JZ_2020

KSMFachpraxis

Jahreszeitung der Kaufmännischen Schulen der Universitätsstadt Marburg



Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Inhalt dieser Ausgabe

Wirtschaft Seite Aus dem Schulleben Seite

Geld verdienen als Einbrecher? 4 Wie ein Virus das Schulleben verändert 2

Von der Verwaltung bis zum Shisha-Shop 5 KSM-Schüler spenden 53 Pakete 21

Besuch in der Schraubenfabrik 6 Jenseits der DDR-Nostalgie 22

Bänke aus Skiern 7 Gegen das Vergessen ankämpfen 23

Urlaub im Hotel Krankenhaus? 8 Mehr als nur Information 24

Aktuelle Trends im digitalen Marketing 9 Wiese hilft Insekten 25

Stadträtin übergibt „Lernatelier“ an den KSM 10 Ute Gärtner feiert Dienstjubiläum 26

Was gibt’s Neues in der DIN 5008? 12 Jubiläums-Klassentreffen 27

Abitur (nicht nur) für angehende Lehreramtsstudierende

Gesundheit „Retten macht Schule“ an den KSM 29

Pflege in den Fokus rücken 14 Aus den Gremien der KSM 29

Musterschüler in Sachen Gesundheit 15 1896 – 2021: 125 Jahre KSM 30

Erschreckende Erkenntnis über Eistee 16

Wettbewerbe und Zertifikate

Internationales KSM als Erfolgsgarant im Außenhandel 31

Kulinarische Genüsse im Auslandspraktikum 17 Berlin war das Highlight 32

Rückenwind mit Schulpartnerschaft 18 Fit am PC 34

Sport & Kultur

Zum 25. Mal Schulmeisterschaften am PC 35

Fit im Alltag – Workshop mit der TKK 19 Verabschiedungen, Personelles

TT-Sportabzeichen erfolgreich absolviert 20 Verabschiedung von Vollzeitklassen 36

Verabschiedung von Teilzeitklassen 40

Kommen und Gehen 46

Dies & Das 48

28

Impressum

Herausgeber:

Schulleiter der KSM

Leopold-Lucas-Straße 20 | 35037 Marburg

06421 201-1710 | 06421 201-1427

ksm@marburg-schulen.de | www.ksm-mr.de

Redaktion:

Siegfried Groß | Cornelia Herr | Sonja Mahr

Simone Reinarz | Isabell Schautes

Kontakt: redaktion-jahreszeitung@ksm-mr.de

Titelbild: Mimi Rojas de Metz

Fotos: © i. d. R. KSM

Auflage: 1 300 Stück

Druck: Druckerei der Universitätsstadt Marburg

Wir danken den Inserenten

für ihre großzügige Unterstützung!

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Wie ein Virus das Schulleben verändert …

A

m Donnerstag, den 12. März überlegten wir in

der Schule noch, ob die in der kommenden

Woche geplanten Klassen- und Kursfahrten

nach Berlin und Lofer stattfinden können. Am Freitag,

den 13. März erfuhren wir per Eilverfügung, dass die

Abiturient/-innen ab dem folgenden Montag freigestellt

seien und erst zum schriftlichen Abitur kommen

sollten, und am Freitagabend erreichte uns über die

Nachrichten und das Internet die Information, dass

das Land Hessen mit sofortiger Wirkung ab Montag,

dem 16. März den Schulbetrieb bis auf die bevorstehenden

Abiturprüfungen aussetzen wird.

Die Drähte glühten, Lehrkräfte und Schüler/-innen

mussten informiert, ein neues organisatorisches

Konzept für die Abiturprüfungen überlegt und zudem

die Fülle der täglich eintreffenden Schreiben vom

Hessischen Kultusministerium, Staatlichen Schulamt

und Schulträger Stadt Marburg, mit sich zum Teil

ständig wieder überholenden Vorgaben musste gelesen,

verarbeitet und umgesetzt werden.

Die schriftlichen Abiturprüfungen ab 19. März waren

ein erster Härtetest im Umgang mit dem Virus: Strikte

Einlasskontrolle der Abiturient/-innen durch getrennte

Eingänge, Handhygiene an den Eingängen,

Einweghandschuhe beim Verteilen und Einsammeln

der Aufgaben, großflächige Sicherheitsabstände und

vieles mehr prägten das Bild. Aber die Lehrkräfte der

KSM bestanden den Test mit Bravour; alles klappte

wie „am Schnürchen“ und alle Prüfungen konnten

ohne Probleme bis zum 2. April geschrieben werden.

Ein kleiner Wermutstropfen für die Schüler/-innen

war die ausgefallene Parade am Ende der schriftlichen

Prüfungen, aber hier gab es sicherlich die eine

oder andere kleinere Ersatzfeier im familiären Rahmen.

Nach den Osterferien fieberten alle der Frage entgegen: Wie geht es weiter?

Erst kurz vor Ende der Ferien erhielten die Schulen

Bescheid über den weiteren Öffnungsfahrplan und im

Wochenrhythmus – gewissermaßen auf Sicht fahrend

– erhöhte das Land die Anzahl der zu beschulenden

Klassen. Als erste kamen ab 27. April alle

Prüfungs- und Abschlussklassen mit eingeschränktem

Unterricht zurück in die Schule. Hierzu wurden in

der Vorwoche ein Hygienekonzept erstellt, Laufwege

abgeklebt, Schilder ausgehängt, Verhaltensregeln

verteilt, an kritischen Stellen Schleusen eingerichtet,

alle Räume mit Handtüchern und Seife ausgestattet,

die Sekretariatsmodalitäten geändert und vieles

mehr. Das meiste war ab dem 27. April einsatzbereit,

manches, wie zum Beispiel die zusätzlichen Einwegmasken

und die Abtrennscheiben im Sekretariat, kamen

erst im Laufe der folgenden Tage.

Eine gewisse „Berühmtheit“ erlangte „das Wort zum

Wochenende“ durch den Schulleiter, der meist am

Freitag noch einmal alle Neuerungen und Regelungen

für die Folgewoche an das Kollegium per E-Mail

durchgab. Da die entsprechenden Vorgaben und

Hinweise des Hessischen Kultusministeriums und

der Telefonkonferenzen in der Bildungsverwaltung

zum Teil erst Mitte/Ende der Woche eintrafen, war

dies schon eine sportliche Herausforderung für alle

Beteiligten, dies immer „just in time“ auch umzusetzen.

Im Großen und Ganzen funktionierte aber auch

diese Ausnahmesituation gut, alle arbeiteten Hand in

Hand, ob Lehrkräfte, Hausmeister, Sekretariat, Reinigungskräfte

oder Schulleitung.

Ab dem 18. Mai wurden die Mittelstufen der Berufsschule

zusätzlich in die Schule geholt und nach den

schriftlichen FOS-, HBFS- und mündlichen BG-Prüfungen

ab 2. Juni auch alle übrigen Vollzeit- und Teilzeitklassen,

die bisher vollständig im Online-Unterricht

gewesen waren. Apropos Online-Unterricht

bzw. Homeschooling: Eine völlig neue Erfahrung und

Welt für alle Beteiligten. Hatten bisher nur wenige

Lehrkräfte, zum Beispiel im Mathematik- und IT-Bereich,

eigene digitale Lerneinheiten in Moodle eingestellt,

galt es nun für alle sich quasi über Nacht umzustellen.

Auf einer letzten realen Dienstbesprechung

am 16. März wurden die Lehrkräfte noch einmal

über die bereits bestehenden Möglichkeiten in

Moodle oder per E-Mail informiert, die schulischen

Unterstützungssysteme aufgezeigt und dann ging es

los.

Die beiden Moodle-Betreuer/-innen Jutta Aeckersberg

und Bernd Pfalzgraf hatten alle Hände voll zu

tun, um Lehrkräfte beim Anlegen und Einstellen zu

unterstützen und haben alle Kanäle bestens bespielt,

vom direkten Gespräch, über Telefonbetreuung und

unterstützende E-Mails bis hin zu eigens erstellten

Video-Tutorials war für jede(n) die geeignete Unterstützungsform

dabei. Nach und nach kamen weitere

digitale Lernformen dazu, einige experimentierten mit

Chatrooms oder mit Videokonferenzen, die Telekom

stellte gratis ein Tool für Telefonkonferenzen für Lehrerabsprachen

zur Verfügung, die Medienzentren

und Verlage produzierten digitale Unterrichtshilfen,

sodass nach einer gewissen Anlaufzeit und einigen

Probierschleifen jede(r) die geeignete Form finden

konnte.

Zudem fand am 4. Juni die Premiere der ersten digitalen

Gesamtkonferenz der KSM in Moodle statt, die

zwar anders, aber nicht minder intensiv und informativ

war wie ihre realen Vor- und Nachfolgeveranstaltungen.

Sie war länger und aufwändiger als zuvor,

die Technik war für viele noch gewöhnungsbedürftig

und ist verbesserungswürdig, aber es herrschte ein

reger und intensiver Austausch, der in nichts den

sonstigen Diskussionen in Gesamtkonferenzen

nachstand. Hier wurden aber auch die Schwächen

und Grenzen unserer bisherigen digitalen Infrastruktur

deutlich, die kritisch zu prüfen und langfristig zu

verbessern ist.

Ohne die maßgeblich durch die Schulleitung der

KSM vor zwei Jahren eingebrachte Initiative „Schnelles

Internet für unsere Schulen“ und die gute technische

Ausstattung der Schule wäre die Bilanz allerdings

noch erheblich schlechter ausgefallen.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Ein erstes Fazit:

Alle Prüfungen wurden, bis auf die Aussetzung

der schriftlichen Prüfungen in der Berufsfachschule

und in den Bildungsgängen der Berufsvorbereitung

komplett unter besonderen Hygienestandards

umgesetzt, das heißt ca. 90 Prozent

aller regulär angesetzten Prüfungen zuzüglich einer

Reihe von Kammerprüfungen, die sonst nicht

in den KSM waren, fanden statt.

Alle 1600 Schüler/-innen wurden versetzt wieder

in die Schule zurückgeholt, wenn auch zum Teil

nur in ihren Kern- oder Prüfungsfächern.

Alle Lehrkräfte, auch die ca. 25 Prozent aus Risikogründen

am Präsenzunterricht nicht teilnehmenden

Lehrkräfte, haben ihre Klassen in allen

Fächern – bis auf Sport – digital unterrichtet.

Die wenigen Verdachts- und Erkrankungsfälle

konnten im Zusammenspiel zwischen Schule,

Gesundheitsamt, Stadt und Staatlichem Schulamt

so rechtzeitig identifiziert und lokalisiert werden,

dass niemand an den KSM zu Schaden und

es auch zu keiner Ausbreitung des Virus kam.

Das dieses gelingen konnte, ist dem guten Zusammenspiel

aller Beteiligten geschuldet. An dieser

Stelle allen Lehrkräften, dem Sekretariat, den Hausmeistern

und Reinigungskräften, dem Moodle-Team

und den Mitgliedern der Schulleitung dafür einen

herzlichen Dank!

Wie geht es im neuen Schuljahr weiter …?

Seit März sind seitens des Hessischen Kultusministeriums

(HKM) für alle Schulformen immer wieder

sehr detaillierte Vorgaben und auf der Schulamtsebene

enge Abstimmungen über die Öffnungsschritte

der Schulen erfolgt. Für das neue Schuljahr

hatte das HKM eine Konzeptgruppe „Schuljahresbeginn

2020/2021“ berufen, deren Mitglieder das Ministerium

bei allen Fragen rund um den Schuljahresbeginn

in Corona-Zeiten beraten haben. Fachleute aus

der schulischen Praxis haben hier gemeinsam mit

Kollegen/-innen aus dem Kultusministerium und im

Einklang mit den Vorgaben der Kultusministerkonferenz

ein Rahmenkonzept für die künftige Organisation

von Schule unter Corona-Bedingungen erarbeitet.

Kurz vor den Ferien hat das Ministerium mitgeteilt,

dass mit regulärem Präsenzunterricht gestartet

werden soll, allerdings bei Beibehaltung besonderer

Hygiene- und Abstandregeln und besonderen Auflagen

für bestimmte Fächer wie Sport, Darstellendes

Spiel, Musik etc. Bekannt ist zudem auch, dass Klassenfahrten,

Studienfahrten, Exkursionen, Praktika

etc. bis zu den Herbstferien ausgesetzt sind. Mit hoher

Wahrscheinlichkeit wird auch ein begleitendes

Online-Learning bestehen bleiben.

Wir planen für die Schule aktuell folgende Schritte:

Wir werden intensiv die bisherige Phase des Online-Learning

evaluieren (Was lief gut? Wo müssen

noch Dinge verbessert werden?).

Wir werden unsere bisherige schulische Online-

Plattform in den Bereichen verstärken, die bisher

noch nicht ausreichend vorhanden waren.

Wir werden den nächsten Pädagogischen Tag

(voraussichtlich im September 2020) und den

Selbstlerntag (voraussichtlich im Januar 2021)

gezielt für das Thema Digitalisierung und digitales

Lernen nutzen.

Wir werden die Nutzungsmöglichkeiten und die

technisch-digitale Infrastruktur im Lernatelier für

die HBFS in den Räumen 106 bis 108 massiv

ausweiten.

Wir werden das Modell der iPad-Klassen auf alle

neuen Klassen der 11 BG ausweiten und dazu

die notwendige technische Infrastruktur mit

Apple-TV, Leih-iPads etc. im Erdgeschoss bereitstellen;

bei Zuweisung weiterer Mittel auch

darüber hinaus.

Wir werden unser bisheriges Medienbildungskonzept

überarbeiten und den Anforderungen

des Digitalpakts und den digitalen Notwendigkeiten

für die KSM anpassen.

Vor allem glauben wir,

mit all dem gestärkt und

gut gerüstet für die digitale

Zukunft aus der

Corona-Krise herausgehen

zu können.

In diesem Sinne uns allen

ein gutes Schuljahr

2020/21!

Klaus Denfeld

Schulleiter

Hinweis: Alle Veranstaltungen, über die auf den Folgeseiten berichtet wird, fanden vor Ausbruch der Corona-

Pandemie statt. Die Verabschiedungen haben unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln stattgefunden.

Deshalb konnten wir diesmal auch nicht die sonst üblichen Fotos der verabschiedeten Klassen „schießen“.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Geld verdienen als Einbrecher?

Betriebsbesichtigung bei dem Unternehmen Sälzer GmbH in Marburg auf dem Tannenberg

D

ie 10. Klasse der Berufsfachschule bekam

Ende Januar 2020 die Möglichkeit,

außerhalb des Vollzeit-Unterrichts in die

praktische Arbeitswelt hineinzuschauen und

erste Kontakte zum Unternehmen Sälzer

Security aufzubauen. Die Marburger Firma hat

sich auf Produkte für die bauliche Gebäudesicherheit

spezialisiert und liefert Produkte unterschiedlichster

Sicherheitsklassen in über 90

Länder der Welt.

Der Produktionsleiter Tobias Müller erklärte zunächst

sehr schülernah den hauptsächlichen

Unternehmenszweck, der in der Herstellung

von Türen, Fenstern und Fassaden aus einbruch-,

durchschuss-, feuer- und explosionshemmenden

Materialien besteht. Anschließend

erläuterte er die aktuellen Ausbildungsberufe

zum Technischen Systemplaner sowie zum Metallbauer

und bot der Klasse an, bei Interesse

ein Praktikum zu absolvieren.

In einer ausgedehnten Fragerunde konnten die

zweiundzwanzig Schüler dann sämtliche Fragen

zum Unternehmen und zur Ausbildung stellen,

bevor die Gruppe zu einer anschaulichen

Besichtigung der Fertigung und der Produktausstellung

aufbrach.

Begleitend waren Birgit Struppek, Sozialarbeiterin

an den KSM, und Lehrerin Christina Voßmann

dabei, die Inhalte der Betriebsbesichtigung

auch im Unterricht weiter thematisierten.

So gehören zum Beispiel Aufbau und Ziele von

Unternehmen sowie das Kennenlernen verschiedener

Arbeitsprozesse zu den Unterrichtsinhalten

im Fach Wirtschaftslehre. Darüber hinaus

befindet sich die Klasse in der Vorbereitung

auf das anstehende Betriebspraktikum.

Birgit Struppek (links), Christina Voßmann (rechts) sowie zwei Schüler der 10 BF 01

in der Lagerhalle der Firma Sälzer in Marburg.

Zurück in der Schule war das Feedback der Klasse sehr positiv und einige der Schüler, die im nächsten

Jahr mit dem Realschulabschluss die KSM verlassen, freuen sich, durch den Besuch bei der Firma

Sälzer ganz neue Berufsperspektiven eröffnet bekommen zu haben.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Von der Verwaltung bis zum Shisha-Shop

Kaufmännische Assistenten für Bürowirtschaft sammeln vielfältige Praxiserfahrungen

S

olide Praxiskenntnisse können kaufmännische

Auszubildende in jedem Unternehmen

sammeln – das war eine Erkenntnis

aus den Praktikumserfahrungen der

angehenden Assistenten für Bürowirtschaft der

Kaufmännischen Schulen. Insgesamt zwölf

Auszubildende der Zweijährigen Höheren Berufsfachschule

für Bürowirtschaft absolvierten

ihre vierwöchigen Praktika unter anderem in der

Verwaltung des Fachbereichs Physik der Philipps-Universität,

der Marburger Jugendherberge,

einem Shop für Shisha-Bedarf, in Handwerksunternehmen,

beim Landkreis und in der

Großhandlung Eis-Union in Cölbe.

Aufgaben der Materialwirtschaft, die Einsatzplanung

für Mitarbeiter und die Betreuung von

Kunden fallen in vielen Betrieben an. So boten

sich vielfältige Möglichkeiten, die in der Schule

erworbenen Kenntnisse in Beschaffung, Büroorganisation,

Kommunikation, Terminplanung,

Rechnungswesen und Reisekostenabrechnung

in der Praxis anzuwenden. Aus allen Berichten

klang der Stolz darüber an, sich im Praxiseinsatz

bewährt zu haben. „Da hab ich meine Stärken

und Schwächen echt gut kennengelernt“,

sagte Shamoon, der einen Tag lang alleine die

Geschäfte in einem Shisha-Shop managte.

„Dank des Praktikums fühle ich mich viel wohler

im Umgang mit neuen Menschen“ sagt Sözdar,

die ihr Praktikum in einem Ingenieurbüro absolvierte.

Loreen, die ihre Praktikumszeit im Eventmanagement

des Vila-Vita-Hotels verbrachte,

war begeistert von der Vielfalt der anfallenden

Aufgaben. So ging es auch Nino, der in der

Sportgalerie Marburg Praxiserfahrungen sammelte.

Gina fühlte sich bei der Eis-Union wie in

einer großen Familie.

Dass sie Eventmanagement nicht nur in der

Theorie beherrschen, zeigten die angehenden

kaufmännischen Assistenten mit der Gestaltung

ihrer Praktikumspräsentationen. Die Gruppen

waren auf drei Räume verteilt, jeder Raum

stand unter einem anderen Motto und war entsprechend

dekoriert. Präsentationen und Wortbeiträge

waren abwechslungsreich gestaltet

und sehr gut miteinander abgestimmt. So kam

keine Langeweile auf, sondern im Gegenteil,

wenn der Gong zum Raumwechseln erklang,

hätte man gerne noch länger zugehört und Fragen

gestellt. Simone Reinarz, die als Fachpraxislehrerin

die Gruppe bei der Vorbereitung unterstützte,

freut sich über die gelungenen Einfälle

ihrer Schüler: „Dass man Praktikumserfahrungen

auch in Form einer ‚Wellness-Therapie-

Sitzung‘ präsentieren kann, darauf wäre ich

nicht gekommen.“

Neben der Freude darüber, sich im Praktikum

bewährt zu haben, tauchte ein zweites Motiv immer

wieder auf: Der Rat an den kommenden

Abschlussjahrgang, sich rechtzeitig um einen

guten Praktikumsplatz zu kümmern. „Nehmt es

ernst“, „fangt rechtzeitig an zu suchen“, „seid

liebevoll im Detail“ – so die Hinweise an diejenigen,

die im nächsten Herbst mit ihren Praktika

an der Reihe sind.

Die Praktikanten der Bürowirtschaft hatten eine Wohlfühloase eingerichtet,

um über ihre Erfahrungen im Praktikum zu berichten.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Besuch in der Schraubenfabrik

Schraube locker? Rechnungswesen-Kurs der 13 BG besucht die HSF in Marburg

W

enn die Schüler des Beruflichen Gymnasiums

der Kaufmännischen Schulen

mit dem Schwerpunkt Wirtschaft

ihre Abiturprüfung ablegen, dann müssen sie

mit Zahlen richtig umgehen können.

Genauso wichtig ist es, auch vor dem Hintergrund

eines betrieblichen Produktionsprozesses

erklären zu können, was diese Zahlen bedeuten.

Was liegt also näher, als die Taschenrechner

beiseite zu legen und ein mittelständisches

Unternehmen in unmittelbarer Nähe zu

besuchen, um beides zu verbinden?

Dieses Stichwort nahm Rainer Burghardt dankbar

auf, als er die angehenden Abiturienten mit

dem Hinweis begrüßte, dass eine normale

Heimwerkerschraube hier in der Hessischen

Schraubenfabrik Welter GmbH (HSF) nicht zu

finden sei. Zusammen mit Prokurist Peter Kissling

vollzog die Gruppe den Weg vom Draht zur

Schraube nach.

Die HSF mit über 80 Mitarbeitern und einem Exportanteil

von ca. 30 Prozent stellt neben diversen

Schrauben auch Bolzen und Sonderanfertigungen

her.

Anhand der namhaften Kunden und den alltäglichen

Verwendungszwecken dieser Verbindungselemente

wurde den Schülern schnell

klar, dass diese Erzeugnisse unverzichtbar im

täglichen Leben sind.

Als Qualitätsmanagementbeauftragter ließ Peter

Kissling dann im Prüflabor einen eindrucksvollen

Materialtest durchführen, der deutlich

zeigte, welchen Anforderungen die Produkte

genügen müssen.

Ziel der Exkursion war es, das Unternehmen mit

seinen Maschinen und seinen Produkten kennenzulernen,

um anschließend im Rechnungswesen-Unterricht

eine bessere Vorstellung von

den Zahlen des Jahresabschlusses zu erlangen.

„Die Schüler haben in meinem Unterricht die

Aufgabe“, so Lehrer Joachim Striepecke, „den

Jahresabschluss der HSF auszuwerten und in

einem abschließenden Bericht die Lage des

Unternehmens zu beurteilen.“ Dass danach

eine Beurteilung der Beurteilung folgt, klingt wie

„Schraube locker?“, ist es aber nicht.

Der Rechnungswesen-Kurs von Joachim Striepecke vor dem Firmengebäude der Hessischen Schraubenfabrik

(Foto: Joachim Striepecke).

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Bänke aus Skiern

Schülerfirma als Unterrichtsprojekt

N

euntklässler der Sophie-von-Brabant-

Schule erhalten einmal in der Woche

die Gelegenheit, beruflichen Unterricht

zu besuchen und so Einblicke in ein mögliches

späteres Berufsfeld zu gewinnen. Für 12 Schüler

der Sophie-von-Brabant-Schule findet einmal

in der Woche Wirtschaftsunterricht an den

Kaufmännischen Schulen statt.

In dieser Zeit lernen sie ein Kassenbuch zu führen,

Geschäftsbriefe fachgerecht zu formulieren,

Waren zu präsentieren und Produkte zu

vermarkten. Ihr Wissen aus dem Unterricht

nutzten sie zur Gründung einer eigenen Schülerfirma

namens Recyclespeed.

Das Unternehmen kümmert sich um die Vermarktung

von Skibänken aus alten Skiern und

meldete sich beim Juniorportal IW Junior, einem

Tochterunternehmen des Instituts der

Deutschen Wirtschaft, als nachhaltiges Schülerunternehmen

an. Die Marburger Produktionsschule

baut die Skibänke sowie zwei weitere

Produkte, ein selbstgemachtes Igelbuch

sowie Buchtresore, Recyclespeed kümmert

sich um die Vermarktung.

Um ein Startkapital zu erhalten, haben die

Schüler eine Waffelverkaufsaktion gestartet

und ihre Buchprodukte bereits an den KSM

verkauft.

Geplant ist das Projekt im nächsten Schuljahr

weiter zu führen und den Bekanntheitsgrad des

Unternehmens Recyclespeed zu erhöhen.

Schüler während der Waffelbackaktion

Schüler bei der Herstellung ihrer Produkte

Ein Produkt der Firma Recyclespeed, eine Bank aus alten Skiern

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Urlaub im Hotel Krankenhaus?

Außenhändler der KSM berichten von ihren Erfahrungen im Auslandspraktikum

S

iebzehn Auszubildende und elf verschiedene

Länder – das bot viel Stoff für spannende

Einblicke in fremde Kulturen und

Arbeitswelten. Im Rahmen einer unterhaltsamen

Show mit Gesprächen und Interviews unter

dem Motto „Ich bin ein Außenhändler, holt

mich hier raus“ präsentierten die Außenhändler

in den Kaufmännischen Schulen ihre Erfahrungen

im Auslandspraktikum. Natürlich durfte die

Wahl eines Dschungelkönigs ebenso wenig

fehlen wie die eine oder andere Dschungelprüfung.

Luisa Mengel, angehende Kauffrau im Außenhandel

bei der B.Braun Melsungen AG war acht

Wochen in Dubai. Sie betreute für B.Braun Medical

Gulf Kunden, die dort Schulungen für den

Einsatz der Medizinprodukte des Unternehmens

erhalten. Luisa konnte außerdem verschiedene

Krankenhäuser besuchen und sagt:

„Die sind überwiegend viel besser als deutsche

Fünf-Sterne-Hotels.“ „Wenn ich wieder nach

Dubai komme“, ergänzt sie augenzwinkernd,

„mache ich Urlaub im Krankenhaus.“

Tim Thiele absolvierte seine Ausbildung bei den

Viessmann-Werken in Allendorf (Eder) und lernte

die ungarische Niederlassung kennen. Sein Aufgabenkatalog

im achtwöchigen Praktikum war

sehr außenhandelsspezifisch. So pflegte er die für

die Zollabfertigung zwingend benötigten Warentarifnummern

der Produkte in eine Datenbank ein

und erarbeitete Beschreibungen der Leistung verschiedener

Kessel.

Yesim Yeter (Osborn International, Burgwald) und Natalie

Scherping (Federal-Mogul DEVA, Stadtallendorf) moderieren

den Außenhandelstag, der in Anlehnung an die Fernsehshow

„Dschungelcamp“ gestaltet wurde

Natalie Scherping wird bei Federal Mogul in

Stadtallendorf ausgebildet. Ihr Praktikum absolvierte

sie in der Niederlassung in Coventry. Sie

wurde von den Arbeitskollegen sehr herzlich

aufgenommen und lernte den Umgang mit der

Software von SAP. Geschockt aber war sie von

dem anderen Umgang mit Abfällen. „Es lag viel

Abfall auf den Straßen, Mülltrennung gibt es

nicht.“ Maximilian Molz war ebenfalls in England.

Er stellt einen großen Vorteil seines elfwöchigen

Praktikums heraus: „Ich habe in einer

Gastfamilie gelebt. Dadurch hat sich mein Englisch

noch mehr verbessert, da ich nicht nur an

der Arbeit, sondern auch ‚Zuhause‘ Englisch

gesprochen habe.“

Von Chile über China, Japan, Kanada, Malaysia,

die Niederlande und Spanien bis zur Türkei

– es gab noch eine Fülle an Einblicken in anderes

Arbeitsleben und touristische Highlights.

Alle Praktikanten fühlten sich sehr bereichert

und dankten den Ausbildungsunternehmen.

Diese Dokumente werden speziell für den ungarischen

Markt benötigt. Tim sagt: „Budapest ist wirklich

zu empfehlen. Die Stadt bietet Geschichte,

Sport und Wellness und eine Partyszene mit vielen

internationalen Studierenden.“

Eine finanzielle Förderung für die Praktika innerhalb

der EU stellte die Schule über das Erasmus

+-VET-Programm sicher. Einige Praktikanten

außerhalb der EU hatten über das Programm

AusbildungWeltweit des Bundesbildungsministeriums

ein Stipendium erhalten.

Ein weiteres großes Dankeschön der Schüler

ging an ihre Lehrer Marion Pöltl und Joachim

Striepecke, die sie bei der Vorbereitung der

Praktika und der Durchführung der Veranstaltung

unterstützten. Mit großem Beifall bedacht

wurden außerdem die sechs angehenden Kaufleute

für Spedition und Logistikdienstleistung,

die Musik und Technik professionell managten.

Für den Einführungsvortrag konnten die KSM

Professor Dr. Christian Zielke von der Technischen

Hochschule Mittelhessen (THM) gewinnen.

Professor Zielke erläuterte den Schülern

des Außenhandels und des Beruflichen Gymnasiums,

wie man sich Ziele setzt, sie mental

und emotional verankert und mit Energie auflädt.

In einer Demonstration zeigten Schüler,

dass sie eine dicke Holzplatte mit der flachen

Hand durchschlagen können, wenn sie sich auf

ihr Ziel konzentrieren statt auf das Hindernis.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Aktuelle Trends im digitalen Marketing

Google-Zukunftswerkstatt an den Kaufmännischen Schulen

A

n zwei Tagen informierten sich die kaufmännischen

Auszubildenden und Fachoberschüler

der Kaufmännischen Schulen

aus erster Hand.

Referenten im Auftrag von Google waren zwei

Marketingfachleute, Torsten Heinz (textmarka)

und Felix Wenzel (Ad Point GmbH Hannover).

Die Schüler erhielten differenzierte und aktuelle

Einblicke in Ziele, Strategien und Preise im Onlinemarketing.

Kritisch gesehen wurde, wie tief

Google durch den Einsatz von Analyseinstrumenten

in die Köpfe und Herzen der Nutzer blicken

kann.

Im breiten Themenfeld Onlinemarketing waren

drei Schwerpunkte gesetzt. Im Vortrag „Erfolgreiches

Onlinemarketing“ ging es darum, wie

Zielgruppen, strategische Ziele und Kennzahlen

definiert werden. Erfolgreiches Onlinemarketing

ist datengetrieben und die Daten sammeln

die Suchmaschinen. Google stellt kostenfreie

Werkzeuge zur Auswertung dieser Daten

bereit.

So liefert das Tool Market Finder Daten zur Attraktivität

von Branchen in diversen internationalen

Märkten. Google Trends zeigt, welche

Suchbegriffe wie häufig eingegeben werden

und unterstützt so die Planung von Werbeaktivitäten

im wöchentlichen oder saisonalen Verlauf.

Wie verbessere ich meine Webseite? Mit

Google Optimize kann zum Beispiel getestet

werden, welche Variante einer Startseite die

beste Resonanz hat.

Wer ein digitales Angebot macht, muss von seiner

Zielgruppe gefunden werden. Ein Weg dahin

sind bezahlte Anzeigen in Suchmaschinen.

Ein anderer Weg sind relevante Inhalte mit zielgruppengerechten

Suchbegriffen, die dazu führen,

dass potenzielle Kunden eine Website

schnell finden. Genau das ist das zentrale Ziel

der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Nicht

alle Operatoren des Google-Suchalgorithmus

sind bekannt, aber der Vortrag lieferte viele Hinweise,

wie Webseiteneigentümer und Agenturen

es schaffen, dass sie im Ranking der Suchergebnisse

profitieren.

Torsten Heinz erläutert die den strategischen

Planungsprozess

Thema des dritten Vortrags war Web Analyse,

mit der ein Anbieter das Verhalten des Kunden

im Netz detailliert nachvollziehen kann.

Über welchen Weg, mit welchem Gerät kommt

der Kunde auf die Seite? Wo klickt er? In welchem

Schritt werden Kaufvorgänge abgebrochen?

Wie viel Umsatz generiert der Kunde?

Wie viel Geld musste eingesetzt werden, um ihn

auf die Seite zu bringen – alle diese Daten helfen

den Inhabern von Webshops, ihre Webseite

und ihren Verkaufsprozess zu optimieren,

Kaufabbrüche und Rücksendungen zu verringern

und die Kundenbindung zu erhöhen.

Der Referent erklärt wichtige Aspekte der

Suchmaschinenoptimierung – Fotos: Joachim Striepecke

Zum Schluss des Tages nutzen insbesondere

die Fachoberschüler die Möglichkeit, sich aus

erster Hand bei den Referenten über Berufe im

Marketing zu informieren.

Torsten Heinz bietet mit seiner Marke textmarka

professionelle Texterstellung, Felix Wenzel berät

mittelständische Unternehmen zum Thema

Suchmaschinenoptimierung. Für alle, die mehr

erfahren und lernen wollen, bietet die Google-

Zukunftswerkstatt auf der Onlineplattform 26

Module zum Selbststudium und Zertifikatserwerb

an.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Stadträtin übergibt „Lernatelier“ an den KSM

Flexible Unterrichtsstruktur mit neuem Lernkonzept

R

ückzugsmöglichkeiten zum Lernen in ruhiger

Atmosphäre, Wechseln zwischen

Sitz- und Steharbeitsplätzen und eine individuellere

und flexiblere Unterrichtsgestaltung

– das sind nur einige der Vorteile des Umbaus

mehrerer Räume an den Kaufmännischen

Schulen zum „Lernatelier 2020“. Während einer

kleinen Feier übergab Stadträtin Kirsten Dinnebier

den neuen Raum offiziell an Schüler und

Lehrkräfte, die bereits über positive Auswirkungen

auf den Unterricht berichteten.

„Schule ändert sich, Schülerinnen und Schüler

verändern sich – Pädagogik und Lernmethoden

sollten darauf reagieren und dementsprechend

weiterentwickelt werden, weg vom reinen Frontalunterricht.

An vielen Marburger Schulen gibt

es derzeit Bestrebungen, mit neuen Unterrichtsformen

den Unterricht den heutigen pädagogischen

Entwicklungen anzupassen. Ich freue

mich daher sehr, heute einen neu geschaffenen

Raum offiziell übergeben zu dürfen, der exemplarisch

für die aktuelle pädagogische Diskussion

an allen Schulen ist, nicht nur an den Beruflichen

Schulen“, sagte Stadträtin und Bildungsdezernentin

Kirsten Dinnebier anlässlich

der Vorstellung des „Lernateliers 2020“ an den

KSM.

Schulleiter Klaus Denfeld begrüßte neben der

Stadträtin, dem stellvertretenden Schulleiter

Carsten Erbes, der Studiendirektorin und Abteilungsleiterin

Angelika Fresenborg, Fachpraxis-

Koordinator Siegfried Groß, Schüler und Lehrkräfte

auch Santina Poetsch, Leiterin des Fachdienstes

Schule, Hans-Jürgen Etzelmüller,

stellvertretender Fachdienstleiter und Schulservice-Leiter,

sowie Ulrike Schmidt vom Fachdienst

Hochbau zu einer kleinen Einweihungsfeier

der neuen Räumlichkeiten. Er dankte

ihnen allen – denn nur durch ihre Beteiligung

konnte die Idee eines neuen Unterrichtskonzepts

umgesetzt werden. „Die Stadt Marburg

unterstützt das sehr gerne“, betonte die Bildungsdezernentin.

Aus einem Klassenraum und zwei weniger genutzten

Nebenräumen ist ein relativ großes

Lernatelier entstanden mit hohen und niedrigen

Tischen ohne Ecken und Kanten zum Sitzen

und Stehen. Es gibt eine Sofa-Ecke und dezent

abgetrennte Einzel-Arbeitsplätze. „Die Raumstruktur

lässt eine höhere Flexibilität zu und ermöglicht

den Lehrenden, die Schülerinnen und

Schüler individuell zu begleiten und entsprechenden

Input zu geben“, sagte Dinnebier.

Um in neuen Unterrichtskonzeptionen arbeiten

zu können, haben die Lehrerinnen Simone

Reinarz und Friederike Schulz-Conrad gemeinsam

mit Siegfried Groß konzeptionelle Vorarbeit

geleistet, erläuterte Denfeld.

Stadträtin Kirsten Dinnebier (vorne, 2. v. r.) dankte gemeinsam mit KSM-Schulleiter Klaus Denfeld (vorne, 3. v. r.)

den Beteiligten, die das „Lernatelier 2020“ ermöglicht haben: (v. l.) Ulrike Schmidt vom Fachdienst Hochbau, Studiendirektorin

Angelika Fresenborg, Lehrerin Simone Reinarz, dem stellvertretenden Schulleiter Carsten Erbes, Lehrerin Friederike Schulz-

Conrad, Hans-Jürgen Etzelmüller, stellvertretender Fachdienstleiter und Schulservice-Leiter, Santina Poetsch,

Leiterin des Fachdienstes Schule, und Fachpraxis-Koordinator Siegfried Groß.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Bislang haben mehrere Klassen der beruflichen

Vollzeitschulen der KSM das neue Lernatelier

genutzt, vor allem aber die Abschlussklasse der

Höheren Berufsfachschule (HBFS). Es handelt

sich dabei um eine zweijährige, vollschulische

Berufsausbildung zur Kaufmännischen Assistentin

beziehungsweise zum Kaufmännischen

Assistenten für Bürowirtschaft oder für das

Fremdsprachensekretariat. Die zwölf Schüler

berichteten gemeinsam mit ihren Lehrerinnen

Simone Reinarz und Friederike Schulz-Conrad

über ihre bisherigen Erfahrungen im veränderten

Lernumfeld. „Wir sind sehr glücklich und

dankbar, neue Wege gehen zu können, von denen

wir schon lange geträumt haben“, sagte

Schulz-Conrad. Die bisherige positive Bilanz

stütze sich auf drei Säulen: dem Lernort, dem

neuen Konzept und dem Team aus Lehrkräften

und Schülern. Auch Reinarz hob ihre Dankbarkeit

für die Unterstützung von allen Seiten hervor.

Als besonders vorteilhaft gelten die flexiblen

Möglichkeiten der Lern- und Unterrichtsgestaltung

in Verbindung mit zeitgemäßem Medieneinsatz.

So haben die Schüler beispielsweise

die Möglichkeit, mit einem Tablet zwischen Sitzund

Steharbeitsplatz zu wechseln, was gesundheitsfördernde

Arbeitspositionen fördert. Vor allem

aber schätzen es die Schüler, sich ihre Zeit

selbst einteilen zu können. So erhalten sie beispielsweise

am Anfang der Woche eine Aufgabe,

die sie bis zum Ende der Woche erarbeitet

haben sollen – wie sie sich ihre Zeit zum Erarbeiten

der Aufgabe während dieser Woche

einteilen, entscheiden sie selbst. „Das ist eine

gute Vorbereitung auf den beruflichen Alltag,

der auch keinem 90-Minuten-Takt folgt“, sagte

Dinnebier und ergänzte: „Die Schülerinnen und

Schüler lernen Zeitmanagement, eine wichtige

Voraussetzung für die Bewältigung von Aufgaben

im Berufsleben.“

Stehen anstatt sitzen: An einem Steharbeitsplatz gibt Lehrerin Simone Reinarz (Mitte)

einigen Schülern Input für ihre Wochenaufgabe (Fotos: Simone Schwalm, Stadt Marburg).

Die Größe des Raumes und die Anordnung des Mobiliars in unterschiedliche „Zonen“ bietet den Schülern

außerdem „Rückzugsmöglichkeiten“, um in einer ruhigeren Atmosphäre individuell gefördert werden

zu können. Die flexible Raumstruktur sowie die Bildung von „Lehrteams“ lassen dabei verschiedene

Unterrichtsformen zu. So können etwa Schüler mehrerer Klassen parallel beschult werden. Allein die

HBFS, die das Lernatelier in einem „Testlauf“ aktuell vorrangig nutzt, umfasst sechs Klassen.

Die Raumstruktur ermöglicht es jedoch allen Schulformen, von der Einrichtung des Lernateliers zu profitieren.

So berichtete die Stadträtin, dass die KSM bestrebt sind, diese veränderte Unterrichtsstruktur

mit neuem Lernkonzept auch in anderen Berufsfeldern einzuführen. Außerdem sind weitere Ideen aus

den bisherigen Erfahrungen entstanden. Sie bedankte sich noch einmal bei allen, die im Hinblick auf

Umbau und Ausstattungen in der Verwaltung an diesem Projekt beteiligt waren. Insgesamt wurden

knapp 50.000 Euro verausgabt.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Was gibt’s Neues in der DIN 5008?

Neue Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung

W

as 1949 mit den „Regeln für das Maschinenschreiben“

begann, liegt seit

diesem Frühjahr in der sechsten Weiterentwicklung

in Form der „Schreib- und Gestaltungsregeln

für die Text- und Informationsverarbeitung“

vor. Die Rede ist von DIN 5008,

die nicht festlegt, was in Schriftstücken steht,

sondern wie sie modern und repräsentativ gestaltet

werden. Ein fehlerfrei und kundenorientiert

formulierter und gestalteter Brief ist die Visitenkarte

einer Firma, Behörde oder Praxis,

sagt Siegfried Groß, Koordinator für Fachpraxis

an den KSM.

Die Neuauflage ist noch umfangreicher geworden.

Neben den üblichen redaktionellen Anpassungen

wurde die bisherige eigenständige DIN

4991 „Geschäftsvordrucke und Handelspapiere“

in DIN 5008 integriert.

Daneben wurden das Anschriftfeld in Briefen

neu geordnet, gendergerechte Anreden aufgenommen

sowie neue Abschnitte (Schreiben zu

besonderen Anlässen, Präsentationen, Protokolle

und Dateiablage) aufgenommen.

1-zeilige Rücksendeangabe des Absenders

3

2 Persönlich/Vertraulich

1 Einschreiben Rückschein

Anschriftfeld

5

4

3 1-zeilige Rücksendeangabe des Absenders

2 Persönlich/Vertraulich

1 Einschreiben Rückschein

1 Herrn 1 Frau Studienrätin

2 Prof. Dr. Lasse Sundström 2 Dagmar Müller B. Sc.

3 Lippstädter Straße 25 A 3 An der Großen Eiche 5

4 12207 Berlin 4 45535 Dortmund

5 5

6 6

Anstatt des bisherigen 9-zeiligen Anschriftfeldes (links) soll jetzt nur noch das 11-zeilige Anschriftfeld

(rechts) verwendet werden. Damit es weiter in Fensterbriefhüllen passt, ist es insgesamt nicht höher;

die Angaben in der 5-zeiligen „Zusatz- und Vermerkzone mit integrierter Rücksendeangabe“ werden

jedoch in kleinerer Schrift geschrieben. Die Bestimmungen gelten grundsätzlich für alle Geschäfts- und

Privatbriefe.

Beispiele für (gendergerechte) Anreden

Liebe*r Kim Baumann,

Die bisherigen individuellen Anreden „Sehr geehrte

Frau Müller,“ „Sehr geehrter Herr Schneider,“

„Guten Tag[,] Frau/Herr Becker,“ können ebenso

weiter genutzt werden wie Anreden für eine

Personengruppe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr geehrte Mitarbeiter/-innen,

Sehr geehrte Ausbilder/-innen,

Sehr geehrte Kundinnen, sehr geehrte Kunden,

Wenn anzunehmen ist, dass die Anrede „Sehr

geehrte Damen und Herren,“ vom Empfänger als

unhöflich, unangemessen oder veraltet angesehen

wird, kann eine Formulierung wie

Sehr geehrte Persönlichkeit(en),

Guten Tag Kim Baumann,

verwendet werden. Gendergerecht sind auch

Anreden wie

Liebe*r Kim Baumann,

Sehr geehrte Arbeiternehmer_innen,

Sehr geehrte Referent*innen,

Liebe SchülerInnen,

unter Verwendung des „Gender Gap“ [ _ ], des

„Gender Star“ [ * ] sowie des „Binnen-I“ [ I ].

Es können auch geschlechtsneutrale Anreden

wie „Liebe Mitarbeitende“ verwendet werden.

DIN 5008 empfiehlt, die Entwicklung der deutschen

Rechtschreibung zu beachten.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Elektronischer Schriftverkehr

Auf die Verwendung von Emoticons [ ;-) ] bzw. Emojis [


Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Pflege in den Fokus rücken

KSM unterzeichnen Pflegecharta

S

chlafdefizit, Krankheit des Kindes, Probleme

mit der Betreuung durch Kindergarten

oder Tagesmutter … Arbeitnehmer

mit kleinen Kindern sprechen offen über ihre

Probleme im Rahmen der Vereinbarkeit von

Schule und Beruf, weiß Schulleiter Klaus Denfeld

zu berichten. Bei Arbeitnehmern mit pflegebedürftigen

Familienangehörigen sei das anders.

Vielfach wisse der Arbeitgeber gar nichts

von den Nöten seines Mitarbeiters. Dieser habe

Hemmungen, den Pflegeaufwand vor dem Arbeitgeber

offen anzusprechen und Möglichkeiten

zu diskutieren, wie diese Doppelbelastung

zu meistern sei. Pflege sei immer noch ein

Tabuthema.

Um sich dieses Themas anzunehmen, unterzeichneten

die Kaufmännischen Schulen mit

breiter Zustimmung des Lehrerkollegiums die

Pflegecharta, ein Projekt, das vom Bildungswerk

der hessischen Wirtschaft unterstützt wird.

Sie sind damit eines von 254 Unternehmen in

ganz Hessen, das sich an dieser Initiative beteiligt.

Die Charta dient dazu, die Vereinbarkeit

von Berufstätigkeit und Pflege zu verbessern

und ein Zeichen nach innen und außen zu setzen.

Im Fokus steht dabei die Idee, „eine Organisationskultur

zu fördern, die von Respekt und

Wertschätzung für die Übernahme der Verantwortung

für die pflegebedürftigen Angehörigen

geprägt ist“ und „einen lösungsorientierten Umgang

mit den Situationen der pflegenden Beschäftigten“

zu etablieren, so die Charta im

Wortlaut.

Gründe dafür, dass sich immer mehr Beschäftigte

um zu pflegende Menschen kümmern

müssen, liegen laut Angaben der Charta nicht

nur im demografischen Wandel. Zusätzlich hätten

gesellschaftliche Entwicklungen wie eine

höhere Frauenerwerbsbeteiligung, eine längere

Lebensarbeitszeit sowie die Alterung der Belegschaften

dazu geführt, dass die Zahl der Pflegenden,

die zugleich berufstätig sind, steigt.

Derzeit würden über 76 Prozent der pflegebedürftigen

Menschen von Angehörigen gepflegt.

Den Anstoß, die Vereinbarkeit von Beruf und

Pflege auch in den Fokus der Kaufmännischen

Schulen zu rücken, hat Petra Mehlmann gegeben.

Als Koordinatorin der Arbeitsgruppe

Lehrergesundheit und Betroffene weiß sie, wie

belastend sich die Pflege von Familienangehörigen

auf das Berufsleben auswirken kann. Deshalb

lässt sie sich nun zum Pflegecoach ausbilden

und will zukünftig ihre Kollegen, aber auch

betroffene Schüler darüber informieren, wie

Pflege und Beruf besser zu vereinbaren sind

und welche Hilfen Betroffene in Anspruch nehmen

können.

Dr. Brigitte Seefeldt-Schmidt unterzeichnete als

Abteilungsleiterin der Gesundheitsberufe die

Pflegecharta im Namen der KSM. „Ich finde es

wichtig, Pflege in den Fokus der Öffentlichkeit

zu rücken“, begrüßte sie die Initiative, an der

auch das Hessische Ministerium für Soziales

und Integration, die AOK sowie die berufundfamilie

Service GmbH beteiligt sind.

Dr. Brigitte Seefeldt-Schmidt (Abteilungsleiterin der KSM), Lynn Schmidl (Wissenschaftliche Mitarbeiterin

des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft), Klaus Denfeld (Schulleiter der KSM) und Petra Mehlmann

(v. r. n. l.) bei der Unterzeichnung der Pflegecharta

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Musterschüler in Sachen Gesundheit

KSM erhalten erneut Auszeichnung als „Gesundheitsfördernde Schule“

I

m Beisein des gesamten Kollegiums der

Kaufmännischen Schulen zeichnete Ulrich

Müller vom Staatlichen Schulamt Marburg-

Biedenkopf die KSM erneut als gesundheitsfördernde

Schule aus. Zusammen mit Carmen

Martin, Fachberaterin Schule und Gesundheit

vom Staatlichen Schulamt, überreichte er die

von Kultusminister Alexander Lorz unterzeichnete

Urkunde, die für fünf Jahre ihre Gültigkeit

behält.

Durch diese Auszeichnung erhält das Kollegium

der KSM eine Wertschätzung für die bereits seit

zwölf Jahren andauernde Entwicklungsarbeit in

Sachen Gesundheit. Verschiedene Schritte und

ein Umdenken in mehreren Bereichen waren

nötig, um die KSM zu einer gesundheitsfördernden

Schule werden zu lassen. Angefangen

hatte alles im Jahre 2008 mit einem Lehrplankonzept,

welches die Gesundheitsförderung

zum zentralen Bestandteil im Sportunterricht

der Teilzeitberufsschule machte.

Weitere Angebote zur Gesundheitsförderung

wie ein Bewegungstag oder verschiedene Projekte

teils auch in Zusammenarbeit mit außerschulischen

Partnern wie der Philipps-Universität

oder Krankenkassen sorgten im Jahr 2008

für das erste Teilzertifikat „Bewegung und

Wahrnehmung“.

Auch die Kaufmännischen Schulen bauten ihr

Gesundheitskonzept weiter aus: Es folgten unter

anderem ein Tag der Verkehrserziehung für

jugendliche Autofahrer, regelmäßige Angebote

zur Sucht- und Gewaltprävention und eine Projektwoche

zum Thema Ernährung, die in einem

Ernährungstag von Schülern für Schüler mündete.

2012 hatten die KSM vier Zertifikate erworben

und 2014 wurden sie erstmalig als gesundheitsfördernde

Schule ausgezeichnet.

Vier von insgesamt fünf möglichen Zertifikaten

sind notwendig, um als gesundheitsfördernde

Schule zertifiziert zu werden.

Ihr Bemühen, noch zusätzlich und ganz freiwillig

ein fünftes Zertifikat, nämlich das der Lehrergesundheit,

zu erwerben, kommentierte Müller

mit einem Augenzwinkern als streberhaftes Bemühen

eines „Powerteams“, das mit enormem

Engagement und Überzeugung die Entwicklung

einer Schul- und Gesundheitskultur vorantreibe.

Er lobte die guten und tragfähigen Strukturen,

die die Schule sich über Jahre aufgebaut habe

und überreichte das Zertifikat deshalb auch mit

„besonderer Freude“.

Foto links: Ulrich Müller (rechts) überreicht das Gesamtzertifikat gemeinsam mit Carmen Martin (links) an Schulleiter Klaus

Denfeld sowie Dr. Brigitte Seefeldt-Schmidt (3. v. l.) und Dr. Nicole Hammer (4. v. l.). – Foto rechts: Die Mitglieder der

Steuergruppen (v. l. n. r.): Andreas Dittmann (Verkehr & Mobilität), Katja Weiß (Sucht- & Gewaltprävention), Dr. Brigitte

Seefeldt-Schmidt (Gesamtverantwortliche „Schule & Gesundheit“ der Schulleitung), Dr. Dietmar Krause (Bewegung & Wahrnehmung),

Dr. Nicole Hammer (Gesamtzertifikat und Ernährung & Konsum) sowie Petra Mehlmann (Lehrkräftegesundheit,

nicht auf dem Foto).

Bewegung &

Wahrnehmung

Ernährung & Konsum

Lehrkräftegesundheit

Sucht- & Gewaltprävention

Verkehr & Mobilität

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Ein Schild im Eingangsbereich des KSM-Anbaus weist auf das Zertifikat hin.

Auch Schulleiter Klaus Denfeld dankte seinen

Kollegen und hob besonders die Arbeit und den

Einsatz der Steuergruppen hervor, durch deren

selbstständige und eigenverantwortliche Arbeit

diese Gesamtauszeichnung überhaupt erst

möglich geworden sei.

Die hessischen Schulen können ihre Ergebnisse

und Bemühungen zur Weiterentwicklung

eines gesundheitsfördernden Schulklimas vom

Hessischen Kultusministerium zertifizieren lassen:

Als Teilzertifikate für die einzelnen Arbeitsfelder

von „Schule & Gesundheit“ und schließlich

als Gesamtzertifikat.

Auf der Grundlage von vier erworbenen Teilzertifikaten

(„Ernährung & Konsum“, „Bewegung &

Wahrnehmung“, „Sucht- & Gewaltprävention“,

„Verkehr & Mobilität“ sowie „Lehrkräftegesundheit“)

können sich die Schulen einer Gesamtzertifizierung

als „Gesundheitsfördernde

Schule“ stellen, die nach fünf Jahren erneut

überprüft werden muss. Die Kaufmännischen

Schulen sind seit 2014 als gesundheitsfördernde

Schule zertifiziert.

Im Schulamtsbezirk Marburg-Biedenkopf gibt

es insgesamt nur drei gesamtzertifizierte Schulen,

davon sind die KSM die zweite Schule, die

die Fortschreibung erhalten hat.

Erschreckende Erkenntnis über Eistee

Projektwoche an den Kaufmännischen Schulen Marburg zum Thema gesunde Ernährung

Quelle: „Oberhessische Presse“ vom 14.02.2020

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Kulinarische Genüsse im Auslandspraktikum

Was tun mit dem gebratenen Speck?

D

ie Fremdsprachenassistenten der KSM

absolvierten vierwöchige Praktika in

Spanien, erhielten zusätzlich Spanischunterricht

in einer Sprachschule und erlebten

die kastilische Küche. Das war mit Herausforderungen

verbunden.

Insgesamt machten sechs Fremdsprachenassistentinnen

der Kaufmännischen Schulen ihr

vierwöchiges Auslandspraktikum in der spanischen

Stadt Cuenca, die Hauptstadt der gleichnamigen

Provinz; sie liegt auf halber Strecke

zwischen Madrid und Valencia. Die Stadt hat einige

Gemeinsamkeiten mit Marburg: Sie ist

ebenfalls Universitätsstadt und ungefähr so

groß wie Marburg. Vor allem durch ihre pittoreske

Altstadt ist sie touristisch hochattraktiv.

Seit 1996 ist die Innenstadt von Cuenca Weltkulturerbe

der UNESCO. Cuenca „bietet alles,

was man braucht“, wie eine Praktikantin es ausdrückte.

Neben den Attraktionen und Freizeitmöglichkeiten

rund um Cuenca gab es für die

Schüler Ausflüge nach Madrid und Valencia. So

war es in der Auswertung des Praktikums keine

Überraschung, dass alle Auszubildenden den

Aspekt Freizeit mit fünf Sternen bewerteten.

Die Praktikanten der KSM verbrachten die erste

Hälfte des Tages in ihren Praktikumsbetrieben.

Sie arbeiteten im Einzelhandel, an der Rezeption

eines Hotels, im Tourismusbüro, im Kindergarten

und in der Verwaltung einer Sprachschule.

Die Praktikumsplätze boten ausreichend

Möglichkeiten, sich in typischen Tätigkeiten

des Sekretariats zu erproben und die englische

und spanische Sprache zu üben.

Weiter mit der spanischen Sprache ging es am

Spätnachmittag, wenn sich alle zum dreistündigen

Spanischunterricht in der Sprachschule

einfanden.

Dieser wurde kurzweilig gestaltet, Brettspiele

und Musik boten viele Möglichkeiten, die Aussprache

zu üben und neue Vokabeln zu lernen.

Nur der Grammatikteil, so das Fazit der Praktikanten,

hätte intensiver sein können und die

Hausaufgaben nicht freiwillig, sondern verpflichtend.

Spanischlehrerin Belén Yárnoz, die

die Assistenten an den KSM unterrichtet, war

dennoch sehr angetan von den sprachlichen

Fortschritten ihrer Schüler.

„Hab keine Angst vor Veränderungen“ raten die Praktikanten nach ihren Erfahrungen in Spanien

Untergebracht waren die angehenden Fremdsprachenassistenten

in Gastfamilien. Diese bemühten

sich sehr, ihren deutschen Gästen einen

Einblick in die spanische Kultur und Lebensweise

zu geben.

So war eine Auszubildende eingeladen, einen

Geburtstag mitzufeiern. Zu den angebotenen

Delikatessen gehörte ein Teller mit kross gebratenem

Speck.

Was tun, wenn man kein Schweinefleisch isst

und fettiges Essen eher vermeidet? Den Speck

hinter einem Gebüsch zu entsorgen ist jedenfalls

keine Lösung, wenn der Gastgeber einen

Hund hat. Trotz solcher Erlebnisse und kleinerer

Pannen beendeten die Auszubildenden ihre

Berichte aus dem Auslandspraktikum mit dem

Motto: „Hab keine Angst vor Veränderungen.

Sie führen dich zu einem neuen Anfang.“

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Rückenwind für Schulpartnerschaft

… mit Dänemark durch EU-Fördermittel

D

ie freudige Nachricht kam pünktlich zu

Beginn des Schuljahres 2019/2020: Die

Kaufmännischen Schulen erhalten in

den nächsten zwei Jahren Fördergelder aus

dem EU-Programm Erasmus + für ein gemeinsames

Projekt mit ihrer Partnerschule in Dänemark.

Zielgruppe für das neue Programm unter

dem Projekttitel NEAR sind die Schüler des Beruflichen

Gymnasiums.

NEAR steht für Neighbours in Europe Act together

with Respect. Dieses Motto bringt die

Ziele des Projekts auf den Punkt. Die enge Zusammenarbeit

von Deutschen und Dänen in der

Brückensprache Englisch fördert die Sprachkompetenz

der Teilnehmenden.

Das Projekt läuft bis zum Herbst 2021. Die

Kaufmännischen Schulen feiern dann ihr 125-

jähriges Bestehen, die Partnerschule Salling Efterskolen

in Roslev wird 100 Jahre alt. Beide

Schulen hoffen auf zahlreiche und vielfältige

Beiträge der Teilnehmenden zum Schuljubiläum.

Rahmenthemen wie Arbeitsleben, Kommunikation,

Mode, Schulleben, Liebe und Partnerschaft

werden von den Schülern historisch

und im Ländervergleich bearbeitet. In der Wahl

ihrer Ausdrucksmittel sind die Schüler frei. Sie

können ihre Ergebnisse individuell gestalten,

denkbar sind kleine Buchprojekte ebenso wie

Zeitungsartikel, Videoclips, Fotostorys, Rollups

oder Infotafeln.

Die Englisch-Lehrerinnen Verena Engel und

Yvonne Zander haben das Projekt initiiert und

bereits vier Begegnungen von deutschen und

dänischen Schülern begleitet.

Sie freuen sich, dass durch die EU-Förderung

die Kosten für die Teilnehmenden sinken. Noch

wichtiger aber ist für Engel und Zander, dass

die Qualität der Austauschprojekte verbessert

werden kann. Beispielsweise wird jetzt ein Besuch

im Schulmuseum möglich. Profis im Bereich

Fotografie oder Darstellendes Spiel können

die Teilnehmer unterstützen, ihre Arbeitsergebnisse

in gelungene Projekte umzusetzen.

Mit NEAR verbreitern die KSM ihr Angebot im

Bereich Internationales. Seit vielen Jahren erhält

die Schule Fördermittel aus einem anderen

Teilprogramm von Erasmus +.

Mit Geldern der ERASMUS+VET (Vocational

Education and Training) können maximal 30

Auszubildende pro Jahr ein Praktikum in einem

EU-Land mit der Dauer zwischen vier und zwölf

Wochen absolvieren. „Jetzt gibt es auch für unsere

Schüler im Vollzeitbereich ein attraktives

Austauschangebot“, freut sich Abteilungsleiterin

Angelika Fresenborg, die an den KSM den

Bereich Internationales verantwortet.

Die Mitglieder der Projektgruppe Internationales an den KSM:

Marcus Ghiai, Yvonne Zander, Angelika Fresenborg, Verena Engel und Marion Pöltl (v. l. n. r.)

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Fit im Alltag – Workshop mit der TKK

Workshop der Kaufmännischen Schulen und der Techniker-Krankenkasse

V

ier von fünf Jugendlichen weltweit bewegen

sich zu wenig, lautet das erschreckende

Ergebnis einer aktuellen Studie

der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Rund

eine Stunde Bewegung am Tag wäre nach Angaben

der Studie ausreichend, um einem Bewegungsdefizit

vorzubeugen. Dieses Mindestmaß

an Bewegung erfüllen viele Auszubildende

der Kaufmännischen Schulen jedoch ebenfalls

nicht. Gesundheitliche Probleme wie zum Beispiel

Rückenschmerzen sind die Folge. Auf dieses

Problem reagieren viele Schüler aber

dadurch, indem sie auf Sport und Bewegung

verzichten. Das sei aber gerade der falsche

Weg, betont Moritz Rommelspacher, Schulsportleiter

an den KSM.

Um die Schüler von der Wichtigkeit von Sport

und Bewegung im Alltag zu überzeugen, starteten

die Sportlehrer der KSM ein Programm, an

dem rund 120 Auszubildende teilgenommen

haben. Sie holten sich im Sportunterricht Unterstützung

durch den Sportwissenschaftler Lucas

Röleke. Er erklärte den Schülern die Bedeutung

eines funktionalen Trainings und führte verschiedene

Übungen mit den Schülern durch.

Das funktionale Training ist an grundlegende

Muskel- und Gelenkfunktionen des Menschen

angepasst.

Es dient der Vorbeugung von Überlastungen

und Schmerzen aufgrund mangelnder Bewegung.

Die Übungen imitieren Bewegungsabläufe, die

im Alltag benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise

das einhändige Öffnen einer

schweren Tür, das Ansprinten, um den Bus

noch zu erreichen, oder das Tragen von schweren

Gegenständen. „Das Training ist dann funktional,

wenn eine Bewegung durch die Muskelkraft

ohne Hilfe von außen stabilisiert werden

kann“, so Röleke. Um dies zu erreichen, spielt

besonders das Training der Rumpfmuskulatur

eine Schlüsselrolle.

Dass ein solches Training nicht langweilig sein

muss, bewies Röleke durch eine Vielzahl an

Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder

mit Kleingeräten wie zum Beispiel dem Theraband.

Die Übungen sind an Alltagsbewegungen

angelehnt und sollen für die Schüler leicht zu

merken und nachzumachen sein. Denn nur wer

seinen Körper fit hält, kann langfristig Rückenschmerzen

vorbeugen.

Der Workshop zum funktionalen Training ist Teil

der Initiative „Olympia ruft: Mach mit!“, an der

sich die KSM seit 2018 beteiligen. Mit dem bundesweiten

Bewegungs- und Lernprogramm für

Schulen soll unter Berücksichtigung pädagogischer

Ansatzpunkte Wertevermittlung in und

durch Bewegung gefördert werden. Kooperationspartner

sind neben der Deutschen Olympischen

Akademie (DOA) auch die Techniker-

Krankenkasse (TKK) sowie symbioun e. V.

Die Schüler der Klassen 12 BM/GH/HB beim funktionalen Training.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

TT-Sportabzeichen erfolgreich absolviert

Tischtennis begeistert

O

b auf dem Spielplatz, im Keller, im Freibad

oder in der Schule – Tischtennis ist

eine Sportart, die überall Spaß bringt.

„Tischtennis hat einen enormen Fun-Faktor und

kann mit überschaubarem Aufwand leicht

durchgeführt werden“, sagt Moritz Rommelspacher,

Schulsportleiter der KSM.

Das Spiel fördert die Koordination und Konzentrationsfähigkeit.

Zusätzlich hat es einen hohen

Freizeitwert, denn es ist gelenkschonend und

kann bis ins hohe Alter betrieben werden.

Auch die Kaufmännischen Schulen haben das

Spiel mit dem kleinen, weißen Zelluloidball deshalb

fest in ihrem Sport- und Pausenangebot.

Besonders wichtig ist es den Sportlehrern der

KSM, vor allem in der Teilzeit-Berufsschule

Sportarten anzubieten, die den Auszubildenden

Spaß machen und die sie dazu motivieren, sich

gerne zu bewegen.

Tischtennis ist so eine Sportart, die deswegen

von Sportlehrer Dietmar Krause in den Sportunterricht

der Zahnmedizinischen Fachangestellten,

Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten

und der Fachkräfte für Lagerlogistik integriert

worden ist.

Acht seiner Schüler konnte er dafür begeistern,

das Tischtennis-Sportabzeichen abzulegen.

Dafür mussten die Auszubildenden aus einem

Katalog mit sechs Übungen mindestens vier erfolgreich

absolvieren. Kontroll-, Balance- und

Geschicklichkeitsübungen zählten ebenso dazu

wie Ziel- und Platzierungsübungen beim Aufschlag.

Für ihr beharrliches Üben der einzelnen Techniken

wurden die acht Schüler dann mit der Verleihung

des Tischtennis-Sportabzeichens in

Form einer Urkunde belohnt.

„Diese Urkunde soll die Schüler motivieren, sich

auch weiterhin mit der Sportart Tischtennis zu

beschäftigen“, so Krause. Zusätzlich hat der

Deutsche Olympische Sportbund das Tischtennis-Sportabzeichen

als Teilleistung Koordination

für das Deutsche Sportabzeichen anerkannt.

Die Schülerinnen können es also auch als Anreiz

nutzen, um für das Deutsche Sportabzeichen

zu trainieren und sich weitere sportliche

Ziele zu stecken.

Acht Auszubildende der Kaufmännischen Schulen erwerben im Rahmen des Sportunterrichts das Tischtennis-Sportabzeichen

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

KSM-Schüler spenden 53 Pakete

Eine gute Tradition

D

ank einer engagierten SV-Arbeit ist es

mittlerweile zur Tradition geworden,

dass sich auch die Kaufmännischen

Schulen an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

beteiligen. 53 Pakete sind diesmal zusammengekommen,

über die sich Schulsprecherin

Büsra Özgen (Klasse 11 BG 02) sehr

freut.

„Das Schöne an der Aktion ist, dass wir etwas

gemeinsam mit der Klasse gemacht haben. Wir

haben gemeinsam überlegt, wen wir beschenken

wollen und was wir kaufen. Das war toll“, so

die Schulsprecherin. Wie ihre Klasse haben es

noch weitere Klassen der KSM getan und sich

gemeinschaftlich um ein Geschenk für hilfsbedürftige

Kinder gekümmert.

Sie packten Päckchen im Wert von 10 bis 15

Euro in der Größe eines Schuhkartons und

sammelten einen kleinen Geldbetrag für die Deckung

der Frachtkosten. Manche Klassen bestückten

ihr Geschenk zusätzlich noch mit einem

persönlichen Gruß, einem Klassenfoto

zum Beispiel.

Ob mit dem Lastwagen, dem Schiff oder dem

Esel – die Geschenkpäckchen nahmen eine

weite Reise auf sich, um Kindern mehr als einen

Glücksmoment zu bescheren.

Seit 1993 wurden weltweit schon über 167 Millionen

bedürftige Kinder durch „Weihnachten im

Schuhkarton“ beschenkt – und das in über

150 Ländern. Ein Großteil der Päckchen aus

dem deutschsprachigen Raum ging – nicht zuletzt

aufgrund der geographischen Nähe – wieder

nach Osteuropa.

Schulsprecherin Büsra Özgen mit den Kartons, die im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

von Schülern der KSM gepackt worden sind

Informieren Sie sich zwischen

zwei Ausgaben der Schulzeitung

auf unserer Webseite:

www.ksm-mr.de

Bildquelle: www.bundesrechnungshof.de/de/presse-service/bilder/symbolfoto-pressemitteilung-1

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Jenseits der DDR-Nostalgie

Erlebnisse einer DDR-Zeitzeugin machen deutsche Geschichte für

Schüler der Kaufmännischen Schulen greifbar

D

er Fall der Mauer und die Wiedervereinigung

Deutschlands sind zentrale Ereignisse

in der deutschen Geschichte und

finden daher auch ihren festen Platz im Lehrplan

des Politik- und Geschichtsunterrichts.

Während viele der unterrichtenden Lehrer diese

Zeit noch hautnah miterlebt haben, gehört sie

für die Schüler schon in den Bereich der Geschichte.

Das war Anlass genug für Politiklehrerin Christina

Voßmann, die DDR für die Schüler greifbar

zu machen. Sie nutzte das 30-jährige Jubiläum

des Mauerfalls, um in der Aula der Kaufmännischen

Schulen zu einem Gespräch mit einer

Zeitzeugin einzuladen. Ziel dieser Veranstaltung

war es, die Schüler einmal hautnah an den

Erlebnissen dieser bewegten Zeit teilhaben zu

lassen.

Die Zeitzeugin Birgit Schlicke erzählte spannend

und lebendig von ihrer Jugend in der DDR

und ihren Problemen mit dem Regime. Die 32

Schüler der Fachoberschule hörten ihren Ausführungen

mit Interesse zu und erkannten, dass

nicht alles, was wir heute haben, selbstverständlich

ist.

So musste sich Schlicke in der DDR bewerben,

um auf die Oberschule zu kommen und Abitur

machen zu dürfen. Auch Meinungen frei zu äußern

war gefährlich, da sogar die Lehrkräfte ihre

Schüler bespitzelt haben. Schlicke berichtet

über ein Gespräch mit ihrer Lehrerin, die zu ihr

sagte: „Unterhaltet euch in meiner Anwesenheit

nicht über das Westfernsehen, das muss ich

melden!“

Als ihre Eltern dann einen offiziellen Ausreiseantrag

stellten, verhängte der Staat ein Bildungsverbot

über die Schülerin. Sie wurde wegen

des Ausreiseantrags der Eltern von der

Oberschule „geschmissen“ und erhielt stattdessen

ein Angebot zur Ausbildung als Baggerfahrerin

oder Schweinezüchterin. Da die Eltern den

Ausreiseantrag nicht zurücknahmen, folgten

weitere Repressalien gegen die Familie. Mit 19

Jahren wurde Schlicke von der Stasi abgeholt

und in Untersuchungshaft genommen. Sechs

Monate dauerte diese Untersuchungshaft mit

Ermittlungsverfahren, Verhören und Schlafentzug.

Schlickes Eltern wurde zur Last gelegt, illegal

Nachrichten von nicht geheim zu haltenden

Informationen ins Ausland übermittelt zu

haben.

Birgit Schlicke im Gespräch mit Alesch Mühlbauer vom Verein

„Deutsche Gesellschaft e. V.“ Anhand von Fotos schildert sie den Schülern der

KSM eindrucksvoll ihre Erlebnisse in der Haft.

Für ihre angebliche Mittäterschaft

wurde Birgit Schlicke zu zweieinhalb

Jahren Haft verurteilt. Als Konsequenz

trat sie im August 1988 mit

19 Jahren unschuldig ihre Haftstrafe

im Frauenzuchthaus Hoheneck

an. Drill, Zwangsarbeit und

Schikane waren dort für sie an der

Tagesordnung. Auf die Frage einer

Schülerin, wie sie das ausgehalten

hat, nennt Schlicke drei Punkte: Die

Gewissheit, unschuldig zu sein, der

Wunsch, wieder mit der Familie zusammenzukommen

und ihr starker

Glaube. Erst der Mauerfall im November

1989 sorgte dafür, dass

Schlicke als politische Gefangene

aus der Haft entlassen wurde und

ermöglichte ihr, mit ihrer Familie in

die Bundesrepublik auszureisen.

Es wurde während des Gesprächs deutlich, wie sehr Birgit Schlicke die Zeit in der U-Haft und auf Burg

Hoheneck prägten und dass sie bis heute das Verhalten der DDR ihr gegenüber vielfach nicht verstehen

kann. Die Schüler, die jetzt das Alter der damals inhaftierten Zeitzeugin haben, fragten an einigen Stellen

genauer nach und waren von ihren Schilderungen sehr betroffen. Schlicke bot an, gerne noch einmal

an die KSM zu kommen, um an den Bericht über ihre Erlebnisse in der damaligen DDR anzuknüpfen

und über ihr Leben im vereinigten Deutschland zu berichten.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Gegen das Vergessen ankämpfen

Veranstaltung mit der Sinti-Union Hessen im Rahmen der Erinnerungskultur

D

ie mit gut 200 Oberstufenschülern gut

gefüllte Aula ist mucksmäuschenstill als

zunächst Ricardo Laubinger, der Vorsitzende

der Sinti-Union Hessen vom Schicksal

seiner Mutter, seiner Großeltern und seiner gesamten

Großfamilie berichtet, die am 16. Mai

1940 von Hamburg aus Richtung Osten in verschiedene

Konzentrationslager deportiert wurden;

nach Belzec, Ausschwitz und andere. Als

danach noch Schüler des Geschichtsleistungskurses

Ausschnitte aus seinem Buch „Und eisig

weht der kalte Wind“, in dem er diese Erfahrungen

dokumentiert und verarbeitet hat, vorlesen,

wird aus der Stille Betroffenheit und tiefes Erschrecken

über die dort genannten Gräuel. Die

von ihm, Macho Rose, Taylor Pauken-Reinhardt

und Titi Bamberger mit Violine, Gitarren

und Gesang dazu vorgetragenen wehmütigen

Lieder der Sinti tragen das ihre zur Gesamtsituation

bei.

Laubinger gelingt es – nicht anklagend, aber

mahnend – die Schüler für den besonderen Lebens-

und Leidensweg der Sinti zu sensibilisieren,

deren Ausgrenzung auch mit Ende des

Dritten Reiches nicht zu Ende ging, wie er mit

amtlichen Dokumenten aus den 1950er und

1960er Jahren der jungen Bundesrepublik eindrücklich

belegt. Da saßen die alten Rasseideologen

und „Zigeuner-Experten“ wieder in den

entscheidenden und verantwortlichen Stellen.

Und trotzdem gelingt es ihm und seinen Begleitern

gemäß ihrer Devise, die Menschen zwar

nachdenklich, aber nicht traurig zu verabschieden

mit dem abschließenden Eintauchen auch

in das fröhliche und lebensbejahende Element

ihrer Musik die Stimmung wieder zu drehen und

eine Begeisterung zu erzeugen, die sogar eine

Zugabe einfordert.

Eine vergleichbare Veranstaltung im Rahmen

der Erinnerungskultur gab es noch nie an den

Kaufmännischen Schulen und die Erinnerung

an das Gehörte und Gesehene wird lange in

den Köpfen und Herzen der Schüler bleiben.

Ricardo Laubinger und sein Ensemble (untere Reihe) gemeinsam mit Schülern des Geschichtskurses sowie

Abteilungsleiter Johannes Wick (links) und Geschichtslehrer Lars Wirth (rechts)

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Mehr als nur Information

KSM veranstalten zum ersten Mal eine Inhouse-Messe

A

usbildungsmessen, Infoabende, Flyer

und Broschüren – wer sich nach den

Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis

erkundigen will, der hat viele Möglichkeiten!

Pünktlich zur „Bewerbungssaison“ beteiligten

sich auch die Kaufmännischen Schulen mit einer

Inhouse-Messe, die erstmals an der Schule

stattgefunden hat.

Neu an dem Beratungsangebot ist das Konzept,

dass alle Angebote von Schülern für Schüler

stattfinden! Mit rund 20 verschiedenen Ausbildungsberufen

bieten die KSM ein breites Angebot

von Ausbildungen im Gesundheitswesen,

im Handel, im IT-Bereich sowie in der Verwaltung

an. Alle diese Ausbildungsberufe werden

im dualen System unterrichtet.

Der Ausbildungsbetrieb sowie die Berufsschule

teilen sich den praktischen und den theoretischen

Teil der Ausbildung. Dafür gehen die

Auszubildenden ein bis zwei Tage in die Schule

und arbeiten die restlichen Tage im Betrieb.

Das ist ein ganz neues Modell für die sogenannten

Vollzeitschüler, die auf ihren Schulabschluss

hinarbeiten und dafür an fünf Schultagen

die Schule besuchen.

Rund 300 Vollzeitschüler aus unterschiedlichen

Schulformen (Berufsfachschule, Fachoberschule,

Berufliches Gymnasium) besuchten die

Inhouse-Messe und informierten sich aus erster

Hand. Dabei konnten sie nicht nur mit Auszubildenden

sprechen, sondern zum Teil auch ganz

praktische Erfahrungen sammeln, indem sie

zum Beispiel an einem Dummy das Blut abnehmen

übten, das zu den grundlegenden Fertigkeiten

einer Medizinischen Fachangestellten

gehört.

Ganz offen und kompetent berichteten die aktuellen

Auszubildenden von ihren Erfahrungen im

Betrieb und in der Berufsschule und nahmen

sich dabei ganz viel Zeit für die Besucher. Die

schätzten das ehrliche Beratungsangebot auf

Augenhöhe, das auch die eine oder andere Insider-Information

für sie bereithielt.

Eine Schülerin übt das Einführen

einer Kanüle an einem Dummy

Verschiedene Berufszweige präsentieren sich auf der Inhouse-Messe

Unterstützt wurde die Ausbildungsmesse durch die Philipps-Universität Marburg sowie die Technische

Hochschule Mittelhessen (THM), die Schülern mit Interesse an einem Studium beratend zur Seite standen.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Wiese hilft Insekten

Neue Blumenwiese vor Schulgebäude

Quelle: „Oberhessische Presse“ vom 29.10.2019

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Ute Gärtner feiert Dienstjubiläum

Die Stadt Marburg ehrt elf langjährige Beschäftigte

S

eit 25 oder 40 Jahren im Einsatz für die

Marburger Bürgerinnen und Bürger: Elf

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universitätsstadt

Marburg haben ihre Dienstjubiläen

gefeiert sowie ein Beschäftigter der Marburger

Entsorgungs-GmbH.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeister

Wieland Stötzel und Stadträtin Kirsten

Dinnebier sowie Personalrat und Gesamtpersonalrat

dankten den langjährigen Bediensteten

und würdigten ihr Engagement im öffentlichen

Dienst mit einer Urkunde.

Ute Gärtner (im Foto unten 6. v. r.) feierte ihr

40-jähriges Dienstjubiläum. Am 1. September

1979 hatte sie ihre Ausbildung zur Stenosekretärin

bei der Stadt Marburg begonnen, arbeitete

dann im Haupt- und Personalamt sowie im Bauamt.

Seit 1988 ist sie an den Kaufmännischen

Schulen als Schulsekretärin beschäftigt.

„Viele von Ihnen haben bereits ihre Ausbildung

bei der Stadt Marburg absolviert und Sie sind

Ihrer Arbeitgeberin treu geblieben. Dienstjahre

sind immer auch Zugehörigkeitsjahre“, sagte

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zu den

elf Beschäftigten der Stadt Marburg, die er für

ihre Dienstjubiläen mit städtischen Urkunden

ehrte.

„Im öffentlichen Dienst zu arbeiten bedeutet,

sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Für dieses

Engagement danke ich Ihnen gemeinsam

mit Bürgermeister Wieland Stötzel und Stadträtin

Kirsten Dinnebier sowie auch im Namen der

gesamten Stadt Marburg“, so der OB. Zusätzlich

zu den Urkunden gab es für alle noch Blumen

und ein Geschenk.

Steffen Kloske dankte den Geehrten im Namen

des Personalrats. In seiner Rede ging er auf

den Klimagipfel ein und präsentierte einen kurzen

Abriss der klimatischen Veränderungen der

vergangenen 40 Jahre.

„Sie fragen sich gerade, was das mit den

Berufsjubiläen zu tun hat? Es zeigt, wie schön

die Jahre des Berufslebens im Vergleich dazu

sind“, brachte Kloske die Anwesenden zum

Schmunzeln.

Für den Gesamtpersonalrat gratulierte der stellvertretende

Vorsitzende Volker Paffrath und erfreute

die Jubilare mit einem kleinen Gedicht.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (hinten, 4. v. r.), Bürgermeister Wieland Stötzel (links daneben),

Stadträtin Kirsten Dinnebier (links) sowie Vertreter von Personalrat, Gesamtpersonalrat und der MEG haben elf städtische

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einen Beschäftigten der MEG für ihre 25- beziehungsweise 40-jährigen Dienstjubiläen

ausgezeichnet (Foto: Thomas Steinforth, Stadt Marburg – Textquelle und Logo: Stadt Marburg).

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Jubiläums-Klassentreffen

Ehemalige „Handelsschüler“ der „HO 2“ (Jahrgang 1967 – 1969) treffen sich nach 50 Jahren

E

in fröhliches Wiedersehen – ein halbes

Jahrhundert nach der Schulentlassung –

feierten 21 Ehemalige im Oktober 2019

und zwei ihrer damaligen Lehrer. Insgesamt bestand

die Klasse aus 30 Schülern, von denen

leider inzwischen zwei verstorben sind.

Dabei wurden viele Erinnerungen an die gemeinsame

Schulzeit in der „Handelsschule“ in

Marburg, an ihrem früheren Standort „Am Ortenberg“,

ausgetauscht.

Die „Klasse“ begrüßte dazu auch zwei ihrer

ehemaligen Lehrkräfte, nämlich ihren Klassenlehrer

Walter Lohrbach mit seiner Ehefrau Hannelore

und ihren Rechnungswesen-Experten

und späteren Schulleiter Klaus Fenner.

Gemeinsam freute man sich über die große Beteiligung

und das Wiedersehen. 1994 hatte es

das letzte Klassentreffen in Schröck gegeben.

Dazwischen lag eine Pause von 25 Jahren.

Gruppenbild vom Jubiläumstreffen 2019

(Foto: privat)

Bei dem Jubiläumstreffen, das mit einem gemeinsamen

Mittagessen in Caldern in der Gaststätte

„Zur Lahnbrücke“ begann, gab es natürlich

viel zu erzählen und es wurden reichlich

Anekdoten ausgetauscht.

In gemütlicher Runde wurde viel über die Vergangenheit

mit all den dazu gehörenden Streichen

und Pannen erzählt und darüber gelacht.

Auch die Lehrer wurden noch einmal einzeln

kommentiert und bewertet.

Beispiel: Der heutige „Professor X“, der regelmäßig

zu Beginn der Englischstunde fehlte und

dann beim späteren Eintreffen der ehemaligen

Englischlehrerin, Frau Dr. Stolz, entgegnete:

„Excuse me, my bus came later and excuse me

please, because I forgot my homework“ (same

procedure as every week)!

Walter Lohrbach erinnerte dann u. a. an den

früheren EDV-Unterricht, wo noch Lochkarten

zum Einsatz kamen. Klaus Fenner informierte

über den jetzigen Schulstandort in der Leopold-

Lucas-Straße und regte an, für 2020 eine Besichtigung

des jetzigen Schulkomplexes mit der

Gruppe zu veranstalten.

Nach dem Kaffeetrinken im Garten des Gasthofs

klang das harmonische Treffen in gemütlicher

Runde aus. Es wurden weitere Zusammenkünfte

vereinbart.

Bernd Böcking und Helmut Kombächer

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Abitur (nicht nur) für angehende Lehramtsstudierende

BG mit neuer Fachrichtung „Erziehungswissenschaften“ an den KSM

W

er Lehramt oder Psychologie studieren

oder einen pädagogischen Beruf

ergreifen will, findet zukünftig im Beruflichen

Gymnasium mit Schwerpunkt Erziehungswissenschaften

eine gute Alternative.

Auch das Berufliche Gymnasium führt in drei

Jahren Oberstufenzeit zum Abitur. Zusätzlich

zu dem üblichen Fächerkanon einer Oberstufe

kommen aber neue Fächer hinzu, die helfen,

das zukünftige Berufsfeld kennenzulernen und

auf ein entsprechendes Studium vorbereiten.

Ab dem neuen Schuljahr bereichert der Zweig

Erziehungswissenschaften das Berufliche

Gymnasium (BG) an den Kaufmännischen

Schulen. Bislang gibt es an den KSM die zwei

Fachrichtungen Wirtschaft und Gesundheit. Mit

dem neuen Schwerpunkt Erziehungswissenschaften

betreten die Kaufmännischen Schulen,

die traditionell kaufmännisch ausgerichtet

sind und auch ein großes Angebot an Ausbildungen

und Schulformen im Gesundheitsbereich

anbieten, Neuland.

Deswegen wird das BG Erziehungswissenschaften

auch in Kooperation mit der Käthe-

Kollwitz-Schule in Marburg realisiert werden,

die eine starke pädagogische Ausrichtung hat.

Zukünftig werden also beide beruflichen Schulen

zusammenarbeiten, um qualifizierten Unterricht

im neuen BG sicherzustellen, versichert

der Schulleiter der Kaufmännischen Schulen,

Klaus Denfeld. Der Großteil der Fächer im

neuen BG Erziehungswissenschaften werde

durch die erfahrenen BG-Lehrkräfte der KSM

abgedeckt. Dieser Unterricht entspricht dem

Unterricht im regulären Gymnasium.

Gut ein Drittel der Stunden macht der berufliche

Schwerpunkt aus. Über drei Jahre Oberstufe

bereichern neue Fächer wie Erziehungswissenschaften,

Psychologie oder Bildungsprozesse

den Unterricht. Diese Lerninhalte werden dann

durch Lehrkräfte der Käthe-Kollwitz-Schule unterrichtet,

die schon seit Jahren Unterrichtserfahrung

im pädagogischen Bereich haben.

Das BG Erziehungswissenschaften startet zum

neuen Schuljahr nach den Sommerferien 2020.

Begonnen wird dann zunächst mit einer Klasse

mit maximal 25 Schülern, die im neuen Schwerpunkt

unterrichtet werden.

„Wir rechnen mit einem großen Zulauf für das

BG Erziehungswissenschaften“, erläutert Johannes

Wick, Abteilungsleiter des Beruflichen

Gymnasiums an den KSM, der bereits im letzten

Jahr mit den Vorbereitungen zum Start der

neuen Schulform begonnen hatte.

„Aus Gesprächen mit Eltern und Schülern abgebender

Schulen wissen wir, dass an dieser

Fachrichtung großes Interesse besteht“, so

Wick.

Das BG Erziehungswissenschaften ist ein Angebot

für alle Schüler der zehnten Klasse, die

im kommenden Schuljahr eine gymnasiale

Oberstufe besuchen wollen. Es führt in drei Jahren

zur allgemeinen Hochschulreife. Damit die

Oberstufenzeit erfolgreich gelingt, sei ein Interesse

für die gewählte Fachrichtung unerlässlich,

so Wick.

Das Fach Erziehungswissenschaften wird automatisch

zum Leistungskurs und damit auch zum

Abiturfach. Wer diese Fachrichtung wähle, sollte

sich dafür interessieren, wie Bildung und Erziehung

funktionieren, Interesse an der Arbeit mit jungen

Menschen haben oder vielleicht durch Babysitting,

Jugendarbeit in Sportverein oder Kirche

auch schon eigene Erfahrungen im pädagogischen

Bereich gemacht haben.

Zusätzlich sei es hilfreich, keine Scheu vor wissenschaftlichen

Texten zu haben, denn die Lektüre

von Klassikern der Pädagogik wie Rousseau,

Pestalozzi oder Montessori gehört zum Handwerkszeug

angehender Pädagogen.

Wer sich nach dem Abitur dann doch beruflich anders

orientieren möchte, dem entstehe durch die

Wahl des BG Erziehungswissenschaften kein

Nachteil. Ähnlich wie im herkömmlichen Gymnasium

spielt die Wahl der Leistungskurse für das

spätere Studium keine Rolle und alle Studiengänge

sind möglich.

Weitere Infos zur Schulform und zu den Zugangsvoraussetzungen

halten die KSM auf ihrer Webseite

bereit.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

„Retten macht Schule“ an den KSM

Dank Gesundheitszentrum werden Schüler in Marburg zu Lebensrettern

D

as Gesundheitszentrum Marburg unterstützt die Projekte „Herzsicherer Landkreis Marburg-Biedenkopf“

und „Retten macht Schule“ der Björn-Steiger-Stiftung mit insgesamt 10.000 Euro. Die

Schüler der Kaufmännischen Schulen in Marburg haben dadurch nun die Möglichkeit Wiederbelebungsmaßnahmen

zu erlernen und somit zu potentiellen Lebensrettern zu werden.

Im Projektpaket enthalten sind 15 Übungspuppen, an welchen

die Schüler Reanimationsmaßnahmen trainieren können,

ein Schulungshandbuch für das Kollegium und ein Trainings-AED

(Automatisierter Externer Defibrillator).

Außerdem erhält die Schule einen einsatzbereiten AED, welcher

zentral in der Schule in einem Wandkasten für jeden

zugänglich aufbewahrt wird.

Ein Bildungsreferent der Björn-Steiger-Stiftung soll außerdem

das Kollegium in Wiederbelebung ausbilden, sodass

diese den Unterricht mit ihren Schülern selbstständig durchführen

können. Mit den insgesamt 10.000 Euro finanziert

das Gesundheitszentrum außerdem einen Laien-Defibrillator

für die Lutherische Pfarrkirche St. Marien.

Herr Sapia (Björn-Steiger-Stiftung), Schulleiter

Klaus Denfeld, Herr und Frau Happel

(Gesundheitszentrum Marburg, v. l. n. r.)

beim Überreichen des Schulungspakets

„Am plötzlichen Herztod sterben ungefähr

100 000 Menschen pro Jahr. Oft sterben sie,

weil ihnen nicht rechtzeitig oder gar nicht geholfen

wird. Dabei ist Leben retten kinderleicht!

Uns war es ein Anliegen ein Projekt zu unterstützen,

welches bereits Schüler für dieses

wichtige Thema sensibilisiert“, so Katrin Happel

vom Gesundheitszentrum Marburg. Schulleiter

Klaus Denfeld freut sich über das Schulungspaket,

aber auch über das AED-Gerät.

„Mit ausgebildeten Lehrern und Schülern, die

keine Hemmungen vor dem Laien-Defibrillator

.

haben, sind wir für Herznotfälle optimal gerüstet.

Dafür danke ich dem Gesundheitszentrum

und der Björn-Steiger-Stiftung ganz herzlich.“

Das Projekt „Retten macht Schule“ ist Teil des

„Herzsicheren Landkreises Marburg-Biedenkopf“.

Hierbei rüstet die Stiftung ganze Landkreise,

Städte und Gemeinden mit Defibrillatoren

aus und schult die Bevölkerung in Wiederbelebung.

Mittlerweile verfügt der gesamte

Landkreis über 152 Laien-Defibrillatoren. „Retten

macht Schule“ wird außerdem noch an der

Martin-Luther-Schule in Marburg durchgeführt.

Aus den Gremien der KSM

Schülervertretung

Schulsprecherin:

Büsra Özgen (Klasse 11 BG 02)

Sophie Fischer (10 BM 01)

Marten Spitzner (12 EH 01)

Marco Gallinger (11 HB 01)

Selenay Demir (13 BG 02)

Elternbeirat

Elternbeiratsvorsitzende:

Florentine Massa

Stellvertretender

Elternbeiratsvorsitzender:

Bernd Wachtel

Die SV im Schuljahr 2019/2020

Personalrat

Die Personalratswahl, die am 12. und 13. Mai stattfinden sollte, wurde „Corona-bedingt“ abgesagt. Sie

soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

1896 – 2021: 125 Jahre KSM

Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus

D

ie Kaufmännischen Schulen werden im nächsten Jahr 125 Jahre alt.

Aus den Anfängen der „Kaufmännischen Fortbildungsschule für

männliche Handlungsgehilfen und -lehrlinge“ im Jahre 1896 entwickelte

sich das regionale Kompetenzzentrum für Wirtschaft und Gesundheit

mit einem vielfältigen Angebot berufs- und studienvorbereitender Schulformen

und dualer Ausbildungsberufe in den Berufsfeldern Gesundheit sowie

Wirtschaft und Verwaltung.

Die KSM als größte Marburger Schule mit ihren Säulen Wirtschaft, Gesundheit

und Internationales sind heute ein Standort mit modernster technischer

Ausstattung und innovativen Konzepten, wie auch in dieser Ausgabe der Jahreszeitung

an anderen Stellen zu lesen ist.

Das Schuljubiläum im Jahr 2021 wird durch eine Veranstaltungsfolge, die sich über das gesamte Jahr

spannt, begangen. Die Schulleitung hofft, dass durch Abebben der Corona-Pandemie die vorgesehenen

Events stattfinden können. Als Eckpfeiler in der Veranstaltungsfolge sind vorgesehen:

Ende 2020:

Herausgabe

einer neuen

Infobroschüre

Juni 2021:

Projektzeitraum

Juni 2021:

Verkehrssicherheitstag

Januar 2021:

Ernährungstag

Mai 2021:

Europatag

Anfang Juli 2021:

Marktplatz

Februar 2021:

Inhouse-Messe

April/Mai 2021:

Dänemark-

Austausch

September 2021:

Kollegiumsausflug

April bis Dezember

2021:

Büromaschinenausstellung

Februar 2021:

Sucht- und Gewaltpräventionstag

Februar/März

2021:

Schul-/Stadtmeisterschaften

am PC

November 2021:

Tag der

offenen Tür

November 2021:

Wettbewerb auf

historischen

Schreibmaschinen

1896 125 Jahre 2021

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

KSM als Erfolgsgarant im Außenhandel

Zum 10. Mal kommt der beste Azubi Deutschlands aus den KSM

B

ereits zum 10. Mal haben die Außenhandelskaufleute der Kaufmännischen Schulen bei den bundesweiten

Abschlussprüfungen der Industrie- und Handelskammern den ersten Platz erreicht und

sich damit gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland behauptet. Beste Auszubildende 2019

in ihrem Fach wurde Laura Zenke, Auszubildende bei der Firma KoCoS Messtechnik AG in Korbach,

einem der führenden Hersteller von elektrischer und optischer Messtechnik.

Oberstudienrat Joachim Striepecke, Klassenlehrer und Koordinator

im Außenhandel, sagt über Zenkes Erfolg: „Das ganze

Lehrerteam der KSM ist stolz auf die Leistung von

Laura Zenke. Diese Auszeichnung steht auch für die intensive

Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben und das besondere

Engagement der Lehrkräfte.“ Striepecke hebt außerdem

die kontinuierliche Unterstützung durch die zuständigen

Industrie- und Handelskammern hervor, die es den Lehrkräften

ermöglichen, an allen Fortbildungen teilzunehmen und so stets

auf dem neuesten Stand des Wissens zu sein.

Die duale Ausbildung zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann im Außenhandel

deckt den Bedarf an Spezialisten für das weltweite

Im- und Exportgeschäft von Unternehmen in Nord- und Mittelhessen.

Dazu gehören u. a. die Viessmann-Werke, die

B.Braun Melsungen AG und Osborn International. Auch Unternehmen

im Landkreis wie Federal Mogul Deva, SL Gleitlagertechnik

und Schütt Sports bieten diese attraktive Ausbildung

an.

Laura Zenke (KoCos Messtechnik AG) berichtet

im Rahmen des schulischen Außenhandelstages

2018 über ihr zwölfwöchiges Auslandspraktikum

in China (Foto: Joachim Striepecke).

Die KSM übernehmen den schulischen Teil in enger Abstimmung mit den Ausbildungsunternehmen.

Neben bewährten kaufmännischen Inhalten werden insbesondere Zollabwicklung, logistische Prozesse sowie

Außenhandelsfinanzierung und Zahlungsabwicklung im globalen Kontext unterrichtet. Ergänzend zu den

Fachkenntnissen haben die aufgabenspezifischen Englischkenntnisse und die Förderung von interkultureller

Kompetenz einen sehr hohen Wert. Deshalb erhalten die Auszubildenden drei Jahre lang Unterricht in Englisch

und Spanisch und absolvieren ein bis zu 12-wöchiges Auslandspraktikum.

Ein weiteres Ergebnis der engen Kooperation mit Kammern und Ausbildungsunternehmen ist die zertifizierte

Zusatzqualifikation Foreign Trade Manager/-in (IHK), die von den KSM angeboten wird. Ziel dieser 80-stündigen

Weiterbildung ist die Vertiefung der Kenntnisse in den Bereichen Import-/ Exportabwicklung, logistische

Prozesse, Finanzierung und Risikomanagement sowie Marketing und Interkulturelle Kompetenz. Die Qualifikation

wird mit der Präsentation einer Fallstudie in englischer Sprache abgeschlossen. Unternehmen und

Auszubildende, die sich für diese Qualifikation interessieren, wenden sich an die Abteilungsleiterin, Studiendirektorin

Angelika Fresenborg.

Das Außenhandelsteam hat außerdem eine Broschüre zum Ausbildungsberuf „Kauffrau/-mann im Außenhandel“

erarbeitet. Auszubildende berichten aus ihrer täglichen Praxis und eine Exportleiterin stellt die Vorteile

dieser besonderen Ausbildung für ihr Unternehmen vor. Die 24-seitige Broschüre kann angefordert oder

von der Webseite heruntergeladen werden.

Bisherige Bundessieger im Außenhandel der KSM mit den jeweiligen Ausbildungsbetrieben

2019

Laura Zenke, KoCoS Messtechnik AG

2018

Aileen Wiesemann, Analyticon Biotechnologies AG

2016

Lina Franke, SMA Solar Technology AG

2015

Johanna Freiling, Viessmann-Werke GmbH & Co. KG

2014

Laura Wilhelm, B.Braun Melsungen AG

2013

Stefanie Feige, B.Braun Melsungen AG

2012

Sebastian Senff, B.Braun Melsungen AG

2010

Felix Heute, Osborn International GmbH

2008

Karin Dingler, Horizont Group GmbH

2006

Karolin Paar, Viessmann-Werke GmbH & Co. KG

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Berlin war das Highlight

Außenhändlerin der KSM wird in Berlin als Bundesbeste geehrt

L

aura Zenke, bis zur Sommerprüfung 2019

Schülerin an den Kaufmännischen Schulen,

war bei den Abschlussprüfungen die

deutschlandweit beste Auszubildende im Ausbildungsberuf

„Kauffrau/-mann im Außenhandel“.

Gemeinsam mit 205 Auszubildenden aus

198 Berufen wurde sie in Berlin geehrt. Barbara

Schöneberger moderierte und so vergingen drei

Stunden Feier wie im Flug, witzig und kurzweilig.

Über 300 000 Auszubildende nahmen an den

zentralen Abschlussprüfungen teil, 205 von

ihnen erzielten die höchste Punktzahl und wurden

somit Bundessieger in ihrem jeweiligen Beruf.

Die Veranstaltung unter der Verantwortung des

Präsidenten des deutschen Industrie- und Handelskammertages

(DIHK), Dr. Eric Schweitzer,

zeigte die Vielfalt und Bandbreite der dualen

Ausbildung in Deutschland. Die Vielfalt reicht

vom Automatisierungstechniker über die Fachkraft

für Fruchtsafttechnik, den Rohrleitungsbauer

und den Werksfeuermann bis hin zum

Zerspanungsmechaniker.

Mit Laura Zenke ist zum zehnten Mal eine Auszubildende

der Kaufmännischen Schulen auf

Platz eins gelangt. „Über die Jahre haben wir im

Außenhandel ein relativ konstantes Team an

erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aufgebaut,

die ihren Unterricht stets an die aktuellen

Entwicklungen der Wirtschaft anpassen und so

leistungsstarken Schülerinnen und Schülern die

Grundlage für eine hervorragende Prüfungsleistung

ermöglichen. Dass dies keine Eintagsfliege

war und ist, darauf sind wir stolz!“, so

Joachim Striepecke, Berufskoordinator für den

Außenhandelsbereich.

Festrednerin Anja Karliczek, Bundesministerin

für Bildung und Forschung,

kann die Leistung der Auszubildenden

aus eigener Erfahrung

würdigen. Sie selbst hängte an ihren

Abschluss als Bankkauffrau einen

zweiten Beruf an und absolvierte

die Ausbildung zur Hotelkauffrau.

Mit großem Engagement hat sie die

Aktualisierung der Berufsausbildung

vorangetrieben. Ein Ergebnis

ist das neue Berufsbildungsgesetz,

das zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten

ist.

Das Bild zeigt Laura Zenke mit dem Präsidenten des DIHK,

Dr. Eric Schweitzer (Foto: DIHK).

Es sieht eine Mindestvergütung für

Auszubildende vor und eine bessere

Durchlässigkeit von zweijährigen

zu dreijährigen Ausbildungen.

Die duale Ausbildung gibt eine solide Grundlage

für einen erfolgreichen Einstieg in die Berufskarriere.

Die beruflichen Kompetenzen können

in vielfältigen Angeboten der Fort- und Weiterbildung

weiterentwickelt und mit über 200

zertifizierten Abschlüssen nachgewiesen werden.

Neue Bezeichnungen für die Fortbildungsabschlüsse

betonen die Gleichwertigkeit von beruflicher

und akademischer Ausbildung. Mit

dem „Bachelor Professional“ und dem „Master

Professional“ wurden Bezeichnungen gewählt,

die zudem die internationale Anerkennung der

Fortbildungsprüfungen erleichtern werden.

Die deutsche Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen.

Die Digitalisierung fordert einen

Technologiesprung, der Wettbewerb wird

globaler und intensiver und der demografische

Wandel birgt große Risiken und Chancen.

Unter diesen Vorzeichen richtete Karliczek folgende

Bitte an die herausragenden jungen

Fachkräfte: „Behalten Sie Ihren frischen Blick.

zu hinterfragen. Stoßen Sie Innovationen an.“

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Interview mit Laura Zenke (geführt von Angelika Fresenborg, KSM)

Laura, wie hat dich dein Ausbildungsbetrieb,

KoCoS Messtechnik AG in Korbach, bei der

Prüfungsvorbereitung unterstützt?

Sowohl meine Ausbilderin als auch meine Kolleginnen

und Kollegen standen mir immer mit

Rat und Tat zu Seite, wenn es noch offene Fragen

gab. Außerdem hatten wir ein 5-tägiges Seminar

speziell zur Vorbereitung für die schriftliche

Prüfung bei einem externen Dienstleister in

Kassel.

Was ist dein Rezept für eine erfolgreiche Prüfungsvorbereitung?

Vertraut auf die Einschätzungen der Lehrer. Sie

sind schon länger dabei und wissen, was gerne

abgefragt wird. Und: Nicht zu spät anfangen,

sonst kriegt man schnell Panik.

Laura, mit welchen praktischen Vorteilen ist es

verbunden, Bundesbeste zu werden?

Außer Ruhm und Ehre und einer schönen Feier

in Berlin ist das Einzige, was mir einfällt, dass

sich solche Auszeichnungen sehr gut bei Bewerbungen

für neue Stellen machen, egal ob

bei einem anderen Unternehmen oder bei einer

internen Ausschreibung. Gutscheine oder Ähnliches

haben wir nicht bekommen.

Was hat dir an der Feier in Berlin ganz besonders

gefallen?

Es war sehr interessant, auch die anderen Bundesbesten

kennenzulernen und sich auszutauschen.

Insgesamt war es eine wirklich schöne

Veranstaltung, bei der man wirklich für seine

harte Arbeit belohnt wird, was das Ganze unvergleichlich

macht.

Was möchtest du zukünftigen Auszubildenden

mitgeben?

Eure Lehrer geben wirklich ihr Bestes, euch auf

die Prüfung vorzubereiten, also versucht auf die

Ratschläge zu hören. Dann ist die Prüfung auch

gar nicht mehr so schlimm!

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Fit am PC

Verleihung der ECDL-Zertifikate an den KSM

R

und 92 Prozent der deutschen Haushalte

haben laut einer Studie des Statistischen

Bundesamtes aus dem Jahr

2019 einen Computer. Die meisten benutzen

ihn für alltägliche Dinge: mal einen Brief schreiben,

ins Internet gehen, online einkaufen. Für

all diese Dinge reichen grundlegende PC-

Kenntnisse aus. Doch ein paar Worte in Word

eintippen oder alle Funktionen des Textverarbeitungsprogramms

kennen – das ist ein großer

Unterschied!

Um seine EDV-Kenntnisse zu vertiefen und die

umfangreichen Funktionen der gängigsten Programme

aus dem Hause Microsoft kennenzulernen,

gibt es das Zertifikat „European Computer

Driving Licence“ (ECDL, Europäischer Computerführerschein).

Dieser wird für Schüler und

Auszubildende auch an den KSM angeboten.

Wer sich für den ECDL anmeldet, kann aus einem

breiten Angebot von Modulen in den Bereichen

Textverarbeitung, Computergrundlagen,

Tabellenkalkulation und Präsentation die für

sich passenden Module auswählen.

Insgesamt dreizehn Schüler nahmen das Zusatzangebot

der Kaufmännischen Schulen

wahr und meldeten sich für den ECDL an. Wer

insgesamt vier Module erfolgreich abschließt,

erhält das Zertifikat „ECDL Profile“. Alle anderen

erhalten eine Bescheinigung über den erfolgreichen

Abschluss des gewählten Moduls.

Ab dem nächsten Schuljahr wird das ECDL-

Zertifikat in „International Computer Driving Licence“

(ICDL) umbenannt.

Dadurch soll besonders herausgestellt werden,

dass beide Zertifikate weltweit anerkannt sind.

Bereits abgelegte ECDL-Zertifikate behalten

ihre Gültigkeit und können darüber hinaus mit

weiteren ICDL-Zertifikaten ergänzt werden.

Auch im nächsten Schuljahr wird es die Möglichkeit

geben, sich für den ICDL anzumelden.

Die Teilnahme steht Schülern aller Schulformen

und Jahrgangsstufen offen. Der Unterricht findet

außerhalb der normalen Unterrichtszeit im

Blockunterricht, meist nachmittags, statt. Wer

eine Modulprüfung besteht, erhält mit dem ICDL

ein Zertifikat, das international anerkannt ist und

jederzeit durch Hinzufügung weiterer Module

erweitert werden kann. Weitere Informationen

erteilt Roman Kriesten (E-Mail: roman.kriesten@ksm-mr.de).

Folgende Schüler haben im Schuljahr 2019/20

das Zertifikat „ECDL Profile“ erhalten:

Jutta Schäfer (Klasse 12 GK 01), Tim Groß (11

GH 02), Tom Schumertl (11 FO 01), Lea Stein

(11 FO 01), Saliha-Betül Karabulut (10 BM 02),

Kimberly Trösch (10 BM 02), Nicolai Kühl (10

BM 02), Nadine Martin (12 GK 01), Miriam

Lembke (11 GK 01).

Die folgenden Schüler haben einzelne Modulprüfungen

erfolgreich absolviert:

Melinda Sue Schröter, Anna Nguyen, Isabell

Michelle Glauch, Vanessa Kraemer und Lea

Heni.

Ein Teil der Absolventen des ECDL mit den betreuenden Lehrkräften Holger Jüngst,

Roman Kriesten, Jörg Martin sowie Schulleiter Klaus Denfeld.

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Zum 25. Mal Schulmeisterschaften am PC

Auf der Tastatur erfolgreich unterwegs

B

ereits zum 25. Mal führten die KSM ihre

Schulmeisterschaften am PC durch. Insgesamt

wurden an den Kaufmännischen

Schulen bis zur Corona-Zwangspause über

370 Arbeiten in den beiden Disziplinen 10-Finger-Tastschreiben

und Autorenkorrektur abgegeben.

Die Höchstleistungen lagen mit 328 Anschlägen

pro Minute bzw. mit 97 Autorenkorrekturen

in jeweils 10-minütiger Bearbeitungszeit

über denen des Vorjahres, berichtet Siegfried

Groß, Koordinator für Fachpraxis an den

KSM, nach der Auswertung.

Insgesamt haben die Kaufmännischen Schulen

seit 1993 bereits 50 Landessieger sowie einige

Bundessieger stellen können.

Schulsieger 2020

Tastschreiben

Altersklasse A:

Tastschreiben

Altersklasse B:

Tastschreiben

Schulbeste Staffel:

Autorenkorrektur

Altersklasse A:

Florian Bredohl

(Klasse 10 VW 01)

Gina Hesse

(Klasse 12 HB 01)

Aylin Bozdogan

Kadir Halat

Dominik Schwalb

Halime Yanik

(Klasse 11 BF 01)

Pauline Teml

(Klasse 12 RA 01)

Alle erfolgreichen Schüler erhielten eine Urkunde

über ihre Leistung. „Eine Urkunde über

die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb

ziert jede Bewerbung“, so Groß.

„Deshalb bieten wir unseren Schülern seit Ende

der 1980er Jahre die Teilnahme am Bundesjugendschreiben

an, früher an der Schreibmaschine,

inzwischen natürlich am PC.

Autorenkorrektur

Altersklasse B:

Lea Schneider

(Klasse 11 VW 01)

Eine Siegerehrung wie in all den Jahren vorher

konnte diesmal Corona-bedingt nicht stattfinden.

Schulleiter Klaus Denfeld stellte aber heraus,

dass das 10-Finger-Tastschreiben die rationellste

Art der Texteingabe über die PC-Tastatur

bleibt. Der Förderverein der Schule finanzierte

auch in diesem Jahr die Geschenkgutscheine

für die Schulsieger.

Die besten Teilnehmer an den Schulmeisterschaften

meldet die Schule zum Bundeswettbewerb

„Bundesjugendschreiben“ an. Corona-bedingt

wurde der Meldeschluss zweimal verlängert,

sodass erst Anfang August feststeht, wie

sich die schulbesten Teilnehmer im hessenund

bundesweiten Vergleich platzieren konnten.

Seit 1996, dem Jahr unseres 100. Schuljubiläums,

verbinden wir das mit den Schulmeisterschaften

am PC.

2021 wird es voraussichtlich eine Weiterentwicklung

geben, in dem wir erstmals Stadtmeisterschaften

der Universitätsstadt Marburg

durchführen wollen. Dann können zum Beispiel

auch Mitarbeiter städtischer Einrichtungen und

andere Interessierte teilnehmen“.

Die Bundesjugend für Computer, Kurzschrift

und Medien ruft seit über 40 Jahren dazu auf,

im Rahmen des Wettbewerbs „Bundesjugendschreiben“

die schnellsten Schreiber am PC zu

ermitteln.

Neben Schulen beteiligen sich bundesweit auch

Stenografenvereine sowie andere Bildungseinrichtungen

an dieser Aktion.

Bildquelle:

www.bjckm.de/index.php?id=8

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Verabschiedung von Vollzeitklassen

Berufliches Gymnasium

Die 13-BG-Klassen auf Studienfahrt in Prag

Erfolgreiche Absolventen des BG 2020 – Fachrichtung Wirtschaft

Klasse 13 BG 01 – Tutorin: Kathrin Born

Lisa Balser | Tim Becker | Selenay Demir | Alexander Joel Hämer | Dennis Heilmann

Moritz Emil Heinzmann | Maren Betti Henkel | Jonas-Elias Hofmann | Nora Körbs

Mika-Eric Lingelbach | Jan-Luca Mosler | Carolin Ritter | Mara Schmidt | Viktor Leonhard Schorge

Robert Seidel | Elias Henri Welters

Klasse 13 BG 02 – Tutor: Martin Burger

Salina Bäcker | Robin Jaensch | Christina Levankova | Felix Otterbach | Toryalai Rasuli

Monique Schöneweiß | Hadi Yehia

Jahrgangsbester: Dennis Heilmann (Note 1,3)

Erfolgreiche Absolventen des BG 2020 – Fachrichtung Gesundheit

Klasse 13 BG 03 – Tutorin: Dr. Nicole Hammer

Isaak Al-Mustafa | Maja Antonia Barthel | Annika Beck | Tim Tarek Becker | Hanna Bisinger

Lukas Ulrich Dauzenroth | Carolyn Dinh | Lilly Elmshäuser | Elif Koca | Nadine Muhm

Mirjam Katharina Müller | Sophia Marie Nau | Lukas Ortkamp | Rebecca Prater

Jolanda Elena Schirndinger von Schirnding | Paula Smit | Sina-Marie Trottmann

Klasse 13 BG 04 – Tutorin: Claudia Pinternagel

Zara Bushra Ahmad | Julia Marina Buchholz | Melissa Daitche | Anna-Maria Dersch

Mareike Fenner | Carolin Kayer | Bajan Masri | Charlotte Christina Mathias | Jannis Müller

Vanessa Antonia Nagenrauft | Lawand Othman | Karoline-Eva Scharf | Leonie Chiara Stopp

Lena Wieckhorst

Klasse 13 BG 05 – Tutor: Stefan Kruft

Maria Briel | Melissa Kunzmann | Merle Lindauer | Chiara Linzmayer | Lara Marie Näcker

Elena Otte | Hanna Schaub | Anne Mareike Thomsen | Laura del Carmen Wenz

Jahrgangsbeste: Hanna Bisinger (Note 1,5)

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Fachoberschule

Erfolgreiche Absolventen der FOS 2020

Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung

Klasse 12 FO 01

Klassenlehrerin: Jeannette Jockenhövel

Anusha Ahmad | Lejla Basak | Monique Bosshammer | Victoria Diehl | Kevin Eva

Jessica Feuster | Antonia Grosch | Kevin Frank Held | Olivia Jakob | Alina Kräling

Anneta Krasnianski | Anton Kutkov | Sarah Kwasny | Fabian Lauer | Angelina Martin

Lisa-Marie Müller | Francesca Otto | Lina Luca Pitzer | Ferit Preuss | Daniel Schopscha

Kristin Schumacher

Klasse 12 FO 02

Klassenlehrer: Oliver Gottschlich

Nadine Farger | Paul Holtorf | Alina-Sophie Kirch | Melvin Kurzeja | Lara Laukel | Artjom Lel

Eileen Lempe | Elaine Müller | Evelyn Reinhardt | Alexander Schuhr | Dmitrij Shirokov

Emrah Sisamci | Leonie-Marie Thome

Klasse 12 FO 03

Klassenlehrerin: Antje Henschel

Nico Albrecht | Josie-Lisanne Debus | Annika Eidam | Jessica Foht | Madeleine Franz

Aylin Heyn | Nikita Kroneberger | Maximilian Lichtenwald | Angelina Moog | Paula Bettina Rafflenbeul

Vincent Daniel Spies | Lilli-Marie Stielow | Zoé Chantal Tollas | Onur Yilmaz

Das Foto zeigt die FOS-Klassen (außer 12 FO 04) mit Lehrkräften im Februar 2020

während der Studienfahrt in Kopenhagen

Klasse 12 FO 04 (B-Form)

Klassenlehrer: Jörg Martin

Jan Dominic Amend | Richard Bauer | Loris Ciataras-Loosen | Lena Elmsheuser

Felicia Talea Guski | Kevin Hansch | Alina Himmelreich | Selina Kranitz | Zeynep Özen

Julian Petri | Alexander Schäfer | Moritz Toson

Jahrgangsbeste: Lena Elmsheuser (Note 1,0)

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Die Klasse 12 FO 04 mit Jahrgangsbester Lena Elmsheuser (4. v. l.), Klassenlehrer Jörg Martin (rechts)

und Mitgliedern der Schulleitung

Zweijährige Höhere Berufsfachschule

Erfolgreiche Absolventen der HBFS 2020

Klasse 12 HB 01 – Fachrichtung Bürowirtschaft

Klassenlehrerin: Simone Reinarz

Kelsey Altenheimer | Loreen Becker | Gina Hesse | Amy Lauer | Henning Lauer

Robert Schunck | Bünyamin Yalta | Sözdar Yalzin

Klasse 12 HB 01 – Fachrichtung Fremdsprachensekretariat

Klassenlehrerin: Simone Reinarz

Douaa Halbouni | Maria Kronenberger | Max Kronenberger | Melisa Lacotas | Stefanie Neuhoff

Jahrgangsbeste: Gina Hesse (BW, Note 2,1) und Stefanie Neuhoff (FS, Note 1,8)

Verabschiedung der Klasse 12 HB 01

Einjährige Höhere Handelsschule

Erfolgreiche Absolventen der HH 2020

Klasse 11 HB 01 – Klassenlehrerin: Kerstin Mottner

Aliza Ahmed | Areej Aljamal | Samim Bahawi | Nejra Jusic | Erkam Karabulut | Riffat Shakir Adnan

Klasse 11 HB 02 – Klassenlehrerin: Martina Gücker

Ceyda Dikisci | Julian Fuchs | Lea Heni | Konan Kleem | Zeynep Konsun | Alexander Kunat

Zoubeida Nasrah | Bekir Özcan | Sena Sacu | Madina Sahab | Melinda Sue Schröter | Hüseyin Tugrul

Hüseyin Üste | Finn-Luca Wagner | Nigina Wahl | Luc Vonnemann

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Zweijährige Berufsfachschule

Erfolgreiche Absolventen der BFS 2020

Berufsfeld: Wirtschaft und Verwaltung – Klasse 11 BF 01

Klassenlehrerin: Anja Reinhardt-Köhl

Abdelrahman Abbas | Usame Ahmad | Armend Avdijaj | Aylin Bozdogan | Kadir Halat

Muslim Hussein | Jan Illichmann | Friedrich Kalmbach | Marvin Kauschinger | Elias Manzoillo

Diyar Özcan | Jasmin Philipp | Cancut Polat | Zainab Rahmani | Milena Satalino

Dominik Schwalb | Halime Yanik

Jahrgangsbester: Usame Ahmad (Note 1,5)

Verabschiedung der Klasse 11 BF 01 mit Klassenlehrerin Anja Reinhardt-Köhl (oben, 2. v. l.)

Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BzB)

Erfolgreiche Absolventen der BzB 2020

Klasse 10 BZ 01 – Klassenlehrerin: Lenke Kozma

Eslam Abd Alhamud Alogla | Razan Al Akla | Mahmoud Alshartah | Metio Ayvazov

Adnan Choudry | Adelina Engel | Abdulallah Khaled | Alina Lakin | Jeanette Lang

Hadi Mirzai | Elham Najafi | Hossain Rahimi

Jahrgangsbeste: Alina Lakin (Note 2,25)

Kreative Absolventen aus der 11 BZ 01

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Verabschiedung von Teilzeitklassen

Medizinische Fachangestellte

D

ie Bezirksärztekammer Marburg verabschiedete 21 Medizinische Fachangestellte, die im Rahmen

ihrer Ausbildung die Berufsschule besucht hatten, nach deren bestandener Prüfung. Hierüber

berichtete die „Oberhessische Presse“ am 18.08.2019:

Quelle: „Oberhessische Presse“ am 18.08.2019

Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte

Klasse 12 PH 01 – Klassenlehrerin: Petra Mehlmann

Dilara Bilen | Karina Elke | Silvana Löwer | Carola Preis | Christina Rau

Katja Samojlov | Nathalie Schneider

Yasmin Dyla und Nina Sack haben die Abschlussprüfung

bereits im Januar 2020 erfolgreich bestanden

Jahrgangsbeste: Nathalie Schneider (Note 1,3)

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Absolventen im Sommer 2020

Klasse 12 MF 01

Klassenlehrerin: Elke Eckert

Janin Marica Dieper | Lea Gruber | Jana Jost

Kader Kaya | Büsra Kisa | Celine Küblbeck

Lisa Kuhn | Lisa-Maria Losekant | Aylin Sahin

Rahel Schäfer | Vanessa Schibelgut

Talisa Schick | Laura Schneider

Morganna Wagner | Ronja Zuber

Jahrgangsbeste: Lea Gruber (Note 1,0)

Die Jahrgangsbeste mit den Lehrkräften

Stefan Kruft und Elke Eckert sowie Frau Matthäi von der

Bezirksärztekammer Marburg.

Medizinische Fachangestellte

Verabschiedung der Klasse 12 MF 01 mit Lehrkräften der KSM

Zahnmedizinische Fachangestellte

Klasse 12 ZA 01 – Klassenlehrer: Jürgen Maldoff

Silan Arac | Melina Braga Macedo | Vanessa Buhl | Shirin van Elkan | Vanessa Geisel

Viktoria Heuser | Vanessa Kisser | Bianca Löwer-Kutsch | Sabrina Meissner | Shanice Steiner

Selin Yigit

Klasse 12 ZA 02 – Klassenlehrer: Dr. Oliver Lehmann

Feride Aslan | Tsige Ghilay Mebrahtu | Clara Hanikl | Marie Hormel | Juliane-Sophie Kalin

Linda Maßlich | Melissa Michalsky | Sanam Mohammadi | Diana Konstanze Pirogow

Maka Schawerdaschwili | Arife Sener | Dana-Jacqueline Trier | Antonia Weiß

Jahrgangsbeste: Clara Hanikl (Note 1,15)

Clara Hanikl ist Jahrgangsbeste bei den

Zahnmedizinischen Fachangestellten

41

Tsige Ghilay Mebrahtu hat die praktische Prüfung mit der

Note 1,0 abgeschlossen. Sie ist vor 4 Jahren mit dem Boot

über das Mittelmeer aus Erithrea geflüchtet.


Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte

Klasse 12 RA 01 – Klassenlehrer: Siegfried Groß

Laura Balzer | Lisa Bastian | Angelika Denik | Stefanie Gutknecht | Eugen Kloster | Gina Noll

Patricia Scheuer | Laura Schick | Pauline Teml | Anna-Maria Wenzek (Winterprüfung 2019/2020)

Jahrgangsbeste:

Patricia Scheuer (RA-Fachangestellte) und Pauline Teml (ReNo-Fachangestellte, jeweils Note 1,3)

Verabschiedung der Klasse 12 RA 01 mit Klassenlehrer Siegfried Groß (links), Mitgliedern der Schulleitung und Lehrkräften

Klasse 12 ST 01

Klassenlehrerin: Helen Görge

Folgende Auszubildende haben die

Abschlussprüfung bestanden, davon

drei bereits im Winter 2019 in

Gießen:

Steuerfachangestellte

Lena Maria Becker | Sofia Grundl

Lukas Hartmann | Philipp Klee

Benjamin Kranz | Marcel Merle

Christian Rösch

Alina Schönwälder

Lilit Temurova | Michaela Theis

Sarah Thomae | Nick Wedekind

Jahrgangsbeste:

Sofia Grundl (Note 2,6)

Die erfolgreichen Absolventen mit Klassenlehrerin Helen Görge (links)

Verwaltungsfachangestellte

Klasse 12 VW 01 – Klassenlehrerin: Claudia Eckert

Adrian Bösser

Priska Depner

Kristina Görge

Saskia Grebe

Anna Melina Hofmann

Sarah Melina Kurz

Sina Meichsner

Elisa Palm

Luisa-Christin Paul

Lena Franziska Schubert

Lisa Marie Theiss

Sophie van Moll

42


Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Klasse 12 VW 02 – Klassenlehrer: Marius Mengel

Johanna Bamberger

Lena Bender

Simone Brüggendick

Marianne Bulach

Johanna Dörr

Jan Hollfelder

Tabea Möscheid

Patrick Naumann

Annalena Rochow

Hayriye Ümran Saban

Gian-Luca Sanzone

Verena Katharina Schalk

Kevin Schmitz

Tina Schröder

Anika Ulbrich

Chantal Wagner

Jahrgangsbeste:

Priska Depner | Johanna Dörr | Sarah Melina Kurz

Sina Meichsner (alle Note 1,3)

Kaufleute für Büromanagement

A

lle Absolventen, die von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg geprüft werden, haben

ihre mündliche Prüfung erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe abgelegt. Daher nennen

wir jeweils alle Namen der Auszubildenden, die Schüler der Abschlussklassen waren.

Klasse 12 BM 01

Klassenlehrer: Dr. Holger Speier

Natascha Boos | Hannah Brattoli

Shirin Breidenstein | Evelyn Findt | Nadin Fischer

Jaqueline Groß | Agnes Janz | Johannes Mai

Patrick Pfaff | Peter Prenzer | Elisabeth Solo

Evelyn Thomas | Aleyna Yükseloglu

Klasse 12 BM 02

Klassenlehrer: Lars Elbert

Sara Almeida | Concetta Baumann

Johanna Becker | Melina Günther

Jaqueline Hoppe | Merlin Junker | Silas Kurz

Leonie Liedhegener | Katharina Matheis

Elisabeth Muth | Justine Philipp | Louisa Pitz

Mark Podslasin | Fabienne Premer | Christoph Seip

Antonio Silman | Katrin Wagner

Klasse 12 GK 01

Klassenlehrer: Andreas Dittmann

Nathalie Bach

Marvin Franzl

Julia Hofmann

Hanna Kovacs

Nadine Martin

Anna Neuzling

Jutta Schäfer

Anna Schubert

Kaufleute im Gesundheitswesen

Die vorgezogene Abschlussprüfung haben im Januar 2020 bereits bestanden:

Louisa Cloos | Isabell Hoffmann | Sarah Kempel | Christina Rechenbach | Denise Schneberger

Celine Schwald | Rachel Simon | Merve Züberler

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Kaufleute im Einzelhandel | Verkäufer | Fachpraktiker im Verkauf

Kaufleute im Einzelhandel:

Klasse 12 EH 01 – Klassenlehrer: Thomas Gaudek

Harry Berkmann | Daniela Casas | Gamze Culaydar

Elena Fedorov | Flutra Helshani | Sebastian Klein

Dennis Koch | Oxana Krupenkow | Yuri Malakhowsk

Denise Pilgrim | Marten Spitzner | Viktoria Stabel

Darren Yancey

Kaufleute im Einzelhandel:

Klasse 12 EH 02 – Klassenlehrer: Peter Rohleder

Nadim Andre Ansari | Medya Barcin | Denise Engelhardt

Nico Heiko Fleischhammel | Jasmin Elisa Goldfuß

Joshua Janowski | Cara Selina Kotthaus | Julia Müller

Simon Scholz | Thorsten Andreas Sohn

Philipp Ueberholz | Alexander Webb

Jahrgangsbester:

Alexander Webb (Klasse 12 EH 02, Note 1,1)

Verkäufer:

Klasse 11 EH 01 – Klassenlehrer: Andreas Höllerer

Jwan Al Haji | Besnik Avdijaj | Jennifer Katharina Belzer

Claudia Laura Garau | Zemikael Asfaha Ghebremeskel

Laura Theresa Junk | Louis Paul | Jessica Reisch

Alisa Rösser | Lukas Rücker

Verkäufer:

Klasse 11 EH 02 – Klassenlehrer: Thomas Gaudek

Jacqueline Brück | Aileen Burkhardt | Sabrina-Janina Kohl | Khaled Matar | Farah Sybilla Mohr

Patrick Naethbohm | Helin Oguz | Asya Önen | Nicolas Sauer | Gian-Luca Schepp | Maxim Schnabel

Orhun Simsek | Naseebullah Sulamankhail

Jahrgangsbeste: Laura Theresa Junk (Klasse 11 EH 01, Note 1,0)

Fachpraktiker im Verkauf

Klasse 11 EH 02 – Klassenlehrer: Thomas Gaudek

Denise Batushaj | Anna-Maria Kombächer

Informatikkaufleute

Klasse 12 IT 01

Klassenlehrer: Marcus Ghiai

Kai Deucker

Sven Rösser

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Kaufleute im Groß- und Außenhandel

Kaufleute im Außenhandel

Klasse 12 AH 01

Klassenlehrerin: Marion Pöltl

Enes Ciraci | Jana Dersch | Anna Lea Grenda

Luisa Keim | Luisa Mengel | Maximilian Molz

Carolin Mütze | Christoph Ruppert

Sina Schäfer | Natalie Scherping

Anatolij Shirkov | Tim Thiele | Erika Unger

Adrian Weitzel | Maximilian Werner

Jahrgangsbeste:

Anna Lea Grenda und Tim Thiele

(beide Note 1,1)

Kaufleute im Großhandel – Klasse 12 GH 01 – Klassenlehrerin: Cornelia Reccius

Jessica Barth | Fabian Blöcher | Marvin Busch | Niklas Michael Jakobi | Kaan Kurnaz

Rafael Macean | Christoph Pfeiffer | Vivien Polednik | Jacqueline Rech | Alina Rein

Svenja Schmidt | Sven Wagner | Eden Chantal Weiser

Jahrgangsbeste: Eden Chantal Weiser (Note 1,5)

Berufe der Lagerlogistik

Fachlageristen – Klasse 11 HL 01 und 11 HL 02

Klassenlehrer: Gabriele von Rüden-Kemeth, Sören Widdrus

Lara Arnold | Moritz Bauch | Ben Bieker

Johannes Eckel | Dawed Gebru | Katharina Gluth

Marina Hahn | Christian Idemudia

Kristina Kaiser | Mustafa Kanyildiz

Sven Kasprzyk | Stefanie Klafack | Philipp Koch

Marvin Mündel | Laura Queißer | Tobias Rey

Marcel Riethig | Melanie Schäfer

Marvin Schmidt | Khadar Tamanshafi

André Weber | Denise Wellnowski

Mehmet Yüzgülen

Jahrgangsbeste: Stefanie Klafack (Note 1,1)

Fachkräfte für Lagerlogistik – Klasse 12 HL 01 und 12 HL 02

Klassenlehrer: Steffen Godzina

Andre Beckert | Chantal Beil | Lennart Braach | Naid Demic | Christian Ebermann | Evelyn Ebermann

Nathan Elmshäuser | Dennis Faller | Tarik Freiling | Benedict Gabriel | Marvin Gorski | Sarah Harnisch

Johannes Kapeller | Artur Knaut | Jan Kristen | Denise Ludwig | Michael Maier | Yelena Mattern

Niklas Moog | René Müller | Mike Rokitzki | Kevin Ruber | Jannik Schneider | Phillip Wagner

Ersan Yildirim

Jahrgangsbeste: Chantal Beil (Note 1,1)

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Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Kommen und Gehen

Karin Zick ist neue Abteilungsleiterin an den KSM

„Ich tue immer das, was ich nicht kann,

damit ich lernen kann, wie man es macht.“

Pablo Picasso

Dieses Zitat Picassos beschreibt sehr gut meinen bisherigen beruflichen Werdegang

und meine Motivation, seit Februar 2020 Verantwortung für die Leitung der Abteilung IV

an den KSM zu übernehmen.

Nach dem Abitur in Alsfeld, dem Studium an der Philipps-Universität (Deutsch und Sozialkunde)

und dem Referendariat am Gymnasium Philippinum in Marburg lernte ich

2004 das erste Mal eine berufliche Schule kennen: An der Aliceschule in Gießen habe

ich im BG und der BFS die Fächer Deutsch und PoWi unterrichtet und darüber hinaus

erfolgreich die Fachkonferenz Deutsch installiert und geleitet.

Im Jahr 2010 wechselte ich an die Max-Weber-Schule in Gießen – und damit auch (zum zweiten Mal) die Schulformen.

An dieser kaufmännischen Berufsschule war ich unterrichtlich überwiegend in der Fachoberschule eingesetzt,

mit einigen Stunden auch in der Fachschule und der Teilzeitberufsschule.

Auch hier leitete ich nachhaltig die Fachkonferenz Deutsch und organisierte zusammen mit Kolleginnen und Kollegen

fächerübergreifend eine jährlich stattfindende Studienfahrt der FOS nach Weimar, später auch Straßburg und

Berlin. In all meinen Tätigkeiten war und ist es mir ein Anliegen, im Team Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um

somit Schulentwicklung mitzugestalten. Dies geschah beispielsweise mit der Erstellung kompetenzorientierter

Deutsch-Curricula für alle Ausbildungsberufe an der MWS, über die Mitarbeit in der Deputat-Stunden-AG, mit der

Planung und Organisation regelmäßig stattfindender SchiILF-Tage (Schwerpunkt: Unterrichtsentwicklung) und bis

zuletzt als Mitglied des Personalrats. Seit Sommer 2019 bin ich zudem an die Hessische Lehrkräfteakademie abgeordnet,

dort wirke ich an der Erstellung eines Kerncurriculums für das Fach Deutsch in der FOS mit.

Rückblickend kann ich festhalten, dass mich zunächst unbekannte Wege immer erfolgreich zum Ziel geführt haben.

Ich freue mich daher sehr auf meine neuen Aufgaben an den KSM und bin zuversichtlich, bald sagen zu können:

„Ich habe gelernt, wie man es macht.“

Neue „LiV“ an den KSM: Franziska Eims

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebes Schul-Team! Mein Name ist Franziska Eims, ich

bin 35 Jahre alt und möchte mich kurz vorstellen: Ich habe am 1. Mai 2020 mit dem

pädagogischen Vorbereitungsdienst in den Fächern Gesundheit und Biologie begonnen.

Beruflich habe ich bereits einige Stationen durchlaufen. Nach meinem Abschluss an einer

Fachoberschule für Soziales und Gesundheit habe ich mit einer Ausbildung als Kauffrau

für Bürokommunikation bei einem namhaften Baufinanzierer begonnen.

Anschließend wollte ich mein kaufmännisches Wissen mit der Gesundheitsbranche verknüpfen

und habe Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft an

der Fachhochschule in Lübeck studiert. Nach meinem Abschluss durfte ich innerhalb

des Patientenmanagements eines Hamburger Klinikums berufliche Erfahrungen sammeln.

Allerdings verfolgte ich den Plan, für längere Zeit ins Ausland zu reisen und habe somit

den Entschluss gefasst, für ein halbes Jahr als Backpacker Australien zu erkunden. Als

ich wieder in Deutschland ankam, zog ich mit meinem damaligen Freund und jetzigen

Ehemann von Hamburg nach Wetzlar. Dort habe ich bei einer Personalberatung als

Headhunterin interessanten Menschen passende Stellen vermittelt. Da ich jedoch wieder

zurück in die Gesundheitsbranche wollte, absolvierte ich 2018 meinen Master in

Public Health an der Hochschule in Fulda.

Letztes Jahr hospitierte ich an den Kaufmännischen Schulen in Marburg und arbeitete

anschließend an der Philipps-Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Versorgungsforschung.

Ein Jahr später bekam ich die Zusage, an den KSM mein Referendariat

absolvieren zu können und freue mich sehr über diese Chance und den neuen

Lebensabschnitt.

46


Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Verabschiedung von Lehrkräften

Bernd Simon gehörte fast schon zum festen Inventar der Kaufmännischen Schulen, da der gebürtige

Bremer schon seit Bestehen des Neubaus und Umzug vom Ortenberg in das neue Schulgebäude, damals

noch Schwangasse 20, der heutigen Leopold-Lucas-Straße 20, dabei war. Bernd Simon kam nach

seinem Bremer Referendariat zum 1. Februar 1985 nach Marburg und blieb an den KSM bis zum 31.

Januar 2020.

Bernd Simon, der Elektrotechnik in Braunschweig studierte, wechselte zum Lehramtsstudium mit Physik

und Sport und blieb beiden Fächern bis zum Schluss seiner Lehrerkarriere treu. Hinzu kamen Einsätze

in Mathematik und besondere fächerübergreifende, langjährige Projekte im Beruflichen Gymnasium,

wie das Solarprojekt mit den Stadtwerken, das Marketingprojekt mit Vita Fitness u. a. m.

Jürgen Maldoff war vom 1. August 2001 bis 31. Juli 2020 als Studienrat an den Kaufmännischen Schulen

für das Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung und PoWi tätig. 2001 wechselt er wieder von der Max-

Eyth-Schule in Alsfeld nach Marburg an seine Ausbildungsschule, an der bereits vom 1. Mai 1991 bis

30. April 1993 als Referendar tätig war. Seine Haupteinsatzbereiche waren insbesondere der Einzelhandel

und die Zahnmedizinischen Fachangestellten. Für seine „Zahnis“ war er auch engagiert im Prüfungsausschuss

bei der Landeszahnärztekammer tätig. Er trat zum 1. August 2020 in den wohlverdienten

Ruhestand.

Martin Bumann war vom 1. August 2003 bis zum 31. Juli 2020 als Studienrat an den Kaufmännischen

Schulen für die Fächer Geschichte und Sport tätig. 2003 wechselt er von den Beruflichen Schulen in

Eschwege nach Marburg. Seine Haupteinsatzbereiche waren neben Sport in allen Schulformen insbesondere

das Berufliche Gymnasium. In Marburg war er über viele Jahre zudem an der Martin-Luther-

Schule im Rahmen einer Abordnung tätig. Auch er trat ist zum 1. August 2020 in den wohlverdienten

Ruhestand.

Bernd Simon Jürgen Maldoff Martin Bumann Kristin-S. Castillo Verena Engel

Kristin-Stephanie Castillo war vom 1. Mai 2017 – unterbrochen durch Mutterschutz und Elternzeit –

bis zum 31. Juli 2020 als Studienreferendarin auf eigenen Wunsch an zwei Schulen gleichzeitig eingesetzt:

zum einen am Gymnasium Philippinum, zum anderen an den Kaufmännischen Schulen. Zuvor

war sie bereits im TV-H-Vertrag an den KSM tätig. Sie absolvierte das Lehramt für Gymnasien mit den

Fächern Deutsch und Englisch. Im Mai 2018 schloss sie ihr 2. Staatsexamen mit der Note 1,6 ab. Ab

dem Schuljahr 2020/2021 wird sie als Studienrätin an die Beruflichen Schulen in Kirchhain wechseln

und die KSM wünschen ihr für ihren Berufseinstieg als Lehrerin an der neuen Schule alles Gute.

Zum Schuljahresende verließ Verena Engel die KSM in Richtung Gießen. Frau Engel war seit 1. November

2014 an den KSM und hat bis zum 31. Juli 2016 ihr Referendariat im Berufsfeld Wirtschaft und

Verwaltung und im Fach Englisch absolviert. Seit 26. August 2016 war sie als Studienrätin an den KSM

tätig und besonders im Bereich der internationalen Projekte engagiert. Für den Dänemark-Austausch

war sie eine der maßgeblichen Initiatorinnen und Akteurinnen. Sie hat sich auf eigenen Wunsch versetzen

lassen und beginnt das neue Schuljahr an der Willy-Brandt-Schule in Gießen. Aktuell ist sie im

Mutterschutz und freut sich im Herbst auf die Geburt ihres ersten Kindes. Die KSM wünschen ihr sowohl

für die neue Lebensphase als Mutter mit Kind, als auch für ihren Wechsel an die neue Schule alles

Gute.

47


Kaufmännische Schulen Marburg 22. Jahrgang | Ausgabe 24 | August 2020

Jürgen Maldoff (links) und Martin Bumann erhielten Ende Juni die Urkunden

über ihre Versetzung in den Ruhestand.

Dies & Das

Dienstjubiläum

Am 1. August 2020 konnte Frau Fachlehrerin

Heike Nowak-Fenner ihr 25-jähriges Dienstjubiläum

feiern.

Beförderungen

Die Studienräte Jörg Martin und Dr. Dietmar

Krause wurden mit Wirkung vom 1. Oktober

2019 bzw. 1. April 2020 zu Oberstudienräten

ernannt.

Gratulation!

Neu im Kollegium

… sind zum Schuljahresbeginn 2020/2021

Herr Wilko Klein (Ethik, Sport, Englisch),

Frau Sina Kuhnle (Wirtschaft, Politik),

Frau Simone Petzoldt (Deutsch, Ethik) und

Herr Tammo van Stiphout (Englisch, Ethik),

die die Schule in den unterschiedlichen Bereichen

für abgehende Lehrkräfte und neuen

Fachbedarf verstärken werden.

Zum Schulhalbjahreswechsel wird zusätzlich

für den ReNo-Bereich Frau Anke Helm an die

Schule kommen, die die in Ruhestand gehende

langjährige Kollegin Petra Altberg ersetzen

wird.

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