Golfzeitung Grünland Ausgabe 2/2020
Die Golfzeitung des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen
Die Golfzeitung des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen
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Die Golfzeitung des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen Ausgabe 14 | Juli/August 2020
EDITORIAL/INHALT 2
Seite 4
Schäfflertanz in Valley
SPORT
Seite 7
DM-Gold für Nicola Rössler
Seite 8
Weitenjäger Martin Borgmeier
IMPRESSUM
Verlag:
Zeitungsverlag Oberbayern GmbH & Co. KG,
Pfaffenrieder Straße 9, 82515 Wolfratshausen
Geschäftsführer: Daniel Schöningh
Verantwortlich für den Inhalt: Stefan Hampel
Seite 10
Die Lindlbauer-Schwestern
MENSCHEN
Seite 15
Interview Hingerl/Weichselgartner
CLUBS & BUNTES
Seite 18
Künstler Andreas Matzner
Anzeigen:
Katja Meindl (verantw.),
Alexander Bauer, Christoph Weinbuch
Redaktionsleiter: Thomas Kirmaier
Texte/Fotos:
Grafik:
Druck:
Thomas Kirmaier, Matthias Lettenbichler,
Connie Bruckner, Bernd Stegmaier,
Stefan Heigl, (u.a. Titelfoto),
Stefan Bluemer, Sebastian Burow,
Peter von Oppen, pixabay
Michael Niedermaier, PMS GmbH, Penzberg
Druckzentrum Penzberg GmbH & Co. KG,
Robert-Koch-Str.1, 82377 Penzberg sowie
Druckhaus Dessauerstraße GmbH & Co. Betriebs KG,
Dessauerstraße 10, 80336 München
Kontakt: Starnberger Merkur, Maximilianstr. 13,
82319 Starnberg, Tel.: 08151 / 26 93 25
Seite 19
Die schönsten Reiseziele
Seite 25
Der Turm, der das Virus killt
Seite 27
Richtig trinken auf der Runde
Anzeigen:
Redaktion:
anzeigen@starnberger-merkur.de
redaktion@gruenland.bayern
Auflage: GrünLand erscheint in einer Auflage von 175.710
(Verlagsangabe)
MEHR MENSCHLICHKEIT!
Worauf kommt es an? Was ist
wirklich wichtig? Was zählt?
Es sind unsichere Zeiten. Aber irgendwie
auch spannende. Die Pandemie
hat die Welt vor neue Herausforderungen
und das Leben hier und
da auf den Kopf gestellt. Prozesse
sind losgetreten worden, die zum
Jahreswechsel noch niemand nur
annähernd für
möglich gehalten
hätte. Auch der Golfsport
steht vor großen, neuen
Aufgaben. Clubs, Verbände, Sportler
müssen reagieren auf eine teils völlig
neue Situation. Bei all den großen
Chancen, die eine Krise so mit sich
bringt, sollten wir trotz beschleunigter
Digitalisierung oder der
medizinischen Entwicklung eines
nicht vergessen: Auf die Menschen
kommt es an.
Sehen und hören wir Kollegen, Freunde,
Verwandte aus Sicherheits- oder
Hygienegründen plötzlich häufiger
durch diverse Chat-Kanäle nur
noch digital, steigt in uns langsam
aber sicher die Sehnsucht nach
Nähe, nach Wärme, nach persönlichem
Kontakt. Und genau da
setzt diese Ausgabe der Golfzeitung
Grünland an: Wir rücken die
Menschen in den Vordergrund. Menschen,
die Schlagzeilen machen. Gewollt
oder ungewollt. Menschen, die
etwas zu sagen haben, etwas ganz
Besonderes leisten.
Wir haben enorm wertvolle Frauen
und Männer getroffen, die einfach
nur gerne helfen. Wie die Schwestern
Stephanie und Susanne Lindlbauer
zum Beispiel. Die eine unterrichtet
Golf im GC Wörthsee und
hat ein wunderbares Projekt für behinderte
Kinder ins Leben gerufen,
die andere coacht, heilt, unterstützt
ihre Klienten. Ein Dienst am Menschen.
Wir haben Martin Borgmeier
getroffen. Der Muskelmann ist nicht
nur eine beeindruckende Erscheinung
(siehe Titelbild), sondern auch
einer der erfolgreichsten Long-Driver
der Welt und hat kürzlich die erste
Staffel der SAT-1-Abenteuershow
„The Mole“ gewonnen.
Wir haben uns mit Dr. Josef Hingerl
und Michael Weichselgartner
zusammengesetzt und mit ihnen
über Chancen und Risiken für Golf
in Deutschland gesprochen. Ja, die
beiden sind ohne Zweifel Charakterköpfe,
die hin und wieder eine klare
und deutliche Meinung äußern. Das
gefällt manchen nicht. Andere wiederum
behaupten, die beiden Betreiber
der Golfanlagen Bergkramerhof
und Valley sind Visionäre. Hingerl wie
Weichselgartner sehen gerade jetzt
eine großartige Möglichkeit für Golf.
Sie fordern aber auch von den Verbänden
mehr Mut und Engagement.
An Engagement mangelt es Jan
Rombach und Christian Lanfermann
auf keinen Fall. Der Eine, Rombach,
hat mit seiner Starnberger Firma
Steripower aktuell so viele Aufträge
wie noch nie. Warum? Rombach
baut und vertreibt Geräte für berührungslose
Handdesinfektion. Vielleicht
sind Sie so einem Teil schon
begegnet, denn im Grünland-Verbreitungsgebiet
sind die Aufsteller
hier und da zu finden. Lanfermann
dagegen ist engagierter Jugendtrainer
aus Hamburg. Er hat in einer entwaffnend
ehrlichen und mutigen Art
eine Kolumne über Helikopter-Eltern
geschrieben.
Dann wäre da noch das Thema Reisen!
In Corona-Zeiten eine durchaus
sensible Angelegenheit. Da wir glauben,
dass viele gerne wieder ein paar
Tage Urlaub machen und mal wieder
auswärts Golf spielen wollen, präsentieren
wir in dieser Ausgabe unsere
schönsten Ziele in Deutschland und
Österreich. Wunderbare Golfanlagen,
Hotels, Resorts, die tolle Päckchen
geschnürt haben, um Golfer zu verwöhnen.
Genau dabei stehen auch die
Menschen wieder im Vordergrund.
Auf dem Platz, im Clubhaus, im Hotel
– Menschen dienen Menschen. Genau
so soll diese Zeitung sein: einfach
nur menschlich. Viel Freude beim Lesen.
Egal, wo Sie spielen – bleiben Sie
gesund und fröhlich!
●
Sportliche Grüße,
Thomas Kirmaier
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SPORT MENSCHEN
CLUBS & BUNTES 4
Turnierchef Danny Wilde mit den beiden Siegern Pia Babnik und Alexander Knappe. (Fotos: Stefan Heigl)
SO WAR TURNIER EINS NACH DEM LOCKDOWN
Favoritensiege bei Wildes Schäfflertanz im Golfclub München Valley
Gespielt wurde auf der herrlichen Anlage des GC München Valley.
Da haben sich Danny Wilde und
die Verantwortlichen des GC
München Valley nicht lumpen lassen.
Stattliche 80 Zentimeter hoch
ist das Ding, das die Sieger der
Golfsportmanufaktur Schäfflertanz
International Open bekommen sollten.
Was etwas sperrig klingt, war
das erste internationale Spitzenturnier
auf deutschem Boden nach der
Corona-Pause. Dementsprechend
hochkarätig war das Event auf der
Anlage bei Holzkirchen besetzt.
Dass sich mit der erst 16-jährigen
Pia Babnik, LET-Wunderkind aus
Slowenien, und mit Tour-Pro Alexander
Knappe am Ende die Favoriten
durchsetzten – das geriet fast
zur Nebensache. Am wichtigsten für
den deutschen Golfsport insgesamt
war, dass es endlich wieder um etwas
ging. Wettkampfbedingungen,
drei Tage Turniergolf mit allem Drum
und Dran, Livescoring inklusive. Nur
Zuschauer durften eben nicht vor
Ort dabei sein. Dafür war es noch zu
früh in der zarten Phase nach dem
Pandemie-Lockdown.
Und warum musste das Ding ausgerechnet
Schäfflertanz heißen? Eine
Reminiszenz an den Gilden-Tanz
der Schäffler (Fasshersteller), die
mit festen Figuren zur Musik tanzen.
Er stammt ursprünglich aus München.
Im berühmten Glockenspiel
des Münchner Rathauses werden
Schäfflertänzer dargestellt. Es gibt
eine Legende, dass der Tanz 1517
während einer Pestepidemie uraufgeführt
wurde, um die Bevölkerung
zu beruhigen, die es kaum wagte,
wegen der Pest auf die Straße zu
gehen, und um das öffentliche Leben
wieder in Gang zu bringen. „In
Übereinstimmung mit dieser Tradition
und der aktuellen Corona-Pandemie
wollten wir Athleten einladen,
wieder auszugehen, damit sie ihren
Zielen wieder eine hoffnungsvolle
Plattform geben können“, erklärt
Valley-Chef und Clubpräsident Michael
Weichselgartner.
140 Spieler (58 Damen und 82 Herren)
kämpften in einem 54-Löcher-Zählspiel
über drei Tage um
den Sieg. Ohne Zuschauer. Und doch
befanden sich an den Turniertagen
jeweils über 200 Personen auf der
Anlage. Neben den Spielerinnen und
Spielern waren Betreuer, Bundestrainer,
Vertreter der Medien und
natürlich das Orga-Team und die Mitarbeiter
von Valley zugelassen. „Alles
lief reibungslos und sehr unaufgeregt“,
so Danny Wilde, Turnierchef,
Headcoach in Valley und Leiter der
dortigen Golfsportmanufaktur. „Ich
glaube, dass ich tatsächlich noch nie
so ein ruhiges Turnier erlebt habe.“
Wilde und sein Team waren bestens
vorbereitet. Marshalls achteten darauf,
dass der Mindestabstand eingehalten
wurde, Masken standen
ebenso zur Verfügung wie Desinfektionsmittel.
Um stets einen Überblick
darüber zu haben, wo sich wie
viele Personen auf der Golfanlage befinden,
ließ Wilde sogar eine eigene
App entwickeln, die per einfachem
QR-Code-Scan erfasste, wer gerade
auf der Driving Range übte oder auf
dem Putting-Grün, wer im Restaurant
auf der Terrasse saß oder im
Innenbereich, oder welche Spieler
gerade auf dem Platz spielten.
Großen Sport lieferte allen voran
die Favoritin: Pia Babnik aus Slowenien
durchlief die Schleifen B und
C in Valley dreimal mit jeweils 69
Schlägen und siegte souverän mit
gesamt neun unter Par. Challenge-
Tour-Spieler Alexander Knappe
setzte sich am ersten Playoff-Loch
gegen Tiger Christensen vom Hamburger
Golfclub durch. Nach 54 Löchern
hatten beide Rang eins mit 7
unter Par geteilt. „Dieser Sieg fühlt
sich sehr gut an, und er ist sicher
sehr wichtig für mein Selbstvertrauen“,
erklärte Knappe, nachdem ihm
Turnier-Organisator Danny Wilde die
mächtige Siegertrophäe der erstmals
ausgetragenen GSM Schäfflertanz
International Open überreicht
hatte. Sie haben sich eben nicht
lumpen lassen in Valley. ●
Golfsportmanufaktur Schäfflertanz
International Open im GC München Valley
ENDERGEBNIS HERREN
1. Alexander Knappe (Paderborner Land) 69, 69, 71 / -7
2. Tiger Christensen (Hamburger GC) 71, 72, 66 / -7
3. Wolfgang Glawe (GC Mannheim-V.) 68, 71, 71 / -6
4. Paul Ulmrich (GC Mannheim-V.) 71, 71, 69 / -5
5. Timo Vahlenkamp (Berlin Stolper Heide) 71, 71, 71 / -3
6. Lukas Buller (Frankfurter GC) 74, 71, 69 / -2
6. Cedric Otten (GC Hubbelrath) 73, 72, 69 / -2
8. Nico Lang (GC Mannheim-V.) 71, 73, 71 / -1
9. Daniel Schmieding (Münchener GC) 74, 72, 70 / E
9. Philipp Matlari (GC St. Leon-Rot) 74, 71, 71 / E
9. David Li (GC Hubbelrath) 71, 74, 71 / E
ENDERGEBNIS DAMEN
1. Pia Babnik (Slowenien) 69, 69, 69 / -9
2. Helen Tamy Kreuzer (Frankfurter GC) 73, 72, 70 / -1
3. Olivia Bergner (GC St. Leon-Rot) 72, 73, 71 / E
3. Alex. Försterling (Berlin-Wannsee) 69, 72, 75 / E
3. Charlotte Back (GC St. Leon-Rot) 70, 71, 75 / E
6. Viktoria Hund (Hamburger GC) 75, 73, 71 / +3
6. Sydney Harz (Freiburger GC) 74, 70, 75 / +3
6. Emilie v. Finckenstein (Hamburger GC) 74, 67, 78 / +3
9. Marietta Dohrendorf (Hamburger GC) 73, 72, 75 / +4
9. Polly Mack (Berlin Stolper Heide) 76, 69, 75 / +4
Lokalmatadorin Chiara Horder wurde 13.
5
MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
SPORT
NEWS IN KÜRZE
Starnberg Open
Mitte August
Gute Nachrichten aus der Pro Golf
Tour-Zentrale: Wie PGT-Geschäftsführer
Peter Zäh mitteilt, wird die
Saison in diesem Jahr auf jeden Fall
fortgesetzt. „Wir sind sehr glücklich
darüber, nun endlich gute Neuigkeiten
zum Verlauf der weiteren Saison
2020 der Pro Golf Tour zu haben“,
so Zäh. So werden in diesem Jahr
voraussichtlich noch mindestens
sieben weitere Ranglistenturniere
stattfinden, womit im Corona-Jahr
letztlich 13 Turniere in den Büchern
stehen werden. Den Anfang der
Fortsetzung der Saison 2020 macht
vom 29. bis 31. Juli die Polish Open
2020 im Gradi Golf Club in Polen.
Vom 4. bis 6. August messen sich
die Spieler dann bei der Raiffeisen
Pro Golf Tour St. Pölten, wo 2019 der
spätere Tour-Gesamtsieger Hurly
Long seinen ersten Turniersieg
feierte. Danach geht es für die Aktiven
weiter zum ersten Turnier der
Saison 2020 in Deutschland: Vom
17. bis 19. August treten die Professionals
auf den schnellen Grüns des
GC Starnberg an. Da die BMW International
Open in Eichenried in diesem
Jahr der Pandemie zum Opfer
fielen und Deutschland kein Challenge-Tour-Event
ausrichtet, ist die
Starnberg Open das hochklassigste
Golfturnier der Republik.
Schmid gewinnt
GTG-Challenge
Zeitgleich zur Schäfflertanz International
Open in Valley fand Ende
Juni die GTG-Challenge im Golfclub
Schwanhof statt, ein Turnier,
das der Deutsche Golf Verband aus
der Taufe gehoben hat, um Profis
und Amateuren aus dem Golf Team
Germany Spielpraxis unter echten
Wettkampfbedingungen zu bieten.
Dabei hat sich einmal mehr der amtierende
Europameister Matthias
Schmid in blendender Form präsentiert.
Der Oberpfälzer sicherte sich
mit fantastischen Leistungen den
Sieg. Der Spieler des GC Herzogenaurach
brachte für seinen Endstand
von 20 unter Par Scorekarten mit
64, 66 und 66 Schlägen ins Clubhaus
des GC Schwanhof. Zweiter wurde
Mannheims Bundesliga-Akteur Marc
Hammer (-16) vor den Tourpros Max
Schmitt (-15), Nicolai von Dellingshausen
(-14), Moritz Lampert (-12)
und Marcel Schneider (-11). Beste
Dame im starken Feld war Sophie
Hausmann. Die Athletin des GC Hubbelrath
kann mit frischem Selbstvertrauen
den Weg in die USA antreten,
um auf der Symetra Tour ihre
Ziele zu verfolgen. Am Schwanhof,
der von allen Spielern vor allem wegen
seiner überragenden Grüns gelobt
wurde, kam Hausmann mit 67,
67 und 71 Schlägen auf den 6. Platz.
Gehört aktuell zu Deutschlands besten Golfern: Nationalspieler Matthias Schmid vom GC Herzogenaurach. (Foto: DGV/stebl)
Münchner Golf Masters:
Startschuss in Valley
Am 5. September steigt das Kick-Off-
Turnier der Münchner Golf Masters.
Auf der Anlage des GC München Valley
fällt der Startschuss für die Saison
2021. Gesucht wird Münchens
bester Golfer. Bei diesem Event
handelt es sich um eine offene Amateur-Golfserie
mit Finalwochenende.
Im Zeitraum Mai bis Ende Juli 2021
sind sechs Qualifikationsturniere auf
ausgewählten Golfplätzen rund um
München sowie ein Finalwochenende
mit Gala-Abend (bis zu 600 Gäste)
geplant. Die Brutto-Siegerin und der
Brutto-Sieger sowie die ersten Netto-Sieger/innen
je Klasse A, B und C
qualifizieren sich direkt für das Finale
der Münchner Golf Master 2021. Zudem
können noch bis 4. September
2020 über die Online-Plattform www.
muenchner-golf-masters.de einzigartige
und limitierte Golfbälle bestellt
werden. Das Besondere: deren Hashtag-Branding
trägt dem Solidaritätsgedanken
positiv Rechnung. So kann
aus #golfheld, #ausliebezumgolf,
#miasangolf sowie #golfsupporter
gewählt und um das eigene (Firmen-)
Logo ergänzt werden. Patrick Albrecht,
Geschäftsführer One-Onehundert
und Veranstalter der Münchner
Golf Masters: „Mit Ausbruch des
Coronavirus ist auch die Nachfrage
bei Events für uns deutlich zurückgegangen
und wir haben aus Sicherheitsgründen
diverse Golf-Veranstaltungen
abgesagt bzw. verschoben.
Gerade deshalb sehen wir es als unsere
Verpflichtung an, hier zu unterstützen.
Wir möchten mit unserer
Golfball-Aktion einen Beitrag in der
Golfgemeinde leisten und zusätzlich
vorfreudig auf die kommende Saison
schauen.“
●
NICHT MEHR GANZ GRÜN HINTER DEN OHREN:
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SPORT MENSCHEN
CLUBS & BUNTES 6
Corona-Begrüßung: Die Bundestrainer Ulli Eckhardt (l.) und Stephan Morales...
...beobachteten unter anderen auch den Tutzinger Jonas Kölbing
NATIONALTEAM TRAINIERT IN VALLEY
Profis und Spitzenamateure aus dem
Golf Team Germany zu Gast im Münchner Süden
W
ohin man auch blickte: Die
pure Freude, endlich wieder im
Kreise des Golf Team Germany aktiv
sein zu können, stand Athleten, Trainern
und Betreuern ins Gesicht geschrieben.
Man spürte förmlich ein
kollektives Aufatmen und die Vorfreude
auf kommende Wettkämpfe,
vor allem auf den Touren.
Profis und Spitzenamateure haben
sich im GC München Valley zur Vorbereitung
auf diesen, sich immer
deutlicher abzeichnenden Re-Start
der Saison 2020 getroffen. Vor den
Toren der Landeshauptstadt waren
Athleten des Elite- sowie National
Team Germany versammelt, um gemeinsam
zu trainieren und auf dem
Platz Spielpraxis zu sammeln. Betreut
wurden die Athleten durch die
Bundestrainer Ulli Eckhardt, Stephan
Morales und Christian Marysko,
die von Co-Trainern, Mental-Coaches
und Physio-Coaches unterstützt
wurden.
Ein sportliches Highlight gab es am
ersten Tag der Kadermaßnahme:
Jannik de Bruyn, Sportsoldat aus
dem National Team Germany, schoss
aus 140 Metern mit einem Eisen 7 in
den heftigen Gegenwind von Bahn 7
der C-Runde des bestens präparierten
Kurses in Valley ein Hole-in-One.
Obwohl der Athlet des GC Hösel schon
einige Erfolge und Titel verbucht hat,
war dies erst sein zweites Ass.
Bei der Trainingsrunde des zweiten
Tages waren die beiden Profis des
National Team Germany, Nicolai von
Dellingshausen und Moritz Lampert,
besonders gut unterwegs. Während
Lampert sechs Schläge unter Par
spielte, zeigte von Dellingshausen
mit fünf unter Par eine ebenso vielversprechende
Frühform nach der
Corona-Pause wie der amtierende
Europameister Matthias Schmid und
Sebastian Heisele. Der Münchener,
der sich als Mitglied des Elite Team
Germany berechtigte Hoffnung auf
eine Teilnahme an den Olympischen
Spielen von Tokio machen darf, genoss
es, dass es quasi vor seiner
Haustür wieder mit Training und
Spielpraxis zur Sache ging.
„In erster Linie ist es schön, die Gesichter
der Kollegen wieder zu sehen.
Am Ende des Tages sind es doch die
Leute, mit denen man am meisten
unterwegs ist. Einige sind richtig gute
Freunde geworden. Es ist eine gute
Möglichkeit, mit den besten Deutschen
hier gemeinsam zu trainieren
und das Training entsprechend aufzubauen,
bis es zum Re-Start der
Touren kommt. Es sind auch einige
talentierte Spieler hier. Der Druck
von Turnieren lässt sich dadurch zwar
nicht simulieren, aber dennoch ist
das Spiel auf diesem anspruchsvollen
Platz ein guter Test, um zu sehen, wo
man steht und wie weit die Form sich
schon entwickelt hat“, war Sebastian
Heisele dankbar für die Möglichkeiten,
die dieser Lehrgang des Golf
Team Germany ihm bot.
Sarina Schmidt, die im GC München
Valley zu Hause ist, fand es nach
der langen Durststrecke besonders
schön, sich mit so vielen anderen
Athleten auf den Restart vorzubereiten.
„Das war ein gutes Training und
bereitet uns gut auf die Turniere vor,
die hoffentlich bald starten“, strahlte
die Proette, die auf der Ladies European
Tour angekommen ist.
Matthias Schmid, der als amtierender
Europameister schon in den Profibereich
hineinschnuppern durfte,
war beeindruckt, dass so viele Profis
und andere Kaderathleten den Weg
nach München gefunden hatten: „Es
war sehr positiv, dass so gute Leute
wie Sebastian Heisele, Max Kieffer,
Max Schmitt und andere hier waren,
um Spielpraxis zu sammeln. Die Atmosphäre
war cool. Man versteht
sich und mit diesen Spielern zu zocken,
hat mir sehr gut gefallen. Auch
der Platz war in gutem Zustand. Die
Grüns waren toll!“ Drei Trainingsrunden
absolvierte der Spieler, der
in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga
für den GC Herzogenaurach antritt,
mit insgesamt 13 unter Par. Für Matthias
Schmid kann die Saison offenbar
beginnen.
Auch Jonas Kölbing nutzte die Gelegenheit,
in diesem Umfeld seine
Form zu testen. „Ich war mit meinem
Spiel zufrieden. Es war cool, dass ich
hier dabei sein konnte. Mein Problem
generell ist, dass wir eigentlich nicht
wirklich wissen, wie es weitergeht.
Darum fehlt irgendwie der Drive und
man trainiert so ein wenig im Leeren.
Das ist schwer, denn es fehlen
in diesem Jahr einfach die Ziele und
Perspektiven.“ Die Bundestrainer
waren überglücklich, ihre Schützlinge
beisammen zu haben. Ulli Eckhardt,
der als Bundestrainer für den
Herrenkader verantwortlich zeichnet,
zog ein überaus positives Fazit
des Lehrgangs in Valley: „Für alle,
die an diesem Lehrgang teilnehmen,
vom Amateur bis zum Profi des Elite
Team Germany, ist das so wichtig,
dabei zu sein. Ich bin total froh, dass
wir das hier hinbekommen. Der Platz
ist gut und die Grüns sind großartig.“
Bis das Turniergeschehen wieder
startet, sind noch weitere Lehrgänge
in Planung, bei denen die Besetzung
ähnlich stark sein wird.
Auch Damen-Bundestrainer Stephan
Morales machte einen rundum glücklichen
Eindruck und fasste den Lehrgang
von Valley entsprechend euphorisch
zusammen: „Erstmal ist es
für uns wirklich schön, dass wir wieder
trainieren dürfen. Wir haben hier
tolle Bedingungen und gutes Wetter.
Natürlich haben das Virus und die
Pandemie nur Schlechtes, aber hier
hat sich eine Chance ergeben, eine
solche Gruppe in ihrer Gesamtheit
zusammenzuführen, gemeinsam zu
arbeiten und eine Entwicklung zu
sehen. Auch dadurch bin ich davon
überzeugt: Es kann nun losgehen.
Wir sind ready!“ Stefan Bluemer ●
Für Sarina Schmidt war der Lehrgang ein Heimspiel...
...auf der Anlage des GC München Valley. (Fotos: DGV/stebl)
MENSCHEN
7 CLUBS & BUNTES
SPORT
GOLD FÜR RÖSSLER, SILBER FÜR KOLLER
Münchner glänzen bei der Deutschen Meisterschaft der Altersklasse 30
Nicola Rössler holt den DM-Pokal. (Foto: DGV/stebl)
s waren die ersten Deutschen
Meisterschaften nach der Corona-Pause.
Der Deutsche Golf Verband
hatte sich mit dem GC Neuhof
(Hessen) viel Arbeit gemacht und
ein Hygienekonzept entwickelt. Die
Maßnahmen haben sich bewährt
und so sah man am Ende nicht nur
bei den Medaillengewinnern glückliche
Gesichter, sondern auch bei den
Organisatoren und Helfern, die diese
nationalen
Titelkämpfe
der Altersklasse
ab 30 Jahren möglich
gemacht hatten. Es waren es die
Münchner, die der DM AK 30 in Hessen
ihren Stempel aufdrückten. Bei
den Damen machte Nicola Rössler
als jüngste Teilnehmerin mit einem
Start-Ziel-Sieg diese Titelkämpfe
zu einer klaren Angelegenheit.
Die Spielerin aus dem Münchener
GC hatte im Endklassement satte
zehn Schläge Vorsprung auf Britta
Schneider vom Gastgeber Neuhof
und Nina Birken vom GC Hösel, die
sich den zweiten Platz teilten. „Ich
hatte mir schon vorgenommen,
aufs Treppchen zu kommen. Ich
wäre enttäuscht gewesen, wenn
ich das nicht geschafft hätte.
Dass es am Ende zum Titel reicht,
ist natürlich super. Ich hatte in
letzter Zeit aber auch etwas mehr
Zeit, zu trainieren. Das hat geholfen
und hat sich jetzt ausgezahlt.
Auch mein defensives Spiel hat
sich ausgezahlt. Ich haben nur ganz
selten den Driver geschlagen, habe
ganz oft vom Tee nur ein Eisen gespielt
und auf den Grüns meist die
großen Flächen angespielt und dafür
die längeren Putts in Kauf genommen.
Der Putter lief super. Das
war das Geheimnis“, strahlte die
neue Deutsche Meisterin.
Ungleich spannender verlief der Finaltag
bei den Herren. Alexander
Koller, Meister des Jahres 2014 und
Mitglied im GC München Eichenried,
zwang Stefan Wiedergrün (Frankfurter
GC) auf das erste Extraloch.
Dabei zog Koller zwar den Kürzeren,
war aber glücklich mit seinem Abschneiden,
auch wenn es im Stechen
nicht ganz zum zweiten Sieg
gereicht hatte: „Bei dem guten Feld
bin ich mit Silber sehr zufrieden.
Nach den Birdies auf den Bahnen
zehn und elf hatte ich angesichts
der schweren Bedingungen ein gutes
Gefühl.“
Hinter Alexander Koller vom GC
München Eichenried kam mit Daniel
Schmieding ein weiterer Münchner
auf das Podium. Der Routinier, der
vom GC Olching zum Münchener GC
gewechselt war, wurde für seine aggressive
Spielweise nicht belohnt,
weil der böige Wind das Spiel auf
dem Parkland Course des GC Neuhof
vor den Toren Frankfurts sehr
DM AK 30 Endergebnisse
anspruchsvoll machte. Nach der
Siegerehrung war Schmieding nicht
ganz zufrieden: „Das ist ein Platz,
der polarisiert. Wenn man aggressiv
spielt, kann man ganz tief schießen,
man kann aber auch hohe Zahlen
spielen.“ Marcus Neumann, Vorstand
Sport im DGV, war am Abend des
Finaltages erleichtert, dass diese
erste Deutsche Meisterschaft so gut
verlaufen war: „Zwischendurch hatte
es sich auf dem Platz ein bisschen
normal angefühlt. Das lässt für die
nächsten Meisterschaften hoffen.“ ●
DAMEN
1. Nicola Rössler (Münchener GC) 71, 74, 75 + 4
T2 Britta Schneider (GC Neuhof) 76, 76, 78 + 14
T2 Nina Birken (GC Hösel) 75, 76, 79 + 14
T5 Sylvia Wilms (Münchener GC) 76, 79, 79 + 18
T11 Dr. Tanja Morant (Münchener GC) 83, 80, 79 + 26
T11 Pia Gassner (Münchener GC) 80, 82, 80 + 26
HERREN
1. Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) 73, 72, 72 + 2
2. Alexander Koller (GC München Eichenried) 73, 72, 72 + 2
3. Daniel Schmieding (Münchener GC) 76, 69, 75 + 4
T12 Tarek Baraka (GC München Valley) 80, 72, 80 + 16
T17 Thomas Weiler (Münchener GC) 79, 76, 80 + 19
22. Tim Holzmüller (GC Feldafing) 80, 78, 80 + 22
Mei – is Urlaub
in Bayern schee!
Die Gsteig
liegtoberhalb von Lechbruck am Seeinmitten der Urlaubslandschaften
Ostallgäu, Auerbergland und dem Paffenwinkel.
Der 18 Loch Golfplatz zeichnet sich durch eine
professionelle Platzpflege aus und überzeugt durch seine
familiäre Atmosphäre. Das atemberaubende Panorama der
Bergketten der Bayerischen, der Allgäuer und der Tiroler
Alpen, der Blick auf den malerisch gelegenen Ferienort
Lechbruck mit dem Lech und dem oberen Lechsee lassen
das Golfspielen zu einem Erlebnis werden.
Auf der gesamten Golfrunde wird man von traumhaften
Ausblicken auf die Alpen begleitet. Auf einer Gesamtfläche
von 93 Hektar liegt die Anlage inmitten von altem
Baum- und Heckenbestand und ist geschickt und sorgsam
in die Landschaft und Natur integriert. Golfern, die das
Panorama ganz ohne Anstrengung genießen möchten,
steht ein Fuhrpark von insgesamt 18 Carts zur Verfügung.
Vier-Sterne-Hotel
Nach der Runde lädt das Hotel mit einer der schönsten
Sonnen-Terrassen Bayerns zum gemütlichen Beisammensein
und zum Genießen ein. Vier Sterne zieren das Haus.
42 komfortable Gästezimmer und Suiten, zwei Tagungsräume
sowie das Restaurant, die Panorama-Wintergärten
und die Stube sind ganzjährig geöffnet. Kulinarisch reicht
das vielfältige Angebot von mediterranen Köstlichkeiten
bis hin zur raffiniert bayerischen Schmankerlküche.
Stilvolle Verwöhn-Atmosphäre erwartet die Gäste im
„Gsteiger Spa“ mit Sauna, Dampf- und Aromabad sowie
ein Indoorpool mit Blick auf die Alpen. Sportlich wird das
Angebot durch einen Fitnessraum ergänzt. Ankommen
und Wohlfühlen.
Füssen
Augsburg
96
Landsberg
B17
Schongau
Auf der Gsteig
Lechbruck
am See
B17
Peiting
Steingaden
München
Starnberg
95
Murnau
Garmisch-P.
Bleiben Sie
das ganze Jahr am Ball
Mitglieder und Gäste können das ganze Jahr über
trainieren –ganz unabhängig vom Wetter.
Mit unserem Golf-Simulator von „Full Swing“ können Sie
weltweites „Golf-Flair“ genießen. Auf weiteren 150 qm²
stehen auch ein Puttinggrün, sowie ein Abschlagsplatz
zur Verfügung. Zusätzlich lädt eine gemütliche Sitzecke
zum Analysieren des Spiels und zum Verweilen ein.
Das Gute liegt so nah:
München –Lechbruck am See: 100 km
„GSTEIGER“ SOMMER-GOLFTAGE ARRANGEMENT2020
-Übernachtung und reichhaltiges Frühstück
2Übernachtungen p.P. DZab € 289,00 /EZab € 319,00
Ein einziges Naturparadies
Behutsam fügt sich der 18 Loch Golfplatz in die Voralpenlandschaft.
Golfer aller Spielstärken finden ihre Herausforderung
und der Platz begeistert immer wieder aufs
Neue. Zahlreiche Biotope, Wasserhindernisse, Bunker und
natürliche Hindernisse fordern die Aufmerksamkeit des
Spielers. Die Golfanlage „Auf der Gsteig“ ist ein Ort zum
Durchatmen und Krafttanken. Die zahlreichen Biotope
und naturbelassenen Ausgleichsflächen haben für eine
überwältigende Pflanzenvielfalt und herrliche Blumenwiesen
gesorgt. Auch das Übungsgelände vor imposanter
Kulisse bietet Einsteigern und erfahrenen Golfern die
komplette Bandbreite an Trainingsmöglichkeiten.
Folgende Trainingseinrichtungen stehen den Mitgliedern
und Gästen zur Verfügung: Driving Range mit überdachten
Abschlägen, großes Panorama-Putting-Green,
2Chipping-Greens mit Bunkern, ein 3-Loch Kurzplatz.
-4Gang-Menü mit 3Hauptgerichten zur Wahl
- Unbegrenztes Golfen während Ihres Aufenthaltes
-Nutzung des Übungsgeländes
-Nutzung des „Gsteiger“ Spa-Bereichs
3Übernachtungen p.P. DZab € 434,00 /EZab € 479,00
4Übernachtungen p.P. DZab € 578,00 /EZab € 638,00
5Übernachtungen p.P. DZab € 723,00 /EZab € 798,00
*Golf-Indoor zubuchbar (kostenpflichtig)
Alle Preise verstehen sich inkl. aller Abgaben und Steuern;
zuzügl. Kurtaxe
www.boeglmueller.com
Nicht in Anspruch genommene Leistungen können nicht verrechnet oder ausbezahlt werden.
Stand 05/2020, Änderungen vorbehalten.
Auf der Gsteig GmbH ·Gsteig 1·86983 Lechbruck am See ·Tel. +49(0)8862-98770 · Fax +49(0)8862-98777 ·info@aufdergsteig.de ·www.aufdergsteig.de/kursangebot.aspx
SPORT MENSCHEN
CLUBS & BUNTES 8
VOLLGAS FÜR 2 MINUTEN 30
Der Weitenjäger Martin Borgmeier
Muskelmann Martin Borgmeier schlägt den Ball so weit wie fast keiner. (Fotos: Stefan Heigl)
W
enn Martin Borgmeier auf
einen Golfball haut, hat man
den Eindruck, dass es was Persönliches
ist. Dann holt er mit dem Driver
so weit hinter seinem Rücken
aus, dass der gesamte muskelbepackte
Körper zu einer einzigen
angespannten Hochleistungsfeder
wird. Diese Feder zieht er bis zum
Anschlag auf – und lässt sie schnalzen.
Sekundenbruchteile später
kracht der Schlägerkopf seines
Drivers mit über 150 Sachen gegen
den Ball und schickt diesen mit so
brachialer Geschwindigkeit in Richtung
Horizont, dass er mit bloßem
Auge nicht zu verfolgen ist. 225
mph. 225 Meilen pro Stunde. „Den
nehme ich!“, sagt er nach so einem
gelungenen Schlag, der die weiße
Kugel mal wieder weit jenseits der
400-Yards-Marke landen lässt. Gestatten:
Borgmeier, Martin. 29. Verheiratet.
Weltrekord-Halter in Sachen
Golfball-Geschwindigkeit.
Mit federndem Schritt bewegt er
sich auf die Driving Range zu, seinen
Arbeitsplatz. Ganz links außen
stellt er das Tourbag ab und den Eimer
Bälle, wirft eine Handvoll Tees
daneben. Vier Zoll lang, exakt 10,16
Zentimeter. Das Maximum des Erlaubten.
Aus Bambusholz. „HIT IT
HARD!“ steht drauf, und die Weiten
„300 Yards“, „350 Yards“, „400 Yards“.
Martin Borgmeier hat sie selbst designt
und lässt die Spezialtees produzieren.
„Andere sind immer so
schnell zersplittert“, sagt er. Je nach
Einstecktiefe geht es mehr oder weniger
weit hinaus mit dem Ball, und
auch das lernt man schnell: Im Geschäft
der Longhitter im Golfsport,
der Weitenjäger, wird alles in Yards
und Meilen gemessen. Denn der
Sport hat seine Heimat in den USA,
und außerdem klingt 400 Yards auch
ein bisschen besser als 365 Meter.
400 Yards, das ist das Maß der Dinge.
Wer den Ball recht viel kürzer
haut, hat bei den Longdrivern nichts
verloren. Und 45 Yards sind auch
noch wichtig, so schmal ist zuweilen
der „Grid“, der Korridor, in dem
der Ball zur Ruhe kommen muss im
Wettbewerb. So weit und weit darüber
hinaus und so präzise schlagen
die Männer, die Longdriving zu ihrem
Beruf gemacht haben. Deren Ziel es
ist, den knapp 46 Gramm schweren
Golfball ganz besonders weit zu hauen.
So weit wie möglich und dabei
ziemlich gerade.
Martin Borgmeier, 29 Jahre alt, verheiratet,
ist Deutschlands Nummer
eins in der Gilde der Longdriver, und
auch weltweit gibt es kaum einen,
den er nicht schon geschlagen hat.
Sein Ziel: Weltmeister werden. Dem
ordnet er seit drei Jahren alles unter,
darauf konzentriert er sich, seit
der gelernte Betriebswirt die schon
eingeschlagene Karriere in einem
Martin Borgmeier beim Ansprechen, beim Auf- und beim Durchschwung.
IT-Konzern an den Nagel gehängt
und sich im zweiten Anlauf doch
noch dem Golfsport verschrieben
hat. Nur eben nicht dem Zählspiel
und dem Turniergolf wie in der Jugend,
sondern dem professionellen
Longdrive. „Ich will unseren Sport in
Europa und Deutschland in der Gesellschaft
bekannter machen. Und
zwar sowohl das Longdriving, als
auch Golf an sich! Denn beides sind
fantastische Sportarten!“
Dabei hilft ihm neben der sportlichen
Spitzenleistung auch das Äußere.
Austrainierte 108 Kilo verteilen
sich ideal auf 1,95 Meter. Blondes
Haar, blaue Augen. Sein Markenzeichen
ist der leicht rötliche Rauschebart,
mit dem er schon von weitem
zu erkennen ist. So wie letztes Jahr
bei der BMW International Open im
GC München Eichenried, als er den
deutschen Tourspieler Max Schmitt
am Fairwayrand begleitete. Nach
einem gelungenen Abschlag rief der
ihm zu: „Hey Martin, das war doch
ein ganz guter Drive, oder?“ War es,
und Martin Borgmeier reckte grinsend
den Daumen nach oben. Die
Tourspieler kennen ihn. Und haben
Respekt vor seiner Leistung. Auch,
weil er die Kugel mehr als ordentlich
trifft, und nicht nur mit dem Driver.
Mit Challenge-Tour-Profi Alexander
Knappe ist Borgmeier im GC Paderborner
Land groß geworden. Beide
haben dort mit dem Golfspiel begonnen,
in der Jugend zusammen in
der Mannschaft gespielt und später
gemeinsam im NRW-Kader. Martin
Borgmeier hat mit neun Jahren angefangen
zu spielen, und er ist immer
noch ein exzellenter Golfer. So
Handicap -3 etwa würde er aktuell
wohl auf den Platz bringen, und mit
ein bisschen üben auch Runden mit
Par absolvieren. Aber darum geht es
in Borgmeiers Sport nicht. Was da
zählt, ist die pure Weite. Und damit
die Energie, die er mit dem Schläger
auf den Golfball überträgt.
Lange Drives liegen derzeit voll im
Trend. Der US-Amerikaner Bryson
DeChambeau hat die Coronapause
genutzt und mächtig Muskelmasse
zugelegt – und Tempo beim Abschlag.
Anfang Juli gewann er mit
diesem neuen Rezept die Rocket
Mortgage Classic mit sechs Schlägen
Vorsprung. „Er hat jetzt eine
Ballgeschwindigkeit von über 200
Meilen pro Stunde und sicher auch
viel an seiner Technik gearbeitet“,
schätzt Borgmeier. „Longdrive ist
immer ein Zusammenspiel aus
Technik und Kraft.“ Und ein Ergebnis
von drei wesentlichen Faktoren, die
die Weite beeinflussen: „Die Abfluggeschwindigkeit
des Balles, der Abflugwinkel
und die Eigenrotation des
Balles bestimmen letztlich, wie weit
der Ball fliegt“, erklärt Borgmeier.
Ideale Werte, um die Kugel außergewöhnlich
weit zu hauen, sind eine
Ballgeschwindigkeit von 220 bis 230
Meilen pro Stunde, ein Abflugwinkel,
der Launch Angle, von 14 bis 16
Grad und eine Ballrotation von 1500
bis 1900 Umdrehungen pro Minute.
Dann mischt der Athlet ganz vorne
mit in der Weltspitze der Longdriver.
Und genau das ist das Ziel von Martin
Borgmeier.
Nachdem er mit 16 Jahren erst mal
genug vom Golf hatte und mehr eine
Freundin, Basketball und das Motorradfahren
im Sinn, brachten ihn
nach dem Studium Kollegen wieder
zum Golfsport. Und schnell war
klar: Martin haut die Kugel weiter
als jeder andere. So weit, dass ihn
Freunde 2017 in Köln bei der ersten
Deutschen Longdrive-Meisterschaft
anmeldeten. Dort verlor er zwar im
Finale gegen PGA Golfprofessional
Anton Kirstein, doch nur, weil der einen
taktisch klugen 273-Meter-Drive
soeben in den Grid juckelte, während
Borgmeiers 330-Meter-Geschoss
knapp außerhalb landete.
Borgmeier ist keiner, der vorlegt. Er
gibt immer Vollgas. Und entdeckt
in Köln seine Begeisterung für den
neuen Sport: Das Longdrive-Fieber
hat ihn gepackt. Immer mehr Zeit
verbringt er nun wieder auf dem
Golfplatz, vor allem auf der Driving
Range. Und bald holt er sich professionelle
Unterstützung in Person
des Engländers Lee Cox. Der Golfprofessional
gilt als Trainer-Guru der
Longdriver und als Coach, der für
Tempo sorgt. „Ohne Speed brauchst
Du in der Longdrive-Szene gar nicht
antreten“, weiß Borgmeier. Weil er
den Schlägerkopf mit atemberaubenden
145 Meilen pro Stunde bewegt
– sehr gute Tourprofis schaffen
110 bis 120 Meilen – schickt er seine
Trackman-Daten kurzerhand an Cox.
„Der hat mir diese Werte nicht geglaubt,
deshalb bin ich nach London
gefahren und habe es ihm gezeigt.“
Nach fünf Schwüngen reicht ihm
Cox die Hand und sagt: „Wir können
anfangen zu trainieren!“
Innerhalb einer Woche steigert Cox
Borgmeiers Tempo von 145 auf 150
Meilen pro Stunde. Absolute Weltspitze.
Seither arbeiten sie gemeinsam
daran, diese Energie möglichst
optimal auf den Ball zu übertragen.
Denn eine Schwunggeschwindigkeit
von 150 Meilen pro Stunde erlaubt
beim maximal genehmigten
Smash-Faktor des Drivers von 1,5 ein
Balltempo von 225 Meilen pro Stunde.
Borgmeier: „Die Schlägerkopfgeschwindigkeit
ist das Potenzial.
Die Ballgeschwindigkeit ist das, was
man daraus macht. Es geht darum,
die PS auf die Straße zu bringen.“
MENSCHEN
9 CLUBS & BUNTES
SPORT
Martin Borgmeier
Training in der Golf Cave
Damit ihm das gelingt, steht beim
Wahlmünchner fünfmal die Woche
Krafttraining auf dem Programm,
Schwungtraining täglich. Wenn es
an die Arbeit mit Ball und Driver
geht, fährt er hinüber auf die gigantische,
380 Meter lange Driving Range
des Münchener GC oder in seine
„Golf Cave“ im Gewerbegebiet von
Baierbrunn. In der Isartalgemeinde
hat er sich eine Indoor-Anlage
aufgebaut, und sein Foresight-System
liefert die wichtigsten Werte:
Ballgeschwindigkeit, Abflugwinkel
des Balles, Spinrate, Länge. Abwechselnd
schlägt er Bälle, probiert
Schlägerköpfe aus und testet
Schäfte. Derzeit heißester Kopf im
Bag: ein Callaway Epic Flash mit 184
Gramm. Loft: 3,7 Grad. Mit diesem
Gerät gelang ihm im Frühjahr der
Weltrekord. 231,9 Meilen pro Stunde
war sein Ball in West Palm Beach in
Florida schnell nach dem Treffmoment,
als er mit Longdrive-Kollegen
eine Session am Simulator spielte.
Auf geeichtem Gerät und live übertragen
auf Instagram. 231,9! Ein solches
Tempo hat noch nie zuvor jemand
einem Golfball verliehen. Das
sind 373,2 km/h. Damit ist der Deutsche
Weltrekordhalter.
Borgmeier lebt seinen Sport. Er
ist nicht nur selbst Europas bester
Athlet, sondern auch der Motor der
Szene. Mit seiner Firma „D.I.E. Golf
Management GmbH“ organisiert er
Wettbewerbe und Longdrive-Shows
in ganz Europa, aktuell nur von Corona
zur Zwangspause verdammt. Er
gibt Longdrive-Clinics und Schulungen,
er konzipiert TV-Formate und
sucht nach immer neuen Bühnen,
um seinen Sport zu präsentieren.
„Longdrive ist mein Baby. Ideal wäre
es zum Beispiel, im Vorfeld einer
Darts-WM in einem Käfig zu spielen.
Das wäre eine grandiose Show!“
Denn Long Drive ist immer auch
Show. Aushängeschilder wie der
US-Amerikaner Kyle Berkshire treten
auf wie Gladiatoren. Zu lauter Musik
markieren sie den starken Mann.
Auch Martin Borgmeier ist gerne mal
Showman. Beim Fotoshooting für
Grünland auf der Driving Range des
Münchener GC hat er sichtlich Spaß
am Posen. Zum Scherz beißt er in
den Driver, schneidet Grimassen,
biegt den Schaft hinter dem Rücken
durch. Wer hätte das gedacht: Regular
Flex! Damit der Kick dem Ball
im letzten Moment noch eine Extra-Portion
Power mit auf die Reise
gibt. Kamerascheu ist er spätestens
seit seiner Rolle in „The Mole“ nicht
mehr, einer TV-Sendung von Sat 1,
die ihn und seinen Sport im Frühjahr
2020 auch bei Nicht-Golfern bekannt
gemacht hat. Und genau das
war sein Ziel: „Ich verstehe mich als
Botschafter des Longdrive-Sports“,
sagt Martin Borgmeier. Dass er die
TV-Show am Ende gewonnen hat,
schadet da ganz bestimmt nicht.
Gladiatoren und eine
Viertelmillion Preisgeld
Während Longdrive in den USA bis
zu 5000 Zuschauer auf die Anlagen
lockt und die Gladiatoren bei der
Weltmeisterschaft live im TV um
immerhin eine Viertelmillion Dollar
Preisgeld spielen, ist der Sport in
Europa noch ein Nischenprodukt.
Rund 100 Aktive betreiben Longdrive
in Europa auf professionellem
Niveau. Im Wettbewerb geht es darum,
bei sechs Versuchen innerhalb
von 2:30 Minuten den weitesten Drive
zu schlagen. Martin Borgmeier
liebt diese Herausforderung, binnen
150 Sekunden einen richtigen Hammer
rauszuhauen. „Wenn Du den Grid
mit einem gewaltigen Schlag triffst,
dann ist das ein unbeschreibliches
Glücksgefühl!“ Dann schreit er seine
Anspannung und Freude hinaus,
ballt die Faust und gebiert sich wie
ein Boxer, der in Runde 8 den finalen
Punch platziert hat. Emotion pur.
Bevor sie in ihren Ring steigen, in
die Teebox, pushen sich die Weitenjäger,
pumpen das Ego und den
Körper auf. „Man muss jede mögliche
Emotion nutzen, um das letzte
Quäntchen Power rauszukitzeln“,
weiß Borgmeier. Nicht von ungefähr
erhält der Weltmeister der Longdriver
einen breiten Gürtel, so wie ihn
Box-Champions umschnallen, wenn
sie den Titel holen.
Um diesen Gürtel und diesen Titel
geht es für Martin Borgmeier, der ist
sein Ziel. Corona bedingt nicht 2020,
Martin Borgmeier
als er sich perfekt auf die Saison vorbereitet
hatte, aber dann eben 2021.
„Mein Weltrekord in Florida, den ich
gespielt habe, als ohne Corona der
erste US-Wettbewerb stattgefunden
hätte, hat mir gezeigt, dass ich
gut vorbereitet war. Da hat alles zusammengepasst.
Der Schläger war
perfekt, der Körper auch – und dann
hat es geknallt! Das wiederhole ich
jetzt eben nächstes Jahr!“
Denn Weltmeister zu werden, das
ist ihm „wichtiger als Millionär“. Sagt
er, teet den Ball auf, knallt ihn weit
über das Ende der Driving Range des
Münchener GC hinaus und sagt zufrieden:
„Den nehme ich!“
Matthias Lettenbichler ●
Geburtstag: 25. Mai 1991
Geburtsort: Paderborn
Größe: 1,95 Meter
Gewicht: 108 kg (durchtrainiert)
Schuhgröße: 48 (US 13)
Familienstand: verheiratet
Beruf: Longdriver
Rekordtempo (Ballspeed): 231,9 mph (373,2 Km/h)
Rekordweite in einem Wettbewerb: 436 Yards (2018)
Länge mit Standard-Driver: 380 Yards
5er Eisen 255
7er Eisen 220
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MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
SPORT 101
Schwesterntreffen: Stephanie (l.) und Susanne Lindlbauer zu Hause in Bad Griesbach.
ZWEI SCHWESTERN, EIN THEMA:
ANDEREN MENSCHEN HELFEN
Zu Besuch bei Personal Trainerin Susanne (44)
und Golflehrerin Stephanie Lindlbauer (33)
Die Jüngere der beiden Schwestern ist Golf-Professional im GC Wörthsee.
Helfen, füreinander da sein, anderen
etwas erklären, was ihnen
im Leben weiterhilft – für diese
beiden Frauen sind das Selbstverständlichkeiten.
Die eine unterrichtet
Golf im GC Wörthsee, vermittelt
dort Erwachsenen, aber als Jugendkoordinatorin
vor allem Buben und
Mädchen den Spaß am Golf, Sport
und der Bewegung. Die andere ist
Personal Trainerin, Ernährungsberaterin
und mit ihrem Programm
Fit for Golf auf diversen Anlagen
unterwegs. Grünland hat die beiden
Schwestern Stephanie und Susanne
Lindlbauer in ihrer Heimat Bad
Griesbach besucht – und eine Menge
Energie gespürt.
Wir sitzen zwischen herrlich duftenden
und sattgrünen Blumenwiesen
sowie mächtigen Bäumen auf einer
großzügigen Holzterrasse im Kurort
Bad Griesbach. Zu Besuch bei
der Familie Lindlbauer, Heimat der
Schwestern Susanne und Stephanie.
Beide sportlich, klug und topfit.
Beide brennen für das, was sie tun.
Die Jüngere, Stephanie, feierte vor
wenigen Tagen ihren 33. Geburtstag.
Sie ist Fully Qualified Golfprofessional
der PGA of Germany und A-Trainerin
des DOSB. Was nach einer
intensiven und qualitativ hochwertigen
Ausbildung klingt, ist bei ihr vor
allem eines: Herzenssache.
„Ich liebe es einfach, mit Menschen
zu arbeiten. Ihnen die komplexe Golfbewegung
näherzubringen, die sie
verstehen wollen. Sie zu unterstützen,
besser zu werden, beim Golf und
auch mental“, sagt sie. Die Jüngste
der drei Lindlbauer-Schwestern –
neben Stephanie und Susanne gibt
es noch eine älteste Schwester – ist
eine lustige, liebenswerte, aber doch
recht selbstbewusste Geschäftsfrau
mit Sonnenbrille und weißen Sneakers.
„Natürlich war die Corona-Pause
wie für alle Golf-Lehrer eine
schwierige Zeit, aber alles Meckern
hilft nichts. Jetzt gilt es wieder, voll
Power zu geben.“ Im Lindlbauer-Clan
sieht sie sich eher als die „Business-Lady“,
wie auch ihre Schwester
Susanne sagt. Sie lebt seit längerer
Zeit im Großraum München, ist aktuell
auf der Suche nach einer Wohnung,
die noch etwas zentraler liegt.
Was ihr vor allem am Herzen liegt, ist
die Arbeit mit den Kleinsten, die für
Steffi Lindlbauer meist die Größten
sind. Es ist wunderbar zu sehen, wie
viel Geduld und Liebe sie in ihre Arbeit
steckt. Wie schnell und selbstverständlich
ihr die Kinder vertrauen.
„Das ist die beste Bestätigung
meiner Arbeit. Wenn ich sehe, wie
die Kids mit Feuereifer bei der Sache
sind und Freude und Leidenschaft
versprühen. Da denke ich mir jedes
Mal, dass ein Kinderlachen mehr wert
ist als jedes Gehalt.“ Natürlich muss
auch sie Geld verdienen. Ein Leben in
Bayerns Hauptstadt ist ganz und gar
nicht billig. Aber in erster Linie macht
Stephanie Lindlbauer ihren Job, weil
er ihr Spaß macht. Stichwort helfen.
Mitmenschen unterstützen.
Der Job verlangt ihr einiges ab. Aber
sie ist mit Leib und Seele Golf-Trainerin.
Seit Anfang der Saison 2017
betreut Stephanie Lindlbauer acht
Kinder mit körperlichen und geistigen
Einschränkungen. „Gestartet
habe ich das Projekt, weil ich schon
vor einigen Jahren Kinder mit Einschränkungen
trainiert und gesehen
habe, wie sehr sich das spezielle
Training auch auf weitere Lebensbereiche
auswirkt. Es ist mir eine
Herzensangelegenheit, Kinder, die
nicht so viel Glück im Leben hatten,
zu unterstützen.“ Das Ziel: Koordinative
Fähigkeiten zu fördern und den
Kindern das Gefühl vermitteln, egal
wie talentiert oder sportlich sie sind
oder welche Einschränkungen sie
haben, sie gehören dazu und können
wie jeder andere diese Sportart
ausüben. „Vor zwei Jahren haben wir
unser erstes Inklusionsturnier der
Aktion Sonnenschein ins Leben gerufen
und so konnten in der letzten
Saison 20.000 Euro für die Kinder
gesammelt werden.“
Wenn dann doch mal wieder ein paar
Tage Erholung nötig sind, dann ist da
ja noch Griesbach. Dann setzt sich
Stephanie Lindlbauer in ihren Mini
Cooper, steuert Richtung Niederbayern
und besucht ihr Elternhaus.
Ein Idyll im Grünen, wo Familie und
Stephanie Sophia Lindlbauer
Mischling Luigi leben. Dann gibt es
auch wieder intensive Gespräche
mit Schwester Susanne. Der Altersunterschied
von zwölf Jahren war
mal riesig. Inzwischen hat sich das
alles etwas relativiert. Beide sind erfolgreiche,
erwachsene Frauen, die
ihre Wege gegangen sind. „Früher
hat es schon mal ein paar Meinungsverschiedenheiten
gegeben. Das ist
doch normal unter Geschwistern.
Aber heute verstehen wir uns richtig
gut“, sagt Susanne. Sie ist Personal
Trainerin und – wenn man so will –
Lebensberaterin. Auf der Homepage
der 44-Jährigen steht: „Was hinter
Dir liegt und was vor Dir liegt, sind
Kleinigkeiten im Vergleich zu dem,
was in Dir liegt“. Für sie ist es das
größte Geschenk, ihren Klienten zu
mehr Selbstvertrauen, Gesundheit
und Leichtigkeit zu verhelfen. Helfen
– das ist das Stichwort.
geboren am/in: 09.07.1987 in Rotthalmünster
Beruf: Golflehrerin
(Fully qualified Golfprofessional PGA of Germany)
Hobbys: Golf, Skifahren, wandern, kochen
Golf ist für mich... meine Leidenschaft,
da es immer eine neue Herausforderungen gibt
Heimatclub: Golfclub Wörthsee
Heimat ist für mich... wo die Menschen sind,
die ich am meisten liebe
Das mag ich gar nicht: negative Menschen
Musik: alles, was gute Laune macht
Leibspeise: Rahmschnitzel von zu Hause
Eine Runde Golf am liebsten mit: Justin Rose
CLUBS & BUNTES
1 SPORT
MENSCHEN
Die Lindlbauer-Schwestern schwingen gerne die Golfschläger.
Nach einigen Jahren in ihrem Beruf
wollte sie aber doch lieber „im sportlichen
Bereich Fuß fassen“. Nach
Stationen im Bayerischen Wald und
in Österreich in den verschiedensten
Bereichen führte sie der Weg wieder
zurück nach Griesbach, wo sie
heute arbeitet und inzwischen eine
Kunst für sich wiederentdeckt hat:
„Yoga sorgt für mehr Beweglichkeit,
entgiftet, fördert richtiges Atmen,
kräftigt, strafft und lindert Schmerzen
– es ist einfach ganzheitlich und
darum so toll“, sagt sie.
Lindlbauer-Schwestern lachen gemeinsam,
schwelgen in Erinnerungen.
Eine Banalität zeigt, was in
dieser Familie zählt: Papa Lindlbauer
fährt Mama Lindlbauer zum Einkaufen,
weil die keinen Führerschein
hat. Das macht er immer so. Darüber
wird gar nicht diskutiert. Warum?
Weil man anderen hilft, ist doch ganz
logisch. Selbstlosigkeit nennt sich
das. Das Lexikon beschreibt das
als „Fähigkeit für andere da zu sein,
ohne etwas von ihnen zu wollen“. So
sind Susanne und Stephanie Lindlbauer
groß geworden – und beherzigen
das noch heute.
●
Susanne Lindlbauer ist Personal Trainerin und...
...Expertin in Sachen Fitness und Yoga.
Woher dieses „Helfersyndrom“
kommt? Den Anfang hat sie im Jahr
1998 mit dem Aerobic-Diplom gemacht
– da arbeitete sie noch als
Arzthelferin. Ein wenig ihren Eltern
zuliebe hat sie sich damals für diese
Ausbildung entschieden, obwohl
sie die Themen Kosmetik und Fotografie
eigentlich mehr interessiert
hätten. „Das war aber eine gute
Grundausbildung. Ich habe viel über
körperliche Beschwerden und den
Umgang mit Menschen gelernt“,
sagt Susanne Lindlbauer heute und
fügt hinzu: „Es hat alles seinen Sinn.“
Eine starke Frau, die mit sich im Reinen
und eine Sportskanone ist, die
Abwechslung liebt und im Lauf der
Jahre vor allem eine wichtige Erfahrung
gemacht hat: „Loslassen ist der
Schlüssel zum Erfolg, egal ob das
die Ernährung oder den Partner betrifft.“
Sie selbst mistet ihre Schränke
gern aus, hat wenig Kleidung,
wenig Schuhe, ist kaum an Dinge
gebunden. Das versucht Susanne
Lindlbauer auch ihren Klienten zu
vermitteln. „Ich hole die Menschen
da ab, wo sie stehen. Die Ursache
ist absolut wichtig, warum jemand
da steht, wo er steht.“ Und wo steht
sie selbst? Mitten im Leben, dankbar
für schöne Momente, erfahren und
humorvoll.
Das Vertrauen und die Herzen ihrer
Klienten gewinnt Susanne Lindlbauer
vor allem durch ihre Energie.
Nicht umsonst sagt Stephanie
Lindlbauer über ihre Schwester:
„Ich habe selten einen so positiven
Menschen getroffen wie sie.“ Es ist
ein guter Abend, ein herrlicher Sonnenuntergang
lässt die Zeit einfach
so verstreichen. Keine Termine. Die
Susanne Lindlbauer
geboren am/in: 16.10.1975
Beruf: Dipl. Personal Trainer, Mental Trainer,
Intensive Yoga A-Trainer, Food Coach
Hobbys: Yoga, Golf, mit meinem Leih-Hund
Spaß haben, lesen, wandern, Skifahren, tanzen,
singen und neue Sportarten testen
Golf ist für mich... zur Ruhe kommen und
an der frischen Luft die Natur genießen
Heimatclub: Golfresort Bad Griesbach
und Golfclub Sagmühle
Heimat ist für mich... der Ort, an dem ich mich
zu Hause fühle - egal wo ich lebe
Mein größter Traum: einige Wochen Indien
Das mag ich gar nicht: Falschheit
Musik: hat für mich ein großes Motivationspotenzial
für meine Kurse, aber auch wenn ich die Fenster
putzen darf
Leibspeise: Saure Suppe - Dickmilch-Suppe mit
Kartoffeln (ein absolutes Schmankerl aus Bayern)
Eine Runde Golf am Liebsten mit:
meinen Freunden
Golfgenuss – Naturerlebnis –
Gaumenfreuden!
Freuen Sie sich auf einen unvergesslichen
Aufenthalt.
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MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
SPORT141
SO WIRD MAN GOLFLEHRER
Marcel Krebs schreibt Tagebuch über seine Ausbildung
U
m Golflehrer zu werden und somit
die Ausbildung zum Fully
Qualified PGA Professional zu absolvieren,
muss man folgende Voraussetzungen
erfüllen: ein Handicap
von maximal 18,4, ein sportärztliches
Attest abgeben, einen aktuellen
Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs
aufweisen und das 17.
Lebensjahr vollendet haben. Damit
sind die Voraussetzungen gegeben,
um mit der Aufnahmeprüfung, dem
PGA PreCourse, zu starten. Marcel
Krebs hat dieses Projekt gestartet.
Der Weilheimer möchte Golflehrer
werden. Der PreCourse der PGA of
Germany ist die Eintrittskarte für die
Ausbildung zum Fully Qualified Golf
Professional. Marcel Krebs schildert
in einer Art Tagebuch exklusiv für
GrünLand, wie es war.
Der Ausbilder und der Schüler (v.l.): Oliver Neumann und Marcel Krebs.
Nachdem das erste Seminar in Bad
Blankenburg noch wie gewohnt
stattfinden konnte, brachte plötzlich
das Corona-Virus alles zum Erliegen.
Ab diesem Zeitpunkt war niemandem
mehr klar, wie es nun weitergeht
und ob das zweite Seminar
überhaupt stattfinden könne. Dieses
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war im Teutoburger Wald geplant.
Die Ereignisse überschlugen sich
und es kam der Lockdown, welcher
natürlich nicht nur die Ausbildung
der PGA of Germany, sondern auch
jegliche Art von Großveranstaltungen
und Unterricht lahmlegte.
Die anzufertigende Hausarbeit haben
wir per E-Mail an unsere Ausbilder
geschickt. Dabei ging es darum,
den von der PGA of Germany
vorgegebenen Leitplan für Einzelunterricht
aus Trainer- und/oder
Spielersicht zu erörtern und zusammenzufassen.
Für die Hausarbeit
habe ich für Form, Inhalt und gesamt
die Note 2 bekommen.
Seminar II /
Online-Zoom-Konferenz
Das zweite Seminar wurde dann
über eine Zoom-Konferenz an zwei
Tagen abgehalten. Wir wurden in
zwei Gruppen aufgeteilt. Am ersten
Tag sind wir auf den Ablauf der Prüfung
für den Einzelunterricht eingegangen.
Folgende Punkte mussten
eingehalten werden: Einschätzen
der Persönlichkeit, Überprüfung der
Spielanlage, WDR (Wiederholbarkeit,
Distanz, Richtung), BISK-Analyse
(Rückschlüsse vom Ballflug auf
den Treffmoment, Bewegung des
Schlägers und zum Schluss des Körpers).
Dabei wurde uns vermittelt,
dass man niemals die Basics vergessen
sollte.
Am zweiten Tag haben wir viele
Videos mit Einzelunterricht angesehen.
Hierbei ging es darum, zu
lernen, wie man die einzelnen Situationen
erkennen kann. Das können
z.B. folgende sein: Wann ist ein
Schläger steil oder flach? Sind die
Hände vor oder hinter der Ebene?
Wie ist die Schlagfläche im oberen
Totpunkt der Ausholbewegung (offen,
geschlossen, square)? Zum Abschluss
des zweiten Tages haben
wir uns noch mit Trainingslehre beschäftigt.
In diesem Teil ging es um
Inhalte, Aufgaben, Methoden und
Ziele der Trainingslehre, leistungsbestimmende
Faktoren im Golf und
das Grundmodul der Anpassung
durch Training.
Seminar II (Teil II)
im Quellness & Golf Resort
Bad Griesbach
Der Lockdown war vorbei. Es ging
weiter, und die Vorfreude war riesengroß.
Die Koffer wurden gepackt
und so ging es in Richtung
Bad Griesbach zum Seminar der PGA
of Germany. Am ersten Tag stand
zunächst die Lernzielkontrolle im
Bereich Golftechnik auf dem Programm.
Ein bisschen nervös war ich
ja schon - trotz sehr guter Vorbereitung
in der Corona-Pause. Der Test
war anspruchsvoll, aber dennoch
fair und für jeden machbar. Ich war
als erster fertig und hatte ein sehr
gutes Gefühl. Nachdem die anderen
auch fertig waren, wurde mir mitgeteilt,
dass ich eine komplette Seite
wohl übersehen hatte. Mist. Aber dadurch,
dass alles andere richtig war,
habe ich den Test bestanden. Trotzdem
sehr ärgerlich, denn da wäre
mindestens eine Note besser drin
gewesen.
Danach ging es auch schon direkt
rauf zum Golfodrom, wo wir die restlichen
Tage verbrachten. An den
letzten beiden Tagen ging es dann
in die Vollen. Das Team um Martin
Hasenbein und Oliver Neumann hat
„echte“ Spieler organisiert, welche
wir in Einzelstunden unterrichten
durften. Der Schweiß und die Nervosität
standen mir ins Gesicht geschrieben.
Aber alles in allem habe
ich eine gute Leistung erbracht und
der Spieler hat sich sehr wohl gefühlt.
Praktikum in der Golfakademie
Andy Gall in
Gut Häusern und Eschenried
Nachdem auch im Bereich Golfunterricht
der Lockdown jegliche
Form lahm gelegt hatte, ging es Anfang
Mai auch endlich mit meinem
berufsbegleitenden Praktikum los.
Grundsätzlich ist die Vorgabe der
PGA of Germany, ein Praktikum von
30 Tagen zu absolvieren. Da allerdings
meine Kollegen in der Vollzeit-Ausbildung
deutlich mehr Vorsprung
haben, beschloss ich, das
Praktikum auf die komplette Saison
zu verlängern. So bin ich nun jedes
Wochenende Samstag und Sonntag
bei Andy Gall in der Golfakademie.
Hier wurde ich gleich von Anfang
an sehr offen aufgenommen und in
den Ablauf des Tages mit eingeteilt.
Samstags sind wir immer in Gut Häusern,
wo ich mit meinem Kollegen
aus dem Modul II immer von 10 bis 12
Uhr das Jugendtraining durchführen
darf. Ansonsten hospitiere ich abwechselnd
bei unserem Head-Pro
Andy Gall und meinem Kollegen Tassilo
Hahn. Zwischendurch bekomme
ich ausreichend Zeit, an meinem
eigenen Spiel zu arbeiten, um mich
zu verbessern.
Die nächsten Monate
Ende Juli steht der Playability-Test
im Golf Resort Bad Griesbach an. Da
bin ich schon sehr gespannt, was
mich dort erwartet. Es gilt, an zwei
aufeinanderfolgenden Tagen maximal
einen Score von zwölf über Par
ins Clubhaus zu bringen. Mein Spiel
fühlt sich im Moment sehr gut an und
ich hoffe, dass ich mir zumindest
eine Karte sichern kann. Das nächste
Seminar und somit der Nachholtermin
für das verpasste Seminar
im April findet vom 10. bis 13. August
am Jakobsberg bei Mike McFadden
statt. Im Anschluss heißt es Vorbereitung
auf die Prüfungen zum
PGA-Assistent im Oktober. Drückt
mir die Daumen!
●
CLUBS & BUNTES
5SPORT
MENSCHEN
„GERADE JETZT MUSS GOLF MUTIG SEIN!“
GrünLand im Gespräch mit Dr. Josef Hingerl und Michael Weichselgartner
gut ist, seitdem die Grüns neu sind.
Das ist ein Golfplatz, auf dem jeder
glücklich sein kann.
Hingerl: Wow, vielen Dank. Das ist
ein Ritterschlag für uns.
positiv. Anhand derer musste man
zu dem Ergebnis kommen, dass es
doch eine sehr gute und mutige Entscheidung
gewesen ist.
Sind sie mutig, Herr Dr. Hingerl?
Gemeinsam auf der Runde: Dr. Josef Hingerl (l.) und Michael Weichselgartner. (Foto: Grazyna Wislocka)
iese beiden Herren haben immer
etwas zu sagen. Wenn Dr. Josef
Hingerl (72) und Michael Weichselgartner
(68) auf Veranstaltungen
auftauchen, heißt es nicht selten:
„Oh je, die schon wieder!“ Manchmal
sehen sich die beiden Betreiber
der Golfanlagen Bergkramerhof und
Valley dem Vorwurf gegenüber, sie
seien Selbstdarsteller. Nicht selten
allerdings heißt es auch, Dr. Hingerl
und Weichselgartner sprechen unangenehme
Wahrheiten an, die sich
aus falsch verstandener Diplomatie
keiner sonst aufs Tapet zu bringen
traut. Fest steht: Die beiden Herren
aus dem Süden haben eine klare
Meinung, und eine solche zu haben,
das lassen sie sich nicht verbieten.
Sie mögen es, wenn der bayerische
Löwe auch mal brüllt. Grünland hat
Dr. Josef Hingerl und Michael Weichselgartner
zum Doppel-Interview an
einen Tisch gebeten und mit ihnen
über Chancen und Risiken des deutschen
Golfsports gesprochen. Ein
intensives Gespräch – mit Meinungsverschiedenheiten
und Unterschieden,
aber auch mit Gemeinsamkeiten
und Happy End.
Herr Dr. Hingerl, was ist das Beste
an der Golfanlage Valley
von Michael Weichselgartner?
Hingerl: Da ist eine Anlage kreiert
worden, die ein Alleinstellungsmerkmal
in Bayern ist. Ein einzigartiger,
ganz besonderer Golfkurs.
Herr Weichselgartner, was ist
das Beste an der Golfanlage
Bergkramerhof von Dr. Hingerl?
Weichselgartner: Dass sie sehr gut
gelegen ist und dass der Platz sehr
Weichselgartner: Eigentlich ist das
aber auch ein Schmarrn. Schön, gut,
das ist doch alles viel zu subjektiv.
Ich gebe gar nichts mehr auf solche
Bewertungen wie fünf Sterne und so
und so viele Punkte. Das bringt doch
niemandem was. Ich möchte keine
Golfplätze persönlich bewerten. Wir
haben gute Golfplätze in unserer Region.
Herr Weichselgartner, der Bergkramerhof
hat sich während des
Corona-Lockdowns den Anordnungen
der Staatsregierung widersetzt
und den Golfplatz geöffnet. Waren
das gute oder schlechte Schlagzeilen?
Weichselgartner: Es waren wenigstens
mal Schlagzeilen. Ich war
ja über die Aktion informiert und
hatte anfangs schon Bauchschmerzen,
dass das nach hinten losgehen
könnte. Umso mehr war ich überrascht,
als ich um 23 Uhr bei Spiegel
Online die Reaktionen gelesen habe.
Die waren zum allergrößten Teil sehr
Hingerl: Das Wort „mutig“ möchte
ich diesbezüglich nicht für mich
beanspruchen. Klar, als 35-jähriger
Anwalt hätte ich so wahrscheinlich
nicht gehandelt, weil man vermuten
hätte müssen, dass es geschäftsschädigend
hätte sein können. Es
war weniger mutig, sondern mehr
Ausdruck meiner Persönlichkeit und
meiner Ausbildung. Für mich war
klar, dass die Schließung der Golfplätze
von vornherein verfassungswidrig
war. Von Anfang an. Gut, von
Anfang an dagegen vorzugehen,
hätte womöglich wieder das negative
Image des Golfsports verstärkt.
Viele hätten wieder gesagt, die Golfer
halten sich wieder für etwas Besonderes.
Nachdem aber schon in
anderen Bundesländern Golfplätze
wieder aufgemacht wurden, war für
mich klar, dass ein Zeichen gesetzt
werden muss. Es gab nach unserer
Öffnung viele Reaktionen nicht nur
von Golfern, sondern auch und vor
allem von kleinen und mittelständischen
Unternehmern, die gesagt haben,
endlich macht mal jemand was.
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CLUBS & BUNTES
SPORT161
Dr. Josef Hingerl spricht, GrünLand-Chef Thomas Kirmaier schreibt mit. (Fotos: Grazyna Wislocka)
Was hat sich durch Corona für Golf
verändert? Was ist neu und was
wird bleiben?
Weichselgartner: Da sind mehrere
Dinge. Unser Hauptproblem ist aber
der irre Personalaufwand. Wir müssen
zahlreiche neue Bestimmungen
einhalten, vor allem was die Themen
Hygiene und Sicherheit betrifft.
Manchmal stößt man da bei Golfern
auch auf Unverständnis. Wir müssen
zu bestimmten Zeiten öffnen und
schließen, die vorgegebenen Auflagen
lassen sich bisweilen überhaupt
nicht kontrollieren. Der enorme Personalaufwand
hat bei uns zu einer
Kostensteigerung von rund 30 Prozent
geführt.
Hingerl: Die Zeit mit Corona wird
zu Ende sein. An eine zweite Welle
glaube ich nicht. Die Verhältnisse
werden sich normalisieren. Ich sehe
in dieser Zeit eher sogar eine unglaubliche
Chance. Wir müssen den
Leuten, der Öffentlichkeit jetzt klar
machen, dass Golf das gesündeste
an Freizeitbeschäftigung und Sport
ist, was es überhaupt gibt. Corona
hat uns eine unglaubliche Chance
gegeben. Die zwei großen Themen
Umweltschutz und Gesundheit lassen
sich mit Golfen wie sonst nirgendwo
besser darstellen. Golfer
sind Umweltschützer. Genau das
beweisen wir am Bergkramerhof
immer und immer wieder. Aber als
Golf-Community sind wir da viel zu
defensiv. Umwelt und Gesundheit
schreiben wir uns gerne auf die Fahne.
Wir haben die Alleinstellungsmerkmale
in ganz Deutschland, dass
wir pestizidfrei sind und bei uns die
Roughflächen nicht bespielt werden.
Das ist der Raum für die Natur.
Und so soll es auch bleiben.
Tun die Verbände also zu wenig,
um Golf mehr in die öffentliche
Diskussion zu bringen?
Weichselgartner: Das ist definitiv
richtig. Woher sollten es die Funktionäre
auch wissen. Es fehlt in der
Regel an fachlichem Wissen und Management-Know-How.
Es ist wichtig,
Trends rechtzeitig zu erkennen.
Das Auswerten von Statistiken und
dadurch gewonnene Erkenntnisse
in erfolgreiche Strategien umzusetzen.
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keine Vorwürfe. Ein Verbandsfunktionär
ist in der Regel kein Geschäftsmann-
und Marketingstratege. Ein
Präsident sollte aber die geeignete
Mannschaft mit entsprechenden Erfahrungen
haben und sie sollten ihre
mächtige Position für Netzwerke
nutzen. Funktionäre brauchen aber
nicht nur Kritik, sondern auch positive
Unterstützung. Dass Golf nicht
optimal dasteht, liegt sicherlich in
der bescheidenen Außenwirkung,
und dagegen kann man was unternehmen.
Golfplätze sind Glyphosat
frei und die Öffentlichkeit bekommt
es nicht mit. Golf ist mit Abstand die
nachhaltigste Sportart überhaupt –
nur keiner bekommt es mit. Nimmt
man den Gesundheitsaspekt, den
Herr Hingerl hervorhebt, dann sollte
man sich um Golf in der Zukunft keine
Sorgen machen. Die Frage stellt
sich, wie kann man dies ändern?
Wenn öffentlich-rechtliche Medien
nur Fußball senden und für läppische
90-minütige Berichterstattung
300 Millionen Euro pro Jahr an
die DFL zahlen, wird für die anderen
Sportarten nichts übrigbleiben. Aufgabe
und Pflicht von ARD und ZDF
ist es, über alle Sportarten zu berichten
und nicht nur über Fußball.
Die DFL kann ihre Gelder behalten,
aber die anderen Sportarten dürfen
nicht vernachlässigt werden.
Es ist auch völlig ungerecht, dass
die Leistungen von Athleten anderer
Sportarten nicht entsprechend
dargestellt und gewürdigt werden.
Ich hoffe, dass durch die geplante
Gebührenerhöhung 2021 auch für
Golf, Tennis, Reiten, Leichtathletik,
Schwimmen und andere Sportarten
Gelder freiwerden. Hier könnten die
DOSB-Präsidenten mit gemeinsamer
Strategie und Forderungen was
bewirken.
Hingerl: Mit dem Thema Gesundheit
haben wir gerade jetzt eine tolle
Möglichkeit. Elf Millionen Menschen
rennen in Deutschland in die Fitness-Studios.
Das ist doch Wahnsinn.
Sport wird heute ganz anders
definiert. Und mit Corona haben die
doch ein Riesenproblem in diesen
Studios. Da gibt es tatsächlich ein
sehr großes Potenzial. Da stimme
ich vollends zu. Wir müssen nur den
Leuten endlich beibringen, wie gesundheitsfördernd
Golf ist. Und genau
da ist sicher noch sehr viel Luft
nach oben.
Also ist weniger der Sport das
große Thema von Golf in Zukunft,
sondern die Bereiche Gesundheit
und Natur? Oder alles zusammen?
Weichselgartner: Da muss ich widersprechen.
Mit Gesundheit und
Umwelt werden wir zwar ein besseres
Image bekommen, das wird aber
keinen einzigen Golfer zusätzlich
bringen. Davon bin ich überzeugt.
Seitdem wir in Valley unsere sportliche
Ausrichtung intensiviert haben,
ist deutlich mehr Leben auf der Anlage.
Wir haben 120 Kinder regelmäßig
im Training, da wird im Clubhaus
gemeinsam Pizza oder Nudeln gegessen.
Da ist Leben drin. Da hängen
die Eltern auch mit dran. Die wollen,
dass ihre Kinder Golf vernünftig lernen.
Okay, ein Volkssport wird Golf
in Deutschland nie werden. Das ist
im Ausland anders. In Amerika, in
Skandinavien. Da betreiben Kommunen
Golfanlagen. Das ist ein ganz
anderer Ansatz. Würde die Stadt
München drei Golfplätze bauen und
Schulen darauf spielen lassen, stünden
wir auch anders da. Golf ist in
Deutschland in vielen Bereichen kaputt
gemacht worden, da haben wir
in den vergangenen Jahren viel an
Wertigkeit verloren.
Hingerl: Klar, das ist super, was
Valley im Bereich Leistungssport
auf die Beine gestellt hat. Aber die
Menschen müssen auch verstehen,
dass ein Beitrag in einem Golfclub
ein Beitrag zum Umweltschutz ist.
Damit müssen wir deutlich stärker in
die Öffentlichkeit. Das Thema Natur
müssen wir rauf und runter spielen.
Da brauchen wir keine Sendezeiten
im deutschen Fernsehen. Eine Golfanlage
muss doch in ihrem Umkreis
die Leute gewinnen und ihnen den
Golfplatz als Rückzugsort in wunderschöner
Natur näherbringen. Und
wenn Sie fragen, ob eine Golfanlage
alles anbieten muss, sage ich nein.
Da bin ich dagegen. Das ist ein Leipziger
Allerlei. Wir sprechen doch
die ganze Zeit von Alleinstellungsmerkmalen.
Das ist es doch, was uns
ausmacht. Es gibt elitäre Anlagen
wie den Riedhof oder die Anlage in
Beuerberg, wo die Kinder auch keine
so große Rolle spielen. Im Münchner
Golf Club oder in Valley wird eben
eher die sportliche Schiene gefahren
mit erfolgreicher Nachwuchsarbeit.
Ich bin dagegen, dass man
überall ein bisserl was haben muss.
Ist Golf in Deutschland vielleicht
weniger Sport als vielmehr Spazierengehen
in der Natur mit Ball?
Weichselgartner: Das halte ich für
fatal. Wir brauchen jüngere und ältere
Leute gleichermaßen. Eine Golfanlage
funktioniert nur mit Eltern
und Kindern. Wer keine Eltern und
keine Kinder mehr hat, wird demnächst
zumachen. Definitiv. Ohne
Jugendarbeit und Teamsport wird
es nicht funktionieren. Wir haben
letztes Jahr 250 Neumitglieder gewonnen.
Davon sind etwa 80 Prozent
wegen dem breitensportlichen
Ansatz gekommen. Nicht wegen
Leistungssport. Wir haben in Valley
entgegen dem bundesweiten Trend
eine Verdreifachung der Kinder. Die
kommen doch nicht wegen den Themen
Umwelt und Natur.
Wird es in absehbarer Zeit
also weniger Golfanlagen
in Bayern geben?
„Mehr Mut“ fordert Michael Weichselgartner von den Verbänden.
Hingerl: Kann ich mir nicht vorstellen.
Nochmal: Wir müssen Golf neu
definieren. Nur 20 Prozent der deutschen
Golfer spielen Turniere. Ein
Projekt wie die Golf-Helden bringt
doch nichts. Da werden jene 80 Prozent
vergessen, die Golf wegen des
Erlebnisses in freier Natur, in geschützter
Umwelt und wegen ihrer
Gesundheit spielen. Verbände müssen
mit Krankenkassen verhandeln,
dass Leute, die eine gewisse Anzahl
an Golfrunden nachweisen, einen
geringeren Beitrag zahlen. Das predige
ich schon seit langer Zeit und
verlange da Aktionen der Verbände.
Es geht darum, Sport neu und das
Produkt Golf endlich konkret zu definieren.
Gerade jetzt in dieser spannenden
Zeit des Wandels. Wir müssen
uns vor allem um die Best-Ager
kümmern. Das sind die solventen
Kunden und die, die uns bleiben. Die
können wir doch zugunsten der Jugendarbeit,
die ohne Zweifel löblich
ist, nicht einfach vergessen.
Weichselgartner: Übrigens zum
Thema Natur: Die Leute denken doch
immer noch, dass Golf die Natur zerstört.
Das höre ich immer wieder. Ich
kann nur offensiv nach außen gehen
und den Leuten meine Blumenwiesen
und meine Tierwelt zeigen. Das
ist ein Prozess. So kommen die Menschen
auf die Anlage, erkennen die
Vorteile. So kommt das eine zum anderen.
Und übrigens, eine sportliche
Prägung ist auch am Bergkramerhof
möglich. Hier sind alle Voraussetzungen
gegeben, mit toller Indooranlage
und einem sehr guten Platz.
CLUBS & BUNTES
7SPORT
MENSCHEN
Wir brauchen 50 Prozent mehr Golfer.
Aber die kommen nicht von allein.
Da müssen wir uns schon neu
aufstellen. Da darf Golf gerade jetzt
schon mutiger sein.
Dr. Josef Hingerl und Michael Weichselgartner...
Herr Hingerl, ist das Engagement
von Bundestrainer Uli Zilg auf Ihrer
Anlage ein Signal, dass der
Bergkramerhof künftig auch
mehr die sportliche Richtung
einschlagen will?
Hingerl: Das war uns anfangs gar
nicht bewusst. Natürlich sind wir
froh, dass wir ihn bei uns haben. Uli
Zilg ist nicht zuletzt wegen der Kombination
aus Sport und Gesundheit
zu uns gekommen. Aber der wesentliche
Punkt bei uns bleibt das Thema
Umweltschutz. Ohne Wenn und
Aber. Wenn wir endlich kommunizieren,
dass Golfanlagen auf Pestizide
verzichten, wäre das eine enorm
wichtige Botschaft. Ich glaube nicht,
dass wir Golfer gewinnen durch Figuren,
die international erfolgreich
sind. Die Schwerpunkte Natur und
Gesundheitsprävention sind da aus
meiner Sicht deutlich nachhaltiger.
Weichselgartner: Für mich ist und
bleibt der Sport der Schlüssel. Okay,
ich muss zugeben, dass die ganzen
Jugendmeisterschaften AK 12, 14,
16 und so weiter - das ist völlig übertrieben
und zu viel. Das belastet die
Anlagen finanziell. Die sportlich ambitionierten
Golfer spielen heute so
viele Turniere, dass sie schon gar
kein Clubturnier mehr spielen wollen.
Aber nochmal: Ohne Sport wird
es kein Golf mehr geben.
Sie beide haben auf Tagungen in
Deutschland einen gewissen Ruf.
Gefällt Ihnen das Image?
Weichselgartner: Seit fünf Jahren
halte ich mich sehr zurück. Wir
haben doch vor fünf, sechs Jahren
Probleme offen angesprochen, die
keiner hören wollte. Und wenn ich
mal was gesagt und kritisiert habe,
hat es mir meistens nur geschadet.
Natürlich war das vielen vor allem in
den Verbänden unangenehm. Aber
es ist alles eingetreten, was wir vorausgesagt
hatten. Und jetzt stehen
wir da mit diesen Problemen. Ich
habe gelernt, dass es nichts bringt,
sich mit Verbänden anzulegen. Seitdem
ich mich heraushalte, werde ich
auch nicht mehr als „komischer Typ“
bezeichnet und meine Meinung ist
gefragt.
Hingerl: Es ist doch so, dass wir eine
völlig undemokratische Struktur im
Deutschen Golf-Verband mit den
Sonderstimmen der Landesgolfverbände
haben. Hier geht es darum,
Mehrheiten zu sichern. Das werde
ich immer kritisieren, weil es auch
schlecht für die Gesellschaft ist.
Das ist schlecht und nicht unbedingt
vorbildlich für die Jugend. Genauso
werde ich kritisieren, dass die VcG
uns Dumpingpreise gebracht hat. Da
ist zu viel Machtpolitik und zu wenig
Sachpolitik. Wenn ich Dinge sehe,
die nicht richtig sind, gehe ich dagegen
vor.
Weichselgartner: Wir haben die VcG
nun mal. Die sehe ich sogar noch als
das geringste Übel. Da müssen wir
eben das Beste draus machen. Wir
müssen uns einfach eingestehen und
bekennen, dass wir auf einem selbstverschuldet
rückläufigen Markt tätig
sind. Das lässt sich ja mit Fakten und
Statistiken belegen. Den Golfclubs
fehlen seit 2010 jedes Jahr rund
300.000 Euro Einnahmen, obwohl es
deutlich mehr Mitglieder als noch vor
zehn Jahren gibt. Der Knick hat begonnen,
als der Ausweishandel ungehindert
begonnen hat. Damit wurde
uns ein wesentliches Werkzeug für
die Mitgliedergewinnung genommen.
Heißt, wir steuern noch
schwierigeren Zeiten entgegen?
Hingerl: Ich bleibe trotz aller Zahlen
positiv gestimmt. Die Chance, die
wir jetzt haben, müssen wir nutzen.
Weichselgartner: Oder vielleicht
besser zahlende Golfer. Es gab ja bis
2010 eine Steigerung um drei Prozent
bei der Zahl der Neugolfer. Auch
die Umsätze und Einnahmen sind gestiegen.
Und plötzlich, vor fünf Jahren,
kam die Stagnation und dies besonders
bei den Mitgliedsbeiträgen.
Wenn wir 2012 oder 2013 Platzreifekurse
angeboten haben, sind uns
viele Neu-Golfer geblieben. Heute interessiert
sich keiner mehr für diese
Kurse, weil die Interessenten schon
mit einem Fernmitgliedschaftsausweis
daherkommen. Denen ist eine
Mitgliedschaft aus Unerfahrenheit zu
teuer. Viele sagen, sie kämen wieder,
wenn sie das Golfspielen können.
Ein Anfänger in einer Fernmitgliedschaft
wird nie ein Golfer werden,
weil man es ohne richtigen Club und
ohne Trainer nie richtig lernen wird.
Es muss aufhören, dass Golfer Platzreife
machen und anschließend in
einer Fernmitgliedschaft landen.
Hingerl: Vollkommen richtig. Wir haben
die gleiche Erfahrung gemacht.
Die Leute schauen ins Internet und
haben die Wahl: 2000 Euro für eine
ordentliche oder 200 für eine Fernmitgliedschaft.
Dazu gibt es immer
noch wahnsinnige Hemmschwellen.
Wieso überhaupt? Wir müssen den
Leuten beibringen, den Nutzen und
den Mehrwert dieses höheren Beitrags
zu erkennen. Sport hat sich gewandelt.
Die Leute wollen raus, sich
bewegen, in die Natur. Wir erleben
eine Renaissance des Themas Gesundheit.
Und das ist die riesengroße
Chance des Golfsports.
Es braucht also mehr Mut –
in allen Belangen?
Hingerl: Exakt. Wir können viel offensiver
arbeiten und halten einen
Trumpf in der Hand. Wir müssen ihn
nur endlich einmal spielen.
Weichselgartner: Skifahren nicht
nur in Gletschergebieten, Wandern
in geschützten Bergregionen, besser
gesagt, der ungebremste und
ungehinderte Massentourismus wird
irgendwann aufhören, weil das tatsächlich
die Natur und Artenvielfalt
zerstört. Aber Golf ist Naherholung,
ist gesund, schützt die Natur und ist
obendrein ein wunderbarer Sport für
Junge und Junggebliebene. Trends
ändern sich und Golf wird bald wieder
eine Trendsportart werden.
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...kurvten gemeinsam über die Anlage am Bergkramerhof. (Foto: Grazyna Wislocka)
Hingerl: Bei allen Schwierigkeiten,
vielleicht ist jetzt unsere Zeit, das
Image von Golf in Deutschland endlich
zu wandeln. Ich weiß, dass ich
mich da wiederhole, aber man kann
das gar nicht oft genug sagen. Da ist
auch und vor allem die Öffentlichkeitsarbeit
gefragt. Ob Sport, Naturerlebnis
oder Umweltschutz. Unsere
Botschaft muss sein, dass Golf einfach
nur großartig ist: Gesundheitsprävention,
Wohlbefinden und Lebensqualität.
Weichselgartner: Und eine wunderbare
Sportart obendrein.
Vielen Dank für Ihre Zeit
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Herrliche Lage: Das Clubhaus des GC Starnberg im beschaulichen Dörfchen Hadorf.
GOLF IST KUNST
Headgreenkeeper Andreas Matzner und Architekt
Tony Ristola bauen Kurs des GC Starnberg um
Starnbergs Headgreenkeeper Andreas Matzner.
Golf ist Sport. Aber irgendwie
auch ein Erlebnis in toller Natur.
Klar. Manchmal ist Golf sogar
Kunst. Okay, nicht unbedingt, wenn
Onkel Rudi die Kugel auf dem Par 4
mal wieder aus dem Gemüse zwirbelt
und mit Ach und Krach zur Acht
locht. Sicher aber, wenn die Stars
auf der Tour ihre Trickshots aus dem
Ärmel zaubern und Schläge zeigen,
die Otto Normalgolfer eben nicht zu
leisten im Stande ist. Solche tollen
Leistungen könnten aber gar nicht
erst gezeigt werden, wenn es nicht
so hübsche Golfplätze gäbe. Und die
müssen von Architekten erst einmal
geschaffen und vom Greenkeepingteam
gepflegt werden.
Im Golfclub Starnberg haben sie eine
ganz besondere Wiese. Die 18-Löcher-Anlage
an der Uneringer Straße
im beschaulichen Dörfchen Hadorf
ist nicht nur eine der schönsten
in ganz Bayern. Sie hat sich in den
vergangenen Wochen auch nochmal
hier und da verändert. Der Club
wollte in der Corona-Pause nicht
faul herumsitzen, sondern handeln
– und investieren. Headgreenkeeper
Andreas Matzner hat Grünland eine
Sondertour über die Anlage angeboten,
um aufzuzeigen, was sich verändert
hat. Vor allem aber: Wie viel
Arbeit gute Platzpflege und kreati-
ves Platzdesign
bedeuten.
„Du brauchst
vor allem eines: Zeit. Nur
wenn du dir sie nimmst und dich
intensiv mit der Materie beschäftigst,
kann etwas Großes entstehen“,
sagt Andreas Matzner. Der Mann
weiß, wovon er spricht. Auf den ganz
großen Anlagen dieser Welt hat er
gelernt, gearbeitet, sich Tipps und
Tricks geholt. Matzner ist unter den
Greenkeepern so etwas wie der da
Vinci seiner Zunft. Ein Künstler, ein
Diplom-Course-Manager, manchmal
vielleicht sogar ein Besessener. Talente
hat er viele. Golfplatzarchitekt
ist er nun aber eben nicht. Daher hat
der Club für einige Wochen während
des Lockdowns den Designer Tony
Ristola engagiert. Der Kanadier mit
finnischen Wurzeln ist bekannt in
der Szene und fühlte sich bei seiner
jüngsten Arbeit in Starnberg erst
einmal tief in den Kurs hinein.
Wenn Golfer am Tee stehen und sich
auf den Drive vorbereiten, sehen sie
vor allem? Genau: Fairway, Fahne
und Hindernisse. Welche mühevolle
Kleinarbeit hinter der Gestaltung nur
einer einzigen Bahn steckt, das sieht
niemand. Ristola und Matzner hatten
sich im GC Starnberg vor allem
die Bahnen neun und 17 vorgenommen.
Beides Par-3-Löcher. Da kam
es schon mal vor, dass die beiden
Künstler stundenlang am Abschlag
saßen und überlegten. „Mit Pizza aus
dem Karton und Kaltgetränk“, erzählt
Matzner. Man muss spinnen dürfen,
Gedanken spielen lassen. Ristola
war beeindruckt von der Anlage:
„Eine tolle Topografie, superschöne
Landschaft. Der Platz hat definitiv
viel Potenzial.“
Der Club möchte gerne einen Platz
gestalten wie in den 1920er-Jahren,
aber mit modernen Spieleigenschaften
und Kriterien. Damit
will der GC Starnberg der erste Club
im Münchner Raum sein, der diese
Design-Philosophie umsetzt. Matzner:
„Der weltweite Trend geht definitiv
in diese Richtung von vielen renommierten
Clubs und schafft damit
eine Diversität in der Golflandschaft.“
Die erste Phase mit sechs Löchern
ist geplant. Weitere bestehen schon
mit vielen neuen abwechslungsreichen
Ideen, die nur noch auf Papier
gebracht werden müssen.
Für Ristola war die Anreise nicht ganz
so weit. Der 56-Jährige, der in den
späten 80er-Jahren auf der Swedish
Tour als Pro unterwegs war, lebt im
Chiemgau. Der Vorteil in Starnberg
sei, dass es keine Fairwaybewässerung
gibt. „Da ist man flexibler bei
der Gestaltung“, sagt er. Er hat Vorher-Nachher-Bilder
angefertigt und
zeichnet seine Pläne stets mit dem
Bleistift. „Golfplatz-Architekten sind
Visionäre“, sagt er. Dazu braucht
es bei einer Anlage wie der des GC
Starnberg ein gutes Baummanagement.
Matzner: „Da darfst du auch
mal den einen oder anderen Baum
opfern, um andere besser herauszubringen.“
Gesagt, getan: Auf Bahn
neun sind hinter dem Grün ein paar
Bäume gefällt worden. So bekommt
der Golfer vom Tee nun einen hübschen
Blick aufs Clubhaus. Matzner:
„Du kannst durch Kleinigkeiten die
ganze Optik ändern. Da ändert sich
plötzlich die gesamte Spielsituation.“
Auf der Neun und der 17 sind vor allem
auch die Bunker verändert worden.
Schroffere Kanten, die sich natürlicher
als zuvor ins Gelände fressen,
verleihen den Bahnen ein wenig
Links-Course-Flair und Charakter
nach britischem Vorbild. Ristola:
„Zudem sind sie dann leichter und
günstiger zu pflegen.“ Ohnehin gehe
die Tendenz weg von geraden Linien
Die neue Optik mit den überarbeiteten Bunkern der 17. Bahn im GC Starnberg.
und sauberen Kanten. Die Kunst ist
es, den richtigen Mix zu finden. Den
Golfer vor eine Herausforderung zu
stellen, ihm eine Taktik abzuverlangen,
aber eben nicht zu überfordern.
Und wie geht es jetzt in Starnberg
weiter? Zwei Bahnen wurden neu
gestaltet. Ristola: „Wir haben sechs
weitere in der Planung.“ Ob es soweit
kommt, wird sich zeigen. Die Corona-Pause
hat die Planungen ohnehin
stark durcheinandergewirbelt.
Im GC Starnberg haben sie die Zeit
sinnvoll genutzt und investiert. Die
Idee: Der Platz soll ein klassischer
Parkland-Kurs werden. Die Voraussetzungen
sind gegeben, und mit
dem Team Matzner-Ristola hat der
Club ein kompetentes und schlagkräftiges
Duo an der Hand. Zwei Visionäre,
die sich verstehen – nicht
nur auf dem Golfplatz.
●
Kitzbühel
GOLF
Golfplatz Kitzbühel-
Schwarzsee-Reith
18 Loch |PAR 72
Golfplatz Eichenheim
Kitzbühel-Aurach
18 Loch |PAR 71
Golfplatz
Kitzbühel-Kaps
9Loch |PAR 70
Golfplatz
Rasmushof
9Loch |PAR 54
4 PLÄTZE4SCHÄTZE
Weite Abschläge passieren massive Felsen, Annäherungen überbrücken Schluchten und Putts rollen über perfekte Grüns -willkommen
zu einer Golfrunde in Kitzbühel. WennSie die legendärste Sportstadt der Alpen besuchen, soll natürlichauch die Abwechslung nicht zu
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CLUBS & BUNTES SPORT
MENSCHEN20
Der älteste Golfplatz in Kitzbühel ist die mitten im Ort gelegene Neun-Loch-Anlage Kaps. (Foto: Peter von Oppen)
KITZBÜHEL – GOLFPARADIES IM HERZEN DER ALPEN
Kitzbühel gilt als südlichster
„Vorort“ von München – nicht
nur für die unzähligen Skifahrer im
Winter – mittlerweile auch im Sommer
für die Golfspieler. Das malerische
Städtchen ist mit insgesamt
vier prämierten Golfplätzen, zwei
davon nahe dem Ortskern, geradezu
ein Golf-Eldorado. Jeder Platz
ist auf seine Weise einzigartig und
abwechslungsreich. Und wem das
nicht reicht, für den gibt es im Umkreis
von 30 Minuten noch viele weitere
schöne Golfanlagen. Mit der
Kitzbühel Golfcard (Golf Alpin Card)
spielt man zudem auch zu vergünstigten
Greenfees.
Der wohl beliebteste Platz ist die
18-Loch-Anlage Kitzbühel-Schwarzsee
– zwischen Hahnenkamm,
Schwarzsee und Wildem Kaiser
gelegen, bietet er abwechslungsreiche
Fairways, anspruchsvolle
Wasserhindernisse sowie ein beeindruckendes
Panorama. Die ersten
neun Löcher liegen im Tal, während
die zweiten Neun leicht hügelig
sind, ohne dass man aber allzu sehr
ins Schwitzen kommt. Abkühlung
kann man sich gleich nebenan im
Schwarzsee holen, dem wärmsten
Moorsee der Alpen.
Geradezu ein „Muss“ für jeden Golfer
ist der 18-Loch-Golfplatz Eichenheim.
Vom renommierten amerikanischen
Designer Kyle Phillips entworfen
und im Jahr 2000 erbaut,
zählt Eichenheim zu den reizvollsten
Golfplätzen Europas. Imposante
Felswände und dichte Laubwälder
charakterisieren das Layout des
großzügig angelegten Championship-Parcours.
Der Golfplatz Eichenheim,
der bereits PGA-Austragungsort
war, bietet ein hohes sportliches
Niveau – für Senioren ist hier allerdings
ein Cart empfehlenswert.
Der älteste Golfplatz in Kitzbühel
ist der mitten im Ort gelegene
9-Loch-Golfplatz Kaps; er wurde
bereits im Jahr 1955 eröffnet. Mehrfach
ausgezeichnet als „schönster
9-Loch-Platz Österreichs“, liegt diese
beeindruckende Golfanlage auf
dem Gelände rund um Schloss Kaps
und dem A-ROSA Hotel. Dieser fantastische
Golfplatz mit zwei Inselgrüns
macht das Golfspiel zu einem
besonderen Erlebnis. Der Club zählt
übrigens die meisten Single-Handicapper
Österreichs.
Als erster privater Golfplatz Kitzbühels
liegt der ebenfalls traditionsreiche
9-Loch-Golfplatz Rasmushof
neben dem gleichnamigen Hotel und
direkt im Zielgelände der legendären
Streif-Abfahrt – nur fünf Geh-Minuten
vom Stadtzentrum entfernt.
Das Gelände ist ideal für Einsteiger,
bietet aber auch geübten Spielern
immer wieder eine sportliche Abwechslung.
Im Rahmen einer Umfrage bekam
Kitzbühel 2018 den Titel „Beliebteste
Golfregion“. Der Golfplatz Kitzbühel-
Schwarzsee-Reith wurde bereits
im Jahr 2016 zum österreichischen
Golfclub des Jahres gewählt. Die
Auszeichnung „Austria’s Best Golf
Resort“ erhielt 2015 der Golfplatz
Eichenheim und in den Jahren 2017,
2018 sowie 2019 jeweils der Golfplatz
Kitzbühel. Alle vier Golfplätze sind
auch 2020 wieder für den World Golf
Award nominiert. Nur rund 13 km
entfernt befindet sich der einzige
27-Loch-Platz im Großraum Kitzbühel,
und zwar der Golfclub „Wilder
Kaiser“ in Ellmau. Die Spielbahnen
liegen vorwiegend in der Talebene
und sind somit angenehm zu spielen.
Und von fast allen Abschlägen
hat man einen herrlichen Rundblick
auf das imposante Felsmassiv des
Kaisergebirges. Aber der Platz ist
nicht nur für sein Panorama, sondern
auch für seine topp gepflegten,
schnellen Grüns bekannt.
Ein weiterer schöner Golfclub befindet
sich in Westendorf. Es ist der
„jüngste“ Platz im Großraum Kitzbühel,
da er erst 2015 eröffnet wurde.
Da viele Spielbahnen mit großzügigem
Abstand in den Wald gebaut
wurden, sieht man auf der Runde
wenig von den anderen Flights. Wer
also eine Woche Urlaub in Kitzbühel
macht, braucht somit keinen Platz
zweimal spielen. Peter von Oppen ●
Der 18-Loch-Golfplatz Eichenheim
Der Golfclub Wilder Kaiser in Ellmau
SPORT
21MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
GOLF-URLAUB ZU HAUSE
Das sind die beliebtesten Reiseziele der Deutschen
eutschland hat den Corona-Lockdown
überstanden.
Golfanlagen, Hotels und Ferienunterkünfte
müssen mit der etwas
anderen Situation im Jahr 2020
umgehen lernen. Viele fragen sich:
Wohin kann ich nach der Krise trotz
strenger Infektionsschutz-Regelungen
überhaupt noch fahren? Das
Auswärtige Amt warnt nach wie
vor vor „nicht notwendigen, touristischen
Reisen ins Ausland - ausgenommen
sind die meisten Länder
der EU, Schengen-assoziierte
Staaten (Schweiz, Norwegen, Island
und Liechtenstein) und Großbritannien“.
Immer noch müsse weltweit
mit Quarantäne-Maßnahmen und
drastischen Einschränkungen des
öffentlichen Lebens wie auch des
Luft- und Reiseverkehrs gerechnet
werden.
Vielleicht also doch lieber den Urlaub
2020 in Deutschland verbringen?
Warum eigentlich nicht? Neu scheint
diese Idee ohnehin nicht zu sein.
Denn weder Italien, Spanien oder
Griechenland sind unsere beliebtesten
Reiseziele. Wie der Deutsche
Tourismus-Verband (DTV) in seiner
Studie „Das Tourismusjahr 2019 im
Überblick“ zeigt, urlauben Deutsche
am liebsten? Genau: in Deutschland.
„2020 steht für ein Jahr, das unsere
gesamte Welt aus den Angeln hebt.
Eine ganze Dekade lang war der
Deutschland-Tourismus eine große
Erfolgsgeschichte. Die Corona-Krise
hat uns jetzt alle vor enorme Herausforderungen
gestellt und wird
die Zukunft neu schreiben – zumindest,
wenn es um Zahlen geht“, erklärt
DTV-Präsident Reinhard Meyer.
Die Zahlen für die hochgerechneten
Umsatzeinbußen in den Monaten
März und April durch den Lockdown
zeigen, wie stark die Branche betroffen
ist: 15 Milliarden Euro fehlende
Umsätze durch Tagesreisen
(Gastro, Sport, Freizeit, Unterhaltung,
Kultur etc.) sowie neun Milliarden
fehlende Umsätze durch
Übernachtungsreisen. Wie schnell
sich die einzelnen Segmente erholen,
kann derzeit niemand sagen. Zu
ungewiss ist die Lage nach wie vor.
Golf im Freistaat Bayern - das lohnt sich immer.
2,92 Millionen Erwerbstätige sind in
Deutschland direkt in der Tourismuswirtschaft
beschäftigt. Das sind 6,8
Prozent aller Erwerbstätigen. In den
vergangenen zehn Jahren ist die Zahl
der Übernachtungen in Deutschland
stetig gestiegen. Die beliebtesten
Großstädte sind Berlin (34,1 Mio.
Übernachtungen), München (18,3)
und Hamburg (15,4) samt deren Umland.
Warum also nicht die Golf-Reise
2020 in Deutschland planen?
Wie die DTV-Statistik verrät, beginnt
der Deutschland-Urlaub in den
meisten Fällen (72,4 %) ohnehin mit
dem Auto. Und mit diesem - aber
auch mit dem Zug oder Flugzeug
- kann man, egal wo man wohnt,
Top-Golfdestinationen bereisen. Die
beliebtesten Regionen waren auch
2019 Bayern (13,3 Mio. Urlaubs- und
Kurzurlaubsreisen) sowie Mecklenburg-Vorpommern
(7,9 Mio.). Gerade
hier in Bayern finden sich in allen
sieben Regierungsbezirken tolle Hotels,
zahlreiche Ferienunterkünfte –
und das alles sehr häufig in der Nähe
wunderbarer Golfanlagen.
Bayern vereint viele Facetten: pulsierende
Städte und einzigartige
Naturlandschaften. Tief verwurzeltes
Brauchtum und moderne
Lebensweise stehen hier gleichberechtigt
nebeneinander. Junge Wilde
interpretieren Traditionen neu,
altes Handwerk trifft auf frische
Ideen. Die Einheimischen sorgen auf
individuelle und außergewöhnliche
Art dafür, dass die bayerische Identität
erhalten bleibt – einzigartig und
traditionell anders. Bayern ist immer
eine Reise wert. Auch und vor allem
für Golfer.
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CLUBS & BUNTES SPORT
MENSCHEN 22
Der GC Tuniberg-Munzingen
Das Freiburger Münster ist das Wahrzeichen der Stadt Freiburg.
Der Golf du Rhin
BADISCHES DREIERLEI MIT HOLE-IN-ONE IM SCHLOSS
S
üdbaden und im Besonderen
die Region Kaiserstuhl und Tuniberg
zählen mit reichlich 2.000
Sonnenstunden im Jahr zu den
wärmsten Gegenden Deutschlands.
Hier beginnt der Frühling einfach ein
paar Wochen früher, die Sonne hat
dann schon etwas mehr Energie. Das
„Ländle“ lockt mit traumhaften Golfrunden,
wo andernorts noch nicht
oder nicht mehr an Sommergrüns
und ordentliche Spielbedingungen
zu denken ist.
Wir legen Ihnen einen Abstecher
ins Golfhotel Schloss Reinach und
das Badische Dreierlei (eigentlich:
Wurstsalat, Brägele und Bibiliskäs)
mit Runden im gerade mal 800 Meter
entfernten GC Tuniberg sowie
Freiburger GC Kirchzarten und Golf
du Rhin Chalampé auf einer malerischen
Rheininsel wärmstens ans
Herz. Durch die Übernachtung erhalten
Sie einmal Rabatt aufs Greenfee,
der andere Club wurde jüngst 50
und der dritte Platz wird zu seinem
50. Geburtstag ein Redesign von
Son-Gual-Architekt Thomas Himmel
erhalten. (Übrigens zeichnet er auch
verantwortlich für den Umbau im GC
Markgräflerland Kandern.)
Weinberg-Wucht:
Golfclub Tuniberg
Der Golfclub Tuniberg (GF: 70/85
Euro, Infos: golfclub-tuniberg.de)
stellt sich vor: Golfen in der sonnenreichsten
Region Deutschlands, vor
der beeindruckenden Kulisse des
Schwarzwalds, mit Blick auf die Gipfel
der Vogesen. Ein großer Teil des
fast 90 Hektar großen Geländes sind
unberührte Biotope und Rough mit
einer erstaunlichen Vielfalt an Flora
und Fauna. Die dominierenden
Elemente des 18-Löcher-Meisterschaftsplatzes
sind Wind und Rough.
Freizeitspieler und sportlich ambitionierte
Golfer kommen auf dem bestens
gepflegten Platz auf ihre Kosten,
die gemütliche Clubterrasse des
Restaurants tunigarden lädt nach der
Runde zum Verweilen ein.
Insel-Idyll: Golf du Rhin
Der Golf du Rhin (GF: 80/95 Euro,
Infos: golfdurhin.com/de) feierte
2019 sein 50-jähriges Bestehen und
besticht mit einem der schönsten
Plätze im Dreiländereck Deutschland,
Schweiz und Frankreich. Der
von David Harradine entworfene und
2003 von Reinhold Weishaupt überarbeitete
Platz befindet sich mitten
in einem herrlichen Naturschutzgebiet
auf der Insel zwischen Rhein
und Rheinseitenkanal und spielt sich
aufgrund des Kiesuntergrunds fast
immer im optimalen Zustand. Das
besondere Mikroklima lässt ganzjährige
Sommergrüns zu. Von Weiß
(6.278 Meter) werden die Winkel
um die alten, schattenspendenden
Bäume (noch) schwerer - man sollte
Draws und Fades gut beherrschen.
lein vorgelegt werden - und nur allzu
oft stehen über 250 Jahre alte
Schwarzwaldbäume, meist Eichen
und Linden, mitten im Weg. Bereits
vor zehn Jahren wurden die Bahnen
12, 13, 14, 15 und 17 nach den Plänen
von Thomas Himmel verändert, ein
weiteres Redesign ist so gut wie abgeschlossen.
Hole-in-One im Golfhotel
Schloss Reinach
Das Golfhotel Schloss Reinach
(Infos: schlossreinach.de) verfügt
über 98 Zimmer und Suiten in einem
historischen Gutshaus aus dem
17. Jahrhundert. Mit dem Sternerestaurant
s‘Herrehus, s‘Badische
Wirtshus und der Vivothek Limoncello
werden Sie gleich in drei Spezialitätenrestaurants
kulinarisch verwöhnt.
Alle Restaurants verfügen
über großzügige Außenterrassen
und im urigen Zehntkeller finden regelmäßige
Weinverkostungen statt.
Zudem werden im großen Innenhof
mit Marktplatz-Flair regelmäßig
Konzerte, Open-Airs und andere
kulturelle Events veranstaltet. Kraft
tanken können Sie in der Fitness- &
Vitaloase. Es erwarten Sie ein Bereich
mit verschiedenen Saunen,
Dampfbad, Salz-Sole und Ruhebereiche
plus 25 Meter langer Outdoor-Edelstahl-Pool,
Fitness- und
Behandlungsräume.
Das Golf-Angebot Hole-in-One (ab
257,50 Euro p.P.) beinhaltet: 2 Ü/
DZ/F, ein 3-Gänge-Menü einschließlich
Aperitif in einem der drei Restaurants,
1 Greenfee im GC Tuniberg,
20 Prozent Ermäßigung auf weitere
Greenfees, kostenfreie Nutzung der
Fitness- und Vitaloase sowie Parkplätze
und WLAN.
Sebastian Burow ●
Mehr Infos
Parkland-Perle:
Freiburger Golfclub
In klassischem Parkland-Stil und auf
engem Raum wurde der Freiburger
Golfclub (GF: 65/75 Euro, Infos: frgc.de)
vor 50 Jahren von Bernhard
von Limburger nur wenige Kilometer
östlich von Freiburg auf der Gemarkung
der Gemeinde Kirchzarten
in ein Wasserschutzgebiet gelegt.
Zwischen den Gewässern Krummbach
und Dreisam, mit Blick in den
Schwarzwald und in das Kappeler
Tal, sind viele der ebenen Löcher
von kleinen Bächlein durchzogen.
Längenprobleme hat man auf den
Bahnen eher selten, oftmals sollte
dafür klug vor eines der vielen Bäch-
Freies Spiel im Golf Campus Schlatt
Zwischen Schlatt und Bremgarten bietet Besitzer
Georg Rhino mit dem Golf Campus Schlatt (Range-Fee:
13, bzw. 26 Euro mit Platz) Spielern aller
Klassen seit 2001 ein stressfreies Üben unter optimalen
Bedingungen. Sechs club- und platzreifefreie
Löcher verlaufen, angrenzend an Spargelfelder,
um die gut gepflegte Range-Anlage herum. Es gibt
Gras- sowie Mattenabschläge und vier Übungsgrüns
auf repräsentativem Niveau gepflegt. Durch den
altenglischen Gründerhausstil der Campus-Lounge
und den „Bänkle“ mit ihrer Poesie entsteht die Atmosphäre
eines Privatclubs. Drei Generationen der
Rhinos sorgen für das Wohl der Gäste, das Ambiente
ist gemütlich. Mehr Infos unter golfcampus.de.
SPORT
23MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
GOLFEN IM CHIEMGAU
Das Golf Resort Achental wartet nach der Pause mit neuer Driving-Range auf
...und der Wellnessbereich bei Abendstimmung.
Das Golf Resort Achental aus der Luft...
er Corona-Lockdown ist vorbei
- das Golf Resort Achental ist
wieder geöffnet. Die Pause nutzte
das Vier-Sterne-Hotel im Herzen
des bayerischen Chiemgaus, um vor
allem die Golfer-Herzen höher schlagen
zu lassen.
Die neu gestaltete Driving-Range
verfügt nun über einen beheizten
TrackMan-Indoor-Simulator mit integrierter
Bar. Das heißt: Selbst bei
Wind und Wetter können Gäste an
ihrer Technik feilen. Darüber hinaus
ermöglichen nicht weniger als zehn
angeschrägte Grüns in bester Qualität
das Training des Lande- und
Rollverhaltens. Das Fairway wird
durch optimales Mähen optisch
hervorgehoben und eignet sich ideal
für das Training der Richtungskontrolle.
Ebenfalls verfügbar sind nun ein
Bunker für das Training von Fairwaybunkerschlägern
sowie eine
Schräglagenpyramide zur Simulation
von Hanglagen auf dem Platz. Die
Trainingsmöglichkeiten der Driving
Range werden abgerundet von einer
Auswahl verschiedener Gras-Settings
zum realistischen Training
diverser Schnitthöhen und Wuchsrichtungen.
Die PGA-Golfakademie verfügt über
Scope-Hochgeschwindigkeitskameras,
TrackMan, Boditrak Druckmessmatten
und Hackmotion-Handgelenkssensoren.
Darüber hinaus
wurde ein Fitting-Center in Kooperation
mit HiO-Fitting (markenunabhängiges
Sortiment) eingerichtet.
Mehr unter
www.golf-resort-achental.com
●
1111 EURO FÜR
HOLLEDAUER JUGEND
GauPros & Friends
sammeln für Nachwuchs
6Grad, Sonne pur und beste
Laune bei den 63 Teilnehmern
des GauPros & Friends-Turniers
Anfang Juli auf der Golfanlage
Holledau. Am Ende des Tages durfte
sich der Holledauer Nachwuchs
über eine großzügige Spende freuen,
denn pro Teilnehmer gingen
zehn Euro der Turniergebühr an
die Golfjugend. Die GauPros übten
sich jedoch nicht in Zurückhaltung
und rundeten die Summe zu einer
Schnapszahl auf. Somit standen am
Ende 1111 Euro auf dem Spendenscheck,
den Jugendwartin Sabine
Hess bei der Siegerehrung entgegennehmen
durfte. „Wir sind wirklich
sehr dankbar und freuen uns
über die großzügige Spende“, sagte
die ehrenamtliche Jugendwartin.
Das Geld wird für Trainingsequipment
und das geplante Jugend-Trainingslager
eingesetzt. Den Brutto-Gesamtsieg
Herren sicherte sich
Johannes Gerlspeck mit 32 Punkten.
Bei den Damen stand Sabine Hess
mit 24 Punkten ganz oben auf dem
Leaderboard.
●
2FOR 1
GREENFEE
Für alle, die eine schöne Runde Golf mehr schätzen als
einen überteuerten Cocktail. Sommerferien Greenfee
Voucher „2 for 1“imGolfpark München Aschheim über 18-
Loch (Montag-Mittwoch). Einfach ausschneiden und an
der Rezeption einlösen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Hinweis: Voucher ist nicht bar auszahlbar; Fixpreis von 80 €für ein Greenfee, mit dem 2Personen berechtigt sind, zusammen in einem Flight 18-Loch zu spielen;
Aktionszeitraum 27.7.-7.9.2020; nichtanFeiertagenund nichtfür Turniere gültig;pro Person ist nur eine einmaligeNutzung des Vouchers im Aktionszeitraummöglich.
SIMPLY GOOD. SIMPLY GOLF.
Fasanenallee 10 | 85609 Aschheim | Tel.: 089/9902420 | gp-ma.de
Scheckübergabe auf der Golfanlage Holledau. (Foto: Tobias Hennecke)
CLUBS & BUNTES SPORT
MENSCHEN 24
SO KLAPPT‘S AUCH
AUF DEM GRÜN
Putt-Drills: Wer lesen kann,
ist klar im Vorteil
Wir haben Ihnen einige Tipps
zusammengetragen, wie Sie
jedes Grün besser lesen und Ihre
Putts verlässlicher einschätzen und
schließlich einlochen können.
„Gute Nerven und Vertrauen machen
einen guten Putter aus“, sagt Golflegende
Gary Player, der mit seinen
Mitte 80 kaum mehr Putts pro Runde
benötigt als die besten auf den großen
Touren. „Schauen Sie sich auf
jedem Grün immer zuallererst die
Lochkanten an und achten Sie auf
eine beherzte Ballgeschwindigkeit“,
fügt der neunmalige Major-Sieger
aus Südafrika an und weist darauf
hin, dass man von Youngsters sehr
gut abschauen kann, wie sie mutig
und ohne zu zögern jedes Loch attackieren.
Es gibt aber noch ein paar
weitere Anhaltspunkte, wie Sie sich
im Lesen der Grüns verbessern und
das Gefühl für Break und Roll verfeinern
können.
- „Rollen Sie auf Übungsgrüns öfters
Bälle mit der Hand“, rät Bernhard
Langer. Dadurch bekommen Sie
mehr Gefühl für die ideale Linie und
das Gefälle.
- „Achten Sie darauf, ob Sie mit oder
gegen den ‚Grain‘, also die Graswuchsrichtung,
putten“, sagt Kurzspiel-Magier
Phil Mickelson. Mit
wird der Ball mehr Break annehmen
als gegen.
- Gary Players Pre-Putt-Routine:
Stellen Sie sich zum Probeschwung
hin, schauen Sie erst zum Ziel und
dann zum Ball. Dann schauen Sie
wieder zum Ziel und machen mit
Blick auf das Loch Probeschwünge,
wobei Sie sich den bevorstehenden
Putt vorstellen und antizipieren,
wie stark Sie ihn spielen
wollen. Nun sprechen Sie den Ball
ohne Zeit zu verlieren an, schauen
noch ein Mal kurz zum Loch, wieder
zurück zum Ball und putten ihn
dann mit vollem Vertrauen auf Ihr
Gefühl.
- „Vergessen Sie das Loch“, lautet
die oberste Prämisse von Tour-Legende
Miguel Angel Jiménez. „Wir
wissen doch alle, wie weit es weg
ist und haben automatisch die richtige
Geschwindigkeit. Es geht dann
nur um die Linie. Also bestimmen
wir diese und spielen dann über
einen Punkt auf ihr, der nahe beim
Ball ist.“
- Der achtmalige Gewinner der European-Tour-Saisonwertung
Colin
Montgomerie rät, 100 Putts in Folge
aus unter einem Meter zu lochen
- jeden Tag. Geht einer daneben,
müssen Sie von Neuem beginnen.
Nach eigenen Worten ist das das
ganze Geheimnis seines Erfolgs
auf den kurzgemähten Rasenflächen.
- AimPoint-Instructor Rolf Kinkel
rät, ein Zwischenziel auf der Ziellinie
und ihrer Verlängerung anzupeilen.
Das kann nahe beim Ball
(30 cm), auf Höhe des Lochs (Zielpunkt)
oder gar ein Baum hinter
dem Grün sein, wobei bei Letzterem
das Drehen des Kopfs das Zielen
erschweren kann. „Schauen Sie
unmittelbar vor dem Putt nur noch
zum Zwischenziel und/oder Zielpunkt
und nicht mehr zum Loch.“
- Mental-Experte Walter Rotter
sagt: „Sie treffen den Ball dann
am besten und lochen ihn am häufigsten
ein, wenn Sie nur an Ihr Ziel
denken. Je kleiner Ihr Ziel ist, desto
besser arbeiten Körper und Geist
zusammen, um genau dorthin den
Ball rollen zu lassen.“
- „Seien Sie stolz auf Ihre Putt-Technik.“
(Annika Sörenstam, zehnmalige
Major-Siegerin)
- „Die Umgebung eines Grüns ist entscheidend
für die Geschwindigkeit“,
sagt PGA-Pro Christian Neumaier.
Merkmale für schnelle Grüns sind:
helle Oberfläche, exponierte Lage
mit Wind und Sonne, hohe Temperaturen
sowie die Tageszeit, da
sie meist in der Frühe geschnitten
werden. Merkmale eher langsamer
Grüns: dunkles Gras, viel Schatten,
Nässe und die Tageszeit - Gras
wächst am Nachmittag.
- Stefan Quirmbach, 5-Sterne-Professional
der PGA of Europe und
Präsident der PGA of Germany,
sagt: „Es macht viel mehr Sinn,
lange Putts zu trainieren.“ Aus der
Distanz von einem Meter lochen die
weltbesten Spieler 97 Prozent aller
Putts, bei zwei Metern verringert
sich dieser Anteil schon drastisch
auf 55 Prozent und aus vier Metern
gelingt es ihnen nur noch, 22 Prozent
ihrer Putts einzulochen. Für
lange Putts sollten Sie üben, den
Ball immer mittig zu treffen. Und
für kurze Putts sollten Sie seiner
Meinung nach ein paar Anpassungen
vornehmen: „Stellen Sie den
Putter deutlich steiler, greifen Sie
mit den Händen kürzer, drehen Sie
die Hände nach außen und erhöhen
Sie den Griffdruck der linken Hand,
damit dann im Pendeln die linke
Hand verhindert, dass sich der Putterkopf
verdreht.“
- Ideal dosiert ist ein Ball, der am
Loch noch eine Geschwindigkeit
hat, die ihn bis rund 30 Zentimeter
über das Loch hinauslaufen lassen
würde. Ein Ball, der so schnell rollt,
dass er 1,20 Meter über das Loch
hinauslaufen würde, verengt den
Eintrittskorridor ins Loch auf 2,5
Zentimeter.
- Circle-Putting: Stecken Sie acht
Tees im Kreis um ein Loch mit
Break und Putten Sie nacheinander
je einen Ball von jeder Position - Sie
lernen das Gefälle und Rollverhalten
des Balls ganz neu kennen.
cken Sie vier Mal fünf Tees im Abstand
um das Loch herum. Spielen Sie
je einen Ball vom kürzesten Tee
jeder Linie und arbeiten Sie sich
so nach außen zu den längsten
Putts vor - jeder gelochte Putt gibt
einen Punkt und Sie wollen die volle
Punktzahl erreichen. Viel Spaß
Sebastian Burow ●
- Nord-Ost-Süd-West-Prinzip: Stemelsrichtungen
von etwa 50 cm in alle Him-
auf vier Linien
beim Trainieren!
SPORT
25MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
DER TURM, DER DAS VIRUS KILLT
Berührungslose Handdesinfektion der Starnberger Firma Steripower
ie Monate mit der Corona-Pandemie
haben schmerzlich in Erinnerung
gerufen, wie wichtig saubere
Hände sind. Dabei ist kaum ein Ort
so denkbar ungeeignet, sich die Hände
zu waschen, wie ein Golfplatz. Ein
Handtuch hängt zwar am Bag, das
aber ist für die schmutzigen Schlägerköpfe
da. Wasser vielleicht noch
in der Trinkflasche, aber Seife? Händewaschen
ist in Zeiten von Corona
doppelt wichtig. Vor allem, wenn es
wieder zurück ins Clubhaus geht.
In Kürze stehen wohl vor vielen Clubs
weiße Säulen, die genau diesen
Service anbieten: Desinfektion der
Hände - und das berührungslos. Der
„SteriTower“, so nennt die Firma Steripower
das patente Ding, ist ein Gewächs
aus der Stadt Starnberg und
tritt jetzt seinen Siegeszug in alle
Welt an. Der Chef, selbst passionierter
Golfer, findet derzeit aber keine
Zeit, den Schläger zu schwingen.
GrünLand-Mitarbeiter Bernd Stegmaier
unterhielt sich mit Firmenchef
Jan Rombach.
Herr Rombach, wie kam es
zu der Idee, wie begann das
mit Steripower?
Jan Rombach: Es war eigentlich der
Klassiker, Erfinder kommt zu Investor
und sucht Partner für seine Idee.
Und dann habe ich zugegriffen, weil
ich von dem Konzept überzeugt war.
Was war das erste Gerät
im Gründungsjahr 2003?
Unser Steripower aus Kunststoff,
wir nennen es „das Original“, war das
erste berührungslose Händedesinfektionsgerät
weltweit. Das Gerät ist
noch heute unser meistverkauftes
Gerät – natürlich technisch vollkommen
überholt, aber dennoch seit
2003 unser Aushängeschild.
In welchem Prozentsatz sind denn
Hände an der Übertragung von
Infektionen beteiligt?
Hier gibt es unterschiedliche wissenschaftliche
Erkenntnisse und es
kommt auf die Art des Virus oder der
Bakterien an. Allgemein sagt man,
dass ca. 85% der Infektionen über
die Hände gehen. Die Ratschläge in
der aktuellen Corona-Krise beginnen
immer mit Händewaschen.
Wie sehr hat die aktuelle Krise
Ihr Geschäft befeuert?
Es war unfassbar, wir sind von den
Ereignissen überrannt worden. Wir
sprechen fast von einer Verzehnfachung
des Geschäfts.
Wie viele Geräte umfasst
Ihr Portfolio?
Im Grundsatz sind es fünf unterschiedliche
Geräte. Mit den diversen
Ausstattungsvarianten jedoch summiert
sich das auf über 100 verschiedene
Modelle.
Wo sind Ihre Geräte anzutreffen?
Steripower findet sich natürlich im
medizinischen Umfeld und in öffentlichen
Einrichtungen, vom Einzelhandel
bis in die Großindustrie und hin
zu Flughäfen usw. Unser Unternehmensziel
ist es, die Hygiene in allen
Lebensbereichen entscheidend zu
verbessern. Händehygiene in Zusammenhang
mit Steripower-Geräten
findet immer mehr Einzug in öffentliche
Bereiche, z.B. in Unternehmen,
auf Kreuzfahrtschiffen, in Supermärkten,
auf Großveranstaltungen
oder öffentlichen WC-Anlagen.
Wir haben gehört, Ihre Geräte
werden demnächst auch in den
deutschen Golfclubs stehen?
Hoffentlich werden es viele, entsprechende
Gespräche mit dem
Golfmanagement-Verband laufen
jedenfalls.
Wie viele Mitarbeiter
haben sie derzeit?
Wir haben derzeit 18 Mitarbeiter am
Hauptsitz in Starnberg. Wir produzieren
unsere Geräte ausschließlich
in Deutschland. Dies hat sich vor allem
in den Boomzeiten, die wir derzeit
erleben, bestens bewährt.
Sie sind selbst Golfer,
wo spielen Sie denn?
Mein Heimatclub ist der GC München-Straßlach.
Leider habe ich dieses
Jahr nur neun Löcher gespielt,
dies aber unglaublich genossen.
Und wenn irgendwann der Corona-
Hype vorbei ist, was dann?
Dann werde ich wieder Zeit zum Golfen
haben!
Vielen Dank für das Gespräch! ●
Jan Rombach ist Golfer und Chef der Starnberger Firma Steripower.
Ryder Cup verschoben
s ist offiziell: Der Ryder Cup, der
eigentlich in diesem Jahr hätte
stattfinden sollen, fällt aus und wird
auf 2021 verschoben. Die PGA of
America, die Organisation von Ryder
Cup Europe und die PGA Tour haben
gemeinsam bekannt gegeben, dass
sowohl der Ryder Cup als auch der
Presidents Cup nun jeweils ein Jahr
später als ursprünglich geplant gespielt
werden. Der 43. Ryder Cup, der
für die Woche vom 22. bis 27. September
in Whistling Straits in Kohler/
Wisconsin (USA) geplant war, wurde
wegen der anhaltenden Pandemie
und der damit verbundenen unsicheren
Lage neu terminiert – und zwar
für die Woche vom 21. bis 26. September
2021. Ebenso wird der Presidents
Cup, der ursprünglich für den
30. September bis 3. Oktober 2021 im
Quail Hollow Club in Charlotte, North
Carolina, geplant war, nun vom 19.
bis 25. September 2022 ausgetragen.
Auch der 44. Ryder Cup in Rom,
der für das Jahr 2022 terminiert war,
rutscht somit ins Jahr 2023. Damit
weichen die Organisatoren wieder
auf die ungeraden Jahre aus, so wie
es seit der ersten Auflage im Jahr
1927 bis 1999 war. Die Terroranschläge
am 11. September 2001 hatten
eine erste Verlegung in die geraden
Jahre nötig gemacht.
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CLUBS & BUNTES SPORT
MENSCHEN26
DER MAIBAUM DER ZONDLERS IN BEUERBERG
D
er Maibaum auf dem Golfplatz
des GC Beuerberg steht fast
majestätisch da. Eingerahmt zwischen
hohen Bäumen im Süden und
dem Putting-Green, dem Clubrestaurant
und den Anlagen im Norden.
Manche fragen sich, was denn die
Schilder am Beuerberger Maibaum
zu bedeuten haben. Üblicherweise
stellen die Plaketten die jeweiligen
Zünfte dar, manchmal noch ergänzt
um Gewerbetreibende. Doch die Botschaft
des Beuerberger Maibaums
ist eine andere.
Anlass und Idee
Es ist heuer genau 30 Jahre her, dass
am Beuerberger Golfplatz ein Maibaum
aufgestellt wurde. Anlass hierfür
war die Idee von Isolde Zondler,
ihrem Mann Urs einen Maibaum zu
seinem 51. Geburtstag zu schenken.
Er hatte seit Bestehen des Golfplatzes
ihr gegenüber immer wieder erwähnt,
dass er diesen bayerischen
Brauch so schön findet und er irgendwann
auf dem Golfplatz auch
einen Baum aufstellen lassen will.
Isolde Zondler setzte diesen Wunsch
als Geburtstagsgeschenk um und
ergänzte ihn um eine ganz persönliche
Note: die Schilder des Maibaums
sollten sein Leben darstellen.
Darüber hinaus musste der Maibaum
in den Tagen vom 29. Mai bis
2. Juni aufgestellt werden. Das sind
die Tage, in denen Isolde und Urs
seit 35 Jahren verreist sind, um ihre
jeweiligen Geburtstage am 30. bzw.
am 31. Mai zu feiern. Üblicherweise
kamen die beiden des Nachts von
ihrem Kurzurlaub zurück. Urs Zondler,
der jeden Morgen die Läden öffnet,
sollte seinen Maibaum dann zum
ersten Mal sehen: was für eine Überraschung!
Praktisch-traditionelle Umsetzung
Die Idee war geboren, doch wie nun
das Ganze umsetzen? Nach einiger
Überlegung bat Isolde Zondler
einen befreundeten Kunstschmied
aus Beuerberg, Toni Pohl, um Hilfe
und tatkräftige Unterstützung. Der
hat sich sofort bereit erklärt, nicht
nur den Baum zu besorgen, sondern
auch bei sich in seiner Werkstatt
zu lagern, die Einfassungen für die
Schilder anzufertigen und die Aufstellung
zu organisieren. Doch dies
klingt einfacher als es war. Bei der
Farbe hatte Isolde Zondler einen
besonderen Wunsch: nicht das traditionelle,
bayerische Rauten-Blau
sollte es sein, sondern ein dezenteres,
leichtes Grau-Blau.
Künstlerisch-individuelle
Umsetzung
Die nächste Aufgabe bestand darin,
die wichtigsten Stationen im Leben
von Urs Zondler darzustellen. Auch
hier konnte Toni Pohl helfen. Er kannte
einen Kunstmaler in Beuerberg,
den er fragen wollte. Zum großen
Glück war dieser nicht nur spontan
bereit, die Schilder zu bemalen, er
kannte Urs Zondler sogar noch persönlich
aus seiner Handballzeit und
bewunderte seine schillernde Persönlichkeit.
Bei der Umsetzung ließ
Isolde ihm völlig freie Hand. Im Folgenden
die Bedeutung der Schilder.
Der Schweizer: Urs Zondler ist
1939 in Zürich geboren und nach
einer wunderbaren Jugendzeit nach
Deutschland gezogen. Er hat immer
noch den Schweizer Pass, ist seiner
Heimat nach wie vor tief verbunden
und pflegt die alten Freundschaften.
„Der Grund, warum ich nie in die
Schweiz zurückgekehrt bin, liegt in
der ausgeprägten gesellschaftlichen
Intoleranz der Schweizer gegenüber
Andersdenkenden. In Deutschland
herrscht demgegenüber eine geradezu
wohltuende Offenheit.“
Das Brautpaar: Urs Zondler ist nach
drei Ehen in vierter Ehe glücklich mit
Isolde Zondler verheiratet. Sein Ratschlag
für eine glückliche Ehe: „Heirate
eine Frau wie Isolde, sie ist das
Größte, was mir in meinem Leben
passiert ist“.
Die Spielkarte: Urs Zondler ist ein
erblich vorbelasteter Zocker. Sein
Vater hat ihn bereits im Alter von
acht Jahren das Pokern und Schach
gelehrt. Später wurde er sogar ein
nahezu professioneller Backgammon-Spieler.
„Zocken bedeutet für
mich vor allem die rationale Analyse
von schwierigen Situationen, der
Reiz der strategischen Planung und
nicht zuletzt die zusätzliche Spannung
und Anstrengung“.
Die Seifenkiste: Urs Zondler ist von
1971 bis 1974 auf der sogenannten
Europa-Tour Autorennen gefahren.
Bei diesen hochprofessionellen
Rennen fuhren nicht nur Formel-
1-Ikonen wie Jackie Ickx und Ronnie
Peterson mit. Urs Zondler hatte
auch die Ehre, gemeinsam mit Vittorio
Brambilla auf dessen Heimatkurs
in Monza ein Vier-Stunden-Rennen
zu fahren, wobei jeder von beiden
abwechselnd eine Stunde lang fuhr.
„Um ein erfolgreicher Rennfahrer
zu sein, braucht man – neben einer
guten Reaktion, einer hohen Risikobereitschaft
- vor allem ein dickes
Bankkonto“.
MTSV Schwabing: Dies ist der
Schwabinger Handballverein, den er
jahrelang gesponsert und in die Bundesliga
gebracht hat. Befragt nach
dem schönsten Erlebnis aus dieser
Zeit antwortete Urs Zondler einmal:
„Dies ist zweifellos die Verpflichtung
des damaligen jugoslawischen Weltklassespielers
Hrvoje Horvat. Ein
wunderbarer und beeindruckender
Mensch, der mich gelehrt hat, ein
wahrer Sportsmann zu sein“.
SC Riessersee: Urs Zondler stieg
– nach seiner Zeit beim MTSV - als
Sponsor beim SCR ein, als dieser
gerade aus der Bundesliga abgestiegen
war. Der SCR befand sich zu der
Zeit in einer schwierigen finanziellen
und steuerlichen Situation. „Es war
ein von vielen gegensätzlichen Interessen
und Strömungen geprägtes
Umfeld, in dem es mir leider nie gelang,
eine wirklich positive und konstruktive
Beziehung zu den Sportlern
und Verantwortlichen aufzubauen.
Der Maibaum von Isolde und Urs Zondler in Beuerberg
So war es nach zwei Jahren Engagement
vernünftig, wieder getrennte
Wege zu gehen“.
Die Kanne: Urs Zondler hatte als Gastronom
sechs Lokale und eine Disco
in München, vier Restaurants und
einen Jazzkeller in Stuttgart. Den
„Ochs‘n Willi“ am kleinen Schlossplatz
betreibt er seit 46 Jahren. „Da ich
kein gelernter Gastronom bin, bedeutet
Gastronomie für mich zunächst
die Möglichkeit – ein stimmiges Konzept,
tüchtige Küchenchefs und harte
Arbeit vorausgesetzt – ohne großen
finanziellen Aufwand bzw. Risiko
sehr viel Geld zu verdienen.“
Der Schläger: Urs Zondler hat immer
sehr gerne Squash gespielt.
„Aber zur damaligen Zeit waren die
Squash-Plätze oft nur in versifften
Hinterhöfen zu finden. So ergriff ich
die Gelegenheit, als mir eine geeignete
Halle in München angeboten
wurde, mit dem Bavaria Squash Club
den damals größten Squash-Club
Europas aufzubauen. Als ich für das
Management tatkräftige Unterstützung
brauchte, hat Isolde von 1978
bis 1984 überaus erfolgreich die Geschäftsführung
übernommen. So
haben wir uns kennengelernt.“
Der Golfer: Urs Zondler hat den Golfplatz
in Beuerberg 1982 gebaut und
spielt seither leidenschaftlich. „Zum
Golf bin ich im Prinzip durch meinen
Vater gekommen. Er hat sich in der
Schweiz von ganz unten nach oben
hochgearbeitet. Während dieser Zeit
nahm er sich vor, wenn er es einmal
geschafft hat, dann wird er Mitglied
im vornehmen Züricher Golfclub Zumikon.
Diese Vision hat ihn als Symbol
für gesellschaftlichen Aufstieg
immer motiviert. Was soll ich dazu
noch sagen: Er hat es geschafft!“
Der Regelpapst: Urs Zondler hat
das Buch „Golfregeln kapiert“ geschrieben.
Die Karikaturen sind von
Erik Liebermann. „Wenn ich einen
Wunsch frei hätte, würde ich die
alten Regeln wieder einführen. Für
mich sind die neuen Regeln überflüssig,
denn sie verändern im Grunde
nichts. Aber auch hier gilt: Regelkenntnis
ist wie Mundgeruch: Wer
sie hat, macht sich nicht gerade beliebt!“
Auf der Rückseite der Schilder
sind nur noch die beiden Geburtstage
von Isolde und Urs eindeutig zu
bestimmen. Die restlichen Motive
der Rückseiten sind unserer Phantasie
überlassen, da der Kunstmaler
mittlerweile unbekannt verzogen ist.
Die Geschichte
des Beuerberger Maibaums
Auf der Spitze des ersten Maibaums
war aus Metall ein Schweizer Bär mit
einem Golfball auf der Nase. Den
hat bei erster Gelegenheit ein Blitz
heruntergefegt. Nachdem der Blitz
nicht nur die Spitze getroffen, sondern
auch den Baum eingerissen
hatte, musste ein neuer her. Toni
Pohl war auch hier wieder im Spiel.
Die Bewachung des ersten Baumes
war noch unkompliziert, weil Toni
den 30 Meter langen Baum in seiner
Werkstatt gelagert hatte und noch
so gut wie niemand von dem ganzen
Projekt wusste.
Diesmal war die Bewachung etwas
schwieriger, weil das ganze Dorf
mittlerweile wusste, dass er bereits
den ersten Baum aufgestellt hatte.
Wie zu erwarten, wurde der Baum
geklaut, dann - nach der üblichen
Auslöse (Bier und Brotzeit für den
Burschenverein) - wieder zurückgegeben.
Leider hat einer der Diebe
– entgegen aller guten bayerischen
Tradition! - den Baum in Tonis Werkstatt
mutwillig angesägt, sodass
der Baum unbrauchbar war und ein
neuer geschlagen werden musste.
Toni Pohl hat öffentlich in dem entsprechenden
Zeitungsartikel dem
Kerl eine bayerische „Bockfotzn“
versprochen.
Später musste ein Haltegerüst her
und der Baum alle fünf Jahre erneuert
werden. Bei der Gelegenheit
hat die Künstlerin Halla Priemer die
Schilder aufgefrischt, denn die Originalfarbe
war schon etwas verblasst.
Der letzte Baum wurde vorzeitig
morsch, sodass er aus Sicherheitsgründen
noch vor der Golfwoche entfernt
werden musste. Da deshalb viel
Zeit bis zur Aufstellung des neuen
Baums geblieben ist, wurde Mitglied
Heidi Welther gebeten, die Schilder
abermals aufzufrischen. Auch sie hat
das wunderbar umgesetzt.
Der Baum war inzwischen in Westernberg
in einer Scheune gelagert
und sollte in den nächsten Tagen
aufgestellt werden. Nachdem Isolde
ihn begutachtet hatte, musste er
erneut gestrichen werden, weil das
Blau ein bayerisches Rauten-Blau
war und nicht das von ihr gewünschte.
Das Aufstellen musste verschoben
werden, weil Isolde sich nicht 5
Jahre über die falsche Farbe ärgern
wollte. Eine Woche später kam der
Anruf der Kidnapper, der Baum war
gestohlen und konnte mit Brotzeit
und Bier für die Burschenschaft ausgelöst
werden. Isolde hat sich sofort
auf den Weg gemacht und den Baum
zurückgeholt. Schließlich steht er
jetzt wieder da, wo er seit 30 Jahren
hingehört.
Und so verbindet ein ganz besonderer
Baum jahrhundertealtes bayerisches
Brauchtum mit einer ganz
persönlichen Hommage an einen
ganz besonderen Menschen. Aus
einer bezaubernden Idee wurde ein
außergewöhnliches Dankeschön für
eine ganz besondere Beziehung.
Toni Widmann ●
SPORT
27 MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
WASSER MARSCH!
Wenn Sie Durst haben, ist es zu spät
ormittags halb zehn in Deutschland.
Sie sitzen im Büro, die
Besprechung plätschert dahin, ein
Ende ist in Sicht. Dann eine Whats-
App-Nachricht: Die Kumpels treffen
sich zur Revanche-Runde um
14 Uhr am Golfplatz. Bin dabei! Die
Golfklamotten sind im Club-Spind,
die Schläger ebenfalls. Also auf
zum Golf. Doch halt! Wie steht‘s um
die Vorbereitung? Nein, die Rede ist
nicht vom Aufwärmen vor dem ersten
Abschlag, sondern vom Trinken?
Eine Golfrunde dauert vier, je nach
individueller Spielgeschwindigkeit
schon mal fünf Stunden. Im Sommer
heißt das bis zu 300 Minuten in der
prallen Hitze. Ausreichend Wasser
ist dabei die richtige Medizin. Dabei
ist weniger die absolute Menge ausschlaggebend,
sondern das Wann.
„Wer rechtzeitig trinkt, tut dem Körper
was Gutes. Viel zu trinken, wenn
sich der Durst bereits eingestellt
hat, hilft nicht“, warnt Prof. Dr. Ingo
Froböse von der Deutschen Sporthochschule
Köln.
Prof. Froböse: „Erst zu trinken, wenn
man durstig ist, ist eindeutig zu
spät.“ Einen Großteil der Flüssigkeit
sollten wir bereits am Morgen aufnehmen.
Zu diesem Zeitpunkt hat
der Biorhythmus des Körpers den
größten Bedarf und kann am meisten
aufnehmen. Es ist aber auch wichtig,
Was der Deutsche trinkt
den Flüssigkeitshaushalt konstant
zu halten, das heißt, dass man regelmäßig
trinken sollte. Idealerweise
trinkt man mindestens ein großes
Glas Wasser pro Stunde. Mehr als 0,8
bis einen Liter kann der Organismus
ohnehin nicht verarbeiten.
Am besten sollte man sich die
Pre-Shot-Routine der Profis anschauen.
Zum Ritual wie Handschuh
anziehen, ausrichten am Ball
und Probeschwung gehört vor dem
Schlag auch der Griff zur Trinkflasche.
Dabei sind es keine großen
Mengen, aber ein Schluck von rund
100 Milliliter sollten es schon sein.
Wenn der Körper die ersten Durstsignale
schickt, ist es zu spät. Konzentration
und Kondition sind enge
Verwandte! Nach 18 Löchern sollten
es drei Liter Flüssigkeit sein, die der
Spieler getrunken haben sollte.
Prof. Froböse: „Es gibt eine gute
Faustformel: Täglich sollten pro Kilogramm
Körpergewicht 30 Milliliter
Flüssigkeit aufgenommen werden.“
Als Berechnungsgrundlage solle man
das Normalgewicht zugrunde legen.
Dieses ergibt sich aus der Körpergröße
minus 100. Wenn sie 1,70 Meter
groß sind, beträgt Ihr Normalgewicht
also 70 kg und sie sollten also
mindestens 2,1 Liter pro Tag trinken.
Wohl gemerkt ohne Sport! Da erhöht
sich dann der Wasserbedarf deutlich.
Gerade in den vergangenen Jahren ist der Konsum
von Limonade, Brause, Schorle und Fruchtsaftgetränken
rasant angestiegen, die meist viel Zucker
enthalten. Ein leichtes Wachstum verzeichneten
auch die kalorien- und zuckerarmen Getränke. Beim
Alkohol sind wir gar Europameister. Die Deutschen
trinken dabei vor allem Bier und Wein. Das Lieblingsgetränk
der Deutschen aber ist Kaffee. 162 Liter
davon trinken wir pro Jahr; meist mit Milch und
oft auch mit Zucker oder süßem Sirup.
Gibt es Menschen, die besonders
auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten
müssen? Prof. Froböse: „Ja,
besonders ältere Personen trinken
häufig zu wenig. Über den
Tag verteilt verlieren wir schon
im Ruhezustand mindestens 1,5
bis 2,5 Liter Flüssigkeit, die über
Schweiß und Urin ausgeschieden
werden. Halten wir also das Mindestmaß
an Flüssigkeitsaufnahme
nicht ein, können die Stoffwechselvorgänge
nicht reibungslos ablaufen.“
Und wie sieht das mit gezuckerten
Getränken aus? Prof. Froböse: „Verzichten
sollte man auf zuckerhaltige
Fruchtsäfte und Limonaden, ebenso
auf Softdrinks und alkoholische Getränke.
Denn diese müssen aufgrund
ihres hohen Kaloriengehalts eher als
Nahrungsmittel betrachtet werden.
Wenn Sie auf diese Getränke nicht
verzichten wollen, dann genießen
Sie den Orangensaft zum Frühstück
oder die Cola und Limo zum Mittagessen
so, dass sie den Insulinspiegel
nicht unnötig in Form einer Zwischenmahlzeit
in die Höhe treiben.“
Wer dem Körper noch etwas Gutes
tun will, kann dem Wasser Elektrolyte
zusetzen oder gleich isotonische
Getränke kaufen, die im Handel erhältlich
sind. Allerdings gilt es hier
aufzupassen, wie viel Zucker den
Getränken zugesetzt ist. Besser ist
es, sich selbst schon zu Hause aus
Fruchtsaft und Mineralwasser eine
Fruchtschorle anzumischen. Aber
Vorsicht: Auch zu viel Wasser kann
schaden. Wer gierig nach der Runde
ein bis zwei Liter in sich hineinschüttet,
erreicht sogar das Gegenteil.
Das zusätzliche Wasser spült
die restlichen Salze und Nährstoffe
auch noch aus.
Prof. Dr. Ingo Froböse
Warum trinken wir? Wir brauchen
Wasser, damit der Körper Stoffe darin
lösen und dann transportieren kann.
Der Organismus reinigt und kühlt
sich auch damit. Wasser ist nahezu
überall im Körper zu finden. Tatsächlich
bestehen wir zu etwa 60 Prozent
aus Wasser. Sogar die Knochen enthalten
zu
einem Fünftel
Wasser, Fettgewebe
zu einem Viertel. Besonders
für die Versorgung der
einzelnen Körperzellen, der inneren
Organe und des Gehirns mit Sauerstoff
und Nährstoffen ist Wasser
verglichen mit Blut die wichtigere
Flüssigkeit, weil es auch durch
Membranen dringt und überall hingelangt.
Wie wichtig Wasser ist, merken wir,
wenn wir zu wenig getrunken haben:
Füllen wir nicht genug Wasser nach,
wenn wir zum Beispiel durch Verdunstung
oder Schweiß Flüssigkeit
verloren haben, entstehen relativ
Zur Person
schnell Missempfindungen wie
Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen.
Bei einem Wasserverlust
von nur 4 Prozent kommt es
schon bald zu deutlichen Reaktionsverlusten
und damit zur Verkehrsuntauglichkeit
– vergleichbar mit
einem Alkoholspiegel von 0,8 Promille.
Wasser ist viel wichtiger als
Essen für die Funktionen des Körpers,
und deswegen überleben wir,
ohne zu trinken, nur wenige Tage,
ohne feste Nahrung dagegen einige
Wochen. Bernd Stegmaier ●
Dr. Ingo Froböse ist Universitätsprofessor für Prävention
und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule
in Köln. Er ist dort Leiter des Instituts
für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte
Prävention und Rehabilitation. Ingo Froböse besitzt
seit den 80er-Jahren die Platzreife, ist ein- bis zweimal
pro Jahr auf seinem Lieblingsplatz, dem GC Gut
Lärchenhof in Pulheim. Wenn er sich in knapp drei
Jahren von der Sporthochschule verabschiedet, hat
er vor, golferisch durchzustarten.
CLUBS & BUNTES SPORT
MENSCHEN 28
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GRÜNLAND-FOTOWETTBEWERB
Reisen ins Golf Resort Bad Griesbach
und in den Wittelsbacher GC zu gewinnen
Die Golfanlage in Brunnwies
Da kann man schreiben, was man
will - Bilder sagen manchmal
mehr als tausend Worte. Das behaupten
wir schon seit zwei Jahren
mit unserem GrünLand-Fotowettbewerb.
Und was gut läuft, soll man
beibehalten, oder? Daher starten wir
auch zu Beginn der Saison 2020 wieder
mit einem tollen Gewinnspiel, bei
dem jeder mitmachen kann:
Schicken Sie uns Ihr schönstes Golfmotiv
und gewinnen Sie eine Reise
im Wert von 800 Euro ins Quellness
Golf Resort Bad Griesbach. Wie‘s
funktioniert? Eigentlich ganz einfach.
Das Wichtigste vorneweg: Sie
haben Zeit, denn diese Aktion wollen
wir bis in den Herbst hinein laufen
lassen. So gut wie jeder hat im
Golfbag sein Handy dabei – und die
meisten dieser Smartphones sind
in der Lage, hervorragende Bilder
zu schießen. Ein bisschen kommt es
jedoch auch auf Ihre künstlerische
Ader an. Natürlich liefern unsere
wunderschönen Golfanlagen in Bayern
herrliche Motive. Jedoch können
auch eine besondere Perspektive
oder ein ganz besonderer Moment
Sie zum Gewinner machen.
Senden Sie uns Ihr schönstes Golffoto
des Jahres 2020 bis spätestens
10. September an folgende
E-Mail-Adresse: fotowettbewerb@
gruenland.bayern. Unsere Redaktion
wird dann die schönsten Fotos
aus allen Einsendungen auswählen
und die Gewinner bekanntgeben.
Es lohnt sich mitzumachen, denn:
Den Knipser des schönsten Fotos
schicken wir nach Niederbayern,
ins Quellness Golf Resort Bad Griesbach.
Es ist das größte Golf Resort in
Europa. Zehn abwechslungsreiche
Golfplätze, drei luxuriöse Golfhotels
und vier idyllische Gutshöfe machen
Ihren Aufenthalt zu einem einzigartigen
Erlebnis. Der Sieger erhält zwei
Übernachtungen inkl. Halbpension
Die Lobby des Hotels Maximilian
für zwei Personen im 5-Sterne Quellness-
und Golfhotel MAXIMILIAN sowie
zwei Greenfees pro Person auf
den Plätzen der Wahl im Golf Resort
Bad Griesbach. In der neuen hauseigenen
MAX-Therme mit Sportaußen-
und Thermal-Innenbecken
wartet das wohltuende Bad Griesbacher
Thermal-Mineralwasser auf
Sie. Verspannungen vom Alltag lösen
Sie am besten im türkischen
Aromadampfbad oder mit einem
Besuch der Saunalandschaft. Natürlich
kann der Wert der Greenfees auf
Wunsch auch Indoor auf dem Golfsimulator
„abgespielt“ werden (nach
Verfügbarkeit). Der Gesamtwert dieses
Preises liegt bei 800 Euro.
Und auch die Zweit- und Drittplatzierten
sollen nicht leer ausgehen.
Für das zweitbeste Foto gibt es
ebenfalls einen tollen Preis. Wir
schicken den Silberplatzierten in
den Wittelsbacher Golfclub & Hotel
für eine Übernachtung für zwei
Personen inklusive Frühstück sowie
zwei Greenfees für 18 Loch (gültig
an allen Tagen, Reservierung notwendig,
je nach Verfügbarkeit). Und
auch Rang drei bei unserem Fotowettbewerb
geht nicht leer aus. Für
Bronze erhalten Sie zwei Greenfees
im Golfclub Olching. Spielen Sie den
Leading Course im Münchner Westen!
Also: Schicken Sie uns Ihr schönstes
Golffoto der Saison 2020 bis spätestens
10. September an fotowettbewerb@gruenland.bayern.
Viel Spaß
beim Knipsen und viel Erfolg! ●
Der Gutshof Penning
CASETAGS: STYLISCHE MULTITALENTE
FÜR SMARTPHONES
Tutzing, Juni 2020. Unser Smartphone
ist unser ständiger Begleiter.
Auch in der Freizeit und beim
Sport muss es ständig griffbereit
sein – zum Navigieren, Fotos machen
oder auch zur Kommunikation
im Notfall. Doch wohin damit, wenn
man die Hände frei haben möchte?
Beim Radfahren, Klettern oder Running
sind Smartphone oder auch
Schlüssel etc. lästige Anhängsel, die
im Weg umgehen.
Einfach praktisch, stylisch, smart
Eine praktische Lösung für dieses
Problem bieten die neuen Casetags:
Die kleinen Multitalente aus hauchdünnem
reißfestem Segeltuch in
T-Form werden einfach in die Handyhülle
gesteckt. Der obere Teil des
“T” bleibt in der Hülle, der untere Teil
mit einem metallverstärkten Loch
steht heraus. In dieser ausrissfesten
Öse können nun Gegenstände befestigt
werden und gleichzeitig lässt
sich das Handy überall anbringen.
Fast alle aktuellen Handyhüllen lassen
sich so ganz unkompliziert erweitern
und bieten smarte Möglichkeiten
zur sicheren Aufbewahrung
und Ordnung von Smartphones und
anderen Wertgegenständen.
Und so einfach geht’s: Handy aus der
Hülle nehmen und Casetag so einlegen,
dass der “Tag” unten herausschaut.
Das Handy wieder einpacken
und fertig. Jetzt kann das Smartphone
an Rucksack, Kinderwagen,
Klettergurt etc. ang’tagt’ werden
oder es lassen sich Schlüssel und
andere lose Gegenstände daran befestigen.
Das Handy kann nun mehr,
als nur technische Dienste anbieten:
Es wird zur zentralen Insel für Ordnung
und Sicherheit.
Qualität handmade in Germany
Die Köpfe hinter dem Produkt sind
die Tutzinger Paul Friedrich und sein
Vater Peter. Sie haben Casetags erfunden
und managen das junge Label
gemeinsam als Familienbetrieb:
Paul ist der Denker und Mann der
Zahlen, Peter kümmert sich hauptsächlich
um den Vertrieb. Beide haben
sich bei Produktion und Vertrieb
der Nachhaltigkeit verschrieben. Casetags
werden in Tutzing am Starnberger
See handgemacht, um die
ökologische und soziale Qualität der
Herstellung zu sichern. Dazu kommen
eine vegane Verpackung aus
recyclebarer Pappe und kurze Wege
mit ausgesuchten Logistikpartnern
für eine positive Klimabilanz.
Casetags gibt es online und im ausgesuchten
Einzelhandel in sechs
verschiedenen Farben. Praktische
Ergänzungen wie ein stabiler Karabiner
oder stylische Accessoires wie
eine Kordel ergänzen die aktuelle
Produktpalette.
Visit us on www.casetags.com
Follow us on Instagram
and Facebook
Kontakt für Rückfragen
Peter Friedrich
Hauptstraße 35
82327 Tutzing
peter.friedrich@casetags.com
www.casetags.com
SPORT
29MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
NEWS AUS DEN CLUBS
GP Aschheim
Golfer spenden für guten Zweck
„Solidarität in Zeiten von Corona“ - so
lautete das Motto der von Mitgliedern
initiierten Spendenaktion im Golfpark
München Aschheim. Beirat und Geschäftsführung
des Golfparks übergaben
im Beisein der Bürgermeister
Thomas Glashauser (Gemeinde Aschheim)
und Maximilian Böltl (Gemeinde
Kirchheim) eine Spende in Höhe von
11.700 Euro an gemeinnützige Organisationen
im Landkreis München.
Für den Beirat und die Geschäftsführung
war die Aktion eine Herzensangelegenheit:
„Wir möchten als Golfer
in diesen heraufordernden Zeiten
auch unseren gesellschaftlichen
Beitrag leisten und mit den Spenden
regionale Einrichtungen und Hilfsbedürftige
unterstützen, die erst recht
Scheckübergabe im GP Aschheim
während der Corona-Pandemie vor
großen Herausforderungen stehen“,
heißt es in einer Presseerklärung des
GP Aschheim. Von der Gesamtsumme
erhielt die Tafel Kirchheim-Heimstetten
8.000. Die Unterstützung
wurde von der 2. Vorsitzenden Marianne
Eichinger dankbar in Empfang
genommen. Nach dem Motto „Lebensmittel
verteilen statt zu vernichten“
gibt die Tafel diese weiter
– an sozial Schwache, an Menschen
in Krisensituationen, an kurzfristig in
Not geratene Mitbürger. Da die Spendensumme
deutlich über den Erwartungen
lag, konnte mit der Nachbarschaftshilfe
Aschheim/Dornach,
vertreten durch ihre Vorsitzende
Claudia Dustmann, eine weitere gemeinnützige
Organisation mit einer
Summe von 3700 Euro bedacht werden.
GC Schloss Egmating
Wechsel in der Geschäftsführung
Hubert Oswald hat den GC Schloss
Egmating verlassen und ist nicht
mehr Geschäftsführer der Bavaria
Golfanlagen GmbH & Co.
Schloss Egmating KG. „Ich hatte
als Clubmanager und Geschäftsführer
in Egmating und für die weiteren
Golfaktivitäten innerhalb der
Schörghuber-Unternehmensgruppe
in den letzten 14 Jahren eine fantastische
Zeit mit einem tollen Team“,
so Oswald. Die Führungskraft aus
Garmisch-Partenkirchen möchte
auch in Zukunft dem Golfmarkt treu
bleiben und ist auf der Suche nach
einer neuen Herausforderung. „Aufgrund
meiner über 20-jährigen Erfahrung
als Führungskraft im Golfbereich
möchte ich gerne mein Wissen
und meine Kenntnisse an andere
Golfanlagen weitergeben, damit sie
sich weiterentwickeln können.“ Alexandra
Schörghuber, Eigentümerin
der Golfanlage in Egmating, bedankte
sich beim 52-Jährigen für das
stets loyale, hoch engagierte Verhalten
sowie dafür, dass der Golfplatz
Schloss Egmating allgemein als eine
der professionellsten und sympathischsten
Golfanlagen in Deutschland
angesehen wird und wünscht
ihm weiterhin eine erfolgreiche Karriere.
In Egmating übernimmt alle
Clubangelegenheiten nun Clubmanager
Felix Leib, der die vergange-
Hubert Oswald hat Egmating verlassen.
nen drei Jahre als
Stellvertreter Oswalds in
diesen Bereich voll integriert war.
GC Starnberg
Golf meets Klassik
mit Picknick-Konzert
Der Golfclub Starnberg richtet am
Samstag, 25. Juli, zum vierten Mal
das Benefiz-Turnier „Golf meets Klassik“
in Zusammenarbeit mit der Bayerischen
Philharmonie aus. Tagsüber
beim Golfen – ob beim Abschlag oder
an Loch 15 beim Teich unterm Baum –
können sich die Teilnehmer bei jedem
Schlag musikalisch beflügeln lassen.
Am Abend wird es aufgrund der aktu-
ellen Situation keine klassische Gala
geben, dafür lädt der GC Starnberg
erstmals zu einem Benefiz-Picknick-Konzert
auf der Driving Range
mit dem amtierenden Beatbox-Europameister
Robeat und Musikern der
Bayerischen Philharmonie ein. Auch
Nicht-Golfer sind abends willkommen,
das Picknick-Konzert mit der ganzen
Familie zu besuchen. Vor Ort kann
man Picknick-Körbe sowie Getränke
kaufen. Eine Tombola findet ganztägig
statt. Durch den Tag begleitet der
Intendant und Chefdirigent der Bayerischen
Philharmonie, Mark Mast. ●
KAPITALANLEGER AUFGEPASST:
TRAUMOBJEKTE DER CONCEPT BAUGMBH
GLÜCKSGEFÜHL GERMERING
z. B.: 3-Zimmer-Wohnung,
6.OG, ca. 125,13 m² Wfl., Dachterrasse mit Alpenblick
und Westbalkon €999.000,–
Noch 4traumhafte Terrassenwohnungen
für Käufer mit Weitblick
Germering hat eine besonders interessante Lage, direkt an Münchens
Stadtgrenze. Es ist verkehrstechnisch gut an München angebunden und
ein moderner Hightech-Unternehmensstandort. Für viele, die hier wohnen
und arbeiten wird das tägliche Pendeln in die Münchner City damit überflüssig.
Trotzdem ist man von hier in nur 24 Minuten mit der S-Bahn in der
Münchner Innenstadt.
„Der Standort Germering bietet nach unserer Einschätzung enormes
Wachstums- und Wertsteigerungspotenzial für Eigennutzer und Investoren“,
so Emmanuel Thomas, Geschäftsführer der CONCEPT BAU GmbH in
München. Es heißt nicht umsonst: „Münchens Zukunft liegt im Umland.“
Von den 126 Wohnungen sind bereits 122 verkauft. Nur noch 4Terrassenwohnungen
mit Alpenblick sind noch zu haben. Von der 2-Zimmer-Wohnung
mit ca. 85 qm Wohnfläche bis zur 4-Zimmer-Wohnung mit ca. 116,57 m²
ist für jedenwas dabei. Ein Argument fürKurzentschlossene istder baldige
Einzugstermin: die Wohnungen werden alle innerhalb der nächsten
3 Monate bezugsfertig sein.
„Mit den noch verbliebenen 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen, erfüllen wir die
hohen Ansprüche unserer großstädtischen Kunden an Wohnqualität und
das bei durchaus attraktiven Preisen.“
Besichtigungstermine finden direkt vor Ort statt und können unter der
Nummer 089-710 409-101 vereinbart werden.
QUARTIER NEUHAUSEN
z. B.: 2-Zimmer-Wohnung,
EG, ca. 57,59 m² Wfl., Süd-Loggia, € 549.000,–
z. B.: 3-Zimmer-Dachterrassen-Wohnung,
6. OG, ca.74,06 m² Wfl., € 989.000,–
129 neue Eigentumswohnungen im Herzen der Stadt
Unweit vom neuen Google Konzernstandort in der Münchner Innenstadt,
an dem in den nächsten Jahren 1.500 neue Arbeitsplätze entstehenwerden,
konnte sich auch die Concept Bau GmbH ein Immobilien-Filetstück
für ihr neuestes Wohnbauprojekt sichern: „Quartier Neuhausen“ in der
Arnulfstraße 150.
Geplant sind 129 neue 1-4-Zimmer-Eigentumswohnungen in den Größen
von ca. 32 bis ca. 116 Quadratmetern in drei Häusern. Der Standort ist
für Selbstbezieher und Investoren besonders interessant, weil aufgrund
der Flächenknappheit in dieser Lage kaum Neubauwohnungen angeboten
werden.
Neuhausen bedeutet Urbanität mit einer Vielzahl von Restaurants, Biergärten,
Cafés, Kunstgalerien und mit einer langen Stadtteilgeschichte, die
bis ins Jahr 1170 zurückreicht. Bereits zum zehnten Mal wird im Bezirk an
60 Locations an einem Tagim Jahr die Neuhauser Musiknacht gefeiert.Der
Olympiapark und das Schloss Nymphenburg sind fußläufig zu erreichen,
ebenso wie das Münchner Zentrum. Aber auch viel Grün und eine schnelle
Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz und an Autobahnen in alle
Richtungen machen die Lage besonders attraktiv.
Mit über 35 Jahren Erfahrung auf dem Münchner Immobilienmarkt und mit
mehr als 6.500 Wohneinheiten hat Concept Bau das Bild der Stadt und des
Umlandes mitgeprägt. Mit durchschnittlich 100 fertiggestellten Wohnungen
im Jahr gehört Concept Bau zu den aktivsten Bauträgern im Großraum
München.
Lassen Sie sich in der City-Lounge in München, Reichenbachstraße 43,
beraten: Termine unter 089/710 409-111.
DETAILSAUF WWW.CONCEPTBAU.DE
CLUBS & BUNTES SPORT
MENSCHEN30
„NUR WER HINFÄLLT, KANN LERNEN,
WIEDER AUFZUSTEHEN“
Eine Kolumne von Golf-Lehrer Christian Lanfermann
Christian Lanfermann hat...
Okay, der Mann ist Westfale und
gibt Unterricht in Hamburg.
Aber dieses Thema war uns einfach
zu wichtig, um es zu ignorieren. Die
Rolle der Eltern im Jugendleistungssport
wird nämlich überall kontrovers
diskutiert – auch und vielleicht
vor allem in Bayern. Meistens klappt
es gut, manchmal aber auch nicht.
Vieles ist aber auch eine Frage der
Perspektive. Christian Lanfermann
hat das veranlasst, eine Kolumne zu
schreiben, mit der er sich direkt an
die Eltern richtet.
Darin schildert der Trainer und Koordinator
Leistungssport des Hamburger
GC Falkenstein seine Eindrücke
und Erlebnisse und ruft vor
allem zu mehr Gelassenheit auf.
Kinder müssten lernen, Entscheidungen
zu treffen und Aufgaben zu
übernehmen, sagt Lanfermann. Als
Familienvater und Coach ist er in einer
Art Doppelrolle. Die PGA of Germany
hat ihn zum Jugendtrainer des
Jahres 2017 und Trainer des Jahres
2018 gekürt. Der 40-Jährige berichtet
in seinem Fairwaykids-Golfblog
über seine Projekte und Aktionen.
Im Folgenden seine Kolumne:
Liebe Eltern,
dieser Beitrag ist ausschließlich für
euch. Und nur für euch. Bitte nehmt
euch fünf bis zehn Minuten Zeit, diesen
Beitrag zu lesen. Das einzige
Ziel, was ich mit diesem Beitrag verfolgen
möchte, ist eine bessere Welt
auf dem Golfplatz für eure und meine
Kinder. Auch bin ich mir bewusst,
dass nicht jeder von euch die Message
genauso verstehen und sehen
wird. Dennoch hoffe ich, möglichst
viele von euch zu erreichen und wir
anfangen, an uns zu arbeiten.
Aufgrund meiner Tätigkeit als Trainer
im Leistungssport begleite ich
sehr viele Turniere von ambitionierten
und motivierten Mädchen in
verschiedensten Altersklassen. An
dieser Stelle ist anzumerken, dass
unser Golfclub (Hamburg Falken-
stein) die Möglichkeit
hat, bei den meisten
Turnieren einen Trainer für die
Betreuung vor Ort bereit zu stellen.
Natürlich ist mir bewusst, dass das
eher die Ausnahme ist und nur wenige
Golfclubs eine solche Betreuung
gewährleisten können oder wollen.
Die meisten Kinder und Jugendlichen
sind von eurem Eltern-Engagement
abhängig. Wenn man
mal ehrlich ist, ist es ja auch was
Schönes, wenn man Zeit mit seinem
Kind verbringen kann. Die Kindheit
ist meistens so schnell vorbei und
wenn man dadurch mehr Zeit mit
seinem Kind verbringen kann, umso
besser.
Emotionen verbinden ja auch ungemein.
Zusammen trauern, wenn es
mal nicht so gut gelaufen ist, lässt
sich manchmal leichter verarbeiten
als alleine. Nicht umsonst heißt es
ja: Geteiltes Leid ist halbes Leid!
Auch ein Erfolg will zusammen gefeiert
werden und jeder möchte teilnehmen
an einem tollen Ereignis wie
beispielsweise ein Turniergewinn,
eine Handicap-Verbesserung oder
einfach nur ein toller Schlag! Aus
Erfahrung weiß ich, dass man noch
Jahre später über solche Erlebnisse
mit den Eltern gerne redet.
Doch die Art und Weise, wie die Kids
von euch zum Teil „betreut“ werden,
macht mir Angst. Bei einem großen
Jugendturnier in Deutschland war
es morgens auf der Driving Range
mein Job, die Kids auf die Runde
bestmöglich einzustimmen und
nach der Runde sowohl inhaltlich als
auch emotional abzuholen. Also verbringt
man gut und gerne mehr als
zehn Stunden pro Tag auf der Anlage.
Kinder können
Verantwortung übernehmen
Doch immer häufiger frage ich mich,
ob ich wirklich auf einem Golfplatz
bin, wo gerade ein Golfturnier stattfindet.
Manchmal fühle ich mich
eher wie in einem Irrenhaus. Häufig
sehe ich Eltern, die zum Teil motivierter
als die eigenen Kinder
sind. Ihr putzt euren Kindern die
Golfschläger vor der Runde. Und
meistens nur, damit das Kind ja
etwas mehr Zeit vor der Runde für
andere Dinge hat. Meine Lösung
wäre vielmehr, einfach mal früher
auf den Golfplatz fahren.
Ihr markiert die Bälle für euer Kind.
Es sollte eher anderes herum sein.
Euer Kind sollte euch ein Bild zum
Mutter- oder Vatertag malen. Ihr
kontrolliert, ob euer Kind alles im
Bag hat. Regenschirm, Regenjacke,
genug zu essen etc. Natürlich sollte
man das bis zu einem gewissen Alter
machen. Manchmal sind die Kids
ja auch dankbar. Gerade, wenn eine
gewisse Nervosität dabei ist. Aber
spätestens in der Altersklasse 16/18
sollte man das doch mal darauf ankommen
lassen. Wo bleibt sonst der
Lerneffekt?
Ihr rennt über das Fairway, wenn
euer Kind einen Ball ins Rough geschlagen
hat, nur aus Angst, es
könnte ein Doppel-Bogey spielen.
Wie soll denn euer Kind mit einer
solchen Situation umgehen, wenn
ihr nicht als Vorcaddy dabei seid.
Dann muss es auch lernen, einen
Ball selber zu suchen. Ich habe selber
zum Teil schon erlebt, wie ihr
zum Fairwaysprint ansetzt, obwohl
der Flight noch nicht komplett abgeschlagen
hat. Das stört natürlich
auch die anderen zwei Spieler, die
eine faire Chance verdienen, ihren
Ball ins Spiel zu bringen.
Ihr macht zum Teil Videoaufnahmen
auf der Range von Golfschwüngen,
um im Anschluss noch zu coachen!
Ich meine, wenn ich Zahnschmerzen
habe, schicke ich doch mein
Kind nicht zum Bäcker. Oder, nur
weil der Eine oder Andere schon
mal eine Trainerstunde bei einem
Golfpro hatte, ist man doch nicht
gleich selber ein Golfpro. Ich würde
mich auch nie wagen, meinen
Kindern etwas über Versicherungen
Christian Lanfermann mit seiner Mannschaft.
oder Sonstiges zu erzählen, wo ich
nicht wirklich geschult bin. Dafür
gibt es eine Ausbildung über drei
Jahre bei der PGA of Germany.
Wenn es regnet, dann halten einige
von euch sogar beim Training
einen Regenschirm über den Kopf.
Hallo?! Golf ist eine Outdoorsportart.
Und wenn ich nicht lerne, damit
klar zu kommen, dann sollte ich
eher Schach (und das meine ich
nicht böse! Ich spiele selber gerne
Schach) oder Hallen-Halma spielen.
Auch wenn dieser Beitrag über Sport
und Turniere handelt, so können wir
das auch auf das Leben spiegeln.
Jeder von Euch hat den Wunsch,
einmal selbstständige Kinder zu
haben, die in dieser Welt bestehen
können. Die in Krisensituationen
einen kühlen Kopf bewahren und
nach einer passenden und positiven
Lösung suchen. Auch sollen unsere
Kinder in der Zukunft mit Rückschlägen
umgehen können, wenn wir mal
nicht (mehr) da sind. Aufstehen nach
Rückschlägen muss man früh üben
und nicht erst mit 40 oder 50 Lebensjahren.
Als zweifacher Vater weiß ich selber,
wie schwer das ist, seine
innere Mitte zu finden,
wenn das eigene
...viel Spaß auf Golfplätzen.
Kind ein Turnier spielt. Auch ich leide
immer mit meinen eigenen und „adoptierten“
Kids - die Kinder welche
ich seit Jahren betreuen darf - mit.
Es gab viele Momente, in denen ich
gerade auch bei meinen „adoptieren“
Sportkids einfach mal weggehen
musste, um nicht zu nervös zu sein.
Kids merken das und beobachten
viel. Ein hektisches und nervöses
Umfeld während eines Turniers hilft
gar nicht. Auch nicht, wenn es nur
gut gemeint ist.
Traut euren Kindern mehr zu und
versucht, sie nicht vor Unheil auf
dem Golfplatz zu bewahren. Bei meinen
Kindern lenke ich mich mit der
Fotografie ab. Und lese immer häufiger
ein Buch auf der Terrasse. Nur
wer hinfällt, kann lernen, selber wieder
aufzustehen.
Euer Christian
(, der es einfach nur gut meint)
P.S.: Bitte nehmt diesen Beitrag
nicht persönlich. Auch wenn ich
manchmal die eine oder andere provokante
Art habe, dieses Thema zu
behandeln. Jene, die mich kennen,
wissen, dass ich versuche, die Golfwelt
ein wenig anders zu machen. ●
SPORT
31MENSCHEN
CLUBS & BUNTES
BLÜHENDE GOLFPLÄTZE
Sport und Politik schaffen Allianz für Umweltschutz
er Startschuss für die Blühpakt-Allianz
ist gefallen - und
die Golfer sind mittendrin. Bei der
Unterzeichnung der gemeinsamen
Erklärung des Umweltministeriums
und des Bayerischen Golfverbandes
zur Förderung der Artenvielfalt und
zum Schutz der Insekten betonte
Umweltminister Thorsten Glauber in
Herzogenaurach: „Arten- und Insektenschutz
betrifft die gesamte Gesellschaft
und braucht viele Partner.
Mit dem Blühpakt Bayern haben wir
bereits viel erreicht. Die neue Blühpakt-Allianz
ist der nächste Schritt,
mit dem wir dazu aufrufen, sich für
den Schutz der Insekten einzusetzen.
Insekten sind Schlüsselfiguren
des Ökosystems. Die bayerischen
Golfplätze verfügen über mehr als
10.000 Hektar Flächen. Rund drei
Viertel davon werden nicht für den
Spielbetrieb verwendet. Dieses große
Potenzial wollen wir nutzen, um
neue Lebensräume für Pflanzen und
Insekten zu schaffen.“
„Die Teilnahme als Allianzpartner im
Rahmen des Blühpakts motiviert
die bayerischen Golfclubs, ihre Flächen
noch naturnaher und insektenfreundlicher
zu gestalten“, ergänzte
Arno Malte Uhlig, Präsident des Bayerischen
Golfverbandes. Der Golf-
Herrliche Blumenwiesen wie hier im GC Olching.
Wo Golf gespielt wird, wachsen meist wunderschöne Blumen.
Club Herzogenaurach geht dabei mit
bestem Beispiel voran. Auf der Golfanlage
in Mittelfranken sind nicht
nur zahlreiche geschützte Pflanzenarten
wie Fieberklee und Gelbe
Gauklerblume zu finden. Auch viele
verschiedene Vögel, Amphibien sowie
Libellen und andere Insektenarten
sind hier heimisch geworden.
Ziel der neuen Blühpakt-Allianz ist es,
möglichst viele Partner zu gewinnen,
die sich aktiv für mehr Arten- und Insektenvielfalt
engagieren. Dazu gehört
insbesondere das Anlegen von
naturnahen und insektenfreundlichen
Flächen, der Verzicht von Pflanzenschutzmitteln
auf diesen Flächen
und die Vermittlung und Weiterverbreitung
von Umweltwissen und -bewusstsein
bei den Mitgliedern. Beispielsweise
können Areale durch das
Anlegen von Blühflächen und Biotopen,
die Verwendung heimischer
Pflanzen oder das Bereitstellen von
Insektenhäusern und Totholz ökologisch
aufgewertet werden.
Golfanlagen können sich ab sofort
für die neue staatliche Auszeichnung
„Blühender Golfplatz“ bewerben.
Für eine Auszeichnung müssen
bestimmte Kriterien zur Förderung
der Insektenfauna erfüllt werden.
Dazu gehört die naturnahe Gestaltung
von mindestens 30 Prozent der
Freiflächen, keine flächige Verwendung
chemischer Pflanzenschutzmittel,
der Verzicht torfhaltiger
Substrate und der Erhalt von Überwinterungsstrukturen
für Insekten.
Golfclubs, die sich für die Auszeichnung
bewerben möchten, können
eine kostenlose Beratung mit Empfehlungen
zur Pflanzenauswahl,
Bodenvorbereitung und Pflege für
insektenfreundliche Areale erhalten.
Das Umweltministerium und der
BGV stellen dafür zusammen insgesamt
20.000 Euro bereit. Mehr unter
www.bluehpakt.bayern.de. ●
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