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Die Malteser-Zeitung 2/2020

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Orden und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Orden und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

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Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

© Nicusor Floroaica

Ausgabe 2/2020

In Memoriam: Fra’ Giacomo Dalla Torre

Weil Nähe zählt: #gemeinsamschaffenwirdas

Im Gebet verbunden trotz „Social Distancing“


INHALT

IMFOKUS

04 In Memoriam: Fra’ Giacomo Dalla Torre

del Tempio di Sanguinetto

06 Weil Nähe zählt – besonders in Zeiten von

Lockdown und Social Distancing

VORBILDER

14 Im Gespräch mit Clemens Schödl,

General Manager von Gilead Sciences in Österreich

LEBENSWERT

16 Hilfe zur Selbsthilfe mit „Peregrinus“

04 06

MALTESERSPIRITUELL

18 Gebetsabend-digital und in Stille

MALTESERÖSTERREICH

20 Berichte aus den Bundesländern:

Vielfältige Initiativen und Dienste

MEDIZINAKTUELL

36 Mit eigener Kraft gegen die Krise

38 Blut und Plasma spenden

MALTESERWELTWEIT

40 Dienst am Nächsten in Krisen rund um den Globus

42 Syrien: Die komplexeste humanitäre Krise weltweit

44 Ostafrika: Die Heuschreckenplage wütet weiter

46 China: „Es ist wieder viel möglich geworden“

16

40

RELIGIONAKTUELL

48 Die Pastoral in Zeiten von Corona

49 Seligpreisungen als Wegweiser

GELESENEMPFOHLEN

50 Interessante Neuerscheinungen

TAGEBUCH

52 Menschen und Events

48 50

RUNDSCHAU

57 Integrationshilfe digital

ÜBERBLICK

58 Wir trauern um

59 Termine und Kontakte

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ABSETZBAR

2

DIE MALTESER 2/2020


EDITORIAL

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leserinnen und Leser,

wie oft haben wir schon den Satz gehört: „Die Coronakrise ist

eine Chance.“ Und was denken, empfinden wir dabei? Vielleicht,

dass diejenigen, die hier angesichts von Sterbenden,

Kranken und Arbeitslosen von Chance sprechen, gehörige

Zyniker oder empathiebefreite Menschen sein müssen?

Soziale Kontakte, das Gefühl von Geborgenheit, von Zugehörigkeit,

sind essenziell für uns Menschen. Es fällt uns schwer

darauf zu verzichten. Es fällt uns schwer, ungeplant konsequent

zu leben, wie es uns der Shutdown und die Aufforderung, sich

und andere zu schützen, indem wir Abstand halten, abverlangen.

Auch ich empfinde die Coronakrise als eine Chance – allerdings

als eine Chance, zu sehen und zu spüren, wie sich Einsamkeit

anfühlt. Viele Menschen im Alter, in der Anonymität der

Großstadt, sind seit Ausbruch der Pandemie und der Kontaktbeschränkungen

einsam.

Die Krise ist also unsere Chance, mehr Mitgefühl zu zeigen und

sich wieder intensiv mit den Sinnfragen des eigenen Lebens und

des Lebens anderer auseinanderzusetzen. So gesehen bietet die

derzeitige Situation eine Art Lernort für eine bessere Zukunft

für uns alle.

Die zahlreichen Aktivitäten der Malteser seit Ausbruch der Coronapandemie,

ihr unermüdlicher Einsatz in Hilfsprogrammen

und spontan organisierten neuen Hilfsprojekten: Wir helfen

in der Krise zusammen, wir stehen zusammen – auch wenn es

physisch nicht möglich ist. Wir fühlen uns einander verbunden

in unserem Bestreben, Menschen in Not nicht im Stich zu

lassen, sondern zu helfen.

Die Tragweite der Coronakrise ist in vielen Bereichen noch

nicht abschätzbar. Es ist wichtig, dass wir weiterhin auch im

Orden zusammenhalten und zuversichtlich nach vorne schauen.

Dabei hilft uns das Gebet. Wir haben sehr rasch gelernt,

mit neuen Kommunikationsmitteln umzugehen. Wir feiern die

Heilige Messe über das Internet, treffen uns via Handy oder

Computer zum gemeinsamen Gebet und pilgern virtuell nach

Lourdes. Es ist der tiefe Glaube, der uns alle verbindet und dem

auch COVID-19 und Social Distancing nichts anhaben können.

Bewahren wir uns diesen starken Glauben, dieses Ordens-

Gemeinschaftsgefühl im Gebet und in der liebevollen Hilfeleistung.

Lassen wir uns davon tragen. Stärken wir unsere positive

Grundhaltung. Unser verstorbener Fürst und Großmeister

Fra’ Giacomo Dalla Torre war uns darin ein wirkliches Vorbild.

Norbert Salburg-Falkenstein

Prokurator

IMPRESSUM

Medieninhaber: Souveräner Malteser-Ritter-Orden (Malteserorden),

Großpriorat Österreich, 1010 Wien, Johannesg. 2, Tel.: 01/512

72 44, E-Mail: presse@malteser.at

Chefredaktion: Katharina Stögner Mitarbeiter bzw. Autoren

dieser Ausgabe: Bogdan Bercal, Francesca Colestani, Marie Czernin,

Anton Gatnar, Ulrich Glaunach, Petra Hellmich, Anne Hensel,

Johannes Holfeld, Laetitia Keil-Boswell, Bartolomäus Khevenhüller-

Metsch, Katharina Kiecol, Markus Kirchschlager, Brigitte Kneissl,

Martina Koja, Ulrich H.J. Körtner, Lukas Krupitza, Angelika

Kühnelt-Leddihn, Fra Gottfried Kühnelt-Leddihn, Georg Male, Karin

Mayer, Richard Mischak, Alexandra Reisinger, Mesi Richter, Norbert

Salburg-Falkenstein, Albin Scheuch, Moritz Schuschnigg, Emma

Steeb, Richard Steeb, Manuel Weinberger, Susanne Wick Text und

Lektorat: Edith Holzer, Thomas Fisher Fotos: Wolfgang L. Abel -

Salzburg, Nicusor Floroaica, GRANATAPFEL-Magazin, Hand in Hand/

Malteser International, Haus Malta, IDA/Malteser International,

Christian Lendl, Malteser Care, Malteser International, Malteser

Kinderhilfe, Order di Malta, PACIDA/Malteser International,

Katharina Schiffl/Life Ball, Royalty-free stock vector ID: 474046510_

Castleski, Schlosshotel Mailberg, Shutterstock.com - 452827405/

Everett-Art, Shutterstock.com – 585622223/Kaspars Grinvalds,

Clemens Schödl - Gilead Sciences AT, Youth Forum, Zbc3 GmbH

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige

Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für

beiderlei Geschlecht. Gestaltung: Karin Mayer-Fischer, werbeproduktion.at

Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050

Wien. Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung

über nationale und internationale Tätigkeiten des SMRO und seiner

Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung der

Redaktion entsprechen. Redaktionsschluss: Juni 2020

DIE MALTESER 2/2020 3


IN MEMORIAM

Seine Hoheit und Eminenz der 80. Fürst und Großmeister

des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens

Fra’ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto

Fra’ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto ist in

der Nacht zum 29. April nach kurzer schwerer Krankheit

gestorben. Drei Jahre zuvor war er nach dem Rücktritt

seines Vorgängers Fra’ Matthew Festing als Statthalter

mit den Aufgaben des Ordensoberen betraut und ein

Jahr später vom Großen Staatsrat in Rom zum 80. Großmeister

gewählt worden.

Fra’ Giacomo wurde 1944 in Rom geboren, entstammt

einer Adelsfamilie aus Treviso und spezialisierte sich nach

dem Studium der Literaturwissenschaften auf christliche

Archäologie und Kunstgeschichte. Er war Professor für Altgriechisch

an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom.

Seit 1985 Mitglied des Malteserordens legte er 1993

die ewigen Gelübde als Professritter ab. Nach mehreren

Funktionen war er ab 1999 Mitglied im Souveränen Rat

(der Ordensregierung) und unter dem 78. Großmeister

Fra’ Andrew Bertie von 2004 bis 2008 als Großkomtur

des Ordens für das geistliche Leben und die religiöse Observanz

der Ordensmitglieder und die geistlichen Belange

der Ordenswerke zuständig. Von 2009 bis 2017 leitete

er als Großprior das Großpriorat von Rom.

Seine tiefen Spiritualität und sein Einsatz für die Herren

Kranken werden unvergessen bleiben. Er half, so oft er

konnte, persönlich bei Obdachlosenausspeisungen und der

Betreuung von Notleidenden und nahm an den zahlreichen

internationalen Wallfahrten des Malteserordens teil.

Seine Verbundenheit mit dem Großpriorat von Österreich

brachte der Verstorbene bei Besuchen der

4

DIE MALTESER 2/2020


österreichischen Pilger in Lourdes mehrfach zum

Ausdruck. Nachdrücklich betonte er dabei, wie sehr

er sich durch seine Herkunft als „Altösterreicher“

fühlte, eine Bemerkung, die er auch anläßlich des

offiziellen Besuches von Bundespräsident Alexander

van der Bellen am Sitz der Ordensregierung in Rom

wiederholte.

2017 war er als Großmeister-Statthalter aktiver

Ehrengast des Internationalen Malteser Summer

Camps für behinderte Jugendliche in Salzburg und

trat bei vielen Programmpunkten mit den rund 500

Teilnehmern in direkten Kontakt. Im Rahmen seines

Besuches überreichte er Landshauptmann Wilfried

Haslauer das Großkreuz des Verdienstordens pro

merito melitensi und Landtagspräsidentin Brigitta

Pallauf das Verdienstkreuz mit Stern als höchste

Auszeichnungen des Souveränen Malteser-Ritter-

Ordens.

Der allzu frühe Tod seiner Hoheit und Eminenz des

80. Fürsten und Großmeisters, der den Souveränen

Malteser-Ritter-Orden in den letzten beiden Jahren

so segensreich geleitet hat, ist eine große Prüfung für

den gesamten Orden und seine Hilfswerke auch in Österreich.

Ich war mit Seiner Hoheit und Eminenz persönlich

sehr verbunden und bin zutiefst betroffen über

sein so plötzliches Ableben. R.I.P.

Norbert Salburg-Falkenstein

Prokurator des Großpriorates von Österreich

DIE MALTESER 2/2020 5


IMFOKUS

WEIL NÄHE ZÄHLT

BESONDERS IN ZEITEN VON LOCKDOWN

UND SOCIAL DISTANCING

Eine Chronologie der Coronapandemie: von den Anfängen über ihre Verbreitung bis zu den Folgen – vor allem für

einsame, bedürftige Menschen. Sie konnten sich auch in dieser außergewöhnlichen Notsituation auf die Hilfe der

MALTESER verlassen.

Von Johannes Holfeld und Angelika Kühnelt-Leddihn

Vermutlich begann alles auf einem Wochenmarkt in

Wuhan, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei,

die seither unfreiwillig weltweite Bekanntheit genießt.

Ende Jänner werden alle Flüge nach China gestoppt. Schon

Mitte Februar kann der interessierte Beobachter erkennen,

dass in unserer unmittelbaren Nachbarschaft etwas nicht

stimmt. Der Karneval in Venedig wird abgesagt, die Mailänder

Scala geschlossen, und zahlreiche Städte in der Lombardei

und in Venetien werden unter Quarantäne gestellt.

Eindämmung und Schadensbegrenzung

Mit der zunehmenden Flut an Medienberichten erfahren

wir immer mehr über die Gefährlichkeit von SARS-CoV-2,

wie das neue Virus in der Fachsprache genannt wird. Es

mehren sich die Schlagzeilen über die rasante Zunahme an

Neuinfektionen, erschütternde Zahlen an Todesfällen und

die katastrophalen Folgen für das überforderte Gesundheitssystem

in Italien. Mitte März erfolgt der Lockdown

in Österreich.

Kochen für die Essensausgabe der Franzsikaner Messe Wien, Logistik Koordination Essensausliefer

Ende Februar wird ein junges Paar, das sich zuvor in Italien

aufgehalten hatte, in Tirol positiv getestet. Zeitgleich erfahren

wir vom ersten Patienten in Wien, dem bekannten

Anwalt, bei dem man lange Zeit an eine Grippe gedacht

hatte. Schon wenige Tage später, Anfang März, dürfen Patienten

aus Südtirol nicht mehr nach Österreich einreisen,

um in der Innsbrucker Klinik behandelt zu werden. Das

sogenannte Coronavirus hat sich von Wuhan bis nach Österreich

und auf die gesamte Welt ausgebreitet.

Rasch erlernen wir epidemiologische Grundlagen. Zunächst

dreht sich alles um Phase 1, das Containment (Eindämmung).

Erkrankte und ihre Kontaktpersonen sollen

isoliert werden. Sobald die Nachverfolgung der Infektionskette

nicht mehr funktioniert, beginnt Phase 2, die Mitigation

(Schadensbegrenzung).

Händewaschen und Mundschutz zur Prävention

Immer wieder tauchen Fragen auf, ob die in Österreich

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DIE MALTESER 2/2020


IMFOKUS

getroffenen Maßnahmen denn wirklich allesamt notwendig

waren. Vieles ist noch unklar, da die Menschheit mit

SARS-CoV-2 das erste Mal in Kontakt gekommen ist. Vor

der Herausforderung, dieses Virus zu bekämpfen, sind in

selten dagewesenem, weltweit vereintem Interesse Kenntnisse

erworben und weitergegeben worden. So wissen wir

jetzt, dass sich das Virus über Tröpfchen- und Kontaktinfektion

überträgt. Eine Ansteckung über Aerosole, insbesondere

in geschlossenen Räumen, über Kontamination

mit Urin sowie Stuhl ist möglich.

Als effektivste Präventionsmaßnahme gilt Händewaschen

mit Seife für mindestens 20 Sekunden. Erst dann wird der

Schutzmantel des Virus zerstört. Alternativ kann ein alkoholisches

Desinfektionsmittel 30 Sekunden lang angewendet

werden. Die Husten- und Niesetikette, das heißt

in die linke Ellenbeuge, ist einzuhalten. Die Abstandsregel

von zwei Metern ist ebenso zu beachten. Das Tragen eines

Mund-Nasen-Schutzes soll insbesondere die Streuung infektiöser

Tröpfchen verhindern.

Um eine rezente Infektion mit SARS-CoV-2 zu bestätigen,

wird ein Nasen-Rachen-Abstrich abgenommen. Über ein

sogenannten PCR-Verfahren (Polymerase Chain Reaction)

können Viruspartikel nachgewiesen werden. Mittlerweile

werden in Labors auch Antikörper-Tests angeboten. Der

Nachweis von IgG-Antikörpern spricht für eine durchgemachte

Infektion.

Ob und wie lange ein Infektionsschutz vorliegt, kann

derzeit allerdings noch nicht gesagt werden. Nach aktuellem

Wissensstand ist davon auszugehen, dass die

Höhe der Viruslast in der ersten Woche nach der Infektion

rasch abnimmt, nach zehn bis zwölf Tagen wird

keine Ansteckungsgefahr mehr angenommen. Mit 14

Tagen, die man für die Quarantänemaßnahmen herangezogen

hat, ist also ein sicherer Zeitraum festgelegt.

Auf diesem Prinzip beruht auch das schrittweise Wiederhochfahren

unserer gewohnten Lebensstrukturen

im Zwei-Wochen-Rhythmus.

ung Hotel InterContinental Sanitäts- und Rettungsdienste Telefonseelsorge

Asymptomatische Verläufe

Das Heimtückische am SARS-CoV-2-Virus ist, dass rund

80 Prozent der infizierten Personen asymptomatisch

sind und die höchste Infektiosität in den ersten 24 Stunden

vorliegt, Symptome aber meist erst nach drei bis fünf

Tagen beginnen. Daher wissen Betroffene gar nicht, dass

sie für ihre Mitmenschen ansteckend sind. Gezielte Isolation

ist nicht mehr möglich, die Ausbreitung muss eingedämmt

werden.

Impfstoff voraussichtlich 2021

Zum viel diskutierten Thema Herdenimmunität erfahren

wir, dass sie als Konzept zur Pandemiebekämpfung

ungeeignet erscheint. Nur wenige Staaten setzen darauf

(und korrigieren sich später zum Teil). Auch die Reproduktionszahl

R0 (Anzahl der Menschen, die im Schnitt

von einem Erkrankten infiziert werden) wird zum Begriff.

Sie muss kleiner 1 sein, damit die Pandemie zum

Erliegen kommt.

DIE MALTESER 2/2020 7


IMFOKUS

Insgesamt zielt die Strategie zur Bekämpfung der Pandemie

darauf ab, die Kurve der Neuinfizierten abzuflachen,

indem man den Verlauf der Pandemie verzögert.

So wird eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden.

Dies erforderte umfangreiche personelle und

logistische Veränderungen in den Spitälern, die sich

letztlich als wirkungsvoll erwiesen haben, denn die Intensivstationen

wurden nicht überlastet. Ein Ende der

Pandemie scheint allerdings erst mit der Entwicklung

eines Impfstoffes gegen das heimtückische Virus möglich.

Erwartbar ist dies aus heutiger Sicht im Laufe des

Jahres 2021.

Wieder mehr soziale Nähe trotz „Social Distancing“

Die österreichische Regierung hat rasch und konsequent

gehandelt. Für viele Menschen führte dies jedoch zu drastischen

persönlichen, beruflichen und wirtschaftlichen

Folgen. Einmal mehr sind sozial Schwächere, Kranke,

Einsame besonders betroffen. Die zahlreichen Initiativen

der Werke des Malteserordens in Österreich und weltweit

waren und sind beispielhaft für ein gelungenes Zusammenspiel

zwischen Ehrenamtlichkeit, Gesundheitswesen

und Politik in einer schweren Gesundheitskrise.

In Zeiten von Social Distancing – besser wäre der Begriff

„Physical Distancing“ – sind die Menschen sozial ein

Stück weit zusammengerückt. Neben neu aufgetretenen

Problemen und Sorgen erleben wir, wie sich viele Menschen

auf das Wesentliche, auf das, was ihnen tatsächlich

wichtig ist, besinnen.

SCHNELLE HILFE

VON ANFANG AN

Vor allem während der ersten Akutphase der Krise entstanden

sehr rasch neue Projekte und Programme, mit

denen die MALTESER effizient und wirkungsvoll Unterstützung

leisteten.

Insbesondere galt es, ältere Menschen und Freiwillige, die

zur Gruppe der besonders Gefährdeten zählen, zu schützen.

Sie sollten nicht in den Hilfsdiensten eingesetzt

werden oder mussten in manchen Fällen sogar selbst

versorgt und unterstützt werden. Weiters musste eine

Lösung gefunden werden, wie die Malteser ihre Klienten

weiterhin betreuen konnten. Regelmäßige Treffen, Besuche

und Spaziergänge waren ja aufgrund der Ausgangsbeschränkungen

nicht möglich. Dennoch war es wichtig,

gerade diesen Menschen, die in Alter und Krankheit oft

sehr einsam sind, das Gefühl des Alleinseins und Alleingelassenwerdens

zu nehmen.

Gegen Einsamkeit und Depression

Das plötzliche „Herumsitzen“ zu Hause, das Wegfallen

Messe Wien

eines bisher gewohnten Tagesablaufs, die Unsicherheit

über die Zukunft: All das drückte vor allem bei ängstlichen

Menschen und solchen, die alleine leben, stark aufs

Gemüt. Ebenso schwierig war die Lage für Menschen in

Krankenhäusern, Pflege- und Palliativeinrichtungen. Sie

brauchten gerade während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen

viel Kraft, um bald wieder gesund zu werden oder

um die ihnen noch verbleibende Zeit mit Angehörigen,

Freunden und Verwandten verbringen zu können.

„Das war einfach hart“

Zum Schutz der Betreuten durften die meisten dieser Einrichtungen

vorübergehend keine Besuche gestatten. So

waren die Menschen zwar medizinisch versorgt, aber von

ihren Familien abgeschnitten. Umgekehrt konnten die An-

8

DIE MALTESER 2/2020


IMFOKUS

ihre Kinder, noch ihre Enkelkinder oder andere Besucher

sehen. Das war einfach hart für sie.“

Soziale Medien und Internet

Doch auch in solchen Fällen konnten die Malteser helfen.

Über eine Kooperation mit den Elisabethinen in Graz

konnten für deren Palliativstation kleine Tablet-PCs angeschafft

werden. Auf diese Weise konnten Patienten mit

ihren Angehörigen gesichert in Kontakt treten, einander

am Bildschirm sehen und miteinander sprechen.

gehörigen ihre Liebsten nicht persönlich sehen – eine für

beide Seiten sehr bedrückende Situation. Wie schwer ein

solcher Verzicht auf das soziale Miteinander war, zeigt das

Beispiel einer Malteser-Freiwilligen, die erzählt: „Meine

Nachbarin hatte kurz vor Ausbruch der Coronakrise eine

Krebsoperation. Damit zählte sie in der Folge zur Gruppe

der besonders gefährdeten Personen. Kürzlich erst war sie

zum zweiten Mal Großmutter geworden und durfte weder

„FÜR DEN FALL,

DASS ...“

In der Messe Wien haben die MALTESER gemeinsam mit

der Stadt Wien und weiteren Hilfsorganisationen eine

Bettenstation für COVID-19-Patienten aufgebaut.

Damit kann die medizinische Versorgung der Stadt Wien

auch in Zeiten hoher Infektionsraten mit dem Coronavirus

aufrechterhalten werden. Die temporäre Einrichtung

Elisabethinen-Geschäftsführer Christian Lagger mit

Oberärztin Elisabeth Thaller, Abteilung für Innere

Medizin, und Malteser-Bereichsleiter-Stv. Bernhardt

Pauger, Bereichsleiter P. Clemens Grill (Priester) und

BL-Stv. Clemens Kanhäuser vor der Statue der heiligen

Elisabeth

DIE MALTESER 2/2020 9


IMFOKUS

umfasst drei Hallen mit insgesamt 2.200 Betten und kann

bei Bedarf auf bis zu 3.100 Betten ausgeweitet werden.

Sie ist für infizierte Menschen mit leichten Symptomen

konzipiert, die nicht auf intensivmedizinische Betreuung

angewiesen sind, aber aus sozialen Gründen nicht für die

Heimquarantäne in Frage kommen.

Die Malteser Austria sind bei diesem Projekt für den Bereich

Logistik sowie für die Versorgung mit Medikamenten,

den Wäschekreislauf sowie die Schutzausrüstung zuständig.

Innerhalb von nur etwas mehr als zwei Wochen

wurde die gesamte Infrastruktur für einen modernen Betreuungsstandort

geschaffen. Die 2.200 Betten wurden

durch die Wiener Berufsfeuerwehr aufgebaut und vom

Katastrophenschutz sowie dem Bundesheer zur Verfügung

gestellt. Die ärztliche Versorgung wird im Bedarfsfall

durch den Ärztefunkdienst und den Krankenanstaltenverbund

sichergestellt.

Obwohl das renommierte Hotel am Stadtpark aufgrund

der Coronakrise geschlossen war, standen die Räder im

Haus nicht still: Von Beginn des Shutdowns an wurde dort

die Verteilung von Essen, das täglich in der Hotelküche

frisch zubereitet wurde, von den Maltesern gemeinsam

mit den Firmen Gregori Consulting und gb consite Software

koordiniert. Die Lieferungen wurden von Privatpersonen

und den Wiener Fiakern freiwillig und unentgeltlich

durchgeführt. Beliefert wurden ältere Menschen im

dritten Bezirk, die entweder zur Corona-Risikogruppe

zählten oder ihre Wohnung aufgrund körperlicher Einschränkungen

nicht verlassen konnten. Die Zustellung

und Übergabe der Mahlzeiten erfolgte selbstverständlich

unter Einhaltung aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

SCHULTER-

SCHLUSS

Wirtschaft, Privatpersonen, Caritas und MALTESER

Damit Angehörige von Risikogruppen nicht das Haus

verlassen mussten, aber trotzdem regelmäßig mit frisch

gekochtem Essen versorgt wurden, sprangen das Wiener

Hotel InterContinental und viele freiwillige Malteser in

die Bresche.

250 Mahlzeiten pro Tag

Das Interesse an der Initiative unter dem Titel „Inter-

Continental kocht“ war groß: „Allein am ersten Tag wurden

170 kostenlose Mahlzeiten an 117 Adressen ausgeliefert“,

erzählt Brigitte Trattner, General Manager im

Hotel InterContinental. „An den folgenden Tagen haben

wir mehr als 250 Portionen ausgegeben. Die maximale

10

DIE MALTESER 2/2020


IMFOKUS

Menge lag bei täglich 300 Mahlzeiten. Die Kosten für die

Lebensmittel, ebenso wie für die biologisch abbaubaren

Verpackungen und Einweggeschirrteile und natürlich

auch die Personalkosten für die Küchenbelegschaft hat

das Hotel getragen“, so Trattner weiter.

„InterContinental kocht weiter“

Die Initiative ist bis 13. April gelaufen. Danach haben

wieder die gewerblichen Lieferservices Zustellungen von

Speisen diverser Gastronomiebetriebe an Privatpersonen

übernommen. Im InterContinental wurde jedoch weiterhin

gekocht, nämlich täglich circa 200 Essensportionen

für Mitarbeiter im Nachtdienst des Krankenhauses Rudolfstiftung.

DIE KRAFT DER

GEMEINSCHAFT

MALTESER und Franziskaner helfen

Nach dem Motto „Wir sind für Euch da“ unterstützen die

Malteser die Suppenküche der Franziskaner mit frisch gekochtem

Essen. Die Mahlzeiten werden an der Pforte des

Franziskanerklosters in Wien an Obdachlose ausgegeben.

In Zeiten von Corona ist das Leben für obdachlose Menschen

und all jene, die nicht ausreichend zu essen haben,

noch prekärer geworden. Viele Suppenküchen waren und

sind aufgrund der COVID-19-Beschränkungen geschlossen.

Die Franziskaner hielten und halten ihren Betrieb

durchgehend aufrecht – selbstverständlich unter strengster

Einhaltung aller Hygienevorschriften und Abstandsregelungen.

Sie geben von Montag bis Samstag zwischen

neun und elf Uhr vormittags eine Jause an Bedürftige

und Hungrige aus. Mittwochs und freitags gibt es – dank

der Mithilfe der Malteser – eine warme Mahlzeit.

Für das Notwendige sorgen

Dreimal pro Woche stehen Freiwillige der Malteser in der

Küche am Börseplatz (Einsatz- und Rettungszentrale der

Malteser) und bereiten zwischen 80 und 100 warme Essensportionen

zu. Diese werden zum Franziskanerkloster

transportiert, in umweltfreundliches Einweggeschirr

abgefüllt und an der Pforte ausgegeben. „Es wird darauf

geachtet, dass alle Speisen gut mit einem Löffel essbar

sind. Es gibt Fleisch- und fleischlose Gerichte. Ebenso

wird darauf geachtet, dass auch Speisen ohne Schweinefleisch

gereicht werden. So haben alle unsere Bedürftigen

die Möglichkeit, eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen“,

sagt Elisabeth Lehrer, die die ehrenamtliche Essensausgabe

bei den Franziskanern koordiniert.

Hilfe in Armut und Not

Die Essensausgabe der Franziskaner am Wiener Franzis-

FÜR EINE GUTE ZUKUNFT

Auch wenn soziale Kontakte und gemeinsame Gottesdienste unter Einhaltung aller Hygienevorschriften und

Schutzmaßnahmen wieder möglich sind: Verzichten wir nicht darauf, uns selbst und damit auch die anderen zu

schützen. Halten wir weiterhin Abstand, waschen wir uns regelmäßig die Hände und tragen wir Masken. So können

wir die Zahl von Neuinfektionen möglichst gering halten. Und vielleicht gelingt es uns ja auch, diese Achtsamkeit

gegenüber anderen auch in die Zeit nach Corona mitzunehmen.

DIE MALTESER 2/2020 11


IMFOKUS

kanerplatz im ersten Bezirk ist schon seit vielen Jahren

fixer Bestandteil der Versorgung von Bedürftigen. Hier

wurde – zusätzlich zur Jause an der Klosterpforte – bis

zur Zeit vor Corona jeden Freitag im Refektorium eine

frisch zubereitete, nahrhafte Suppe ausgeschenkt. „Durch

Corona ist die Suppenküche geschlossen und die Ausgabe

an der Pforte stärker frequentiert. Deshalb unterstützen

uns die Malteser mit warmen Mahlzeiten. Für diese Hilfe

sind wir sehr, sehr dankbar. Gemeinsam gelingt es uns,

die Betreuung von Menschen aufrechtzuerhalten, die in

bitterer Armut leben oder obdachlos sind und jetzt noch

weniger Möglichkeiten haben, sich mit dem Allernotwendigsten

zu versorgen“, sagt Jeanette Lehrer, freiwillige

Organisatorin der Franziskaner.

PROFESSIONELLE

KRAFT IM ERNSTFALL

Die Malteser-Organisationen in Österreich sind unter

der Leitung des Malteser Hospitaldienstes Austria

seit Beginn der Coronakrise in Bereitschaft. Sie

stehen in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden

und anderen Hilfsorganisationen des

Landes. So wurde ein Krisenteam installiert, um

die gesamte Kommunikation mit den öffentlichen

Gesundheitsdiensten und zu den eigenen Mitgliedern

zu koordinieren.

Weiters wurde die Verfügbarkeit des Malteser Rettungsdienstes

sichergestellt. Der Austausch mit

dem öffentlichen Koordinierungszentrum MDKS

(Magistratsdirektion Krisenmanagement und Sofortmaßnahmen)

in Wien, an deren Treffen die

Malteser regelmäßig teilnehmen, läuft reibungslos.

Aus Sicherheitsgründen und angesichts des

erhöhten Infektionsrisikos ist die Mitarbeit im

Sanitätsdienst für alle Mitglieder über 60 Jahre

untersagt. Alle anderen Sanitäter und Rettungshelfer

wurden und werden weiterhin gebeten, ihre

Bereitschaft mitzuteilen.

Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften

Die Kochteams der Malteser sind ehrenamtlich im Einsatz.

Sie erledigen den Einkauf und kochen unter Einhaltung

aller Hygienevorschriften. Sämtliche Oberflächen

werden gründlich desinfiziert, bevor mit der Arbeit begonnen

wird. Alle Freiwilligen tragen Handschuhe und einen

Mundschutz – von der Zubereitung bis zur Auslieferung.

„In Viererteams schaffen wir die Arbeit in rund fünf

Stunden“, so Elisabeth Lobmeyr, von Malteser Austria,

Bereichsleitung Wien.

Junge, engagierte Freiwillige

Die ambitionierten Freiwilligenteams der Malteser haben

sich innerhalb kürzester Zeit zusammengefunden, rasch

war der Dienstplan aufgestellt. Die Kochteams bestehen

vor allem aus jungen Menschen, die sich hier gerne engagieren

und anpacken. „Es öffnet mir das Herz, wenn ich

sehe, wie die Zusammenarbeit der Generationen funktioniert.

Füreinander da sein – diese Haltung hat auch bei

jungen Menschen immer noch eine hohe Wertigkeit. Die

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DIE MALTESER 2/2020


IMFOKUS

modernen Kommunikationstechnologien haben daran

nichts geändert. Sie haben diese Überzeugung sogar noch

verstärkt. Dieses Miteinander erfolgt auf Augenhöhe. So

begegnen wir auch allen Notleidenden, die zu uns kommen“,

sagt Franziskanerpater Felix Gradl.

„Gemeinschaft zu leben, Menschen in Not zu helfen,

das ist für uns als Malteser nicht nur eine Floskel oder

ein leeres Versprechen. Das gebietet uns der Glaube und

das entspricht unserer Grundhaltung: zu helfen – ganz

gleich, woher der Notleidende kommt und welcher Glaubensgemeinschaft

er angehört. Ein herzliches Vergelt’s

Gott an dieser Stelle an alle, die mithelfen und die spenden

und damit dieses Engagement möglich machen“, sagt

Bartholomäus Khevenhüller-Metsch, Hospitalier des

Souveränen Malteser-Ritter-Ordens.

ENDLICH WIEDER

BESUCHSDIENSTE!

Seit die Neuinfektionsraten auf niedrigem Niveau liegen,

konnten die COVID-19-Maßnahmen zur Eindämmung

der Pandemie gelockert werden. Damit sind auch wieder

Besuche in Seniorenheimen möglich.

Trotz der strengen Auflagen und Verhaltensregeln war

es für Barbara Egger „schön und ergreifend“, wie sie

sagt, endlich wieder zu Besuch bei „ihrer Rosa“ im Haus

St. Josef am Inn zu sein. Gemeinsam mit ihrem Sohn

Heinrich ist Rosa mit ihrem unverwechselbaren Lächeln

seit Jahrzehnten ein fixer Teil der Malteser Tirol und

vielen Maltesern österreichweit bekannt.

In der aktuellen Situation bedauert die rüstige 95-Jährige

vor allem, dass sie das Heim nicht verlassen kann

und dass die Wallfahrt der Malteser nach Lourdes ausgefallen

ist. Dennoch ist Rosa zuversichtlich, denn Pläne

schmieden und positiv in die Zukunft schauen – das

ist Rosa. Deshalb freut sie sich auch jetzt schon auf das

Nachholen der Wallfahrt im nächsten Jahr. Und wer

Besuchszeit: Es gibt sie

wieder! Bild unten:

Barbara Egger (li.) mit

Rosa Strickner (re.) im

Haus St. Josef am Inn

weiß, vielleicht kann ja sogar schon die Pilgerreise nach

Rom im Herbst 2020 stattfinden.

IHRE SPENDE HILFT!

Bitte unterstützen Sie uns, damit wir in der Coronakrise

weiterhin für Menschen in Not da sein

können. Wir versorgen Obdachlose mit Essen,

besuchen einsame Menschen, übernehmen Rettungsdienste

und Krankentransporte, versorgen

Bedürftige mit dem, was sie dringend brauchen

und kümmern uns um die Aufrechterhaltung der

24-Stunden-Pflege. Vor allem geben wir auch Trost

und Stärkung in dieser schwierigen Zeit und unterstützen

psychologisch. Ihre Spende hilft uns, all

das mit unseren Freiwilligen weiterhin umzusetzen.

Danke!

MALTESER-AUSTRIA-SPENDENKONTO:

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800

BIC: GIBAATWWXXX

DIE MALTESER 2/2020 13


VORBILDER

„CORONA ERFORDERT MEHR ALS

NUR DIE BEREITSTELLUNG VON

MEDIKAMENTEN …“

Unsere Gespräche im Rahmen der Reihe „VorBilder“ finden meist in angenehmer, persönlicher Atmosphäre statt,

oftmals an einem Ort, der für das Wirken unserer Gesprächspartner typisch ist, oder sogar bei ihnen zu Hause. Diesmal

ist es anders – die Coronamaßnahmen ermöglichen „nur“ ein digitales Videointerview.

Manuel Weinberger im Gespräch mit Clemens Schödl, General Manager von Gilead Sciences in Österreich

Onkologie und Entzündungen aller Art auf Antivirals,

also Medikamenten gegen Viren, etwa HIV/AIDS sowie

Hepatitis B und C. Oder eben, wie gerade jetzt, auf der

Entwicklung eines neuen Medikaments gegen COVID-19.

Eine spannende Zeit, in der unter Hochdruck gearbeitet

wird und ein vielversprechender Leitstoff derzeit gerade

in der klinischen Erprobung ist.

Meine erste Frage ist dann auch gleich, was Gilead bedeutet,

wie man den Namen richtig ausspricht und wofür

das Unternehmen als solches steht. Die Antwort ist zum

einen einfach – Gilead wird genau so ausgesprochen, wie

man es auf Deutsch liest – und zum anderen gerade für

uns Malteser spannend. Der Name Gilead bezeichnet im

Alten Testament ein Land östlich des Jordans, das besonders

reich an Heilkräutern war. Der „Balsam von Gilead“

war offenbar von herausragender Qualität und wird heute

mit immergrünen Bäumen der Region in Verbindung

gebracht. Auch das Logo von Gilead – ein Blatt dieses

Baumes und ein Schild als Symbol des Schutzes – weist

auf die biblische Bedeutung hin.

Der Fokus des Unternehmens, eines der größten in der

Pharma- und Biotechnologiebranche, liegt dabei neben

Wenn man über Medikamente und biblische Ursprünge

spricht, kommt man natürlich auch schnell zum Thema

Verantwortung, zu Corporate Responsibility/Social

Sponsoring und natürlich zu Ethik und Moral. Themen,

auf die das Unternehmen setzt, und die auch Clemens

Schödl ein großes Anliegen sind. So gibt es zum einen

auf internationaler Ebene groß angelegte Programme,

in deren Rahmen nicht nur neueste Medikamente verteilt

werden, sondern vor allem viel Geld in Bildung und

Aufklärung und damit wichtige Präventionsprogramme

investiert wird. Eines der Hauptbetätigungsfelder ist dabei

der Kampf gegen das HIV, in dem Gilead mit seinen

Medikamenten eine Vorreiterrolle einnimmt.

Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche kleine Programme

und Initiativen auf lokaler Ebene, die vielfach auch von

den Mitarbeitern ausgehen. Doch auch hier geht es Gilead

nicht nur darum, Medikamente zu verteilen, man möchte

auch für die Betroffenen da sein – in vielfältiger Form. So

helfen Mitarbeiter auch immer wieder einmal mit, wenn

es gilt, einer sozialen Organisation helfende Hände anzubieten.

Das bringt für beide Seiten Vorteile: Die positiven

Erfahrungen mit solchen Aktivitäten strahlen auch auf das

Unternehmen zurück und motivieren seine Mitarbeiter.

14

DIE MALTESER 2/2020


VORBILDER

Foto: Katharina Schiffl/Life BallF

Auch auf die Malteser ist Gilead im Rahmen einer Notsituation

aufmerksam geworden. Ein Hilferuf des Malteser-Projekts

für HIV-Betroffene in Südafrika an Kardinal

Schönborn veranlasste diesen, den Verein LIFE+ von Gery

Keszler anzusprechen. Dieser wiederum kontaktierte Gilead,

einen der Hauptsponsoren des damaligen Lifeballs.

Am Ende stand eine finanzielle Unterstützung, die den

Medikamentenbedarf des Malteser-Hospizes in Mandeni,

Südafrika, für mehr als einen Monat sicherstellte.

Die Malteser hätten sich dabei als verlässlicher Partner

erwiesen, so Schödl, sowohl in Sachen ihres Engagements

und ihres Zugang zu den Problemstellungen als auch in

der Art und Weise, wie und wofür sie die gespendeten

Mittel verwenden.

Dass man in der Coronakrise an vorderster Front kämpft,

liegt bei Gilead auf der Hand, wie Schödl ausführt. Gleichzeitig

sei es ein Privileg, in diesen Zeiten bei einem solchen

Unternehmen arbeiten zu können – nie standen

Kündigungen oder Kurzarbeit im Raum, und selbstverständlich

habe man Mitarbeitern, denen durch Kinderbetreuung

oder Homeschooling zusätzliche Kosten entstanden,

unter die Arme gegriffen. Aber die Krise hätte

eben noch mehr erfordert. „Neben der Forschung und

Entwicklung sowie der Bereitstellung von Arzneimitteln

halten wir es für ebenso wichtig, Menschen und Organisationen

zu unterstützen, die auch sozial und wirtschaftlich

von der Pandemie betroffen sind, denn Corona erfordert

mehr als nur die Bereitstellung von Medikamenten“,

so Schödl weiter.

Und auch hier hätten der Ansatz und die Vielfalt der Tätigkeiten

der Malteser überzeugt und Gilead zur großzügigen

finanziellen Unterstützung der Diensttätigkeit

während der Coronakrise motiviert. Denn ebenso wie

den Maltesern sei es auch Gilead wichtig, Dinge professionell,

zielorientiert und gleichzeitig ethisch fundiert zu

tun. Der finanzielle Support von Gilead im Rahmen der

COVID-19-Maßnahmen orientiert sich dabei natürlich

auch an den Notwendigkeiten der Zeit: „Für uns ist es

selbstverständlich, jetzt in der Krise Organisationen unbürokratisch

und schnell zu unterstützen, um wiederum

Hilfe für Patientinnen und Patienten zu ermöglichen“, erklärt

der Geschäftsführer von Gilead.

Dabei sei auch zu bedenken, dass nur helfen kann, wer

dazu die Möglichkeiten hat – sei es durch Produkte oder

durch finanzielle Unterstützung. Voraussetzung dafür sei

es, erfolgreich zu sein. Wirtschaftlich erfolgreich, um Mitarbeiter

und Eigentümer zufriedenzustellen, erfolgreich

in der Forschung, um die Kunden zufriedenzustellen. Und

erfolgreich dabei, Verantwortung zu übernehmen.

tiroler-gesellschaftsball.at

VERSCHOBEN AUF

13.11.2021

Aufgrund der COVID-19-Maßnahmen wird der Tiroler

Gesellschaftsball um ein Jahr verschoben und findet

am 13.11.2021 in Hall i.T. statt.

DIE MALTESER 2/2020 15


LEBENSWERT

HILFE ZUR SELBSTHILFE MIT

„PEREGRINUS“

Wer eine Krisensituation erlebt, stellt sich die Frage nach dem „Warum“. Aktuell wundern wir uns im Kollektiv, warum es

zur Coronapandemie gekommen ist. Daneben gibt es viele Einzelschicksale, bei denen diese Frage eine sehr persönliche

Rolle spielt.

Von Marie Czernin

Von einer Pandemie ist potenziell die ganze Welt betroffen.

Wenn jedoch jemand erkrankt, betrifft es eine

konkrete Person, die mit dieser Nachricht ganz individuell

umgeht. So war es auch bei mir, als ich vor zwei

Jahren die Diagnose Brustkrebs im fortgeschrittenen

Stadium erhielt. Plötzlich schien mein Leben an einem

Abgrund angelangt zu sein. „Warum ich? Warum das alles

auf einmal jetzt?“

Eine Erkrankung kommt nie zum richtigen Zeitpunkt.

Bei mir trat auch noch ein großes Schuldgefühl auf:

„Warum habe ich den Tumor nicht schon viel früher

bemerkt? Warum war ich so lange nicht mehr bei der

Mammographie?“ Mit der Zeit stellte ich mir auch allgemeine

Fragen: „Warum erkranken so viele Menschen

heute an Krebs? Warum sind so viele Frauen von Brustkrebs

betroffen?“ Immerhin leidet heute – das besagen

viele Studien – jede achte Frau an einem Mammakarzinom.

Tendenz steigend.

„Das muss doch einen Sinn haben“

Mein Glück war, dass ich in jenem Moment nicht in den

Abgrund hinunterschaute, der sich plötzlich vor mir

auftat – ich wäre sonst sicher in die Tiefe gestürzt. Stattdessen

setzte ich mich auf eine Bank, holte tief Luft und

blickte nach oben. Und so kam ich auf bessere Gedanken,

anstatt mich zu bemitleiden und zu verzweifeln.

„Das muss doch irgendeinen Sinn haben“, ging es mir

durch den Kopf. Ich suchte nach einer plausiblen Antwort.

Zwar konnte mir niemand – nicht einmal mein

Arzt – beantworten, ob ich jemals wieder ganz gesund

werde, aber mit der Zeit fand ich andere Antworten auf

meine vielen Fragen und entdeckte allmählich auch einen

tieferen Sinn hinter der Erkrankung.

Ich lernte vor allem, sie nicht zu verdrängen. Nur so

konnte ich den Tumor und meine Metastasen im Knochen

nicht nur meinem Arzt, sondern vor allem auch

Gott hinhalten und Ihn um Heilung bitten. Ich lernte

in dieser Zeit, alles anzunehmen, was auch immer noch

auf mich zukommen sollte. Ich lernte, Gott und Seiner

barmherzigen Allmacht mehr zuzutrauen und weniger

auf meine eigene Intelligenz zu bauen. Ich lebte auf einmal

viel bewusster, war dankbarer für die kleinen Dinge

des Alltags. So durfte ich erfahren, dass jeder Tag ein besonderes

Geschenk ist – trotz und gerade wegen seiner

großen Herausforderungen.

Stille, Meditation und Gebet

Während meiner onkologischen Reha in Bad Erlach

sprach ich mit mehreren Frauen und Männern über ihre

Krebserkrankung. Beim Nordic Walking teilten wir unsere

Erfahrungen mit der ärztlichen Behandlung. Wir

hörten uns Vorträge über die heilsamen Aspekte des

Sports, über psychologische Hilfsangebote und gesunde

Ernährung an. Als wir bei einer Gruppenveranstaltung

der Psychologin die Dinge aufzählen sollten, die uns

während der Krebstherapie am meisten Kraft und neue

Energie verliehen hatten, erklärte ich: „Stille und Meditation“.

Worauf ein Herr neben mir noch ergänzend

hinzufügte: „Gebet“. Ich war überrascht, dass sich dieser

Mann „geoutet“ hatte und kam mit ihm ins Gespräch.

Er war Pastoralassistent, Vater von vier Kindern, hatte

Prostatakrebs und schöpfte täglich neue Kraft aus der

Betrachtung der Bibel.

In Bad Erlach freundete ich mich außerdem mit einer

Dame an, die bereits mehrere Operationen und vier

Chemotherapien hinter sich hatte. Atossa Trautten-

16

DIE MALTESER 2/2020


LEB LEBENSWERT

Frankl Institut in Wien. Im Jahr 2005 haben wir anlässlich

des 100. Geburtstags von Viktor Frankl gemeinsam

an einer Biographie über den berühmten Begründer

der Logotherapie geschrieben. Seither bin ich ein großer

Anhänger dieses sinnzentrierten Therapieansatzes.

Ja, ich verehre den jüdischen Psychiater, der gleich vier

Konzentrationslager überlebt hat und danach „trotzdem

Ja zum Leben sagen“ konnte.

berg war erleichtert, denn mittlerweile waren bei ihr

alle 20 Metastasen im Gehirn wieder verschwunden. Ihr

Arzt nannte sie ein „wandelndes Wunder“. Auch ich bewunderte

die innere Stärke dieser Frau. Sie hatte nie mit

ihrem Schicksal gehadert, sondern schöpfte während all

der schmerzvollen Jahre Kraft aus dem Gebet.

In dieser Zeit musste ich oft an meinen Freund Werner

Rotter denken, der nur wenige Wochen vor mir die

schlimmste aller Diagnosen erhielt: Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Er war ein unermüdlicher Optimist, sportlich,

und kämpfte bis zum Schluss. Während seiner vielen

Chemotherapien radelte er die Donau entlang bis auf

den Leopoldsberg hinauf. Dennoch ließen seine körperlichen

Kräfte mit der Zeit nach, und er wurde zittrig wie

ein alter Mann. Seit seiner Bekehrung pflegte er regen

Kontakt zum Kloster der „Schwestern und Brüder vom

Lamm“, die ihn während seiner Erkrankung spirituell

begleiteten.

Einander Mut machen

Einige Wochen nach der Reha besuchte ich einen Freund,

mit dem ich mich ab und zu über mein Leben mit dem

Krebs austauschte. Alexander Batthyány, Professor am

Viktor-Frankl-Lehrstuhl für Philosophie und Psychologie,

leitet als ausgebildeter Logotherapeut das Viktor

Und jetzt, wo ich mich mit dem Warum meiner Erkrankung

beschäftigte, eröffnete sich mir durch die Logotherapie

Frankls wieder eine neue Dimension: Vieles ergab

auf einmal wieder Sinn, auch das, was mir bis dahin

besonders schwer gefallen war. Ich erzählte Alexander

von meinen Begegnungen in Bad Erlach und auch von

Werner. Und so entstand die Idee, eine Selbsthilfegruppe

zu gründen, bei der sich Krebspatienten gegenseitig

Mut machen können, indem sie sich über ihre Erfahrungen

austauschen.

Peregrinus – Patron der Krebskranken

Überglücklich war ich, als uns Pater Denis Cardinaux,

ein französischer Priester der Gemeinschaft „Points

Coeur“ (Offenes Herz), dafür die Räume in seinem Pfarrhof

am Karmeliterplatz im 2. Wiener Gemeindebezirk

anbot. Seither trifft sich unsere „Peregrinus-Gruppe“

– benannt nach dem heiligen Patron der Krebskranken

– einmal im Monat bei „Points Coeur“. Wir beginnen

DIE MALTESER 2/2020 17


LEBENSWERT

mit einem moderierten Gespräch,

wobei jeder erzählen kann, was

sich in den vergangenen Wochen

in seinem Leben ereignet hat. Wer

will, bringt etwas zum Essen mit.

So können wir auch ein kleines

Abendbrot miteinander teilen. Abwechselnd

stehen uns Alexander,

sein Cousin Dominik Batthyány

und Maria Schlachter als Psychotherapeuten

zur Verfügung. Der

zweite Teil des Abends spielt sich

dann in der Kapelle der Gemeinschaft

ab, wo Pater Denis für uns

das Allerheiligste aussetzt und wir

für einander beten.

GEBETSABEND

DIGITAL UND IN STILLE

Eine Gebetsinitiative der Delegation Tirol-Vorarlberg und der Johannesgemeinschaft

während der Quarantäne-Zeit

Von Marie Czernin

So schlimm die Coronakrise in vieler Hinsicht mit all ihrer Dramatik auch ist,

so hat sie auch ihre gute Seite. Vieles, das in hektischen Zeiten so dringend

und notwendig erschien, entlarvte sich plötzlich als unwichtig. Anderes, das

man schon lange vor sich hingeschoben hatte, konnte nun endlich in Ruhe

erledigt werden.

Ich bin immer wieder überrascht,

wie gut sich jedes Mal das Gespräch

entwickelt und wie beglückend

auch das gemeinsame

Gebet ist. Wir stärken uns gegenseitig

und machen uns Mut.

So geht keiner von uns traurig

oder enttäuscht nach Hause. Seit

dem Ausbruch der Coronapandemie

sind diese Treffen leider

unmöglich geworden. Mir fehlt

die Begegnung mit jedem Einzelnen.

Dennoch versuchen wir, den

Austausch und das gemeinsame

Gebet über WhatsApp oder ein

anderes soziales Medium fortzusetzen.

Gerade jetzt in dieser

schweren Krise, wo leider auch

Krebs patienten länger auf einen

Operationstermin warten müssen,

können wir die Ermutigung

und das gemeinsame Gebet besonders

gut gebrauchen.

Auch das Gebet ist so eine Sache, die man gerne vor sich hinschiebt, in der Hoffnung

auf ruhigere Zeiten. Und nun hatten wir auf einmal aufgrund der Ausgangsbeschränkungen

genug Zeit, uns zum gemeinsamen Gebet zu versammeln.

Dabei konnte jeder bei sich zu Hause bleiben und fühlte sich dennoch verbunden

in Gemeinschaft mit vielen Freunden und Maltesern der verschiedenen Werke

des Ordens – Zoom und das Internet machten es möglich.

Zwei Gebetsinitiativen aus Tirol

Zwei Initiativen kamen – wie gerufen – aus Tirol, dem österreichischen Hotspot

der Coronapandemie. Gleich zu Beginn der Krise lud die Delegation Tirol-Vorarlberg

jeden Mittwoch und Sonntagabend zu einer Zeit des gemeinsamen

Gebets in der Stille ein. Vorweg informierte Verena Trentini, Delegat

18

DIE MALTESER 2/2020


MALTESERSPITITUELL

Die Organisatorinnen der Gebetsinitative: Marie

Czernin (li.) und Verena Trentini

für Tirol und Vorarlberg, die Malteser im benachbarten

deutschsprachigen Raum und lud diese ein, sich im Gebet

miteinander zu verbinden.

Daneben entstand noch eine weitere Gebetsinitiative

in Tirol: Johannes Holfeld, Sprecher der

Johannesgemeinschaft, lud mit seiner Frau Eva über

die Plattform Zoom jeden Freitagabend zum gemeinsamen

Gebet ein. Die positive Reaktion und Teilnahme

am „Online Gebetsabend“ der Johannesgemeinschaft

wuchs von Mal zu Mal. Anfangs waren rund 30 Beter

miteinander verbunden, beim nächsten Mal bereits

über 40, und in der dritten Woche waren es mehr als

50 Teilnehmer aus fünf verschiedenen Ländern, die gemeinsam

den Rosenkranz beteten. Dabei konnte jeder

zu Beginn seine persönlichen Gebetsanliegen erwähnen,

wobei die Bitten für die an COVID-19 Erkrankten

und Verstorbenen im Vordergrund standen.

Zum Start ein Apostolischer Segen aus Albanien

Der Gebetsabend wurde abwechselnd von der

Johannesgemeinschaft, dem Malteser Hospitaldienst

Wien, dem Bereich Tirol und Vorarlberg und der Delegation

Wien, Niederösterreich und Burgenland gestaltet.

Wir hatten die Ehre, dass gleich beim ersten Online-

Gebetsabend Erzbischof Charles Brown, Apostolischer

Nuntius in Albanien, auf Zoom für uns einen Impuls auf

Englisch hielt und am Ende seinen Apostolischen Segen

spendete. Die nächsten Male begleitete uns Pfarrer Konstantin

Spiegelfeld, Bundesseelsorger der Malteser, im

Gebet. Anfang Mai hielt Pater Clemens Grill OSB vom

Kloster Admont, Bereichsleiter des Malteser Hilfsdienstes

Steiermark, den Impuls und erinnerte an die alljährliche

Malteserwallfahrt nach Lourdes, die dieses Jahr

leider nur „virtuell“ stattfinden konnte. Gregor Holfeld

leitete den Rosenkranz mit besonderen Meditationen in

Gedenken an die Lourdes-Wallfahrt. Somit fühlten sich

alle mitbetenden Malteser übers Internet mit diesem besonderen

Gnadenort verbunden.

Auch wenn nun die Ausgangsbeschränkungen von der

Regierung wieder aufgehoben wurden und wir allmählich

wieder in das „normale Leben“ zurückkehren, wollen

wir diese Online-Gebetsabende weiterhin einmal im

Monat fortsetzen und somit der großen Malteser-Familie

eine Gebetsplattform anbieten. Denn der Online-Gebetsabend

ermöglicht es allen, ob Malteserorden oder

Hilfswerk, bereichsübergreifend gemeinsam zu beten

und sich so gegenseitig zu unterstützen.

„Das gemeinsame Online-Gebet inspiriert uns. Wir haben

eine Sehnsucht nach gemeinsamem Gebet und Gemeinschaft“,

erklärt die 20-jährige Antonia Franckenstein,

die gemeinsam mit Johannes Salm für den Malteser

Hospitaldienst Wien einen Online-Gebetsabend gestaltet

hat. Für die beiden jungen jungen Malteser wurde das

Gebet gerade „in Zeiten der Krise als zusammenhaltende

Kraft besonders spürbar.“ Als in verschiedenen Einrichtungen

aktive Malteserin möchte Antonia die Verbundenheit

im Gebet nicht missen: „Wir vereinen nun alle

Kräfte bundesweit. Somit erfahren wir durch das Gebet

die nötige Unterstützung. Mich persönlich stärkt es im

Einsatz sehr, dass für die Patienten und für mich gebetet

wird. Es gibt mir Mut und Hoffnung für den Dienst!“

DIE MALTESER 2/2020 19


MALTESERÖSTERREICH

HILFE FÜR DIE KLEINSTEN

Für die MALTESER Kinderhilfe und ihre Betreuten sind die Veränderungen durch die Coronakrise eine große Herausforderung.

Umso dankbarer wird die Unterstützung durch Angehörige und Freiwillige angenommen. Hier ein paar

Eindrücke aus dem Hilde Umdasch Haus aus der Zeit vor und während Corona.

Von Petra Hellmich

Als der Babyelefant noch

nicht vonnöten war …

… und das Leben ohne Abstandsregelungen

möglich,

veranstalteten drei Schüler

der Handelsschule Amstetten zugunsten der Malteser

Kinderhilfe ein Benefiz-Hallenfußballturnier. Rund

100 Spieler in 16 Mannschaften nahmen teil. Sie alle

kämpften am 21. Dezember 2019 in der Sporthalle in

Aschbach mit großem Einsatz um die tollen Preise,

die es zu gewinnen gab – allen voran einen Tablet-PC

und wertvolle Gutscheine. Der größte Preis kam jedoch

der Malteser Kinderhilfe zugute. Die während des Turniers

eingesammelten Spenden von 250 Euro wurden

ihr feierlich von Ali Agrali, Luca Pehböck und Ahmad

Zeytarun überreicht. Die Schüler können auf diese

großartige Aktion mehr als stolz sein!

WIR bleiben für EUCH hier. Bleibt IHR für UNS

daheim.

Mit dieser Botschaft wandten sich die Betreuenden der

MALTESER Kinderhilfe an die Eltern und Angehörigen

ihrer Schützlinge. Galt es doch, die Kinder vor einer Infektion

mit dem Coronavirus zu bewahren. So schwer

es auch fiel, das Besuchsverbot einzuhalten, so positiv

hat sich die strikte Einhaltung ausgewirkt. Die Kinder

im Hilde Umdasch Haus in Amstetten waren durch die

Mitarbeiter der MALTESER Kinderhilfe rund um die

Uhr bestens versorgt und blieben von einer Ansteckung

verschont. Gemeinsam haben wir es bis jetzt geschafft!

Dafür ein herzliches Dankeschön.

Tablet-PCs für den sicheren sozialen Kontakt

Gerade für die Kleinsten ist es besonders schwierig,

wenn sie plötzlich vom physischen Kontakt mit ihren

Eltern und Familien abgeschnitten sind. Um ihnen diese

Situation während der Coronakrise zu erleichtern, reagierten

die Malteser rasch: Sie organisierten Spenden,

mit deren Hilfe Tablet-PCs angeschafft werden konnten.

So waren die Betreuten der Malteser Kinderhilfe über

Videotelefonie mit ihren Angehörigen verbunden, was

zu sehr emotionalen und bewegenden Momenten geführt

hat. Die Aktion hat gezeigt, wie gut es gelingen

kann, gemeinsam Schmerz zu lindern, gegen die Isolation

anzukämpfen und Gemeinschaft zu leben.

20 DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Team der

Malteser Kinderhilfe für den unermüdlichen Einsatz! Auch

die Betreuenden haben Familien, Kinder, Angehörige und

hatten eigene Sorgen. Dennoch sind sie alle im Hilde Umdasch

Haus geblieben und haben sich wie gewohnt 24 Stunden um

die Kinder und Jugendlichen gekümmert.

Philips stellt Medizintechnik zur Verfügung

Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie wird bei Philips

Healthcare, der Gesundheitssparte des Elektronikkonzerns,

auf Hochdruck gearbeitet. Es werden in verkürzten

Produktionszyklen lebensnotwendige Diagnoseund

Überwachungsgeräte hergestellt. Die Belegschaft

des Unternehmens ist damit – wie viele andere Systemerhalter

in der Krise auch – sehr gefordert.

„Und dennoch vergisst Philips in dieser Situation nicht

auf jene Hilfsbedürftigen, die zwar nicht am Coronavirus

erkrankt sind, jedoch mit anderen, zum Teil stark lebensverkürzenden

Diagnosen zu kämpfen haben – zum

Beispiel unsere Betreuten im Hilde Umdasch Haus der

Malteser Kinderhilfe in Amstetten. Für sie hat Philips

jetzt rasch und unbürokratisch einen dringend benötigten

Patientenmonitor als Leihgerät zur Verfügung

gestellt“, sagt Haus- und Pflegedienstleisterin Petra

Hellmich.

Hilfe im Großen …

Das Gerät wird für neue Bewohnerinnen und Bewohner

des Hilde Umdasch Hauses benötigt. Es dient dazu, die

Sauerstoffsättigung und die Herzfrequenz der Kinder laufend

zu überwachen und sorgt damit für mehr Sicherheit

in der medizinischen Betreuung. Zwischenzeitlich sind

auch schon zwei weitere neue Geräte bestellt. Sie werden

extra gefertig und von Philips zum Preis von einem geliefert.

„Bei durchschnittlichen Kosten von 5.000 Euro pro

Gerät ist diese Zusage ein großes Geschenk an uns, für

das wir uns in Namen aller unserer Betreuten sehr, sehr

herzlich bedanken“, so Petra Hellmich.

… und im Kleinen

Neben lebenswichtigen Geräten wie Patientenmonitoren

entsteht im Hilde Umdasch Haus aufgrund der

unterschiedlichen und wechselnden Krankheitsbilder

auch immer wieder Bedarf an kleineren Ausstattungsgegenständen.

„Wir könnten zum Beispiel sehr gut einen

Hochstuhl für eine Bewohnerin gebrauchen, die gerade

lernt, selbstständig zu essen. Sehr hilfreich wäre auch

eine mobile Wärmelampe, wenn wir die Kinder baden,

oder ein Vernebler zur Luftbefeuchtung. Unsere Betreuten

haben immer wieder Probleme mit der Lunge und

leiden deshalb an starker Verschleimung“, beschreibt

Petra Hellmich die Situation.

Danke für Ihre Hilfe!

Wenn Sie die Malteser Kinderhilfe unterstützen und für

die Kinder im Hilde Umdasch Haus etwas tun möchten,

ist Ihre Spende herzlich willkommen! Wir sagen schon

jetzt „Danke“ dafür!

Konto: Haus Malta – Kinderhilfe

AT41 2011 1826 8810 9400, BIC: GIBAATWWXXX

Spenden an die Malteser Kinderhilfe sind steuerlich absetzbar.

DIE MALTESER 1/2020

21


Trotz der allgemeinen Verunsicherung und deutlich längerer

Trennung von ihren Familien haben Martina …

… und Ildiko sich auch während der Coronakrise wie gewohnt

liebevoll um Maria S. gekümmert.

LIEBEVOLLE PFLEGE ZU HAUSE,

CORONA ZUM TROTZ

Ausgangsbeschränkungen, Hygienevorschriften, Besuchsverbote,

Reisebeschränkungen, Grenzschließungen,

Quarantänepflicht, Abstandhalten, stets neue Meldungen

über Reisemöglichkeiten, Sonderzüge etc. Wer

sich davon in den letzten Monaten und Wochen nicht

irritieren ließ, waren die Pflegekräfte und Case-&-Care-

Managerinnen und -Manager von Malteser Care.

Ein gutes Beispiel dafür ist die an Alzheimer erkrankte

88-jährige Maria S., seit gut fünf Jahren im Zwei-

Wochen-Turnus liebevoll rund um die Uhr betreut und

gepflegt von den beiden slowakischen Malteser-Care-

Betreuerinnen Ildiko und Martina. Als Mitte März der

Lockdown in Österreich verhängt wurde, war gerade

Martina bei Maria S. im Dienst. Wenige Tage später

stand der reguläre Wechsel an, doch schnell war klar,

dass weder Martina nach Hause reisen noch Ildiko nach

Wien kommen könnte. Sofort beschloss Martina, bis auf

Weiteres bei ihrem Schützling zu bleiben – keine leichte

Entscheidung, wartete doch zu Hause der demenzkranke

Schwiegervater, in dessen Betreuung sie ebenfalls fix

eingebunden ist. Aber für Martina war es undenkbar,

Maria S. und ihre Familie im Stich zu lassen.

Claudia, die Case-&-Care-Managerin von Malteser Care,

bemühte sich unterdessen, gemeinsam mit der Tochter

von Maria S. eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung

zu finden – eine ziemliche Herausforderung, denn ständig

gab es neue (oft widersprüchliche) Informationen in

Von Georg Male

Sachen Grenzübertritt, Coronatests, Quarantäne etc.

Ildiko wartete inzwischen zu Hause – ohne Beschäftigung

und damit ohne die für sie lebenswichtigen Einkünfte.

Endlich fand sich etwa vier Wochen nach Beginn

des Lockdowns eine Möglichkeit für Martina, nach

Hause zu fahren, allerdings musste sie dafür nach dem

Grenzübertritt in die Slowakei in Quarantäne in einem

ehemaligen Flüchtlingsheim. Fünf Tage unbequemes

Warten bis zum Coronatest, danach noch zwei Tage bis

zum Ergebnis – das zum Glück negativ ausfiel. Anschließend

folgten zwei weitere Wochen Einzel quarantäne im

Heimatort, bevor sie zu ihrer Familie durfte. Aus zwei

Wochen der Trennung waren gute zwei Monate geworden.

Da Ildiko zum Zeitpunkt von Martinas Abfahrt noch

nicht nach Österreich einreisen durfte, musste Ersatz

gefunden werden, was dank Claudias intensiven Bemühungen

auch gelang – Helena, die an sich eine Dauerstelle

suchte, sich aber sofort zu diesem temporären

Einsatz bereit erklärte. Sie kümmerte sich für rund eine

Woche um Maria S., bis endlich Ildiko wieder nach Wien

kommen konnte. Sie musste nun für mindestens sechs

Wochen Abschied von ihrer Familie nehmen, bevor sich

das Karussell von Grenzübertritten, Coronatests und

womöglich Quarantäne wieder zu drehen beginnen

würde … Ein komplexes Puzzle, das ohne das hohe Verantwortungsgefühl

und die enorme Einsatzbereitschaft

aller Beteiligten niemals gelungen wäre. Chapeau!

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DIE MALTESER 2/2020


MALTESERÖSTERREICH

24-STUNDEN-PFLEGE UND -BETREUUNG

IN ZEITEN VON COVID-19

Wie sehr die Coronakrise Pflegende, Betreute und ihre Angehörigen an ihre Grenzen brachte und wie diese Grenzen

mit viel einfühlsamer Unterstützung, Teamgeist und Zusammenhalt überwunden werden konnten, beschreibt der

folgende Erfahrungsbericht von MALTESER Care.

Von Susanne Wick

Natürlich war mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie und den

ersten Maßnahmen zum Lockdown sofort klar: Das ist eine

Krisensituation, und eine solche bedeutet einen Ausnahmezustand

– auch für unsere Case-&-Care-Managerinnen und -Maneger.

Zum Schutz der betreuten Personen mussten sie auf die

regelmäßigen, für die Qualitätssicherung wichtigen Vor-Ort-

Pflegevisiten bei den Klienten zu Hause verzichten. Stattdessen

wurde die telefonische Kommunikation mit Betreuenden

und Angehörigen zum wichtigsten Instrument. Mit Hilfe dieses

täglichen, proaktiven Kontakthaltens konnte das essenzielle

Gefühl von Sicherheit, Stabilität und Vertrauen vermittelt

werden. Als wertvoll erwies sich auch eine rasch entwickelte

strukturierte Pflegevisite und das dazu gestaltete Formular.

Frau Fürst mit ihrer fürsorglichen Betreuerin Karin

nach acht Wochen zu Hause

Das rein Pragmatische war auf diese Weise relativ rasch in den

Griff zu bekommen. Die menschliche Seite blieb jedoch eine

enorme Herausforderung. Selbst die erfahrenen, speziell ausgebildeten

Case-&-Care-Manager hatten zwischendurch immer

wieder mit einem emotionalen Tief, mit dem Gefühl von Ratlosigkeit,

Sprachlosigkeit und Isolation zu kämpfen. Hier half oft

der telefonische Austausch mit Kollegen und mit Pflegedienstleiterin

Ilse Hummer.

Unsere Case-Managerin Claudia mit unserer Pflegedienstleiterin

Ilse im Dauereinsatz

Ein Gefühl von Geborgenheit

Diese Form der Unterstützung stärkte die Case-&-Care-Managerinnen

und -Manager auch in der Zusammenarbeit mit den

Betreuenden. Aufgrund der massiven Reisebeschränkungen

durften viele von ihnen nicht in ihre Heimatländer zurückkehren.

Andere Pflegekräfte durften nicht einreisen, um ihre Kolleginnen

und Kollegen abzulösen. Auf Ersuchen von Malteser

Care waren viele der Betreuenden vor Ort bei ihren Klienten

geblieben und verlängerten ihren Dienst um Wochen. Dies bedeutete

gleichzeitig, dass sie selbst ihre eigenen Familien und

Kinder über lange Zeit nicht sehen konnten.

DIE MALTESER 2/2020 23


MALTESERÖSTERREICH

Unsere Mitarbeiter führten dazu viele intensive

Telefongespräche mit den Betreuenden, um

sie zu trösten, zu beruhigen, zu motivieren, ihnen

zur Seite zu stehen und ihnen – trotz der

physischen Distanz – das Gefühl von Geborgenheit

zu geben. Großartige Unterstützung

kam auch von Seiten der Angehörigen. Sie

kümmerten sich vermehrt um Erledigungen

und Einkäufe, damit ihre Eltern, Großeltern

und auch die Betreuenden keinen zusätzlichen

Risiken einer Infektion ausgesetzt waren.

Druck durch Medienberichte

Was die Arbeit von Malteser Care in dieser

Zeit deutlich erschwerte, waren die sich ständig

ändernden, teilweise einander widersprechenden

Meldungen und Berichte der Medien

zu Themen wie geschlossene Grenzen, Transportmöglichkeiten

für die Betreuenden, Testungen,

Quarantäne oder Zahlungen aus dem

Härtefallfonds. Bei jeder neuen Nachricht landeten

unzählige Anrufe von verunsicherten

Klienten, Angehörigen und Betreuenden bei

Malteser Care. Auch hier galt es, Ruhe zu bewahren

und mit der Unterstützung des gesamten

Teams, inklusive Geschäftsführer Helmut

Lutz und Pflegdienstleiterin Ilse Hummer, den

Druck etwas abzufedern.

Auf diese Weise – durch unbedingten Zusammenhalt

und äußerste Hilfsbereitschaft

aller Beteiligten – ist es gelungen, in dieser

außergewöhnlichen Zeit die Versorgungssicherheit

unserer Klienten aufrechtzuerhalten.

Diese Erfahrung hat uns als Team noch

mehr zusammengeschweißt und noch stärker

gemacht und hat auch gezeigt, dass die

24-Stunden-Pflege und Betreuung im eigenen

Zuhause eine der sichersten Formen der Betreuung

darstellt.

www.malteser.care

„SOZIALFASTEN“

Dank besonderer Achtsamkeit in der Betreuung und Pflege sind

die Bewohner von Haus Malta auch in Zeiten der Coronakrise

gut geschützt. Lediglich die sozialen Kontakte fehlen. Doch

auch dafür gibt es eine Lösung.

Von Ulrich Glaunach und Bogdan Bercal

Es ist vor allem der raschen Reaktion von Norbert Bercal, dem

Direktor des Hauses, zu verdanken, dass das Haus Malta bis

jetzt coronafrei geblieben ist. Bereits Tage vor dem allgemeinen

Lockdown am 16. März 2020 führte der Direktor wirksame

Zutrittsbeschränkungen für Lieferanten, Besucher und Angehörige

ein. „Damit sind natürlich die sozialen Kontakte, die für

unsere Bewohner sehr wichtig sind, von heute auf morgen weggefallen“,

erzählt Sejat Sylejmani, Stationsleiter im Haus Malta.

„Doch Gesundheit geht vor. Wir tragen Verantwortung für die

Menschen in unserem Haus sowie für unsere Mitarbeiter, die

täglich ihr Bestes geben, um eine qualitätsvolle und umsichtige

Pflege und Betreuung sicherzustellen.“

Virtuelle Besuche und Gartengespräche

Die Bewohner von Haus Malta zeigten sich umgehend beruhigt

von der entschlossenen Vorgangsweise der Direktion. „Einige

Bewohner konnten sogar die neu eingekehrte Ruhe im Haus

besonders genießen“, so Bogdan Bercal weiter. Besuche wurden

telefonisch oder virtuell über Computer, Tablet-PCs oder

Smartphones abgewickelt. Nach zwei Wochen konnten auch

24

DIE MALTESER 2/2020


IM HAUS MALTA

wieder persönliche Besuche empfangen werden – auf

eine ganz besondere Art und Weise. Bogdan Bercal:

Die Besucher durften, natürlich unter Einhaltung aller

Sicherheits- und Hygienevorschriften, in den Garten

kommen. Von dort konnten sie durch das geschlossene

Fenster des Gartensalons via Telefon mit ihren

Angehörigen sprechen.“

Sobald gesichert war, dass es im Haus Malta keine Verdachtsfälle

auf COVID-19 gab, wurde unter Einhaltung

von angemessenen Hygienemaßnahmen und der vorgeschriebenen

Abstandsregelungen wieder langsam

mit einem kleinen Animationsprogamm begonnen.

Einheiten mit Gedächtnistraining, eine tägliche Bewegungsrunde

und individuelle Betreuung brachten

etwas Abwechslung in den Alltag der Hausbewohner.

„Wir werden diese vorsichtige Vorgehensweise weiter

aufrechthalten und nur sehr zaghaft lockern. So wird

zum Beispiel auch die Generalversammlung des Vereins

Haus Malta in diesem Jahr virtuell stattfinden“, erklärt

der Präsident des Vereins, Ulrich Glaunach.

„Sozialfasten“ brechen

Im Mai wurde in Haus Malta ein eigener Besucherbereich

eröffnet, der vom Rest des Wohnbereichs isoliert

ist. Im Bereich des Eingangs zum Gartensalon wurde in

Einklang mit dem Erlass des Bundesministeriums eine

Besucherbox errichtet. Die Gäste müssen vorab telefonisch

einen Termin vereinbaren, sich dann vor Ort anmelden

und das Hygieneprozedere durchlaufen. Danach

dürfen sie einzeln in der Besucherbox Platz nehmen

und können durch eine Scheibe mit den Bewohnern im

Haus Malta plaudern. Sobald es die Lage und die gesetzlichen

Vorgaben zulassen, sollen auch Einzelbesuche

unter Einhaltung entsprechender Abstandsregeln für

die Dauer einer Stunde erlaubt sein. Aktuelle Informationen

zur Besuchsregelung werden auf der Homepage

unter www.hausmalta.at/corona laufend aktualisiert.

Wir freuen uns schon sehr darauf!

Danke an alle Mitarbeiter!

An dieser Stelle möchten wir uns sehr herzlich bei den

Mitarbeitern im Haus Malta bedanken. Sie unternehmen

in dieser äußerst herausfordernden Situation alles

Menschenmögliche, um die sozialen Bedürfnisse ihrer

Schützlinge und die Kontaktwünsche von Angehörigen

zu erfüllen. Dabei achten sie sehr aufmerksam auf die

Gesundheit aller im Haus Malta. So können wir die Ansteckungsgefahr

weiterhin gering halten. Danke! Unser

tägliches Gebet begleitet Sie!

www.hausmalta.at

DIE MALTESER 2/2020 25


MALTESERÖSTERREICH

NEUES VOM

ORDENSHAUS

Das Malteser Ordenshaus – im Herzen von Wien: Es wird wieder fleißig gearbeitet, und das Projekt schreitet gut voran.

Es entsteht ein Ort der Spiritualität und der Gemeinschaft, ein Zuhause für Menschen im Alter. www.ordenshaus.at

DIE MALTESER

SIND FÜR SIE DA

Die Malteser waren auch am Höhepunkt

der Coronakrise rund

um die Uhr im Einsatz. Sie haben

lebenswichtige Rettungsund

Hilfsdienste geleistet und

die Betreuung in der Malteser

Kinderhilfe, im Haus Malta sowie

die Pflege durch Malteser Care sichergestellt.

DANKE, dass dafür

alle anderen zu ihrem eigenen

und zum Schutz unserer Malteser

zu Hause geblieben sind!

26

DIE MALTESER 2/2020


AKTUELLES DER MALTESER

KINDERHILFE

FASCHING IM HILDE UMDASCH HAUS

Das wird eine bunte Pracht, denn es werden rote, gelbe,

lila und noch viele mehr Tulpenzwiebel in einem Topf gepflanzt.

Mit der Malteser Kinderhilfe gemeinsam Tulpen

setzen, ein Riesenspaß.

AKTUELLES AUS DEM

HAUS MALTA

Der Bezirksvorsteher von Mariahilf Markus Rumelhart besucht das Haus Malta

und überbringt Frühlings- und Muttertagsgrüße.

Muttertagskonzert im Garten des Haus Malta: Kultur und Unterhaltung trotz Social Distancing und unter Einhaltung der

Richtlinien.

DIE MALTESER 2/2020 27


Case-&-Care-Managerin Claudia mit Betreuerin Margareta – Nach den vielen herausfordernden Wochen, in denen sie

fast täglich mit intensiven, motivierenden Gesprächen in telefonischem Kontakt standen, konnte Claudia zum ersten Mal

wieder ihre Klientin besuchen und ihre tapfere Betreuerin Margareta zu einer Pause im Park motivieren.

ERFOLGSGESCHICHTEN MALTESER CARE

PFLEGE UND BETREUUNG

IN ZEITEN VON COVID-19

BOXENSTOPP IN OBERÖSTERREICH

Um die Verteilung der Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel

sicherzustellen, hat sich unser Case-&-Care-

Manager Robert bereit erklärt, von Oberösterreich nach

Wien zu fahren und für seine Kolleginnen die Lieferungen

abzuholen und zu überbringen. Die Übergabe der Lieferung

erfolgte dann, wo es gerade möglich war.

GEBURTSTAGSVISITE BEI EINER KLIENTIN

Geburtstage muss man feiern, wie sie fallen … auch wenn

zur Zeit nicht anders möglich als im sehr kleinen Kreis,

dafür aber bestens umsorgt von ihrer lieben, fürsorglichen

Betreuerin Eva-Maria und ihrer Case-&-Care-Managerin

Barbara mit Maske und Abstand.

EINE BETREUER-ROCHADE – Um die Kontinuität in

der Betreuung der Klienten zu sichern, braucht es in diesen

Zeiten viel Kreativität und Teamgeist von allen Beteiligten

… zur Zufriedenheit aller „leiht“ man auch gerne einmal seinen

Lieblingsbetreuer Stefan seiner Kollegin Barbara, natürlich

nur mit dessen Einverständnis … :-)

28

DIE MALTESER 2/2020


MALTESERÖSTERREICH

MHDA-AKTIONEN AUS DEN BEREICHEN

OSTERN 2020

Für die Malteser stehen arme, notleidende, kranke und verlassene Menschen im Mittelpunkt der von christlicher Nächstenliebe

getragenen rein ehrenamtlichen Tätigkeit. Wesentlich dabei ist das Miteinander, die Gemeinschaft und des Helfens.

Dort, wo Not ist. Gemeinschaft und Nächstenliebe an den Osterfeiertagen 2020 trotz „Social Distancing“ spürbar

zu machen, war das Ziel zahlreicher Projekte.

OBERÖSTERREICH – Man bleibt nicht nur persönlich

durch Telefonate in Kontakt, es wurden Briefe geschrieben

und Osternesterl zusammengestellt und ausgeliefert.

So gab es am Ostersonntag eine Auslieferung ans

Altersheim Haus Rudigier in Linz.

TIROLER OSTERPOST – WIR SIND FÜR DICH DA.

Um die von uns Betreuten, die sonst an zahlreichen Aktivitäten

teilnehmen, gerade rund um die Feiertage wissen

zu lassen, dass sie auch an diesem Osterfest nicht alleine

sind, dass die Malteser an sie denken, wurde fleißig gebastelt

und gezeichnet, gemalt und getextet. Für jeden ein

persönlicher Ostergruß.

3 STEIERMARK – OSTERGRÜSSE

Postkarten wurden geschrieben, es wurde gebastelt und

verpackt, sodass in der Steiermark alle von uns Betreuten

einen ganz persönlichen Malteser-Ostergruß erhielten.

WIEN – GEMEINSAM OSTERN FEIERN

Diesmal haben wir für die von uns Betreuten Menschen

keine Feier gestalten können, dafür haben wir gebastelt,

gemalt und Suchbilder, sowie Bastelanleitungen erstellt.

So konnten alle gemeinsam, wenn auch nicht am selben

Ort, ein schön gestaltetes Osterfest begehen.

3 SALZBURGER OSTERÜBERRASCHUNG

Um unsere Betreuten wissen zu lassen, dass die Malteser

nicht nur telefonisch für sie da sind und dass sie zu Ostern

ganz besonders an jeden Einzelnen denken, wurden Osterkarten

gebastelt und geschrieben sowie kleine Geschenke

besorgt. Diese sind verpackt teils vor die Türe gelegt, teils

mit der Post verschickt worden, um die Zeit bis zu einem

Wiedersehen zu versüßen.

DIE MALTESER 2/2020 29


MALTESER MUNDSCHUTZMASKEN

Danke allen Maltesern, die unsere Mundschutzmasken

tragen. Die Masken erinnern auch daran, dass die Malteser

in der Krise nicht nur Systemerhalter waren, sondern

sich auch durchgehend sozial engagiert haben.

Einige Malteser haben mit dem Kauf von weiteren Malteser-Mundschutzmasken

zweifach geholfen: Mit dem

Tragen der Masken haben sie sich selbst und andere vor

einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt. Gleichzeitig

haben sie mit ihrer Spende die Finanzierung von

Hilfsprojekten unterstützt. Wir sagen herzlich DANKE!

Gerne können noch weitere Masken bei Malteser

Austria bestellt werden. Bitte um Verständnis,

wenn die Lieferungen nicht ad hoc erfolgen, es gibt

derzeit bei der Produktion und der Lieferung immer

wieder Engpässe. Anfragen und Bestellungen

an: zentrale@malteser.at

30

DIE MALTESER 2/2020


MALTESERÖSTERREICH

DIE MALTESER 2/2020 31


MalteserZeitung 3_2019 ok.indd 1 19.11.19 15:27

MALTESERÖSTERREICH

HL. Messe zum WELTTAG DER KRANKEN

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

SALZBURG

EINKAUFSDIENST

SITZWACHE AM KRANKENBETT – BARMHERZIGE

BRÜDER SALZBURG: Hier leisten ehrenamtliche Malteser

dementen und verwirrten Patienten Gesellschaft und

entlasten damit die Pflege im Krankenhaus.

BRUCKFAHRDIENST

GRATIS,

aber leider nicht kostenlos.

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 2/2019

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 3-4/2019

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 1/2020

MALTESER Herzenswunsch: Ich

möchte noch ein letztes Mal …

Liebe Leserinnen und Leser,

Die MALTESER“ ist traditionell gratis und

soll es auch bleiben.

Denn es ist uns ein Anliegen, Sie über unsere

Arbeit umfassend zu informieren. Doch die

Produktion und der Versand sind leider nicht

kostenlos. Bitte unterstützen Sie uns.

CARAVAGGIO & BERNINI

MALTESER Private Preview

12. Oktober 2019, 19 Uhr

Kunsthistorisches Museum Wien

32

CARAVAGGIO & BERNINI

MALTESER Private Preview

12. Oktober 2019, 19 Uhr

Kunsthistorisches Museum Wien

Christliche Werte in der Politik

Rom: Neue Ordensregierung

Neu: Zentrum für Menschen im Alter

DIE MALTESER 2/2020

EMT-Training und Bundesübung in Steyregg

30 Jahre Mauerfall Berlin: Festakt für die Freiheit

Hochschule Heiligenkreuz: Gelebter Glaube

MALTESER Care: Damit

niemand „in der Luft hängt“

Ehrenamt als Synonym

für Barmherzigkeit

Konto lautend auf

MALTESER Hospitaldienst Austria,

Kennwort „Zeitung

AT65 2011 1800 8087 0800

Spenden an den Malteser Hospitaldienst sind von der Steuer absetzbar!

Die Malteser-Zeitung 2_2019_ok.indd 1 21.06.19 16:49

MalteserZeitung 1_18_03_ok.indd 1 20.03.20 07:06


MALTESERÖSTERREICH

SALZBURG, SALZBURG,

NUR DU ALLEIN ...

Vom 28. Februar bis zum 1. März verbrachte eine Gruppe des MALTESER Hospitaldienstes Wien ein wunderbares Wochenende

in der Stadt Salzburg.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Salzburger

Malteser durften wir eine Hl. Messe in der Franziskanerkirche

besuchen und persönliche Fürbitten vortragen.

Das Abendessen wurde frisch von der Familie Mühlmann

zubereitet, denen ein ganz besonderes „Vergelt’s

Gott“ gilt. Ein buntes Programm mit Stadtrundgang,

Mönchsberg-Tour und Hangar-7-Besuch machte unser

Wochenende vollkommen. Ein besonderes Highlight war

außerdem das Konzert in der Alten Universität Salzburg.

Es bot mit einer Mischung aus klassischer, Film- und Videomusik

in Kombination mit Poetry-Slam einen außergewöhnlichen

Abend.

Es sind Erinnerungen wie diese, die uns heute, wo wir

teilweise allein zu Hause sind, um uns und andere zu

schützen und die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen,

Kraft geben. Es sind Erlebnisse wie diese, auf

die wir uns schon bald wieder freuen dürfen.

DIE MALTESER 2/2020 33


MALTESERÖSTERREICH

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

WIEN

NEUE SCHUTZVISIERE

Vielen Dank an den Rotaract Club Wien-Graben für die

neuen Schutzvisiere von Eremit Display #schauaufdichschauaufmich

ESSENSAUSLIEFERUNG

MALTESER – CARITAS – HOTEL WIMBERGER

Das Chancenhaus Grangasse bietet wohnungslosen erwachsenen

Männern eine Unterkunft sowie Beratung

und Betreuung. In der Coronakrise haben Malteser

täglich rund 70 Mahlzeiten vom Arcotel Wimberger

(gekocht und gespendet) abgeholt und in das Chancenhaus

geliefert.

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

STEIERMARK

STEIERMARK – MONATSMESSE

STEIERMARK: Gemeinschaft leben trotz Social Distancing. Briefe schreiben und regelmäßige Telefonate mit unseren

Betreuten. Der persönliche Kontakt, auch wenn es oft nur die Stimme am Telefon war, manchmal aber auch mit Bild über

WhatsApp oder einen Computer, hat eine wichtige Rolle gespielt.

34

DIE MALTESER 2/2020


MALTESERÖSTERREICH

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

BURGENLAND

KOCHEN VINZIRAST

Aufgrund der aktuellen Situation VinziRast Takeaway:

Malteser kochen, portionieren und verpacken, sodass sich

jeder ein Essenspaket in der VinziRast abholen kann.

EINKAUFSDIENST

Die durch COVID-19 notwendigen gesellschaftlichen

Einschränkungen stellen uns alle vor große Herausforderungen.

Wir müssen jetzt aber besonders auf unsere

älteren Mitmenschen achtgeben und ihnen kleine,

aber umso wichtigere Dienste erweisen. Das dankbare

Strahlen in den Augen dieser hilfsbedürftigen Personen,

denen wir für uns ganz einfache Tätigkeiten abnehmen,

wie einen Einkauf zu erledigen, entschädigt für alle

Mühen.

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

TIROL

JOUR-FIXE „MALTACAFE“

wurde zu einem Unterlandcafe in Kaltenbach

– da es für einige unserer Freunde

zu beschwerlich oder einfach zu weit

ist, um nach Innsbruck zu kommen.

HEILIGE MESSE in der Herz Jesu Kirche in Bregenz.

DIE MALTESER 2/2020 35


MIT EIGENER KRAFT GEGEN DIE KRISE

Die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie haben erhebliche negative Auswirkungen auf Menschen, wie

Psychotherapeuten feststellen und Studien belegen. Das Besinnen auf unsere inneren Ressourcen kann uns stärken und

helfen, schützende Resilienz aufzubauen.

Für Menschen mit psychischen Problemen sind die staatlichen

Maßnahmen gegen COVID-19, allen voran die Einschränkung

der sozialen Kontakte, eine enorme Belastung.

Bestehende Symptome können sich verschlimmern

und bereits überwundene Traumata wieder aktiv werden.

Viele Betroffene vermissen eine geordnete Alltagsstruktur

und die gewohnte Psychotherapie im direkten Kontakt.

Im Bereich der sozialen Bindungen empfinden sie

durch fehlende soziale Interaktionen Einsamkeit. Andere

Betroffene wiederum fühlen sich mit dem Partner oder

der Familie zu Hause beengt. Dazu kommt die Angst vor

einer Wirtschaftskrise.

Eine aktuelle Studie des Österreichischen Bundesverbands

für Psychotherapie (ÖBVP) und der Donau-Universität

Krems geht davon aus, dass die Zahl der Patienten mit psychischen

Problemen in der zweiten Jahreshälfte 2020 deutlich

ansteigen wird. „Konkrete Zahlen dazu gibt es noch

nicht, Daten aus anderen Ländern zeigen jedoch, dass die

psychische Belastung in der Bevölkerung zugenommen hat.

Restriktionen, was Kultur und Reisen anbelangt, sowie finanzielle

Auswirkungen werden noch weiter spürbar sein.

Wer jetzt schon depressiv ist, den könnte das in veritable

Probleme stürzen“, sagt Peter Stippl, Präsident des ÖBVP.

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200422_

OTS0151/aviso-pressekonferenz-zu-den-auswirkungender-corona-massnahmen-auf-patientinnen-der-psychotherapie-am-24-april-10-uhr

Wie sich solchen Problemsituationen vorbeugen lässt,

beschreiben Brigitte Kneissl und Laetitia Keil-Boswell,

zwei Psychotherapeutinnen und Malteserinnen. Sie bieten

gezielt Hilfe an.

Wertewandel in Zeiten der

Coronakrise

Von Brigitte Kneissl

Immer höher, immer schneller, wie ein Turbo: In allen Lebensbereichen

hat sich in den letzten Jahren das Tempo

beschleunigt. Durch die Digitalisierung hat sich die technische

Kommunikation vervielfacht. Der dadurch verursachte

Stress engt das Immunsystem ein und fördert

psychsomatische Erkrankungen wie Schlafstörungen,

Bluthochdruck, Angststörungen, Existenzängste, Depressionen,

Essstörungen, Burnout, Suchterkrankungen

und Suizidgefahr. Auch bei Kindern und Jugendlichen

haben psychische Erkrankungen in einem erschreckend

hohen Ausmaß zugenommen.

Die ganze Welt mit ihrer einseitig gelebten patriarchalen,

Ich-bezogenen Struktur hat eine psychosomatische Erkrankung

– sie leidet unter Atemnot, ihr geht im wahrsten

Sinne des Wortes die Luft aus. Die Coronakrise ist

ein Spiegelbild dafür. Unser erschöpftes Wertesystem

braucht jetzt Zeit für Regeneration und Neuorientierung,

um die Chance zu nützen, sich aus der Ich-Kultur in eine

Wir-Kultur zu entwickeln.

36

DIE MALTESER 2/2020


MEDIZINAKTUELL

Brigitte Kneissl

Laetitia Keil-Boswell

Wie wir gestärkt aus dieser

Krise hervorgehen können

Von Laetitia Keil-Boswell

Heilende Langsamkeit und Stille

Indem wir uns der Ursache zuwenden, tun wir den ersten

Schritt zur Heilung. Ist es nicht so, dass der Mensch vergessen

hat, sich den kleinen Dingen zu widmen, sich als

fühlendes Wesen dem Nachbarn, den Mitmenschen zuzuwenden?

Die Freude der Langsamkeit wiederzuentdecken?

Wie heilsam ist es denn, einen Waldspaziergang zu machen

oder die Stille und den Duft einer Blumenwiese zu genießen?

Alle Sinne erwachen in einer neuen Art und Weise, all

das Erlebte kann in die neue Zeit mitgenommen und in ein

neues, längst vergessenes Lebensgefühl integriert werden.

Kostenlose Hilfe für Malteser

Für unsere Ordensmitglieder, unsere Betreuten und für

die Mitglieder des Malteser Hospitaldienstes Austria biete

ich seit Beginn der Coronakrise psychotherapeutische

Hilfe per Telefon an – kostenfrei, ehrenamtlich und vertraulich.

Ich möchte dazu beitragen, den Menschen trotz

dieser Ungewissheit Mut zu machen und ihnen zu helfen,

neue Chancen und Perspektiven zu entwickeln. In dieser

Phase des Rückzugs können wir auch erkennen, wie sehr

wir einander brauchen und wie hilfreich es ist, zuzuhören

und füreinander da zu sein. Unsere Sozialen Dienste stehen

täglich in telefonischem Kontakt mit unseren Betreuten.

Bei Bedarf vermitteln wir auch andere Kontakte für

professionelle Hilfe.

Achtsamkeitsübungen für inneres Gleichgewicht

Als Malteser haben wir die Aufgabe, unserem christlichen

Menschenbild entsprechend, dem Nächsten mit Mitgefühl,

Liebe und Dankbarkeit zu begegnen. Achtsamkeit

bedeutet im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, mit

Offenheit und ohne Vorurteil die gegenwärtige Erfahrung

bewusst wahrzunehmen. Achtsamkeitspraxis kann auch

in Form von Körper- und Atemübungen wie Feldenkrais,

Yoga oder Qi-Gong praktiziert werden. Diese Übungen

helfen, mehr inneres Gleichgewicht und Entspannung im

Alltag zu finden und mit Stresssituationen angemessen

und kreativ umzugehen.

Mit Sorgen blicken wir in die Zukunft, die Ängste vieler

sind groß und facettenreich: Zukunftsängste, Verlustängste,

Existenzängste, Angst vor Einsamkeit, Angst vor

Krankheit, die Liste scheint endlos. Angst kann Menschen

massiv unter Druck setzen und ihr tägliches Leben

stark einschränken. Oftmals fühlen sich Betroffene in

Krisensituationen – wie der jetzigen – machtlos, ineffizient

und unverstanden.

Die Angststörung kann viele Formen annehmen und

ist daher oftmals nicht leicht erkennbar. Die Symptome

reichen von Schwindel und Benommenheit, Herzrasen,

Schwitzen oder Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu

Schlafstörungen und innerer Unruhe. Hier verschwimmen

manchmal die Grenzen, da die Angststörung oftmals

nicht klar von depressiver Symptomatik zu trennen

ist, wie beispielsweise bei Antriebslosigkeit, Müdigkeit,

Verlust von Interessen und erhöhter Reizbarkeit.

INDIVIDUELLE STRATEGIEN ZUR ANGST-

BEWÄLTIGUNG

Wie gehen wir Menschen in dieser Ausnahmesituation

mit unseren Ängsten und Sorgen um?

Jeder Einzelne hat in den letzten Wochen eigene Strategien

entwickelt, um die aktuellen Bedingungen so gut wie

möglich auszuhalten und Unsicherheiten zu verarbeiten.

Im Leben eines Menschen gibt es immer wieder schwere

Zeiten und risikoreiche Situationen, die es zu bewältigen

gilt, um womöglich gestärkt daraus hervorzugehen. Es

gibt allerdings große Unterschiede in der Art und Weise,

wie wir individuell mit Ängsten umgehen, und wie gut

diese später verarbeitet werden können.

Doch gibt es hier ein „Richtig“ oder ein „Falsch“?

Existiert ein „besserer Umgang“ mit einer Krise?

Hier kommt der Begriff „Resilienz“ ins Spiel. Bei Resilienz

handelt es sich um die psychische Widerstandskraft,

die sich in der Kindheit entwickelt und durch unterschiedliche

Faktoren während des Lebens beeinflusst

DIE MALTESER 2/2020 37


MEDIZINAKTUELL

wird. Es steht die Fähigkeit im Vordergrund, „nicht an etwas

zu zerbrechen“.

Resilienz als bedeutsames Potenzial

Dabei ist zu betonen, dass während Krisen negative Reaktionen

wie Desorientierung oder Verzweiflung angemessen und

wichtig sind, um den Wachstumsprozess zu ermöglichen. Die

Verarbeitung einer Krise ist ein komplexer Prozess, der Zeit

und Geduld braucht und bei jedem Individuum anders aussehen

kann. Es kann aber festgelegt werden, dass gerade durch

Erfahrungen, die während der Verarbeitung und Bewältigung

von Krisensituationen gesammelt werden, die eigene Widerstandsfähigkeit

wächst. Die Fähigkeit zur Resilienz gilt als

schwer greifbares Konzept, da es sich nicht um eine eindeutig

„sichtbare“ Charaktereigenschaft oder eine erlernbare Kompetenz

handelt, sondern vielmehr um ein Potenzial, das sich nur

unter gewissen Umständen ganz entfalten kann.

Was sind also die Faktoren, die dazu beitragen, resilientes

Verhalten zu fördern?

In diesem Fall sprechen wir von unseren Ressourcen, die wir

im Laufe des Lebens sammeln und aufbauen. Diese werden in

drei Säulen eingeteilt: innere Stärke, äußere Unterstützung

und interpersonale Problemlösefähigkeiten. Es ist hier nicht

unbedingt wichtig, dass wir eine große Anzahl an verschiedenen

Ressourcen in jeder Säule zur Verfügung haben, sondern

vielmehr, dass wir über eine Kombination der fördernden Faktoren

aus allen drei Gruppen verfügen.

Psychotherapie zur Unterstützung

Wichtig zu beachten ist außerdem nicht nur, ob genügend

Ressourcen vorhanden sind, sondern auch ob diese in akuten

Krisen tatsächlich in Anspruch genommen werden. Hier kann

beispielsweise eine Psychotherapie sehr von Vorteil sein, um

bei der Ressourcenaktivierung zu unterstützen oder Lücken zu

füllen. Indem wir uns in Krisenzeiten immer wieder auf ebendiese

Ressourcen besinnen, sie nutzen und ausbauen, kann

eine gewisse psychische Widerstandsfähigkeit aufgebaut werden,

um auch aus zukünftigen Krisen gestärkt hervorzugehen.

Insofern kann man sich Resilienz als eine Art „Ritterrüstung“

vorstellen: Sie schützt zuverlässig und blockt Gefahren ab. Sie

muss allerdings auch regelmäßig gepflegt und benützt werden,

um nicht zu rosten und langfristig intakt zu bleiben.

BLUT UND PLA

In Österreichs Spitälern werden im Schnitt

1.000 Blut konserven pro Tag benötigt – auch in

Zeiten von COVID-19. Die Blutabnahmen finden

unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Von Moritz Schuschnigg

Im Schnitt alle 90 Sekunden wird in Österreichs

Spitälern eine Blutkonserve benötigt. „Pro Tag

kommen rund 1.000 Konserven zur Behandlung

von Patienten zum Einsatz. In Notfällen können

sie Menschenleben retten“, sagt Gerald Schöpfer,

Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

Das Rote Kreuz ruft deshalb regelmäßig zum Blutspenden

auf. Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie

haben zusätzlich Plasmaspenden an Bedeutung

gewonnen. Warum das so ist, erklärt Claudia

Feyerl, für den Malteser Hospitaldienst im Bereich

Burgenland tätige Ärztin.

Wie steht es generell um das Blutspendeverhalten

der Österreicher?

2018 haben in Österreich rund 230.000 Personen

Blut beim Roten Kreuz gespendet. Die Spendebereitschaft

der heimischen Bevölkerung liegt im

Vergleich mit anderen europäischen Ländern im

oberen Mittelfeld. Im weltweiten Vergleich ist es

ein sehr guter Wert.

38

DIE MALTESER 2/2020


MEDIZINAKTUELL

SMA SPENDEN – JETZT!

Wie funktioniert die

Plasmaspende?

Die Spende selbst erfolgt an einem sogenannten Zellseparator.

Dabei wird über die Armvene Blut entnommen. In

der Zentrifuge wird das Blut in seine Bestandteile aufgeteilt.

Das Plasma mit den darin enthaltenen Antikörpern

wird gesammelt, die restlichen Blutbestandteile werden

wieder zurück in den Körper geleitet. Maximal werden

0,7 Liter Blutflüssigkeit abgenommen, die Gesamtdauer

der Spende beträgt rund 45 Minuten.

Decken die Blutspenden den Bedarf ab oder werden

mehr Blutspender benötigt?

Die Versorgung ist in Österreich nach derzeitigem Stand

gesichert. Damit das langfristig so bleibt, brauchen wir

künftig mehr junge Menschen, die zu wiederkehrenden

Blutspendern werden. Aktuell ist es so, dass die geburtenstarken

Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre

schrittweise in „Blutspendepension“ gehen. Die Jahrgänge

der 2000er-Jahre sind im Vergleich zahlenmäßig kleiner.

Sie müssen angesprochen werden und die Blutspende

idealerweise zu einem regelmäßigen Bestandteil ihres

Lebens machen.

Sind Blut- und Plasmaspenden von Personen, die

COVID-19 hatten, verwertbar?

Personen, die an COVID-19 erkrankt waren und wieder

gesund sind, können vier Wochen nach Abklingen der

letzten Symptome zur Spende kommen. Derzeit werden

vermehrt von COVID-19 genesene Spender gesucht, die

sogenanntes Rekonvaleszentenplasma – also Plasma mit

darin enthaltenen Antikörpern – spenden. Die Gabe von

antikörperhaltigem Blutplasma kann anderen, von CO-

VID-19 betroffenen Personen helfen, die diese Antikörper

nicht schnell genug oder in der richtigen Qualität bilden

können. Der Einsatz von Rekonvaleszentenplasma ist eine

therapeutische Option, solange es keine Impfung oder

kein zugelassenes breit verfügbares Medikament gibt.

Wie steht es mit den Sicherheitsmaßnahmen bei

der Blut- und Plasmaspende?

Da kann ich Sie beruhigen. Es werden höchste Sicherheitsstandards

eingehalten und alle notwendigen Vorkehrungen

getroffen. Das können viele der Malteser,

die bereits gespendet haben, bestätigen. An dieser Stelle

übrigens herzlichen Dank an alle, die meinen bisherigen

Einladungen zur speziellen „Malteser-Blutspende“ gefolgt

sind. Ich werde auch in Zukunft regelmäßig Termine

ankündigen und freue mich jetzt schon sehr auf jede

neue Spende!

Alle Informationen zur Blutspende beim Roten

Kreuz sowie Termine auf www.blut.at oder unter

0800 190 190. E-Mail: blut@roteskreuz.at

DIE MALTESER 2/2020 39


OPA

Am 100. Jahrestag der Geburt von Papst

Wojtyla, am 18. Mai, öffnete der Petersdom

MALTESERWELTWEIT

wieder seine Pforten. Zuvor war der

Innenraum gründlich gereinigt worden und es

wurden die notwendigen Vorkehrungen und

präventiven Maßnahmen für den Zugang

getroffen. Die MALTESER beteiligten sich an

DIENST AM NÄCHSTEN IN DER KRISE

den Gesundheitschecks derBesucher.

Das Coronavirus wählt nicht aus, ob es arme und bedürftige oder reiche und medizinisch gut versorgte Menschen

trifft. Es beschränkt sich nicht auf einzelne Länder oder Regionen. Es ist überall. Deshalb sind auch die MALTESER

weltweit im Einsatz, um zu helfen.

AFRIKA

MALTESER weltweit im Kampf gegen COVID-19

en, Belgien, Deutschland, Frankreich,

ritannien, Irland, Italien, Litauen, Malta,

eich, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien,

kei, Slowenien, Spanien, Tschechische

lik, Ukraine, Ungarn

Der Malteserorden hat zur Bekämpfung der COVID-

19-Pandemie sein globales Engagement umfassend verstärkt

(siehe unten- und nebenstehende Übersicht). Viele

der Sozial- und Gesundheitsprojekte in den 120 Ländern,

in denen die Hilfs- und Freiwilligenorganisationen der

Malteser tätig sind, wurden entweder erweitert und/oder

in Präventions- und Behandlungsprogramme für Covid-

Patienten umgewandelt. Medizinische und logistische

Unterstützung wurde und wird für die nationalen Gesund-

tliche Maßnahmen:

tion und Aufklärung, Verteilung von

smitteln, Medikamenten, Masken und

ausrüstung, Aufbau und Ausrüstung von

lten und COVID-Krankenstationen,

ntransporte, Hilfe für Obdachlose,

ftige, ältere und behinderte Menschen,

logische Unterstützung, Krisenzentren

raßennotdienste, Hotlines

N

40

EUROPA

Albanien, Belgien, Deutschland, Frankreich,

Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, Malta,

Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien,

Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische

Republik, Ukraine, Ungarn

istan, Bangladesch

Wesentliche Maßnahmen:

Prävention und Aufklärung, Verteilung von

Lebensmitteln, Medikamenten, Masken und

Schutzausrüstung, Aufbau und Ausrüstung von

Feldzelten und COVID-Krankenstationen,

Krankentransporte, Hilfe für Obdachlose,

Bedürftige, ältere und behinderte Menschen,

psychologische Unterstützung, Krisenzentren

und Straßennotdienste, Hotlines

tliche Maßnahmen:

nische Untersuchungen,

ung von Hygiene,

ung von medizinischem

gienematerial

ASIEN

DIE MALTESER 2/2020

Benin, Elfenbeinküste, Kongo,

Südafrika, Südsudan, Uganda

heitssysteme der betroffenen Länder nach den Richtlinien

der Regierung geleistet. Neue Krankenstationen wurden

und werden eröffnet, bestehende Krankenhäuser des Mal-

Wesentliche Maßnahmen:

Prävention und Aufklärung,

Wiedereröffnung des Petersdoms

Am 100. Jahrestag Sensibilisierungskampagnen,

der Geburt von Papst

Wojtyla, Einrichtung am 18. Mai, öffnete von der Isolierstationen

Petersdom

wieder seine

und

Pforten.

Feldkrankenhäusern

Zuvor war der

zur

Innenraum gründlich gereinigt worden und es

wurden teserordens die Voruntersuchung, notwendigen in Intensivstationen Vorkehrungen Verteilung

umgewandelt. und

präventiven von Maßnahmen Lebensmittelpaketen für den Zugang und

getroffen. Die MALTESER beteiligten sich an

Kindernahrung

Prävention und Erste Hilfe an vorderster Stelle

den

In

Gesundheitschecks

Ländern, in denen

derBesucher.

die hygienischen Grundbedingungen

schlecht sind, wurden Aufklärungskampagnen durchgeführt

und die Versorgung mit WASH (Wasser, sanitäre

AMERIKA

AFRIKA

Benin, Elfenbeinküste, Kongo,

Südafrika, Südsudan, Uganda

Brasilien, Dominikanische

Republik, Kolumbien, Mexiko,

Peru, Puerto Rico, Uruguay, USA

Wesentliche Maßnahmen:

Prävention und Aufklärung,

Sensibilisierungskampagnen,

Einrichtung von Isolierstationen

und Feldkrankenhäusern zur

Voruntersuchung, Verteilung

von Lebensmittelpaketen und

Kindernahrung

Wesentliche Maßnahmen:

Prävention und Aufklärung,

Verteilung von Lebensmitteln,

Medikamenten, Masken und

Schutzausrüstung, Einrichtung

mobiler Kliniken, Hilfe für

Obdachlose, Suppenküchen

AMERIKA

Brasilien, Dominikanische

Republik, Kolumbien, Mexiko,

Peru, Puerto Rico, Uruguay, USA

Wesentliche Maßnahmen:


MALTESERWELTWEIT

MALTESER weltweit im Kampf gegen COVID-19

Einrichtungen, Hygiene) verbessert. Viele soziale Aktivitäten

des Ordens wurden verstärkt, um die großen wirtschaftlichen

Schwierigkeiten zu bewältigen, mit denen viele Menschen konfrontiert

sind. In zahlreichen Ländern stellen die Freiwilligen

des Malteserordens die regelmäßige Lieferung von Lebensmitteln

und Grundbedarfsgütern sicher und bieten medizinische

Hilfe an. Vielen Assoziationen gelingt es, mit Unterstützung

der Botschaften des Ordens, die routinemäßigen Hausbesuche

fortzusetzen und die medizinische Versorgung vor allem älterer

Menschen zu gewährleisten. Darüber hinaus hat der Malteserorden

spezielle Fachkräfte eingesetzt, die sich mit den psychologischen

Auswirkungen von Quarantäne und Isolation befassen.

EUROPA

Unterstützung durch Experten

Das diplomatische Netzwerk des Malteserordens setzt sich voll

und ganz Albanien, für ein besseres Belgien, Verständnis Deutschland, des Virus Frankreich, und seiner Eindämmungsmaßnahmen

Großbritannien, ein. Irland, Das Projekt Italien, „Doctor Litauen, to Doctor“, Malta, das

in Zusammenarbeit Österreich, Polen, mit der Portugal, in London Rumänien, ansässigen Denkfabrik Serbien,

„Forward Slowakei, Thinking“ Slowenien, ins Leben gerufen Spanien, wurde, Tschechische

hat ein Netzwerk

von Experten Republik, auf Ukraine, dem Gebiet Ungarn der Epidemiologie und Virologie

geschaffen. Es trifft mit Ärzten aus Ländern des Nahen Ostens

online Wesentliche zusammen, um Maßnahmen:

bewährte Verfahren und die neuesten

Fortschritte Prävention in der medizinischen und Aufklärung, Forschung Verteilung zu diskutieren. von Das

Projekt Lebensmitteln, richtet sich insbesondere Medikamenten, an Länder, Masken deren Gesundheitsinfrastruktur

Schutzausrüstung, unvorbereitet oder Aufbau mangelhaft und Ausrüstung ist. Bislang von fanden

derartige Feldzelten Onlinetreffen und COVID-Krankenstationen,

mit Gesundheitsbehörden in Palästina

und im Krankentransporte, Jemen statt. Hilfe für Obdachlose,

Bedürftige, ältere und behinderte Menschen,

psychologische Unterstützung, Krisenzentren

und Straßennotdienste, Hotlines

EUROPA

Albanien, Belgien, Deutschland, Frankreich,

Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, Malt

Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Serbi

Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische

Republik, Ukraine, Ungarn

Wesentliche Maßnahmen:

Prävention und Aufklärung, Verteilung von

Lebensmitteln, Medikamenten, Masken und

Schutzausrüstung, Aufbau und Ausrüstung vo

Feldzelten und COVID-Krankenstationen,

Krankentransporte, Hilfe für Obdachlose,

Bedürftige, ältere und behinderte Menschen,

psychologische Unterstützung, Krisenzentren

und Straßennotdienste, Hotlines

Wiedereröffnung des Petersdoms

Am 100. Jahrestag der Geburt von Papst

ASIEN

Wojtyla, am 18. Mai, öffnete der Petersdom

wieder seine Pforten. Zuvor war der

Innenraum

Afghanistan,

gründlich gereinigt

Bangladesch

worden und es

wurden die notwendigen Vorkehrungen und

präventiven Wesentliche Maßnahmen Maßnahmen: für den Zugang

getroffen. Medizinische Die MALTESER Untersuchungen,

beteiligten sich an

den Gesundheitschecks Förderung von derBesucher.

Hygiene,

Verteilung von medizinischem

und Hygienematerial

AFRIKA

Benin, Elfenbeinküste, Kongo,

Südafrika, Südsudan, Uganda

Wesentliche Maßnahmen:

Prävention und Aufklärung,

Sensibilisierungskampagnen,

Einrichtung von Isolierstationen

und Feldkrankenhäusern zur

Voruntersuchung, Verteilung

von Lebensmittelpaketen und

Kindernahrung

AMERIKA

DIE MALTESER 2/2020 41


MALTESERWELTWEIT

© Hand in Hand/Malteser Internationall

© IDA/Malteser International

1 2

3

1. In allen von Malteser International unterstützten Gesundheitseinrichtungen

wurden Corona-Schutzmaßnahmen

eingeführt. Hier wird die Körpertemperatur einer jungen

Patientin vor Betreten der Einrichtung gemessen.

2. Für viele Menschen bieten die Einrichtungen die einzige

Möglichkeit auf eine medizinische Behandlung.

3. In den Gesundheitsstationen werden Mütter und ihre Babys

vor, während und nach der Geburt medizinisch versorgt.

© Hand in Hand/Malteser Internationall

SO HILFT MALTESER INTERNATIONAL IN ZEITEN VON CORONA IN SYRIEN

DIE KOMPLEXESTE HUMANITÄRE

KRISE WELTWEIT

Syrien: Während sich die Welt auf die Bekämpfung des Coronavirus konzentriert, trifft in Syrien die Pandemie auf

die weltweit größte und komplexeste humanitäre Krise. Elf Millionen Menschen sind auch im zehnten Jahr des

Krieges nach wie vor dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Von Anne Hensel

Fast eine Million Menschen wurden im Nordwesten

Syriens seit Ende vergangenen Jahres abermals vertrieben.

Sie leben unter äußerst prekären Bedingungen

in Camps für Vertriebene, in informellen Lagern oder

gar unter freiem Himmel. Eine schnelle Ausbreitung

des Coronavirus im Land würde eine unvorstellbare

Steigerung des ohnehin großen Leids dieser Menschen

bedeuten. Bereits vor der Pandemie galt das öffentliche

Gesundheitssystem als zusammengebrochen. Ein

Großteil der Krankenhäuser und medizinischen Einrichtungen

wurde im Krieg zerstört, es mangelt an

Medikamenten, Equipment und medizinischem Perso-

nal. Für einen Ausbruch des Virus ist das Land nicht

gerüstet.

Die Menschen in Syrien benötigen dringend

Unterstützung.

Malteser International setzt sich gemeinsam mit seinen

Partnerorganisationen für die notleidenden Menschen in

Nordwest-Syrien ein. Auch in Zeiten von COVID-19 sind

die Mitarbeiter vor Ort unermüdlich im Einsatz, um die

Gesundheit und Lebensbedingungen der Menschen zu

verbessern und sie vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus

zu schützen. Vor allem vorbeugende Maßnahmen in

42

DIE MALTESER 2/2020


XXXX

4 5

6

4. Damit sie nicht auf dem Boden schlafen müssen,

hat Malteser International mit der Maram Foundation

Matratzen an über 1.000 Vertriebene verteilt.

5. Mehr als 20.000 Menschen haben Malteser International

und die Maram Foundation allein im Monat

Januar mit sauberem Wasser versorgt.

6. In den kalten Wintermonaten wurden durch die

Verteilung von Decken viele Menschen in der Region

Idlib vor dem Erfrieren bewahrt.

© Maram Foundation/Malteser International

den Bereichen Gesundheit, Wasser und Hygiene sind jetzt

mehr denn je überlebenswichtig.

Stärkung der Gesundheitskapazitäten

Malteser International betreibt und unterstützt in Syrien

mit seinen Partnerorganisationen Hand in Hand for Aid

and Development und der Independent Doctors Association

zahlreiche Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen

und mobile medizinische Teams. Zehntausende Menschen

erhalten hier pro Monat eine kostenlose medizinische

Behandlung und lebensrettende Hilfe. Um Helfer und

Patienten vor einer Infektion mit dem Virus zu bewahren,

wurden in allen Einrichtungen umfassende Corona-

Schutzmaßnahmen eingeführt. Die Ausrüstung des medizinischen

Personals mit Schutzanzügen, Masken und

Desinfektionsmitteln ist dabei genauso essenziell wie die

Durchführung von Schulungen im Umgang mit potenziellen

COVID-19-Patienten.

Verbesserung der Lebensbedingungen in den

Flüchtlingscamps

In den syrischen Camps leben die Menschen dicht gedrängt

unter miserablen hygienischen Bedingungen – ohne angemessenen

Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen.

Einmal ausgebrochen würde sich das Coronavirus

unter diesen Bedingungen rasend schnell verbreiten.

Angesichts dieser Gefahr hat Malteser International seine

Hilfe ausgeweitet, denn nur durch vorbeugende Maßnahmen

kann das Schlimmste verhindert werden. In Zusammenarbeit

mit der Maram Foundation werden noch mehr

Geflüchtete mit sauberem Wasser und Hygieneartikeln

wie Seife versorgt. Ebenso kümmern sich die Mitarbeiter

um die Instandhaltung, Reparatur sowie Reinigung sanitärer

Einrichtungen, klären über COVID-19 auf und verteilen

Infomaterial.

Gerade in Zeiten von Corona dürfen die

Menschen in Syrien nicht in Vergessenheit

geraten. Mit Ihrer Spende können Sie jetzt

helfen, die Menschen in Syrien gegen einen

Ausbruch des Virus bestmöglich zu wappnen.

Onlinespenden: www.malteser.at

Stichwort: Malteser International – Syrien

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800

BIC: GIBAATWW

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

DIE MALTESER 2/2020 43


MALTESERWELTWEIT

Zwischen ein und zwei Millionen Heuschrecken bilden einen Schwarm.

DIE HEUSCHRECKENPLAGE WÜTET

WEITER

Von Katharina Kiecol/Anne Hensel

Diese Insektenschwärme sind in unser Dorf eingefallen

und haben alle Weiden zerstört. Sie fressen alles kahl,

keinen Grashalm lassen sie für unser Vieh stehen“, Sallo

Gurio Wario ist verzweifelt. Sie lebt im Distrikt Marsabit

im Norden Kenias, wo die ersten Wüstenheuschrecken,

die Sallo nur „Insekten“ nennt, bereits seit Ende vergangenen

Jahres die Region befallen haben. „Unsere Kühe

und Ziegen sind doch auf das Futter auf den Weiden angewiesen,

um genügend Milch und Fleisch zu geben. Ich

ernähre meine Familie von den Erträgen der Viehwirtschaft

und schon jetzt ist die Milchproduktion durch die

Insektenplage beeinträchtigt. Ich weiß nicht, wie es weitergehen

soll“, sagt Sallo.

Es ist die schwerste Heuschreckenplage seit Jahrzehnten

Während die Welt mit der Coronapandemie kämpft, bedroht

in Ostafrika zusätzlich die Heuschreckenplage die

Lebensgrundlage von Millionen von Menschen in Kenia

und den Nachbarländern Äthiopien, Somalia, Uganda

und dem Südsudan. Auch asiatische Länder wie Pakistan

und Indien sind von den Plagen betroffen.

Eigentlich sind Heuschreckenschwärme ein normales

Naturereignis. Eine Plage des aktuellen Ausmaßes hat es

jedoch in Kenia seit 70 Jahren nicht gegeben. Es sind veränderte

Klimabedingungen, die den Wüstenheuschrecken

den perfekten Nährboden für eine Vermehrung in so großer

Zahl bereiten. „Im vergangenen Jahr hat die Region im

Nordosten des Landes zunächst unter einer Dürre gelitten,

anschließend folgten schwere Regenfälle mit Überschwemmungen.

Das sind optimale Bedingungen für die Tiere“, so

Martin Schömburg, Länderbüroleiter von Malteser International

in Kenia. Einer der beobachteten Heuschreckenschwärme

maß 60 mal 40 Kilometer. Täglich vertilgen die

Insekten so viel Nahrung wie rund 35.000 Menschen.

44

DIE MALTESER 2/2020


Alle Fotos: PACIDA/Malteser International

Um die Verluste von bedürftigen Menschen in Kenia zu kompensieren, zahlt Malteser International per Mobiltelefon Geld an

die Menschen aus. Mit dem Geld, das Sallo Gurio Wario bekommen hat, konnte sie notwendige Lebensmittel für sich und ihre

Familie kaufen.

Es droht eine schwere Hungersnot

Im Norden Kenias lebt die ländliche Bevölkerung wie Sallo

mehrheitlich von der Vieh- und Landwirtschaft. Weil die

Heuschrecken alles kahl fressen, finden Kühe, Ziegen und

das andere Vieh kein Essen mehr. Auch Ernten könnten

vollständig vernichtet werden. Laut den Vereinten Nationen

könnte sich die Zahl der Heuschrecken bis Juni

noch um das 500-fache erhöhen. Die Ernährungs- und

Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen,

die FAO, geht davon aus, dass die Schwärme noch bis zum

Ende dieses Jahres Felder und Weideflächen vernichten

werden. Die Folgen der Plage werden also weitaus verheerender

sein, als sie es bereits sind. Schon jetzt leiden in

ganz Ostafrika etwa 20 Millionen Menschen an Hunger.

Es droht eine schwere Hungersnot.

Die Coronapandemie verschärft die Situation

Wie in den meisten Ländern gilt auch in Kenia seit Ende

März aufgrund der Coronapandemie eine eingeschränkte

Bewegungsfreiheit, wodurch die Situation vor allem für

die ohnehin arme Bevölkerung weiter verschärft wird.

Auch Sallo hat die Konsequenzen bereits bemerkt: „Diejenigen,

die Geld haben, kaufen Lebensmittel auf Vorrat.

Aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit sparen

die Menschen in meiner Nachbarschaft, die zuvor noch

andere unterstützt haben, jetzt das Wenige, das sie haben,

anstatt es weiterzugeben. Die Armen werden jetzt

vor Hunger sterben, wenn es keine Unterstützung von

außen gibt.“ Ebenso haben die Einschränkungen durch

das Coronavirus die Maßnahmen gegen die Plage verlangsamt,

es kam laut FAO zu Verspätungen bei der Einfuhr

von Equipment.

So hilft Malteser International

„Jetzt ist es wichtig, die Verluste der Menschen zu kompensieren.

Gemeinsam mit unserem lokalen Partner und

in Abstimmung mit der FAO zahlen wir an die besonders

Bedürftigen mithilfe des sogenannten M-Pesa-Systems

über Mobiltelefone Geld aus, damit sich die Menschen

selbst mit dem Lebensnotwendigsten versorgen können.

Außerdem unterstützen wir gemeinsam mit unserem lokalen

Partner, der Pastoral Community Initiative and Development

Assistance (PACIDA) die kenianische Regierung

und die FAO dabei, die Schwärme zu beobachten und zu

dokumentieren, welche Gebiete besonders betroffen sind.

Diese Daten sind wichtig, damit die Regierung die Schwärme

wirksam bekämpfen kann“, sagt Schömburg. Unterstützt

wird Malteser International vom Auswärtigen Amt.

Auch Sallo hat Geld von Malteser International erhalten

und konnte für sich und ihre Familie das Nötigste kaufen.

Malteser International ist das weltweite Hilfswerk

des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens für

humanitäre Hilfe. Die Organisation leistet in rund

100 Projekten in mehr als 20 Ländern Hilfe für

Menschen in Not, unabhängig von deren Religion,

Herkunft oder politischer Überzeugung. Die

christlichen Werte und die humanitären Prinzipien

der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden

die Grundlage der Arbeit.

www.malteser-international.org

DIE MALTESER 2/2020 45


MALTESERWELTWEIT

„ES IST WIEDER VIEL MÖGLICH

GEWORDEN“

Désirée Jebsen ist Hospitalier des Malteserordens in Hongkong. Ein Gespräch mit der fünffachen Mutter über die

Coronakrise und die andere Art des Helfens in einem gesetzlich stark reglementierten Land.

Von Katharina Stögner

Seit wann lebst Du in Hongkong?

Das sind jetzt schon 33 Jahre. Mein Mann stammt in

vierter Generation aus einer deutsch-dänischen Familie,

die vor 125 Jahren hier ein Handelshaus gegründet hat.

Ich bin nach Honkong übersiedelt, als wir geheiratet haben.

Unsere fünf Kinder sind hier aufgewachsen und als

Teenager in Internate nach Europa und Nordamerika gekommen.

Drei unserer Kinder haben fertig studiert und

arbeiten bereits. Eine Tochter studiert in London, und

eine hat gerade ihr Abitur hinter sich gebracht.

Wie hat COVID-19 in Deiner Wahrnehmung

begonnen?

Wir haben Ende Dezember 2019 von einer Grippe gehört,

die auf dem „Seafood Market“ in Wuhan ausgebrochen

sein soll. Hier in Hongkong ist die Aufmerksamkeit für

solche Nachrichten naturgemäß sehr hoch. Wer im Jahr

2003 die SARS-Epidemie miterlebt hat, rechnet immer

wieder mit einem neuen Virus.

Wie war dann der Verlauf?

Am 25. Januar 2020 war das chinesische Neujahrsfest.

Das ist das wichtigste Familienfest des Jahres, für das

viele Menschen quer durchs ganze Land reisen. Um eine

Masseninfektion zu vermeiden, wurde Wuhan schnellstmöglich

abgeriegelt und für Reisende aus China eine

14-tägige Quarantäne verhängt. In Hongkong wurden

sofort die Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen

geschlossen, Großveranstaltungen wurden abgesagt. Die

Geschäfte hielten allerdings offen.

Hatten die Menschen Angst oder gab es auch Stimmen,

die die Maßnahmen als unverhältnismäßig

kritisiert haben?

Wie überall wurden auch in Hongkong Toilettenpapier,

Schutzmasken und Desinfektionsmittel gehortet. Es gab

sogar einen Überfall auf einen Supermarkt, um Toilettenpapier

zu klauen. Wirklich kritisiert wurden die Maßnahmen

nicht. Natürlich wurde weniger Taxi gefahren, weniger

ausgegangen. Aber zum Erliegen ist das Leben nie

gekommen, weil man eben sehr früh eingegriffen hat.

Wie verlief die zweite Welle Anfang März?

Zahlreichen Hongkong-Bürgern, die im Februar nach Europa

oder Amerika geflüchtet waren, wurde klar, dass es

in Honkong viel sicherer ist. Viele kamen daher zurück.

Außerdem studieren sehr viele junge Hongkonger in Europa

und Amerika, wo Anfang März die Schulen und Universitäten

ebenfalls geschlossen wurden. Ich habe zu diesem

Zeitpunkt gerade noch Rückflugtickets für zwei meiner

Töchter ergattert. Die Flugzeuge waren brechend voll. Die

Leute reisten ungeprüft nach Honkong herein, und gerade

die jungen Leute gingen abends in die Bars und verbreiteten

so das Virus unkontrolliert. Dadurch stieg die Zahl

der Infizierten wieder an. Daher wurden dann die Bars und

Karaoke-Studios für vier Wochen geschlossen.

Wie werden die wirtschaftlichen Konsequenzen

eingeschätzt?

Die Folgen können noch nicht wirklich abgeschätzt werden.

Die Wirtschaft, die ja hauptsächlich auf chinesischen

Tourismus abzielt, hat schon in der Protestzeit vor der

Coronapandemie ziemlich gelitten. Erstaunlicherweise

ist die Wirtschaft dabei sich zu erholen, allerdings sind

noch viele Leute in Hongkong arbeitslos und das wird

wohl noch eine Zeitlang so bleiben.

Hongkong gilt in der Coronakrise international als

Vorzeigebeispiel – warum?

Es wurde von Anfang an eingegriffen, und es wurde eng-

46

DIE MALTESER 2/2020


XXXX

In Rio de Janeiro geboren und in Zürich aufgewachsen, lebt Désirée Jebsen seit mehr als 30 Jahren mit ihrem Mann

Hans Michael in Hongkong. Das Paar hat fünf Kinder, die in Europa und den USA zur Schule gehen oder studieren.

Désirée Jebsen ist Hospitalier des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens in Hongkong und engagiert sich in zahlreichen

Bildungsprojekten für junge Menschen und Menschen mit Behinderungen.

maschig kontrolliert. Außerdem ist das Gesundheitssystem

hervorragend, und es stehen genügend Intensivbetten

zur Verfügung.

Hat sich das Leben in Hongkong mittlerweile normalisiert?

Noch nicht ganz, aber es ist wieder viel möglich geworden.

Die Shoppingmalls sind nicht komplett leer, man geht in

die Büros zur Arbeit. Es wurden gleich zu Beginn der Pandemie

in vielen Unternehmen sogenannte A- und B-Teams

eingeführt. So muss im Falle einer Infektion nicht die ganze

Abteilung isoliert werden, sondern nur ein Teil.

Haben sich die Malteser in Hongkong mit Hilfsaktionen

engagiert?

Wir können uns in China – Hongkong gehört ja zu China

– nicht engagieren, da China sehr strenge Gesetze in

Bezug auf NGOs hat. Viele Dinge, die in anderen Ländern

gemacht werden, wie für ältere Nachbarn einkaufen gehen,

werden hier durch die Hausangestellten erledigt.

Medizinisch ist Hongkong sehr gut versorgt. Wir organisieren

wöchtenlich einen „Danceathon“ über die Onlineplattform

Zoom, weil die Wohnungen hier sehr klein sind

und gerade junge Menschen mit Behinderung ihre Wohnungen

nicht verlassen. Wir sind auch gerade dabei, gebrauchte

Computer zu sammeln. Nicht alle von den Kindern,

die wir in unserem Projekt betreuen, haben einen,

um den Schulunterricht online zu verfolgen.

Welchen Stellenwert hat der Glaube in Zeiten von

Corona?

Glaube und Religion spielen natürlich eine Rolle. Allerdings

laufen Zusammenkünfte für Messen und gemeinsame Gebete

nur über Video. Wir haben auch schon seit den Protesten

eine Rosenkranzgruppe, die jeden Abend für Hongkong

betet. Das hat sich jetzt auf das Thema Covid verlagert.

Hat sich im Denken der Menschen durch die Coronakrise

etwas verändert?

Das ist hier sicher weniger der Fall als in Europa. In Hongkong

ist es schon nach der großen SARS-Epidemie zu einer

Haltungsänderung gekommen.

Was wird sich nachhaltig und global durch die

Krise verändern?

Das Thema Gesundheit wird weltweit wichtiger werden.

Ich glaube aber auch, dass die Digitalisierung mit ihren

Möglichkeiten und Instrumenten eine noch größere Rolle

spielen wird als bisher.

Hat uns Corona auch etwas Positives gebracht?

Gerade in Hongkong haben die Menschen gelernt dass

die übliche Hektik vielleicht doch nicht die beste Lebensform

ist. Ich denke viele Menschen haben sich wieder auf

die traditionellen Werte wie Familienleben besonnen und

mehr Zeit mit Kindern und Eltern verbracht.

Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik

China. Mit mehr als sieben Millionen Einwohnern

auf rund 1.100 Quadratkilometern und einem bedeutenden

Wirtschafts- und Finanzsektor zählt Hongkong zu den

wichtigsten Städten der Welt. 95 Prozent der Einwohner

Hongkongs sind chinesischer Abstammung mit überwiegend

kantonesischer Muttersprache. Seit April 2019 machte

Hongkong immer wieder durch Proteste der Bevölkerung

gegen die chinesische Regierung auf sich aufmerksam.

DIE MALTESER 2/2020 47


RELIGIONAKTUELL

DIE PASTORAL IN

ZEITEN VON CORONA

Wie lässt sich das Miteinander von Gläubigen in Quarantänezeiten organisieren? Wie können sie trotz Ausgangsbeschränkungen

dennoch persönlich erreicht werden? Ein Praxisbericht.

Von P. Albin Scheuch

Am Anfang steht ein strukturierter Plan: In der wöchentlichen

Teamsitzung beraten wir über die vergangene

Woche, den Ist-Zustand und die Vorhaben für die

kommende Zeit. Jede Woche schreibe ich als Pfarrer

einen Brief, der an alle Pfarrgruppen per E-Mail ausgeschickt

wird. Diese verteilen ihn weiter. Auf diese

Weise erhalten sehr viele Menschen regelmäßig einen

geistlichen Brief und aktuelle Informationen aus der

Pfarre. Für Menschen, insbesondere ältere, die keinen

Internetzugang haben, werden die Unterlagen ausgedruckt

und direkt über die Hauspostkästen zugestellt.

So erreichen wir am Ende des Tages die gesamte

Pfarrgemeinde.

„Ihr habt uns nicht vergessen!“

Viel Aufwand? Ganz und gar nicht! Vor allem nicht, weil

die Reaktionen auf unsere Art, mit den Gläubigen in

der Gemeinde Kontakt zu halten, sehr positiv ausfallen.

Schon die Segnungsfahrten, etwa am Palmsonntag und

die Speisensegnung, sorgten für Gesprächsstoff im Ort.

Die Kirche ist präsent“, heißt es immer wieder, und:

„Ihr habt uns auch in dieser Zeit nicht vergessen.“ So und

ähnlich erfahren wir Zuspruch – nicht nur von den Mitgliedern

unserer Pfarre. Es kommen auch sehr erfreuliche

Reaktionen von Menschen außerhalb der Kirche.

Ebenso sprechen wir einige evangelische Christen damit

an, die auf unsere Briefe warten.

Kontakt über WhatsApp

Für die Erstkommunionskinder und die Firmkandidaten

haben wir uns eine andere Form des Kontakthaltens

überlegt: Wir erreichen sie am besten über die soziale

Plattform WhatsApp. Auf diesem Wege erhalten sie von

uns kleine Aufgaben, die sie regelmäßig lösen und dadurch

gut mit ihren Begleitern im Kontakt bleiben. Auch

hier kommt sehr positives Feedback. Es bestärkt uns, die

Pastoral in dieser Art weiterzumachen. Gleichzeitig freuen

wir uns, wenn „normale Begegnungen“ wieder uneingeschränkt

möglich werden.

P. Albin Scheuch ist Magistralkaplan im Souveränen Malteser-Ritter-

Orden und Moderator der Pfarrgemeinde Mannersdorf/Leithagebirge

48

DIE MALTESER 2/2020


RELIGIONAKTUELL

SELIGPREISUNGEN ALS WEGWEISER

Das Streben nach Glück ist zutiefst menschlich. Doch es besteht nicht darin, dass alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen, wohl

aber alle Verheißungen Gottes.

Ich finde es durchaus passend, über den Zusammenhang

von irdischem Glück und himmlischer Seligkeit nachzudenken,

und zwar gerade auch dann, wenn wir auf die

Worte der Bergpredigt hören. Bei Lukas sind die Seligpreisungen

in der sogenannten Feldrede ein wenig anders

als bei Matthäus überliefert. Während Jesus nach der lukanischen

Überlieferung die materiell Armen seligpreist,

handelt es sich nach Matthäus um die Armen im Geiste,

also die Mutlosen, Verzweifelten, aber auch Demütigen.

Geistliches und Materielles

Bei Matthäus beobachten wir einen Hang zur Spiritualisierung

der Seligpreisungen. Dennoch dürfen auch bei ihm

das Geistliche und das Materielle nicht auseinandergerissen

werden. Die Seligkeit derer, die Jesus glücklich preist, soll

doch auch ganz irdisch erfahrbar sein, heißt es doch, dass

die Friedfertigen die Erde besitzen werden und dass die nach

Gerechtigkeit Hungernden satt werden. Und so ist auch das

Himmelreich, das Jesus denen verheißt, welche um der Gerechtigkeit

willen verfolgt werden, nicht im Jenseits angesiedelt,

sondern es umfasst auch das Diesseits.

Auf der Schattenseite des Lebens

Luther übersetzt das griechische Wort makarios mit „se-

lig“. Aber das Wort bedeutet im Griechischen eigentlich

soviel wie glücklich. Darum kann man die Seligpreisungen

auch so übersetzen: „Glücklich sind“ oder „glücklich

zu schätzen sind diejenigen, die …“ Das Streben nach

Glück ist zutiefst menschlich, und es findet bei Jesus

eine provozierende Antwort. Er preist nicht die Reichen,

Schönen und Berühmten glücklich, sondern diejenigen,

die scheinbar auf der Schattenseite des Lebens stehen,

die Armen und die Leidtragenden. Nicht die Mächtigen,

sondern die Friedfertigen wie auch diejenigen, die unter

Unrecht und Gewalt leiden und um der Gerechtigkeit

willen verfolgt werden. Nicht diejenigen, die mit allen

Wassern gewaschen, sondern die reinen Herzens sind.

Nicht die Gerechtigkeitsfanatiker und Besitzstandswahrer,

sondern die Barmherzigen.

Ernsthafte Zusagen

Bei Jesus heißt es auch nicht, dass jeder seines Glückes

Schmied sei. Das ist die Umwertung aller Werte, die

in unserer Gesellschaft hoch im Kurs stehen. Wer nur

mit halbem Ohr hinhört, mag Jesus für zynisch halten.

Den Armen und Leidtragenden, den um der Gerechtigkeit

willen Verfolgten auch noch „Herzlichen Glückwunsch“

zuzurufen, wirkt verstörend. Und klingen die

DIE MALTESER 2/2020 49


GELESENEMPFOHLEN

Verheißungen, die Versprechungen,

die ihnen Jesus macht, nicht nach

billiger Vertröstung? Das sind Jesu

Worte keineswegs. Wie ernst es ihm

mit seinen Zusagen ist, hat er durch

seinen Weg ans Kreuz unter Beweis

gestellt.

Am Glück Gottes teilhaben

Die Seligpreisungen sind kein Ratgeber,

keine Anleitung zum Glück,

wie man sie als Dutzendware in

den Buchhandlungen finden kann.

Aber sie zeigen doch die Richtung

an, die unser eigenes Leben nehmen

muss, wenn wir an dem Glück teilhaben

wollen, dessen Inbegriff Gott

selbst ist. Das von ihm zu erwartende

Glück ist und bleibt eine unverfügbare

Gabe. Es besteht nicht

darin, dass alle unsere Wünsche in

Erfüllung gehen, wohl aber alle Verheißungen

Gottes. Wer dem Bergprediger

nachfolgen will, der kreist

nicht ständig um die Frage, was einen

selbst glücklich macht, sondern

was ich dazu beitragen kann, dass

andere glücklich werden und ihnen

geholfen wird. Wer bei Jesus in die

Schule des Glaubens geht, der lernt,

in erster Linie nicht zu fragen, wie

er getröstet werde, sondern wie er

andere trösten und aufrichten kann.

Auf Grundlage des Textes von

Ulrich H. J. Körtner.

Er ist Professor für Reformierte

Theologie an der Evangelisch-

Theologischen Fakultät der Universität

Wien und Ordenspfarrer der

österreichischen Kommende des

Johanniterordens.

VON A WIE

ADAM BIS V

WIE VER-

KÜNDIGUNG

Wir alle wollten doch immer schon mehr über die Bibel wissen. Konrad Schmid

von der Universität Zürich und Jens Schröter von der Humboldt-Universität in

Berlin liefern uns dieses Mehr-Wissen auf äußerst anschauliche, gut zu lesende

Weise.

Von Richard Mischak

In acht Kapiteln erfahren wir, wie aus Erzählungen, Gesetzen und Weisheitssprüchen

sowie aus Briefen an frühchristliche Gemeinden und Erzählungen

über Jesus „heilige Schriften von Juden und Christen“ hervorgingen, die

heute überall in der Welt verwendet werden. Die Bedeutung der Bibel liegt

vor allem auf der Verkündigung, nicht auf der Genauigkeit historischer Details.

Die Bibel ist eine religiöse Botschaft, sie ist im Laufe von Jahrhunderten

zur heutigen Gestalt geworden. Den Autoren kommt es darauf an, die

Entstehungsgeschichte, den Wachstumsprozess der Schriftensammlung zu

erhellen.

Die Einheit der Kirche sichern

Im ersten Kapitel erklären uns die Autoren, dass die biblischen Schriften

nicht als kanonische Texte verfasst worden sind. Kanon steht als Bezeichnung

für die Regeln des Glaubens, als „Maßstab des christlichen Lebens“. In

der Synode von Laodicea wird jedoch beschlossen, dass in der Kirche nur die

„kanonischen Bücher des AT und NT“ gelesen werden dürfen. Damit sollen

die Einheit der Kirche und ihre Lehre gesichert werden. Im zweiten Kapitel

sind Fundstücke biblischer Textstellen genauer beschrieben. Aus diesen in

verschiedenen Sprachen verfassten Stellen, auch unterschiedlichen Alters,

lässt sich auf die Verbreitung der Religionen schließen.

Neuer Zugang zur Bibel

Am Anfang der christlichen Bibelübersetzungen steht die Septuaginta – eine

jüdische Übersetzung hebräischer Schriften ins Griechische, die in Alexandria

(Ägypten) entstand. Die Vulgata (lat. für volkstümlich) griff auf die

50

DIE MALTESER 2/2020


GELESENEMPFOHLEN

hebräischen Originaltexte zurück. Bis zum Mittalalter

existierte die Bibel in Form mehrerer Bücher. Erst die Reformation

des 16. Jahrhunderts eröffnete einen gänzlich

neuen Zugang zur Bibel und deren Auslegung.

Biblische Kunst

Das letzte Kapitel des Buches ist der Darstellung und

Rezeption der Bibel in unterschiedlichen religiösen und

kulturellen Zusammenhängen gewidmet. Biblische Figuren

und Szenen fanden Eingang in die bildende Kunst als

Mosaike, Skulpturen oder Wandmalereien und Fresken.

Einige der schönsten – etwa Michelangelos Erschaffung

Adams im Vatikan, Caravaggios Opferung Isaaks und Leonardo

da Vincis Abendmahl in Mailand – sind auf den

letzten Seiten dargestellt.

Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel – Von

den ersten Texten zu den heiligen Schriften, C.H.Beck- Verlag,

ISBN: 978-3-406-739460, 32,90 Euro

DIE BESTEN TIPPS ZUR

PFLEGE DES KIRCHLICHEN

KULTURERBES

Auch Kirchen und Klöster brauchen zeitgemäßes, gut durchdachtes „Facility Management“,

wenn sie als wertvolle Kulturgüter erhalten bleiben sollen.

Von Karin Mayer

Auf 184 Seiten gibt das neue Handbuch „Schöne Kirche“

für Verantwortliche in Klöstern und Kirchen praktische

Hilfe und Anleitung zur sachgemäßen Pflege

von sakralem Kunst- und Kulturgut. Konkret erfahren

Interessierte alles Relevante über die richtige Raumtemperatur

in Gotteshäusern, unerwünschte Gäste

wie Holzschädlinge, den korrekten Umgang mit abgebrochenen

Teilen, wirksame Möglichkeiten zur Diebstahlsicherung

oder auch den richtigen Einsatz von

Blumenschmuck. Hier gilt grundsätzlich: „Weniger ist

mehr!“, und in der Fastenzeit ist überhaupt gänzlicher

Verzicht passend.

Nachhaltigkeit in der Kirche

Insgesamt 20 Kapitel befassen sich mit allen wichtigen

Fragen rund um die Themen Kirchenreinigung, Lagerung

und Ordnung, Elektrik und Sicherheit oder auch

Kontrollgang im Kirchengebäude. Ein eigenes Kapitel ist

der „Schöpfungsverantwortung“ gewidmet. Es enthält

kluge und einfach umsetzbare Anregungen zu Energienutzung,

Müllvermeidung, Natur- und Tierschutz sowie

ökosozialem Einkauf.

Pflegehandbuch der anderen Art

Das reich bebilderte erste österreichweite Pflegehandbuch

für kirchliches Kunst- und Kulturgut richtet sich

in erster Linie an die 25.000 fast durchwegs ehrenamtlich

tätigen Sakristane, Mesner, Kirchenpfleger und

Wirtschaftsverantwortlichen. Herausgeberin ist die „Arbeitsgemeinschaft

der Kirchlichen KonservatorInnen

Österreichs“ im Auftrag der Bischofskonferenz und der

Ordenskonferenz. Mitwirkende waren auch die diözesanen

Bauämter, das Bundesdenkmalamt und die Mesnergemeinschaft.

Schöne Kirche, in Zusammenarbeit der Kirchlichen Konservator-

Innen Österreichs, 184 Seiten mit 192 farbigen Abbildungen, Grafiken

und Checklisten, ISBN 978-3-901810-47-3, 28 Euro, zu beziehen

beim Verlag Diözesanmuseum Graz, www.dioezesanmuseum.

at, C.H.Beck- Verlag, ISBN: 978-3-406-739460, 32,90 Euro

DIE MALTESER 2/2020 51


TAGEBUCH

URLAUB IN EINEM RICHTIGEN SCHLOSS

Seit 29. Mai ist es so weit: Das Schlosshotel Mailberg hat wieder geöffnet und bietet Erholungsuchenden ein idyllisches

Plätzchen für einen Kurzurlaub mit köstlichem Essen und feiner Weinbegleitung.

Während des allgemeinen Lockdowns war es ungewöhnlich

still rund um das Schloss. Bloß das Quaken der Frösche

und das Gezwitscher der Vögel war zu hören, die

Luft wirkte irgendwie reiner als zuvor, und die Sterne

waren abends so klar zu sehen wie kaum zuvor – fast

unwirklich! Doch seit 29. Mai tut sich wieder etwas. In

Von Alexandra Reisinger

Vielfalt auf den zweiten Blick

Schlosshotel Mailberg im Weinviertel, das zwischen Retz

und Laa an der Thaya, umrandet von hügeligen Weinbergen

liegt, bietet seinen Gästen eine wunderschöne Landschaft

für traumhafte Radausflüge, Wanderungen und

Spaziergänge. In den Kellergassen lässt sich so manches

den Gärten und auf den Straßen sind Stimmen zu hören,

Kinder spielen auf den Spielplätzen, Menschen stehen

beisammen und unterhalten sich – mit gebührlichem

Abstand natürlich.

Alles frisch und noch besser

Auch im Schlosshotel Mailberg ist wieder Betrieb, nachdem

alles für den zweiten Start in diesem Jahr vorbereitet

wurde. „Wir haben die Zimmer auf Hochglanz

gebracht, die Gartenmöbel frisch gestrichen und in

Grüppchen aufgestellt, und die Vinothek mit den „neuen“

Weinen bestückt. Jetzt freuen wir uns sehr über die

ersten Gäste, die kurz nach der Wiedereröffnung schon

den Weg zu uns gefunden haben“, sagt Hotelchefin

Alexandra Reisinger.

gute Achterl – oder auch zwei – trinken. Hier finden sich

versteckte schöne Plätze, und man wundert sich nachgerade,

wie vielfältig die Gegend ist. Manchmal ist dies

eben erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

SCHÖNER WOHNEN, MEHR GENIESSEN

Mit seinen 21 Zimmern ist Schlosshotel Mailberg nicht

nur Rückzugsort für seine Gäste, sondern auch ein Ort,

an dem man genießen kann.

Spezielle Angebote, Packages und Veranstaltungen:

www.schlosshotel-mailberg.at

Buchungen:

E-Mail: reservierung@schlosshotel-mailberg.at,

online: www.schlosshotel-mailberg.at oder

telefonisch +43 2943 30301

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DIE MALTESER 2/2020


Who’s who?

50 JAHRE BEREICH TIROL/VORARLBERG

Am 27. Juni 2020 – exakt 50 Jahre nach der ersten Aufnahme

am 27. Juni 1970 in Innsbruck – hätte die feierliche

Aufnahme in den Orden und seine Werke, sowie

der Festakt zu 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg in der

Basilika Wilten stattfinden sollen. Aufgrund der aktuellen

Regelungen kann ein derart großes Fest leider nicht

abgehalten werden. Da wir aber absolut überzeugt sind,

dass wir diese Erfolgsgeschichte nicht einfach an uns vorüberziehen

lassen können, wird dieses Fest um ein Jahr

verschoben. Der genaue Termin für die nächstjährige

Aufnahme ist bei Redaktionsschluss noch nicht bestätigt,

dennoch können wir jetzt schon bekanntgeben, dass die

Feierlichkeiten im Rahmen der nächsten Aufnahme im

Juni 2021 in Innsbruck stattfinden werden. Besonders

stolz sind wir darauf, dass immer noch Gründungsmit-

glieder in unserer Gemeinschaft aktiv im Dienstbetrieb

tätig sind.

Terminaviso/Terminverschiebung:

Aufnahme und Festakt zum Jubiläum finden voraussichtlich

am 26. Juni 2021 in Innsbruck statt.

GEWINNSPIEL – Who’s who?

Wer auf dem Foto der ersten Aufnahme alle Aufgenommen

wiedererkennt, darf sich über ein kleines

Geschenk der Bereichsleitung Tirol/Vorarlberg freuen.

Einsendungen bitte bis 1. August 2020 an Malteser

Tirol/Vorarlberg, Leopoldstraße 41, 6020 Innsbruck

oder per E-Mail an tirol@malteser.at. Ausgenommen

vom Gewinnspiel sind damals Aufgenommene.

AUSGEZEICHNET!

Im Rahmen der Sonntagsmesse am 8. März 2020 in der Pfarrkirche von

Mailberg durfte Malteser-Prokurator Bailli Norbert Salburg-Falkenstein

eine Ehrung der ganz besonderen Art vornehmen: Unter großem Applaus

der anwesenden Gottesdienstbesucher überreichte er dem Ehepaar

Walter und Anna Gogl die Verdienstmedaille in Silber des

Großpriorats von Österreich. Schon seit vielen Jahren erbringt das Ehepaar

Tag für Tag ihre treuen Dienste für die inkorporierte Pfarrkirche Mailberg.

Ende April bedankten sich Walter und Anna Gogl mit einer wunderschönen,

handgeschriebenen Postkarte bei Pfarrer Christoph Martin: „Im Mai

sind es 2.000 Mal, dass ich die Kirche auf- und zusperre. Wir haben mit der

silbernen Medaille für außerordentliche Verdienste eine besonders große

Freude.“ Wir gratulieren und freuen uns von Herzen mit!

DIE MALTESER 2/2020 53


TAGEBUCH

DAS UNODC YOUTH FORUM 2020

Das UNODC Youth Forum wurde 2012 ins Leben gerufen und ist jetzt eine jährliche Veranstaltung, die mit Unterstützung

der Ständigen Beobachtermission des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens am Rande der 63. Sitzung der

Commission on Narcotic Drugs (CND) bei den Vereinten Nationen in Wien organisiert wird. Anfang März 2020 kamen

wieder 50 junge Menschen aus allen Kontinenten drei Tage in Wien zusammen, um sich zu sensibilisieren, Erfahrungen

auszutauschen und neue Ideen und Möglichkeiten zur Prävention von Drogenmissbrauch zu finden. Der

jüngeren Generation soll damit die Möglichkeit des Einflusses auf jene Politik gegeben werden, die vor allem auch

ihre Zukunft beeinflusst.

Von Emma Steeb

Ich durfte dabei sein und freute mich auf die Gelegenheit,

mich mit Gleichaltrigen über das so wichtige Thema auszutauschen.

Schon am Vortag nützte ich die Gelegenheit

der Vor-Akkreditierung und erhielt den notwendigen Sicherheitsausweis,

um das UNO-Gebäude zu betreten.

Am nächsten Tag betraten wir durch die Sicherheitsschleuse

und über den weiten Vorplatz schließlich das UNO-Gebäude,

das mich in seinem Ausmaß überraschte. Überall

sah man Diplomaten und Mitarbeiter sowie Teilnehmer an

den zahlreichen gleichzeitig stattfindenden Konferenzen

durch die Gänge eilen und in der großen runden Eingangshalle

wurden gerade Präsentationen zu den zahlreichen

Themen der Foren und Meetings aufgebaut.

Pünktlich wurden wir im Konferenzraum von Ghada

Fathi Waly, Exekutivdirektorin des UNODC und Ge-

neraldirektorin des Büros der Vereinten Nationen in

Wien begrüßt. Fathi Waly erinnerte daran, dass weltweit

35 Millionen Menschen von Drogenmissbrauch

betroffen sind und dass jedes Jahr eine halbe Million

Menschen daran sterben. Diese erschreckenden Zahlen

machten mir erst das gewaltige Ausmaß des weltweiten

Drogenmissbrauchs bewusst.

Die Exektutivdirektorin wies auf die große Bedeutung

hin, Jugendliche in die Nachhaltigen Entwicklungsziele

(Sustainable Development Goals) mit einzubeziehen

und dankte den unterstützenden Vertretungen.

Botschafter Michail Uljanow, Ständiger Vertreter der

Russischen Föderation, betonte den wichtigen Beitrag

des Jugendforums zu den internationalen Bemühungen

des CND zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs.

54

DIE MALTESER 2/2020


TAGEBUCH

Botschafter Professor Günter A. Granser, ständiger Beobachter

des Souveränen Malteserordens, ermutigte

uns in seiner enthusiastisch vorgetragenen Erklärung

„Botschafter des guten Willens für eine friedliche und

nachhaltigere Zukunft für die heutigen und zukünftigen

Generationen“ zu sein. Anschließend übergab Botschafter

Granser der Exekutivdirektorin des UNODC den Unterstützungsbeitrag

der Ständigen Vertretung zur Jugendinitiative.

Hiernach begann die Gruppenarbeit und wir diskutierten

neue Methoden zur Bekämpfung von Drogenmissbrauch

und die Effektivität verschiedener Maßnahmen

und Strategien zum Beispiel in Schulen.

Am letzten Tag finalisierten wir unser Statement für die

Plenarsitzung und konnten die vorbereitete Erklärung

persönlich dem Plenum vortragen.

Es war wunderbar, so viele fantastische junge Menschen

kennenzulernen und dabei zu helfen, neue Strategien für

unseren Kampf gegen Drogenmissbrauch zu entwickeln.

Gerade die Jugend sollte öfter zu diesem wichtigen Thema

gehört werden.

Basenretreats

FASTEN | YOGA | MEDITATION

Eine Auszeit für Körper, Geist und Seele

ausgebucht

• 6 Übernachtungen im Schloss hotel Mailberg

• 7 Fastentage (Basensuppen, Gemüse- und Obstsäfte, Tees)

• 2x täglich Yogatraining (Hatha-Yoga und Yin-Yoga für Anfänger

und für Fortgeschrittene)

• 1x täglich Abendmeditation I Pranavama (Atemübungen)

www.schlosshotel-mailberg.at

2020 Juni: 21.06.– 27.06. Basenretreat im

Juli: 28.06.– 04.07. Schlosshotel Mailberg

Aug.: 23.08.– 29.08. Ab Euro 830 pro Person

Sept.: 13.09.–19.09., Anmeldung unter

Okt.:

20.09.–26.09. philippa@basenbox.at

11.10.–17.10. DIE MALTESER 2/2020 55

18.10.– 24.10. www.basenbox.at


TAGEBUCH

ERINNERUNGEN

DIGITALE LOURDES-WALLFAHRT 2020

Auf der Website der MALTESER unter www.malteser.at/malteser-lourdes-wallfahrt-

2020-tag-5/ steht für jeden Tag der Wallfahrt ein eigens produziertes Video zur Verfügung.

„BEHÜTE MICH GOTT“

Unter diesem Titel stand im Jahr 2020 die Pilgerreise nach Lourdes. Allerdings: Aufgrund der COVID-19-Pandemie

konnte sie nur virtuell stattfinden.

Von Mesi Richter

Lourdes ist ein ganz besonderer Ort, vor allem für Kranke

und Menschen mit Behinderung. Und gerade heuer,

gerade in diesen Zeiten der Krankheit und der Zurückgezogenheit,

ist es nicht möglich, die sehnsüchtig erwartete

Reise anzutreten. Zum ersten Mal, nach 61 Lourdes-

Wallfahrten, müssen wir sie in der gewohnten Form

ausfallen lassen. Jedoch haben wir uns entschieden, allen

Gläubigen und Interessierten eine virtuelle Pilgerreise zu

ermöglichen. Sie sollen auf diese Art und Weise die Chan-

ce haben, Gemeinschaft zu leben, gemeinsam zu beten

und Stärkung zu erfahren.

Diese virtuelle Pilgerreise ist auch unserem kürzlich

verstorbenen Großmeister, Fra’ Giacomo Dalla Torre

del Tempio di Sanguinetto, gewidmet. Sein erster

Einsatz als Großmeister war 2018 die Begleitung der

60. Lourdes-Wallfahrt gewesen. Wir werden ihn sehr

vermissen.

GEWIDMET DEM VERSTORBENEN GROSSMEISTER, FRA’ GIACOMO DALLA TORRE DEL TEMPIO DI SANGUINETTO

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DIE MALTESER 2/2020


RUNDSCHAU

INTEGRATIONSHILFE DIGITAL:

DIENST AM NÄCHSTEN IN ZEITEN VON CORONA

Das Team der MALTESER Integrationshilfe hat sein Angebot zur Gänze digitalisiert. Damit stehen auch weiterhin individuelle

Sprachtrainings und Einzelunterricht mit Jobcoaching zur Verfügung.

Von Martina Koja und Markus Kirchschlager

Auch in Zeiten von Corona können wir unseren Dienst am

Nächsten leisten. Nur eben anders – digital. Das Team der

Malteser Integrationshilfe hat den Dienst nun zur Gänze

digitalisiert. So werden individuelles Sprachtraining und

Einzelunterricht gemeinsam mit Jobcoaching angeboten.

Eine Krise ist immer auch eine Chance. Wir werden das

Angebot unseres Dienstes konsequent weiter ausbauen

und verstärkt auf digitale Treffen setzen. So können wir

auch in Tagen der Coronakrise zusammenhalten und für

unsere Teilnehmer da sein.

Videocalls und Webmeetings sind innerhalb weniger Wochen

zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wie gut

sie funktionieren, zeigt das Beispiel von Nour Kourdi, einer

syrischen Ärztin aus Aleppo.

Promovierte Hautärztin mit Praxis

Kourdi hat 1994 die Ausbildung zur Dermatologin beendet,

war danach Fachärztin mit eigener Praxis und arbeitete

auch in einer Laserpraxis mit. Ihr Mann war Eigentümer

einer Textilmaschinenfirma, die er bis 2012 führen

konnte. 2013 verlangten Fundamentalisten, er müsse

zum Islam konvertieren. Der Familienvater verbrachte

zwei Jahre in großer Angst. 2015 kam die Familie nach

Wien. Nour Kourdi begann intensiv Deutsch zu lernen.

Ihr Ärztediplom wurde 2019 nostrifiziert. Die Medizinerin

ist Mutter von drei Töchtern. Ihre Älteste macht eine

Facharztweiterbildung in Deutschland, die beiden jüngeren

Töchter studieren Ernährungswissenschaften und

Pharmazie in Wien.

Ein erstes, noch persönliches, Treffen mit Frau Kourdi

fand im Februar 2020 statt. Wir lernten eine ungemein

sympathische, Französisch sprechende Dame kennen, die

bei den Soeurs Franciscaines missionnaires de Marie erzogen

wurde. Sie fragte, ob wir sie bei der Vorbereitung

zur Ärztekammerprüfung am 26. März 2020 unterstützen

könnten. Die Kosten für die Prüfung beliefen sich auf

fast 1.000 Euro. Sollte sie denn dieses Risiko eingehen?

Lernhilfe über „Facetime“

Wir waren sicher: Mit unserer Hilfe würde es diese starke

und mutige Frau schaffen. Wir starteten mit einem Lernmarathon,

in dem wir uns den Stoffkatalog für die Prüfung

vornahmen. Ein Glück, dass dann die Prüfung auf

den 9. Juli verschoben wurde. So gewannen wir zusätzlich

Zeit für die gemeinsamen Lerneinheiten. Sie fanden

zweimal pro Woche via Facetime, einer beliebten Social-

Media-Plattform, statt. Über diesen Austausch konnte

Frau Kourdi enorm an Sicherheit und Ausdrucksvermögen

gewinnen. Wir freuen uns schon, wenn wir unsere

„Schülerin“ wieder persönlich für eine gemeinsame Feier

treffen dürfen. Denn eines steht fest: Auch wenn digitale

Lösungen viel Neues und Gutes ermöglichen, so können

sie den persönlichen Kontakt nicht ersetzen.

Kontakt: Malteser Integrationshilfe

E-Mail: jobnetzwerk@malteser.at

Facebook: Gruppe Malteser Integrationshilfe

Deutschkurs

DIE MALTESER 2/2020 57


TAGEBUCH

WIR TRAUERN UM


+ 08. 03. 2020

Gabriel Maria Hofstätter

Magistralritter

Gabriel wurde 1957 in Wien geboren. Er ist bei den

Schulbrüdern in Strebersdorf zur Schule gegangen und

in Wien aufgewachsen. Seine Familie gehört zu den bekanntesten

Antiquitätenhändlern und hat sich international

mit mittelalterlicher Kunst einen Namen gemacht.

Gabriel ist dieser Tradition treu geblieben. 1987 ist er

zum Malteser Hospitaldienst gekommen und wurde als

Magistralritter in den Orden aufgenommen. In zahlreichen

Einsätzen hat er jahrzehntelang im Geist der

Malteser gegen die acht Elende gekämpft. So hat er das

Wildwassercamp ins Leben gerufen, den Hochwassereinsatz

2002 in der Wachau geleitet und war lange als

Sprecher der Altmitglieder und im Vorstand des Aids-

Dienstes tätig. Besonders beeindruckend war seine Hilfe

während des Jugoslawien-Krieges, wo er einen Zug mit

mehr als 1.000 Flüchtlingen aus dem Kriegsgebiet nach

Österreich organisierte. Dafür wurde er mit dem Goldenen

Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Gabriel hat uns alle mit seinem Enthusiasmus

stets begeistert und mitgerissen. Wir werden seine gläubige

Tatkraft vermissen. Er ist unerwartet im Alter von

62 Jahren von uns gegangen.

Aufgrund der noch immer strengen Regeln für Gottesdienste und Versammlungen

wird die Seelenmesse für Gabriel Maria Hofstätter auf Dienstag, 13. Oktober 2020,

um 19.00 Uhr im Stephansdom verschoben.

+ 13. 03. 2020

Gabriele Hoffmann von Rumerstein

Ehren- und Devotionsdame

+ 27. 03. 2020

Blechinger Franz

Arzt im Malteser Hospitaldienst Austria

+ 01. 04. 2020

Heinrich Graf von Schönfeldt

Ehren- und Devotionsritter

+ 29. 04. 2020

Fra’ Giacomo Dalla Torre Del Tempio

Di Sanguinetto

80. Fürst und Großmeister

Lesen Sie den Nachruf am Beginn des Heftes

+ 28. 05. 2020

Maria Ildephonsa (Marilda)

Gräfin von Thun-Hohenstein

geb. von Dahmen, Ehren- und

Devotions-Großkreuzdame

Wir trauern um Marilda Thun-Hohenstein, ein wahres

Malteser-Urgestein“. Viel haben wir ihr zu verdanken,

machte sie sich doch in mehreren Werken des Ordens in

leitenden Funktionen überaus verdient. 1977 übernahm

sie die Leitung des Malteser Betreuungsdienstes und prägte

diesen mehr als 20 Jahre lang. Es ist ihr Verdienst, dass

sich so viele Damen und Herren dem Dienst und der Betreuung

von behinderten, alten, kranken und einsamen

Menschen anschlossen. Einige Jahre lang wirkte sie daneben

als Damenleiterin des Malteser Hospitaldienstes, viele

junge Mitglieder gingen durch ihre „strenge“ Schule. Mit

großem Eifer widmete sich Marilda Thun-Hohenstein zudem

in der Planungs- und Errichtungsphase dem neuen

Malteser Hospiz (später „Haus Malta“) und blieb hier bis

1990 hilf- und segensreich tätig. 1987 in den Orden aufgenommen,

folgte für ihren verdienstvollen ehrenamtlichen

Einsatz bereits 1991 die verdiente Rangerhöhung zur

Ehren- und Devotions-Großkreuzdame. Liebevoll betreut

von ihren Kindern und Enkelkindern blieb sie bis zuletzt

dem Orden eng verbunden und zeigte reges Interesse an

seinen Werken.

+ 18.06. 2020

Rosa Strickner

Langjährige Betreute des Bereiches Tirol/Vorarlberg

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DIE MALTESER 2/2020

R.I.P.


ÜBERBLICK

Termine 2020

Aufgrund der sich laufend ändernden gesetzlichen Maßnahmen im Zusammenhang

mit der COVID-19-Pandemie ersuchen wir Sie ausnahmsweise, alle aktuellen Termine

dem Kalender unserern Webseiten zu entnehmen:

www.malteserorden.at/veranstaltungen/kalender

www.malteser.at/kalender-monatslistenansicht/

Wiederkehrende Termine

Malteserkirche, Kärntner Straße 37, Wien

„Montag bei den Maltesern“ Heilige Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt, 12 Uhr

Heilige Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16 Uhr

KONTAKT

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

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MALTESER Austria

Bundeszentrale

Mag. Manuel Weinberger

T: +43 1 512 53 95

E: zentrale@malteser.at

I: www.malteser.at

Malteser International

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

I: www.malteser-international.org

MALTESER Care

Helmut Lutz

T: +43 1 361 97 88 Fax 50

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)

E: office@mcr.or.at

I: www.malteser.care

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Olivier Loudon, Mag. Petra Hellmich, MA

T: +43 7472 98201

E: office@malteser-kinderhilfe.at

I: www.malteser-kinderhilfe.at

Haus Malta

Dir. Bogdan Norbert Bercal

T: +43 1 597 59 91

E: hausmalta@malteser.at

I: www.hausmalta.at

Johannesgemeinschaft

Oktavian Eiselsberg

T: +43 1 512 72 44

E: info@jg-online.at

I: www.jg-online.at

INDIVIDUELLE PFLEGE

UND BETREUUNG

IM EIGENEN ZUHAUSE

MALTESER Care ist seit vielen Jahren als kompetenter

Partner für Familien in ganz Österreich tätig. Wir

bieten bestmögliche Pflege- und Betreuungsleistungen

zu Hause an. Unsere diplomierten Gesundheits- und

Krankenpflegepersonen beraten Sie gerne.

Details zu unseren Leistungen unter

+43 1 361 97 88 • office@malteser.care

www.malteser.care

DIE MALTESER 2/2020 59


MUSIKVEREIN BRAHMS-SAAL | 17. SEPT. 2020, 19.30 UHR

BENEFIZKONZERT

GEMEINSCHAFT LEBEN.

REINECKE | TAKTAKISHVILI | BACH | PROKOFIEFF

Foto Musikverein: Clemens Pfeiffer | commons.wikimedia.org

Fotos Andrej Grilc

TEMO KHARSHILADZE, Flöte | KETEVAN SEPASHVILI, Klavier

Moderation: URSULA MAGNES

Tickets: benefizkonzert@malteser.at oder www.musikverein.at

Der Reinerlös kommt der Errichtung des MALTESER Ordenshauses zugute – Gemeinschaft leben. Für ein würdevolles Leben im Alter. www.ordenshaus.at

www.malteserorden.at

Malteser_Konzert-Ins210x180_0620.indd 1 08.06.20 10:49

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Johannesgasse 2, 1010 Wien

Katharina Stögner

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90

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DIE MALTESER 2/2020

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