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Mitteldeutsche Wirtschaft Ausgabe 07-08/2020

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Das Mitgliedermagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 07/2020

Schwerpunkt:

Aktion Berufsorientierung 2020

Die Fachkräfte von morgen

offensiv ansprechen (S. 22)

Rezept gegen Corona

IHK-Vollversammlung

beschließt Positionspapier (S. 28)

Neue Entsenderichtlinie beachten!

Was auf sachsen-anhaltische

Unternehmen im Auslandseinsatz

zukommt (S. 44)

Ingenieurin oder doch lieber etwas Soziales? Zunächst auf jeden Fall erstmal das Fachabitur machen.

Josephine Kurth (17), Absolventin der Gemeinschaftsschule Heinrich Heine in Halle-Neustadt, hat dank guter

Berufsorientierung viele Optionen für ihre berufliche Zukunft aufgezeigt bekommen. Mehr zum Thema ab S. 22

www.halle.ihk.de


EDITORIAL

Sind Sie bereit für eine gute Nachricht?

Hier bekommen Sie eine Information der Marke „Totgesagte leben länger“. Mitte Juni

hat die IHK eine Blitzumfrage unter den Ausbildungsunternehmen der Region durchgeführt:

Es ging um die Frage, ob und inwieweit die Corona-Pandemie bzw. die Eindämmungsvorschriften

die duale Berufsausbildung in unserer Region belastet haben.

Wir waren auf eine Hiobsbotschaft gefasst.

Corona, so war zuvor zu hören, könnte einen „verlorenen Jahrgang“ hinterlassen,

wenn zu viele Unternehmen die Berufsausbildung womöglich nicht mehr würden

stemmen können. Der baden-württembergische Industrie- und Handelskammertag

vermeldete, dass dort ein Drittel aller Ausbildungsunternehmen bis auf weiteres

keine Azubis einstellen werde.

In unserem IHK-Bezirk lag die Zahl der registrierten Ausbildungsverträge zuletzt rund 15 Prozent unter dem

Wert von 2019. Also haben wir nachgefragt. In der IHK-Welt heißt es: Unternehmermund tut Wahrheit kund.

Aber die Antwort hat dann doch überrascht. Vier von fünf Ausbildungsunternehmen geben an:

Prof. Dr. Steffen Keitel, Präsident der

Industrie- und Handelskammer

Halle-Dessau, und Prof. Dr. Thomas

Brockmeier, Hauptgeschäftsführer

„Die Berufsausbildung läuft bei uns ganz normal!“

Und mehr noch, wir schlagen das „Musterländle“! 82 Prozent wollen aktuell wieder Azubis einstellen. Die einzelnen

Zahlen können Sie auf Seite 20 nachlesen.

Aber vielleicht ahnen Sie es schon. Dieses Ergebnis ist kein Anlass zum Zurücklehnen. Denn eine gefährliche

Lücke hat sich an anderer Stelle verbreitert: Schon bisher wussten zu wenig Jugendliche, welche Chancen

die duale Berufsausbildung ihnen bieten kann. Dies hat sich durch die Schulschließungen während der

Coronakrise verschärft, denn…

…damit fehlen zusätzlich drei Monate Berufsorientierung.

Das ist misslich, denn Berufsorientierung ist sehr wichtig: Wer nicht alle seine Optionen kennt, entscheidet

eben nicht immer richtig. Die IHK wird jedoch mithelfen, diese Lücke so rasch und so gut wie möglich zu

schließen. Lesen Sie im Schwerpunkt dieser Ausgabe – im Heft, unserem E-Paper oder der Onlineversion –

wie wir diese Aufgabe angehen werden.

Es wird nicht die einzige Aufgabe bleiben, wie Sie hier außerdem erfahren. Bei ihrer ersten virtuellen Sitzung

in 175 Jahren IHK-Geschichte hat die Vollversammlung einen wirtschaftspolitischen Fahrplan für den Weg

aus der Coronakrise verabschiedet (Seite 28).

Und eine kritische Zwischenbilanz darüber, was bei diesem Thema in der Interessenvertretung bisher erreicht

werden konnte, ziehen wir ebenfalls (Seite 32). Nur so viel sei hier schon verraten: Auch wenn bei manchen

Punkten noch Überzeugungsarbeit zu tun bleibt …,

…dort sind die meisten Haken grün im Sinne von „erledigt“.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 1


12

Licht am Ende des

Tunnels

6

Unterstützung für die

heimische Wirtschaft

INHALT

JULI/AUGUST 2020

1 EDITORIAL

4 BLICK INS LAND

46 BÖRSEN

48 VERANSTALTUNGEN

50 WIR FÜR SIE

52 BESCHLÜSSE

64 IMPRESSUM

IHK-Service schnell gefunden:

IHK-Kontakt

WIRTSCHAFT

& REGION

6 Was – Wann – Wo

Hilfsaktionen für die heimische Wirtschaft

und weitere Nachrichten

12 Zahlen – Daten – Fakten

Aktuelle Konjunkturumfrage der IHK

14 Fachkräfte

Hier dürfen nur Azubis ran!

Berufliche Kompetenzen zertifizieren lassen

Berufsbildungsausschuss neu berufen

Ausbildung digitalisieren

SCHWERPUNKT:

AKTION BERUFS-

ORIENTIERUNG 2020

20

Ausbildung? Es geht weiter! – Ergebnisse

der IHK-Umfrage

Ausbildungsprämien – der „Wumms“ ist noch

in Arbeit

Mit guter Berufsorientierung Azubis

gewinnen

Instagram bietet Chancen: @team.azubi

geht online

IHK-Download

Mehr Infos online

Querverweis im Inhalt

2

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


14

Ein Maschinenpark nur

für Azubis

20

Azubis finden mit

der Lehrstellenbörse

28

Auswege aus der Krise –

Positionspapier der Vollversammlung

44

Neue Entsenderichtlinie

beachten!

WIRTSCHAFT

& ENGAGEMENT

28 Vollversammlung

Rezept gegen die Krise:

Mehr Marktwirtschaft!

35 Interessenvertretung

Corona-Zwischenbilanz: Wo die Stimme

der Wirtschaft gehört wurde

„Task-Force Tourismus“: Ein gelungenes

Stück Interessenvertretung

36 Ausschüsse und

Arbeitskreise

Protektionismus abwehren – Europa

stärken

WIRTSCHAFT

& PRAXISWISSEN

42 Finanzierung und Förderung

In Energieeffizienz investieren

43 Recht

Aktuelle Gerichtsurteile

44 International

Neue Entsenderichtlinie beachten!

Firmengemeinschaftsstand auf der

intec 2021

38 IHK-Jubiläum

Im Gespräch mit den Ehrenpräsidenten

Die Mitteldeutsche Wirtschaft im Web:

https://miwi.halle.ihk.de/

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 3


BLICK INS LAND

Bestanden!

Mitte Juni 2020 sind bei der IHK die bundeseinheitlichen Abschlussprüfungen

in der beruflichen Ausbildung gestartet. Am 17. Juni war es

auch für Martin Dutkiewicz (r.) soweit. Er legte bei der Heraeus Quarzglas

Bitterfeld GmbH & Co. KG seine praktische Prüfung zum Maschinen- und

Anlagenführer ab – mit Erfolg. Den beiden Prüfern Michael Rapp (l.) und Torsten

Reruth erläuterte er unter anderem, wie ein Quaderzylinder vermessen wird.

4 MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & REGION

WAS – WANN – WO

Hilfsaktionen für die

heimische Wirtschaft

Beispiele gelebter Nachbarschaftshilfe gab und

gibt es im Zuge der Coronakrise etliche. Doch

einige Aktionen stechen besonders ins Auge:

„Groß hilft Klein“

Im Rahmen der Aktion „Groß hilft Klein“ stellte

die SKW Piesteritz-Gruppe insgesamt 509.000

Euro bereit, um durch die Corona-Pandemie in

Not geratenen kleinen Firmen aus Wittenberg

und Piesteritz zu helfen. Kooperationspartner

sind die Stadt, der Gewerbeverein und

die Mitteldeutsche Zeitung, die auch der Jury

angehören. Diese entschied in Reihenfolge

des Bewerbungseingangs, welche Unternehmen

wie viel Geld erhalten. Da die Anzahl der

Bewerber so hoch war, stockte SKW Piesteritz

die ursprünglich geplanten 300.00 Euro auf

432.000 Euro auf; die Agrofert Deutschland,

eine Tochter der SKW Piesteritz-Gruppe, unterstützte

mit weiteren 77.000 Euro. Bedacht

wurde unter anderem die „Hofwirtschaft“ im

Cranachhof. Deren junge Chefin, Nadine

Krickemeier, musste für fast neun Wochen

ihre Küche schließen und ihre Mitarbeiter in

Kurzarbeit schicken. Als Überbrückung half

sie in einer örtlichen Versandapotheke aus.

Das Geld aus dem SKW-Hilfsfonds möchte

die Unternehmerin auch dafür verwenden,

ihren Angestellten, die noch verkürzt arbeiten

gehen, wieder mehr Lohn zu zahlen. Groß

war die Freude zudem bei Lydia Grauss, der

Inhaberin des Restaurants „Wittenburger“, die

10.000 Euro Unterstützung erhielt. Damit

wolle sie eine eigene Website erstellen, die

Speisekarte digitalisieren und sich ein Elektro-

Lastenfahrrad zulegen, „um auch dem Nachhaltigkeitsaspekt

Rechnung zu tragen“. Perspektivisch

ist geplant, den Abhol- und

Lieferbereich auszubauen.

www.skwp.de

Lydia Grauss kann endlich wieder Gäste im „Wittenburger“

empfangen. Die finanzielle Unterstützung über die Aktion

„Groß hilft Klein“ kam gerade rechtzeitig, so dass die Inhaberin

wieder optimistisch in die Zukunft blickt.

6

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & REGION

Sonderfonds für Bitterfeld und Wolfen

Bereits Mitte April hatten die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen

gemeinsam mit der envia

Mitteldeutsche Energie AG, der Stadt Bitterfeld-Wolfen

und der Stadt Raguhn-Jeßnitz

einen Sonderfonds initiiert. Insgesamt standen

90.000 Euro zur Verfügung, wovon

10.000 Euro auf Raguhn-Jeßnitz entfielen.

In Bitterfeld-Wolfen sollten aufgrund der

Coronakrise in Schwierigkeiten geratene Einzelhändler,

Gewerbetreibende und Gastronomen

der Innenstadt unterstützt werden.

Jeder Einzelantragsteller konnte maximal

1.500 Euro erhalten. Die Vergabe nahmen

Gremien vor, die unter der Leitung von Armin

Schenk, dem Oberbürgermeister der Stadt

Bitterfeld-Wolfen und Aufsichtsratsvorsitzenden

der Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen,

bzw. von Bernd Marbach, dem Bürgermeister

von Raguhn-Jeßnitz, standen.

https://sw-bitterfeld-wolfen.de/

Soforthilfeprogramm der Stadt

Dessau-Roßlau

Als einzige Kommune in Sachsen-Anhalt hat

die Stadt Dessau-Roßlau Ende März 2020 ein

Corona-Soforthilfeprogramm initiiert. Damit

will sie Unternehmen und Soloselbstständige

unterstützen, die durch die Coronakrise besonders

betroffen sind. Das Geld – insgesamt

700.000 Euro aus dem städtischen Haushalt –

soll ihnen als nichtrückzahlbarer Liquiditätszuschuss

zugutekommen (maximal 1.000 Euro

pro Antragsteller). Auf Vorschlag des Dezernates

für Wirtschaft und Kultur wurde die

Mittelstandsförderrichtlinie per Stadtratsbeschluss

um einen entsprechenden Passus erweitert.

Antragsberechtigt waren gewerb liche

Unternehmen, Soloselbstständige, Künstler

und Angehörige Freier Berufe mit weniger als

zehn Beschäftigten und weniger als zwei Millionen

Euro Umsatz bzw. Bilanzsumme pro

Jahr und Betriebssitz in Dessau-Roßlau. Bis

zum Endtermin am 31. Mai 2020 gingen über

700 Anträge ein. Das Amt für Wirtschaftsförderung

arbeitet gerade daran, die letzten Auszahlungen

zu tätigen.

https://wirtschaft.dessau-rosslau.de

Unternehmernachwuchs ausgezeichnet

Was haben T-Shirts mit Unternehmergeist zu tun? Das zeigen Neuntklässler

der Freien Schule Anhalt-Integrierte Gesamtschule in Köthen.

Mit ihrer Schülerfirma „FashionShopAcademy“ haben sie modische

Kleidungsstücke für Schüler, Lehrer und Mitarbeiter entworfen, die

sie nun über einen Onlineshop vertreiben. Das Projekt reichten sie beim

landesweiten Schülerwettbewerb futurego Sachsen-Anhalt für das

Schuljahr 2019/2020 ein und belegten den neunten Platz. Die Idee

hinter dem ausgezeichneten Projekt: Mit ihren Produkten will die

Schülerfirma die Zusammengehörigkeit und die Identifikation mit der

Schule stärken. Im Onlineshop gibt es nicht nur Jacken, T-Shirts, Pullover

und Hosen, sondern auch Beutel, Tassen und Thermobecher zu

kaufen – jeweils mit selbst designtem Logo.

Den Preis stiftete die IHK Halle-Dessau, die den Wettbewerb seit

Beginn an unterstützt. Dieser prämiert jährlich die besten Schülerideen

des Landes. Ziel ist es, Schülern ab der 8. Klasse bereits in der Schule

wirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln und die Zahl der Schülerfirmen

im Land nachhaltig zu erhöhen. Im Rahmen des Wettbewerbs

entwickeln die Schüler im Team eine eigene Geschäftsidee und formulieren

diese in einem Ideenpapier und anschließend in einem Businessplan

aus. Das dafür notwendige Wissen erhalten sie in landesweiten

Workshops und individuellen Coachings. Auf der offiziellen

Abschlussveranstaltung präsentieren die Schüler dann ihre Ideen,

die besten Businesspläne werden prämiert. Aufgrund der aktuellen

Coronakrise fand die Veranstaltung in diesem Jahr digital statt.

http://futurego.de/

Freuen sich über den neunten Platz beim futurego-Wettbewerb: Nora Werner, Hannah-

Marie Pesth, Robin Pannicke (1. Reihe v. l. n. r.), Mathilda Görnert, Anna Pilch (2. Reihe, v. l.

n. r.), Maya Wust, Jenny Golz (3. Reihe, v. l. n. r.), Ina-M. Göllnitz-Pesth (4. Reihe, betreuende

Lehrkraft)

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 7


WIRTSCHAFT & REGION

Innovationen aus der Saalestadt

Vier Forscher-Teams aus Halle (Saale) sind am 25. Juni 2020 mit dem

IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ausgezeichnet worden. Gleich

zwei erste Plätze belegte die PerioTrap Pharmaceuticals GmbH für

die Entwicklung einer schonenden Paradontitis-Therapie – den mit

15.000 Euro dotierten Gesamtpreis sowie den Clusterpreis „Life

Sciences“. In dieser Kategorie belegte die Navigo Proteins GmbH aus Halle

(Saale) Platz zwei – und zwar für eine effizientere Herstellung von Biotherapeutika.

Auch in der Kategorie „Automotive“ ging der erste Preis in

die Saalestadt – an Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität für die

Entwicklung eines innovativen Kühlmittels. Ein weiteres Forscher-Team

der MLU gewann den lokalen IQ-Preis für Halle. Die Wissenschaftler haben

für die Herstellung von Wasserstoff eine günstige Alternative zu bislang

sehr teuren Bipolar-Platten entwickelt. Mit dem IQ Innovationspreis

Mitteldeutschland fördert die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland

innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in

fünf branchenspezifischen Clustern. In der Metropolregion engagieren

sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern

und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen

aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

www.iq-mitteldeutschland.de

Die Preisverleihung fand aufgrund der Corona-Pandemie als virtuelles Live-Event statt.

Preisträger, Interessierte und Preisstifter vom Weinberg Campus fanden sich im dortigen

Innovation Hub zusammen. Reinhard Schröter (l.), stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer,

überreichte den mit 15.000 Euro dotierten und von den Industrie- und

Handelskammern aus Halle-Dessau, Leipzig und Ostthüringen gesponserten Gesamtpreis

an PerioTrap (Mitte v. l. n. r.: Pierre Tangermann, Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth

und Dr. Mirko Buchholz).

So schön ist Mansfeld-Südharz

Seit 22. Juni entsteht auf Instagram

unter dem Hashtag #LuthersRevier

ein groß angelegtes Fotoalbum der

Region Mansfeld-Südharz. Touristen

und Einheimische sind gleichermaßen

dazu aufgerufen, die geschichtsträchtige

und naturreiche

Gegend fotografisch festzuhalten

und ihre Lieblingsorte mit anderen

zu teilen. Die Standortmarketing

Mansfeld-Südharz GmbH will so

dazu einladen, die vielfältige Region

zu entdecken und den Blick für

die Schönheit des Landkreises zu

schärfen.

Sommerlicher Blick auf Hettstedt

www.instagram.com/

mansfeldsuedharz

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & REGION

Neue Plattform für Anbieter von Schutzausrüstung

Die Coronakrise hat zu einem großen Bedarf

an medizinischen Schutzausrüstungen geführt.

Nach einem anfänglichen Mangel stellen

mittlerweile zahlreiche Anbieter entsprechende

Produkte auf dem Markt bereit.

Die IHK-Organisation hat darauf reagiert:

Über den IHK ecoFinder – Deutschlands

größtes Portal für Organisationen und Unternehmen

aus der Umwelt- und Energiebranche

– haben nun auch Hersteller oder

Händler von medizinischen Schutzausrüstungen

Gelegenheit sich bundesweit zu präsentieren.

Ihre Produkte und Dienstleistungen

können sie kostenfrei eintragen. Unternehmen,

die bereits im IHK ecoFinder registriert

sind, loggen sich einfach mit ihren Benutzerdaten

ein und ergänzen ihr bereits bestehendes

Leistungsspektrum um das neue Profil.

www.ihk-ecofinder.de

Input vom Bürostuhl aus

Thomas Wünsch, Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft,

Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalt,

begrüßte die Teilnehmer via Onlineschaltung von der Handwerkskammer

Halle aus und verwies auf die Wichtigkeit der

Digitalisierung: „Ohne Digitalinstrumente hätten wir die Zeit

der Coronakrise bei weitem nicht so entspannt bewältigen

können.“

tig. Und auch die Interaktion war durch

verschiedene Möglichkeiten gegeben: Umfragetools

für die Referenten, Live-Chats oder

direkte Wortmeldungen für die Teilnehmer.

Diese brauchten nur einen Internetzugang

sowie einen Rechner beziehungsweise Laptop

oder mobiles Endgerät mit Mikrofon, optional

eine Kamera. Diana Fleischmann, Geschäfts -

12 Vorträge zur Digitalisierung innerhalb von

vier Stunden in drei virtuellen Meetingräumen

– so lockte die erste Digitale Konferenz

Sachsen-Anhalts Unternehmen am 19. Juni

2020 vor ihre Laptops, Tablets und Smartphones.

Ob Online-Baugenehmigung, Künstliche

Intelligenz oder Wege der digitalen Zusammenarbeit

– die Themenfelder waren vielfälführerin

der TGA Energietechnik Wittenberg

GmbH, hat von ihrem Bürostuhl aus an dem

Event teilgenommen. „Ich habe eine unglaubliche

Bandbreite an Erkenntnissen gewonnen

und einiges für unser Unternehmen

mitgenommen. Durch den Vortrag ‚Building

Information Modeling‘ (BIM) weiß ich jetzt,

wie weit die Digitalisierung in der Bauwirtschaft

fortgeschritten ist. Der Beitrag zur

Nachhaltigkeit hat mir Instrumente aufgezeigt,

die Themen Risiko- und Qualitätsmanagement

in unserem Unternehmen zu überarbeiten.

Dabei geht es auch darum, unseren

Mitarbeitern etwas Gutes zu tun“, sagt sie.

Nicht nur die Vielfalt an Themen, auch die

Kosten- und Zeitersparnis der Online-Fachkonferenz

kamen bei den Unternehmern an.

Sie erfuhren aber auch die Herausforderungen

eines solchen Formats: Wenn Gesichtsausdruck

und Körpersprache fehlen, fehlt ein

unmittelbares Feedback – eine zum Teil noch

ungewohnte Situation für Referenten und

Teilnehmende. Hier heißt es, sich den Kommunikationswegen

anzupassen und sich auf

das neue Format einzulassen. Neben der –

teilweise noch ausbaufähigen – Breitband -

anbindung ist das Voraussetzung dafür, dass

auch die digitale Interaktion gelingt.

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 9


WIRTSCHAFT & REGION

Der Krise trotzen (1)

Von der WC-Wand zum Labormöbel

Die Zeit der Coronakrise genutzt, um ein

neues Geschäftsfeld weiter aufzubauen, hat

die TWBD Raumwelten Dessau. Während die

Hauptabsatzprodukte – WC-Trennwände –

Auftragsrückgänge verzeichneten und die

Preise aufgrund der vielen Anbieter am Markt

einbrachen, widmete sich das Unternehmen

seinem Projekt „Labormöbel“.

Bereits vor drei Jahren hatte sich die TWBD

Group entschieden, die eigene Kompetenz in

der Verarbeitung von Vollkernplatten zu nutzen,

um Möbelstücke wie Sitzbänke oder Umkleideschränke

herzustellen – unter anderem

als Labormöbel für die Firma IDT Biologika.

Anfang dieses Jahres ist das Unternehmen

dann in den Markt eingestiegen. Dabei kooperiert

sie mit der Firma Scan Modul aus

Leipzig, deren gute Kontakte zu Krankenhäusern

erste Auftraggeber bescherten. „Die Medizinbranche

wächst“, sagt Joachim W. Frey,

Mitgesellschafter der TWBD Raumwelten

Dessau. Und so sind bereits weitere Aufträge

in Planung.

www.twbd.de

TWBD will sich künftig noch stärker auf Labormöbel konzentrieren.

Dieser Laborschrank zum Beispiel wurde erst

kürzlich im Klinikum Hannover aufgebaut.

Der Krise trotzen (2) Von der Idee zur Maschine

Diese Maschine, die Beatmungsschläuche herstellt, hat

Rubicon innerhalb von nur zehn Wochen produziert.

Sie ist bereits unterwegs zum Kunden.

men war gut vorbereitet. Denn Geschäftsführer

Christian Köhler hatte sich bereits zu

Beginn der Coronakrise Gedanken gemacht,

wie sich Beatmungsschläuche am besten

produzieren lassen könnten. Er erstellte Muster

und veröffentlichte seine Ergebnisse. Dass

es nach Auftragseingang so schnell gehen

Manchmal wird aus einer Idee in Windeseile

Realität. Als das hallesche Gummitechnikund

Maschinenbauunternehmen Rubicon

von einer süddeutschen Firma den Auftrag

zur Herstellung medizinischer Schläuche für

Beatmungsgeräte erhielt, war dies zwar eine

große Herausforderung. Doch das Unternehkonnte,

war jedoch noch einem weiteren Umstand

geschuldet. Eine von Rubicon erst kürzlich

für Russland gefertigte moderne Produktionsschiene

für medizinische Schläuche

konnte aufgrund der Coronakrise nicht ausgeliefert

werden. Das Unternehmen nutzte

diese kurzerhand als Grundlage und Testgerät

für die Herstellung von Beatmungs -

schläuchen. Auch Dank seiner Zulieferer gelang

es Rubicon schließlich innerhalb von

nur zehn Wochen zwei Maschinen zu fertigen,

die jene Schläuche produzieren. Normalerweise

werden dafür vier Monate veranschlagt.

Die Maschinen sind bereits

verschickt. Derweil tüftelt Rubicon schon am

nächsten Projekt: einer Produktionsschiene

für die Herstellung von Wischblättern für

Autos – ein Millionenauftrag aus Mexiko.

www.rubicon-halle.de

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 11


WIRTSCHAFT & REGION

ZAHLEN – DATEN – FAKTEN

Licht am Ende des Tunnels

Die Coronakrise hat einige Branchen in der Region hart getroffen, aber der Schock

lässt nach. Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für das zweite Quartal

zeigt: Die Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels – aber der Weg zum

Ausgang ist noch lang.

Alle drei Monate befragt die IHK eine repräsentative

Stichprobe ihrer Mitgliedsunternehmen.

Jedes Quartal geben rund 600 Unternehmen

Auskunft, wie sie ihre aktuelle

Geschäftslage bewerten und welche Entwicklung

sie zukünftig erwarten. Diese Antworten

ergeben gegeneinander aufgerechnet

den IHK-Geschäftsklimaindex.

Das Geschäftsklima erholt sich – bleibt

aber im Minus

Es war klar, dass sich die Eindämmung des

Coronavirus‘ auf die Wirtschaft auswirken

würde. Der Einbruch der Konjunktur war dramatisch.

Gegenwärtig setzt die Politik einen

Billionenbetrag ein, um die deutschen Unternehmen

zu stützen und die Nachfrage

wieder in Gang zu bringen. Dies und die Lockerungen

bei den Eindämmungsmaßnahmen

haben in vielen – wenn auch nicht allen

– Branchen für einen leichten Aufwärtstrend

gesorgt. Die Unsicherheit über Ausmaß und

Verlauf der Pandemie ist zurück gegangen.

Auch wenn der Ausblick der befragten Unternehmen

in unserer Region mehrheitlich

noch skeptisch ist, das Schlimmste scheint

überstanden. Allerdings wird es sicher noch

dauern, bis das Niveau von vor der Krise wieder

erreicht wird.

immer „Konjunkturlokomotive“. Die Wertschöpfung,

die hier erwirtschaftet wird,

strahlt danach auf andere Branchen ab. Mit

anderen Worten: Läuft unsere Industrie, dann

geht es Sachsen-Anhalt gut. Die Botschaft

aus den Industrieunternehmen ist, vor allem

was den Blick nach vorn betrifft, eher verhalten.

Gut ein Drittel der Unternehmen erwartet

in den kommenden Monaten schlechtere

Geschäfte. Aber immerhin: Vor drei Monaten

waren es noch doppelt so viele. Was Be-

Quelle: IHK-Konjunkturumfrage im 2. Quartal 2020

(Vorabauswertung vom 3. Juli 2020)

schäftigung und Investitionen betrifft, überwiegt

die Skepsis nach wie vor. Ein ähnliches

Bild zeigt sich auch für die Dienstleistungswirtschaft,

wegen ihrer Größe inzwischen

ebenfalls strukturbestimmend für unsere Region:

Diese Branche ist erkennbar auf dem

Weg aus dem Tal der Tränen. Der Anteil der

Pessimisten hat sich ebenfalls fast halbiert,

von 67 Prozent im ersten Quartal auf 35 Pro-

Die Konjunkturlokomotive zieht

noch nicht

Um die Frage zu beantworten, wann die Wirtschaft

wieder anzieht, lohnt sich ein Blick auf

die Industrie. Diese Branche ist nicht nur für

unsere Region wichtig, sie war und ist auch

Quelle: IHK-Konjunkturumfrage im 2. Quartal 2020

(Vorabauswertung vom 3. Juli 2020)

* An 100 fehlende Prozent: etwa gleichbleibend

Quelle: IHK-Konjunkturumfrage im 2. Quartal 2020

(Vorabauswertung vom 3. Juli 2020)

* An 100 fehlende Prozent: befriedigend

12

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & REGION

zent jetzt. Andere Branchen melden weiterhin

schlechte Geschäfte, so etwa die Logistikbranche

– fast jedes zweite Unternehmen

(44 Prozent) sagt, die Lage sei schlecht. Und

die Negativbewertungen überwiegen deutlich.

Hochdramatisch ist die Situation im

sachsen-anhaltischen Gastbewerbe, obwohl

hier ja seit Ende Mai wieder viele Lokale und

Hotels – wenn auch unter Auflagen – öffnen

durften. Wirte und Hoteliers müssen kalkulieren,

was sich bei Hygieneregeln und Abstandsgeboten

noch rechnet und was nicht.

Unter dem Strich ist das Ergebnis bei neun

von zehn Unternehmen tiefrot.

Wann wird es besser? Das wird noch

dauern!

Insgesamt sagt mehr als die Hälfte der Unternehmen

im Süden Sachsen-Anhalts, dass

die Geschäfte entweder jetzt schon oder ver-

Quelle: IHK-Konjunkturumfrage im 2. Quartal 2020

(Vorabauswertung vom 3. Juli 2020)

mutlich dann im Laufe des zweiten Halbjahres

wieder normal laufen. Ein gutes Drittel

rechnet erst im kommenden Jahr damit.

IHK Halle-Dessau

Standortpolitik

Danny Bieräugel

Tel. 0345 2126-236

dbieraeuge@halle.ihk.de

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Azubi Nick Lützkendorf lernt im zweiten Jahr den Beruf des

Konstruktionsmechanikers. In dem neuen Maschinenpark

können er und die anderen Azubis sich unabhängig von

den normalen Produktionsabläufen praktisch ausprobieren.


WIRTSCHAFT & REGION

FACHKRÄFTE

Hier dürfen nur Azubis ran!

Ein Maschinenpark nur für die Azubis – das gibt’s beim Unternehmen Kleusberg in

Halle (Saale). Der Betrieb setzt auch in Zeiten von Corona auf eine praxisnahe

Ausbildung mit attraktiven Rahmenbedingungen. Mit Erfolg: Sieben von zwölf

der neuen Azubistellen sind bereits besetzt.

Selbst während des Corona-Shutdowns

herrschte im Ausbildungszentrum von Kleusberg,

einem Hersteller für modulare Bausysteme,

reger Betrieb – zumal die Abstandsregeln

in den großzügig dimensionierten

Räumlichkeiten leicht einzuhalten waren. Die

hochmodernen Holz- und Metallwerkstätten

bilden das „Herzstück“ im Ausbildungskonzept.

„Weil die Bewerbernachfrage gerade im

gewerblich-technischen Bereich rapide abnahm,

haben wir uns 2010 entschieden, genau

da besonders attraktive Rahmenbedingungen

zu schaffen – und zwar in Gestalt

eines neuen Lehrcenters“, unterstreicht Werkleiter

Jörg Draschner den Stellenwert der Ausbildung.

„Früher sind die Azubis in der normalen

Produktion mitgelaufen, nun haben sie

einen Maschinenpark ganz für sich allein –

hier können sie sich ausprobieren und werden

von den für sie zuständigen Ausbildern begleitet.“

Azubis werben Azubis

Am Ausbildungskonzept habe Corona nichts

geändert. Die Praxisunterweisungen liefen

faktisch unverändert fort. Was die Theorie

betrifft, so verlegte das Unternehmen das

„Homeschooling“ vor Ort in den Betrieb – für

mehr Fokus und Konzentration. „Nur unser

Bewerbungsverfahren für das kommende

Ausbildungsjahr hat coronabedingt eine

Unterbrechung erfahren und wird erst jetzt

weitergeführt. Sieben der zwölf Ausbildungsplätze

für Holz- und Konstruktionsmechaniker

haben wir bereits besetzt. Da Azubi-

Messen und auch unser Tag der offenen Tür,

welche oft noch einen Schub brachten, ausfallen,

setzen wir auf Mund-Propaganda“,

betont Personalreferentin Elvira Wille. Kleusberg-Azubis

haben eine Präsentation sowie

ein Video fürs Internet produziert, in denen

sie potenzielle Interessenten altersgerecht

ansprechen.

Azubi Max Kozma wird im ersten Lehrjahr

zum Holzmechaniker ausgebildet.

Gemeinschaftsprojekt Fahrradunterstand

„Dahinter steckt auch der Gedanke, unseren

Lehrlingen früh Verantwortung zu übertragen.

Wer sich ernst genommen fühlt, identifiziert

sich stärker mit dem Unternehmen“,

verdeutlicht Enrico Schaaf. Der Ausbildungsleiter

im Metallbereich hebt auch jene Projekte

hervor, bei denen die Lehrlinge ausbildungsgangübergreifend

zusammenarbeiten

– wie jüngst etwa bei der eigenständigen

Entwicklung, Konstruktion und Fertigung eines

Fahrradunterstandes für das Firmenareal.

Trotz der zunehmenden Automatisierung

in der Branche werde darauf geachtet,

dass Holz- und Konstruktionsmechaniker

auch das grundlegende handwerkliche Rüstzeug

erlernten. „Werden die Azubis später in

unserer Produktion eingesetzt, erhalten wir

Lehrmeister von den dortigen Verantwortlichen

Bewertungsbögen mit detailliertem

Feedback, wo genau wir in der Praxisausbildung

vielleicht noch einmal ,nachlegen’ müssen“,

schildert Enrico Schaaf.

Keinen Azubi verlieren!

Bewährt habe sich zudem das Rotationsprinzip,

demzufolge jeder angehende Holzmechaniker

auch bei den Konstruktionsmechanikern

reinschnuppert und umgekehrt.

„Manch einer fühlt sich im anderen Bereich

beruflich sogar besser aufgehoben und wechselt

– was die Gefahr, einen Azubi zu verlieren,

minimiert.“ Last but not least trügen ein

attraktives Lohngefüge nebst Sozialleistungen

sowie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten

zur nachhaltigen Bindung bei. So hat

es Ex-Azubi Jens Wippert bereits bis zum

stellvertretenden Montageleiter gebracht.

KLEUSBERG GmbH & Co. KG

Grünstraße 14c

06184 Kabelsketal-Dölbau

Tel. 0345 5753-0

www.kleusberg.de

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 15


WIRTSCHAFT & REGION

Berufliche Kompetenzen zertifizieren

lassen: ValiKom Transfer

Viele Unternehmen mussten und müssen

immer noch entscheiden, wie sie in Zeiten

unterbrochener Lieferketten und eingeschränkter

Nachfrage mit ihren Mitarbeitern

umgehen. Nicht immer muss die Lösung

Kurzarbeit heißen. Die IHK bietet ihren

Mitgliedsunternehmen mit einem Validierungsverfahren

die Chance, das eigene Personal

weiterzuentwickeln – und zwar ganz

gezielt Quereinsteiger und Ungelernte. Personen,

die in einem Beruf arbeiten, den sie

nicht in einer dualen Berufsausbildung erlernt

haben, können sich so ihre beruflichen Kompetenzen

zertifizieren lassen.

So läuft die Validierung

Voraussetzungen sind ein Mindestalter von

25 Jahren, einschlägige Berufserfahrung sowie

gute deutsche Sprachkenntnisse. Nach

einer eingehenden Beratung schätzen die

Teilnehmer ihre beruflichen Kompetenzen

selbst ein und besprechen diese in einem anschließenden

Gespräch mit Berufsexperten

der IHK. Dann müssen sie ihre Kenntnisse, Fähigkeiten

und Fertigkeiten in praxisbezogenen

Aufgaben unter Beweis stellen. Berufsexperten

bewerten dies. Abhängig vom

Ergebnis erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat,

welches dokumentiert, ob die erworbenen

Kompetenzen teilweise oder gänzlich

mit den erforderlichen Qualifikationen für

den anerkannten Berufsabschluss übereinstimmen.

Kostenlose Teilnahme

Das Validierungsverfahren findet derzeit im

Rahmen des IHK-Projektes ValiKom Transfer

statt. Da dieses vom Bundesministerium für

Bildung und Forschung gefördert wird, ist

die Teilnahme noch bis zum 31. Oktober 2021

Beruflichen Aufschwung

erhalten

„Nach meiner Ausbildung und Tätigkeit in der Hotelbranche

habe ich 14 Jahre lang als kaufmännische

Angestellte gearbeitet. Für meine beruflichen

Kompetenzen im Büro fehlte mir jedoch ein unabhängiger

Nachweis. Deshalb habe ich am Validierungsverfahren

der IHK teilgenommen. Bei der

Selbsteinschätzung war ich bei einigen Punkten unsicher,

doch die Mitarbeiterin der IHK und eine

Berufsexpertin ermutigten mich, mein Können für

alle Tätigkeitsbereiche unter Beweis zu stellen. So

konnte ich dann praktisch zeigen, welche berufs -

typischen Aufgaben im Büro anfallen. Die IHK hat

mir schließlich die volle Gleichwertigkeit meiner

Kompetenzen mit dem Referenzberuf bescheinigt.

Dies hat mir beruflich Aufschwung gegeben. Ich bin

wirklich froh, dass ich am Validierungsverfahren teilgenommen

habe!“

Claudia Wachsmuth, beschäftigt bei Kleusberg

Claudia Wachsmuth (l.) im Gespräch mit Berufsexpertin

und Referentin Dr. Kathrin Rheinländer von der

IHK Halle-Dessau (ein Bild aus der Vor-Corona-Zeit).


WIRTSCHAFT & REGION

kostenlos. Nachdem das Verfahren in der ersten

Projektphase in Halle (Saale) nur für sechs

Berufe durchgeführt wurde, konnte das Berufsspektrum

nun erweitert werden. Nähere

Informationen dazu finden Unternehmen im

unten stehenden Kasten.

In folgenden Berufen sind Validierungsverfahren derzeit

möglich:

• Fachinformatiker/-in

• Fachkraft für Lagerlogistik

• Fachkraft für Lebensmitteltechnik

• Fachkraft für Metalltechnik

• Fachkraft im Gastgewerbe

• Fachlagerist/-in

• Hotelfachmann/-frau

• Industrieelektriker/-in

(FR Betriebstechnik)

Potenzial und Lücken erkennen

Unternehmen bekommen über das Verfahren

einen Einblick, welches – bisher möglicherweise

unerkannte – Potenzial in ihren Mitarbeitern

schlummert, aber auch, in welchen

Tätigkeitsbereichen es noch hakt. Dies gibt

• IT Systemelektroniker/-in

• Kaufmann/-frau für Büromanagement

• Kaufmann/-frau im Einzelhandel

• Koch/Köchin

• Maschinen- und Anlagenführer/-in

• Restaurantfachmann/-frau

• Techn. Produktdesigner/-in

• Verkäufer/-in

• Fachmann/-frau für Systemgastronomie

Hinweise für die weitere gezielte Personalentwicklung,

etwa durch Job-Rotation oder

Weiterbildungen. Hierbei berät und unterstützt

die IHK. Haben die Teilnehmer ihre Lücken

aufgefüllt, können sie sich einem Anschlussverfahren

stellen und das Zertifikat

verbessern. Erfahrungen zeigen, dass Unternehmen,

die ihre Mitarbeiter zur Teilnahme

motivieren, deren Zufriedenheit steigern und

sie so langfristig an den Betrieb binden.

Unternehmen mit Interesse am Validierungsverfahren

finden weitere Informationen

unter www.halle.ihk.de, Nr. 3119012

IHK Halle-Dessau

Projekt ValiKom Transfer

Dr. Kathrin Rheinländer

Tel. 0345 2126-260

krheinlaender@halle.ihk.de

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WIRTSCHAFT & REGION

Berufsbildungsausschuss neu berufen

Die Qualität der Berufsausbildung im Land

verbessern und Rechtsvorschriften beschließen

– darauf wirkt der Berufsbildungsausschusses

(BBA) der IHK Halle-Dessau hin. Am

27. Mai 2020 wurde der Ausschuss neu berufen.

Ihm gehören sechs Beauftragte der

Arbeitgeber, vorgeschlagen von der Vollversammlung

der IHK Halle-Dessau, sechs Beauftrage

der Arbeitnehmer, bestellt von Gewerkschaften

und Vereinigungen sowie sechs

Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen mit

beratender Stimme an. Weiterhin wurden

aus jeder Gruppe Stellvertreter benannt. Die

Aufgaben des BBA sind im Berufsbildungsgesetz

geregelt. Anders als die übrigen IHK-

Fachausschüsse, die eine beratende Funktion

haben, reicht die Kompetenz des

Berufsbildungsausschusses weiter: Er hat

rechtsetzende Kraft. Die neuberufenen Mitglieder

können nun im Zeitraum von 2020 bis

2023 ihre Expertise einbringen. Als alternierende

Vorsitzende wurden abermals Petra

Fischbeck, Personalleiterin bei der KSB SE &

Co. KGaA in Halle (Saale), und Karsten Priedemann,

Gewerkschaftssekretär bei der DGB

Region Halle-Dessau, gewählt. In seiner ersten

Sitzung befasste sich der BBA unter

anderem mit der Entwicklung des Ausbildungsmarktes,

der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes,

neuen Prüfungsordnungen

in der Aus- und Weiterbildung sowie der

Organisation von Prüfungen während der

Corona-Pandemie.

Neu im Berufsbildungsausschuss:

„ Natürlich ist ein Ehrenamt zeitaufwendig und kann viel Energie kosten – jedoch lässt sich in so

einem Amt einiges bewirken. Wir können sehr viel von anderen Mitgliedern lernen und gegenseitig von

unseren Erfahrungen profitieren. Das Wichtigste für mich ist, in unserer Region die Berufsausbildung

voranzubringen, viele junge Leute für eine Ausbildung zu gewinnen und sie dort zu halten. Das Ehrenamt

wird sicher eine gute Erfahrung werden, die mich auch persönlich weiterbringen wird.“

Steve Ziesche,

Ausbildungsleiter bei der Heraeus Quarzglas Bitterfeld GmbH & Co. KG

„ Durch die Mitarbeit im Berufsbildungsausschuss kann ich in direkten Austausch mit allen an der Ausbildung

Beteiligten treten und Ausbildung aktiv mitgestalten. Als Vertreterin der Berufsschule verantwortlich

für den theoretischen Part, ist es mir wichtig, eine optimale Verknüpfung zur praktischen

Ausbildung zu finden, da die Berufs- und Arbeitswelt sich ständig neuen Anforderungen stellen muss.

Gerade bei der Einführung neuer Berufe ist eine gemeinsame und zielgerichtete Auseinandersetzung

von großer Bedeutung. Ziel sollte es sein, dass jeder Auszubildende unter optimalen Bedingungen

seine Ausbildung absolvieren kann.“

Anke Scholz,

Berufsschulzentrum „August von Parseval Bitterfeld-Wolfen“

„ Ich freue mich sehr, von nun an die wichtige Arbeit im Berufsbildungsausschuss unterstützen zu

können. Wenngleich auch unterschiedliche Perspektiven bestehen, so eint die Mitglieder doch alle das

gemeinsame Interesse, die Qualität der dualen Berufsausbildung im Kammerbezirk aufrechtzuerhalten

und auszubauen, um einen Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt zu verhindern. Die aktuellen

Herausforderungen der Corona-Pandemie und die Umsetzung der

Neuerungen im Berufsbildungsgesetz stellen uns dabei alle auf

die Probe. Ich bin aber optimistisch, dass wir hier mit vereinten

Kräften an einem Strang ziehen werden.“

Fabian Pfister,

Referatssekretär Jugend, Bildung und Berufsbildung beim DGB Deutschen Gewerkschaftsbund Landesbezirk

Sachsen-Anhalt

IHK Halle-Dessau

Aus- und Weiterbildung

Dr. Simone Danek

Tel. 0345 2126-346

sdanek@halle.ihk.de

18

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & REGION

Ausbildung digitalisieren

Kleine und mittelständische Unternehmen,

die ihre Prozesse in der Aus- und Weiterbildung

an den technologischen Wandel anpassen

wollen, erhalten Unterstützung durch das

JOBSTARTER plus-Projekt „DigiVA 4ID - Innovatives

Azubimarketing und Augmented Education

in der betrieblichen Ausbildung“ – ein

Verbundprojekt des IHK Bildungszentrums

und der Handwerkskammer Halle. Dieses ist

am ersten Juli 2020 an den Start gegangen.

Die Betriebe bekommen Hilfestellung bei

modernem Azubimarketing und zum Thema

Augmented Education (computergestütztes

Lernen) in der betrieblichen Ausbildung. Dazu

bieten beide Projektpartner eine umfangreiche

Palette an Unterstützungsmöglichkeiten an

– von der Prozessanalyse über die Erarbeitung

von Handlungsempfehlungen bis hin zur Umsetzungsbegleitung

und Verstetigung der geänderten

Abläufe. Das Projekt spricht ver-

schiedene Branchen an, von der Metall- und

Elektroindustrie bis zum Ernährungswewerbe.

Einen besonderen Meilenstein bildet der Ideenwettbewerb

für Auszubildende. Dieser startet

im Januar 2021 und fordert Azubis auf,

digitale und innovative Ideen zur Prozessverbesserung

im eigenen Betrieb zu entwickeln.

IHK Bildungszentrum Halle – Dessau GmbH

Thomas Groß, Projektleiter DigiVA 4ID

Julius-Ebeling-Straße 6

06112 Halle (Saale)

Tel. 0345 13688-19

www.ihkbiz.de

Das JOBSTARTER plus-Projekt „DigiVA 4ID - Innovatives Azubimarketing und Augmented Education in der betrieblichen Ausbildung“

wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Handwerkskammer Halle

Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ)

Norman Balke, Projektleiter DigiVA 4ID

Straße der Handwerker 2

06132 Halle (Saale)

Tel. 0345 7798-745

www.hwkhalle.de

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SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Ausbildung? Es geht weiter!

Keine besonderen Vorkommnisse? Die IHK Halle-Dessau hat ihre Mitgliedsunternehmen

zur Ausbildungssituation in Zeiten von Corona befragt. Die Ergebnisse

stimmen zuversichtlich. Bei vielen Betrieben läuft die Ausbildung stabil. Die Firmen

planen weiterhin, Azubis einzustellen.

81

Betriebe

der Unternehmen geben an, dass die Ausbildung im Betrieb normal weiter

läuft. Fast ein Drittel lassen ihre Azubis gelegentlich im Homeoffice bzw. mobil

arbeiten. Nur bei 2,5 Prozent wird die Ausbildung in Teilzeit fortgesetzt, bei 1,5 Prozent

befinden sich Azubis in Kurzarbeit. Besonders erfreulich: Keines der befragten

Unternehmen musste bislang Azubis kündigen. Die Ausbildung ist also für die

ein wesentlicher Faktor, den sie nicht so leicht aufgeben.

Die Zahl der Betriebe, die voraussichtlich alle ihre Azubis übernehmen

wollen, beträgt immerhin:

Wer dies nicht tun will oder kann, benennt vor allem zwei Gründe: keine

freien Stellen – oder Differenzen, weil Unternehmen und Azubi über die

Ausbildung hinaus nicht zueinander passen (jeweils 30 Prozent). Immerhin

acht Prozent der Firmen können ihre wirtschaftliche Entwicklung aktuell

nicht einschätzen und verzichten deshalb auf eine Übernahme. Hier

ist zu hoffen, dass sich die Perspektive für die Azubis schnell aufhellt – und

die betroffenen Betriebe trotzdem weiterhin in Ausbildung und damit ihren

künftigen Fachkräftepool investieren.

68

der befragten Unternehmen blicken optimistisch in das Ausbildungsjahr 2020 und

planen, Auszubildende einzustellen. 99 Prozent der Unternehmen haben bisher

82

keinen neuen Ausbildungsvertrag lösen müssen – Coronakrise hin oder her. Die

Auswahl der Azubis erfolgt überwiegend auf traditionellem Weg: 59 Prozent der

Unternehmen setzen auch weiterhin auf persönliche Bewerbungsgespräche.

Doch schon knapp jedes fünfte Unternehmen ist auf Video- oder Telefoninterviews

umgestiegen. Bei sieben Prozent der Unternehmen wurden die Bewerbungsgespräche

aufgrund Corona verschoben, um die Azubi-Kandidaten später doch noch

persönlich kennenzulernen. Bei einigen Betrieben stehen vor der Auswahl außerdem

Praktika oder eine Einstiegsqualifizierung an.


Die Ausbildungsbereitschaft

unserer

Wirtschaft

bleibt hoch!

Selbst auszubilden

ist und

bleibt das beste

Rezept gegen

den Fachkräftemangel!“

Dr. Simone Danek,

IHK-Geschäftsführerin für

Aus- und Weiterbildung

20

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Blitzumfrage zur Ausbildungssituation

Die Onlinebefragung der IHK „Ausbildung in Zeiten von

Corona“ lief vom 15. bis 19. Juni 2020. Dazu wurden

1.216 Betriebe per E-Mail kontaktiert, 225 haben sich

beteiligt – zumeist klein- und mittelständische Unternehmen.

Zur gesamten Umfrage geht es unter

www.halle.ihk.de, Nr. 4838204

Das Unternehmen Kleusberg gehört zu jenen Betrieben, die trotz Krise weiter

ausbilden wollen - wie etwa den angehenden Konstruktionsmechaniker

Nick Lützkendorf, hier im Bild mit seinem Lehrmeister Enrico Schaaf (siehe

Seite 14).

Ausbildungsprämien – der „Wumms“ ist noch in Arbeit

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung enthält Unterstützungszahlungen

für kleine und mittelständische

Ausbildungsbetriebe (KMU). Gemeint sind damit Unternehmen

mit weniger als 250 Mitarbeitern, die von Pandemie

und Eindämmung betroffen sind. Die gute Nachricht

ist, die staatliche Unterstützung wird kommen –

150 Millionen Euro in diesem Jahr und 350 Millionen

Euro 2021. Die weniger gute lautet: Es sind noch nicht

alle Bestimmungen klar, das heißt: wer wann welche

Zahlung wofür erhält. Ein Blick auf den Sachstand am

3. Juli 2020.

Nicht nachgelassen? Der Bund kündigt 2.000 Euro

„Ausbildungsprämie“ an.

Die Bedingungen zumindest sind formuliert: Einen Zuschuss

von 2.000 Euro kann bekommen, wer sein „Ausbildungsniveau“

im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei

Vorjahren nicht verringert hat. Verglichen werden dafür

die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr

2020 vereinbart worden sind, mit dem Durchschnitt der

Jahre 2017 bis 2019. Die Prämie gibt es für jeden für das

Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Azubivertrag. Das

Geld fließt nach dem Ende der erfolgreich beendeten

Probezeit.

Sogar mehr Azubis eingestellt? Dann zahlt der Bund

3.000 Euro.

Wer die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge

verglichen mit dem Durchschnitt der vorangegangenen

drei Jahre sogar steigert, soll 3.000 Euro Zuschuss pro

Azubi bekommen. Die Zahlung erfolgt, wenn diese die

Probezeit bestehen. Aber Achtung – für beide „Prämien“

gilt Anfang Juli leider noch: Das genaue Antragsverfahren

– vermutlich über die Arbeitsagentur – steht noch

nicht fest.

Weitere Unterstützungsleistungen müssen noch genauer

definiert werden.

Auch was weitere Unterstützungsangebote betrifft, ist zu

Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch wenig klar. Die

Berliner Koalition ist sich einig, was sie fördern will, aber

noch nicht, wie genau:

• Unternehmen, die ihre Ausbilder weiter beschäftigen

und nicht in Kurzarbeit schicken, können finanzielle Hilfen

bekommen.

• Für den Fall, dass ein KMU die Ausbildungsinhalte zeitweise

nicht vermitteln kann, aber die Ausbildung fortsetzt,

soll eine Förderung erfolgen.

• Des Weiteren soll die Übernahme eines Insolvenzlehrlings

und vorübergehend geförderte Verbund- oder

Auftragsausbildung unterstützt werden.

Alle diese Ankündigungen müssen erst durch eine Richtlinie

untersetzt und konkretisiert werden, und dies dauert.

Die IHK dringt gemeinsam mit den anderen gewerblichen

Kammern weiter auf eine baldige digitale, einfache

Lösung. Falls Neuigkeiten zu vermelden sind, finden Unternehmen

diese unter www.halle.ihk.de.

IHK Halle-Dessau

Aus- und

Weiterbildung

Dr. Simone Danek

Tel. 0345 2126-346

sdanek@halle.ihk.de

Dr. Sylvia Voigt

Tel. 0345 2126-349

svoigt@halle.ihk.de

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 21


SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Mit guter Berufsorientierung

Azubis gewinnen

Eine gute Berufsorientierung ist elementar, um Jugendliche

als potenzielle Azubis und künftige Fachkräfte zu gewinnen.

Entsprechende Angebote sollten Schülerinnen

und Schüler dabei unterstützen, eigene Stärken und Interessen

zu erkennen, berufliche Perspektiven zu entwickeln

und damit den Übergang von der Schule in den Beruf zu

erleichtern.

Die IHK gestaltet den Berufsorientierungsprozess seit vielen

Jahren in Kooperation mit verschiedenen Partnern,

um Ausbildungsunternehmen so beim Azubimarketing zu

unterstützen. Den Betrieben stehen vielfältige Instrumente

zur Verfügung, mit denen sie Jugendliche gezielt ansprechen

können – auch in Zeiten eingeschränkter Kontaktmöglichkeiten.

IHK Halle-Dessau

Aus- und

Weiterbildung

Björn Bosse

Tel. 0345 2126-332,

bbosse@halle.ihk.de

IHK-Lehrstellenbörse

Mit der IHK-Lehrstellenbörse können Ausbildungsbetriebe

freie Ausbildungsplätze und duale Studiengänge einfach

und effizient bewerben. Zudem ist möglich, Praktikumsplätze

zur Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler

zu veröffentlichen.

Die Angebote erscheinen kostenfrei unter www.ihk-lehrstellenboerse.de.

Jugendliche können sie dort gezielt nach

Berufen und Regionen filtern. Darüber hinaus lädt die

Plattform mit Berufe-Steckbriefen, News oder Videos zum

Stöbern ein. Auch auf den dazugehörigen Instagram- oder

Facebook-Seiten erhalten die Nutzer wichtige Informationen

und Tipps rund um das Thema Ausbildung.

Seit kurzem bietet die Lehrstellenbörse ein weiteres Tool,

das Azubis und Betriebe in der Coronakrise zusammenbringen

soll. Unternehmen können unter dem Punkt „Weitere

Kenntnisse und Qualifikationen“ angeben, dass sie

auch Auszubildende suchen, die durch die Krise ihre Ausbildung

verloren haben, etwa wegen Insolvenz.

Passend dazu können Azubis über das unter „Azubi-Übernahme“

hinterlegte Formular mit den Aus- und Weiterbildungsberatern

der IHK Kontakt aufnehmen, um bei

der Vermittlung an interessierte Unternehmen unterstützt

zu werden.

Unternehmen, die noch keine Zugangsdaten für einen

kostenfreien Account haben, können diese unter

www.ihk-lehrstellenboerse.de oder direkt per E-Mail an

lehrstellenboerse@halle.ihk.de anfordern.

AZUBI gesucht

Zweimal jährlich erscheint das Berufsorientierungsmagazin

„AZUBI gesucht“. Die Publikation

entsteht in Kooperation von IHK, Handwerkskammer

Halle (Saale), Bundesagentur für Arbeit

und der Wochenspiegel-Verlags-GmbH &

Co. KG. In dem etwa 150 Seiten starken Heft

stellen Azubis ihre Ausbildungsberufe vor. So

erfahren Schüler, die das Magazin kostenfrei

von ihrer Schule erhalten, ungefiltert interessante

Details über spezielle Ausbildungsberufe

und Wissenswertes zur dualen Berufsausbildung.

In einem umfangreichen Anzeigenteil

können Ausbildungsunternehmen auf offene

Ausbildungsplätze aufmerksam machen.

Interessierte Unternehmen können sich für die Anzeigenschaltung

direkt an die Wochenspiegel-Verlags-GmbH & Co. KG wenden:

https://www.wochenspiegel-supersonntag.com/azubi-gesucht

Josephine Kurth besucht die

zehnte Klasse der Gemeinschaftsschule

Heinrich

Heine in Halle-Neustadt.

Zu den verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten

schaut sie sich schon einmal

in der IHK-Lehrstellenbörse

um.

22

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


Ausbildungsbotschafter

„ Wenn ich nach meinem Abitur einen Ausbildungsbotschafter getroffen

hätte, dann wäre für mich womöglich einiges anders gelaufen. So habe ich

mich erst nach dem Umweg über ein Studium für eine Ausbildung zum

Automobilkaufmann bei der S&G Automobil GmbH entschieden – hier

engagiere mich als Ausbildungsbotschafter, denn ich will jungen Menschen

ersparen, den falschen Berufsweg einzuschlagen. Als Ausbildungsbotschafter

berate ich Schüler auf Messen, in Schulen oder im BiZ über die beruflichen

Perspektiven in meinem Ausbildungsbetrieb.

Ich würde schon sagen, dass ich bei Gleichaltrigen gut und

glaubhaft ankomme, auch, weil ich ihnen auf Augenhöhe vom

Ausbildungsalltag erzähle. Ich versuche das auf lockere Art.

Nichtdestotrotz sage ich aber auch: ,Leute nehmt die Ausbildung

ernst!‘

Aktuell haben zwei Azubis bei S&G angefangen, mit denen

ich in direktem Kontakt war. Das freut mich sehr – ebenso

wie die Wertschätzung meines Ausbildungsbetriebes. So

bin ich mittlerweile regelmäßig als Beisitzer bei Bewerbungsgesprächen

dabei und übernehme auch schon die

jährlichen betrieblichen Einführungen der neuen Azubis.“

Christopher Volkmann,

Auszubildender zum Automobilkaufmann bei der S&G Automobil GmbH in Petersberg

SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Digitales Schwarzes

Brett (DSB)

An immer mehr weiterführenden Schulen und Gymnasien

im IHK-Bezirk finden sich „Digitale Schwarze

Bretter“ – große Monitore, die Schüler unter anderem

mit Informationen zur Berufsorientierung versorgen.

Die IHK Halle-Dessau finanziert mittlerweile

an 15 Schulstandorten die Infrastruktur, um die duale

Berufsausbildung in einem modernen Gewand zu bewerben.

Unternehmen haben hier die Möglichkeit,

sich mit einem Firmenprofil zu präsentieren. Die Jugendlichen

können dieses auch in der dazugehörigen

DSB-SchulApp abrufen.

Wer sich als Ausbildungs- und Praktikumsbetrieb

über das DSB bekannt machen möchte,

kann sein Firmenprofil an die IHK senden:

www.halle.ihk.de, Nr. 4368752.

Das Projekt „Ausbildungsbotschafter“ hat die IHK im Jahr

2019 gestartet. Ausbildungsbotschafter sind Azubis zumeist

höherer Ausbildungsjahre, die an allgemeinbildenden

Schulen im Rahmen von Berufsorientierungsprojekten

ihren Ausbildungsberuf vorstellen. Im Vordergrund stehen

dabei Berufe, die bei Schülern oftmals wenig bekannt sind,

die aber sehr gute berufliche Perspektiven in der Region

bieten. Im Vorfeld organisiert die IHK Seminare zu Präsentations-

und Moderationstechniken und bereitet die

Ausbildungsbotschafter so auf ihre Einsätze vor. Derzeit

stehen im gesamten IHK-Bezirk fast 40 Ausbildungsbotschafter

für Einsätze an Schulen oder auf Messen zur Verfügung.

In Kürze werden die Ausbildungsbotschafter auch

auf Instagram für die duale Berufsausbildung in der Region

werben. Auf dem Kanal @teamazubi posten sie dann

regelmäßig Botschaften aus ihrem Ausbildungsalltag.

Seite 27

Mehr Informationen

zum Projekt unter

www.halle.ihk.de,

Nr. 4285850

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 23


SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Junge Talente entdecken!

Die Hallesche Gemeinschaftsschule Heinrich Heine ist eine von sechs Schulen

im Land, die 2020 mit dem Förderpreis „BOF 5.000“ für ihr besonderes Engagement

in der Berufsorientierung ausgezeichnet wurden. Die „Mitteldeutsche Wirtschaft

sprach mit Schulleiterin Mandy Rauchfuß.

Frau Rauchfuß, was macht für Sie eine gute Berufsorientierung

aus?

Mandy Rauchfuß: Eine zukunfts- und berufsorientierende

Erziehung beginnt von klein auf und bedarf der

Mitwirkung aller Beteiligten. Wir als Schule schauen uns

aktiv um, damit wir lernen, was unsere Schüler wirklich

für das Leben brauchen und wie wir jeden Einzelnen

nach seinen Möglichkeiten für die Zukunft vorbereiten

können. Praktische Erfahrungen zu sammeln, ist dabei das

A und O – etwa in unserem Projekt „Garten der Kulturen“,

in dem die Schüler fächerübergreifend und praxisnah,

aber auch wissenschaftlich arbeiten können. Hier, wie in

all unseren Projekten, entwickeln sie nicht nur praktische

Kompetenzen, sondern entdecken zudem neue Interessensfelder

und mögliche Berufsbilder.

Welche Maßnahmen eignen sich für welche Schüler?

Rauchfuß: In Anbetracht der sich ändernden Berufswelt

beziehen wir schon die Fünftklässler intensiv in die digitale

Bildung ein. Sie lernen programmieren, arbeiten in allen

Fächern mit dem Tablet und sind in der Lage zu recherchieren.

Ab Klasse 7 nehmen die Schüler an externen

Kompetenzfeststellungsverfahren teil, führen einen Berufswahlpass,

sind aktiv in AGs und Kursen, die sich mit

Berufsorientierung befassen, üben sich im Bewerbertraining

und besuchen Informationsveranstaltungen. Ab

Klasse 8 absolvieren unsere Schüler Betriebspraktika, wir

organisieren Praxislerntage und Berufsorientierungsmessen.

Ein wichtiger Bestandteil sind die Projektwochen

zum Thema "Tu Gutes - Nachwuchs für das Ehrenamt".

Wie lief die von Ihnen organisierte Berufsmesse?

Rauchfuß: Die Berufswahlmesse haben Schüler der zehnten

Klassen für die „Neuner“ vorbereitet und mit Hilfe fester

Kooperationspartner durchgeführt. Hierzu wurden

Etagen in Arbeitswelten eingeteilt - beispielsweise „Restaurant-

und Hotelwesen“. Alle Schüler nahmen ihre Aufgaben

sehr ernst. Die Jüngeren gingen in kleinen Gruppen

mit Klemmbrett und Fragenkatalog von Raum zu

Raum, die Großen übernahmen die Rolle als Mentoren.

Die Fragen stellte Isabel Reimann.

Ausgezeichnete Berufsorientierung

Wie innovative und jugendgerechte Berufsorientierung

aussehen kann, zeigen sechs allgemeinbildende

Schulen im südlichen Sachsen-Anhalt. Im

Rahmen des Förderpreises „BOF 5.000“, initiiert

von Handwerkskammer Halle (Saale) und IHK,

wurden sie für ihr außergewöhnliches Engagement

mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt

5.000 Euro ausgezeichnet. Eine Jury aus Kammern,

Vertretern des Landes und des Netzwerks „Berufswahl-SIEGEL“

hatte die Projekte eingesehen und

bewertet. Für Ende 2020 ist eine neue Ausschreibung

geplant.

Mehr Informationen unter

www.halle.ihk.de, Nr. 4540202

Mit dem „BOF 5.000“ ausgezeichnet: Mandy Rauchfuß, Schul leiterin

der Gemeinschaftsschule Heinrich Heine in Halle (Saale), erhält

von Dr. Simone Danek, IHK-Geschäftsführerin für Aus- und

Weiterbildung, einen Scheck in Höhe von 700 Euro.


Elementar ist,

die Jugendlichen

kontinuierlich

zu

fördern und

individuell zu

begleiten, um

ihre Talente

und Potenziale

zu erkennen

und sie Kompetenzen

wie

Eigenverantwortung

und

Selbstständigkeit

erwerben

zu lassen.“

IHK Halle-Dessau

Aus- und Weiterbildung

Dr. Simone Danek

Tel. 0345 2126-346

sdanek@halle.ihk.de

Dr. Sylvia Voigt

Tel. 0345 2126-349

svoigt@halle.ihk.de

24

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


Social-Media-Kanäle


SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Die Relaxdays GmbH ist auf den Social-Media-Kanälen Instagram, Facebook

und Twitter unterwegs, zudem nutzen wir den eigenen Unternehmens-Blog sowie

Xing und LinkedIn. Hier präsentieren wir uns nicht nur als Arbeitgeber, sondern

kommunizieren aktiv mit unseren Interessenten, zum Beispiel mit potenziellen

Auszubildenden. Unser Ziel ist es, dass sich künftige Azubis auf Berufsfindungsmessen

ein realistisches Bild über die Ausbildung bei Relaxdays machen und dieses

authentisch über ihre Social-Media-Kanäle teilen.

Sehr gut funktioniert hat das zum Beispiel über unseren Fotobus. Unter anderem bei

der "Chance 2020" in Halle (Saale) konnten Besucher im Inneren eines Old-Timer-Bullies kreative Fotos

machen und diese sowohl analog als auch digital per E-Mail mitnehmen – und natürlich bei Instagram und

Co. teilen. Der Fotobus erwies sich für uns als sehr erfolgreiches Konzept, welches durch die coronabedingte

Verschiebung von Veranstaltungen in seiner Dynamik leider etwas gehemmt wurde."

Vanessa Winkelmann,

Assistenz der Geschäftsführung und Personalmanagement bei der Relaxdays GmbH in Halle (Saale)

Beratung von Studienzweiflern

Die Aus- und Weiterbildungsberater der IHK bieten Beratungen

für Studienzweifler und -abbrecher an, um diesen

die Berufs- und Karrierewege einer dualen Ausbildung

zu vermitteln. Dazu sind sie regelmäßig an verschiedenen

Hochschulen im südlichen Sachsen-Anhalt präsent. Zusätzlich

betreibt die IHK mit Partnern des Fachkräfte -

sicherungspaktes des Landes Sachsen-Anhalt die Internetplattform

www.queraufstieg.de. Darüber steht Studienzweiflern

ein landesweites Beratungsnetzwerk zur

Verfügung.

Zu allen hier vorgestellten

Möglichkeiten beraten

die Aus- und

Weiterbildungsberater

der IHK kompetent und

passgenau.

www.halle.ihk.de,

Nr. 624760

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SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Zusammenarbeit mit Schulen


Durch einen Themenelternabend in meiner ehemaligen Schule habe ich

das Unternehmen Opterra kennengelernt, das mich sehr angesprochen hat.

Daraufhin meldete ich mich beim Girl’s Day an, um einen weiteren Einblick

in den Betrieb zu bekommen. Dieser hat mir so gut gefallen, dass

ich mich im Sommer für ein zweiwöchiges Praktikum in der sogenannten

Anwendungsberatung bewarb. Die Chemie hat gestimmt – nun bin

ich bereits im dritten Lehrjahr, habe meine theoretische Prüfung hinter

mir und warte auf den praktischen Teil. Rückblickend haben mir die

Maßnahmen zur Berufsorientierung sehr viel gebracht. Besonders das

Praktikum war für beide Seiten ideal, um sich gegenseitig kennenzulernen.“

Mareike Göritzer, im dritten Ausbildungsjahr zur Baustoffprüferin bei der OPTERRA Zement GmbH in Karsdorf

Eine ideale Möglichkeit, den eigenen Betrieb bei Jugendlichen

bekannt zu machen, sind Schulkooperationen.

Aktions- oder Projekttage eignen sich beispielsweise gut,

um das Unternehmen zu präsentieren und gemeinsam

mit den Schülern etwas auf die Beine zu stellen. Bei Betriebshospitationen

oder dem „Girls‘ Day“ bzw. „Boys‘

Day“ lernen nicht nur die Jugendlichen das Unternehmen

als Arbeitgeber kennen, auch die Firma selbst kann sich

einen ersten Eindruck von potenziellen Bewerbern machen.

Auch die Aus- und Weiterbildungsberater der IHK

sind regelmäßig an Schulen, um in Vorträgen oder Workshops

das Interesse an einer dualen Berufsausbildung zu

wecken. Sie bieten zudem gezielt Aktionen an, etwa die

Last-Minute-Wochen für die Ausbildung. Hier machen sie

kurz vor den Sommerferien unentschlossene Schüler auf

offene Ausbildungsplätze aufmerksam.

Die Aus- und Weiterbildungsberater

der IHK

vermitteln interessierten

Ausbildungsunternehmen

gern Kontakte zu

passenden Schulen.

Kontakt:

www.halle.ihk.de,

Nr. 3676

Messen

Die klassischen Messen zur Berufsorientierung (BO) waren

bislang eines der meistfrequentierten BO-Instrumente

– zu erkennen an der Veranstaltungs- und Ausstellerdichte.

Durch die Corona-Pandemie und die damit

verbundenen Einschränkungen bei der Durchführung

von Veranstaltungen sind einige Anbieter auf Online-

Ausbildungsmessen umgestiegen, so auch das „Institut

für Talententwicklung GmbH“ (IfT). Die IHK beteiligt sich

jährlich an der vom IfT organisierten vocatium-Messe in

Dessau-Roßlau – in diesem Jahr in digitaler Form als

parentum.online-Messe organisiert. Dort hat die IHK

Jugendliche bei ihrer Ausbildungsplatzsuche unterstützt

und Fragen rund um das Thema Ausbildung beant -

wortet.

Das IfT bietet insgesamt

60 parentum.online-

Messen in ganz

Deutschland an. Mehr

Informationen unter

www.parentum.de/

online

Ausbildungsberatungen online

Mit Beginn des neuen Schuljahres werden die IHK-Ausbildungsberater

auch per Video-Chat für Ausbildungsinteressierte

zur Verfügung stehen. So können Jugendliche

schnell und unkompliziert in Kontakt mit den Ausbildungsexperten

treten, um Antworten auf ihre Fragen

rund um das Thema Ausbildung zu erhalten. Dabei wird

es sowohl feste Sprechzeiten als auch die Möglichkeit einer

unmittelbaren Kontaktaufnahme geben.

Mehr Informationen

unter www.halle.ihk.de,

Nr. 3676

26

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


@team.azubi geht online

SCHWERPUNKT AKTION BERUFSORIENTIERUNG 2020

Den ersten Schritt in die berufliche Zukunft dem Zufall

überlassen? Leider immer noch oft Realität bei den Fachkräften

von morgen. Zwar hat sich schon einiges getan,

um die Berufsorientierung zu verbessern. Trotzdem sind

immer noch viele spannende Ausbildungsberufe zu

wenig bekannt, oder die Jugendlichen haben ungenaue

Vorstellungen von den unterschied lichen Berufsbildern.

Junge Leute, die selbst mitten in ihrer Ausbildung stecken,

sollen genau das ändern und als Botschafter fungieren

– und das jetzt auch auf Insta gram. Im Gespräch

mit Frank Weidner, Ausbilder bei der JC Eckardt GmbH in

Merseburg

Bei einem Workshop lernten sich die Ausbildungsbotschafter

kennen und entwickelten gemeinsam erste Posting-Ideen.

Sie bilden in Ihrem Unternehmen seit 2011 aus. Was sind

Ihre Erfahrungen? Wissen die jungen Leute, auf was sie

sich einlassen?

Frank Weidner: Teils, teils. Schulabgänger, die direkt

nach ihrem Abschluss zu uns kommen, haben oftmals

wenig Vorstellungen, was sie erwartet. Sie kennen das Berufsbild

und die Aufgaben meist nur sehr oberflächlich.

Das kann natürlich zu Frustrationen führen. Hierfür

braucht es noch gezieltere Maßnahmen zur Berufsorientierung.

Bei Jugendlichen, die vorher schon eine Ausbildung

angefangen oder abgeschlossen haben oder nach

der Bundeswehr zu uns gestoßen sind, war das häufig etwas

anders – mitunter liegt das sicher auch am fortgeschrittenen

Alter.

Ein Azubi aus Ihrem Unternehmen

ist schon als IHK-Ausbildungsbotschafter

unterwegs.

Künftig wird er auch auf Instagram

zeigen, wie sein Berufsalltag

als Mechatroniker aussieht.

Was erhoffen Sie sich von der

Initiative?

Weidner: So einiges (lacht).

Unser Ausbildungsbotschafter Paulius Stucinskas hat sich

nach seinem Abitur im ersten Schritt für einen praxisorientierten

Ausbildungsberuf entschieden. Das ist toll. Denn

viele studieren direkt, weil sie sich – aber

auch ihre Eltern oder Großeltern – bessere

Karrierechancen und einen höheren Verdienst

erhoffen. Dabei bietet eine duale Berufsausbildung

mindestens genauso gute Perspektiven.

Die Idee, dass Azubis genau das Gleichaltrigen

vermitteln sollen, finden wir super.

Und wenn wir so bei den jungen Instagramern

als spannender und potenzieller Ausbildungsbetrieb

wahrgenommen werden,

umso besser.

Sind Sie als Unternehmen schon anderweitig

auf den Sozialen Medien präsent?

Weidner: Bisher nur auf Facebook. Die Initiative

der IHK und der Handwerkskammer

bietet uns die Möglichkeit, dies gemeinsam

mit Fachleuten weiter auszubauen. Die Ausbildungsbotschafter

wurden professionell geschult und stehen im

ständigen Kontakt mit den Verantwortlichen der Kammern.

Und auch wir als Unternehmen sind im gesamten

Prozess mit eingebunden. Veröffentlicht wird nur, wenn

wir zustimmen. Eine prima Sache für einen guten Zweck.

Die Fragen stellte Nadine Behrendt.

Lust mitzumachen?

Ausbildungsunternehmen und Azubis, die auf

Instagram Einblicke in ihren Berufsalltag geben

wollen, können sich gerne an die IHK wenden.

Die Kollegen freuen sich über ein wachsendes

Azubi-Team.

IHK Halle-Dessau

Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Nadine Behrendt

Tel. 0345 2126-254

nbehrendt@halle.ihk.de

JC Eckardt GmbH

Frank Weidner

Agnerstraße 8

06217 Merseburg

Tel. 03461 771125

www.jc-eckardt.de

Mehr Informationen unter

www.teamazubi.de

@team.azubi ist eine

Gemeinschaftsinitiative der

Industrie- und Handelskammer

Halle-Dessau und

der Handwerkskammer

Halle (Saale).

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 27


WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

VOLLVERSAMMLUNG

Rezept gegen Corona: Mehr

Marktwirtschaft!

Die Coronakrise trifft die Wirtschaft hart. Strukturelle Schäden drohen, wenn Geschäftsbereiche

eingestellt werden müssen, Insolvenzen zunehmen und Arbeitsplätze

verloren gehen. Um wirksam gegenzusteuern, braucht es eine Politik mit

ordnungspolitischem Kompass – mit fairem Wettbewerb und offenen Märkten.

Die IHK-Vollversammlung hat dazu Anfang Juli ein Positionspapier verabschiedet.

Tenor: Konjunkturprogramme allein genügen nicht.

Zukunftspaket: Gute Ansätze, aber ...

Die Bundesregierung hat ein „Zukunftspaket“ geschnürt. Die geplanten

Maßnahmen enthalten aus Sicht der Vollversammlung durchaus

begrüßenswerte Ansätze – etwa die umfangreichen Investitionsprogramme

im Gesundheits-, Bildungs- und Verkehrssektor sowie die digitalen

Infrastrukturvorhaben. „Das Zukunftspaket ist jedoch aus unserer

Sicht längst nicht ausreichend, da es die Chance verpasst,

wichtige strukturelle Reformen anzuschieben“, heißt es im Positionspapier.

Die gewählten Vertreter von 55.000 regionalen Unternehmen

mahnen Reformen an, etwa bei den Unternehmenssteuern. Außerdem

bringt das Papier Modelle öffentlich-privater Partnerschaft ins Spiel,

beispielsweise einen gemeinsamen Investitionsfonds der öffentlichen

Hand mit der Kreditwirtschaft.

Belastungsmoratorium: Wachstumshemmer verschieben

Als kurzfristige Maßnahme schlägt die Vollversammlung ein „Belastungsmoratorium“

vor. Bislang geplante Maßnahmen, „die drohen, die

Erholung der wirtschaftlichen Dynamik zu behindern“, sollten verschoben

werden. Das betrifft etwa das „Gesetz zur Stärkung der Integrität

der Wirtschaft“, unter dem unscheinbaren Titel entstände über

ein Verbands sanktionengesetz faktisch ein neues Unternehmensstrafrecht:

Firmen sollen für Straftaten ihres Führungspersonals he-

rangezogen werden, ohne dass organisatorische Schutzmaßnahmen

dabei angemessen berück sichtigt werden. Außerdem auf den Prüfstand

gehören nach Meinung der Vollversammlung: der neue nationale

Zertifikatehandel für Brennstoffe, ein mögliches Homeoffice-Gesetz,

die Kassenrichtlinie, Einschränkungen sachgrundloser Befristung,

das neue Energielabel, die abgeschaffte Möglichkeit, Drittstrommengen

zu schätzen und Regelungen zur Sustainable Finance.


Schauen wir nach vorn: Bis ein Impfstoff gegen dieses Virus gefunden ist, ist die

Bedrohung nicht vorbei. Die Staatsverschuldung, die in dieser Krise aufgetürmt

wurde und wird, ist schwindelerregend. Wir müssen deshalb unsere Wirtschaft

rasch in Tritt bringen und gut in Gang halten. Dazu beitragen soll auch das

heute von der Vollversammlung diskutierte weitere Positionspapier für einen

Weg aus der Krise. In Sachsen-Anhalt haben wir das Glück, dass wir oft kurze

Wege zur Politik nutzen können – gehen wir also gemeinsam an die Arbeit.“

Prof. Dr. Steffen Keitel,

Präsident

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

Bessere Rahmenbedingungen auf die Reformagenda

Bedingungen für unternehmerisches Handeln

verbessern und Luft für Investitionen schaffen

– auf der politischen Reformagenda sollten

ab 2021 wesentliche Entlastungsschritte

für Unternehmen stehen: in der Steuerpolitik

beispielweise die Abschaffung der Gewerbesteuer.

Zudem sollte die Steuerbelastung auf

EU-Durchschnitt sinken. Arbeitsmarktpolitische

Signale würden von einem Aufschub für

Mindestlohnanpassungen, dem Ende der Diskriminierung

der Arbeitnehmerüberlassung

sowie der Modernisierung der Arbeitszeit -

vorschriften ausgehen. Für Bürokratieabbau

sorgt es, Genehmigungen zu beschleunigen,

Melde- und Berichtspflichten auf Notwendigkeit

zu prüfen sowie Aufbewahrungsfristen

zu kürzen. Nicht zuletzt ist der Rotstift bei

Gebühren und Abgaben gefragt. So sollten die

Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge

zurückgenommen, der Rundfunkbeitrag unternehmensfreundlich

gestaltet werden.


Jörg Schlichting,

Vizepräsident und Mitglied des Arbeitskreises Außenwirtschaft

Der erste Schock über Auftragsstornierungen und Lieferengpässe ist überwunden.

Kapitalintensive Investitionen werden jedoch vielfach erst einmal auf Eis

gelegt bleiben. Hier gilt es, die Investitionsanreize zu verstärken. Zudem brauchen

die Unternehmen passende Rahmenbedingungen – Stichwort: Protektionismus

abwehren. Allein mit der Belieferung des deutschen Marktes kann heute

kaum noch ein Industriebetrieb überleben. Wir appellieren daher an die Politik,

sich für offene Märkte einzusetzen. Eine Chance dafür bietet die kommende deutsche

EU-Ratspräsidentschaft.“

Nicht die Vollversammlung, sondern die Vizepräsidenten versammelten sich im Ludwig-Wucherer-Saal. Für die erste virtuelle Sitzung in der 175-jährigen Geschichte der IHK wurden die

anderen Unternehmensvertreter per Videokonferenz hinzugeschaltet.

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 29


WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT


Insgesamt ist die mitteldeutsche Chemie vergleichsweise gut durch die vergangenen

Wochen gekommen. Wie es weitergeht, wird davon abhängen, wie die

Entwicklung in unseren Abnehmerbranchen der Investitions- und Konsumgüterindustrie

– im In- und Ausland - verlaufen wird und wie sich die politischen

Rahmenbedingungen entwickeln. Dazu gehören vor allem die Energiepreise.

Ungelöst ist auch, wie die mit dem Kohleausstieg einhergehenden Kostensteigerungen

kompensiert werden sollen. Weitere Belastungen sind durch die Umsetzung

des Green Deals zu erwarten. Corona hat den Gesetzgeber diesbezüglich leider nur

kurzzeitig aufhalten können.“

Dr. Christof Günther,

Vizepräsident und Vorsitzender des Arbeitskreises Energiepolitik

Klimaschutz neu justieren

Die Coronakrise hat gezeigt, wie sich Emissionsmengen

drastisch von einem Tag auf

den anderen reduzieren lassen. Dabei wurde

aber ebenso deutlich, welche gewaltigen

Schäden dadurch in Wirtschaft und Gesellschaft

entstehen. Klimaschutz muss deshalb

wieder sowohl volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit

als auch tatsächliche Vermeidungspotenziale

in den Blick nehmen

und bewerten. Klimapolitik sollte hier lediglich

den Rahmen setzen, einen technologieoffenen

Ansatz verfolgen sowie die Entscheidungen

des Marktes integrieren. Das

passende Instrument ist der europäische

Emissionshandel, der konsequent zu nutzen

und zu erweitern ist. „Sonderregelungen zur

Förderung bestimmter Energieträger – wie

zum Beispiel das Erneuerbare-Energien-

Gesetz – wären entbehrlich und sollten abgeschafft

werden.“

Kohleausstieg: Strukturbruch vermeiden

Der mit dem Kohleausstieg verbundene Wandel

darf keinen Strukturbruch bedeuten. Bisher

bleiben die von der Bundesregierung vorgeschlagenen

Maßnahmen jedoch weit

hinter dem Kompromiss der „Kohlekommission“

von Anfang 2019 zurück – und setzen

großteils auf Investitionen, welche die öffentliche

Hand kofinanzieren muss. Deshalb

besteht die Gefahr, dass Länder und Kommunen

die Mittel nicht ausschöpfen, um ihre

angespannten Haushalte nicht zu belasten.

Zudem zehrt die Coronakrise das Eigenkapital

der Unternehmen auf, was Wachstumsimpulse

aus eigener Kraft einschränkt. Mehr

denn je ist somit die im Kohlekompromiss

vorgesehene Förderung privater Investitionen

in der Region nötig. Doch derartige Schritte

fehlen im Gesetzespaket zur Strukturstärkung

und zum Kohleausstieg. „Eine verlässliche

Wirtschaftspolitik erfordert jedoch verbindliche

Zusagen der Bundesregierung für

die Region.“

Räumlich entfernt, und dennoch nah:

Der IHK-Präsident wandte sich per Videokonferenz

an die zugeschalteten Vollversammlungsmitglieder.

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020



WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

In großen Teilen herrscht im Gastgewerbe, der Reise- und Freizeitwirtschaft

zumindest Unzufriedenheit mit der derzeitigen Lage – teilweise immer noch Existenzangst

und -not. Unternehmen, die von Event- und Kulturangeboten leben,

leiden unter Betriebsverboten. In der Reisewirtschaft droht kleinen Unternehmen

die Insolvenz, Reisebüros verzeichnen Buchungsrückgänge oder Stornierungen.

Die Hygiene- und Schutzmaßnahmen verursachen Mehrkosten, die bei

den verordneten Umsatzeinschränkungen kaum zu kompensieren sind. Der Verlust

von Gästen wirkt längerfristig nach. In zahlreichen Abstimmungsrunden mit dem

Wirtschaftsministerium ringen wir um die bestmögliche touristische Vermarktung unseres Reiselandes.“

Thies Schröder,

Vizepräsident und Mitglied des Tourismusausschusses


Sorge bereitet derzeit vor allem die Kaufzurückhaltung sowie Überkapazitäten

von Saisonware und volle Lager. Vor diesem Hintergrund hatten wir uns, als die

7. sachsen-anhaltische Eindämmungsverordnung erarbeitet wurde, für eine weitere

Erleichterung stark gemacht: Künftig sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung

dort verzichtbar sein, wo der Mindestabstand gewährleistet werden kann. Leider

bisher vergeblich – und äußerst bedauerlich! Erfreulich ist hingegen, dass etliche

unserer Handlungsempfehlungen zur Wiederbelebung des Einzelhandels umgesetzt

wurden. Noch offen bleibt, wie es mit der Sonn- und Feiertagsöffnung nach

Auslaufen der Eindämmungsverordnungen weitergeht.“

Daniel König,

Vizepräsident und Vorsitzender des Handelsausschusses


Der größte Teil der Ausbildungsbetriebe will weiterhin Azubis einstellen! Allerdings

fehlt es mitunter an geeigneten Bewerbern. Coronabedingt mussten etliche

Berufsorientierungsmaßnahmen ausfallen. Die IHK wird mithelfen, diese Lücke

zu schließen – etwa durch unsere Ausbildungsberater, die in den Schulen für die

duale Berufsausbildung werben. Finanzielle Unterstützung erhalten die Betriebe

von Seiten des Bundes: mit einer Prämie für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag

– wenn sie ihr Ausbildungsengagement beibehalten oder erhöhen –

oder wenn sie trotz Kurzarbeit weiter ausbilden. Dass es hier eine bundeseinheitliche

Regelung geben soll, ist auch auf die Beharrlichkeit der gewerblichen Kammern zurückzuführen.“

Kerstin Kühne,

Vizepräsidentin und Vorsitzende des Arbeitskreises Bildung

Das vollständige Positionspapier

finden interessierte Unternehmer

unter www.halle.ihk.de, Nr. 4836832.

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WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

INTERESSENVERTRETUNG

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WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

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WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

„Ein gelungenes Stück

Interessenvertretung“

Gerade die heimischen Hoteliers und Gastwirte

waren besonders lange von der Covid-

19-Eindämmung betroffen. Der künftige geschäftliche

Erfolg hängt davon ab, wie

weitere Lockerungen genau aussehen. In

Sachsen-Anhalt hat sich auf Initiative des

Wirtschaftsministeriums die „Task Force Tourismus“

mit Vertretern aus Praxis und Verwaltung

gebildet, die unter anderem ein gemeinsames

Hygiene- und Schutzkonzept für

die Branche erarbeitet hat. IHK-Vizepräsident

Michael Pirl ist als Vorsitzender des Tourismusausschusses

mit dabei – unterstützt von

IHK-Geschäftsführerin Antje Bauer. Weitere

Mitstreiter kommen etwa vom Deutschen Hotel-

und Gaststättenverband (DEHOGA) und

dem Landestourismusverband Sachsen-Anhalt

sowie Städte- und Gemeindebund.

Die „Mitteldeutsche Wirtschaft“ fragte Michael

Pirl über seine Erfahrungen in dieser

„Task Force“.

Herr Pirl, mit welchem Gefühl haben Sie an

der Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe teilgenommen?

Michael Pirl: Ehrlich gesagt, mit sehr gemischten

Gefühlen. Die erste Runde fand am

7. Mai 2020 zu einer Zeit statt, als die Politik

faktisch ein Berufsverbot für viele Unternehmerinnen

und Unternehmer im Land verhängt

hat. Uns Hoteliers und Gastwirten

fehlte wegen der Pandemie lange die Perspektive,

wann und wie es weitergehen

würde. Das hat meinen Betrieb ebenso belastet

wie den vieler Kolleginnen und Kollegen.

Als dann diese Arbeitsgruppe zusammenfand,

um über die Rahmenbedingungen für Lockerungen

und Öffnungen zu diskutieren, wir

also aktiv mitgestalten konnten, da haben wir

uns nicht mehr so … „ausgeliefert“ gefühlt.

Dann fällt Ihre Bilanz positiv aus?

Pirl: Größtenteils. Dass wir immer wieder

Vorschläge für nachfolgende Eindämmungsverordnungen

einbringen und ein tragfähiges

Hygiene- und Schutzkonzept für Hotellerie

und Gastronomie erarbeiten und mittlerweile

auch wieder leichtern konnten, das war schon

ein gelungenes Stück Interessenvertretung.

Ich bin allerdings nicht mit allem glücklich,

gerade für Buffets – bis Ende Juni überhaupt

nicht gestattet – wäre aus meiner Sicht unter

erweiterten Schutzmaßnahmen schon

sehr viel früher eine großzügigere Regelung

vertretbar gewesen. Aber gut, in einem solchen

Gremium können Sie natürlich nie alles

zu 100 Prozent durchsetzen und die dort getroffenen

Vereinbarungen müssen ja auch

erst noch Mehrheiten im Kabinett finden.

Die Anfang Mai dieses Jahres vom Landeswirtschaftsminister

Prof. Armin Willingmann (r.) einberufene „Task Force

Tourismus“ hat unter anderem ein gemeinsames Hygieneund

Schutzkonzept für die Branche erarbeitet. Michael Pirl

(3. v. r.), IHK-Vizepräsident und Tourismusausschussvorsitzender,

bringt gemeinsam mit IHK-Geschäftsführerin Antje

Bauer (2. v. r.) regelmäßig die Belange und Forderungen der

regionalen Unternehmen in das Gremium mit ein.

… und was fehlt Ihnen außerdem noch?

Pirl: Ich hätte mir auch mit Blick auf die größeren

Veranstaltungen mehr Flexibilität gewünscht.

Natürlich muss der Gesundheitsschutz

der Besucher immer Vorrang haben,

aber auch hier wäre – denke ich – mit Abstandsregelungen

und Mundschutz mehr

möglich.

Die Tourismusunternehmen müssen vorausplanen

können und brauchen deshalb eine

langfristige Perspektive. Thema Vermarktung:

Wie geht die Tourismuswerbung für unser

Land weiter? Thema Digitalisierung: Wer unterstützt

uns beim Datenschutz? Da ist es

gut, dass die „Task Force“ weiter tagt …

Die Fragen stellte Markus Rettich.

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WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

AUSSCHÜSSE UND ARBEITSKREISE

Protektionismus abwehren –

Europa stärken

Bereits vor der Coronakrise haben die globalen

Handelskonflikte und -hemmnisse zugenommen.

Der Trend zum Protektionismus hat

sich in der Krise noch verstärkt. Diese Entwicklung

belastet die deutsche Wirtschaft in

einem nie dagewesenen Ausmaß. Denn sie ist

auf offene Märkte und gute Regeln für Handel

und Investitionen angewiesen.

Die IHK Halle-Dessau fordert deshalb die Politik

in Deutschland und der EU auf, alles da-

für zu tun, Hürden abzubauen und neue gar

nicht erst entstehen zu lassen. Die anstehende

deutsche EU-Ratspräsidentschaft von

Juli bis Dezember 2020 bietet die große

Chance, die europäische Führungsrolle weltweit

zu sichern und sich für offene Märkte

einzusetzen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) hat entsprechende handelspolitische

Forderungen erarbeitet; die Mitglieder

des Arbeitskreises Außenwirtschaft

der IHK Halle-Dessau haben diese in ihrer

letzten Sitzung diskutiert und unterstützen

die Forderungen des DIHK.

IHK Halle-Dessau

International

Birgit Stodtko

Tel. 0345 2126-274,

bstodtko@halle.ihk.de

Ausgewählte handelspolitische

Forderungen für die deutsche Ratspräsidentschaft

Protektionismus abwehren:

Die Coronakrise führt die Bedeutung internationaler

Wertschöpfungsketten auf

Grundlage von regelbasiertem Handel vor

Augen. Diese zu erhalten, muss höchste

Priorität haben. Ein fortschreitender Protektionismus,

vor allem in Form von Zöllen

und Lokalisierungszwängen, muss

unbedingt verhindert werden.

Zukünftige Beziehungen mit UK

regeln:

Für die Unternehmen ist es wichtig,

den EU-Binnenmarkt zu schützen und

Planungs sicherheit zu schaffen. Die Beziehungen

„EU-UK“ sind nachhaltig,

dynamisch und umfassend zu gestalten.

Dazu gehört es auch, faire Wettbewerbsbedingungen

sicherzustellen.

Zollentrümpelung und -digitalisierung

beschleunigen:

Die Ursprungsregeln und deren Nachweis in

allen Handelsabkommen sollten möglichst

einfach sein – inklusive eines dazu bereitgestellten

Kalkulationsprogramms. Lieferantenerklärungen

innerhalb der EU sind unbedingt

zu vereinfachen. Zum einen ließe sich so der

große bürokratische Aufwand für die Unternehmen

verringern, zum anderen wäre ein

standardisierter elektronischer Datenaustausch

möglich.

EU-Mercosur* Abkommen vorantreiben:

Denn dieses ist das bisher größte noch ausstehende

Freihandelsabkommen der Europäischen

Union. Damit kann die EU für die

Wirtschaft positive Impulse setzen – etwa

offene Märkte und faire Handelsregeln – und

zur Diversifizierung von Wertschöpfungsketten

beitragen.

Mittelstand mitdenken:

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen

sind durch die Coronakrise belastet.

Bei allen neuen Abkommen und

Regeln sollte deshalb die Unterstützung

des Mittelstandes ganz oben auf der

Agenda stehen. Denn anstelle neuer bürokratischer

Hürden brauchen KMU Luft,

um nach der Erholung in ihre Zukunftsfähigkeit

investieren zu können.

*Mercosur-Länder: Brasilien, Argentinien, Paraguay,

Uruguay

Ausführliche Informationen zu den handelspolitischen

Prioritäten der deutschen

Ratspräsidentschaft finden Unternehmen

unter www.dihk.de.

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WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

Durch unsere wirtschaftlichen Beziehungen nach China waren wir frühzeitig

auf die Krise vorbereitet, der Katastrophenfall für die Stadt Halle (Saale) kam aber

doch überraschend. Was unsere Auftragslage betrifft, hatten wir natürlich Einbrüche

zu verzeichnen, da der Vertrieb für Messgeräte zum Erliegen kam. Erfreulicherweise

erlebten wir aber keine Unterbrechungen bei den Lieferketten. In der

pharmazeutischen Industrie stiegen die Aufträge sogar. Insgesamt scheint sich

die Lage nun wieder zu entspannen. Ob die bearbeiteten Aufträge auf Grund der

Liquidität unserer Kunden auch alle bezahlt werden können, bleibt abzuwarten.“

Hans-Joachim Münch,

Geschäftsführender Gesellschafter der SONOTEC GmbH Halle (Saale) und Mitglied des IHK-Arbeitskreises Außenwirtschaft

Die Außenhandelszahlen von Deutschland und Sachsen-Anhalt für den Monat April:

Exporte Deutschland Sachsen-Anhalt

April 75,7 Mrd. Euro 1,16 Mrd. Euro

zum Vormonat -30,50% -19,60%

zum Vorjahresmonat -31,10% -15,30%

Importe Deutschland Sachsen-Anhalt

April 72,2 Mrd. Euro 1,27 Mrd. Euro

zum Vormonat -21,30% -13,50%

zum Vorjahresmonat -21,60% -21,40%

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WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

IHK-JUBILÄUM

Von Aufbau bis Zusammenarbeit –

die IHK-Ehrenpräsidenten erinnern sich

Nach der Wende ist die IHK Halle-Dessau als Interessenvertretung der freien

Wirtschaft wieder neu entstanden. Wolfgang Fell (1990 bis 2000), Albrecht

Hatton (2000 bis 2008) und Carola Schaar (2008 bis 2018) haben als Präsidenten

die vergangenen drei Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt. Die „Mitteldeutsche

Wirtschaft“ lud die heutigen Ehrenpräsidenten zur gemeinsamen Erinnerungsrunde

über 30 Jahre IHK-Geschichte ein.

Die Ehrenpräsidenten der IHK Halle-Dessau

trafen sich zum Gespräch in der IHK-

Hauptgeschäftsstelle in Halle (Saale)

(v. l. n. r.: Albrecht Hatton, Carola Schaar,

Wolfgang Fell).

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

Die Kammer hat Geburtstag: Vor 175 Jahren

tagte die erste Vollversammlung. Was macht

für Sie die IHK hier in unserer Region aus?

Wolfgang Fell: Ich denke dabei an den

8. Februar 1990 zurück: 350 alteingesessene

Unternehmer saßen im Volkspark in Halle zusammen,

und nach zehn Stunden heißer Debatten

war die Neugründung der IHK perfekt.

Das zeigt mir: Die unternehmerischen Wurzeln

in der Region waren nie ausgetrocknet.

Hatten wir kurz nach der Wende etwa 3.500

Mitgliedsunternehmen, sind es heute rund

55.000 – was für eine Entwicklung!

Albrecht Hatton: Die IHK lebte zu meiner

Zeit – und lebt nach wie vor – durch das große

Engagement der Unternehmerschaft selbst in

der Vollversammlung, den Ausschüssen und

Arbeitskreisen . Dabei geht es immer um den

Ausgleich der Interessen, das Gesamtinteresse

der Wirtschaft jederzeit im Blick. Das ist immer

so gewesen, und das gilt bis heute.

Carola Schaar: Auch für mich ist die IHK

eine Einrichtung, die mit großem Einsatz für

die Unternehmerschaft da ist, die Politik berät

und das Beste für die Unternehmen herausholt.

Schwerpunkt meiner Amtszeit war

die Vertrauensbildung, da konnte ich auf eine

stabile Basis bauen. Ich war gern vor Ort in

den Betrieben bei den Unternehmen, habe

ihre Probleme und Sorgen in meine Arbeit

aufgenommen.

Herr Fell, Sie waren der erste Präsident der

1990 wiederbegründeten IHK. Was hat die

Aufbaujahre gekennzeichnet?

Fell: Wir waren froh, dass uns drei starke

West-Kammern bei der Aufbauarbeit helfend

zur Seite standen: Das waren die Industrieund

Handelskammern aus Karlsruhe, Köln

und Duisburg. Unsere Leute wurden dort geschult,

wie IHK-Arbeit geht. Diese Kammern

haben uns darüber hinaus mit Expertinnen

und Experten für die ersten Schritte hier vor

Ort sowie für die Beratung unserer Gründerinnen

und Gründer unterstützt.

Wie ist das konkret abgelaufen?

Fell: Bei großen Infoveranstaltungen im

Neuen Theater, im Volkspark oder im Café


Dass die IHK eine Selbstverwaltungsorganisation

der Wirtschaft

ist, bei der die Unternehmerschaft

selbst bestimmt – das musste erst

in die Köpfe.“

Wolfgang Fell

Böhmer waren die Säle voll. Es gab aber viel

Skepsis. So mancher fürchtete, jetzt käme

wieder eine Organisation, die vorschreiben

will, wo es langzugehen hat. Dass die IHK

eine Selbstverwaltungsorganisation der Wirtschaft

ist, bei der die Unternehmerschaft

selbst bestimmt – das musste erst in die

Köpfe.

Herr Hatton, Sie sind als erfolgreicher Banker

aus dem Westen nach Sachsen-Anhalt

gekommen. Was zeichnet die Unternehmerschaft

hier in der Region aus?

Hatton: Bis heute habe ich großen Respekt

vor der Risikobereitschaft der Menschen damals,

die ohne Erfahrungen in der Marktwirtschaft

den Mut zur Selbstständigkeit hatten.

Die Verantwortung für Mitarbeiter

übernommen und einen enormen Einsatz für

ihre Betriebsgründung geleistet haben – und

nicht zuletzt ihre privaten Vermögenswerte

einsetzten, zum Beispiel das Häuschen, das sie

sich in vielen Jahren mühsam erspart hatten.

Die IHK ist traditionell durch die Zusammenarbeit

zwischen Haupt- und Ehrenamt

geprägt. Welche Erinnerungen haben Sie an

dieses Zusammenspiel, Frau Schaar?

Schaar: Alle Präsidenten sind – als gewählte

Stimme der gewerblichen Wirtschaft – auf

die Zuarbeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

im Hauptamt sowie auf deren Fachwissen

angewiesen, um vernehmlich und wirkungsvoll

gehört zu werden. Das war bei

meinen beiden Vorgängern nicht anders als

bei mir. Während ich die IHK nach außen vertreten

habe, sozusagen als „Gesicht“, konnte

ich mich jederzeit auf die Fachkompetenz

und Loyalität der hauptamtlichen Mitarbeiter

verlassen.

Ich möchte hervorheben: Das gute Zusammenspiel

mit den Hauptgeschäftsführern

Prof. Dr. Peter Heimann und Prof. Dr. Thomas

Brockmeier hat sich hierbei als besonders

wichtig erwiesen – oder, um es mit den Worten

von Prof. Heimann zu sagen: „Zwischen

uns darf kein Blatt Papier passen.“ Und das

hat es auch nicht!


Bis heute habe ich großen Respekt

vor der Risikobereitschaft der

Menschen damals, die ohne Erfahrungen

in der Marktwirtschaft

den Mut zur Selbstständigkeit

hatten.“

Albrecht Hatton

In Ihre Amtszeit, Herr Hatton, fiel der Reformgipfel

zum Jahreswechsel 2004/2005.

Die IHK forderte damals mehr Wettbewerb

statt staatlicher Regulierung. Wie sieht Ihre

Bilanz heute aus?

Hatton: Tatsächlich wurden damals einige

Mut machende Maßnahmen angeschoben.

Doch Wirtschaftspolitik muss ständig überprüft

und weiterentwickelt werden. Heute

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 39


WIRTSCHAFT & ENGAGEMENT

wie damals gilt: so viel Markt wie möglich

und so viel Staat wie nötig. Die IHK ist deshalb

gefordert, als Stimme der Unternehmen in

unserer Region ständig darauf hinzuweisen.

Das erleben wir gerade wieder ganz aktuell.

Die Ehrenpräsidenten der

IHK Halle-Dessau

Wolfgang Fell ist der Präsident der ersten

Stunde. Von 1990 bis 2000 stand er an der

Spitze der Industrie- und Handelskammer

Halle-Dessau. 1991 wurde er überdies zum

Vizepräsidenten des Deutschen Industrie- und

Handelskammertages gewählt und bekleidete

dieses Amt bis 1997.

Albrecht Hatton war von 2000 bis 2008 Präsident

der IHK und hatte für den Vorsitz der

neuen Vollversammlung satzungsgemäß nicht

wieder kandidiert.

Carola Schaar wurde 2008 als eine der ersten

Frauen bundesweit ins höchste Ehrenamt

der IHK gewählt. Dieses Amt bekleidete sie

bis 2018. Ihr Nachfolger ist Prof. Dr. Steffen

Keitel.

IHK Halle-Dessau

Leiterin Büro Präsident

und Hauptgeschäftsführer

Cordula Henke

Tel. 0345 2126-245,

chenke@halle.ihk.de


Während ich die IHK nach außen

vertreten habe, sozusagen als

„Gesicht“, konnte ich mich jederzeit

auf die Fachkompetenz und

Loyalität der hauptamtlichen

Mitarbeiter verlassen.“

Carola Schaar

Ein wichtiger Teil der IHK-Arbeit ist die duale

Berufsausbildung. Erinnern Sie sich noch an

die Anfänge, Herr Fell?

Fell: Oh ja! Anfang der 1990er Jahre war die

gesamte Lehrlingsausbildung weggebrochen.

Die IHK musste „Klinken putzen“: Wir haben

bei den Betrieben regelrecht gebettelt, Lehrlinge

aufzunehmen. Außerdem hat die Kammer

gemeinsam mit den Landkreisen einen

„Ausbildungsring“ gegründet für diejenigen

jungen Menschen, die ohne Ausbildungsplatz

dastanden.

Ich möchte auch nicht vergessen zu erwähnen,

wie wichtig die ehrenamtliche Arbeit

der Prüferinnen und Prüfer war und ist. Diese

immer wieder anzusprechen und zu überzeugen,

sie für die ehrenamtliche Arbeit in der

Ausbildung zu gewinnen. Diese Leistung unserer

IHK möchte ich deshalb ausdrücklich

hervorheben.

Frau Schaar, Sie haben sich ebenfalls für die

berufliche Ausbildung stark gemacht. Wo lagen

dabei in Ihrer Amtszeit die Herausforderungen?

Schaar: In meiner Amtszeit war der Ausbildungsring

nicht mehr erforderlich, glücklicherweise.

Unser „dickes Brett“ bestand darin,

Ausbildungspläne zu erneuern, überkommene

Berufe zu streichen, neue Berufe ins Leben zu

rufen.


Von einer schnelleren Digitalisierung

der Berufsausbildung hätten

wir zum Beispiel heute profitiert.

Das müssen wir jetzt anpacken!“

Carola Schaar

Als Vorsitzende des Bildungsausschusses

beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) habe ich gemerkt, wie schwer

und unendlich langsam man dabei voran-

kommt. Von einer schnelleren Digitalisierung

der Berufsausbildung hätten wir zum Beispiel

heute profitiert. Das müssen wir jetzt

anpacken!


Manchmal müssen Unternehmerinteressen

nachdrücklich vertreten

werden.“

Wolfgang Fell

Was bleibt Ihnen im Gedächtnis, wenn Sie

auf die vergangenen 30 Jahre IHK-Geschichte

zurückblicken?

Fell: Ich erinnere mich daran, wie wir 1990

das alte hallesche IHK-Gebäude für die heimische

Unternehmerschaft zurückgewonnen

haben. Damals saß dort noch die SED-Kreisleitung

Halle-Süd – und wollte bleiben. Da

haben dann einige Fuhrunternehmer mit mir

gemeinsam gedroht: Wir werden mit allen

unseren LKW voll beladen den Thälmannplatz

besetzen. Der heutige Riebeckplatz war

schon damals der Hauptknotenpunkt der

Stadt. Da hat die Partei das Haus geräumt.

Manchmal müssen Unternehmerinteressen

nachdrücklich vertreten werden.

Hatton: Ich bin bis heute besonders froh,

dass wir nach dem Elbehochwasser 2002 bei

den Spitzengesprächen in Berlin mehr Hilfsgelder

lockermachen konnten, als von der

Bundesregierung zunächst geplant waren.

Die Runde mit dem damaligen Bundeskanzler

Gerhard Schröder in Berlin vergesse ich

nie. So wurde die Existenz zahlreicher Firmen

an Elbe und Saale gesichert.

Schaar: Mich haben während meiner Amtszeit

der Ideenaustausch und der Zusammenhalt

mit den Handwerkskammern fasziniert.

Wir haben zusammengesessen und haben

uns überlegt: „Wie gehen wir gemeinsam auf

die Politik zu?“ Diese entschlossene Geschlossenheit,

dieses menschliche Verständnis

untereinander, das hat mich immer begeistert.

Davon zehre ich heute noch.

Die Fragen stellte Markus Rettich.

40

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & PRAXISWISSEN

FINANZIERUNG UND FÖRDERUNG

In Energieeffizienz investieren

Unternehmen, die energieeffiziente Maßnahmen umsetzen wollen, erhalten finanzielle

Unterstützung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert zum

einen Betriebe, die ihre Produktionsanlagen und -prozesse modernisieren oder darin

investieren wollen. Aber auch Unternehmen, die gewerblich genutzte Nichtwohngebäude

bauen, erwerben oder energetisch sanieren wollen, werden unterstützt.

1. KfW-Energieeffizienzprogramm -

Produktionsanlagen/-prozesse

Fördergegenstand

• Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich

Produktionsanlagen und -prozesse (Modernisierungs-

und Neuinvestitionen)

• Aufwendungen für Planungs- und Umsetzungsbegleitung

sowie für Energiemanagementsysteme

in Verbindung mit einer

förderungswürdigen betrieblichen Einsparinvestition

Antragsberechtigung

• in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen

Wirtschaft und der Freien Berufe

• antragsberechtigte Unternehmen, die im

Rahmen einer Contracting-Vereinbarung

(Energie-)Dienstleistungen für einen Dritten

erbringen

Förderhöhe

• Kreditförderung

• Finanzierungsanteil: bis zu

100 Prozent der förderfähigen

Kosten

• Kredithöchstbetrag: max.

25 Mio. Euro pro Vorhaben

2. KfW-Energieeffizienzprogramm –

Energieeffizient Bauen und Sanieren

Fördergegenstand

• Neubau gewerblich genutzter Nichtwohngebäude,

die das energetische Niveau eines

KfW-Effizienzgebäudes für Neubauten erreichen

• energetische Sanierung von gewerblich genutzten

Nichtwohngebäuden, die das energetische

Niveau eines KfW-Effizienzgebäudes

für Bestandsgebäude erreichen

• Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und/

oder technischer Gebäudeausrüstung an

bestehenden gewerblich genutzten Nichtwohngebäuden

• Maßnahmen zur Vorbereitung, Realisierung,

Inbetriebnahme

Antragsberechtigung

• in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen

Wirtschaft und der Freien Berufe

• Unternehmen, die im Rahmen einer Contracting-Vereinbarung

(Energie-)Dienstleistungen

für einen Dritten an gewerb -

lichen Nichtwohngebäuden erbringen

Förderhöhe

• Kreditförderung mit zusätzlichem Tilgungs -

zuschuss

• Finanzierungsanteil: bis zu 100 Prozent der

förderfähigen Kosten

• Kredithöchstbetrag: max. 25 Mio. Euro pro

Vorhaben

• Gewährung eines Tilgungszuschusses: Höhe

je nach erreichtem KfW-Effizienzgebäude-

Standard bzw. bei Einzelmaßnahmen Einhaltung

der technischen Mindestanforderungen

www.kfw.de/276

Weitere Informationen zu den Fördervoraussetzungen

und zum Antragsverfahren sind auf den Internetseiten

der KfW veröffentlicht: www.kfw.de

Weitere Förderprogramme im Energie- und Umweltbereich

finden interessierte Unternehmen in der IHK-

Publikation „Förderprogramme im Bereich Energie und

Umwelt“ unter www.halle.ihk.de, Nr. 7471.

www.kfw.de/292

Unternehmen, die in energieeffiziente

Maßnahmen investieren wollen, erhalten

finanzielle Unterstützung durch die KfW.

IHK Halle-Dessau

Energie- und

Umweltförderung

Silvana Theis

Tel. 0345 2126-263

stheis@halle.ihk.de

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & PRAXISWISSEN

RECHT

Tabakwerbung

Suchergebnis für Tabakprodukt

muss keine Werbung sein

Es liegt keine verbotene Werbung für Tabakerzeugnisse

vor, wenn nach Angabe einer

Marke als Suchwort in einer Suchmaschine

ein Anbieter als Suchergebnis angezeigt wird,

auf dessen Internetseite die Marke erscheint.

So entschied das Oberlandesgericht (OLG)

Frankfurt am Main mit Urteil vom 7. November

2019 (Az. 6 U 92/19).

Ausführliche Aussagen bzw. der

Wortlaut des Urteils

unter www.halle.ihk.de, Nr. 806102

OLG Bamberg: Onlinehändler müssen nicht

über Herstellergarantie informieren

Wenn mit einer Herstellergarantie geworben wird, muss der

Händler bereits im Onlineshop über die Garantiebedingungen informieren.

Aber muss an sich erwähnt werden, dass eine Herstellergarantie

existiert bzw. besteht eine entsprechende Informationspflicht

auch dann, wenn die Herstellergarantie als solche

gar nicht im Angebot erwähnt wird? Nein, entschied zuletzt das

Oberlandesgericht (OLG) Celle. Das OLG Bamberg (Hinweisbeschluss

vom 19. März 2020, Az.; 3 U 14/20) schließt sich ebenfalls

dieser Ansicht an.

Ausführliche Aussagen bzw. der

Wortlaut des Urteils

unter www.halle.ihk.de, Nr. 4813454

Anzeige

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 43


WIRTSCHAFT & PRAXISWISSEN

INTERNATIONAL

Neue Entsenderichtlinie

beachten!

Bis zum 30. Juli 2020 müssen alle EU-Länder die reformierte Entsenderichtlinie

(EU) 2018/957 umsetzen und nationale Regelungen bei der Entsendung von

Mitarbeitern anpassen. Auch auf sachsen-anhaltische Unternehmen kommen

Änderungen zu.

Die neue Richtlinie wurde 2018 mit dem Slogan

„gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen

Ort“ verabschiedet. Sie betrifft schätzungsweise

2,3 Millionen innerhalb der EU

entsandte Arbeitnehmer. Dabei ist Deutschland

nicht nur das Hauptzielland für entsandte

Beschäftigte aus der EU, sondern auch

selbst zweitgrößter Entsender. Laut EU-Kommission

stellten deutsche Behörden 2018

knapp 476.000 A1-Bescheinigungen aus, die

bei grenzüberschreitenden Entsendungen

zum Nachweis der Sozialversicherung im Heimatland

erforderlich sind. Nur Polen kommt

mit mehr als 600.000 auf eine höhere Zahl

temporär im Ausland tätiger Arbeitnehmer.

Gerade für Bau- und Montageleistungen entsenden

viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Ausland.

Auswirkungen für hiesige Betriebe

Die Reform wird deshalb nicht nur Auswirkungen

auf die hiesige Baubranche und jene

Wirtschaftszweige haben, in denen auslän -

dische Arbeitnehmer zeitlich befristet beschäftigt

sind. Auch sachsen-anhaltische

Unternehmen, die Bau-, Montage- und Wartungsleistungen

im Ausland erbringen, müssen

sich auf Änderungen einstellen. Wie die

Vergangenheit gezeigt hat, drohen Protektionismus

und noch mehr Bürokratie.

Umfassende Dokumentationspflichten

Bereits seit 2014 müssen Entsendebetriebe

vorab über landesspezifische Meldeportale

Welche Veränderungen

bringt die Reform der

Entsenderichtlinie?

• Künftig gelten für alle entsandten Arbeitnehmer

nicht nur bestimmte Mindestlöhne, sondern

alle Vergütungsregeln des Gastlandes.

• Kettenverträge sollen nicht mehr möglich sein

und die Hauptauftraggeber werden bei Verstößen

gegen Mindeststandards leichter haftbar.

• Die Unternehmer müssten schon bei der Angebotsabgabe

den jeweils für ihr Einsatzgebiet

geltenden Tarifvertrag eindeutig identifizieren

können.

• Die Voraussetzungen, unter denen Entsendezulagen

auf die Entlohnung angerechnet werden

können, werden klarer gefasst. Kosten für

Unterkunft, Reisekosten oder Verpflegung

dürfen EU-Arbeitgeber nicht ihren Arbeitskräften

auferlegen.

• Die bisherige Maximaldauer einer Entsendung

wird von 24 Monaten auf zwölf Monate (max.

18 Monate) verkürzt. Die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge

variiert innerhalb dieser

Zeit aber weiterhin von Land zu Land.

• Danach finden mit wenigen Ausnahmen alle

zwingenden Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen

des Einsatzlandes Anwendung, vorausgesetzt

sie sind für die Arbeitnehmer

günstiger als die im Entsendeland geltenden.

• Die EU-Staaten sollen alle über ein einziges

offizielles nationales Meldeportal verfügen.

Dieses muss korrekt und aktuell darüber informieren,

welche Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen

anzuwenden sind.

• Die EU richtet außerdem perspektivisch eine

Europäische Arbeitsbehörde (ELA) mit Sitz in

Bratislava ein. Diese soll die Zusammenarbeit

aller nationalen Behörden koordinieren. Allerdings

benötigt sie noch mehrere Jahre, um für

diese Aufgabe arbeitsfähig zu sein.

44

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


WIRTSCHAFT & PRAXISWISSEN

umfassende Dokumentationspflichten erfüllen.

Zuletzt hatten die Niederlande im März

2020 dafür ein eigenes Portal eingeführt. Die

Arbeitsinspektoren der Zielländer sollen dadurch

besser kontrollieren können, ob die

nationalen Sozialstandards flächendeckend

eingehalten werden. Neben der bereits erwähnten

A1-Bescheinigung müssen Unternehmen

Arbeitsverträge der Mitarbeiter, Stundenzettel,

Gesundheitszeugnisse und vieles

andere mehr einstellen. Die Meldungen sind

oft in der jeweiligen Landessprache vorgeschrieben.

Teilweise ist ein nationaler Ansprechpartner

für die Arbeits- und Sozialbehörden

oder ein Fiskalvertreter zu benennen.

Mit neuen Regeln vertraut machen!

Setzen Unternehmen die Melde- und Dokumentationspflichten

unvollständig oder fehlerhaft

um, drohen ihnen schon jetzt hohe

Strafen. Ab dem 30. Juli 2020 gelten weitere

Neuregelungen, die sich aus der 2018

reformierten EU-Entsenderichtlinie ergeben.

Firmen, die Dienstleistungen im Ausland erbringen,

sollten sich schon jetzt mit den

neuen Regeln vertraut machen. Leider ist zu

bezweifeln, ob alle EU-Länder die nötigen Informationen

fristgemäß zur Verfügung stellen

werden.

Bei Fragen können sich betroffene Unternehmen

jederzeit gerne an die IHK wenden.

IHK Halle-Dessau

International

Michael Drescher

Tel. 0345 2126-353

mdrescher@halle.ihk.de

Firmengemeinschaftsstand auf der intec 2021

Nach der coronabedingten Pause werden

nun die ersten Firmenmessen für 2021

organisiert. Die „intec – Internationale

Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs-

und Automatisierungstechnik“

vom 2. bis 5. März 2021 in Leipzig ist erster

Anziehungspunkt des Messejahres für

die Metallbearbeitungsbranche. Ein umfangreiches

Angebotsprofil über alle Fertigungsstufen,

Hotspots für neue Technologiethemen

und ein Fachprogramm,

das Forschung und Praxis, Wirtschaftspolitik

und internationale Kooperationen zusammenbringt,

machen die Messe zu einer

relevanten Plattform für den Dialog zwischen

Anbietern und Anwendern.

Die Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt,

Sachsen und Thüringen organisieren

für Unternehmen einen attraktiven

Messegemeinschaftsstand. Firmen, die sich

dort präsentieren, sparen Zeit und Kosten bei

der Vorbereitung und profitieren von der bereitgestellten

Infrastruktur.

Unternehmen können ihr Interesse an

einer Teilnahme bis 28. August 2020

melden.

IHK Halle-Dessau

International

Anja Klepzig

Tel. 0345 2126-233

aklepzig@halle.ihk.de

Anzeige


BÖRSEN

Unternehmensbörse

„nexxt-change“

Die Unternehmensbörse dient einerseits dem Ziel, Unternehmen

auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger oder

aktiven Teilhaber behilflich zu sein. Andererseits soll es den

Existenzgründern die Suche nach einem Unternehmen für

eine Übernahme erleichtern. Weitere Informationen unter

www.halle.ihk.de, Nr. 2794172

Kontakt:

Susann Sommer, Tel. 0345 2126-452,

Fax: 0345 212644-452 oder E-Mail: ssommer@halle.ihk.de

Riemchen/Verblender Stein-Manufaktur

aus zeitlichen Gründen abzugeben. (157433)

Zertifizierte Bildungseinrichtung – Nagelund

Tattoo-Schule sucht in Halle (Saale)

einen Nachfolger. (157432)

Gewerbeflächenbörse

Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine

Haftung! Weitere Informationen unter www.halle.ihk.de,

Nr. 2504

Kontakt:

Elisabeth Günther, Tel. 0345 2126-266,

E-Mail: eguenther@halle.ihk.de

39261 Zerbst (Anhalt): Privatperson vermietet/-pachtet

Gewerbefläche 200-400 m²;

teilbar, ausbau-/umbau- und erweiterungsfähig;

ehemalige Nutzung: Kantine, geeignet

für Produktion, Handel und DL-Branche.

(GB-1342)

06766 Bitterfeld-Wolfen: Makler vermietet/-pachtet

Verkaufs- und Lagerfläche 2.650

m² (300 m² Lagerfläche, 150 m² Verwaltungs-/Servicefläche,

2.200 m² Geschäftsfläche,

500 m² Restfläche) mit abgetrenntem

Verwaltungstrakt (bestehend aus Büros, Umkleideräumen

und Sanitäranlagen), Zulieferzone

mit Sektionaltoren, eingezäuntem Außenbereich

und ausreichend Parkplätzen;

gute Anbindung an B183, A9 und ÖPNV;

Bj. 1992; Nichtwohngebäude: B (Wärmeenergiebedarf:

64,1 kWh, Stromenergiebedarf:

21,7 kWh), Befeuerungsart: Heizöl

EL; geeignet für Produktion, Handel und DL-

Branche. (GB-1343)

06862 Dessau-Roßlau: Makler vermietet/-

pachtet Geschäftsfläche 123 m² (bestehend

aus Sprechzimmer, Labor, Empfangsbereich,

Personal- und Sanitärräume) im Dachgeschoss

(2. Etage) mit Klimaanlage, Aufzug

und Parkplätzen; gute Anbindung an B184

und ÖPNV; Bj. 1992; Nichtwohngebäude: V

(Stromenergieverbrauch: 200,3 kWh), Befeuerungsart:

Gasheizung; ehemalige Nutzung:

Arztpraxis, geeignet für DL-Branche.

(GB-1344)

06237 Leuna, OT Zöschen: Unternehmer

vermietet/-pachtet Gewerberäume 57 m² (10

m² Büro/Lager, 47,5 m² Geschäftsfläche) mit

2 großen Schaufenstern und WC, Zugang

über Hintereingang; gute Anbindung an

B181; ausbau-/umbau- und erweiterungsfähig;

Befeuerungsart: Zentralheizung; ehemalige

Nutzung: Kosmetikstudio, geeignet

für Handel und DL-Branche. (GB-1345)

Kooperationsangebote

aus der Datenbank des Enterprise

Europe Networks (EEN)

Interessenten finden diese und weitere Kooperationsangebote

unter http://een-sachsen-anhalt.de/dienstleistungen/

partnersuche.html.

Ansprechpartner:

Sven Erichson, Tel. 0391/5693-148,

E-Mail: erichson@magdeburg.ihk.de

Hersteller von Innenausstattung und

Metallmöbeln sucht Hersteller und

Vertriebler

Ein Unternehmen aus der Region der Republik

Srpska, Bosnien und Herzegowina, stellt

handgefertigte Kronleuchter, Wandleuchten,

Lampenschirme sowie andere Accessoires für

den Innenbereich und Möbel aus Metall her

und bietet seine Dienstleistungen über Produktions-

und Vertriebs-Serviceverträge an.

Das Unternehmen ist daran interessiert, internationale

Geschäftspartner zu identifizieren,

um Partnerschaftsverträge für den Vertrieb

seiner Produkte abzuschließen. (EG0420

BA02)

Vertriebspartner für (Werkzeug)Matten-

System gesucht

Das britische Unternehmen hat ein in sich geschlossenes

Mattensystem entwickelt, das

Menschen hilft, die sich schnell und flexibel

an ihrem Arbeitsplatz bewegen wollen. Die

Matte kann bei Bedarf mittels einer Kordel in

eine Tasche verwandelt werden und umschließt

alle Gegenstände, die zuvor auf der

Matte lagen. Das Unternehmen hat sich auf

Sicherheitsausrüstung spezialisiert und sucht

internationale, dienstleistungsbasierte Vertriebspartner,

die in der Medizin- oder Baubranche,

im Rettungsdienst oder im Maschinenbau

tätig sind. Potenziellen Partnern, die

nicht in einem dieser Bereiche tätig sind, bietet

das Unternehmen einen Handelsvertretervertrag

an. (EG0420 UK01)

Technologien zur Entfernung kleiner Edelstahlpartikel

aus Recyclingasche gesucht

Ein niederländisches Recyclingunternehmen

hat sich auf die Trennung von Rostasche aus

Müllkraftwerken in Halbfabrikate (Granulate)

und wertvolle Mineral- und Metallfraktionen

spezialisiert. Um die Granulate für den

Einsatz in Betonprodukten geeignet zu machen,

ist es wichtig, auch die letzten Edelstahlpartikel

zu entfernen. Das Unternehmen

ist auf der Suche nach innovativen

Technologien und/oder anderen "out of the

box"-Ideen, um diese Partikel aus der Rostund

Kesselasche zu erkennen und zu entfernen.

Ein Forschungs- oder Technologieabkommen

ist vorgesehen. (EG0420 NL03)

Designs im Digitalformat

Das maltesische Studio für Oberflächendesign

bietet vektorbasierte Musterentwürfe im

Digitalformat zum Drucken auf jede Produktoberfläche

an. Unternehmen, die Muster

für Textilien und Stoffe, Grußkarten und

Briefpapier, Wohndekorartikel, Tapeten und

Modekollektionen benötigen, können kundenspezifische

Musterdesigns zur Lizenzierung

erwerben. (EG0420 MT01)

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


VERANSTALTUNGEN

Anhalt-Bitterfeld

15. September 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK Kontaktbüro Bitterfeld-Wolfen, OT Wolfen, Andresenstraße 1 a,

06766 Bitterfeld-Wolfen, Tel. 03493 3757-0

Burgenlandkreis

26. August 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK Kontaktbüro Naumburg, Kreisverwaltung des Burgenlandkreises,

Bahnhofstraße 48, 06618 Naumburg (Saale), Tel. 03443 4325-0

08. September 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Geschäftsstelle Weißenfels, Markt 6, 06667 Weißenfels,

Tel. 03443 4325-0

09. September 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK Kontaktbüro Naumburg, Kreisverwaltung des Burgenlandkreises,

Bahnhofstraße 48, 06618 Naumburg (Saale), Tel. 03443 4325-0

Dessau-Roßlau

17. September 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Geschäftsstelle Dessau, Lange Gasse 3, 06844 Dessau-Roßlau,

Tel. 0340 26011-0

08. Oktober 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Geschäftsstelle Dessau, Lange Gasse 3, 06844 Dessau-Roßlau,

Tel. 0340 26011-0

Halle (Saale) und Saalekreis

19. August 2020

Beratung zum Schutz des geistigen Eigentums

IHK Halle-Dessau, TGZ I, Weinbergweg 23, 06120 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-265

03. September 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK Halle-Dessau, ServiceCenter, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-221

08. September 2020

Workshop „Kassennachschau 2.0“

IHK Halle-Dessau, Tagungszentrum, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-0

08. September 2020

Alles Entscheidende zur Selbstständigkeit in 90 Minuten

IHK Halle-Dessau, ServiceCenter, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-221

16. September 2020

Beratung zum Schutz des geistigen Eigentums

IHK Halle-Dessau, TGZ I, Weinbergweg 23, 06120 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-265

23. September 2020

IHK-Vollversammlung

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-241

25. September 2020

Seminar: Außenwirtschaftskontrolle und Zollabwicklung

für Einsteiger

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-282

01. Oktober 2020

Compliance

IHK Halle-Dessau, Tagungszentrum, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-226

08. Oktober 2020

Preiskalkulation für Dienstleister

IHK Halle-Dessau, Tagungszentrum, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-273

13. Oktober 2020

7. Fachforum Mittelstandsfinanzierung

IHK Halle-Dessau, Tagungszentrum, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-272

21. Oktober 2020

Beratung zum Schutz des geistigen Eigentums

IHK Halle-Dessau, TGZ I, Weinbergweg 23, 06120 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-265

22. Oktober 2020

Fachthementag Datenschutz

IHK Halle-Dessau, Tagungszentrum, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-226

Mansfeld-Südharz

11. August 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK Geschäftsstelle Sangerhausen, Ewald-Gnau-Straße 1b,

06526 Sangerhausen, Tel. 03464 260959-10

19. August 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK-Kontaktbüro Eisleben, Vicariatsgasse 4,

06295 Lutherstadt Eisleben, Tel. 03464 260959-10

08. September 2020

Nachfolge regional: Praxistipps zur Unternehmensnachfolge

IHK Geschäftsstelle Sangerhausen, Ewald-Gnau-Straße 1b,

06526 Sangerhausen, Tel. 0345 2126-452

08. September 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK Geschäftsstelle Sangerhausen, Ewald-Gnau-Straße 1b,

06526 Sangerhausen, Tel. 03464 260959-10

16. September 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK-Kontaktbüro Eisleben, Vicariatsgasse 4,

06295 Lutherstadt Eisleben, Tel. 03464 260959-10

Salzlandkreis

16. September 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Bernburg, Schloßstraße 11, 06406 Bernburg,

Tel. 03471 659505

07. Oktober 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Bernburg, Schloßstraße 11, 06406 Bernburg,

Tel. 03471 659505

Wittenberg

24. September 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Wittenberg, Lutherstraße 56,

06886 Lutherstadt Wittenberg, Tel. 03491 670121

Online-Seminare

13. August 2020

Wie weiter nach Corona? Die Bank spielt nicht mit! Was nun?

Tel. 0345 2126-272

27. August 2020

Wie weiter nach Corona? Die Krise überwinden, so geht es digital!

Tel. 0345 2126-272

27. August 2020

Business-Canvas-Workshop

Tel. 0345 2126-0

10. September 2020

Wie weiter nach Corona? Digitale Geschäftsmodelle – eine

Option für mein Unternehmen nach der Krise?

Tel. 0345 2126-272

14. September 2020

Arbeitsrecht

Tel. 03493 375721

15. September 2020

Vorstellung und rechtliche Einordnung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes

(BEHG)

Tel. 0345 2126-409

17. September 2020

Mitteldeutschen Exporttag „Digitaler Vertrieb im internationalen

Geschäft“

Tel. 0345 2126-353

24. September 2020

Was passiert, wenn es passiert? Notfallplanung im Unternehmen

Tel. 0345 2126-272

29. September 2020

Gemeinsam in die digitale Zukunft: Gastronomie

Tel. 0340 26011-21

Nähere Informationen

zu den Veranstaltungen unter

www.halle.ihk.de, Nr. 1953

8. September 2020 in Sangerhausen, 14.00 Uhr

Praxistipps zur Unternehmensnachfolge

Inzwischen ist jeder fünfte Unternehmer im

IHK-Bezirk Halle-Dessau über 60 Jahre alt

und wird wohl in den nächsten Jahren die

Verantwortung für seine Firma in jüngere

Hände legen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt

dafür? Welche Vorbereitungen sind zu

treffen, damit das Unternehmen wirklich reif

für eine Übergabe wird? Bei einer Veranstaltung

des Netzwerkes Unternehmensnachfolge

erhalten betroffene Unternehmer Informationen

zur Planung ihrer Firmenübergabe sowie

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 51


BESCHLÜSSE

Beschlüsse der IHK-Vollversammlung

Beschluss-Nr.: 24/20/1

Die Vollversammlung beschließt das anliegende Positionspapier „Ein marktwirtschaftliches Plädoyer

zur wirksamen Bewältigung der Corona-Krise”.

Halle (Saale), 13. Juli 2020

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

gez.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Hauptgeschäftsführer

Der vorstehende, von der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

am 13. Juli 2020 gefasste Beschluss Nr. 24/20/1, wird hiermit ausgefertigt.

Halle (Saale), 14. Juli 2020

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

gez.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Hauptgeschäftsführer

Die Anlage zu Beschluss-Nr. 24/20/1 „Positionspapier der IHK Halle-Dessau „Ein marktwirtschaftliches

Plädoyer zur wirksamen Bewältigung der Corona-Krise““ finden Sie auf

der Internetseite der IHK Halle-Dessau unter: www.halle.ihk.de, Nr. 4836832

Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschluss- und Umschulungsprüfungen

Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau erlässt aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 5. Juni 2020 als zuständige Stelle nach § 47 Absatz 1 und 2 in Verbindung

mit § 79 Absatz 4 Berufsbildungsgesetz (BBiG) vom 23. März 2005 (BGBl. I, Seite 931), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 12. Dezember 2019 (BGBl. I Seite 2522), folgende

Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschluss- und Umschulungsprüfungen.

Inhaltsverzeichnis

Erster Abschnitt: Prüfungsausschüsse und Prüferdelegation

§ 1 Errichtung 53

§ 2 Zusammensetzung und Berufung von Prüfungsausschüssen 53

§ 2a Prüferdelegationen 53

§ 3 Ausschluss von der Mitwirkung 53

§ 4 Vorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung 53

§ 5 Geschäftsführung 53

§ 6 Verschwiegenheit 54

Zweiter Abschnitt: Vorbereitung der Prüfung

§ 7 Prüfungstermine 54

§ 8 Zulassungsvoraussetzungen für die Abschluss- und Umschulungsprüfung 54

§ 9 Zulassungsvoraussetzungen für die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen 54

§ 10 Zulassung von Absolventen schulischer und sonstiger Bildungsgänge 54

§ 11 Zulassungsvoraussetzungen in besonderen Fällen 54

§ 12 Zulassung zur Prüfung 54

§ 13 Entscheidung über die Zulassung 55

Dritter Abschnitt: Durchführung der Prüfung

§ 14 Prüfungsgegenstand 55

§ 15 Gliederung der Prüfung 55

§ 16 Besondere Verhältnisse behinderter Menschen 55

§ 17 Befreiung von vergleichbaren Prüfungsbestandteilen bei der Umschulungsprüfung 55

§ 18 Prüfungsaufgaben 55

§ 19 Nichtöffentlichkeit 55

§ 20 Leitung, Aufsicht und Niederschrift 55

§ 21 Ausweispflicht und Belehrung 55

§ 22 Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße 55

§ 23 Rücktritt, Nichtteilnahme 55

Vierter Abschnitt: Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses

§ 24 Bewertungsschlüssel 56

§ 25 Bewertungsverfahren, Feststellung der Prüfungsergebnisse 57

§ 26 Ergebnisniederschrift, Mitteilung über Bestehen oder Nichtbestehen 57

§ 27 Prüfungszeugnis 57

§ 28 Bescheid über nicht bestandene Prüfung 57

Fünfter Abschnitt: Wiederholungsprüfung

§ 29 Wiederholungsprüfung 57

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BESCHLÜSSE

Sechster Abschnitt: Schlussbestimmungen

§ 30 Rechtsbehelfsbelehrung 57

§ 31 Prüfungsunterlagen 57

§ 32 Prüfung von Zusatzqualifikationen 58

§ 33 Inkrafttreten 58

Erster Abschnitt: Prüfungsausschüsse und Prüferdelegationen

§ 1 Errichtung

(1) Die zuständige Stelle errichtet für die Durchführung der Abschluss- und Umschulungsprüfungen

Prüfungsausschüsse (§ 39 Absatz 1 Satz 1 BBiG / § 62 Absatz 3 Satz 1 BBiG).

(2) Prüfungsausschüsse oder Prüferdelegationen nach § 42 Absatz 2 BBiG nehmen die Prüfungsleistungen

ab.

(3) Für einen Ausbildungsberuf können bei Bedarf, insbesondere bei einer großen Anzahl

von Prüfungsbewerbern und bei besonderen Anforderungen in der Ausbildungsordnung,

mehrere Prüfungsausschüsse errichtet werden.

(4) Mehrere zuständige Stellen können bei einer von ihnen gemeinsame Prüfungsausschüsse

errichten (§ 39 Absatz 1 Satz 2 BBiG).

§ 2 Zusammensetzung und Berufung von Prüfungsausschüssen

(1) Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Die Mitglieder müssen

für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet

sein (§ 40 Absatz 1 BBiG).

(2) Dem Prüfungsausschuss müssen als Mitglieder Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer

in gleicher Zahl sowie mindestens eine Lehrkraft einer berufsbildenden

Schule angehören. Mindestens zwei Drittel der Gesamtzahl der Mitglieder müssen Beauftragte

der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sein (§ 40 Absatz 2 Satz 1 und 2 BBiG).

(3) Die Mitglieder werden von der zuständigen Stelle für eine einheitliche Periode, längstens

für fünf Jahre berufen (§ 40 Absatz 3 Satz 1 BBiG).

(4) Die Beauftragten der Arbeitnehmer werden auf Vorschlag der im Bezirk der zuständigen

Stelle bestehenden Gewerkschaften und selbstständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern

mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung berufen (§ 40 Absatz 3 Satz 2 BBiG).

(5) Lehrkräfte von berufsbildenden Schulen werden im Einvernehmen mit der Schulaufsichtsbehörde

oder der von ihr bestimmten Stelle berufen (§ 40 Absatz 3 Satz 3 BBiG).

(6) Werden Mitglieder nicht oder nicht in ausreichender Zahl innerhalb einer von der zuständigen

Stelle gesetzten angemessenen Frist vorgeschlagen, so beruft die zuständige

Stelle insoweit nach pflichtgemäßem Ermessen (§ 40 Absatz 3 Satz 4 BBiG).

(7) Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse können nach Anhörung der an ihrer Berufung

Beteiligten aus wichtigem Grunde abberufen werden (§ 40 Absatz 3 Satz 5 BBiG).

(8) Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse haben Stellvertreterinnen/Stellvertreter (§ 40 Absatz

2 Satz 3 BBiG). Die Absätze 3 bis 7 gelten für sie entsprechend.

(9) Die für die Berufung von Prüfungsausschussmitgliedern Vorschlagsberechtigten sind

über die Anzahl und die Größe der einzurichtenden Prüfungsausschüsse sowie über die

Zahl der von ihnen vorzuschlagenden weiteren Prüfenden zu unterrichten. Die Vorschlagsberechtigten

werden von der zuständigen Stelle darüber unterrichtet, welche der

von ihnen vorgeschlagenen Mitglieder, Stellvertreter und Stellvertreterinnen sowie weiteren

Prüfenden berufen wurden.

(10) Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäumnis

ist, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite gewährt wird, eine angemessene

Entschädigung zu zahlen, deren Höhe von der zuständigen Stelle mit

Genehmigung der obersten Landesbehörde festgesetzt wird. Die Entschädigung für Zeitversäumnis

hat mindestens im Umfang von § 16 des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes

in der jeweils geltenden Fassung zu erfolgen (§ 40 Absatz 6 BBiG).

(11) Von den Absätzen 2 und 8 darf nur abgewichen werden, wenn andernfalls die erforderliche

Zahl von Mitgliedern des Prüfungsausschusses nicht berufen werden kann (§ 40 Absatz

7 BBiG).

§ 2a Prüferdelegationen

(1) Die zuständige Stelle kann im Einvernehmen mit den Mitgliedern des Prüfungsausschusses

die Abnahme und die abschließende Bewertung von Prüfungsleistungen auf

Prüferdelegationen übertragen.

(2) Für die Zusammensetzung von Prüferdelegationen ist § 2 Absätze 1 und 2 entsprechend

anzuwenden (§ 42 Absatz 2 Satz 2 BBiG). Die Mitglieder der Prüferdelegationen haben

Stellvertreter/Stellvertreterinnen (§ 42 Absatz 2 Satz 2 BBiG).

(3) Mitglieder von Prüferdelegationen können die Mitglieder der Prüfungsausschüsse, deren

Stellvertreter und Stellvertreterinnen sowie weitere Prüfende sein, die durch die zuständige

Stelle nach § 40 Absatz 4 BBiG berufen worden sind. Für die Berufungen gilt § 2 Absätze

3 bis 8 entsprechend. Die Berufung weiterer Prüfender kann auf bestimmte Prüfoder

Fachgebiete beschränkt werden.

(4) Die Mitwirkung in einer Prüferdelegation ist ehrenamtlich. § 2 Absatz 10 gilt entsprechend.

(5) Die zuständige Stelle hat vor Beginn der Prüfung über die Bildung von Prüferdelegationen,

über deren Mitglieder sowie über deren Stellvertreter und Stellvertreterinnen zu

entscheiden. Prüfende können Mitglieder mehrerer Prüferdelegationen sein. Sind verschiedene

Prüfungsleistungen derart aufeinander bezogen, dass deren Beurteilung nur

einheitlich erfolgen kann, so müssen diese Prüfungsleistungen von denselben Prüfenden

abgenommen werden.

§ 3 Ausschluss von der Mitwirkung

(1) Bei der Zulassung und Prüfung dürfen Angehörige der Prüfungsbewerber nicht mitwirken.

Angehörige im Sinne des Satz 1 sind:

1. Verlobte,

2. Ehegatten,

3. eingetragene Lebenspartner,

4. Verwandte und Verschwägerte gerader Linie,

5. Geschwister,

6. Kinder der Geschwister,

7. Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten,

8. Geschwister der Eltern,

9. Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher

Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).

Angehörige sind die im Satz 2 aufgeführten Personen auch dann, wenn

1. in den Fällen der Nummern 2, 3, 4 und 7 die die Beziehung begründende Ehe oder die

Lebenspartnerschaft nicht mehr besteht;

2. in den Fällen der Nummern 4 bis 8 die Verwandtschaft oder Schwägerschaft durch

Annahme als Kind erloschen ist;

3. im Falle der Nummer 9 die häusliche Gemeinschaft nicht mehr besteht, sofern die Personen

weiterhin wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind.

(2) Hält sich ein Prüfungsausschussmitglied oder ein Mitglied der Prüferdelegation nach Absatz

1 für ausgeschlossen oder bestehen Zweifel, ob die Voraussetzungen des Absatz 1

gegeben sind, ist dies der zuständigen Stelle mitzuteilen, während der Prüfung dem Prüfungsausschuss

oder der Prüferdelegation. Die Entscheidung über den Ausschluss von der

Mitwirkung trifft die zuständige Stelle, während der Prüfung der Prüfungsausschuss oder

die Prüferdelegation. Im letzteren Fall darf das betroffene Mitglied nicht mitwirken. Ausgeschlossene

Personen dürfen bei der Beratung und Beschlussfassung nicht zugegen sein.

(3) Liegt ein Grund vor, der geeignet ist, Misstrauen gegen eine unparteiische Ausübung des

Prüfungsamtes zu rechtfertigen, oder wird von einem Prüfling das Vorliegen eines solchen

Grundes behauptet, so hat die betroffene Person dies der zuständigen Stelle mitzuteilen,

während der Prüfung dem Prüfungsausschuss oder der Prüferdelegation. Absatz

2 Sätze 2 bis 4 gelten entsprechend.

(4) Ausbilderinnen/Ausbilder des Prüflings sollen, soweit nicht besondere Umstände eine

Mitwirkung zulassen oder erfordern, nicht mitwirken.

(5) Wenn in den Fällen der Absätze 1 bis 3 eine ordnungsgemäße Besetzung des Prüfungsausschusses

nicht möglich ist, kann die zuständige Stelle die Durchführung der Prüfung

einem anderen oder einem gemeinsamen Prüfungsausschuss übertragen. Erforderlichenfalls

kann eine andere zuständige Stelle ersucht werden, die Prüfung durchzuführen.

Das gleiche gilt, wenn eine objektive Durchführung der Prüfung aus anderen

Gründen nicht gewährleistet erscheint. Wenn in den Fällen der Absätze 1 bis 3 eine ordnungsgemäße

Besetzung der Prüferdelegation nicht möglich ist, kann der Prüfungsausschuss

die Prüfung selbst durchführen oder die Durchführung der Prüfung auf eine

andere Prüferdelegation übertragen.

§ 4 Vorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung

(1) Der Prüfungsausschuss wählt ein Mitglied, das den Vorsitz führt und ein weiteres Mitglied,

das den Vorsitz stellvertretend übernimmt. Der Vorsitz und das ihn stellvertretende

Mitglied sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören (§ 41 Absatz 1 BBiG).

(2) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn zwei Drittel der Mitglieder, mindestens

drei, mitwirken. Er beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit

gibt die Stimme des Vorsitzenden Mitglieds den Ausschlag (§ 41 Absatz 2 BBiG).

(3) Für Prüferdelegationen gilt Absatz 2 Satz 1 und Satz 2 entsprechend.

§ 5 Geschäftsführung

(1) Die Geschäftsführung des Prüfungsausschusses liegt in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss

bei der zuständigen Stelle. Einladungen, (Vorbereitung, Durchführung,

Nachbereitung), Protokollführung und Durchführung der Beschlüsse werden im Einvernehmen

mit dem Vorsitz des Prüfungsausschusses geregelt.

(2) Zu den Sitzungen des Prüfungsausschusses sind die ordentlichen Mitglieder rechtzeitig

einzuladen. Stellvertretende Mitglieder werden in geeigneter Weise unterrichtet. Kann

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BESCHLÜSSE

ein Mitglied an einer Sitzung nicht teilnehmen, so soll es dies unverzüglich der zuständigen

Stelle mitteilen. Für ein verhindertes Mitglied ist ein stellvertretendes Mitglied einzuladen,

welches derselben Gruppe angehören soll.

(3) Absatz 2 gilt für Prüferdelegationen entsprechend.

(4) Die Sitzungsprotokolle sind von der protokollführenden Person und dem Vorsitz zu unterzeichnen.

§ 26 Absatz 1 bleibt unberührt.

(5) Bei Prüferdelegationen sind die Sitzungsprotokolle von allen Mitgliedern zu unterzeichnen.

§ 26 Absatz 1 bleibt unberührt.

§ 6 Verschwiegenheit

Unbeschadet bestehender Informationspflichten, insbesondere gegenüber dem Berufsbildungsausschuss,

haben die Mitglieder des Prüfungsausschusses, der Prüferdelegation und

sonstige mit der Prüfung befassten Personen über alle Prüfungsvorgänge Verschwiegenheit

gegenüber Dritten zu wahren.

Zweiter Abschnitt: Vorbereitung der Prüfung

§ 7 Prüfungstermine

(1) Die zuständige Stelle bestimmt in der Regel zwei für die Durchführung der Prüfung maßgebende

Zeiträume im Jahr. Diese Zeiträume sollen auf den Ablauf der Berufsausbildung

und des Schuljahres abgestimmt sein. Die zuständige Stelle setzt die einzelnen Prüfungstage

fest.

(2) Die zuständige Stelle gibt die Zeiträume im Sinne des Absatz 1 Satz 1 einschließlich der

Anmeldefristen in geeigneter Weise öffentlich mindestens einen Monat vor Ablauf der

Anmeldefrist bekannt. Wird die Anmeldefrist überschritten, kann die zuständige Stelle die

Annahme des Antrags verweigern.

(3) Werden für schriftlich durchzuführende Prüfungsbereiche einheitliche überregionale

Aufgaben verwendet, sind dafür entsprechende überregional abgestimmte Prüfungstage

anzusetzen.

§ 8 Zulassungsvoraussetzungen für die Abschluss- und Umschulungsprüfung

(1) Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen (§ 43 Absatz 1 BBiG),

1. wer die Ausbildungsdauer zurückgelegt hat oder wessen Ausbildungszeit nicht später

als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet,

2. wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilgenommen sowie einen vom Ausbilder

und Auszubildenden unterzeichneten Ausbildungsnachweis nach § 13 Satz 2

Nummer 7 BBiG vorgelegt hat und

3. wessen Berufsausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse

eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder die Auszubildenden

noch deren gesetzliche Vertreterinnen/Vertreter zu vertreten haben.

(2) Behinderte Menschen sind zur Abschlussprüfung auch zuzulassen, wenn die Voraussetzungen

des Absatz 1 Nr. 2 und 3 nicht vorliegen (§ 65 Absatz 2 Satz 2 BBiG).

(3) Die Zulassungsvoraussetzungen für die Umschulungsprüfung richten sich nach der Umschulungsordnung

oder der Umschulungsprüfungsregelung der zuständigen Stelle

(§§ 58, 59 BBiG).

§ 9 Zulassungsvoraussetzungen für die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinander

fallenden Teilen

(1) Sofern die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen durchgeführt

wird, ist über die Zulassung jeweils gesondert zu entscheiden (§ 44 Absatz 1 BBiG).

(2) Zum ersten Teil der Abschlussprüfung ist zuzulassen (§ 44 Absatz 2 in Verbindung mit §

43 Absatz 1 Nr. 2 und 3 BBiG),

1. wer die in der Ausbildungsordnung vorgeschriebene, erforderliche Ausbildungsdauer

zurückgelegt hat,

2. wer einen vom Ausbilder und Auszubildenden unterzeichneten Ausbildungsnachweis

nach § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG vorgelegt hat und

3. wessen Berufsausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse

eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder die Auszubildenden

noch deren gesetzliche Vertreterinnen/Vertreter zu vertreten haben.

(3) Zum zweiten Teil der Abschlussprüfung ist zuzulassen, wer

1. über die Voraussetzungen in § 43 Absatz 1 BBiG hinaus am ersten Teil der Abschlussprüfung

teilgenommen hat,

2. auf Grund einer Rechtsverordnung nach § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2b BBiG von

der Ablegung des ersten Teils der Abschlussprüfung befreit ist oder

3. aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, am ersten Teil der Abschlussprüfung nicht

teilgenommen hat.

Im Fall des Satzes 1 Nummer 3 ist der erste Teil der Abschlussprüfung zusammen mit dem

zweiten Teil abzulegen.

§ 10 Zulassung von Absolventen schulischer und sonstiger Bildungsgänge

Zur Abschlussprüfung ist ferner zuzulassen,

1. wer in einer berufsbildenden Schule oder einer sonstigen Berufsbildungseinrichtung

ausgebildet worden ist, wenn dieser Bildungsgang der Berufsausbildung in einem anerkannten

Ausbildungsberuf entspricht. Ein Bildungsgang entspricht der Berufsausbildung

in einem anerkannten Ausbildungsberuf, wenn er

a) nach Inhalt, Anforderung und zeitlichem Umfang der jeweiligen Ausbildungsordnung

gleichwertig ist,

b) systematisch, insbesondere im Rahmen einer sachlichen und zeitlichen Gliederung

durchgeführt wird und

c) durch Lernortkooperation einen angemessenen Anteil an fachpraktischer Ausbildung

gewährleistet (§ 43 Absatz 2).

§ 11 Zulassungsvoraussetzungen in besonderen Fällen

(1) Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf

ihrer Ausbildungsdauer zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen

dies rechtfertigen (§ 45 Absatz 1 BBiG).

(2) Zur Abschlussprüfung ist auch zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache

der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen

ist, in dem die Prüfung abgelegt werden soll. Als Zeiten der Berufstätigkeit gelten

auch Ausbildungszeiten in einem anderen, einschlägigen Ausbildungsberuf. Vom Nachweis

der Mindestzeit nach Satz 1 kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn

durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft gemacht wird, dass die

Bewerberin/der Bewerber die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat, die die Zulassung

zur Prüfung rechtfertigt. Ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit

im Ausland sind dabei zu berücksichtigen (§ 45 Absatz 2 BBiG).

(3) Soldatinnen/Soldaten auf Zeit und ehemalige Soldatinnen/Soldaten sind nach Absatz 2

Satz 3 zur Abschlussprüfung zuzulassen, wenn das Bundesministerium der Verteidigung

oder die von ihm bestimmte Stelle bescheinigt, dass der Bewerber oder die Bewerberin

berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat, welche die Zulassung

zur Prüfung rechtfertigen (§ 45 Absatz 3 BBiG).

§ 12 Zulassung zur Prüfung

(1) Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist durch die Auszubildenden schriftlich nach den

von der zuständigen Stelle bestimmten Fristen und Formularen zu stellen. Die Auszubildenden

haben die Ausbildenden über die Antragstellung zu unterrichten.

(2) In den Fällen des § 8 Absatz 3 sowie der §§ 10 und 11 Absatz 2 und 3 ist der Antrag auf

Zulassung zur Prüfung von den Prüflingen einzureichen.

(3) Örtlich zuständig für die Zulassung ist die zuständige Stelle, in deren Bezirk

1. in den Fällen der §§ 8, 9 und 11 Absatz 1 die Ausbildungs- oder Umschulungsstätte

liegt,

2. in den Fällen der §§ 10, 11 Absatz 2 und 3 die auf die Prüfung vorbereitende Bildungsstätte

oder der gewöhnliche Aufenthalt der Prüflinge liegt,

3. in den Fällen des § 1 Absatz 4 der gemeinsame Prüfungsausschuss errichtet worden ist.

(4) Dem Antrag auf Zulassung sind beizufügen:

a) in den Fällen des § 8 Absatz 1 und 2 sowie des § 9 Absatz 3

- Bescheinigung über die Teilnahme an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen oder

am ersten Teil der Abschlussprüfung,

- einen vorgeschriebenen vom Ausbilder und Auszubildenden unterzeichneten Ausbildungsnachweis

nach § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG,

b) in den Fällen des § 9 Absatz 2

- einen vorgeschriebenen vom Ausbilder und Auszubildenden unterzeichneten Ausbildungsnachweis

nach § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG,

c) im Fall des § 11 Absatz 1

- zusätzlich zu den Unterlagen nach a) oder b) das letzte Zeugnis oder eine aktuelle

Leistungsbeurteilung der zuletzt besuchten berufsbildenden Schule,

d) in den Fällen des § 10

- Bescheinigung über die Teilnahme an dem schulischen oder sonstigen Bildungsgang

und in den Fällen des § 10 Nr. 1 zusätzlich

- Bescheinigung über die Teilnahme an der fachpraktischen Ausbildung im Rahmen

des schulischen oder sonstigen Bildungsganges,

e) in den Fällen des § 11 Absatz 2 Sätze 1 und 2

- Tätigkeitsnachweis und ggf. Nachweis der Dauer der Berufsausbildung in dem oder

in einem anderen einschlägigen Ausbildungsberuf und ggf. glaubhafte Darlegung

über den Erwerb der beruflichen Handlungsfähigkeit,

f) in den Fällen des § 11 Absatz 2 Satz 3 und Absatz 3

- glaubhafte Darlegung über den Erwerb der beruflichen Handlungsfähigkeit oder Bescheinigung

über den Erwerb der beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.

(5) Für Wiederholungsprüfungen genügt die form- und fristgerechte Anmeldung zur Prüfung.

54

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


BESCHLÜSSE

§ 13 Entscheidung über die Zulassung

(1) Über die Zulassung zur Abschluss- und Umschulungsprüfung entscheidet die zuständige

Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet

der Prüfungsausschuss (§ 46 Absatz 1 BBiG und § 62 Absatz 3 BBiG).

(2) Sofern eine Umschulungsordnung (§ 58 BBiG) oder eine Umschulungsprüfungsregelung

(§ 59 BBiG) der zuständigen Stelle Zulassungsvoraussetzungen vorsieht, sind ausländische

Bildungsabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland zu berücksichtigen

(§ 61 BBiG).

(3) Die Entscheidung über die Zulassung ist den Prüflingen rechtzeitig unter Angabe des

Prüfungstages und -ortes einschließlich der erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel schriftlich

mitzuteilen. Die Entscheidung über die Nichtzulassung ist dem Prüfungsbewerber

schriftlich mit Begründung bekannt zu geben.

(4) Die Zulassung kann von der zuständigen Stelle im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss

bis zur Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses widerrufen werden, wenn sie aufgrund

von gefälschten Unterlagen oder falschen Angaben ausgesprochen wurde.

Dritter Abschnitt: Durchführung der Prüfung

§ 14 Prüfungsgegenstand

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit

erworben hat. In ihr soll der Prüfling nachweisen, dass er die erforderlichen beruflichen

Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und

Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung

wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde

zu legen (§ 38 BBiG).

(2) Der Gegenstand der Umschulungsprüfung ergibt sich aus der jeweiligen Umschulungsordnung

oder Umschulungsprüfungsregelung der zuständigen Stelle.

(3) Sofern sich die Umschulungsordnung oder die Umschulungsprüfungsregelung der zuständigen

Stelle auf die Umschulung für einen anerkannten Ausbildungsberuf richtet,

sind das Ausbildungsberufsbild, der Ausbildungsrahmenplan und die Prüfungsanforderungen

zugrunde zu legen (§ 60 BBiG).

(4) Die Prüfungssprache ist Deutsch soweit nicht die Ausbildungsordnung, die Umschulungsordnung

oder die -prüfungsregelung der zuständigen Stelle etwas anderes vorsieht.

(5) Auf Antrag des Prüfungsteilnehmers kann in berechtigten Fällen ein unkommentiertes,

zweisprachiges Wörterbuch in gedruckter, gebundener Form in der gewählten Fremdsprache

in der Prüfung verwendet werden. Dies gilt nicht für Prüfungen, in denen eine

Fremdsprache Prüfungsgegenstand ist. Der Antrag nach Satz 1 ist mit dem Antrag auf

Zulassung zur Prüfung (§ 12) zu stellen.

§ 15 Gliederung der Prüfung

Die Gliederung der Prüfung richtet sich nach der Ausbildungsordnung oder der Umschulungsordnung

oder -prüfungsregelung der zuständigen Stelle.

§ 16 Besondere Verhältnisse behinderter Menschen

Bei der Durchführung der Prüfung sollen die besonderen Verhältnisse behinderter Menschen

berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Dauer der Prüfung, die Zulassung von

Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter wie Gebärdensprachdolmetscher

für hörbehinderte Menschen (§ 65 Absatz 1 BBiG). Die Art der Behinderung ist mit

dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung (§ 12) nachzuweisen.

§ 17 Befreiung von vergleichbaren Prüfungsbestandteilen bei der Umschulungsprüfung

Bei der Umschulungsprüfung (§§ 58, 59 BBiG) ist der Prüfling auf Antrag von der Ablegung

einzelner Prüfungsbestandteile durch die zuständige Stelle zu befreien, wenn er eine andere

vergleichbare Prüfung vor einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung

oder vor einem staatlichen Prüfungsausschuss erfolgreich abgelegt hat und die Anmeldung

zur Umschulungsprüfung innerhalb von zehn Jahren nach der Bekanntgabe des Bestehens der

anderen Prüfung erfolgt (§ 62 Absatz 4 BBiG).

§ 18 Prüfungsaufgaben

(1) Der Prüfungsausschuss beschließt auf der Grundlage der Ausbildungsordnung oder der

Umschulungsordnung oder -prüfungsregelung der zuständigen Stelle die Prüfungsaufgaben.

(2) Überregional oder von einem Aufgabenerstellungsausschuss bei der zuständigen Stelle

erstellte oder ausgewählte Aufgaben sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen, sofern

diese Aufgaben von Gremien erstellt oder ausgewählt und beschlossen wurden, die

entsprechend § 2 Absatz 2 zusammengesetzt sind.

(3) Sind an einem Tag ausschließlich schriftliche Prüfungsleistungen zu erbringen, soll die

Dauer der Prüfung 300 Minuten nicht überschreiten.

§ 19 Nichtöffentlichkeit

Die Prüfungen sind nicht öffentlich. Vertreterinnen/Vertreter der obersten Bundes- und Landesbehörden,

der zuständigen Stelle sowie die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses der

zuständigen Stelle können anwesend sein. Der Prüfungsausschuss oder die Prüferdelegation

kann im Einvernehmen mit der zuständigen Stelle andere Personen als Gäste zulassen. An

der Beratung über das Prüfungsergebnis im Sinne des § 25 Absatz 1 Satz 2 dürfen nur die Mitglieder

des Prüfungsausschusses oder der Prüferdelegation beteiligt sein.

§ 20 Leitung, Aufsicht und Niederschrift

(1) Die Prüfung wird unter Leitung des Vorsitzes vom gesamten Prüfungsausschuss unbeschadet

der Regelungen in § 25 Absatz 2 und 3 durchgeführt.

(2) Die zuständige Stelle regelt im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss die Aufsichtsführung,

die sicherstellen soll, dass die Prüfungsleistungen selbstständig und nur

mit erlaubten Arbeits- und Hilfsmitteln durchgeführt werden.

(3) Über den Ablauf der Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen.

§ 21 Ausweispflicht und Belehrung

Die Prüflinge haben sich über ihre Person auszuweisen. Sie sind vor Beginn der Prüfung über

den Prüfungsablauf, die zur Verfügung stehende Zeit, die erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel,

die Folgen von Täuschungshandlungen und Ordnungsverstößen, Rücktritt und Nichtteilnahme

zu belehren.

§ 22 Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße

(1) Unternimmt es ein Prüfling, das Prüfungsergebnis durch Täuschung oder Benutzung

nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen oder leistet er Beihilfe zu einer Täuschung

oder einem Täuschungsversuch, liegt eine Täuschungshandlung vor.

(2) Wird während der Prüfung festgestellt, dass ein Prüfling eine Täuschungshandlung begeht

oder einen entsprechenden Verdacht hervorruft, ist der Sachverhalt von der Aufsichtsführung

festzustellen und zu protokollieren. Der Prüfling setzt die Prüfung

vorbehaltlich der Entscheidung des Prüfungsausschusses über die Täuschungshandlung

fort.

(3) Liegt eine Täuschungshandlung vor, wird die von der Täuschungshandlung betroffene

Prüfungsleistung mit „ungenügend“ (= 0 Punkte) bewertet. In schweren Fällen, insbesondere

bei vorbereiteten Täuschungshandlungen, kann der Prüfungsausschuss den Prüfungsteil

oder die gesamte Prüfung mit „ungenügend“ (= 0 Punkte) bewerten. Soweit

Prüfungsleistungen einer Prüferdelegation zur Abnahme und abschließenden Bewertung

übertragen worden sind, kann die Prüferdelegation die Prüfungsleistung mit „ungenügend“

(=0 Punkte) bewerten.

(4) Behindert ein Prüfling durch sein Verhalten die Prüfung so, dass die Prüfung nicht ordnungsgemäß

durchgeführt werden kann, ist er von der Teilnahme auszuschließen. Die

Entscheidung hierüber kann von der Aufsichtsführung oder den mit der Prüfungsabnahme

beauftragten Prüfenden getroffen werden. Die endgültige Entscheidung über die

Folgen für den Prüfling hat der Prüfungsausschuss unverzüglich zu treffen. Absatz 3 gilt

entsprechend. Gleiches gilt bei Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften.

(5) Vor einer endgültigen Entscheidung des Prüfungsausschusses oder der Prüferdelegation

nach den Absätzen 3 und 4 ist der Prüfling zu hören.

§ 23 Rücktritt, Nichtteilnahme

(1) Der Prüfling kann nach erfolgter Anmeldung vor Beginn der Prüfung durch schriftliche

Erklärung zurücktreten. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.

(2) Versäumt der Prüfling einen Prüfungstermin, so werden bereits erbrachte selbstständige

Prüfungsleistungen anerkannt, wenn ein wichtiger Grund für die Nichtteilnahme vorliegt.

Selbstständige Prüfungsleistungen sind solche, die thematisch klar abgrenzbar und nicht

auf eine andere Prüfungsleistung bezogen sind sowie eigenständig bewertet werden.

(3) Erfolgt der Rücktritt nach Beginn der Prüfung oder nimmt der Prüfling an der Prüfung

nicht teil, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, so wird die Prüfung mit 0 Punkten bewertet.

(4) Bei den zeitlich auseinanderfallenden Teilen einer Abschlussprüfung gelten die Absätze

1 bis 3 für den jeweiligen Teil.

(5) Der wichtige Grund ist unverzüglich mitzuteilen und nachzuweisen. Im Krankheitsfall

ist die Vorlage eines ärztlichen Attestes erforderlich.

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 55


BESCHLÜSSE

Vierter Abschnitt: Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses

§ 24 Bewertungsschlüssel

Die Prüfungsleistungen sind wie folgt zu bewerten:

Punkte Note als Dezimalzahl Note in Worten Definition

100 1,0

98 und 99 1,1

96 und 97 1,2 sehr gut eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maß entspricht

94 und 95 1,3

92 und 93 1,4

91 1,5

90 1,6

89 1,7

88 1,8

87 1,9 gut eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht

85 und 86 2,0

84 2,1

83 2,2

82 2,3

81 2,4

79 und 80 2,5

78 2,6

77 2,7

75 und 76 2,8

74 2,9 befriedigend eine Leistung, die den Anforderungen im Allgemeinen entspricht

72 und 73 3,0

71 3,1

70 3,2

68 und 69 3,3

67 3,4

65 und 66 3,5

63 und 64 3,6

62 3,7

60 und 61 3,8

58 und 59 3,9 ausreichend eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht

56 und 57 4,0

55 4,1

53 und 54 4,2

51 und 52 4,3

50 4,4

48 und 49 4,5

46 und 47 4,6

44 und 45 4,7

42 und 43 4,8

40 und 41 4,9 mangelhaft eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass gewisse Grund-

38 und 39 5,0 kenntnisse noch vorhanden sind

36 und 37 5,1

34 und 35 5,2

32 und 33 5,3

30 und 31 5,4

25 bis 29 5,5

20 bis 24 5,6

15 bis 19 5,7 ungenügend eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst Grundkenntnisse fehlen

10 bis 14 5,8

5 bis 9 5,9

0 bis 4 6,0

Der Hundert-Punkte-Schlüssel ist der Bewertung aller Prüfungsleistungen sowie der Ermittlung von Zwischen- und Gesamtergebnissen zugrunde zu legen.

56

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


BESCHLÜSSE

§ 25 Bewertungsverfahren, Feststellung der Prüfungsergebnisse

(1) Der Prüfungsausschuss fasst die Beschlüsse über

1. die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, die er selbst abgenommen hat,

2. die Noten zur Bewertung der Prüfung insgesamt sowie

3. das Bestehen oder Nichtbestehen der Abschlussprüfung.

Für die Beschlussfassung erhält der Ausschuss die Ergebnisniederschriften nach § 26.

(2) Nach § 47 Absatz 2 Satz 2 BBiG erstellte oder ausgewählte Antwort-Wahl-Aufgaben

können automatisiert ausgewertet werden, wenn das Aufgabenerstellungs- oder Aufgabenauswahlgremium

festgelegt hat, welche Antworten als zutreffend anerkannt werden.

Die Ergebnisse sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen.

(3) Der Prüfungsausschuss oder die Prüferdelegation kann einvernehmlich die Abnahme

und Bewertung einzelner schriftlicher oder sonstiger Prüfungsleistungen, deren Bewertung

unabhängig von der Anwesenheit bei der Erbringung erfolgen kann, so vornehmen,

dass zwei seiner oder ihrer Mitglieder die Prüfungsleistungen selbständig und unabhängig

bewerten. Weichen die auf der Grundlage des in der Prüfungsordnung vorgesehenen

Bewertungsschlüssels erfolgten Bewertungen der beiden Prüfenden um nicht

mehr als 10 Prozent der erreichbaren Punkte voneinander ab, so errechnet sich die endgültige

Bewertung aus dem Durchschnitt der beiden Bewertungen. Bei einer größeren

Abweichung erfolgt die endgültige Bewertung durch ein vorab bestimmtes weiteres Mitglied

des Prüfungsausschusses oder der Prüferdelegation.

(4) Sieht die Ausbildungsordnung vor, dass Auszubildende bei erfolgreichem Abschluss eines

zweijährigen Ausbildungsberufs vom ersten Teil der Abschlussprüfung eines darauf aufbauenden

drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs befreit sind, so ist das

Ergebnis der Abschlussprüfung des zweijährigen Ausbildungsberufs vom Prüfungsausschuss

als das Ergebnis des ersten Teils der Abschlussprüfung des auf dem zweijährigen

Ausbildungsberufs aufbauenden drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs zu

übernehmen.

(5) Prüfungsausschüsse oder Prüferdelegationen nach § 42 Absatz 2 BBiG können zur Bewertung

einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen gutachterliche

Stellungnahmen Dritter, insbesondere berufsbildender Schulen, einholen. Im Rahmen der

Begutachtung sind die wesentlichen Abläufe zu dokumentieren und die für die Bewertung

erheblichen Tatsachen festzuhalten. Die Beauftragung erfolgt nach den Verwaltungsgrundsätzen

der zuständigen Stelle. Personen, die nach § 3 von der Mitwirkung im

Prüfungsausschuss auszuschließen sind, sollen nicht als Gutachter tätig werden.

§ 26 Ergebnisniederschrift, Mitteilung über Bestehen oder Nichtbestehen

(1) Über die Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse ist eine Niederschrift auf den

von der zuständigen Stelle genehmigten Formularen zu fertigen. Sie ist von den Mitgliedern

des Prüfungsausschusses bzw. der Prüferdelegation zu unterzeichnen und der

zuständigen Stelle ohne schuldhaftes Zögern (unverzüglich) vorzulegen.

(2) Dem Prüfling soll unmittelbar nach Feststellung des Gesamtergebnisses der Prüfung mitgeteilt

werden, ob er die Prüfung „bestanden“ oder „nicht bestanden“ hat. Hierüber erhält

der Prüfling eine vom Vorsitz zu unterzeichnende Bescheinigung. Kann die

Feststellung des Prüfungsergebnisses nicht am Tag der letzten Prüfungsleistung getroffen

werden, so hat der Prüfungsausschuss diese ohne schuldhaftes Zögern (unverzüglich)

zu treffen und dem Prüfling mitzuteilen.

(3) Sofern die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinander fallenden Teilen durchgeführt

wird, ist das Ergebnis der Prüfungsleistungen im ersten Teil der Abschlussprüfung dem

Prüfling schriftlich mitzuteilen (§ 37 Absatz 2 Satz 3 BBIG). Der erste Teil der Abschlussprüfung

ist nicht eigenständig wiederholbar (§ 37 Absatz 1 Satz 3 BBiG).

(4) Dem Ausbildenden werden auf Verlangen die Ergebnisse der Zwischen- und Abschlussprüfung

des Auszubildenden übermittelt (§§ 37 Absatz 2 Satz 2 und 48 Absatz 1 Satz 2 BBiG).

§ 27 Prüfungszeugnis

(1) Über die Prüfung erhält der Prüfling von der zuständigen Stelle ein Zeugnis (§ 37 Absatz

2 BBiG). Der von der zuständigen Stelle vorgeschriebene Vordruck ist zu verwenden.

Das Prüfungszeugnis enthält

- die Bezeichnung „Prüfungszeugnis nach § 37 Absatz 2 BBiG“ oder „Prüfungszeugnis

nach § 62 Absatz 3 BBiG in Verbindung mit § 37 Absatz 2 BBiG“,

- die Personalien des Prüflings (Name, Vorname, Geburtsdatum),

- die Bezeichnung des Ausbildungsberufs mit Fachrichtung oder prüfungsrelevantem

Schwerpunkt. Weitere in der Ausbildungsordnung ausgewiesene prüfungsrelevante

Differenzierungen können aufgeführt werden.

- die Ergebnisse (Punkte) der Prüfungsbereiche und das Gesamtergebnis (Note), soweit

ein solches in der Ausbildungsordnung vorgesehen ist,

- das Datum des Bestehens der Prüfung,

- die Namenswiedergabe (Faksimile) oder Unterschrift der beauftragten Person der zuständigen

Stelle mit Siegel.

Die Zeugnisse können zusätzliche nicht amtliche Bemerkungen zur Information (Bemerkungen)

enthalten, insbesondere über die Einordnung des erworbenen Abschlusses in den Deutschen

Qualifikationsrahmen oder auf Antrag der geprüften Person über während oder anlässlich

der Ausbildung erworbene besondere oder zusätzliche Fertigkeiten, Kenntnisse und

Fähigkeiten.

(3) Im Fall des § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2a BBiG enthält das Prüfungszeugnis

- die Bezeichnung „Prüfungszeugnis nach § 37 Absatz 2 BBiG“,

- die Personalien des Prüflings (Name, Vorname, Geburtsdatum)

- die einleitende Bemerkung, dass der Prüfling aufgrund der in Teil 1 der Abschlussprüfung

eines zu benennenden drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs erbrachten

Prüfungsleistungen den Abschluss des zu benennenden zweijährigen

Ausbildungsberufs erworben hat,

- die Ergebnisse (Punkte) der Prüfungsbereiche von Teil 1,

- ggf. das Ergebnis von zu benennenden Prüfungsbereichen aus Teil 2 der Abschlussprüfung,

wenn die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Abschlussprüfung des

zweijährigen Ausbildungsberufs die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der Teil 1-

Prüfung des drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs nicht hinreichend abdecken

und die fehlenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten durch geeignete

Prüfungsbereiche von Teil 2 der Abschlussprüfung abgedeckt werden können, und

- die Feststellung, dass in Teil 1 der Abschlussprüfung und den Prüfungsbereichen mit

den fehlenden Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten von Teil 2 der Abschlussprüfung

ausreichende Leistungen entsprechend der Bestehensregelungen im zweijährigen

Beruf erbracht wurden,

- das Datum von Teil 2 der Abschlussprüfung und

- die Namenswiedergabe (Faksimile) oder Unterschrift der beauftragten Person der zuständigen

Stelle mit Siegel.

(4) Dem Zeugnis ist auf Antrag des Auszubildenden eine englischsprachige und eine französischsprachige

Übersetzung beizufügen. Auf Antrag des Auszubildenden ist das Ergebnis

berufsschulischer Leistungsfeststellungen auf dem Zeugnis auszuweisen. Der

Auszubildende hat den Nachweis der berufsschulischen Leistungsfeststellungen dem

Antrag beizufügen. (§ 37 Absatz 3 BBiG).

§ 28 Bescheid über nicht bestandene Prüfung

(1) Bei nicht bestandener Prüfung erhalten der Prüfling und seine gesetzlichen Vertreter von

der zuständigen Stelle einen schriftlichen Bescheid. Darin ist anzugeben, welche Prüfungsleistungen

in einer Wiederholungsprüfung nicht mehr wiederholt werden müssen

(§ 29 Absatz 2 bis 3). Die von der zuständigen Stelle vorgeschriebenen Formulare sind zu

verwenden.

(2) Auf die besonderen Bedingungen der Wiederholungsprüfung gemäß § 29 ist hinzuweisen.

Fünfter Abschnitt: Wiederholungsprüfung

§ 29 Wiederholungsprüfung

(1) Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden (§ 37 Absatz

1 Satz 2 BBiG). Es gelten die in der Wiederholungsprüfung erzielten Ergebnisse. Gleiches

gilt für eine nicht bestandene Umschulungsprüfung.

(2) Hat der Prüfling bei nicht bestandener Prüfung in einer selbstständigen Prüfungsleistung

(§ 23 Absatz 2 Satz 2) mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist diese auf Antrag

des Prüflings nicht zu wiederholen, sofern der Prüfling sich innerhalb von zwei Jahren

– gerechnet vom Tage der Feststellung des Ergebnisses der nicht bestandenen

Prüfung an – zur Wiederholungsprüfung anmeldet. Die Bewertung in einer selbstständigen

Prüfungsleistung (§ 23 Absatz 2 Satz 2) ist im Rahmen der Wiederholungsprüfung

zu übernehmen.

(3) Die Prüfung kann frühestens zum nächsten Prüfungstermin (§ 7) wiederholt werden.

Sechster Abschnitt: Schlussbestimmungen

§ 30 Rechtsbehelfsbelehrung

Maßnahmen und Entscheidungen der Prüfungsausschüsse der zuständigen Stelle sind bei

ihrer schriftlichen Bekanntgabe an den Prüfungsbewerber bzw. den Prüfling mit einer Rechtsbehelfsbelehrung

gemäß § 70 der Verwaltungsgerichtsordnung zu versehen.

§ 31 Prüfungsunterlagen

Auf Antrag ist dem Prüfling binnen der gesetzlich vorgegebenen Frist zur Einlegung eines

Rechtsbehelfs Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten

sind ein Jahr, die Niederschriften gemäß § 26 Absatz 1 15 Jahre aufzubewahren.

Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Zugang des Prüfungsbescheides nach § 27

Absatz 1 bzw. § 28 Absatz 1. Der Ablauf der vorgenannten Fristen wird durch das Einlegen

eines Rechtsmittels gehemmt.

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 57


BESCHLÜSSE

§ 32 Prüfung von Zusatzqualifikationen

Die Vorschriften dieser Prüfungsordnung gelten entsprechend für die Abnahme von Prüfungen

gem. § 49 BBiG (Zusatzqualifikationsprüfungen). Das Ergebnis der Prüfung nach § 37

BBiG bleibt unberührt.

§ 33 Inkrafttreten

Diese Prüfungsordnung tritt am Tag der Veröffentlichung in der Mitteldeutschen Wirtschaft

der IHK Halle-Dessau in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisherige Abschluss-/Umschulungsprüfungsordnung

außer Kraft. Die Prüfungsordnung wurde am 22. Juni 2020 gemäß § 47 Absatz

1 BBiG vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt genehmigt.

Der vorstehende, vom Berufsbildungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Halle-

Dessau am 5. Juni 2020 beschlossene und vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und

Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt am 22. Juni 2020 genehmigte Beschluss wird hiermit

ausgefertigt.

Halle (Saale), 3. Juli 2020

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

gez.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Hauptgeschäftsführer

Halle (Saale), 5. Juni 2020

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

gez.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Hauptgeschäftsführer

Prüfungsordnung für die Durchführung von Fortbildungsprüfungen

Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau erlässt aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 5. Juni 2020 als zuständige Stelle nach § 47 Abs. 1 und 2 in Verbindung

mit § 79 Abs. 4 Berufsbildungsgesetz (BBiG) vom 23. März 2005 (BGBl. I, Seite 931), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 12. Dezember 2019 (BGBl. I, Seite 2522), folgende

Prüfungsordnung. Diese Prüfungsordnung gilt für die Durchführung von Prüfungen gemäß § 56 Abs. 1 in Verbindung mit § 47 BBiG und ist für die Durchführung von Prüfungen nach den

aufgrund des § 30 Abs. 5 BBiG erlassenen Rechtsverordnungen über den Nachweis des Erwerbs berufs- und arbeitspädagogischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten entsprechend anzuwenden.

Inhaltsverzeichnis

Erster Abschnitt: Prüfungsausschüsse und Prüferdelegation

§ 1 Errichtung 59

§ 2 Zusammensetzung und Berufung 59

§ 2a Prüferdelegationen 59

§ 3 Ausschluss von der Mitwirkung 59

§ 4 Vorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung 60

§ 5 Geschäftsführung 60

§ 6 Verschwiegenheit 60

Zweiter Abschnitt: Vorbereitung der Fortbildungsprüfung

§ 7 Prüfungstermine 60

§ 8 Zulassung zur Fortbildungsprüfung 60

§ 9 Befreiung von vergleichbaren Prüfungsbestandteilen 60

§ 10 Entscheidung über die Zulassung und über Befreiungsanträge 60

§ 11 Prüfungsgebühr 60

Dritter Abschnitt: Durchführung der Fortbildungsprüfung

§ 12 Prüfungsgegenstand, Prüfungssprache 60

§ 13 Gliederung der Prüfung 60

§ 14 Prüfungsaufgaben 60

§ 15 Nachteilsausgleich für behinderte Menschen 60

§ 16 Nichtöffentlichkeit 60

§ 17 Leitung, Aufsicht und Niederschrift 61

§ 18 Ausweispflicht und Belehrung 61

§ 19 Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße 61

§ 20 Rücktritt, Nichtteilnahme 61

Vierter Abschnitt: Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses

§ 21 Bewertungsschlüssel 61

§ 22 Bewertungsverfahren, Feststellung der Prüfungsergebnisse 62

§ 23 Ergebnisniederschrift, Mitteilung über Bestehen oder Nichtbestehen 62

§ 24 Prüfungszeugnis 62

§ 25 Bescheid über nicht bestandene Prüfung 62

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BESCHLÜSSE

Fünfter Abschnitt: Wiederholungsprüfung

§ 26 Wiederholungsprüfung 63

Sechster Abschnitt: Schlussbestimmungen

§ 27 Rechtsbehelfsbelehrung 63

§ 28 Prüfungsunterlagen 63

§ 29 Sprachliche Regelung 63

§ 30 Inkrafttreten 63

Erster Abschnitt: Prüfungsausschüsse und Prüferdelegationen

§ 1 Errichtung

(1) Für die Durchführung von Prüfungen im Bereich der beruflichen Fortbildung errichtet die

zuständige Stelle Prüfungsausschüsse (§ 56 Abs. 1 Satz 1 BBiG). Mehrere zuständige

Stellen können bei einer von ihnen gemeinsame Prüfungsausschüsse errichten (§ 39 Abs.

1 S. 2 BBiG).

(2) Prüfungsausschüsse und Prüferdelegationen nach § 42 Abs. 2 BBiG nehmen die Prüfungsleistung

ab.

(3) Soweit die Fortbildungsordnungen (§ 53 Abs. 1 BBiG), die Anpassungsfortbildungsordnungen

(§ 53e Abs. 1 BBiG) oder die Fortbildungsprüfungsregelungen nach § 54 BBiG

selbstständige Prüfungsteile beinhalten, können zur Durchführung der Teilprüfungen eigene

Prüfungsausschüsse oder Prüferdelegationen gebildet werden.

§ 2 Zusammensetzung und Berufung

(1) Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Die Mitglieder von Prüfungsausschüssen

sind hinsichtlich der Beurteilung der Prüfungsleistungen unabhängig

und nicht an Weisungen gebunden. Die Mitglieder müssen für die Prüfungsgebiete

sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein (§ 40 Abs. 1 BBiG).

(2) Dem Prüfungsausschuss müssen als Mitglieder Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer

in gleicher Zahl sowie mindestens eine Person, die als Lehrkraft im beruflichen

Schul- oder Fortbildungswesen tätig ist, angehören. Mindestens zwei Drittel der

Gesamtzahl der Mitglieder müssen Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer

sein (§ 40 Abs. 2 Sätze 1 und 2 BBiG).

(3) Die Mitglieder werden von der zuständigen Stelle für eine einheitliche Periode, längstens

für fünf Jahre berufen (§ 40 Abs. 3 Satz 1 BBiG).

(4) Die Beauftragten der Arbeitnehmer werden auf Vorschlag der im Bezirk der zuständigen

Stelle bestehenden Gewerkschaften und selbstständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern

mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung berufen (§ 40 Abs. 3 Satz 2 BBiG).

(5) Lehrkräfte im beruflichen Schul- oder Fortbildungswesen werden im Einvernehmen mit

der Schulaufsichtsbehörde oder der von ihr bestimmten Stelle berufen (§ 40 Abs. 3 Satz

3 BBiG). Soweit es sich um Lehrkräfte von Fortbildungseinrichtungen handelt, werden sie

von den Fortbildungseinrichtungen benannt.

(6) Werden Mitglieder nicht oder nicht in ausreichender Zahl innerhalb einer von der zuständigen

Stelle gesetzten angemessenen Frist vorgeschlagen, so beruft die zuständige

Stelle insoweit nach pflichtgemäßem Ermessen (§ 40 Abs. 3 Satz 4 BBiG).

(7) Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse können nach Anhörung der an ihrer Berufung

Beteiligten aus wichtigem Grunde abberufen werden (§ 40 Abs. 3 Satz 5 BBiG).

(8) Die Mitglieder haben Stellvertreter oder Stellvertreterinnen (§ 40 Abs. 2 Satz 3 BBiG). Die

Absätze 3 bis 7 gelten für sie entsprechend.

(9) Die für die Berufung von Prüfungsausschussmitgliedern Vorschlagsberechtigten sind

über die Anzahl und die Größe der einzurichtenden Prüfungsausschüsse sowie über die

Zahl der von ihnen vorzuschlagenden weiteren Prüfenden zu unterrichten. Die Vorschlagsberechtigten

werden von der zuständigen Stelle darüber unterrichtet, welche der

von ihnen vorgeschlagenen Mitglieder, Stellvertreter und Stellvertreterinnen sowie weiteren

Prüfenden berufen wurden. (§ 40 Abs. 5)

(10) Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäumnis

ist, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite gewährt wird, eine angemessene

Entschädigung zu zahlen, deren Höhe von der zuständigen Stelle mit Genehmigung

der obersten Landesbehörde festgesetzt wird (§ 40 Abs. 4 BBiG). Die Entschädigung

für Zeitversäumnis hat mindestens im Umfang von § 16 des Justizvergütungs- und

Entschädigungsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zu erfolgen (§ 40 Abs. 6 BBiG).

(11) Von den Absätzen 2 und 8 darf nur abgewichen werden, wenn andernfalls die erforderliche

Zahl von Mitgliedern des Prüfungsausschusses nicht berufen werden kann (§ 40

Abs. 5 BBiG).

§ 2a Prüferdelegationen

(1) Die zuständige Stelle kann im Einvernehmen mit den Mitgliedern des Prüfungsausschusses

die Abnahme und die abschließende Bewertung von Prüfungsleistungen auf

Prüferdelegationen übertragen.

(2) Für die Zusammensetzung von Prüferdelegationen ist § 2 Absätze 1 und 2 entsprechend

anzuwenden (§ 42 Abs. 2 Satz 2 BBiG). Die Mitglieder der Prüferdelegationen haben Stellvertreter

oder Stellvertreterinnen (§ 42 Abs. 2 Satz 2 BBiG).

(3) Mitglieder von Prüferdelegationen können die Mitglieder der Prüfungsausschüsse, deren

Stellvertreter und Stellvertreterinnen sowie weitere Prüfende sein, die durch die zuständige

Stelle nach § 40 Abs. 4 BBiG berufen worden sind. Für die Berufungen gilt § 2 Abs.

3 bis 8 entsprechend. Die Berufung weiterer Prüfender kann auf bestimmte Prüf- oder

Fachgebiete beschränkt werden.

(4) Die Mitwirkung in einer Prüferdelegation ist ehrenamtlich. § 2 Abs. 10 gilt entsprechend.

(5) Die zuständige Stelle hat vor Beginn der Prüfung über die Bildung von Prüferdelegationen,

über deren Mitglieder sowie über deren Stellvertreter und Stellvertreterinnen zu

entscheiden. Prüfende können Mitglieder mehrerer Prüferdelegationen sein. Sind verschiedene

Prüfungsleistungen derart aufeinander bezogen, dass deren Beurteilung nur

einheitlich erfolgen kann, so müssen diese Prüfungsleistungen von denselben Prüfenden

abgenommen werden.

§ 3 Ausschluss von der Mitwirkung

(1) Bei der Zulassung und Prüfung dürfen Angehörige der Prüfungsbewerber nicht mitwirken.

Angehörige im Sinne des Satz 1 sind:

1. Verlobte,

2. Ehegatten,

3. eingetragene Lebenspartner,

4. Verwandte und Verschwägerte gerader Linie,

5. Geschwister,

6. Kinder der Geschwister,

7. Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten,

8. Geschwister der Eltern,

9. Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher

Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).

Angehörige sind die im Satz 2 aufgeführten Personen auch dann, wenn

1. in den Fällen der Nummern 2, 3, 4 und 7 die die Beziehung begründende Ehe oder die

Lebenspartnerschaft nicht mehr besteht;

2. in den Fällen der Nummern 4 bis 8 die Verwandtschaft oder Schwägerschaft durch

Annahme als Kind erloschen ist;

3. im Falle der Nummer 9 die häusliche Gemeinschaft nicht mehr besteht, sofern die Personen

weiterhin wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind.

(2) Hält sich ein Prüfungsausschussmitglied oder ein Mitglied der Prüferdelegation nach

Absatz 1 für ausgeschlossen oder bestehen Zweifel, ob die Voraussetzungen des Absatzes

1 gegeben sind, ist dies der zuständigen Stelle mitzuteilen, während der Prüfung dem

Prüfungsausschuss oder den anderen Mitgliedern der Prüferdelegation. Die Entscheidung

über den Ausschluss von der Mitwirkung trifft die zuständige Stelle, während der

Prüfung der Prüfungsausschuss oder die Prüferdelegation. Im letzteren Fall darf das betroffene

Mitglied nicht mitwirken. Ausgeschlossene Personen dürfen bei der Beratung

und Beschlussfassung nicht zugegen sein.

(3) Liegt ein Grund vor, der geeignet ist, Misstrauen gegen eine unparteiische Ausübung des

Prüfungsamtes zu rechtfertigen, oder wird von einer zu prüfenden Person das Vorliegen

eines solchen Grundes behauptet, so hat die betroffene Person dies der zuständigen

Stelle mitzuteilen, während der Prüfung dem Prüfungsausschuss oder der Prüferdelegation.

Absatz 2 Sätze 2 bis 4 gelten entsprechend.

(4) Personen, die gegenüber der zu prüfenden Person Arbeitgeberfunktionen innehaben, sollen,

soweit nicht besondere Umstände eine Mitwirkung zulassen oder erfordern, nicht

mitwirken.

(5) Wenn in den Fällen der Absätze 1 bis 3 eine ordnungsgemäße Besetzung des Prüfungsausschusses

nicht möglich ist, kann die zuständige Stelle die Durchführung der Prüfung

einem anderen oder einem gemeinsamen Prüfungsausschuss übertragen. Erforderlichenfalls

kann eine andere zuständige Stelle ersucht werden, die Prüfung durchzuführen.

Das Gleiche gilt, wenn eine objektive Durchführung der Prüfung aus anderen

Gründen nicht gewährleistet erscheint. Wenn in den Fällen der Absätze 1 bis 3 eine ordnungsgemäße

Besetzung der Prüferdelegation nicht möglich ist, kann der Prüfungsausschuss

die Durchführung der Prüfung auf eine andere Prüferdelegation übertragen oder

die Prüfung selbst abnehmen.

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 59


BESCHLÜSSE

§ 4 Vorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung

(1) Der Prüfungsausschuss wählt ein Mitglied, das den Vorsitz führt, und ein weiteres Mitglied,

das den Vorsitz stellvertretend übernimmt. Der Vorsitz und das ihn stellvertretende

Mitglied sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören (§ 41 Abs. 1 BBiG).

(2) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn zwei Drittel der Mitglieder, mindestens

drei, mitwirken. Er beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit

gibt die Stimme des vorsitzenden Mitgliedes den Ausschlag (§ 41 Abs. 2

BBiG).

(3) Für Prüferdelegationen gelten Absatz 2 Sätze 1 und 2 entsprechend.

§ 5 Geschäftsführung

(1) Die Geschäftsführung des Prüfungsausschusses liegt in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss

bei der zuständigen Stelle. Einladungen (Vorbereitung, Durchführung,

Nachbereitung), Protokollführung und Durchführung der Beschlüsse werden im Einvernehmen

mit dem Vorsitz des Prüfungsausschusses geregelt.

(2) Zu den Sitzungen des Prüfungsausschusses sind die ordentlichen Mitglieder rechtzeitig

einzuladen. Stellvertretende Mitglieder werden in geeigneter Weise unterrichtet. Kann

ein Mitglied an einer Sitzung nicht teilnehmen, so soll es dies unverzüglich der zuständigen

Stelle mitteilen. Für ein verhindertes Mitglied ist ein stellvertretendes Mitglied einzuladen,

welches derselben Gruppe angehören soll.

(3) Die Sitzungsprotokolle sind von der protokollführenden Person und dem Vorsitz zu unterzeichnen.

§ 23 Abs. 1 bleibt unberührt.

(4) Absatz 2 gilt für Prüferdelegationen entsprechend. Die Sitzungsprotokolle sind von allen

Mitgliedern der Prüferdelegation zu unterzeichnen. § 23 Abs. 1 bleibt unberührt.

§ 6 Verschwiegenheit

Unbeschadet bestehender Informationspflichten, insbesondere gegenüber dem Berufsbildungsausschuss,

haben die Mitglieder des Prüfungsausschusses, der Prüferdelegation und

sonstige mit der Prüfung befassten Personen über alle Prüfungsvorgänge Verschwiegenheit

gegenüber Dritten zu wahren.

Zweiter Abschnitt: Vorbereitung der Fortbildungsprüfung

§ 7 Prüfungstermine

(1) Die zuständige Stelle legt die Prüfungstermine je nach Bedarf fest. Die Termine sollen

nach Möglichkeit mit den betroffenen Fortbildungseinrichtungen abgestimmt werden.

(2) Die zuständige Stelle gibt die Prüfungstermine einschließlich der Anmeldefristen in geeigneter

Weise öffentlich mindestens einen Monat vor Ablauf der Anmeldefrist bekannt.

Wird die Anmeldefrist überschritten, kann die zuständige Stelle die Annahme des Antrags

verweigern.

(3) Werden für schriftlich durchzuführende Prüfungsbereiche einheitliche überregionale

Aufgaben verwendet, sind dafür entsprechende überregional abgestimmte Prüfungstage

anzusetzen.

§ 8 Zulassung zur Fortbildungsprüfung

1) Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist schriftlich nach den von der zuständigen Stelle

bestimmten Fristen und Formularen zu stellen. Dem Antrag auf Zulassung sind beizufügen.

1. Angaben zur Person und

2. Angaben über die in den Absätzen 2 bis 4 genannten Voraussetzungen.

(2) Örtlich zuständig für die Zulassung zur Fortbildungsprüfung ist die zuständige Stelle, in

deren Bezirk der Prüfungsbewerber

a) an einer Maßnahme der Fortbildung teilgenommen hat oder

b) in einem Arbeitsverhältnis steht oder selbstständig tätig ist oder

c) seinen/ihren Wohnsitz hat.

(3) Zur Fortbildungsprüfung ist zuzulassen, wer die Zulassungsvoraussetzungen einer Fortbildungsregelung

(§ 53 Abs. 1 BBiG), einer Anpassungsfortbildungsordnung (§ 53e Abs.

1 BBiG) oder einer Fortbildungsprüfungsregelung nach § 54 BBiG erfüllt.

(4) Sofern die Fortbildungsordnung (§ 53 Abs. 1 BBiG), die Anpassungsfortbildungsordnung

(§ 53e Abs. 1 BBiG) oder eine Fortbildungsprüfungsregelung nach § 54 BBiG Zulassungsvoraussetzungen

vorsieht, sind ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten der

Berufstätigkeit im Ausland zu berücksichtigen (§ 55 BBiG).

§ 9 Befreiung von vergleichbaren Prüfungsbestandteilen

(1) Die zu prüfende Person ist auf Antrag von der Ablegung einzelner Prüfungsbestandteile

durch die zuständige Stelle zu befreien, wenn sie eine andere vergleichbare Prüfung vor

einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung oder vor einem staatlichen

Prüfungsausschuss erfolgreich abgelegt hat und die Anmeldung zur Fortbildungsprüfung

innerhalb von zehn Jahren nach Bekanntgabe des Bestehens der anderen

Prüfung erfolgt (§ 56 Abs. 2 BBiG).

(2) Anträge auf Befreiung von Prüfungsbestandteilen sind zusammen mit dem Zulassungsantrag

schriftlich bei der zuständigen Stelle zu stellen. Die Nachweise über Befreiungsgründe

im Sinne von Abs. 1 sind beizufügen.

§ 10 Entscheidung über die Zulassung und über Befreiungsanträge

(1) Über die Zulassung sowie über die Befreiung von Prüfungsbestandteilen entscheidet die

zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen oder die Befreiungsgründe

nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuss (§ 46 Abs. 1 BBiG).

(2) Die Entscheidungen über die Zulassung und die Befreiung von Prüfungsbestandteilen

sind dem Prüfungsbewerber rechtzeitig unter Angabe des Prüfungstages und -ortes einschließlich

der erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel mitzuteilen. Die Entscheidungen über

die Nichtzulassung und über die Ablehnung der Befreiung sind dem Prüfungsbewerber

schriftlich mit Begründung bekannt zu geben.

(3) Die Zulassung und die Befreiung von Prüfungsbestandteilen können von der zuständigen

Stelle bis zur Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses widerrufen werden, wenn sie

aufgrund gefälschter Unterlagen oder falscher Angaben ausgesprochen wurde.

§ 11 Prüfungsgebühr

Die zu prüfende Person hat die Prüfungsgebühr nach Aufforderung an die zuständige Stelle

zu entrichten. Die Höhe der Prüfungsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenordnung der

zuständigen Stelle.

Dritter Abschnitt: Durchführung der Fortbildungsprüfung

§ 12 Prüfungsgegenstand, Prüfungssprache

(1) Sofern für einen Fortbildungsabschluss weder eine Fortbildungsordnung (§ 53 Abs. 1

BBiG) noch eine Anpassungsfortbildungsordnung (§ 53e Abs. 1 BBiG) erlassen worden ist,

regelt die zuständige Stelle die Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses, das Ziel, den

Inhalt und die Anforderungen der Prüfungen, die Zulassungsvoraussetzungen sowie das

Prüfungsverfahren durch Fortbildungsprüfungsregelungen nach § 54 BBiG.

(2) Die Prüfungssprache ist Deutsch soweit nicht die Fortbildungsordnung (§ 53 Abs. 1 BBiG),

die Anpassungsfortbildungsordnung (§ 53e Abs. BBiG) oder die Fortbildungsprüfungsregelung

nach § 54 BBiG etwas anderes vorsieht.

§ 13 Gliederung der Prüfung

Die Gliederung der Prüfung ergibt sich aus den Fortbildungsordnungen (§ 53 Abs. 1 BBiG), den

Anpassungsfortbildungsordnungen (§ 53e Abs. 1 BBiG) oder den Fortbildungsprüfungsregelungen

nach § 54 (Prüfungsanforderungen).

§ 14 Prüfungsaufgaben

(1) Der Prüfungsausschuss beschließt auf der Grundlage der Prüfungsanforderungen die

Prüfungsaufgaben.

(2) Überregional oder von einem Aufgabenerstellungsausschuss bei der zuständigen Stelle

erstellte oder ausgewählte Aufgaben sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen, sofern

diese Aufgaben von Gremien erstellt oder ausgewählt und beschlossen wurden, die

entsprechend § 2 Abs. 2 zusammengesetzt sind und die zuständige Stelle über die Übernahme

entschieden hat.

§ 15 Nachteilsausgleich für behinderte Menschen

Bei der Durchführung der Prüfung sollen die besonderen Verhältnisse behinderter Menschen

berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Dauer der Prüfung, die Zulassung von

Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter wie Gebärdensprachdolmetscher

für hörbehinderte Menschen (§ 65 Abs. 1 BBiG). Die Art der Behinderung ist mit

dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung (§ 8 Abs. 1) nachzuweisen.

§ 16 Nichtöffentlichkeit

Die Prüfungen sind nicht öffentlich. Vertreter der obersten Bundes- und Landesbehörden, der

zuständigen Stelle sowie die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses der zuständigen Stelle

können anwesend sein. Der Prüfungsausschuss oder die Prüferdelegation kann im Einvernehmen

mit der zuständigen Stelle andere Personen als Gäste zulassen. An der Beratung über

das Prüfungsergebnis dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses oder der Prüferdelegation

beteiligt sein.

60

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


BESCHLÜSSE

§ 17 Leitung, Aufsicht und Niederschrift

(1) Die Prüfung wird unter Leitung des Vorsitzes vom gesamten Prüfungsausschuss durchgeführt.

(2) Die zuständige Stelle regelt im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss die Aufsichtsführung,

die sicherstellen soll, dass die Prüfungsleistungen selbstständig und nur

mit erlaubten Arbeits- und Hilfsmitteln durchgeführt werden.

(3) Störungen durch äußere Einflüsse müssen von der zu prüfenden Person ausdrücklich

gegenüber der Aufsicht, dem Vorsitz oder den mit der Prüfungsabnahme beauftragten

Prüfenden gerügt werden. Entstehen durch die Störungen erhebliche Beeinträchtigungen,

entscheidet der Prüfungsausschuss, die Prüferdelegation oder die mit der Prüfungsabnahme

beauftragten Prüfenden über Art und Umfang von geeigneten

Ausgleichsmaßnahmen. Bei der Durchführung von schriftlichen Prüfungen kann die Aufsicht

über die Gewährung einer Zeitverlängerung entscheiden.

(4) Über den Ablauf der Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen.

§ 18 Ausweispflicht und Belehrung

Die zu prüfenden Personen haben sich über ihre Person auszuweisen. Sie sind vor Beginn der

Prüfung über den Prüfungsablauf, die zur Verfügung stehende Zeit, die erlaubten Arbeitsund

Hilfsmittel, die Folgen von Täuschungshandlungen, Ordnungsverstößen, Rücktritt und

Nichtteilnahme zu belehren.

§ 19 Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße

(1) Unternimmt es eine zu prüfende Person, das Prüfungsergebnis durch Täuschung oder Benutzung

nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen oder leistet sie/er Beihilfe zu einer

Täuschung oder einem Täuschungsversuch, liegt eine Täuschungshandlung vor.

(2) Wird während der Prüfung festgestellt, dass eine zu prüfende Person eine Täuschungshandlung

begeht oder einen entsprechenden Verdacht hervorruft, ist der Sachverhalt

von der Aufsichtsführung festzustellen und zu protokollieren. Die zu prüfende Person

setzt die Prüfung vorbehaltlich der Entscheidung des Prüfungsausschusses über die Täuschungshandlung

fort.

(3) Liegt eine Täuschungshandlung vor, wird die von der Täuschungshandlung betroffene

Prüfungsleistung mit „ungenügend“ (= 0 Punkte) bewertet. In schweren Fällen, insbesondere

bei vorbereiteten Täuschungshandlungen, kann der Prüfungsausschuss oder die

Prüferdelegation den Prüfungsteil oder die gesamte Prüfung mit „ungenügend“ (= 0

Punkte) bewerten. Soweit Prüfungsleistungen einer Prüferdelegation zur Abnahme und

abschließenden Bewertung übertragen worden sind, kann die Prüferdelegation die Prüfungsleistung

mit „ungenügend“ (= 0 Punkte) bewerten.

(4) Behindert eine zu prüfende Person durch ihr Verhalten die Prüfung so, dass die Prüfung

nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden kann, ist sie/er von der Teilnahme auszuschließen.

Die Entscheidung hierüber kann von der Aufsichtsführung oder den mit der

Prüfungsabnahme beauftragten Prüfenden getroffen werden. Die endgültige Entscheidung

über die Folgen für die zu prüfende Person hat der Prüfungsausschuss unverzüglich

zu treffen. Gleiches gilt bei Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften.

(5) Vor einer endgültigen Entscheidung des Prüfungsausschusses oder der Prüferdelegation

nach den Absätzen 3 und 4 ist die zu prüfende Person zu hören.

§ 20 Rücktritt, Nichtteilnahme

(1) Die zu prüfende Person kann nach erfolgter Anmeldung vor Beginn der Prüfung (bei

schriftlichen Prüfungen vor Bekanntgabe der Prüfungsaufgaben) durch schriftliche Erklärung

zurücktreten. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.

(2) Versäumt die zu prüfende Person einen Prüfungstermin, so werden bereits erbrachte

selbstständige Prüfungsleistungen anerkannt, wenn ein wichtiger Grund für die Nichtteilnahme

vorliegt. Selbstständige Prüfungsleistungen sind solche, die thematisch klar

abgrenzbar und nicht auf eine andere Prüfungsleistung bezogen sind sowie eigenständig

bewertet werden.

(3) Erfolgt der Rücktritt nach Beginn der Prüfung oder nimmt die zu prüfende Person an

der Prüfung nicht teil, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, so wird die Prüfung mit

„ungenügend“ (= 0 Punkte) bewertet.

(4) Der wichtige Grund ist unverzüglich mitzuteilen und nachzuweisen. Im Krankheitsfall

ist die Vorlage eines ärztlichen Attestes erforderlich.

Vierter Abschnitt: Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses

§ 21 Bewertungsschlüssel

Die Prüfungsleistungen sind wie folgt zu bewerten:

Punkte Note als Dezimalzahl Note in Worten Definition

100 1,0

98 und 99 1,1

96 und 97 1,2 sehr gut eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maß entspricht

94 und 95 1,3

92 und 93 1,4

91 1,5

90 1,6

89 1,7

88 1,8

87 1,9 gut eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht

85 und 86 2,0

84 2,1

83 2,2

82 2,3

81 2,4

79 und 80 2,5

78 2,6

77 2,7

75 und 76 2,8

74 2,9 befriedigend eine Leistung, die den Anforderungen im Allgemeinen entspricht

72 und 73 3,0

71 3,1

70 3,2

68 und 69 3,3

67 3,4

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 61


BESCHLÜSSE

Punkte Note als Dezimalzahl Note in Worten Definition

65 und 66 3,5

63 und 64 3,6

62 3,7

60 und 61 3,8

58 und 59 3,9 ausreichend eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht

56 und 57 4,0

55 4,1

53 und 54 4,2

51 und 52 4,3

50 4,4

48 und 49 4,5

46 und 47 4,6

44 und 45 4,7

42 und 43 4,8

40 und 41 4,9 mangelhaft eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass gewisse Grund-

38 und 39 5,0 kenntnisse noch vorhanden sind

36 und 37 5,1

34 und 35 5,2

32 und 33 5,3

30 und 31 5,4

25 bis 29 5,5

20 bis 24 5,6

15 bis 19 5,7 ungenügend eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst Grundkenntnisse fehlen

10 bis 14 5,8

5 bis 9 5,9

0 bis 4 6,0

Der Hundert-Punkte-Schlüssel ist der Bewertung aller Prüfungsleistungen sowie der Ermittlung von Zwischen- und Gesamtergebnissen zugrunde zu legen.

§ 22 Bewertungsverfahren, Feststellung der Prüfungsergebnisse

(1) Der Prüfungsausschuss fasst die Beschlüsse über

1. die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, die er selbst abgenommen hat,

2. die Noten zur Bewertung der Prüfung insgesamt sowie

3. das Bestehen oder Nichtbestehen der Abschlussprüfung.

Für die Beschlussfassung erhält der Ausschuss die Ergebnisniederschriften nach § 23.

(2) Bei der Feststellung von Prüfungsergebnissen bleiben Prüfungsleistungen, von denen

befreit worden ist (§ 9), außer Betracht.

(3) Nach § 47 Abs. 2 S. 2 BBiG erstellte oder ausgewählte Antwort-Wahl-Aufgaben können

automatisiert ausgewertet werden, wenn das Aufgabenerstellungs- oder Aufgabenauswahlgremium

festgelegt hat, welche Antworten als zutreffend anerkannt werden. Die

Ergebnisse sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen.

(4) Der Prüfungsausschuss oder die Prüferdelegation kann einvernehmlich die Abnahme

und Bewertung einzelner schriftlicher oder sonstiger Prüfungsleistungen, deren Bewertung

unabhängig von der Anwesenheit bei der Erbringung erfolgen kann, so vornehmen,

dass zwei seiner oder ihrer Mitglieder die Prüfungsleistungen selbständig und unabhängig

bewerten. Weichen die auf der Grundlage des in der Prüfungsordnung vorgesehenen

Bewertungsschlüssels erfolgten Bewertungen der beiden Prüfenden um nicht

mehr als 10 Prozent der erreichbaren Punkte voneinander ab, so errechnet sich die endgültige

Bewertung aus dem Durchschnitt der beiden Bewertungen. Bei einer größeren

Abweichung erfolgt die endgültige Bewertung durch ein vorab bestimmtes weiteres Mitglied

des Prüfungsausschusses oder der Prüferdelegation.

(5) Prüfungsausschüsse oder Prüferdelegationen nach § 42 Abs. 2 BBiG können zur Bewertung

einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen gutachterliche Stellungnahmen

Dritter einholen.

(6) Im Rahmen der Begutachtung sind die wesentlichen Abläufe zu dokumentieren und die

für die Bewertung erheblichen Tatsachen festzuhalten. Die Beauftragung erfolgt nach

den Verwaltungsgrundsätzen der zuständigen Stelle. Personen, die nach § 3 von der

Mitwirkung im Prüfungsausschuss auszuschließen sind, sollen nicht als Gutachter tätig

werden.

§ 23 Ergebnisniederschrift, Mitteilung über Bestehen oder Nichtbestehen

(1) Über die Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse ist eine Niederschrift auf den

Formularen der zuständigen Stelle zu fertigen. Sie ist von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses

bzw. der Prüferdelegation zu unterzeichnen und der zuständigen Stelle

unverzüglich vorzulegen.

(2) Die Prüfung ist vorbehaltlich der Fortbildungsregelungen nach §§ 53, 53e, 54 BBiG insgesamt

bestanden, wenn in jedem der einzelnen Prüfungsbestandteile mindestens ausreichende

Leistungen erbracht worden sind.

(3) Der zu prüfenden Person soll unmittelbar nach Feststellung des Gesamtergebnisses der

Prüfung mitgeteilt werden, ob sie/er die Prüfung „bestanden“ oder „nicht bestanden“

hat. Kann die Feststellung des Prüfungsergebnisses nicht am Tag der letzten Prüfungsleistung

getroffen werden, so hat der Prüfungsausschuss diese ohne schuldhaftes

Zögern zu treffen und der zu prüfenden Person mitzuteilen.

(4) Über das Bestehen eines Prüfungsteils erhält die zu prüfende Person Bescheid, wenn

für den Prüfungsteil ein eigener Prüfungsausschuss gemäß § 1 Abs. 2 gebildet werden

kann.

§ 24 Prüfungszeugnis

(1) Über die Prüfung erhält die zu prüfende Person von der zuständigen Stelle ein Zeugnis

(§ 37 Abs. 2 BBiG).

(2) Das Prüfungszeugnis enthält die in der jeweiligen Fortbildungsordnung (§ 53 Abs. 1

BBiG), Anpassungsfortbildungsordnung (§ 53e Abs. 1 BBiG) oder Fortbildungsprüfungsregelung

nach § 54 BBiG vorgesehenen Angaben. Die Zeugnisse können zusätzliche nicht

amtliche Bemerkungen zur Information (Bemerkungen) enthalten, insbesondere über die

Zuordnung des erworbenen Abschlusses in den Deutschen Qualifikationsrahmen oder

auf Antrag der geprüften Person über während oder anlässlich der Ausbildung erworbene

besondere oder zusätzliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.

(3) Dem Zeugnis ist auf Antrag der zu prüfenden Person eine englischsprachige und eine

französischsprachige Übersetzung beizufügen (§ 37 Abs. 3 S. 1 BBiG).

§ 25 Bescheid über nicht bestandene Prüfung

(1) Bei nicht bestandener Prüfung erhält die zu prüfende Person von der zuständigen Stelle

einen schriftlichen Bescheid. Darin ist anzugeben, welche Prüfungsleistungen in einer

Wiederholungsprüfung nicht mehr wiederholt werden müssen (§ 26 Abs. 2 bis 3). Die

von der zuständigen Stelle vorgeschriebenen Formulare sind zu verwenden.

(2) Auf die besonderen Bedingungen der Wiederholungsprüfung gemäß § 26 ist hinzu -

weisen.

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MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020


BESCHLÜSSE

Fünfter Abschnitt: Wiederholungsprüfung

§ 26 Wiederholungsprüfung

(1) Eine Fortbildungsprüfung, die nicht bestanden ist, kann zweimal wiederholt werden.

Ebenso können Prüfungsteile, die nicht bestanden sind, zweimal wiederholt werden,

wenn ihr Bestehen Voraussetzung für die Zulassung zu einem weiteren Prüfungsteil ist.

Es gelten die in der Wiederholungsprüfung erzielten Ergebnisse.

(2) Hat die zu prüfende Person bei nicht bestandener Prüfung in einer selbstständigen Prüfungsleistung

(§ 20 Abs. 2 Satz 2) mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist

diese auf Antrag der zu prüfenden Person nicht zu wiederholen, sofern die zu prüfende

Person sich innerhalb von zwei Jahren – gerechnet vom Tage der Feststellung des Ergebnisses

der nicht bestandenen Prüfung an – zur Wiederholungsprüfung anmeldet. Die

Bewertung einer selbstständigen Prüfungsleistung (§ 20 Abs. 2 Satz 2) ist im Rahmen der

Wiederholungsprüfung zu übernehmen.

(3) Die Prüfung kann frühestens zum nächsten Prüfungstermin (§ 7) wiederholt werden.

(2) Die Aufbewahrung kann auch elektronisch erfolgen. Landesrechtliche Vorschriften zur

Archivierung bleiben unberührt.

§ 29 Sprachliche Regelung

Personen- und Funktionsbezeichnungen gelten jeweils in weiblicher und männlicher Form.

§ 30 Inkrafttreten

Diese Prüfungsordnung tritt am Tag der Veröffentlichung in der Mitteldeutschen Wirtschaft

der IHK Halle-Dessau in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisherige Prüfungsordnung außer Kraft. Die

Prüfungsordnung wurde gemäß § 47 Abs.1 BBiG am 22. Juni 2020 vom Ministerium für Wirtschaft,

Wissenschaft und Digitalisierung des Landes SachsenAnhalt genehmigt.

Halle (Saale), 5. Juni 2020

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

Sechster Abschnitt: Schlussbestimmungen

§ 27 Rechtsbehelfsbelehrung

gez.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Hauptgeschäftsführer

Maßnahmen und Entscheidungen der Prüfungsausschüsse sowie der zuständigen Stelle sind

bei ihrer schriftlichen Bekanntgabe an den Prüfungsbewerber bzw. die zu prüfende Person

mit einer Rechtsbehelfsbelehrung gemäß § 70 VwGO zu versehen.

§ 28 Prüfungsunterlagen

(1) Auf Antrag ist der zu prüfenden Person binnen der gesetzlich vorgegebenen Frist zur

Einlegung eines Rechtsbehelfs Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren. Die

schriftlichen Prüfungsarbeiten sind ein Jahr, die Niederschriften gemäß § 23 Abs. 1 15

Jahre aufzubewahren. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Zugang des Prüfungsbescheides

nach § 24 Abs. 1 bzw. § 25 Abs. 1. Der Ablauf der vorgenannten Fristen wird

durch das Einlegen eines Rechtsmittels gehemmt.

Der vorstehende, vom Berufsbildungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Halle-

Dessau am 5. Juni 2020 beschlossene und vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und

Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt am 22. Juni 2020 genehmigte Beschluss wird hiermit

ausgefertigt.

Halle (Saale), 3. Juli 2020

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

gez.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Hauptgeschäftsführer

MITTELDEUTSCHE WIRTSCHAFT DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN DER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER HALLE-DESSAU 07-08/2020 63


ZU GUTER LETZT

7.635 So viele Außenwirtschaftsdokumente hat die IHK Halle-Dessau im

ersten Halbjahr 2020 ausgestellt, sowohl digital als auch analog – zum Beispiel Ursprungszeugnisse.

Das sind nur geringfügig weniger als im Vergleichszeitraum 2019. Trotz Coronakrise

geht das Auslandsgeschäft in unserer Region also weiter!

Impressum

Mitteldeutsche Wirtschaft

Mitgliedermagazin der Industrie- und Handelskammer

Halle-Dessau

30. Jahrgang Nr. 5/2020

Herausgeber

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale)

Postfach 200 754, 06008 Halle (Saale)

www.halle.ihk.de, info@halle.ihk.de

Tel. 0345 2126-0, Fax 0345 2126-105

Vorschau

Die nächste Ausgabe erscheint

voraussichtlich am 15. September 2020

Redaktion

Isabel Reimann (verantw.), Tel. 0345 2126-202,

Fax 0345 212644-202, ireimann@halle.ihk.de

Markus Rettich (Leitung), Tel. 0345 2126-204

Redaktionelle Mitarbeit: Cathrin Günzel

Externe Autoren dieser Ausgabe: Andreas Löffler (S. 15), Michael

Deutsch (S. 23 (oben))

Die Beiträge externer Autoren geben die Meinung des Autors,

jedoch nicht unbedingt die Ansicht der IHK wieder.

Erscheinungsweise: 10 Mal im Jahr

Erscheinungstermin: 25. Juli 2020

Jahrgang 2020

Anzeigen und Verlag

Prüfer Medienmarketing Endriß & Rosenberger GmbH

Ooser Bahnhofstraße 16, 76532 Baden-Baden

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Anzeigenleitung: Achim Hartkopf

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Zurzeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 25

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Layoutkonzept

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Mühlpforte 2, 06108 Halle (Saale)

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Unser Schwerpunkt im September:

Innovationsregion

Mitteldeutschland

Ausbildung:

Digitales Berichtsheft

IHK-Jubiläum:

Wie die IHK zu ihrem Doppelnamen kam

Wie gefällt Ihnen die neue „Mitteldeutsche Wirtschaft“?

Auf Ihre Rückmeldung unter miwi@halle.ihk.de sind wir gespannt. Dort können Sie

uns auch mitteilen, wenn Sie das Magazin zukünftig nicht in der gedruckten Version,

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ist offizielles Organ der IHK Halle-Dessau und wird Kammerzugehörigen

im Rahmen ihrer Mitgliedschaft ohne besondere

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2,00 Euro. Nachdruck nur mit Quellenangabe. Für den Nachdruck

signierter Beiträge ist die Genehmigung des Verfassers

erforderlich. Vervielfältigungen für den innerbetrieblichen

Gebrauch sind gestattet. Für unverlangt eingesandte

Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen.

Abbildungen

Uwe Köhn: Cover, S. 3 (unten l.), 4/5, 18 (oben), 22 (unten),

Thomas Klitzsch/Mitteldeutsche Zeitung: S. 2, 6, Freie Schule

Anhalt: S. 7, TGZ Halle/Marco Warmuth: S. 8 (oben),

SMG: S. 8 (unten), Sherry Young_stock.adobe.com: S. 9 (oben),

Handwerkskammer Halle (Saale): S. 9 (unten), 27 (großes Bild),

TWBD: S. 11 (oben), Rubicon: S. 11 (unten), Andreas Löffler:

S. 3 (oben l.), 14, 15, 21, IHK Halle-Dessau: S. 3 (oben r.), 16,

24, 29 (unten), 30 (unten), 38-40, 64 (oben), K. Bartels: S. 18

(unten), Anke Scholz: S. 18 (Mitte), Michael Deutsch: S. 23,

Opterra GmbH: S. 26, Relaxdays GmbH: S. 25, JC Eckardt GmbH:

S. 27 (Portraitbild), Thomas Reinhardt: S. 20, 28 (unten),

29 (oben), 30 (oben), 31, 37, Shutterstock: S. 32/33, 43, 49

(unten), Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und

Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt: S. 35,

1599685sv_stock.adobe.com: S. 42,

Auremar_stock.adobe.com: S. 3 (unten r.), 44,

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