Der Harz_07_20

Harzdruckerei
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Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 07_2020

Harzklub hilft dem

Harzer Wald

Seite 4

Die verborgene

Welt in den Fichtennadeln

Seite 13

Vor 125 Jahren:

Gewerbeschau in

Elbingerode Seite 18

www.harzklub.de


Wichtiger Hinweis!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Urlauber,

die aktuelle Viruslage mit der Corona-Epidemie zwingt viele

Veranstalter dazu, alle Veranstaltungen unter Vorbehalt zu

planen. Wir hoffen trotzdem darauf, dass sich danach die

Situation wieder bessert. Bis zum Redaktionsschluss ist der

Harz eines der weniger betroffenen Gebiete Deutschlands.

Wenn die eingeleiteten Schutzmaßnahmen weiter greifen,

kann das von Vorteil sein und im günstigen Fall zu einer baldigen

weiteren Entspannung der Lage führen.

Bitte beachten Sie, dass die Situation täglich neu bewertet

wird und informieren Sie sich über Veränderungen. Wir

appellieren an den solidarischen Zusammenhalt unserer

lebens- und liebenswerten Region, um optimistisch in die

Zukunft blicken zu können.

Die aktuelle Lage der Erreichbarkeit und Öffnung einzelner

Ausflugsziele und der Gastro nomie wie auch des Veranstaltungsangebots

erfahren Sie am schnellsten im Internet. Bitte

nutzen Sie diese Möglichkeit, bevor Sie irgendwelche Unternehmungen

planen.

Erstes

Köhlereimuseum

Deutschlands!

GUT BRAND!

Köhlerei Köhlerei live erleben

Köhlerei-Museum Tradition & Entwicklungsgeschichte

Köhlerhütte Essen- und Trinken nach Köhlerart

Köhlerladen Harzer Buchenholzkohle & Spezialitäten

Spielplatz Streichelzoo & Aktionen für Kinder

38899 Hasselfelde | Telefon 039459. 72254 | www.harzkoehlerei.de

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Solange es keine gegenteiligen Verfügungen gibt, seien das

umfangreiche Wanderwegenetz im Harz und die Stempelstellen

der Harzer Wandernadel erwähnt, die sicher eine gute

Empfehlung in Zeiten von nicht erwünschter Zusammenkunft

zu vieler Personen sind.

Das Team der Harzdruckerei

Harzdruckerei für den Harz,

stark für die Region.

Max-Planck-Str. 12/14. Telefon 0 39 43 / 54 24 0.

info@harzdruckerei.de. www.harzdruckerei.de.

ab sofort

bei uns

erhältlich

Dornbergsweg 21 | 38855 Wernigerode | Tel. 03943 408040-0 | werbehaus@harzdruckerei.de


EDITORIAL

Impressum

Herausgeber:

Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund

Am Alten Bahnhof 5a

38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon 05323 81758

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www.harzklub.de

Redaktion:

Christoph Steingaß

Redaktionskollegium:

Matthias Bein (Haupt pressewart),

Michael Rudolph (Stellv. Hauptpressewart),

Marion Schmidt

(Hauptschrift wartin), Christoph

Steingaß (verantwortlich), Klaus

Dumeier (Stellv. Präsidenten).

Beiträge, die nicht ausdrücklich

als Stellungnahme der genannten

Institutionen gekennzeichnet sind,

stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Der auszugsweise oder vollständige

Abdruck von Beiträgen ist nur

mit Genehmigung des Verlages

gestattet.

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Jeweils zum 15. des Vormonats.

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(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)

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DER HARZ erscheint Anfang des

Monats. Jahresabonnementpreis:

31,57 € inkl. Versandkosten und

7 % MwSt. Zeitung ist kündbar bis

30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Foto Titelseite:

Wo ist denn der Wald geblieben,

scheint dieses Reh zu fragen!

(Foto: CS)

Liebe Leserinnen und Leser,

zuerst hoffe ich, dass Sie, Ihre Familie, Ihre Freunde bisher gesund und wohlbehalten durch

die Corona Krise gekommen sind.

Ein nicht ganz einfaches, herausforderndes erstes Halbjahr 2020 liegt hinter uns.

Herausforderungen zunächst im Beruf, in der Familie. An vielen Stellen war Kinderbetreuung

– unabhängig von Schulen, Kita, Krippen – zu Hause zu organisieren. Arbeitsplätze

wurden ins „Homeoffice“ verlegt; viele Menschen waren oder sind von Kurzarbeit betroffen.

Insbesondere die sehr stark von Touristen abhängigen Unternehmerinnen und Unternehmer

– denken Sie z. B. an Einzelhändler, an Gastronomen, an Hoteliers – sind an vielen Stellen

in existentielle finanzielle Sorgen geraten.

Herausforderungen aber auch für den Harzklub. Um nur einige wenige Beispiele zu nennen:

Unsere attraktiven Veranstaltungen wie Heimattag, Naturschutztag und die Stern wanderung

mussten für das Jahr 2020 abgesagt werden. Die Jahreshauptversammlung des Harzklubs

haben wir auf den 07. November verschoben. In unserem Wanderheim in Wildemann

konnten wir aufgrund der Landesvorgaben keine Übernachtungsgäste be grüßen. Geführte

Wanderungen in Gruppen konnten wir nicht anbieten.

Aber Corona bedeutet für den Harzklub auch eine ganz große Chance: Mit mir konnten Sie

erleben, dass der Harz in den vergangenen Wochen und Monaten neue Fans gewonnen

hat. Hundertausende von Menschen haben die Einschränkungen des Öffentlichen Lebens

genutzt, um tolle Orte im Harz zu erwandern, mit dem Fahrrad zu erschließen. Und es wird

von vielen Stellen prognostiziert, dass der Inlandstourismus in den nächsten Jahren – und

damit der Harz als Urlaubsort – noch stärker wachsen wird.

Davon werden wir alle profitieren, davon wird auch der Harzklub profitieren!

Ich wünsche Ihnen einen schönen, erholsamen Sommerurlaub – ob zu Hause im Harz oder

in der Ferne!

Bleiben Sie gesund und passen Sie bitte weiter auf sich auf!

Dr. Oliver Junk

Präsident Harzklub e.V.

INHALT

Harzklub hilft dem Harzer Wald 4

Mein Lieblingswanderweg: Buschklepperweg um Grillenberg 5

30 Jahre Blockhütte am Keller 6

Stele in Badeborn markiert die östliche Naturparkgrenze 8

Weitere Tafel am Weg Deutscher Kaiser und Könige erneuert 9

Wanderrunde zum Kaiserbrunnen im Gelmketal 10

Wandergruppe Königslutter spendet erneut eine Bank 11

Wieder Dampfzüge auf allen Strecken 12

Die verborgene Welt in den Fichtennadeln 13

Per Multimedia-Guide durch die Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei 14

Neue Vermittlungskonzepte für vier Museen & Besucherbergwerke 15

Letzter Teil: Drei Hexen erwandern den Harzer Hexen-Stieg 16

Vor 125 Jahren: Harzer Gewerbeschau in Elbingerode 18

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz und Umgebung 20

„Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön“ 21

07 | 2020

3


HARZKLUB

Große Aktion geplant!

Harzklub hilft dem Harzer Wald

Es stirbt nicht der Wald – sondern die Bäume (Foto: CS)

Dem Harzer Wald geht es schlecht –

sehr schlecht! Das extreme Niederschlagsdefizit

der letzten Jahre, die

hohen Temperaturen, die daraus

resultierenden Borkenkäferschäden

und dazu einige verheerende Stürme

haben ihm sehr zugesetzt. Wer mit

offenen Augen durch unser schönes

Mittelgebirge wandert, dem bleiben

die Folgen nicht verborgen: angerissene

Waldbestände und immer größer

werdende Freiflächen!

Kann man da gar nichts machen?

Doch, man kann!

Der Harzklub-Hauptverein hat beschlossen,

bei der Aufforstung der zurzeit kahlen

Flächen tatkräftig zu helfen. Beginnen

wollen wir bei den Niedersächsischen Landesforsten,

mit denen uns eine langjährige,

freundschaftliche Partnerschaft verbindet.

Die weitaus meisten unserer Harzklub-

Aktivitäten finden schließlich im Wald statt:

Wandern allein oder in der Gruppe, Bau

und Unterhaltung zahlloser Erholungseinrichtungen

und – ganz aktuell – das große

Programm zur Optimierung des Wanderwegenetzes.

Da ist es doch ganz logisch,

wenn wir mithelfen wollen, unsere „Arena“

wieder herzurichten und wenigstens einen

kleinen Teil dazu beizutragen, dass

unsere und spätere Generationen sich an

einem erneuerten, grünbunten und in jeder

Hinsicht vielfältigen Harzer Wald erfreuen

können! Die Pflanzaktion ist, da ihr Ergebnis

weit in die Zukunft hinein Bestand hat,

enkeltauglich – was für ein schönes neues

Wortgebilde!

Der Harzklub ist ein kompetenter Verein,

der sich nicht mit langen Reden aufhält!

Wir packen an!

Deshalb bitten wir Alle, die ein Interesse

an unserer schönen Harzer Heimat haben,

um Unterstützung. Wir werden zu einem

Zeitpunkt im November zu einer gemeinsamen

Pflanzaktion in den Niedersächsischen

Forstämtern einladen. Dort wollen

wir aktiv die Pflanzhacke schwingen und

nach Unterweisung und mit Unterstützung

durch Forstfachleute selbst standort- und

klimagerechte Bäume und Sträucher pflanzen.

Die Flächengröße des neu entstehenden

Harzklubwaldes“ ergibt sich aus der

Anzahl der beteiligten Helfer und der bis

dahin eingesammelten Spenden.

Wie kann ich helfen?

• Ich beteilige mich aktiv an der Pflanzaktion,

deren Termin und Treffpunkt ich

zu gegebener Zeit beim Harzklub erfahren

kann (Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung

sind selbstverständlich, alles andere

wird gestellt).

• Ich spende einen Betrag, der ausschließlich

zur Anschaffung von Pflanzen oder

sonstigem Material verwendet wird.

(Konto wird im nächsten Monat bekanntgegeben

und ab 100 Euro wird eine Zuwendungsbestätigung

ausgestellt).

• Ich beteilige mich als Sponsor für Arbeitshandschuhe,

Getränke, Grillgut usw. und

zeige dadurch, dass mir diese Maßnahme

gefällt!

Eventuell zu diesem Zeitpunkt geltende

Corona-Auflagen müssen selbstverständlich

beachtet werden! (z.B. shuttle-service

zu dem Pflanzplatz)

4 07 | 2020


HARZ WANDERN

Mein Lieblingswanderweg

Buschklepperweg um Grillenberg

Der staatlich anerkannte Erholungsort

Grillenberg mit knapp 300 Einwohnern,

liegt in einem bewaldeten Tal,

zwischen Sangerhausen und Wippra,

dem süd-östlichsten Zipfel des

Harzes.

Der Harzklub-Zweigverein Grillenberg betreut

seit 1980, 77 km Wanderwege rund um

Grillenberg. Einer der schönsten Wanderwege

ist der Rundweg um das kleine Dorf.

Er wird auch der Buschklepperweg genannt.

Buschklepper bedeutet so viel wie, Wegelagerer,

Räuber, Raubritter. Den Spitznamen

„Buschklepper“ verdanken wir möglicherweise

den ehemaligen Burgbewohnern. Sie

überfielen Reisende und Händler die einen

Zoll bezahlen mussten. Seit langen wird

das nicht mehr gemacht. Alle Gäste sind

den Grillenbergern herzlich willkommen.

Der Buschklepperweg wird durch einen

orangefarbenen Strich oder Aufkleber

„Räuber“ gekennzeichnet. Er ist 5,4 km

lang, und der höchste Punkt liegt bei

304m NN. Man kann an mehreren Stellen

im Dorf einsteigen. Ein großer Parkplatz

ist am Waldbad Richtung Wippra. Der Weg

geht am Waldesrand unter der Ruine der

Grillenburg entlang. Er ist ein herrlicher

Wanderweg, auch für Anfänger und Kinder.

Gleich zu Beginn in Richtung Waldbad,

Schloßteich findet man den „Buschklepper

Erlebnispfad“. Hier kann man seine Fitness

beim Bocksprung, Balancieren und Slalomlauf

testen. Wie weit springt Maus oder

Frosch? Zum Vergleich kann man hier selbst

starten. Am Weg liegt auch die Ruine der

Grillenburg, aus dem 12 Jahrhundert, mit

der Stempelstelle 208 der Harzer Wandernadel.

Viele Bänke am Rundweg laden zum

Verweilen. Weiter geht es über den Naturlehrpfad,

auf dem die Pflanzen und Tiere in

Bildern erklärt sind. Es geht über Berg und

Tal, mit besonders schönen Aussichten auf

Grillenberg, zum Ausgangspunkt zurück.

Nach zwei Stunden gemütlichen wandern,

kann man im Waldbad einen Stopp einlegen,

um zu baden oder am Kiosk einen

Kaffee zu trinken. Aber leider nur in den

Sommer monaten, da es ein Freibad ist.

Wem der Weg zu kurz ist, kann jeder Zeit

die Wanderung auf den Karstwanderweg,

E 11 und den Lutherweg ausdehnen.

Agathe Bremer

Tier-Weitsprung

Durch das Lange Tal

Abzweig am Schloßteich

Wegemarken

In offener Landschaft (Zimmertal)

Die Ruine der Grillenburg

»Den Wanderer, der sich heutzutage

rund um den Erholungsort Grillenberg

auf die Sohlen macht, erwarten

wildromantische Aussichten und

Hügellandschaften in einer Höhenlage

von 200 bis 420 m über NN.

Schwierigkeitsgrad: Leichter bis

mittelschwerer Rundwanderweg

Hirschraufe im Zimmertal

Brücke über die Gonna

07 | 2020

5


HARZ WANDERN

30 Jahre Blockhütte

am Keller

Die Schutzhütte am Keller

Eigentlich wollte der Zweigverein

Wildemann dieses Jahr das 30 jährige

Bestehen der Kellerhütte groß feiern.

Ein hässlicher Virus wollte das nicht.

Deshalb gibt es nun anstatt dessen

eine Wanderbeschreibung zur Hütte,

die man in diesen Zeiten allein oder

mit seiner Familie machen kann.

Die Hütte

Die Hütte ist die Dritte der verschiedenen

Kellerköten. 1963/64 zunächst in Form einer

Laube gebaut, bei der Sturmkatastrophe

1972 zerstört, 1973 als Köte wieder aufgebaut,

nun die Blockhütte. Ein trauriges

Ereignis hat die Wildemanner dazu gezwungen

diese Hütte zu bauen:

Der Zweigverein hatte gerade sein 100

jähriges Jubiläum absolviert, als ihn die

Schreckensnachricht erreichte. Am Samstag

den 14.09.1989 wurde um 21.30 Uhr

die freiwillige Feuerwehr Wildemann von

einem Forstbeamten alarmiert, die Köte

am Keller stand in hellen Flammen. 9 Minuten

später war sie am Einsatzort, da war

die Köte bereits abgebrannt. Brandstifter

legten das beliebte Wanderziel in Schutt

und Asche, welch sinnlose Zerstörung eines

Kulturgutes. Es stellte sich gleich die Frage,

ob es am Keller wieder eine Köte geben soll;

sind genügend finanzielle Mittel vorhanden

und melden sich genügend ehrenamtliche

Helfer für den Wiederaufbau?

Die Ermittlungen führten damals zu keinem

fassbaren Ergebnis, ein „heißer Kampf“ im

Vorstand entbrannte um die Frage: Köte

oder Blockhütte. Der Vorstand entschied

sich für eine „halboffene Blockhütte“, Kosten

7.000,00 DM, bei der Planung wurde

auf die bewährten ehrenamtlichen Helfer

zurückgegriffen, 348 Arbeitsstunden später

stand die neue Blockhütte. 290 km wurden

für den Materialtransport verfahren. Die

Einweihungsfeier konnte dann am 21.08.90

mit zahlreichen Wanderern und den Mitgliedern

stattfinden.

Die Wanderung

Beginn ist der Harzklub Wandertreffpunkt

an der Tourist-Info, Bohlweg. Parkplätze

sind dort vorhanden. Gegenüber geht es

dann erst einmal zur Maria Magdalenen

Kirche. Auch die jetzige Kirche ist das dritte

Bauwerk mit diesem Namen. 1543 wird die

erste Kirche als Maria-Magdalenen-Kirche

geweiht. Die nach Baufälligkeit abgerissene

und an gleicher Stelle neuerbaute zweite

Kirche wird 1656 geweiht. Diese Kirche

blieb der Wildemanner Kirchengemeinde

bis 1914 erhalten. In dieser Nacht brannte

sie bis auf die Erdgeschossmauern nieder,

die dritte Kirche wurde am 15. August 1915

eingeweiht. Die Kirche kann in den Sommermonaten

besichtigt werden.

Direkt hinter der Kirche geht es hinauf auf

den Gallenberg, vorbei am Pavillon mit

schönem Blick auf Wildemann. Weiter geradeaus

zum Aussichtspunkt Köppel. Eine

Bank lädt dort zum Verweilen ein. Wieder

ein schöner Blick. Dann nach rechts den

Silberkammerweg entlang zum Keller mit

unserer Schutzhütte.

Unterhalb dieser Wegegabelung in Richtung

Münchehof befindet sich der „Wiemerstein“,

der zur Erinnerung an einen Bergmann aufgestellt

worden ist. Dieser suchte bei großer

Kälte Schutz und verstarb hier mit seinen

kleinen Vögeln an der Brust, während die

6 07 | 2020


HARZ WANDERN

Vögel aufgrund der Wärme überlebten. Am

Keller befindet sich auch einer der tiefsten

Hohlwege im Harz. Eine Schautafel erklärt

dies.

Zurück nach Wildemann geht es dort wiederum

rechts, den Münchehofer Landweg

entlang. Schöne Aussichten auf das Innerste

Tal begleiten uns bis zum „Scharfen Eck“,

den letzten Aussichtspunkt auf unserer

kleinen Wanderung. Zurück zum Parkplatz

geht es entweder durch den Ort oder über

die Seesenerstraße.

Länge der Wanderung

7 km, leicht zu laufen, kurzer Anstieg bis

zum Köppel, gut ausgeschildert.

(Fotos und Text: Harzklub-Zweigverein

Wildemann)

Kein Wandertag in Sicht

Liebe Freunde im Deutschen

Wanderverband,

lasst uns gemeinsam weiter wandern, sollte

der 120. Deutsche Wandertag wirklich der

„Letzte“ sein, Ironie durch Pandemie, Wanderer

sind Optimisten, es wird sicher 2021

ein Deutscher Wandertag stattfinden.

Unsere 25. Anwandertour wird, wenn wir 80

sind, in Aschaffenburg starten, der Edersee

wartet auf Euch und uns. Euch/Ihnen allen

Dank für das große Engagement, bleibt gesund

und aufgeschlossen für Neues.

Glückauf – Frischauf und herzliche –

hexliche Grüße von den Wanderhexen

Gesine und Brigitta

07 | 2020

7


REGIONALVERBAND HARZ

Heimat entdecken

Stele in Badeborn markiert

die östliche Naturparkgrenze

Auch in Badeborn, einem Ortsteil

der Stadt Ballenstedt, steht nun eine

Natur- und Geoparkstele. Stele für

Stele schafft der Regionalverband

Harz eine erkennbare Eingangssituation

in die Natur- und Geoparkregion

Harz, die sich über Teile der Bundesländer

Niedersachsen, Sachsen-Anhalt

und Thüringen erstreckt.

Wegen staatlicherseits angeordneter Maßnahmen

zur Eindämmung der Corona-

Pandemie konnte allerdings erst nach

Lockerung des Shutdowns eine Präsentation

im kleinen Rahmen stattfinden.

Die Einweihung von Informationstafeln

wie auch dieser Stele durch den Regionalverband

Harz sei für Dr. Michael Knoppik,

Bürgermeister der Stadt Ballenstedt, immer

„wie Unterricht“. Daher freute er sich

bei der Präsentation dabei zu sein und von

Dr. Klaus George wieder etwas Neues über

die Ortsgeschichte und die Geologie der

Gemarkung Badeborn zu erfahren, unter

anderem, dass im Sandkuhlenfeld einst

Raseneisenstein abgebaut wurde. Zur

Verhüttung wurde der nach Mägdesprung

gebracht. Ortsbürgermeisterin Doreen

Müller hatte sofort nachgeschaut, welche

Bedeutung Stubensand hatte, nachdem

sie von dessen untertägigem Abbau am

Steinberg auf der Informationstafel an der

Stele erfuhr.

Dr. Michael Knoppik, Doreen Müller, Otlive Dünnhaupt, Hanna Dünnhaupt

und Dr. Klaus George (v. l.) präsentierten die neue Stele. (Foto: M. Müller/RVH)

Die neue Natur- und Geoparkstele in der Großen Gasse/Ortsdurchfahrt

Badeborn. (Foto: K. George)

Die Ortsbürgermeisterin konnte in den

vergangenen Wochen beobachten, dass

eine zunehmende Zahl Menschen draußen

unterwegs ist, darunter auch Ortsfremde

auf Fahrrädern: „Sie erkennen, wie schön

es hier ist!“ Umso besser, wenn sich Interessierte

nun auch über die Entstehung

der Naturschönheiten um Badeborn informieren

können. Die Informationstafel

geht dabei unter anderem ein auf die Rolle

von Schäfern bei der Entwicklung unserer

Kulturlandschaft. In Badeborn waren es zuvorderst

Angehörige der Familie Dünnhaupt,

die über Generationen auf jenen Flächen

Schafe hüteten, die als Streuobstwiesen

genutzt wurden oder auf denen Ackerbau

nicht lohnte. Gemeint sind damit Langenberg,

Ruhmberg und Anger, die heute geschützt

sind, entweder als Naturdenkmal,

Besonders geschütztes Biotop bzw. Geschützter

Landschaftsbestandteil. Hanna

Dünnhaupt, die Witwe des Schäfermeisters

Helmut Dünnhaupt, freut sich, dass auch

ein Foto ihres Mannes die Stele ziert. „Er war

mit seinen Schafen hier immer unterwegs

seit er 14 Jahre alt war. Schafe waren sein

Leben.“ Ideengeberin für das Errichten einer

Stele im Ort war Otlive Dünnhaupt. Sie zog

nach ihrer Wahl in den Ortschaftsrat von

Haus zu Haus um die Einwohner*innen zu

animieren, gemeinsam für den Ort aktiv zu

werden. Bis zum ursprünglich für den 1. Mai

geplanten Vereinsfest sollten erste Zeichen

gesetzt werden. Viele wurden daraufhin

auch tätig, insbesondere in Sachen Dorfteich

und Mehrgenerationenplatz. Was

Einwohner*innen selbst geschaffen haben

und aktiv pflegen, fällt auch viel seltener

dem Vandalismus zum Opfer, stellte die

Ortsbürgermeisterin zum Abschluss eines

kleinen Rundgangs erfreut fest.

Die Errichtung der Natur- und Geoparkstele

durch den Regionalverband Harz wurde

durch eine Förderung des Ministeriums

für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt ermöglicht.

Michelle Müller

Die Öffentlichkeitsarbeit des

Regionalverbands Harz wird gefördert

aus Mitteln des Ministeriums für

Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt.

8 07 | 2020


REGIONALVERBAND HARZ

Beliebter Themenweg

Weitere Tafel am Weg Deutscher

Kaiser und Könige erneuert

Die „Wege Deutscher Kaiser und Könige

des Mittelalters im Harz“ gehören

zu den immer beliebter werdenden

Themenwegen in der Harzregion.

Die Idee, geschichtsträchtige Orte miteinander

zu verbinden, entstand am

Rande des 96. Deutschen Wandertages

1996 in Wernigerode.

Eine eigens gegründete Arbeitsgruppe

plante und richtete – mit Unterstützung

u. a. durch Maßnahmen zur Förderung

des 2. Arbeitsmarktes – die Themenroute

ein. Zeitgleich entstand ein Begleitheft mit

15 Routenvorschlägen, die eine Wegstrecke

von insgesamt 341 km beschreiben.

Außerdem wurden die Routen mit dem bekannten

Symbol, einer goldenen Krone auf

weinrotem Untergrund, markiert und es

wurden 50 Informationstafeln aufgestellt.

Zehn Jahre später nahm sich der Regionalverband

Harz dieses Themas an. Hintergrund

war die erstmalige Aufstellung

der Pflege- und Entwicklungskonzeption

(PEK) für den 2003 verordneten Naturpark

Harz/Sachsen-Anhalt, der sich seit dessen

Gründung in Trägerschaft des Regionalverbandes

Harz befindet. Die Aufstellung

dieser PEK war ein iterativer Prozess, in

den seitens des Regionalverbandes Harz

Kommunen und regionale Akteure intensiv

eingebunden wurden. Im Ergebnis fiel

die Entscheidung, den Schwerpunkt der

Werner Körner und Bürgermeister Thomas

Balcerowski (v. l.) freuen sich über die

neue Informationstafel. (Foto: Linke/RVH)

Naturparkarbeit nicht auf die Schaffung

neuer Angebote zu legen, sondern auf den

Erhalt, die inhaltliche Aufwertung und die

Verknüpfung bestehender Angebote. Welche

bestehenden Angebote damit konkret

gemeint sind, das ist im Maßnahmenteil

der PEK festgehalten. Eine der dort festgeschriebenen

Maßnahmen trägt die Überschrift

„Naturerleben am Weg Deutscher

Kaiser und Könige“. Die erneuerte Tafel

hier in Westerhausen eingerechnet, hat

der Regionalverband Harz seither 38.180

Euro in den Erhalt und die Vermarktung des

Wegenetzes „Wege Deutscher Kaiser und

Könige des Mittelalters im Harz“ investiert,

jährlich also im Durchschnitt gut 2.700 Euro.

Nicht eingerechnet ist der dafür notwendige

Personalaufwand in der Geschäftsstelle.

Informationstafeln der 1. Generation

stehen nun nur noch an etwa der Hälfte

der ursprünglichen Standorte. Die längst

vergriffene Broschüre wurde durch eine

sechsteilige Faltblattserie ersetzt. Verteilt

werden diese Faltblätter (Gesamtauflage

seit 2006: 198.000 Stück) über das Netzwerk

der Fördermitglieder des Regionalverbandes

Harz. Sie können als PDF-Dateien von

der Homepage www.harzregion.de heruntergeladen

werden. Mit jeder Neuauflage

durch den RVH werden die Faltblätter auch

inhaltlich aktualisiert. Das ist insbesondere

deshalb wichtig, weil es immer wieder

zu Verlegungen des Wegeverlaufes kam

und kommt, z. B. infolge des Baus der

B 6n, der heutigen Nordharz autobahn.

Informationen zu Änderungen des Wegeverlaufs

erhält der Regionalverband Harz

von seinen Kooperationspartnern, darunter

den Zweigvereinen des Harzklubs. An die

hat der Regionalverband Harz auch nach

Bedarf kostenlos Aufkleber mit der goldenen

Krone, neue Wegemarken oder sogar

Wanderwegeschilder geliefert.

Zur Präsentation der neuen Informationstafel

konnten u. a. Thales Bürgermeister

Thomas Balcerowski, der Ortsbürgermeister

von Westerhausen Eiko Franke

sowie der Vorsitzende des Heimatvereins

Westerhausen, Werner Körner begrüßt

werden. Christiane Linke & Dr. Klaus George

Regionale Kulturförderung im Landkreis Goslar

Corona-Sonderprogramm für gemeinnützige

Kultureinrichtungen und Kulturvereine

Das Land Niedersachsen möchte Kultureinrichtungen,

die durch die Corona-

Pandemie in Liquiditätsengpässe oder in

eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage

geraten sind, finanziell unterstützen. Förderanträge

entsprechender Einrichtungen,

die sich im Landkreis Goslar befinden und

bis zu 8.000 Euro Fördervolumen haben,

können direkt beim Regionalverband

Harz eingereicht werden. Antragsberechtigt

sind ausschließlich als gemeinnützig

anerkannte Einrichtungen. Zuschussfähig

sind z. B. Betriebskosten, Mieten und andere

unvermeidbare Zahlungsverpflichtungen.

Personalkosten dagegen können

nicht gefördert werden. Stichtag ist bei

Redaktionsschluss dieser Ausgabe von DER

HARZ der 15.07.2020.

Aktuelle Informationen sowie das Antragsformular

sind unter www.harzregion.de/

de/kultur/kulturfoerderung/Regionalekulturfoerderung/corona-sonderförderung.

html abrufbar.

Förderanträge, die mehr als 8.000 Euro

umfassen, können beim Nieder sächsischen

Ministerium für Wissenschaft und Kultur beantragt

werden: www.mwk. niedersachsen.

de.

Christiane Linke

07 | 2020

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HARZ WANDERN

Wanderrunde zum Kaiserbrunnen

im Gelmketal

Rückweg über Rammelsberg und

Gingelsberg.

Start ist am Parkplatz Berufsförderungswerk

Goslar. Von hier aus gehen wir ein

Stück in Richtung Süden auf einer befestigten

Straße, die aber für den Autoverkehr

gesperrt ist. Nach ca. 600 m gehen wir weiter

geradeaus, hier fängt ein Waldweg an,

der uns an der Gelmke entlangführt. Nun

wandern wir ins Gelmketal, ich nenne es

das Feuersalamander-Tal, wer ein geübtes

Auge hat, wird diese wunderschönen Tiere

hier sehr oft entdecken, natürlich muss es

zur richtigen Zeit sein.

Zum Kaiserbrunnen sind es vom Start

her ca. 3,4 km, man kommt aber noch an

einigen kl. Brunnen und einem Forsthaus

vorbei.

Bis zum Kaiser Brunnen geht es jetzt stetig

leicht bergan, vom Kaiserbrunnen das letzte

Stück bis auf den Kaiserweg geht es sehr

steil hoch, das Stück ist ca. 100 m lang und

ein Weg ist hier fast kaum noch zu finden.

Oben angekommen haben wir ca 240

Höhenmeter überwunden und gehen jetzt

links den Kaiserweg weiter und wandern

um den Drecktalskopf, bis wir an ein Wegedreieck

kommen. Hier legen wir eine kleine

Pause ein.

Ab hier geht es weiter in Richtung Festenburg,

Schalke, (Wegweiser beachten) und

wir bleiben immer auf dem Weg, bis wir auf

den Grenzweg am Wegweiser am Sidecum

kommen. Weiter auf dem Grenzweg Richtung

Norden bis wir die Waldschrathütte

erreichen. Wir haben jetzt 7,5 km zurückgelegt

und können nun eine ausgiebige

Pause einlegen.

Nächstes Ziel ist der Rammelsberg. Ob

wir den Abstecher über Ramseck gehen,

entscheide ich vor Ort, ich gehe meistens

direkt von der Schrathütte aus ganz nach

oben auf den Startplatz der Gleitschirme.

Von hier hat man einen unbeschreiblichen

Blick auf Goslar, und bei guter Sicht kann

man sogar den Elm sehen.

Wir könnten jetzt direkt runter zum Parkplatz

gehen, ich mache aber meist den Um-

10 07 | 2020


HARZ WANDERN

weg über den Giengelsberg, so ist das auch

für diese Tour geplant. Der Giengelsberg hat

eine Höhe von 600 m. Beim Abstieg runter

zum Parkplatz hat man eine super Sicht auf

den Sudmerberg und das Harzvorland. Der

Abstieg ist nicht ohne, Wir gehen auf 1,6 km

fast 260 Höhenmeter runter.

Länge der Tour: ca. 13 km, Dauer: ca. 4 - 5 h

Ich habe diese Tour für den 29. August 2020

geplant. Treffpunkt ist um 8 Uhr Parkplatz

Schützenallee oben rechts hinter dem Berufsförderungswerk.

Diese Tour ist als schwer (sehr schwer)

einzustufen.

Anmeldung erwünscht.

Otto Unruh

Wanderwart / Wanderführer

Harzklub Z.V. Oker

Tel. 0171 9383162

Wandergruppe Königslutter

spendet erneut eine Bank an der

„Sunstedter Friedrichshöhe“

Wie alljährlich sammelten die Wanderfreunde

in ihrer Gruppe Geld

zusammen um eine neue Bank, es ist

bereits die sechste gespendete Bank,

am Wanderweg (Badeholz), direkt

am Waldrand oberhalb von Sunstedt

aufzustellen.

Inzwischen wird die Wandergruppe dankenswerterweise

auch mit Geldspenden

von Bürgern und Geschäftsleuten in Königslutter

unterstützt. Die guten „Geister“

der Wandergruppe bereiteten vorher den

Stellplatz vor und mit vereinten Kräften

fand die Bank einen schönen Platz. Sie

bietet den weiten Blick über Sunstedt bis

hin zum Dorm, Elz und Lappwald und lädt

nun zur verdienten Ruhepause und innerer

Einkehr ein. Außerdem fand an zwei Tagen

der Arbeitseinsatz unter Einhaltung vom

Corona Abstand die Pflege von 8 Bänken

und 2 Hütten statt. Alles bekam einen neuen

Anstrich, außerdem bekamen alle Bänke

mit Unterstützung von Elm - Lappwald ein

freundliches Hinweisschild zur Sauberhaltung

der Plätze. Wandergruppe Königslutter

07 | 2020

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Rückkehr zum Sommerfahrplan: Nach über drei Monaten pandemiebedingter Pause kehrten die Dampflokomotiven

ab 27. Juni auf die Selketal- und Harzquerbahn zurück (Foto: Archiv HSB/Volker Schadach)

Fahrtenangebot wird erweitert

Wieder Dampfzüge auf

allen Strecken

Seit dem 27. Juni setzt die Harzer

Schmalspurbahnen GmbH (HSB)

wieder mehr Züge ein und ist damit im

Zuge der allgemeinen Lockerungen der

coronabedingten Einschränkungen in

ihren diesjährigen Sommerfahrplan

gestartet. Dieser gilt nun bis zum

24. Oktober und beinhaltet wieder

Dampfzüge auf dem gesamten

Streckennetz.

Bereits seit dem 18. Mai fahren die beliebten

Dampflokomotiven wieder von

Wernigerode auf den Brocken. Nach über

drei Monaten pandemiebedingter Pause

kehrten sie am 27. Juni nun auch wieder auf

alle Strecken des 140,4 km umfassenden

Schmalspurnetzes zurück. Darauf hatten

nicht nur Eisenbahnfans und Gäste der

Region sehnsüchtig gewartet. Zum gleichen

Zeitpunkt hat die HSB ihren Zugbetrieb

zwischen Wernigerode, Quedlinburg,

Nordhausen und dem Brocken ausgeweitet.

Der höchste Berg des Harzes wird dabei von

acht Fahrten erreicht. In der „Bunten Stadt

am Harz“ beginnt die erste Dampfzugfahrt

um 9:10 Uhr, der letzte Zug verlässt den

Brocken um 18:11 Uhr.

»Informationen zu den

aktuellen Fahrplänen der

Harzer Schmalspurbahnen

gibt es auf der Homepage

unter www.hsb-wr.de sowie

telefonisch unter 03943/ 558-0.

Auf dem gesamten Streckennetz bietet

die HSB während der Sommerperiode

auch wieder ihre speziellen thematischen

Sonderfahrten an. Dazu zählen erneut

zahlreiche Sonderfahrten mit dem

nostalgischen Traditionszug zum Brocken,

die neben einer Sitzplatzgarantie ebenfalls

weitere Leistungen enthalten.

Ab dem 27. Juni kehrte das kommunale

Bahnunternehmen auch im thüringischen

Südharz zum regulären Sommerfahrplan

zurück. Dazu gehört nun auch wieder der

tägliche Dampfzug von Nordhausen zum

Brocken, dessen Abfahrt um 10:33 Uhr

Anschlussreisenden aus Richtung Erfurt,

Halle (Saale) und Kassel einen bequemen

Übergang in der nordthüringischen Kreisstadt

ermöglicht. Auch auf der Selketalbahn

von Quedlinburg über Alexisbad,

Harzgerode, Stiege und Hasselfelde nach

Eisfelder Talmühle gilt wieder das gewohnte

Fahrtenangebot mit täglichem Dampflokeinsatz.

Bedingt durch die angespannte

Fahrzeugsituation wird es allerdings auch

in diesem Sommer dabei bleiben, dass der

von Donnerstag bis Samstag verkehrende

zweite Dampfzug als Triebwagen verkehrt.

In allen Zügen des kommunalen Bahnunternehmens

gelten auch weiterhin die Auflagen

der Bundesländer Sachsen-Anhalt und

Thüringen, wie beispielsweise die Pflicht

zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes

sowie die Beachtung der Abstandsregelung

und der allgemeinen Maßnahmen

zur Eindämmung der Pandemie.

Die Auflagen gelten darüber hinaus auch

für das Betreten der Fahrkartenausgaben

und Dampfläden der HSB, die seit dem

27. Juni wieder alle zu den regulären Zeiten

geöffnet sind. Tickets und Informationen

zum Fahrplan der Harzer Schmalspurbahnen

sind in den Verkaufsstellen, auf der HSB-

Homepage unter www.hsb-wr.de sowie

telefonisch unter 03943 / 558-0 erhältlich.

Zudem können Fahrkarten auch wieder

online bei der HSB erworben werden.

12 07 | 2020


NATIONALPARK HARZ

Die verborgene Welt in

den Fichtennadeln

Pflanzen beherbergen Hunderte von

Pilzen in ihrem Gewebe. Pilze, die

innerhalb der Pflanzenzellen ohne offensichtliche

negative Auswirkungen

wachsen, werden als Pilz-Endophyten

bezeichnet. Einige dieser Endophyten

erhöhen nachweislich die Resistenz

der Wirtspflanze gegenüber Pflanzenfressern,

Krankheiten, abiotischem

Stress und Konkurrenz. Das hat große

Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum,

die Produktivität und letztlich

auch auf das ganze Ökosystem.

In der nördlichen Hemisphäre ist ein sehr

reichlich vorhandener und weit verbreiteter

Pilz-Endophyt, die Fichten-Spaltlippe

(Lophodermium piceae), in der Europäischen

Fichte (Picea abies) zu finden. Der Pilz

verursacht keine offensichtlichen Symptome

an lebenden Nadeln und verbreitet

sich nach dem Abfallen der Nadeln, baut

Besiedlungsrichtungen der Europäischen Fichte in Europa nach der letzten Kaltzeit

Ausbreitungsfähigkeit des Pilzes und die

Verteilung der genetischen Varianten ist

jedoch wenig bekannt. Um die Interaktionen

und die Anpassung der Pilz-Endophyten

an ihre Wirte besser zu verstehen,

Triebe zu entnehmen, um eine große Anzahl

an Endophyten zu finden.

Die Forscher aus Oslo untersuchen in ihrem

Projekt die Frage, ob der Pilz Lophodermium

piceae die Besiedlungsgeschichte

Projektschritte zur Untersuchung der genetischen Variation und Biogeographie von Lophodermium piceae

Den Forschern gelang es, den Pilz Lophodermium piceae aus den verschiedenen Proben und Kulturen zu isolieren, die DNA zu isolieren

und die verschiedenen Isolate zu sequenzieren. (Fotos: Marie Leys)

sie ab und trägt zum Kohlenstoffkreislauf

in Fichtenwäldern bei. Obwohl er typischerweise

in gesunden Wäldern vorkommt,

kann L. piceae bei starkem Stress der Bäume

eine Nadelwurfkrankheit verursachen.

Die Beziehung zwischen L. piceae und Fichte

ist dynamisch und kaum verstanden.

L. piceae ist genetisch vielfältig und viele

Individuen können in einem einzigen Baum

oder einer einzigen Nadel leben. Über die

untersuchen Forscher der Universität Oslo

die genetische Vielfalt dieses wichtigen

Endophyten-Pilzes in europäischen Fichtenwäldern,

unter anderem im Nationalpark

Harz. Hier erfolgte die Probenahme in

der Waldforschungsfläche Brockenosthang

im Bereich der Heinrichshöhe bei 1.050 m

ü. NHN. Auf einer Linie von 400 m wurden

im Abstand von 20 Metern insgesamt 20

Fichten beprobt. Je Baum wurde ein kleiner

Ast entnommen. Wichtig war es, ältere

seines Wirtes, der Europäischen Fichte, in

Europa nach der letzten Vergletscherung

widerspiegelt.

Wir können auf die Ergebnisse und Schlussfolgerungen

des letzten Projektschritts

– der DNA-Isolierung und Sequenzierung

des Pilzes – und die daraus resultierenden

Schlussfolgerungen gespannt sein.

Marie Leys (Oslo) und

Ute Springemann (Wernigerode)

07 | 2020

13


HARZER TOURISMUSVERBAND

HTV stellt gemeinsames Pilotprojekt vor

Per Multimedia-Guide durch die

Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei

Harzer Tourismusverband

Neben seiner Marketingarbeit unterstützt

der HTV die Entwicklung und pilothafte

Umsetzung von Vorhaben, die in einem

zweiten Schritt auf weitere Partner der

Region übertragen werden können. Ein

solches Projekt war in 2019 die Entwicklung

einer Multimedia-Guide-Struktur für

touristische Einrichtungen in der Region.

Zu den ausgewählten Einrichtungen, für

die der Guide vollständig entwickelt und

„befüllt“ wurde, gehören das Grenzmuseum

Sorge und die Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei.

Offiziell vorgestellt und in

Betrieb genommen wurde der Guide nun

zunächst in Nordhausen.

Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei (Fotos: Luca Weber)

Huhn Henriette beim Dreh für den Multimedia-Guide

Thomas Müller stellt Multimedia-Guide vor

Er ermöglicht es dem Besucher, sich den

gesamten Ausstellungsbereich individuell

zu erschließen. Entsprechende Informationen

in Form von Texten, Bilder und Videosequenzen

erhält er dabei über das eigene

Smartphone oder über Leihgeräte (Tablets).

Alle Texte können zusätzlich im Audio-Format

abgerufen werden, wobei es sich nicht

um die automatisierte Vorlese-Funktion,

sondern um im Studio aufgenommene

Sequenzen handelt. Sie transportieren

authentisch und unterhaltsam die Inhalte

und Informationen. So kommt in

der Sprachversion des Guides der Echter

Nordhäuser Traditionsbrennerei das hier

als Werbeträger vielfach eingesetzte Huhn

Henriette zu Wort.

Die Textversion des Multimedia-Guides

ermöglicht die visuelle Informationserfassung.

Auch die Video-Sequenzen sind

untertitelt. Es gibt zwei Sprachversionen –

deutsch und englisch. Damit ist der Guide

barrierefrei und auch für Menschen mit

Einschränkungen vollumfänglich zu nutzen.

„Gerade jetzt, wo große Menschenansammlungen

nicht unser Ziel sind, ist der Multimedia-Guide

Gold wert. Weil er Rundgänge

zu jeder Zeit durch unsere Brennerei ermöglicht,

die hautnah sind. Und wer könnte

unsere Besucher besser umherführen

als Henriette? Besonders schön ist aber,

dass der Guide Gäste virtuell auch in Bereiche

führt, in die Besucher aus Zoll- oder

Hygienegründen nicht dürfen, zum Beispiel

in die Handabfüllung,“, erklärte Thomas

Müller, Leiter der Traditionsbrennerei beim

Pressegespräch.

Aufbauend auf dem Projekt sollen in den

nächsten Monaten und Jahren auch für

andere Einrichtungen ähnliche Guides entstehen.

Je nach Budgetsituation kann der

hierfür notwendige Inhalt besonders aufwändig

oder auch einfacher erstellt werden.

„Das System ist sehr flexibel anzupassen“,

so Carola Schmidt. „Es ermöglicht uns auch

weitere Einrichtungen in der diesbezüglichen

Produktenwicklung zu unterstützen.“

»Weitere Informationen

unter

www.harzinfo.de

14 07 | 2020


UNESCO-WELTERBE IM HARZ

Neue Vermittlungskonzepte für

vier Museen & Besucherbergwerke

UNESCO

WELTERBEHARZ

im

Im Zuge des TRAFO-Programms

wurden vier museale Einrichtungen

des UNESCO-Welte im Harz weiterentwickelt.

Wesentliche Ergebnisse sind

spezifische Profilthemen sowie

aktualisierte Ausstellungsbereiche.

Das Programm TRAFO-Modelle für Kultur

im Wandel unterstützt Regionen dabei, ihre

Kulturorte und ihr Kulturangebot dauerhaft

zu stärken. Von 2016 bis 2020 wurden

innerhalb des Programms vier musealen

Einrichtungen im UNESCO-Welterbe im

Harz weiterentwickelt. Unter dem Titel

TRAFO: Harz | Museen | Welterbe – Weltkultur

transformiert eine Region wurden

für das Oberharzer Bergwerksmuseum in

Clausthal-Zellerfeld sowie die Besucherbergwerke

Grube Samson in St. Andreasberg,

19-Lachter-Stollen in Wildemann und

Schachtanlage Knesebeck in Bad Grund

neue Vermittlungs- und Ausstellungsformate

konzipiert.

An den neuen Videostationen im Ausstellungsbereich

berichten ehemalige

Bergleute vom Arbeitsleben unter Tage

Aufbauend auf Ergebnisse von Potenzialanalysen,

Museumsentwicklungskonzepten

und Partizipationsprozessen mit der

örtlichen Bevölkerung konnten insbesondere

Profilthemen für jedes Haus entwickelt

werden. Diese Profilthemen spielen künftig

in der Vermittlungsarbeit der Häuser eine

zentrale Rolle und spiegeln sich nicht zuletzt

in neuen Ausstellungsbereichen wider.

Als Anlage des Altbergbaus vermittelt der

1551 bis 1690 angelegte 19-Lachter-Stollen

mit seinem Profilthema „Tiefe“ das untertägige

Vermessungswesen und die Entwässerung

tiefer Bergwerke. Beim Blick in seinen

mehr als 260 Meter tiefen Ernst-August-

Schacht wird das Profilthema sinnlich

erlebbar. Eine neue Ausleuchtung, die im

Zuge von TRAFO realisiert wurde, inszeniert

Völlig neugestaltet: der Empfangsbereich

im 19-Lachter-Stollen

die Tiefe des Schachts eindrucksvoll. Völlig

neu gestaltet ist auch der Empfangsbereich

des 19-Lachter-Stollen. Interaktive Module

und Tafeln verkürzen die Wartezeit zur

nächsten Führung und informieren beispielsweise

über die Länge eines Lachters.

Die Schachtanlage Knesebeck (Inbetriebnahme

1855) ist Vertreterin des modernen

Harzer Bergbaus. Ausgehend vom

Profilthema „Druck“ zeigt sie die Nutzung

von Wasserkraft zur Drucklufterzeugung

als Energiequelle für den Bergbau sowie

die Geschichte des letzten Harzer Erzbergwerks,

dem Erzbergwerk Grund, zu dem

die Schachtanlage gehörte. Wahrzeichen

der Anlage: Der 47 m hohe Hydrokompressorenturm,

dessen Funktionsweise in

einem der neuen Ausstellungsmodule veranschaulicht

wird. Neben der Präsentation

von Fotografien sind auch die Videostationen

neu, an denen Zeitzeugeninterviews

mit ehemaligen Bergleuten abrufbar sind.

Profilthema der Silbererzgrube Samson

in St. Andreasberg (Inbetriebnahme 1521)

ist „Energie“. Diese wird anhand der Wasserkraftnutzung

zum Antrieb von Pumpen

und der berühmten Fahrkunst dargestellt.

Noch heute wird an der Grube Samson

regenerative Energie für St. Andreasberg

gewonnen. Da die historische Fahrkunst

der Grube Samson aus dem Jahr 1837 der

Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, wurde

in die neue Dauerausstellung ein wahres

Highlight integriert: Besucherinnen

und Besucher können die Fortbewegung

per Fahrtkunst selbst erleben – auf einer

Simulation vor einem abgescannten

Schacht. Auch die Mineralien-Sammlung

wird völlig neu präsentiert und an einem

der neuen Exponate lässt sich etwa ein

Kehrrad interaktiv steuern.

Das 1892 gegründete Oberharzer Bergwerksmuseum

bietet Einblicke in Technik

und Kulturgeschichte des Oberharzes. Sein

Profilthema: „Wissen“. Auch im Clausthal-

Zellerfelder Museum konnte ein Schaudepot

für die bedeutende Modellsammlung

und viele weitere Neuerungen mithilfe von

TRAFO realisiert werden (siehe Der Harz,

Ausgabe 05_2020).

Das TRAFO-Projekt hatte ein Gesamtprojektvolumen

von 1,5 Mio. €. Die Kulturstiftung

des Bundes förderte das Projekt

mit insgesamt 1,35 Mio. €. Projektträgerin

war die Stiftung Bergwerk Rammelsberg,

Altstadt von Goslar und Oberharzer

Wasserwirtschaft (kurz: Stiftung UNESCO-

Welterbe im Harz), die das Vorhaben zugleich

mit 67.500 € kofinanzierte. Eine

Ein Kehrrad selbst steuern – das neue

interaktive Exponat macht es möglich

(Fotos: © diedrehen.de)

weitere Kofinanzierung erfolgte durch die

Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz

(45.000 €), die Stadt Braunlage und die Bergund

Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld

(je 15.000 €) sowie die Gemeinde Bad Grund

(7.500 €).

Einen ersten Eindruck von den aktualisierten

Ausstellungselementen erhalten Sie in

Kurzvideos unter www.welterbeimharz.de

(„TRAFO-PROJEKT“). Bitte informieren Sie

sich vor Ihrem Besuch beim jeweiligen Haus

über den Zeitpunkt der Wiedereröffnung

bzw. mögliche Einschränkungen.

www.bergwerksmuseum.de

www.19-lachter-stollen.de

www.grube-samson.de

www.knesebeckschacht.de

07 | 2020

15


HARZ WANDERN

Tag 2: Ruine Königsberg

Tag 2: Talsperre Wendefurth

Ein Erlebnisbericht – Fortsetzung…

Drei Hexen erwandern

den Harzer Hexen-Stieg

Etappe 2 – Torfhaus-Rübeland:

Rauf und runter

Der Wecker klingelt. Ein stärkendes Frühstück

gönnen wir uns sowie Proviant für

unterwegs. Auf dem Goetheweg wandernd

folgen wir dem Abbegraben, vorbei am

„Großen Torfhausmoor“ und erreichen nach

knapp 4 km die Schutzhütte Eckersprung

mit dem Stempel 136. An dieser Stelle kommen

wir mit einem Wanderkaiser, der also

alle 222 Stempel der Harzer Wandernadel

gesammelt hat, ins Gespräch. Ab hier ist

es Zeit für unsere Hexenhüte. Viele fragen

uns nach unserem Hexenbesen und freuen

sich über uns. Wir sind echte Highlights auf

dem Weg. Unser Highlight des Weges ist

die Brockenbahn. Ein Stück unserer Tour

laufen wir direkt neben den Bahnschienen

der Harzer Schmalspurbahn. Die Gedanken

kreisen. Wie weit sind wohl uns entgegenkommende

Menschen schon gewandert?

Auch ohne Besen haben wir drei es nach 8

km am heutigen Tag schon auf den höchsten

Berg des Harzes geschafft (Stempel Nr.

9). „Große Steine, müde Beine, saure Weine,

Aussicht keine!“ Heinrich Heine

Wir verschnaufen ein wenig, genießen die

luftige Höhe und weiter geht´s! Wir folgen

der Brockenstraße im Slalom bergab Richtung

Schierke und lassen unsere Hexenzeit

fürs Erste hinter uns. Die Hüte verstauen

wir und gehen am Urwaldstieg vorbei. Ein

Stück weiter erreichen wir die Stempelstelle

22, Gelber Brink. Insgesamt sind es

Tag 2: Entlang der HSB

bis hier schon 12 km Strecke. Der Weg wird

nun unwegsamer und steiniger. Aber uns

hält das nicht auf. Wir sind gut gelaunt. Am

Trudenstein (der Name leitet sich ab von

Trute, was so viel wie Hexe oder Zauberin

bedeutet) ergattern wir den Stempel Nr. 17.

Nicht weit vom Trudenstein liegt das Naturerlebniszentrum

Hohnehof, Stempel Nr. 174.

Die Nationalpark-Ranger informieren hier

über die Besonderheiten des Nationalparks.

Zudem lädt das Besucher-Café zum Verweilen

ein. Nach weiteren 1000 m passieren

wir den Bahnhof von Drei Annen Hohne,

überqueren den Parkplatz und folgen dem

Forstweg in das Hirschbachtal. Am Rast-

platz Steinbach entdecken wir den smaragdgrün

schillernden Minzeblattkäfer. Wir

tanken noch mal Kraft und können dem

Flusslauf Steinbach fast bis zum Königshütter

Wasserfall folgen. 25,5 km haben wir bis

hierher schon geschafft. Natürlich ist der

Stempel Nr. 40 oberhalb des Wasserfalls.

Nun folgen wir dem Fluss „Kalte Bode“

nach Königshütte. Haben wir genug? NEIN!

Wir klettern den nächsten Berg zur Ruine

Königsberg mit dem Stempel Nr. 41 hinauf,

verfranzen uns da oben nach einer kleinen

Pause beim Abstieg trotz Navi und zweifeln

kurz an unseren Orientierungsfähigkeiten.

Wir nehmen die nördliche Route an der

Überleitungssperre vorbei bis zur Trogfurther

Brücke. Unsere Kräfte schwinden

und wir erkennen nach nun 32 km, dass die

letzten Kilometer am 2. Tag quälend werden.

Jeder geht in sich und die Bedürfnisse

für Pausen und Ruhe wechseln sich unter

uns ab. Kein besseres Heilmittel gibt es im

Leid als eines edlen Freundes Zuspruch.

Euripides Unsere Beine sind schwer. Doch

die warme Abendstimmung gibt uns Energie.

Wir schleppen uns stolz, aber müde

nach 37,3 km ins Hotel in Rübeland. Dann

gute Nacht!

Etappe 3 – Rübeland-Treseburg:

Wasser voraus

Wir stehen mit schmerzenden Körperteilen

auf. Spiegelei und Kaffee zum Frühstück.

Da können wir nicht meckern. Und unser

erstes Ziel: der Stempel Hoher Kleef Nr. 88.

16 07 | 2020


HARZ WANDERN

Da steckt die Strapaze schon im Namen.

Oben, am Bienenbär aus Holz vorbei im

Aussichts-Pavillon angekommen, lachen

wir. Noch! Ab Rübeland (leitet sich vom

früheren Namen Roveland= raues Land ab)

brauchen wir nur noch der Bode zu folgen,

die nach Thale fließt. Alles grünt hier und

riecht einfach frisch. Nach 4 km können wir

auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses

ein aktives Wasserrad entdecken. Habe

ich nicht mal die 10 % Regelung erwähnt?

A C H T U N G !! Bei Überschwemmung des

Wanderpfades Hochwasserumgehung

benutzen! Wendefurth… Also, ein kleiner

Umweg. Nach einem Anstieg von 80 Höhenmeter

auf 300 m Länge machen wir eine

kleine Mittagspause und holen uns dann

nach 11 km am heutigen Tag Stempel Nr.

62, Talsperrenblick Wendefurth. Wir setzen

unsere Hexenhüten wieder auf. Nach einem

2 km langen Abstieg und einigen belächelnden

Blicken fragt eine Frau, warum wir wohl

diese Hüte tragen, weit ab vom Brocken?

Wir erklären ihr, dass wir uns hier auf dem

Hexen-Stieg befinden. Auch nach unseren

Besen werden wir gefragt und ob wir für

Walpurgis nicht zu spät dran seien.

Wir folgen dem Bodeweg zu einer seichten

Stelle und gönnen unseren geplagten

Füßen eine Erfrischung im kühlen Nass.

Welche Wohltat! Kurz vor Altenbrak lockt

uns der Stempel an der Schutzhütte Schöneburg

Nr. 63. Die Krux: Er liegt, mit der

grandiosen Aussicht auf Altenbrak selbst,

schon wieder auf einem Berg! Wir halten

diese wunderschöne Natur auf einem Bild

fest. Am Ortsrand von Altenbrak haben wir

nun schon 18 km geschafft. Der Kopf ist

bereits am Ziel des heutigen Tages. Stärke

wächst nicht aus körperlicher Kraft- vielmehr

aus unbeugsamen Willen. Mahatma

Gandhi Heute schleppen wir uns auch sehr,

sehr schwerfällig und fast schweigend ins

traumhafte Hotel Bodeblick. Trotz aller

Tag 3: Abstieg vom Stempel Schöneburg

Strapazen schauen wir wehmütig dem morgigen

Tag unserer letzten Etappe entgegen.

Etappe 4 – Treseburg-Thale:

Mini-Canyon Bodetal

Unser Start wieder Mal mit Hexenhut wird

von Sonnenschein und Wärme begleitet.

Wir erklimmen die eine Anhöhe für den

nächsten Stempel. Verrückt? Ganz sicher

ehrgeizig. 130 Höhenmeter auf 1,3 km

Strecke hinauf und auch wieder hinunter?

Lachhaft. Wir folgen tiefenentspannt erneut

der Bode und erreichen dann wieder

bergauf nach 3,55 km die Sonnenklippe,

Stempel Nr. 69. Die wichtige Stempelstelle

für die Hexenstiegnadel. Geschafft!. Von

Tag 3: Das Bodetal

der Sonnenklippe geht es bergab durch

das Bodetal, den Canyon des Harzes. Wir

gönnen uns eine kleine Pause am Wasser.

Ein Stück natürlich bergauf haben wir eine

super Aussicht auf die Roßtrappe und den

Bodekessel. Ein herrlicher Blick auf die

beeindruckende Kraft des Wassers. Nun

noch mal alle Reserven für den steinigen

Abstieg aktiviert, kommen wir glücklich an

der Teufelsbrücke an. Den letzten Stempel

Hirschgrund holen wir uns am Gasthaus

Königsruh, Nr. 178. Auf dem Weg zur Touristeninformation

blicken wir uns an und

können kaum glauben, dass es an diesem

Tag nach 12,4 km nach Hause geht. Ziel

erreicht! Es war ein super tolles Abenteuer.

Vielen Dank an Kati und Martina.

Tag 4: Wasserrad entlang der Bode

Tag 4: Hexen in Sicht

07 | 2020

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HISTORIE

Vor 125 Jahren:

Harzer Gewerbeschau in Elbingerode

Edeka Markt

Wo man heutzutage im Elbingeröder

Edeka Center von Grit Walter an der

Alten Waldbreite seine Lebensmittel,

Getränke und Waren des täglichen

Bedarfes kaufen kann, standen vor

125 Jahren drei große Ausstellungshallen

und mehrere Pavillons. Diese

gehörten zu einer großen Harzer Gewerbeausstellung,

die in Elbingerode

anlässlich der 11. Jahreshauptversammlung

des Harzklubs vom 15. Juli

bis 15. September 1895 stattfand.

Die Ausrichtungen der jährlichen Hauptversammlungen

des Harzklubs wurden

vom Hauptvorstand satzungsgemäß an

die sich dazu bewerbenden Städte oder

Orte vergeben. Verbunden waren diese

mit Ausstellungen und Gewerbeschauen.

Elbingerode erhielt für 1895 den Zuschlag

für die Ausrichtung der Hauptversammlung.

Da sich zu der vorgesehenen, parallel dazu

verlaufenden Gewerbeschau sehr viele

Interessenten aus der Industrie, Bergbau,

Forst und regionalen Gewerbe meldeten,

beschloss das Leitungsgremium des Harzklubs

eine Gesamt-Harzer Gewerbeschau

Die größte Ausstellungshalle stand an der Südseite des Geländes am Waldhof

daraus zu machen. Der Elbingeröder Zweigverein

erklärte sich bereit, diese auszurichten.

Die Vorbereitungszeit war sehr knapp.

Der Elbingeröder Architekt und Besitzer

des Hotels Waldhof Ernst Niewerth (1852

– 1907) gab die Einwilligung, sein an dem

Waldhof anschließendes 1,20 Hektar großes

Gartengelände zur Verfügung zu stellen.

Ein Vorstand wurde gewählt. In diesem organisierten

der Elbingeröder Bürgermeister

Otto Hanff (Dienstzeit von 1892-1903),

der Architekt und Hotelier Ernst Niewerth

und der Oberfeuerwerker (Sprengmeister)

E. Schnelle den Ablauf der Gewerbeschau.

In weiteren Ausschüssen wurden Detailaufgaben

bewältigt. Das Protektorat wurde an

18 07 | 2020


HISTORIE

„Seine Durchlaucht Fürst Otto zu Stolberg-

Wernigerode“ vergeben, der auch am 15.

Juli 1995 die Harzer Gewerbeschau im Hotel

Waldhof eröffnete.

Zur Finanzierung wurde ein Garantiefonds

gebildet, in dem die Aussteller prozentual

zu ihren Ausstellungsflächen einzahlten.

Laut einem vom Kämmerer Ernst Kohlrusch

geführten Rechnungsbuch endete

die Finanzierung ohne Minusbetrag.

Ernst Niewerth wurde mit dem Bau der

drei Ausstellungshallen und der Gestaltung

des Geländes beauftragt. Die drei

Hallen hatten insgesamt eine überdachte

Fläche von 1.000 Quadratmeter. In kurzer

Zeit wurden sie errichtet. Daneben entstanden

noch etliche Pavillons, von denen der,

der Schreyer’schen Brauerei der Schönste

war. Diese Brauerei wird ja als Vorgänger

der Hasseröder Brauerei angesehen. Auf

dem Freigelände waren Landwirtschaftsmaschinen

und Bergbaugeräte ausgestellt.

Auch ein Holzkohlemeiler nebst Köhlerhütte

lockte viele Schaulustige an. 150

Aussteller präsentierten ihre Erzeugnisse.

Einige Firmen und Betriebe davon existieren

noch heute, wie das Wernigeröder

Juweliergeschäft Gadebusch oder die Elbingeröder

Tischlerei Edert. Die größten

Aussteller waren die Harzer Eisenhütten

und metallverarbeitende Betriebe sowie

die Kalksteinindustrie. Das Oberbergamt

Clausthal präsentierte eine umfangreiche

Montanschau mit einer Bergmannstube

(heute würde man Bergbaumuseum dazu

sagen). Ebenso stellten die Forstwirtschaft

und das Steinmetzgewerbe viele Erzeugnisse

aus. Auch die darstellende Kunst sowie

kunstgewerbliche Arbeiten bekamen

ihren Platz auf dem Ausstellungsgelände.

Weiterhin stellten die Schulen ihre im Handarbeitsunterricht

hergestellte Stick- und

Strickarbeiten aus. Auf dem Freigelände

waren die Erzeugnisse der Harzer Steinbrüche

zu sehen. Viel Aufmerksamkeit erregte

ein mehrere Meter großes Harzrelief, welches

das Gebirge anschaulich darstellte. Es

gab sehr viel zu sehen und zu bestaunen.

Auch die Kunst kam nicht zu kurz. Viele

Künstler stellten ihre Werke aus. Konzerte

und Aufführungen lockerten die Ausstellung

auf. In etlichen Restaurants konnte

man sich entspannen und stärken. Sehr

beliebt war dabei der Pavillon der Brauerei

Schreyer.

Die Halberstädter Wurstfabrik Karl Heine

(heute Halberstädter Würstchen) lieferte

sehr viele Würstchen. Doch da diese noch

nicht konserviert waren, verdarben viele

davon. Erst später gelang Heine die Konservierung

in Dosen.

Eröffnet wurde die Ausstellung am 15. Juli

1895 durch Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode

mit anschließendem Festbankett

Schön war das Außengelände gestaltet.

Holzkohlenmeiler und Köhlerhütte durften

nicht fehlen.

Zur finanziellen Aufbesserung des Ausstellungsbudgets

wurde eine Lotterie ins Leben

gerufen. Die Lose wurden für eine Mark

verkauft. Der erste Preis war das von der

Elbingeröder Tischlerei Edert angefertigte

Schlafzimmer. Doch zu der Preisauslieferung

kam es nicht, da sich etliche Loskäufer

dafür meldeten, aber keiner ein gültiges Los

vorweisen konnte. So wurde das Schlafzimmer

verkauft.

Ungefähr 20.000 Besucher sahen sich die

Gewerbeschau an. Dies war in der Zeit ohne

Motorisierung sehr viel. Die auswärtigen

Gäste kamen meist mit der Eisenbahn oder

Pferdekutschen. Die fürstliche Familie besuchte

die Ausstellung mehrmals.

Da sich in den letzten Ausstellungstagen

die Besucher auf dem Gelände sehr drängten,

entschloss sich die Leitung zu einer

Verlängerung um sieben Tage. So schloss

die Harzer Gewerbeschau erst am 22. September

1895.

Männerrunde vor dem Pavillon der Brauerei Schreyer

im Hotel Waldhof. Danach konnten alle

Besucher die Gewerbeschau betrachten.

Wie bei großen Ausstellungen üblich, fand

auch in Elbingerode eine Prämierung und

Wertung der Aussteller statt. Es wurde eine

Prämierungskommission gebildet. In dieser

war auch der Name des Fürstlichen Baurats

Karl Frühling zu finden. Den ersten

Preis erlangte das Königliche Oberbergamt

Clausthal für seine bergbauliche Ausstellung.

Weitere Preise gingen an Kommunal

Hüttenwerk Oker und an das Königliche

Bergamt Clausthal. Auch die Halberstädter-

Blankenburger-Eisenbahn wurde mit einem

Preis bedacht. Die kleineren Betriebe erhielten

Diplome und Medaillen.

Das Fazit der Veranstalter war: „Was eine

Anzahl arbeitsfreudiger und tatkräftiger

Männer zu schaffen vermögen, das hat unsere

alte Harzstadt Elbingerode bewiesen.

Möge diese Ausstellung ein Grundstein zur

dauerhaften fortschreitenden Entwicklung

unseres Ortes ein. Die Aussteller haben Vorzügliches

geleistet und dieses wurde von

den Besuchern anerkannt“ (Wernigeröder

Zeitung und Intelligenzblatt).

Das Ausstellungsgelände sowie den Waldhof

verkaufte 1900 Ernst Nie Werth an den

Oberkellner Heindorf. 1921 wechselte das

Gelände den Besitzer. Das Elbingeröder

Diakonissen- Mutterhaus „Neuvandsburg“

kaufte es und betrieb darauf bis 1994 eine

Gärtnerei. Dann wurde das Gelände an eine

Finanzgruppe veräußert, die es an Handelskette

Edeka weiter vergab. Dort wurde der

Edeka-Einkaufsmarkt gebaut, den heute

nach weiteren Vergrößerungen Grit Walter

betreibt. Text und Fotorepro Günther Breutel

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HARZ AKTUELL

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz und Umgebung

Ein seltsamer und gefürchteter

Räuber!?

Das habe ich mich sofort gefragt

als ich die Fotos von diesem Insekt

gemacht habe. Gesehen habe ich diese

Fliege schon mehrmals, aber trotzdem

musste ich erstmal herausfinden was

das für ein Insekt ist. Das Weibchen

einer Skorpionsfliege habe ich da

erwischt.

Aufnahme vom 09.05.2020 bei Scharzfeld

Die Gemeine Skorpionsfliege ist eine Schnabelfliegenart,

deren Männchen über ein

deutlich verdicktes Genitalsegment am

Ende des Hinterleibes verfügen, das meist

nach oben gekrümmt getragen wird und

an den Stachel eines Skorpions erinnert.

Darauf basiert der deutsche Name dieser

Art und der ganzen Familie der Skorpionsfliegen.

Im Dezember 2017 wurde die

Gemeine Skorpionsfliege als Insekt des

Jahres 2018 ausgewählt.

Körperbau

Die vier Flügel der Gemeinen Skorpionsfliege

sind netzartig geädert, dunkel gefleckt

und haben eine Spannweite von 25 bis

35 mm. Die Mundwerkzeuge sind schnabelartig

verlängert. Die letzten Hinterleibssegmente

sind bei beiden Geschlechtern

rot. In der Form weisen sie hingegen einen

ausgeprägten Sexualdimorphismus auf.

Bei den Weibchen ist dieser Körperteil

eine leicht nach oben gebogene Legeröhre,

während die Männchen über ein stark

nach oben gekrümmtes, zangenartiges

Begattungsorgan verfügen, das an den

Stachel eines Skorpions erinnert. Die vorderen

Hinterleibsegmente sind schwarzgelb,

wobei die schwarze Zeichnung nur

ober- und unterseitig vorhanden ist. An

den Flanken sind diese Segmente gelb. Die

Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu

drei Zentimetern.

Lebensweise

Als Habitate bevorzugt die Gemeine Skorpionsfliege

dunkle und feuchte Lebensräume

wie z. B. Wälder oder Waldränder. Die

Gemeine Skorpionsfliege ernährt sich von

meist toten oder geschwächten Insekten.

Bei der Nahrungssuche werden auch die

Netze von Webspinnen aufgesucht und die

darin verfangenen Insekten vertilgt, ein

Verhalten, das als Kleptoparasitismus bezeichnet

wird. Der Besuch des Netzes durch

die Skorpionsfliege wird in der Regel von

der Spinne bemerkt. Oft nähert sich diese

auch der Skorpionsfliege, lässt sie dann

aber unbehelligt gewähren. Der Grund für

diese ungewöhnliche Verhaltensweise ist

bisher unerforscht.

Fortpflanzung

Um die Weibchen anzulocken, balzen die

Männchen mit abgespreiztem und in die

Höhe gestrecktem Genitalsegment. Hierbei

wird, wie bei anderen Panorpa-Arten,

eine Genitaltasche ausgestülpt und mit

den Flügeln gefächelt, es werden jedoch

keine Pheromone freigesetzt. Die Lokalisierung

der Männchen durch die Weibchen

erfolgt also rein optisch. Der Verpaarung

mit einem angelockten Weibchen geht

meist eine lange Balz voraus, bei der sich

das Männchen mit Flügelschlagen und

zitternden Bewegungen des Hinterleibes

dem Weibchen nähert. Dieses reagiert

darauf zunächst abwartend und dann mit

einer kurzen Flucht. Ist das Weibchen paarungswillig,

bewegt es sich anschließend

wieder lockend in die Nähe des Männchens,

woraufhin das Männchen sich wieder annähert.

Dieses Verhalten wiederholt sich

mehrfach, bis das Männchen dem Weibchen

ein „Hochzeitsgeschenk“ überreicht.

Dies kann ein Nahrungsbröckchen oder ein

eiweißhaltiges Sekrettröpfchen sein, welches

das Männchen aus seinen Speicheldrüsen

ausscheiden kann. Das Weibchen

beginnt das Nahrungsgeschenk zu verzehren.

In der Zeit ergreift das Männchen mit

seinem zangenartigen Begattungsorgan

den Hinterleib des Weibchens. Die Kopulation

erfolgt in einer V-Stellung und wird

oft mehrfach wiederholt. Die Paarung kann

sich bis zu zwei Stunden hinziehen, abhängig

von der Menge an Nahrungsgeschenken,

die das Männchen dem Weibchen übergeben

kann. Danach beurteilt das Weibchen

das Männchen. Gut genährte Männchen,

die viele Sekrettröpfchen absondern

können, können sich länger paaren und

ihre Gene erfolgreicher weitergeben als

schwächere Männchen. Unter Umständen

kann es vorkommen, dass einem Männchen

ein Kopulationsversuch ohne „Hochzeitsgeschenk“

gelingt. In diesen Fällen sind

die Kopulationen jedoch in der Regel sehr

kurz (15-30 Minuten), da die Weibchen ihren

Kopulationspartner oft abschütteln.

Text und Foto Otto Unruh

»Weitere Infos findet ihr

unter diesem Link: https://

de.wikipedia.org/wiki/

Gemeine_Skorpionsfliege

20 07 | 2020


HARZKLUB

Harzklub-Zweigverein Bad Suderode

„Wenn man die Natur wahrhaft liebt,

so findet man es überall schön“ (Vincent van Gogh)

Ungewöhnliche Zeiten liegen hinter

uns! Eine Zeit mit vielen Einschnitten

und Beschränkungen, aber auch die

Gelegenheit sich neu zu erfinden.

Für uns im Harzklub war und ist es natürlich

eine schwierige Zeit, ist doch ein Großteil

unserer Aktivitäten durch geselliges Beisammensein

geprägt. Viele geplante Veran-

staltungen sind in diesem Jahr leider nicht

möglich oder bereits abgesagt worden.

Aber um sich mal eines abgedroschenen

Spruches zu bedienen… In jedem Ende

liegt bekanntlich ein neuer Anfang.

Wir haben die zurückliegende Zeit nicht ungenutzt

gelassen und waren fleißig. Natürlich

unter strengster Einhaltung aller Regeln

und Auflagen, versteht sich. Einiges wollen

wir euch vorstellen und vielleicht hat ja der

ein oder andere Lust, sich im Harzklub neu

zu entdecken.

Im Frühjahr haben wir uns aktiv um den

Amphibienschutz gekümmert. Dazu wurde

ein Amphibienschutzzaun errichtet und

regelmäßig den „Tieren über die Straße

geholfen“. Ebenso haben wir an der Lessinghöhle

einen Totholzhaufen erschaffen.

07 | 2020

21


Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 06_2020

Der Harz_06_20.indd 1 29.05.20 09:00

HARZKLUB

Damit bieten wir zahlreichen Tieren eine

Unterschlupfmöglichkeit. Apropos Lessinghöhle:

Auch hier hat sich einiges getan. Die

zwei Türen wurden neu gestrichen und der

Außenbereich von überflüssigem Laub und

von Erde befreit. Damit wurde der Felsen

bis zum Boden freigelegt und alles ist jetzt

ebenerdig.

Das Naturschutzgebiet Münchenberg soll

nicht unerwähnt bleiben, schließlich fanden

auch dort einige Arbeiten statt. So

konnten mehrere Schilderbäume repariert

werden. Auch einige dort befindliche Bänke

haben neue Farbe erhalten, andere sind

wiederum noch in Arbeit. Und auch am

Bückeberg wurden Bänke repariert und

neu gestrichen.

Am Herzen liegt uns auch die Ganzjahresfütterung

unserer heimischen Vögel im

Naturschutzgebiet Münchenberg. Durch

das Insektensterben und die anhaltende

Trockenheit der letzten Jahre finden die


Beitrittserklärung

Zutreffendes bitte ankreuzen:

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des Harzklubs unterstützen und

erkläre hiermit meinen Beitritt als:

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind

Familie

Vorname/Name:

Geburtsdatum:

Straße:

PLZ /Ort:

E-Mail:

Beitritt zum Harzklub-Hauptverein/Zweigverein:

Der Jahresbeitrag ist unterschiedlich und liegt zwischen 10,- und 30,- €

Ort, Datum

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:

Unterschrift

Bei Minderjährigen, Unterschrift

eines Erziehungsberechtigten.

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«

(Jahresabonnement 31,57 € – erscheint monatlich).

Ort, Datum

Unterschrift

Vögel auch im Sommer nicht mehr genügend

Futter. Wir wollen helfen und stellen

Futtermittel zur Verfügung. Das Futtermittel

ist für uns leider nicht kostenlos zu

haben. Deshalb freuen wir uns über jeden

Naturliebhaber, der mit einer kleinen Spende

die Ganzjahresfütterung ermöglicht.

Hier für alle „Suchfaulen“ unsere

Kontodaten für eine kleine Spende:

Harzklub Zweigverein Bad Suderode

IBAN: DE038105200003999743626

Betreff: Ganzjahresfütterung

Vielen Dank im Voraus!

Es gab und gibt immer noch viel zu tun.

Vielen Dank an alle fleißigen Hände und

alle Vereinsmitglieder, die uns trotz fehlender

Wanderungen die Treue halten. Na,

interessiert am Harzklub? Dann meldet

euch bei uns.

Euer Harzklub-Zweigverein Bad Suderode

Wanderung nach

Freckleben

Seite 4

Neue Informationstafeln

in Hohegeiß

Seite 8

Hexen erwandern

den Harzer Hexen-

Stieg Seite 16

www.harzklub.de

Vorteile der Mitgliedschaft

im Harzklub e.V.

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung

von Wanderheimen z.B. beim Kauf

von Wanderkarten, Übernachtungen in den

Wanderheimen

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher

Wanderverband): Vergünstigungen regional

und deutschlandweit bei vielen Partnern

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme

an Veranstaltungen des Harzklub e.V., z.B.

Harzer Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,

Brockenveranstaltungen, den

Veranstaltungen der Zweigvereine und an

den geführten Wanderungen und Ausflügen

des Harzklubs

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit

der Teilnahme an den Lehrgängen,

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,

Wegebeschilderung, Naturschutz,

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,

Klöppeln)

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,

Basteln, Harzer Brauchtum und Lagerfeuer,

Ausflüge zum Weltwald Harz, auf den Brocken,

in Höhlen oder Bergwerke

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund

der hohen Mitgliederzahl im Harzklub-

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-

Musikinstrumente)

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft

im Deutschen Wanderverband

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im

Landestrachtenverband

✔ Vermarktung und Werbung für die

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen

über die Geschäftsstelle, das Internet,

Rundschreiben und Presseinformationen

✔ Information sämtlicher Zweigvereine

zu den Geschehnissen im Harzklub und im

gesamten Harz z.B. durch Rundschreiben,

Vereinszeitschrift „Der Harz“, Versammlungen,

Internet, Presse

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,

Internet

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien

für besondere Projekte der Zweigvereine

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,

Veranstaltungen usw.

✔ Beratung durch den Hauptverein über

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,

Datenschutz usw.

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder

im gesamten Harzklub können sich viel besser

Gehör verschaffen, als einzeln agierende

„Ortsvereine“

✔ Aktive Mitwirkung in der großen

Harzklub-Familie: Umsetzung gemeinsamer

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns

22 07 | 2020


Die freundliche Druckerei

mit der Harzer Seele.

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rzes

Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausnen

erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

tische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwanm

einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

ftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

eutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafheranwachsen,

die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

nstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

ftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausals

Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselen,

wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

den Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

le Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

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Informationen

in dieser

Broschüre

aus der:

Konzept \ Entwicklung \ Realisierung

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Tourist-Information Wernigerode, Marktplatz 10, 38855 Wernigerode

Telefon (0 39 43) 5 53 78-35, www.wernigerode-tourismus.de

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An insgesamt 222 sehenswerten Plätzen

im gesamten Harz stehen die Stempelstellen

der „Harzer Wandernadel“ für Sie

bereit. Sie befinden sich in der Nähe von

romantischen Waldgaststätten, rustikalen

Schutzhütten und einer Vielzahl von interessanten

Aussichtspunkten. Auch Bergwerke,

Burgruinen oder Naturdenkmäler und

natürlich der majestätische Brocken warten

auf Ihren Besuch und halten einen Stempel für den einheimischen Wanderer oder

den Touristen bereit.

Das System der Harzer Wandernadel ist eine Erfolgsgeschichte und eines von

wenigen Projekten, welche harzübergreifend über die Grenzen von Deutschland

hinweg Anerkennung finden.

Für Natur- und Wanderfreunde ist der Harz

für einen Urlaub wie geschaffen. Kaum

eine andere Region kann mit so vielen

interessanten Landschafts- und Kulturformen

aufwarten. Der Harz erstreckt sich

über die drei Bundesländer Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Durch das Stempelheft der Harzer Wandernadel, unser dreiteiliges Kartenset und

die Hinweise auf unserer Webseite werden Sie sanft zu den schönsten und erlebnisreichsten

Stellen im gesamten Harz geleitet.

Es gibt wohl kein Wanderprojekt in Deutschland, welches von ihren Nutzern, egal

ob Einheimischen, Naherholungssuchenden oder Touristen in dieser Form permanent

an andere teilweise wildfremde Menschen weiterempfohlen wird.

Über 6.500 Wanderern ist es bislang

gelungen alle 222 Stempelstellen in Ihren

Wanderpass zu sammeln, ca. 850 km zu

wandern und Harzer Wanderkaiser zu

werden. Gerade Kinder lassen sich von der

Stempeljagd schnell begeistern und begleiten

so Eltern oder Großeltern gern auf

Stempeltouren. Dafür haben wir die Auszeichnung

„Wanderprinz und Wanderprinzessin“ entwickelt, welche man bereits

für 11 gesammelte Stempel bekommt und Ansporn für weitere Wanderungen und

Wandernadeln ist. Durch unser Projekt konnten wir bereits viele Kinder aus der

digitalen Welt in den schönen Harz entführen!

Für die Teilnahme an diesem einmaligen Projekt benötigen

Sie nur einen Wanderpass und diesen erhalten Sie

für eine Schutzgebühr von 3,00 € bei vielen Vertriebspartnern,

z.B. allen Harzer Touristinformationen.

Harzer Wandernadel

Schnappelberg 6 | 38889 Blankenburg | Tel. 03944 9547148

Fotos:

Jürgen Gamping La Viershöhe

Andrea Werner Rabenklippe

Lisa Weber Ferdinandstein

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