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Taxi Times München - 2. Quartal 2020

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<strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong><br />

www.taxi-times.taxi<br />

MÜNCHEN<br />

VERKEHRSMINISTERIUM BRÜSKIERT TAXIGEWERBE<br />

AUFREGUNG IN MÜNCHEN<br />

Lockdown für<br />

<strong>Taxi</strong>verband <strong>München</strong><br />

ALLES AUF NULL<br />

Aktion für<br />

Ärzte und Pfleger<br />

KOSTENLOS INS KRANKENHAUS<br />

Förderung für<br />

Rollitaxis<br />

GELD VON DER STADT


RUBRIK<br />

INHALT<br />

AUFREGUNG IN MÜNCHEN<br />

4 Verkehrsministerium brüskiert<br />

das <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

TAXIVERBAND MÜNCHEN INFORMIERT<br />

6 Verbandsarbeit ohne Einnahmen<br />

ISARFUNK TAXIZENTRALE INFORMIERT<br />

7 mywirt: Essensfahrten zu Corona-Zeiten<br />

IMAGEWERBUNG<br />

8 Kostenlose <strong>Taxi</strong>fahrten für Ärzte<br />

FÖRDERMASSNAHME ROLLITAXIS<br />

10 Stadt und Landkreis <strong>München</strong><br />

bezuschussen Umrüstung<br />

von Inklusionstaxis<br />

MÜNCHNER CORONA-AKTIONEN<br />

12 Blumenlieferungen und London <strong>Taxi</strong><br />

Stadt und Landkreis<br />

<strong>München</strong> fördern<br />

Inklusionstaxis mit<br />

einem Zuschuss über<br />

10.000 Euro pro Fahrzeug.<br />

Mehr dazu auf<br />

Seite 10.<br />

VERKEHRSPOLITIKER DENKEN FALSCH<br />

Ein gefährliches Virus droht das gesamte Gesundheitssystem kollabieren<br />

zu lassen. Um das zu verhindern, reagiert die Politik mit<br />

Notstandsmaßnahmen und fährt das komplette öffentliche Leben<br />

runter. Nur wer zu Hause ist, kann niemanden anstecken.<br />

Doch wer zu Hause bleibt, benötigt auch kein <strong>Taxi</strong>, und so traf<br />

der plötzliche Lockdown die Münchner <strong>Taxi</strong>fahrer/innen völlig<br />

unvorbereitet. Das Nachtgeschäft brach völlig zusammen, tagsüber<br />

fielen sämtliche Geschäftsfahrten aus, was sich vor allen Dingen<br />

am Flughafen desaströs auswirkte.<br />

Während also die <strong>Taxi</strong>unternehmen tagtäglich um ihr wirtschaftliches<br />

Überleben kämpften, setzte der <strong>Taxi</strong>verband <strong>München</strong><br />

trotz weggefallener Schulungseinnahmen seine gewerbepolitische<br />

Arbeit fort (Seite 6) und schufen <strong>Taxi</strong>zentralen neue Geschäftsfelder<br />

wie beispielsweise „mywirt“ (Seite 7).<br />

Doch nicht nur das: 500 Münchner <strong>Taxi</strong>fahrer/innen fuhren<br />

Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern sogar kostenlos in die<br />

Münchner Kliniken bzw. von dort nach Hause (Seite 8). Münchner<br />

<strong>Taxi</strong>fahrer/innen haben so eindrucksvoll die individuelle Mobilität<br />

auch in Krisenzeiten aufrechterhalten. Nicht nur aus wirtschaftlichem<br />

Eigennutz, sondern weil sie gesetzlich dazu<br />

verpflichtet sind. Das ist der Unterschied zu den taxiähnlichen<br />

Fahrtenvermittlern wie Uber, CleverShuttle oder Free Now und<br />

hätte allein schon deshalb eine staatliche Unterstützung verdient<br />

gehabt. Dass die Bitte um eine Subvention dieser Fahrten unerhört<br />

geblieben ist, ist traurig.<br />

Dass man die Branche im Gegenzug aber auch noch auf eine<br />

Stufe mit privaten Fahrtenvermittlern stellt, ist schlicht und ergreifend<br />

verantwortungslos. Anstatt Uber und Free Now eine Vermittlung<br />

während Corona-Zeiten zu verbieten, weil sie Fahrten unter<br />

Missachtung der Abstandsregeln an Mietwagen vermitteln und<br />

vor Gerichten ein Verbot nach dem anderen kassieren, hat das<br />

Bayerische Verkehrsministerium diese Unternehmen ganz offiziell<br />

auf eine Stufe mit dem <strong>Taxi</strong>gewerbe gestellt (Seite 4).<br />

Die eigentliche gut gemeinte Aktion zeigt: In den Köpfen der<br />

wichtigen politischen Entscheidungsträger werden die privaten<br />

Fahrtenvermittler inzwischen als gleichberechtigt zum <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

gesehen. Das ist falsch und eine Gefahr, die langfristig die<br />

Existenz der <strong>Taxi</strong>branche nachhaltiger gefährdet als der kurzfristige<br />

Lockdown aufgrund einer Virus-Pandemie. Die politische<br />

Aufklärungsarbeit muss also mit aller Entschlossenheit weitergehen.<br />

Herzlichst<br />

- die Redaktion -<br />

IMPRESSUM<br />

Verlag<br />

taxi-times Verlags GmbH<br />

Persiusstr. 7<br />

10245 Berlin, Deutschland<br />

Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0<br />

E-Mail: info@taxi-times.com<br />

Internet: www.taxi-times.com<br />

Geschäftsführer und V. i. S. d. P.<br />

Jürgen Hartmann (jh)<br />

Bankverbindung<br />

Stadtsparkasse <strong>München</strong><br />

IBAN: DE89701500001003173828<br />

BIC: SSKMDEMM<br />

UST-ID: DE293535109<br />

Handelsregister: Amtsgericht <strong>München</strong><br />

HRB 209524<br />

Redaktion (tt)<br />

Jürgen Hartmann (jh), Simon Günnewig (sg)<br />

E-Mail: tt-muenchen@taxi-times.taxi<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe<br />

Hayrettin Simsek (hs)<br />

Grafik & Layout<br />

Katja Stellert (Artdirektion),<br />

Ivan Cottrell<br />

Raufeld Medien GmbH<br />

Paul-Lincke-Ufer 42-43<br />

10999 Berlin<br />

Telefon: +49 (0)30 / 69 56 65-936<br />

Anzeigen + Vertrieb<br />

anzeigen@taxi-times.com<br />

Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0<br />

Druck<br />

Silber Druck oHG, Otto-Hahn-Straße 25<br />

D-34253 Lohfelden<br />

Erscheinungsweise: 4 x pro Jahr<br />

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<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> DACH, <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> Berlin,<br />

<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> <strong>München</strong><br />

FOTO: TITEL: Much Name Name FOTO: Brodit<br />

2 <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong> TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong>


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Wie kann es sein, dass ein demokratisch gewählter Staatssekretär mit einem<br />

Unternehmen gemeinsame Sache macht, das juristisch bewiesen illegal agiert?<br />

EIN STAATSMINISTERIUM<br />

BRÜSKIERT DAS<br />

TAXIGEWERBE<br />

Eigentlich wollte das Bayerische Verkehrsministerium eine »transparente<br />

Information zu Verhalten und Maßnahmen aller Fahrgäste im <strong>Taxi</strong>- und<br />

Mietwagenverkehr« erreichen. Doch der Schuss ging gehörig nach hinten los.<br />

Es war ein Gemeinschaftsfoto, das<br />

mächtig Wellen schlug. Rund um<br />

ein <strong>Taxi</strong> hatten sich – in gebührendem<br />

Abstand zueinander und mit Schutzmasken<br />

getarnt – Vertreter des Münchner<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbes sowie je ein Vertreter von<br />

Free Now und von Uber versammelt. Mittendrin<br />

als Initiator auch der Staatssekretär<br />

des Bayerischen Verkehrsministeriums,<br />

Klaus Holetschek (CSU).<br />

Dieses Foto wurde gemeinsam mit einer<br />

Pressemitteilung am 24. April veröffentlicht,<br />

die laut Verkehrsministerium von<br />

„Vertretern der bayerischen <strong>Taxi</strong>-, Mietwagen-<br />

und Fahrtvermittlungsbranche“ abgegeben<br />

wurde. „Die Corona-Krise bestimmt<br />

in weiten Bereichen das derzeitige Leben“,<br />

verkündete das Ministerium. Die Branche<br />

wolle einen wirksamen Beitrag zur Eindämmung<br />

des Infektionsgeschehens leisten.<br />

Sie stehe in dieser Krise als zuverlässiger<br />

Mobilitätspartner zur Seite.<br />

Anschließend wird an den Fahrgast<br />

appelliert, zur Unterstützung bei der Eindämmung<br />

des Corona-Virus bei <strong>Taxi</strong>- und<br />

Mietwagenfahrten einige Dinge zu beachten.<br />

So solle man beispielsweise immer<br />

hinten einsteigen, um den Abstand zu den<br />

Fahrerinnen und Fahrern zu halten, bereits<br />

ab drei Personen ein Großraumfahrzeug<br />

rufen, die Möglichkeiten der bargeldlosen<br />

Bezahlung nutzen, Hygienemaßnahmen<br />

einhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung<br />

tragen.<br />

Im Gegenzug verspricht die Branche,<br />

die Fahrzeuge mit Trennschutz auszustatten,<br />

(vermehrt) die bargeldlose Zahlung zur<br />

Verfügung zu stellen sowie Fahrer einzusetzen,<br />

die spätestens ab 27. April eine Mund-<br />

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FOTO: Bayerisches Verkehrsministerium<br />

4 <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong> TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong>


AUFREGUNG IN MÜNCHEN<br />

Nasen-Bedeckung tragen. Zudem habe man<br />

die Reinigungsmaßnahmen in Bezug auf<br />

die Fahrzeuge intensiviert, um das Infektionsrisiko<br />

zu senken.<br />

So weit, so gut, doch nun kommt der<br />

große Haken an dieser Geschichte: Auf dem<br />

Foto waren auch je ein Vertreter der beiden<br />

privaten Fahrtenvermittler Uber und Free<br />

Now zu sehen, und deren Logos fanden sich<br />

auch auf der vom Verkehrsministerium veröffentlichten<br />

gemeinsamen Information –<br />

neben den Logos des Landesverbands<br />

Bayerischer <strong>Taxi</strong>- und Mietwagenunternehmer<br />

sowie der beiden Münchner <strong>Taxi</strong>zentralen<br />

IsarFunk und <strong>Taxi</strong>-<strong>München</strong> eG.<br />

Das <strong>Taxi</strong>gewerbe wurde also von der<br />

bayerischen Politik auf eine Stufe mit privaten<br />

Vermittlungsanbietern gestellt, und<br />

genau das führte sofort nach der Veröffentlichung<br />

zu einem wahren Shitstorm in<br />

den sozialen Medien. Allerdings richtete<br />

sich der Zorn der <strong>Taxi</strong>fahrer und Unternehmer<br />

nicht nur gegen das Ministerium,<br />

sondern gegen die eigenen Gewerbevertreter,<br />

denen man unterstellte, gemeinsame<br />

Sache mit Uber und Free Now zu machen –<br />

nicht zuletzt deshalb, weil diese Aktion von<br />

Online-Plattformen als „Schulterschluss“<br />

des <strong>Taxi</strong>gewerbes mit Uber und Free Now<br />

bezeichnet wurde.<br />

GUTE MIENE ZUM BÖSEN SPIEL<br />

Diese Gleichstellung der beiden Privatanbieter<br />

mit dem <strong>Taxi</strong>gewerbe wurde allerdings<br />

nicht von den Vertretern des<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbes eingefädelt, wie diese auf<br />

Nachfrage gegenüber der Münchner<br />

<strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong>-Redaktion bestätigten. Vielmehr<br />

seien sowohl Uber als auch Free Now<br />

von Beginn an bei allen Telefonkonferenzen<br />

vom Verkehrsministerium einbezogen<br />

worden.<br />

Thomas Kroker, Vorstand der <strong>Taxi</strong>-<strong>München</strong><br />

eG, kann darüber nur den Kopf schütteln:<br />

„Die <strong>Taxi</strong>-<strong>München</strong> eG möchte klar<br />

hervorheben, dass es weder einen ‚Schulterschluss‘<br />

oder eine Annäherung an die<br />

PURE IGNORANZ<br />

Im Nachgang zu dieser Meldung hat die <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong>-Redaktion bei der<br />

Pressestelle des Bayerischen Verkehrsministeriums u. a. nachgefragt, ob dem<br />

Ministerium die bisherigen Urteile zum Verbot der Applikation UberX durch die<br />

Landgerichte Frankfurt und <strong>München</strong> bekannt seien und wie man in Anbetracht<br />

dieser Urteile rechtfertigt, dass man Uber nun sogar bei der angesprochenen<br />

Aktion gleichberechtigt mit dem <strong>Taxi</strong>gewerbe hat teilnehmen lassen. Diese Anfrage<br />

wurde nicht konkret beantwortet, stattdessen teilte das Ministerium mit: „Das<br />

Ziel aller Beteiligter war es, mit einem gemeinsamen und einheitlichen Vorgehen<br />

eine transparente Information aller Fahrgäste im <strong>Taxi</strong>- und Mietwagenverkehr<br />

zu erreichen und damit Vertrauen angesichts der Corona-Krise herzustellen. Der<br />

gemeinsame Pressetermin diente damit ausschließlich der Information über die<br />

Maßnahmen zum Infektionsschutz.“<br />

beiden Mietwagen-Vermittlungsplattformen<br />

gegeben hat bzw. auch keine geben<br />

wird“, stellt er klar. „Wir bewerten diese<br />

Organisationen nach wie vor als existenzbedrohende,<br />

illegal agierende Mitbewerber<br />

im Markt, die ihr Geschäftsmodell nur<br />

durch systematische Umgehung von Gesetzen<br />

und Verordnungen am Leben erhalten.“<br />

Christian Hess, Geschäftsführer von<br />

IsarFunk, hebt die wesentlichen Unterschiede<br />

zwischen dem <strong>Taxi</strong> und privaten<br />

Anbietern hervor: „Einzig und alleine das<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe hat eine Betriebs- und Beförderungspflicht.<br />

Damit stellen wir gerade<br />

während der Corona-Krise sicher, dass<br />

nach wie vor kranke Menschen zum Arzt<br />

gefahren werden und Patienten dreimal pro<br />

Woche zur lebenserhaltenden Dialyse. Um<br />

das sicherzustellen, setzten sich die Fahrer<br />

seit Wochen dem Risiko einer Ansteckungsgefahr<br />

aus. Und weil gerade solche<br />

Fahrgäste sogenannte Hochrisikopatienten<br />

sind, wurden bereits über 3.000 <strong>Taxi</strong>s in<br />

Deutschland mit einem Infektionsschutz<br />

versehen. Die Politik darf unsere Branche<br />

nicht mit shareholdergetriebenen Privatanbietern<br />

gleichsetzen, die mit marktvernichtendem<br />

Preisdumping jenen Teil des ÖPNV<br />

zerstören, der die mobile Daseinsvorsorge<br />

der Gesellschaft sichert.“<br />

Hess und Jörg Wohlfahrt, Vorstand der<br />

<strong>Taxi</strong> <strong>München</strong> eG, hatten wie auch der <strong>Taxi</strong>fahrer<br />

Donald Huber beim Fototermin gute<br />

Miene zum bösen Spiel gemacht. Immerhin<br />

ging es darum, den privaten Anbietern keinesfalls<br />

den öffentlichen Raum zu überlassen<br />

und die vertrauensbildende Maßnahme<br />

für die Bevölkerung nicht zu gefährden.<br />

Und man konnte im Vorfeld wenigstens<br />

noch erreichen, dass ein <strong>Taxi</strong> in Hellelfenbein<br />

auf dem Foto erscheint. Hätte man sich<br />

der Aktion verweigert, „wäre im Rahmen<br />

dieser gemeinsamen Mitteilung das <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

überhaupt nicht in Erscheinung<br />

getreten“, mutmaßt Wohlfahrt.<br />

Der Schwarze Peter ist also allein dem<br />

Bayerischen Verkehrsministerium zuzuschieben,<br />

findet Kroker: „Es ist für die<br />

<strong>Taxi</strong>-<strong>München</strong> eG nicht nachvollziehbar,<br />

aus welchen Gründen ein Staatsministerium<br />

Organisationen und Strukturen, deren<br />

Geschäftsmodell ausschließlich auf Hinterwanderung,<br />

Aushebelung und Umgehung<br />

rechtsstaatlicher Prinzipien aufbaut, die<br />

Teilnahme an offiziellen Terminen und<br />

Telefonkonferenzen ermöglicht. Die Präferenz<br />

hätte in diesem Rahmen ausschließlich<br />

beim seriösen <strong>Taxi</strong>gewerbe als fixer,<br />

zuverlässiger Bestandteil des ÖPNV liegen<br />

dürfen.“ jh<br />

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TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong> <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong><br />

5


TVM<br />

VERBANDSARBEIT OHNE<br />

EINNAHMEN<br />

Finanziell traf die Corona-Pandemie den TVM<br />

ebenso stark wie seine Mitglieder. Erschwerend<br />

kam hinzu, dass Berufsverbände aus allen<br />

Sofortprogrammen fielen. Die Arbeit musste<br />

trotzdem weitergehen.<br />

Der <strong>Taxi</strong>verband <strong>München</strong> (TVM)<br />

finanziert sich im Wesentlichen<br />

aus Schulungen und Vorbereitungskursen<br />

für die Ortskundeprüfung<br />

sowie der Unternehmerprüfung „<strong>Taxi</strong> –<br />

Mietwagen“ bei der IHK. Nur ein kleiner<br />

Teil der Gesamteinnahmen kommt aus den<br />

Mietgliedsbeiträgen. Die Schulschließungen<br />

haben natürlich auch die Kurse des<br />

<strong>Taxi</strong>verbands betroffen – mit der bitteren<br />

Folge, dass in den vergangenen Monaten<br />

auch keine Einnahmen erzielt werden<br />

konnten. Klar, wenn keine Kurse stattfinden,<br />

dann bekommen auch die Dozenten<br />

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)<br />

Rosenheimer Straße 139<br />

81671 <strong>München</strong><br />

Tel. / Verband: 089 / 45 05 41 13<br />

Tel. / <strong>Taxi</strong>schule: 089 / 49 00 44 94<br />

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de<br />

www.taxiverband-muenchen.de<br />

Presserechtlich verantwortlich für<br />

die TVM-Seiten: Florian Bachmann<br />

Redaktion: Florian Bachmann (fb)<br />

keinen Aufwand, und auch sonst wurde der<br />

Betrieb so weit wie möglich eingeschränkt.<br />

Das Büro war nur an zwei Tagen besetzt,<br />

telefonisch konnte man den Verband aber<br />

relativ gut erreichen. Dennoch bedeuten<br />

zwei Monate ohne Einnahmen auch für den<br />

TVM einen erheblichen Verlust. Und bis<br />

die Schulungen auf altem Niveau laufen<br />

können, werden noch einige Monate vergehen.<br />

Hier geht es dem Verband genauso wie<br />

jedem einzelnen <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />

DIGITALE SCHULUNGEN SIND<br />

KEIN ERSATZ<br />

Alternativ hat der TVM versucht, seine<br />

Schulungen zu digitalisieren. Doch die<br />

Vermittlung einer Ortskunde kann ebenso<br />

wie das Erklären betriebswirtschaftlicher<br />

Formeln zur Berechnung der Fahrzeugkosten<br />

nur durch gemeinsames Erarbeiten zu<br />

einer erfolgreichen Prüfung führen. Immerhin<br />

wurden einige digitale Ideen entwickelt,<br />

deren Umsetzung in den nächsten<br />

Monaten erfolgen wird. Ein Berufsverband<br />

hat aber auch ganz andere Aufgaben, und<br />

die wurden weiterhin erfüllt. Alle verfügbaren<br />

aktuellen Informationen zu Themen<br />

wie Kurzarbeit, Fahrzeughygiene, Trennschutz<br />

etc. wurden gesammelt, ausgewertet<br />

und an die Mitglieder weitergegeben.<br />

Wie hier beim <strong>Taxi</strong>verband <strong>München</strong><br />

mussten während des Lockdowns viele<br />

Vorbereitungskurse zur Ortskunde oder<br />

Fachkundeprüfung ausfallen.<br />

Dabei kam es nicht nur zum regelmäßigen<br />

Austausch mit den <strong>München</strong>er <strong>Taxi</strong>zentralen,<br />

sondern wurde auch der Kontakt zur<br />

Genehmigungsbehörde KVR gehalten. Parallel<br />

dazu gab es Gespräche mit den bayerischen<br />

Ministerien sowie den jeweiligen<br />

zuständigen Bundesministerien, in denen<br />

der TVM seine Ideen in die Weiterentwicklung<br />

von Hilfsprogrammen eingebracht hat.<br />

Vor allem aber wurde viel unternommen,<br />

um die Auftragslage durch die Gewinnung<br />

neuer Kundenkreise zu verbessern.<br />

Festhalten lässt sich jedenfalls heute<br />

schon, dass der Verband trotz des finanziellen<br />

Desasters durch seine Aktivitäten<br />

zur Bewältigung der Krise bei der Politik<br />

und den Behörden ein hohes Maß an Aufmerksamkeit<br />

und Akzeptanz erzielen konnte<br />

und an Reputation gewonnen hat. fb<br />

Florian Bachmann ist Vorstand des<br />

<strong>Taxi</strong>verbands <strong>München</strong> e. V. Er und seine<br />

Vorstandsmitglieder haben während<br />

der Pandemie auf ihre sonst üblichen<br />

Aufwands entschädigungen verzichtet.<br />

Betriebs- und Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum<br />

des BDF – Überbetrieblicher Dienst Dr. Hingerle GBR<br />

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Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr, Mo und Do von 14:00 bis 18:30 Uhr<br />

Betriebsmedizinische Untersuchung / Reaktionstests (ohne Anmeldung):<br />

Montag bis Freitag von 8:00 bis 10:00 Uhr, Mo und Do von 14:00 bis 17:00 Uhr<br />

FOTO: Pixabay<br />

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6 <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong> TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong>


ISARFUNK TAXIZENTRALE<br />

WARMES ESSEN<br />

DANK »MYWIRT«<br />

Reduzierte Business- und Gastrobestellungen machten die Erschließung<br />

neuer Geschäftsfelder nötig. IsarFunk hatte deshalb bereits im März erste<br />

Vereinbarungen mit Münchner Restaurant-Besitzern getroffen.<br />

Seit Ende März war es Münchner<br />

Lokalen nicht mehr gestattet, nach<br />

15 Uhr Kunden im Lokal zu bedienen.<br />

Nach wie vor erlaubt waren allerdings<br />

die so genannten Drive-ins, Essen zum Mitnehmen,<br />

oder eben Lieferungen. Damit das<br />

Geschäft mit den Essenslieferungen zu<br />

einer sicheren Einnahmequelle für die<br />

Lokale werden konnte, hatte IsarFunk Lieferfahrten<br />

zum Pauschalpreis unterstützt.<br />

Unter dem eingängigen Namen<br />

„MyWirt“ können Münchner Wirte ihre<br />

Essensbestellungen durch das <strong>Taxi</strong> ausliefern<br />

lassen. Dafür werden dem jeweiligen<br />

Wirt pro Botenfahrt pauschal zehn Euro in<br />

Rechnung gestellt. Damit der Service reibungslos<br />

abläuft, rechnen die <strong>Taxi</strong>fahrer<br />

bzw. deren Unternehmer über die <strong>Taxi</strong>zentrale<br />

ab, die Gastrobetriebe erhalten eine<br />

Sammelrechnung. Für den sicheren Transport<br />

und damit das Essen auch warm beim<br />

Kunden ankommt, setzen die Restaurants<br />

auf geeignete Take-away-Verpackungen.<br />

Das Angebot ist aktuell nicht im kompletten<br />

Stadtgebiet verfügbar, sondern<br />

beschränkt sich auf das Gebiet innerhalb<br />

des Mittleren Rings, schließt aber zusätzlich<br />

im Münchner Norden Moosach und die<br />

Parkstadt Schwabing mit ein.<br />

Derzeit setzen 13 namhafte Münchner<br />

Lokale auf diesen exklusiven Service.<br />

„MyWirt“ entwickelte sich zwar langsam,<br />

aber stetig und könnte auch nach der Krise<br />

eine Option bleiben. Waren es im April insgesamt<br />

500 Fahrten, konnten in der ersten<br />

Mai-Hälfte bereits 280 Bestellungen verbucht<br />

werden. Wie Jürgen Dinter, Leiter der<br />

Kundenbetreuung und des Vertriebs bei<br />

IsarFunk, gegenüber <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong> bemerkte,<br />

verfügen aktuell über 100 <strong>Taxi</strong>s das Bestellmerkmal<br />

„MyWirt“ , rund 170 Fahrer beteiligen<br />

sich an dem Projekt. Für Dinter sind<br />

„neue Fahrer und Unternehmer jederzeit<br />

herzlich willkommen“, denn je mehr Fahrer<br />

sich anschließen würden, desto flexibler<br />

könnten die Wirte den Lieferservice nutzen.<br />

Fahrer, die befürchten, dass ihre Zehn-<br />

Euro-Lieferfahrten quer durch die Stadt<br />

gehen, kann Dinter beruhigen: „Wir haben<br />

festgestellt, dass die Fahrtstrecke im Durchschnitt<br />

knapp unter drei Kilometern liegt.“<br />

PRO TOUR IM SCHNITT 11,90 EURO<br />

Rein rechnerisch gesehen würde so eine ISARFUNK TAXIZENTRALE GMBH & CO. KG<br />

Tour 11,90 Euro Umsatz bringen. Damit die<br />

Differenz zu der Lieferpauschale von zehn Rosenheimer Straße 139, 81671 <strong>München</strong><br />

Euro keine zu große Lücke hinterlässt, subventioniert<br />

Telefon / <strong>Taxi</strong>ruf: 089 / 450 540<br />

IsarFunk die Fahrten mit wei-<br />

Telefon / Verwaltung: 089 / 450 54-100<br />

teren 1,20 Euro und lässt damit im E-Mail: verwaltung@isarfunk.de<br />

Endeffekt die Differenz auf 70 Cent www.isarfunk.de,<br />

schrumpfen. Auch muss sich der Fahrer www.facebook.com/isarfunk450540<br />

nicht um die Abrechnung der gelieferten Redaktion und presserechtlich<br />

Speisen kümmern, das geschieht in der verant wortlich für die<br />

Regel bereits im Vorfeld. Dies ist auch mit IsarFunk-Seiten: Christian Hess<br />

ein Grund dafür, warum die Fahrten im<br />

Schnitt innerhalb von neun Minuten erle-<br />

Euro-<strong>Taxi</strong>-2_01-2016.qxp_Layout 1 29.01.16 10:28 Seite 1<br />

digt sind. Für Dinter steht bereits jetzt fest,<br />

dass die Liefer- Kurierfahrten grundsätzlich<br />

auch nach der Corona-Krise für Isar-<br />

Funk eine Zukunft haben werden. sg<br />

Auch wenn davon auszugehen ist, dass nach<br />

der Wiedereröffnung weniger Essen ausgeliefert<br />

werden, bleibt das von einer <strong>Taxi</strong>zentrale<br />

organisierte Kuriergeschäft interessant.<br />

FOTO: Pixabay<br />

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TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong> <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong><br />

7


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KOSTENLOSE HILFE<br />

FÜR DIE HELFER<br />

Nach dem Vorbild der Schweiz und Frankreichs unterstützte das Münchner<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe mit kostenlosen Arzt-Fahrten den Kampf gegen das Corona-Virus.<br />

Doch die erhoffte politische Unterstützung blieb bis zuletzt aus.<br />

Seit dem 1. April konnte in<br />

<strong>München</strong> medizinisches<br />

Personal, wie Ärzte, Pfleger<br />

und Schwestern, den kostenlosen<br />

Fahrservice der Münchner <strong>Taxi</strong>unternehmer<br />

nutzen. „Die Mitarbeiter<br />

von Kliniken und Krankenhäusern<br />

leisten in der Corona-Krise Übermenschliches“,<br />

teilte Gregor Beiner,<br />

Vorstand des <strong>Taxi</strong>verbands<br />

<strong>München</strong>, zum Aktionsstart mit.<br />

„Wir, das <strong>Taxi</strong>gewerbe, wollen helfen,<br />

dass Sie nach Schichten und<br />

Überstunden schnell nach Hause<br />

kommen.“ Wer diesen Service in<br />

Anspruch nehmen wollte, konnte<br />

über die beiden Münchner <strong>Taxi</strong>zentralen<br />

IsarFunk und die <strong>Taxi</strong> <strong>München</strong> e.G. eine Fahrt buchen.<br />

Voraussetzung war der Nachweis einer Tätigkeit in der Gesundheitsbranche.<br />

Vom ersten Tag an lebte das Angebot von der freiwilligen Unterstützung<br />

der teilnehmenden <strong>Taxi</strong>unternehmer, welche die Kosten<br />

für die Fahrzeuge tragen, und den <strong>Taxi</strong>fahrern, welche die Fahrten<br />

kostenlos durchführten. Die Bilanz nach rund einem Monat<br />

konnte sich sehen lassen: „Seit Beginn der Aktion unterstützte<br />

das <strong>Taxi</strong>gewerbe das Münchner Gesundheitswesen mit insgesamt<br />

über 1.000 Freifahrten. Dabei muss man unbedingt das Engagement<br />

der rund 500 <strong>Taxi</strong>fahrer hervorheben, die sich bereit erklärt<br />

haben, die Fahrten kostenlos durchzuführen“, bilanziert Beiner<br />

gegenüber <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong>.<br />

Die Aktion, die als Vorbild für viele ähnlich gelagerte Initiativen<br />

diente, stieß auch in den Medien auf ein großes Interesse. So hat,<br />

neben vielen Print-Magazinen, auch das „heute Journal“ von der<br />

Mit diesem professionellen Plakat warb das Münchner <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

für seinen humanitären Service.<br />

freiwilligen Aktion berichtet. Unter<br />

anderem auf dem Onlineportal themayor.eu<br />

fanden die Münchner Kollegen<br />

auch international Beachtung<br />

und Wertschätzung.<br />

Das Münchner <strong>Taxi</strong>gewerbe<br />

zeigte sich bei dem Projekt als eine<br />

Einheit, denn neben dem <strong>Taxi</strong>verband<br />

<strong>München</strong> (TVM) waren auch<br />

die beiden Münchner <strong>Taxi</strong>zentralen<br />

IsarFunk und <strong>Taxi</strong> <strong>München</strong><br />

eG involviert und unterstützten das<br />

Projekt unter anderem mit einer<br />

kleinen Aufwandsentschädigung<br />

für die <strong>Taxi</strong>fahrer.<br />

Damit die Münchner Helfer so<br />

lange wie möglich und nötig gratis<br />

mit dem <strong>Taxi</strong> gefahren werden können, führte der <strong>Taxi</strong>verband<br />

<strong>München</strong> in Abstimmung mit dem Bundesverband Gespräche<br />

mit der Politik. Letztlich war eine Entscheidung darüber, ob das<br />

<strong>Taxi</strong>gewerbe mit einer staatlichen Unterstützung für die Freifahrten<br />

rechnen kann, eine Entscheidung des Bundes. Von dort gab<br />

es leider keinerlei Signale. Da half es dann auch nichts, dass der<br />

Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter und die bayrische<br />

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer bereits ihre Unterstützung<br />

zugesagt hatten. Im Mai wurde das Projekt wieder eingestellt.<br />

Trotzdem hat es bei den Kliniken einen bleibenden Eindruck<br />

hinterlassen. „Dass unsere Mitarbeiter die Möglichkeit haben,<br />

mit dem <strong>Taxi</strong> kostenlos in die Klinik und wieder nach Hause zu<br />

kommen, ist eine herausragende Geste jedes einzelnen Fahrers<br />

der Münchner <strong>Taxi</strong>zentralen, die uns sehr viel bedeutet“, sagte<br />

beispeisweise Timo Sonntag, Verwaltungsleiter der Helios Klinik<br />

<strong>München</strong> Perlach. sg<br />

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Sozialrecht<br />

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FOTO: TVM<br />

8 <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong> TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong>


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die Mobilität<br />

500 Münchner <strong>Taxi</strong>fahrerinnen und <strong>Taxi</strong>fahrer fuhren während der Corona-Pandemie kostenlos Ärzte,<br />

Schwestern und Pfleger von Münchner Krankenhäusern nach Hause und umgekehrt. Das war ein<br />

starkes Zeichen der Solidarität mit denen, die täglich dafür sorgten, dass Corona-Patienten geholfen<br />

wird und ein beeindruckender Beweis dafür, dass <strong>Taxi</strong> auch in schwierigen Situationen immer da ist.<br />

Ahmadwalid Ali Ahmet Alexandra<br />

Alfred Alp Ammar Andre Andreas Armend<br />

Arsim Aytekin Azemi Bagci Bärbel Bayram Bernhard Bilal<br />

Braco Brigitte Christian Christine Daniel Denes Derya Detlef<br />

Dieter Dietrich Dimitrios Dorin Dragan Durko Düzgün Edmund<br />

Emir Emre Ernst Eva Fabian Fahim Farah Farshad Fatma Georg<br />

Georgios Gerald Gerd Gerhard Günter Gyula Hakan Hannes Hans<br />

Hansjörg Heinrich Helmut Horst Ilker Ingrid Jan Joachim Jochen<br />

Johann Johannes Jozo Jwad Karsten Kasim Kemal Kevin Klaus<br />

Korbinian Kurt Levent Lucian Manfred Marcus Marija Marius<br />

Markus Martin Max Mehdi Michael Moayd Muharem Murat<br />

Mustafa Nicolas Nikolaos Ömer Ömür Ozan Özkan<br />

Pavlos Peter Petra Phuc Ralf Ramadan Ramin<br />

Reinhold Renate Rene Ricardo Richard Riza<br />

Robert Rolf Ruben Sabine Sami Sandor<br />

Serkan Simon Soran Steffen Stoja<br />

Suud Thilo Thomas Tino Ulrich<br />

Üstün Uwe Valentin Vel<br />

Viktor Volkan Volker<br />

Werner Wolfgang<br />

Yusuf<br />

Vielen Dank!<br />

Zoltan<br />

<strong>Taxi</strong> Verband <strong>München</strong><br />

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089 450 54-113<br />

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FÖRDERUNG IN MÜNCHEN<br />

ANREIZ ZUR<br />

ROLLI-<br />

UMRÜSTUNG<br />

Rollstuhlfahrer sollen künftig auch<br />

spontan ein <strong>Taxi</strong> rufen können. Stadt<br />

und Landkreis haben deshalb eine<br />

Anreizförderung aufgelegt.<br />

Es war ein langer Prozess, der jetzt endlich seine<br />

Früchte trägt. Die Stadt <strong>München</strong> sowie der Münchner<br />

Landkreis haben die notwendigen Finanzmittel für<br />

eine Inklusionstaxi-Förderung freigegeben.<br />

Bereits seit zwei Jahren haben sich<br />

der <strong>Taxi</strong>verband <strong>München</strong> und<br />

die IsarFunk <strong>Taxi</strong>zentrale für<br />

die Umsetzung einer Inklusionstaxi-Förderung<br />

eingesetzt. Inzwischen hat diese<br />

Arbeit Früchte getragen, denn Anfang April<br />

hat die Stadt <strong>München</strong> den ersten Schritt<br />

gemacht und die Richtlinien für den finanziellen<br />

Zuschuss veröffentlicht. Nur vier<br />

Wochen später hat der Münchner Landkreis<br />

gleichgezogen und ist mit seiner Fördermaßnahme<br />

an die Öffentlichkeit gegangen.<br />

Beide Parteien haben sich untereinander<br />

ausgetauscht, was jetzt in einem sehr<br />

ähnlichen Grundgerüst für die Förderrichtlinien<br />

resultiert. So herrscht beispielsweise<br />

Einigkeit beim maximalen Unterstützungsbetrag,<br />

der bei 10.000 Euro pro Fahrzeug<br />

und Umbau liegt. Pro <strong>Taxi</strong>unternehmen<br />

können maximal fünf Fahrzeuge im Jahr<br />

gefördert werden.<br />

KEINE RÜCKZAHLUNG<br />

Die auf eine Laufzeit von drei Jahren (von<br />

<strong>2020</strong> bis 2022) angelegte Maßnahme der<br />

Stadt sieht vor, dass pro Jahr maximal zehn<br />

Anträge, beziehungsweise eine Fördersumme<br />

von 100.000 Euro bewilligt werden können.<br />

Insgesamt sollen so in <strong>München</strong> 30<br />

neu umgerüstete Rollstuhltaxis auf die<br />

Straße kommen. Beim Landkreis verfolgt<br />

man das gleiche Ziel, der Fördertopf ist mit<br />

250.000 Euro allerdings etwas schmaler<br />

angesetzt. Die Münchner Förderung baut<br />

auf dem bereits 2015 erstellten <strong>2.</strong> Aktionsplan<br />

zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention<br />

in <strong>München</strong> auf. Wichtig<br />

zu wissen: Bei dieser finanziellen Unterstützung<br />

handelt es sich um ein einmaliges<br />

Projekt. Eine Rückzahlung ist nicht vorgesehen<br />

und Fahrzeuge, die mithilfe der Subventionierung<br />

umgebaut wurden, müssen<br />

zukünftig an einem gut sichtbaren Aufkleber<br />

mit der Aufschrift ‚Inklusionstaxi‘ auf<br />

der Heckklappe zu erkennen sein.<br />

UNTER<br />

STÜTZER<br />

DES TAXI<br />

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KONTAKT UND WEITERFÜHRENDE LINKS<br />

<strong>München</strong> Stadt<br />

inklusion.soz@muenchen.de<br />

www.muenchen-wird-inklusiv.de/<br />

<strong>München</strong> Land<br />

chancengleichheit@lra-m.bayern.de<br />

www.landkreis-muenchen.de/inklusionstaxi<br />

www.tinyurl.com/TTMue2<br />

FOTOS: <strong>Taxi</strong> <strong>Times</strong>, Pixabay<br />

10 <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong> TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong>


FÖRDERUNG IN MÜNCHEN<br />

DOPPELFÖRDERUNG ROLLI- UND E-TAXI<br />

Mit dem Nissan e-NV200 gibt es bereits ein E-<strong>Taxi</strong>, das<br />

sich zu einem Inklusions-Fahrzeug umrüsten lässt. Da<br />

die Stadt <strong>München</strong> ausdrücklich eine Doppelförderung<br />

erlaubt, wollen wir an dieser Stelle auch noch mal kurz<br />

die Voraussetzungen und Infos des E-<strong>Taxi</strong>-Programms<br />

aufführen:<br />

• <strong>Taxi</strong>unternehmen mit Genehmigung nach § 47 PBefG mit<br />

Sitz oder Niederlassung im Münchner Stadtgebiet<br />

• 36 Monate Haltefrist der E-<strong>Taxi</strong>s<br />

• Fiskaltaxameter mit INSIKA<br />

• Neufahrzeug mit Erstzulassung nach dem 01.01.2017<br />

• Beklebung des E-<strong>Taxi</strong>s mit Motiv der E-<strong>Taxi</strong>-Förderung<br />

• Förderungshöhe: 0,20 Euro pro Besetztkilometer, maximal<br />

40 % der Anschaffungskosten des E-<strong>Taxi</strong>s<br />

• quartalsweise Abrechnung durch Übermittlung der Daten<br />

des Fiskaltaxameters<br />

• Weitergabe der Daten für eine wissenschaftliche Auswertung<br />

• Optional kann auf der gleichen <strong>Taxi</strong>konzession weiterhin<br />

ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor genutzt werden.<br />

Allerdings darf immer nur ein Auto auf der Straße sein.<br />

Informationen im Netz: www.tinyurl.com/TTMue1<br />

Speziell das städtische Programm hat<br />

eine weitere Besonderheit: Es ist mit der<br />

seit Jahren laufenden E-<strong>Taxi</strong>-Förderung<br />

kombinierbar (siehe Kasten), was durchaus<br />

bemerkenswert ist, da Doppelförderungen<br />

meist von vornherein ausgeschlossen sind.<br />

Wer die Rückerstattung der Umbaukosten<br />

geltend machen möchte, muss<br />

ein paar grundlegende Dinge beachten.<br />

So muss beispielsweise die Umrüstung<br />

in einer vom Autohersteller zertifizierten<br />

Fachwerkstatt durchgeführt werden<br />

und die gesetzlichen Anforderungen nach<br />

§ 35a Absätze 4a und 4b Straßenverkehrs-<br />

Zulassungs-Ordnung (StVZO) erfüllen.<br />

Die Fahrzeuge müssen zudem mindestens<br />

der Abgasnorm Euro 6 und nach dem<br />

Umbau der DIN-Norm 75078, Teil1 und<br />

Teil 2 entsprechen (Teil 1 = „Kraftfahrzeuge<br />

zur Beförderung mobilitätsbehinderter<br />

Personen – Begriffe, Anforderungen,<br />

Prüfungen“, Teil 2 „Kraftfahrzeuge zur<br />

Beförderung mobilitätsbehinderter Personen<br />

– Rückhaltesysteme – Begriffe, Anforderungen,<br />

Prüfungen“). Zusätzlich fordert<br />

der Landkreis für jeden Rollstuhlplatz den<br />

Einbau einer geeigneten fahrzeuggebundenen<br />

Kopf-Rückenstütze. Weiterhin erwarten<br />

die Behörden einen Nachweis über die<br />

Betriebshaftpflichtversicherung für die<br />

gewerbliche Personenbeförderung. Sofern<br />

weitere technische Umrüstungen am Fahrzeug<br />

erforderlich sind, können deren Kosten<br />

ebenfalls zurückerstattet werden. Die<br />

Einhaltung der geltenden Bestimmungen<br />

des Arbeits- und Gesundheitsschutzes werden<br />

vorausgesetzt.<br />

VIER JAHRE HALTEFRIST<br />

Bei der Wahl des Basisfahrzeugs wird von<br />

<strong>München</strong> Stadt verlangt, dass neben dem<br />

besetzten Rollstuhl noch Platz für zwei weitere<br />

Fahrgäste vorhanden ist. Der Landkreis<br />

erhöht diese Anforderung um einen<br />

zusätzlichen Platz für eine dritte Person.<br />

Alle umgerüsteten <strong>Taxi</strong>s müssen auch Personen<br />

in elektrisch betriebenen Rollstühlen<br />

transportieren können. Hier reichen dann<br />

Sitzplätze für zwei weitere Fahrgäste.<br />

Weiterhin schreiben die LH <strong>München</strong>,<br />

sowie das Münchner Landratsamt eine<br />

sogenannte Haltefrist vor. Sie erlaubt den<br />

Weiterverkauf des Inklusionstaxis frühestens<br />

nach vier Jahren oder 250.000 Kilometern.<br />

Wird das Fahrzeug vorher veräußert,<br />

muss die Förderung anteilig in die Stadtkasse<br />

zurückfließen. Von dieser Regel gibt<br />

es allerdings auch eine Ausnahme. Wenn<br />

das <strong>Taxi</strong> nachweislich einen wirtschaftlichen<br />

Totalschaden erlitten hat, wird keine<br />

Rückerstattung erwartet.<br />

Damit der regelmäßige Einsatz der<br />

Inklusionstaxis sichergestellt wird, sehen<br />

die Förderrichtlinien eine Mindesteinsatzzeit<br />

an drei Tagen pro Woche, Montag<br />

bis Freitag zwischen 18 Uhr und 24 Uhr,<br />

vor. In der Landeshauptstadt sollen rund<br />

500 Einsatzstunden pro Jahr an Samstagen,<br />

Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen<br />

nachgewiesen werden. <strong>München</strong> Land<br />

fordert sogar noch 100 Stunden mehr.<br />

Die Förderrichtlinien sind bereits in<br />

Kraft getreten. Die Anträge können bei<br />

der Landeshauptstadt <strong>München</strong> bis zum<br />

31. August 2022 eingereicht werden, beim<br />

Münchner Landratsamt ist das bis zum<br />

31. Dezember 2022 möglich. Etwaige Interessenten<br />

sollten sich aber nicht zu viel<br />

Zeit lassen, denn übersteigt die Anzahl der<br />

Förderanträge die bereitgestellten Mittel,<br />

gilt das „First-in-first-out-Prinzip“. sg<br />

Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum<br />

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TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong> <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong><br />

11


AKTIONEN<br />

Ein Zeichen der Wertschätzung und Dank für<br />

die fleißigen Fahrer.<br />

LIEFERFAHRTEN FÜR<br />

EIN BUNTES OSTERFEST<br />

Wer das Osterfest in einem gepflegten Garten<br />

verbringen oder auch einfach nur den<br />

Ostertisch mit einem frischen Blumenstrauß<br />

schmücken wollte, der hatte es coronabedingt<br />

nicht leicht, denn die Münchner<br />

Gartencenter und Baumärkte waren für<br />

Kunden gesperrt. Das Gartencenter Seebauer<br />

bekam aber tatkräftige Unterstützung<br />

des Münchner <strong>Taxi</strong> Zentrums mtz<br />

und seiner Fahrer. Rund um Ostern halfen<br />

sie dem Gartencenter dabei, Waren an Kunden<br />

auszuliefern. Mit fünf bis zehn Fahrzeugen<br />

waren die Fahrer zum Pauschalpreis<br />

unterwegs und lieferten Blumenerde, Gartenutensilien<br />

oder einfach nur Blumen an<br />

die Kunden aus. Der Service ging sogar so<br />

weit, dass bis an die Haustür geliefert<br />

wurde. Dabei wurde jederzeit darauf<br />

geachtet, gemäß der hygienischen Schutzmaßnahmen,<br />

die Waren kontaktlos zu<br />

übergeben. Um die Fahrten möglichst effizient<br />

zu gestalten wurden pro Tour gleich<br />

mehrere Kunden angefahren. Als Dankeschön<br />

für die tolle Unterstützung erhielten<br />

die Fahrer vom Gartencenter einen Korb<br />

voller Blumen. sg<br />

LONDON TAXI MIT TRENNSCHEIBE<br />

Bereits seit Ende März ist in <strong>München</strong><br />

beim <strong>Taxi</strong> Center Ostbahnhof das erste<br />

elektrische London <strong>Taxi</strong> auf der Straße.<br />

Aus Unternehmersicht hätte der Zeitpunkt<br />

nicht besser sein können, denn der Wagen<br />

ist bereits ab Werk mit einer Trennwand<br />

ausgestattet.<br />

Die Neuauflage des britischen Klassikers<br />

dürfte derzeit das Wunschauto vieler<br />

<strong>Taxi</strong>fahrer und <strong>Taxi</strong>unternehmer sein,<br />

denn bei keinem anderen Fahrzeug ist der<br />

Fahrer ab Werk besser vom Fahrgast separiert.<br />

Das liegt einerseits an der serienmäßig<br />

verbauten Trennwand, aber auch<br />

daran, dass das <strong>Taxi</strong> über keinen Beifahrersitz<br />

verfügt, weil stattdessen dort das<br />

Gepäck untergebracht wird. So kommt man<br />

erst gar nicht in die Verlegenheit, den Fahrgast<br />

direkt neben sich zu befördern. Der<br />

TX, so lautet die exakte Bezeichnung des<br />

Herstellers LEVC, wurde vom Münchner<br />

Unternehmer Ünal Kücüksahin vom <strong>Taxi</strong><br />

Center Ostbahnhof in seine Fahrzeug-Flotte<br />

aufgenommen. Die notwendige Eichung<br />

und den gesamten Zulassungsvorgang,<br />

damit der Brite als <strong>Taxi</strong> eigesetzt werden<br />

konnte, bezeichnet der Unternehmer als<br />

‚Kraftakt‘, denn aufgrund der Corona-Krise<br />

arbeiteten die zuständigen Behörden in<br />

der Regel auch vom Homeoffice aus, was<br />

neue Behördenabläufe notwendig machte.<br />

Für Kücüksahin, der den Wagen bereits<br />

vor der Corona-Krise gekauft hatte, war<br />

das Gesamtkonzept ausschlaggebend für<br />

die Kaufentscheidung. „Einerseits lege ich<br />

Wert auf einen emissionsarmen E-Antrieb,<br />

andererseits kann ich mit dem TX auch den<br />

Rollstuhltransport anbieten.“ sg<br />

Mehr Abgrenzung zwischen Fahrer und<br />

Fahrgast als im TX ist fast nicht möglich.<br />

Dr. Hans Bake v. Bakin<br />

Erst- und Verlängerungsuntersuchung <strong>Taxi</strong>-Mietwagen-Lkw-Bus – G25<br />

Tassilostraße 23, 85609 Aschheim<br />

Tel.: 089/37065690<br />

Mobil: 0172/6523805<br />

E-Mail: bakebakin@gmx.de<br />

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FOTOS: MTZ, _<strong>Taxi</strong> Center Ostbahnhof<br />

12 <strong>2.</strong> QUARTAL <strong>2020</strong> TAXI – Regionalausgabe <strong>München</strong>


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Benzinmotor mit 131 kW (178 PS) und Elektromotor mit 88 kW (120 PS), Systemgesamtleistung<br />

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USB/AUX Anschlüsse mit iPod-Steuerung, Rückfahrkamera, el.<br />

Fensterheber vorn, und hinten, Tempomat, Start-Stop-Knopf, Smart-Key, Klimaautomatik,<br />

Leichtmetallfelgen mit Bereifung 205/60 R 1 6 u.v.m.<br />

Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/komb. 5,0/4,4/4,5 l/100 km.<br />

CO2-Emission kombiniert 103 g/km. Energieeffizienzklasse A+.<br />

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