Thema: Wohnort- und haushaltsnahe Dienstleistungen ... - LEG
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Magazin<br />
AUSGABE 2/2009<br />
<strong>Thema</strong>: <strong>Wohnort</strong>- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong> <strong>Dienstleistungen</strong>:<br />
Netzwerke entwickeln – Nachbarschaften stärken ......10<br />
Immobilienmarkt Köln: Nachhaltige Projekte auf dem Vormarsch ......20
INHALT 2/2009<br />
NACHRICHTEN<br />
Düsseldorf:<br />
Richtfest für den neuen ‚Lichtblick’ . . . . . 4<br />
Ratingen:<br />
Der Tipp für Pfingsten 2009:<br />
ZeltZeit am Grünen See . . . . . . . . . . . . . . . 5<br />
Bonn-Plittersdorf:<br />
Generationen-verbindendes Wohnen<br />
an der Rheinaue . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6<br />
Düsseldorf:<br />
Eckhard Schultz wird neuer<br />
Geschäftsführer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7<br />
Gelsenkirchen:<br />
Resser Mark: Neue ‚Auszeit-Wohnung’<br />
eingerichtet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8<br />
Düsseldorf:<br />
Sozial in Bilk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9<br />
10<br />
TITELTHEMA<br />
<strong>Wohnort</strong>- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong><br />
<strong>Dienstleistungen</strong>:<br />
Netzwerke entwickeln –<br />
Nachbarschaften stärken . . . . . . . . . . . . . 10<br />
Interview mit Andrea Müller,<br />
Verbraucherzentrale NRW:<br />
Ein Markt mit hohem Wachstumspotenzial<br />
– die Kunst liegt in der<br />
Vermittlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17<br />
Titelbild:<br />
Wäschedienste gehören zu den bevorzugten wohnort-<br />
<strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong>n <strong>Dienstleistungen</strong>, die alle<br />
Generationen gerne in Anspruch nehmen.<br />
27<br />
IMMOBILIENMARKT NRW<br />
Interview mit dem Kölner<br />
Oberbürgermeister Fritz Schramma:<br />
„Die aktuelle Finanzkrise bestätigt<br />
die Rückkehr von der virtuellen zur<br />
Realwirtschaft“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20<br />
Köln:<br />
Nachhaltige Projekte auf<br />
dem Vormarsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21<br />
Tacitus Carree, Volksgarten Plus,<br />
Rheinrefugium:<br />
Drei mal zehn ist über tausend . . . . . . . 22<br />
Rheinauhafen:<br />
Das zweite Leben eines<br />
Getreidespeichers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24<br />
Zollstock:<br />
Peugeot-Autohaus Nummer Acht . . . . 25<br />
Bocklemünd:<br />
‚Weiße Siedlung’: Durch innovative<br />
Modernisierung zum Juwel . . . . . . . . . . . 25<br />
Fordsiedlung der <strong>LEG</strong>:<br />
Ein Platz an der Sonne in<br />
der Domstadt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26<br />
Mieterzentrum Köln:<br />
Immer im Einsatz für die K<strong>und</strong>en –<br />
Vollvermietung im Stadtgebiet . . . . . . . . 26<br />
DIE BESONDERE IMMOBILIE<br />
Düsseldorf-Itter:<br />
Ein Haus wie ein Baum . . . . . . . . . . . . . . . 27<br />
IMPRESSUM<br />
Herausgeber:<br />
<strong>LEG</strong> Landesentwicklungsgesellschaft NRW GmbH<br />
Roßstraße 120, 40476 Düsseldorf<br />
Tel. 0211/45 68-325, Fax 0211/45 68-300<br />
www.leg-nrw.de, astrid.mendolia@leg-nrw.de<br />
ina.siebert@leg-nrw.de<br />
Leitung:<br />
Jens Schönhorst<br />
Redaktion:<br />
Miriam M. Beul, Mischa Blum, Thomas Börtz,<br />
Astrid Mendolia (verantwortliche Redakteurin),<br />
Ina Siebert, Mark Tittes u. a.<br />
38<br />
WOHNEN<br />
Interview mit Bärbel Schomberg,<br />
Vorsitzende des Vorstandes Initiative<br />
Corporate Governance der deutschen<br />
Immobilienwirtschaft e.V.:<br />
Corporate Governance gewinnt in<br />
der Branche an Bedeutung . . . . . . . . . . . . 30<br />
Münster:<br />
Energie sparen: Mieter wetten<br />
mit der Stadt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32<br />
PORTRÄT<br />
Hannover Leasing, Sebastian Rössel:<br />
Das CityPalais ist ein renditestarkes<br />
Anlageobjekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34<br />
PROJEKTE<br />
Essen, Weststadt:<br />
Boarding-Appartements: Beste Belegungsquote<br />
im vergangenen Jahr . . . . . 36<br />
Meerbusch:<br />
Ökologisches Gütesiegel für<br />
‚dependance M’ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37<br />
Bielefeld:<br />
Stadtsanierung: 30 Jahre erfolgreiche<br />
Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />
DAS PERSÖNLICHE INTERVIEW<br />
Jutta Nuxoll:<br />
Dekonstruktivismus <strong>und</strong><br />
Bauhaus faszinieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40<br />
Fotos/Animationen:<br />
avpgroup, Heleen Berkemeyer, Bielefeld Marketing GmbH,<br />
Hans Blossey, DGNB, Döring Dahmen Joeressen Architekten,<br />
GdW/Dokumentation Preis Soziale Stadt 2008, Max Hampel,<br />
hh-vision, Stadt Bielefeld, Matthias Schrumpf (Bahnhofsviertel<br />
Bielefeld), Willi Schulz (Mieterzentrum Gelsenkirchen),<br />
Ina Siebert, studio Berk<br />
Gestaltung:<br />
GornigDesign, Friedrichstraße 54, 45468 Mülheim an der Ruhr<br />
Druck:<br />
J. L. Romen GmbH & Co. KG, Windmühlenweg 13, 46446 Emmerich<br />
Auflage:<br />
10.400 Exemplare
Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />
im Jahr 2050 werden in Deutschland doppelt<br />
so viele 60-Jährige wie Neugeborene<br />
leben. Knapp ein Fünftel der Bevölkerung<br />
wird über 65 Jahre alt sein. Dies zeigt die<br />
letzte Bevölkerungsvorausberechnung des<br />
Statistischen B<strong>und</strong>esamtes (Destatis). Mit<br />
zunehmendem Alter verlagert sich der<br />
Lebensmittelpunkt auf die eigenen vier<br />
Wände, so die Expertenmeinung. Und der<br />
Bedarf an wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong>n<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> steigt. Der Markt stellt sich<br />
zunehmend auf die erhöhte Nachfrage ein.<br />
Deshalb bieten immer mehr Wohnungsunternehmen<br />
im Rahmen ihres Quartiersmanagements<br />
wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong><br />
<strong>Dienstleistungen</strong> an – gemeinsam mit qualifizierten<br />
Kooperationspartnern. Die Beteiligten<br />
stellen ein breit gefächertes Angebot<br />
zusammen: Von der Reinigung der Wohnung<br />
über den Wäschedienst mit Hol- <strong>und</strong><br />
Bring-Service bis zur häusliche Pflege.<br />
Neben den Senioren profitieren auch andere<br />
Zielgruppen von dem Angebot, beispielsweise<br />
Berufstätige, die wenig Zeit haben,<br />
sich um Wohnung <strong>und</strong> Umfeld zu kümmern.<br />
Services richten sich darüber hinaus an Kinder<br />
<strong>und</strong> Jugendliche – vom Computerkurs<br />
bis zur Ferienveranstaltung. All diese <strong>Dienstleistungen</strong><br />
werden erfahrungsgemäß gut<br />
angenommen. Gr<strong>und</strong> genug, im Titelthema<br />
dieser Ausgabe des <strong>LEG</strong>-Magazins darüber<br />
zu berichten. Im Experteninterview schildert<br />
zudem Andrea Müller die Aufgaben <strong>und</strong><br />
Ziele der Verbraucherzentrale Nordrhein-<br />
Westfalen in diesem Bereich.<br />
Immobilienjournalistin Miriam M. Beul wirft<br />
im ‚Immobilienmarkt NRW’ einen Blick auf<br />
Thomas Hegel<br />
Sprecher der Geschäftsführung<br />
Köln. In der Domstadt entwickelt die <strong>LEG</strong><br />
zurzeit zahlreiche Projekte, darunter die<br />
neuen Wohnquartiere Tacitus Carree, Volksgarten<br />
Plus <strong>und</strong> Rheinrefugium. Im Rheinauhafen<br />
revitalisierte das Unternehmen das<br />
historische Silo <strong>und</strong> das benachbarte Event<br />
Center Rheinauhafen (ECR). Innovative Projekte<br />
gibt es auch im Bereich Mietwohnungen:<br />
Das Mieterzentrum Köln betreut allein<br />
zwei Solarsiedlungen in Bocklemünd <strong>und</strong><br />
Niehl.<br />
Weitere Themen dieser Ausgabe: Die Boarding-Appartements<br />
in der Essener Weststadt,<br />
die im vergangenen Jahr die beste Belegungsquote<br />
seit ihrer Fertigstellung 2001<br />
verbuchten. Das Großprojekt ‚Nördliche<br />
Innenstadt Bielefeld’ <strong>und</strong> das neue Bahnhofsviertel,<br />
Beispiele für erfolgreiche Stadtsanierung<br />
<strong>und</strong> gute Zusammenarbeit mit<br />
zahlreichen Beteiligten über einen Zeitraum<br />
von 30 Jahren hinweg. Die Energiesparer aus<br />
Münster, drei Nachbarschaften, die sich an<br />
einer Energiewette mit der Stadt beteiligen.<br />
Im Interview berichtet Bärbel Schomberg,<br />
Vorsitzende des Vorstandes Initiative Corporate<br />
Governance der deutschen Immobilienwirtschaft<br />
e.V., über verantwortungsvolle<br />
Unternehmensführung. Darüber hinaus stellen<br />
wir Ihnen die Hannover Leasing GmbH &<br />
Co. KG <strong>und</strong> ihren Asset Manager für das<br />
Duisburger CityPalais vor. Das Pullacher<br />
Unternehmen erwarb die Multifunktionsimmobilie<br />
noch während der Bauphase als<br />
renditestarke Anlage für einen geschlossenen<br />
Immobilienfonds.<br />
Ich wünsche Ihnen gute <strong>und</strong> anregende<br />
Unterhaltung bei der Lektüre Ihres <strong>LEG</strong>-<br />
Magazins.<br />
EDITORIAL<br />
Neuer Geschäftsführer an Bord<br />
Eckhard Schultz wurde Anfang Mai als<br />
weiterer Geschäftsführer der <strong>LEG</strong><br />
NRW GmbH bestellt. Als Chief<br />
Financial Officer (CFO) ist er für die<br />
Bereiche Finanzen, Rechnungswesen,<br />
Controlling <strong>und</strong> Reporting verantwortlich.<br />
Thomas Hegel wurde zum<br />
Sprecher der Geschäftsführung (CEO)<br />
bestellt. Weitere Informationen auf<br />
Seite 7.<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 3
DÜSSELDORF<br />
Richtfest für den neuen ‚Lichtblick’<br />
Mit einem Richtfest Anfang März feierte die <strong>LEG</strong> Bauträger GmbH den Stand der<br />
Arbeiten für das Projekt LUX Derendorf <strong>und</strong> bedankte sich bei der gesamten<br />
Baumannschaft. R<strong>und</strong> 200 Gäste nutzten besonders die Führungen, bei denen sie<br />
eines der Häuser von der Technik in der Tiefgarage bis zum Dachgeschoss erk<strong>und</strong>en<br />
konnten.<br />
Bis zum Ende dieses Jahres entstehen im<br />
‚Tannenviertel’ 86 Eigentumswohnungen<br />
nach dem Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros<br />
Döring Dahmen Joeressen. 60<br />
Prozent der Wohnungen sind bereits verkauft<br />
oder reserviert. „Das Interesse ist sehr<br />
groß“, freut sich Andreas Mauska, Geschäftsführer<br />
der <strong>LEG</strong> Bauträger GmbH.<br />
4 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
Zimmermann Daniel Hohmann <strong>und</strong> Andreas Mauska, Geschäftsführer der <strong>LEG</strong> Bauträger GmbH, in Aktion<br />
„Die Wohnungen bieten gehobenen Wohnkomfort<br />
<strong>und</strong> ein luxuriöses Raumgefühl in<br />
einem lebendigen Viertel.“ Derendorf hat<br />
sich mit seinem gewachsenen Gastronomieangebot<br />
<strong>und</strong> der Nähe zur Stadtmitte<br />
zu einem der beliebtesten Stadtteile in Düsseldorf<br />
entwickelt.<br />
‚LUXus’ pur<br />
LUX Derendorf besteht aus vier Gebäuden,<br />
die im Quadrat um einen privaten Lichthof<br />
angeordnet sind. Die Wohnungen sind konsequent<br />
zum Licht ausgerichtet <strong>und</strong> verfügen<br />
über Deckenhöhen von bis zu 2,60 Metern<br />
bzw. bis zu 3,90 Metern in den Dachterrassenwohnungen.<br />
Die Wohnflächen liegen<br />
zwischen 61 <strong>und</strong> 159 Quadratmetern. „Wir<br />
bieten sozusagen ‚LUXus’ zu einem sehr<br />
guten Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Andreas<br />
Mauska. Sämtliche Wohnungen verfügen<br />
über große Loggien mit Süd- oder<br />
Westausrichtung, im Erdgeschoss über einen<br />
Garten. Die Ausstattung entspricht hohen<br />
Ansprüchen: Parkett, Holzfenster, Fußbodenheizung,<br />
Bäder von führenden Sanitärausstattern,<br />
Glattputzwände <strong>und</strong> Holzböden<br />
auf den Terrassen.<br />
i<br />
Andreas Mauska<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>LEG</strong> Bauträger GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-585<br />
andreas.mauska@leg-nrw.de<br />
www.lux-derendorf.de
RATINGEN<br />
Der Tipp für Pfingsten 2009:<br />
ZeltZeit am Grünen See<br />
Die ZeltZeit in Ratingen gehört zum Pfingstfest wie der Hase zu Ostern. Jedes<br />
Jahr zieht sie zehntausende Besucher von nah <strong>und</strong> fern an den Grünen See.<br />
Gr<strong>und</strong> dafür ist die gelungene Mischung aus malerischem Veranstaltungsort,<br />
lokaler Kultur, zeitgemäßem Kabarett, Party <strong>und</strong> Familienprogramm.<br />
Den Auftakt macht am Donnerstag,<br />
28. Mai, das dritte Schülerkabarett-Festival<br />
in NRW ‚Schulscharfes Kabarett’. Hier präsentieren<br />
drei Nachwuchs-Kabarett-Gruppen<br />
Höhepunkte aus ihren aktuellen Programmen.<br />
Wie bereits in den Vorjahren<br />
sind die ‚Westhäkchen’ aus Ratingen West<br />
mit dabei. Am Freitag, 29. Mai, eröffnet<br />
Kabarettist Doktor Stratmann mit seinem<br />
Programm ‚Kunstfehler’ die ZeltZeit 2009<br />
offiziell.<br />
Stars am Grünen See<br />
Prominente Highlights der ZeltZeit 2009<br />
sind die Auftritte der Comedians Doktor<br />
Stratmann, der Väter der Popmusik ‚The<br />
Pops’ <strong>und</strong> von Herbert Knebels Affentheater.<br />
Während Stratmann mit seinen medizinisch<br />
geprägten Anekdoten dafür sorgt,<br />
dass sich die Zuschauer krank lachen, setzen<br />
die Pops mit ‚Der Popolski Show’ auf<br />
unglaubliche Geschichten aus der Welt der<br />
Popmusik, denen sie mit viel Live-Musik<br />
eingängigen Nachdruck verleihen.<br />
Pfingstsonntag ist <strong>LEG</strong>-Familientag<br />
Der ZeltZeit-Sonntag ist traditionell <strong>LEG</strong>-<br />
Familientag. Neben zahlreichen Überra-<br />
schungen wird es erneut ein Drachenbootrennen<br />
auf dem Grünen See geben. Weitere<br />
Attraktionen sind ein Streichelzoo, ein<br />
Trödelmarkt <strong>und</strong> Live-Musik. Karten für<br />
alle Veranstaltungen gibt es bereits im Ratinger<br />
Reisebüro Tonnaer, bei ‚Johann <strong>und</strong><br />
Wittmer’ in Ratingen West <strong>und</strong> im Kulturbüro<br />
Niederrhein.<br />
Zehnter ZeltZeit-Lauf<br />
Das zehnte ZeltZeit-Rennen am <strong>LEG</strong>-Familientag,<br />
das der Allgemeine Sportclub<br />
Ratingen (ASC) mit der <strong>LEG</strong> organisiert,<br />
beginnt um 11.00 Uhr: Dann starten die<br />
Dreierstaffeln r<strong>und</strong> um den See. Neben<br />
der Schnelligkeit geht es um Spaß <strong>und</strong><br />
Kreativität: Sowohl der spaßigste Name als<br />
auch das kreativste Kostüm werden ausgezeichnet.<br />
Die Anmeldeunterlagen <strong>und</strong> weitere<br />
Informationen erhalten Sie beim ASC<br />
unter 0 21 02 / 47 44 55.<br />
i<br />
Mischa Blum<br />
<strong>LEG</strong> Management GmbH<br />
Stabsbereich<br />
Unternehmenskommunikation<br />
Tel. 02 11 / 45 68-117<br />
mischa.blum@leg-nrw.de<br />
NACHRICHTEN<br />
BUCHTIPP<br />
Die 100 wichtigsten<br />
Kennzahlen zur<br />
Immobilienbranche<br />
im Pocket-Format<br />
Ob Büroimmobilien, Logistikgebäude<br />
oder Gewerbeflächen: Das seit<br />
Anfang März erhältliche Buch ‚100<br />
Immobilienkennzahlen’ informiert<br />
über die Verwendung <strong>und</strong> Interpretation<br />
von Kennziffern aus dem<br />
Immobilienbereich.<br />
Im handlichen DIN A6 Pocket-Format<br />
werden alle Themen im Lebenszyklus<br />
einer Immobilie kapitelweise abgedeckt<br />
– von der Projektentwicklung, Vermietung,<br />
Bewirtschaftung, Finanzierung bis<br />
zur Bewertung. Dazu zählen auch Kennzahlen<br />
wie die Leerstandsquote, Loanto-Value,<br />
Bruttomultiplikator oder der<br />
Reinertrag einer Immobilie. Zusätzlich<br />
enthält das Buch des Immobilienexperten<br />
Tobias Schultheiß die wichtigsten<br />
Kennzahlen für börsennotierte Unternehmen,<br />
beispielsweise Net Asset Value<br />
(NAV), EBIT oder Verschuldungskoeffizient.<br />
Die Beschreibungen folgen stets<br />
dem gleichen Schema. Zuerst wird die Formel<br />
dargestellt <strong>und</strong> anschließend mittels<br />
eines prägnanten Rechenbeispiels veranschaulicht.<br />
In der Erläuterung steht zusammengefasst,<br />
wofür die Kennziffer in<br />
der Praxis eingesetzt wird. Zum Schluss<br />
werden außerdem die Vor- <strong>und</strong> Nachteile<br />
jeder Kennzahl<br />
aufgezeigt. Dies<br />
alles macht das<br />
Buch zum perfekten<br />
Begleiter<br />
in der täglichen<br />
Arbeit.<br />
Das Buch kann<br />
auf der Verlags-<br />
Webseite unter<br />
www.cometispublishing.de<br />
sowie in Buchhandlungen <strong>und</strong> Online-<br />
Bookshops zu einem Preis von 14,90<br />
Euro bestellt werden. Die ISBN-Nummer<br />
lautet 978-3-940828-29-3.<br />
i<br />
Ulrich Wiehle<br />
cometis publishing GmbH & Co. KG<br />
Tel. 06 11 / 20 58 55 18<br />
wiehle@cometis.de<br />
www.cometis-publishing.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 5
+ + + K U R Z N O T I E R T + + +<br />
M O N T Y P Y T H O N S ‚ S P A M A L O T ’ :<br />
T R A I N I N G F Ü R D I E L A C H M U S K E L N<br />
6 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
BONN-PLITTERSDORF<br />
Generationen-verbindendes Wohnen<br />
an der Rheinaue<br />
Im Februar 2009 erhielt der Verein ‚Wahlverwandtschaften e.V.’ die Baugenehmigung<br />
für sein neuestes Mehrgenerationen-Projekt in Bonn-Plittersdorf.<br />
„Uns geht es um eine solidarische Nachbar<strong>und</strong><br />
Hausgemeinschaft, in der sich jeder<br />
kennt <strong>und</strong> jeder seine eigene Wohnung hat“,<br />
erklärt Eva Hüttenhain, die Vorsitzende der<br />
Wahlverwandtschaften, das Konzept.<br />
„Vorbildvorhaben”<br />
Der Standort in der früheren amerikanischen<br />
Siedlung an der Kennedyallee ist für<br />
den Verein ideal – hier soll laut Verein das<br />
„Vorbildvorhaben“ entstehen. Drei Häuser<br />
mit 32 Wohnungen <strong>und</strong> Gemeinschaftsbereichen<br />
werden es sein, in direkter Nähe zum<br />
Rheinauenpark <strong>und</strong> später auch zu fußläufig<br />
entfernten Nahversorgungseinrichtungen.<br />
Projektentwickler des zukunftsweisenden<br />
Vorhabens sind die <strong>LEG</strong>-Tochter Modernes<br />
Bonn GmbH <strong>und</strong> die RheinHaus GmbH. Gemeinsam<br />
mit dem Architekten Wilfried Pil-<br />
Großer Prominenten-Auftritt Ende Januar 2009: Über 1.700 Stars <strong>und</strong> Sternchen<br />
feierten die deutsche Erstaufführung des Musicals ‚Spamalot’. Im Kölner Musical<br />
Dome nahmen die Premierengäste das Stück mit Ovationen auf.<br />
Fliegende Kühe, niederträchtige<br />
Franzosen<br />
<strong>und</strong> komische Edelleute<br />
– es geht hoch<br />
her in ‚Spamalot’. Dem<br />
Zuschauer bietet sich<br />
eine überdrehte <strong>und</strong><br />
vergnügliche Mittelalter-Posse.<br />
Das Musical<br />
schafft es, den verschrobenen<br />
Humor<br />
aus der englischen Sprache in eine deutsche<br />
Version zu übertragen. Das Highlight: Neben<br />
zahlreichen bekannten Melodien begeistert<br />
der Ohrwurm ‚Always look on the bright side<br />
of life’ das Publikum.<br />
Anlehnung an ‚Ritter der Kokosnuss’<br />
Wir befinden uns in Britannien im Jahre 932<br />
nach Christus: Spamalot erzählt – künstlerisch<br />
frei – Monty Pythons Spielfilm ‚Ritter<br />
der Kokosnuss’ nach. Im Fokus steht die<br />
legendäre Geschichte von König Arthur, der<br />
sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral<br />
macht. Unterstützung erhält er von seinem<br />
treuen Diener Patsy <strong>und</strong> den Rittern der<br />
Tafelr<strong>und</strong>e. Die Reise durch das Königreich<br />
gerät zu einem höchst heiteren Unterfangen:<br />
Showgirls mischen die Truppen auf, die<br />
Tafelr<strong>und</strong>e tagt in einem glitzernden Las<br />
Vegas-Casino, <strong>und</strong> Ritter Lancelot entpuppt<br />
sich als leidenschaftlicher Copacabana-<br />
Tänzer.<br />
Internationale Anerkennung<br />
Direkt nach der Uraufführung Mitte März<br />
2005 am Broadway in New York wurde<br />
‚Spamalot’ für 14 Musical-Oscars (Tony<br />
Awards) nominiert <strong>und</strong> unter anderem als<br />
‚Bestes Musical 2005’ ausgezeichnet.<br />
Gewinnen Sie einmal zwei Eintrittskarten<br />
<strong>und</strong> beantworten Sie folgende Frage: Wo findet<br />
das Musical ‚Spamalot’ statt? Und wie<br />
heißt der Diener von König Arthur? Senden Sie<br />
Ihre Antwort bis zum 30. Mai 2009 an folgende<br />
E-Mail-Adresse: astrid.mendolia@legnrw.de.<br />
Viel Glück!<br />
hatsch <strong>und</strong> den späteren Bewohnern planten<br />
sie das Vorhaben bis in die kleinsten Details.<br />
Gemeinschaftliche Vielfalt<br />
Heraus gekommen sind ein größeres Haus<br />
mit 18 Wohnungen <strong>und</strong> Gemeinschaftseinrichtungen<br />
sowie zwei Stadtvillen, die sogenannten<br />
‚Balkonhäuser’, mit je sieben Wohnungen.<br />
Laubengänge <strong>und</strong> ein gemeinsamer<br />
Garten schaffen Verbindungen. Sowohl von<br />
der Größe als auch vom Preis her werden<br />
alle Bevölkerungsgruppen einbezogen: In<br />
den Balkonhäusern entstehen 14 Eigentumswohnungen,<br />
im großen Haus 18 Mietwohnungen.<br />
Vier Wohnungen sind öffentlich gefördert.<br />
Die individuell zugeschnittenen<br />
Gr<strong>und</strong>risse reichen vom Appartement mit<br />
48 Quadratmetern bis zur Vier-Zimmer-<br />
Wohnung mit 120 Quadratmetern. Ab Som-<br />
Informationen <strong>und</strong> um zehn Prozent ermäßigte<br />
Musicalkarten gibt es bei Angabe der<br />
K<strong>und</strong>en-PIN 5779 unter der Telefonnummer<br />
02 11 / 73 44 120.<br />
i<br />
www.spamalot.de<br />
www.kartenkaufen.de
mer 2010 sollen sie von Vereinsmitgliedern<br />
bezogen werden. R<strong>und</strong> 140 sind es derzeit,<br />
die sich in dem seit über drei Jahren bestehenden<br />
Verein für die Idee des Generationen-verbindenden<br />
Wohnens stark machen.<br />
i<br />
i<br />
Andreas Röhrig<br />
Geschäftsführer<br />
Modernes Bonn GmbH<br />
Tel. 02 21 / 94 97 25-25<br />
andreas.roehrig@leg-nrw.de<br />
Eva Hüttenhain<br />
Vorsitzende Wahlverwandtschaften<br />
Bonn e. V.<br />
Tel. 02 28 / 97 64 95 47<br />
ehuehain@web.de<br />
DÜSSELDORF<br />
Eckhard Schultz:<br />
Neuer Geschäftsführer an Bord<br />
der <strong>LEG</strong>-Gruppe<br />
Eckhard Schultz ist seit Anfang<br />
Mai als weiterer Geschäftsführer<br />
der <strong>LEG</strong> NRW GmbH tätig. Neben<br />
Thomas Hegel, der zum Sprecher<br />
der Geschäftsführung (Chief Executive<br />
Officer) bestellt wurde, ist<br />
Eckhard Schultz als Chief Financial<br />
Officer für die Bereiche Finanzen,<br />
Rechnungswesen, Controlling <strong>und</strong><br />
Reporting verantwortlich.<br />
Der 44-jährige Bankkaufmann <strong>und</strong> studierte<br />
Wirtschaftswissenschaftler<br />
Schultz hat langjährige Erfahrungen in<br />
der Immobilienbranche: Bis Ende April<br />
2009 leitete er die Bayerische Bau <strong>und</strong><br />
Immobilien Gruppe als kaufmännischer<br />
Geschäftsführer. Das Unternehmen bündelt<br />
sämtliche Bauträger- <strong>und</strong> Bestandsimmobilienaktivitäten<br />
der Münchner<br />
Schörghuber Unternehmensgruppe.<br />
Zuvor war der Immobilienökonom<br />
(ebs), der auch Mitglied der Royal Institution<br />
of Chartered Surveyors (MRICS)<br />
ist, in verschiedenen leitenden Positionen<br />
bei der Bayerischen Bau <strong>und</strong> Immobilien<br />
Gruppe tätig. Mehrere Jahre arbeitete<br />
er im Kredit- <strong>und</strong> Firmenk<strong>und</strong>engeschäft<br />
einer deutschen Großbank<br />
sowie bei Roland Berger Strategy Consultants.<br />
„Wir freuen uns, dass wir mit<br />
Eckhard Schultz einen ausgewiesenen Finanz-<br />
<strong>und</strong> Immobilienexperten gewonnen<br />
haben, der seine Erfahrungen hervorragend<br />
in die anstehenden Prozesse<br />
einbringen wird“, so CEO Thomas<br />
Hegel. Eckhard Schultz freut sich auf die<br />
neue Herausforderung: „Im derzeitigen<br />
finanziellen <strong>und</strong> wirtschaftlichen Umfeld<br />
<strong>und</strong> auch vor dem Hintergr<strong>und</strong> der<br />
neuen Gesellschafterstruktur sind ein<br />
aktives Finanzmanagement <strong>und</strong> die Optimierung<br />
der Steuerungs- <strong>und</strong> Reportingsysteme<br />
wichtiger denn je.“<br />
Konzentration auf das Kerngeschäft<br />
Die Gesellschafter der <strong>LEG</strong>-Gruppe<br />
haben beschlossen, sich künftig auf das<br />
Geschäftsfeld Wohnungsbewirtschaftung<br />
zu konzentrieren – anlässlich der<br />
geplanten Herstellung der einheitlichen<br />
Steuerbarkeit des gesamten <strong>LEG</strong>-Kon-<br />
i<br />
EDITORIAL<br />
zerns auch <strong>und</strong> gerade mit den fünf<br />
zur <strong>LEG</strong> gehörenden Wohnungsgesellschaften<br />
(GeWo Castrop Rauxel, GWN<br />
Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft<br />
Nordwestdeutschland, Ravensberger<br />
Heimstättengesellschaft, Ruhr-Lippe<br />
Wohnungsgesellschaft <strong>und</strong> Wohnungsgesellschaft<br />
Münsterland). Die Sparte<br />
Development wird, unter Beachtung<br />
aller Vorgaben der Sozialcharta, ganz<br />
oder in Teilen veräußert. Ulrich Tappe,<br />
der bisher für die Sparte verantwortliche<br />
Geschäftsführer, hat zum Ende des Jahres<br />
gekündigt <strong>und</strong> begleitet den anstehenden<br />
Verkaufsprozess. Thomas Hegel:<br />
„Ulrich Tappe ist es zu verdanken, dass<br />
sich die <strong>LEG</strong> in den vergangenen Jahren<br />
zu einem professionellen Immobilienunternehmen<br />
mit einem hohen Bekanntheitsgrad<br />
<strong>und</strong> stabiler Vertrauensbasis<br />
entwickelt hat. Nach über drei Jahren<br />
guter Zusammenarbeit bedaure ich als<br />
Kollege seine Entscheidung sehr.“<br />
Jens Schönhorst<br />
Stabsbereichsleiter<br />
Unternehmenskommunikation<br />
<strong>LEG</strong> Management GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-329<br />
jens.schoenhorst@leg-nrw.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 7
GELSENKIRCHEN<br />
Resser Mark: Neue ‚Auszeit-Wohnung’<br />
wird eingerichtet<br />
Konflikte mit dem Ehepartner oder mit den Eltern? Eine längere räumliche<br />
Trennung führt oft zur Lösung von Familienproblemen. Deshalb bietet das<br />
Mieterzentrum Gelsenkirchen seinen K<strong>und</strong>en eine Auszeit-Wohnung in der<br />
Siedlung Resser Mark.<br />
Es ist oft schon eine Erleichterung, in angenehmer<br />
Atmosphäre über die Zukunft<br />
nachzudenken, wenn Zuhause die Emotionen<br />
hoch kochen. Eine Weile in der Auszeit-<br />
Wohnung zu verbringen, entspannt die<br />
Lage. „So haben alle die Chance, in Ruhe<br />
über die Zukunft nachzudenken“, erläutert<br />
Sonja Herbrand, Mieterzentrumsleiterin<br />
Gelsenkirchen. Die 2,5-Zimmer-Wohnung<br />
ist 38 Quadratmeter groß <strong>und</strong> verfügt über<br />
eine Wohnküche – inklusive Kochutensilien<br />
<strong>und</strong> Geschirr – sowie ein Wohnschlafzimmer.<br />
Die Räume werden nach den neuesten<br />
Erkenntnissen der Farbpsychologie im<br />
Launch-Stil eingerichtet. Die Miete beinhaltet<br />
Heiz- <strong>und</strong> Nebenkosten.<br />
Auch für Gäste<br />
Egal ob Hochzeitsfeier, Geburtstag oder Besuch<br />
der Schwiegermutter. Es gibt zahlreiche<br />
Anlässe, bei denen Fre<strong>und</strong>e, Verwandte<br />
<strong>und</strong> Bekannte untergebracht werden müssen.<br />
Doch manchmal fehlt der Platz in den<br />
eigenen vier Wänden. Daher nutzen künftig<br />
auch Gäste der <strong>LEG</strong>-Mieter die Auszeit-<br />
Wohnung.<br />
Neue Homepage<br />
Seit Jahresbeginn informiert die Homepage<br />
www.ressermark.de über die <strong>LEG</strong>-Siedlung.<br />
Besonders komfortabel: Die schnelle Wohnungssuche<br />
über eine Datenbank. Geben Sie<br />
die Anzahl der Zimmer, die Wohnfläche <strong>und</strong><br />
Kaltmiete ein. Ein Klick, <strong>und</strong> Ihre Wunschwohnung<br />
erscheint. Zudem informiert das<br />
Unternehmen über die Infrastruktur der<br />
Resser Mark sowie Institutionen im Stadtteil:<br />
von der Bushaltestelle über Kindergarten<br />
<strong>und</strong> Schulen bis zu Seniorenwohnungen. Die<br />
Siedlung Resser Mark wurde in den 50er<br />
Jahren errichtet <strong>und</strong> verfügt daher überwie-<br />
8 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
gend über kleinere Wohnungen. „Optimal<br />
für Singles <strong>und</strong> Paare“, erklärt Sonja Herbrand.<br />
„Wir vermieten ebenfalls viel an getrennt<br />
Lebende <strong>und</strong> allein Erziehende.“ Die<br />
größte Wohnung bietet r<strong>und</strong> 50 Quadratmeter.<br />
„Das Angebot ist zeitgemäß <strong>und</strong> zielgruppenorientiert.<br />
In diesem Segment suchen<br />
zahlreiche K<strong>und</strong>en zurzeit nach kleinen<br />
Appartements“, bemerkt die Mieterzentrumsleiterin.<br />
i<br />
Sonja Herbrand<br />
Mieterzentrumsleiterin Gelsenkirchen<br />
<strong>LEG</strong> Wohnen Dortm<strong>und</strong> GmbH<br />
Tel. 02 01 / 8 10 10-55<br />
www.ressermark.de<br />
+ + + K U R Z N O T I E R T + + +<br />
G E L S E N K I R C H E N : N E U E S L O G O F Ü R D I E Z O O S I E D L U N G<br />
Giraffe <strong>und</strong> Eisbär stehen sich gegenüber<br />
– im neuen Logo der Zoosiedlung. Die Kooperation<br />
zwischen dem Mieterzentrum<br />
Gelsenkirchen, das die Zoosiedlung betreut,<br />
<strong>und</strong> der ‚Zoom Erlebniswelt’ findet<br />
damit ihren Höhepunkt. „Die Tiere haben<br />
im Logo wie auch in natura keine Eingrenzungen.<br />
Sie stehen frei im Raum“, sagt Mieterzentrumsleiterin<br />
Sonja Herbrand. „Zu-<br />
dem nimmt das Logo die typischen Farben<br />
der Zoom Erlebniswelt auf.“ Die <strong>LEG</strong> lässt<br />
das neue Markenzeichen zurzeit auf Emaille-<br />
Schilder projizieren, die an den Hauseingängen<br />
der Zoosiedlung installiert werden.<br />
Vor vier Jahren übernahm das Wohnungsunternehmen<br />
eine Eisbär-Patenschaft <strong>und</strong><br />
damit einen Teil der Kosten für Haltung<br />
<strong>und</strong> Pflege. Dafür nehmen die <strong>LEG</strong>-Mieter
eispielsweise vergünstigt an Veranstaltungen<br />
der Zoom Erlebniswelt teil.<br />
Familienfre<strong>und</strong>lich wohnen<br />
Die 1960 errichtete Zoosiedlung ist bei Familien<br />
beliebt. Zahlreiche Wohnungen bieten<br />
dreieinhalb Zimmer, bis zu 80 Quadratmeter,<br />
mit Balkon. Im Frühjahr 2008 erhielten<br />
drei Häuser außergewöhnliche Fassaden<br />
mit Tier-Motiven aus der gegenüber liegenden<br />
Zoom Erlebniswelt. In dem Quartier<br />
mit ausgedehnten Grünflächen leben r<strong>und</strong><br />
850 Mieter in 370 bereits Anfang der 90er<br />
Jahre modernisierten Wohnungen.<br />
i<br />
Sonja Herbrand<br />
Mieterzentrumsleiterin Gelsenkirchen<br />
<strong>LEG</strong> Wohnen Dortm<strong>und</strong> GmbH<br />
Tel. 02 01 / 8 10 10-55<br />
sonja.herbrand@leg-nrw.de<br />
DÜSSELDORF<br />
Sozial in Bilk<br />
„Düsseldorf ist eine soziale Stadt. Wir unternehmen<br />
vielfältige Anstrengungen, den<br />
sozialen Frieden dauerhaft zu sichern. Dass<br />
dies auch andere so sehen, beweist die Auszeichnung<br />
mit dem Preis ‚Soziale Stadt’“,<br />
erklärte Oberbürgermeister Dirk Elbers.<br />
Schwerpunkt Sprachförderung<br />
Auf dem Jagenberggelände in Bilk leben<br />
r<strong>und</strong> 2.000 Bewohner aus mehr als zwanzig<br />
Herkunftsländern. Um den sozialen <strong>und</strong><br />
sprachlichen Benachteiligungen entgegenzuwirken,<br />
gründeten die WohnungsunternehmenBeamten-Wohnungs-Baugenossenschaft<br />
eG, <strong>LEG</strong> Wohnen Düsseldorf<br />
GmbH, Rheinwohnungsbau GmbH <strong>und</strong><br />
Städtische Wohnungsgesellschaft AG im<br />
Jahr 1999 gemeinsam mit Vertretern städtischer<br />
Ämter einen Arbeitskreis. Besonders<br />
stolz sind die Beteiligten auf die Erfolge in<br />
der Sprachförderung der Kinder, die in Zusammenarbeit<br />
mit der Martin-Luther-<br />
Gr<strong>und</strong>schule entwickelt wurde. Alle Schüler<br />
der vierten Klasse, die daran teilnahmen,<br />
haben die Gr<strong>und</strong>schule erfolgreich abgeschlossen.<br />
Einige von ihnen erreichten sogar<br />
eine Realschulempfehlung. Auch die<br />
Mütter werden einbezogen – mit dem informellen<br />
Sprach-Café ‚Mama lernt Deutsch’.<br />
Daneben gibt es Angebote zur Berufsvorbereitung<br />
<strong>und</strong> Ausbildungsbegleitung, kulturelle<br />
Veranstaltungen für Kinder <strong>und</strong> Familien<br />
sowie Sozialberatung. Träger sind die<br />
AGB <strong>und</strong> das Bürgerhaus Bilk.<br />
Vorbildcharakter<br />
Aus der Laudatio der Jury des preisverleihenden<br />
B<strong>und</strong>esverbandes für Wohnungseigentum<br />
<strong>und</strong> Stadtentwicklung e. V. heißt es:<br />
„Die Mischform des Projektes aus Schul<strong>und</strong><br />
Quartiersentwicklung, Bewohneraktivierung<br />
<strong>und</strong> Bildung ist beispielhaft. Der<br />
von langem Atem getragene Ansatz in Düsseldorf<br />
<strong>und</strong> die damit erreichten Integrationserfolge<br />
können andere Städte <strong>und</strong> beteiligte<br />
Akteure ermutigen, Vergleichbares<br />
in Gang zu setzen.“ Brigitte Unverferth,<br />
Mieterzentrumsleiterin der <strong>LEG</strong>, freut sich<br />
neben dem sozialen Erfolg auch über den<br />
wirtschaftlichen: „Durch die intensive Kooperation<br />
im Stadtteil <strong>und</strong> die zahlreichen<br />
Angebote hat sich das Quartier stabilisiert.<br />
Die Zufriedenheit unserer Mieter ist gestiegen.“<br />
Die <strong>LEG</strong> vermietet im ehemaligen<br />
i<br />
NACHRICHTEN<br />
Das Projekt ‚Leben <strong>und</strong> Wohnen im Jagenberggelände’ erhielt im Januar 2009<br />
den Preis ‚Soziale Stadt’. Ausgezeichnet wurden die Aktion Gemeinwesen <strong>und</strong><br />
Beratung e.V. (AGB), die Stadt Düsseldorf <strong>und</strong> die örtlichen Wohnungsbaugesellschaften<br />
– darunter auch die <strong>LEG</strong> – für ihre erfolgreiche Zusammenarbeit zur<br />
Förderung von Kindern, Jugendlichen <strong>und</strong> Familien mit Zuwanderungsgeschichte.<br />
Hauptgebäude der Firma Jagenberg, dem<br />
Salzmannbau, seit dem Umbau in den<br />
1990er Jahren 120 Wohnungen. Neben<br />
Wohnungen für ältere <strong>und</strong> behinderte<br />
Menschen gibt es 30 Ateliers mit Wohnungen<br />
für Künstler sowie Räume für Selbsthilfegruppen<br />
<strong>und</strong> Vereine. Integriert ist auch<br />
das Bürgerhaus Bilk, das Freizeit- <strong>und</strong> Kulturzentrum<br />
des Jugendamtes.<br />
Lob vom B<strong>und</strong>esminister<br />
Der <strong>und</strong>otierte Preis wurde 2008 zum fünften<br />
Mal ausgelobt <strong>und</strong> zeichnet Menschen<br />
aus, die sich mit hervorragenden Projekten<br />
für den sozialen Zusammenhalt in ihrer<br />
Stadt einsetzen. Das B<strong>und</strong>esministerium für<br />
Verkehr, Bau <strong>und</strong> Stadtentwicklung fördert<br />
ihn im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms<br />
Soziale Stadt.<br />
B<strong>und</strong>esminister Wolfgang Tiefensee lobte<br />
bei der Verleihung von zehn Preisen <strong>und</strong> elf<br />
Anerkennungen in Berlin: „Diese Initiativen<br />
zeigen, dass ein gutes soziales Zusammenleben<br />
auch unter schwierigen Rahmenbedingungen<br />
gelingen <strong>und</strong> immer weiter verbessert<br />
werden kann.“<br />
Brigitte Unverferth<br />
Mieterzentrumsleiterin Düsseldorf<br />
<strong>LEG</strong> Wohnen Düsseldorf GmbH<br />
Tel. 0 21 02 / 94 52-41<br />
brigitte.unverferth@leg-nrw.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 9
WOHNORT- UND HAUSHALTS<br />
Netzwerke entwickeln –<br />
10 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009
TITELTHEMA<br />
NAHE DIENSTLEISTUNGEN<br />
Nachbarschaften stärken<br />
Wäscheservice <strong>und</strong> Reinigungsdienst, Pflege in der Wohnung, Babysitter <strong>und</strong> Catering bei Familienfesten<br />
– Wohnen mit Service liegt im Trend. Wohnungsunternehmen setzen auf das Angebot<br />
wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong>r <strong>Dienstleistungen</strong> als Bestandteil des Quartiersmanagements. Das<br />
Interesse bei den Mietern ist groß. Das Angebot muss jedoch maßgeschneidert sein.<br />
� Immer mehr Wohnungsunternehmen<br />
entwickeln wertsteigernde Konzepte zu<br />
wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong>n <strong>Dienstleistungen</strong>,<br />
um sich auf dem Markt zu behaupten,<br />
aktive K<strong>und</strong>enbindung zu betreiben <strong>und</strong> das<br />
mit Leerstands- <strong>und</strong> Mieterwechsel einhergehende<br />
Kostenrisiko zu reduzieren. <strong>Dienstleistungen</strong><br />
für Mieter tragen zudem zur<br />
Neuk<strong>und</strong>en-Akquise bei: Auch wenn das Angebot<br />
nicht sofort in Anspruch genommen<br />
wird. „Wichtig für Mietinteressenten ist, dass<br />
es bei Bedarf abgerufen werden kann“, erläutert<br />
Monika Rösener aus dem Zentralbereich<br />
Modernisierung <strong>und</strong> Instandhaltung<br />
der <strong>LEG</strong> Management GmbH. „Dies ist ein<br />
interessanter Markt mit Zukunft, insbesondere<br />
im Hinblick auf die demografische Entwicklung<br />
<strong>und</strong> für die Mieter, die möglichst<br />
lange selbstbestimmt in ihrer Wohnung<br />
leben möchten.“ Zielgruppen sind zurzeit in<br />
erster Linie Senioren. Doch viele <strong>Dienstleistungen</strong><br />
sprechen auch Familien, Singles, Migranten,<br />
Kinder <strong>und</strong> Jugendliche an. Die Angebotspalette<br />
ist breit gefächert. „Der Begriff<br />
wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong> <strong>Dienstleistungen</strong><br />
ist nicht definiert“, so die Immobilien-Expertin.<br />
„Es gibt wohnungs- <strong>und</strong> personenbezogene<br />
Services, hauswirtschaftliche<br />
<strong>und</strong> pflegerische Unterstützung sowie technische<br />
Aspekte.“ Ob Krabbelgruppe im Familienzentrum,<br />
Umzugsmanagement, Sicherheit,<br />
Reparaturen, betreutes Wohnen,<br />
Notrufsysteme, Gemeinschaftsräume, Veranstaltungen,<br />
Schuldner-Beratung, Qualifizierung<br />
von Jugendlichen, Bewegungs- <strong>und</strong><br />
Rauchmelder, Sportangebote oder Mietergärten.<br />
All diese Angebote fassen Wohnungsunternehmen<br />
unter dem Stichwort zusammen.<br />
„Als Vermieter geht es uns in erster<br />
Linie darum, Kontakte herzustellen <strong>und</strong><br />
Netzwerke zu schaffen“, stellt Monika Rösener<br />
fest. „Denn in einer Gemeinschaft mit<br />
mehreren Akteuren, seien es Institutionen,<br />
Vereine oder Nachbarschaften, lässt sich viel<br />
bewegen.“ Dabei müssen die <strong>Dienstleistungen</strong><br />
nicht immer etwas kosten. Auch auf ehrenamtlicher<br />
Basis lassen sich erfolgreiche<br />
Projekte realisieren. Wichtig ist dabei die<br />
gründliche Analyse des Quartiers <strong>und</strong> der<br />
Mieter-Bedürfnisse. Deshalb führt die <strong>LEG</strong><br />
regelmäßige K<strong>und</strong>en-Befragungen durch.<br />
„Wenn wir einen Bedarf feststellen, geben<br />
wir unseren Mietern zusätzlich Gestaltungs<strong>und</strong><br />
Entscheidungsspielräume“, so Rösener.<br />
Denn nur maßgeschneiderte Lösungen finden<br />
Anklang.<br />
Demografische Entwicklung:<br />
Senioren als Zielgruppe<br />
Nach den Ergebnissen der Bevölkerungsvorausberechnung<br />
des Statistischen B<strong>und</strong>esamtes<br />
(Destatis) wird die Zahl der 60-Jährigen<br />
<strong>und</strong> Älteren bis 2030 um r<strong>und</strong> 38 Prozent<br />
von 20,5 Millionen auf voraussichtlich<br />
28,4 Millionen Einwohner <strong>und</strong> die der über<br />
80-Jährigen vermutlich sogar um 73 Prozent<br />
von 3,6 Millionen auf 6,3 Millionen steigen.<br />
Die veränderte Bevölkerungsstruktur führt<br />
zu einem deutlich höheren Anteil älterer<br />
Pflegebedürftiger: Während heute r<strong>und</strong> 53<br />
Prozent der Pflegebedürftigen 80 Jahre <strong>und</strong><br />
älter sind, könnten es im Jahr 2030 r<strong>und</strong> 65<br />
Prozent sein. Die Zahl der Pflegebedürftigen<br />
in diesem Alter nimmt dabei von 1,1 Millionen<br />
auf etwa 2,2 Millionen im Jahr 2030 zu.<br />
Die Zahl der älteren <strong>und</strong> pflegebedürftigen<br />
Menschen wächst in den kommenden Jahren<br />
also stetig. Und der Anteil der Senioren<br />
steigt, die ohne Angehörige leben <strong>und</strong><br />
früher oder später auf Unterstützung angewiesen<br />
sind. Ralf Zimmer-Hegmann, Leiter<br />
Forschungsfeld 4 ‚Sozialraum Stadt’ im ILS -<br />
Institut für Landes- <strong>und</strong> Stadtentwicklungsforschung<br />
gGmbH: „In einigen Siedlungen<br />
des Ruhrgebiets sind bereits heute über 50<br />
Prozent der Bewohner über 60 Jahre alt.<br />
Dennoch sind Versorgungs- <strong>und</strong> Wohnkonzepte<br />
verb<strong>und</strong>en mit wohnortnahen <strong>Dienstleistungen</strong><br />
für ältere Menschen immer noch<br />
rar.“ Der steigende Anteil älterer Menschen<br />
an der Bevölkerung <strong>und</strong> in den Quartieren<br />
erfordere den Aufbau wohnortnaher Angebote.<br />
Erstes Projekt 2000:<br />
Seniorenwohnungen in Hamm<br />
Seit der Jahrtausendwende beschäftigt sich<br />
die <strong>LEG</strong> mit dem <strong>Thema</strong>. Im ersten Projekt<br />
trägt das Wohnungsunternehmen der<br />
Altersstruktur in der Siedlung Hamm-Süd<br />
Rechnung. Die Nachfrage nach seniorengerechten<br />
Wohnungen war groß. Auf einer<br />
Grünfläche mitten im Quartier errichtete die<br />
<strong>LEG</strong> als Investor 24 neue Wohnungen für<br />
Senioren. Zwei Wohnungen im Erdgeschoss<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 11
sind auf die speziellen Bedürfnisse von<br />
Schwerbehinderten ausgerichtet. Das Mieterzentrum<br />
Hamm übernahm das Gebäudemanagement.<br />
„Für die Betreuung der<br />
Mieter schlossen wir einen Wohn-Service-<br />
Vertrag mit dem DRK Kreisverband Hamm<br />
e.V. ab“, sagt Mieterzentrumsleiter Alfred<br />
Pinter. Ein erfolgreiches Projekt: Die Wohnungen<br />
waren von Anfang an voll vermietet,<br />
die Liste der Interessenten lang. Daraufhin<br />
entwickelte Monika Rösener 2001 mit Unterstützung<br />
des Arbeitskreises ‚Lebenslaufstandard’<br />
ein Handbuch für die Wohnungsausstattung.<br />
In erster Linie ging es darum, im<br />
Alter unabhängig <strong>und</strong> selbstständig zu bleiben.<br />
Positiver ‚Nebeneffekt’: Zahlreiche<br />
Maßnahmen wie barrierefreie Gestaltung<br />
oder bodentiefer Duscheinstieg erleichtern<br />
auch Familien mit Kindern den Alltag. Bei<br />
Modernisierungen werden seitdem die Leitlinien<br />
des Handbuchs umgesetzt.<br />
Mit 55 Jahren steigen die Wohnwünsche:<br />
12 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
Vielfältiges Angebot:<br />
Servicehaus <strong>und</strong> Demenz-WGs<br />
Wie in Hamm war auch in Euskirchen die<br />
Nachfrage nach Domizilen für Senioren <strong>und</strong><br />
Behinderte bereits während der Bauphase so<br />
groß, dass eine Warteliste für weitere Interessenten<br />
eingerichtet wurde. Auf gegenseitige<br />
Unterstützung setzt das ‚Servicehaus<br />
Euskirchen’, das die <strong>LEG</strong> errichtete – mit 28<br />
barrierefreien Wohnungen unter einem<br />
Dach. Die Mieter dort helfen einander, lassen<br />
sich von Familienangehörigen betreuen<br />
oder beauftragen eine Sozialstation. Zum<br />
Service gehört beispielsweise auch die Telefonkopplung<br />
an die örtliche DRK-Notrufannahme.<br />
Bewirtschaftet wird das Haus von<br />
einem eigens gegründeten ‚Servicehaus Verein’,<br />
einem Zusammenschluss von Initiatoren<br />
<strong>und</strong> Bewohnern. Darüber hinaus eröffnete<br />
die <strong>LEG</strong> im Jahr 2004 ihre erste Wohngemeinschaft<br />
für Demenzkranke in Wup-<br />
Gute Nachbarschaft 58 73<br />
Sichere Wohngegend 61 71<br />
Ruhiges Wohnumfeld 43 58<br />
Guter ÖPNV 41 58<br />
Einkaufsmöglichkeiten 39 53<br />
Medizinische Versorgung 34 50<br />
Verkehrsanbindung PKW 38 44<br />
Image des Viertels 27 35<br />
Freizeitangebot 22 26<br />
Gastronomie 12 22<br />
Kultur 12 21<br />
Quelle: LBS West<br />
Angaben in %<br />
Gesamtbevölkerung<br />
55 Plus<br />
pertal. Dafür legte sie mehrere kleinere<br />
Wohnungen zu einer großen zusammen <strong>und</strong><br />
passte sie an die Bedürfnisse der Erkrankten<br />
an. Weitere Wohnungen folgten. Kooperationspartner<br />
sind mehrere Pflegefirmen. Die<br />
Idee: Das speziell geschulte Personal integriert<br />
alle Bewohner der Demenz-WGs in<br />
den Alltag. Weitere Vorteile: Die Erkrankten<br />
bleiben in ihrem bekannten Umfeld. Sie<br />
haben Anschluss an eine Wohngemeinschaft<br />
<strong>und</strong> R<strong>und</strong>-um-die-Uhr-Betreuung.<br />
‚Alt sein will keiner’<br />
Eine LBS-Studie Anfang 2009 verdeutlicht:<br />
Ab 55 Jahren steigen die<br />
Wohnwünsche. Diese Altersgruppe<br />
ist schon heute mit<br />
einem Drittel Anteil die<br />
größte im Wohnungsmarkt.<br />
LBS-Sprecher<br />
Dr. Christian Schröder
„ALT SEIN WILL KEINER.“<br />
UND...<br />
„FÜR DIE MEISTEN MIETER STEHT FEST:<br />
SIE WOLLEN IN DEN EIGENEN<br />
VIER WÄNDEN BLEIBEN.“<br />
TITELTHEMA<br />
Auch im Alter beweglich bleiben:<br />
Einmal wöchentlich treffen<br />
sich die ‚Unentwegten’ am<br />
Kinder- <strong>und</strong> Jugendzentrum<br />
Remscheid-Lüttringhausen<br />
zum Spaziergang. Dabei werden<br />
Kontakte geknüpft <strong>und</strong><br />
Nachbarschaften gestärkt.<br />
Diesmal mit dabei: <strong>LEG</strong>-<br />
Mieterzentrumsleiter David<br />
Strack (Mitte hinten), Mieterbetreuerin<br />
Kordula Engels<br />
(hinten links) <strong>und</strong> Hauswart<br />
Hubertus Miklausch<br />
(rechts außen).<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 13
Zu den wohnortnahen<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> der <strong>LEG</strong> in<br />
Remscheid-Lüttringhausen<br />
gehören unter anderem<br />
der Wäschedienst <strong>und</strong> der<br />
Bring- <strong>und</strong> Holdienst der<br />
örtlichen Apotheke.<br />
14 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
„ALLE MASSNAHMEN VERBESSERN DAS<br />
NACHBARSCHAFTLICHE VERHÄLTNIS UND DAS IMAGE<br />
DES WOHNQUARTIERS, VERRINGERN LEERSTAND<br />
UND FLUKTUATION.“
erläutert: „Fre<strong>und</strong>liche Nachbarn, ein ruhiges,<br />
sicheres Umfeld <strong>und</strong> Mobilität – das<br />
sind die wichtigsten Wohnwünsche der<br />
Bürger in NRW über 55 Jahre.“ Mit zunehmendem<br />
Alter werde das Zuhause wieder<br />
zum intensiveren Lebensmittelpunkt. Deshalb<br />
achtet diese Gruppe am meisten auf<br />
das Image des Wohnviertels. „Zum positiven<br />
Bild tragen auch haushalts- <strong>und</strong> wohnortnahe<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> bei“, so <strong>LEG</strong>-<br />
Fachfrau Monika Rösener. Was die Studie<br />
noch offenbart: Niemand stuft sich gern als<br />
alt ein. Das Interesse an speziellen <strong>Dienstleistungen</strong><br />
steigt mit zunehmendem Alter.<br />
Für Pflegedienstleistungen interessieren<br />
sich 18 Prozent, 15 Prozent wollen Einkaufs-<br />
<strong>und</strong> Haushaltshilfen, gefolgt von<br />
Essen auf Rädern <strong>und</strong> 24-St<strong>und</strong>en-Notruf<br />
mit 14 <strong>und</strong> elf Prozent. Diese Werte nähern<br />
sich erst jenseits der 75 Jahre der 25 Prozent-Marke.<br />
„Alt sein will keiner; diese Erfahrung<br />
machen wir auch in unserem K<strong>und</strong>enkreis“,<br />
bestätigt Monika Rösener. „Aber<br />
für die meisten Mieter steht fest: Sie wollen<br />
in den eigenen vier Wänden bleiben.“ Deshalb<br />
ist es die Aufgabe von Wohnungsunternehmen,<br />
ein Bewusstsein für die Herausforderungen<br />
des Alters zu schaffen, entsprechende<br />
Wohnungen <strong>und</strong> <strong>Dienstleistungen</strong><br />
anzubieten.<br />
Integriertes Konzept<br />
für alle Zielgruppen<br />
Vor zwei Jahren startete das Projekt<br />
‚<strong>Wohnort</strong>- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong> <strong>Dienstleistungen</strong>’<br />
in Remscheid-Lüttringhausen. Sehr<br />
viele Mieter in den r<strong>und</strong> 950 Wohnungen<br />
sind älter als 65 Jahre. Ihre Bindung an den<br />
Standort ist sehr hoch. Für sie, aber auch<br />
für alle anderen Zielgruppen, bietet das<br />
Wohnungsunternehmen eine Mischung aus<br />
ehrenamtlichen <strong>und</strong> professionellen Angeboten,<br />
die das Leben im Stadtteil attraktiver<br />
machen. Zudem wurden im Rahmen des<br />
Projekts Langzeitarbeitslose qualifiziert <strong>und</strong><br />
neue Arbeitsplätze geschaffen. Initiatorin<br />
war die <strong>LEG</strong> Arbeitsmarkt- <strong>und</strong> Strukturentwicklung<br />
GmbH (<strong>LEG</strong> AS), die mit der<br />
Privatisierung der <strong>LEG</strong> 2008 zum Land<br />
NRW wechselte. Zum Service gehört beispielsweise<br />
der Wäschedienst des Hauses<br />
Clarenberg. Das Seniorenheim reinigt die<br />
Wäsche von Bewohnern <strong>und</strong> von K<strong>und</strong>en<br />
aus dem Stadtteil in der eigenen Wäscherei<br />
– preiswert <strong>und</strong> inklusive Hol- <strong>und</strong> Bringdienst.<br />
Aufgr<strong>und</strong> der großen Nachfrage<br />
stellte Haus Clarenberg dafür sogar eine<br />
neue Mitarbeiterin ein. Ein weiterer Kooperationspartner<br />
im Stadtteil ist die Kreuz<br />
Apotheke, die einen teilweise kostenlosen<br />
Hol- <strong>und</strong> Bringdienst für Medikamente offeriert.<br />
Zu den Teilnehmern gehören darüber<br />
hinaus ‚Die Schlawiner’, eine gemeinnützige<br />
GmbH, die sich seit über 25 Jahren<br />
im Stadtteil Lüttringhausen-Klausen<br />
engagiert. Haupt- <strong>und</strong> ehrenamtliche Mitarbeiter<br />
bieten Hausaufgabenhilfe, Koch<strong>und</strong><br />
Sprachkurse, Betreuung von Bewohnergruppen<br />
<strong>und</strong> Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche.<br />
Alles kostenlos. Auch die Integration<br />
von ausländischen Bewohnern<br />
steht dabei auf dem Programm. ‚Die Schlawiner’<br />
betreiben das Kinder- <strong>und</strong> Jugendzentrum,<br />
das allen Stadtteilbewohnern zur<br />
Verfügung steht. Dort treffen sich auch<br />
einmal wöchentlich die Damen der Kooperation<br />
‚Et Koffe Pöttschen’ (das Kaffeepöttchen),<br />
um gemeinsame Nachmittage<br />
zu verbringen. Zum Team gehören eine<br />
hauptamtliche Mitarbeiterin der ‚Schlawiner’<br />
sowie zwei ehrenamtlich tätige Frauen<br />
aus dem Stadtteil. Sie initiieren auch Vorträge<br />
für die Damen. Einmal monatlich<br />
nimmt ein <strong>LEG</strong>-Mitarbeiter an den Treffen<br />
teil – eine schöne Gelegenheit zur Kontaktpflege<br />
mit den Mietern in angenehmer<br />
Atmosphäre.<br />
Projekt ‚Sterntaler’<br />
gewinnt Zukunftspreis<br />
Dass wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong> <strong>Dienstleistungen</strong><br />
ein <strong>Thema</strong> für alle Mieter sind,<br />
zeigt auch das <strong>LEG</strong>-Projekt ‚Sterntaler’ in<br />
Wuppertal. Im Jahr 2007 gewann es den<br />
Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft in<br />
der Kategorie K<strong>und</strong>enorientierung. Der<br />
Preis wird jährlich von der Fachzeitschrift<br />
‚DW Die Wohnungswirtschaft’ <strong>und</strong> der<br />
Aareon AG ausgelobt. Bewohner <strong>und</strong> <strong>LEG</strong><br />
entwickelten gemeinsam den Namen ‚Sterntaler’<br />
– in Anlehnung an den Stadtteil Sternenberg<br />
<strong>und</strong> das Märchen der Brüder<br />
Grimm. Die <strong>LEG</strong> modernisierte die Gebäude<br />
<strong>und</strong> gestaltete zeitgleich das Logo der<br />
Siedlung <strong>und</strong> des Nachbarschaftszentrums<br />
‚Sternentreff’ in Abstimmung mit den Bewohnern.<br />
Im ‚Sternentreff’ befindet sich ein<br />
Café, betreut von r<strong>und</strong> zehn ehrenamtlich<br />
tätigen Bewohnern, dem Team ‚Sterntaler’.<br />
Im Internetcafé erlernen Kinder <strong>und</strong> Jugendliche<br />
den Umgang mit dem Medium.<br />
Im Bewohnercafé werden Computer- <strong>und</strong><br />
Internetkurse angeboten. Einmal in der<br />
Woche gibt es den ‚Frühstückstreff’, in dem<br />
Mütter mit ihren Kindern <strong>und</strong> Frauen in<br />
gemütlicher R<strong>und</strong>e Erfahrungen austauschen<br />
<strong>und</strong> Erziehungsfragen besprechen.<br />
Die fachk<strong>und</strong>ige Betreuung erfolgt durch<br />
TITELTHEMA<br />
eine Mitarbeiterin des Bezirksdienstes der<br />
Stadt Wuppertal. Darüber hinaus freuen<br />
sich die Kinder der Siedlung über ein umfangreiches<br />
Freizeit- <strong>und</strong> Spielangebot, das<br />
in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich<br />
Jugend & Freizeit der Stadt Wuppertal <strong>und</strong><br />
dem Freizeitgelände Sternenberg e.V. organisiert<br />
wird. Die Kids können beispielsweise<br />
einen Keyboardkurs belegen, der mit Begeisterung<br />
angenommen wird. Wöchentliche<br />
Beratungssprechst<strong>und</strong>en für russische Bewohner<br />
r<strong>und</strong>en das Programm ab. Die Angebote<br />
<strong>und</strong> künftigen Veranstaltungen im<br />
‚Sternentreff’ bespricht die <strong>LEG</strong> mit den<br />
Kooperationspartnern, der Stadt Wuppertal,<br />
dem Bezirkssozialdienst sowie mit den<br />
ehrenamtlichen Betreuern des Bewohnercafés.<br />
In dieser Siedlung legte die <strong>LEG</strong><br />
gleich drei große Wohnungen für Demenzerkrankte<br />
zusammen, die durch ‚Das Pflegeteam’<br />
<strong>und</strong> weitere Pflegefirmen betreut<br />
werden. „Als Anreiz zur Mitarbeit in den<br />
Einrichtungen des Quartiers erhalten die<br />
ehrenamtlichen Helfer sogenannte ‚Sterntaler’,<br />
die sie gegen Gutscheine <strong>und</strong> Reisen<br />
einlösen können“, sagt David Strack, Mieterzentrumsleiter<br />
Bergisches Land. „Alle<br />
Maßnahmen verbessern das nachbarschaftliche<br />
Verhältnis <strong>und</strong> das Image des Wohnquartiers<br />
mit dem Ziel, Leerstand <strong>und</strong> Fluktuation<br />
zu verringern.“<br />
Bonusprogramm:<br />
Alle Beteiligte profitieren<br />
Neben dem Bonusprogramm ‚Sterntaler’<br />
startete die <strong>LEG</strong> im vergangenen Jahr in Solingen<br />
<strong>und</strong> Remscheid-Lüttringhausen das<br />
Projekt ‚<strong>LEG</strong>plus – Mehr als gewohnt’. In regelmäßigen<br />
Abständen erhalten Mieter in<br />
den Testgebieten ein <strong>LEG</strong>plus-Bonusheft<br />
mit Vergütungs-Coupons. Partner aus dem<br />
lokalen Einzelhandel <strong>und</strong> überregionale<br />
Freizeiteinrichtungen bieten ihre <strong>Dienstleistungen</strong><br />
<strong>und</strong> Produkte als Kooperationspartner<br />
des Wohnungsunternehmens zu einem<br />
Vorzugspreis an. Davon profitieren Mieter,<br />
Geschäftsleute <strong>und</strong> Vermieter. Bei den <strong>LEG</strong>-<br />
Mietern ist das Bonusheft sehr beliebt; die<br />
begehrten Coupons werden sogar untereinander<br />
getauscht. Ein weiterer Baustein des<br />
Programms <strong>LEG</strong>plus: Neumieter erhalten<br />
fünf Jahre lang einen Teil ihrer Jahresnettomiete<br />
zurück, nach einem Jahr ein Prozent,<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 15
nach zwei Jahren zwei Prozent – bis zu fünf<br />
Prozent nach fünf Jahren.<br />
Zusammenarbeit schafft<br />
Win-Win-Situationen<br />
Damit sich Mieter in ihrer Siedlung wohl<br />
fühlen, stellt die <strong>LEG</strong> an zahlreichen Standorten<br />
Räume für soziale Dienste, Einrichtungen<br />
<strong>und</strong> Vereine zur Verfügung. Beispielsweise<br />
in Kerpen-Horrem: Dort nutzen Sozialarbeiter<br />
der Stadt <strong>und</strong> andere Institutionen<br />
– etwa der Kinderschutzb<strong>und</strong> – eine Wohnung<br />
mietfrei. Im Essener Stadtteil Bergmannsfeld<br />
richtete die <strong>LEG</strong> die ‚Bergmannshütte’<br />
ein: Im oberen Bereich befindet sich<br />
das Mieterzentrum, im unteren der Mietertreff,<br />
dessen Räume auch für Feiern genutzt<br />
werden. Das Wohnungsunternehmen unterstützt<br />
Schuldnerberatungen, beispielsweise<br />
in Essen-Bergmannsfeld <strong>und</strong> Dorsten. Laut<br />
Schulden-Kompass der Schufa 2008 bewegt<br />
sich die Anzahl der überschuldeten Privathaushalte<br />
auf einem konstanten Niveau von<br />
2,8 Millionen. Es kann jeden treffen: Arbeitslosigkeit,<br />
Krankheit, Scheidung, Bürgschaf-<br />
Das <strong>LEG</strong>-Veranstaltungsprogramm<br />
macht Spaß.<br />
Im vergangenen Jahr organisierte<br />
das Unternehmen<br />
zahlreiche Events für kleine<br />
<strong>und</strong> große Mieter.<br />
16 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
ten, aber auch unverhältnismäßig hohe Ausgaben<br />
für Konsumgüter sind Ursachen.<br />
Damit Mieter in ihrer finanziellen Notlage<br />
nicht auch noch ihre Wohnung verlieren,<br />
vermittelt die <strong>LEG</strong> Kontakte zu Experten. In<br />
Dortm<strong>und</strong>-Scharnhorst kooperiert die <strong>LEG</strong><br />
mit weiteren Wohnungsunternehmen <strong>und</strong><br />
der Stadt. Gemeinsam werden lokale Projekte<br />
im Rahmen des wohnungswirtschaftlichen<br />
Quartiersmanagements realisiert. Auch<br />
wohnortnahe <strong>Dienstleistungen</strong> gehören dazu.<br />
Kooperation in der Nachbarschaft <strong>und</strong><br />
zwischen Mietern <strong>und</strong> Wohnungsunternehmen<br />
wird auch bei Veranstaltungen vor<br />
Ort gestärkt. Im vergangenen Jahr führte<br />
die <strong>LEG</strong> über h<strong>und</strong>ert Events in ganz NRW<br />
durch. Ob Kinder-Ferienprogramm, Mitmach-Zirkus,<br />
Beach-Volleyball-Turnier, Tanzkurs<br />
oder Grillfest – die <strong>LEG</strong> bringt viele<br />
Menschen zusammen.<br />
Vertrauen ist der ‚Türöffner’<br />
zum K<strong>und</strong>en<br />
Der Aufbau von Netzwerken <strong>und</strong> Kooperationen<br />
kostet Zeit, Arbeitskraft <strong>und</strong> Geld.<br />
Doch die Mühe lohnt sich. Gemeinsam können<br />
Wohnungsunternehmen <strong>und</strong> Kooperationspartner<br />
wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong><br />
<strong>Dienstleistungen</strong> anbieten, die zur K<strong>und</strong>enbindung<br />
<strong>und</strong> Aufwertung der Bestände <strong>und</strong><br />
Quartiere beitragen. „Unser vielfältiges<br />
Angebot in den Siedlungen wird sehr geschätzt“,<br />
erläutert Monika Rösener ab-<br />
schließend. „Natürlich muss es preiswert <strong>und</strong><br />
individuell vereinbar sein.“ Vertrauen ist<br />
ihrer Meinung nach der notwendige Türöffner<br />
zum K<strong>und</strong>en. Daher ist die Steuerung<br />
<strong>und</strong> Kontrolle durch das Wohnungsunternehmen<br />
wichtig. Die Immobilien-Expertin ist<br />
sich sicher: „<strong>Wohnort</strong>- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong><br />
<strong>Dienstleistungen</strong> werden in Zukunft vermehrt<br />
nachgefragt.“ Wettbewerbsvorteile<br />
haben dann die Unternehmen, die in diesem<br />
Bereich gut aufgestellt sind.<br />
i<br />
i<br />
i<br />
Monika Rösener<br />
Zentralbereich Modernisierung<br />
<strong>und</strong> Instandhaltung<br />
<strong>LEG</strong> Management GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-351<br />
monika.roesener@leg-nrw.de<br />
www.legplus.de<br />
www.leg-as.de
INTERVIEW MIT ANDREA MÜLLER,<br />
VERBRAUCHERZENTRALE NRW<br />
Welche Aufgaben stellen sich der<br />
Verbraucherzentrale NRW im Bereich<br />
‚wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong><br />
<strong>Dienstleistungen</strong>’?<br />
Die Mehrzahl der älteren Menschen möchte<br />
so lange wie möglich in der eigenen<br />
Wohnung leben. Damit das funktioniert,<br />
DIE MEHRZAHL DER ÄLTE-<br />
REN MENSCHEN MÖCHTE<br />
SO LANGE WIE MÖGLICH IN<br />
DER EIGENEN WOHNUNG<br />
LEBEN. DAMIT DAS FUNK-<br />
TIONIERT, MÜSSEN GEEIG-<br />
NETE WOHNFORMEN UND<br />
UNTERSTÜTZENDE HILFEN<br />
ZUR VERFÜGUNG GESTELLT<br />
WERDEN.<br />
müssen geeignete Wohnformen <strong>und</strong> unterstützende<br />
Hilfen zur Verfügung gestellt<br />
werden. So kann auch der Umzug in ein Seniorenheim<br />
vermieden werden. Mit dem<br />
Projekt ‚Haushaltsnahe <strong>Dienstleistungen</strong><br />
für ältere Menschen in NRW’ wollen wir<br />
die Transparenz <strong>und</strong> Qualität in diesem<br />
Sektor stärken. Vorhandene Angebote treffen<br />
oftmals nicht die Wünsche der K<strong>und</strong>en.<br />
Die K<strong>und</strong>en sind aufgr<strong>und</strong> der Vielzahl <strong>und</strong><br />
der fehlenden Übersicht sehr zurückhaltend<br />
in der Nachfrage. Daher sehen wir es<br />
als unsere Aufgabe, den Verbrauchern die<br />
Wege zu einem seriösen Anbieter zu erleichtern<br />
<strong>und</strong> die Qualität der Dienstleister<br />
zu stärken.<br />
Seit wann beschäftigt sich die<br />
Verbraucherzentrale mit dem<br />
<strong>Thema</strong>?<br />
Seit August 2006 läuft das Projekt ‚Haushaltsnahe<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> für ältere Menschen’.<br />
Schon in den Jahren 2002 bis 2004<br />
haben wir im Auftrag des B<strong>und</strong>esministeriums<br />
für Verbraucherschutz gemeinsam mit<br />
der B<strong>und</strong>esarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen<br />
(BAGSO) <strong>und</strong> den Verbraucherzentralen<br />
aus Rheinland-Pfalz <strong>und</strong><br />
Brandenburg das Projekt ‚Zielgruppenorien-<br />
INTERVIEW<br />
HAUSHALTSNAHE DIENSTLEISTUNGEN<br />
Ein Markt mit hohem<br />
Wachstumspotenzial –<br />
die Kunst liegt in der<br />
Vermittlung<br />
tierte Verbraucherarbeit für <strong>und</strong> mit Senioren’<br />
durchgeführt. Wichtige Themen waren<br />
dabei Wohnen im Alter <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong><br />
<strong>Dienstleistungen</strong>. Näheres finden Sie unter<br />
www.vz-nrw.de/senioren. Darüber hinaus<br />
betreibt die Verbraucherzentrale NRW seit<br />
über zehn Jahren Pflege- <strong>und</strong> Wohnberatungsstellen<br />
im Auftrag der Kreise Aachen,<br />
Lippe <strong>und</strong> Unna. Da spielen Unterstützungsleistungen<br />
im Alltag eine wichtige<br />
Rolle.<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 17
Welche Ziele verfolgen Sie in der<br />
Gruppe ‚Wohnen & Pflege’?<br />
Wir wollen Verbraucher über relevante Themen<br />
im Kontext Wohnen im Alter – auch bei<br />
Pflegebedarf – informieren, aufklären <strong>und</strong><br />
beraten. Wichtige Bausteine dabei sind<br />
neben dem Projekt zu den <strong>haushaltsnahe</strong>n<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> unsere Pflege- <strong>und</strong> Wohnberatungsstellen<br />
<strong>und</strong> das Demenz-Servicezentrum<br />
für die Region Aachen/Eifel. Ein<br />
weiteres Ziel ist die Vernetzung <strong>und</strong> Weiterentwicklung<br />
bestehender Angebote <strong>und</strong> die<br />
Sicherung von Qualität in diesem Sektor.<br />
Schließlich wollen wir auch die Interessen<br />
der Verbraucher in kommunale, Landes- <strong>und</strong><br />
B<strong>und</strong>esgremien einbringen. Dort vertreten<br />
wir deren Interessen beispielsweise bei der<br />
Diskussion um die Einführung von Pflegestützpunkten<br />
in NRW oder zum Wohn- <strong>und</strong><br />
Teilhabegesetz NRW.<br />
Mit welchen Kooperationspartnern<br />
arbeiten Sie zusammen?<br />
Das Projekt ‚Haushaltsnahe <strong>Dienstleistungen</strong>’<br />
wird vom Ministerium für Generationen,<br />
Familie, Frauen <strong>und</strong> Integration des<br />
Landes NRW finanziert. In drei Kommunen<br />
(Gelsenkirchen, Mülheim <strong>und</strong> Duisburg)<br />
wurden ‚R<strong>und</strong>e Tische’ initiiert, an denen Senioren,<br />
Wohlfahrtsverbände, private Dienstleister,<br />
Handwerker <strong>und</strong> die Stadtverwaltung<br />
teilnahmen. Hierzu waren auch Vertreter der<br />
Wohnungswirtschaft eingeladen, die sich jedoch<br />
leider sehr zurückgehalten haben.<br />
Darüber hinaus sind in Gesprächen auf Landesebene<br />
wichtige Akteure aus NRW, z. B.<br />
die Landesseniorenvertretung, IHK, Handwerkskammern<br />
<strong>und</strong> die Landesarbeitsgemeinschaft<br />
(LAG) der Wohlfahrtspflege beteiligt.<br />
Ein guter Kontakt besteht auch zur<br />
<strong>LEG</strong> Arbeitsmarkt- <strong>und</strong> Strukturentwicklung<br />
(<strong>LEG</strong> AS), der sich u. a. im Rahmen des Projekts<br />
‚Silberdienste’ entwickelt hat.<br />
Sind wohnort- <strong>und</strong> <strong>haushaltsnahe</strong><br />
<strong>Dienstleistungen</strong> ein Markt mit<br />
Zukunft?<br />
Es gibt künftig einen steigenden Anteil älterer<br />
Menschen, <strong>und</strong> es ist zu erwarten, dass<br />
sich Familien noch mehr ‚zersplitten’, sodass<br />
eine generationenübergreifende gegenseitige<br />
Hilfe oft nicht mehr möglich ist.<br />
Daher werden die <strong>haushaltsnahe</strong>n <strong>Dienstleistungen</strong><br />
in den nächsten Jahren ein Markt<br />
mit hohem Wachstumspotenzial sein. Die<br />
Kunst wird sein, einer Generation, die bei<br />
der Vergabe von Haushaltstätigkeiten an<br />
Dienstleister eher zurückhaltend ist, solche<br />
Angebote als hilfreich <strong>und</strong> sinnvoll zu vermitteln.<br />
Es bleibt jedoch abzuwarten, wie<br />
sich die Situation in 15 bis 20 Jahren darstellt.<br />
Dann kommt eine neue Generation<br />
älterer Menschen, die zwar durchaus gewillt<br />
sind, Dienste in Anspruch zu nehmen, die<br />
jedoch aufgr<strong>und</strong> von Unterbrechungen im<br />
18 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
Berufsleben mit weniger Rente auskommen<br />
müssen <strong>und</strong> die auch nur wenig Rücklagen<br />
haben. Die Auswirkungen der heutigen<br />
Wirtschaftskrise sind da in ihrem Ausmaß<br />
noch nicht abzuschätzen.<br />
DIE KUNST WIRD SEIN,<br />
EINER GENERATION, DIE<br />
BEI DER VERGABE VON<br />
HAUSHALTSTÄTIGKEITEN<br />
AN DIENSTLEISTER EHER<br />
ZURÜCKHALTEND IST, SOL-<br />
CHE ANGEBOTE ALS HILF-<br />
REICH UND SINNVOLL ZU<br />
VERMITTELN.<br />
Wer kann sich diesen Service<br />
leisten?<br />
Die <strong>Dienstleistungen</strong> müssen in der Regel<br />
privat finanziert werden. In Ausnahmefällen<br />
– je nach Einkommen <strong>und</strong> Vermögen –<br />
übernimmt der Sozialhilfeträger die Kosten<br />
für die notwendigen Leistungen. Wenn<br />
man die Hilfen allerdings nicht täglich über<br />
mehrere St<strong>und</strong>en benötigt, ist die Dienstleistung<br />
für viele Menschen erschwinglich.<br />
Zusätzlich kann man 20 Prozent der jährlichen<br />
Ausgaben, maximal jedoch 4.000<br />
Euro, steuerlich geltend machen.<br />
Oder beschränken sich die <strong>Dienstleistungen</strong><br />
auf gegenseitige Unterstützung<br />
bzw. Hilfe, die nichts<br />
kosten darf?<br />
Haushaltsnahe Dienstleister, wie wir sie im<br />
Projekt betrachten, sind professionelle Anbieter,<br />
für die wir qualitative Mindeststandards<br />
beschreiben wollen. Dies ist für informelle<br />
<strong>und</strong> ehrenamtliche Hilfen weder<br />
möglich noch gewollt. Dennoch sind gegenseitige<br />
Hilfen eine wichtige Aufgabe unserer<br />
Gesellschaft. Wir müssen uns daran gewöhnen,<br />
dass wir Unterstützungsleistungen<br />
immer weniger aus dem klassischen<br />
familiären Umfeld bekommen. Diesen Hilfebedarf<br />
komplett auf Profis zu verlagern,<br />
geht an der Realität vorbei. Das werden sich<br />
viele Menschen gar nicht leisten können.<br />
Hinzu kommt aber die Komponente der<br />
Gemeinsamkeit <strong>und</strong> Teilhabe an der Gesellschaft.<br />
Gerade die informellen Hilfen unter<br />
Nachbarn <strong>und</strong> Fre<strong>und</strong>en sind es, die Einsamkeit<br />
vorbeugen, Kontakte <strong>und</strong> Bindungen<br />
schaffen.<br />
Wie müssen die Angebote beschaffen<br />
sein, dass sie angenommen<br />
werden?<br />
Der Dienstleister sollte auf jeden Fall ein<br />
kostenloses Erstgespräch anbieten, in dem<br />
alle Wünsche <strong>und</strong> Vorstellungen geklärt<br />
<strong>und</strong> die Preise offen dargelegt werden. Wünschenswert<br />
sind schriftliche Informationsmaterialien.<br />
Der Anbieter soll vertrauenswürdig<br />
sein <strong>und</strong> den K<strong>und</strong>en nicht zum<br />
Vertragsabschluss oder zu nicht gewollten<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> drängen. Ein häufiger<br />
Personalwechsel ist zu vermeiden, <strong>und</strong> bei<br />
Ausfall der betreuenden Person muss für<br />
Ersatz gesorgt werden. Die Mitarbeiter<br />
sollten qualifiziert <strong>und</strong> im k<strong>und</strong>enorientierten<br />
Umgang mit älteren Menschen geschult<br />
sein. Flexibilität vor Ort spielt auch<br />
eine wichtige Rolle. Sprachkenntnisse der<br />
einzelnen Mitarbeiter nehmen an Bedeutung<br />
zu, da auch die Menschen mit Migrationshintergr<strong>und</strong><br />
erreicht werden sollen.<br />
Die Finanzierung <strong>und</strong> Preisgestaltung ist<br />
ein sensibles <strong>Thema</strong> <strong>und</strong> sollte daher offengelegt<br />
werden <strong>und</strong> schriftlich verankert<br />
sein. In einem schriftlichen Vertrag sollen<br />
alle wesentlichen Punkte übersichtlich <strong>und</strong><br />
verständlich festgehalten werden.<br />
GERADE DIE INFORMELLEN<br />
HILFEN UNTER NACHBARN<br />
UND FREUNDEN SIND ES,<br />
DIE EINSAMKEIT VORBEU-<br />
GEN, KONTAKTE UND BIN-<br />
DUNGEN SCHAFFEN.<br />
Wirkt sich der demografische<br />
Wandel auf die Angebote aus?<br />
Mit einem wachsenden Anteil älterer Menschen<br />
ist zu vermuten, dass auch die Nachfrage<br />
nach entlastenden Hilfen steigt. Allerdings<br />
werden vor allem die gesellschaftlichen<br />
Veränderungen Auswirkungen auf die<br />
Inanspruchnahme solcher <strong>Dienstleistungen</strong><br />
haben. Je mehr die familiären Bindungen<br />
wegfallen, desto größer wird der Bedarf<br />
nach Hilfen durch Dritte. Das gilt aber nicht<br />
nur für Ältere, sondern auch für jüngere<br />
Menschen, beispielsweise Doppelverdiener<br />
mit Kindern.<br />
Wenn über <strong>haushaltsnahe</strong> <strong>Dienstleistungen</strong><br />
gesprochen wird, sind meist<br />
Senioren die Adressaten. Gibt es<br />
darüber hinaus Zielgruppen, für die<br />
der Service interessant sein könnte?<br />
K<strong>und</strong>en sind nicht mehr nur ältere <strong>und</strong> kranke<br />
Menschen. Durch die steigenden Anfor-
derungen im Beruf bietet der Service gerade<br />
für Berufstätige eine enorme zeitliche Entlastung.<br />
Auch Familien mit Kindern profitieren<br />
von Haushaltsdiensten. Ebenso bieten die<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> für behinderte Menschen<br />
mehr Sicherheit <strong>und</strong> Lebensqualität.<br />
Wie gehen Sie auf diese Zielgruppen<br />
ein?<br />
Bei unserem Projekt haben wir zunächst<br />
den Fokus auf die älteren Menschen gelegt.<br />
Denn obwohl sie besonders von <strong>haushaltsnahe</strong>n<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> profitieren könnten,<br />
sind sie bei der Nutzung besonders<br />
zurückhaltend. Daher haben wir die Qualitätskriterien<br />
vor allem mit Blick darauf<br />
entwickelt, welche Anforderungen insbesondere<br />
Ältere an Dienstleister in Haus <strong>und</strong><br />
Garten haben. Da ältere Menschen jedoch<br />
sehr ähnliche Bedürfnisse haben wie jüngere,<br />
sind unsere Qualitätskriterien auch für<br />
viele andere Zielgruppen nützlich.<br />
Wie werden Migranten erreicht?<br />
Die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergr<strong>und</strong><br />
sind ebenfalls eine Zielgruppe<br />
für die <strong>haushaltsnahe</strong>n <strong>Dienstleistungen</strong>.<br />
Auch dort sind ältere Menschen zunehmend<br />
auf fremde Hilfe angewiesen, da Fa-<br />
KUNDEN SIND NICHT MEHR<br />
NUR ÄLTERE UND KRANKE<br />
MENSCHEN. DURCH DIE STEI-<br />
GENDEN ANFORDERUNGEN<br />
IM BERUF BIETET DER SER-<br />
VICE GERADE FÜR BERUFS-<br />
TÄTIGE EINE ENORME ZEIT-<br />
LICHE ENTLASTUNG. AUCH<br />
FAMILIEN MIT KINDERN<br />
PROFITIEREN VON HAUS-<br />
HALTSDIENSTLEISTUNGEN.<br />
milienangehörige berufstätig sind <strong>und</strong> sich<br />
nicht ausreichend um die Senioren kümmern<br />
können. Die Erreichbarkeit dieser<br />
Zielgruppe ist eine Herausforderung <strong>und</strong><br />
INTERVIEW<br />
beschäftigt uns ganz aktuell. Mit der Landesarbeitsgemeinschaft<br />
der kommunalen<br />
Migrantenvertretungen NRW (LAGA) suchen<br />
wir geeignete Wege, um diese Zielgruppe<br />
zu erreichen.<br />
Welche Aufgaben haben Wohnungsunternehmen<br />
Ihrer Ansicht nach in<br />
diesem Bereich?<br />
Wohnungsunternehmen tragen Verantwortung<br />
für ihre Mieter. Dies ist nicht nur ein<br />
gesellschaftlicher Anspruch. Es sollte auch<br />
im wirtschaftlichen Interesse eines Wohnungsunternehmens<br />
sein, langjährige <strong>und</strong><br />
zuverlässige Mieter zu halten bzw. neue anzuwerben.<br />
Dazu sind zwei Aspekte wichtig.<br />
Das ‚barrierefreie Wohnen’ sollte bei den<br />
Eigentümern mehr ins Bewusstsein treten.<br />
Wer schon bei Neubauten darauf achtet,<br />
kann Kosten für einen eventuellen späteren<br />
Umbau vermeiden <strong>und</strong> die Wohnungen attraktiver<br />
machen. Wohnungen im Bestand<br />
können bei ohnehin anstehenden Sanierungsmaßnahmen<br />
barrierearm gestaltet<br />
werden. Daneben machen ergänzende<br />
Dienstleistungsangebote die Wohnungen<br />
<strong>und</strong> das Umfeld attraktiv.<br />
Vielen Dank für das Gespräch!
„DIE AKTUELLE FINANZKRISE BESTÄTIGT DIE RÜCKKEHR<br />
VON DER VIRTUELLEN ZUR REALWIRTSCHAFT“<br />
Was bietet die Stadt<br />
ihren Unternehmen?<br />
Köln ist zweifellos<br />
heute einer der attraktivstenWirtschaftsstandorte<br />
in Europa.<br />
Und das aus vielerlei<br />
Gründen: Köln bietet<br />
ein einmaliges Marktpotenzial.<br />
So leben im<br />
Umkreis von h<strong>und</strong>ert<br />
Kilometern um den<br />
Kölner Dom r<strong>und</strong> 17<br />
Millionen Menschen<br />
<strong>und</strong> damit deutlich<br />
mehr als in allen anderen<br />
europäischen Metropolen<br />
mit Ausnahme Londons (18 Millionen). Gleichzeitig<br />
verfügt Köln über die besten Verkehrsverbindungen<br />
in Europa. So sind drei internationale Flughäfen (Düsseldorf,<br />
Frankfurt <strong>und</strong> der Köln Bonn Airport als Drehkreuz<br />
der Low-Cost-Airlines) in weniger als einer St<strong>und</strong>e vom<br />
Stadtzentrum aus erreichbar. Mit den Hochgeschwindigkeitszügen<br />
gelangt man in kürzester Zeit nicht nur in die<br />
deutschen Metropolen, sondern auch nach Amsterdam,<br />
Brüssel, London <strong>und</strong> Paris. Der fast komplett ausgebaute<br />
Kölner Autobahnring <strong>und</strong> die zweitgrößten Binnenhafenkapazitäten<br />
Deutschlands r<strong>und</strong>en das Angebot hier ab.<br />
Eine aktuelle Befragung von internationalen Führungskräften<br />
hat darüber hinaus gezeigt, dass für eine Ansiedlungsentscheidung<br />
von Unternehmen der Zugang zu den<br />
örtlichen Behörden an erster Stelle steht. Und gerade<br />
wegen der Servicequalität der Stadtverwaltung – hier<br />
möchte ich auch unseren Unternehmens-Service erwähnen<br />
– belegte Köln bei den auf Unternehmensbefragungen<br />
beruhenden Studien von Ernst & Young in den Jahren<br />
2007 <strong>und</strong> 2008 Platz Eins in Sachen Wirtschaftsfre<strong>und</strong>lichkeit.<br />
Für welche Branchen ist Köln besonders interessant?<br />
Eine der Stärken Kölns ist die breit gefächerte, ausgewogene<br />
Wirtschaftsstruktur der Stadt, die sie robuster für<br />
Krisen werden lässt. Wie die letzten zehn Jahre anschaulich<br />
belegen, konnten so beispielsweise auf dem Büroimmobilienmarkt<br />
Nachfragerückgänge einzelner Branchen<br />
immer wieder durch positive Entwicklungen bei anderen<br />
zum Teil mehr als kompensiert werden. Wir haben darüber<br />
hinaus seit langem auf den Erhalt <strong>und</strong> die Stärkung<br />
unseres industriellen Kerns gesetzt, weil die gerade in<br />
der jüngeren Vergangenheit stark zunehmenden unternehmensbezogenen<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> diese Auftraggeber<br />
dringend brauchen. Die aktuelle Finanzkrise bestätigt<br />
ja die Rückkehr von der virtuellen zur Realwirtschaft.<br />
Allen Unkenrufen im Rahmen der Allianz-Umstrukturierung<br />
<strong>und</strong> der Fusion von HDI-Gerling zum Trotz hat sich<br />
gerade der Versicherungsstandort Köln in den letzten<br />
beiden Jahren mehr als behaupten können. Neuansiedlungen<br />
wie Admiral, AMB Generali, Mapfre Empresas,<br />
20 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
Interview mit Oberbürgermeister Fritz Schramma<br />
Mitsui Sumitomo oder Scor belegen dies eindrucksvoll.<br />
Mit der Entscheidung von Microsoft, seine NRW-Zentrale<br />
von Neuss in den Kölner Rheinauhafen zu verlagern,<br />
<strong>und</strong> den Ansiedlungen indischer IT-Spezialisten<br />
wie Wipro <strong>und</strong> Mindtree hat die Domstadt darüber hinaus<br />
ihre Attraktivität für diese Zukunftsbranche unter<br />
Beweis gestellt. Köln steht für die positiven Tugenden<br />
im Sinne des ‚Made in Germany’ wie Qualität, Zuverlässigkeit,<br />
Leistungsstärke <strong>und</strong> Ähnliches bei gleichzeitiger<br />
– gerade für die zunehmend begehrten Fachkräfte wichtiger<br />
werdender – hoher Lebensqualität <strong>und</strong> ein kreatives<br />
Umfeld. Und hier liegen die Gründe für Entscheidungen<br />
von Firmen wie Lanxess <strong>und</strong> Sany, einem der<br />
weltweit größten chinesischen Baumaschinenhersteller,<br />
ihre Zentralen in Europa nach Köln zu legen. Die Standortentscheidung<br />
des Lübbe-Verlages ist ein weiteres,<br />
ganz aktuelles Beispiel.<br />
Welche aktuellen Entwicklungen <strong>und</strong> Trends gibt es auf<br />
dem Immobilienmarkt?<br />
Die Entwicklung des Kölner Immobilienmarktes hat sich<br />
nicht zuletzt bedingt durch die ges<strong>und</strong>e Branchenvielfalt<br />
in den letzten zehn Jahren deutlich vom allgemeinen<br />
Trend abgehoben <strong>und</strong> ist von Stabilität auf hohem Niveau<br />
<strong>und</strong> zum Teil neuen Rekordergebnissen geprägt. Auch im<br />
vergangenen Jahr war Köln der einzige Standort der<br />
sogenannten ‚Big Six’-Immobilienstandorte, der mit<br />
290.000 Quadratmetern Gesamtvermietungsleistung<br />
einen Zuwachs vermelden konnte, das zweitbeste Ergebnis<br />
seiner Geschichte überhaupt. Auch der Einbruch auf<br />
dem Investmentmarkt fiel deutlich moderater aus als in<br />
den Wettbewerbs-Städten. Eine stabile Entwicklung können<br />
wir schließlich auch beim Wohnungsmarkt vermelden.<br />
Dies haben wir nicht zuletzt der positiven Bevölkerungsentwicklung<br />
zu verdanken. So bleibt Köln nicht<br />
nur Millionenstadt, sondern wird auch noch bis ins übernächste<br />
Jahrzehnt weiter wachsen.<br />
Welche Maßnahmen ergreift die Stadt auf dem Immobilienmarkt,<br />
um die Position als Wirtschafts-, Handels<strong>und</strong><br />
Dienstleistungsmetropole auszubauen?<br />
Es geht darum, den Standort Köln für Unternehmen aus<br />
dem In- <strong>und</strong> Ausland weiter attraktiv zu erhalten. Dazu<br />
bauen wir die Service-Qualität der Verwaltung weiter<br />
aus; gleichzeitig intensivieren wir aber auch unsere Akquisitionsbemühungen.<br />
Unsere China-Offensive <strong>und</strong> die<br />
Indien- <strong>und</strong> Türkei-Initiativen haben hier ja schon schöne<br />
Erfolge gezeigt. Wir werden sie deshalb weiter ausbauen,<br />
aber auch die traditionellen westeuropäischen <strong>und</strong> nordamerikanischen<br />
Märkte nicht vergessen. Und schließlich<br />
kommt es darauf an, auch den entsprechenden Platz für<br />
Erfolge zu schaffen. Für die Erfolgsstory ‚Rheinauhafen’<br />
wird derzeit das Abschlusskapitel geschrieben. Da sorgen<br />
wir mit den entsprechenden Projektplanungen für neue<br />
Perspektiven. Die ‚MesseCity’ ist sicherlich von der Dimension<br />
<strong>und</strong> Qualität der Planungen her ein würdiges<br />
Nachfolge-Projekt. Ich persönlich sehe aber auch gerade<br />
mit dem Deutzer Hafen perspektivisch noch ein hochattraktives<br />
Potenzial, das wir nutzen müssen.<br />
KÖLN<br />
NAC<br />
AUF
IMMOBILIENMARKT NRW<br />
HHALTIGE PROJEKTE<br />
DEM VORMARSCH<br />
Von Miriam M. Beul,<br />
freie Immobilienjournalistin<br />
Die Dommetropole leidet weniger<br />
unter den Auswirkungen<br />
der Krise als typische Bürostädte<br />
wie Frankfurt am Main oder<br />
München. Der Mietmarkt brach<br />
2008 (noch) nicht ein, <strong>und</strong> heimische<br />
Käufer eroberten den<br />
Markt zurück. Erste Öko-Immobilien<br />
machen von sich reden.<br />
� Auch Köln leidet unter der Finanzkrise<br />
– die Zahlen des vergangenen Jahres sprechen<br />
Bände. Immobilien im Wert von 1,2<br />
Milliarden Euro wechselten 2008 den Besitzer.<br />
Damit lag das Transaktionsvolumen in<br />
der Domstadt 34 Prozent unter dem vom<br />
Boomjahr 2007. „Dennoch fiel der Rückgang<br />
am Rhein viel schwächer aus als in den<br />
großen Hochburgen wie Frankfurt am Main<br />
oder München“, betont Jens Hoppe, Geschäftsführer<br />
der Atisreal GmbH <strong>und</strong> Kölner<br />
Niederlassungsleiter. Köln sei der einzige<br />
Standort, an dem mit einer Zunahme<br />
von gut sieben Prozent ein höherer Umsatz<br />
mit Einzeldeals erzielt werden konnte als<br />
noch im Vorjahr. Auch der Einbruch bei den<br />
Portfoliotransaktionen war nicht ganz so<br />
stark wie an anderen Standorten. Die Struktur<br />
der Verkäufe änderte sich aber spürbar:<br />
Während 2007 noch 141 Immobilien einen<br />
neuen Besitzer fanden, waren es im vergangenen<br />
Jahr nur 74. Das durchschnittliche<br />
Volumen pro Deal lag mit 16 Millionen<br />
Euro aber über dem Vorjahreswert von 13<br />
Millionen Euro. „Den größten Anteil am<br />
Jahresumsatz hatten Transaktionen zwischen<br />
25 <strong>und</strong> 50 Millionen Euro“, sagt<br />
Hoppe. Mit einem Anteil von 44 Prozent<br />
standen Büroimmobilien in der Käufergunst<br />
weit oben, wenn auch nicht mehr<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 21
DREI MAL ZEHN<br />
IST ÜBER TAUSEND<br />
Über 1.200 Wohnungen entwickelt die<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Köln GmbH seit 2002 in drei<br />
großen Projekten bis 2011. Sie liegen<br />
am Rhein (Rheinrefugium), am Volksgarten<br />
(Volksgarten Plus) <strong>und</strong> in Bayenthal<br />
(Tacitus Carree).<br />
Das entspricht gut 120 fertig gestellten<br />
Wohnungen pro Jahr. Zum Vergleich: Durchschnittlich<br />
2.650 neue Wohnungen pro Jahr<br />
errechnen sich für ganz Köln im Zeitraum<br />
von 2002 bis 2007 aus den Angaben des<br />
Amtes für Stadtentwicklung <strong>und</strong> Statistik.<br />
Damit errichtet die <strong>LEG</strong> also – rein statistisch<br />
betrachtet – über einen Zeitraum von zehn<br />
Jahren hinweg jedes Jahr 4,5 Prozent der<br />
Kölner Neubauwohnungen. „Unsere Neubauprojekte<br />
leisten damit einen bedeutenden<br />
Anteil zur Versorgung der Bürger mit<br />
modernen Wohnungen“, so Edgar Mungen,<br />
Geschäftsführer der <strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Köln GmbH (<strong>LEG</strong> S Köln).<br />
„Darüber hinaus handelt es sich um Quartiersentwicklungen<br />
von hoher städtebaulicher<br />
<strong>und</strong> architektonischer Qualität, mit<br />
Tacitus Carree<br />
ganz so dominant wie 2007 (über 65 Prozent).<br />
Knapp 29 Prozent entfielen auf Einzelhandelsimmobilien,<br />
die beliebter waren<br />
als zuvor <strong>und</strong> um 15 Prozentpunkte zulegten.<br />
Mit r<strong>und</strong> 16 Prozent hatten sonstige<br />
Immobilien wieder einen relativ hohen Anteil.<br />
Verkäufe von Logistikimmobilien trugen<br />
mit r<strong>und</strong> sieben Prozent zum Transaktionsvolumen<br />
bei. Mehr als die Hälfte des<br />
Transaktionsvolumens (gut 55 Prozent)<br />
wurde in der City registriert. „Die Kölner<br />
Innenstadt blieb damit die bevorzugte Investitionslage,<br />
verlor aber gegenüber dem<br />
Vorjahr r<strong>und</strong> fünf Prozentpunkte. Auch der<br />
Cityrand erreichte mit knapp 17 Prozent<br />
r<strong>und</strong> zehn Prozentpunkte weniger als<br />
2007“, sagt Atisreal-Mann Hoppe weiter.<br />
22 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
denen Brachflächen revitalisiert <strong>und</strong> in die<br />
Stadtviertel integriert werden.“<br />
Tacitus Carree<br />
In Bayenthal, nahe am Rhein, hat die <strong>LEG</strong> inmitten<br />
eines typischen ‚Kölschen Veedels’<br />
ein Quartier mit fast 160 Eigentumswohnungen<br />
sowie 5.400 Quadratmeter Büro<strong>und</strong><br />
Einzelhandelsflächen errichtet. „Wohnen<br />
in Innenstadtnähe <strong>und</strong> die Vorteile einer<br />
gewachsenen Struktur sind hier harmonisch<br />
miteinander verb<strong>und</strong>en“, beschreibt die Projektleiterin<br />
Ingrid Thurm. Entworfen hat die<br />
Anlage mit ihren abwechslungsreichen Fassaden<br />
<strong>und</strong> dem grünen, autofreien Innenhof<br />
der Kölner Architekt Prof. Ulrich Coersmeier.<br />
Fast alle der Ein- bis Fünf-Zimmer-Eigentumswohnungen<br />
sind verkauft <strong>und</strong> bereits<br />
bezogen. Die Büro- <strong>und</strong> Einzelhandelsflächen<br />
sind zu r<strong>und</strong> 75 Prozent vermietet.<br />
Volksgarten Plus<br />
Auch das neue Wohnquartier ‚Volksgarten<br />
Plus’ am Eifelplatz liegt in einem lebendigen<br />
Stadtteil, der Neustadt-Süd. Die künftigen<br />
Mieter <strong>und</strong> Eigentümer, die ab Herbst 2009<br />
die ersten Gebäude beziehen, leben einerseits<br />
direkt am Volksgarten <strong>und</strong> sind andererseits<br />
in wenigen Minuten zu Fuß, mit dem<br />
Rad oder dem ÖPNV in der Innenstadt. „Für<br />
den kleinen Einkauf oder den gemütlichen<br />
Ein Viertel des Umsatzes entfiel dagegen<br />
auf die dezentralen Lagen. Auffällig: Der<br />
Kölner Gewerbeimmobilienmarkt wurde<br />
2008 wieder von einheimischen Investoren<br />
dominiert. Ausländische Käufer lagen mit<br />
einem Anteil von knapp 29 Prozent deutlich<br />
unter dem Vorjahreswert (r<strong>und</strong> 68 Prozent)<br />
<strong>und</strong> haben in keiner anderen Stadt relativ<br />
betrachtet weniger investiert als hier.<br />
Kurz: Man ist in Kölle wieder unter sich. Die<br />
nachlassende Kauffreude heißt aber auch,<br />
dass sich die heimischen Player in diesem<br />
Jahr mit weiter steigenden Renditen arrangieren<br />
müssen. Für moderne, voll vermietete<br />
Büroobjekte lagen die Netto-Spitzenrenditen<br />
Ende 2008 bei 5,40 Prozent <strong>und</strong><br />
damit fast wieder auf dem Niveau für Pre-<br />
Volksgarten Plus<br />
Abend im Restaurant brauchen sie ihr Viertel<br />
erst gar nicht zu verlassen“, sagt Projektleiterin<br />
Simone Demmer. „Ein solch integrierter,<br />
urbaner Standort für den Neubau von mehreren<br />
h<strong>und</strong>ert Wohnungen ist selten.“ R<strong>und</strong><br />
280 Miet- <strong>und</strong> Eigentumswohnungen sowie<br />
r<strong>und</strong> 190 Studentenappartements sind hier<br />
insgesamt geplant. Das Bebauungskonzept<br />
basiert auf dem in einem städtebaulichen<br />
Wettbewerb 2003 prämierten Entwurf des<br />
Architekturbüros Schommer aus Bonn. Das<br />
neue Wohngebiet ist als geöffneter Raum<br />
konzipiert, dessen parkähnlicher Innenbereich<br />
Bewohnern <strong>und</strong> Gästen Ruhe, Begegnung<br />
<strong>und</strong> Kommunikation offeriert.<br />
Rheinrefugium<br />
Das Rheinrefugium in Mülheim bietet großstädtische<br />
Wohn- <strong>und</strong> Lebensqualität mit<br />
weitläufigem Blick über den Rhein bis hin<br />
zum Dom. Es ist das größte der drei Projek-<br />
miumlagen vom Jahresende 2006. Innerhalb<br />
der vergangenen zwölf Monate sind<br />
sie um 35 Basispunkte angestiegen. „Wir erwarten<br />
auch für 2009 einen weiteren Anstieg<br />
der Renditen“, so Analyst Hoppe.<br />
Lebhafte Nachfrage stützt den Markt<br />
Ganz anders präsentierte sich in den vergangenen<br />
Monaten der Kölner Mietmarkt.<br />
Hier wirkte sich die Krise (noch) nicht aus.<br />
Mit 290.000 Quadratmetern wurden sogar<br />
vier Prozent mehr Bürofläche neu vermietet<br />
als im Jahr zuvor. Damit liegt die Domstadt<br />
nur knapp unterhalb des Rekordwerts<br />
von 2006 in Höhe von 295.000 Quadratmetern<br />
<strong>und</strong> gehört zu den wenigen Standorten,<br />
die ihr Umsatzergebnis von 2007 in
Rheinrefugium<br />
te: R<strong>und</strong> 600 Wohnungen, eine Kindertagesstätte<br />
<strong>und</strong> Gewerbeeinheiten wird es dort<br />
nach der Fertigstellung im Jahr 2011 geben.<br />
Es ist vielleicht auch das überregional bekannteste,<br />
hat sich doch Schauspieler Bernd<br />
Römer in der Sendung ‚Mieten, Kaufen,<br />
Wohnen’ auf VOX im März 2009 eine der<br />
neuesten Eigentumswohnungen angesehen.<br />
Zwei weitere Häuser direkt am Fluss mit jeweils<br />
14 Eigentumswohnungen sind im Frühjahr<br />
bezugsfertig geworden. „Besonderer<br />
Clou sind die beiden Penthouse- <strong>und</strong> die<br />
Staffelgeschosswohnungen mit ihrem fantastischen<br />
Rheinblick“, so Edgar Mungen. Die<br />
Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen in den<br />
Häusern sind r<strong>und</strong> 65 bis 120 Quadratmeter<br />
groß <strong>und</strong> damit sowohl ideal für Singles <strong>und</strong><br />
Paare wie auch für Familien. Die ersten Mieter<br />
<strong>und</strong> Eigentümer zogen bereits 2004 ins<br />
Rheinrefugium. Entworfen hat es ebenfalls<br />
Prof. Ulrich Coersmeier. Neben der Lage<br />
Höhe von 277.000 Quadratmetern sogar<br />
noch übertreffen konnten. „Zu diesem hervorragenden<br />
Resultat hat insbesondere die<br />
lebhafte Nachfrage in der Innenstadt beigetragen,<br />
auf die ein Großteil des Umsatzes<br />
entfiel“, erklärt Jens Hoppe weiter. Das<br />
große Mietinteresse ließ hier auch die Spitzenmieten<br />
weiter steigen. Mit Preisen von<br />
bis zu 21,50 Euro pro Quadratmeter verlangen<br />
die Eigentümer jetzt zwei Prozent<br />
mehr als Anfang 2008. „Spitzenpreise für<br />
Topobjekte können aber nur in Kölns City<br />
erreicht werden.“ In den übrigen Teilmärkten<br />
gaben die Höchstmieten im Jahresverlauf<br />
2008 überwiegend leicht nach. Lediglich<br />
in Sülz/Lindenthal <strong>und</strong> den westlichen<br />
Nebenlagen haben sie angezogen. Die<br />
einen Steinwurf vom Rhein entfernt zeichnet<br />
sich das Gesamtensemble auch durch seinen<br />
parkähnlichen Charakter aus: Den Mittelpunkt<br />
bildet ein zentraler Platz, der nach Abschluss<br />
aller Baumaßnahmen das Flussufer<br />
über einen vorhandenen Grünzug mit dem<br />
Böcking-Park verbinden soll.<br />
Vorgängerprojekt<br />
Auch das im ausgehenden 20. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />
größte Wohnungsbauprojekt in Köln, der<br />
Ossendorfpark auf dem Gelände der ehemaligen<br />
Kaserne Klerken, wurde von der<br />
<strong>LEG</strong> eigenwirtschaftlich entwickelt. Auf dem<br />
Areal entstanden zwischen 1997 <strong>und</strong> 2005<br />
insgesamt r<strong>und</strong> 1.400 Wohnungen. Bauherren<br />
waren neben der <strong>LEG</strong> mehrere Kölner<br />
Wohnungsunternehmen <strong>und</strong> private Investoren.<br />
In dem stark durchgrünten Wohngebiet<br />
ergänzen sich denkmalgeschützte Kasernenbauten,<br />
Mehr- <strong>und</strong> Einfamilienhäuser<br />
sowie Kindertagesstätten <strong>und</strong> Spielplätze.<br />
i<br />
i<br />
i<br />
i<br />
i<br />
Edgar Mungen<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklungsgesellschaft<br />
Köln GmbH<br />
Tel. 02 21 / 94 97 25-56<br />
edgar.mungen@leg-nrw.de<br />
Simone Demmer<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklungsgesellschaft<br />
Köln GmbH<br />
Tel. 02 21 / 94 97 25-39<br />
simone.demmer@leg-nrw.de<br />
Ingrid Thurm<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklungsgesellschaft<br />
Köln GmbH<br />
Tel. 02 21 / 94 97 25-21<br />
ingrid.thurm@leg-nrw.de<br />
www.rheinrefugium.de<br />
www.volksgarten-plus.de<br />
Durchschnittsmieten konnten dagegen in<br />
allen Teilmärkten der City- <strong>und</strong> Cityrandlagen<br />
zulegen. In den Nebenlagen gingen sie<br />
jedoch leicht zurück.<br />
Zahlreiche Projekte in der Planung<br />
Ungeachtet der Krisensymptome drehen<br />
sich in Köln die Kräne. Die Vielzahl der geplanten<br />
Projekte w<strong>und</strong>ert in Anbetracht<br />
der schlechten Stimmung. Doch gibt es<br />
immer Unternehmer, die Nischen sehen<br />
oder das Glück haben, antizyklisch (re-)<br />
agieren zu können. Ein Beispiel dafür bietet<br />
auch die Wiederbelebung des Färberviertels.<br />
Denn wenn es nach der Frankfurter Fay<br />
Waidmarkt GmbH & Co. KG geht, wird<br />
man diesen Abschnitt der Kölner Severin-<br />
IMMOBILIENMARKT NRW<br />
straße im Herbst 2011 kaum wieder erkennen.<br />
Schon diesen Sommer sollen erste<br />
Bagger auf das Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums<br />
rollen. Die Frankfurter Projektgruppe<br />
wird alle Gebäude bis auf das<br />
Hochhaus abreißen <strong>und</strong> auf der Fläche zwischen<br />
Tel-Aviv-Straße, Blaubach, Waidmarkt<br />
<strong>und</strong> dem angrenzenden Schulgelände<br />
Bauten für Büros, Wohnungen, Einzelhandel<br />
<strong>und</strong> – sofern die Stadtspitze zustimmt<br />
– die Schule errichten. Insgesamt<br />
42.000 Quadratmeter Nutzfläche sollen<br />
am Waidmarkt entstehen, davon 18.000<br />
Quadratmeter für Büros. „Wir wollen mit<br />
diesem Mix den Charakter des alten Färberviertels<br />
erhalten“, sagt Fay-Geschäftsführer<br />
Günter Berlo. Der Waidmarkt selbst<br />
soll wieder, wie schon in früheren Jahrh<strong>und</strong>erten,<br />
ein kleiner Platz werden. Nach Aussage<br />
von Berlo käme so auch die romanische<br />
Basilika St. Georg wieder mehr zur<br />
Geltung. Doch nicht nur dem historischen<br />
Erbe soll diese Quartiersentwicklung Rechnung<br />
tragen. Auch umweltfre<strong>und</strong>lich soll<br />
sie sein. Fay Waidmarkt strebt für das Projekt<br />
eine Green Buildung-Zertifizierung an.<br />
So soll für die Bürogebäude Erdwärme genutzt<br />
werden. Die Begrünung der Flachdächer<br />
dagegen ist ein Wunsch der Stadt.<br />
Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert<br />
der Entwickler auf h<strong>und</strong>ert Millionen Euro.<br />
Erstes Passiv-Bürohaus<br />
Eine andere umweltfre<strong>und</strong>liche Immobilie<br />
wurde im vergangenen Dezember eingeweiht.<br />
Es handelt sich um Kölns erstes Passiv-Bürohaus,<br />
das ‚Etrium’ im Stadtteil Vogelsang,<br />
ein Projekt des Projektentwicklers<br />
Friedrich Wassermann GmbH. Das Gebäude<br />
benötigt für seine 3.800 Quadratmeter<br />
Nutzfläche 70 Prozent weniger Primärenergie<br />
als ein konventioneller Neubau. Der<br />
Wert liegt nach Angaben der Bauherren bei<br />
120 Kilowattst<strong>und</strong>en pro Quadratmeter,<br />
der Heizenergiebedarf beträgt 15 Kilowattst<strong>und</strong>en<br />
pro Quadratmeter. Der Öko-Neubau<br />
ist komplett an das niederländische<br />
Unternehmen Econcern mit 150 Mitarbeitern<br />
vermietet, dessen Tochter Ecofys das<br />
Energiekonzept entwickelt hat. Nach Aussage<br />
von Wassermann-Chef Anton Bausinger<br />
lagen die Planungs- <strong>und</strong> Baukosten der<br />
Öko-Immobilien bei r<strong>und</strong> 6,5 Millionen<br />
Euro <strong>und</strong> damit um knapp zehn Prozent<br />
höher als bei einem konventionellen Gebäude.<br />
Durch eine höhere Kaltmiete werde<br />
dieser Mehrpreis aber aufgefangen. Das<br />
dreistöckige Gebäude ist mit einer effizienten<br />
Wärmedämmung ausgestattet: Alle<br />
Fensterflächen <strong>und</strong> das verglaste Atriumdach<br />
erhielten Dreifach-Scheiben. Außerdem<br />
wurde die Fassade 28 Zentimeter dick<br />
gedämmt. Den Wärme- <strong>und</strong> Kältebedarf<br />
bezieht das ‚Etrium’ größtenteils aus dem<br />
Gr<strong>und</strong>wasser. Die Lüftungsanlage mit Wär-<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 23
merückgewinnung erreicht einen Wirkungsgrad<br />
von 95 Prozent. Auf dem Dach<br />
wurde eine Fotovoltaik-Anlage installiert.<br />
Die Toilettenspülung speist sich aus einer<br />
Regenwasser-Zisterne.<br />
Grüne Oval Offices<br />
In Bau ist derzeit eine weitere Immobilie,<br />
die energieeffizient <strong>und</strong> nachhaltig ist <strong>und</strong><br />
darum ein Umwelt-Gütesiegel trägt. Für<br />
eine Zertifizierung mit dem sogenannten<br />
‚EU-Green-Building-Standard’ hat sich die<br />
Münchner MEAG für das Büroensemble<br />
‚Cologne Oval Offices’ am Kölner Gustav-<br />
Heinemann-Ufer entschieden. Dafür hat sie<br />
das Projekt bei der EU-Kommission in Brüssel<br />
eingereicht, die es in die Liste der offiziellen<br />
Partner im Green-Building-Programm<br />
aufgenommen hat. Als Begründung zählte<br />
unter anderem, dass der Bauherr MEAG bei<br />
der Klimatisierung des 80 Millionen Euro<br />
teuren Neubaus fast ausschließlich auf regenerative<br />
Energien setzt. So wird Uferfiltrat<br />
des Rheins als natürliche, regenerative<br />
Kühlquelle für die Wärmeregulierung der<br />
Gebäude genutzt. Funktional <strong>und</strong> effizient<br />
ist auch die Flächenausnutzung: 90 Prozent<br />
der oberirdischen Bruttogeschossfläche<br />
wird Mietfläche sein; die Nutzflächen sind<br />
mit hoher Flexibilität in variable Einheiten<br />
aufteilbar. Die beiden Bürogebäude mit insgesamt<br />
30.000 Quadratmetern Mietfläche<br />
sind damit die ersten Objekte im Kölner<br />
Raum, die einen Eintrag in die Liste des<br />
Green-Building-Programms erreicht haben.<br />
Der neue Sitz der DKV AG soll Mitte dieses<br />
Jahres fertig gestellt sein.<br />
Alte Wagenfabrik: Raum für Kreative<br />
Auf Nachhaltigkeit setzen auch die Macher<br />
der Alten Wagenfabrik in Köln-Ehrenfeld.<br />
Ecke Maarweg/Vogelsanger Straße gehen<br />
die Umbauarbeiten in der ehemaligen Fabrikhalle<br />
zügig voran. Vergangenen Sommer<br />
wurde das Dach geöffnet, sodass künftig viel<br />
Licht ins Gebäudeinnere gelangt. Loft-Büros<br />
ab 400 Quadratmeter Fläche werden in der<br />
Alten Wagenfabrik entstehen, verteilt auf<br />
mehrere Gebäude: der ehemaligen Halle,<br />
der Fabrikantenvilla sowie einem Neubau.<br />
6.000 Quadratmeter Bürofläche bietet die<br />
Deutsche Immobilien Development GmbH<br />
(DID) am Standort Köln-Ehrenfeld insgesamt<br />
an. Mit der Nachfrage zeigt sich Projektleiterin<br />
Claudia Backhaus zufrieden. „Wir<br />
hatten uns vorgenommen, vor allem Nutzer<br />
aus kreativen Branchen für den Standort zu<br />
gewinnen. Und das funktioniert. Vor allem<br />
Architekten <strong>und</strong> Designer wollen Flächen in<br />
der Alten Wagenfabrik mieten“, sagt sie.<br />
Kein W<strong>und</strong>er. Das Konzept für das künftige<br />
Gesamt-Ensemble erstellte das Kölner Architekturbüro<br />
S.U.R. Es sieht für die denkmalgeschützten<br />
Gebäudeteile großzügige Atrien<br />
<strong>und</strong> repräsentative Eingangssituationen vor.<br />
Wert gelegt wird dem Trend entsprechend<br />
24 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
RHEINAUHAFEN<br />
DAS ZWEITE LEBEN EINES GETREIDESPEICHERS<br />
Der Rheinauhafen beeindruckt. Köln hat ein neues ‚Veedel’ <strong>und</strong> eine neue Ansicht<br />
mit einer spannenden Mischung aus Baudenkmälern <strong>und</strong> Neubauten<br />
berühmter Architekten, aus Wohnen <strong>und</strong> Arbeiten in direkter Rheinlage.<br />
Auch die Zahlen imponieren: Fast h<strong>und</strong>ert<br />
Jahre lang diente der Rheinauhafen zur Be<strong>und</strong><br />
Entladung von Binnenschiffen. Zwei Kilometer<br />
lang <strong>und</strong> 200 Meter breit ist er, erstreckt<br />
sich zwischen Severins- <strong>und</strong> Südbrücke.<br />
1992 wurde ein Ideenwettbewerb<br />
ausgelobt, zehn Jahre später begann der<br />
Ausbau von 30 Baufeldern mit 154.000 Quadratmetern.<br />
Im wahrsten Sinne des Wortes<br />
‚mitten drin’ sind auch zwei Projekte der<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung Köln<br />
GmbH (<strong>LEG</strong> S Köln): das Silo 23 <strong>und</strong> das<br />
ECR, fertig gestellt 2007 bzw. 2006.<br />
Büros statt Getreide<br />
Das Silo war einmal ein Notfallspeicher für<br />
die Getreideversorgung. 1998 wurde er aufgegeben,<br />
danach galt er als nicht umnutzungsfähig.<br />
Der gut 45 Meter hohe, turmartige<br />
Bau hatte weder Fenster noch Zwischendecken,<br />
dafür aber meterhohe<br />
Betontrichter. Vor dem Abriss retteten das<br />
Denkmal die Architekten kister scheithauer<br />
gross <strong>und</strong> die drei Projektpartner Kreissparkasse<br />
Köln, <strong>LEG</strong> S Köln <strong>und</strong> Development<br />
Partner AG. Sie entkernten das Gebäude,<br />
zogen Zwischendecken ein, schnitten Öffnungen<br />
in die Fassade <strong>und</strong> setzten die energetisch<br />
optimalen ‚Bay Windows’ ein. Heute<br />
ist das siebzig Jahre alte Silo ein modernes<br />
Bürogebäude mit elf Etagen à 425 Quadrat-<br />
metern <strong>und</strong> Gastronomie im Erdgeschoss.<br />
Ab dem fünften Geschoss ist das Gebäude<br />
dreiseitig belichtet <strong>und</strong> bietet auch einen<br />
Blick auf die Altstadt mit dem Dom. Unter<br />
den Mietern sind Ingenieure, Werbe- <strong>und</strong><br />
Marketing-Dienstleister sowie Büromöbel-<br />
Systemhersteller.<br />
Büros statt Stückgut<br />
Das benachbarte ECR (Event Center Rheinauhafen),<br />
1961 als Stückguthalle erbaut,<br />
wurde vom gleichen Projektentwickler-Trio<br />
revitalisiert. Hier blieb der Rohbau nahezu<br />
unverändert; die Fassade <strong>und</strong> die Erschließung<br />
wurden nach dem Konzept des Kölner<br />
Architekturbüros Felder erneuert. Das ECR<br />
hat fünf Geschosse <strong>und</strong> eine Gesamtmietfläche<br />
von 4.000 Quadratmetern. Im Erdgeschoss<br />
unterhält ein türkischer Badhersteller<br />
einen Showroom, in den oberen Geschossen<br />
sitzen unter anderem eine Praxisgemeinschaft<br />
von Zahnärzten <strong>und</strong> eine Anwaltskanzlei.<br />
„Die Nutzer im Silo <strong>und</strong> im ECR<br />
schätzen die repräsentative Lage mit der Mischung<br />
aus Tradition <strong>und</strong> Moderne – <strong>und</strong><br />
das gute Gefühl, im angesagtesten Quartier<br />
von Köln zu sein“, so Andreas Röhrig, Geschäftsführer<br />
der <strong>LEG</strong> S Köln. Auch für ihn<br />
sind die beiden Gebäude etwas Besonderes:<br />
„Die Revitalisierung von Gebäuden ist die<br />
spannendste, oft mit großen Überraschungen<br />
verb<strong>und</strong>ene Aufgabe eines Projektentwicklers.<br />
Zudem erhält man den Geist der<br />
Geschichte <strong>und</strong> schafft zugleich eine neue<br />
Zukunft.“<br />
i<br />
Andreas Röhrig<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Köln GmbH<br />
Tel. 02 21 / 94 97 25-25<br />
andreas.roehrig@leg-nrw.de
auch auf die Nachhaltigkeit. Begrünte Innenhöfe<br />
<strong>und</strong> lang gezogene Glasdächer, die für<br />
viel Tageslicht sorgen, erwarten die künftigen<br />
Nutzer. „Für einen Passivhaus-Standard<br />
reicht es zwar nicht, dennoch konnten wir<br />
beim Denkmalschutz Einiges durchsetzen, so<br />
etwa Fenster mit Isolierverglasung“, berichtet<br />
Backhaus. Auch im Innenhof achte man<br />
auf eine besonders gute Dämmung. Das<br />
sähen die Denkmalshüter zwar nicht gern,<br />
sei aber eine Konzession an die Mieter, die<br />
dadurch Nebenkosten sparen könnten. Auch<br />
Energieausweise wird die DID ausstellen,<br />
„das ist ja dann sowieso Pflicht“, so die Projektleiterin.<br />
15 Millionen Euro kostet die Verwandlung<br />
vom hässlichen Entlein zum<br />
Schwan. Sobald die Gebäude vermietet sind,<br />
will die DID sie Gewinn bringend verkaufen.<br />
Wohnraum ist ein knappes Gut<br />
Familien <strong>und</strong> vor allem junge Menschen sind<br />
in Köln auf Wohnungssuche. Das Angebot<br />
ZOLLSTOCK<br />
PEUGEOT-AUTOHAUS NUMMER ACHT<br />
In Düsseldorf <strong>und</strong> sechs weiteren großen deutschen Städten hatte die <strong>LEG</strong> bereits<br />
neue Autohäuser für Peugeot errichtet – das achte <strong>und</strong> vorerst letzte<br />
dann schließlich in Köln.<br />
Die Zusammenarbeit zwischen der <strong>LEG</strong><br />
Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung Essen<br />
GmbH (<strong>LEG</strong> S Essen) <strong>und</strong> dem PSA-Konzern<br />
begann auf der Automeile Höherweg in<br />
Düsseldorf, die die <strong>LEG</strong> auf einem ehemaligen<br />
Gr<strong>und</strong>stück der Stadtwerke entwickelte.<br />
Dabei trat das Unternehmen auch als Investor<br />
für den Neubau des Peugeot-Autohauses<br />
auf. „Daraus entwickelte sich ganz schnell<br />
eine Erfolgsgeschichte“, berichtet der heutige<br />
Projektleiter Kai Brunne. „Es folgten, teilweise<br />
parallel, neue Niederlassungen in<br />
Mannheim, Dresden, Neu-Isenburg bei<br />
Frankfurt am Main, Bremen, Ratingen, Freiburg<br />
<strong>und</strong> Köln.“<br />
‚Blue Box’ <strong>und</strong> Zollstock<br />
Der PSA-Konzern gab die gewünschten<br />
Städte vor, <strong>und</strong> die <strong>LEG</strong> kümmerte sich in<br />
Zusammenarbeit mit Maklern um geeignete<br />
Gr<strong>und</strong>stücke. In Köln war es ein altes Bahngelände<br />
im Stadtteil Zollstock, das die <strong>LEG</strong><br />
nach der Zustimmung des Auftraggebers<br />
zügig erwarb <strong>und</strong> baureif machte. In neunmonatiger<br />
Bauzeit errichtete sie anschließend<br />
die neue Niederlassung. Das Autohaus<br />
im weltweit einheitlichen ‚Blue Box System’<br />
ist r<strong>und</strong> 4.800 Quadratmeter groß <strong>und</strong> in die<br />
Bereiche Neu- <strong>und</strong> Gebrauchtwagen, Teile<strong>und</strong><br />
Zubehörverkauf, Werkstatt sowie den<br />
Schnellservice ‚Peugeot Rapide’ gegliedert.<br />
Das Investitionsvolumen betrug r<strong>und</strong> neun<br />
Millionen Euro.<br />
Peugeot als Mieter<br />
Noch vor der Fertigstellung hat die Unternehmensgruppe<br />
Hannover Leasing das Autohaus<br />
erworben <strong>und</strong> in ihr Immobilienportfolio<br />
übernommen. Peugeot ist für zunächst<br />
zehn Jahre Mieter, mit der Option auf Verlängerung.<br />
Nummer Neun für Citroën<br />
Die bewährte Kooperation zwischen <strong>LEG</strong><br />
<strong>und</strong> PSA-Konzern setzte sich nach Errichtung<br />
der Kölner Niederlassung in Berlin fort:<br />
Hier wurde 2008 ein Citroën-Autohaus als<br />
neunte ‚gemeinsame’ Immobilie eröffnet.<br />
i<br />
ist nicht gerade üppig. Wer in Köln ein Dach<br />
über dem Kopf sucht, braucht Geduld <strong>und</strong><br />
starke Nerven. Nach Angaben der Stadt<br />
Köln verfügt die Dommetropole derzeit<br />
über 532.900 Wohneinheiten. Doch davon<br />
stehen laut dem Techem-Empirica-Leerstandsindex<br />
nur 1,7 Prozent leer. Einzige<br />
Ausnahme bildet Ehrenfeld, ein von Arbeitervierteln<br />
geprägter Bezirk. Hier liegt die<br />
Quote mit 4,8 Prozent deutlich höher. Doch<br />
insgesamt entspricht dies eher dem berühmten<br />
Tropfen auf den heißen Stein, denn im<br />
vergangenen Jahr hat sich der Bestand an<br />
Wohnungen, der kurzfristig angemietet werden<br />
kann, in allen Stadtbezirken weiter reduziert<br />
oder ist gleich geblieben. Und das, obwohl<br />
in den Jahren 2003 bis 2007 r<strong>und</strong><br />
9.000 Wohnungen neu an den Markt gekommen<br />
sind. Nach Recherchen von Jones<br />
Lang LaSalle (JLL) sind allein im Jahr 2007<br />
r<strong>und</strong> 2.540 neue Wohnungen entstanden.<br />
Da gleichzeitig ältere Gebäude abgerissen<br />
Kai Brunne<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Essen GmbH<br />
Tel. 02 01 / 8 27 18-22<br />
kai.brunne@leg-nrw.de<br />
DIE BESONDERE IMMOBILIE<br />
BOCKLEMÜND<br />
‚WEIßE SIEDLUNG’:<br />
DURCH INNOVATIVE<br />
MODERNISIERUNG<br />
ZUM JUWEL<br />
Beispielgebend modernisierte die <strong>LEG</strong><br />
548 Wohnungen mit insgesamt 39.000<br />
Quadratmetern Wohnfläche in der<br />
‚Weißen Siedlung’ im Stadtteil Bocklemünd.<br />
Dort ließ das Wohnungsunternehmen<br />
die mit 1.500 Quadratmetern<br />
größte Fotovoltaik-Anlage im<br />
Wohnungsbestand NRW installieren.<br />
Die 33 Gebäude mit zwei bis acht Stockwerken<br />
wurden in den Jahren 1965 bis<br />
1969 errichtet. Im April 2001 schloss die<br />
<strong>LEG</strong> die Umbaumaßnahme zur Solarsiedlung<br />
ab. Die großflächigen Fotovoltaikmodule<br />
sind oberhalb der dritten Stockwerke<br />
in Fassadenflächen integriert <strong>und</strong> an Balkonbrüstungen<br />
angebracht. Weitere Module<br />
befinden sich auf den Dächern. Durch die<br />
Fotovoltaikmodule wird Sonnenenergie für<br />
die Stromerzeugung genutzt. Diese erneuerbare<br />
Energie hilft dabei, die Abhängigkeit<br />
von fossilen Brennstoffen <strong>und</strong> ständig steigenden<br />
Energiekosten zu verringern.<br />
Klimaschutz <strong>und</strong> K<strong>und</strong>enbindung<br />
Auch durch die neue Vorhangfassade mit<br />
zehn Zentimeter starker Wärmedämmung<br />
aus Mineralfasern trägt die ‚weiße Siedlung’<br />
zum Klimaschutz bei. Aufgr<strong>und</strong> der umfassenden<br />
energetischen Modernisierung wird<br />
pro Wohnung <strong>und</strong> Jahr r<strong>und</strong> eine Tonne<br />
CO 2 eingespart. Die Mieter freuten sich:<br />
Der Heizbedarf reduzierte sich bereits im<br />
ersten Jahr nach der Modernisierung um<br />
57 Prozent. Das Land NRW förderte die<br />
Solarsiedlung im Rahmen des Projekts ‚50<br />
Solarsiedlungen in NRW’.<br />
i<br />
Monika Rösener<br />
Zentralbereich Modernisierung <strong>und</strong><br />
Instandhaltung<br />
<strong>LEG</strong> Management GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-127<br />
monika.roesener@leg-nrw.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 25
wurden, wuchs der Bestand also nur um<br />
1.940 Einheiten – nach Meinung von<br />
Andrew M. Groom, Leiter Immobilienbewertung<br />
Europa bei JLL, ist das zu wenig.<br />
„Das Bestandswachstum bleibt weit hinter<br />
dem Bedarf zurück“, sagt er. Obwohl die<br />
Nachfrage vor allem von jüngeren Bevölke-<br />
Der erste Bauabschnitt der Fordsiedlung der <strong>LEG</strong> in Köln-Niehl befindet sich auf<br />
der Zielgeraden: Nach der Revitalisierung freuen sich die Mieter auf einen zeitgemäßen<br />
Wohnstandard. Ab Mitte 2009 zeigt die 1950/51 errichtete Siedlung<br />
ihr neues Gesicht. Schon jetzt bewerben sich viele neue Mietinteressenten um<br />
eine Wohnung. Mit einer sehr guten Infrastruktur <strong>und</strong> großzügigen Freiflächen<br />
ist die Siedlung schon heute attraktiv – trotz der laufenden Bauarbeiten.<br />
Voraussichtlich bis Frühjahr 2010 werden insgesamt 345 Wohnungen modernisiert<br />
bzw. durch Aufstockung neu geschaffen.<br />
Die Mieter wählten noch unter der Gesellschaft<br />
‚Neue Heimat’ ihre Heizungsform<br />
selbst aus. Seit etwa einem Jahr wird Haus<br />
um Haus der bunten Mischung aus Kohleöfen,<br />
Elektrospeicher-, Gas- <strong>und</strong> Ölheizungen<br />
ein Ende gesetzt. Neue Wohnungszuschnitte<br />
mit familiengerechten Wohnungen führen<br />
zwar zu einer Reduktion der bisherigen<br />
Wohnungszahl. Doch das mit der Modernisierung<br />
beauftragte Planungsbüro Archplan<br />
entwickelte ein Konzept zur Aufstockung<br />
der Gebäude um ein Vollgeschoss in vorgefertigter<br />
Holzbauweise. Dadurch erreichen<br />
die Planer einen Wohnflächenzuwachs von<br />
r<strong>und</strong> 6.350 Quadratmetern in 81 neuen<br />
Wohnungen mit flexiblen Gr<strong>und</strong>rissen, großen<br />
Balkonen <strong>und</strong> bodentiefen Fenstern. Im<br />
neuen Geschoss wird der Drei-Liter-Haus-<br />
Standard erreicht. Auf den neuen Dächern<br />
glänzen Solarpanels in der Sonne.<br />
Umweltfre<strong>und</strong>liche Technik<br />
Ein Nahwärmenetz mit Gasbrennwertkesseln,<br />
Lüftungsanlagen mit kontrollierter<br />
Zu- <strong>und</strong> Abluft <strong>und</strong> im aufgestockten Geschoss<br />
auch mit Wärmerückgewinnung, Solarthermie<br />
zur Warmwasserbereitung <strong>und</strong><br />
Heizungsunterstützung sowie eine neue<br />
Wärmedämmung der Gebäudehülle <strong>und</strong><br />
Fenster stehen auf dem Programm. Dies ermöglicht<br />
eine Reduktion des Ausstoßes von<br />
26 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
rungsgruppen <strong>und</strong> Familien steigt, entwickelten<br />
sich die Mieten 2008 weitgehend<br />
stabil. Im Schnitt zahlen die Kölner für einen<br />
Quadratmeter im Monat 8,45 Euro Miete,<br />
wobei die linksrheinischen Gebiete teurer<br />
sind als die rechtsrheinischen. In Neubauten<br />
<strong>und</strong> renovierten Altbauten werden bis zu<br />
FORDSIEDLUNG DER <strong>LEG</strong><br />
EIN PLATZ AN DER SONNE IN DER DOMSTADT<br />
zehn Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO 2 ) auf<br />
0,7 Tonnen pro Wohnung. Darüber hinaus<br />
lässt die <strong>LEG</strong> die gesamte Hausinstallation<br />
erneuern, einschließlich der Bäder. Alle<br />
Wohnungen erhalten erstmalig einen Balkon.<br />
Fassaden <strong>und</strong> Hauseingänge werden<br />
neu gestaltet. Des Weiteren wird jede Wohnung,<br />
soweit möglich, barrierefrei modernisiert.<br />
Mietergärten, Spiel- <strong>und</strong> Treffpunkte<br />
im weitläufigen Grün unterstreichen das<br />
moderne Gestaltungskonzept.<br />
NRW fördert Solarsiedlungen<br />
Im Rahmen des Projekts ‚50 Solarsiedlungen<br />
in NRW’ fördert das Land die Installation<br />
von Solarthermie, den Drei-Liter-Haus-<br />
Standard <strong>und</strong> die Lüftung mit Wärmerückgewinnung<br />
im aufgestockten Geschoss.<br />
Weitere Mittel für die Aufstockung fließen<br />
aus dem Programm ‚Ökologisch Bauen’, die<br />
für die energetische Modernisierung aus<br />
dem ‚CO 2-Gebäudesanierungsprogramm’<br />
der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).<br />
i<br />
Monika Rösener<br />
Zentralbereich Modernisierung <strong>und</strong><br />
Instandhaltung<br />
<strong>LEG</strong> Management GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-127<br />
monika.roesener@leg-nrw.de<br />
11,90 Euro Miete verlangt. Sparfüchse werden<br />
in Chorweiler oder Porz auch schon für<br />
sechs Euro pro Quadratmeter fündig. Auch<br />
bei Eigentumswohnungen zeigen sich große<br />
Preisunterschiede zwischen West <strong>und</strong> Ost. In<br />
Kalk zahlt man laut JLL im Schnitt 900 Euro<br />
weniger pro Quadratmeter als in der Kölner<br />
City, wo Höchstpreise von bis zu 2.780 Euro<br />
möglich sind. Am Stadtwald <strong>und</strong> in Lindenthal<br />
sowie am Rheinauhafen werden für Luxusobjekte<br />
bis zu 7.000 Euro pro Quadratmeter<br />
verlangt <strong>und</strong> offenbar auch gezahlt.<br />
i<br />
i<br />
Andreas Röhrig<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Köln GmbH<br />
Tel. 02 21 / 94 97 25-25<br />
andreas.roehrig@leg-nrw.de<br />
MIETERZENTRUM KÖLN<br />
IMMER IM EINSATZ<br />
FÜR DIE KUNDEN –<br />
VOLLVERMIETUNG IM<br />
STADTGEBIET<br />
Über 3.500 Wohnungen im gesamten<br />
Stadtgebiet betreuen die Mitarbeiter<br />
des Mieterzentrums Köln. Ihr Büro<br />
haben sie zentral am ‚Großen Griechenmarkt<br />
2’ in der Altstadt-Süd.<br />
„Der Mietwohnungsmarkt in Köln ist nach<br />
wir vor gut, die Nachfrage hoch“, freut sich<br />
Claus Ebert, Geschäftsführer der <strong>LEG</strong> Wohnen<br />
Köln GmbH. Die Herausforderung liegt<br />
in der ‚Peripherie’. Deshalb stellt das Unternehmen<br />
zurzeit die Randgebiete in den<br />
Fokus, beispielsweise in einem neuen Konzept<br />
für den Erftkreis. Es beinhaltet unter anderem<br />
Marketingmaßnahmen <strong>und</strong> technische<br />
Neuerungen. Ein Baustein für die Zukunft:<br />
In Kerpen-Horrem sorgen zahlreiche<br />
Aktionen des neuen Quartiersmanagements<br />
dafür, dass sich die Mieter wohl fühlen.<br />
Dezentrale Betreuung der Mieter<br />
Das Mieterzentrum Köln gehört zur <strong>LEG</strong><br />
Wohnen Köln GmbH. Die Gesellschaft hat<br />
weitere Mieterzentren in Monheim, Bonn,<br />
Aachen <strong>und</strong> im Bergischen Land. Sie betreut<br />
insgesamt über 18.600 Wohnungen. Durch<br />
zahlreiche dezentrale Mieterbüros haben die<br />
K<strong>und</strong>en direkt in ihren Siedlungen Ansprechpartner.<br />
i<br />
Claus Ebert<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>LEG</strong> Wohnen Köln GmbH<br />
Tel. 02 21 / 2 09 05-10<br />
claus.ebert@leg-nrw.de
Düsseldorf-Itter<br />
Ein Haus wie ein Baum<br />
Haus Pappel, Haus Erle, Haus Weide, Haus Ulme –<br />
so klanghafte Namen haben die zehn Doppelhaushälften,<br />
die die <strong>LEG</strong> Bauträger GmbH<br />
in Düsseldorf-Itter errichtet. Das letzte Domizil<br />
‚Haus Ulme’ stellte das Unternehmen Anfang<br />
März 2009 fertig.<br />
� Bäume sind stark, schön <strong>und</strong> stabil. Diese<br />
Eigenschaften wünschen sich Käufer auch<br />
für ihr Eigenheim. Die umliegende Landschaft<br />
mit ihren Laubbäumen diente als<br />
Vorbild für die unterschiedlichen Gebäudetypen<br />
im Süden der Landeshauptstadt.<br />
Haus Pappel ragt hoch auf. Haus Weide ist<br />
stämmig <strong>und</strong> kräftig, Haus Ulme großzügig<br />
einladend <strong>und</strong> Haus Erle kompakt. „Zusam-<br />
men bilden sie das 'Rhein-Haus-Ensemble',<br />
das sich harmonisch in die dörfliche Umgebung<br />
des Rheinbogens einfügt“, erläutert<br />
Andreas Mauska, Geschäftsführer der <strong>LEG</strong><br />
Bauträger GmbH. Die vier Hausvarianten<br />
wechseln sich im unregelmäßigen Rhythmus<br />
ab. Unterschiedliche Gebäudehöhen <strong>und</strong><br />
variierende Gebäudefluchten sorgen für ein<br />
interessantes Bild. Daher ist der Gesamtein-<br />
BESONDERE IMMOBILIE<br />
Nummer 6 <strong>und</strong> 9: Haus Ulme<br />
druck des kleinen Quartiers sehr lebendig,<br />
organisch <strong>und</strong> trotzdem homogen. „Die Architektur<br />
im Neubaugebiet ‚Auf'm Wettsche’<br />
überwindet scheinbare Gegensätze:<br />
Wohnen auf dem Land – nah am Großstadtleben“,<br />
so Andreas Mauska.<br />
Moderne Architektur – helle Räume<br />
Bei aller Unterschiedlichkeit, eines haben<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 27
alle Haustypen gemeinsam: den offenen<br />
Gr<strong>und</strong>riss im Erdgeschoss. Wohn- <strong>und</strong> Esszimmer<br />
sind zu einem großen Raum verb<strong>und</strong>en.<br />
„Dadurch entsteht ein großzügiger<br />
Raumeindruck, der sich im Obergeschoss<br />
durch die Pultdachform verstärkt“, beschreibt<br />
der Geschäftsführer. Die Pultdächer<br />
geben dem Wohnquartier zudem<br />
einen ‚futuristischen Touch’. Die meisten<br />
Aufenthaltsräume öffnen sich nach Süden;<br />
die Zimmer sind lichtdurchflutet <strong>und</strong><br />
fre<strong>und</strong>lich. Die Eigentümer freuen sich über<br />
eine gehobene Ausstattung mit Parkett <strong>und</strong><br />
Fußbodenheizung. Ein weiterer Vorteil: Die<br />
Häuser sind so groß, dass die Käufer auch<br />
von der Norm abweichende Gr<strong>und</strong>risse<br />
28 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
wählen konnten. Die Gärten befinden sich<br />
auf der Südseite der Eigenheime – direkt<br />
angrenzend an eine öffentliche Grünfläche.<br />
Die Gr<strong>und</strong>stücksgrößen variieren zwischen<br />
230 <strong>und</strong> 300 Quadratmetern.<br />
Jeder Haustyp hat eigenen Charakter<br />
Ideal für große Familien: Haus Pappel bietet<br />
auf über 160 Quadratmetern fünf bis sechs<br />
Zimmer, Küche, zwei Bäder <strong>und</strong> Gäste-WC.<br />
Der Clou: In einem separaten ‚Turmgeschoss’<br />
liegt ein Studio mit eigenem Duschbad.<br />
„Unsere K<strong>und</strong>en nutzen dies beispielsweise<br />
als Kinder- <strong>und</strong> Jugend-Etage oder als<br />
Büro“, so Andreas Mauska. Ein weiterer<br />
Vorteil: Von der Garage aus, die halb ins<br />
Gebäude eingeschoben ist, gelangen die<br />
Bewohner über den Windfang direkt ins<br />
Haus. Beim Haus Ulme mit fünf Zimmern,<br />
Küche, Bad <strong>und</strong> Gäste-WC auf zirka 142<br />
Quadratmetern ist die Garage als Teil des<br />
Hauses überbaut. „Auch hier wohnen<br />
größere Familien auf zwei komfortablen<br />
Etagen“, stellt der Immobilien-Experte fest.<br />
Mit r<strong>und</strong> 128 Quadratmetern, verteilt auf<br />
vier Zimmer, Küche, Bad <strong>und</strong> Gäste-WC,<br />
hat Haus Erle sozusagen Standardmaße für<br />
junge Familien <strong>und</strong> kleinere Lebensgemeinschaften.<br />
Die Garage liegt klassisch neben<br />
dem Haus. Vier Zimmer, Küche, Bad <strong>und</strong><br />
Gäste-WC hat auch Haus Weide, allerdings<br />
auf über 130 Quadratmetern Wohnfläche.<br />
Bei diesem Eigenheim ist – wie bei Haus<br />
Pappel – die Garage halb ins Gebäude eingeschoben<br />
<strong>und</strong> über einen Windfang mit<br />
dem Haus verb<strong>und</strong>en. Alle Haustypen sind<br />
voll unterkellert.<br />
Gute Lage – großes Interesse<br />
Die Nachfrage überstieg das Angebot. Innerhalb<br />
kürzester Zeit veräußerte die <strong>LEG</strong><br />
Bauträger GmbH die Eigenheime in Itter.<br />
Kein W<strong>und</strong>er: Die Häuser sind genau auf<br />
die Zielgruppen zugeschnitten. Die Lage ist
Erdgeschoss ‚Haus Ulme’, 61,67 m 2<br />
Obergeschoss ‚Haus Ulme’, 76,60 m 2<br />
optimal. Der Stadtteil am Rhein hat einen<br />
hohen Naherholungswert. Direkt vor der<br />
Haustür sind Wanderungen <strong>und</strong> naturk<strong>und</strong>liche<br />
Exkursionen in der schönen<br />
Rheinauen-Landschaft möglich. Bauernhöfe<br />
<strong>und</strong> Eigenheime bilden die typische Bebauung.<br />
Im Ort sind Einkaufsmöglichkeiten für<br />
den täglichen Bedarf, eine Schule sowie ein<br />
Kindergarten vorhanden. Zudem verfügt<br />
Itter über ein lebendiges Gemeindeleben.<br />
Die Anbindungen an die Innenstadt sind<br />
A K T U E L L E L E G - B A U T R Ä G E R P R O J E K T E<br />
Eigentumswohnungen<br />
i<br />
DIE BESONDERE IMMOBILIE<br />
Ort Projekt Wohnfläche in m 2<br />
Bonn-Plittersdorf Rheinauer Gärten 48 - 125<br />
Düsseldorf-Derendorf LUX Derendorf 62 - 168<br />
Köln-Neustadt Süd Volksgarten Plus 60 - 120<br />
Köln-Mülheim Rheinrefugium 65 - 127<br />
Mettmann Schellenberger Höhe 62 - 130<br />
Reihen- <strong>und</strong> Doppelhäuser<br />
gut – u.a. durch die Rheinbahn-Busse.<br />
„Auch in Zukunft ist Düsseldorf für das<br />
Bauträgergeschäft ein interessanter Markt“,<br />
bemerkt Andreas Mauska abschließend.<br />
Andreas Mauska<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>LEG</strong> Bauträger GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-585<br />
andreas.mauska@leg-nrw.de<br />
www.leg-itter.de<br />
Ort Projekt Wohnfläche in m 2<br />
Bielefeld-Schildesche Am Obersee 120 - 185<br />
Eschweiler Am Florianweg 109 - 131<br />
Frechen Königsdorf Wohnen im Atrium 120 - 124<br />
Neuss-Allerheiligen 90 - 136<br />
‚Haus Ulme’<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 29
Frau Schomberg, was genau ist eigentlich<br />
Corporate Governance?<br />
Corporate Governance steht für eine verantwortungsvolle<br />
Unternehmensführung<br />
nach verbindlichen <strong>und</strong> kontrollierbaren<br />
Regeln. Es geht dabei um ein möglichst<br />
hohes Maß an Transparenz, <strong>und</strong> vor allem<br />
auch um das Vermeiden von Interessenkonflikten<br />
<strong>und</strong> die Vermeidung bzw. Bekämpfung<br />
von Korruption. Unternehmen sollten<br />
dabei nicht nur rechtliche Mindeststandards<br />
erfüllen, sondern sich an den Interessen<br />
<strong>und</strong> Informationsbedürfnissen ihrer<br />
Aktionäre, Anleger, K<strong>und</strong>en, Mitarbeiter,<br />
Gläubiger oder anderer Anspruchsgruppen<br />
orientieren.<br />
Warum sollten sich gerade Unternehmen<br />
aus der Immobilienbranche mit<br />
Corporate Governance beschäftigen?<br />
Leider haben deutsche Immobiliengesellschaften<br />
diesem <strong>Thema</strong> noch bis vor wenigen<br />
Jahren keine große Aufmerksamkeit<br />
geschenkt. Korruptionsskandale, Intransparenz<br />
<strong>und</strong> mangelnde Kontrolle haben in einigen<br />
Fällen großen volkswirtschaftlichen<br />
Schaden angerichtet <strong>und</strong> teilweise den Ruf<br />
30 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
IMMOBILIENWIR<br />
CORPORATE GO<br />
IN DER BRANCH<br />
INTERVIEW MIT BÄRBEL SCHOMBERG, VORSITZENDE DES VOR<br />
Langfristige Wertschöpfung durch transparente <strong>und</strong> verantwortungsbewusste Unterneh-<br />
mensführung, kurz ‚Corporate Governance’, erhoffen sich zahlreiche Unternehmen auch<br />
in der Immobilienwirtschaft. Wie Manager, Eigentümer <strong>und</strong> Mitarbeiter das richtige Ver-<br />
hältnis zwischen Vertrauen <strong>und</strong> Kontrolle finden, lesen Sie im Interview mit Bärbel Schom-<br />
berg, Vorsitzende des Vorstandes Initiative Corporate Governance der deutschen Immobi-<br />
lienwirtschaft e.V. (ICG).<br />
der gesamten Branche in Mitleidenschaft<br />
gezogen. Gerade in einer Zeit zunehmender<br />
Internationalisierung, die vom Zusammenwachsen<br />
von Immobilienwirtschaft<br />
<strong>und</strong> Kapitalmarkt geprägt ist, kann das zu<br />
einer echten Gefahr für die internationale<br />
Wettbewerbsfähigkeit werden. International<br />
aktive Investoren erwarten heute ganz<br />
selbstverständlich, dass Unternehmen die<br />
Gr<strong>und</strong>sätze der Corporate Governance beachten.<br />
Alles andere wird als klarer Mangel<br />
an Professionalität betrachtet.<br />
Seit dem Jahr 2002 setzt sich die<br />
Initiative Corporate Governance der<br />
deutschen Immobilienwirtschaft e.V.<br />
(ICG) für eine Professionalisierung der<br />
Branche <strong>und</strong> die Schaffung <strong>und</strong> Umsetzung<br />
branchenweiter Corporate-Governance-Standards<br />
ein. Welche Ergebnisse<br />
können Sie bis heute vorweisen?<br />
Die Initiative Corporate Governance wurde<br />
2002 gegründet, um das Ansehen <strong>und</strong> die<br />
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Immobilienwirtschaft<br />
zu stärken. Die Branche<br />
sollte innerhalb Deutschlands zu einem<br />
Vorreiter in Sachen Transparenz <strong>und</strong> pro-<br />
fessionelles Management werden. Als erstes<br />
haben wir damals den 2002 von der<br />
Regierungskommission um Dr. Gerhard<br />
Cromme entwickelten Deutschen Corporate-Governance-Kodex<br />
für Kapitalgesellschaften<br />
weiterentwickelt. Dessen Regelungen<br />
waren sehr allgemein gehalten <strong>und</strong><br />
sollten für Unternehmen aus den unterschiedlichsten<br />
Branchen gelten. Wir haben<br />
sie um spezifische Vorschriften für die Immobilienwirtschaft<br />
ergänzt. Darüber hinaus<br />
hat die ICG die ‚Gr<strong>und</strong>sätze ordnungsgemäßer<br />
<strong>und</strong> lauterer Geschäftsführung<br />
der Immobilienwirtschaft’ verabschiedet.<br />
Die auch als ‚Zehn Gebote’ bezeichneten<br />
Leitlinien sind für alle Mitglieder der Initiative<br />
verbindlich, unabhängig davon, ob es<br />
börsennotierte Gesellschaften sind oder<br />
nicht. Sie sollen einen professionellen, fairen<br />
<strong>und</strong> nachvollziehbaren Umgang der<br />
Unternehmen gegenüber Anlegern, Marktpartnern,<br />
Mitarbeitern <strong>und</strong> der Öffentlichkeit<br />
gewährleisten. Eine weitere wichtige<br />
Regelung ist der 2005 verabschiedete<br />
‚Kodex für Treuhandvermögen’, der vor<br />
allem den Besonderheiten von geschlossenen<br />
Fonds Rechnung tragen soll. Dass unser
TSCHAFT<br />
VERNANCE GEWINNT<br />
E AN BEDEUTUNG<br />
den alle Prinzipien <strong>und</strong> Werte definiert, die<br />
das Handeln <strong>und</strong> Verhalten im Unternehmen<br />
bestimmen sollen. In jedem Unternehmen<br />
sollte es eine solche Gr<strong>und</strong>werteerklärung<br />
geben, die für alle Mitarbeiter gilt.<br />
Das Ganze hat natürlich nur dann einen<br />
Sinn, wenn die festgelegten Gr<strong>und</strong>werte<br />
auch wirklich in praktikable Verhaltensstandards<br />
umgesetzt werden. Erst wenn diese<br />
dann auch von allen beteiligten Mitarbeitern<br />
<strong>und</strong> Organen im Unternehmen als verbindlich<br />
wahrgenommen werden, kommen<br />
wir dem Ziel wirklich näher. Deshalb müssen<br />
die festgelegten Werte <strong>und</strong> Verhaltensstandards<br />
immer wieder kommuniziert werden,<br />
<strong>und</strong> zwar nach innen <strong>und</strong> nach außen.<br />
Dabei sollte man auch ganz bewusst auf positive<br />
Anreize setzen. Zielvereinbarungen,<br />
Bonusregelungen oder die Einbeziehung<br />
dieser Themen in die Karriereplanung sind<br />
dabei wirksame Instrumente. Nicht zuletzt<br />
müssen natürlich auch geeignete Kontrollmechanismen<br />
installiert werden.<br />
Um die Prinzipien des Wertemanagements<br />
in der täglichen Praxis der Unternehmen zu<br />
verankern, hat die ICG im vergangenen Jahr<br />
ein Pflichtenheft erarbeitet. Darin werden<br />
die im ‚Leitfaden zum Wertemanagement’<br />
aufgestellten Gr<strong>und</strong>anforderungen um konkrete<br />
Handlungsempfehlungen ergänzt.<br />
Damit wollen wir den Unternehmen in der<br />
Immobilienwirtschaft Referenzstandards für<br />
die Etablierung eines angemessenen Compliance-Managements<br />
an die Hand geben.<br />
Wie wollen Sie sicherstellen, dass diese<br />
Verhaltensstandards im Geschäftsalltag<br />
auch wirklich gelebt werden? Glauben<br />
Sie, dass eine interne Compliance-<br />
Organisation ausreicht, die Marktteilnehmer<br />
von der Seriosität <strong>und</strong> Pro-<br />
WOHNEN<br />
STANDES INITIATIVE CORPORATE GOVERNANCE DER DEUTSCHEN IMMOBILIENWIRTSCHAFT E.V.<br />
Anliegen auf eine immer breitere Akzeptanz<br />
trifft, zeigt unsere Mitgliederentwicklung.<br />
Heute gehören der Initiative mehr als<br />
60 Unternehmen als Firmenmitglieder an.<br />
Außerdem sind viele prominente Vertreter<br />
der Branche persönliche Mitglieder. Ein<br />
weiterer wichtiger Meilenstein für uns war<br />
die Integration der Initiative unter dem<br />
Dach des Zentralen Immobilien Ausschusses<br />
im Juli 2007.<br />
Haben die Integrität von Managern<br />
<strong>und</strong> die Wahrnehmung gesellschaftlicher<br />
Verantwortung einen Einfluss auf<br />
den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen?<br />
Mit Sicherheit, denn ohne diese beiden<br />
Dinge drohen mitunter sogar handfeste<br />
wirtschaftliche Schäden. Die Immobilienwirtschaft<br />
unterscheidet sich von anderen<br />
Branchen durch ihre Kapitalintensität, <strong>und</strong><br />
das bedeutet, es geht oft um große Summen.<br />
Preisfindung <strong>und</strong> Auftragsvergaben<br />
sind oft langwierig, kompliziert <strong>und</strong> mit<br />
großen Unsicherheiten verb<strong>und</strong>en. Interessenkonflikte<br />
<strong>und</strong> die Versuchung zu illegalen<br />
Handlungen sind da fast unvermeidlich.<br />
Wie wollen Sie Ihre Ziele in der Praxis<br />
umsetzen?<br />
Wir legen der Branche ein Regelwerk vor,<br />
das Unternehmen konkret zeigt, was zur<br />
ordnungsgemäßen <strong>und</strong> lauteren Unternehmensführung<br />
gehört. Dafür haben wir einen<br />
‚Leitfaden zum Wertemanagement in der<br />
Immobilienwirtschaft’ entwickelt, in dem<br />
wir unsere Erwartungen an die Ausgestaltung<br />
eines Werte-Managementsystems definiert<br />
haben. Kernstück ist dabei eine<br />
Gr<strong>und</strong>werteerklärung der Unternehmen,<br />
gewissermaßen ein Ehrenkodex. Darin wer-<br />
fessionalität der Gesellschaft zu überzeugen?<br />
Alleine vielleicht nicht, aber sehr wohl in<br />
Kombination mit einer Zertifizierung des<br />
Wertemanagementsystems durch externe<br />
Sachverständige. Gemeinsam mit führenden<br />
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hat der<br />
Arbeitskreis Wertemanagement <strong>und</strong> Compliance<br />
der Initiative Corporate Governance<br />
unter Leitung von Professor Josef Wieland<br />
ein Zertifizierungssystem für das Compliance-<br />
Management auf den Weg gebracht, mit<br />
dem Unternehmen ihr Wertemanagementsystem<br />
einer externen Überprüfung unterziehen<br />
können. Dabei stellen die Wirtschaftsprüfer<br />
fest, ob das jeweilige Unternehmen<br />
die Werterichtlinien der Initiative<br />
Corporate Governance einhält. Eine Gesellschaft,<br />
die sich auf eine externe Überprüfung<br />
einlässt, setzt damit ein Zeichen. Sie<br />
macht deutlich, dass sie freiwillig die Professionalität<br />
<strong>und</strong> Transparenz im eigenen Haus<br />
erhöhen will. Das schafft Vertrauen bei Mitarbeitern,<br />
K<strong>und</strong>en <strong>und</strong> Investoren. Und in<br />
dem Maße, wie Corporate Governance im<br />
Bewusstsein der Branche <strong>und</strong> der Öffentlichkeit<br />
an Bedeutung gewinnt, wird ein entsprechendes<br />
Zertifikat natürlich auch zu<br />
einem positiven Differenzierungsmerkmal<br />
im Wettbewerb. Damit gibt es für Unternehmen<br />
auch eine ganz handfeste wirtschaftliche<br />
Motivation, das <strong>Thema</strong> Corporate-Governance-Gr<strong>und</strong>sätze<br />
im Geschäftsalltag<br />
ernst zu nehmen <strong>und</strong> es nicht bei<br />
Lip- penbekenntnissen zu belassen.<br />
Vielen Dank für das Interview.<br />
i<br />
i<br />
www.immo-initiative.de<br />
www.zia-deutschland.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 31
MÜNSTER<br />
Energie sparen: Mieter<br />
Wetten, dass …Thomas Gottschalk hätte seine helle Freude daran. Die Kommunen Düssel-<br />
dorf, Münster <strong>und</strong> Wuppertal forderten ihre Bürger mit einer Energiespar-Wette heraus:<br />
Schaffen sie es, ihren Energieverbrauch in sechs Monaten um mindestens acht Prozent zu<br />
reduzieren?<br />
Anfang November 2008 fiel der Startschuss<br />
zu der Energiespar-Wette zwischen den<br />
Städten <strong>und</strong> ihren Bürgern. Inzwischen entwickelten<br />
sich aus Fre<strong>und</strong>en, Nachbarn<br />
oder Arbeitskollegen ‚Energienachbarschaften’,<br />
um im Vergleich zum Vorjahr mindestens<br />
acht Prozent Energie einzusparen. In<br />
Münster nehmen insgesamt zwanzig Haushalte<br />
teil, die sich auf drei Energienachbarschaften<br />
verteilen. Zwei dieser Teams setzen<br />
sich aus Bewohnern der autofreien<br />
Gartensiedlung Weißenburg der Wohnungsgesellschaft<br />
Münsterland (WGM) zusammen.<br />
„Eine hervorragende Idee, die wir<br />
gerne unterstützen. So wie in diesem Fall<br />
zum Beispiel mit der Ausstattung der Teilnehmer<br />
mit Energiesparlampen. Denn bei<br />
der Reduzierung der Energiekosten zählen<br />
nicht nur die energiesparenden Modernisierungsmaßnahmen,<br />
die wir als Unternehmen<br />
durchführen. Ebenso wichtig ist die<br />
Eigeninitiative unserer Mieter, ihr Verbrauchsverhalten<br />
zu hinterfragen“, erläutert<br />
Josef Rehring, Geschäftsführer der WGM.<br />
Europaweiter Wettbewerb<br />
Projektleiterin Anja Karner (Amt für Grünflächen<br />
<strong>und</strong> Umweltschutz, Stadt Münster)<br />
sowie Energie-Coach <strong>und</strong> WGM-Mieter<br />
Georg Heinrichs betreuen die Teilnehmer in<br />
Münster. Heinrichs gibt Ratschläge, moti-<br />
32 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
viert <strong>und</strong> protokolliert den Energieverbrauch<br />
der beteiligten Haushalte. „Alles<br />
muss vollkommen korrekt verlaufen“, so<br />
Heinrichs. Schließlich stehen die einzelnen<br />
Energienachbarschaften nicht nur im nationalen<br />
Wettbewerb miteinander, sondern<br />
sind Teil einer europaweiten Aktion. So<br />
kommen die teilnehmenden Haushalte aus<br />
neun europäischen Ländern. Gefördert<br />
wird der Energiespar-Wettbewerb von der<br />
Europäischen Kommission (Intelligent<br />
Energy Europe Program) <strong>und</strong> dem Ministerium<br />
für Wirtschaft, Mittelstand <strong>und</strong> Energie<br />
des Landes Nordrhein-Westfalen.<br />
Kleine Maßnahmen – große Wirkung<br />
Um sich am Ende als wahrer ‚Europameister<br />
der Energiesparer’ zu fühlen, müssen<br />
die Energienachbarschaften einiges hinzulernen.<br />
„Schon allein der Hinweis, nur in<br />
den Räumen das Licht einzuschalten, in<br />
denen man sich auch tatsächlich aufhält,<br />
führt über einen längeren Zeitraum betrachtet<br />
zu spürbaren Einsparungen“, so<br />
Heinrichs. Weitere Tipps <strong>und</strong> Hintergr<strong>und</strong>informationen<br />
vermittelt der Energie-Coach<br />
mit Unterstützung von Hartmut<br />
Weissler von der Verbraucherzentrale in regelmäßig<br />
stattfindenden Informationsveranstaltungen.<br />
Die Themenpalette reicht<br />
von der Frage nach dem optimierten<br />
Warmwasseranschluss für die Waschmaschine<br />
bis zum einfachen, aber wirkungsvollen<br />
Hinweis, den ‚Stand-by-Modus’ bei<br />
Elektrogeräten zu vermeiden.<br />
Erste Ergebnisse im Mai<br />
„Man kann natürlich auch alleine Energie<br />
sparen, aber in der Gruppe <strong>und</strong> in Verbindung<br />
mit einer Wette macht es einfach<br />
mehr Spaß. Die Teilnehmer der Energienachbarschaften<br />
können ihre Ergebnisse<br />
vergleichen, Erfahrungen austauschen,<br />
Tipps <strong>und</strong> Ratschläge zum Energie sparen<br />
erhalten”, so Projektleiterin Anja Karner.<br />
Ende April 2009 wurden die letzten Messungen<br />
vorgenommen. Die ersten Ergebnisse<br />
liegen voraussichtlich im Mai 2009 vor.<br />
Energie-Coach Georg Heinrichs ist sich sicher:<br />
„Unabhängig davon, wie die Resultate<br />
im Einzelnen ausfallen: Alle Teilnehmer<br />
übernehmen vieles von dem, was im vergangenen<br />
halben Jahr vermittelt wurde, in<br />
ihren Alltag. Und allein das ist schon ein<br />
großer Erfolg.”<br />
i<br />
Thomas Börtz<br />
Pressesprecher<br />
Wohnungsgesellschaft Münsterland (WGM)<br />
Tel. 02 51 / 70 42 20<br />
t.boertz@wgm.de<br />
www.wgm.de
Energie sparen, leicht gemacht<br />
ZEHN GEBOTE<br />
Tauschen Sie Ihre Glühlampen gegen Energiesparlampen<br />
aus; dabei aber auf Qualität achten <strong>und</strong> nur Markenlampen<br />
verwenden.<br />
In Bad <strong>und</strong> Küche reduzieren Perlatoren <strong>und</strong> Wasserdurchflussbegrenzer<br />
etwa die Hälfte Ihres Wasserverbrauchs.<br />
Stellen Sie Ihren Computer über die Energieverwaltung auf<br />
Energiesparmodus ein <strong>und</strong> lassen ihn schon nach zirka<br />
15 Minuten in den Ruhezustand herunterfahren.<br />
Vermeiden Sie den ‚Stand-by-Modus’ bei elektrischen<br />
Geräten. Schalten Sie sie am Netzschalter aus.<br />
Benutzen Sie Energie sparende Geräte. Erk<strong>und</strong>igen Sie<br />
sich vor der Anschaffung neuer Geräte über deren Stromverbrauch.<br />
Infos geben Verbraucherzentralen oder<br />
kommunale Umweltämter.<br />
Wäschetrockner verbrauchen viel Strom. Kostenlos dagegen<br />
ist das Trocknen auf der Wäscheleine.<br />
WOHNEN<br />
Lassen Sie beim Kochen den Deckel auf dem Topf; das<br />
spart immerhin 40 Prozent Energie ein. Die Topfgröße<br />
sollte am besten genau der Herdplattengröße entsprechen.<br />
Kurzes, intensives Stoßlüften (fünf Minuten) insbesondere<br />
bei kalten Außentemperaturen ist für den Luftaustausch<br />
vollkommen ausreichend. Vermeiden Sie die Dauerlüftung<br />
durch gekippte Fenster – die Heizung darunter könnten Sie<br />
ansonsten gleich außen montieren.<br />
Sind Ihre Heizkörper richtig eingestellt? Als Faustregel gilt<br />
eine Wohnungstemperatur von zirka 20°C. Jedes Grad<br />
darüber verursacht einen Energiemehrverbrauch von sechs<br />
Prozent.<br />
Ihre Heizkörper sollten ungehindert ihre Wärme in den<br />
Raum abgeben können. Heizkörperverkleidungen oder<br />
Vorhänge erhöhen Ihre Heizkostenrechnung.<br />
wetten mit der Stadt<br />
Die Energiesparer: Begleitet von Energie-Coach Georg Heinrichs (Mitte, knieend) haben sich drei Nachbarschaften aus Münster der Energiesparwette gestellt.<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 33
Das CityPALAIS<br />
ist ein renditestarkes<br />
Anlageprojekt
PORTRÄT<br />
Alle zwei Monate trifft sich Sebastian Rössel mit den Center Managern des CityPalais in Duis-<br />
burg. Dann bespricht der Mitarbeiter der Hannover Leasing GmbH & Co. KG die Aufgaben,<br />
die in der Multifunktionsimmobilie anfallen, mit dem <strong>LEG</strong> Facility Management. Nachdem die<br />
Hannover Leasing das CityPalais 2006 von der <strong>LEG</strong> für einen geschlossenen Immobilienfonds<br />
erworben hatte, beauftragte sie die <strong>LEG</strong> als Dienstleister für das Gebäude.<br />
� Aus Pullach bei München reist der<br />
37-jährige Immobilien-Experte an. Dort ist<br />
die Zentrale der Hannover Leasing GmbH<br />
& Co. KG, einem Konzernunternehmen der<br />
Landesbank Hessen Thüringen. Sie initiiert<br />
geschlossene Fonds – als eine der führenden<br />
Leasinggesellschaften in Deutschland<br />
mit einem verwalteten Vermögen von zirka<br />
8,4 Milliarden Euro. Sie verwirklicht Investitionsprojekte<br />
– von Immobilien im In- <strong>und</strong><br />
Ausland über Flugzeuge, Schienenfahrzeuge,<br />
Produktionsanlagen, Schiffe, Anlagen<br />
für regenerative Energien bis zu kommunalen<br />
Infrastruktureinrichtungen. Das Unternehmen<br />
wurde 1981 gegründet <strong>und</strong> hat<br />
mehr als 300 Mitarbeiter, allein 40 im Asset<br />
Management, in dem Sebastian Rössel seit<br />
Anfang 2006 arbeitet. Er ist tätig im Bereich<br />
Immobilien-Inland, betreut geschlossene<br />
Immobilienfonds sowie nationale <strong>und</strong><br />
internationale Leasingprojekte. Zu seinen<br />
Aufgaben gehören die Fondsverwaltung,<br />
Reporting an Investoren, Steuerung der externen<br />
<strong>und</strong> internen Dienstleister sowie<br />
kaufmännische <strong>und</strong> technische Betreuung<br />
der Objekte. Was ihm bei seiner Arbeit<br />
wichtig ist: Er hat ein umfangreiches Aufgaben-<br />
<strong>und</strong> Themengebiet, handelt weitgehend<br />
selbstständig <strong>und</strong> ist verantwortlich<br />
für die ihm übertragenen Projekte. Vom<br />
CityPalais waren er <strong>und</strong> die Investoren der<br />
Hannover Leasing von Anfang an überzeugt:<br />
Sowohl der Standort als auch das<br />
Gesamtkonzept sprechen für ein renditestarkes<br />
Anlageobjekt. Deshalb entschied<br />
sich das Unternehmen noch während der<br />
Bauphase zum Kauf. Die <strong>LEG</strong> Facility Management<br />
GmbH beauftragte sie mit dem kaufmännischen<br />
<strong>und</strong> technischen Gebäudemanagement.<br />
Ein besonderes Projekt<br />
Sebastian Rössel betreut das CityPalais seit<br />
Herbst 2006. Auch für den Diplom-Kaufmann<br />
ist das Projekt etwas Besonderes: „Es<br />
kommt selten vor, dass man ein Gebäude<br />
von Anfang an begleitet.“ Schon während<br />
der Ankaufs- <strong>und</strong> Eröffnungsphase war er<br />
dabei. Er wirkte mit an der Schaffung von<br />
Strukturen zur Verwaltung des Objekts.<br />
Nicht allzu oft betreuen Asset Manager<br />
laut Rössel neu errichtete Multifunktionsimmobilien<br />
dieser Größenordnung. „Das<br />
CityPalais hat zudem eine sehr gute Mieterstruktur:<br />
Das Spielcasino, die Mercatorhalle,<br />
das Kongresszentrum in Verbindung mit<br />
dem Delikatessa- <strong>und</strong> Shopping-Bereich ist<br />
eine einzigartige <strong>und</strong> interessante Mischung,<br />
die Synergien ermöglicht“, erläutert<br />
er. „Natürlich ist die Abstimmung hier<br />
nicht ganz einfach. Aber dafür haben wir ja<br />
das sehr aktive Center Management vor<br />
Ort.“ Regelmäßig tauschen sich Asset <strong>und</strong><br />
Facility Manager per Telefon <strong>und</strong> Mail aus,<br />
wenn nicht gerade ein Jour Fix vor Ort ansteht.<br />
„Wir pflegen eine sehr gute <strong>und</strong> konstruktive<br />
Zusammenarbeit“, lobt Sebastian<br />
Rössel die <strong>LEG</strong>-Mitarbeiter. Für die Zukunft<br />
des CityPalais wünscht er sich eine anhaltende<br />
Entwicklung des Standorts zum<br />
neuen Zentrum der Stadt. Und ergänzt:<br />
„Ich erwarte, dass künftig die Delikatessa<strong>und</strong><br />
Gastronomiebereiche von den Besuchern<br />
noch besser angenommen werden.“<br />
Eine Stadt mit Potenzial<br />
Duisburg hält Sebastian Rössel für einen<br />
wichtigen Standort in der Metropolregion<br />
Rhein-Ruhr. „Besucher bemerken den anhaltenden<br />
Strukturwandel vom Industriestandort<br />
zum Dienstleistungszentrum mit<br />
industriellen Ansiedlungen. Die hervorra-<br />
gende Infrastruktur <strong>und</strong> sehr gute Verkehrsanbindungen<br />
machen die Stadt interessant.“<br />
Insbesondere die City hat sich in<br />
den vergangenen Jahren positiv verändert.<br />
Sowohl das CityPalais mit Sichtachse zur<br />
Deutschen Oper am Rhein als auch das<br />
Forum vis-a-vis sind Highlights im urbanen<br />
Zentrum. Weil die Stadt Potenziale birgt,<br />
investierte Hannover Leasing neben dem<br />
CityPalais noch in zwei weitere Projekte am<br />
Innenhafen.<br />
i<br />
i<br />
i<br />
<strong>LEG</strong> als Bauherr <strong>und</strong> Investor<br />
Die <strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Essen GmbH war Bauherr <strong>und</strong> Investor des<br />
CityPalais. Planer der Düsseldorfer Dependance<br />
des Londoner Architektenbüros<br />
Chapman Taylor entwarfen die Multifunktionsimmobilie,<br />
die eine Mietfläche von<br />
insgesamt 38.400 Quadratmetern sowie<br />
eine Tiefgarage mit 670 Stellplätzen bietet.<br />
Das Investitionsvolumen betrug r<strong>und</strong> 90<br />
Millionen Euro; hinzu kam ein identischer<br />
Betrag für den Innenausbau.<br />
Sebastian Rössel<br />
Asset Management Immobilien Inland<br />
Hannover Leasing GmbH & Co. KG<br />
Tel. 089 / 211 04 291<br />
sebastian.roessel@hannover-leasing.de<br />
www.hannover-leasing.de<br />
Ulrich Gazon<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>LEG</strong> Facility Management GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-189<br />
ulrich.gazon@leg-nrw.de<br />
www.citypalais.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 35
Essen, Weststadt<br />
Boarding-Appartements:<br />
Beste Belegungsquote<br />
im vergangenen Jahr<br />
Seit 2004 freut sich Birgit Gerdes über stetig steigende Gästezahlen in den Boarding-Appartements<br />
der Essener Weststadt. Doch die Belegungsquote 2008<br />
überbot die Erwartungen der Mitarbeiterin der <strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Essen GmbH um einiges: Mit 95,4 Prozent Auslastung waren die Wohnungen<br />
beinahe voll vermietet.<br />
� „Das bisher beste Ergebnis in 2008<br />
haben wir erreicht, weil sich die Vorteile der<br />
Boarding-Appartements bei zahlreichen<br />
potenziellen K<strong>und</strong>en herumgesprochen<br />
haben“, erklärt Birgit Gerdes, die für das<br />
Management <strong>und</strong> die Vermietung verantwortlich<br />
ist. „Die Wohnungen sind optimal<br />
auf die Bedürfnisse von Langzeitgästen ausgerichtet.<br />
Den Mietern bieten sie eine ruhige<br />
Lage, mit Blick auf einen kleinen Park,<br />
<strong>und</strong> trotzdem nahe der Fußgängerzone mit<br />
dem neuen Einkaufszentrum Limbecker<br />
Platz, direkt am Musicaltheater ‚Colosseum’<br />
<strong>und</strong> am Multiplexkino Cinemaxx.“ Die<br />
Appartements im Penthousestil befinden<br />
sich im Staffelgeschoss über dem Hotel Express<br />
by Holiday Inn. Ein weiterer Vorteil:<br />
Bei Bedarf greifen die Mieter auf dessen<br />
Service zurück. Im Vergleich zum Hotel sind<br />
die Appartements aber bei langen Aufenthalten<br />
bis zu 60 Prozent preiswerter. „Internationale<br />
Geschäftsleute größerer Unternehmen<br />
<strong>und</strong> Banken logieren hier“, so Birgit<br />
Gerdes. Und Potenzial ist vorhanden: Im<br />
Rahmen der Globalisierung gibt es immer<br />
mehr mobile Mitarbeiter, die während ihrer<br />
Auslandsaufenthalte kostengünstig <strong>und</strong><br />
komfortabel wohnen wollen. Auch Künstler<br />
36 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
der Musicalproduktionen im Revier leben<br />
gern im Boardinghouse. „Sogar Patienten<br />
der Universitätsklinik Essen unter anderem<br />
aus Russland <strong>und</strong> Dubai durften wir bei uns<br />
begrüßen“, so Birgit Gerdes.<br />
‚Eins A’ - Ausstattung<br />
Die Gäste mieten Appartements auf dem<br />
Niveau eines First-Class-Hotels: Alle 22<br />
Wohnungen verfügen über eine Pantryküche<br />
mit Mikrowelle, Glas-Keramik-Kochfeld,<br />
Kühlschrank, Gefrierfach <strong>und</strong> Dunstabzugshaube.<br />
Das Wohnzimmer mit großem<br />
Schreibtisch nutzen die Mieter auch<br />
als Arbeitsraum: Dort stehen Telefon <strong>und</strong><br />
Fax mit eigenen Nummern, Internetzugang<br />
<strong>und</strong> Kabelfernsehen zur Verfügung. Die<br />
Wohnzimmer sind vollständig möbliert mit<br />
Couch- <strong>und</strong> Esstisch-Garnitur. Ein persönlicher<br />
Briefkasten gehört zu jedem Appartement.<br />
Hochwertig ausgestattete Badezimmer<br />
mit Keramikfliesen komplettieren die<br />
Wohlfühl-Atmosphäre. Es gibt eine Waschmaschine<br />
<strong>und</strong> einen Trockner zur gemeinsamen<br />
Nutzung. Der Wohn- <strong>und</strong> Schlafbereich<br />
ist mit Teppichboden ausgelegt; die<br />
Küche wirkt fre<strong>und</strong>lich durch den hellen<br />
Natursteinboden. Auf der Dachterrasse<br />
entspannen die Besucher nach einem anstrengenden<br />
Arbeitstag. Ihre Autos parken<br />
in der angeschlossenen Tiefgarage. Der<br />
Mindestaufenthalt im 2001 fertig gestellten<br />
Boardinghouse liegt bei 14 Tagen.<br />
Maßgeschneidertes<br />
Facility Management<br />
Seit 2002 ist die <strong>LEG</strong> Facility Management<br />
GmbH (FM) für das Boardinghouse verantwortlich.<br />
Das Unternehmen erfüllt alle<br />
<strong>Dienstleistungen</strong> des klassischen Facility<br />
Managements im kaufmännischen, technischen<br />
<strong>und</strong> infrastrukturellen Bereich. „Wir<br />
betrachten die Lebenszyklen von Immobilien“,<br />
so Geschäftsführer Ulrich Gazon. „So<br />
bieten wir unseren K<strong>und</strong>en maßgeschneiderte<br />
Lösungen für ihre Objekte.“<br />
i<br />
i<br />
Boarding-Appartement Weststadt<br />
Thea-Leymann-Str. 11-13<br />
45127 Essen<br />
Birgit Gerdes<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Essen GmbH<br />
Tel. 02 01 / 8 27 18-11<br />
birgit.gerdes@leg-nrw.de<br />
www.weststadt-appartement.de
Meerbusch<br />
Ökologisches Gütesiegel<br />
für ‚dependance M’<br />
Fast 500 Mitglieder zählt die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen<br />
(DGNB) aktuell. Ein im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnetes Mitglied ist<br />
die <strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung Düsseldorf GmbH: Ihre ‚dependance M’<br />
in Meerbusch trägt das Vorzertifikat des neuen DGNB Gütesiegels in Bronze.<br />
� „Wir gehören zu den ersten, denen die<br />
Fachreferenten <strong>und</strong> Experten der DGNB<br />
die Inhalte des Zertifizierungssystems vermittelt<br />
haben“, freut sich Projektleiter Hermann<br />
Ulrich. Im letzten Jahr arbeitete die<br />
<strong>LEG</strong> in der Planungsphase des Bürogebäudes<br />
mit einem Auditor zusammen, um den<br />
Bau auf Nachhaltigkeit hin zu optimieren.<br />
Dafür erhielten sie bei der ersten Verleihung<br />
des Gütesiegels im Januar dieses Jahr<br />
das Vorzertifikat in Bronze. Wolfgang Tiefensee,<br />
B<strong>und</strong>esminister für Verkehr, Bau<br />
<strong>und</strong> Stadtentwicklung, <strong>und</strong> Professor Werner<br />
Sobek, Präsident der DGNB, zeichneten<br />
16 Projekte der Pilotphase mit dem Zertifikat<br />
sowie zwölf Planungsprojekte mit dem<br />
Vorzertifikat aus.<br />
Das Zertifikat<br />
Die DGNB wurde im Jahr 2007 von Architekten,<br />
Ingenieuren, Wissenschaftlern, der<br />
Bauindustrie <strong>und</strong> Investoren gegründet. Die<br />
Expertise der Mitglieder fließt vor allem in<br />
die Weiterentwicklung <strong>und</strong> Vergabe des<br />
‚Deutschen Gütesiegels Nachhaltiges Bauen’,<br />
das die DGNB gemeinsam mit dem<br />
B<strong>und</strong>esbauministerium entwickelt hat. Es<br />
wird für neue Büro- <strong>und</strong> Verwaltungsbauten<br />
vergeben. Die Zertifizierung von Wohn<strong>und</strong><br />
anderen Gebäuden sowie Bestandsbauten<br />
ist in Vorbereitung. Das Gütesiegel<br />
basiert auf dem Lebenszyklusgedanken<br />
eines Gebäudes <strong>und</strong> beinhaltet auch soziokulturelle<br />
Aspekte, womit es umfassender<br />
ist als die existierenden internationalen<br />
Zertifizierungssysteme. 49 Kriterien aus<br />
den Bereichen ökologische, ökonomische<br />
Qualität, soziokulturelle/funktionale <strong>und</strong><br />
technische Qualität sowie Prozess- <strong>und</strong><br />
Standortqualität werden untersucht.<br />
Das Verfahren<br />
Bereits in der Planungsphase kann ein Projekt<br />
geprüft werden <strong>und</strong> bei Erfüllung der<br />
Kriterien ein Vorzertifikat erhalten. Damit ist<br />
das Gütesiegel auch ein Planungsinstrument.<br />
Das Verfahren ist von der DGNB klar geregelt<br />
<strong>und</strong> sieht die Begleitung durch einen Architekten<br />
oder Planer vor, der durch eine Zusatzausbildung<br />
mit den besonderen Anforderungen<br />
vertraut ist. „Unser Planungsteam<br />
aus Bauherr, Planer, Generalunternehmer<br />
sowie unserem Auditor traf sich über einen<br />
Zeitraum von nicht einmal vier Monaten zu<br />
regelmäßigen Projektr<strong>und</strong>en“, sagt Projektleiter<br />
Klaus Eistert. „Dabei hat der Auditor<br />
die einzelnen Steckbriefe der DGNB erklärt,<br />
die wir anschließend gemeinsam bearbeitet<br />
haben. Hierdurch haben wir unser geplantes<br />
Gebäude gleichermaßen in ökonomischer,<br />
ökologischer <strong>und</strong> soziokultureller Hinsicht<br />
optimiert – <strong>und</strong> das für den gesamten Lebenszyklus.“<br />
Die vereinbarten Ziele für das<br />
Gebäude wurden in einem objektspezifi-<br />
schen Pflichtenheft zusammengefasst, das<br />
anschließend bei der DGNB zur Zertifizierung<br />
eingereicht worden ist. Erfolgt der Bau<br />
nach den darin festgelegten Anforderungen<br />
<strong>und</strong> werden alle Kriterien erfüllt, erhält der<br />
Bauherr das Zertifikat <strong>und</strong> eine Plakette.<br />
„Wir wollen jetzt optimieren <strong>und</strong> für den<br />
Bau Silber erhalten“, so Hermann Ulrich. Die<br />
mit der Vorzertifizierung gemachten Erfahrungen<br />
sollen außerdem bei weiteren Projekten<br />
einfließen.<br />
i<br />
i<br />
Hermann Ulrich<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Düsseldorf GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-543<br />
hermann.ulrich@leg-nrw.de<br />
Klaus Eistert<br />
<strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Düsseldorf GmbH<br />
Tel. 02 11 / 45 68-526<br />
klaus.eistert@leg-nrw.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 37
Bielefeld<br />
Stadtsanierung: 30 Jahre erfolgreiche Zu<br />
Ein Mammut-Projekt realisierte die<br />
Stadt Bielefeld drei Jahrzehnte lang<br />
gemeinsam mit der <strong>LEG</strong>. Von 1972 bis<br />
2002 sanierte das Unternehmen die<br />
nördliche Innenstadt als Treuhänderin.<br />
Ein Teilprojekt war das ‚Neue Bahnhofsviertel’<br />
mit dem größten Kino<br />
Ostwestfalens (Cinemaxx), Einrichtungen<br />
für Fitness <strong>und</strong> Wellness, Gastronomie,<br />
Shopping <strong>und</strong> Büroflächen inklusive.<br />
38 <strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009<br />
� „Als Ergänzung des Sanierungsgebietes<br />
nördliche Innenstadt entwickelte die <strong>LEG</strong><br />
bis 2004 das neue Bahnhofsviertel – auf<br />
dem zehn Hektar großen Gelände des ehemaligen<br />
Güterbahnhofs“, erläutert Andreas<br />
Lange, Prokurist der <strong>LEG</strong> Standort- <strong>und</strong><br />
Projektentwicklung Bielefeld GmbH. Das<br />
neue Quartier r<strong>und</strong> um den Bahnhof ist<br />
heute ein lebendiges Freizeit- <strong>und</strong> Entertainment-Viertel<br />
im Herzen von Bielefeld.<br />
Der Vorteil: Durch die direkte Anbindung<br />
an die Gleise machen auch zahlreiche Besucher<br />
von außerhalb einen Abstecher auf<br />
den sogenannten ‚Boulevard’, wo Restaurants,<br />
Bistros, Cafés, Kino, Bowling <strong>und</strong> Diskotheken<br />
locken. Tagsüber ‚Business, Shopping<br />
and more’, abends ‚Party <strong>und</strong> Lifestyle’.<br />
Dabei unterstützen sich Bahnhofsviertel<br />
<strong>und</strong> Bahnhof in jeder Beziehung gegenseitig:<br />
Beispielsweise nutzen die Reisenden<br />
auch das Parkhaus des neuen Quartiers.<br />
Alle Leistungen aus einer Hand<br />
Nach dem Ankauf der Fläche 1997 von der<br />
Deutschen Bahn AG gestaltete die <strong>LEG</strong> das<br />
Areal konsequent um. Eine ambitionierte<br />
Aufgabe: Allein der Abbruch der alten Bausubstanz<br />
<strong>und</strong> die Geländesanierung nahmen<br />
zwei Jahre in Anspruch. Die Jahrtausendwende<br />
brachte auch die Wende für das<br />
Projekt: Die ersten Kräne standen zum Aufbau<br />
des neuen Viertels bereit. Bis 2002 erschufen<br />
sie Flächen für Freizeit, Sport, Unterhaltung,<br />
Gastronomie, Boulevard <strong>und</strong><br />
den Bahnhofstunnel. 2003 entstand das<br />
Dienstleistungszentrum. „Neben den kauf-
sammenarbeit<br />
männischen Leistungen als Sanierungstreuhänderin<br />
übernahm die <strong>LEG</strong> auch die<br />
technische Fachplanung, Bauleitung <strong>und</strong><br />
Projektkoordination für die öffentlichen<br />
Verkehrsanlagen“, so Andreas Lange. Viele<br />
Herausforderungen meisterten die Experten,<br />
bis das Bahnhofsviertel in neuem Glanz<br />
erstrahlte. So verlegten sie zahlreiche Versorgungsleitungen<br />
<strong>und</strong> bauten Fahrleitungen<br />
der ehemaligen Hauptstrecke Berlin-<br />
Hannover-Ruhrgebiet ab. Auch die äußere<br />
Erschließung des Geländes war aufwändig:<br />
Zwei Straßen mit drei Kreisverkehrsplätzen<br />
wurden neu gebaut <strong>und</strong> an das überörtliche<br />
Verkehrsnetz angeb<strong>und</strong>en. Die innere Erschließung<br />
erfolgte über die Erlebnismeile<br />
‚Boulevard’. „Ein gestalterisches Highlight<br />
ist der Treppenplatz, der zum DB-Tunnel<br />
führt – mit modernem Fahrstuhl, großer Informations-Videowand<br />
<strong>und</strong> Wasseranimation“,<br />
stellt der Developer <strong>und</strong> Prokurist<br />
fest. „Zudem trägt die künstlerische Gestaltung<br />
von Wandflächen, beispielsweise die<br />
‚Wasserwand’, zur lebendigen Atmosphäre<br />
bei.“<br />
Sanierung Nördliche Innenstadt<br />
Bielefeld<br />
In acht Teil-Bebauungsplänen entwickelte<br />
sich das vorangegangene Großprojekt<br />
‚Nördliche Innenstadt’. Die <strong>LEG</strong> begleitete<br />
die Stadt Bielefeld dabei ebenfalls von Anfang<br />
an als Treuhänderin. Auch bei dieser<br />
Sanierung waren zahlreiche Vorarbeiten zu<br />
leisten. Von 1972 bis 2000 dauerte der Erwerb<br />
der Gr<strong>und</strong>stücke. „In mühevoller<br />
Kleinarbeit, nach vielen Gesprächen <strong>und</strong><br />
Verhandlungen, gelang es den Beteiligten,<br />
mehrere Großbetriebe des produzierenden<br />
Gewerbes zu verlagern, um das Wohnungsangebot<br />
im Quartier zu erweitern“, erinnert<br />
sich Andreas Lange. Ein weiteres Ziel:<br />
die Innenstadt in Richtung Hauptbahnhof<br />
<strong>und</strong> Bahnhofsumfeld erweitern. „Dabei<br />
blieben historisch gewachsene Straßenräume<br />
<strong>und</strong> wertvolle Bausubstanz, <strong>Dienstleistungen</strong>,<br />
Wohnen sowie Kleingewerbe erhalten.“<br />
Straßen- <strong>und</strong> Schienennetz wurden<br />
verbessert.<br />
Für Veranstaltungen<br />
der besonderen Art<br />
Eine weitere Attraktion im Sanierungsgebiet:<br />
Die Stadthalle Bielefeld, ein multifunktionales<br />
Kongresszentrum mit angeschlossenem<br />
Hotel, bietet mit 11.500 Quadratmetern<br />
Nutzfläche den passenden Rahmen<br />
für jede Veranstaltung. Zirka 3.200 Quadratmeter<br />
Ausstellungsfläche, ein Großer<br />
<strong>und</strong> ein Kleiner Saal, zehn Konferenzräume<br />
<strong>und</strong> modernste Veranstaltungstechnik befinden<br />
sich in dem markanten ‚Dampfer’-<br />
Gebäude des Hamburger Architekten<br />
Meinhard von Gerkan. Bis zu 4.500 Personen<br />
finden dort bei Großveranstaltungen<br />
Platz. Für kurze Wege sorgen die hufeisenförmig<br />
verlaufenden lichtdurchfluteten Galerien<br />
mit Panoramablick auf die Stadt. Angeschlossen<br />
ist ein Parkhaus mit 450 Plätzen.<br />
Andreas Lange äußert sich abschließend<br />
zum Projekt: „Ich freue mich, dass das<br />
neu entstandene Stadtviertel lebt <strong>und</strong> gut<br />
angenommen wird. Zusammen mit der<br />
Stadt Bielefeld <strong>und</strong> den privaten Investoren<br />
haben wir zur richtigen Zeit den brachliegenden<br />
Güterbahnhof zu einem neuen attraktiven<br />
Stadtviertel revitalisiert <strong>und</strong> so die<br />
PROJEKT<br />
Attraktivität der Stadt Bielefeld als ostwestfälisches<br />
Oberzentrum deutlich gesteigert.<br />
Es ist nicht selbstverständlich, dass in der<br />
Kürze der Zeit eine städtebauliche Maßnahme<br />
in dieser Größenordnung umgesetzt<br />
werden kann. In diesem Zusammenhang<br />
gilt mein Dank allen am Projekt Beteiligten<br />
für die ausgesprochen gute <strong>und</strong> konstruktive<br />
Zusammenarbeit!"<br />
i<br />
Andreas Lange<br />
Prokurist<br />
<strong>LEG</strong> Standort <strong>und</strong> Projektentwicklung<br />
Bielefeld GmbH<br />
Tel. 05 21 / 9 24 47-63<br />
andreas.lange@leg-nrw.de<br />
<strong>LEG</strong> MAGAZIN 2/2009 39
JUTTA NUXOLL<br />
Seit 2007 ist Jutta Nuxoll aktives<br />
Mitglied bei den Frauen in der Immobilienwirtschaft<br />
e.V.. Im März<br />
2008 wurde sie einstimmig zur<br />
ersten Vorsitzenden der Region<br />
Rheinland gewählt. Die Juristin ist<br />
bereits seit zwölf Jahren in der<br />
Immobilienbranche tätig. Ende<br />
2000 gründete sie mit dem Immobilienökonom<br />
(ebs) Carsten<br />
Fritsch die Fritsch & Nuxoll<br />
GmbH, ein Immobilienbewertungs-<br />
<strong>und</strong> -beratungsunternehmen<br />
mit Sitz in Frankfurt am<br />
Main <strong>und</strong> einer Niederlassung in<br />
Düsseldorf.<br />
Beschreiben Sie uns Ihre Lieblingsimmobilie.<br />
Ich habe nicht ‚die’ Lieblingsimmobilie (außer<br />
dem Haus, in dem wir wohnen). Als patriotische<br />
Düsseldorferin verweise ich jedoch gerne<br />
auf die ‚Gehry-Bauten’ im Düsseldorfer Medienhafen,<br />
<strong>und</strong> zwar insbesondere auf das<br />
mittlere Gebäude, dessen Fassade mit Edelstahlblechen<br />
verkleidet ist.<br />
Was gefällt Ihnen besonders an<br />
dieser Immobilie?<br />
An allen drei Gebäuden gefallen mir die<br />
Asymmetrie <strong>und</strong> die unterschiedlich gewählte<br />
Fassadengestaltung <strong>und</strong> damit einhergehenden<br />
Gebäudefarben, die das Ensemble<br />
wie eine große Skulptur wirken lassen<br />
<strong>und</strong> doch jedes Gebäude für sich wieder<br />
einzigartig machen. Die reflektierende mittlere<br />
Fassadengestaltung fasziniert mich besonders,<br />
da durch die Spiegelung, je nach<br />
Wetterlage <strong>und</strong> Lichteinfall, immer wieder<br />
andere optische Wahrnehmungen beim Betrachter<br />
hervorgerufen werden.<br />
Wie wohnen Sie?<br />
Ich wohne mit meinem Mann in Düsseldorf<br />
in einem Einfamilienhaus aus den 1930er<br />
Jahren, das wir in Anlehnung an die Ursprungsplanung<br />
kernsaniert <strong>und</strong> bei dem<br />
wir die ‚Bau- <strong>und</strong> Materialsünden’ aus den<br />
60er <strong>und</strong> 70er Jahren behoben haben. Herausgekommen<br />
ist ein schöner Mix aus Alt<br />
<strong>und</strong> Neu. Als sehr angenehm empfinde ich,<br />
dass mein Büro im Souterrain gelegen ist,<br />
mit direktem Zugang auf ein Sonnendeck.<br />
Dadurch habe ich im Sommer die Möglichkeit,<br />
unter freiem Himmel ‚Büroarbeit’ zu<br />
verrichten.<br />
Und wie würden Sie gern wohnen,<br />
wenn Sie es sich ganz frei<br />
aussuchen könnten?<br />
Da wir das Haus nach unseren Vorstellungen<br />
umgebaut <strong>und</strong> eingerichtet haben, bin<br />
ich mit meiner derzeitigen Wohnsituation<br />
wunschlos glücklich.<br />
Welchen Architekten schätzen<br />
Sie am meisten?<br />
Einen Lieblingsarchitekten habe ich nicht.<br />
Im Segment der Wohnimmobilien bin ich<br />
von den Werken des verstorbenen Frank<br />
Lloyd Wright beeindruckt, der seine Gebäude<br />
im Einklang mit der Natur geplant<br />
<strong>und</strong> den Menschen <strong>und</strong> seine natürliche<br />
Umwelt in den Mittelpunkt gestellt hat.<br />
Im Übrigen faszinieren mich sowohl Archi-<br />
DAS PERSÖNLICHE INTERVIEW<br />
Dekonstruktivismus<br />
<strong>und</strong> Bauhaus faszinieren<br />
tekten, die den dekonstruktivistischen Stil<br />
verfolgen, z. B. Frank O. Gehry, Daniel<br />
Libeskind <strong>und</strong> Zaha Hadid, als auch Architekten<br />
mit klarer Linienführung à la Bauhaus-Architektur,<br />
wie Mies van der Rohe<br />
oder der Düsseldorfer Architekt Paul<br />
Schneider-Esleben.<br />
Welche Baumaterialien bevorzugen<br />
Sie?<br />
Ich bevorzuge Baumaterialien, die die jeweilige<br />
Architektursprache logisch unterstützen.<br />
Das kann ein knorriger Holzbalken<br />
in einer Skihütte sein oder ein Stahlbetontisch<br />
in einem entsprechenden Ambiente.<br />
Welche Stadt gefällt Ihnen aufgr<strong>und</strong><br />
der Architektur am besten?<br />
Hier geht es mir so wie mit den Architekten<br />
<strong>und</strong> der Lieblingsimmobilie; es gibt so viele<br />
tolle Städte mit architektonischen Highlights,<br />
da fällt die Auswahl schwer. Als eine<br />
meiner absoluten Lieblingsstädte möchte ich<br />
jedoch London hervorheben. Stadthäuser im<br />
Viktorianischen Stil, historische Bauten wie<br />
‚St. Paul’s Cathedral’ <strong>und</strong> ‚Palace of Westminster’<br />
sowie moderne Architektur, beispielsweise<br />
die ‚Essiggurke’, das Gebäude<br />
der Swiss Re von Sir Norman Foster, stellen<br />
in meinen Augen ein lebendiges <strong>und</strong> abwechslungsreiches<br />
Stadtbild dar, in dem es<br />
immer wieder Neues zu erk<strong>und</strong>en gibt.<br />
Beschreiben Sie Ihre erste eigene<br />
Wohnung.<br />
Während des Studiums habe ich in Münster<br />
auf zirka 35 Quadratmetern gewohnt, in<br />
einem Ein-Zimmer-Appartment mit Kochnische<br />
<strong>und</strong> kleinem Süd-West-Balkon.<br />
Wie möchten Sie im Alter wohnen?<br />
Darüber habe ich noch nicht so viel nachgedacht.<br />
Ich möchte so lange wie möglich so<br />
wie heute wohnen. Sympathisch finde ich<br />
den Gedanken, mit unseren besten Fre<strong>und</strong>en<br />
eine ‚Alten-WG’ innerhalb eines Hauses zu<br />
gründen.