Taxi Times DACH - 2. Quartal 2020

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2. QUARTAL 2020 4,80 €

www.taxi-times.taxi

D – A – CH

25 REGIONALSEITEN

Berlin und München

25 SONDERSEITEN

Taxi-Trennschutz

TAXI

VERLÄSSLICH – KREATIV – WANDELBAR

TAXI TROTZT DER KRISE

Kranken- und Dialysefahrten

DIE GROSSE

PATIENTENTREUE

Maskenpflicht im Taxi

EIN PLUS

AN SICHERHEIT

Tipps zur Dokumentation

NACHWEISBARE

SOFORTHILFEN


EINE BRANCHE

TROTZT EINEM

VIRUS

Da taucht plötzlich eine Pandemie

auf, die das komplette bisherige

Leben auf den Kopf stellt

und die Wirtschaft völlig lähmt.

Zahlreichen Branchen wird von

einem Tag auf den anderen ihre

Geschäftsbasis entzogen. Davon

sind auch die Taxiunternehmer

betroffen, doch die können ihren Betrieb nicht einfach schließen,

sondern müssen (und wollen) aufgrund ihrer Beförderungs- und

Betriebspflicht trotz aller gesundheitlichen Risiken weiterfahren.

Beispiel gefällig? 1,6 Millionen Dialysefahrten führen Taxi- und

Mietwagenbetriebe monatlich durch. Wie heftig wäre der Aufschrei

in der Bevölkerung gewesen, wenn sich der Taxiunternehmer

bei seiner Gewissensfrage bedingungslos für die Gesundheit und

gegen die Aufrechterhaltung der mobilen Daseinsvorsorge entschieden

hätte und dadurch Dialysepatienten nicht mehr dreimal

pro Woche zur lebenserhaltenden Behandlung gefahren worden

wären?

Mit dem Einbau diverser Trennschutzeinrichtungen wurde schnell

eine Zwischenlösung geschaffen, die sich immer mehr als langfristige

Vorkehrung herausstellte. Dem Thema Trennschutz ist deshalb

in dieser Ausgabe ein 25-seitiges Special gewidmet.

Die Schutzlösungen, die seit Beginn der Corona-Krise in mittlerweile

über 3.300 Taxis eingebaut wurden, sind nur die Spitze

eines Eisbergs an Innovationen und Maßnahmen, mit denen eine

Branche Umsatzverluste von bis zu 80 Prozent wenigstens teilweise

kompensierte.

Diese Sonderausgabe der Taxi Times greift diese Ideen auf. Und

weil es viele waren, ist der Umfang dieses Heftes deutlich höher

als sonst üblich. Was auch daran liegt, dass sich viele Partner und

Freunde der Taxi-Industrie an dieser Ausgabe beteiligt haben. Sie

demonstrieren mit ihren Werbeanzeigen, deren Preis coronabedingt

deutlich gesenkt wurde, ihren Glauben an die Branche und

zeigen sich auch und gerade in Krisenzeiten als Unterstützer des

Taxigewerbes. So konnte jene Ausgabe entstehen, die Sie, lieber

Leser, gerade in Ihren Händen halten. Ein Dokument der Stärke,

der Innovationskraft und der Verlässlichkeit einer Branche, die

auch ein Virus nicht unterkriegen kann.

INHALT

HYGIENE IM TAXI

4 Wie vielfältig Taxis desinfiziert werden

MASKENPFLICHT

6 Wer soll, wer muss in Taxis eine Maske tragen?

TAXI ERGÄNZT ÖPNV

9 Ausgedünnte Lininenverkehre setzen auf Taxis

SCHÜLERVERKEHRE + KRANKENBEFÖRDERUNG

12 Kostenerstattung wird zum Drama in drei Akten

14 Kassen zahlen Corona-Zuschlag

STAATSHILFEN

16 Tipp: Dokumentieren für eine Nachprüfung

TAXIZENTRALEN

18 Stundung und Gebührenreduzierung

19 Zentrale mit alternierender Auftragsvermittlung

WETTBEWERBSRECHT

21 Das vierte Urteil: Uber verliert in Düsseldorf

TAXI INTERNATIONAL

24 Corona News aus der Taxi-Welt

25 Russland-Delegation tourt durch Deutschland

GASTKOMMENTAR

28 Mindestlohnerhöhung muss verschoben werden

NEUSTART + IN EIGENER SACHE

30 Appell zum Wieder-Hochfahren der Wirtschaft

32 Warum der Taxi Times-Server schlappmachte

32 Impressum

TITELFOTO: Aobe Stock / AA+W FOTO: Taxi Times

Im Hinblick auf eine Zeit, die hoffentlich bald wieder „normal“ sein

wird, möchte ich schon jetzt an die politisch Verantwortlichen für

die Zeit nach Corona appellieren: „Liebe Politiker, bitte behalten

Sie diese Verlässlichkeit der Taxibranche allzeit im Gedächtnis und

denken Sie vor allem dann daran zurück, wenn über die geplante

PBefG-Änderung beraten wird oder wenn demnächst wieder ein

Lobbyist von Uber, Free Now und anderen Pseudo-Beförderern

vor Ihrer Tür steht.“

Jürgen Hartmann

(Chefredakteur)

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TAXI 2. QUARTAL 2020

3


HYGIENE IM TAXI

DESINFIZIEREN

NACH REZEPT

Ausverkaufte Desinfektionsmitttel erschwerten es Taxifahrern und -unternehmern

zu Beginn der Corona-Pandemie, ihre Fahrzeuge wirksam zu reinigen. Da waren

dann eben kreative Lösungsansätze gefragt.

Zu Beginn der Pandemie schien noch

ein einfaches Hände-Desinfizieren

ausreichend. Mittlerweile dominieren

Schutzmasken und Trennwände in

den Taxis.

Dieses Taxi wird

mit Trockeneis

gereinigt.

Das Ziel aller Eigenkreationen war

klar definiert: Sowohl der Fahrer

als auch der Kundenschutz mussten

sichergestellt werden, nicht nur zur

Abwehr möglicher Ansteckungsgefahren,

sondern auch, um Vertrauen bei den Kunden

aufzubauen. Das war vor allem im

Bereich der Krankenfahrten wichtig, denn

einige Kassen hatten vereinzelt Patienten

bereits geraten, sie sollten doch auf das

Taxi verzichten und sich stattdessen von

einem Familienmitglied zur Dialyse oder

Bestrahlung fahren lassen.

Wohl dem, der da schon sichtbare

Schutzmaßnahmen entgegensetzen konnte.

Erste findige Taxifahrer hatten transparente

Plastikplanen aus dem Baumarkt besorgt

und diese am Fahrzeughimmel mit Panzerband

festgeklebt. Zum Bezahlen wurde eine

aufklappbare Lücke wie bei überlappenden

Gardinen gelassen.

Weniger sichtbar für den Fahrgast

waren die vielen Hygienemaßnahmen, die

zwischen den immer seltener gewordenen

Fahrten durchgeführt wurden. Doch wie

sollte gereinigt werden? Zur Problematik,

dass viele Desinfektionsmittel nur schwer

zu bekommen waren, kam erschwerend

hinzu, dass diese bei häufigerer Anwendung

die Fahrzeugausstattung beschädigen

können, da sie meist Alkohole wie etwa

Ethanol oder Isopropanol enthalten, die

zwar effektiv desinfizieren, jedoch Oberflächen

angreifen. Ebenso sind Flächendesinfektionsmittel

nicht automatisch auch für

die menschliche Haut geeignet, da sie auch

den natürlichen Säureschutzmantel chemisch

angreifen können, sodass die

gewünschte Wirkung nach hinten losgehen

könnte. Taxifahrer haben stattdessen hautfreundliche

Desinfektionstücher bevorzugt.

HILFE IN EIGENINITIATIVE

Manche haben sich ihr Desinfektionsmittel

auch selbst zusammengestellt und dabei

auf Rezepte zurückgegriffen, die im Internet

erhältlich waren: „Man nehme 200 Milliliter

Bio-Ethanol (Speise-Alkohol, z. B. im

Baumarkt erhältlich) oder Isopropanol,

dazu entweder 1 Teelöffel Zitronensäure

(als Entkalker im Drogeriemarkt erhältlich)

in ein Viertel Liter Wasser gelöst oder etwas

Essigessenz. Gut mischen, ab in ein

gebrauchtes Sprühfläschchen, fertig.“

Wichtig neben den sofortigen Hygienemaßnahmen

war von Beginn der Pandemie

an die umfassende Desinfektion zum

Schichtwechsel, der bei Mehrwagenbetrieben

gleichbedeutend mit dem Fahrerwechsel

war. Dabei griffen viele Betriebe auf ein

Reinigungsverfahren mit Kälte zurück, bei

dem zerstäubtes Trockeneis, also gefrorenes

Kohlendioxid, das in Kühltruhen gelagert

wird und wie Schnee aussieht, mit

hohem Druck und einer Temperatur von

etwa –80°C auf die Oberfläche geblasen

wird. Das lässt nicht nur jeden Schmutzpartikel

sofort gefrieren und abfallen, sondern

auch sämtliche Bakterien. Im

Unterschied zu Viren vertragen Bakterien

keine Kälte. Da Bakterien aber den Nährboden

für Viren bilden, ist das Fahrzeug

nach einer solchen Behandlung zwar nicht

klinisch steril, könnte aber als „porentief

rein“ bezeichnet werden. Da bei diesem

Verfahren nichts nass wird, bleibt das

Innere des Fahrzeugs einschließlich der

Polster trocken und ist augenblicklich wieder

benutzbar. Der ganze Vorgang dauert

für einen Pkw rund 20 Minuten.

Eine äußerst „gehaltvolle“ Lösung hatte

sich ein Taxifahrer aus Halle ausgedacht,

der es damit sogar bis in die „Bild“-Zeitung

schaffte: Er habe in zwei Apotheken kein

Desinfektionsmittel mehr bekommen,

berichtet der Taxifahrer. Alternativ holte er

sich eine Flasche hochprozentigen Rum aus

dem Supermarkt und rieb damit Türgriffe

und jene Stellen im Außen- und Innenbereich

seines Taxis ab, mit denen seine Fahrgäste

in Kontakt gekommen waren. Der

Alkoholgeruch des 54-prozentigen Rums

wäre schnell verflogen, weshalb er auch

nicht von Fahrgästen darauf angesprochen

worden wäre, dass es im Taxi nach Alkohol

rieche.

jh

FOTOS: Stanislav Statsenko, Axel Rühle

4 2. QUARTAL 2020 TAXI


ANZEIGE

Gerade in aktuellen Zeiten sind Partnerschaften und Verlässlichkeit wichtiger denn je.

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen und die Telekom haben seit über einem Jahrzehnt

bereits viele Herausforderungen gemeistert und gemeinsam unterschiedliche Projekte initiiert

und ins Leben gerufen. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Branche ermöglicht es,

die Herausforderungen und Neuerungen des Taxigewerbes besser zu verstehen und die

gewonnenen Erkenntnisse in die Lösungsentwicklung der Telekom einfließen zu lassen.

Jüngstes Beispiel ist die Entwicklung des Taxi Buttons. Aus dem ursprünglich von der Telekom

entwickelten Service Button wurde durch zahlreiche Hinweise und konkrete Feedbacks der Taxi

Button. Mit dem Taxi Button lässt sich auf Knopfdruck ein Taxi bestellen und in den Dispositionssystemen

der Taxizentralen wird der Auftrag direkt verarbeitet. Hiermit können neue Kunden gewonnen

und an die örtliche Taxizentrale gebunden werden – gleichzeitig wird der Bestellprozess automatisiert.

„Die Telekom Deutschland ist wichtiger und fester Innovationspartner

des Gewerbes. So gelingt es uns, die jeweiligen Stärken zu bündeln

und die Mobilität von morgen gemeinsam zu gestalten.“

MICHAEL OPPERMANN

Geschäftsführer Bundesverband Taxi und Mietwagen e. V.

Weiterhin will die Telekom auch in ihren Kernthemen Mobilfunk und Festnetz die Branche

unterstützen. Aufgrund der Rückmeldungen der Taxiunternehmer und Taxifahrer aus dem Verband

konnten eigens für die Taxibranche angepasst Mobilfunktarife entwickelt werden. Hierzu zählt unter

anderem unser Taxifahrertarif, mit dem das Surfen und Telefonieren in Pausen- und Wartezeiten

zum kleinen Preis mehr Spaß macht sowie die eigens eingerichteten Dispositionskarten (Datenkarten)

für das Fahrzeug.

Diese und weitere Lösungen finden alle Mitglieder des Bundesverbands Taxi- und Mietwagen e. V.

auf der Telekom-Verbandsseite, die eigens für den Bedarf der Taxibranche aufgebaut und gepflegt

wird. Hier gibt es immer neue Angebote und Lösungen, die der Taxibranche den Weg in die

Digitalisierung erleichtern und unterstützen: geschaeftskunden.telekom.de/verbaende/taxi

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Partnerschaft sind die gemeinsamen Veranstaltungen,

um zukunftsorientierte Projekte innerhalb der Branche weiter zu treiben. Hierzu zählt beispielsweise

die Taxi Driving Innovation, die auch in diesem Jahr unter geänderten Bedingungen stattfindet.

Darüber hinaus ist die Telekom auch in diesem Jahr wieder auf der Europäischen Taximesse mit

interessanten Exponaten und innovativen Projekten vertreten.

KONTAKT FÜR VERBANDSMITGLIEDER

• Per Telefon: 0800 33 0 6009

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MASKENPFLICHT

MASKENPFLICHT

IM TAXI

Mit den ersten Lockerungen des Lockdowns kam im Gegenzug die Maskenpflicht.

Sie sorgte bei den Taxifahrern für große Unsicherheit, stand sie doch im Konflikt

mit diversen anderen Gesetzen.

Die erste Meldung zum Thema Maskenpflicht

in Taxis erschien am

6. April auf der Website von

Taxi Times. Damals hatte Nordhausen, der

nördlichste Landkreis Thüringens, eindringlich

empfohlen, dass man beim Einkaufen

und im ÖPNV sogenannte „Community-

Masken“ tragen sollte. Das Taxi wurde

hierbei ausdrücklich zum ÖPNV dazugezählt.

„Eine Mund-Nasen-Maske, die die

Geschwindigkeit des Ausatem-Stroms verringert

und der Verbreitung von Tröpfchen

beim Sprechen, Niesen oder Husten entgegenwirkt,

hilft dabei, andere vor einer Infektion

zu schützen“, hieß es zur Begründung

auf der Internetseite des Landratsamtes.

Ende April galt jene Maskenpflicht dann

bundesweit, wenn es auch in den verschiedenen

Bundesländern zu unterschiedlichen

Auslegungen kam. Auch die Taxibranche

tat sich zunächst schwer damit, was nun

erlaubt und explizit verboten sei.

Taxi Times konnte in einer Meldung

vom 29. April (und damit kurz vor Redaktionsschluss

dieser Ausgabe) einige offene

Fragen beantworten, allerdings nur unter

Vorbehalt. Diese vorsichtige Formulierung

kommt daher, weil sich Deutschland aufgrund

der Sorge vor einer Ansteckung mit

dem Corona-Virus seit Wochen im Ausnahmezustand

befindet und sich die Bürger

an diverse – neu aufgestellte – Länderverordnungen

halten müssen. Diese in aller

Hektik erlassenen Verordnungen stehen

oft im Widerspruch zu bestehenden rechtlichen

Bestimmungen, was oftmals erst dann

bemerkt wird, wenn die neuen Bestimmungen

bereits in Kraft getreten sind.

So steht beispielsweise die Maskenpflicht,

sofern sie bei einer Beförderung im

Taxi angewendet wird, in Widerspruch zu

dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG)

und der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Dabei ist die grundlegende Frage aus Sicht

des Taxigewerbes noch klar und ohne Vorbehalt

zu beantworten: Taxis gehören zum

ÖPNV, somit gilt die Maskenpflicht auch

bei Taxifahrten.

EMPFEHLUNGEN DES BVTM

Rechtlich schwieriger wird es, wenn Fahrgäste

ins Taxi einsteigen und keinen Mund-

Nasen-Schutz tragen. Das PBefG definiert

für Taxis eine Beförderungspflicht, der

Fahrgast hätte also das zwingende Recht,

gefahren zu werden. Jedoch dienen die Maskenmaßnahmen

mit höchster Priorität dem

Gesundheits- und Infektionsschutz. Unter

Berücksichtigung dieser Priorität empfiehlt

der Bundesverband Taxi und Mietwagen

e. V. (BVTM), „die Maskenpflicht im Taxi

und Mietwagen umzusetzen. […] Fahrgäste,

die diese Pflicht ablehnen, können vom Fahrer/von

der Fahrerin abgelehnt werden“.

Und umgekehrt? Darf der Fahrgast vom

Taxifahrer das Tragen einer Schutzmaske

verlangen? Immerhin gilt für das Führen

eines Kfz der § 23, Absatz 4, Satz der StVO,

wonach es Autofahrern verboten ist, ihr

Gesicht während der Fahrt zu verhüllen.

Diese Regelung zielt ursprünglich darauf

ab, dass der Fahrer/die Fahrerin auf Blitzerfotos

erkennbar sein soll, und wird bei

Verstößen mit einem Bußgeld über 60 Euro

geahndet.

Jedoch gilt auch hier die oben beschriebene

Priorität, deshalb empfiehlt der BVTM

in diesem Fall, dass Taxifahrer/Innen während

der Fahrgastbeförderung eine Schutzmaske

tragen sollten. Er beruft sich dabei

auf ein Statement des Bundesverkehrsministeriums:

„Das Tragen eines Mund- und

Nasenschutzes durch Bus- und Taxifahrer

zur Verhinderung einer Übertragung des

Virus Sars-CoV-2 [ist] nicht vom Verbot

des § 23 Abs. 4 StVO erfasst“. Doch auch

diese klar definierte Priorisierung kommt

nicht ohne zusätzliche Empfehlungen

aus: Sonnenbrillen oder Mützen sollten in

Kombination mit einer Schutzmaske nicht

getragen werden. Das wäre dann wiederum

nicht mehr mit § 23 StVO vereinbar, denn

dann ist das Gesicht de facto nicht mehr

erkennbar.

Wobei an dieser Stelle die Taxiunternehmer

berechtigterweise anführen, dass

anhand anderer im Einsatz befindlicher

Aufzeichnungsgeräte wie Fahrtenbuch

oder Taxameter jederzeit nachprüfbar ist,

welche Person im Falle einer straßenverkehrsrechtlichen

Verfehlung am Steuer

saß. Zahlreiche Taxiunternehmen hatten in

diesem Zusammenhang auch bereits klargemacht,

dass bei ihnen Gesundheitsschutz

vor Straßenverkehrsrecht steht. Sie hätten

ILLUSTRATION: Adobe Stock / Syda Productions

6 2. QUARTAL 2020 TAXI


MASKENPFLICHT

das Bußgeld für ihre Fahrer bezahlt, falls

diese tatsächlich wegen Verstoßes gegen

§ 23 StVO belangt worden wären – wenn sie

dabei einen Fahrgast im Taxi gehabt hätten.

Für Fahrten ohne Fahrgast wurde übrigens

sehr schnell eine klare Regelung definiert:

Befindet sich außer dem Taxifahrer

keine weitere Person im Taxi oder Mietwagen,

darf der Fahrer keine Maske tragen.

UNEINIGKEIT DER LÄNDER

Bleibt noch der dritte große Bereich zu klären:

Können Fahrer und Fahrgast auf eine

Maske verzichten, wenn das Taxi oder der

Mietwagen über einen Trennschutz verfügt,

wie das laut einer Erhebung von

Taxi Times bereits bei über 3.000 Taxis

(Stand 27.4.) der Fall ist?

Einer klaren Beantwortung steht der

Föderalismus im Wege. Soll heißen: Dieser

Punkt wird von jedem Bundesland anders

interpretiert. Der Bundesverband Taxi

nennt dazu Ende April diejenigen Länder,

in denen die Maskenschutz-Verordnungen

nicht durch anderweitige Schutzmaßnahmen

ersetzt wurden: Bayern, Brandenburg,

Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-

Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen,

Sachsen-Anhalt und Thüringen. „In den

anderen Bundesländern gibt es individuelle

Regelungen, die es dringlichst zu beachten

gilt“ empfiehlt der BVTM.

Mangels klarer Verpflichtung kann auch

der Bundesverband hier nur die Empfehlung

aussprechen, dass man auch im Falle

einer verbauten Trennvorrichtung einen

Mund-Nasen-Schutz tragen solle. Dies erhöhe

nicht nur die Akzeptanz der Fahrgäste,

sich an die für sie geltenden Regulierungen

zu halten, sondern vermittle zugleich

eine starke Außenwirkung, die Sicherheit,

Verantwortungsbewusstsein und fahrgastorientiertes

Krisenmanagement in den Mittelpunkt

stellt.

Als Beleg dafür mag eine E-Mail dienen,

die unsere Redaktion Ende April von einer

besorgten Tochter erreichte. „Meine […]

Mutter (89) benötigt gelegentlich ein Taxi

für Fahrten zu Arztterminen. Bei Bestellung

eines Taxis vor ein paar Tagen wurde

ihr ausdrücklicher Wunsch nach einem

Taxi mit Trennwand geflissentlich überhört

und ignoriert, zudem weigerte sich

der Fahrer, einen Mundschutz zu benutzen.

Eine Infektion meiner Mutter durch einen

infizierten Fahrer würde angesichts ihres

Alters ihren (fast) sicheren Tod bedeuten.“

Fazit: Maskenpflicht in Taxis war zu

Beginn ein komplexes Thema, bei dem man

manches falsch, aber auch vieles richtig

machen konnte und bis heute noch kann.

Nämlich dann, wenn man tatsächlich alle

Optionen zieht, die dem Schutz vor Ansteckung

dienen. Ganz im Sinne der Botschaft

des BVTM: „Das Taxi ist und bleibt sicher,

auch in Zeiten der Krise.“

jh

FIRMENLOGO UND HEIMARBEIT

FOTO: Küçük

Der plötzliche und hohe Bedarf an Mund-Nasen-Schutz-

Masken hat auch einige Randgeschichten hervorgebracht. Ein

Augsburger Taxiunternehmer in Doppelfunktion hat Maske

und Marketing miteinander kombiniert. Burak Küçük hat

neben einem Familien-Taxibetrieb auch einen Textilbetrieb

in Augsburg. Er ist selbst als Taxiunternehmer in der Taxi

Augsburg eG organisiert. Hauptberuflich leitet er ein Mode-

Unternehmen.

„Wir haben aufgrund der hohen Nachfrage für Behelfsmasken

die Produktion auf Masken umgestellt und können nun

10.000 Masken am Tag produzieren. Deshalb habe ich dem

Augsburger Vorstand der eG vorgeschlagen, für jedes Taxi

fünf Masken mit dem Logo der eG bereitzustellen“, sagt

Burak Küçük und fügt hinzu: „Wir bieten auch unter

www.atem-mundschutz.de anderen Firmen Masken mit ihrem

eigenen Logo an. Die Masken kosten 1,95 Euro, die Mindestabnahmemenge

liegt bei 100 Stück.

Bei der Wiener Taxizentrale 40100 mussten die Masken nicht

von extern eingekauft werden, sondern wurden in Eigenproduktion

erstellt – von einer Mitarbeiterin, die sonst eigentlich

am Taxi-Service-Schalter am Wiener Flughafen arbeitet.

Sie bot der Geschäftsführung an, für alle einen Mund-Nasen-

Schutz in den Farben der Vermittlungszentrale, Schwarz und

Gelb, zu nähen, damit ihre Kollegen in der Taxizentrale besser

vor dem Corona-Virus geschützt sind. Das brachte viel Lob

vom Geschäftsführer Andreas Hödl: „Mit den Masken schützen

wir auf der einen Seite unsere Mitarbeiter und sorgen auf

der anderen Seite für ein einheitliches Erscheinungsbild. Wir

freuen uns sehr, eine so engagierte Mitarbeiterin in unserem

Unternehmen zu haben“, sagte Andreas Hödl.

hs

Die Schutzmaske als

Marketinginstrument –

ein Beispiel aus

Augsburg.

TAXI 2. QUARTAL 2020

7


Wir wünschen allen

Taxifahrerinnen und

Taxifahrern weiterhin

viel Gesundheit. Und

damit alle Taxis auch in

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ÖPNV

WENN DASEINS­

VORSORGE ZU TEUER IST

ÖPNV-Anbieter in Mittelstädten und kleineren Großstädten hatten während der

Ausgangsbeschränkungen so geringe Fahrgastzahlen, dass sie zeitweise Taxis

anstelle von Bussen einsetzten.

Das Taxi fungiert in vielen Städten

als Lückenfüller für ausgedünnte

ÖPNV-Linien, wie hier in Freiburg … … oder in Landshut.

FOTOS: Pixabay

In Oberhausen galt für die Busse seit Mitte März auch werktags

der Wochenendfahrplan – mit der Konsequenz, dass die ersten

Linien später und nicht so dicht getaktet fuhren. Als Kompensation

wurde ein Taxi als Zubringerdienst für jene Inhaber von Abo-

Tickets und Monatskarten eingeführt, die mindestens 600 Meter

von der nächsten Nachtexpress-Haltestelle entfernt wohnen. Morgens

zwischen 4 Uhr und 7.30 Uhr konnten die Karteninhaber dann

mit einem Taxi zum nächstgelegenen zentralen Umsteigepunkt

fahren, sofern sie sich spätestens einen Werktag vorher telefonisch

bei den Stadtwerken angemeldet hatten. Diese leiteten die Anfragen

an das Taxi-Team Oberhausen weiter. Auch in Aschaffenburg

fuhren die Verkehrsbetriebe werktags nach dem Samstagsfahrplan.

Hier unterstützte seit dem 20. März ein Taxibetrieb die Stadtwerke,

der zwischen 4.45 Uhr und 6 Uhr morgens sämtliche Linien des

Stadtbusses bediente, finanziert von der Stadt.

TAXI STATT LINIENVERKEHR

Seit Anfang April ergänzten mit Heidelberg, Freiburg im Breisgau

und Landshut drei weitere Städte den Linienverkehr zeitweise

mit Taxis. Die Freiburger Verkehrs AG bot seit dem 1. April

einen kostenlosen Abholdienst für die Mitarbeiter der Krankenhäuser

während der Corona-Krise, damit diese zuverlässig zu ihrem

Arbeitsplatz kommen können. Die Rede war von einem „direkten

Shuttle-Verkehr zu den Kliniken“ und zurück nach Hause für die

Angestellten vierer Krankenhäuser – unter der Bedingung, dass

diese in der Stadt wohnen. Gemeint ist eine Kombination aus Straßenbahnen

bzw. Linienbussen, deren Abfahrtszeiten morgens um

fünf und abends um elf und zwölf Uhr bereits auf die Dienstzeiten

der Krankenhäuser eingestellt worden sind, und Taxis, die die

Mitarbeiter nach telefonischer Bestellung auf Kosten der Stadt zu

den Haltestellen bzw. von dort nach Hause bringen.

Einen Schritt weiter ist man in Heidelberg gegangen. Da hier

mangels Nachfrage der Linienverkehr nur noch bis gegen 23 Uhr

fuhr, hat die Stadtverwaltung den Leitungen von sieben Krankenhäusern

Berechtigungen erteilt, ihr Personal spätabends und frühmorgens

kostenlos mit dem Taxi von und zur Arbeit fahren zu

lassen, soweit es nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen kann.

Die Berechtigung galt für Taxis, die an die Taxi-Zentrale angeschlossen

waren, und für Fahrten innerhalb Heidelbergs zuzüglich elf

Umlandgemeinden. Die Kosten trug komplett die Stadt.

Noch einen Schritt weiter sind die Stadtwerke im niederbayerischen

Landshut gegangen. Da in Bayern besonders strenge

Einschränkungen wegen der Corona-Gefahr galten, war die durchschnittliche

Auslastung im Linienverkehr durch die 72.000-Einwohner-Stadt

nebst drei Umlandgemeinden zuletzt auf ganze zwei

Fahrgäste pro Bus gesunken. Deshalb wurden neben den abendlichen

Fahrten auch sämtliche Fahrten an Sonn- und Feiertagen

eingestellt. Angehörige systemrelevanter Berufe konnten an diesen

Tagen zum Bustarif mit dem Taxi zur Arbeit und zurück fahren. Den

Rest bezahlten die Stadtwerke. Die Erstattung der Taxiquittungen

wurde unbürokratisch über ein Online-Formular der Stadtwerke

geregelt.

ar

TAXI 2. QUARTAL 2020

9


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Taxi/Mietwagen ist abgedeckt. Dabei

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Schäden durch Unfall

Wird Ihr mitgeführter Hausrat bei einem

Unfall mit dem Taxi/Mietwagen beschädigt

oder zerstört, ist auch dieser Schaden

mitversichert.

Missbrauch gestohlener Kredit- und

EC-Karten

Entsteht nach einem Einbruch, Diebstahl

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gestohlener Kredit­/Scheck­/Kundenkarten,

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SCHÜLERFAHRTEN

DRAMA IN DREI

AKTEN BEI DEN

SCHÜLERVERKEHREN

Nach der Schließung der Schulen ab Mitte März mussten zahlreiche Bus, Taxiund

Mietwagenbetriebe um die Erstattung der Vorhaltekosten für wochenlang

ausgefallene Schülerfahrten kämpfen – mit höchst unterschiedlichen Erfolgen.

Der Gesamtverband des Verkehrsgewerbes Niedersachsen

GVN und die dortige Fachvereinigung Taxi und Mietwagen

sprechen in diesem Zusammenhang von einem

Drama in drei Akten. Im ersten Akt gehe es um die unterschiedliche

Praxis der Landkreise hinsichtlich der ausgefallenen Schülerfahrten,

weil coronabedingt die Schulen wochenlang geschlossen

blieben. Dieser Akt hat durchaus noch positive Elemente, weil

manche Landkreise die existenzbedrohende Situation der Betriebe

erkannt haben und zu Zahlungen bereit sind bzw. diese bereits

geleistet haben.

Zahlreiche Landkreise sehen dagegen keinerlei Notwendigkeit

für einen Ausgleich der entgangenen Umsätze. „Sie setzen

vermutlich darauf, dass die Unternehmen irgendwie durchkommen,

die Zeche zahlen halt die UnternehmerInnen, deren Familien

sowie die Beschäftigten und deren Familien“, kommentiert dies

der GVN in einem Mitglieder-Rundschreiben von Anfang Mai.

„Diese Gleichgültigkeit macht sprachlos, zumal die Behörden auch

aus Steuermitteln genau dieser Unternehmen und Beschäftigten

finanziert werden.“

In ihren Begründungen schieben die angefragten Landkreise

die Verantwortung auf den Bund und das Land. Der GVN kann

das nicht nachvollziehen: „Ein Verweis auf die umfangreichen

Förderprogramme von Bund und Land hilft nicht wirklich weiter,

denn dabei handelt es sich um Hilfen, die die Steuerzahler selbst

finanzieren werden. [Darüberhinaus] profitieren gerade die personalintensiven

Dienstleistungsbetriebe nur sehr begrenzt von

den Hilfsprogrammen. Dies hängt bekanntlich damit zusammen,

dass die Personalkosten bei den Förderanträgen nicht berücksichtigt

werden, die unter Einsatz des Personals erzielten Einnahmen

aber sehr wohl.“

DIE LANDKREISE ALS „KRISENGEWINNLER“

Der GVN moniert, dass die Landkreise das Geld nicht an die Taxiund

Mietwagenunternehmen weitergeben würden, das sie selbst

vom Land bereits eingesteckt hätten. „Man könnte glatt von Krisengewinnlern

sprechen“, heißt es in dem Rundschreiben.

Als zweiten Akt prangert der GVN, seitdem wieder erste Schulklassen

Unterricht haben und demzufolge auch wieder Beförderungen

anfallen, das Verhalten einzelner Landkreise an. „Da

fragt [beispielsweise] ein Landkreis-Mitarbeiter bei einem der

Vertragsunternehmen für Schülerverkehre doch ein Angebot für

eine Beförderung auf dessen bisherigen Touren ab“ beschreibt

der Taxiverband das Erlebnis eines Mitglieds. „Der Unternehmer

passt wegen der veränderten Bedingungen seinen Angebotspreis

minimal nach oben an.

Und der Landkreis-Mitarbeiter lehnt dieses Angebot ab mit dem

Hinweis, dass man dann doch den alten, für 2019/2020 vereinbarten

Preis heranziehen müsse. Er hatte sich offensichtlich vorge-

FOTOS: Adobe Stock / lichaoshu, Taxi Times

12 2. QUARTAL 2020 TAXI


SCHÜLERFAHRTEN

VERHANDLUNGEN MIT TEILERFOLGEN IN RHEINLAND-PFALZ

Neben dem GVN in Niedersachsen

hatte sich auch der MOLO-Verband in

Rheinland-Pfalz intensiv für die Teil-

Erstattung der ausgefallenen Einnahmen

aus Schülerverkehrsverträgen

starkgemacht. Bereits im März hatte der

Verband an sämtliche Träger die Bitte

formuliert, „unter Berücksichtigung

etwaiger Vorhaltekosten die Vergütung

in Höhe von 85 Prozent weiterzuzahlen.“

Dazu hätten sich einige Träger

erfreulicherweise bereit erklärt, berichtet

der Verband in einem Mitgliederschreiben

von letzter Woche.

Da allerdings nicht alle Einrichtungen

und Kommunen dieser Bitte nachkamen,

habe der Verband sein Anliegen

auch bei dem dafür zuständigen

rheinland-pfälzischen Innenministerium

(MDI) sowie dem Ministerium für Wirtschaft

und Verkehr (MWVLW) vorgetragen.

Das Verkehrsministerium hatte daraufhin

im April eine Abfrage bei allen

Trägern durchgeführt, deren Auswertung

die Erfahrungen des Verbands

bestätigte: „Die Spanne der Weiterzahlung

reicht dabei von 0 – 100 Prozent.“,

berichte der MOLO Rheinland vom

Ergebnis dieser Abfrage. Das Land

wolle einen solchen „Flickenteppich“

allerdings vermeiden und strebe daher

an, eine Landesempfehlung zum

Umgang mit dieser Thematik herauszugeben

und den Trägern zuzuleiten.

„Man möchte dabei auf unsere Verbandsempfehlungen

Bezug nehmen.

Hierzu läuft derzeit eine Abstimmung

mit dem MDI, da die Aufwendungen

für die freigestellten Verkehre grundsätzlich

aus dem § 15 LFAG finanziert

werden.“

Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe

lag diese Empfehlung allerdings

noch nicht vor. Je länger die Corona-

Krise andauert, desto langsamer

mahlen die Mühlen der versprochenen

Hilfsmaßnahmen …

jh

stellt, dass in dieser schwierigen

Zeit Preisnachlässe möglich sein

sollten. Mit anderen Worten, es

drängt sich der Verdacht auf,

dass man die wirtschaftliche

Not der Unternehmen ausnutzen

wollte, um sie zu Preisnachlässen

zu zwingen.“ Als GVN wolle

man dieses „haarsträubende Verhalten“

nicht weiter kommentieren,

heißt es im Rundschreiben.

Beim dritten Akt geht es um

das neue Schuljahr. Bereits jetzt

wurden den Taxi- und Mietwagenbetrieben

die Unterlagen zur

Ausschreibung der Schülerbeförderungen

zugesandt. Dabei wollen

einige Landkreise für den

Fall einer neuen Krise schon mal

vorbeugen, indem sie in den Ausschreibungsunterlagen jeglichen

Vergütungsanspruch im Falle höherer Gewalt ausschließen. In

anderen Fällen sollen sich Unternehmer für einen Dreijahreszeitraum

auch preislich binden. Der GVN kritisiert diese Forderungen

scharf. „Dies sind Rahmenbedingungen, welche die Annahme

Viele Taxibetriebe, die aufgrund bestehender Verträge mit dem

Landkreis Fahrzeuge und Personal für Schülerfahrten vorhielten,

bleiben nach der Schließung der Schulen auf ihren Kosten sitzen.

eines derartigen Auftrages zum

Harakiri machen. Solche Ausschreibungsbedingungen

kann

nur akzeptieren, wer entweder

als Großunternehmen in der

Lage ist, auch lange Krisenzeiten

durchzustehen oder den eigenen

möglichen Bankrott bereits

mit Auftragsannahme billigend

in Kauf nimmt.“

Das Risiko, das zweifellos

zum unternehmerischen Handeln

dazugehöre, müsse auch

eingepreist sein, so der GVN. Es

könne deshalb nicht von einem

staatlichen Monopolisten auf den

schwächeren Partner abgewälzt

werden.

„Als politisch Verantwortlicher

diese Praktiken bei großen Konzernen anprangern und es

im eigenen Hause genauso praktizieren lassen, das ist ein No-Go“

findet der GVN klare Worte und empfiehlt seinen Mitgliedern

deshalb eindringlich, von solchen Knebelverträgen die Finger zu

lassen.

jh

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KRANKENFAHRTEN

DREI EURO

FÜR MEHR

AUFWAND

Um trotz Ansteckungsgefahr auch in

Corona-Zeiten Dialysepatienten fahren

zu können, haben Taxifahrer ihre

Hygienemaßnahmen intensiviert. Dafür

gab es von den Krankenkassen einen

Extra-Zuschlag.

Zu Hause bleiben – dieses wochenlange

Motto galt in Corona-Zeiten

nicht für Dialysepatienten. Auch

nicht für Krebskranke und deren Bestrahlungstherapien.

Und auch nicht für die

Taxifahrerinnen und Taxifahrer, die täglich

ihre Fahrgäste zu den lebenserhaltenden

Behandlungen fuhren. 1,6 Millionen Dialysefahrten

führen Taxi- und Mietwagenbetriebe

monatlich durch, hat Gisela Spitzlei

vom Bundesverband Taxi und Mietwagen

e. V. ausgerechnet.

Für die vor Corona oft praktizierten

Sammelfahrten galt bereits kurze Zeit nach

Ausbruch der Pandemie: nur noch eine Person

pro Fahrt. Die Taxifahrer/-innen agierten

bei diesen Beförderungen von Anfang

an äußerst verantwortungsvoll. Viele von

ihnen fuhren bereits zu Zeiten mit einem

Mund-Nasen-Schutz, als der Großteil der

Bevölkerung noch darüber diskutierte, ob

und wen das nun schütze. Ebenso wurden

die Taxis und Mietwagen mit ausreichend

Desinfektionsmitteln ausgestattet, um nach

jeder Krankenfahrt das Fahrzeug innen wie

außen entsprechend reinigen zu können.

Auch entsprechende Trennschutz-Vorrichtungen

wurden eingebaut.

START IN NIEDERSACHSEN

Da dies allerdings einen erhöhten Aufwand

bedeutet, hatten sich Vertreter der Taxiverbände

an die Krankenkassen gewandt und

einen sogenannten „Corona-Zuschlag“ über

drei Euro vorgeschlagen. Die Ursprungsverhandlungen

hatte die Fachvereinigung

Taxi des GVN mit der AOK Niedersachsen

geführt und dabei eine schnelle Einigung

erzielt. Darüber hinaus wurde die Anregung

gleich auf alle gesetzlichen Krankenkassen

übertragen, wodurch sich auch die

BKK, die IKK classic, die Knappschaft, die

SVLFG sowie die vdek der Regelung angeschlossen

hatten. Über den GKV, den Spitzenverband

der Krankenkassen, wurde die

Vergütung eines Schutz-Zuschlags auch

den Krankenkassen der anderen Bundesländer

empfohlen. Krankenkassen in fünf

Bundesländern waren dieser Empfehlung

gefolgt: Taxi- und Mietwagenunternehmer

in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

konnten ab dem 1. April rückwirkend für

jede Krankenfahrt drei Euro gegenüber den

Krankenkassen berechnen. Rheinland-

Pfalz, das Saarland und Thüringen folgten

mit demselben Betrag ab 1. Mai. Hessen

zahlte fünf Euro, dort blieb allerdings die

AOK außen vor.

Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe

liefen innerhalb des Spitzenverbands der

Krankenkassen GKV Gespräche darüber,

ob man diesen Zuschlag nicht bundeseinheitlich

einführen solle. Unter www-taxitimes.com

finden sie unter dem Suchbegriff

„Corona-Zuschlag“ den neuesten Stand der

Verhandlungen.

jh

ZUSCHLAG ZÄHLT ZUM EIGENANTEIL

Für die Aufnahme des „Corona-Zuschlags“ in die Fahrtenabrechnung

haben die Krankenkassen bestimmte Positionsnummern

eingeführt, die abrechnende Unternehmen bei den

jeweiligen Krankenkassen oder den Taxi-Landesverbänden

abfragen können. Zu beachten sind dabei hinsichtlich Mehrwertsteuersatz

und Patienten-Eigenteil folgende Regelungen:

Die drei Euro sind als Bruttopreis anzusetzen, und

der Mehrwertsteuersatz muss der Hauptleistung, also der

Beförderungsfahrt, zugeordnet werden. Somit wird bei Taxifahrten

der Zuschlag ebenfalls mit sieben Prozent versteuert,

während bei Mietwagen 19 Prozent anzusetzen sind.

Bei einer möglichen Zuzahlung durch den Patienten wird

der Corona-Zuschlag anteilig berechnet. „Pro Taxifahrt muss

der Versicherte zehn Prozent des Fahrpreises als Eigenbeteiligung

leisten – mindestens 5 Euro, höchstens 10 Euro.

Somit müssen also bei allen Patientenfahrten, deren Fahrpreis

zwischen 50 und 100 Euro liegt, auch zehn Prozent des

Corona-Zuschlags als Eigenbeteiligung kassiert werden“,

erläutert Gisela Spitzlei vom gleichnamigen Abrechnungszentrum

gegenüber Taxi Times. „Kostet eine Fahrt beispielsweise

60 Euro, beträgt der Eigenanteil des Patienten am Corona-

Zuschlag 30 Cent.“

jh

FOTO: Raufeld Medien

14 2. QUARTAL 2020 TAXI


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VORSICHT VOR

DEM NACHSPIEL

Wer wegen der Corona-Pandemie Soforthilfen bekommen hat, wird spätestens

bei der nächsten Steuererklärung nachweisen müssen, dass die Gelder berechtigt

ausbezahlt wurden. Das sollte bereits jetzt nachvollziehbar dokumentiert werden.

Als die Regierung Mitte März

das öffentliche Leben komplett

he runterfuhr, versprach man

den betroffenen Unternehmen schnelle und

unbürokratische finanzielle Soforthilfen.

Deren Höhe und Auszahlungsmethoden

regelten die Bundesländer sehr individuell.

Da auch der Begriff „Soforthilfe“ höchst

unterschiedlich interpretiert wurde, haben

manche Taxibetriebe ihre beantragte Unterstützung

innerhalb weniger Tage ausbezahlt

bekommen, während andere noch

wochenlang darauf warten mussten.

Der regelmäßige Erfahrungsaustausch

unter den Mitgliedern der von Taxi Times

geleiteten Corona-Infogruppen bei Whats-

App bzw. Telegram ließ erkennen, dass

beispielsweise Nordrhein-Westfalen sehr

schnell und unbürokratisch ausbezahlt

hatte, während manche Unternehmen in

Bayern mit am längsten auf die Auszahlung

warten mussten. Bayerns Wirtschaftsminister

Hubert Aiwanger begründete dies

damit, dass man sehr genau geprüft habe,

ob ein Antragsteller überhaupt für den

Bezug von Soforthilfe-Zuschüssen berechtigt

sei.

Andere Länder hatten auf eine solche

Prüfung verzichtet und dadurch schnell

ausbezahlt. Ungeprüft bleiben diese Anträge

dadurch nicht, vielmehr sollen sie nachträglich

geprüft werden. Hauptakteur wird

dabei das Finanzamt sein – spätestens

dann, wenn die Steuererklärung für 2020

abgegeben wird. Dort müssen die erhaltenen

Soforthilfen angegeben werden.

Soweit doch noch im gleichen Steuerjahr

ein Gewinn erzielt werden konnte, müssen

sie dann in voller Höhe versteuert werden.

SITUATION DOKUMENTIEREN

Das Unternehmen Lexware, Spezialist für

Steuersoftware, nennt in diesem Zusammenhang

noch weitere Überprüfungen des

Finanzamtes hinsichtlich der erhaltenen

Soforthilfen. So werde man dort in erster

Linie wissen wollen, ob man zum Zeitpunkt

des Empfangs der Soforthilfen auch berechtigt

war, diese zu beziehen.

Um eventuelle und unberechtigte Rückforderungen

zu vermeiden, empfiehlt Lexware,

ab sofort und möglichst rückwirkend

ab März 2020 zu dokumentieren, wie sich

ACHTUNG, LIQUIDITÄTSFALLE

Als Konsequenz des Lockdowns hatten

sich die Krankenkassen ab März bereit

erklärt, die Sozialversicherungsbeiträge

zu stunden. Allerdings wird diese

Stundung nur von kurzer Dauer sein

und im Monat der Zurückzahlung

müssen dann alle noch offenen Zahlungen

inklusive der aktuellen Beiträge

zurückbezahlt werden. Unter www.

taxi-times.com können davon betroffene

Taxi- und Mietwagenunternehmer

die Situation im Betrieb entwickelt hat,

und auch kurz zu erklären, warum man

die staatlichen Hilfen benötigt habe.

„Je besser und detaillierter die Dokumentation

ist, desto leichter und schneller

lassen sich mögliche unberechtigte Rückforderungen

der Behörden widerlegen und

man bleibt in der ohnehin schon schwierigen

Lage vor unnötigen zusätzlichen Belastungen

verschont“, rät Lexware auf seiner

Homepage. Zudem helfe die Dokumentation

den Unternehmern auch, selbst den

Überblick über erhaltene Hilfen und die

Entwicklung der Situation zu behalten.

Lexware hat zur Erstellung einer solchen

Dokumentation eine Mustervorlage

erstellt, die wir auf der gegenüberliegenden

Seite abbilden.

jh

unter dem Stichwort „Stundung

Sozialversicherungsbeiträge“ nachlesen,

zu welchem Zeitpunkt die

Rückzahlung fällig wird. Um an diesem

Tag nicht in die Liquiditätsfalle zu

tappen, sollten Taxi- und Mietwagenbetriebe

rechtzeitig vorher das

Gespräch mit den Krankenkassen

führen und dort individuell die

Möglichkeiten einer Ratenzahlung

verhandeln.

jh

FOTO: Adobe Stock / Wolfilser

16 2. QUARTAL 2020 TAXI


STAATSHILFEN

DOKUMENTATION ZUM NACHWEIS BERECHTIGTER ANSPRÜCHE

VON LIQUIDITÄTSHILFEN WÄHREND DER CORONA-KRISE

Diese Vorlage zur Erfassung und Dokumentation von Umsatzeinbußen,

Kostenentwicklung und erhaltenen Finanz- sowie Soforthilfen

wurde von Jörgen Erichsen vom Unternehmen Lexware

erstellt und kann bei einem späteren Nachweis der Rechtmäßigkeit

der erhaltenen Fördermaßnahmen helfen – sofern dieser gefordert

wird.

Die Teile I und II müssen einmalig, der Rest muss je Kalenderwoche

ausgefüllt werden. Kleine Betriebe können prüfen, ob es

genügt, statt einer Wochen- eine Monatsübersicht zu erstellen.

Die Teile III und IV sollten möglichst wöchentlich ausgefüllt werden,

am besten bis Ende des ersten Halbjahres bzw. bis etwa zwei

Monate, nachdem man die letzten Hilfen erhalten hat.

I. Allgemeine Angaben

Unternehmen/Rechtsform:

Branche:

Inhaber/Geschäftsführer:

Anschrift/Bundesland:

Kontaktdaten:

Steuernummer/-Id.:

Anzahl Mitarbeiter:

Sonstiges:

II. Finanzielle Unterstützungen

(alle Wertangaben in Euro)

Soforthilfe Bund:

Soforthilfe Bundesland:

KfW-Kredite, z. B. Schnellkredit:

Beantragt

(Datum / Betrag)

Ausgezahlt

(Datum / Betrag)

AUTOR: Jörgen Erichsen QUELLE: Lexware Wissen + Tipps

Andere Förderkredite:

Kurzarbeitergeld:

Anpassungen Vorauszahlungen

• Einkommensteuer

• Körperschaftsteuer

• Gewerbesteuer

• Umsatzsteuer

• Lohnsteuer

• Andere

Stundungen/Reduzierungen

• Sozialversicherungen

• Mieten

• Darlehen/Tilgungen

• Energieversorgung

• Leasingraten

• Andere

Sonstige Unterstützungen

Gesamt-Entlastungen

III. Dokumentation

Kalenderwoche/-monat:

Welche zentralen Ereignisse hat es gegeben?

Umsatzausfall Kostenersparnis Zusatzkosten Schadenssumme

Summe Schäden €

Finanzhilfen / Entlastungen

Summe Entlastungen €

Monatlich (Summen werden immer in KW __ Folgemonat

erfasst)

Umsatzausfall

Zusatzkosten

Entlastungen

Schadenssumme Monat €

IV. Umgesetzte Maßnahmen

Zuflüsse

Schaden

TAXI 2. QUARTAL 2020

17


TAXIZENTRALEN

STUNDEN ODER REDUZIEREN

Zahlreiche Taxizentralen hatten früh auf

die drastischen Umsatzeinbrüche ihrer

angeschlossenen Teilnehmer reagiert und

die monatlichen Beiträge angepasst. Für

die Taxizentralen im städtischen Bereich

war der Umgang mit der Corona-Krise ein

Drahtseilakt. Auf den Rückgang der Taxibestellungen

reagierte man mit Kurzarbeit

für die Mitarbeiter des Call-Centers. Gleichzeitig

gingen auch die Einnahmen zurück,

denn etliche Taxibetriebe hatten ihre Flotte

ganz oder teilweise stillgelegt und damit

auch die Mitgliedschaft bei der Taxizentrale

gekündigt.

Jenen Taxiunternehmen, die dabeigeblieben

sind, kamen die Zentralen finanziell

entgegen. So hatte beispielsweise die

Taxi Nürnberg eG bereits Mitte März seinen

Genossen mitgeteilt, dass man die Funkbeiträge

für April stunden werde. Ähnlich

agierten zahlreiche Taxizentralen, zum

Beispiel in Wien, Offenbach (Fledermäuse),

Frankfurt und Stuttgart. „Wir stehen

zusammen – gemeinsam durch die Corona-

Krise“, hatte die Taxi Frankfurt eG in einem

Schreiben an seine Teilnehmer verlauten

lassen. „Auch unsere Möglichkeiten, Mittel

und Rücklagen als mittelständische Taxizentrale

sind begrenzt, Ihnen – den Taxibetrieben

– direkt zu helfen. Dennoch haben

wir uns nach Rücksprache mit unserer

Hausbank dazu entschlossen, dass wir die

nächste Vermittlungsgebühr stunden.“ In

Stuttgart wurden parallel mit der Stundung

auch bereits die Rückzahlungsmodalitäten

festgelegt: „ab September bis Dezember in

vier Raten.“

GEBÜHRENERLASS UM 50 %

Andere Taxizentralen haben auf das Mittel

der Stundung ganz bewusst verzichtet und

stattdessen einen Teil der fixen Funkgebühren

erlassen. Berliner Taxiunternehmer

mussten beispielsweise im April nur die

Hälfte der fixen Gebühren bezahlen, im Mai

rund zwei Drittel. „Wir haben uns bewusst

gegen eine Stundung der Beiträge entschieden,

weil unsere Funkteilnehmer zu dem

Zeitpunkt, wenn sich das Geschäft wieder

normalisiert, ja nicht das Doppelte verdienen

werden, um dann die laufenden wie

auch die aufgelaufenen, gestundeten Funkgebühren

zurückzubezahlen“, begründete

Hermann Waldner von Taxi Berlin die

Entscheidung gegenüber Taxi Times. Man

habe als Zentrale, wo immer möglich, die

Betriebskosten gesenkt und könne nun das

damit Erreichte weitergeben.

Scharf kalkulierend und partnerschaftlich

haben nicht nur große, sondern auch

kleine Zentralen agiert. So verzichtete zum

Beispiel die Taxizentrale Passau auf die

Funkgebühren. „Um unsere Mitglieder in

der derzeit schwierigen Lage finanziell zu

entlasten, haben Vorstand und Aufsichtsrat

gemeinsam beschlossen, ab dem 1.April

2020 für unsere 40 Mitglieder die monatlichen

Beitragszahlungen nicht zu stunden,

sondern bis auf Weiteres auszusetzen“,

teilte Vorstandsvorsitzender Andreas Keil

gegenüber Taxi Times mit, versprach aber,

dass die Zentrale weiterhin rund um die

Uhr besetzt sein werde. „Wir werden keines

unserer Mitglieder im Regen stehen

lassen.“

jh

Anstatt im März und April müssen viele

Taxiunternehmer ihre Funkgebühren erst im

Herbst 2020 bezahlen.

HILFEN DURCH SYSTEMANBIETER

Taxizentralen mussten sich seit den Corona-

Maßnahmen auf veränderte Geschäftsfelder

und reduzierte Funkgebühr-Einnahmen

einstellen. Unterstützung bekamen sie

dabei von ihren Zulieferern der Taxi-Vermittlungssoftware.

So hat beispielsweise

FMS/Austrosoft, dessen Vermittlungssystem

von 155 Taxizentralen in elf Ländern

Europas genutzt wird und über das auch

Bestellungen der europaweiten App taxi.eu

Dank entsprechender Software-Tools können

Mitarbeiter von Taxizentralen auch von zu

Hause aus Taxibestellungen aufnehmen.

abgewickelt werden, sein Homeoffice-Tool

gleich zu Beginn der Corona-Krise den

Taxizentralen zunächst lizenzfrei zur Verfügung

gestellt. „Damit können die Zentralen

Heimarbeitsplätze einsetzen, was einen

wichtigen Beitrag zur Gesundheit aller Mitarbeiter

darstellt“, sagte FMS-Geschäftsführer

Robert Abel. Seibt & Straub, ein weiterer

Anbieter von Vermittlungssoftware inklusive

integrierter App „cab4me“, hatte sein

Homeoffice-Feature ebenso lizenzfrei zur

Verfügung gestellt.

KOSTENFREIE SIM-KARTEN

Außerdem hatte Seibt & Straub bereits ab

April die Servicegebühren für alle Fahrzeuge

erlassen, die bei den Funkzentralen

von den dortigen Teilnehmern stillgelegt

worden waren. „Die Stilllegungen werden

automatisch von Monat zu Monat verlängert,

solange die Corona Beschränkungen

in Kraft sind. Auch für die eingesetzten

SIM-Karten werden während der Stilllegung

keine Kosten berechnet“, erklärte

Geschäftsführer Stefan Straub, der sich

in diesem Zusammenhang auch bei den

Telefonie-Partnern Telekom und Vodafone

bedankte, die durch ihr Entgegenkommen

diese Kulanz ermöglicht hätten.

Kulant zeigte sich auch das Unternehmen

Taxi-Butler, dessen Geräte weltweit

von Taxizentralen und Unternehmen in

Hotels und bei anderen Vielbestellern eingesetzt

werden. Seit April hatte man die

Monatsmiete um 50 Prozent reduziert.

Die Firma betonte, dass der Rabatt nicht

zurückgezahlt werden muss.

Unterstützung für die Taxizentralen

gab es indirekt auch von Sixt. Dort hatte

man im April bekannt gegeben, dass man

den eigenen operativen Betrieb im Bereich

der Fahrtenvermittlung schließen und über

die Sixt-App „Ride“ ausschließlich Taxis

vermitteln werde. Davon könnten letztlich

auch Taxibetriebe profitieren, sofern sie

den Appell von Sixt beherzigen: „Wenn Sie

nach der Krise für Ihr Unternehmen Chauffeure

suchen, denken Sie bitte an unsere

gute ausgebildeten ehemaligen Kollegen.“


jh

FOTOS: Adobe Stock / Wolfilser, Adobe Stock / Paolese

18 2. QUARTAL 2020 TAXI


TAXIZENTRALEN

HEUTE

GERADE,

MORGEN

UNGERADE

Auf den drastischen Rückgang der

Fahrtenvermittlungen reagierte eine

Taxizentrale mit einem alternierenden

System in der Funkvermittlung. Die Idee

fand viel Zuspruch.

Am 13. März 2020 hatte Christian Linz (rechts) das Steuer von Wolfgang

Ziegler als Vorstand der Taxi-Zentrale Nürnberg eG übernommen.

Die Abschiedsfeier war die letzte Veranstaltung in Nürnberg vor

den Corona-Beschränkungen.

Als erste Taxizentrale in Deutschland hatte die Taxi-Zentrale

Nürnberg eG ihr System in eine abwechselnde

50:50-Vermittlung umgewandelt. An ungeraden Tagen,

wie zum Beispiel am 3. April 2020, wurden ausschließlich Taxis

mit ungeraden Konzessionsnummern, wie zum Beispiel die Nummer

475, von der Zentrale vermittelt. Am nächsten Tag kamen die

Taxis mit einer geraden Konzessionsnummer zum Zug. Die gleiche

Regelung galt für die Aufstellerlaubnis der Taxis am Nürnberger

Flughafen.

Christian Linz, neu gewählter Vorstand der Taxi-Zentrale

Nürnberg eG, erläuterte auf Anfrage der Taxi Times, wie die

50:50-Regelung bei den Mitgliedern ankam: „Die Reaktion seitens

der Kollegenschaft war anfangs durchwachsen, insbesondere,

was die Vielzahl der 1-Taxi-Unternehmer anbelangt. Nachdem es

sich um einen scharfen Eingriff in die Fahrautonomie des Unternehmers

handelt, hatten wir zunächst nicht nur Zustimmung.“

Als dann aber der Sinn der Maßnahme zu greifen begann (halbe

Arbeitszeit bei gleichem Umsatz), verstummten die Skeptiker.

STAMMKUNDENFAHRTEN WAREN MÖGLICH

Die Regelung betraf aber nicht alle Fahrten. Die Nürnberger Zentrale

wies ausdrücklich darauf hin, dass selbstverständlich jeder

Taxiunternehmer weiterhin seine Privat- und Stammkunden fahren

dürfe. Ebenso waren Fahrten für den Behindertenfahrdienst

nicht von der 50:50-Regelung betroffen. Rund vier Wochen nach

der Einführung konnte man eine erste Zwischenbilanz ziehen.

So wurde durch die Funkteilung erreicht, dass in der Spitzenzeit

nie mehr als 150 Taxis „auf der Straße“ waren. Die Unternehmen

konnten so zumindest an jedem zweiten Tag hinreichenden

Umsatz erwirtschaften.

Taxi-Unternehmen mit angestelltem Personal konnten zudem

in der Zeit, in der die Fahrzeuge nicht einsetzbar waren, die entsprechenden

Mitarbeiter kurzarbeiten lassen. „So besteht die Möglichkeit,

dass jedes Geschäftsmodell die derzeit existenzielle Krise

ökonomisch aushalten und überstehen kann“, hieß es in einem

Rundschreiben an die Nürnberger Taxiunternehmer.

Wie Christian Linz gegenüber Taxi Times verriet, war keine

bestimmte Laufzeit für das 50:50-Vermittlungsverfahren definiert:

„Perspektivisch kann ich Ihnen mitteilen, dass die derzeitige

Beschlusslage vorsieht, die Funkregelung so lange laufen

zu lassen, wie es zu keinen Vermittlungsengpässen kommt. Mit

anderen Worten: Wenn das Geschäft wieder anzieht, werden wir

zum Normalbetrieb übergehen.“ Zum Redaktionsschluss dieser

Ausgabe (Anfang Mai) war das noch nicht der Fall. hs

Auch in schwierigen Zeiten:

FOTO: Taxi Times

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TAXI 2. QUARTAL 2020

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WETTBEWERBSRECHT

Landgericht Frankfurt

3 - 06 O 44/19

DAS

VIERTE

VERBOT

Landgericht Düsseldorf

Landgericht München

4 HK O 14935/16

AZ 38 O 61/19

Landgericht Köln

AZ 81 O 74/19

Mit Urteil vom 30. April hat das

Landgericht Düsseldorf die App

UberX verboten. Die Begründungen

erinnern sehr an vorausgegangene

Urteile aus Köln, Frankfurt, und

München.

FOTOS: Adobe Stock / Odua Images

Geklagt hatte die Taxi Düsseldorf

eG (= Klägerin), beklagt wurde das

Unternehmen Uber BV, Niederlande

(= Beklagte). Der Hauptsatz des Urteils

(AZ 38 O 61/19) ist kurz und unmissverständlich

formuliert: „Die Beklagte

(= Uber) wird verurteilt, es zu unterlassen,

im geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken

die von ihr herausgegebene

Smartphone-Applikation UberX für Mietwagenfahrer

und Mietwagenunternehmer

für die Vermittlung von Fahrtaufträgen

einzusetzen, soweit diese Beförderungen

entgeltlich erfolgen.“ Einschränkend folgt

noch der Hinweis, dass Fahrten, bei denen

das Gesamtentgelt die Kosten der Fahrt

nicht übersteigt, von diesem Verbot ausgenommen

seien. Da Uber allerdings keine

Beförderungspreise unterhalb der Fahrtkosten

verlangt, ist diese Einschränkung

nicht relevant.

In der unserer Redaktion vorliegenden

schriftlichen Begründung führt das Gericht

aus, dass die Verwendung der Smartphone-

Anwendung UberX gegen den Paragrafen 49,

Absatz 4, Satz 2 des Personenbeförderungsgesetzes

verstoße. Dieser sieht vor, dass

Mietwagen nur Beförderungsaufträge ausführen

dürfen, die am Betriebssitz des

Unternehmers eingegangen sind.

EXISTENZSCHUTZ

Eine Annahme von Beförderungsaufträgen

durch den Fahrer während der Fahrt ist

dagegen nur dem Taxi erlaubt. Verfassungsrechtlich

sei eine solche gesetzliche

Regelung unbedenklich, da es sich dabei

um Berufsausübungsregelungen handle,

„welche dem Schutz der Existenz- und

Funktionsfähigkeit des Taxigewerbes dienen,

was wiederum ein wichtiges Interesse

der Allgemeinheit darstelle. Das Landgericht

Düsseldorf beruft sich dabei auf

das BGH-Urteil zum Verbot der App Uber-

BLACK.

Demzufolge sei die App der Beklagten

mit § 49, Abs. 2 nicht zu vereinbaren,

denn wenn die App geöffnet sei, erreiche

ein Fahrtauftrag den Fahrer nicht nur

über den Betriebssitz, sondern auch zeitgleich

unmittelbar über die Fahrer-App.

Das Gericht kommt zu der Überzeugung,

dass es sich dabei nicht um eine Fehlbedienung

der Software handle, sondern „um

eine Funktionalität, die die Software bietet,

während sie sich in einem von ihrer

Architektur her geplanten und gewünschten

Zustand befindet. Mit anderen Worten:

Uber hat seine App bewusst so gestaltet,

dass Aufträge direkt von Fahrern angenommen

werden können.

Uber selbst hatte argumentiert, dass

man mit den Partnern entsprechende Vereinbarungen

getroffen habe, welche eine

Auftragsannahme erst dann erlauben, wenn

vorher die Zustimmung des Unternehmers

vorliegt. Eine solche Vereinbarung wurde

vom Gericht nicht anerkannt, weil damit

die Uber-Fahrer angewiesen würden, die

von der App bereitgestellten Nutzungsmöglichkeiten

nicht auszuschöpfen. „Das lässt

den in der tatsächlich gebotenen Funktionalität

liegenden Verstoß gegen § 49, Abs. 4,

S. 2, PBefG nicht entfallen. […] Somit nimmt

die Beklagte Verstöße ihrer Partner und u

TAXI 2. QUARTAL 2020

21


WETTBEWERBSRECHT

deren Fahrer bewusst in Kauf, mag sie diese

auch an sich nicht wünschen.“

In den Worten eines Laien ausgedrückt

bedeutet dies: Wer eine App mit rechtsverstoßenden

Funktionen ausstattet, braucht

hinterher die Nutzer nicht dazu verpflichten,

solche vorhandenen Funktionen nicht

anzuwenden.

Vor allem dann, wenn man auf eine Kontrolle

dieser Vorgaben verzichtet, was wiederum

auch vom Gericht so gesehen wird:

„In der Gesamtschau stellt die Beklagte

nicht nur ihren Partnern eine Plattform

zur Verfügung, die ohne Weiteres eine dem

Betriebsablauf beschleunigende unmittelbare

Auftragsannahme durch den Fahrer

ermöglicht, sondern sie verzichtet außerdem

auf eine effektive Kontrolle der Befolgung

ihrer Vorgabe, von dieser technischen

Möglichkeit im täglichen Betrieb keinen

Gebrauch zu machen. Das rechtfertigt den

Schluss, dass die Beklagte die Verwirklichung

der von ihr erkannten Gefahr billigend

in Kauf genommen hat.“

Mit dieser juristischen Bewertung liegt

das Landgericht Düsseldorf auf einer Wellenlänge

mit den Gerichten in

Frankfurt und München. Ebenso

wie auch bei der Bewertung,

dass Uber als

Verkehrsdienstleister eingestuft

werden muss. Uber

selbst hatte in diesem Verfahren

abermals damit argumentiert,

dass man ein reiner

Vermittler sei und somit unter

die Dienstleistungsrichtlinie falle. Vermittlungsdienste,

so das LG Düsseldorf,

würden auch dann als Verkehrsdienstleister

zählen, wenn „sie integraler Bestandteil

einer hauptsächlich aus einer Verkehrsdienstleistung

bestehenden Gesamtdienstleistung

zu sehen sind“. Auch bei dieser

Einschätzung beruft sich das Gericht auf

das oben angesprochene BGH-Urteil zu

UberBLACK.

UBER TAKTIERT

Als besonders dreist darf der Versuch

Ubers eingestuft werden, dass man wie

auch schon beim Verfahren in Köln, München

und Frankfurt abermals eine Aufbrauchfrist

beantragt hatte. Gemeint ist

damit, dass man trotz eines juristischen

Verbots noch für einen Zeitraum X weitermachen

dürfe, um so die Gelegenheit zu

bekommen, das Vermittlungsverfahren

umzustellen. Uber hatte argumentiert, dass

eine sofortige Durchsetzung eines Unterlassungsverbots

eine nicht gerechtfertigte

Härte darstelle. Das Landgericht Düsseldorf

wertete dies jedoch ganz anders: „Ungeachtet

der Frage, ob der Beklagten überhaupt

unverhältnismäßige Nachteile drohen,

überwiegen […] die Interessen der Klägerin

und der sonstigen Marktteilnehmer an

gesetzeskonformem Handeln der Beklagten.“

Darüber hinaus hätte Uber bereits im

Vorfeld genügend Zeit gehabt, sein System

umzustellen, da die Verbote der Landgerichte

Köln, Frankfurt und München schon

klare Hinweise auf eine unrechtmäßige Vermittlung

gewesen seien.

Die Tatsache, dass Uber-Deutschland-

Chef Christoph Weigler unmittelbar nach

dem Düsseldorfer Urteil gegenüber Medien

davon sprach, man sei für ein Verfahren

verurteilt worden, das man sowieso mittlerweile

geändert habe, lässt vermuten,

dass der Antrag auf Gewährung einer

„Aufbruchsfrist“ nichts anderes war als

ein strategischer Schachzug der Anwälte.

Ubers Anwälte kommen übrigens aus der

Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer,

gegen die vor einigen Monaten die Staatsanwaltschaft

wegen des Verdachts von Verwicklungen

in Cum-Ex-Geschäfte ermittelt

hat. Sie waren vom US-Vermittler in allen

vier Fällen mit der Verteidigung betraut

worden. Auf Seite des Taxigewerbes waren

die Vertreter die Rechtsanwälte Dr. Carsten

Matthias (Köln und Düsseldorf), Herwig

Kollar (Frankfurt) und Alexandra Decker

(München).

jh

GESIEGT, ABER NICHTS GEWONNEN

Das Taxigewerbe hat mit einem abermals hohen zeitlichen

wie finanziellen Aufwand ein viertes Verbotsurteil für Uber

erstritten. Taxi Times DACH hatte in seiner ersten Ausgabe

des Jahres über die drei Urteile ausführlich berichtet.

Begonnen hatte es mit einem Urteil in Köln, das im Sommer

letzten Jahres nicht zugestellt werden konnte, weil Uber in

Amsterdam die Annahme verweigerte. In Köln wird bis heute

weiter vermittelt. Dann folgte am 19. Dezember 2019 das

Urteil des Landgerichts Frankfurt, das UberX sogar bundesweit

verbot. Uber verkündete daraufhin, man habe das

Vermittlungsverfahren umgestellt, und vermittelt bis heute

weiter – inklusive München, wo das Landgericht München

nach einer vierjährigen (!) Verfahrensdauer ebenfalls UberX

verboten hat. Es ist daher zu erwarten, dass sich der Fahrtenvermittler

auch nicht an das Düsseldorfer Verbot halten wird.

Denis Klusmeier, Vorstand der klagenden Taxi Düsseldorf

eG, wird deshalb die gleiche Option ziehen wie in Frankfurt:

Man werde die vom Gericht festgelegte Sicherheitsleistung

über 100.000 Euro hinterlegen und somit das Urteil vollstrecken,

sagte er gegenüber den Medien. Soll heißen: Das

Beweise-Sammeln beginnt von vorne: In Düsseldorf müssen

die weiterhin durchgeführten Auftragsvermittlungen über die

UberX-App neu dokumentiert und an das Landgericht eingereicht

werden. Die Richter müssen dann abermals entscheiden,

ob ein Verstoß gegen das Verbot vorliegt.

Rechtlich ist das die übliche Vorgehensweise, aber das Recht

schützt mit solchen umständlichen und nicht enden wollenden

Verfahren den Falschen. Schon alleine deshalb wird

es allerhöchste Zeit, dass endlich die Politik und die Behörden

handeln, wie es auch unmittelbar nach dem Urteil vom

Bundesverband Taxi gefordert worden war. Das Taxigewerbe

muss deshalb auch in Corona-Zeiten immer wieder auf diese

Missstände aufmerksam machen.


Ein Kurzkommentar von Jürgen Hartmann

FOTOS: Adobe Stock / Alexstar

22 2. QUARTAL 2020 TAXI


Wir danken allen Vertragspartnern,

Taxiunternehmern und -fahrern für

ihr Durchhaltevermögen in dieser

besonders herausfordernden Zeit.

Wir sind auch weiterhin für Sie da.

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TAXI INTERNATIONAL

NEWSTICKER

UBER HÄLT BEI DONALD

TRUMP DIE HAND AUF

San Francisco – Ende März beantragten

in den USA sechs große

Personenbeförderungs-Verbände

Unterstützung. Auch Uber-Geschäftsführer

Dara Khosrowshahi forderte

Geld für seine Fahrer und setzte sich

erneut für eine Beschäftigungskategorie

des „dritten Weges“ ein, bei dem

Partner/Arbeiter der sogenannten

Gig-Industrie weder als Angestellte

noch als unabhängige Auftragnehmer

gelten sollen. Uber-Fahrer hatten bis

zu 70 Prozent Umsatzrückgang, während

das Uber-Eats-Geschäft wegen

geschlossener Restaurants anstieg.

In europäischen Städten beklagten

Uber-Fahrer, dass ihr Einkommen um

die Hälfte sank, dass Uber aber weiterhin

25 Prozent Kommission verlangt.


wf

TAXIZENTRALE ALS

SEELSORGETELEFON

In den Niederlanden besteht das Taxigewerbe zu 80 Prozent aus

Unternehmen, die Sozialtransporte durchführen (für Behinderte,

ältere Menschen etc.). Mangels Bedarf hatten im März und April auch

jene Call-Center wenig zu tun, die von zahlreichen großen Beförderungsunternehmen

gemeinsam betrieben werden, unter anderem

das Center DVG Personenvervoer, das sich etwa 65 Taxiunternehmen

teilen.

Dort hatte man daher beschlossen, spezielle „Social Talk“-Dienste

in ihrem Kundenkontaktcenter anzubieten. Die Call-Center-Mitarbeiter

riefen landesweit ihre Kunden an, nur um sie zu fragen, wie es

ihnen in dieser schwierigen Zeit gehe. So entgingen Bereitschaftsdienst-Mitarbeiter

zum einen der Gefahr der Arbeitslosigkeit, während

man erfolgreich die Einsamkeit bekämpfte, unter der viele

ältere Kunden in der Phase der „sozialen Distanzierung“ in den Altersheimen

oder zu Hause leiden mussten.

wf

STUNDUNG FÜR TAXIUNTER-

NEHMER AM HUDSON

New York City – Der größte Anbieter

von Taximedaillon-Darlehen,

Marblegate Asset Management, bot

Taxiunternehmern im April eine einmonatige

Zahlungspause an.

Taximedaillons, also Konzessionen,

werden in US-Großstädten

aufgrund der zahlenmäßigen Begrenzung

schon immer teuer gehandelt.

Der Höchstwert 2013 lag in NYC bei

über einer Million Dollar. Seitdem

fällt er durch die Mietwagen-Konkurrenz

immer weiter, zuletzt auf unter

150.000 US-Dollar. Die Corona-Krise

hat die Situation des Taxigewerbes

abermals verschlimmert. Ohne die

Stundung wären viele Konzessionsinhaber

wahrscheinlich vollends

kollabiert. Ob man das damit aber

aufgehoben oder nur aufgeschoben

hat, wird erst die Zukunft zeigen … wf

Seelsorge statt Fahrtenvermittlung im Kundenkontakt-Center DVG

Personenvervoer.

LONDON: TRADITION

TROTZ CORONA

In Corona-Zeiten zeigt sich eine bemerkenswerte Präferenz für klassische

London-Taxis, nicht nur gegenüber Bus oder U-Bahn, sondern

insbesondere gegenüber Mietwagen, die Apps wie Uber, Bolt und Ola

verwenden.

Das schwarze Taxi hat derzeit einen großen Vorteil: „Aufgrund

der Trennscheibe fühlen Sie sich in einem Londoner Taxi wie in einer

eigenen Glasblase, getrennt vom Fahrer“, erklärt Steve McNamara,

Generalsekretär des Berufsverbands Licensed Taxi Drivers Association

(LTDA), der die Taxis ausgiebig medial bewarb und den Fahrern

Flugblätter mit Corona-Präventionstipps mitgab. Da Kartenzahlungen

in allen Londoner Taxis möglich sind, muss kein bares Geld mehr

ausgetauscht werden. Kombiniert mit zusätzlichen strikten Hygienemaßnahmen

erreichte das London-Taxi eine zweite Beliebtheitswelle.

Schon als das neue elektrische London Taxi TX von LEVC auf den

Markt kam, wurde es speziell von umweltbewussten Londonern verstärkt

nachgefragt. wf

FOTOS: photodune, DVG

24 2. QUARTAL 2020 TAXI


TAXI INTERNATIONAL

Gruppenfoto am Reisetag 5 vor einem Münchner Elektro-Taxi. Svetlana Verbitskaya (4. v. r.), Gregor Beiner

und Wim Faber (jeweils links daneben) hatten den Deutschland-Besuch einer russischen Taxidelegation organisiert.

EIN LETZTER BESUCH

VOR CORONA

Fünf Tage, fünf Experten, fünf Besuche. Eine russische Taxidelegation reiste

Anfang März quer durch Deutschland. Der Informationsaustausch war für beide

Seiten sehr aufschlussreich.

FOTO: Taxi Times

Es begab sich zu einer Zeit, als man sich noch gegenseitig

besuchen durfte, auch wenn es bereits mit dem Händeschütteln

oder einer freundschaftlichen Umarmung vorbei

war. Zu jener Zeit, die heute wie eine ferne Vergangenheit wirkt,

hatten sich fünf Experten aus Nowosibirsk auf den Weg nach

Deutschland gemacht, um sich mit diversen Gesprächspartnern

über das deutsche Taxigewerbe zu informieren.

Tag 1 begann in Berlin, wo man zunächst das Taxizentrum Berlin

besuchte, in dem mit Taxi Berlin auch eine der größten europäischen

Taxizentralen und mit taxi.eu die größte echte Taxi-App

beheimatet ist. Gesprächsinhalte während des Rundgangs durch

Kundencenter, Call-Center und Taxi-Museum waren unter anderem

App-Vermittlung und digitale Zahlungsarten in Mitteleuropa

im Vergleich zu Russland, die Arbeitsweise, Bestellmöglichkeiten

und Tarife des Taxigewerbes in Russland und nicht zuletzt verkehrspolitische

Themen wie Ridesharing. Auch für Anekdoten

über öffentlichen Verkehr in Russland einschließlich kurioser

Platzkartenregelungen in Liegewagen russischer Fernzüge bot

die entspannte Gesprächsatmosphäre Raum.

Als Begleiter auf der gesamten Reise fungierte Wim Faber,

der als internationaler Taxi-Journalist auch für Taxi Times schreibt.

Er hatte gemeinsam mit dem Münchner Taxiunternehmer u

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TAXI INTERNATIONAL

Station 1: Besuch der Berliner Taxizentrale.

Station 2 beim Bundesverband Taxi und Mietwagen

e. V.: Irina Zaripova (links) und Michael Oppermann;

Svetlana Verbitskaya fungierte als Dolmetscherin.

Station 3: Besuch bei Familie

Personenbeförderer. Ganz

führende Persönlichkeit des

Gregor Beiner und Svetlana Verbitskaya von Business Tourism den

Trip organisiert. Die Gruppe bestand aus Personen des Öffentlichen

Rates (Public Council), darunter die Geschäftsführerin Irina

Zaripova, eine führende Persönlichkeit in der russischen Taxi-Welt.

Der Public Council ist für die Entwicklung des Taxigeschäfts in

Russland zuständig und somit die einzige Organisation im Land,

die Taxiunternehmer und Taxifahrer zusammenbringen und

ihre Situation verbessern möchte. Als quasi staatlich legitimierte

Gewerbevertretung war es daher naheliegend, auch die deutsche

Gewerbevertretung zu treffen.

Der anschließende Besuch in den Geschäftsräumen des Bundesverbands

Taxi und Mietwagen (BTM) als zweite Berliner Station war

dann für beide Seiten sehr informativ. Es gab einen äußerst lebhaften

anglo-deutsch-russischen Informationsaustausch. Michael

Oppermann, Geschäftsführer des BTM, verwies auf der Grundlage

von vier Welttrends (Urbanisierung, Technologiewandel, Elektrifizierung,

Globalisierung) auf rasche Veränderungen im Taxisektor

und berichtete von den Demonstrationen, die überall in Deutschland

gegen Scheuers Eckpunkte im vergangenen Jahr liefen.

KEINE BETRIEBSPFLICHT IN RUSSLAND

Er erklärte den Unterschied zwischen Taxi und Mietwagen. Letzteren

gibt es in Russland nicht – nur illegal. Die russische Gruppe

fand es bemerkenswert, dass das Taxi in Deutschland einen festen

Tarif und eine Beförderungspflicht hat und rund um die Uhr verfügbar

sein sollte (Betriebspflicht). Der öffentliche Rat möchte

einige dieser „Taxi-Elemente“ in das russische Recht aufnehmen.

Die Berliner Besuche waren ebenso wie die Stippvisite vier Tage

später in München (siehe unten) als Rahmenprogramm rund um

den Besuch der UITP-Taxi-Konferenz in Karlsruhe organisiert. Da

die Konferenz allerdings wegen Corona abgesagt werden musste,

besuchte die Delegation stattdessen den Familienbetrieb Holl AG

in Gaggenau nahe Karlsruhe. Dirk Holl gab dabei einen kurzen

Überblick über seine Rolle als innovativer Personenbeförderer.

Hier lernten die Russen mehr als auf einer Taxikonferenz, vor

allem weil Antonia Bogdanov, Dirk Holls rechte Hand, alle Aspekte

der Buchhaltung, Routenplanung und -ausführung, der Transportarten

und der Herausforderungen für das Unternehmen in

einwandfreiem Russisch skizzieren konnte. Holl (130 Mitarbeiter)

verfügt über einen Mix an Pkw (40, davon 6 elektrisch und

20 Hybrid), Minibussen (6) und neun Rollstuhlfahrzeugen und

bietet – durch eine kollegiale Zusammenarbeit mit einem Busunternehmer

– auch Busse an.

Die sechsköpfige Gruppe wurde mit einem Londoner LEVC-

E-Taxi abgeholt – eine besondere Einführung. Null Emission hat

einen wichtigen Platz im Unternehmen Holl. Ebenso wie die Rollstuhlbeförderung,

die Fahrer Sammy in Ettlingen demonstrierte.

Dort fährt Holl „My Shuttle“ und setzt dabei London-Taxis ein,

in denen genügend Platz für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen

(ob im Rollstuhl oder nicht) vorhanden ist. Die Idee des

Inklusionstaxis nahm die Delegation begeistert auf, denn da liege

in Russland doch einiges im Argen.

Dirk Holl, flankiert von Edeltraud Holl, der Gründerin des Familienunternehmens,

erklärte, wie man sich von einem Taxi- und

Mietwagenunternehmen zu einem breiten Personenverkehrsunternehmen

entwickelt habe. Holl fährt nicht nur Taxis und Mietwagen,

sondern hat an vielen der neun badischen Standorte des

Unternehmens auch ÖPNV-ähnliche Taxisysteme entwickelt (wie

das Next-Shuttle-Einkaufstaxi in Rastatt, das vom örtlichen Mittelstand

finanziert wird). „Das Wichtigste für die Menschen ist,

dass sie wissen, wo sie stehen. Wenn sie ihre Fahrt über die App

buchen, wollen sie einen festen Preis.“

Kürzlich startete Holl in Karlsruhe einen „Uber-ähnlichen“ Service

mit „Inges Mietwagen“ und festen App-Preisen. „Von Punkt

zu Punkt ist das die billigste und attraktivste Beförderung für

den Kunden“, sagt der Unternehmer. „Sobald andere Dinge wie

Umwege hinzugefügt werden, wird es teurer. Ich denke, das ist

die Zukunft – besonders die Festpreise!“ Für Irina Zaripova und

ihre Begleiter war neben diesen Geschäftskonzepten auch der Einsatz

moderner digitaler Technik bemerkenswert, unter anderem

ein Kasten für die Fahrzeugschlüssel, der sich nur öffnen lässt,

wenn die Angestellten sich mit ihrem Führerschein legitimieren.

Vom beschaulichen Karlsruhe ging es anschließend wieder

in eine Millionenstadt. In München traf die Delegation auf den

Mitorganisator Gregor Beiner, einen weiteren sehr zukunftsgewandten

Taxiunternehmer, der mit über 80 Taxis die größte

Taxiflotte der bayerischen Hauptstadt betreibt. Zehn dieser

Fahrzeuge fahren rein elektrisch, der Rest mit Hybridantrieb.

Geladen wird an betriebseigenen Schnellladesäulen. Welche CO2-

Emissionen man dadurch im Vergleich zu dieselbetriebenen Taxis

einspart (60 Prozent), erläuterte Beiner in einer englischsprachigen

Präsentation.

FOTOS: Taxi Berlin, Wim Faber,

26 2. QUARTAL 2020 TAXI


TAXI INTERNATIONAL

Holl, einem vielseitig aktiven

vorne: Irina Zaripova, eine

russischen Taxigewerbes.

Station 4: Besuch im Münchner Taxi-Zentrum, dem größten

Taxiunternehmen Münchens.

Station 5: Besuch bei der Münchner

IsarFunk Taxizentrale.

Zur Sprache kam dabei auch das bemerkenswerte Förderprogramm

der Stadt München, die den Kauf eines E-Taxis mit bis zu

40 Prozent des Netto-Anschaffungspreises bezuschusst, indem

pro besetzt gefahrenen Kilometer 20 Cent erstattet werden. Nicht

ohne Stolz wusste Beiner auch zu berichten, dass die ersten Elektrofahrzeuge

I-Pace, die Jaguar vor zwei Jahren auf die Straße

gebracht hat, an ihn ausgeliefert wurden. Die E-Taxiflotte sorgte

für viele Rückfragen vonseiten der russischen Delegation, die

von Svetlana Verbitskaya ins Englische übersetzt wurden und bei

denen auch zur Sprache kam, dass sämtliche Fahrer des I-Pace

weiße Hemden tragen.

GLOBALISIERUNGSTREND RICHTIG NUTZEN

Noch lebhafter wurde der Austausch, als man auf die aktuellen

Wettbewerber zu sprechen kam. Was in den deutschen Städten

(und mittlerweile auch auf dem Land) Uber und Free Now sind,

ist in Russland das Unternehmen Yandex-Taxi, ein rein privates

Unternehmen, wie Irina Zaripova klarstellte. Bei der Bekämpfung

dieser beiden Wettbewerber würde sie eine Kooperation sehr

begrüßen, und sie strebe auch die Zusammenarbeit mit anderen

Vereinigungen an. Den Trend der Globalisierung sollte man auch

dahingehend nutzen, dass man global möglichst eine Taxi-App

anbiete. Zaripova regte hier eine weitere Öffnung der taxi.eu-App

an. Womit sich auch der Kreis der erfahrungsreichen Woche wieder

schloss, denn mit dem anschließenden Besuch der Münchner

Taxizentrale IsarFunk besuchte die Delegation ein weiteres Mitglied

der taxi.eu-Gruppe. Geschäftsführer Christian Hess und

Marketingleiter Hans-Jürgen Dinter beantworteten die Fragen zur

Schulung der Taxifahrer, die vom ebenfalls im selben Stockwerk

ansässigen Taxiverband München durchgeführt wird, und berichteten

als Organisatoren des Taxiverkehrs am Münchner Flughafen

über das dort geplante E-Taxi-Projekt, bei dem sich E-Taxis vorne

einreihen dürfen.

Insgesamt nahmen Zaripova und ihr Team viele Eindrücke

und Anregungen mit, doch gibt es auch Dinge, die Deutschland

von Russland lernen könnte? Die öffentlichen Ratsmitglieder

zeigen bei dieser Frage einen YouTube-Film von der diesjährigen

Endausscheidung für Russlands Taxifahrer des Jahres. Um

diese Auszeichnung zu gewinnen, müssen die Fahrer einen Zickzack-Parcours

mit einem vollen Glas auf dem Dach meistern.

Sie müssen aber auch in einem kreativen Teil Gedichte und Poetry-

Slams vortragen und kulturelle Fragen beantworten. Hier hofft die

Gruppe, diese Veranstaltung durch die Teilnahme von Fahrern

von außerhalb Russlands internationaler zu gestalten. Denn das

Ziel dieses Events dürfte allen guttun: Imagepflege für die Taxi -

branche.

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TAXI 2. QUARTAL 2020

27


GASTKOMMENTAR

ALLE JAHRE WIEDER …

Turnusgemäß müsste es auch 2021 wieder eine Mindestlohnerhöhung geben.

Doch können bestimmte Branchen, darunter auch das Taxi, eine neue

Mindestlohnanpassung zum 1. Januar 2021 verkraften?

Aktuell verharrt die Republik in der

Corona-Starre, das ganze Land

steht still. Das ganze Land? Nein,

denn noch in diesem Quartal trifft sich turnusgemäß

wieder die Mindestlohnkommission

– ob real oder digital, ist dabei egal – und

erarbeitet, welcher Mindestlohn für das

kommende Jahr gelten soll. In der Vergangenheit

folgte die Kommission dabei stets

der allgemeinen Tarifentwicklung (siehe

nebenstehenden Kasten). Gemäß den vorliegenden

Statistiken ergäbe sich unter Beibehaltung

der bisherigen Prinzipien ab Januar

2021 ein neuer Mindestlohn von 9,85 Euro.

Basis wäre der Tarifindex von 2017 und

2018 mit einer Steigerung der damaligen

Tariflöhne um 5,3 Prozent. Würde alternativ

erneut eine Anpassung in zwei Schritten

beschlossen, ergäbe sich immerhin ein Zwischenschritt

von vielleicht 9,60 Euro zum

Jahreswechsel 2020/2021, bevor der Zielwert

von 9,85 Euro dann zum Jahreswechsel

2021/2022 erreicht werden würde. Allerdings

ist durchaus auch ein gewisser politischer

Druck auf gravierendere Anpassungen

auszumachen, Überraschungen sind also

trotz der aktuellen Wirtschaftskrise durchaus

möglich. Für das Taxigewerbe war die

MINDESTLOHNKOMMISSION

Die Kommission besteht aus einem

Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten

sowie zwei beratenden Mitgliedern.

Sie muss alle zwei Jahre in einer

Gesamtabwägung prüfen, welche Höhe

des Mindestlohns geeignet ist, zu einem

angemessenen Mindestschutz der

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

beizutragen, faire und funktionierende

Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen

sowie Beschäftigung nicht zu

gefährden. Gleichzeitig orientiert sie

sich bei der Höhe ihres Beschlusses

Entscheidung der Mindestlohnkommission

schon immer besonders relevant, da sich

zumindest das Grundgehalt in unserem

Niedriglohngewerbe wohl auch zukünftig

am Mindestlohn orientieren wird und steuerfreie

Zuschläge oder zwangsläufig unregelmäßig

erzielte Umsatzbeteiligungen nur

on top zu zahlen sind.

STUNDENLOHN KOLLIDIERT

MIT PROVISION

Ein fester stundenorientierter Mindestlohn

kollidiert somit mit den früher gewerbeübergreifend

üblichen umsatzorientierten

Lohnmodellen. Je dichter die Besiedlung,

desto relevanter ist der Anteil des echten

Gelegenheitsverkehrs, Städte und besonders

die Metropolen sind dabei also zwangsläufig

mehr betroffen als ländliche Regionen

mit regelmäßigeren Fahraufträgen.

Überall aber lassen sich die Fahrteinnahmen

stets nur zeitversetzt an die neue Kostensituation

im Lohnsektor anpassen, denn

bekanntlich gibt nicht das Gewerbe selbst,

sondern die Kommunen und anschließende

Krankenkassenvereinbarungen geben die

Tarife vor, wofür sich beide in der Regel viel

Zeit nehmen. Es besteht also das Risiko, dass

an der allgemeinen Tarifentwicklung.

Die Bundesregierung folgt meist dem

„Vorschlag“ der Mindestlohnkommission

und setzt ihn 1:1 um.

Die Geschäftsordnung der Mindestlohn-Kommission

sieht vor, dass der

Mindestlohn mit der allgemeinen

Tarifentwicklung Schritt halten muss.

Eine Abweichung ist nur dann zulässig,

wenn gravierende Gründe vorliegen.

Solche Gründe wären etwa ein starker

Einbruch des Wirtschaftswachstums

oder steigende Erwerbslosenzahlen. rw

direkt in die Aufbauphase nach dem Corona-

Shutdown ein neuer Mindestlohn platzt, der

alle Überlebensanstrengungen des Gewerbes

zunichtemacht, wenn die darauf nötig

werdenden Taxitarifanpassungen erst Monate

später in Kraft treten.

Besonders brisant ist dabei, dass diejenigen

Unternehmer, deren Stunde je nach

Bedarf durchaus auch mal einiges mehr als

60 Minuten haben kann, natürlich erheblich

entspannter mit diesem Thema umgehen

können als diejenigen, die dem Gewerbe seinem

Grauschleier versagen. Eine konsequente

digitale Einzelaufzeichnung von Umsätzen

und Arbeitszeiten inklusive Pausen behindert

eine entspannte Haltung zum Thema,

selbst wenn man dem Mindestlohn grundsätzlich

positiv gegenübersteht, da sich die

Taxitarife und somit die Einnahmen bekanntlich

nur zögerlich an die Mindestlohnentwicklung

anpassen. Dementgegen lassen

sich die Länge der Pausen und Arbeitszeiten

da natürlich erheblich flexibler anpassen.

Die an diesem Punkt übliche Frage, ob

denn jede „kleine“ Mindestlohnanpassung

immer gleich in den Taxitarifen eingepreist

werden muss, steht im Übrigen wohl nur

Einzelwagenunternehmen zu. Kommt ein

digital aufzeichnender Mehrwagenunternehmer

nicht an durchschnittlich 25 Euro

pro Fahrzeugeinsatz-Stunde, ist heute schon

der Ofen aus. Die Auslastung muss also

schon jetzt ausgereizt sein, wenn man überleben

will. Gewerbespezifisch lässt sich ein

Lohnkostenanteil von 50 bis 70 Prozent festmachen

(je nach Betriebsstruktur mit oder

ohne eigener Zentrale/Buchhaltung/Werkstatt).

5,3 Prozent Mindestlohnanpassung

bedeutet da eine Kostensteigerung von

knapp 3 Prozent und dieses Geld muss

irgendwo herkommen (übrigens auch bei

Moia & Co., wenn dort denn real gewirtschaftet

wird). Da unser Gewerbe sicherlich kaum

über Rücklagen verfügt und Geldverdienen

ja auch nicht verboten ist, müssen es wohl

regelmäßige Tarifanpassungen richten –

würde die Mehrwertsteuer angehoben,

FOTOMONTAGE: Remmer Witte

28 2. QUARTAL 2020 TAXI


GASTKOMMENTAR / KLEINANZEIGEN

FOTO: Taxi Times

würde man ja auch mit zeitgleich steigenden

Preisen rechnen.

Der bangen Frage, wie hoch die aktuelle

Mindestlohnanpassung denn nun ausfällt,

steht man wohl mehr oder weniger hilflos

gegenüber. Man könnte alternativ allerdings

auch die Frage stellen, ob denn gerade der

kommende Jahreswechsel der richtige Zeitpunkt

für eine Mindestlohnanpassung ist.

Wahrscheinlich bringt eine intensive Auseinandersetzung

mit der zweiten Frage dabei

das bessere Ergebnis, zumindest für das

Taxigewerbe, denn an der Wahrheit, dass

die vergangenen Tarifabschlüsse vor Corona

nicht stagniert haben, kommt man wohl

nicht vorbei. Zumindest für das Taxigewerbe

würde der Neustart nach Corona jedoch

erheblich erleichtert, wenn ein neuer Mindestlohn,

der mehr als 9,50 € pro Stunde

aufruft, nicht schon zum kommenden Jahreswechsel,

sondern erst im Sommer 2021

greifen würde.

Und in derselben Logik könnte der Zeitraum

zwischen Beschluss und Umsetzung

vielleicht ja sogar generell verlängert werden,

denn immerhin sind die beschlussrelevanten

Tarifabschlusswerte ja nicht erst im

Juni des Folgejahres bekannt. Eine vorgezogene

Entscheidung schon Ende März wäre

also auch für die längere Zukunft unproblematisch

und würde eine aktuelle Konzession

an die Corona-Problematik zu einer

einmaligen Aktion machen, trotzdem aber

auch für die Zukunft Entzerrung für unser

Gewerbe bringen.

rw

Remmer Witte ist seit 1983 im Taxi g ewerbe aktiv, als

Fahrer, Zentralist, Betriebsleiter und heute als Prokurist

der ACHT-ELF-ELF DAS TAXI GmbH in Oldenburg

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Gestaltung

TAXI 2. QUARTAL 2020

29


NEUSTART

WIRTSCHAFT ODER

MENSCHENLEBEN?

Bereits im April wurden erste Forderungen formuliert, die Politik möge doch bitte

die Wirtschaft wieder hochfahren. Ein auf Taxiwerbung spezialisiertes

Unternehmen hatte dazu eine Online-Petition gestartet.

Die Initiative „#wannstartenwirneu“

setzte sich bereits seit Mitte

April für die Interessen der Wirtschaft

ein, ohne die Sorgen vor gesundheitlicher

Unversehrtheit außer Acht zu lassen.

„Wir brauchen Klarheit und einen zeitlichen

Rahmen“, formulierte es Falk Röbbelen,

Geschäftsführer von Taxi-Ad, der

die Aktion gemeinsam mit Malte Wettern,

Geschäftsführender Gesellschafter der

Hamburg Finance GmbH, initiiert hatte.

„Wie lange noch steht die Wirtschaft still?“

Als eine der ersten Maßnahmen wurde

ein Schreiben an die Bundesregierung

verfasst, das unter der eigens eingerichteten

Homepage www.wann-starten-wirneu.de

veröffentlicht wurde. Darin ließen

Röbbelen und Wettern keinen Zweifel

daran, dass die bisherigen heftigen Schritte

der Bundesregierung notwendig gewesen

seien. Nun gehe es allerdings darum,

der Wirtschaft eine Alternative aufzuzeigen.

„Um den Menschen verständlich zu

machen, dass sie durchhalten müssen,

muss man ihnen auch sagen, bis WANN

sie durchhalten müssen“, hieß es in dem

Schreiben.

DEN NEUSTART PLANEN

Bis Ostern oder Ende April würden viele

Betriebe durchhalten, bis Ende Mai aber

nicht, mahnte die Initiative. „Und mit

dem Wissen, dass dies keine Einzelfalleinschätzung

ist, dass die ersten Insolvenzen

bereits Realität sind, […] dass das Hochfahren

der Wirtschaft nicht schneller geht als

das Herunterfahren, sollten wir JETZT mit

der Planung des Hochfahrens beginnen.“

Das künftige Handeln dürfe keinesfalls

nur auf die simple Frage „Wirtschaft oder

Menschenleben?“ reduziert werden, vielmehr

müsse beides in der Betrachtung der

weiteren Vorgehensweisen Berücksichtigung

finden.

„Der Shut-Down ist nicht alternativlos“,

mahnten Röbbelen und Wettern. „Unsere

Gesundheit und ein funktionierendes und

weltweit führendes Gesundheitssystem

können nur in einer ebenfalls gesunden

und funktionierenden Wirtschaft funktionieren.

Wenn die Auswirkungen der Therapie

dramatischer zu werden drohen als

die Auswirkungen der Krankheit, sollte

man die Therapie einstellen.“ Die Initiative

sprach von zwei Seiten einer Medaille,

welche die Gesellschaft aber auf keinen

Fall spalten dürfe. „Wir müssen das eine

tun, ohne das andere zu lassen.“ Um dieser

Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde

eine gleichnamige Petition gestartet, deren

Zulauf allerdings eher mäßig war. Gerade

einmal rund 250 Personen hatten bis Ende

April unterschrieben.

jh

UBERS VERSTÖSSE GEGEN CORONA-GESETZE

Während des Lockdowns mussten Hotels, Gastrobetriebe

und Geschäfte schließen, wurden Grenzen dichtgemacht und

Abstandsgebote von zwei Metern ausgesprochen. Geregelt

wurden diese Beschränkungen in sogenannten Allgemeinverfügungen.

Bei der konsequenten Umsetzung dieser Regelungen wurde

dann allerdings mit zweierlei Maß gemessen. So hätten beispielsweise

Mietwagen, die in Ballungsgebieten ausschließlich

Gelegenheitsfahrten nach § 49 PBefG durchführten, eigentlich

auch verboten werden müssen. Das hatte bereits Ende

März die Taxivereinigung Frankfurt in einem offenen Brief an

die Politik und die Genehmigungsbehörden gefordert.

In Mietwagen, die anders als Taxi nicht zum ÖPNV zählten,

„ist weder ein Abstand von 1,5 Metern einzuhalten noch

garantiert, dass nicht mehr als zwei Menschen zusammentreffen“,

monierte die Taxivereinigung und forderte die

zuständigen Stellen auf, die entsprechenden Mietwagengenehmigungen

im Gelegenheitsverkehr ruhen zu lassen – mit

Ausnahme der Krankenbeförderung im Mietwagen, bei der

es sich nicht um Gelegenheitsverkehr handele. Bewirkt hat

dieser Appell leider nichts, Uber & Co. konnten unbehelligt

ihre Fahrten durchführen.

FOTO: Screenshot change.org

30 2. QUARTAL 2020 TAXI



IN EIGENER SACHE

KEIN ZUGRIFF AM 1. MAI

Während der Corona-Pandemie haben sich die Zugriffe auf die Taxi Times-Online-

Meldungen verfünffacht. Das brachte den Server an seine Grenzen.

In der Nacht auf den 1. Mai wurde kurzzeitig die

Homepage von Taxi Times vom Netz genommen.

FOTOS: Google Analytics, Taxi Times

Im Fokus der Taxi Times stand seit

Beginn des Lockdowns eine Berichterstattung,

die zeitgemäß, aktuell und fundiert

recherchiert in der schwierigen Zeit

eine Orientierung für das Taxigewerbe bietet.

Mit deutlich höheren Zugriffszahlen

auf unsere Meldungen war daher zu rechnen.

Dass man damit den Internet-Server

des Providers in die Knie zwingen würde,

wurde dann plötzlich Anfang Mai klar. Kurz

vor dem Start in ein wegen des Maifeiertages

verlängertes Wochenendes erreichte

unsere Redaktion eine Mail des Providers

mit dem Betreff „Überlastung durch Ihre

Domain / Sperrmitteilung“. Ohne Vorwarnung

wurde die Homepage abgeschaltet.

Für den rasanten

Anstieg der Nutzerzahlen

gab es sogar

von Google ein Lob.

500 PROZENT MEHR ZUGRIFFE

Die Steigerung von über 500 Prozent der

Zugriffe während der letzten Monate konnte

vom Server nicht mehr gestemmt werden.

Der Erfolg frisst seine Kinder, heißt ein altes

Sprichwort. In diesem Fall hat der Erfolg

die Serverkapazität aufgefressen.

Plötzlich „rächte sich“, dass beispielsweise

eine sich ständige erweiternde

Online-Übersicht über aktuelle Trennschutzlösungen

in kurzer Zeit in vier

Wochen über 12.000-mal angeklickt worden

war. Da diese Meldung mit zahlreichen Bildergalerien

versehen ist, bedeutete dies aus

technischer Sicht eine um ein Vielfaches

höhere Anzahl an Abfragen (die Übersicht

ist unter der Stichwort-Suche „Trennschutz-

Lösungen“ nach wie vor abrufbar).

Als gut für alle, aber schlecht für den

Server erwies sich zudem die Übersicht

der mit Trennscheiben umgerüsteten Taxis.

Diese wurde verstärkt von Fahrgästen

genutzt, um für sich oder nahe Familienangehörige

ein „sicheres“ Taxi zu finden

(Stichwortsuche „Übersicht Bestellung“).

Diese beiden Themenbereiche waren

auch letztlich mit ein Grund, warum taxitimes.com

in Folge der Sperrung fast

25 Stunden überhaupt nicht erreichbar

war. Davon waren vermutlich auch viele

Taxi Times-Leser betroffen, die den am

Tag zuvor versendeten wöchentlichen

Taxi Times-Newsletter empfangen haben.

Die Redaktion hat daraus die nötige

Konsequenz gezogen. „Wir können Ihnen

mitteilen, dass wir investiert haben und

nach einem Serverumzug jetzt so schnell

wie noch nie sind“, verspricht Taxi Times-

Redakteur Simon Günnewig. „Genau diesen

Rückenwind wollen wir nutzen, um auch

in Zukunft nahe am Geschehen zu bleiben

und mit unseren Beiträgen das Taxigewerbe

zu unterstützen.“

red

IMPRESSUM

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Erscheinungsweise 4 x pro Jahr

Heftpreis: 4,80 €, Jahres-Abo: 35 € (inkl. MwSt.

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Weitere Taximagazine aus dem Taxi-Times Verlag:

Taxi Times Berlin

Taxi Times München

32 2. QUARTAL 2020 TAXI


www.taxi-times.taxi

TRENNSCHUTZ

TAXIS MIT TRENNSCHUTZ

DEUTSCHLAND RÜSTET UM

Material- und Einbaukosten

SCHEUER ERSTATTET

TRENNSCHUTZ-UMRÜSTUNG

Folie oder Polycarbonat?

DIE ANBIETER IM

ÜBERBLICK

Tipps und Vorgaben

TÜV UND BG VERKEHR FORDERN

UNFALLSCHUTZ


INHALT

SCHUTZKONFLIKT + FÖRDERUNG

4 Ansteckungs- vs. Verletzungsgefahr

6 Scheuer erstattet Materialkosten

ÜBERSICHT ANBIETER

8-18 Wer welche Fertiglösungen anbietet

SERIENLÖSUNG

20 Im London-Taxi gehört die Trennwand

zur Serienausstattung

UNFALLSCHUTZ

22 Tipps und Anforderungen von

TÜV und BG Verkehr

BESTELLBARE TRENNSCHUTZ-TAXIS

24 Wo in Deutschland bereits Taxis

mit Trennschutz unterwegs sind

TRENNSCHUTZ UND PR

26 Aktion „Safe-Taxis“ in Bayern

Viele Unternehmen haben Engagement gezeigt und

Trennvorrichtungen speziell für Taxis entwickelt.

TRENNSCHUTZ SCHAFFT SICHERHEIT

Deutschland rüstet um: Für den Infektionsschutz für Fahrer und

Fahrgast sind mittlerweile über 3.300 Taxis und Mietwagen in

Deutschland mit einem Trennschutz ausgestattet (Stand Anfang

Mai, siehe Übersicht ab Seite 24). Das dürfte noch lange nicht das

Ende sein. Je mehr Taxizentralen das Merkmal „Trennscheibe“ oder

ein Synonym dafür einsetzen, umso häufiger dürfte auch bei den

Kunden der Wunsch danach geäußert werden. Auch Krankenkassen

fordern zunehmend den Einsatz von Taxis und Mietwagen mit

Trennschutz verlangen. Trennschutz schafft Sicherheit.

Mittlerweile gibt es mehr als drei Dutzend Firmen, die solche

Lösungen anbieten. Preise wie Materialien variieren dabei sehr

stark, das zeigt unsere Übersicht ab Seite 8. Einen hundertprozentigen

Schutz vor Ansteckung bieten sie nicht, erst recht nicht

im Falle eines Unfalls.

Mittlerweile sehen sich die Berufsgenossenschaft sowie der

TÜV in der Pflicht, Tipps und Anforderungen an solche Einbauten

zu definieren (siehe Seiten 22–23). Sie stürzen damit die Taxibranche

ins nächste Dilemma. Der dringend nötige Infektionsschutz

vor einer möglichen Corona-Ansteckung kollidiert mit den

Sicherheitsanforderungen im Falle eines Verkehrsunfalls. Diese

Tatsache ist unbestritten, sie rechtfertigt jedoch keinesfalls, die

vielen neuen und innovativen Anbieter pauschal als „Geschäftemacher“

in die Schmuddel-Ecke zu stellen.

Sagen wir es ganz deutlich: Beide Aspekte sind aktuell nicht

vereinbar. Eine Einhaltung der TÜV-Anforderungen würde bedeuten,

dass sämtliche Lösungen umfassend getestet werden müssten.

Würde die Taxibranche das abwarten, müsste sie bis dahin konsequenterweise

ihren Fahrdienst einstellen, was aber im Widerspruch

zu der Betriebs- und Beförderungspflicht stehen würde.

Das Taxi muss weiterhin unterwegs sein, das ist absolut alternativlos.

Das Gefahrenpotenzial einer Ansteckung ist dabei deutlich

höher einzustufen als jenes eines Unfalls. Deshalb sind die

Bedenken von TÜV und Dekra zwar absolut berechtigt, sie müssen

aber in Corona-Zeiten, in denen selbst elementare Grundrechte

ausgehebelt werden, zwingend zurückgestellt werden. Auf keinen

Fall darf ein Taxi- oder Mietwagenunternehmer im Falle eines

Unfalls in die Haftung für eventuelle Trennschutz-Folgeschäden

genommen werden!

Hier ist die Politik gefordert, ein klares Statement abzugeben.

In Zusammenhang mit der Förderung (Seite 6) hätte Andreas

Scheuer Klarheit schaffen können. Leider hat er dies verpasst.

Herzlichst

- die Redaktion -

IMPRESSUM

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Taxi Times „Trennschutz“ ist eine Sonderpublikation

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Weitere Verlagsmagazine

Taxi Times DACH, Taxi Times Berlin,

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TITEL: Much FOTO: Much

2

2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


DANKE, dass Ihr unterwegs seid!

Wir sind an eurer Seite,

jetzt und auch nach der Krise.


Wie sicher sind

Trennschutzvorrichtungen

im

Falle eines Unfalls?

Anders als bei

serienmäßigen

Sicherheitsvorrichtungen

gibt es

dazu noch keine

Untersuchungen.

GESUNDHEIT VS.

UNFALLSICHERHEIT

Beeindruckend schnell haben Taxiunternehmer reagiert

und einfache Trennschutzlösungen installiert. Doch die

Übergangsvariante wird zur Dauerlösung – und damit gewinnt der

Aspekt der Crash-Sicherheit an Bedeutung.

Seit der Definition des Abstandsgebots von 1 bis 2 Metern

waren Taxiunternehmer in einem Dilemma. Einerseits

bestand eine gesetzliche Vorgabe in Form der Betriebsund

Beförderungspflicht, andererseits galt es, sich selbst, die angestellten

Fahrer und die Fahrgäste zu schützen. Beeindruckend

schnell haben deshalb viele Betriebe reagiert und in ihre Fahrzeuge

einen Trennschutz eingebaut. Bei einer Abfrage durch

Taxi Times für eine exklusive Übersicht haben Taxizentralen und

Taxibetriebe bereits über 3.000 Taxis und Mietwagen mit einem

eingebauten Trennschutz gemeldet (Stand Anfang Mai).

Nicht weniger innovativ waren die Anbieter solcher Trennschutzlösungen.

Vom Festeinbau bis zur Folie wird aktuell ein

breites Spektrum produziert, nachzulesen in der großen Übersicht

auf den nachfolgenden Seiten.

Die beiden Hauptkriterien waren zu Beginn, dass es eine

schnell einzubauende Vorrichtung sein sollte, die vor allen Dingen

die Übertragung der Corona-Viren verhindern sollte. Die Nutzungsdauer

war für vier bis fünf Wochen geplant. Der Trennschutz

sollte eine Übergangslösung in einer Zeit sein, in der fundamentale

Grundrechte außer Kraft gesetzt wurden – weshalb es auch niemanden

interessierte, ob diese Varianten den Anforderungen an

eine straßenverkehrsrechtliche Zulassungsvorgabe entsprechen

würden. Wo kein Kläger, da kein Richter. Oder anders ausgedrückt:

Wo kein Unfall, da kein Kläger.

Doch mit zunehmender Dauer der Pandemie wurde klar, dass

es noch viele Monate nötig sein wird, Taxis mit entsprechenden

Schutzvorrichtungen auszustatten. Und damit rückte neben dem

gesundheitlichen Aspekt (der sowieso nie zu 100 Prozent gesichert

war) immer mehr der Aspekt der Verkehrssicherheit in den Vordergrund.

Dies mit den Herausforderungen einer schnellen Verfügbarkeit

unter einen Hut zu bringen, ist bis heute ein schmaler

Grat, denn Zeit für die notwendigen Zertifizierungen der aktuellen

Lösungen blieb bisher kaum.

Folglich liegt es in der individuellen Verantwortung der Taxiunternehmer,

für sich diejenige Trennschutz-Lösung zu finden,

die eine ausreichende Nachhaltigkeit garantiert und die Verkehrssicherheit

weiterhin gewährleistet. Diese wird je nach Material

sehr unterschiedlich interpretiert.

FOLIENLÖSUNGEN AUS DER WELT DES SEGELNS

Die aktuell günstigsten Ausführungen sind aus Folie und starten

bei rund 20 bis 30 Euro. Die preisliche Obergrenze bilden feste

Trennwände, die dann auch teilweise über einen TÜV-Segen verfügen

und ab rund 650 Euro zu bekommen sind. Prinzipiell lassen

sich die verschiedensten Ausführungen grob in feste oder flexible

Abtrennungen unterscheiden. Letztere bestehen zumeist aus

durchsichtigen Folien, die aus dem Lkw- oder Segel-Bereich stammen

und unproblematisch an die Fahrzeuge angepasst werden

können.

Die festen Trennwände unterscheiden sich in erster Linie durch

das verwendete Material, Größe und die Art der Befestigung.

Waren es zu Beginn noch Trennwände aus Acrylglas, besser

bekannt als Plexiglas©, haben mittlerweile fast alle Anbieter nur

mehr Polycarbonat, welches unter anderem auch als Makrolon©

FOTO: ADAC

4 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


SCHUTZKONFLIKT

gehandelt wird, im Repertoire. Befestigt wird mittels Kabelbinder

an den Kopfstützen oder per Klettverschluss.

Acryl und Polycarbonat weisen unterschiedliche Eigenschaften

auf. Grundsätzlich ist Acrylglas als Rohstoff vergleichsweise

günstig. Scheiben aus Polycarbonat sind circa 3-mal so teuer.

Acrylglas hat zudem den Nachteil, dass es splittern kann. Verschiedene

Prüfinstitute sehen das als potenzielle Gefahrenquelle

für Fahrer und Fahrgast an.

Professor Dr.-Ing. Bernhard Rief vom Institut für Kunststoffund

Entwicklungstechnik (IKET) sieht bei der bunten Auswahl

von Werkstoffen ganz klar Polycarbonat als den optimalen Werkstoff

an. Wie Rief gegenüber Taxi Times berichtete, wird Polycarbonat

auch in der Automobilproduktion eingesetzt. Das

Plattenmaterial ist nahezu unzerbrechlich, hitzebeständig, selbstlöschend

und feuerhemmend. Durch die Festigkeit ist die Platte

auch gut zu bearbeiten und lässt sich mühelos biegen, ohne dass

sie auf der Faltlinie reißt. Deshalb dürfte Polycarbonat bei einem

längerfristigen Einsatz als Taxi-Trennwand auf Dauer mehr Freude

machen.

Die Freigabe durch einen technischen Sachverständigen ist für

viele Taxiunternehmer ein wichtiger Aspekt bei der Kaufentscheidung.

Neben der Materialbeschaffenheit müssen die verbauten

Airbags in die Gesamtbetrachtung mit einbezogen werden. Wird

die Abtrennung an der Sitzflanke herumgezogen, könnte die Funktion

der Seitenairbags, die im Sitz oder der Türverkleidung verbaut

sind, beeinträchtigt werden. Ebenso könnte Kopf und Vorhangairbag

mit den Trennscheiben kollidieren. Um all diese Themen

abschließend zu klären, ist eine Freigabe der bekannten Prüfstellen

unabdingbar. Zahlreiche Anbieter bemühen sich derzeit intensiv

um ein Sicherheitszertifikat.

So oder so wird es weiterhin im Verantwortungsbereich des

Taxiunternehmers liegen, das richtige Produkt sowohl für die

Gesundheit als auch für die Verkehrssicherheit einzubauen. Bleibt

zu hoffen, dass sich auch möglichst viele Hersteller um eine entsprechende

Zertifizierung kümmern – auch wenn dann klar sein

muss, dass es Lösungen für 40 Euro eventuell nicht mehr geben

wird.

sg

BOKRAFT ERLAUBT TRENNSCHEIBEN

Das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) muss übrigens

wegen eines Trennschutzes nicht geändert werden,

denn die das PBefG ergänzende Verordnung BoKraft

erlaubt nach wie vor den Einsatz von Trennscheiben und

beschreibt sogar deren Beschaffenheit. Wörtlich heißt es

im § 25, Abs. 3 der BoKraft: „3) Taxen und Mietwagen können

mit einer Trennwand ausgerüstet sein, die zum Schutz

des Fahrzeugführers ausreichend kugelsicher ist. Die

Trennwand soll entweder zwischen den Vorder- und Rücksitzen

angebracht sein oder den Sitz des Fahrzeugführers

von den Fahrgastplätzen abteilen; sie darf versenkbar

oder so beschaffen sein, dass ein Teil seitlich verschoben

werden kann.“


STAATLICHE FÖRDERUNG

Der unterschriebene Antrag

muss zwingend auch per

Post gesendet werden.

SCHEUER FÖRDERT

UND ZAUDERT

Das Bundesverkehrsministerium erstattet die Material- und Einbaukosten für eine

Trennschutzvorrichtung in Taxis und Mietwagen. Bei der Definition der

technischen Vorgaben stiehlt man sich dagegen aus der Verantwortung.

Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer hatte es bereits Mitte April

via Twitter angekündigt, offiziell

gültig ist die „Sonderförderung von Trennvorrichtungen

in Taxis im Rahmen der

Corona-Krise“ seit 19. Mai. Dieses Datum ist

deshalb wichtig, weil ein „vorzeitiger Maßnahmenbeginn“

nicht möglich sei, wie das

Bundesverkehrsministerium (BMVI) betont.

„Das heißt, der Kauf der Trennschutzvorrichtung

darf nicht vor Erhalt des Förderbescheides

erfolgen.“ Somit bekommen alle

jene Taxi- und Mietwagenunternehmer, die

vor dem 19. Mai bereits in rund 3.300 Fahrzeuge

entsprechende Trennschutzvorrichtungen

eingebaut haben (siehe Seite 24),

keine Kosten erstattet. Die Förderung gilt

für maximal 30 Fahrzeuge mit je 400 Euro

pro Taxi bzw. Mietwagen. Insgesamt stehen

Fördermittel in Höhe von 4 Millionen Euro

zur Verfügung.

Die Antragsstellung kann bis einschließlich

31. August 2020 bei der Bundesanstalt

für Verwaltungsdienstleistungen

(BAV) erfolgen, die dafür das elektronische

Antragsverfahren easyOnline zur Verfügung

stellt. Zusätzlich muss ein Antrag

rechtsverbindlich unterschrieben per Post

bei der BAV, Schloßplatz 9, 26603 Aurich

eingereicht werden, dem wiederum insgesamt

sechs Nachweise bzw. Erklärungen

beigefügt sein müssen: die Kopie der

Genehmigungsurkunde(n), eine Angabe

der Fahrzeug-Ident.-Nummern in Bezug

zum Kennzeichen sowie vier Erklärungen

bzw. Belehrungen, unter anderem über die

ordnungsgemäße Verwendung von Trennscheiben.

Alle Anträge und Infos zur Förderung

können unter www.tinyurl.com/

bund2020 abgerufen werden.

FEST ODER TEMPORÄR?

Was zunächst alles sehr positiv klingt,

relativiert sich, wenn man sich die oben

angesprochene Erklärung über die ordnungsgemäße

Verwendung von Trennscheiben

durchliest. Darin muss der

Antragsteller bestätigen, dass „die

Vo raussetzungen für die ordnungsgemäße

und sichere Verwendung der im Antrag

bezeichneten Trennscheiben“ vorliegen.

Das Hauptunterscheidungsmerkmal

sieht das BMVI zwischen fest und temporär

verbauten Abtrennungen und ob diese mit

oder ohne Werkzeug demontiert werden können.

Bei fest verbauten Trennscheiben aus

Glas oder glasähnlichem Material, wie beispielsweise

Kunststoff, muss das verwendete

Material den Anforderungen der STVZO,

§ 40, Absatz 1 und § 22 entsprechen, unter

anderem also auch eine Bauartgenehmigung

haben. Fest verbaute Abtrennungen aus Folien

sind von diesem Nachweis befreit.

Bei temporär verbauten Abtrennungen

(ohne Werkzeug) verweist das BMVI

da rauf, dass auch hier in jedem Fall die

Straßenverkehrsordnung eingehalten werden

muss, und zählt dafür einige Beispiele

auf. Diese sind auf der Webseite der BAV –

www.bav.bund.de – nachzulesen.

Letztendlich hinterlassen die definierten

Voraussetzungen mehr Fragen als Antworten.

Minister Scheuer will diese Antworten

nicht geben und zieht sich damit aus der

Verantwortung für mögliche Haftungsfragen,

sollte es zu einem Unfall mit Verletzungsfolgen

kommen, die nachweislich

auf den eingebauten Trennschutz zurückzuführen

sind. Sein Ministerium verweist

stattdessen auf TÜV & Co.: „Liegt für die

Abtrennung keine separate Genehmigung

vor, dann sollte man sich im Vorfeld des

geplanten Einbaus mit einer technischen

Prüfstelle oder einem technischen Dienst

abstimmen.“

sg, jh

Hinweis: Lesen Sie dazu auch den

Taxi Times Kommentar „Verkehrssicherheit

steht über den Grundrechten“, zu finden unter

www.tinyurl.com/TTBAV

FOTOS: Adobe Stock / ghazii, pixabay / analogicus

6

2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


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ANBIETER

TAXI-TRENNSCHUTZ

– DIE GROSSE

ÜBERSICHT

Zu Beginn waren es noch Eigenlösungen, mit denen sich Taxifahrer vor der

Ansteckungsgefahr schützten, doch schnell kamen industrielle Lösungen hinzu.

Wir bieten auf den folgenden Seiten eine Übersicht, die auch unter

www.taxi-times.com abrufbar ist.

Eine besondere Konstruktion bietet All-In Werbung aus Niedersachsen

an. Die universellen Schutzscheiben sind aus Polycarbonat

gefertigt und werden mittels einer stabilen Konstruktion an

den Kopfstützen (Durchmesser 12–18 mm) verschraubt, beziehungsweise

geklemmt. Eine weitere

Besonderheit ist, dass die Scheibe zweigeteilt

aufgebaut ist, weswegen die Sitze

weiterhin individuell verstellt werden

können. All-In Werbung bewirbt die

Trennscheiben auch als stabilen Schutz

gegen Überfälle. Inklusive deutschlandweitem

Versand sind die Trennscheiben

für 199 Euro netto bestellbar.

info@all-in-werbung.de

Der bekannte Rolliumrüster Activa aus Borken hat eine eigene

Trennwand aus Wabenplatten (kein Plexiglas) für das Taxi entwickelt.

Bislang sind passende Modelle für die Mercedes-Benz E-Klasse,

den VW Caddy und den Citroën Berlingo und dessen

baugleichen Schwestermodelle erhältlich. Die feste Trennwand

mit Sichtfenster wird unter anderem am Fahrzeughimmel an

bereits vorhandenen Befestigungspunkten fixiert. Eine Trennwand

für weitere Fahrzeugmodelle kann vor Ort angepasst werden. Alle

Ausführungen können für 200 Euro netto inklusive Versand zum

anschließenden Selbsteinbau bestellt werden. Wer in der Nähe

wohnt, der bekommt die Trennwand für 200 Euro netto, dann

allerdings inklusive Montage.

t.nienhaus@activa-automobilservice.de

FOTOS: Hersteller

8 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


ANBIETER

Die at Werbeteam Berlin GmbH hat Taxi-Trennscheiben aus

schlagfestem Makrolon im Angebot. Die Trennscheiben werden

nach Maß gefertigt und reichen bis zum Fahrzeughimmel. Die

Kanten werden umlaufend mit einer Schaumstoffpolsterung abgedichtet.

Derzeit gibt es zwei verschiedene Ausführungen, die sich

in der Art und Weise der Befestigung unterscheiden. Ein Modell

wird mit zwei Schrauben in der B-Säule fixiert. Die zweite Ausführung

wird geklebt und kommt ganz ohne Schrauben aus. Die

verschraubte Version kostet 125,21 Euro netto und die schraubenlose

Variante schlägt mit 220 Euro netto zu Buche. Die Montage

vor Ort für 35 Euro netto ist ebenso möglich wie der Postversand.

info@werbeteamberlin.de

Einen Taxi-Trennschutz aus durchsichtiger

Fensterfolie bietet die Esslinger Sackund

Planenfabrik GmbH & Co. KG an.

Die Trennfolie ist ca. 1,20 Meter breit und

68 Zentimeter hoch und kann an sechs verstärkten

Ösen mittels Expandergummis im

Fahrzeug befestigt werden. Die wetterbeständige

Folie ist ab einem Preis von

39 Euro inkl. MwSt. bestellbar. Werden

zehn Exemplare oder mehr geordert, dann

erfolgt der Versand frei Haus.

info@es-planen.de

Die Meerkötter GmbH aus Borken ist auf den Werkstattbedarf,

Arbeitsschutz und den Vertrieb von Berufsmoden spezialisiert.

Jetzt hat Meerkötter in seinen Onlineshop auch einen Übergreifund

Niesschutz für Fahrzeuge aufgenommen. Der Niesschutz ist

aus Polycarbonat gefertigt und wird mittels Madenschrauben an

den Kopfstützen befestigt. Anders als bei den meisten Wettbewerbern

ist der Übergreifschutz um den Fahrersitz herumgebogen

und soll auch vor einer Tröpfcheninfektion vom Beifahrersitz aus

schützen. Der Trennschutz wird individuell auf das Fahrzeug angepasst

und ist beispielsweise für den VW Caddy ab 165 Euro netto

zuzüglich Versand zu bekommen.

info@meerkoetter.de

FOTOS: Hersteller

Mit dem Spiprotector hat die FROnow

GmbH und Co. KG einen Hygieneschutz

aus Segelfolie entwickelt. Der Trennschutz

ist flexibel und kann dank seiner variablen

Befestigungsmöglichkeit in nahezu allen

Pkw eingesetzt werden. Der Spiprotector

ist ab dem 8. April bundesweit für 59 Euro

brutto zuzüglich 3,49 Euro für den Versand

erhältlich. Zum Start wird der Spiprotector

innerhalb von Berlin kostenfrei ausgeliefert.

Die Bezahlung ist auch mit PayPal

möglich.

spiprotector@fronow.de

TAXI – Spezialausgabe Trennschutz 2. QUARTAL 2020

9


Neue

Herausforderungen

Neue Lösungen

Die Corona-Krise hat das gesamte Taxigewerbe

hart getroffen. Umso mehr ist es uns ein Anliegen,

mit technischen Lösungen die sichere Nutzung von

Taxidienstleistungen zu vereinfachen. Darum haben

wir unsere App taxi.eu in kürzester Zeit an die neuen

Anforderungen angepasst.

Sicheres

Fahren

Mit dem neuen Fahrzeugmerkmal

„SafeTaxi“ können Kunden ab

jetzt auch Taxis mit geeigneten

Trennschutzwänden anfordern.

Einfaches

Bestellen

Für eine Einkaufsfahrt gibt der

Kunde einfach ein, was er sich liefern

lassen möchte und der Auftrag kann

ausgelöst werden.

Kontaktloses

Bezahlen

Für sicheres bargeldloses Bezahlen

können Kunden nun auch für

Essenslieferungen Amazon Pay,

Apple Pay oder PayPal nutzen.

Die Taxi-App

Jetzt auch

verfügbarbar

in der Huawei

AppGallery


ANBIETER

Die unter anderem im Prototypenbau tätige Firma Kater-Planen

aus Braunschweig vertreibt ein Schutz-Transparent mit dem

Namen „drive-safe“, welches bereits über 2000-mal verbaut worden

ist. Es besteht aus einer durchsichtigen PVC-Folie, die mit

einer roten Randeinfassung versehen ist. Der Schutz wird mittels

Flachexpanderbänder an den B-Säulen befestigt, deshalb können

die Sitze auch weiterhin ohne Umbaumaßnahmen auf den jeweiligen

Fahrer eingestellt werden. Derzeit ist ‚drive-safe‘ in drei

Größen erhältlich. Die Ausführung ‚Limousine‘ passt bei der Mercedes-Benz

E-Klasse, Mercedes-Benz C-Klasse, VW Passat etc. Die

Ausführung ‚Kompakt‘ ist auf den Einsatz im VW Caddy, im VW

Touran, in der Mercedes-Benz B-Klasse etc. ausgerichtet. Für Fahrzeuge

wie den MB-Vito / VW T5/T6 ist die Ausführung ‚Großraum‘

erhältlich. Sie kann auch ohne Probleme bei Fahrzeugen mit nur

einer Schiebetür montiert werden. Speziell für die Großraumfahrzeuge

hat Kater-Planen auch noch eine weitere Abtrennung zwischen

den Sitzen in der ersten und zweiten Reihe mit ins Programm

aufgenommen. Alle PVC-Schutztransparente sind schnell zu montieren.

Für den Fall, dass ein Seitenairbag auslöst, verfügen die

Schutztransparente über ‚Sollbruchstellen‘, Aufgrund der großen

Stückzahlen, die das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits

gefertigt hat, können die Schutzplanen mittlerweile zu einem

Stückpreis von 50 Euro netto angeboten werden. Der bundesweite

Versand schlägt mit 9,90 Euro zu Buche. Ab dem Kauf von zehn

Exemplaren ist der Versand inklusive.

info@kater-planen.de

Die DKT Thielgen GmbH aus Lebach im Saarland hat

Taxi-Schutzscheiben aus Polycarbonat ins Angebot aufgenommen.

Die klaren Trennscheiben mit den Abmessungen

113 x 50 cm sollen universell in vielen

Fahrzeugen passen. Die Scheiben werden mittels Klettbänder

fixiert und können jederzeit ohne Werkzeug

montiert und demontiert werden. Ein Exemplar der

Scheibe ist für 129 Euro netto

zuzüglich Versand erhältlich.

taxischutz@brd-dkt.de

Das Unternehmen Werbepylon ist ursprünglich auf die Herstellung

von Lichtwerbeanlagen spezialisiert. Jetzt hat Werbepylon

auch eine Taxi-Trennwand aus 2–3 mm starkem, bruchfestem

Polycarbonat entwickelt. Die Scheiben sind in vier verschiedenen

Abmessungen erhältlich und sollen für die meisten Fahrzeuge

passen. Vor Ort können auch Scheiben nach individuellen Abmessungen

gefertigt werden. Die günstigste Ausführung ist ab 59 Euro

netto erhältlich. Für den Versand wird pauschal 19 Euro verlangt.

Geliefert wird in zwei bis drei Tagen. Für Kleinbusse, wie beispielsweise

dem VW Crafter, kann eine Scheibe vor Ort angefertigt

und montiert werden. Die Kosten liegen dann inkl. Aufmaß und

Einbau bei 250 Euro. Bei mehreren gleichen Modellen ist ein Mengenrabatt

möglich. info@werbepylon.de

FOTOS: Hersteller

Die medienkraftwerk GmbH bietet aktuell für die Mercedes-

Benz E-Klasse einen Trennschutz aus bruchsicherem Polycarbonat

an. Der Trennschutz wird mithilfe der mitgelieferten

Klettbänder an den Kopfstützen

befestigt und kann für 99 Euro netto

zuzüglich Versandkosten bestellt werden.

Weitere Modelle sind auf Anfrage möglich.

info@medienkraftwerk.de

TAXI – Spezialausgabe Trennschutz 2. QUARTAL 2020

11


ANBIETER

Die baden-württembergische Firma SIGNal Design bietet seine

Taxi-Schutzwand in zwei verschiedenen Ausführungen an. Die

Pkw-Version ist 1125 mm x 410 mm groß und besteht, je nach

Verfügbarkeit, aus ca. 1 Millimeter dickem Polycarbonat. Die Transporter

Ausführung unterscheidet sich in der Breite. Sie beträgt dann

1380 Millimeter. Die Trennwände werden mit Kabelbindern an den

Kopfstützen fixiert und können im SIGNal-Design-Online-Shop zum

Preis ab 65 Euro netto bestellt werden. Interessant: SIGNal-Design

bietet auch ein Trennscheiben-Paket für

Fahrzeuge mit drei Sitzreihen an. Als

Lieferzeit werden 5–7 Tage angegeben.

Große Stückzahlen sind auch außerhalb

des Shops abrufbar. johannes.

kuebler@signal-design.de

KOLLEGENHILFE

Jens Marggraf aus Melsungen hat der Taxi Times Redaktion

einen Selbstmach-Vorschlag für einen Trennschutz im Taxi

vorgestellt. Hinter dem Ansatz steckt die Idee, durch Eigenleistung

die Kosten möglichst gering zu halten. Speziell für

die Mercedes-Benz E-Klasse W212 hat Marggraf in seinem

Betrieb eine gut durchdachte Lösung umgesetzt. Der

flexible Trennschutz besteht aus einer durchsichtigen Folie,

welche vom Düsseldorfer Spezialisten EFD GmbH geliefert

wurde, ein paar Ösen und Kabelbinder. Weiterhin wird zur

Fixierung im Dachhimmel die originale Haltestange vom

W212er Gepäcknetz verwendet. Sie kann bis auf eine kleine

Naht, die aufgetrennt werden muss, ganz einfach demontiert

werden und dient als Träger der Folie. Das eingesetzte

Weich-PVC wird beispielsweise auch bei Streifenvorhängen

in Kühlhäusern eingesetzt und verfügt über eine Materialstärke

von 2 Millimetern. Beim Einkauf des Materials hat der

Taxiunternehmer direkt in eine 20 Meter Rolle investiert,

um nach und nach seine gesamte Fahrzeugflotte mit dem

Hygienevorhang auszustatten. Die Kosten pro Exemplar

belaufen sich auf ca. 20 Euro netto, variieren aber natürlich

in Abhängigkeit von der eingekauften Materialmenge.

Der Folienspezialist und Taxameterservice fft-Hamburg

hat maßgeschneiderte Schutzfolien für Pkw und

Busse ins Angebot aufgenommen. Die Folie aus 0,8 Millimeter

starkem PET soll danke einer speziellen Falttechnik

besonders flexibel genutzt werden

können. Wie fft-Hamburg mitteilte, verfügen

die Folien über eine Durchreiche für den Zahlungsverkehr.

Für eine gängige Limousine ist

die Schutzfolie ab 49,90 Euro zu bekommen.

info@fft-hamburg.de

Südlich von Berlin, in Königs Wusterhausen, bietet Drucken.Werben.Kanschur

ein Covid-19-Paket an. Enthalten

sind eine Trennscheibe aus Polycarbonat, zwei

Aufkleber mit dem Hinweis auf die Trennscheibe und

50 Infoflyer (DIN-A5). Das Paket ist inklusive Mehrwertsteuer

für 149,95 Euro zu bekommen. Eine Montage ist

nicht inbegriffen.

angebot@drucken-werben-kanschur.de

Auf Bonmedico, der Website der Bonstato GmbH, werden

klare Trennscheiben für den Taxieinsatz angeboten.

Die Scheiben sind aus dem Kunststoff PE (90 Prozent

recycelter Kunststoff) gefertigt und werden mittels Kabelbinder

an den Kopfstützen befestigt. Derzeit werden zwei

verschiedene Varianten angeboten, die sich in der Höhe

unterscheiden. Für Pkw werden Scheiben mit 38,5 Zentimetern

Höhe empfohlen. Für Vans sind die Scheiben

55 Zentimeter hoch. Die Scheiben sind ab 34,90 Euro

bestellbar und werden versandkostenfrei geliefert.

bestellung@bonmedico.de

FOTOS: Hersteller

12 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


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ANBIETER

Das Autohaus Much aus Bad Tölz hat bereits frühzeitig die

kommende Nachfrage gesehen und kann deshalb bereits jetzt für

eine Vielzahl von Fahrzeugen eine Trennwand liefern. Für die

gängigen Taxi-Modelle Mercedes W212 und W213 sowie Mercedes

B-Klasse, Mercedes Vito (Baureihe 447), VW Touran, Sharan und

Caddy wird eine Lösung aus Polycarbonat ab 139 Euro netto zuzüglich

Porto und Verpackung angeboten. Die Taxi-Trennscheibe ist

aus bruchsicherem Polycarbonat (gemäß BO Kraft § 25 Abs. 3

zugelassen) gefertigt sowie beidseitig kratzfest beschichtet und

formgefräst. Die Materialstärke beträgt 4 mm und die Kanten sind

gefasst, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Die Trennscheibe

kann ganz einfach selbst mithilfe passgenauer Bohrungen im

Fahrzeug montiert werden und bei Bedarf wieder rückstandslos

entfernt werden.

Außerdem bietet das Tölzer Unternehmen für den Mercedes Vito,

Viano, Citan, Sprinter, die V-Klasse sowie den VW Caddy, T-5 und

T-6 und Ford Transit eine Sicherheits-Trennwand mit Fenster an.

Sie ist ab 690 Euro netto erhältlich und kann auf Wunsch fahrgastseitig

mit Stoff bezogen werden. Die Trennwände verfügen

über eine Durchreiche und können bundesweit innerhalb von zwei

Tagen geliefert werden. Für den Einbau der großen Trennwand

muss man maximal drei Stunden kalkulieren. Die Preise verstehen

sich inklusive deutschlandweitem Versand. Mit dem Erwerb

eines zulassungsfertigen Taxifahrzeuges bis 30.12.2020 erstattet

das Autohaus Much je Fahrzeug / Trennscheibe (egal welche Ausführung)

einen Betrag von 200 Euro.

info@taxifahrzeuge.de

Der Düsseldorfer Taxibetrieb Taxi-Goossens bietet aufgrund

der hohen Nachfrage ebenfalls eine klare Trennscheibe aus Polycarbonat

an. Wie das Unternehmen berichtet, werden die Scheiben

trotz fehlender ABE von den lokalen Behörden toleriert, denn nur

mit Trennscheibe kann ein Unternehmer seinem Fahrer gegenüber

seiner Vorsorgepflicht und zugleich der Beförderungspflicht nachkommen.

Die universelle Trennscheibe wird inklusive Befestigungsmaterial,

Einbauanleitung und Hinweisschilder zum Preis

von 52,94 Euro netto zuzüglich Versand angeboten. Die Bezahlung

ist via PayPal möglich.

info@goossens-taxi.de

Die Firma Gerken Druck bietet für 199 Euro netto

einen Trennschutz an. Die Corono genannte Abtrennung

ist aus dem gleichen Material gefertigt, wie es im Segelund

Lkw-Bereich Verwendung findet, und ist entsprechend

flexibel. Corono unterscheidet sich von den bisher

genannten Lösungen durch seine anders gedachte Befestigung.

An jeweils zwei Punkten pro Seite wird eine

Fiberglasstange befestigt, die dann die transparente und

alkoholbeständige Folie spannt. In der Höhe der Mittelkonsole

ist eine verschließbare Durchreiche

platziert. Bislang ist Corono für den Volvo

V90 und den Mercedes-Benz W213 erhältlich.

Der Hersteller gibt ein Jahr Gewährleistung.

Ein Versand soll möglich sein.

info@gerken-druck.de

Unter dem Label Taxiglas vertreibt die Düsseldorfer

Apporo GmbH & Co. KG einen flexiblen Trennschutz

aus 0,5 mm starkem PVC. Die Sicherheitsfolie soll uvstabil,

einfach zu reinigen und desinfizierbar sein. Sie

wird als spiegel- und blendfrei sowie äußerst hitzestabil

beschrieben. Der rundum vernähte Trennschutz lässt

sich ohne Werkzeug mittels Bandgurte schnell installieren

und passt sich den Innenraumkonturen an. Die

Befestigung erlaubt beispielsweise das Verschieben der

Vordersitze. Die Folie schließt mit dem Dachhimmel ab

und lässt sich rückstandsfrei wieder demontieren. Auf

der Höhe der Mittelkonsole befindet sich eine Durchreiche.

Zum Lieferumfang gehören das benötigte Befestigungsmaterial

sowie ein Fach für Visitenkarten und ein

paar Aufkleber, die auf den Trennschutz hinweisen. Die

Sicherheitsfolie ist zum Preis von 179 Euro inklusive

Steuer erhältlich und kann innerhalb von ein bis zwei

Tagen geliefert werden. info@taxiglas.de

FOTOS: Hersteller

14 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


Die auf Rolliumbauten spezialisierte Firma MobiLTec hat ihr

Angebot ebenfalls auf die Herstellung von Hygienewänden ausgeweitet.

Derzeit sind für die Mercedes-Benz E-Klasse, den Ford

Transit/Custom, den Ford Connect und Ford S-Max, sowie für den

VW Caddy speziell angepasste Hygienewände aus Wabenplatten

erhältlich. Der Preis inklusive Montage beträgt 150 Euro für Pkw

und 200 Euro für Transporter. Das verbaute Sichtfenster ist aus

einer starken Folie gefertigt. Auf Anfrage kann die Hygienewand

auch für andere Fahrzeugmodelle angeboten werden.

mobiltec@umbau-spezialist.de

Die Mainlicht GmbH hat in Kooperation mit Christian

Kehl Schutzscheiben aus Makrolon entwickelt. Die

zweiteiligen Scheiben erlauben es weiterhin, die vorderen

Sitze individuell zu verstellen. Der Trennschutz ist

für alle Fahrzeugklassen ( z. B. Mercedes-Benz E-Klasse,

Toyota Corolla und Audi A6) geeignet und kann ohne zu

verkratzen mit Desinfektionsmittel gereinigt werden.

Die Schutzscheiben kosten 99 Euro zzgl. Mehrwertsteuer

und können versendet werden.

info@main-licht.de

SPIPROTECTOR

Dekra: zugelassen

keine Prüfung nach §21 StVZO erforderlich

flexible Montage

passend für alle Fahrzeugtypen

59,- €*

*inkl. MwSt.

zzgl. Versand 3,49 €

www.spiprotector.de


MobiTEC, der bekannte Umrüster von Inklusionstaxis aus Berkheim im Allgäu hat verschiedene

Trennwand-Lösungen im Angebot. Eine aufwendige Ausführung mit Tüv-Segen

kann vor Ort in Berkheim an jedes Fahrzeug angepasst werden. Die stabile Ausführung

mit einer Scheibe aus Makrolon bietet zusätzlich Schutz gegen Vandalismus und ist ab

650 Euro erhältlich. Die günstigeren, ebenfalls aus Makrolon gefertigten, klaren Scheiben

sind für viele Fahrzeuge folgender Hersteller erhältlich: Renault, Nissan, Ford, Opel,

Fiat, VW, Citroën, Mercedes-Benz. Die Trennscheiben werden, je nach Ausführung, mit

den Kopfstützen verschraubt. Eine Montage vor Ort in Berkheim ist möglich. Der Preis

für die Trennscheibe beträgt 145 Euro netto zuzüglich Versand.

info@mobi-tec.de

Das Online-Portal Druck-Held.de

bietet gleich für mehrere Fahrzeugtypen

einen Trennschutz an. Derzeit

gibt es bereits entsprechende Modelle

für die Mercedes-Benz E-Klasse

W213, B-Klasse, V-Klasse / Vito und

für den VW Touran. Der Trennschutz

ist aus Polycarbonat gefertigt und

wird für 69 Euro brutto zuzüglich Versand

angeboten. Zudem wird auch ein

universelles Modell angeboten. Dieses

ist ca. 1150 mm x 420 mm groß und

soll für Fahrzeuge geeignet sein, die

über einen Kopfstützenabstand von

60 bis 90 cm verfügen. Bei allen angebotenen

Trennscheiben weist Druck-

Held darauf hin, dass sie nicht der

StVZO entsprechen und deswegen

nicht offiziell für den Straßenverkehr

zugelassen sind.

office@yourprintdesign.de

Wie uns der Taxi Times-Leser Michael Bacher aus Wiernsheim mitteilte, bietet die in

Pforzheim ansässige Firma Neon-Nagel GmbH Taxi-Trennwände wahlweise aus

Polycarbonat oder aus durchsichtigem Acrylglas an. Die Trennwände werden auf Kundenwunsch

individuell angefertigt. Herr Bacher hat uns freundlicherweise Fotos

geschickt, wie die Trennwand in einer Mercedes-Benz E-Klasse und in einem Mercedes-

Benz Vito aussehen. werbung@neon-nagel.de

Das in den Niederlanden ansässige Unternehmen

Taxi Butler ist ursprünglich für

die Taxi-Bestellung auf Knopfdruck

bekannt. Jetzt wurden auch zwei verschiedene

Trennwandlösungen ins Portfolio aufgenommen.

Unter dem Namen Driver

Bubble bietet Taxi Butler das Modell „Flex“

aus PVC-Folie für 39,90 Euro an. Die Folie

wird mittels Spanngurte an den Haltegriffen

oder, falls keine vorhanden sind, an den

beiden B-Säulen befestigt. Der Trennschutz

hat die Abmessungen 139 x 101 Zentimeter

und kann gegebenenfalls unproblematisch

umgefaltet oder an den Seitenrändern zugeschnitten

werden. Die feste Version „Shield“

hingegen ist aus schlagfestem Polycarbonat

gefertigt und ab 79,90 Euro erhältlich. Bei

der Abnahme mehrerer Driver Bubbles

wird Mengenrabatt gewährt.

peter.moen@taxibutler.com

Die Firma Profi Werbetechnik

GmbH bietet einen Trennschutz aus

bruch- und schlagfestem Polycarbonat

an. Die transparente Scheibe wird

dem jeweiligen Fahrzeug angepasst,

ist abwischbar und kann desinfiziert

werden. Der Trennschutz wird mit

Kabelbindern an den Kopfstützen

befestigt und ist für 80 Euro zuzüglich

9,90 Versand bestellbar.

info@profi-werbetechnik.com

FOTOS: Hersteller

16 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


ANBIETER

Die Firma Dornhöfer Automation

& Haustechnik

bietet ab sofort Corona-Hygieneschutzscheiben

für das Taxi

an. Die Scheiben bestehen aus

6 Millimeter dickem Makrolon,

einem schlagfesten Polycarbonat, und werden an den

Kopfstützen befestigt. Wie das Unternehmen bestätigt, soll

die Montage schnell und einfach sein. Die Preise starten

bei 65 Euro netto. Ab einer Abnahme von zehn Scheiben

bietet das Unternehmen einen gestaffelten Mengenrabatt

mit deutlich günstigeren Preisen an.

metalltechnik@dornhoefer.de

Unser Taxi Times-Kollege Simi hat sich bei dem Berliner Lkw-

Planen-Hersteller Leheplan am Buckower Damm 30, 12349 Berlin,

nach Muster eine feste, aber dennoch flexible Abtrennung

anfertigen lassen. Befestigt wird die transparente Folie über Ösen

und mithilfe von Kabelbindern. Kostenpunkt für die flexible Folie

ist 29,75 Euro brutto (z. B. Toyota Prius+). Die flexiblen Abtrennungen

werden sofort nach Muster gefertigt.

info@leheplan.de

In Baden-Württemberg hat das Unternehmen

Taxi Schoch eine Trennwand aus

Polycarbonat entwickelt. Die 3 mm starke

Trennscheibe wird mit Kabelbindern über

Doppelreihen-Bohrungen an den Kopfstützen

fixiert. Eigenen Angaben zufolge sind

deutschlandweit bereits über 700 Taxis mit

dem Trennschutz aus Fellbach ausgestattet

worden. Die Scheibe wird für 129,90 Euro

brutto inklusive bundesweitem Versand

mit einem Datenblatt, das als Nachweis für

den Tüv dienen soll, angeboten.

taxischoch@gmail.com

Der Scheiben-Doktor Offenbach

(Sprendlinger Landstraße

180) hat mittlerweile über

300 Taxis im gesamten Rhein-

Main-Gebiet mit einer Trennscheibe

ausgerüstet. Sie ist aus

bruchfestem Polycarbonat

(Ma krolon) gefertigt. Der Hygieneschutz

wird mit Kabelbindern

an den Kopfstützen befestigt und

ist ab rund 70 Euro zu bekommen.

michael.axt@

scheibendoktor.de

FOTOS: Hersteller

BEGRIFF »SPUCKSCHUTZ« KANN TEUER WERDEN

Aktuell sind viele Begriffe für die Abtrennungen zwischen

Fahrer und Fahrgast im Umlauf, einer jedoch sollte nicht

unbedacht Verwendung finden, denn der „Spuckschutz®“

ist eine vom oberösterreichische Unternehmen Gyrcizka KG

eingetragene Marke. In Österreich ist das bereits seit 2002

der Fall und seit 2013 ist der Spuckschutz® auch für Deutschland

als Unionsmarke eingetragen und darf demzufolge nicht

mehr ohne Beachtung der Markenrechte Verwendung finden.

Darüber haben mit (berechtigter) Empörung bereits diverse

Medien und Fernsehsender, unter anderem das ZDF in „Hallo

Deutschland“ berichtet. Es ist damit zu rechnen, dass genau

darauf geschaut wird, ob der Markenname verbotenerweise

von Wettbewerbern vermarktet wird. Wir können uns deshalb

nur dem Tipp der Medienkollegen anschließen und allen

Unternehmen raten, bei der Bewerbung Ihres Trennschutzes

auf die Verwendung des Markennamens Spuckschutz® zu

verzichten. Glücklicherweise ist die Liste der möglichen Alternativen

recht lang: Trennschutz, Trennwand, Hygieneschutz,

Hygienevorhang, Niesschutz, Schutzscheibe, Virenschutz,

Hustschutz etc.

sg

TAXI – Spezialausgabe Trennschutz 2. QUARTAL 2020

17


ANBIETER

Die Atelier Damböck Messebau GmbH hat ihr

Angebot um eine zweiteilige Taxi-Trennwand aufgestockt.

Sie ist aus Polycarbonat gefertigt und wird mit

einer aus Holz gefertigten Halterung an den Kopfstützen

fixiert. Durch den zweiteiligen, überlappenden Aufbau

sollen die vorderen Sitze bis zu einem gewissen Grad

verstellbar sein. Die Trennscheiben werden für 129 Euro

netto zuzüglich Versand angeboten. Eine Abholung in

Neufinsing ist ebenfalls möglich. Gegen Aufpreis bietet

Atelier Damböck die Möglichkeit der individuellen

Beschriftung an.

atelier@damboeck.de

Das süddeutsche Unternehmen KM foliographics GmbH &

Co. KG bietet einen Trennschutz aus Polycarbonat an. Die Scheibe

mit dem Namen SAFETY2DRIVE ist klar, transparent und

Brandschutz-zertifiziert und kostet ca. 60 Euro netto. Befestigt

wird sie mittels Kabelbinder an den Kopfstützen. Entsprechende

Löcher bohrt der Kunde selbst. Die Trennscheibe mit den Abmessungen

1350,2 mal 662,8 mm soll in den gängigsten Taximodellen

wie Mercedes-Benz E-Klasse und VW Touran verbaut werden können,

verfügt aber aktuell über keine ABE. Sonderanfertigungen

sind nach Absprache möglich. Auf Wunsch können die Scheiben

wahlweise einseitig mit einer antimikrobiellen Folie beschichtet

werden. anfrage@km-f.de

In Hamburg bietet der Funk-

Service Taxi-Point Trennscheiben

aus 1 mm starker

PET-Folie an. Sie kann mit

handelsüblichen Fensterputzmitteln

gereinigt werden und ist flexibel. Die Preise

für die Trennwand inklusive Montage beginnen bei

85 Euro brutto. moin@taxipoint-hamburg.de

Das Unternehmen J.D.Geck GmbH aus Altena bietet

eine Trennwand aus 1,5 mm PET G glasklar an. Sie hat

die Abmessungen 1321mm x 450mm x 1,5mm und wird

über die Schlitze in der Scheibe mithilfe von vier Klettschlaufen

an den Kopfstützen fixiert. Die extra langen

Klettschlaufen ermöglichen einen universellen Einsatz

für alle gängigen Sitzabstände. Die Scheibe wird für

50 Euro netto zzgl. Versand angeboten.

daniela.makala@geck.de

BRODIT STELLT DIE VERBINDUNG HER

Viele der hier vorgestellten festen Trennwände werden an

den Kopfstützen der Fahrzeuge befestigt. Mal mit Kabelbindern,

mit Klettverschlüssen oder mit einer Klemmvorrichtung.

Der Hersteller Brodit, unter anderem bekannt durch seine

fahrzeugspezifischen Handy- und Tablethalterungen, bietet

für nahezu jedes Fahrzeug Kopfstützen-Halterungen an, die

sich als Träger für eine feste Trennwand eignen könnten. Die

Halterungen gelten als Zuladung und fallen deshalb nicht

unter §19 der StVZO. Trotzdem sind die Halterungen teilweise

von unabhängigen Prüfunternehmen wie der Dekra getestet

worden. Die Fotos zeigen den Grundhalter und Trennscheiben,

wie sie in Schweden verbaut werden. info@brodit.de

FOTOS: Hersteller

Alle Angaben ohne Gewähr!

18 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


TRENNSCHUTZ IN SERIE

TRENNSCHUTZ IN SERIE

Bei dem auch in Deutschland erhältlichen London Taxi ist traditionell eine

Trennwand verbaut. Der Konflikt zwischen Gesundheits- und Unfallschutz ist hier

also bereits gelöst. Der E-Antrieb wird jetzt auch gefördert.

Eine Trennwand gehört genauso zum London Taxi wie sein

klassisches Design.

Wollen die Gäste bar bezahlen, kann der direkte Kontakt dank der

Geldschale vermieden werden.

Das Bundesamt für Wirtschaft und

Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat das

elektrisch betriebene Taxi, dessen

Raumkonzept und Design am klassischen

Londoner Black Cab angelehnt ist,

mittlerweile als Plug-in-Hybrid eingestuft.

Der Kauf eines Neuwagens wird deshalb

mit bis zu 3.750 Euro gefördert. Gerade

zur Zeit der Corona-Pandemie punktet der

Brite mit seiner umfangreichen Standardausstattung.

Beispielsweise verfügt der TX,

so lautet die offizielle Typenbezeichnung

des London Taxis, serienmäßig über eine

Trennscheibe. Sie schützt nicht nur vor

Überfällen, sondern dient auch als Hygieneschutz.

Die transparente Scheibe baut ab

der halben Fahrzeughöhe auf einer festen

Abtrennung auf und ist massiv ausgeführt.

Für die einfache Kommunikation zwischen

dem Fahrer und den Fahrgästen steht

eine Gegensprechanlage zur Verfügung,

die auf Wunsch für Fahrgäste mit Hörgerät

einen Extra-Service bietet, indem dieses

über eine sogenannte T-Spule verbunden

werden kann. Der Inklusionsgedanke wird

aber noch weitergeführt, denn der TX kann

auch Menschen in Rollstühlen befördern.

Der Zugang erfolgt über eine Rollstuhlrampe,

die auch zu einer Trittstufe umfunktioniert

werden kann. Ein Schwenksitz ist

ebenfalls mit an Bord.

INKLUSIONSTAXI AB WERK

Diese Ausstattung eröffnet dem TX-Besitzer

auch noch weitere Türen, beispielsweise zu

regionalen Förderungen, die den Einsatz

von Inklusionstaxis finanziell unterstützen.

In Berlin ist das beispielsweise mit

dem Programm „Wirtschaftsnahe

Elektromobilität“ (WELMO)

möglich, welches Berliner

TX-Besitzer auf weitere

4.000 Euro

Zuschuss hoffen

lässt. Ein Antrag kann beim IBB Business

Team GmbH Berlin gestellt werden.

Regional, speziell in Süddeutschland, laufen

Förderprogramme, welche die Umrüstung

von Taxis hin zum Inklusionstaxi

fördern. Ob und wie die Programme den

Kauf eines TX fördern, der ja ab Werk

komplett ausgestattet ist, muss individuell

abgefragt werden.

Mit Blick auf das Corona-Virus spricht

noch mehr für den TX. Das in der Nähe von

Birmingham gefertigte Taxi kann auch optional

mit einer kontaktlosen Bezahlfunktion

geordert werden. Will der Kunde bar bezahlen,

kann das Geld mittels einer Geldschale,

die in der Trennwand integriert ist, übergeben

werden. Aus der Sicht des Fahrers

ist auch die Abwesenheit des Beifahrersitzes

zu begrüßen, denn beim London Taxi

ist dort klassischerweise der Platz für das

Gepäck vorgesehen. Der Fahrgast muss also

nie dazu aufgefordert werden, auf den hinteren

Sitzen Platz zu nehmen.

Das neu errichtete LEVC-Werk in der

Nähe von Coventry musste natürlich

auch auf Covid-19 reagieren und hat die

für Ostern geplante einwöchige Produktionsunterbrechung

ausgeweitet. Wie das

Frankfurter LEVC-Vertriebsbüro, welches

erst kürzlich personell aufgestockt wurde,

gegenüber Taxi Times mitteilte, sind allerdings

Lagerfahrzeuge verfügbar. Wenn die

Produktion am 8. Juni wie geplant wieder

angelaufen ist, können auch kurzfristig

nach Kundenwunsch ausgestattete Fahrzeuge

ausgeliefert werden.

sg

FOTOS: Taxi Times, LEVC

20 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


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TAXI – Spezialausgabe Trennschutz 2. QUARTAL 2020


UNFALLSCHUTZ

DER UNFALLSCHUTZ

KOSTET (ZU) VIEL ZEIT

Eigentlich sollen die Taxi-Trennwände nur vor der Ansteckung mit

dem Corona-Virus schützen. Die technischen Überwachungsvereine

haben jedoch eine ziemlich konkrete Idee davon, welche Tests die

Trennvorrichtungen absolviert haben müssen.

In einem mehrseitigen Anforderungskatalog haben sich beispielsweise

der TÜV Rheinland und der TÜV Süd mit den

Trennscheiben in Taxis und Mietwagen auseinandergesetzt.

Per Definition unterscheiden die beiden Prüforganisationen dabei

nach der Art und Weise der Befestigung der Trenneinrichtung. Ob

das verwendete Material flexibel oder fest ist, spielt dabei zunächst

keine Rolle.

Wichtig ist, dass der TÜV einen großen Unterschied macht, ob

die Trenneinrichtung fest verbaut ist, sprich nur mit Werkzeug

entfernt werden kann, oder ob sie mittels einer Schnellfixierung

befestigt wird. Letztere kann bei einer vorübergehenden Nutzung

als Trenneinrichtung aus „juristischen Gründen als ,Mitführen

von Ladung‘ eingestuft werden. Was – und das ist der wichtige

Punkt – nicht zum Erlöschen der Betriebserlaubnis nach § 19 (2)

StVZO führen soll. Als Beispiele einer Schnellfixierung werden

konkret Saugnäpfe oder Klemmvorrichtungen genannt.

Trotzdem stellt der TÜV fest, dass auch die vorübergehende

Nutzung einer Trennvorrichtung grundsätzlich ein Gefährdungspotenzial

mit sich bringe, und das sei identisch mit dem Gefährdungspotenzial

einer fest verbauten Trennwand. Um nur einen

von vielen Punkten beispielhaft zu nennen: Bereits bei einer eingeschränkten

Nutzbarkeit des Beifahrersitzes geht der TÜV von

einer Gefährdung aus. Will man also eine Trennwand fest im Fahrzeug

fixieren, dann müsste ein Gutachten zur Erlangung der

Betriebserlaubnis durchgeführt werden. Dabei würde das Augenmerk

unter anderem auf die Eigenschaften der verwendeten Materialien

gerichtet, aber auch die Interaktion der Trennwand mit

dem Airbag-System müsste mittels einer Auslöseprüfung untersucht

werden. Geht es nach dem TÜV, sollte auch das Unfallverhalten

mittels eines Schlittentests nachgewiesen werden. Für ein

komplettes Gutachten müsste zusätzlich noch eine Vielzahl von

Prüfpunkten abgearbeitet werden.

Mobitec bietet als einer von wenigen Trennschutz-Anbietern eine

Lösung an, die vom TÜV abgesegnet ist.

Kann für Festeinbauten die Gefährdung von Insassen auf

bestimmten Sitzplätzen nicht ausgeschlossen werden, dann ist

das aber auch noch kein Ausschlusskriterium. Im Zweifel solle

dann der Nachweis geführt werden, dass diese Sitzplätze nicht

mehr benutzt werden können. Kann kein Nachweis geliefert werden,

dann gibt es die Option, den entsprechenden Sitzplatz aus

den Fahrzeugpapieren auszutragen.

Fazit: Taxi-Trennvorrichtungen müssen nicht grundsätzlich

zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Wichtig ist die Unterscheidung

zwischen Festeinbauten und der vorübergehenden Nutzung

mit Schnellfixierungen. Zudem kann ein Taxi-Trennschutz

auch eintragungsfähig sein. Eine TÜV-sichere Zertifizierung wird

allerdings ein länger andauernder Prozess sein.

sg

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22 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


UNFALLSCHUTZ

DIE TIPPS DER

BG VERKEHR

Als für den Verkehrssektor und damit

auch für Taxis und Mietwagen

zuständige Berufsgenossenschaft hat

auch die BG Verkehr ihre Einschätzung

zu den in Taxis eingesetzten

Schutzsystemen abgegeben.

Scheiben aus hartem Material wie Kunststoff oder Glas sollten stoßund

splitterfest sein, rät die BG Verkehr.

Auf der BG Verkehr-Homepage

haben Präventionsexperten und

Arbeitsmediziner branchenspezifische

Empfehlungen zum Infektionsschutz

zusammengestellt, die den Arbeitsschutzstandard

des Bundesministeriums für

Arbeit und Soziales für das Verkehrsgewerbe

konkretisieren. Dabei werden unter dem

Stichwort Taxi auch Fragen zu den Trennschutz-Lösungen

beantwortet, die aktuell

bei immer mehr Taxis zum Einsatz kommen.

Laut einer Erhebung durch Taxi Times sind

BITTE ANSCHNALLEN

Was eigentlich bei jeder Beförderung

selbstverständlich ist,

sollte in Taxis mit Trennschutz ganz

besonders hervorgehoben werden:

Sowohl durch einen Aufkleber als

auch mündlich vor Beginn jeder

Fahrt sollte man die Fahrgäste

explizit auf die Anschnallpflicht

hinweisen. Wenn man dann auch

darauf achtet, dass beim Einbau

die Kanten abgerundet und nicht

scharfkantig sind, wäre das Verletzungsrisiko

deutlich reduziert.

in Deutschland bereits knapp 3.000 Taxis

entsprechend umgerüstet (Stand Anfang

Mai). Dabei kommen sowohl Schutzscheiben

als auch Folien zum Einsatz.

Laut BG Verkehr bietet keine der beiden

Varianten einen verlässlichen Schutz,

sie reduzieren allerdings das Risiko einer

Tröpfcheninfektion, weshalb sie grundsätzlich

zu empfehlen seien. Beim Einbau

nennt die BG Verkehr vier Punkte, auf die

man achten sollte. Dazu zählt erstens eine

Klärung, ob die Lösung gemäß Straßenverkehrszulassungsordnung

(StVZO) zulässig

ist. Auskunft darüber könnten sowohl

die Zulassungsstellen als auch die Prüfstellen

zugelassener Prüforganisationen

geben.

KEINE SCHARFEN KANTEN

Zweitens sollten Scheiben aus hartem Material

wie Kunststoff oder Glas stoß- und splitterfest

sein. Die BG Verkehr schreibt dazu

wörtlich: „Scheiben aus Sicherheitsglas

oder glasähnliche Kunststoffe brauchen

eine Bauartgenehmigung nach UNECE 43

oder (national) nach Paragraf 22a StVZO.“

Drittens seien bei der Verankerung nur

solche Lösungen zu empfehlen, „durch die

beim Bremsen oder bei einem Aufprall

keine zusätzliche Gefahr durch schlechte

Verankerung, scharfkantige oder vorstehende

Teile etc. entsteht. Befestigungen,

die eine feste Verschraubung mit der Karosserie

beinhalten, sollten durch einen Kfz-

Fachbetrieb eingebaut werden.“

Als vierten Punkt weist die BG Verkehr

auf die Wirkung der Airbags hin. Diese

dürfe durch den Einbau nicht beeinträchtigt

werden.

Auch hinsichtlich der Reinigung der

Scheiben oder Schutzfolien gibt es von der

BG Verkehr Tipps. „Damit sich keine Viren

auf den Scheiben oder Folien ansammeln,

sollten die Fahrer oder die Fahrerinnen

diese möglichst mehrmals am Tag reinigen.“

Dabei sei eine gründliche Reinigung

mit fettlösenden Haushaltsreinigern und

Einmaltüchern zu empfehlen. Alternativ

könne man auch chemische Desinfektionsmittel

nutzen, wobei die BG Verkehr

ausdrücklich darauf hinweist, dass diese

keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den

erstgenannten Reinigungsmitteln haben.

Außer man verwendet Desinfektionsmittel

„mit nachgewiesener Wirksamkeit mit

dem Wirkungsbereich ,begrenzt viruzid‘

(wirksam gegen behüllte Viren), ,begrenzt

viruzid PLUS‘ oder ,viruzid‘.“ jh

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und bleiben Sie gesund!

TAXI – Spezialausgabe Trennschutz 2. QUARTAL 2020

23


DEUTSCHLAND RÜSTET UM

»EIN TAXI MIT

TRENNSCHUTZ, BITTE«

Taxibetriebe und Zentralen aus ganz Deutschland melden seit Ostern an die

Taxi Times-Redaktion die Anzahl ihrer Taxis und Mietwagen, die sie mittlerweile

mit einer Trennschutz-Vorrichtung ausgestattet haben. Wir haben sie nach

Postleitzahlen sortiert.

POSTLEITZAHLENGEBIET 0

01067 – 01705 Taxizentrale Dresden,

T: 0351 / 211 211; www.taxi-dresden.de,

App: Taxi Deutschland

06484 Quedlinburg: Taxibetrieb

Bettermann, T: 08000 / 702525,

www.taxibettermann.de

09456 Annaberg-Buchholz, AutoRuf

Annaberg, T: 03733 / 6 22 500,

www.taxi-annaberg.de

POSTLEITZAHLENGEBIET 1

10115 – 14193 Berlin: Taxi Berlin,

T: 030 / 20 20 20, www.taxi-berlin.de,

App: taxi.eu

Taxibetriebe mit Trennschutz, die sich

über Taxi Berlin vermitteln lassen: Fischer,

Sven Prade, Metrocab Taxi- und Handels-

GmbH, H. Simsek, Claudia Jensen, Wolfgang

Slipek, Hanifi Karakus, Thomas Dahl,

Mustafa Orcan, Va Piano taxi, Boto Töpfer

12529 Schönefeld: Jacqueline Hackermann-Richter,

T: 0171 / 47 19 812

14059 Berlin: Taxibetrieb Ralf Titzmann,

T: 0171 / 79 21 400 (OF)

15711 Königs Wusterhausen, Taxi Konski,

T: 03375 / 293371

POSTLEITZAHLENGEBIET 2

20095 – 22769 Taxizentralen Hamburg

Hansataxi, T: 040 / 211 211,

www.taxi211211.de, App: taxi.eu;

Taxi Hamburg, T: 040 / 66 66 66,

www.taxihamburg.de, App: taxi.eu

„DAS TAXI“, T: 040 / 22 11 22,

www.das-taxi.de, App: taxi.eu

Taxibetriebe mit Trennschutz, die sich

über eine der Hamburger Zentralen

vermitteln lassen: Prösch, Ingrid Seele

22293 Hamburg: Taxi Alstertal,

T: 040 / 600 30 40, www.taxialstertal.de;

App: Taxi.de

22850 Norderstedt: Autoruf Norderstedt

Roland Klee, T: 040 / 52 41 088

www.taxi-norderstedt.de, App: taxi.de

22851 Norderstedt: Topp-Taxi,

T: 040 / 30 85 20 20, www.topp-taxi.de

24103 bis 24159 Kiel: Kieler Funk-Taxi-

Zen trale, T: 0431 / 68 01 01, www.taxikiel.de

24113 Kiel: Mare Taxi Kiel GmbH,

T: 0431 / 77070, www.maretaxikiel.de

24340 Eckernförde: Taxiruf Ottenberg,

T: 04351 / 5000, www.taxiottenberg.de

24768 Rendsburg: Taxi Bogalski,

T: 04331 / 22033, www.taxi-bogalski.de

24803 Erfde: Taxi Rehder, T: 04333 / 377

24855 Jübek: Taxi Sierks, T: 04625 / 73 37,

www.taxi-sierks.de

24963 Tarp: Taxi Sierks,

T: 04638 / 89 97 533, www.taxi-sierks.de

25337 Elmshorn: Minicar Nord

Personen beförderung, T: 04121 / 750 642,

www.minicar-nord.de

25980 Sylt: Miet.Micha,

T: 04651 / 83 20 632, www.mietmicha.de

26122 Oldenburg: Acht-Elf-Elf Das Taxi

GmbH, T: 0441 / 811 11,

www.81111.taxi, App: Taxi.de

26382 Wilhelmshaven: Taxen Zaage,

T: 04421 / 44450, www.taxenzaage.de,

App: Taxi.de

26409 Wittmund: DAKO Taxi und

Mietwagen GmbH, T: 04462 / 4066

28195 bis 28777 Bremen: Taxi-Ruf Bremen,

T: 0421 / 14014, www.taxi-ruf-bremen.de,

App: Taxi Deutschland.

POSTLEITZAHLENGEBIET 3

30159 – 30657: Taxizentrale Hannover

Hallo Taxi 3811, T: 0511 / 3811;

www.taxi-hannover.de, App: Cab4me,

Besonderheit: An die angeschlossenen

Taxiunternehmer und deren Fahrer

wurden 6.100 OP-Masken verteilt. davon

1.100 nach dem FFP2-Maskenstandard.

30163 Hannover: Leine Taxen,

Telefon siehe Hallo Taxi3811

30823 Garbsen: Taxengemeinschaft

Bittner, T: 05131 / 22 22,

www.taxengemeinschaft.de, App: taxi.de

30853 Langenhagen: Taxibetrieb Gieseke,

T: 0163 / 640 72 32

30926 Seelze: Taxengemeinschaft Bittner,

T: 05137 / 22 22,

www.taxengemeinschaft.de, App: taxi.de

31134 – 31141 Taxizentrale Hildesheim,

T: 05121 / 555 55, App: Taxi.de

31139 Hildesheim: Taxi Danielzik,

T: 05121 / 999 51 55 oder

Taxizentrale Hildesheim

31141 Hildesheim: Mende Taxen,

T: 05121 / 20 69 55, www.mende-taxen.de

31167 Bockenem: Funk-Autoruf Schneider,

T: 05067 / 20 20

31515 Wunstorf: Taxengemeinschaft

Bittner, T: 05031 / 22 22,

www.taxengemeinschaft.de, App: taxi.de

31535 Neustadt am Rbge.: Taxengemeinschaft

Bittner, T: 05032 / 44 33,

www.taxengemeinschaft.de, App: taxi.de

31812 Bad Pyrmont: Pyrmonter

Taxenzentrale e. V., T: 05281 / 24 24,

www.taxipyrmont.de

33330 Gütersloh: City Taxi E. Pischke UG,

T: 05241 / 347 11, www.taxi-pischke.de

35444 Biebertal: City-Taxi bzw. Minicar

Biebertal, T: 06409 / 808 40 00

37327 Leinefelde: Taxi Fischer KG,

T: 03605 / 50 19 69, www.taxi-eichsfeld.de

37574 Einbeck: Uta Konstantianos,

T: 05561 / 13 13,

www.taxi-konstantin-einbeck.de;

37581 Bad Gandersheim, Taxi

Rosenthal, T: 05382 / 2544, www.taxibad-

gandersheim.de, App: Taxi.de

38100 – 38126 Taxizentralen Braunschweig:

Taxi-Ruf Braunschweig GmbH,

T: 0531 / 66 66 66, www.taxibraunschweig.de;

App: Taxi Deutschland,

Braunschweiger Taxenzentrale GmbH &

Co. KG, T: 0531 / 555 55, www.taxi-5991.de

38518 Gifhorn: Taxi Hoffmann,

T: 05371 / 123 33, www.taxi-hoffmann.com,

App: Taxi Hoffmann

POSTLEITZAHLENGEBIET 4

40210 – 40721 Düsseldorf:

Taxi-Düsseldorf eG, T: 0211 / 333 33 oder

T: 0211 / 999 99, www.taxi-duesseldorf.com,

App: Taxi Düsseldorf

Rhein-Taxi, T: 0211 / 21 21 21,

www.rhein-taxi.de, App: taxi.eu

41238 Mönchengladbach: Taxibetrieb

A. Faller, T: 02166 / 18 55 55

41352 Korschenbroich: Taxizentrale

Korschenbroich, T: 02161 / 67 00 00,

www.taxi-korschenbroich.de

41466 Neuss: Limousinenservice & Personenbeförderung

Lesmeister,

T: 02131 / 133 80 80

41540 Dormagen: Taxi Surmann GmbH,

T: 02133 / 4 44 44

41564 Kaarst: Funktaxi Hoesen,

T: 0172 / 266 55 99

41564 Kaarst: Taxi Holzbüttgen,

T: 02131 / 606 99 99

24 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


DEUTSCHLAND RÜSTET UM

42103 – 42399: Taxi-Zentrale Wuppertal,

T: 0202 / 27 54 54,

www.taxi-wuppertal.de; App: taxi.eu

42349 Wuppertal: Gregor Fischer,

T: 0202 4087120 oder bei Taxizentrale

Wuppertal; www.taxifischer.de

44135 – 44388 Dortmund: Taxi Dortmund

eG, T: 0231 / 14 44 44, www.taxi-dortmund.de;

App: Taxi Deutschland

44143 Dortmund: Helmut Betz

Dienstleistungen oHG,

T: 0231 / 51 15 03, www.helmutbetz.de

44287 Dortmund: Taxi Martina Schepers,

T: 0231 / 44 10 10,

www.taxi-martina-schepers.de

45478 Mülheim an der Ruhr:

Auto Stephany GmbH, T: 0208 / 52 222,

www.auto-stephany.de

45966 Gladbeck: Taxibetrieb D. Scholz,

T: 02043 / 24 222, www.taxischolz.com

46395 Bocholt: Taxi Schwers,

T: 02871 / 6060 oder 44144,

www.taxi-schwers.de

48429 Rheine: Taxiunternehmen Andreas

Hartmann, T: 05971 / 79 11 06, www.taxihartmann.info,

App: Taxi Hartmann

48431 Rheine: Taxi Medycki, T: 05971 / 20 40,

www.taxirheine.de; App: Taxi.de

48529 Nordhorn: Taxi Geers,

T: 05921 / 60 80, www.taxigeers.de

49074 – 49090 Osnabrück: Osnabrücker

Funk-Taxi-Zentrale 32011 eG, T: 0541 /

232011, www.taxi32011.de, App: taxi.eu

49090 Osnabrück: Taxiruf Osnabrück,

T: 0541 / 685 48 48, www. joerg-faenger.info

POSTLEITZAHLENGEBIET 5

50667 – 51467 Köln:

Taxi Ruf Köln, T: 0221 / 2882, www.taxiruf.de,

App: taxi.eu, Taxi 17, T: 0221 / 17 00 00,

www.taxi17.de, App: Taxi.de

51465 Bergisch Gladbach: Limo-B / Reiner

Bremer, T: 0151 22 / 45 46 55,

www.limo-b.de

51597 Morsbach: Taxi Gossmann,

T: 02294 / 561, www.gossmann.taxi

52525 Heinsberg: MiniCar Heinsberg,

T: 02452 / 44 44 oder 55 55,

www.mini-car-heinsberg.de

53111 – 53229 Bonn: Taxi Bonn eG,

0228 / 55 55 55, www.taxibonn.de, App:

TaxiDeutschland

53225 Bonn: Taxikrog, T: 0228 / 46 46 49,

www.taxikrog.de

53783 Eitorf: Taxi Wisser,

T: 02243 / 22 20, www.taxi-wisser.de

55122 Mainz: Taxi Schäfer, T: 0172 / 616 33 39

56075 Koblenz: Taxiunternehmen Dirk

Schwartz, T: 0157 / 78 93 30 55,

www.koblenz-taxi.com

56154 Boppard: Taxi Gras,

T: 06742 / 82 188, www.taxi-gras.de

59227 Ahlen: Taxi Peine GmbH,

T: 2382 / 12 34, www.taxi-peine.de

59439 Holzwickede: Taxi Steinberg,

T: 02301 / 22 56

59557 Lippstadt: Taxizentrale Roli GbR,

T: 02941 / 101 03, www.taxiroli.de,

App: taxi.de

POSTLEITZAHLENGEBIET 6

60306 – 65931 Frankfurt: Taxi Frankfurt

eG, T: 069 / 23 00 01, www.taxi-frankfurt.de,

App: Taxi Deutschland;

60439 Frankfurt: Diaz und Paschen GbR,

Telefon siehe Taxi Frankfurt eG

60487 Frankfurt: Jupiter Taxi GmbH,

Telefon siehe Taxi Frankfurt eG,

www.taxibasalt19.de

60487 Frankfurt: Kurs Taxi GmbH,

www.acretat.wixsite.com/kursTaxi (OF)

63839 Kleinwallstadt: Taxi Lo Re (bedient

auch Hausen , Leidersbach, Eschau, Sulzbach

/ Main, Niedernberg und Grosswallstadt),

T: 06022 / 710 15 15, www.taxi-lo-re.de

64521 Groß Gerau + 64569: VIP Care

Hospitality, T: 06152 / 3333, www.3333.taxi

66111 – 66133 Saarbrücken: Taxizentrale

Saarbrücken eG, T: 0681 / 33 0 33,

www.taxi-sb.de

66111 Saarbrücken: Taxi 71111,

T: 0681 / 711 11, www.71111.de

69115 – 69126 Heidelberg: Auto-Funktaxi-

Vermittlungszentrale Heidelberg e. G.,

T: 06221 / 30 20 30, www.taxi302030.de,

App: TaxiDeutschland, taxi eu, SixtRide

TaxiHDirekt e. V. Heidelberg,

T: 06221 / 73 90 90, www.taxihdirekt.de

POSTLEITZAHLENGEBIET 7

70173 – 70178 Stuttgart: Taxi-Auto-Zentrale

e. G., T: 0711 / 551 00 00 oder

T: 0711 / 194 10, App: taxi.eu

70825 Korntal-Münchingen: Taxi Frank,

T: 07150 / 92 26 00

71522 Backnang: Taxi-Unternehmen

K. Assfalg, T: 07191 / 91 37 70

71640 Ludwigsburg: Taxi Gücer,

T: 07141 / 259 10 33

78098 Triberg: Taxi Herrmann,

T: 07722 / 50 85

78132 Hornberg: Interessengemeinschaft

Taxi Ortenau e. V., T: 07833 / 955 89 83,

www.ig-taxi-ortenau.de

78132 Hornberg: Taxi Lehmann,

T: 07833 / 95 96 11

78333 Stockach: Taxi Stockach,

T: 07771 / 44 44, www.stockach-taxi.de

78462 – 78467 Konstanz:

Taxi Dornheim, T: 07531 / 677 77,

www.taxi-dornheim.de

POSTLEITZAHLENGEBIET 8

80331 bis 81369 München: Taxizentralen

IsarFunk Taxizentrale, T: 089 / 450 540,

www.isarfunk.de, App: taxi.eu, Taxi-

München eG, T: 089 / 21 610, www.taximuenchen.com,

App: Taxi Deutschland,

Taxibetriebe, die sich über eine Münchner

Taxizentrale vermitteln lassen: Osman

Naimen; Selaedin Oglou; A1 Taxi, Christine

Degler, Florian Bachmann Businesstaxi

Munich-Team, T: 0177 / 780 78 08,

www.businesstaxi-munich.de

82496 Oberau: Taxi-Bader, T: 08824 / 80 79

83043 Bad Aibling: Taxizentrale

Wendelstein GmbH, T: 08061 / 16 60,

www.taxi-badaibling.de

83646 Bad Tölz, Taxi Much, 08041 / 12 12,

www.taxi-much.de, App: Taxi.de

84524 Neuötting + 84503 Altötting:

Taxi Hansbauer, T: 08671 / 24 38 und

T: 08671 / 67 32, www.taxi-hansbauer.de

85049 – 85057 Ingolstadt: Taxi-Funk

Ingolstadt, T: 0841 / 194 10,

www.taxi-ingolstadt.de, App: Cab4me

85661 Forstinning: Taxiunternehmen

Pawelczyk, T: 08121 / 31 4,

www.taxi-pawelczyk.de

86150 – 86154 Augsburg: Taxi Augsburg

e. G., T: 0821 / 350 25, www.taxiaugsburg.de;

App: taxi.eu, Besonderheit:

Seit dem 14. April 2020 werden Krankenfahrten

grundsätzlich nur noch an Taxen

mit Trennschutz vermittelt.

86956 Schongau: Taxi Wieland,

T: 08861 / 88 98, www.taxi-wieland.de

87700 Memmingen: Maier Memmingen

MM Taxi GmbH, T: 08331 / 44 44 oder

T: 08331 / 45 45, www.taxi-memmingen.de,

App: Taxi.de

88045 – 88048 Friedrichshafen:

Taxi Fuhrmann, T: 07541 / 55 55 55 oder

T: 07542 / 55 55 55, www.taxifuhrmann.de

88339 Bad Waldsee: Hörmann & Hörmann

GbR, T: 07524 / 83 40

88400 Biberach/Riß: Taxi Gnant,

T: 07351 / 60 00 oder T: 07351 / 66 66,

www.taxi-gnant.de

88499 Riedlingen: Taxi-Kasiske,

T: 07371 / 74 07, www.taxi-kasiske.de

89542 Herbrechtingen: Taxi Mackenbach,

T: 07324 / 98 75 75,

www.taxi-mackenbach.de

POSTLEITZAHLENGEBIET 9

90402 – 90491 Nürnberg: Taxi Zentrale

Nürnberg e. G., T: 0911 / 194 10,

www.taxi-nuernberg.de, App: Taxi-

Deutschland

92224 Amberg: Taxi Penschok,

T: 09621 / 722 33

94469 Deggendorf: Taxi Neumeier,

T: 0991 / 34 29 50, www.taxi-neumeier.de

95326 Kulmbach: Taxi Braun,

T: 09221 / 74 545

95447 Bayreuth: Taxi-Schröder,

T: 0921 / 66 66 22, www.taxi-bayreuth.de

96047 – 96052: Bei der Bamberger

Taxigenossenschaft eG sind aktuell (Stand

11.4.2020) 40 Taxis mit Trennschutz ausgestattet.

T: 0951 / 150 15, www.taxi-bamberg.de

97421 – 97424 Schweinfurt: Taxi-Ruf e. G.,

09721 / 160 60 oder 09721 / 194 10,

www.taxi-schweinfurt.de, App: Taxi.de

96476 Bad Rodach: Taxi Olm,

T: 09564 / 92 21 16, www.taxi-olm.de,

App: Taxi Deutschland

99867 Gotha: Taxi Weise, T: 03621 / 75 76

66

99610 Sömmerda: Taxibetrieb Simbill,

T: 03634 / 60 06 66

Anmerkung der Redaktion: Kein Anspruch

auf Vollständigkeit. Berücksichtigt sind Meldungen

bis einschließlich 1. Mai 2020. Die

Übersicht ist auch unter https://tinyurl.com/

ycw7tx5b einsehbar und wird dort ständig

aktualisiert.

TAXI – Spezialausgabe Trennschutz 2. QUARTAL 2020

25


VERMARKTUNG UND PR

Taxis mit Trennschutz,

wie hier am Beispiel

eines Dortmunder

Taxis, können seit April

auch per App bestellt

werden.

EIN BELIEBTES MEDIENTHEMA

Taxis mit Trennschutz bedeuten für die Fahrgäste ein Plus an Sicherheit.

Genau das wurde bei den begleitenden Marketingmaßnahmen von Taxizentralen

und App-Entwicklern in den Vordergrund gerückt.

Seit dem 17. April kann man in Nürnberg sogenannte

„Safe-Taxis“ mit Trennschutz bestellen. Zu Beginn waren

rund 100 Taxis umgerüstet, zwei Wochen später meldete

Taxi-Zentrale Nürnberg-Vorstand Christian Linz dann schon die

stolze Anzahl von 300 Taxis. Der Zuspruch unter den Unternehmern

war kein Zufall, schließlich war auch die Nachfrage nach

genau solchen Taxis entsprechend groß.

Dass die Kunden überhaupt von dieser Option erfuhren, war

letztlich einer guten PR-Arbeit zu verdanken. Um diese allerdings

ins Rollen zu bringen und bei den Medien Gehör zu finden,

brauchte es eine klare Botschaft. Die Taxi-Zentrale Nürnberg eG

hatte diese Botschaft in einen gängigen Slogan verpackt. „Wenn

das Taxi zur Sicherheitszone wird“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Was die Menschen also mittlerweile aus dem Supermarkt,

der Tankstelle oder der Apotheke kennen, sei nun auch in Taxis

verfügbar. „Mit dieser Maßnahme trotzen wir Covid-19“, sagte

dazu Christian Linz und sprach von einem

GUTE MEDIENARBEIT

Auch Taxibetriebe aus dem

ländlichen Raum haben mit ihren

Trennschutzlösungen mediale

Aufmerksamkeit erlangt. Zahlreiche

lokale Tageszeitungen berichteten

landauf, landab über die Trennlösungen

der Taxibetriebe. Taxi Much

schaffte es sogar bis in die Sendung

„Jetzt red i“ vom Bayerischen

Rundfunk.

sg

„Schutzschirm“.

Damit Kunden speziell diese Taxis

bestellen können, hatte die Zentrale zudem

ein Bestellmerkmal definiert, dessen Name

auch gleich die Funktion beschrieb: „Unsere

Kunden können bei der telefonischen

Bestellung ein ,Safe-Taxi‘ ordern und so

unbesorgt und sicher mit dem Taxi fahren.“

Die erhoffte Medienresonanz blieb nicht

aus: Sowohl Radiosender wie auch die

Tageszeitungen berichteten. Der große

Erfolg wurde denn auch schnell vervielfältigt.

Das Safe-Taxi wurde über den Landesverband

Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmer

mittlerweile auf ganz Bayern ausgedehnt.

TRENNSCHUTZ VIA APP

Was Kunden nahezu überall in Deutschland telefonisch können,

ist mittlerweile auch bei App-Bestellungen möglich. taxi.eu hat in

Zusammenarbeit mit dem Software-Entwickler fms Systems GmbH

die Möglichkeit in die App implementiert, ein „Safe-Taxi“ zu

ordern. „Wir haben nun die Bestellung für die Städte Berlin, Hamburg,

Köln, München, Wien und Zürich in der taxi.eu-App freigeschaltet,

weitere Städte im In- und Ausland folgen in Kürze“, sagte

taxi.eu-Geschäftsführer Hermann Waldner zum Start Anfang Mai.

„Natürlich wird für diesen Service auch kein Aufpreis fällig. Wir

wollen unseren Fahrgästen die größtmögliche Sicherheit bieten,

deshalb sind auch die Fahrer mit Mundschutz unterwegs.“

Wenige Tage vor taxi.eu hatte bereits der Taxi-Partner Sixt

die Buchung eines „Safe-Taxis“ in seine

App „Ride“ integriert. Vermittelt werden

dabei ebenfalls Taxis mit Trennschutz, wie

gewohnt über die Taxizentralen, unter

anderem in den Städten München, Köln,

Frankfurt, Dortmund, Bremen, Düsseldorf,

Braunschweig, Bochum und Bonn.

Fahrten in einem solchen Taxi werden

ohne Aufpreis über die dortigen Taxizentralen

vermittelt. Die Tatsache, dass dort

bereits bei 80 Prozent aller Bestellungen

das Merkmal Trennschutz verlangt wird,

zeigt den hohen Kundenwunsch an solchen

Taxis.

jh

FOTO: KM Foliographics

26 2. QUARTAL 2020 TAXI – Spezialausgabe Trennschutz


2. QUARTAL 2020

www.taxi-times.taxi

BERLIN

GEBÜHRENREDUZIERUNG, EINKAUFS- UND ESSENSFAHRTEN

BERLINER TAXIZENTRALE

AKTIV GEGEN DIE KRISE

„WOHLTÄTER“ BERLKÖNIG

Pseudo-Taxi-Anbieter

fahren weiter

UMZUG DER BERLINER

VERBÄNDE

Vereint in neuen Räumen

ANTI-ECKPUNKTE

Verkehrssenatorin

kritisiert Scheuer-Papier


INHALT

BERLINER TAXIZENTRALE

4 Umgang mit der Krise

5 Einkaufszettel in der App

6 Taxi bringt Lieblingsessen

BERLINER WETTBEWERB

7 Fragwürdiges Treiben der Pseudo-

Taxi-Anbieter geht weiter

8 Die nicht gemeinnützige Studie

BERLINER VERBÄNDE

8 Verbände in neuen Räumen

BERLINER MELDUNGEN

9 News

BERLINER INITIATIVE

10 Günther gegen Scheuer

KOLUMNE

12 Werde auch Du Uber-Pate!

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther hat ein

Gegenpapier zu Scheuers Eckpunkten vorgelegt (S. 10).

WEGE AUS DER KRISE

Der Staat lässt uns hängen – so in etwa empfinden viele Taxiunternehmer

die Corona-Politik. Die staatlichen Hilfen für bedrohte

Gewerbetreibende, die niemand anderes als wir Steuerzahler und

Arbeitslosenversicherten bezahlen müssen, werden ungleich verteilt

und reichen gerade für Mittelständler hinten und vorne nicht.

Etliche Betriebe haben ihre Flotten teilweise oder komplett außer

Betrieb genommen, mit der Versicherung einen Deal gemacht,

beim LABO eine Aussetzung der Betriebspflicht beantragt – und

wissen nicht, wie sie diesen Monat überstehen sollen und wie

lange die Krise noch dauert.

Das Leben und das Geschäft müssen trotz allem weitergehen.

Die Berliner Funkzentrale hat ab Anfang April mit der Senkung

der Funkbeiträge geholfen und bemüht sich überall, Aufträge zu

akquirieren, sei es bei Politik und Wirtschaft, sei es bei Restaurants

und Apotheken. Mit Neuerungen, die wir auf den folgenden

Seiten (und in einer Meldung auf Seite 9) beschreiben, wurde

schnellstmöglich so einiges auf die Beine gestellt, um im Rahmen

der begrenzten Möglichkeiten das Beste aus dem Dilemma

zu machen.

Taxiunternehmer wurden mit Beginn der Krise umgehend aktiv

und tüftelten Lösungen gegen Tröpfcheninfektionen im Auto aus.

Schnell ließ man in Baumärkten Acrylglasscheiben zuschneiden

oder klebte Folien an den Fahrzeughimmel im Taxi. Dienstleister

fanden kreative Arten der Pkw-Desinfektion, sei es mit Chemikalien

oder mit Trockeneis.

Taxi Times informiert online fast rund um die Uhr über die

Möglichkeiten, staatliche Hilfen zu beantragen, über Trennschutz-

Lösungen und über Ideen gegen die Auswirkungen der Krise.

Taxen mit Trennscheibe oder -folie genießen bei der Kundschaft

eine hohe Nachfrage. Wer so etwas hat, sollte sich sowohl bei Taxi

Berlin (fub@taxi-berlin.de) als auch bei Taxi Times (trennschutz@

taxi-times.com) melden.

Inzwischen scheint der Tiefpunkt der Krise hinter uns zu liegen.

Sieht man sich die Auftragszahlen an, so geht es seit Anfang Mai

wieder bergauf. Wir wünschen Ihnen die Kraft und das Durchhaltevermögen,

die Krise zu überstehen, und dass der angestaute

Konsumhunger sich danach explosionsartig entlädt und uns eine

Belebung des Taxigeschäfts und aller anderen angeschlagenen

Branchen beschert.

– die Redaktion –

FOTOS: Wilfried Hochfeld, Hayrettin Şimşek / Taxi Times

IMPRESSUM

Verlag

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Redaktion (tt)

Stephan Berndt (sb), Jürgen Hartmann (jh),

Wilfried Hochfeld (wh), Axel Rühle (ar),

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Mitarbeiter dieser Ausgabe

Irene Jaxtheimer (jx), Rumen Milkow (rm),

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Silber Druck oHG, Otto-Hahn-Straße 25

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Erscheinungsweise: Aufgrund der Corona-Pandemie

wurde die Regionalausgabe Taxi Times Berlin

(ISSN-Nr.: 2367-3842) als eigenständiger Sonderteil

in Taxi Times DACH integriert.

Weitere Verlagsmagazine:

Taxi Times DACH, Taxi Times München

Die Taxi Berlin TZB GmbH bekommt in Taxi Times

Berlin eigens gekennzeichnete Mitteilungsseiten, für

deren Inhalte die Genannte im Sinne des Presserechtes

selbst verantwortlich ist.

Veröffentlichung gemäß § 7a Berliner Pressegesetzes

bzw. § 8, Absatz 3 des Bayerischen Pressegesetzes.

Gesellschafter (100 %) der taxi-times Verlags GmbH,

Berlin, ist Jürgen Hartmann.

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2 2. QUARTAL 2020 TAXI - Regionalausgabe Berlin


BERLINER TAXIZENTRALE

Taxi-Berlin-

Geschäftsführer

Hermann Waldner

spricht mit einem

Fernsehteam über

Maßnahmen gegen

die Krise

MIT TAXI BERLIN AUS DER KRISE

Neben den eigenen Mitarbeitern trägt eine Taxifunkgesellschaft auch

Verantwortung für viele angeschlagene Unternehmen. Taxi Berlin setzt

seit März sukzessive gezielte Maßnahmen um.

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

Eine große Taxifunkgesellschaft

muss vielseitig aktiv und vernetzt

sein, wenn sie ihren Teilnehmern

stetig Aufträge servieren will. Eine Krise,

die sich in ihrer Art und ihren Ausmaßen

niemand ausmalen konnte, verlangt von

einer Funkgesellschaft vielfältige Maßnahmen.

Mit Schnellschüssen ist in Extremsituationen

meist niemandem geholfen. Im

Kampf gegen drohende Insolvenzen sind

sowohl umgehend eingeleitete als auch

wohlüberlegte Maßnahmen gefragt.

Eine der ersten Reaktionen auf die

Krise bestand darin, Gespräche mit Entscheidungsträgern

in der Politik sowie mit

potentiellen Auftraggebern, beispielsweise

in der Wirtschaft, aufzunehmen, um das

Taxigewerbe in das Krisenmanagement

einzubinden und die Wahrnehmung seiner

Funktion als systemrelevante Institution

zu stärken. Während die Taxiunternehmer

die Wichtigkeit einer Abschirmung zwischen

Fahrern und Fahrgästen erkannten

und begannen, erste improvisierte Trennscheiben

in ihren Fahrzeugen zu installieren,

hatte Geschäftsführer Hermann Waldner

bereits Gesprächstermine in schneller

Abfolge. Zu einem Interviewtermin mit

einem ARD-Fernsehteam am 20. März lud

er auch Taxiunternehmer und die Berliner

Lokalredaktion der Taxi Times in die Persiusstraße

ein, um der Öffentlichkeit zu

präsentieren, wie aktiv das Taxigewerbe

die Herausforderung angenommen hatte.

Dass die Funkteilnehmer, sprich die

angeschlossenen Taxibetriebe, die Krise

kaum ohne Hilfe überstehen würden, war

schnell abzusehen. Eine wichtige Maßnahme

in diesem Bereich war deshalb die

Halbierung von Funkbeiträgen. Ende März

teilte Taxi Berlin seinen Teilnehmern mit,

dass sämtliche fixen Grundgebühren für

den Monat April auf 50 Prozent reduziert

werden. Lediglich die Gebühren für die

vermittelten Funkfahrten im März lasse

man unverändert. Man habe sich zu dieser

kurzfristigen Maßnahme entschieden, weil

man der Verantwortung sowohl gegenüber

den Teilnehmern als auch gegenüber der

Zentrale gerecht werden müsse.

STUNDUNG WÄRE SINNLOS

„Wir haben uns bewusst gegen eine Stundung

der Beiträge entschieden, weil unsere

Funkteilnehmer zu dem Zeitpunkt, wenn

sich das Geschäft wieder normalisiert,

ja nicht das Doppelte verdienen werden,

um dann die laufenden wie auch die aufgelaufenen,

gestundeten Funkgebühren

zurückzubezahlen“, sagte Geschäftsführer

Hermann Waldner gegenüber Taxi Times.

Man habe als Zentrale, wo immer möglich,

die Betriebskosten gesenkt und könne nun

das damit Erreichte weitergeben. „Selbstverständlich

behalten wir die Lage im Blick

und werden kurzfristig auf die jeweilige

Situation reagieren.“ Er bedankte sich für

den großen Zuspruch. Auch für Mai wurden

die Grundgebühren der Funkbeiträge

reduziert, diesmal um 35 Prozent.

Eine so deutliche Senkung der Beiträge

ist für eine Funkgesellschaft keine Selbstverständlichkeit

und nicht leicht umsetzbar,

denn auch in der Krise fallen wie für

jeden Taxibetrieb die laufenden Kosten weiter

an. Ein Einbruch der Auftragszahlen

senkt nur einen geringen Teil der monatlichen

Ausgaben, da man einen für einen Teil

des Personals Kurzarbeit anmelden kann.

Dann zahlt die Arbeitsagentur einen Teil

der Löhne, doch die Arbeitskraft steht entsprechend

nur noch eingeschränkt zur Verfügung.

Das wiederum steht der Notwendigkeit

entgegen, der Krise mit verstärkten

Bemühungen zur Auftragsakquise und

zur Erschließung neuer Geschäftsfelder

zu begegnen.

Zwei Ergebnisse dieser dennoch erfolgreichen

Bemühungen sind bereits Teil der

Vermittlung bei Taxi Berlin. Dazu mehr auf

der nächsten Doppelseite.

ar

TAXI BERLIN TZB GMBH

Persiusstraße 7, 10245 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 690 27 20

Telefax: +49 (0)30 / 690 27 19

E-Mail: info@taxi-berlin.de

www.taxi-berlin.de

Öffnungszeiten Kundencenter

und Technikcenter

Mo - Fr 10.00 bis 17.00 Uhr

momentan nur Di + Do 10 - 16 Uhr

Geschäftsführer

Hermann Waldner

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Hermann Waldner

Redaktion: Axel Rühle (ar)

Pressekontakt: presse@taxi-berlin.de

TAXI - Regionalausgabe Berlin 2. QUARTAL 2020

3


BERLINER TAXIZENTRALE

DER

EINKAUFSZETTEL

IN DER TAXI-APP

„Du shoppst, wir liefern“ – dieses Angebot haben

App-Besteller von Taxi Berlin bereits weit über

1.000 mal wahrgenommen. Die Besonderheit: Die

Smartphone-Bezahlung für Waren und Lieferung

erfolgt mit einem einzigen Vorgang.

Den Anfang machte die Berliner Zentrale bereits Ende

März. Kaum hatte die einsetzende Corona-Krise zu

massiven Umsatzeinbrüchen geführt, entwickelte man

gemeinsam mit dem Software-Entwickler fms den elektronischen

Einkaufszettel, um schnellstmöglich weitere Geschäftsfelder für

die Funkteilnehmer zu erschließen. Inzwischen wird dieses Feature

auch von anderen Zentralen genutzt.

Wirklich neu ist die Idee nicht: Wer krank ist oder wegen der

Ansteckungsgefahr Sorge hat, einkaufen zu gehen, ist auf eine

Lieferung angewiesen. Im Bemühen, Aufträge zu generieren, integrierte

Taxi Berlin das neue Bestellsegment innerhalb kurzer

Zeit in die Taxi-Berlin-App. App-Benutzer, die ein bargeldloses

Zahlungsmittel in der App hinterlegt haben, bekommen neben den

Optionen Taxi, XXL, Business und Green auch die „Einkaufsfahrt“

angeboten, untermalt mit dem Motto „Du shoppst, wir liefern“.

Klickt der Kunde die Option an, kann er dem Fahrer in einem

Textfeld die individuellen Wünsche sowie den bevorzugten Laden

übermitteln. Der Funkauftrag auf dem Display im Taxi enthält

dann das Merkmal „Einkaufsfahrt APP“ sowie den Einkaufszettel,

die Telefonnummer und die Adresse des Kunden.

Damit Fragen geklärt und nötigenfalls Einzelheiten abgesprochen

werden können, wird der Kunde beim Absetzen der

Bestellung darauf hingewiesen, dass seine Telefonnummer an

den Fahrer übermittelt wird – eine Erleichterung, die Fahrer

sich für alle Aufträge sehnlich wünschen, und die leider nur bei

elektronischen Bestellungen möglich ist, da der User sich hierbei

automatisch dazu bereit erklärt. Bei telefonischen Bestellungen

ist das datenschutzrechtlich ausgeschlossen, da man ansonsten

jeden Anrufer die Allgemeine Geschäftsbedingungen vorlesen

und sein Einverständnis aufzeichnen müsste.

Die Liefermöglichkeit ist von der Kundschaft gut angenommen

worden, kann aber natürlich nicht das übliche Geschäft ersetzen.

Dennoch lassen Kunden sich mit dem Taxi Lieferungen von Apotheken,

Drogeriemärkten, Optikern und sogar Schnellrestaurants

kommen.

Nachdem das Modell in Berlin erfolgreich angelaufen war, erläuterte

der App-Entwickler in einer Nachricht an die Kunden das

Modell und führte dazu aus: „Der User wählt das Produkt ‚Einkaufstour’,

gibt die Lieferadresse ein und notiert im Feld Einkaufsliste/Fahrerinfo

die entsprechenden Lebensmittel, die dann vom

Taxi geliefert werden. In Abhängigkeit der Lieferadresse steuert

der Taxifahrer nach Bestelleingang den nächstgelegenen Laden an

und erledigt die Besorgungen. Der Kunde hat keine Zusatzkosten

und bezahlt nur die Kosten für den Einkauf und die Fahrt.“

Somit ist der Weg auch für andere Zentralen und sogar für taxi.

eu frei, das Feature zu nutzen. Voraussetzung, um die Abrechnung

unkompliziert und sicher abzuwickeln, ist laut Taxi-Berlin-

Geschäftsführer Hermann Waldner die bargeldlose Zahlung mit

der Taxi-App. Daher wird das Produkt ‚Einkaufstour’ in der Taxi-

App nur verfügbar, wenn der User ein bargeldloses Zahlungsmittel

wie Paypal, Kreditkarte, Amazon Pay oder Apple Pay hinterlegt

hat. Bar bezahlen kann er dann auf Wunsch trotzdem. ar

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LERNBUCH UND APP

Spezialatlas zum

Taxischein für Berlin

Das Standardwerk für P-Schein-Anwärter,

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zur Ortskunde in Berlin

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die P-Schein-Prüfung für Taxifahrer in Berlin.

Neu: mit Prüfungssimulation

4 2. QUARTAL 2020 TAXI - Regionalausgabe Berlin


BERLINER TAXIZENTRALE

DAS TAXI BRINGT ESSEN

ZUM PAUSCHALPREIS

Nachdem der elektronische Einkaufszettel in der Taxi-Berlin-App

implementiert war, konzipierte ein Team aus Marketing- und Technik-

Mitarbeitern das nächste Projekt: Essens-Lieferfahrten zum Pauschalpreis

FOTO: Taxi Berlin

Wenn der Kunde nicht ins Restaurant

darf, muss das Essen

manchmal zum Kunden

gebracht werden. Wer nicht selbst einkaufen

oder bestelltes Essen abholen kann,

weil er zum Beispiel krank, gebrechlich,

in Quarantäne oder nicht mehr fahrtüchtig

ist, kann auch Lieferdienste beauftragen.

Diese sind aber gerade während der

Corona-Krise zum Teil überlastet. Mitunter

scheuen Restaurants auch vor der Zusammenarbeit

mit herkömmlichen Lieferdiensten

zurück, wenn diese den mühsam

gewonnenen Stammkunden ebenso die

kulinarische Palette aller Konkurrenz-Restaurants

anbieten. Dies dürfte vor allem bei

Anbietern für gehobene Ansprüche der Fall

sein, und an diese richtet sich das Projekt

Taxi Berlin bringt Dein Lieblingsessen“

schwerpunktmäßig, denn wer Essen für

zehn Euro pro Portion bestellt, wird selten

bereit sein, ein Taxi nur für die Lieferung

zu bezahlen.

Essen vom Restaurant nach Hause bringen

– das macht das Taxigewerbe schon immer.

Die Herausforderung bestand nun darin, die

Idee den Kunden möglichst griffig, leicht verständlich

und transparent zu präsentieren.

Der Besteller soll wissen, was er erwarten

kann, und wie er das leicht bekommt.

Ein wichtiger Bestandteil des neuen

Angebots ist deshalb ein Pauschalpreis.

Da die Tarifpflicht nur bei Personenbeförderung

gilt, kann man diesen anbieten,

ohne Fahrer zu solchen Aufträgen zu verpflichten.

Um dem Fahrer kein unnötiges

Risiko zuzumuten, muss er nicht in Vorleistung

gehen, sondern das Essen vom Restaurant

zum Kunden bringen, gleichzeitig

für das Essen und die Lieferung kassieren

(zwei Rechnungen mit unterschiedlichen

Steuersätzen) und das Geld für das Essen

anschließend zusammen mit der Transportkiste

im Restaurant abliefern.

Der Vorgang besteht also aus der

Anfahrt, einer Fahrt vom Restaurant zum

Kunden und einer Rückfahrt zum Restaurant.

Als Pauschalpreis wurden 12,50

Euro festgelegt. Für den Fall, dass jemand

Essen aus einem mehr als fünf Kilometer

entfernten Lokal bestellt, zahlt er 16 Euro

für Lieferungen bis acht, 20 Euro für Lieferungen

bis zehn und den Taxitarif bei

Lieferungen über zehn Kilometer, allerdings

für Hin- plus Rückfahrt. Wer sich als

Fahrer die Rückfahrt ersparen will, kann

Essen in Einweg-Lieferverpackungen auch

gleich beim Abholen bezahlen und darauf

vertrauen, dass alles gut geht. Bei Fehlfahrt

oder Falschlieferung ist der Gastwirt zur

Zahlung einer Pauschale von 5 Euro als

Entschädigung für das entgangene Fahrgeld

verpflichtet.

Die „magische“ Telefonnummer sowohl für

den hungrigen Besteller zu Hause als auch

für den interessierten Gastwirt ist die (030)

23 00 25. Der Kunde oder der registrierte

Gastwirt muss also nur die Hotline anrufen,

den Zeitpunkt zur Abholung angeben

und die Adresse sowohl des Restaurants

als auch des Kunden nennen.

Beim Öffnen der Internetseite von Taxi

Berlin stößt man derzeit auf ein appetitliches

Bild mit zwei Links zu dem Projekt,

einem für Bestellkunden und einem

für Gastwirte. Dort wird für beide Gruppen

kurz und anschaulich beschrieben,

wie das ganze funktioniert. Die Fahrer

sind bereits per Newsletter informiert

worden. Wer nicht teilnehmen möchte,

kann die Aufträge einfach jedes Mal

ablehnen oder per E-Mail an die Fahrer-

und Unternehmerbetreuung das

Fahrermerkmal „Essen liefern“ aus seinem

Profil entfernen lassen.

ar

TAXI - Regionalausgabe Berlin 2. QUARTAL 2020

5


BERLINER WETTBEWERB

Totgesagte leben länger

UBER, BERLKÖNIG & CO.

FAHREN WEITER

Auch die Pseudo-Taxi-Anbieter versuchten, aus der Krise das Beste zu

machen. Ob bloße Image-Aufbesserung oder staatlich unterstützte

Krankenfahrten: Meist geschah es zum Schaden des Taxigewerbes.

Der Berlkönig, betrieben von der

Daimler-Tochter ViaVan und der

BVG, erwirtschaftet Verluste, wie

Uber. In der Krise fand er seine Notbestimmung.

Er fuhr vom 25.3. an kostenlos

medizinisches Personal. Am 17.4. teilte

die BVG mit, man stelle den „Ridepooling-

Service BerlKönig weiter in den Dienst des

Berliner Gesundheitswesens“ und fahre

„exklusiv und kostenlos ärztliches Personal,

Pflegepersonal, medizinische Fachangestellte

und Rettungskräfte.“ Eigentlich

hatte der Dienst schon vor der Krise eingestellt

werden sollen, da man nur mit

43 Millionen an jährlichen Steuergeldern

weitermachen wollte.

Moia, bisher ausschließlich von VW

gesponsert, Anbieter in Hamburg und Hannover

(in Berlin hatte man keine Genehmigung

erhalten), hatte seinen Dienst zwar

zunächst eingestellt, erfreute sich nun

aber nächtlicher Fahrten in Hamburg. Der

dortige Senat übernahm ab Anfang April

die Kosten für Moia-Fahrten zwischen virtuellen

Haltestellen von null bis sechs Uhr

komplett und für Taxifahrten mit vier Euro

Fahrgastbeteiligung.

Uber, auf dessen Tür-Klebern neuerdings

betont wird, man sei Vermittler und

nicht selbst Beförderer, verkündete Mitte

April: „Uber vermittelt 20.000 kostenfreie

Fahrten für Beschäftigte im Gesundheitswesen.

Start am Donnerstag, 16. April

2020, in München; Berlin, Frankfurt/Main,

Köln und Düsseldorf folgen“. Was das Taxi

in einigen Städten – teils staatlich unterstützt,

teils in selbstloser Eigeninitiative

– bereits eingeführt hatte, entdeckte auch

der amerikanische Milliardenkonzern für

sich.

EINE GUTE TAT – ZUMINDEST

FÜR DEN RUF VON UBER

Die Zahl von 20.000 Fahrten bezog sich

offenbar auf alle genannten Städte zusammen.

Die Fahrer erhielten laut Uber den vollen

Fahrpreis – oder war das gemeint, was

nach Abzug der ubertypisch hohen Vermittlungsmarge

davon übrig bleibt? Taxi

Times hat aus online verfügbaren Daten

grob überschlagen, dass in den genannten

Städten rechnerisch jeder zehnte Arzt oder

Krankenpfleger einmal eine der kostenlosen

Uber-Fahrten abbekommen könnte.

Ubers Offensive erscheint damit nicht

wirklich wie die Absicht, effektiv zu helfen.

Wäre nicht alles eher traurig, könnte man

von einem PR-Gag sprechen.

So mancher Anbieter vollbrachte also

medienwirksam „guten Taten“ – die die

Not des Taxigewerbes weiter verschlimmerten.

In Berlin sind seit März weniger

Pkw auf den Straßen unterwegs, was auch

für Taxis gilt. Gerade mittelständische

Betriebe mit mehr als zehn Fahrzeugen

haben aufgrund fehlender staatlicher Nothilfen

zum Teil ihre kompletten Flotten eingemottet.

Der Anteil an Free-Now-, Uber-,

Berlkönig- und Clever-Shuttle-Fahrzeugen

im Straßenverkehr hat aber nicht auffallend

abgenommen. Sie alle verzeichnen

zwar erhebliche Umsatzeinbußen, verfügen

aber mit Ausnahme von Clever Shuttle

über quasi unendlich liquide Geldgeber,

die ausschließlich ihren profithungrigen

Anlegern verpflichtet sind.

Ebenfalls nicht gut lief es schon im letzten

Jahr für Clever Shuttle, betrieben von

der GHT Mobility GmbH, die zu 76 Prozent

der Deutschen Bahn AG (und damit dem

Staat) gehört und zu je zwölf Prozent dem

Gründer-Trio und (seit letztem Oktober)

dem japanischen Konzern Mitsui.

In drei der acht Städte gab der Fahrdienst

auf, doch in Berlin ging er einen ähnlichen

Weg wie der Berlkönig und fuhr – laut Berliner

Zeitung – für das Robert-Koch-Institut

und die Charité, häufig erkennbar an den

weiß-grünen Autos am Campus Mitte der

Charité.

ar

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

6 2. QUARTAL 2020 TAXI - Regionalausgabe Berlin


BERLINER WETTBEWERB

DIE NICHT

GEMEINNÜTZIGE

STUDIE

Eine Studie soll Pooling-Dienste stärken und

als sinnvolle ÖPNV-Ergänzung positionieren

– dort, wo andere Verkehrsformen nur

schlecht bedienen können. Tut sie das?

Clever Shuttle und die Charité: fragwürdige

Zweckgemeinschaft

FOTO: Leszek Nadolski

Ein Kommentar von Leszek Nadolski

Wir, die Innung des Berliner

Taxigewerbes e. V., melden

uns anlässlich der Expansionspläne

von Clever Shuttle und der hochgelobten

WZB-Studie zu Wort. Dabei handelt

es sich um eine im April 2020 erschienene

Untersuchung zur Bedeutung von Pooling-

Diensten, die vom Wissenschaftszentrums

Berlin für Sozialforschung (WZB) erstellt

wurde, einer gemeinnützigen GmbH, die

zu 75 Prozent dem Bund und zu 25 Prozent

dem Land Berlin gehört.

Interessant an der Studie ist, dass die

Datenauswertung in sichtlich geringem

Maße tatsächlich die formulierten Ziele

stützt. Denn die Ergebnisse zeigen, dass

der Fokus von Pooling-Diensten im Zentrum

von Innenstädten liegt – wo das Angebot

an Bus, Bahn und Taxi am höchsten und

zeitlich am längsten in kurzen Intervallen

verfügbar ist. Zudem liegt der Haupt-Nutzungszeitraum

von Clever Shuttle zwischen

18:00 und 1:00 Uhr – sowohl in der Woche

als auch am Wochenende. Innerhalb dieses

Zeitraumes sind die Wartezeiten auf ÖPNV

in Stadtzentren jedoch weder gering, noch

fehlen sie. 55 Prozent der Befragten hätten

Bus oder Bahn genutzt und nur knapp 10

Prozent das eigene Auto, wenn es Clever

Shuttle nicht gegeben hätte. 20 Prozent

hätten das Taxi genutzt. Dieses Ergebnis

spricht deutlich gegen die Behauptung,

dass der ÖPNV ergänzt würde. Insgesamt

sprechen diese Befunde eher gegen die

Ziele der Studie. Medial wird dies jedoch

wie so oft etwas verschleiert.

GELDER LASSEN SICH

SINNVOLLER EINSETZEN

Das Taxigewerbe, das ein Teil des öffentlichen

Personennahverkehrs, also der

Daseinsvorsorge ist, ist in der aktuellen

Pandemie-Situation mit Umsatzeinbrüchen

von schätzungsweise 80 bis 90 Prozent

betroffen. Die gewährten Sonderzahlungen

über die IBB und ähnliche Maßnahmen

können die betriebswirtschaftlichen Verluste

nur für eine sehr kurze Zeit abfedern.

Die Fahrer sind bei einem Kurzarbeitergeld,

in dessen Berechnung Zulagen für

Nachtarbeit und Trinkgeld natürlich nicht

einfließen, zusätzlich auf Arbeitslosengeld

II angewiesen.

Da die Auswirkungen der Pandemie die

Welt sicher noch sehr lange beschäftigen

werden, möchten wir abermals unsere

Gesprächsbereitschaft anbieten, denn das

Steuergeld, das KuG und AlgII kosten,

könnte man sinnvoller einsetzen, so dass

ein Gewinn für die Bevölkerung durch

Transportmöglichkeiten im Taxi entsteht.

DASEINSVORSORGE WIRD

NICHT ERNSTGENOMMEN

Weiter hat das Gewerbe schon sehr

frühzeitig angeboten, Krankenhauspersonal

und Pflegepersonal zu einem besonders

günstigen Tarif zu fahren. Damit

könnte der Geschäftsbetrieb und somit die

Daseinsvorsorge gegebenenfalls im Bereich

der Mobilität durch gezielte Subventionen

aufrechterhalten werden.

Wie wir unlängst der Presse entnehmen

konnten, ist der Regierende Bürgermeister

von Berlin ein großer Verfechter

der Daseinsvorsorge. Das könnte zu dem

Gedanken führen, dass der Rest des Berliner

Senats dieser Idee folgt. Bemerkenswert,

dass dies in der Presse betont werden

muss, da die Daseinsvorsorge ja ohnehin

zu den Staatsaufgaben gehört, im Falle

des Taxigewerbes aber offensichtlich nicht

ernst genommen wird.

Die Situation stellt sich also aktuell so

dar: Von den ca. 8.000 Berliner Taxen steht

eine nicht unerhebliche Anzahl von ca.

3.000 abgemeldet still. Die verbleibenden

ca. 5.000 Fahrzeuge gewährleisten zwar

die Daseinsvorsorge für verbliebene Fahrgäste,

allerdings mit einem Stundenumsatz,

von dem sich der Betrieb sehr deutlich

nicht aufrechterhalten lässt.

In diesem Zusammenhang müssen wir

abermals aufs schärfste gegen das Gewährenlassen

von ViaVan (Berlkönig) und der

Deutschen Bahn (Clever Shuttle) in Berlin

protestieren.

PROBEWEISE GENEHMIGUNG

GALT FÜR POOLING

Wir fragen uns, wie die aktuelle Tätigkeit

von Berlkönig und Clever Shuttle in

Berlin mit dem Personenbeförderungsgesetz

vereinbar ist. Zugelassen sind

diese Verkehrsformen zur Erprobung des

Pooling-Verkehrs nach § 2 (7) PBefG. Wie

kann es sein, dass nun jeweils nur noch ein

Fahrgast befördert wird, und das im Falle

von Berlkönig, der seinen Dienst eigentlich

zum 1.4. einstellen wollte, auch noch mit

der Subvention durch den Berliner Senat?

Eine Subvention, die erst im Februar abgelehnt

wurde!

Somit erbringen diese beiden Dienste

keinen Verkehr mehr nach dem Erprobungsparagraphen

des PBefG, sondern

schlicht die Dienstleistung Taxi – diese

erfordert aber eine Taxikonzession. Besonders

ärgerlich ist, dass die Fahrzeuge von

Clever Shuttle den Eindruck erwecken, sich

unerlaubt bereitzuhalten, zum Beispiel an

der Charité. Dies ist auch nach dem PBefG

nur den Taxen gestattet!

Die „Krise“, in die uns die Verbreitung

des Coronavirus geworfen hat, bringt in

vielen Bereichen ungelöste, unbearbeitete,

ignorierte und ganz besonders auch falsch

gehandhabte Aufgaben an den Tag. Wir

fordern die zuständigen Stellen im Senat

auf, ihren Teil an den „Aufräumarbeiten“

unverzüglich beizutragen und mit dem

Taxigewerbe gemeinsam zu einer Lösung

zu kommen.

ln

TAXI - Regionalausgabe Berlin 2. QUARTAL 2020

7


BERLINER GEWERBE

DREI VERBÄNDE AN EINER

ADRESSE:

PERSIUSSTRASSE 7,

10245 BERLIN

Taxiverband Berlin, Brandenburg e. V.

Öffnungszeiten: Di und Do 12 bis 15 Uhr

Tel.: +49 30 / 20 20 21 319

E-Mail: taxiverband@t-online.de

www.taxiverband-berlin.de

Taxi Deutschland und „Innung“: Leszek Nadolski, Irene Jaxtheimer,

Carsten Reichert, Mariusz Kramer, Michele Kramer, Ahmad Vahdati (v.l.n.r.)

Innung der Berliner Taxigewerbes e. V.

Sekretariat: Mo bis Do 10 bis 16 Uhr

Tel.: +49 30 / 23 62 72 01

E-Mail: info@taxiinnung.org

www.facebook.com/taxiinnung

VERBÄNDE MIT

NEUEN RÄUMEN

Taxi Deutschland Berlin e. V.

Sekretariat: Mo bis Do 10 bis 16 Uhr

Tel.: +49 30 / 202 02 13 10

Fax: +49 30 / 202 02 13 11

E-Mail: berlin@taxideutschland.eu

www.taxideutschland.eu

www.facebook.com/taxi.deutschland.eu

Die Geschäftsräume von Taxi Deutschland Berlin e. V. und der

„Innung“ des Berliner Taxigewerbes befinden sich seit Jahresbeginn im

Quergebäude am Parkplatz des Kundencenters in der Persiusstraße.

Hico_04-2016.qxp_Layout 1 06.04.16 10:04 Seite 1

Im klaren Industriedesign mit Betondecke,

freigelegten Backsteinwänden

und bodentiefen Fenstern spiegeln die

neuen Räumlichkeiten eine offene und

transparente Struktur wider. Jeder Verband

hat seinen eigenen Büroraum, doch

die „Innung“ und Taxi Deutschland teilen

sich den großen Empfangsraum.

Die Verbände rücken nicht nur räumlich

näher zusammen, auch die gemeinsame

Arbeit wird intensiviert. Dazu heißt es:

„In dieser unruhigen Zeit erschien es uns

wichtig, gemeinsam die Kräfte und Kompetenzen

zu bündeln und zusammenzustehen.

Wie wir alle wissen, haben unsere

Gegner mit großem finanziellem Aufwand

alles unternommen, um unser Taxigewerbe

zu schwächen. Umso wichtiger ist unsere

Entscheidung, die Stärken der Berliner

Taxiverbände miteinander zu verbinden

und zusammen den Kampf für den Erhalt

des Taxigewerbes und gegen den unfairen

Wettbewerb der subventionierten Mietwagen

weiterzuführen.

Michele Kramer hat für beide Verbände

als Assistentin der Geschäftsführung die

Aufgaben des gemeinsamen Sekretariats

übernommen. Schulungsrelevante Unterlagen

für die Taxifahrerausbildung, wie

Wandpläne, Spezialatlanten, Ortskundekataloge

sowie die Ausstattungen für Taxen

wie Konzessionsschild, Tarife etc. und die

Vermittlung von Kreditkarten-Terminals

können zu unseren Öffnungszeiten bei

Frau Kramer erstanden werden.“

Die neuen Öffnungszeiten sind:

von Montag bis Donnerstag von 10 Uhr bis

16 Uhr und am Freitag von 10 Uhr bis 14

Uhr.

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FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

8 2. QUARTAL 2020 TAXI - Regionalausgabe Berlin


BERLINER MELDUNGEN

TAXI.EU IN DER

APPGALLERY VON HUAWEI

Das chinesische Telekommunikations-Unternehmen Huawei,

auf dem weltweiten Smartphone-Markt die Nummer

zwei hinter Samsung (Südkorea) und vor Apple (USA),

hat die Bestell-App taxi.eu im Rahmen einer Werbekampagne

zwei Wochen lang in seiner AppGallery prominent platziert. Vom

21. Mai bis zum 3. Juni hatte taxi.eu einen der begehrten Plätze

als Top-App in der wachsenden App-Platform von Huawei. Im

Zeitraum einer solchen Aktion bekommen Nutzer von Huawei-

Smartphones beim Öffnen der AppGallery die beworbene App als

eine der zwölf wichtigsten Apps (recommended apps) angezeigt.

Eine Fortsetzung der Kooperation war bei Redaktionsschluss

bereits vereinbart.

Die App Gallery ist das Pendant zu Apples App Store und Googles

Play Store. Der Handelsstreit seitens der USA brachte ihr einen

enormen Schub, da der chinesische Konzern seinen Kunden so

weiterhin alle Applikationen zugänglich machen kann. Nach Firmenangaben

ist sie mit über 400 Millionen aktiven Nutzern bereits

der drittgrößte App-Markplatz der Welt und wächst schnell.

Da bisher ein entscheidender Nachteil von taxi.eu gegenüber

Konkurrenz-Apps schlicht im geringeren Bekanntheitsgrad bei

den Verbrauchern besteht, darf das europäische Taxigewerbe

damit rechnen, von der Marketing-Aktion durch Huawei zu profi

t i e r e n .

ar

FRAGWÜRDIGER UMGANG

MIT BUSSPUREN

Zugeparkte Busspuren gehören in einigen Straßen Berlins

weiterhin zum alltäglichen Bild. Bereits Anfang Januar

präsentierte die BVG mehrere Abschleppwagen, die sie

gebraucht erstanden hatte, und kündigte an, dass Falschparker

auf Busspuren und Straßenbahngleisen von nun an konsequent

umgesetzt würden.

Dass die BVG selbst abschleppen dürfe, war schon vorher mehrfach

verkündet worden. Geschehen war augenscheinlich nicht viel.

Zu sehr haben die Verkehrsteilnehmer sich daran gewöhnt, dass

keine Behörde mehr die Einhaltung von Verkehrsregeln durchsetzt.

Steht ein erstes Fahrzeug auf der Busspur, ist sie für den

ÖPNV einschließlich der Taxen nicht mehr benutzbar, und der

zweite Falschparker kann sich herausreden, dass nicht er das

Verkehrshindernis sei, sondern einer, der schon dort stand. So

setzt es sich dann den ganzen Tag fort, unterbrochen von gelegentlichen

Abschleppaktionen, deren Wirkung stets schnell verpufft.

Im Durchschnitt schleppt die BVG berlinweit keine sieben Autos

pro Tag ab.

Unterdessen ist die Verkehrsverwaltung dabei, für knapp 50

Kilometer Busspuren die Geltungsdauer auszuweiten, davon die

Hälfte auf „rund um die Uhr“. So geschehen in der Kolonnenstraße

auf dem kurzen Abschnitt zwischen Herbertstraße und Feurigstraße,

wo schon zu Stoßzeiten selten Stau herrscht. Allein dort

sind dadurch nachts und am Wochenende rund 40 Parklücken

weggefallen. Begründet wird die fragwürdige Maßnahme mit

dem Mobilitätsgesetz. Taxi Times Berlin hat eine Presseanfrage

gestellt und wird ausführlich berichten.

ar

TAXI.EU INTEGRIERT

TRENNSCHUTZ IN DIE APP

Nachdem immer mehr Kunden Taxis mit Trennschutz nachfragten,

hat die Funkzentralengemeinschaft taxi.eu in Zusammenarbeit

mit dem Software-Entwickler fms Anfang Mai die Option

„SafeTaxi“ in ihre Bestell-App implementiert. „Wir haben nun die

Bestellung für die Städte Berlin, Hamburg, Köln, München Wien

und Zürich freigeschaltet; weitere Städte im In- und Ausland folgen

in Kürze“, sagte taxi.eu-Geschäftsführer Hermann Waldner. „Zwar

sind bereits sehr viele Taxis in ganz Deutschland mit Trennwänden

zum Schutz gegen das Corona-Virus unterwegs, bislang konnten sie

aber nur über Anrufe in den Zentralen bestellt werden.“

Der Impuls ging von Deutschlands größter Zentrale in Berlin aus.

„Natürlich wird für diesen Service auch kein Aufpreis fällig“, betont

Hermann Waldner, zugleich Geschäftsführer von Taxi Berlin. „Wir

wollen unseren Fahrgästen die größtmögliche Sicherheit bieten,

deshalb sind auch die Fahrer mit Mundschutz unterwegs.“ Auch

die Fahrgäste werden gebeten, auf eine Mund-Nasen-Bedeckung zu

achten – aus Verantwortung dem Fahrpersonal gegenüber.

Waldner wünscht sich so schnell wie möglich eine flächendeckende

Bestückung der Flotte mit Trennschutzvorrichtungen. Zur

Erlangung des Vermittlungsmerkmals dient bei Taxi Berlin ein

Foto als Beleg oder auch die Rechnung eines Fahrzeugausstatters

über den Einbau. Eine zwischen den Kopfstützen gespannte Folie

reicht nicht aus.

Auch die Autovermietung Sixt, die in ihrer App Taxibestellungen

ermöglicht, hatte Ende April die Option Trennschutz in zunächst neun

Städten eingeführt. Dass dies dort bei 80 Prozent aller Taxibestellungen

verlangt wird, zeigt den hohen Kundenwunsch.

ar

Wir sind die Stimme

des Gewerbes

Jetzt Mitglied werden!

Wir sind

Kompetent

Verlässlich

Engagiert

Innung des Berliner Taxigewerbes e.V.

Tel.: 030/23627201

https://www.taxiinnung.org

TAXI - Regionalausgabe Berlin 2. QUARTAL 2020

9


BERLINER INITIATIVE

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale infrastruktur

REGINE GÜNTHERS

ANTI-ECKPUNKTEPAPIER

Die Verkehrssenatorin hat mit einer bundespolitischen Initiative

zugunsten des Taxigewerbes überrascht. Vorausgegangen war

geduldige Überzeugungsarbeit durch Gewerbevertreter.

Der Trumpf war die Umweltschädlichkeit der Pseudo-Taxi-Anbieter.

Das Vollzugsdefizit der Behörden

bei Kontrollen illegal agierender

Uber- und Free-Now-Partner

empört seit Langem das Taxigewerbe, auch

während der Corona-Krise. Das Land Hamburg

hat längst vorgemacht, wie man das

Problem bereits bei der Entscheidung über

Ausnahmegenehmigungen betreffs Wegstreckenzähler

unterbinden kann. In Berlin

bekommt die Verwaltung vieles nicht auf

die Reihe.

Die Koalition ist über etliche Themen

zerstritten, beispielsweise über den Berlkönig.

Der Regierende Bürgermeister, auf der

Beliebtheitsskala zeitweise tief gesunken,

muss so tun, als wäre er mit seiner Verkehrssenatorin

zufrieden. Diese ging bei

Gesprächsanfragen aus dem Taxigewerbe

lange auf Tauchstation und schickte ihren

Staatssekretär vor.

Gewerbevertreter mühen sich ab, Politiker

und Entscheidungsträger in Verwaltungen

über die Probleme der Taxibranche

zu informieren und sie für die eklatanten

Missstände zu sensibilisieren. Hermann

Waldner etwa berichtete Taxi Times Berlin

von Gesprächen mit Vertretern der Senatsverwaltungen

für Finanzen, Inneres und

Verkehr, die nicht an die große Glocke

gehängt wurden, in denen er unter anderem

die Bedenken des Gewerbes gegenüber

den berüchtigten Eckpunkten des Bundesverkehrsministers

darlegte.

Verhandlungen sind manchmal genau

dann erfolgreich, wenn sie hinter den

Kulissen stattfinden und nicht nach allen

Seiten Angriffsfläche bieten. Als Kehrseite

wird dann manch positives Ergebnis nicht

direkt als Resultat der Verhandlungen

wahrgenommen.

EIN „MANGELHAFT“

FÜR SCHEUER

Ende Februar legte Verkehrssenatorin

Günther auf einer Sitzung ein internes

Papier vor, in dem sie das Scheuer’sche

Eckpunktepapier zur Novellierung des

Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) in

Frage stellt und Gegenvorschläge macht,

wobei etliche Forderungen vom Bundesverband

Taxi und Mietwagen e. V. (BVTM)

bekannt sind.

In dem Papier stellt Günther fest, dass

im Eckpunktepapier des Bundesministeriums

für Verkehr und digitale Infrastruktur

(BMVI) von fünf angekündigten Themen

nur eines inhaltlich näher ausgeführt

werde, nämlich die „Modernisierung des

PBefG unter dem Stichwort Digitalisierung“.

Relevant seien dabei vor allem die

Genehmigungspflicht digitaler Beförderungsdienstleister,

die Einführung eines

Sondergenehmigungstatbestands für

„ÖPNV-Ridepooling-Dienste“ als „Sonderform

des Linienverkehrs“ und die Abschaffung

der Rückkehrpflicht für Mietwagen

nebst Erlaubnis zur Einzelplatzvermietung.

Es folgt eine „Bewertung“, die die wichtigsten

Argumente und Warnungen der

Taxiverbände in Bezug auf die Pseudo-Taxi-

Anbieter und die geplante Marktliberalisierung

enthält: „Bedenkt man, dass sich die

bestehende Regulierung des Mietwagenverkehrs

daraus erklärt, dass ein Abstand

zum Taxigewerbe bestehen soll, mangelt

es den BMVI-Eckpunkten an Erklärungen,

mit welchem Ziel und mit welchen Folgen

insbesondere für das Taxigewerbe der bisherige

Abstand ‚eingeebnet’ werden soll.“

Entscheidend sei aus Landessicht, „dass

Kommunen ‚on-demand-Verkehre’ als Nahverkehr

bestellen können müssen, wenn

sie der Daseinsvorsorge dienen. Hingegen

sollen Angebote außerhalb des ÖPNV, die

in der Regel rein kommerziell betrieben

werden, nur dort zugelassen werden, wo

sie nach den Maßgaben verkehrspolitischer

FOTOS: Wilfried Hochfeld, Hayrettin Şimşek / Taxi Times

10 2. QUARTAL 2020 TAXI - Regionalausgabe Berlin


BERLINER INITIATIVE

Rahmensetzungen vor Ort […] einen Beitrag

zur umwelt- und stadtverträglichen

Mobilität leisten.“

Aus letztem Absatz geht hervor, dass

man zwar Anbieter wie Uber und Free Now

einschränken bzw. die Möglichkeit dazu

schaffen möchte, dass aber der „Berlkönig“

(der die Straßen entgegen deren Vorstellungen

voller macht statt leerer) weiterhin Teil

des Berliner Nahverkehrs bleiben soll. Das

wird im nächsten Absatz nochmals deutlich,

wo es als „maßgeblich“ bezeichnet

wird, den bundesrechtlichen Rahmen so

zu „justieren, dass die neuen Mobilitätsformen

dann zum Einsatz kommen können,

wenn sie einen Beitrag zur Verkehrswende

leisten, d. h. als nachhaltiges und stadtverträgliches

Verkehrsmittel ausgestaltet

sind.“ Auch Barrierefreiheit soll privilegiert

werden.

Dann der Satz, der die vielleicht wichtigste

Korrektur des Eckpunktepapiers

beinhaltet: „Andernfalls müssen die Kommunen

den Einsatz der neuen Mobilitätsformen

steuern und ggf. auch begrenzen

können.“ Scheuer hatte letztes Jahr vorgeschlagen,

die Kommunen über die Rückkehrpflicht

entscheiden zu lassen.

„ARTENSCHUTZ FÜR TRADITIONELLE TAXEN“

Ein Kommentar von Stephan Berndt

Wenn dieser Überschrift des „Tagesspiegel“

vom 26.2. noch der Einfluss

der Desinformations-Kampagne der

neuen Mobilitätsanbieter anzumerken

war, so ist doch Bewegung in die

Debatte gekommen, bevor Corona

zum alles beherrschenden Thema

wurde. Die Pläne des Senats sind ebenso

begrüßenswert wie langwierig.

Zum Thema Inklusionstaxen will der

Senat eine Veränderung erreichen

und „eine Gesetzgebungskompetenz

für die Länder (im Bundesrecht)

WAS IST „STADTVERTRÄGLICH“?

Günthers Papier geht einen entscheidenden

Schritt weiter und will den Kommunen

ermöglichen, Pseudo-Taxi-Anbieter zu

„steuern“ und gegebenenfalls zu „begrenzen“,

bei nicht ausreichendem Schutz der

öffentlichen Interessen auch deren Genehmigung

zu versagen.

Wer beurteilen soll, ob ein Dienst einen

Beitrag zur Verkehrswende leistet, lässt

das Papier allerdings offen. Was bezüglich

Verträglichkeit für den ÖPNV im öffentlichen

Interesse liegt, dürfe jedenfalls nicht

Bundesrecht regeln, sondern gehöre in die

Entscheidungsgewalt der Kommunen und

Landkreise.

Ferner fordert das Papier für Verkehrsanbieter

außerhalb des ÖPNV eine Aufzeichnungspflicht

zur Ermöglichung einer „aufwandsarmen“

Kontrolle der Einhaltung

der Vorgaben sowie eine Berechtigung

des Staates, diese Daten anonymisiert zur

Verkehrsplanung zu nutzen. Zudem wird

explizit verlangt, dass „‚Rosinenpickerei’,

die zu wesentlichen Nachteilen beim ‚klassischen’

ÖPNV führt oder die Funktionsfähigkeit

des etablierten, flächendeckenden

Taxiverkehres bedroht“, verhindert wird.

Ein eigener Absatz ist dem Thema Inklusionstaxis

gewidmet. Hier wird bemängelt,

dass das Thema im Eckpunktepapier nicht

auftaucht, obwohl in vielen Städten und

Landkreisen, auch in Berlin, erhebliche

Defizite bestehen. Hier bestehe „dringender

Handlungsbedarf im Bundesrecht, da

den Ländern die Gesetzgebungskompetenz

fehlt, um eigene Vorgaben für barrierefreie

Taxen zu treffen“. Als Beleg wird

eingeräumt, dass die in Berlin angebotene

Förderung noch „keine ausreichenden

Anreize“ setzt (denn sie wird bisher kaum

in Anspruch genommen). Daher wird gefordert,

den Ländern eigenständige gesetzliche

Regelungen zu ermöglichen. Es müsse

verankern, um eigene Vorgaben für

barrierefreie Taxen treffen“ zu können.

Die Formulierungen zum Thema

Pseudo-Taxi-Anbieter zeigen große

Schnittmengen mit den Argumenten

der Gewerbevertreter. Die geplante

PBefG-Novellierung wäre ein „erheblicher

Wettbewerbsnachteil“ für das

Taxigewerbe. Die gewerbepolitische

Arbeit des BVTM und der Berliner Taxiverbände,

aber auch das Flaggezeigen

der KollegInnen auf der Straße, tragen

Früchte. sb

verhindert werden, dass etwa Menschen,

die darauf angewiesen sind, im Rollstuhl

sitzend in ein Taxi rollen zu können, auf

Dauer von flexibler Mobilität ausgeschlossen

bleiben.

Das Papier soll unter anderem in der

Verkehrsministerkonferenz sowie durch

„Austausch im parlamentarischen Raum

und mit Verbänden“ diskutiert und später

im Bundesrat eingebracht werden.

KEINE AUSNAHMEN MEHR

FÜR MIETWAGEN

Inzwischen folgt Berlin dem Hamburger

Vorbild: Wie Verbandsvertreter kürzlich

aus Senatskreisen erfahren haben, ist die

Pflicht zum Einbau von Wegstreckenzählern

in Mietwagen bei der Verkehrsverwaltung

fest beschlossen worden. Auch

hierzu gab es Gespräche zwischen Hermann

Waldner und Regine Günther. Die

Umsetzung hängt allerdings am Eichamt,

das für das Projekt zu wenig Personal hat.

Für dessen Bewilligung ist wiederum die

Wirtschaftsverwaltung zuständig. Hier

fordert das Taxigewerbe nun die Schaffung

weiterer Stellen.

ar

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TAXI - Regionalausgabe Berlin 2. QUARTAL 2020

11


KOLUMNE

Bildungsauftrag – ein vergessenes Qualitätsmerkmal

des Taxigewerbes

WERDE AUCH DU UBER-PATE!

Zum Abschluss der „Berliner Seiten“ eine Kolumne des Berliner

Taxifahrers Rumen Milkow. Er möchte den Bildungsauftrag

wiederbeleben und hilft auch gerne orientierungslosen Uber-Fahrern.

Es gab mal den „Bildungsauftrag“,

der einst öffentlich-rechtlich war,

der eine oder andere erinnert sich.

Öffentlich-rechtlich hinterlässt da eine

große Lücke. Wir als öffentliches Verkehrsmittel

müssen sie füllen!

Die wachsende öffentlich-rechtliche

Bildungslücke wird von manch einem

bereits als Vakuum wahrgenommen. So

ein Vakuum kann rasch gefährlich werden,

zum Beispiel als Machtvakuum. Deswegen

ist es wichtig, dass diese Lücke zügig

gefüllt wird. Und wer könnte dies besser als

wir Taxifahrer? Immerhin lenken

wir ein öffentliches Verkehrsmittel

mit Beförderungspflicht – und neuerdings

auch mit Bildungsauftrag.

In meinem Taxi weise ich mittels

laminierter Schilder auf den

Bildungsauftrag hin, und ich muss

sagen: Das Angebot stößt auf enormes

Interesse. Nie hätte ich gedacht,

dass der Bedarf an Bildung hierzulande so

groß ist. Ich erfülle den Bildungsauftrag,

indem ich zum ersten Mal überhaupt ein

Straßenverzeichnis rezitiere. Das Telefonbuch

wurde schon mehrfach vorgelesen,

ein Straßenverzeichnis noch nie.

Zum Glück gibt es in Berlin genug

Ampeln und Baustellen. Die dortige Wartezeit

nutze ich zum Vorlesen. In letzter

Zeit passiert es immer öfter, dass Fahrgäste

selbst aus dem Straßenverzeichnis

vortragen möchten. Es kam sogar schon

vor, dass das Straßenverzeichnis vor_

ge_rappt wurde: „Die_Feh_ler_str Punkt

in Frie_de_nau ist kein Feh_ler Komma

son_dern ...“ – zweifellos ein Höhepunkt

bei der Bildungsauftragserfüllung.

Unser Bildungsauftrag muss aber nicht

beim Fahrgast enden. Neulich trat ein junger

Mann an mein Taxi, der ohne Orientierung

war, weil sein Navigationsgerät den

Geist aufgegeben hatte. Ein Gerät, so der

Fachmann, das orientierungsblöd macht.

Kein Problem, sagte ich, ich fahre ihn

gerne und ganz ohne Navi – ist schließlich

auch eine Frage der Ehre. Leider habe er

kein Geld dabei, weswegen aus der Fahrt

nichts wurde. Immerhin schien es mir

«Navigationsgeräte machen

orientierungsblöd.»

Hans-Joachim Maaz (*1943), Therapeut und

Bestseller-Autor („Der Gefühlsstau“, „Das falsche

Leben“, „Das gespaltene Land“)

ein Fall für den Bildungsauftrag zu sein.

Sogleich holte ich das Straßenverzeichnis

hervor, um ihm daraus die Straße vorzutragen,

in die er begehrte. Dafür hatte

der junge Mann wiederum keine Zeit. So

erklärte ich ihm „nur“ rasch den Weg, das

Bildungsauftragsbasisprogramm.

Erst als sich der junge Mann von meinem

Taxi entfernte, bemerkte ich, dass er mit

einem Auto unterwegs war, in dem sich

weitere junge Menschen befanden. Junge

Menschen, die sich für eine von Uber vermittelte

Fahrt entschieden hatten. Der

schwarze Toyota war ein Mietwagen, der

junge Mann ein Uber-Fahrer. Laut Eigenwerbung:

ein „lokaler Profi“ – allerdings

ohne Plan, der ohne Navi und ohne Ortskenntnisse

gar nichts kann.

Nun mangelt es hierzulande bekanntlich

überall an Fachkräften. Aber anstatt

Menschen zu bilden, senkt man lieber das

Niveau. Auf unseren Straßen werden beispielsweise

gerade Fachkräfte durch ungelernte

Hilfsarbeiter ersetzt. (Böse Zungen

behaupten, hinter dem angeblichen Mangel

würde sich nur Lohndumping verbergen,

aber das ist schon wieder ein anderes

Thema.) Fakt ist, dass Uber-Fahrer unter

dem Deckmantel einer angeblichen

Modernisierung nicht einmal mehr

die in der Vergangenheit für Mietwagen-Fahrer

nötigen Ortskenntnisse

nachweisen müssen.

John F. Kennedy sagte einmal: „Fragt

nicht, was euer Land für euch tun kann

– fragt, was ihr für euer Land tun

könnt!“ Kennedy war kein Taxifahrer,

dafür aber Bearleener. Als solchen sollten

wir ihn beim Wort nehmen und gemeinsam

etwas für unsere Stadt tun. Deswegen, liebe

Kolleginnen und Kollegen, lasst uns zusammen

zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

und mittels Bildungsauftrag’ etwas für’s Bildungsniveau

im Allgemeinen und für mehr

Fachkräfte auf den Straßen im Besonderen

tun. Werde auch Du Uber-Fahrer-Pate! rm

Rumen Milkow (rm) fährt Taxi in Berlin und

macht alle vier Wochen mit seiner Frau Layne

Mosler eine Radiosendung mit Taxi-Themen.

Taxi Times Berlin portraitierte die beiden in

der April-Ausgabe 2019 von Taxi Times Berlin.

FOTO: Rumen Milkow


2. QUARTAL 2020

www.taxi-times.taxi

MÜNCHEN

VERKEHRSMINISTERIUM BRÜSKIERT TAXIGEWERBE

AUFREGUNG IN MÜNCHEN

Lockdown für

Taxiverband München

ALLES AUF NULL

Aktion für

Ärzte und Pfleger

KOSTENLOS INS KRANKENHAUS

Förderung für

Rollitaxis

GELD VON DER STADT


RUBRIK

INHALT

AUFREGUNG IN MÜNCHEN

4 Verkehrsministerium brüskiert

das Taxigewerbe

TAXIVERBAND MÜNCHEN INFORMIERT

6 Verbandsarbeit ohne Einnahmen

ISARFUNK TAXIZENTRALE INFORMIERT

7 mywirt: Essensfahrten zu Corona-Zeiten

IMAGEWERBUNG

8 Kostenlose Taxifahrten für Ärzte

FÖRDERMASSNAHME ROLLITAXIS

10 Stadt und Landkreis München

bezuschussen Umrüstung

von Inklusionstaxis

MÜNCHNER CORONA-AKTIONEN

12 Blumenlieferungen und London Taxi

Stadt und Landkreis

München fördern

Inklusionstaxis mit

einem Zuschuss über

10.000 Euro pro Fahrzeug.

Mehr dazu auf

Seite 10.

VERKEHRSPOLITIKER DENKEN FALSCH

Ein gefährliches Virus droht das gesamte Gesundheitssystem kollabieren

zu lassen. Um das zu verhindern, reagiert die Politik mit

Notstandsmaßnahmen und fährt das komplette öffentliche Leben

runter. Nur wer zu Hause ist, kann niemanden anstecken.

Doch wer zu Hause bleibt, benötigt auch kein Taxi, und so traf

der plötzliche Lockdown die Münchner Taxifahrer/innen völlig

unvorbereitet. Das Nachtgeschäft brach völlig zusammen, tagsüber

fielen sämtliche Geschäftsfahrten aus, was sich vor allen Dingen

am Flughafen desaströs auswirkte.

Während also die Taxiunternehmen tagtäglich um ihr wirtschaftliches

Überleben kämpften, setzte der Taxiverband München

trotz weggefallener Schulungseinnahmen seine gewerbepolitische

Arbeit fort (Seite 6) und schufen Taxizentralen neue Geschäftsfelder

wie beispielsweise „mywirt“ (Seite 7).

Doch nicht nur das: 500 Münchner Taxifahrer/innen fuhren

Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern sogar kostenlos in die

Münchner Kliniken bzw. von dort nach Hause (Seite 8). Münchner

Taxifahrer/innen haben so eindrucksvoll die individuelle Mobilität

auch in Krisenzeiten aufrechterhalten. Nicht nur aus wirtschaftlichem

Eigennutz, sondern weil sie gesetzlich dazu

verpflichtet sind. Das ist der Unterschied zu den taxiähnlichen

Fahrtenvermittlern wie Uber, CleverShuttle oder Free Now und

hätte allein schon deshalb eine staatliche Unterstützung verdient

gehabt. Dass die Bitte um eine Subvention dieser Fahrten unerhört

geblieben ist, ist traurig.

Dass man die Branche im Gegenzug aber auch noch auf eine

Stufe mit privaten Fahrtenvermittlern stellt, ist schlicht und ergreifend

verantwortungslos. Anstatt Uber und Free Now eine Vermittlung

während Corona-Zeiten zu verbieten, weil sie Fahrten unter

Missachtung der Abstandsregeln an Mietwagen vermitteln und

vor Gerichten ein Verbot nach dem anderen kassieren, hat das

Bayerische Verkehrsministerium diese Unternehmen ganz offiziell

auf eine Stufe mit dem Taxigewerbe gestellt (Seite 4).

Die eigentliche gut gemeinte Aktion zeigt: In den Köpfen der

wichtigen politischen Entscheidungsträger werden die privaten

Fahrtenvermittler inzwischen als gleichberechtigt zum Taxigewerbe

gesehen. Das ist falsch und eine Gefahr, die langfristig die

Existenz der Taxibranche nachhaltiger gefährdet als der kurzfristige

Lockdown aufgrund einer Virus-Pandemie. Die politische

Aufklärungsarbeit muss also mit aller Entschlossenheit weitergehen.

Herzlichst

- die Redaktion -

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH

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Geschäftsführer und V. i. S. d. P.

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Redaktion (tt)

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Erscheinungsweise: 4 x pro Jahr

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2 2. QUARTAL 2020 TAXI – Regionalausgabe München


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Wie kann es sein, dass ein demokratisch gewählter Staatssekretär mit einem

Unternehmen gemeinsame Sache macht, das juristisch bewiesen illegal agiert?

EIN STAATSMINISTERIUM

BRÜSKIERT DAS

TAXIGEWERBE

Eigentlich wollte das Bayerische Verkehrsministerium eine »transparente

Information zu Verhalten und Maßnahmen aller Fahrgäste im Taxi- und

Mietwagenverkehr« erreichen. Doch der Schuss ging gehörig nach hinten los.

Es war ein Gemeinschaftsfoto, das

mächtig Wellen schlug. Rund um

ein Taxi hatten sich – in gebührendem

Abstand zueinander und mit Schutzmasken

getarnt – Vertreter des Münchner

Taxigewerbes sowie je ein Vertreter von

Free Now und von Uber versammelt. Mittendrin

als Initiator auch der Staatssekretär

des Bayerischen Verkehrsministeriums,

Klaus Holetschek (CSU).

Dieses Foto wurde gemeinsam mit einer

Pressemitteilung am 24. April veröffentlicht,

die laut Verkehrsministerium von

„Vertretern der bayerischen Taxi-, Mietwagen-

und Fahrtvermittlungsbranche“ abgegeben

wurde. „Die Corona-Krise bestimmt

in weiten Bereichen das derzeitige Leben“,

verkündete das Ministerium. Die Branche

wolle einen wirksamen Beitrag zur Eindämmung

des Infektionsgeschehens leisten.

Sie stehe in dieser Krise als zuverlässiger

Mobilitätspartner zur Seite.

Anschließend wird an den Fahrgast

appelliert, zur Unterstützung bei der Eindämmung

des Corona-Virus bei Taxi- und

Mietwagenfahrten einige Dinge zu beachten.

So solle man beispielsweise immer

hinten einsteigen, um den Abstand zu den

Fahrerinnen und Fahrern zu halten, bereits

ab drei Personen ein Großraumfahrzeug

rufen, die Möglichkeiten der bargeldlosen

Bezahlung nutzen, Hygienemaßnahmen

einhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung

tragen.

Im Gegenzug verspricht die Branche,

die Fahrzeuge mit Trennschutz auszustatten,

(vermehrt) die bargeldlose Zahlung zur

Verfügung zu stellen sowie Fahrer einzusetzen,

die spätestens ab 27. April eine Mund-

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FOTO: Bayerisches Verkehrsministerium

4 2. QUARTAL 2020 TAXI – Regionalausgabe München


AUFREGUNG IN MÜNCHEN

Nasen-Bedeckung tragen. Zudem habe man

die Reinigungsmaßnahmen in Bezug auf

die Fahrzeuge intensiviert, um das Infektionsrisiko

zu senken.

So weit, so gut, doch nun kommt der

große Haken an dieser Geschichte: Auf dem

Foto waren auch je ein Vertreter der beiden

privaten Fahrtenvermittler Uber und Free

Now zu sehen, und deren Logos fanden sich

auch auf der vom Verkehrsministerium veröffentlichten

gemeinsamen Information –

neben den Logos des Landesverbands

Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmer

sowie der beiden Münchner Taxizentralen

IsarFunk und Taxi-München eG.

Das Taxigewerbe wurde also von der

bayerischen Politik auf eine Stufe mit privaten

Vermittlungsanbietern gestellt, und

genau das führte sofort nach der Veröffentlichung

zu einem wahren Shitstorm in

den sozialen Medien. Allerdings richtete

sich der Zorn der Taxifahrer und Unternehmer

nicht nur gegen das Ministerium,

sondern gegen die eigenen Gewerbevertreter,

denen man unterstellte, gemeinsame

Sache mit Uber und Free Now zu machen –

nicht zuletzt deshalb, weil diese Aktion von

Online-Plattformen als „Schulterschluss“

des Taxigewerbes mit Uber und Free Now

bezeichnet wurde.

GUTE MIENE ZUM BÖSEN SPIEL

Diese Gleichstellung der beiden Privatanbieter

mit dem Taxigewerbe wurde allerdings

nicht von den Vertretern des

Taxigewerbes eingefädelt, wie diese auf

Nachfrage gegenüber der Münchner

Taxi Times-Redaktion bestätigten. Vielmehr

seien sowohl Uber als auch Free Now

von Beginn an bei allen Telefonkonferenzen

vom Verkehrsministerium einbezogen

worden.

Thomas Kroker, Vorstand der Taxi-München

eG, kann darüber nur den Kopf schütteln:

„Die Taxi-München eG möchte klar

hervorheben, dass es weder einen ‚Schulterschluss‘

oder eine Annäherung an die

PURE IGNORANZ

Im Nachgang zu dieser Meldung hat die Taxi Times-Redaktion bei der

Pressestelle des Bayerischen Verkehrsministeriums u. a. nachgefragt, ob dem

Ministerium die bisherigen Urteile zum Verbot der Applikation UberX durch die

Landgerichte Frankfurt und München bekannt seien und wie man in Anbetracht

dieser Urteile rechtfertigt, dass man Uber nun sogar bei der angesprochenen

Aktion gleichberechtigt mit dem Taxigewerbe hat teilnehmen lassen. Diese Anfrage

wurde nicht konkret beantwortet, stattdessen teilte das Ministerium mit: „Das

Ziel aller Beteiligter war es, mit einem gemeinsamen und einheitlichen Vorgehen

eine transparente Information aller Fahrgäste im Taxi- und Mietwagenverkehr

zu erreichen und damit Vertrauen angesichts der Corona-Krise herzustellen. Der

gemeinsame Pressetermin diente damit ausschließlich der Information über die

Maßnahmen zum Infektionsschutz.“

beiden Mietwagen-Vermittlungsplattformen

gegeben hat bzw. auch keine geben

wird“, stellt er klar. „Wir bewerten diese

Organisationen nach wie vor als existenzbedrohende,

illegal agierende Mitbewerber

im Markt, die ihr Geschäftsmodell nur

durch systematische Umgehung von Gesetzen

und Verordnungen am Leben erhalten.“

Christian Hess, Geschäftsführer von

IsarFunk, hebt die wesentlichen Unterschiede

zwischen dem Taxi und privaten

Anbietern hervor: „Einzig und alleine das

Taxigewerbe hat eine Betriebs- und Beförderungspflicht.

Damit stellen wir gerade

während der Corona-Krise sicher, dass

nach wie vor kranke Menschen zum Arzt

gefahren werden und Patienten dreimal pro

Woche zur lebenserhaltenden Dialyse. Um

das sicherzustellen, setzten sich die Fahrer

seit Wochen dem Risiko einer Ansteckungsgefahr

aus. Und weil gerade solche

Fahrgäste sogenannte Hochrisikopatienten

sind, wurden bereits über 3.000 Taxis in

Deutschland mit einem Infektionsschutz

versehen. Die Politik darf unsere Branche

nicht mit shareholdergetriebenen Privatanbietern

gleichsetzen, die mit marktvernichtendem

Preisdumping jenen Teil des ÖPNV

zerstören, der die mobile Daseinsvorsorge

der Gesellschaft sichert.“

Hess und Jörg Wohlfahrt, Vorstand der

Taxi München eG, hatten wie auch der Taxifahrer

Donald Huber beim Fototermin gute

Miene zum bösen Spiel gemacht. Immerhin

ging es darum, den privaten Anbietern keinesfalls

den öffentlichen Raum zu überlassen

und die vertrauensbildende Maßnahme

für die Bevölkerung nicht zu gefährden.

Und man konnte im Vorfeld wenigstens

noch erreichen, dass ein Taxi in Hellelfenbein

auf dem Foto erscheint. Hätte man sich

der Aktion verweigert, „wäre im Rahmen

dieser gemeinsamen Mitteilung das Taxigewerbe

überhaupt nicht in Erscheinung

getreten“, mutmaßt Wohlfahrt.

Der Schwarze Peter ist also allein dem

Bayerischen Verkehrsministerium zuzuschieben,

findet Kroker: „Es ist für die

Taxi-München eG nicht nachvollziehbar,

aus welchen Gründen ein Staatsministerium

Organisationen und Strukturen, deren

Geschäftsmodell ausschließlich auf Hinterwanderung,

Aushebelung und Umgehung

rechtsstaatlicher Prinzipien aufbaut, die

Teilnahme an offiziellen Terminen und

Telefonkonferenzen ermöglicht. Die Präferenz

hätte in diesem Rahmen ausschließlich

beim seriösen Taxigewerbe als fixer,

zuverlässiger Bestandteil des ÖPNV liegen

dürfen.“ jh

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TAXI – Regionalausgabe München 2. QUARTAL 2020

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TVM

VERBANDSARBEIT OHNE

EINNAHMEN

Finanziell traf die Corona-Pandemie den TVM

ebenso stark wie seine Mitglieder. Erschwerend

kam hinzu, dass Berufsverbände aus allen

Sofortprogrammen fielen. Die Arbeit musste

trotzdem weitergehen.

Der Taxiverband München (TVM)

finanziert sich im Wesentlichen

aus Schulungen und Vorbereitungskursen

für die Ortskundeprüfung

sowie der Unternehmerprüfung „Taxi

Mietwagen“ bei der IHK. Nur ein kleiner

Teil der Gesamteinnahmen kommt aus den

Mietgliedsbeiträgen. Die Schulschließungen

haben natürlich auch die Kurse des

Taxiverbands betroffen – mit der bitteren

Folge, dass in den vergangenen Monaten

auch keine Einnahmen erzielt werden

konnten. Klar, wenn keine Kurse stattfinden,

dann bekommen auch die Dozenten

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

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Presserechtlich verantwortlich für

die TVM-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann (fb)

keinen Aufwand, und auch sonst wurde der

Betrieb so weit wie möglich eingeschränkt.

Das Büro war nur an zwei Tagen besetzt,

telefonisch konnte man den Verband aber

relativ gut erreichen. Dennoch bedeuten

zwei Monate ohne Einnahmen auch für den

TVM einen erheblichen Verlust. Und bis

die Schulungen auf altem Niveau laufen

können, werden noch einige Monate vergehen.

Hier geht es dem Verband genauso wie

jedem einzelnen Taxiunternehmer

DIGITALE SCHULUNGEN SIND

KEIN ERSATZ

Alternativ hat der TVM versucht, seine

Schulungen zu digitalisieren. Doch die

Vermittlung einer Ortskunde kann ebenso

wie das Erklären betriebswirtschaftlicher

Formeln zur Berechnung der Fahrzeugkosten

nur durch gemeinsames Erarbeiten zu

einer erfolgreichen Prüfung führen. Immerhin

wurden einige digitale Ideen entwickelt,

deren Umsetzung in den nächsten

Monaten erfolgen wird. Ein Berufsverband

hat aber auch ganz andere Aufgaben, und

die wurden weiterhin erfüllt. Alle verfügbaren

aktuellen Informationen zu Themen

wie Kurzarbeit, Fahrzeughygiene, Trennschutz

etc. wurden gesammelt, ausgewertet

und an die Mitglieder weitergegeben.

Wie hier beim Taxiverband München

mussten während des Lockdowns viele

Vorbereitungskurse zur Ortskunde oder

Fachkundeprüfung ausfallen.

Dabei kam es nicht nur zum regelmäßigen

Austausch mit den Münchener Taxizentralen,

sondern wurde auch der Kontakt zur

Genehmigungsbehörde KVR gehalten. Parallel

dazu gab es Gespräche mit den bayerischen

Ministerien sowie den jeweiligen

zuständigen Bundesministerien, in denen

der TVM seine Ideen in die Weiterentwicklung

von Hilfsprogrammen eingebracht hat.

Vor allem aber wurde viel unternommen,

um die Auftragslage durch die Gewinnung

neuer Kundenkreise zu verbessern.

Festhalten lässt sich jedenfalls heute

schon, dass der Verband trotz des finanziellen

Desasters durch seine Aktivitäten

zur Bewältigung der Krise bei der Politik

und den Behörden ein hohes Maß an Aufmerksamkeit

und Akzeptanz erzielen konnte

und an Reputation gewonnen hat. fb

Florian Bachmann ist Vorstand des

Taxiverbands München e. V. Er und seine

Vorstandsmitglieder haben während

der Pandemie auf ihre sonst üblichen

Aufwands entschädigungen verzichtet.

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FOTO: Pixabay

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6 2. QUARTAL 2020 TAXI – Regionalausgabe München


ISARFUNK TAXIZENTRALE

WARMES ESSEN

DANK »MYWIRT«

Reduzierte Business- und Gastrobestellungen machten die Erschließung

neuer Geschäftsfelder nötig. IsarFunk hatte deshalb bereits im März erste

Vereinbarungen mit Münchner Restaurant-Besitzern getroffen.

Seit Ende März war es Münchner

Lokalen nicht mehr gestattet, nach

15 Uhr Kunden im Lokal zu bedienen.

Nach wie vor erlaubt waren allerdings

die so genannten Drive-ins, Essen zum Mitnehmen,

oder eben Lieferungen. Damit das

Geschäft mit den Essenslieferungen zu

einer sicheren Einnahmequelle für die

Lokale werden konnte, hatte IsarFunk Lieferfahrten

zum Pauschalpreis unterstützt.

Unter dem eingängigen Namen

„MyWirt“ können Münchner Wirte ihre

Essensbestellungen durch das Taxi ausliefern

lassen. Dafür werden dem jeweiligen

Wirt pro Botenfahrt pauschal zehn Euro in

Rechnung gestellt. Damit der Service reibungslos

abläuft, rechnen die Taxifahrer

bzw. deren Unternehmer über die Taxizentrale

ab, die Gastrobetriebe erhalten eine

Sammelrechnung. Für den sicheren Transport

und damit das Essen auch warm beim

Kunden ankommt, setzen die Restaurants

auf geeignete Take-away-Verpackungen.

Das Angebot ist aktuell nicht im kompletten

Stadtgebiet verfügbar, sondern

beschränkt sich auf das Gebiet innerhalb

des Mittleren Rings, schließt aber zusätzlich

im Münchner Norden Moosach und die

Parkstadt Schwabing mit ein.

Derzeit setzen 13 namhafte Münchner

Lokale auf diesen exklusiven Service.

„MyWirt“ entwickelte sich zwar langsam,

aber stetig und könnte auch nach der Krise

eine Option bleiben. Waren es im April insgesamt

500 Fahrten, konnten in der ersten

Mai-Hälfte bereits 280 Bestellungen verbucht

werden. Wie Jürgen Dinter, Leiter der

Kundenbetreuung und des Vertriebs bei

IsarFunk, gegenüber Taxi Times bemerkte,

verfügen aktuell über 100 Taxis das Bestellmerkmal

„MyWirt“ , rund 170 Fahrer beteiligen

sich an dem Projekt. Für Dinter sind

„neue Fahrer und Unternehmer jederzeit

herzlich willkommen“, denn je mehr Fahrer

sich anschließen würden, desto flexibler

könnten die Wirte den Lieferservice nutzen.

Fahrer, die befürchten, dass ihre Zehn-

Euro-Lieferfahrten quer durch die Stadt

gehen, kann Dinter beruhigen: „Wir haben

festgestellt, dass die Fahrtstrecke im Durchschnitt

knapp unter drei Kilometern liegt.“

PRO TOUR IM SCHNITT 11,90 EURO

Rein rechnerisch gesehen würde so eine ISARFUNK TAXIZENTRALE GMBH & CO. KG

Tour 11,90 Euro Umsatz bringen. Damit die

Differenz zu der Lieferpauschale von zehn Rosenheimer Straße 139, 81671 München

Euro keine zu große Lücke hinterlässt, subventioniert

Telefon / Taxiruf: 089 / 450 540

IsarFunk die Fahrten mit wei-

Telefon / Verwaltung: 089 / 450 54-100

teren 1,20 Euro und lässt damit im E-Mail: verwaltung@isarfunk.de

Endeffekt die Differenz auf 70 Cent www.isarfunk.de,

schrumpfen. Auch muss sich der Fahrer www.facebook.com/isarfunk450540

nicht um die Abrechnung der gelieferten Redaktion und presserechtlich

Speisen kümmern, das geschieht in der verant wortlich für die

Regel bereits im Vorfeld. Dies ist auch mit IsarFunk-Seiten: Christian Hess

ein Grund dafür, warum die Fahrten im

Schnitt innerhalb von neun Minuten erle-

Euro-Taxi-2_01-2016.qxp_Layout 1 29.01.16 10:28 Seite 1

digt sind. Für Dinter steht bereits jetzt fest,

dass die Liefer- Kurierfahrten grundsätzlich

auch nach der Corona-Krise für Isar-

Funk eine Zukunft haben werden. sg

Auch wenn davon auszugehen ist, dass nach

der Wiedereröffnung weniger Essen ausgeliefert

werden, bleibt das von einer Taxizentrale

organisierte Kuriergeschäft interessant.

FOTO: Pixabay

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TAXI – Regionalausgabe München 2. QUARTAL 2020

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KOSTENLOSE HILFE

FÜR DIE HELFER

Nach dem Vorbild der Schweiz und Frankreichs unterstützte das Münchner

Taxigewerbe mit kostenlosen Arzt-Fahrten den Kampf gegen das Corona-Virus.

Doch die erhoffte politische Unterstützung blieb bis zuletzt aus.

Seit dem 1. April konnte in

München medizinisches

Personal, wie Ärzte, Pfleger

und Schwestern, den kostenlosen

Fahrservice der Münchner Taxiunternehmer

nutzen. „Die Mitarbeiter

von Kliniken und Krankenhäusern

leisten in der Corona-Krise Übermenschliches“,

teilte Gregor Beiner,

Vorstand des Taxiverbands

München, zum Aktionsstart mit.

„Wir, das Taxigewerbe, wollen helfen,

dass Sie nach Schichten und

Überstunden schnell nach Hause

kommen.“ Wer diesen Service in

Anspruch nehmen wollte, konnte

über die beiden Münchner Taxizentralen

IsarFunk und die Taxi München e.G. eine Fahrt buchen.

Voraussetzung war der Nachweis einer Tätigkeit in der Gesundheitsbranche.

Vom ersten Tag an lebte das Angebot von der freiwilligen Unterstützung

der teilnehmenden Taxiunternehmer, welche die Kosten

für die Fahrzeuge tragen, und den Taxifahrern, welche die Fahrten

kostenlos durchführten. Die Bilanz nach rund einem Monat

konnte sich sehen lassen: „Seit Beginn der Aktion unterstützte

das Taxigewerbe das Münchner Gesundheitswesen mit insgesamt

über 1.000 Freifahrten. Dabei muss man unbedingt das Engagement

der rund 500 Taxifahrer hervorheben, die sich bereit erklärt

haben, die Fahrten kostenlos durchzuführen“, bilanziert Beiner

gegenüber Taxi Times.

Die Aktion, die als Vorbild für viele ähnlich gelagerte Initiativen

diente, stieß auch in den Medien auf ein großes Interesse. So hat,

neben vielen Print-Magazinen, auch das „heute Journal“ von der

Mit diesem professionellen Plakat warb das Münchner Taxigewerbe

für seinen humanitären Service.

freiwilligen Aktion berichtet. Unter

anderem auf dem Onlineportal themayor.eu

fanden die Münchner Kollegen

auch international Beachtung

und Wertschätzung.

Das Münchner Taxigewerbe

zeigte sich bei dem Projekt als eine

Einheit, denn neben dem Taxiverband

München (TVM) waren auch

die beiden Münchner Taxizentralen

IsarFunk und Taxi München

eG involviert und unterstützten das

Projekt unter anderem mit einer

kleinen Aufwandsentschädigung

für die Taxifahrer.

Damit die Münchner Helfer so

lange wie möglich und nötig gratis

mit dem Taxi gefahren werden können, führte der Taxiverband

München in Abstimmung mit dem Bundesverband Gespräche

mit der Politik. Letztlich war eine Entscheidung darüber, ob das

Taxigewerbe mit einer staatlichen Unterstützung für die Freifahrten

rechnen kann, eine Entscheidung des Bundes. Von dort gab

es leider keinerlei Signale. Da half es dann auch nichts, dass der

Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter und die bayrische

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer bereits ihre Unterstützung

zugesagt hatten. Im Mai wurde das Projekt wieder eingestellt.

Trotzdem hat es bei den Kliniken einen bleibenden Eindruck

hinterlassen. „Dass unsere Mitarbeiter die Möglichkeit haben,

mit dem Taxi kostenlos in die Klinik und wieder nach Hause zu

kommen, ist eine herausragende Geste jedes einzelnen Fahrers

der Münchner Taxizentralen, die uns sehr viel bedeutet“, sagte

beispeisweise Timo Sonntag, Verwaltungsleiter der Helios Klinik

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FÖRDERUNG IN MÜNCHEN

ANREIZ ZUR

ROLLI-

UMRÜSTUNG

Rollstuhlfahrer sollen künftig auch

spontan ein Taxi rufen können. Stadt

und Landkreis haben deshalb eine

Anreizförderung aufgelegt.

Es war ein langer Prozess, der jetzt endlich seine

Früchte trägt. Die Stadt München sowie der Münchner

Landkreis haben die notwendigen Finanzmittel für

eine Inklusionstaxi-Förderung freigegeben.

Bereits seit zwei Jahren haben sich

der Taxiverband München und

die IsarFunk Taxizentrale für

die Umsetzung einer Inklusionstaxi-Förderung

eingesetzt. Inzwischen hat diese

Arbeit Früchte getragen, denn Anfang April

hat die Stadt München den ersten Schritt

gemacht und die Richtlinien für den finanziellen

Zuschuss veröffentlicht. Nur vier

Wochen später hat der Münchner Landkreis

gleichgezogen und ist mit seiner Fördermaßnahme

an die Öffentlichkeit gegangen.

Beide Parteien haben sich untereinander

ausgetauscht, was jetzt in einem sehr

ähnlichen Grundgerüst für die Förderrichtlinien

resultiert. So herrscht beispielsweise

Einigkeit beim maximalen Unterstützungsbetrag,

der bei 10.000 Euro pro Fahrzeug

und Umbau liegt. Pro Taxiunternehmen

können maximal fünf Fahrzeuge im Jahr

gefördert werden.

KEINE RÜCKZAHLUNG

Die auf eine Laufzeit von drei Jahren (von

2020 bis 2022) angelegte Maßnahme der

Stadt sieht vor, dass pro Jahr maximal zehn

Anträge, beziehungsweise eine Fördersumme

von 100.000 Euro bewilligt werden können.

Insgesamt sollen so in München 30

neu umgerüstete Rollstuhltaxis auf die

Straße kommen. Beim Landkreis verfolgt

man das gleiche Ziel, der Fördertopf ist mit

250.000 Euro allerdings etwas schmaler

angesetzt. Die Münchner Förderung baut

auf dem bereits 2015 erstellten 2. Aktionsplan

zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

in München auf. Wichtig

zu wissen: Bei dieser finanziellen Unterstützung

handelt es sich um ein einmaliges

Projekt. Eine Rückzahlung ist nicht vorgesehen

und Fahrzeuge, die mithilfe der Subventionierung

umgebaut wurden, müssen

zukünftig an einem gut sichtbaren Aufkleber

mit der Aufschrift ‚Inklusionstaxi‘ auf

der Heckklappe zu erkennen sein.

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

KONTAKT UND WEITERFÜHRENDE LINKS

München Stadt

inklusion.soz@muenchen.de

www.muenchen-wird-inklusiv.de/

München Land

chancengleichheit@lra-m.bayern.de

www.landkreis-muenchen.de/inklusionstaxi

www.tinyurl.com/TTMue2

FOTOS: Taxi Times, Pixabay

10 2. QUARTAL 2020 TAXI – Regionalausgabe München


FÖRDERUNG IN MÜNCHEN

DOPPELFÖRDERUNG ROLLI- UND E-TAXI

Mit dem Nissan e-NV200 gibt es bereits ein E-Taxi, das

sich zu einem Inklusions-Fahrzeug umrüsten lässt. Da

die Stadt München ausdrücklich eine Doppelförderung

erlaubt, wollen wir an dieser Stelle auch noch mal kurz

die Voraussetzungen und Infos des E-Taxi-Programms

aufführen:

Taxiunternehmen mit Genehmigung nach § 47 PBefG mit

Sitz oder Niederlassung im Münchner Stadtgebiet

• 36 Monate Haltefrist der E-Taxis

• Fiskaltaxameter mit INSIKA

• Neufahrzeug mit Erstzulassung nach dem 01.01.2017

• Beklebung des E-Taxis mit Motiv der E-Taxi-Förderung

• Förderungshöhe: 0,20 Euro pro Besetztkilometer, maximal

40 % der Anschaffungskosten des E-Taxis

• quartalsweise Abrechnung durch Übermittlung der Daten

des Fiskaltaxameters

• Weitergabe der Daten für eine wissenschaftliche Auswertung

• Optional kann auf der gleichen Taxikonzession weiterhin

ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor genutzt werden.

Allerdings darf immer nur ein Auto auf der Straße sein.

Informationen im Netz: www.tinyurl.com/TTMue1

Speziell das städtische Programm hat

eine weitere Besonderheit: Es ist mit der

seit Jahren laufenden E-Taxi-Förderung

kombinierbar (siehe Kasten), was durchaus

bemerkenswert ist, da Doppelförderungen

meist von vornherein ausgeschlossen sind.

Wer die Rückerstattung der Umbaukosten

geltend machen möchte, muss

ein paar grundlegende Dinge beachten.

So muss beispielsweise die Umrüstung

in einer vom Autohersteller zertifizierten

Fachwerkstatt durchgeführt werden

und die gesetzlichen Anforderungen nach

§ 35a Absätze 4a und 4b Straßenverkehrs-

Zulassungs-Ordnung (StVZO) erfüllen.

Die Fahrzeuge müssen zudem mindestens

der Abgasnorm Euro 6 und nach dem

Umbau der DIN-Norm 75078, Teil1 und

Teil 2 entsprechen (Teil 1 = „Kraftfahrzeuge

zur Beförderung mobilitätsbehinderter

Personen – Begriffe, Anforderungen,

Prüfungen“, Teil 2 „Kraftfahrzeuge zur

Beförderung mobilitätsbehinderter Personen

– Rückhaltesysteme – Begriffe, Anforderungen,

Prüfungen“). Zusätzlich fordert

der Landkreis für jeden Rollstuhlplatz den

Einbau einer geeigneten fahrzeuggebundenen

Kopf-Rückenstütze. Weiterhin erwarten

die Behörden einen Nachweis über die

Betriebshaftpflichtversicherung für die

gewerbliche Personenbeförderung. Sofern

weitere technische Umrüstungen am Fahrzeug

erforderlich sind, können deren Kosten

ebenfalls zurückerstattet werden. Die

Einhaltung der geltenden Bestimmungen

des Arbeits- und Gesundheitsschutzes werden

vorausgesetzt.

VIER JAHRE HALTEFRIST

Bei der Wahl des Basisfahrzeugs wird von

München Stadt verlangt, dass neben dem

besetzten Rollstuhl noch Platz für zwei weitere

Fahrgäste vorhanden ist. Der Landkreis

erhöht diese Anforderung um einen

zusätzlichen Platz für eine dritte Person.

Alle umgerüsteten Taxis müssen auch Personen

in elektrisch betriebenen Rollstühlen

transportieren können. Hier reichen dann

Sitzplätze für zwei weitere Fahrgäste.

Weiterhin schreiben die LH München,

sowie das Münchner Landratsamt eine

sogenannte Haltefrist vor. Sie erlaubt den

Weiterverkauf des Inklusionstaxis frühestens

nach vier Jahren oder 250.000 Kilometern.

Wird das Fahrzeug vorher veräußert,

muss die Förderung anteilig in die Stadtkasse

zurückfließen. Von dieser Regel gibt

es allerdings auch eine Ausnahme. Wenn

das Taxi nachweislich einen wirtschaftlichen

Totalschaden erlitten hat, wird keine

Rückerstattung erwartet.

Damit der regelmäßige Einsatz der

Inklusionstaxis sichergestellt wird, sehen

die Förderrichtlinien eine Mindesteinsatzzeit

an drei Tagen pro Woche, Montag

bis Freitag zwischen 18 Uhr und 24 Uhr,

vor. In der Landeshauptstadt sollen rund

500 Einsatzstunden pro Jahr an Samstagen,

Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen

nachgewiesen werden. München Land

fordert sogar noch 100 Stunden mehr.

Die Förderrichtlinien sind bereits in

Kraft getreten. Die Anträge können bei

der Landeshauptstadt München bis zum

31. August 2022 eingereicht werden, beim

Münchner Landratsamt ist das bis zum

31. Dezember 2022 möglich. Etwaige Interessenten

sollten sich aber nicht zu viel

Zeit lassen, denn übersteigt die Anzahl der

Förderanträge die bereitgestellten Mittel,

gilt das „First-in-first-out-Prinzip“. sg

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TAXI – Regionalausgabe München 2. QUARTAL 2020

11


AKTIONEN

Ein Zeichen der Wertschätzung und Dank für

die fleißigen Fahrer.

LIEFERFAHRTEN FÜR

EIN BUNTES OSTERFEST

Wer das Osterfest in einem gepflegten Garten

verbringen oder auch einfach nur den

Ostertisch mit einem frischen Blumenstrauß

schmücken wollte, der hatte es coronabedingt

nicht leicht, denn die Münchner

Gartencenter und Baumärkte waren für

Kunden gesperrt. Das Gartencenter Seebauer

bekam aber tatkräftige Unterstützung

des Münchner Taxi Zentrums mtz

und seiner Fahrer. Rund um Ostern halfen

sie dem Gartencenter dabei, Waren an Kunden

auszuliefern. Mit fünf bis zehn Fahrzeugen

waren die Fahrer zum Pauschalpreis

unterwegs und lieferten Blumenerde, Gartenutensilien

oder einfach nur Blumen an

die Kunden aus. Der Service ging sogar so

weit, dass bis an die Haustür geliefert

wurde. Dabei wurde jederzeit darauf

geachtet, gemäß der hygienischen Schutzmaßnahmen,

die Waren kontaktlos zu

übergeben. Um die Fahrten möglichst effizient

zu gestalten wurden pro Tour gleich

mehrere Kunden angefahren. Als Dankeschön

für die tolle Unterstützung erhielten

die Fahrer vom Gartencenter einen Korb

voller Blumen. sg

LONDON TAXI MIT TRENNSCHEIBE

Bereits seit Ende März ist in München

beim Taxi Center Ostbahnhof das erste

elektrische London Taxi auf der Straße.

Aus Unternehmersicht hätte der Zeitpunkt

nicht besser sein können, denn der Wagen

ist bereits ab Werk mit einer Trennwand

ausgestattet.

Die Neuauflage des britischen Klassikers

dürfte derzeit das Wunschauto vieler

Taxifahrer und Taxiunternehmer sein,

denn bei keinem anderen Fahrzeug ist der

Fahrer ab Werk besser vom Fahrgast separiert.

Das liegt einerseits an der serienmäßig

verbauten Trennwand, aber auch

daran, dass das Taxi über keinen Beifahrersitz

verfügt, weil stattdessen dort das

Gepäck untergebracht wird. So kommt man

erst gar nicht in die Verlegenheit, den Fahrgast

direkt neben sich zu befördern. Der

TX, so lautet die exakte Bezeichnung des

Herstellers LEVC, wurde vom Münchner

Unternehmer Ünal Kücüksahin vom Taxi

Center Ostbahnhof in seine Fahrzeug-Flotte

aufgenommen. Die notwendige Eichung

und den gesamten Zulassungsvorgang,

damit der Brite als Taxi eigesetzt werden

konnte, bezeichnet der Unternehmer als

‚Kraftakt‘, denn aufgrund der Corona-Krise

arbeiteten die zuständigen Behörden in

der Regel auch vom Homeoffice aus, was

neue Behördenabläufe notwendig machte.

Für Kücüksahin, der den Wagen bereits

vor der Corona-Krise gekauft hatte, war

das Gesamtkonzept ausschlaggebend für

die Kaufentscheidung. „Einerseits lege ich

Wert auf einen emissionsarmen E-Antrieb,

andererseits kann ich mit dem TX auch den

Rollstuhltransport anbieten.“ sg

Mehr Abgrenzung zwischen Fahrer und

Fahrgast als im TX ist fast nicht möglich.

Dr. Hans Bake v. Bakin

Erst- und Verlängerungsuntersuchung Taxi-Mietwagen-Lkw-Bus – G25

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Tel.: 089/37065690

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12 2. QUARTAL 2020 TAXI – Regionalausgabe München


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