES FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Coronakrise

Wichtiges zur Pandemie

Tischtennis

Playoffs mal anders

Im Doppelzweier

Ausprobiert: Rudern

Hip-Hop-Tänzerin Rike Jürgens aus Bremerhaven

Sportlerin des Jahres


Unser Sport ist MEHR wert!

Unterstützt unsere Petition für eine

Erhöhung der Vereinsförderung auf:

https://bit.ly/3hrtZho

Seid aktiv!

Wir sind für euch da.

2


EDITORIAL

Andreas Vroom, Präsident des

Landessportbundes Bremen.

IMPRESSUM

BREMER SPORT

MAGAZIN FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Herausgeber & Verlag:

Landessportbund Bremen e. V. (LSB)

Auf der Muggenburg 30

28217 Bremen

0421 / 7928723

info@lsb-bremen.de

WESER-KURIER Mediengruppe

Magazinverlag Bremen GmbH,

Martinistraße 43, 28195 Bremen

04 21 / 36 71-4990

info@magazinverlag-bremen.de

Redaktion:

Martin Märtens (V.i.S.d.P.),

Kristina Wiede, Jennifer Fahrenholz,

Boris Butschkadoff (LSB)

Grafik/Layout:

Stevie Schulze

Anzeigen:

Volker Schleich (verantwortlich),

Anne Zeidler, Susanne Franke, Anja Höpfner

Yvonne Bittner

Druck:

Bonifatius GmbH Druck - Buch - Verlag

Karl-Schurz-Straße 26

33100 Paderborn

Urheberrechte:

Der Nachdruck von

Beiträgen ist nur mit

Genehmigung des Verlages

und mit Quellenangabe gestattet.

Titelbild:

Rike Jürgens, Foto: Carsten Heidmann

Foto: LSB

Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,

hinter uns liegen Wochen und

Monate voller Entbehrungen und Einschränkungen.

Die Corona-Pandemie hat

den organisierten Sport mit voller Wucht

getroffen. Zeitweise war der komplette Vereinsbetrieb

lahmgelegt. Solch massive Einschränkungen

hat es in der Geschichte des

Sports noch nie gegeben. Der Lockdown

war für alle Beteiligten eine völlig neue Erfahrung

und es hat einige Zeit gedauert,

um zu realisieren, welch große Tragweite

die Auswirkungen dieser Pandemie haben.

Nun aber ist es Zeit, nach vorne zu schauen.

Die rückläufigen Infektionszahlen haben

in Kombination mit dem Verhalten der

Bevölkerung und der Einhaltung der Corona-Auflagen

dafür gesorgt, dass signifikante

Lockerungen möglich wurden und auf den

Sportanlagen in Bremen und Bremerhaven

endlich wieder Leben eingezogen ist.

Auch wenn es nach wie vor nötig ist,

sich strikt an die behördlichen Auflagen

und Corona-Regeln zu halten, so ist eines

doch zu beobachten: Die große Erleichterung

bei den Sportlerinnen und Sportlerinnen,

nach wochenlangem Stillstand endlich

wieder ihrem geliebten Hobby nachgehen

zu können. Neben der fehlenden regemäßigen

Bewegung darf man in Bezug auf die

Coronakrise auch die soziale Komponente

nicht außer Acht lassen, die im Breitensport

eine wesentliche Rolle spielt. Kontakte zu

Freunden innerhalb der Vereine waren über

viele Wochen schlichtweg nicht möglich.

Das hat etlichen Sportlerinnen und Sportlern

zu schaffen gemacht, denn neben dem

unmittelbaren persönlichen Umfeld und

Arbeitsplatz ist der Sportverein für viele

Mitglieder wie eine zweite Familie.

Ein großes Lob möchte ich unseren Mitgliedsorganisationen

aussprechen. Trotz

berechtigter Sorgen und Existenzängste

haben die Verantwortlichen in den Sportvereinen

Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein

bewiesen. Die Vereine haben

sich nicht unterkriegen lassen, sondern aus

der Not eine Tugend gemacht und hervorragendes

Krisenmanagement betrieben.

Mit welchem Ideenreichtum sich die Verantwortlichen

an die neuen Gegebenheiten

angepasst und ganz neue Formen von

Sportangeboten entwickelt haben, hat mich

beeindruckt. Mit großem Engagement,

kleinen Videos und Sportübungen, die im

Internet hochgeladen wurden, haben die

Vereine ihre Mitglieder bei Laune gehalten

und zumindest visuell ein bisschen Vereinskultur

nach außen getragen.

Auch deshalb hoffe ich sehr, dass sich die

Mitglieder ähnlich wie 2015, als viele Bremer

Sporthallen wegen der Unterbringung

von Flüchtlingen nicht zur Verfügung standen,

solidarisch mit ihrem Verein zeigen.

Der Zusammenhalt in der Sportfamilie ist

enorm. Daher gehe ich nicht davon aus, dass

die Mitglieder ihren Vereinen infolge der

Coronakrise vermehrt den Rücken kehren.

Falls es anders kommen sollte, würden viele

allerdings in eine große Schieflage geraten.

Wir sind dem Bremer Senat dankbar,

dass er angesichts der gravierenden Folgen

der Coronapandemie einen finanziellen

Rettungsschirm für die Vereine installiert

hat. Die Antragsfrist für den Rettungsschirm

wurde gerade bis Ende August verlängert.

Zudem können die Vereine – entsprechende

Nachweise vorausgesetzt – jetzt

bis zu 25000 Euro an Fördersummen beantragen.

Das ist ein wichtiges Signal, denn

die Vereine dürfen keine großen Rücklagen

bilden und sind zudem allein von ihrer Größe

her ganz unterschiedlich aufgestellt. Ich

freue mich, dass der Senat das erkannt hat

und die Vereine schützt, damit die Strukturen

in so einer Phase nicht kaputtgehen.

Neben der Coronakrise beschäftigt den

Landessportbund aktuell noch ein anderes

wichtiges Thema. Schon vor dem Ausbruch

der Pandemie waren in einer ernsten

Diskussion über den neuen Sporthaushalt.

Kurz und knapp: Der Entwurf für den Sporthaushalt

2020/2021 ist enttäuschend und

muss dringend nachgebessert werden. Die

vermeintliche Erhöhung kommt bei den

Vereinen so gut wie gar nicht an, denn das

Geld soll laut aktuellem Haushaltsentwurf

zu großen Teilen in die Sanierung der Bremer

Bäder fließen. Deshalb haben wir als

Landessportbund eine Online-Petition gestartet,

über die wir im aktuellen Magazin

natürlich ausführlich berichten. Bitte unterstützen

sie den LSB und zeichnen Sie die Petition

mit. Je mehr Sportlerinnen und Sportler

die Petition unterstützen, desto größer

die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit unserem

Anliegen in der Politik Gehör finden!

Auch wenn ich mich wiederhole, weise

ich an dieser Stelle noch einmal auf die

enorme gesellschaftliche Bedeutung des

organisierten Sports hin. Jeder in den Sport

investierte Euro wird der Gesellschaft allein

in den Bereichen Soziales und Gesundheit

über ein Vielfaches zurückgegeben.

Ich wünsche allen Sportlerinnen und

Sportlern in Bremen und Bremerhaven

trotz der anhaltenden Coronapandemie

einen wunderschönen und ereignisreichen

Sommer! Bleibt bitte gesund und denkt

daran, dass wir auch im Sport weiterhin

mit Umsicht agieren und die behördlichen

Auflagen einhalten müssen. Denn eines

ist klar: Es wäre fatal, wenn die erreichten

Lockerungen für den Sport wieder zurückgeschraubt

werden müssen, weil die Infektionszahlen

wieder steigen.

Euer Andreas Vroom

3


INHALT

STORY

Bremer Sportler des Jahres 2019 18

Rike Jürgens und Lennard Kämna

Foto: Marcus Meyer Photography

Schwimmen:

Baden - aber mit Abstand 34

Vereins – und Verbandsberichte im Bremer Sport

Aufgrund der Coronakrise erscheint die aktuelle Ausgabe

des Bremer Sport in einem kleineren Umfang

als normal. In der Herbst-Ausgabe, die voraussichtlich

Mitte September erscheint, veröffentlichen wir

in unserem Magazin gerne wieder Meldungen und

Neuigkeiten aus den Bremer und Bremerhavener

Sportvereinen. Das können zum Beispiel besondere

sportliche Leistungen, Ehrungen, Jubiläums-Veranstaltungen

oder die Einweihung einer neuen Sportstätte

sein. Schicken Sie ihre Texte für die nächste

Ausgabe bitte per E-Mail und mit einem druckfähigen

Bild an pr@lsb-bremen.de.

AKTUELLES

Lockerungen 6

Vereinssport unter Auflagen wieder möglich

„Zusammenhalt“ 10

LSB-Geschäftsführerin Karoline Müller im Interview

Virtuelle Angebote 12

Vereine reagieren auf die Krise

Sportabzeichen 15

Abnahme der leichtathletischen Disziplinen

Ungewöhnliche Playoffs 16

Tischtennis: Sascha Greber im Interview

LSB

Kultur- und Friedenspreis 24

LSB und Werder ausgezeichnet

BSJ

Freiwilligendienste 26

AOK kooperiert mit der Bremer Sportjugend

AUSPROBIERT

Im Doppelzweier 28

Rudern auf dem Werdersee

Velo-Sport

Ihr Radsporthaus GmbH

GESUNDHEIT

„Anspruchsvoller Sport“ 30

Dr. Götz Dimanski über das Rudern

4

Ihr Spezialist für Renn-,

City- und Trekkingräder

Martinistraße 30-32 · 28195 Bremen

Tel. 0421 - 18260 · www.velo-sport.de

RUBRIKEN

Editorial 3

Impressum 3

Kolumne 13


Online-Petition eingereicht

Landessportbund Bremen fordert eine Erhöhung des Sporthaushalts

AKTUELLES

einssport wird teuer und unattraktiv. Daher

fordert der LSB für das laufende Jahr 2020

eine Erhöhung des Sport-Budgets um mindestens

1,2 Millionen Euro für Maßnahmen,

von denen der organisierte Sport und

die Mitglieder der Sportvereine unmittelbar

profitieren.

Konkret fordert der LSB vom Bremer

Senat folgende Maßnahmen:

Bereitstellung von Fördermitteln zur

Gewinnung und Ausbildung von Übungsleiter/innen

und Trainer/innen

Erhöhung der Energiekostenzuschüsse

für die Sicherstellung der vereinseigenen

Sportanlagen

Erhöhung der (Nachwuchs)Leistungssportförderung

und Talentförderung

Kostenfreie Nutzung von öffentlichen

Sportanlagen, Sport- und Schulhallen sowie

Schwimmbädern für die Vereine

Übernahme von Vereinsmitgliedschaften

für sozial benachteiligte Personenkreise

Andreas Vroom, Präsident des LSB, hat die Online Petition eingereicht.

Foto: LSB/Sven Peter

Sicherstellung der funktionalen und

wohnortnahen Sportflächen (sportartübergreifend)

für die Träger des Sports

LSB-Präsident Andreas Vroom hat bei

der Bremischen Bürgerschaft eine

Online-Petition für die Erhöhung des

Sporthaushalts im Land Bremen eingereicht.

Die Petition ist öffentlich und kann auf der

Petitionsseite der Bremischen Bürgerschaft

unter https://bit.ly/3hrtZho mitgezeichnet

werden. Seit Beginn der Mitzeichnungsfrist

haben sich bereits ….. Personen an der Petition

beteiligt (Stand: 25. Juni 2020).

Insbesondere die Sportvereine- und

Verbände im Land Bremen mit ihren rund

150000 Mitgliedern sind aufgerufen, sich

an der Petition zu beteiligen! Damit sich

die Sportgemeinschaft im Land Bremen

gegenüber dem Senat möglichst viel Gehör

verschaffen und den Forderungen zur

Erhöhung des Sporthaushalts Nachdruck

verleihen kann, appelliert der LSB an alle

Bürgerinnen und Bürger sowie die Sportvereine

und Vereinsmitglieder in Bremen

und Bremerhaven, die Petition durch ihre

Mitzeichnung aktiv zu unterstützen. Auch

Minderjährige können mitmachen.

Unsere Bitte an die Vereine, Verbände

und Sportbegeisterten: Teilt und verbreitet

den Link zur Online-Petition auf allen Kanälen

und informiert durch entsprechende

Rundschreiben, Aushänge, Mitteilungen

auf der Homepage, E-Mails oder Social

Media-Beiträge (z.B. auf Facebook oder

Twitter - Hashtag #SupportBremerSport).

Denn eines ist klar: Wenn der organisierte

Sport in Bremen und Bremerhaven zusammensteht

und mit einer Stimme spricht,

dürfte es der Politik schwerfallen, den organisierten

Sport zu ignorieren und auf die

LSB-Forderungen einzugehen.

Nicht zuletzt in der aktuellen Coronakrise

zeigt sich, wie wichtig der Vereinssport

für die Gesellschaft ist. Der neue

Sporthaushalt des Bremer Senats wird der

gesellschaftlichen Bedeutung des Sports

dabei in keiner Weise gerecht. Fakt ist, dass

unter dem Strich kaum etwas bei den Vereinen

ankommt. Ohne zusätzliche öffentliche

Gelder steigen die Mitgliedsbeiträge

der Vereine immer weiter an und der Ver-

„Die vielschichtigen Aufgaben des organisierten

Sports, insbesondere für die

Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt

in der Gesellschaft, werden im neuen

Haushaltsentwurf wieder einmal vernachlässigt

und nicht ausreichend gewürdigt.

Es bedarf dringend einer stärkeren öffentlichen

Unterstützung des Sports. Allein der

allgemeine gesellschaftliche Wandel stellt

die Vereine und somit auch die Vereinsmitglieder

vor enorme Probleme und Herausforderungen“,

erklärt LSB-Präsident Andreas

Vroom. „Wir brauchen mehr Gehör und

Stimme in der Politik“.

Die Mitzeichnungsfrist für die Online-Petition

endet am 23. Juli 2020. Nähere

Informationen zur Verfahrensweise mit

öffentlichen Petitionen und den entsprechenden

Regularien gibt es auf der Webseite

der Bremischen Bürgerschaft.

Der Landessportbund Bremen bedankt

sich für die bisherige Unterstützung und

hofft weiterhin auf eine rege Beteiligung aller

Bürgerinnen und Bürger sowie Sportlerinnen

und Sportler im Land Bremen! (LSB)

5


AKTUELL

Aber bitte mit Abstand!

Hallensport unter Corona-Auflagen: Ein Besuch beim TV Eiche Horn

6

Die Sonne wirft ihre Schatten auf das Sportzentrum in

der Berckstraße. Von weitem ist eine kleine Gruppe

zu erkennen, die auf einer Wiese gemeinsam gymnastische

Übungen vollzieht. Auf dem Parkplatz

kramt eine Frau im Trainingsanzug in ihrer Tasche. Es

ist ein Anschein von Normalität, den der Verein TV Eiche Horn an

diesem Morgen Anfang Juni erweckt. Dass dieser Eindruck nur ein

Trugschluss ist, zeigt sich als Geschäftsführer Fred Siegert vor die

Tür tritt. „Guten Morgen“, sagt er fast unverständlich. Ein Händedruck

als obligatorischer Akt der Höflichkeit muss entfallen – und

das aus guten Grund.

Seit dem 27. Mai ist die Ausübung von Indoor-Sport laut Senatsbeschluss

offiziell wieder erlaubt. Grünes Licht für den Hallensport?

Nun, gelb trifft es wohl besser. Die Voraussetzungen, unter

denen Vereine ihre Hallen wieder für Mitglieder öffnen dürfen,

sind streng. Es gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern, jede Person

muss eine Fläche von 20 Quadratmetern zur Verfügung haben,

Umkleiden und Duschen sind zu sperren. So sieht es das Regelwerk

der fünften Coronaverordnung vor, mit denen sich auch der TV Eiche

Horn konfrontiert sieht. Ergänzend zu den behördlichen Auflagen

hat der Verein ein eigenes Hygiene- und Sicherheitskonzept

geschrieben. „Es besteht aus zehn Nutzungsregeln, die sich an den

Vorgaben und Leitplanken des Deutschen Olympischen Sportbundes

orientieren, aber auch inhaltlich darüber hinausgehen“, erklärt

Siegert während er den Spender mit Desinfektionsmittel betätigt

und die Flüssigkeit in kreisenden Bewegungen auf seinen Händen

verteilt.

Räumliche Auslastung

Die letzten Wochen und Monate hätten sich für die Mitarbeitenden

des Vereins als „echtes Mammutprojekt“ erwiesen. „Viele denken,

dass ein Aussetzen des Trainingsbetriebs bedeutet, dass es in den

Vereinen keine Arbeit gibt“, erzählt der Geschäftsführer schmunzelnd.

Dabei sei genau das Gegenteil der Fall gewiesen. Seit Anfang

Juni nimmt der TV Eiche Horn seinen sportlichen Betrieb

in den Hallen schrittweise wieder auf. Eine maßgebliche Vorgabe

für sämtliche Planungen sei vor allem die behördlich angeordnete

Mindestfläche pro Sportler gewesen. „Wir mussten festlegen, wie

viele Personen maximal in die Hallen können“, sagt Siegert. „Das

hat natürlich Auswirkungen auf die Teilnehmerzahl der einzelnen

Kurse und Trainingseinheiten.“ Zu den vereinseigenen Räumlichkeiten

in der Berckstraße gehören eine große Sporthalle, eine

Mehrzweckhalle, sowie das Fitnessstudio „Maximum“ mit benachbarten

Kursraum. Die große Sporthalle sei in den vorbereitenden

Kalkulationen aufgrund ihrer Größe kein Problem gewesen. „Wir

haben uns dennoch entschieden, dort nicht mehr als 20 Personen

unterzubringen.“ Problematischer sei es dagegen, ein Angebot in

der Mehrzweckhalle und im Kursraum des Fitnessstudios unterbreiten

zu können. Letzterer erlaube lediglich eine Anwesenheit

von sieben Personen. „Das lohnt sich einfach nicht“, macht Siegert

klar und verweist auf Digitalangebote, die analoge Kurse vorübergehend

ersetzen sollen. In der Mehrzweckhalle sei unterdessen

die Anwesenheit von zwölf Sportlerinnen und Sportlern erlaubt.

Kein zufriedenstellender Zustand, wie Siegert findet. „Optimal ist

das nicht“, sagt er. „Die meisten Gruppen sind deutlich größer.“ Insofern

seien die Abteilungsleiter herausgefordert, mit diesen Einschränkungen

umzugehen.

Lob an die Trainer

Bei der Ausübung von Indoor-Sportarten, die mittlerweile wieder

angeboten werden, seien zwei Herangehensweisen praktikabel.

„Entweder müssen sich die Teilnehmenden im Vorfeld in einem

bestimmten Zeitfenster anmelden bis alle Plätze belegt sind oder

es werden zwei Einheiten hintereinander angeboten.“ Die zweite


Geschäftsführer Fred Siegert (links) ist froh, einige Hallensportarten wie die Rückengymnastik (rechts) wieder anbieten zu können. Fotos: Sven Peter

Möglichkeit biete sich vor allem bei großen Gruppen an. Was die

Ausübung der jeweiligen Sportarten betreffe, sei laut Siegert großes

Lob an die Trainer auszusprechen. Sie sind sehr kreativ, wenn

es darum geht, regelkonform Sport zu treiben.“ Als hilfreich habe

sich erwiesen, Geräte und andere Requisiten außen vor zu lassen.

Das funktioniere in einigen Sportarten natürlich besser als in anderen.

„Wir sind uns bewusst, dass die Auflagen den Betrieb einschränken“,

betont er. „Aber es geht uns darum, überhaupt wieder

ein sportliches Angebot unterbreiten zu können.“ Zudem versuche

man auch typische Indoor-Sportarten – insofern möglich – weiterhin

ins Freie zu verlegen. „Draußen ist das Infektionsrisiko einfach

deutlich geringer“, sagt der Geschäftsführer.

hat auch eine soziale Komponente.“ Die Bereitschaft der Vereinsmitglieder

zur Einhaltung der Regeln sei dennoch erfreulich groß.

„Die Einschränkungen sind lästig, aber die Vorfreude einander

wiederzusehen und ein Teamgefüge genießen zu können, scheint

zu überwiegen“, macht Siegert seinen Eindruck deutlich. Auch

wenn die Rückkehr zur sportlichen Normalität noch auf sich warten

lässt: Beim TV Eiche Horn scheint man sich auch über kleine

Schritte zu freuen. Und Einschränkungen werden – wie sollte es

auch anders sein – sportlich genommen. (JF)

Dieser Bericht bezieht sich auf die Gegebenheiten Anfang Juni. Die behördlichen

Anforderungen an den Sport werden regelmäßig angepasst.

Einbahnstraßenprinzip

Weiße Striche, orangefarbene Pfeile – auch der Boden des Sportzentrums

illustriert die Anpassungen in Zeiten von Corona. Ein

sogenanntes Einbahnstraßenprinzip soll für Ordnung und Abstand

sorgen. Besucher betreten die Sportstätte durch den Haupteingang

und verlassen sie im Anschluss durch markierte Außentüren.

„Wir glauben, dass der Eingangsbereich ein Ort ist, an dem

es sonst schnell zu Menschenansammlungen kommen könnte“, erklärt

Siegert. Währenddessen haben einige Frauen das Sportzentrum

betreten. Konzentriert wechseln sie ihr Schuhwerk und blicken

immer wieder verstohlen zu den Bodenmarkierungen – mit

Bedacht, diese nicht zu übertreten.

Die größte Herausforderung

Doch nicht nur die räumlichen Umstellungen und Teilnahmebegrenzungen

stellen den sportlichen Betrieb des TV Eiche Horns auf

den Kopf. Die größte Herausforderung bestehe laut Siegert in der

Einhaltung des Mindestabstandes. „Menschen sind Menschen“,

sagt er schulterzuckend. Umarmungen, ein freundschaftlicher

Schulterklopfer sowie ein ausgiebiger Plausch vor oder nach dem

Training – darauf müsse aktuell verzichtet werden. „Vieles was aktuell

stattfindet, hat natürlich nicht viel mit dem Sport an sich zu

tun“, sagt er. „Sport bedeutet nicht nur körperliche Ertüchtigung. Es

7


AKTUELL

Fotos: A. Bowinkelman / LSB NRW (2), BSC Bremer Sport-Club e.V., Mär

Lockerungen für den Vereinssport

In- und Outdooraktivitäten unter Auflagen wieder möglich

8

Erleichterung bei den Sportvereinen im

Land Bremen: Seit Ende Mai ist unter

Einhaltung bestimmter Auflagen

auch der Betrieb in räumlich geschlossenen

Sportanlagen wieder zulässig. Zudem sind

die Quadratmeterbeschränkungen pro Teilnehmer

sowohl für den Indoor- als auch für

den Outdoorsport aufgehoben.

Trotz des Wegfalls der Quadratmeterbeschränkungen

appelliert der LSB Bremen an

seine Mitgliedsorganisationen, nur eine der

jeweiligen Situation angemessene Anzahl

an Personen in die Hallen zu lassen, sofern

es keine Beschränkung der Personenanzahl

durch den Hallenbetreiber gibt. Übungsleiter/Innen

und Trainer/Innen sollten weiter

eindringlich für die Wichtigkeit der Hygiene-

und Abstandsregeln - insbesondere bei

Gruppen - sensibilisiert werden. Outdooraktivitäten

sollten bis auf weiteres - wenn

möglich - bevorzugt werden.

Am 23. Juni hat der Senat weitere Lockerungen

für den Sport beschlossen.

Demnach sind im Zuge der neuen Coronaverordnung

wieder bis zu 200 Zuschauer

bei Sportveranstaltungen zulässig. Generell

gelten für die Zuschauer aber nach wie vor

die Hygiene- und Abstandsregeln. Auch

Kontaktsportarten mit bis zu 10 Personen

sind ab 26. Juni offiziell wieder erlaubt.

Umkleiden und Duschen bleiben vorerst

noch geschlossen. Anfang Juli will der

Senat aber darüber entscheiden, ob diese

wieder geöffnet werden können „Dies wäre

nicht zuletzt mit Blick auf die Schwimmbäder

eine wichtige Lockerung“, erklärt Sozialsenatorin

Anja Stahmann, mahnt aber

auch zur Vorsicht: “Wichtig ist und bleibt,

dass die Menschen sich an die Regeln halten.

Dies ist die Voraussetzung für weitere

Lockerungen.”

Die Aufnahme von Kontaktdaten der

Teilnehmenden ist für Indooraktivitäten

weiterhin verpflichtend. Auch für Outdooraktivitäten

empfiehlt der LSB, die Kontaktdaten

zu erfassen und zum Zwecke

einer etwaigen Infektionskettenverfolgung

datenschutzkonform drei Wochen aufzubewahren.

Mehr Infos zu Verhaltensregeln: https://www.

dosb.de/medien-service/coronavirus/sportartspezifische-uebergangsregeln/?Leitplanken=

LSB-Empfehlungen für den Sportbetrieb:

geltende Abstands- und Hygieneregeln

einhalten (aktuelle Coronaverordnung)

Handwaschmittel und Papierhandtücher

in den Toiletten vorrätig halten

benutzte Geräte/Oberflächen regelmäßig

reinigen

Reinigungsintervall für Toiletten

bedarfsgerecht anpassen

Fenster und Türen in geschlossenen Räumen

offen lassen, Frischluftzufuhr sichern

Rücksicht auf Risikogruppen nehmen

Kontakt zu anderen Sportgruppen

vermeiden

Hallenräume so kontaktarm wie möglich

nutzen

Klönschnack unter Vereinsmitgliedern

auf ein Minimum reduzieren

Hygiene- und Pandemieplan zugänglich

machen

Kontaktdaten der teilnehmenden Sportler

erfassen

Outdooraktivitäten sollten weiterhin

bevorzugt werden

Empfehlungen und Regeln der Spitzenverbände

und des DOSB berücksichtigen


Sommerferienprogramm

KSB Bremen-Nord: Kanufahren, Handball und mehr

Foto: A. Bowinkelman / LSB NRW

Die Corona Krise hat uns immer noch im Griff. Lockerungen

erfolgen jedoch nahezu täglich. Dennoch müssen wir leider

auch weiterhin noch mit Einschränkungen leben.

Trotz aller Schwierigkeiten haben sich viele Vereine und Institutionen

gefunden, die bereit und willens sind, auch in dieser Zeit,

unser beliebtes Programm für die Ferien anzubieten. Ihnen gilt

unser Dank. Es ist aufgrund der Corona Krise kleiner wie sonst,

aber mit 37 Seiten Programm und 130 Programmpunkten immer

noch ganz ansehnlich. Wir danken allen Vereinen und Veranstaltern

ganz herzlich für ihren Einsatz.

Gerade in der Krise ist es umso wichtiger, Angebote für Kinder

zu haben, die nicht in den Urlaub fahren. Zurzeit ist es ja nicht immer

möglich die freie Zeit im eigenen Sinn zu nutzen. Umso mehr

werden die Kinder sich hoffentlich über die Angebote im Sommerferien

freuen und sie hoffentlich nutzen.

Angeboten werden u.a. Sportschießen mit dem Lichtpunkt-

und Luftgewehr oder Bogen, Kanufahren, Polizei, DLRG,

Schnupperangeln, Lagerfeuerabende, Modeleisenbahn-Workshop,

Kräuterzauber, Wasserspiele, Sportspiele, Schwimmausflüge,

Tischtennis, Handball, und vieles mehr. Es sollte für jeden etwas

dabei sein.

Das Programm erscheint erstmals in diesem Jahr nicht als Broschüre,

die in Schulen, Geschäften, Benke etc. ausliegen, sondern

ausschließlich im Internet und in der Presse.

Es ist abrufbar unter auf der Homepage www.ksb-bremen-nord.

de/ferienprogramm/ oder direkt unter https://user-0WGSAId.cld.

bz/Druck-Sommerferienprogramm-2020-flipping-book. Die Gestaltung

ist recht komfortabel. So kann man z.B. direkt in den einzelnen

Programmpunkten direkt durch einen Klick auf die E-Mail

eine Mail an den jeweiligen Anbieter senden, um sich dort anzumelden

oder offene Fragen zu klären.

Leider ist es jedoch jederzeit nicht ausgeschlossen, dass Programmpunkte

von den Vereinen und Veranstaltern kurzfristig abgesagt

werden müssen, weil es Änderungen durch Anordnungen

der Regierungen gibt und/oder einzelne Hygieneregeln wider Erwarten

nicht eingehalten werden können. Im Internet und der

Presse versuchen wir das Programm immer auf dem Laufenden zu

halten.

Deshalb ist es wichtig sich vorher beim Veranstalter, im Internet

des KSB oder in der Presse zu informieren, ob alles wie angegeben

stattfindet. Dafür bitten wir um Verständnis, das in dieser

schwierigen Zeit, auch mal etwas schieflaufen kann.

Finanziert wird das Sommerferienprogramm unter anderem

durch Zuwendungen der Ortsämter Vegesack, Burglesum und Blumenthal

sowie des Sportamtes Bremen.

Ein Gutschein für

die Gesundheit

Ein gesundheitsbewusstes Leben fördert das eigene Wohlbefinden.

Darum unterstützt die AOK Bremen/Bremerhaven

ihre Versicherten dabei, dieses Wohlbefinden mit Bewegung,

ausgewogener Ernährung und Entspannung zu fördern. Seit Jahresbeginn

gibt es dafür den „AOK-Gesundheitsgutschein“.

Versicherte können jedes Jahr kostenfrei an zwei Präventionskursen

teilnehmen. Mit dem neuen Gesundheitsgutschein haben

sie „barrierefrei“ Zugang zu Angeboten etlicher neuer Gesundheitspartner

der AOK. Unter aok.de/bremen/gesundheitskurse

suchen sie sich einen Kurs aus, melden sich direkt beim Gesundheitspartner

ihrer Wahl an und geben dort bei Kursbeginn den

Gesundheitsgutschein ab. Um die Begleichung der Kursgebühren

müssen sie sich nicht mehr kümmern, vorausgesetzt, sie nehmen

an mindestens 80 Prozent der Kurseinheiten teil.

Mit Einführung des neuen Gesundheitsgutscheines hat sich die

Bandbreite an Gesundheitskursen vergrößert, die die Versicherten

der AOK Bremen/Bremerhaven belegen können. Zu Ernährungskursen,

Yoga, Pilates und Progressiver Muskelentspannung - den

Klassikern der vergangenen Jahre – sind viele neue Angebote hinzugekommen.

So können etwa Aquafitnesskurse oder Trendkurse

wie Functional Training gebucht werden, für Senioren stehen spezielle

Kurse für Fitness und Sturzprävention, zur Auswahl.

Die persönlichen Gesundheitsgutscheine können online unter

aok.de/bremen/gesundheitskurse angefordert werden. Alternativ

sind sie in den Geschäftsstellen erhältlich oder können unter den

Rufnummern 0421 1761-77150 (Bremen) oder 0471 16-636 (Bremerhaven)

bestellt werden.

Neben den kostenfreien Angeboten über den Gesundheitsgutschein

gibt es nach wie vor die Möglichkeit, an qualitätsgeprüften

Kursen anderer Anbieter teilzunehmen und sich die Kosten mit

80 Prozent bis zu einer Höhe von maximal 110 Euro von der AOK

Bremen/Bremerhaven erstatten zu lassen. Eine mögliche Kostenerstattung

muss vorab mit der Gesundheitskasse abgeklärt werden.

Versicherte finden die Angebote unter aok.de/bremen/gesundheitskurse.

Kursanbieter, die Gesundheitspartner der AOK Bremen/Bremerhaven

werden möchten, können sich unter aok-bremen-gesundheitsgutschein.de

informieren.

Foto: AOK

9


10

AKTUELL

Wie hat sich die Corona-Krise auf den organisierten

Sport im Land Bremen ausgewirkt?

Die Krise hat uns weiterentwickelt. Insbesondere

die Vereine, die allgemein sehr leidensfähig

sind. Im Zuge der Coronakrise

mussten sich die Vereine notgedrungen mit

dem Thema Digitalisierung beschäftigen.

Zudem haben viele Sportler - auch in den

klassischen Mannschaftssportarten - den

Sport an der frischen Luft bzw. in der Natur

für sich wiederentdeckt. Ich sehe daher

nicht nur die negativen, sondern auch positive

Aspekte. Die Coronakrise hat uns nicht

kaputtgemacht, sondern dafür gesorgt,

dass sich der organisierte Sport offen für

neue Dinge zeigt.

Wie hoch ist der zu erwartende finanzielle

Schaden?

Uns liegen aktuell noch keine verlässlichen

Zahlen vor. Der wirtschaftliche Schaden ist

daher noch nicht absehbar. Die befürchtete

Austrittswelle in den Vereinen ist bislang

glücklicherweise ausgeblieben. Die Mitglieder

halten den Vereinen die Treue. Dabei

spielt vermutlich auch eine Rolle, dass die

Corona-Beschränkungen im Land Bremen

relativ früh gelockert worden sind. Grundsätzlich

gilt zu beachten, dass die meisten

Kündigungsfristen in den Vereinsatzungen

auf den 30. Juni oder 31. Dezember datiert

sind. Um wirklich verlässliche Aussagen zu

treffen, müssen wir das laufende Jahr also

abwarten.

Was ist für Vereine aktuell die größte Herausforderung?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt

maßgeblich von der Struktur und Größe

der Vereine ab. Von unseren 400 Mitgliedsorganisationen

sind die meisten kleinere

Einsparten-Vereine mit Mitgliederzahlen

zwischen 7 und 500 Personen. Die Mehrzahl

der 150000 Vereinsmitglieder verteilt

sich jedoch auf die 20 größten Sportvereine

in Bremen und Bremerhaven. Informationsbedarf

gab und gibt es vor allem im

Bereich Vereinspraxis und Vereinsrecht.

Was ist mit unserer Mitgliederversammlung?

Was ist mit der Entlastung des Vorstandes?

Das waren typische Fragen, die an

uns herangetragen wurden. In finanzieller

Hinsicht sind wir dem Senat dankbar für

das Soforthilfepaket „Sport“ in Höhe von 1

Million Euro. Meines Wissens haben bereits

rund 150 Vereine einen entsprechenden

Antrag gestellt.

Reichen die 1 Million Euro oder muss

nachgebessert werden?

Das ist schwierig zu beantworten. Großvereine

haben natürlich einen ganz anderen

Bedarf als die Kleinstvereine. Neben den

„Der organisierte Sport wird

zu wenig wertgeschätzt“

LSB-Geschäftsführerin Karoline Müller im Interview

Mitgliedsbeiträgen und Kurs- bzw. Teilnahmegebühren

für ihre Sportangebote

sind viele Vereine auf Einnahmen durch die

Vermietung ihrer Sporthallen angewiesen.

Es war daher wichtig und existenziell für

die Planungssicherheit, dass die Mieten

trotz der Coronakrise weitergezahlt werden.

Unter dem Strich glaube und hoffe ich,

dass wir im Land Bremen mit einem blauen

Auge davongekommen sind. Aber wie

schon gesagt, genaue Zahlen zur finanziellen

Situation in den Vereinen werden wir

erst im kommenden Jahr vorliegen haben.

Haben sie Hoffnung, dass durch die Krise

deutlich wird, wie wichtig Sportvereine

für die Gesellschaft sind und dass es künftig

mehr Geld von der Politik gibt?

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Es

wäre schon viel geholfen, wenn die Institution

Sportverein in der Gesellschaft und vor

allem in der Politik wieder gefestigter wahrgenommen

wird. Der organisierte Sport

wird nach wie vor zu wenig wert geschätzt,

insbesondere wenn es um Zahlen geht. Das

Land Bremen ist leider sehr zurückhaltend

was die finanzielle Unterstützung des

Sports angeht. Viele denken, Sport ist „nice

to have“. Aber wir sind definitiv mehr wert!

Die Vereine sind die DNA in den einzelnen

Stadtteilen. Wir erreichen durch den organisierten

Sport alle Zielgruppen. Wenn die

Politik das nicht erkennt, sind wir als LSB,

aber auch jeder einzelne Verein, weiter gefordert,

gegenüber der Politik laut zu werden

und immer wieder auf den großen gesellschaftlichen

Stellenwert des Sports und

die damit verbundene Notwendigkeit einer

besseren finanziellen Förderung aufmerksam

zu machen. Unter anderem fordern wir

vom Senat, dass man den Sportvereinen die

öffentlichen Sportanlagen und Hallen wie

in Niedersachsen kostenfrei zur Verfügung

stellt. Alle Zahlen liegen auf dem Tisch.

Beim Thema Finanzen klingt ein wenig

Frustration durch. Ist das der Grund für

die Einreichung der Petition zur Erhöhung

des Sporthaushalts?

Wir haben uns gegenüber der Politik den

Mund fusselig geredet, werden aber offenbar

nicht gehört. Was mich am meisten

frustriert, ist die Tatsache, dass viele Politiker

selber in den Vereinen aktiv sind und

genau wissen, was dort geleistet wird. Dennoch

wird die Hand selten oder gar nicht

gehoben, wenn es darum geht, den Etat für

den Sport zu erhöhen. Das enttäuscht mich


Foto: Christina Kuhaupt

persönlich. Als in der jüngeren Vergangenheit

über die Anhebung des Kulturetats

berichtet wurde, haben die Verantwortlichen

euphorisch von einem kräftigen

Schluck aus der Pulle gesprochen. So einen

Schluck würde ich mir auch für den Sport

wünschen. Denn man darf eines nicht vergessen:

Jeder in den Sport investierte Cent

wird der Gesellschaft um ein Vielfaches zurückgezahlt.

Trotz Rettungspaket fordert der LSB in der

Petition mehr Geld für die Vereine. Wie

passt das zusammen?

Das muss man voneinander trennen. Das

eine ist die Krise. Das andere der viel zu

niedrige Sporthaushalt. Dieses Thema ist

leider nicht neu, sondern beschäftigt den

LSB seit 15 bis 20 Jahren. Unsere Forderungen

sind der Politik dementsprechend

bekannt. Ich verweise an dieser Stelle noch

einmal auf die Tatsache, dass der Sportetat

für das Land Bremen im Bundesvergleich

der mit Abstand kleinste ist. DOSB-Präsident

Alfons Hörmann hat in diesem

Zusammenhang schon vor Jahren davor

gewarnt, dass Bremen nicht vom Haushaltsnotlageland

zum Sportnotlageland

werden darf. Der Sportetat ist im Übrigen

auch der kleinste im Bremischen Haushalt.

Der Vereinssport lag zeitweise brach. Was

ging ihnen durch den Kopf, als klar wurde,

welch gravierende Auswirkungen die Coronakrise

hat?

Den Vereinen mitzuteilen, auf Empfehlung

der Behörden alle Sportanlagen mit

sofortiger Wirkung zu schließen, war eine

Herausforderung von enormer Tragweite.

Etwas Vergleichbares hat es im organisierten

Sport noch nie gegeben. Die Krise war

von einem auf den anderen Tag da und ich

glaube, dass hat alle Beteiligten schon ein

bisschen zusammengeschweißt. Ich muss

aber auch ganz klar sagen: Sport ist wichtig,

Gesundheit ist wichtiger! Der organisierte

Sport ist allgemein sehr diszipliniert und

verständnisvoll mit der Situation und den

gravierenden Einschränkungen umgegangen.

Und es hat sich gezeigt, dass unsere

Strukturen krisenfest sind. Ich glaube, dass

viele Menschen durch Corona noch mehr

zu schätzen wissen, wie sehr das Persönliche

im Verein eigentlich verbindet.

Welche Maßnahmen hat der LSB ergriffen,

um seinen Mitgliedsorganisationen während

der Coronakrise zu helfen?

Wir haben vor allem zugehört und versucht,

den Vereinen, auf die gerade zu Beginn sehr

viel eingeprasselt ist, hilfreiche und praxisnahe

Informationen an die Hand zu geben.

Unsere Message ist: Wir müssen positiv

bleiben. Den Kopf in den Sand zu stecken,

hilft nicht weiter. Wir versorgen unsere

Mitgliedsorganisationen regelmäßig mit

Updates, haben etliche Handlungsempfehlungen

und Rundschreiben verfasst. Die

wichtigste Frage von Seiten der Vereinsverantwortlichen

war „Was passiert mit den

Mitgliedsbeiträgen und Kursgebühren?“.

In diesem Zusammenhang haben wir den

Vereinen frühzeitig empfohlen, proaktiv

und offen mit ihren Mitgliedern zu kommunizieren.

Das hat meines Erachtens ganz

gut funktioniert und dafür gesorgt, die Verunsicherung

unter den Vereinsmitgliedern

zu lindern.

Welche Sorgen werden an Sie herangetragen?

Gibt es Existenzängste bei den Vereinen?

Ja, die gab es. Man muss bedenken, dass der

organisierte Sport ein riesiges Netzwerk an

Personen ist, an dem Arbeitsplätze, z.B. in

den Geschäftsstellen, hängen. Als plötzlich

sämtliche Hallen und Sportplätze dicht gemacht

wurden, war die Verunsicherung in

den Vereinen groß. Besonders die Übungsleiter

und Trainer, die extrem wichtig für

das Vereinsleben sind, haben gelitten. Sie

wurden unter eine extreme Geduldsprobe

gestellt, da lange Zeit unklar war, wie

lange der Lockdown im Sport andauern

würde und wer in welcher Form davon betroffen

ist. Es war enorm wichtig, dass die

Mitglieder ihren Vereinen in der Krise die

Treue gehalten und ihre Beiträge weiter gezahlt

haben. Ohne diese Solidarität wäre

das ganze Vereinskonstrukt ins Wanken geraten.

Mittlerweile kann auch der Sport in Hallen

wieder stattfinden. Sind Sie froh über die

Lockerungen durch die Politik oder kam

die Aufhebung der Beschränkungen zu

spät?

Im Vergleich zu anderen Bundesländern

war Bremen relativ schnell und auf den

Punkt. Es wurde situativ und angemessen

gehandelt. Mein Eindruck ist, dass alle Beteiligten

nur das Beste wollten. Das hat sich

auch im Dialog mit den zuständigen Behörden

gezeigt.

Trotz Lockerungen gibt es immer noch

Auflagen und Regeln, die die Vereine beachten

müssen. Macht es überhaupt Spaß,

unter diesen Umständen Sport zu treiben?

Sportler sind unermüdlich und passen sich

schnell an. Wie schon gesagt, viele haben

im Zuge der Krise den Outdoorsport neu

für sich entdeckt. Viele Übungsgruppen

verhalten sich vorbildlich und trainieren

weiterhin an der frischen Luft, obwohl auch

die Hallen seit einigen Wochen wieder offen

sind. Interessant wird es im Herbst und

Winter, wenn die Witterungsverhältnisse

in der Regel deutlich schlechter sind als aktuell.

Wie sieht es mit sportlichen Wettbewerben

aus?

Aktuell herrscht noch nicht die Sicherheit,

dass man einfach so tun könnte, als wäre

nichts gewesen. Ob und wann sich das ändert,

hängt von der weiteren Entwicklung

der Corona-Infektionen ab. Für jede weitere

Lockerung im Sport sind neue Absprachen

und Konzepte nötig – auch in Bezug

auf Wettkämpfe. Es wäre fatal, wenn die

Fallzahlen wieder steigen und bestimmte

Lockerungen wieder zurückgenommen

werden müssten. Grundsätzlich sind wir

mit Empfehlungen und Gesprächen besser

gefahren als mit Verboten. Wir müssen jetzt

prüfen und schauen, wie die einzelnen Verbände

bzw. Sportarten ihren Wettkampfbetrieb

umstellen und an die Corona-Bedingungen

anpassen können.

Inwieweit ist der LSB von der Coronakrise

betroffen?

Auch der LSB als Arbeitgeber musste prüfen,

was angesichts der Krise mit dem

hauptberuflichen Kollegium passiert. Von

daher waren wir sehr froh über die Signale

aus der Politik, dass die Zuwendungsmittel

für den LSB normal weiterfließen. Das hat

eine gewisse Sicherheit gegeben – auch für

die Belegschaft. Gelangweilt haben wir uns

in den vergangenen Wochen und Monaten

nicht. Als LSB mussten wir die Kommunikation

in allen Bereichen massiv hochfahren

und ich glaube, es ist uns ganz gut

gelungen - auch über die Medien - eine

gewisse Sicherheit für die Vereine auszustrahlen.

Die Vereine in Bremen und Bremerhaven

haben in der Krise sehr besonnen und flexibel

reagiert und in kürzester Zeit alternative

Angebote aus dem Hut gezaubert.

Wären Sie überrascht?

Ja, das hat mich schon überrascht. Ich glaube

es braucht immer ein oder zwei Vorreiter,

die einfach loslegen und die anderen

ein wenig unter Zugzwang setzen. Wir als

LSB müssen jetzt schauen, das wir diese

neuen Entwicklungen im Online-Bereich

in Zukunft unterstützen, etwa im Rahmen

von Aufklärung und zusätzlichen Weiterbildungsangeboten.

Absolut positiv war,

dass die Vereine sich in der Krise gegenseitig

unterstützt und vernetzt haben.

Welche Lektion hat uns Corona gelehrt?

Gibt es irgendeinen positiven Aspekt, den

Sie aus der Krise mitnehmen können?

Zusammenhalt. Daran mache ich unsere

Mitgliedsvereine fest. Der Landessportbund

ist nur so stark, wie die Vereine uns machen.

11


AKTUELLES

Foto: Sven Peter

Virtuelle Sportangebote

Wie die Sportvereine im Land Bremen auf die Coronakrise reagiert haben

Die Corona-Pandemie hat den

organisierten Sport kalt erwischt.

Von Mitte März bis

Mitte Mai kam es zu einer

historischen Auszeit in Sportdeutschland

– Veranstaltungen in Bremen

und Bremerhaven mussten abgesagt werden,

Training war untersagt, Sportplätze

gesperrt. So vielfältig die Sportvereine in

Deutschland sind, so vielseitig haben sie

auf die Coronakrise reagiert. Auch im Land

Bremen.

Angesichts der massiven Einschränkungen

hat es sich als Segen herausgestellt,

dass viele Sportvereine schon seit geraumer

Zeit wichtige Sprünge ins digitale Leben

getan haben: Newsletter, Homepages und

Facebook bilden dabei die Grundpfeiler

der Online-Kommunikation. Viele Clubs

gehen seit dem vorübergehenden Wegfall

des praktischen Sportangebots zusätzliche

Wege: TURA Bremen beispielsweise

hat die Corona-Pandemie zum Anlass genommen,

das ursprünglich für die Jahreshauptversammlung

geplante YouTube- und

Instagram-Debüt vorzuziehen. Soziale Medien

animieren gerade in Zeiten von Corona

zum Mitmachen und Helfen. Sie stärken

die Gemeinschaft im Verein - über Krankheiten,

Ausgangssperren oder Ländergrenzen

hinweg.

Sportliche Challenges, also Herausforderungen

mit fortlaufenden Nominierungen

wie bei den Softball-Damen der

BTV 1877, beim Stützpunktverein des Pro-

12

gramms "Integration durch Sport" (IdS)

TuSpo Surheide oder bei der Volleyballund

Badmintonabteilung von TV Eiche

Horn schweißen zusammen und halten die

(Netz‐)Gemeinschaft auf Trab. Die Idee

ist zwar nicht neu, aber bedingt durch den

untersagten Sportbetrieb haben sich immer

mehr Vereine, ihr Training ins Netz

zu verlegen. Auch wenn man sich lediglich

medial sieht, macht diese etwas andere Art

der Teamnähe viel aus. Vereine sind anders

als kommerzielle Sportanbieter zwar nicht

verpflichtet, ihren Mitgliedern ein Sportangebot

zu stellen. Viele wollten ihren Mitgliedern

aber trotz Coronakrise Impulse für

ein bewegtes Miteinander und etwas Abwechslung

bieten. Insbesondere, weil das

öffentliche Leben über wochenlang stillstand.

Training übers Netz

Auch für Übungsleiter und Ehrenamtliche

war diese Phase ungewohnt und belastend,

vor allem für diejenigen, die sich

mit Kamera, Uploads und Social Media

noch etwas schwertun. Doch die Vereine

haben die Krise hervorragend gemeistert

und mit viel Ideenreichtum und Engagement

neue Angebote auf die Beine gestellt.

Ob virtuelles Training oder Mitmach-Appetizer

auf verschiedenen Video-Plattformen

- die virtuellen Sportangebote waren

während des Lockdowns eine willkommene

Gelegenheit für die Sportgemeinde, um

sich abzulenken und nicht „einzurosten“.

Die Vereine im Land Bremen während des

Sportverbots unter anderem folgende Angebote

ins Leben gerufen:

OSC Bremerhaven: Der Stützpunktverein

hat Ende März ein erstes Live-Trainingsprogramm

via Facebookstream gestartet.

Dazu gab es einen wöchentlich

neuen Streaming-Plan mit wiederaufrufbaren

Videos durch diverse Abteilungen.

Casa Cultural: Auch im Stützpunktverein

in Bremen Mitte wurde der Tanz- und

Fitnessbetrieb schmerzlich vermisst. Die

zwei Trainerinnen Laine und Julia machten

jedoch unermüdlich weiter und teilten ihre

Choreografien und Trainings über YouTube,

Facebook, WhatsApp und Co.

ATSV Habenhausen: Der ATSV ist auf

seinem YouTube-Kanal mit Trainingsideen,

dem ehrenamtlichen Angebot von Einkaufshilfen

und vielen weiteren Aktionen

aktiv.

TS Woltmershausen: Auch wenn die

Pusdorfer digital noch kein Boot zu Wasser

gelassen haben, so engagieren sich die Mitglieder

des Vereins während der Coronakrise

als Nachbarschaftshilfen. Außerdem

bewarb sich eine (fast) komplette Mannschaft,

die zu größten Teilen aus Geflüchteten

besteht, bei „Das Land hilft“ als Erntehelfer

mit dem Wunsch einer Spende an

den Verein.

Leon Fight Club 12: Auch, wenn es sich

bei seinen Uploads nicht um regelmäßige


Foto: LSB

Programme handelt hält Headcoach Ferhat Sönmez seine Mitglieder

über WhatsApp auf Trab. Wie eigentlich alle Vereine, plädiert

auch der Leon Fight Club in einer YouTube-Botschaft (mit anschließendem

Training) an seine Mitglieder, in dieser für den Sport

schweren Phase, ihre Mitgliedschaften nicht zu kündigen.

Eisbären Bremerhaven: Der Eisbären Bremerhaven e.V. hat

die ausgesetzten Trainingsangebote durch ein professionelles Video-Basketballtraining

für Zuhause kompensiert. Auch für Nichtmitglieder.

VTT Farge-Rekum: Im Verein aus Bremen-Nord gibt es vor allem

für die jungen Mitglieder Mitmach-Content auf Facebook.

TV Eiche Horn: Der TV Eiche Horn antwortet auf die Corona-Krise

mit Video-Produktionen und Einkaufshilfen für Ältere.

TuS Huchting hält seine Mitglieder vor allem über Instagram in

Bewegung und bietet kleinere Workouts, Ideen und News.

TuS Komet Arsten: Auch der Verein aus dem Bremer Süden ist

seit Ausbruch der Corona-Pandemie mit Workouts und Trainings

auf YouTube aktiv.

TuSpo Surheide: Die Surheider sind zwar noch nicht mit Online-Trainings

unterwegs, aber intensiv innerhalb der Chatgruppen

seiner diversen Mannschaften verknüpft.

CALIX Bremen: Die Calisthenics-Crew ist schon seit geraumer

Zeit auf YouTube, Instagram und Facebook unterwegs und bietet

viele Workouts, Sketches und Übungen zum selber machen.

Werder Bremen: Auch Bremens größter Verein lässt sich natürlich

nicht lumpen und bietet diverse professionelle Trainingsvideos

mit Stars auf momentan erstklassigem Niveau.

Verein vorwärts: Vor allem Fitness-, Tanz- und Yogavideos findet

man auf der Vorwärts YouTube-Seite.

Bremer Hockey Club: Für Hockey- und Fitnessliebhaber hat

der BHC diverse Trainingsvideos aus dem Grundlagenbereich auf

YouTube hochgeladen.

Bremen 1860: Der Bremer Großverein hat seit Beginn der Coronakrise

tägliche Videos durch für Groß und Klein produziert und

dabei ein breites Spektrum an Sparten abgedeckt.

SG Aumund-Vegesack: Die SAV bietet auf ihrer Facebook Seite

eine kleine Reise durch die Mannschaftsgeschichte ihrer Fußballabteilung.

ERC Bremerhaven: Wer sich für Eis- oder Rollsport interessiert,

kommt auf Facebook voll auf seine Kosten.

Rhythmische Sportgymnastik: Auch das RSG-Bundesleistungszentrum

in Bremen hat sich mit beeindruckenden Videos im

Netz verewigt.

Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele für digitale Auftritte.

(LSB)

Vierter Schritt:

Der erste lange Lauf

Bremer-Sport-Kolumne: Mit Oliver

Sebrantke zum swb Marathon 2020

Liebe zukünftige Marathoni, wie geht es Ihnen? In Zeiten wie

diesen, erhält diese Null-Acht-Fünfzehn-Smalltalk-Frage eine

ganz andere Relevanz, nicht wahr? Ich hoffe, Sie erfreuen sich

bei bester Gesundheit und sind nach wie vor motiviert und visiert,

was Ihr sportliches Ziel betrifft. Denn, seien wir ehrlich: Unsere Motivation

musste sich im Zuge des Corona-Wahnsinns bisher einer

echten Bewährungsprobe unterziehen.

Auf der einen Seite wurde der Stillstand des öffentlichen Lebens

von traumhaften Frühlingswetter begleitet. Zierten vielerorts

Schilder mit der Aufschrift „geschlossen“ Schaufenster und Ladentüren,

schien die Draußensaison zumindest meteorologisch eröffnet.

Die Konsequenz: Gefühlt ganz Deutschland begann die Laufschuhe

zu schnüren und jene sportlichen Vorsätze anzugehen, die

längst vergessen schienen.

Zeitgleich machten sich Frustration und Ungewissheit breit,

die weiter anhalten. Sind Großveranstaltungen wie Konzerte, Festivals

und Co. für dieses Jahr längst abgeschrieben, scheint nun

auch der Bremen Marathon nicht in Stein gemeißelt. Ob Sie die

ersten laufendenden 42, 195 Kilometer ihres Lebens wie geplant

im Oktober absolvieren können? Garantieren kann ich es Ihnen

leider nicht. Was ich dagegen kann, ist, an Ihr Unterbewusstsein zu

appellieren: Erinnern Sie sich an die sogenannte „Initialzündung“,

von der ich zu Beginn dieser Reihe sprach? Machen Sie sich bewusst,

warum Sie mit dem Laufen begonnen und sich den Marathon

als Ziel gesetzt haben. Mobilisieren Sie all Ihren Ehrgeiz und

Optimismus – Sie werden Ihnen brauchen für das, was Sie in den

nächsten Wochen erwartet.

Denn nun, liebe Läuferinnen und Läufer, beginnt das richtige

Marathontraining. Die Gestaltung unseres neuen Trainingspensums

folgt einem ebenso platten wie wahrheitsgemäßen Spruch:

„Lang laufen lernt man durch langes Laufen.“ Eine Weisheit, die

nun auch Ihre sportlichen Gewohnheiten prägen wird. Ab sofort

trainieren Sie an drei Tagen in der Woche so weiter wie bisher –

und planen zusätzlich einen sogenannten langen Lauf ein. Bevor

Sie beginnen, nach Interpretationsspielraum zu suchen: Wir setzen

„lang“ mit 20 Kilometern gleich. Punkt.

Zudem steigern wir uns wöchentlich um einen weiteren Kilometer.

Das wird hart, ja. Daher ist eine entsprechende Vorbereitung

für diese Trainingseinheit, ebenso wie für den Marathon an Tag X,

das A und O. Legen Sie Ihren langen Lauf auf einen entspannten

Tag. Das Wochenende bietet sich an, in der Regel ist man ausgeruht

und frei von beruflichen Verpflichtungen. Inspizieren Sie Ihre

Strecke und deponieren Sie Getränke. Was ich Ihnen ebenfalls rate:

Testen Sie Ihre Sportkleidung, die Sie für den Marathon in Betracht

ziehen. Wunde Hautflächen durch scheuernde Nähte und Schilder

sind unangenehm – blutige Brustwarten noch scherzhafter,

obgleich bei Läufern keine Seltenheit. Probieren sie verschiedene

Kleidungsstücke unterschiedlicher Stoffe und Passformen aus.

Auch ein Abkleben kann helfen.

Ansonsten bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer Ihnen

gutes Gelingen zu wünschen. Das gilt übrigens auch für die Wäschetürme

aus muffigen Sportklamotten. Aber hey – sehen Sie es

einfach als visuelle Anerkennung Ihrer Leistung!

13


AKTUELL

Zum Schutz der Vereine

Sportversicherungsvertrag an die neuen Herausforderungen der Sportvereine angepasst

14

Die Corona-Krise hat die Gesellschaft

vor große Herausforderungen

gestellt und auch

vor den Mitgliedsorganisationen

des Landessportbundes

Bremen nicht haltgemacht. Gemeinsam

mit der ARAG und der Firma Himmelseher

hat der Landessportbund den bestehenden

Versicherungsschutz über den Sportversicherungsvertrag

an die neuen Herausforderungen

der Sportvereine angepasst.

Der zwischen dem Landessportbund

Bremen und der ARAG vereinbarte Sportversicherungsvertrag

versichert die Mitgliedsvereine

des LSB bei der Durchführung

des satzungsgemäßen Vereinsbetriebes sowie

die Mitglieder bei der Teilnahme.

Der Versicherungsschutz umfasst unter

anderem eine Vereins-Haftpflichtversicherung,

die sowohl die Sportorganisation

als auch die Mitglieder vor Schadenersatzansprüchen

schützt. Die Sport-Unfallversicherung

greift bei einem Unfall, z.B. bei

der Sportausübung oder auf dem Weg zu

einer Vereinsaktivität, und steht ergänzend

zur privaten Vorsorge zur Verfügung.

Die Rechtsschutzversicherung schützt die

rechtlichen Interessen der Vereine und deren

Mitglieder.

Soziales Engagement

der Vereine

Vereine organisieren im Rahmen ihres

sozialen Engagements Einkaufshilfen für

bedürftige Mitmenschen. Hier wird Solidarität

gezeigt, die über den Sportversicherungsvertrag

versichert ist.

Organisation des

Vereinsbetriebes

Organisatorische Zusammenkünfte über

digitalen Medien sind unverändert über

den Sportversicherungsvertrag versichert.

Hierzu zählen z.B. Videokonferenzen im

Rahmen einer Vorstands-/Abteilungssitzung.

Sport für Vereinsmitglieder

Während des Lockdowns fanden vermehrt

Kursprogramme per Video statt. Ebenso

stellen Vereine ihren Mitgliedern Übungsvideos

– z.B. als Streaming – zur Verfü-

gung, um gezielt den Sportbetrieb unter

Anleitung des Vereins in den eigenen vier

Wänden zu ermöglichen. Die Teilnahme an

derartigen Online-Angeboten des eigenen

Vereins ist für die Mitglieder versichert.

Individueller Sport

von Vereinsmitgliedern

Vor dem Hintergrund der Coronakrise bietet

die ARAG die folgende, weiter gefasste

Regelung des Versicherungsschutzes im

Rahmen der Unfallversicherung des Sportversicherungsvertrages:

bis auf weiteres

gilt der Versicherungsschutz für Vereinsmitglieder

während ihrer individuellen

sportlichen Aktivitäten (Einzeltraining)

sowohl in der von ihm im Verein betriebenen

Sportart als auch zum Betreiben und

Aufrechterhalten der dazu erforderlichen

Fitness. Die Erweiterung der Sport-Unfallversicherung

gilt bis die Behörden den

regulären Sport- und Spielbetrieb der Vereine

wieder zulassen.

Tätigkeiten auf der

Vereinsanlage

Weiterhin geduldete Aktivitäten auf Sportanlagen

fallen unter den Versicherungsschutz.

Hierzu gehört z.B. die Instandhaltung

der Sportanlage sowie die Pflege und

das Bewegen von Pferden auf der Vereinsanlage.

Abgeschlossene

Reiseversicherungen

Wenn eine Zusatzversicherung abgeschlossen

wurde für eine Vereinsreise, die

nicht stattfindet bitte die ARAG informieren,

damit der nicht mehr benötigte Vertrag

aufgehoben wird und die Versicherungsprämie

unkompliziert erstattet wird.

Weitere Informationen zum

Sportversicherungsvertrag

Das zuständige Versicherungsbüro

beim Landessportbund Bremen ist mit allen

Kontaktdaten auf www.ARAG-Sport.

de zu finden. Dort sind auch weitere Details

zum Sportversicherungsvertrag über

das hinterlegte Merkblatt und in einem Erklärvideo

aufgeführt. (LSB)

Foto: S. Peter


Höhere Fördersummen möglich

Soforthilfeprogramm des Bremer Senats wird verlängert

Das Soforthilfeprogramm des Senats für

den organisierten Sport in Bremen und

Bremerhaven ist bis zum 31. August verlängert

worden. Der „Sondertopf Sport“ soll die

Corona-bedingten Ausfälle der Vereine abfedern.

Sportvereinen im Land Bremen, die Mitglied

im Landessportbund sind, wird nunmehr

ein einmaliger Zuschuss von bis zu 25000 Euro

gewährt.

„Das Programm unterstützt Sportvereine,

die wegen Corona-bedingten Einnahmeverlusten

wirtschaftlich in Not geraten“, sagte

Senatorin Anja Stahmann. „Viele Vereine werden

ihre Einnahmeausfälle und die Verluste

erst in den Sommermonaten realistisch abschätzen

können. Voraussetzung für die Inanspruchnahme

der Soforthilfe ist eine wegen

der Coronakrise seit dem 18. März bzw.

19. März 2020 eingetretene oder drohende

Notlage. Entsprechend können Sportvereine im Land Bremen,

die nachgewiesene Einnahmeausfälle aufgrund nicht durchführbarer

sportlicher Veranstaltungen oder

sonstiger Maßnahmen/Zusammenkünfte aufgrund

der Absage von Veranstaltungen oder

der Schließung von Sportanlagen haben, eine

einmalige Unterstützung in Höhe von bis zu

25000 Euro beantragen. Die Anträge für das

Soforthilfeprogramm stehen auf der Webseite

des Landessportbundes Bremen zum Download

bereit. Die sind auch die entsprechenden

Richtlinien hinterlegt.

Der Landessportbund Bremen begrüßt die

Verlängerung der Antragsfrist und die Anhebung

der möglichen Fördersummen durch den

Senat. Denn viele Vereine werden ihre Einnahmeausfälle

und Verluste infolge der Coronakrise

vermutlich erst in den Sommermonaten

realistisch abschätzen können. Zudem

haben die einzelnen Sportarten und Vereine

ganz unterschiedliche Kostenapparate und

Bedürfnisse. Dieser Tatsache wird mit der Anhebung der möglichen

Unterstützungsleistungen Rechnung getragen. (LSB)

Foto: FR

Sportabzeichen nimmt wieder Fahrt auf

Abnahme der leichtathletischen Disziplinen auf Platz 11 am Bremer Weserstadion

Fotos: S. Peter

Sportabzeichen trotz Corona? Das ist seit Mitte Mai wieder

möglich. Der Landessportbund Bremen hat einen Hygiene-

und Pandemieplan erstellt und bietet die Abnahme der

leichtathletischen Disziplinen auf Platz 11 am Bremer Weserstadion

an (Franz-Böhmert- Straße 8). Die Sportabzeichen-Abnahme auf

Platz 11 findet unter Einschränkungen statt und ist ausschließlich

mit namentlicher Voranmeldung (per Mail an sportabzeichen@

lsb-bremen.de) möglich.

Wie beliebt das Deutsche Sportabzeichen ist, hat sich bei den

ersten Terminen nach der Corona-Pause gezeigt. Die Nachfrage

war groß, Sportlerinnen und Sportler jeglicher Altersklassen fanden

sich auf Platz 11 ein, um sich im Weitsprung oder beim Laufen

zu versuchen. Grundlegende Infos und die nächsten Termine für

die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens finden sich online

unter https://www.lsb-bremen.de/themen/breiten-und-gesundheitssport/deutsches-sportabzeichen/termine-und-vereine/.

Für

weitere Fragen steht der Landessportbund unter Tel. 0421/7928730

zur Verfügung.

Hintergrund:

Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Auszeichnung des Deutschen

Olympischen Sportbundes (DOSB). Es ist die höchste

Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports und wird als

Leistungsabzeichen für überdurchschnittliche und vielseitige

körperliche Leistungsfähigkeit verliehen. Jede(r) kann es machen,

auch Nicht-Mitglieder von Sportvereinen. In den vier Disziplingruppen:

Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination muss

jeweils eine Disziplin aus den Sportarten Leichtathletik, Radfahren,

Schwimmen oder Geräteturnen absolviert werden. Die Leistungen

sind nach Alter und Geschlecht gestaffelt. Der Nachweis

der Schwimmfähigkeit ist Voraussetzung für den Erwerb des Deutschen

Sportabzeichens. . (LSB)

15


AKTUELLES

„Wir hatten uns etwas ausgerechnet“

Play-Offs in Corona-Zeiten: Sascha Greber, Team-Manager des Tischtennis-

Bundesligisten Werder Bremen im Interview mit dem BREMER SPORT

Kirill Gerassimenko (erstes Foto rechts) im Halbfinale gegen Shan Kun . Laut Sascha Gerber (Foto rechts) entstand hier eine von zwei Chancen.

16

Sascha Greber ist sich sicher: Es

war eine Saison in der Tischtennis

–Bundesliga (TTBL), die das

Team vom SV Werder Bremen

vermutlich nie vergessen wird –

und das in zweierlei Hinsicht. Qualifizierte

sich der Verein erstmals seit 2013 für die

Play-Offs, war an sportliche Normalität in

den Vorbereitungen angesichts

von coronabedingten Einschränkungen

nicht zu denken. Selbst

die Durchführung der Play-Offs

stand lange auf der Kippe. Umso

größer war die Enttäuschung

beim Team, als der Traum vom

Meistertitel mit einer Niederlage

in Saabrücken am 10. Juni

letztendlich platze. Im Gespräch

analysierte Teammanager Sascha

Greber die Partie, blickte auf die vergangene

Saison zurück und erzählte, mit welchen

Herausforderungen sich der Verein in den

letzten Monaten und Wochen konfrontiert

sah.

Herr Greber, im Halbfinale um die deutsche

Mannschaftsmeisterschaft unterlag

Werder dem gastgebenden Gegner Saarbrücken

0:3 um musste Titelambitionen

damit an den Nagel hängen. Wie groß war

die Enttäuschung?

Sascha Greber: Am Anfang war es schon ein

großer Schlag. Wir haben unsere Chancen

nicht genutzt und in anderthalb Stunden

auch recht schnell verloren. Da ist uns klar

Sascha Greber

geworden, dass der Aufwand, den wir im

Vorfeld betrieben haben, gewaltig war und

sich nicht ausgezahlt hat.

Was meinen Sie?

Es war wie eine Vorbereitung auf eine neue

Saison. Wir haben die Spieler zusammengeholt

und knapp vier Wochen zwei Mal

am Tag trainiert. Zudem gab es

organisatorisch viel zu tun und

wir standen in regelmäßigen

Kontakt mit verschiedenen Stellen

wie dem Ordnungsamt und

dem Gesundheitsamt. Wir haben

entsprechende Hygieneauflagen

sehr genau genommen, da die Gesundheit

natürlich an erster Stelle

steht. Insofern war der Aufwand

riesig und unsere Enttäuschung

entsprechend groß.

Sind sie denn von einem Sieg ausgegangen?

Saarbrücken hat in der Saison stets mit besten

Mannschaft gespielt. Allerdings haben

wir sowohl uns das Hin- als auch Rückspiel

der Hauptrunde gewonnen. Von daher

muss ich zugeben: Wir hatten uns etwas

ausgerechnet. Es gab zwei Chancen. Kirill

Gerassimenko hatte den ersten Satz gegen

Shan Kun 11:4 gewonnen, der Saarbrücker

hatte die Partie recht nervös begonnen. Im

dritten Satz hatte er 4:1 zu 6:4 geführt. Die

zweite Chance war, als Marcello den ersten

Satz überlegen mit 11:5 gewann. Leider ist es

uns dennoch nicht gelungen, dass Spiel mit

einem 0:2 Rückstand nochmal zu drehen.

Schade, aber Glückwunsch an Saarbrücken.

Die Mannschaft war bärenstark und hat verdient

gewonnen. Sie waren gute Gastgeber

und haben uns die Möglichkeit gegeben,

schon zwei Tage vor dem Spiel in der Halle

zu trainieren und so die Gegebenheiten vor

Ort kennenzulernen.

Trotz der Niederlage scheint der SV Werder

Bremen in der vergangenen Saison einiges

richtig gemacht zu haben. Die Qualifikation

für die Play-Offs war die erste seit

2013. Was lief besser als die Jahre zuvor?

Wir haben einen klaren Schnitt gemacht und

mit Mattias Falck, Kirill Gerassimenko und

Marcello Aguirre drei neue Spieler verpflichtet.

Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass die

Mannschaft einfach passt und gut zusammenarbeitet.

Die Spieler sind alle bereit zu

kämpfen und unterstützen sich gegenseitig.

Ich denke, dieser Mannschaftsgeist hat uns

grundsätzlich vorangebracht.

Apropos klarer Schnitt: Wie typisch ist es,

dass man sich im Tischtennis komplett neu

aufstellt?

Das tut man selten. Auch für uns Werderaner

war das ein untypischer Schritt. Wir arbeiten

in der Regel immer sehr lange mit unseren

Spielern zusammen. Allerdings hatten wir

das Gefühl, etwas verändern zu müssen. Und

das war ja letztendlich auch gut so.

Bis Anfang Juni war unklar, ob die Play-


Off-Spiele um den Meistertitel überhaupt

stattfinden. Wie fest hatten Sie mit einem

spielerischen Abschluss der Saison gerechnet?

Wir waren natürlich im ständigen Dialog mit

der TTBL und den anderen Play-Off-Kandidaten

und haben von Anfang an klar

kommuniziert, dass wir die Saison zu Ende

bringen möchten. Da die Tabellensituation

zuletzt so war, dass keine großen Veränderungen

mehr zu erwarten waren, war der

letzte Spieltag der Hauptrunde gestrichen

und die Abschlusstabelle erstellt worden.

Dann ging es ja eigentlich nur noch darum,

sich mit der Liga und den drei weiteren

Play-Off-Mannschaften auf drei feste Termine

zu einigen, nämlich für die zwei Spiele

des Halbfinales und das Endspiel. Dass das

grundsätzlich möglich ist, war für uns klar.

Insofern waren wir sehr zuversichtlich, was

die Durchführung der Play-Offs betrifft.

Eigentlich gibt es in den Play-Offs eine

Hin- und Rückrunde.

Das stimmt. In diesem Jahr gab es lediglich

zwei Halbfinals und ein Endspiel. Je mehr

Veranstaltungen und Begegnungen es gibt,

desto wahrscheinlicher ist es ja letztendlich,

dass sich unter den Anwesenden eine infizierte

Person befindet. Um das Infektionsrisiko

und den organisatorischen Aufwand zu

reduzieren, wurde entschieden, insgesamt

nur drei Spiele auszutragen. Die bessergestellten

Mannschaften durften zu Hause

spielen und das Finale fand in Frankfurt an

einem neutralen Ort statt.

Kürzungen waren nicht die einzigen Auswirkungen

der Corona-Krise auf den

Sport. Sowohl die TTBL als Ausrichter des

Finales als auch die gastgebenden Vereine

mussten um Vorfeld ein Sicherheits- und

Hygienekonzept einreichen. Unter welchen

Bedingungen fand die Begegnung mit

Saarbrücken statt?

Es war tatsächlich eine ganze Menge anders

als sonst. Natürlich gab es den Sicherheitsabstand,

den es zu wahren galt. Außerdem

herrschte in der Halle Maskenpflicht, es

gab kein Einlaufen und kein Seitenwechsel.

Auch das übliche Schweißabwischen der

Hände am Tisch war verboten, genauso wie

das Anhauchen des Balles. Das war für uns

natürlich neu und die Spieler mussten sich

gedanklich damit auseinander setzen, dass

gewisse Rituale während des Spiels einfach

nicht praktiziert werden können.

Im Zuge des Lockdowns wurde der Hallensportbetrieb

Mitte März eingestellt. Wie

haben sich die Spieler in der Zeit fit halten

können, bis das offizielle Training wieder

erlaubt war?

Die Bedingungen waren unterschiedlich, da

unsere Spieler so gesehen auf der ganzen

Welt verteilt waren (lacht). Kirill Gerassimenko

war in Kasachstan, Hunor Szöcs in

Rumänien. In beiden Ländern herrschte zu

dem Zeitpunkt eine Ausgangssperre, Also

mussten sie sich irgendwie zu Hause fit

AKTUELLES

halten. Mattias Falck war in Schweden, und

konnte dort etwa sein Trainingspensum

von 60 Prozent aufrechterhalten. Marcelo

Aguirre ist als Einziger in Bremen geblieben.

Er konnte hier Fitnesstraining betreiben.

Tischtennis war jedoch erst etwa vier

Wochen vor dem Halbfinale möglich. Dafür

haben wir eine Sondergenehmigung für Berufssportler

erhalten.

Welche Erwartungen und Ziele haben Sie

für die nächste Saison?

Zunächst müssen wir uns nochmal klar

machen, dass wir trotz der letzten Niederlage

eine verdammt gute Saison gespielt

haben. Wir sind Tabellenvierter geworden.

Alle Mannschaften, die sich oben positioniert

haben, waren mit ihren Punkten dicht

beieinander. In der vergangenen Saison

standen vor allem integrative Aufgaben an,

die bei einer Neuaufstelllung einer Mannschaft

wichtig sind. Nun kann sich Trainer

Christian Tamas nun verstärkt inhaltlichen

Anforderungen widmen. Anfang August

beginnt unsere Vorbereitung. Aktuell gibt es

Überlegungen, die Saison Anfang September

zu beginnen. Wie und unter welchen Bedingungen

dann gespielt wird, das wird sich

zeigen. Es ist eine sehr dynamische Zeit, in

der wir uns aktuell befinden.

Das Interview führte Jennifer Fahrenholz.

Werder Bremens Bundesliga-Team im Tischtennis:Hunor Szöcs, Teammanager Sascha Greber, Marcello Aguirre, Cheftrainer Christian

Tamas, Kirill Gerassimenko und Matthias Falck (v.l.n.r.).

Fotos: Martin Stoever

17


TITEL

Moderator Jörg Wontorra (oben links) freute sich mit den Preisträgern Volleyballtrainer Gert Stürmer (unten links) sowie dem Rollkunstläuferpaar

Palmira Seeger-Suarez und Paul Turbanow.

Die Sportler des Jahres 2019

Mit einigen Wochen Verspätung und in deutlich

kleinerem Rahmen als ursprünglich geplant sind

am 23. Juni auf der Bremer Galopprennbahn die

Sportler des Jahres im Land Bremen geehrt worden.

Moderiert wurde die Mini-Sportgala, bei der

aufgrund der Corona-Auflagen nur 50 Personen zugelassen waren,

von Jörg Wontorra und Lea Reinhard. „Ich bin glücklich, dass wir

das noch vor den Sommerferien hinbekommen haben. Die Sportler

haben es sich verdient, ein solches Forum zu bekommen“, erklärte

Peter Gagelmann, Vorsitzender der Sportstiftung Bremen.

Bei den Frauen setzte sich die Bremerhavenerin Rike Jürgens

durch. Die angehende Abiturientin ist 2019 sensationell Weltmeisterin

im Hip Hop geworden – und das vor eigenem Publikum in

der Bremerhavener Stadthalle. Nominiert für den Titel „Sportlerin

des Jahres“ waren außerdem Fußballerin Pia-Sophie Wolter und

Beach-Volleyballerin Kim Behrens. „Ich bin so happy. Das kann

man sich nicht besser erträumen. Der WM-Titel war natürlich etwas

ganz Besonderes. Da habe ich mich gegen 90 Teilnehmerinnen

durchgesetzt. Jetzt noch Bremer Sportlerin des Jahres zu werden, ist

für mich die Krönung. So einen Titel gewinnt man vermutlich nur

einmal im Leben. Zumal ich ja keinen Einfluss auf die Entschei-

18

dung hatte, sondern von der Jury gewählt wurde“, freute sich die

sympathische Tänzerin über ihren nächsten großen Erfolg. Auch

wenn sie wie viele andere Sportler auch durch die Corona-Krise

ausgebremst wurde, hat Rike Jürgens in Zukunft noch viel vor.

„Wir starten jetzt so langsam wieder mit dem Training. Vor Corona

habe ich fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert, aktuell bin

ich bei drei Trainingseinheiten. Das wirkt sich natürlich auf die Fitness

aus. Da in diesem Jahr alle Meisterschaften ausfallen, will ich

die Zeit vor allem nutzen, um an mir selbst zu arbeiten. Ich tanze

einfach leidenschaftlich gerne – egal ob mit oder ohne Publikum“,

so Jürgens.

Sportler des Jahres 2019 wurde Radprofi Lennard Kämna. Er

gewann die Wahl vor Schwimmer Florian Wellbrock und Eishockey-Crack

Jan Urbas. Kämna ist erst der dritte Bremer, der es

zur Tour de France geschafft hat – dem wichtigsten Radrennen

der Welt. Seinen Preis konnte er allerdings nicht persönlich entgegen

nehmen, da er derzeit im Höhentrainingslager in den Alpen

ist. „Ich freue mich riesig, Bremens Sportler des Jahres zu sein. Es

ist immer schön, wenn man den Support aus der Heimat hat und

sieht, dass dort Erfolge anerkannt werden und man gesehen wird“,

sagte Kämna, der bei der Sportgala live per Video zugeschaltet war.


In der Kategorie Mannschaft des Jahres durfte der Grün-Gold-

Club Bremen erneut jubeln. Die Lateinformation von Erfolgstrainer

Roberto Albanese hat im vergangenen Jahr die Weltmeisterschaft

in Bremen gewonnen. Nun folgte der nächste Titel. Auch in

den anderen Kategorien gab es strahlende Gewinner. „Trainer des

Jahres“ ist die Bremer Volleyball-Legende Gert Stürmer, der das

Lob an seine Spielerinnen und Spieler weitergab: „Die Zusammenarbeit

mit der Mannschaft hat mir immer am meisten gegeben.“

Palmira Seeger-Suarez und Paul Turbanow bekamen den

Nachwuchsförderpreis in der Kategorie Mannschaft verliehen. Die

beiden Rollkunstläufer setzten sich bei der WM in Barcelona gegen

sechs andere Teams durch.

Der Nachwuchsförderpreis Individual ging an die Handballerin

Naomi Conze. Seit Sommer 2019 ist die U-18-Handball-Nationalspielerin

Teil der ersten Damenmannschaft von Werder Bremen und

dort eine absolute Leistungsträgerin.

Leon Schäfer wurde nach 2015 erneut zum Behindertensportler

des Jahres gewählt. Im November holte der Leichtathlet, dessen

rechter Oberschenkel amputiert ist, bei der Para-WM in Dubai

Silber im 100-Meter-Sprint und Gold im Weitsprung. Als „Betriebssportgemeinschaft

des Jahres“ wurde die BSG SG Stern geehrt.

Die Siegerinnen und Sieger der Sportgala 2020

● Sportler des Jahres: Lennard Kämna (Radsport)

● Sportlerin des Jahres: Rike Jürgens (Hip-Hop)

● Mannschaft des Jahres: Grün-Gold-Club (Tanzen)

● Trainer des Jahres: Gert Stürmer (Volleyball)

● Behindertensportler des Jahres: Leon Schäfer

(Leichtathletik)

● Nachwuchssportlerin des Jahres: Naomi Conze

(Handball)

● Nachwuchsteam des Jahres: Palmira Seeger-Suarez

und Paul Turbanow (Rollkunstlauf)

● Betriebssport des Jahres: SG Stern

Fotos: Carsten Heidmann (9), BORA

Die Tänzer des Grün-Gold-Clubs präsentierten mit Trainer Roberto Albanese sowie Vorstand Jens Steinmann (oben links) den Preis dem Publikum

auf der Galopprennbahn. Dem wollte die Sportlerin des Jahres, Hip-Hop-Tänzerin Rike Jürgens, aus Bremerhaven (unten rechts) nicht nachstehen.

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AKTUELLES

Projektverantwortlichkeit ungewiss

Verzögerung beim Haus der Athleten / Sportstiftung kritisiert Bremer Behörden

Foto: Christina Kuhaupt

20

Wie geht es weiter mit dem Haus

der Athleten? Eine Eröffnung

noch in diesem Jahr sei „unrealistisch“,

teilt der Senat kürzlich auf Anfrage

der CDU-Bürgerschaftsfraktion mit. Dabei

waren die Planungen schon weit fortgeschritten.

Eine geeignete Immobilie wurde

von der Sportstiftung Bremen bereits im

vergangenen Jahr präsentiert.

Das Gebäude in der Bürgermeister-Smidt-Straße

in Bremen hat fünf Etagen.

Dort sollen Apartments für maximal

48 junge Ausnahmesportler entstehen.

Als Idee existiert das Haus der Athleten

freilich schon seit geraumer Zeit. Die internatsähnliche

Einrichtung soll der gezielten

Förderung junger Leistungssporttalente

dienen und ist ein elementarer Baustein für

den Plan, die Oberschule Ronzelen straße

perspektivisch zu einer Eliteschule des

Sports auszubauen.

Ungeklärt ist weiterhin, in welchem

Umfang die öffentliche Hand das Projekt

finanziell und organisatorisch mitträgt.

50.000 Euro an jährlicher Unterstützung

waren von Sportsenatorin Anja Stahmann

(Grüne) jeweils für dieses und das kommende

Jahr zugesagt. Doch darüber hinaus

möchte sich der Senat offensichtlich nicht

an das Projekt binden. Die Finanzierung

des Hauses der Athleten dürfe „nicht von

öffentlichen Zuschüssen abhängig sein und

müsste vorrangig durch externe Unterstützer

erreicht werden“, heißt es in der Senatsantwort.

Von einer pädagogischen Begleitung

durch die Bildungsbehörde ist dort ebenfalls

die Rede. Doch welche Form sie annehmen

soll, dazu finden sich keine weiteren

Hinweise. Als Träger der Einrichtung

oder Eigentümer der Immobilie sieht sich

der Senat definitiv nicht, das wurde in dem

Papier und auch in der anschließenden Sitzung

der Bremer Bürgerschaft mit Nachdruck

betont.

Ein Problem zieht sich durch die gesamten

Planungen für das Haus der Athleten:

Es fehlt ein konkreter Ansprechpartner in

der Verwaltung. Mal ist es Sportsenatorin

Anja Stahmann, mal Bildungssenatorin

Claudia Bogedan, die für die pädagogischen

Belange zuständig ist. Wenn Bremen einen

solchen Projektverantwortlichen benenne,

könne die Frage nach dem Betrieb des Hauses

der Athleten zeitnah geklärt werden,

sind sich Peter Gagelmann und Lars Figura

von der Sportstiftung Bremen sicher.

Beide wissen ebenso wie die anderen

Beteiligten, dass es primär um die Finanzierung

des Projekts geht. Wunsch der

Sportstiftung ist es, dass sich Bremen sowohl

monetär als auch personell am Haus

der Athleten beteiligt. So wie in anderen

Bundesländern auch. Die tatsächlichen

Kosten für das Betreiben des Haus der Athleten

sind grundsätzlich auch abhängig

von den Vorgaben der Behörden, betonen

Gagelmann und Figura. Der Grund: das

Jugend- und Sozialressort legt den Betreuungsschlüssel

für die jeweilige Einrichtung

fest.

Ungeklärt ist nach wie vor die Frage,

wer als Träger des Hauses fungieren soll. In

anderen Bundesländern übernehmen das

größtenteils die Kommunen. „Wir sind aber

nicht festgelegt. Die in der Betriebsstruktur

vorgesehene gemeinnützige GmbH

könnte bei entsprechender personeller

Ausstattung selbst Träger werden oder mit

bereits anerkannten Trägern kooperieren“,

so Gagelmann. Es sei legitim, dass das Bildungsressort

bei Entscheidungen Mitspracherecht

habe, die das Betriebskonzept beträfen.

Unterdessen wird an den Apartments

in der Bürgermeister-Smidt-Straße trotz

des aktuellen Planungsstillstands gearbeitet.

Die Sportstiftung treibt den anvisierten

Kauf der Immobilie weiter voran und hofft,

dass zwischen dem Erwerb der Immobilie

und dem Start der Nutzung schon allein

aus finanziellen Gründen keine allzu große

Zeitspanne liegt. (LSB)


Erhöhung der

Handlungsfähigkeit

Coronakrise: Änderungen im Vereinsrecht

Aufgrund der Corona-Krise mussten zahlreiche Mitgliederversammlungen

der Sportvereine im Land Bremen verschoben

werden. Der Gesetzgeber hat daher die Handlungsfähigkeit

der Vereine erhöht und vorübergehende Änderungen des

Vereinsrechts auf den Weg gebracht.

Maßnahmen nach Art. 2 § 5 des Gesetzes

XX

Amtszeiten

Vorstandsmitglieder bleiben auch nach Ablauf der Amtszeit bis zur

Abberufung oder Neubestellung eines Amtsnachfolgers im Amt.

Damit endet das Problem mit Satzungen, die ein automatisches

Ende der Amtszeit vorsehen. Wer solche Satzungen mit zeitlich

befristeten Amtszeiten hat, sollte dieses Thema ohnehin angehen.

XX

Erleichterungen zur Mitgliederversammlung

Auch ohne Satzungsermächtigung kann der Vorstand (Vorstandsbeschluss)

Mitgliedern ermöglichen, ohne Anwesenheit am Versammlungsort

teilzunehmen, so dass die Teilnahme elektronisch

erfolgt. Somit sind auch virtuelle Mitgliederversammlungen erlaubt.

Auch ist es möglich, sich durch schriftliche Vollmachten auf

der Mitgliederversammlung vertreten zu lassen. Damit lässt sich

die Zahl der Teilnehmer auch ohne virtuelle Mitgliederversammlung

absenken.

XX

Beschlüsse ohne Versammlung

§ 32 Abs. 2 BGB gestattet derzeit Beschlüsse außerhalb von Versammlungen

nur, wenn alle Mitglieder schriftlich zustimmen. Das

war praktisch in den meisten Vereinen kein gangbarer Weg. Der

Vorstand kann jetzt ein Beschlussverfahren ohne Versammlung

einleiten, wenn alle Mitglieder beteiligt sind und bis zu dem Verein

gesetzten Termin mindestens die Hälfte der Mitglieder ihre Stimme

in Textform abgegeben haben und der Beschluss mit der erforderlichen

Mehrheit gefasst wurde.

Für die praktische Abwicklung reicht also in der Regel ein Anschreiben

an alle Mitglieder mit einer angemessenen Abstimmungsfrist

(idealerweise entsprechend der Ladung für die Mitgliederversammlung),

das mit der Aufforderung zur Abgabe der

Stimme in Textform (insbesondere Brief, E-Mail, Telefax) verbunden

wird. Sämtliche Beschlüsse bis hin zu Satzungsänderungen

können damit in textförmlichen Verfahren gefasst werden.

XX

Vorstand

Da nach § 28 BGB die Vorschriften für die Mitgliederversammlung

auch für den Vorstandsbeschluss entsprechend gelten, liberalisiert

Art 2 § 5 des Gesetzes auch die Regelung zum Vorstandsbeschluss.

Die Regeln des Gesetzes haben nämlich Vorrang vor der Satzung und

etwaigen Geschäftsordnungen, es sei denn, diese schließen evident

solche Notregeln aus. Das wird in der Regel nicht der Fall sein.

XX

Gültigkeit

Die Vorschrift gilt nach Art. 2 § 7 Abs. 5 zunächst für 2020. Das Bundeministerium

der Justiz und für Verbraucherschutz ist nach Art. 2 §

8 ermächtigt, die Gültigkeit bei fortbestehenden Auswirkungen der

COVID-19-Pandemie bis zum 31.12.2021 zu verlängern. (LSB)

Foto: A. Bowinkelmann / LSB NRW

Keine GEMA-Gebühren

Entlastung für Landessportbund und Vereine

Die Corona-Krise und ihre Folgen sind noch immer das beherrschende

Thema im organisierten Sport. Gute Nachrichten

für die Mitgliedsvereine des Landessportbundes Bremen

gibt es in Sachen GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs-

und mechanische Vervielfältigungsrechte), mit der der DOSB

und die Landessportbünde einen Pauschalvertrag abgeschlossen

haben.

Die GEMA hat ihre Vertragspartner frühzeitig informiert, dass

für die Zeit, in der Musiknutzer im Zuge der Corona-Krise aufgrund

behördlicher Anordnungen schließen müssen, keine Pflicht

zur Zahlung von Lizenzgebühren besteht. Der Wegfall der Lizenzgebühren

gilt dabei sowohl für den Pauschalvertrag der Landessportbünde

als auch für Lizenzverträge, die Vereine direkt mit der

GEMA eigenständig abgeschlossen haben.

Etliche Sportvereine im Land Bremen haben ihre Mitglieder

während der Schließung des Vereinsanlagen über Videos oder Livestreams

betreut. Mittlerweile wurde von der GEMA bestätigt,

dass durch den Pauschalvertrag abgedeckte Musiknutzungen auch

dann als abgegolten anzusehen sind, wenn diese während der Zeit

behördlich angeordneter Schließungen nicht unmittelbar in den

Sportstätten sondern „virtuell“ erfolgen.

Für Livestreams ist die Nutzung der Social Media Plattformen

wie YouTube, Facebook oder Twitter in den Lizenzverträgen mit

den jeweiligen Plattformen enthalten. Daher ist eine Einzellizenzierung

von Livestreams, die auf diesen Plattformen erfolgen, nicht

notwendig. (LSB)

Foto: FR

21


DOSB

Möglichst plastikfrei

Handlungsempfehlungen zu Mikroplastik in Kunststoffrasen

Foto: DOSB

Die Arbeitsgruppe „Mikroplastik

durch Sport in der Umwelt“ des

DOSB, die im Frühjahr 2019 gegründet

wurde, hat erste Ergebnisse vorgelegt.

Zu den Grundsatzpapieren, die die Arbeitsgruppe

erarbeitet hat, gehören Handlungsempfehlungen

und Positionen zur Reduzierung

beziehungsweise Vermeidung von

synthetischen Füllstoffen (Mikroplastik) in

Kunststoffrasensystemen.

Der sportbezogene Eintrag von (Mikro-)Plastik

in die Umwelt und mögliche

Gesundheits- und Umweltbelastungen,

die von Sportbelägen, Sporttextilien und

Sportveranstaltungen ausgehen, werden

immer häufiger wissenschaftlich problematisiert,

in sport- und umweltpolitischen

Zusammenhängen diskutiert und medial

thematisiert. Dies hat potenziell negative

Auswirkungen auf die Sportentwicklung

und erfordert daher ein abgestimmtes, proaktives

Vorgehen der Sportorganisationen.

Der DOSB hat im Frühjahr 2019 die

Arbeitsgruppe „Mikroplastik durch Sport

in der Umwelt“ eingerichtet, in der Fachleute

aus den Sportorganisationen, den

kommunalen Spitzenverbänden, dem Umwelt-

und Wissenschaftsbereich sowie der

Wirtschaft vertreten sind. Die Arbeitsgruppe

stellt einen kontinuierlichen Informationsaustausch

und Wissenstransfer zum

gesellschaftlich bedeutsamen Thema der

Umweltverschmutzung durch Plastik und

dessen Bezügen zum Sport sicher.

„Der gemeinwohlorientierte Sport

kann und will seinen Beitrag dazu leisten,

die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik

zu reduzieren“, betont Andreas Silbersack,

Vizepräsident Sportentwicklung

im DOSB. „Wir hoffen, dass die nun vorliegenden

,Handlungsempfehlungen‘ und

,Positionen‘ zur Reduzierung oder gar Vermeidung

von synthetischen Füllstoffen in

Kunststoffrasensystemen führen“.

Die „Handlungsempfehlungen“ und

„Positionen“ sowie weitere aktuelle Informationen,

FAQs, Downloadmöglichkeiten

und Ansprechpartner im DOSB zu dieser

Thematik sowie einen Überblick über die

Fördersituation von Kunststoffrasenplätzen

in den Bundesländern gibt es ebenfalls

auf der Website. (LSB)

www.dosb.de/mikroplastik

22

Neue Übersicht

Bundesförderprogramme für

Sportstätten und Sporträume

Der DOSB hat in Abstimmung mit

den Landessportbünden eine Übersicht

zu den Förderprogrammen des

Bundes für Sportstätten und Sporträume

erarbeitet. Der Überblick schließt eine Informationslücke,

erleichtert die Suche nach

geeigneten Förderquellen für entsprechende

Maßnahmen und bietet umfassende Informationen

zu den einzelnen Programmen.

„Sportstätten und -räume gehören,

neben dem Ehrenamt und den Finanzen

– zu den zentralen Ressourcen des Sports.

Diese detaillierte Überblicksdarstellung

schließt eine Informationslücke, erleichtert

die Suche nach geeigneten Förderquellen

für entsprechende Maßnahmen

und bietet umfassende Informationen zu

den einzelnen Programmen. Zu jedem

Förderprogramm wurden Kurzfassungen

zusammengestellt, die unter anderem In-

formationen zu Förderschwerpunkten, Antragsberechtigten

und Förderhöhe sowie

zuständigen Ansprechpartnern enthalten“,

so Andreas Silbersack DOSB-Vizepräsident

Breitensport und Sportentwicklung.

Die ausführliche Beschreibung sowie

Richtlinien und Antragsformulare

können auf den Programmseiten unter

folgendem Link heruntergeladen werden:

https://cdn.dosb.de/user_upload/www.

dosb.de/Sportentwicklung/Sportstaetten/

DOSB_Foerderprogramme-Sport_

csi_052020.pdf.

Der Überblick über die Förderprogramme,

den das Ressort „Sportstätten und Umwelt“

des DOSB in Abstimmung mit den

Sportstättenreferent/innen der Landessportbünde

erstellt hat, wird in regelmäßigen

Abständen aktualisiert und ggf. erweitert.

Weitere Informationen erhalten Sie im

DOSB beim Ressortleiter für „Sportstätten

und Umwelt“, Christian Siegel. (LSB)

Quelle: DOSB

Foto: DOSB


Sportstars für Sportvereine

„Support Your Sport“ titelt die Kampagne, mit der der DOSB die rund 90.000

deutschen Sportvereine in der Corona-Krise unterstützen möchte

International bekannte Sporthelden wie

Katharina Witt, Britta Heidemann, Fabian

Hambüchen, Henry Maske, Kristina

Vogel, Stefan Kretzschmar und Boris Becker

erinnern daran, wo ihre Erfolge begonnen

haben – in ihren Vereinen. Daneben fordern

Alltagshelden wie Platzwarte oder Trainer*innen

dazu auf, die Vereine in der aktuellen

Situation zu unterstützen, damit sie

auch nach der Corona-Krise weiterhin Bewegung,

Sport, Gesundheit und Lebensfreude

anbieten und Werte wie Fair Play, Respekt

und Vielfalt vermitteln können.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann appelliert:

„Wir alle müssen gemeinsam dafür

Sorge tragen, dass die einzigartige Vielfalt

von Sportdeutschland mit unseren 90.000

wertvollen Vereinen erhalten bleibt. Zeigen

Sie sich solidarisch und bleiben Sie Ihrem

Verein treu, auch wenn Sie Ihren Sport derzeit

nicht so betreiben können, wie Sie das

gewohnt sind. Und wenn Sie bislang noch

kein Vereinsmitglied sind: Suchen Sie sich

einen Verein in Ihrer Region und unterstützen

ihn durch Ihre aktive Mitgliedschaft!“

Die Corona-Krise stellt die Sportvereine

vor nie dagewesene Herausforderungen:

Sportstätten sind seit Wochen gesperrt,

Wettkämpfe fallen bis auf Weiteres

aus, Kurse können nicht angeboten werden,

Veranstaltungen finden voraussichtlich

auch in den kommenden Monaten

nicht statt. Das beeindruckende Räderwerk

von hoher Eigeninitiative und unermesslichem

freiwilligem Engagement, das den

deutschen Sport an seiner Basis am Leben

erhält, steht in weiten Teilen still. Zudem

durften gemeinnützige Vereine leider keine

finanziellen Reserven bilden, die ihnen in

dieser jetzigen Krisenzeit helfen könnten.

Daher sind sie in hohem Maße auf die Einnahmen

durch die Mitgliedsbeiträge angewiesen.

Erste Signale aus den Vereinen

deuten aber darauf hin, dass nicht wenige

Mitglieder darüber nachdenken, aus dem

Verein auszutreten oder dies bereits getan

haben.

„Viele Bundesländer haben den Ernst

der Lage erkannt und arbeiten bereits gemeinsam

mit den Landessportbünden an

konkreten Hilfen für unsere gemeinwohlorientierten

und vom Ehrenamt getragenen

Sportvereine“, so DOSB-Vorstandsvorsitzende

Veronika Rücker, „aber diese

Hilfen allein werden nicht ausreichen. Alle

Mitglieder in unseren Sportvereinen, die

über lange Zeit die beeindruckenden Vorteile

des Sporttreibens im Verein erfahren

haben, sollten jetzt solidarisch handeln

und Hilfe und Unterstützung zurückgeben,

indem sie im Verein Mitglied bleiben oder

sich engagieren.“

Zum Erhalt der Vielfalt in der Verbandslandschaft

hatte der DOSB Ende

März einen Unterstützungsfonds aufgelegt

und eine Million Euro aus seiner Stiftung

Deutscher Sport hierfür bereitgestellt. Damit

sollen zum einen Liquiditätsengpässe

der Mitgliedsorganisationen des DOSB

ausgeglichen werden und zum anderen die

Vereine an der Basis bei der Mitgliederbindung

und -gewinnung unterstützt werden.

Als Kreativpartner von SupportYourSport

agieren die Agenturen Raphael Brinkert

und ONE8Y. Zudem wird die Kampagne

unterstützt von dpa Picture-Alliance.

Wenn Sie die Kampagne SupportYour-

Sport unterstützen und teilen möchten,

finden Sie hier einige Motive zur redaktionellen

Nutzung zum Download (Boris Becker,

Franziska van Almsick, Kristina Vogel

und Max Hartung).

Weitere Informationen zu konkreten Unterstützungsleistungen

und Spendenoptionen

finden Sie unter https://www.supportyoursport.org/

23


Kultur- und Friedenspreis

LSB und SV Werder ausgezeichnet

Der Landessportbund (LSB) Bremen und der SV Werder Bremen

sind mit dem Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon

ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand bereits vor

bereits vor Inkrafttreten der behördlichen Corona-Auflagen im kleinen

Rahmen im WUSEUM, dem Vereinsmuseum der Grün-Weißen,

statt, da die Veranstaltung in der oberen Rathaushalle aufgrund der

Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Stellvertretend nahmen

LSB-Präsident Andreas Vroom und Werder-Präsident sowie

Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald die Auszeichnung

von Villa-Ichon-Vorstandsmitglied Dr. Klaus Hübotter entgegen.

Beide Vereine hätten sich in der Vergangenheit und Gegenwart „ent-

schieden gegen rechte, nationalistische und demokratiefeindliche

Machenschaften gewandt“, so Hübotter.

„Ich nehme die Auszeichnung der Villa Ichon mit Stolz und

Dankbarkeit für die tägliche Arbeit und Haltung unserer Mitgliedsorganisationen

und Mitarbeiter entgegen. Im Namen des

Landessportbundes Bremen danke ich Ihnen und den Vorstandsmitgliedern

herzlich für die Anerkennung und Aufmerksamkeit,

die uns auf diesem Wege zuteil wird“, betonte LSB-Präsident Andreas

Vroom gegenüber Dr. Klaus Hübotter. Vroom bedauerte, dass

der festliche Rahmen der Preisverleihung aufgrund der Coronavirus-Pandemie

entfallen musste. „Das ist schade. Aber in Zeiten

wie diesen müssen wir alle besonders rücksichtvoll und verantwortungsbewusst

handeln“, so Vroom.

„Diese renommierte Auszeichnung ist für uns eine große Ehre.

Sie ist Anerkennung unserer Bemühungen, engagiert für eine tolerante

und weltoffene Gesellschaft einzustehen und fremdenfeindlichen

oder diskriminierenden Tendenzen als gesamter Verein mit

aller Kraft entgegen zu treten. Als Präsident, der repräsentativ die

Werte unseres Vereins vertritt, nehme ich diesen Preis gerne entgegen,

möchte mich zugleich aber bei allen Mitgliedern, Mitarbeitern,

Sportlern und Fans bedanken, die täglich für diese Werte einstehen“,

so Dr. Hubertus Hess-Grunewald. Das Preisgeld wurde der

SV Werder Bremen Stiftung gutgeschrieben.

Bereits seit 1983 wird der Preis vom Verein der Freunde und

Förderer der Villa Ichon in Bremen e.V. vergeben. Er ist mit 5.000

Euro dotiert. Zu den Preisträgern gehörte in der Vergangenheit

neben Udo Lindenberg oder dem Sozial- und Politikwissenschaftler

Prof. Dieter Senghaas auch der ehemalige Werder-Profi und

heutige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Marco Bode. Die Villa Ichon

wurde Anfang der 1980er-Jahre von dem ehemaligen Bremer Bauunternehmen

Klaus Hübotter restauriert und ist seitdem eine Begegnungsstätte

für kulturelle und soziale Vereinigungen. Auch beherbergt

die Villa dauerhafte Mieter wie amnesty international,

die Deutsche Friedensgesellschaft / Vereinigte KriegsdienstgegenerInnen

(DFG-VK) oder das Bremer Friedensforum. (LSB)

Foto: Oliver Soller

Handlungssicherheit für Übungsleiter

Klarheit für Vereine: Neue Regelung für Übungsleiter-Lizenzen

Der Bremer Senat hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie

eine Reihe von

Allgemeinverfügungen verabschiedet.

Daher hat der Landessportbund Bremen

frühzeitig alle Bildungsveranstaltungen bis

vorerst 31. Mai 2020 ausgesetzt.

In der Konsequenz konnten einzelne

Übungsleiter-Lizenzen mangels Angebot

nicht fristgerecht verlängert werden. Um

den Übungsleiter/innen entsprechende

Handlungssicherheit zu geben und insbesondere

um hinsichtlich der Abrechnung

von Übungsleiter-Zuschüssen für die Vereine

Klarheit zu schaffen, haben sich der

LSB, das Sportamt Bremen sowie das Amt

für Sport und Freizeit in Bremerhaven wie

folgt verständigt:

Alle ab 1. März 2020 auslaufenden Lizenzen

des LSB Bremen werden bis einschließlich

31. Dezember 2020 für weiterhin

gültig erklärt. Damit haben betroffene

24

Lizenzinhaber/innen die Möglichkeit, die

benötigten Fortbildungsstunden später

zu absolvieren, ohne dass es der aufgrund

höherer Gewalt getroffenen Entscheidungen

nachteilige Auswirkungen hat. Die Lizenzen

werden mit Einreichen der nötigen

Fortbildungsstunden rückwirkend zum

Ursprungsablaufdatum um vier Jahre verlängert.

Fallbeispiel: Eine Lizenz ist am 15. April

ausgelaufen, per Sondergenehmigung wird

sie bis zum 31. Dezember für gültig erklärt.

Am 9. November wird die benötigte Fortbildung

absolviert, die Lizenz wird bis zum

15. April 2024 verlängert.

Lizenzanträge können ab sofort online

gestellt werden. (LSB)

Um das Prozedere der Lizenzverlängerung zu

vereinfachen, können die entsprechenden

Anträge seit kurzem über ein neues Online-

Formular im Bildungsportal des LSB Bremen

gestellt werden. https://lsb-bremen-bildung.

de/infos/lizenzantrag

Foto: A. Bowinkelmann / LSB NRW


LSB-Bildungswerk goes online

Neue Veranstaltungsformate: Webinare zu unterschiedlichen Themenbereichen

Infolge der Coronakrise mussten der Landessportbund (LSB) Bremen

und die Bremer Sportjugend (BSJ) sämtliche Fortbildungen,

Bildungszeiten und Ausbildungen bis Ende Mai absagen. Als Alternative

bietet das LSB-Bildungswerk seit einigen Wochen neue

Online-Formate an. So fand Anfang Mai ein Webinar zum Thema

Kinderschutz statt, an dem insgesamt 15 Personen teilnahmen. Im

Online-Bildungsportal des LSB Bremen (https://lsb-bremen-bildung.de/)

sind darüber hinaus weitere Webinare zu unterschiedlichen

Themenbereichen verfügbar (u.a. zum Vereinsmanagement).

Die (Weiter)Bildungsangebote stehen Übungsleiter/innen und

Sportfunktionären, aber auch anderen Interessierten offen. Die Buchung

der jeweiligen Angebote erfolgt direkt über das Bildungsportal.

Einzelne Veranstaltungen werden aufgrund der aktuellen „Corona-Lockerungen“

perspektivisch wieder in Präsenzformaten angeboten.

Als Grundlage für die Wiederaufnahme der klassischen

Bildungsangebote dient ein eigens vom LSB-Bildungswerk ausgearbeiteter

Hygiene und Pandemieplan. Wichtig für Vereine und

Verbände: Falls Bedarf an themenspezifischen Webinaren besteht,

können sich die Verantwortlichen jederzeit an das LSB-Bildungswerk

wenden. Die Bildungsabteilung prüft kurzfristig, ob entsprechende

Angebote zur Verfügung gestellt werden können.

Erfolgreiches Pilotprojekt für die

Übungsleiter/innen-Ausbildung

Eine echte Premiere in Bezug auf das neue Bildungsangebot des

LSB Bremen fand vom 8. bis 15. Mai statt. Als Pilotprojekt ging der

Übungsleiter/innen C-Grundlehrgang mit insgesamt 40 Lerneinheiten

erstmals komplett online über die Bühne. An dem digitalen

Lehrgang nahmen 13 Personen erfolgreich teil. Über die Lernplattform

„edubreak“ konnten die Teilnehmer/innen Lehrvideos kommentieren,

mussten eigenständig Aufgaben bearbeiten und trafen

sich regelmäßig zu Live-Meetings und Präsentationen per Video.

Neben den fachlichen Inhalten zur Übungsleiter/innen-Ausbildung

haben die Teilnehmenden neue Formate des e-Learnings

kennen gelernt und konnten ihre digitalen Kompetenzen (z. B.

Videos erstellen) in praktischer Form erweitern. Die neue Ausbildungsform

kam bei den Beteiligten gut an. Als Mehrwert wurde

insbesondere das flexible Zeitmanagement hervorgehoben. Alle

Teilnehmenden empfehlen das neue Lernformat „definitiv“ (50%)

oder „eher schon“ (50%) weiter. Aufgrund der positiven Rückmeldungen

bietet das LSB-Bildungswerk im Juli einen weiteren Online-Grundlehrgang

an. Die anhand des Pilotprojekts gewonnenen

Erkenntnisse sollen zudem in die Planungen für weitere digitale

Bildungs-Formate einfließen. (LSB)

Fotos: LSB

Wieder geöffnet

Die neue Geschäfststelle des LSB

in der Hutfilterstraße

Die Geschäftsstelle des Landessportbundes Bremen ist seit

3. Juni wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. In Anbetracht

der weiterhin geltenden Corona-Auflagen und zum

Schutz der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Besucher/Innen

jedoch gebeten, beim Betreten der Geschäftsräume eine

Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Zudem sollten nach Möglichkeit die entsprechenden Abstandsregelungen

eingehalten werden. Der LSB empfiehlt, sich bei

speziellen Anliegen aus organisatorischen Gründen vorab telefonisch

oder per Mail in der Geschäftsstelle anzumelden. (LSB)

Eine Anfahrtsbeschreibung zu den neuen Geschäftsräumen des Landessportbundes

Bremen in der Hutfilterstraße 16 – 18 in Bremen findet sich

hier: https://www.lsb-bremen.de/service/anschrift-und-anfahrt-lsbbremen/

25


Freiwilligendienste im Sport

AOK Bremen/Bremerhaven kooperiert mit der Bremer Sportjugend

Welche Aufgaben hat der Gesundheitspartner

AOK?

Stefanie Appelles: Wir als Gesundheitspartner

möchten den Jugendlichen vor allem

in den Themen gesunde Ernährung,

Selbstmanagement und Work-Life-Balance

Kompetenzen vermitteln und sie dabei

tatkräftig unterstützen.

Carolin Lubczyk: Das werden wir ganz

praktisch mit Kochkursen und anderen

Seminarinhalten umsetzen und zudem bei

allen Gesundheitsfragen beratend zur Seite

stehen.

26

Die Abteilung Freiwilligendienste

im Sport der Bremer

Sportjugend (BSJ) kooperiert

seit kurzem mit der AOK Bremen/Bremerhaven.

Was die

neue Kooperation für das Projekt, die Freiwilligen

und die AOK bedeutet, erklären die

BSJ-Projektmitarbeiterinnen Beke Herbst

und Neele Tödter zusammen mit Stefanie

Appelles und Carolin Lubczyk von der AOK

Bremen/Bremerhaven im Kurzinterview.

Wie ist es zu dieser neuen Partnerschaft

gekommen?

Beke Herbst: Unsere Freiwilligen sind in

ganz Bremen verteilt und engagieren sich

für den Sport in den Vereinen. Oft haben

diese Vereine eine Kooperation mit einer

Krankenkasse und dies ist uns als Bremer

Sportjugend aufgefallen. Da haben wir uns

die Frage gestellt, warum können wir nicht

auch mit einer Krankenkasse eine Partnerschaft

eingehen? Viele unserer Freiwilligen

haben über den Verein bereits in gemeinschaftlichen

Projekten mit Krankenkassen

zusammen Inhalte umgesetzt. So etwas

wollten wir gerne für alle jungen Engagier-

ten im Sport haben. Der Kontakt zur AOK

Bremen/Bremerhaven existierte bereits

aufgrund von anderen gemeinsamen Projekten.

So kam es schnell zu einem ersten

Treffen, bei dem unser Abteilungsleiter Linus

Edwards und ich das Projekt ausführlich

vorgestellt haben.

Neele Tödter: Wir sind als pädagogische.

Fachkräfte für die Betreuung der Freiwilligen

zuständig und gestalten unter anderem

die Seminar- und Bildungstage. Das Thema

Gesundheit wird in den Seminaren behandelt

und dies mit einer Krankenkasse zu

verbinden, erschien uns nah.

Carolin Lubczyk: Beim Thema Gesundheit

haben wir uns als Experten gleich angesprochen

gefühlt und können das Angebot

von Neele und Beke gut ergänzen.

Und die Projektpartner haben sich nun

erstmals zusammengefunden?

Beke Herbst: Ja, es ist uns schnell aufgefallen,

dass wir gemeinsame Vorstellungen

zu den Themen Gesundheit und Sport

haben und es entwickelten sich schnell

Ideen, wie die AOK Bremen/Bremerhaven

sich in das Projekt mit einbinden lässt.

Was können die Freiwilligen von der neuen

Partnerschaft mit der BSJ erwarten?

Beke Herbst: Wir haben ein buntes Konzept

entwickelt und freuen uns auf die

Umsetzung. Neben der Unterstützung bei

den Seminaren, wird die AOK uns bei der

Ausrichtung unser jährlichen Feier unterstützen,

der Staffelübergabe, bei der wir

uns von den abgehenden Freiwilligen verabschieden

und die neuen Freiwilligen

begrüßen. Natürlich müssen wir schauen,

wie sich die Pandemie bis September entwickelt

und die Bestimmungen im Land

Bremen zu diesem Zeitpunkt sind und alles

an die aktuelle Lage anpassen. Aber trotzdem

freuen wir uns bereits jetzt auf dieses

Highlight.

Was muss man tun, um in diesem Jahr

einen Freiwilligendienst im Sport zu machen?

Ist das angesichts der andauernden

Coronakrise überhaupt möglich?

Neele Tödter: Die Vereine hatten zwar teilweise

den Trainingsbetrieb eingestellt, aber

der wird gerade in kleinen Schritten wiederaufgenommen.

Unsere Einsatzstellen,

so nennen wir Vereine, die Freiwillige im

Sport aufnehmen, befinden sich aktuell in

der Bewerbungsphase und führen Vorstellungsgespräche.

Die freien Stellen kann

man auf unserem Online-Stellenportal

für Freiwilligendienste finden. Durch die

Verschiebung der schulischen Abschlussprüfungen,

ist die Bewerberanzahl bis jetzt

noch nicht so hoch. Wer Interesse hat, kann

sich daher gerne bei uns melden. Es gibt

viele offene Stellen und etliche Sportvereine,

die noch Freiwillige für den Zeitraum

2020-2021 suchen. (BSJ)

Online-Stellenportal für Freiwilligendienste im

Sport: https://freiwilligendienste.

bremer-sportjugend.de/

Foto: BSJ


Bremer Sportjugend unterstützt dsj-Position

Bildung braucht Bewegung! Kein Verzicht auf Schulsport – trotz Corona!

Die Bremer Sportjugend (BSJ) hat

sich in einer Videokonferenz mit

der Deutschen Sportjugend (dsj)

und den Landessportjugenden der einzelnen

Bundesländer eindeutig zur aktuellen

Diskussion um den Sportunterricht in Corona-Zeiten

positioniert: „Bildung braucht

Bewegung! Kein Verzicht auf Sport in der

Schule – trotz Corona!“, fordert die BSJ.

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass

nicht nur die körperliche Bewegung, sondern

auch soziale Kontakte und persönliche

Interaktionen von Kindern viel zu kurz

kommen. Der Mangel an Bewegung, Begegnung

und Mitsprache ist für viele junge

Menschen immer noch Alltag und verstärkt

die ohnehin vorhandene Bewegungskrise

bei Kindern und Jugendlichen. Auch in Bremen

und Bremerhaven.

„Als größte Kinder- und Jugendorganisation

im Land Bremen stehen wir für die

Rechte von Kindern und Jugendlichen ein

– Sport und Bewegung leisten hier einen

bedeutenden Beitrag für das Heranwachsen

junger Menschen“, erklärt Bernd Giesecke,

Vorsitzender der BSJ. Es gelte nun,

gemeinsam Lösungen zu entwickeln, damit

sowohl eine geregelte Aufnahme des Sportunterrichts

als auch des außerunterrichtlichen

Bewegungsangebotes geplant werden

kann. „Die BSJ teilt vor diesem Hintergrund

uneingeschränkt die von der dsj und dem

DOSB veröffentlichte Position und bittet

insbesondere aus der Perspektive junger

Menschen, das Thema schnellstmöglich

auch für das Land Bremen auf die Agenda

zu nehmen“, so Giesecke.

Wenn Distanzregeln eingehalten, Körperkontakte

auf ein Minimum reduziert,

kreative Bewegungsformen unter anderem

im Freien angeboten und die Hygieneregeln

eingehalten werden, müsse Bewegung,

Spiel und Sport auch im schulischen Kontext

möglich sein und umgesetzt werden.

(BSJ)

Das entsprechende Positionspapier der dsj und

des DOSB kann hier abgerufen werden: https://

bit.ly/2UqBFGG

„Bremopolis“ öffnet seine Türen auch 2020

Organisatoren um die Bremer Sportjugend suchen Unterstützung

Foto: MÄR

Die Planungen der Kooperationspartner

um die Bremer Sportjugend

(BSJ) für die Neuauflage der Kinderstadt

„Bremopolis“ laufen auf Hochtouren.

Die Erwachsenenwelt im Miniaturformat

mit eigener Regierung, Wirtschaft, Arbeit,

Kultur und Freizeitmöglichkeiten wird in

den kommenden Sommerferien vom 17. bis

21. August zum zweiten Mal auf dem Vereinsgelände

des TV Bremen-Walle ihre Tore

öffnen - trotz der aktuellen Einschränkungen

durch die Corona-Pandemie und noch

nicht konkret absehbarer Bestimmungen im

Durchführungszeitraum.

Selbstverständlich haben die Organisatoren

von „Bremopolis“ alle geltenden

Corona-Auflagen in einem speziellen Hygienekonzept

berücksichtigt. Zudem sollen

die Corona-Krise und die Folgen im Rahmen

der Kinderstadt gezielt mit den jungen

Bewohnerinnen und Bewohnern thematisiert

werden. „Wie war das für Euch?“ oder

„Was würdet Ihr als Regierung in so einer

Krise machen?“ etwa könnten die Fragestellungen

lauten, mit denen sich die Kinder

unter den für die BSJ sehr wichtigen

Aspekten Kinderrechte und Partizipation

auseinandersetzen.

In „Bremopolis“ sollen sich die Jungen

und Mädchen verschiedenen Berufen annähern

und zugleich durch pädagogische

Begleitung aus den Bereichen Umweltbildung,

Demokratiebildung, Gesundheits-

bildung, Medienbildung, kulturelle Bildung

und sportliche Bildung spannende Lernerlebnisse

erfahren. Anhand der wertvollen

Erfahrungen aus dem letzten Jahr soll das

Angebot stetig weiterentwickelt werden.

Interessierte, die sich an der Gestaltung

der Bremer Kinderstadt beteiligen möchten

beziehungsweise Ideen für Angebote,

Projektpartner oder Sponsoring haben,

können sich telefonisch unter 0421-792 87

20 oder per Email (info@bremer-sportjugend.de)

an die Bremer Sportjugend

wenden. Zudem sind auch noch Plätze für

interessierte Kinder frei. Weitere Informationen

und Anmeldemöglichkeiten finden

sich unter https://www.bremopolis.de.

Übersicht „Bremopolis“ 2020

Zeitraum: 17.08. bis 21.08.2020

Kinderbetreuung täglich von 8.30-16 Uhr

Kosten pro Teilnehmer: 100,- Euro (inkl.

Frühstück, Mittagessen, Getränke, Obst,

alle Angebote)

Alter: von 6 bis 14 Jahre

Ort: TV Bremen-Walle, Hans-Böckler-

Straße 1a, 28217 Bremen (BSJ)

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SPORTARTEN IM SELBSTVERSUCH

Im Doppelzweier

Ausprobiert: Erste Schläge beim Bremer Ruderverein von 1882

Fotos: Jennifer Fahrenholz

VON KRISTINA WIEDE

Das Boot trägt den Namen „Holtenbeen“ und wird von

zwei Ruderinnen in Richtung Werdersee geschoben.

Heute soll es für mich erstmals im Ruderboot aufs

Wasser gehen. Jens Grosse vom Bremer Ruderverein

von 1882 (BRV v. 1882) hat sich bereit erklärt, mir eine

Schnupperstunde zu geben. Der Trainer passt auf, dass der Zweier unbeschadet

die Straße passiert und nutzt die Gelegenheit, mir während

der kurzen Fußmarsches seine Arbeit im Verein zu skizzieren.

Der 35-Jährige war jahrelang als Leistungssportler im Rudern

aktiv, erst im Bremer Landes Kader, dann ein knappes Jahrzehnt in

der Ruderbundesliga. Nun trainiert er die Studierenden und macht

laut eigenen Angaben „nur noch 4-6 mal die Woche Sport je nachdem

was ich schaffe“. Was ihn dazu bewogen hat, frage ich ihn. „Um

auf hohem Niveau wirklich erfolgreich zu sein, da muss man schon

acht bis neun Mal pro Woche trainieren – das schaffe ich neben

dem Beruf zeitlich gar nicht.“ Also kümmert er sich nun um den

Nachwuchs, ist aber als Universitätsmitarbeiter noch ab und zu im

Uni-Team bei Wettkämpfen dabei.

Rudersport wird bei 1882 auf hohem Niveau betrieben: Die

Jüngeren trainieren in Bremen, ältere Kadersportler hingegen in

Stützpunkten anderer Städte. Das Angebot für Studierende ist

eine Kooperation des Vereins und der Hochschulen in Bremen.

„Zusammen mit mein Trainerkollegen Melanie Kanz und Bolko

Maass bieten wir in der Regel fünf Mal pro Woche Training an:

Dreimal Rudertraining auf dem Wasser oder an der Maschine, einmal

Rumpf im Zirkel training und Kraft, wie zum Beispiel Kreuzheben.

Gerudert wird meist auf dem Werdersee, da der Schiffsverkehr

auf der Weser zu hohe Wellen schlägt. Der fürs Rudern frei

gegebene Bereich liegt zwischen dem Wehr am Teerhof und der

Erdbeerbrücke. Darüber hinaus gibt es Reviere in Vegesack an der

Lesum, und in Bremerhaven an der Geeste.

Als wir uns auf meine Premiere im Zweier vorbereiten, zihen

dicke Wolken auf und die ersten Tropfen befeuchten den Holzsteg.

„Solange es kein Gewitter gibt, können wir aufs Wasser“, sagt

Grosse und nickt in Richtung Boot. Es geht los.

Das Einsteigen

Bevor es ins Boot geht: Schuhe ausziehen! Denn das Boot hat fest

installierte Paare an Bord, die an den Stemmbrettern befestigt

sind. Der linke Fuß steht auf dem kleinen Steg vor dem Rollsitz, die

linke Hand hält beide Riemen, die rechte findet Halt am Metallaus-

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Trainer und und Vorsitzender des Landesruderverbandes Bremen Jens Grosse, erklärt Redakteurin

Kristina Wiede, worauf es beim Rudern ankommt.

leger. Nun noch den rechten Fuß ins Boot. Ab jetzt habe ich keinen

Kontakt mehr zum Land, manövriere den Fuß direkt in den Schuh –

sogar den passenden. Und drin bin ich, eingebootet. Puh – die erste

Hürde liegt hinter mir. Es bleibt noch Zeit die Klettverschlüsse der

Schuhe zu schließen, schon folgt Jens und nimmt hinter mir Platz.

Dann werden wir vom Steg weg gestoßen.

Erste Versuche im Doppelzweier

Als erstes erklärt mir Jens die sichere Position: Die Beine durchgedrückt,

die Griffe am Körper,beide Blätter liegen auf der Wasseroberfläche,

so kann nichts passieren. Diese Worte beruhigen

mich nach dem aufregenden Einstieg ins Boot. Dann üben wir

den Bewegungsablauf: Die Ruder knapp über der Oberfläche nach

vorne bringen, während ich die Beine anwinkele und so meinen

Körper dank des beweglichen Sitzes ins Heck rolle.

Mein Problem: Zwei unterschiedliche Extremitätenpaare, die

verschiedene Dinge in entgegengesetzter Richtung tun sollen,

plus zwei Ruder, die ebenfalls akkurater Handhabung bedürfen. In

meinem Kopf verknoten sich Anweisungen, mein ideales Ich und

motorische Realität. Jens´ Kommentar: „Üblicherweise geht es für

blutige Anfänger erst nach zwei oder drei Trainingseinheiten im

Ruderbecken raus aufs Wasser.“ Meine Interpretation dieser Worte:

Ich stelle mich während der ersten Schläge angemessen blöd

an. Der Versuch, die Arme lang zu lassen, die Knie nicht im Weg

zu haben, die Blätter nicht zu tief einzutauchen und die Kraft aus

den Beinen zu holen statt aus den Armen verlangt mein Höchstmaß

an Konzentration – gelingen will das komplexe Zusammenspiel

jedoch kaum. Immerhin kommen wir voran, vom Steg sind

wir schon fast an der blauen Fußgängerbrücke angekommen.

Das Wendemanöver

Zugegeben: Ein Gefühl der Erleichterung stellt sich, ein als Jens

eröffnet, dass wir an der Brücke kehrt machen. Ich darf manövrieren.

Die Ruder müssen dazu ebenfalls in komplizierter Manier und

vielfach in entgegengesetzte Richtungen gedreht und im Wasser

bewegt werden. Erneut richte ich meine volle Konzentration auf

die Abfolge von Arm- und Beinbewegung . Einige Verwirbelungen

des Weserwassers später ist die Wende tatsächlich gelungen und

wir gleiten zurück an den Steg. Das Anlegen übernimmt Jens.

Die letzte zu nehmende Hürde: aussteigen, ohne ins Wasser

zu fallen – geschafft! Das Herz schlägt mir vor Aufregung noch

immer bis zum Hals. Doch zur Überforderung gesellt sich langsam

ein Hauch von Stolz ob der einigermaßen trockenen Füße und die

Erleichterung, wieder Land unter den selbigen zu haben.

Bremer Ruderverein von 1882 e.V.

Der Rudersport fand in den 1830er Jahren seinen Weg aus England nach Deutschland

war zu dieser Zeit eine akademisch und großbürgerlich geprägte Sportart. Auch in Bremen

wuchs das Interesse: Im Jahr 1882 fanden sich 19 junge Männer zusammen, um den

Bremer Ruderverein von 1882 e. V. (BRV v. 1882) zu gründen. Es dauerte nur kurze Zeit,

bis sich der junge Verein in der „feinen“ Bremer Gesellschaft an oberster Stelle etablierte.

Wer etwas auf sich gab, war Mitglied im BRV v. 1882. Die damaligen Mitgliederlisten

lasen sich wie ein Who is Who der bremischen Wirtschaft und Politik der damaligen

Zeit. Die umfangreiche Unterstützung des Leistungssports führte zu raschem Wachstum

des Vereins sowie zu baldigen sportlichen Erfolgen. Willy Klebahn (rechts im Bild)

gewann die erste Deutsche Meisterschaft im Einer 1896 und verteidigte diesen Titel im

Folgejahr. Bis heute erinnert sein Bild im Eingangsbereichs des Vereinshauses an der

Werderstraße an den Sportler.

Heute präsentiert sich der BRV v. 1882 als ein moderner Sportverein mit über 400

aktiven und unterstützenden Mitgliedern. Ein Fundament in der Nachwuchsarbeit bildet

die Kooperation mit der Oberschule am Leibnizplatz. (SM)

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GESUNDHEIT

„Rudern ist ein anspruchsvoller Sport“

Dr. Götz Dimanski im Interview über positive Effekte und Risiken der Wassersportart

Sie nennen Weser, Lesum sowie Geeste

ihre Reviere und drehen auf dem Werdersee

ihre Runden: Die Mitglieder

von insgesamt fünf Rudersportvereinen in

Bremen und Bremerhaven sind dort auf gemütlichen

Wanderfahrten unterwegs oder

absolvieren ihre Trainingseinheiten für anstehende

Wettkämpfe. Im Interview erklärt

Sportmediziner Götz Dimanski, warum der

vielseitige Rudersport bis ins hohe Alter

empfehlenswert ist.

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Wie gesundheitsfördernd ist die Sportart

Rudern?

Sie ist sehr vielfältig und trägt aus mehreren

Gründen dazu bei, gesund zu bleiben.

Das Rudern an der frischen Luft hat positive

Effekte auf das Immunsystem, weil man der

Witterung ausgesetzt ist – das trainiert das

Atemsystem in besonderem Maße. Auch die

Ausdauer und das Herz-Kreislauf-System

werden trainiert sowie die Muskulatur der

Arme, des Rumpfs, Rückens und der Beine.

Neben Kraft und Ausdauer wird zudem der

Gleichgewichtssinn geschult, der für die Stabilisierung

des Boots unerlässlich ist.

Was ist das Besondere an dieser Kraftausdauersportart?

Wie dieser Begriff schon vermuten lässt,

kombiniert das Rudern Ausdauer und Kraft.

Da das Ein- und Aussetzen der Boote mühevoll

ist, rudern die meisten Sportler längere

Strecken, damit dieser Aufwand sich lohnt.

Wer schon einmal in einem Sportruderboot

saß, wird schnell gemerkt haben, wie anspruchsvoll

es ist, die langen Hebelarme der

Ruder zu bewegen. Die gesamten Muskelpartien

des Rumpfs und der Beine werden

also über einen längeren Zeitraum kräftig

aktiviert – und das hält fit!

Ambitionierte Ruderer betreiben nebenbei

oft andere Sportarten. Warum ist das

wichtig?

Die Ausdauer kann man nebenbei durch

Laufen, Radfahren oder Schwimmen zusätzlich

trainieren. Auch die Maximalkraft

lässt sich an Krafttrainingsmaschinen und

durch Hantelübungen steigern. So trainieren

Sportruderer ihre Maximalkraft, die zum Teil

weit über den Kraftaufwand beim Rudern

hinausgeht. Das Rudern fällt dann entsprechend

leichter.

Die Ruderbewegungen sind recht monoton.

Empfehlen Sie einen Ausgleichssport?

Das Rudern ist eigentlich sehr vielseitig.

Dennoch ist es grundsätzlich ratsam, auch

spielerische, unvorhersehbare Bewegungen,

wie zum Beispiel im Tischtennis, zu trainieren,

um flexibel zu bleiben. Außerdem ist das

Rudern bei uns im Winter nur eingeschränkt

möglich, sodass die meisten aktiven Sportler

ohnehin andere Sportarten kombinieren.

Welches Alter ist ideal, um mit dem Rudern

anzufangen?

Es gibt dieses Sprichwort „Was Hänschen

nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“, welches

auf eine komplexe Sportart wie das

Rudern besonders zutrifft. Rudern ist ein

anspruchsvoller Sport. Wer im Sportrudern

erfolgreich sein und an Wettkämpfen teilnehmen

will, sollte mit sieben oder acht Jahren

beginnen. Die Vereine bieten in der Regel

altersgerechte Trainingsmöglichkeiten an.

Welche Fähigkeiten müssen gegeben sein?

Schwimmen ist eine absolute Grundvoraussetzung,

denn natürlich kommt es vor,

dass man ins Wasser fällt. Darüber hinaus

birgt das Rudern immer ein gewisses Kollisionsrisiko

durch Schiffsverkehr und andere

Wassersportler. Da man rückwärts rudert

liegen Hindernisse entgegen der Blickrichtung

– das ist nicht ganz ungefährlich.

Wie sieht es mit Rudern im fortgeschrittenen

Alter aus?

Rudern ist ein Teamsport, der bis ins hohe

Alter betrieben werden kann. Bezeichnend

ist, dass man gemeinschaftlich agiert.

Neben der Bewegung an der frischen Luft ist

dies ein weiterer Aspekt von Bedeutung: Im

Team werden soziale Kontakte gepflegt.

Wie wichtig ist das Rudertraining an der

Maschine?

Statt ausschließlich an der Rudermaschine

zu trainieren empfehle ich kurze Einheiten

an diversen Geräten, zum Beispiel ein Zirkel

aus fünf Minuten Stairmaster, fünf Minuten

Laufband mit Steigung, dann am Crosstrainer

und so weiter. Da gehört dann auch die

Rudermaschine dazu. So bleibt das Training

kurzweilig und es kommt nicht zu Überlastungen.

DAS INTERVIEW FÜHRTE KRISTINA WIEDE

Foto: RehaZentrum

Dr. Götz Dimanski erlangte 1989 den

Facharzt für Sportmedizin. 1991 kam er

von Leipzig nach Bremen, wo er 23 Jahre

Werder Bremens Fußballer als Mannschaftsarzt

betreute. Heute führt er die

Geschäfte des RehaZentrum Bremen

und praktiziert dort als Chefarzt der

Abteilung für Sportmedizin und Physiotherapie.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte

liegen im Bereich der nichtoperativen

Diagnostik sowie der Therapie von

Erkrankungen und Verletzungen des

gesamten Bewegungsapparats.

Foto: Adobe Stock


Ambulantes Kompetenzzentrum

für Rehabilitation und Sportmedizin

Für Leistungssportler

und Freizeitaktivisten

Das SporThep ist aus dem medizinischen Leistungszentrum

des SV Werder Bremen entstanden und hat sich über die

Jahrzehnte in der Region zu dem führenden

Kompetenzzentrum für Sportmedizin und Physiotherapie

entwickelt. Ob Leistungs- oder Freizeitsportler, ob akute

Verletzung oder chronische Schmerzen - im SporThep

erwartet Sie eine ganzheitliche Behandlung aus moderner

Sportmedizin und funktionellen Therapieansätzen.

Das SporThep-Team unterstützt Sie bei:

● Sportverletzungen des Bewegungsapparats

● chronischen Schmerzen & Sportschäden

● Sportvereinsberatung auf medizinischer Ebene

● Sportlerbetreuung

● sportartspezifischen Tauglichkeitsuntersuchungen

● Wunsch auf eine zweite medizinische Meinung

RehaZentrum Bremen GmbH,

Zentrum für ambulante Rehabilitation,

physikalische Therapie und Sportmedizin

Senator-Weßling-Str. 1a · 28277 Bremen

Tel: +49 (0) 421 / 44 96 96

Email: info@sporthep.de

www.rehazentrum-bremen.de

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FRAUEN IM SPORT

„Von Jahr zu Jahr professioneller“

Cindy König über die Entwicklung im Frauenfußball und ihren Wunsch für die Zukunft

32

Nach 13 Jahren, 99 Treffern,

mehr als 200 Pflichtspielen

sowie dem dritten Aufstieg

in die Frauen-Bundesliga

verlässt Rekordtorschützin

Cindy König zum Saisonende das 1. Frauenteam

des SV Werder Bremen. Die 26-jährige

Angreiferin will eine neue persönliche

Herausforderung annehmen. Welche das

ist, verrät sie im Interview.

Glückwunsch zum Aufstieg!

Vielen Dank. Es ist aber schon ein komisches

Gefühl so aufzusteigen, wir

hätten lieber die Saison zu Ende

gespielt und anschließend mit

der Meisterschale auf dem Platz

gejubelt. Nun gut, das Saisonziel

ist trotzdem erreicht.

Wie wichtig war der

Aufstieg für Sie persönlich?

Das lag mir

schon sehr

am Herzen,

dass wir

Werder

Bremen

w i e d e r

dorthin

bringen, wo

der Verein auch

hingehört – in die

erste Bundesliga.

Beim letzten Aufstieg

vor zwei Jahren soll

es hoch hergegangen

sein mit anschließender

Siegesfeier in der

Viertelkneipe Eisen.

Der Bremer Musiker

Grillmaster Flash hat

sogar einen Song darüber

geschrieben. Das dürfte

in diesem Jahr wesentlich

ruhiger abgelaufen sein,

oder?

Ja, wir hatten ein Abschlusstraining

mit den erforderlichen

Hygienemaßnahmen

sowie dem entsprechenden

Sicherheitsabstand – aber

so konnten wir wenigstens

noch einmal zusammen

sein. Wer weiß, wie sich

alles entwickelt, vielleicht können wir ja

wenigstens im kleinen Kreis die Meisterschaft

noch ein bisschen feiern. Sonst holen

wir das nach Corona nach.

Sie kamen vor 13 Jahren von Sparta Bremerhaven

zu Werder Bremen. Was ist von

dieser Zeit besonders bei Ihnen hängen geblieben?

Sehr viel. An erster Stelle steht die Entwicklung

des Frauenfußballs bei Werder.

Von Jahr zu Jahr wurde alles deutlich

professioneller. Zudem war es für mich

alles andere als selbstverständlich,

dass ich meine Ausbildung

im Verein machen konnte. Die

Ausbildungsplätze werden

normalerweise für die jungen

Nachwuchstalente aus dem

Männerbereich frei gehalten.

Insgesamt finde ich, dass

die Wertschätzung für

den Frauenfußball

insgesamt in

den vergangenen

Jahren

noch

einmal

deutlich

zugenommen

hat.

Sie sprachen

gerade die gestiegene

Wertschätzung

an. Dennoch

war es bei Ihnen

so, dass sie, obwohl

sie unter Profibedingungen

trainiert und

gespielt haben, einer

normalen Arbeit

nachgehen mussten


Stimmt, ich habe ganz

normal gearbeitet und

entsprechend abends danach

und oder morgens

davor trainiert. Ausschließlich

vom Fußball

leben ging nicht.

Sie sind zweimal Torschützenkönigin

der

Zweiten Liga geworden

und haben es auf insgesamt

99 Tore für Werder

gebracht. Wie sehr

ärgert es Sie, dass Ihnen Treffer 100 nicht

mehr vergönnt war?

Es wäre schon cool gewesen, diese Marke zu

knacken. Auf der anderen Seite waren es trotzdem

99 tolle Tore. Darüber freue ich mich.

Was würden Sie selbst als Ihre größte

Stärke bezeichnen?

Mein linker Fuß – so etwas gibt es im Frauenfußball

nicht allzu oft. Außerdem konnte

ich immer meinen Instinkt vom Straßenfußball

einbringen und habe so einige Sachen

gemacht, mit denen die meisten nicht

gerechnet haben.

Wie sind Sie zum Fußballspielen gekommen?

Mein Vater und meine Brüder haben mich

schon als ich noch klein war immer mitgenommen.

Also habe ich früh gelernt, mich

auch gegen Größere und gegen Männer

durchzusetzen.

Sie verlassen Werder nach 13 Jahren.

Warum?

Weil ich für mich persönlich noch einmal

ein neues Kapitel aufschlagen will und

mich weiterentwickeln möchte. Ich bin

jetzt 26, also schon mein halbes Leben bei

Werder. Wenn ich jetzt nicht versuche, noch

einmal etwas anderes zu machen, bekomme

ich wahrscheinlich nicht noch einmal

die Gelegenheit dazu.

Wissen Sie schon, wo es hingeht?

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich das noch

nicht sagen. Mein Wunsch ist es ins Ausland

zu gehen und dort mich nur auf Fußball

zu konzentrieren. Wohin es genau geht,

wird sich noch zeigen.

Gibt es einen großen Wunsch, den Sie für

die Zukunft haben?

Mein Traum ist es tatsächlich, noch einmal

professionell im Ausland Fußball zu

spielen und mich individuell zu verbessern.

Eine andere Sprache und Mentalität reizen

mich dabei besonders. Zum anderen würde

ich mir wünschen, dass dem Frauenfußball

die Anerkennung und Wertschätzung zukommt,

die er verdient. Das ist zwar insgesamt

besser geworden, verglichen mit den

Männern aber nicht annähernd genug.

Können Sie sich vorstellen, am Ende noch

einmal nach Bremen zurückzukehren?

Ja klar, Bremen ist meine Heimat. Außerdem

muss ich die 100 ja noch voll machen.

Foto: Werder Bremen


Sport – Organisation – Presse

Wie organisiert man Veranstaltungen in Corona-

Zeiten? Sabine Lohbeck, Kreissportbund Bremen-

Stadt, ATS Buntentor:

In den vergangenen Jahren hatte Sabine immer im Mai das

Angebot für das Sommerferienprogramm des Kreissportbundes

Bremen-Stadt in die Druckerei gegeben, im Juni an

vielen Stellen der Stadt ausgelegt. In diesem Corona-Jahr gibt

es stattdessen Informationen im Internet, keine Großveranstaltung,

aber doch wohl viele kleinere Angebote aus den Vereinen,

flexibel organisiert je nach den im Sommer zugelassenen

Möglichkeiten. Keine leichte Aufgabe für Sabine Lohbeck, die wie

keine andere für dieses beliebte Bremer Sommerferienprogramm

steht. Sabine plant im Team, spricht die Vereine an, sammelt Angebote,

stellt das Programm zusammen, sorgt für die Finanzierung,

für die Flächennutzung auf dem Marktplatz und am Werdersee,

stimmt alles mit den Kooperationspartnern Sparkasse, Ordnungsamt

und Sportamt ab, schreibt die Presseinformationen, sorgt für

Fotomaterial,. Diesmal nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern

Technik-vermittelt per Mail und Telefonat. „Ein komisches Gefühl:

Anfang Februar hat alles ganz normal angefangen, ich habe Spielgeräte

gebucht, die Wasserbaustelle … das ist jetzt alles abgesagt.“

Sabine hofft natürlich, dass die Kinder trotz der Einschränkungen

bei den Vereinsangeboten spielen, toben und Neues ausprobieren

können. „Die leuchtenden Kinderaugen – das motiviert“.

Planung, Organisation und Presse-Arbeit ist Sabines Ding. Das

hat sie schon frühzeitig entdeckt. Im Alter von 4 Jahren hat Sabine

beim TV Eiche Horn mit dem Sport begonnen und ist bis zum

jungen Erwachsenenalter dem Geräteturnen treu geblieben, danach

kam Jazzgymnastik. Ihre ehrenamtliche Arbeit begann schon

beim Geräteturnen. Als Helferin hat sie der Übungsleiterin beim

Durchführen der Sportstunden geholfen, bis sie ab 1984 mit eigener

Lizenz selbst eine Mädchen-Gruppe Geräteturnen geleitet hat.

Zusätzlich war Sabine für die Pressearbeit der Turnabteilung im

Vorstand verantwortlich. In dem Jahr ist sie außerdem zum Spieltreff

Bürgerpark, erst als Übungsleiterin, dann zum Organisationsteam

und zum Kreissportbund Bremen-Stadt, gestoßen. Ein Zivi

hatte ihr diese Aufgabe schmackhaft gemacht: Bernd Zimehl hatte

Anfang der 80er Jahre seinen Zivildienst beim TV Eiche Horn abgeleistet.

Durch ihn wurde sie an die Arbeit auf Landesebene herangeführt.

Sabine ist noch an einem weiteren bremischen Sport-Großprojekt

beteiligt: die monatlichen Sendungen vom Bremer Sport-

TV. Von den ersten Anfängen zu Beginn der 1990er Jahre hat Sabine

mitgewirkt bei Planung und Umsetzung der Idee, eine Sendereihe

mit Informationen über bremische Sportvereine zu präsentieren,

von der ersten Sendung bis heute. In einem großen Team mit Vertretungen

aus Sportvereinen entstand nach einem längeren Vor-

Die Mitglieder des Ausschusses Frauen und Gleichstellung berichten

über Frauen, die in ihrem Sportverein ehrenamtlich aktiv

sind, sei es im Vorstand, als Trainerin oder auf andere Weise.

Frauen leisten oft unbemerkt von der Öffentlichkeit wichtige

Arbeit für ihren Verein und damit auch für unsere Gesellschaft.

Seltener als Männer erfahren sie dafür sichtbare Anerkennung.

Dem wollen wir hier entgegenwirken. Sie kennen auch eine

Frau, die für ihren Verein aktiv ist? Schicken Sie uns eine Mail,

wir berichten gerne! (bildungswerk@lsb-bremen.de).

Sabine Lohbeck.

Fotos: R. Scheitz

lauf das Konzept, im Offenen Kanal in Findorff wurde produziert

und gesendet, heute Radio Weser.TV in der Kulturwerkstatt Westend.

Im heutigen Team mit ca. 20 Personen ist Sabine für die passgenaue

Einspielung der vom Team erstellten Videos zuständig und

– natürlich – für Pressearbeit. Die Arbeit mit der Technik macht

ihr Spaß, sie hat damals gerne an den Lehrgängen vom Offenen Kanal

teilgenommen und als Kamerafrau angefangen.

Da man im Produktions-Team eng zusammensitzt und natürlich

auch mit den Studiogästen, hatte diese April-Sendung ein

anderes Format: Vereine haben Videos über ihren Sport in Corona-Zeiten

eingereicht, Interviews fanden per Videokonferenz statt,

moderiert und produziert wird ausnahmsweise mal von ganz wenigen

Personen, kontaktlos. Zweimal monatlich gibt es jetzt statt

des Treffens eine Telefonkonferenz im Vorbereitungsteam. So wird

auch die Mai-Sendung laufen. Ansehen kann man die Sendungen

wie üblich auf YouTube und Radio Weser.TV.

Durch Umzug und Eltern-Kind-Turnen mit dem Sohn wechselte

Sabine 2005 zum ATS Buntentor, wo sie als Teilnehmerin der

Gymnastikgruppe „Mach mit bleib fit“ in Übung bleibt.

Fast 40 Jahre ist Sabine ehrenamtlich für den Sport aktiv im

Verein und im Verband. Im Kreissportbund Bremen-Stadt begann

sie 1987 im Jugendausschuss, wurde 1992 Jugendwartin, seit 2018

zusätzlich stellvertretende Vorsitzende. In vielen Gremien ist sie

zusammen mit ihrem Mann aktiv, der durch sie zum Sport gekommen

ist. Kennengelernt beim Skilaufen, klar, dass Sport eine große

Rolle in Sabines Leben spielt, und da er selbst nicht so der große

Sportler ist, hat er sich für die Ehrenamtsarbeit entschieden.

Früher hätte Sabine sich nicht vorstellen können, dass sie mal

solche Posten übernimmt, eher zurückhaltend. „Aber wenn man

sieht, wie es klappt, dann traut man sich auch mehr zu. Es macht

einfach Spaß, etwas für andere zu tun.“

Dass ihr Pressearbeit und strukturierte Planung liegen merkt

man sofort: ruck-zuck kam der Interviewleitfaden ausgefüllt zurück

mit präzisen und detailreichen Angaben. Und Wünsche an die

Politik hat sie auch gleich formuliert: „Ausreichend Gelder für die

Durchführung des Bremer Sommerferienprogramms, damit Kinder

und Jugendliche abwechslungsreiche Ferien in Bremen verbringen

können.“ (INGE VOIGT-KÖHLER)

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SCHWIMMEN

Ab ins Wasser - aber mit Abstand

Hygieneregeln müssen auch in Schwimmbädern und an Seen beachtet werden

Mitte Mai ist in Bremen die Badesaison eröffnet

worden, die DLRG ist seither mit ehrenamtlichen

Lebensrettern an überwachten Badestellen vor

Ort. Bis zum 15. September werden die ehrenamtlichen

Einsatzkräfte des Bremer Landesverbands

der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an

den überwachten Gewässern im Einsatz sein.

Auch wenn der Saisonstart trotz Corona-Pandemie nicht verschoben

werden musste, gibt es in diesem Jahr einige Besonderheiten,

die Schwimmer zwingend beachten sollten: Die Wachen

der DLRG sind zwar wie gewohnt besetzt, bis auf Weiteres sind

aber keine Einsatzkräfte als Streifen an den Badestellen unterwegs.

Das Geschehen im Wasser wird von den Wachen und Rettungsbooten

aus überwacht. Die Rettungswache wird laut DLRG aber nur

anlassbezogen verlassen. Im Notfall können die Rettungsschwimmer

wie gewohnt angesprochen werden. Auch über den Notruf 112

kann ggf. Hilfe geholt werden. An den Badestellen gelten zudem

die üblichen Abstandsregeln.

Martin Reincke, Präsident der Bremer DLRG-Lebensretter,

weist angesichts des Starts der Badesaison auf die Risiken hin: Ungeübte

Schwimmer sollten sich auf die zum Schwimmen gekennzeichneten

Bereiche beschränken, darüber hinaus gebe es entsprechend

eingezäunte Nichtschwimmerbereiche. Grundsätzlich gelte,

dass Eltern auf ihre Kinder achten müssten, auch wenn diese bereits

das Bronze-Abzeichen hätten. Kinder mit Seepferdchen-Abzeichen

seien auf keinen Fall sichere Schwimmer und sollten sich

immer in den Nichtschwimmerbereichen aufhalten. „Überschätzung

der eigenen Fähigkeiten führt schnell zu lebensgefährlichen

Situationen“, so Reincke. Dies gelte für alle Altersklassen. 2019

sind laut DLRG zwei Menschen im Land Bremen ertrunken, zehn

Schwimmer wurden durch DLRG-Einsatzkräfte vor dem Ertrinken

gerettet. Eine Übersicht der überwachten Badestellen gibt es unter

www.bremen.dlrg.de.

Freibäder im Land Bremern dürfen seit 1. Juni wieder öffnen.

Die schrittweise Öffnung der Hallenbäder soll zum 1. Juli folgen.

Den Anfang in Bremen machte das Stadionbad. Das Freibad Blu-

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menthal, das Schlossparkbad und der Außenbereich des Westbads

sind seit Mitte des Monats geöffnet. Auch im Freibad Grünhöfe in

Bremerhaven ist der Betrieb unter Corona-Bedingungen wieder

angelaufen.

Wie alle öffentlichen Einrichtungen müssen auch die Bäder

Konzepte zur Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregelungen

erstellen. Die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Freibadbetriebes

sind laut Bremer Bäder-Geschäftsführerin Martina

Baden ähnlich wie bei anderen Sportarten im Freien. In Hallenbädern

sei das Infektionsrisiko höher als in Freibädern.

Grundsätzlich müssen in allen Bädern – egal ob drinnen oder

draußen – etliche Vorkehrungen getroffen werden, um den Kontakt

zwischen Besucherinnen und Besuchern zu gering wie möglich

zu halten. So werden unter anderem Plexiglasscheiben und

Absperrungen errichtet, um den Ein- und Ausgangsbereich voneinander

zu trennen. Schwimmbecken werden mit zusätzlichen

Leinen ausgestattet, um Bereiche abzutrennen und Hinweise auf

Schildern und am Boden sollen die Besucher an Hygiene- und Abstandsregeln

erinnern. In Hallenbädern ist das Infektionsrisiko

laut Experten höher als in Freibädern.

Die Bremer Bäder GmbH hat folgende Corona-Regeln aufgestellt:

Tickets sind nur über einen Online-Ticketshop oder bei

Karstadt Sports erhältlich. Es können keine Tickets mehr im Bad

erworben werden.

Karten für den Zutritt in die Bäder sind für eine bestimmte

Zeitzone gültig. Die Zeitzonen sind jeweils vormittags und

nachmittags.

Aktionsflächen wie z. B. Rutschen oder Splashfelder sind gesperrt.

Duschen und Umkleiden können nicht genutzt werden.

Zum Duschen stehen die Außenduschen bereit, die WC-Anlagen

können unter Auflagen genutzt werden.

Es gilt die Abstandsregelung von mind. 1,5 Metern

Im gesamten Bad gilt eine Maskenpflicht ausgenommen

in den Becken und auf dem Weg dorthin.

(LSB)

Foto: F.T. Koch


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