Secrets of Success Magazin 2019

julejacobsen159

AUSGABE 1 D € 8 AT € 8

AUTHENTISCH. PERSÖNLICH. ERFOLGREICH.

SECRETS OF

SUCCESS

WAS MACHT MENSCHEN, STÄDTE

UND UNTERNEHMEN ERFOLGREICH?

ERFOLGSSTORIES VON

Frank Thelen, Henry Maske, Regine Sixt, Francis Fulton-Smith,

Caroline Link, Julia Beautx und vielen mehr.


Wann haben Sie das letzte Mal

bei einem Tagtraum eingecheckt?

Die Eleganz des Reisens

Beginnen Sie Ihre Reise im Reisebüro oder auf cunard.com


SECRETS OF SUCCESS VORWORT

WIE

SECRETS

OF SUCCESS

ENTSTAND

Treffen bei Veranstaltungen immer Menschen aufeinander, die ein Interesse

aneinander haben? Diese Frage habe ich mir vor 20 Jahren gestellt

und kam zu dem Ergebnis: Hier ist Optimierungsbedarf. Aus diesem Gedanken

heraus entstand eine Eventreihe, die damals als kleines Hamburger

Event begann und sich in den letzten 20 Jahren zu einer der wichtigsten

Medienveranstaltungen Deutschlands entwickelt hat: „Movie meets Media“

Inzwischen findet „Movie meets Media“ dreimal jährlich – in Berlin, München und

Hamburg – statt. So durften wir über 140.000 Gäste in den letzten 20 Jahren begrüßen.

Viele dieser Menschen hatten in den letzten 20 Jahren entscheidende Ideen deren

Umsetzung dann zum Grundstein ihrer Erfolgsgeschichten wurden.

© Baganz

Ich habe das Glück und Vergnügen, viele dieser erfolgreichen Personen zu kennen und

ihren Weg beobachten zu dürfen. Die Energie, der Mut und das Engagement ist unbeschreiblich.

Einige haben große Unternehmen mit zahlreichen

Arbeitsplätzen geschaffen, einige bereichern unser Leben

durch ihr künstlerisches Schaffen, andere retten Leben mit »

ihrer Arbeit oder leisten im sportlichen Bereich schier Unglaubliches

und wieder andere haben sich einfach ein bewundernswertes

Leben geschaffen.

Alle vereint eines: Sie haben ERFOLG – ihren persönlichen

Erfolg! Doch was macht Erfolg aus? Wie wird man

erfolgreich? Oder noch erfolgreicher? Das sind Fragen, die

sich – wie ich glaube – jeder Mensch mindestens einmal im

Leben stellt.

DAS ENTSCHEIDENDE IST NICHT

DAS WISSEN, SONDERN

DAS WISSEN ANZUWENDEN.

Durch das Privileg, viele erfolgreiche Persönlichkeiten

kennen zu dürfen, habe ich einige nach ihrem persönlichen „Geheimnis des Erfolges“ befragt und möchte mit „Secrets of

Success“ die Antworten mit Ihnen teilen.

«

Sören Bauer – Inhaber und Geschäfts -

führer der Sören Bauer Events GmbH

Das Feedback zur Vorbereitung dieses Magazins war so überwältigend, dass wir leider nicht alle Geschichten hier erzählen

können und deshalb beschlossen haben ein zweites Magazin, voraussichtlich im Herbst / Winter 2020, herauszugeben. Um

Sie in dieser langen Zeit mit weiteren Erfolgs-Stories zu unterhalten, werden wir regelmäßig Geschichten von erfolgreichen

Menschen auf www.secrets-of-success.de veröffentlichen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und spannende Erlebnisse bei der Anwendung einiger Erfolgstipps in Ihrem eigenen

Leben. Denn das Entscheidende ist nicht das Wissen, sondern das Wissen anzuwenden.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback! Senden Sie uns einfach eine Mail an info@secrets-of-success.de, oder bestellen Sie sich die

nächste Ausgabe, um keine Story zu verpassen.

1


SECRETS OF SUCCESS INHALT

UNTERNEHMER * INNEN

Frank Thelen .............................................. 5

Andreas Thümmler ...................................... 27

Lencke Steiner .......................................... 28

Ian K. Karan.............................................. 50

Catalin Voss............................................. 56

Markus Lehner.......................................... 60

Dr. Torsten Jörn Klein ................................... 68

Reinhild Fürstenberg .....................................71

Valentin Schütt ......................................... 82

Christoph Vilanek ....................................... 86

Hans Rudolf Wöhrl ....................................... 92

Ernst Prost .............................................. 96

Regine Sixt.............................................. 106

Prof. Utz Claassen....................................... 112

Viola Fuchs ............................................. 115

Anna Sophie Herken .................................... 119

Martin J. Krug ........................................... 122

Axel Gränitz ............................................. 130

Dr. Bernd Buchholz ..................................... 133

Jochen J. Fischer ........................................ 136

Ljubo Brekalo ........................................... 144

Klaus A. Westrick ....................................... 153

Alexander Birken ....................................... 162

Michael Dunker ......................................... 164

Jürgen Hunke ........................................... 172

Mark Gregg ............................................. 176

MEDIZIN

Prof. Dr. Marion Kiechle ................................. 89

Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl ......................... 152

PD Dr. med. Christian Weißenberger ................... 161

GASTRONOMIE

Oliver Staas ............................................. 66

Micky Rosen ............................................ 108

KOLUMNE

Erfolg – Ines Rupprecht ................................. 36

Unternehmensportrait

Peter Kölln GmbH & Co. KGaA ......................... 49

Manieren – Eduard Prinz von Anhalt ................... 90

Jörg Laubrinus .......................................... 146

Vorwort ................................................... 1

Impressum .............................................. 180

FILM UND FERNSEHEN

Francis Fulton-Smith .................................... 10

Meryem Uzerli ............................................12

Ralf Moeller .............................................. 38

Fred Breinersdorfer ..................................... 55

Erdoğan Atalay .......................................... 95

Jochen Alexander Freydank ............................ 135

Caroline Link ............................................ 168

MEDIEN

Dr. Georg Kofler ...........................................17

Volker Engel ............................................ 20

Papis Loveday .......................................... 24

Lutz Marmor ............................................ 40

Nanna Heitmann ........................................ 64

Prof. Dr. Veit Etzold..................................... 85

Tim Werner und Gottfried Zmeck ...................... 125

Lars Amend ............................................. 138

Julia Beautx ............................................. 142

Borris Brandt ............................................ 148

Florian Boitin ............................................ 150

ENTERTAINMENT

Frank Buschmann ........................................ 32

Lotto King Karl ........................................... 52

Anna Kraft .............................................. 117

Sophie Pacini............................................ 174

SPORT

Lea Schüller ............................................. 120

Henry Maske ............................................ 128

Christoph Daum ........................................ 157

STATEMENTS

Was bedeutet Erfolg? ......................... 72, 178, 180

CITY

Hamburg ................................................ 42

Berlin ..................................................... 75

München ............................................... 100

3



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

START UP-

DNA

von Claudia Rothhammer

Wenn Kinder laufen lernen, fallen sie auch böse hin:

Frank Thelen aus der TV-Sendung „Die Höhle der

Löwen“ weiß nicht nur, wie man Start-ups das Laufen

beibringt. Er ist auch tief gefallen. Mit 25 Jahren stand

er als Unternehmer vor dem Ruin, hat es aber zurück

nach oben geschafft. Heute ist der 44-Jährige für diese

schmerzhafte Erfahrung sogar dankbar. Er findet:

Richtig auf die Schnauze zu fallen, tut einem Gründer

gut.

FRANK THELEN

– GRÜNDER, UNTERNEHMER, AUTOR –

Fotos: © Frank Thelen / frank.io

Frank Thelen – etwas zu bewegen

ist sein Antrieb

Frank Thelen wurde durch die Gründershow „Die Höhle der Löwen“

deutschlandweit bekannt, hier mit seinen Löwen-Kollegen

(v.l.) Carsten Maschmeyer und Dr. Georg Kofler.

5

© The Nigmatic / Unsplash



Fotos: © Frank Thelen / frank.io

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Der junge Frank Thelen verbrachte zu Hause in Bonn

sehr viel Zeit auf dem Skaterplatz.

Wenn Frank Thelen in der „Höhle

der Löwen“ sitzt, warten die Zuschauer

gebannt auf seine Einschätzung.

Der 44-Jährige kennt nicht nur

die Tech- und Gründerszene sehr gut, er

scheint auch immer den richtigen Riecher

zu haben, ob eine Geschäftsidee Potenzial

hat. Dass er einmal Deutschlands bekanntester

und mit sechs Staffeln dienstältester

„Löwe“ werden würde, hätte der Bonner

nie gedacht. Seine Eltern vermutlich auch

nicht, als ihr Frank so viele Fünfer und

Sechser nach Hause brachte, dass er vom

Gymnasium flog und auf der Realschule

landete. Hätte man ihn damals gefragt,

was er sich einmal für seine Zukunft vorstellt,

hätte er gesagt: „Eher was Sportliches.“

Auch wenn er leidenschaftlich gerne

Skateboard fährt, hatten es ihm früher

kleine Bälle angetan. „Als Kind wollte ich

mal Tischtennisprofi

werden, weil mich

der Sport begeistert

hat. Ich war auch

tatsächlich ganz gut,

aber für eine Profikarriere

hätte es

wohl nicht gereicht“,

verrät Thelen.

Gereicht haben dann

zumindest die schulischen

Leistungen

doch noch. Thelen

kämpfte sich hoch,

konnte studieren

und entschied sich

für Informatik – um

es dann doch wieder

abzubrechen. Er

hatte nämlich mit

18 Jahren seine erste

Firma gegründet, die

er ausbauen wollte.

Sein Unternehmen

stellte ein innovatives Framework zur

Herstellung von High-End-Multi media-

CD-ROMs zur Verfügung. Für Interessierte

nur so viel: Es war eine schnellere

und flexiblere Alternative zur beliebten

Macromedia­ Director-Plattform. 1996 fusionierte

seine erste Firma mit Pro PC zur

Marke Create Media, die einige der ersten

größeren Websites in Deutschland wie zum

Beispiel hallo.de oder bilder.de erstellte

und betrieb. 1997 glaubten Investoren so

fest an ihn und seine Fähigkeiten, dass er

für seine neue Firma Twisd 1,4 Millionen

D-Mark Wagniskapital bekam, um einen Linux-basierten

Router zu entwickeln und zu

vertreiben, der lokale Netzwerke mit dem

Internet verband.

Zwei Jahre nach der Firmengründung stand

Thelen mit Twisd kurz vor dem Sprung an

Statt auf dem Skaterplatz verbringt Frank Thelen heute

viel Zeit in Meetings. Aber hier darf es auch gerne legerer

sein, ohne Krawatte und Anzug.

die Börse und damit mit gerade mal 24 Jahren

vor seinem vermeintlich größten Erfolg.

Doch dann stürzte alles wie ein Kartenhaus

in sich zusammen. Die Internetblase

platzte. Doch Thelen und seine Mitgründer

hatten zur Überbrückung der letzten Phase

vor dem Börsengang einen Kredit über zwei

Millionen D-Mark aufgenommen – und

dabei einen ihrer größten Fehler gemacht:

Sie haben mit ihrem Privatvermögen gebürgt.

Thelen stand plötzlich vor dem Ruin

und vor einem riesigen Schuldenberg. „Das

war mein größter Rückschlag.“ Er verkroch

sich erstmal, sortierte sich neu, suchte

nach Auswegen.

„Ich konnte glücklicherweise

einen Vergleich mit der

Bank aushandeln und den

Mut und die Willenskraft

finden, erneut zu gründen –

diesmal erfolgreich.“

Thelen geht ganz offen mit seiner Niederlage

um.

„Wir lernen mehr durch

Schmerz als durch Glück“,

gibt er zu bedenken. Und der junge Firmengründer

ist gewillt, zu lernen. Zehn Jahre

stottert er seine Schulden ab, Monat für

Monat. Auch wenn er im Laufe der Jahre

alles mit einem Schlag hätte begleichen

können, er will die Erinnerung an seine

schwerste Zeit nicht so schnell hinter sich

lassen. Nach Twisd gründet er die Firma

ip.labs, die zum Weltmarktführer für Onlinefotoservices

wird: „Das war der wohl

wichtigste Karriereschritt und auch einer

der wichtigsten Wendepunkte in meinem

Leben. Nicht nur, weil das letztendlich zum

ersten größeren wirtschaftlichen Erfolg

für mich wurde, sondern auch, weil ich aus

einer sehr schwierigen Situation heraus erneut

gegründet und mir selbst und anderen

Gründern gezeigt habe: Wieder aufstehen

lohnt sich!“

Thelen ist der festen Überzeugung:

„Niemand hat nur Glück und

Erfolg.“

Niederlagen gehörten ebenso zum Leben.

Die Frage sei nur, wie man mit den Tiefpunkten

umgehe. Das will er jungen Gründern

mit auf den Weg geben. Auch seine

Autobiografie „Startup DNA“ trägt den

prägnanten Untertitel „Hinfallen, aufstehen,

die Welt verändern.“ Besser könnte

man den 44-Jährigen nicht beschreiben.

Auch er möchte die Welt verändern. „Mein

größtes Vorbild ist Elon Musk, weil er

visionär denkt und in fast allen relevanten

Zukunftsthemen spürbar involviert ist.“

Dass die Welt vor einem großen Umbruch

steht, liegt für Thelen auf der Hand: „Sämtliche

Industrien werden in den kommenden

Jahrzehnten durch immer wieder neue,

technologische Entwicklungen disruptiert.

Wer hierfür kein Verständnis hat und nicht

vorausschauend handelt, wird abgehängt.“

Dass Deutschland sich selbst abgehängt

hat, ist Thelens große Befürchtung. Oder,

wie er es ausdrückt:

„Internet, Smartphone oder

Cloud: Europa hat alles verpennt.“

Deshalb treibt ihn jetzt vor allem eines

an: „Bisher war es immer die Begeisterung

für neue Technologien und die Liebe zum

Produkt, an dem ich zu dem Zeitpunkt gebaut

habe. Jetzt habe ich zum ersten Mal

einen Zehnjahresplan und eine Agenda: Ich

möchte einen Technologie-Champion aus

Europa mit aufbauen. Wir müssen unsere

wirtschaftliche Lage gegenüber den USA

und China stärken, damit wir auch in Zukunft

noch auf Augenhöhe mit den Weltmächten

verhandeln können. Wir brauchen

globale Lösungen für Themen wie KI und

Klimaschutz. Das spornt mich an.“ Etwas

zu bewegen, das ist sein Antrieb und Motor.

Das spürt man. Deshalb verwundert es

auch nicht, dass er über sich selbst sagt:

„Für mich bedeutet Erfolg, jeden Tag ein

bisschen besser zu werden und immer wieder

an neuen Herausforderungen mit den

klügsten Köpfen arbeiten zu dürfen.“

Ihm sei es auch nie wichtig gewesen, einmal

ein großer Firmenchef zu sein. „Ich

habe schon immer aus Passion heraus gehandelt.

Ich habe mich nie aktiv dazu entschieden,

Gründer oder Investor zu werden,

sondern habe einfach immer mit Herzblut

an Produkten gearbeitet, bis daraus Unternehmen

entstanden sind. Investor bin ich

dann geworden, weil ich mit meinem Kapital

etwas an die Start-up-Szene zurückgeben

wollte.“ Jungen Gründern rät er:

„Wer mit Passion, Leidenschaft

und aus tiefster

Über zeugung heraus ein

Ziel verfolgt, kann es in

meinen Augen mit harter

Arbeit und Disziplin auch

immer schaffen. Wer nur auf

Erfolg aus ist, wird es hingegen

schwierig haben.“

Auch heute noch macht Frank Thelen

auf dem Skateboard eine gute Figur.

© Frank Thelen / frank.io

6





SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

DER

TAUSEND -

von Robert Torunsky

SASSA

FRANCIS

FULTON-SMITH

– SCHAUSPIELER –

Der „Bambi“-Preisträger Francis Fulton-Smith zählt seit den

90er-Jahren zu den meistbeschäftigten Schauspielern Deutschlands.

© Myro Wulff

Den Berufswunsch „Schauspieler“

hatte Francis Fulton-Smith bereits

im Kindesalter – auch wenn es eine

Art Zweitbesetzung war. „Ursprünglich

wollte ich Cowboy oder Indianer werden,

da mich Western fasziniert haben. Als mein

Vater mir mit fünf Jahren sagte, ,Das sind

Menschen, die für Geld spielen‘, stand fest:

Ich werde Schauspieler“, erinnert sich der

gebürtige Münchner. Dieses Ziel verfolgte

er getreu seiner Devise:

„Gib immer zwei Millimeter

mehr als alle anderen“.

Das sollte sich auszahlen: Für seine glänzende

Verkörperung des legendären ehemaligen

bayerischen Ministerpräsidenten

Franz Josef Strauß 2014 in dem Politthriller

„Die Spiegel-Affäre“ bekam er u.a. den

„Bambi“ und den „Deutschen Schauspielerpreis“

verliehen. Die Hingabe für seinen

Beruf unterstreicht die Tatsache, dass

Fulton-Smith als Vorbereitung für die Rolle

unter ärztlicher Aufsicht 20 Kilo zugenommen

hatte. „Ich stelle mich mit eiserner

Disziplin ganz in den Dienst der Figuren,

die ich verkörpere. Ich werfe den schützenden

Brudermantel um sie und verteidige ihr

Sein“, nennt Fulton-Smith eines seiner Erfolgsgeheimnisse.

Zunächst stand für den Sohn einer

deutschen Fremdsprachenkorrespondentin

und eines britischen Jazzmusikers aber

das Abitur an. Anschließend verfolgte er

konsequent seinen Berufswunsch und absolvierte

an der Otto Falckenberg Schule

in München seine Ausbildung zum Schauspieler.

Die Zeit an der Fachakademie zählt

der 53-Jährige rückblickend zu seinen

wichtigsten Karriereschritten – neben den

Engagements am Staatstheater Braunschweig

und am Deutschen Schauspielhaus

in Hamburg. 2009 wurde Fulton-Smith von

den Leserinnen der Zeitschrift „Das Neue

Blatt“ für seine Rolle als Dr. Christian Kleist

in der Serie „Familie Dr. Kleist“ (ARD) als

„Mein Star des Jahres“ gekürt.

„Meine Fähigkeit, mich in

unterschiedlichste Menschen

hineinzuversetzen,

genau hinzusehen und hinzuhören,

verleiht mir die

Kraft und Konzentration

für die nötige, authentische

Natürlichkeit meines Spiels.

Dabei nehme ich mich selbst

nicht so wichtig.“

So unterschiedlich wie seine Rollen sind

auch die Vorbilder von Francis Fulton-

Smith: „Wenn es um den Erfolg geht, sind

es Clint Eastwood und Warren Buffett.“ Der

Regisseur und Schauspieler Eastwood und

der Großunternehmer Buffett werden von

drei weiteren Vorbildern komplettiert: „In

puncto Menschlichkeit und Anmut bewundere

ich Mahatma Ghandi – und auch meine

beiden Töchter. Die Klarheit, mit der sie

jedes noch so kleine Detail aufnehmen und

die Welt entdecken, ist beeindruckend und

für mich die pure Inspiration.“

Seine Kreativität nutzt Fulton-Smith nicht

nur in seinem Erstberuf: Der Tausendsassa

veröffentlichte 2017 sein erstes Sachbuch

„Loving se Germans“, in dem der Halbbrite

die Unterschiede zwischen Deutschen und

Engländern beschreibt. Große Bedeutung

haben für ihn auch seine Ausstellungen als

Maler. Anfang Dezember 2019 beispielsweise

in der Galerie Walentowski in Hamburg.

Das Hobby übt gleichermaßen Faszination

wie auch meditative Wirkung aus.

Abseits der Künste ist er an der Firma IGE­

SOLUTIONS Ltd. beteiligt, die ein Verfahren

entwickelt hat, ohne toxische Emissionen

und rückstandsfrei nicht-recycelbaren

Plastikrestmüll in großen Mengen in Dieselkraftstoff

umzuwandeln. Fulton-Smith

engagiert sich aber nicht nur für die

Umwelt: „Für mein Lebensglück bin ich

sehr, sehr dankbar. Deswegen ist es mir

ein Herzensanliegen, etwas davon zurückzugeben,

um Gutes zu tun und andere

11

Menschen und Projekte zu fördern und

zu unterstützen“. Besonders wichtig seien

ihm die Initiative „Besonderhaut“ für

Kinder mit seltenen Hautkrankheiten von

Dr. Nicole Inselkammer und die Deutsche

Stiftung Kinderdermatologie.

Wie ist das alles mit dem Privatleben vereinbar?

„Ich nutze meine Zeit optimal.

Deshalb befinde ich mich immer in ,Einsteinzeit‘:

Ich bin immer da, wo ich bin

und wo ich bin, ist es immer

richtig“,

beschreibt Fulton-Smith seine Philosophie.

Die Familie und er selbst sind ihm

dabei heilig: „Ich nehme mir immer Zeit

für meine Kinder und ich habe feste Zeiten

pro Woche eingeplant, die ich ,Me-Time‘

nenne.“

Was würde Francis rückblickend seinem

jüngeren Ich raten? Eine ganze Menge:

„Folge deinem Herzen und halte deine Versprechen.

Greife immer nach den Sternen.

Sei dankbar, hilfsbereit, gütig und geduldig.

Genieße das Leben und die Schönheit

des Augenblicks.“ Etwas ändern würde er

indes nicht: „Im Moment der Entscheidung

formen wir unser Schicksal. An jeder

Entscheidung reift man, lernt ständig dazu

und wird so genau zu der Person, die man

heute ist.“

Apropos Moment: Fulton-Smith freut

sich sehr über seine ersten Erfolge als

Produzent, wie kürzlich mit dem „Athen-

Krimi“ oder dem Thriller „Totenfieber“ in

der ARD. „Hier sind schon weitere spannende

Projekte in Planung.“ Der Einzelkönner

ist auch Mannschaftsspieler: „Ich

habe ein Team von Spitzenkräften um mich

herum, die es mir ermöglichen, meine Ressourcen

optimal zu nutzen. Nicht der Kunde

ist König, sondern das Team.“ Die Buchstaben

T, E, A und M stünden für ihn dabei

für „Together everyone achieves more –

gemeinsam erreicht jeder mehr“.



SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

FÜR

AMREI

In ihrer Wahlheimat

Berlin gehen Deutsche

ahnungslos an

Meryem Uzerli vorbei.

Doch Touristen

und türkischstämmige

Berliner geraten

in helle Aufregung,

wenn sie ihre

„Roxelane“ treffen.

Uzerli wurde nicht

nur in der Türkei,

sondern in 80 weiteren

Ländern über

Nacht zum Megastar.

Die blonde

Schauspielerin mit

den tiefblauen

Augen verdrehte

mehr als 400 Millionen

Fans weltweit

den Kopf – so viele

Zuschauer haben

die türkische Serie

„Muhtesem Yüzyil“

(„Das prächtige Jahrhundert“)

gesehen.

Darin spielte die

gebürtige Kasslerin

in über 100 Folgen

die Lieblingsfrau von

Sultan Süleyman.

© Fethi Karaduman

Meryem Uzerli

spricht über ihren Werdegang

als Schauspielerin

und wie es dazu kam.

Meryem Uzerli hat allen Grund zum Strahlen:

Sie lebt ihren Traum.

von Claudia Rothhammer

12



Frau Uzerli, warum wurden Sie

Schauspielerin?

Meryem Uzerli: In meiner Schulzeit

hatte ich eine beste Freundin namens Amrei.

Ihr Vater war Intendant am Staatstheater

Kassel. Wir waren oft dort, hatten eine

kleine eigene Theater-AG. Es war für uns

beide immer klar, dass dies unser Leben bestimmen

würde. Aber Amrei kam bei einem

Autounfall ums Leben. Das war ein Schock

für mich.

In einem Gebet versprach

ich ihr, unseren Weg, den

wir uns vorgenommen hatten,

für sie weiterzugehen.

Des Weiteren habe ich schon als kleines

Kind zu meiner Mutter gesagt, dass ich zu

viele Emotionen in mir trage, als dass im

Alltagsleben dafür Platz wäre.

© Fethi Karaduman

Dieses Versprechen haben Sie auch gehalten

und sich am Hamburger Schauspiel-Studio

Frese beworben. Dort waren

Sie die jüngste Schülerin aller Zeiten.

Warum Frese?

Ich hatte mir von allen Schauspielstudios

die Unterlagen zuschicken lassen,

meine Augen geschlossen und das Schauspiel-Studio

Frese herausgezogen. Das war

es dann und so sollte es sein. Ich war sehr

jung, ja, und ich hatte Hemmungen, mein

inneres Potenzial frei herauszulassen. Das

Schauspiel-Studio hat mir in den drei Jahren

sehr geholfen, eine innere Stärke aufzubauen,

die einem hilft, einen guten Start

für den eigenen Weg zu finden. Aber an

seiner eigenen Stärke, am Mut und allem

zu arbeiten, was einen das wahre innere

Potenzial entfalten lässt, ist ein Lebensweg,

denke ich.

Was haben Sie nach der Schauspielausbildung

gemacht?

Ich habe direkt nach der Schauspielausbildung

angefangen, Filmfeste zu besuchen.

Mir wurde schnell klar, dass die Events von

Sören Bauer, sei es nun die „Movie meets

Media“ oder die „Directors Cut Night“, sehr

wichtig waren, um Networking zu betreiben.

Ich hatte allerdings nie eine

Einladung. In München bin

ich deshalb einmal über den

Zaun geklettert und habe

mir mein Kleid zerfetzt.

Auf der Berlinale bin ich einmal rausgeflogen,

weil ich an den Türstehern, die die

Gekonnt für Instagram posieren?

Für Meryem Uzerli kein Problem.

Bändchen kontrollierten, vorbeigerannt

bin. Ach, es war anstrengend und stressig,

muss ich sagen. Ich bin froh, jetzt offiziell

dabei sein zu dürfen.

Wie sind Sie zu der Serie „Muhtesem

Yüzyil“ gekommen?

Ich hatte über eine Theaterproduktion eine

Schauspielerin kennengelernt, die mich

später für das Casting empfohlen hat. Sich

dann gegen Tausende durchzusetzen, war

ein unwirkliches Gefühl, hat aber mein Vertrauen

ins Leben unglaublich gestärkt, dass

die Dinge, die zu einem gehören, einen finden.

Und über Nacht wurde Istanbul Ihr zweites

Zuhause.

Meine Mutter ist Deutsche, mein Vater

ist Türke. Ich bin in Deutschland geboren

und aufgewachsen. Ab und an sind wir mal

in die Türkei in den Urlaub gefahren. Der

Umzug von Deutschland in die Türkei war

trotzdem kulturell gesehen keine Umstellung

für mich, da mir die türkische Mentalität

ja nicht fremd war. Aber selbst wenn:

Ich hatte auch nicht viel Zeit, groß darüber

nachzudenken, da die Serie nicht wie andere

TV-Weeklys 45 Minuten lang war, sondern

120 Minuten. Sozusagen Spielfilmlänge,

einmal pro Woche, Woche für Woche.

Dafür mussten wir hart arbeiten.

14- bis 18- Stunden-Tage

waren an der Tagesordnung.

Als Sie aus der Serie ausgestiegen sind,

kamen Sie mit kleinem Babybauch zurück

nach Berlin. Wie vereinbaren Sie Beruf

und Privatleben?

Knallharte Organisation bis auf die Minute.

Ich habe eine fünfjährige Tochter, da muss

alles perfekt organisiert sein. Ich frage mich

allerdings, wie das erst werden soll, wenn

sie zur Schule geht. Es ist heute schon nicht

immer ganz einfach, auch wenn eine gute

Struktur hilft.

Sie sind nicht nur als Schauspielerin ein

Megastar, sondern auch in den Sozialen

Medien. Allein bei Instagram haben sie

5,6 Millionen Follower. Das sind mehr, als

Matthias Schweighöfer, Elyas M‘Barek

und Til Schweiger zusammen haben.

„Muhtesem Yüzyil“ ist in 80 Länder verkauft

worden, unter anderem in den kompletten

Mittleren Osten, nach Russland,

Südamerika ... So gesehen könnten es

durchaus mehr Follower sein, wenn ich mir

mal etwas mehr Mühe mit Hashtags und

dem richtigen Posten zur richtigen Zeit geben

würde.

Die Serie „Muhtesem Yüzyil“

hat über 400 Mio. Fans weltweit.

Natürlich ist die Präsenz in

den Sozialen Medien ein

Entscheidungskriterium, ob

ich einen großen Werbedeal

bekomme oder nicht.

Aber nicht nur für die, wie mir neulich in

Los Angeles jemand sagte. Auch für viele

Filmstudios sind Soziale Medien mittlerweile

eine Visitenkarte, auf die sie einen

Blick werfen. Da hab’ ich erst mal schnell

zwei, drei Bilder gelöscht.

Abgesehen von Instagram und Co.: Was

hilft Ihnen noch, Karriere zu machen?

Welche Eigenschaften braucht es dazu?

Flexibel bleiben, dem Leben vertrauen und

sich nicht von zu vielen Meinungen von außen

ablenken lassen. Man sollte seiner Intuition

und seinem Instinkt folgen. Wichtig

ist aber auch, eine Balance zwischen Beruf

und privater Zeit zu finden. Es geht nicht

nur um Zeit zum Auftanken, sondern mehr

noch um Zeit, sich immer wieder neu zu

entdecken und seine Visionen zu überprüfen,

sich somit neu fokussieren zu können.

An welcher Rolle sind Sie am meisten

gewachsen?

Das war für einen Film, den ich letztes Jahr

in Georgien gedreht habe. Ich habe eine

Imkerin gespielt, die das Bienenvolk ihrer

Mutter weiterführen soll. Wir drehten in einem

bis dahin unbetretenen Naturschutzgebiet,

lebten komplett in der Wildnis. Ich

muss zugeben:

Ich hatte panische Angst vor

Bienen. Beim Dreh flogen

aber Hunderte von Bienen

täglich um mich herum.

Das hat nicht immer Spaß gemacht. Gewachsen

bin ich aber auch an dem Charakter,

den ich darstellen, ja sogar erleben

durfte. Es war eine Rolle, die ich bis dahin so

noch nicht spielen konnte, eher bestimmt

von ruhigeren Tönen. Das war spannend

und hat mich sehr weitergebracht.

Was können Sie jungen Nachwuchsschauspielern

raten, die von einer Karriere wie

Ihrer träumen?

Oh, das ist eine sehr schwere Frage, da es

so viele individuelle Persönlichkeiten gibt,

denen ich wohl im Detail unterschiedliche

Ratschläge bei unterschiedlicher Ausgangslage

geben würde. Aber generell würde

ich wohl sagen: Erstens sollte man sich

nicht mit negativen Energien umgeben und

immer im eigenen Glauben, in der eigenen

Vision verankert, mit sich in Verbindung

bleiben. Zweitens: arbeiten, arbeiten,

arbeiten, egal, was und wie. Hauptsache,

Erfahrungen sammeln, ob Kurzfilme, Theaterstücke

oder eigene Dinge schreiben und

entdecken. Und, wenn mal gar nichts geht,

Material sammeln, vor allem aber niemals

aufgeben. Drittens sollte man sich nicht

von zu vielen Meinungen von außen ablenken

lassen und schließlich viertens:

Networking, Networking,

Networking – und zum

Beispiel bei Sören- Bauer-

Events über den Zaun

klettern.

© Max Sonnenschein

14

15



ACTORS CONNECTION UND MAX-ELMAR WISCHMEYER

gratulieren Sören Bauer und Movie Meets Media zu ihrem 20 jährigen Jubiläum

und wünschen alles Gute für die Zukunft!

ACTORS CONNECTION

Max-Elmar Wischmeyer | Agentur und Management

für Film, Fernsehen, Entertainment, PR & Social Media

Kuckucksberg 9

22952 Lütjensee bei Hamburg

+49 (0) 4154 - 79 39 0

info@ac-a.de

www.actorsconnection.de

Wir vertreten (v.l.n.r.):

Patrick Bach

Oliver Bender

Alina Beise

Sonja Bertram

Timothy Boldt

Anne Bolik

Tina Bordihn

Guido Broscheit

Arne-Carlos Böttcher

Wayne Carpendale

Frank Casali

Carina Diesing

Niklas Doddo

Isabell Ege

Andreas Elsholz

Marek Erhardt

Yasmina Filali

Penelope Frego

Florian Frowein

Oliver Geissen

Sidney Gersina

Marco Girnth

Birte Glang

Simone Hanselmann

Fabian Harloff

Daniel Hartwig

Manuel Hasni

Sebastian Höffner

Nils Julius

Jonas Kautenburger

Chryssanthi Kavazi

Stephan Käfer

Frank Kessler

Maria Ketikidou

Linda König

Nicolas König

Emelie Kundrun

Tanja Lanäus

Jana Josephina Leipziger

Fabian Lichottka

Moritz Lindbergh

Krystian Martinek

Julia Moffat

Cheyenne Pahde

Valentina Pahde

Sina Peris

Oliver Petszokat

Christina Plate

Prince Damien Ritzinger

Tobias Schönenberg

Paula Schramm

Jochen Schropp

Susan Sideropoulos

Sandra Steinbach

Tanja Szewczenko

Saskia Valencia

Lisa Volz

Jo Weil

Tim Wilde

Stefanie Winner

Lea Louisa Wolfram

Max Wolter

Christian Wunderlich

Gisa Zach

Helmut Zierl

MIT INTUITION ZUM

ERFOLG

von Renate Kerscher

Ein Südtiroler, der die

deutsche Medienlandschaft

maßgeblich geprägt und

verändert hat, ist Dr. Georg

Kofler. Er hat ProSieben aufgebaut,

das Teleshopping

nach Deutschland geholt

und Premiere saniert. Drei

Projekte, die der Reihe

nach für unsinnig, unnütz

und unmöglich gehalten

wurden. Kofler, Anfang 60,

könnte sich als Privatier

zurückziehen, aber danach

ist ihm noch nicht. Er ist als

Unternehmer aktiv, unter

anderem in der Sendung

„Die Höhle der Löwen“, und

plant das nächste große

Ding: die Social Chain AG.

Aber der Reihe nach.

SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

Dr. Georg Kofler

ist ein Manager und

Unternehmer, der vor allem

durch sein Engagement in

diversen Medienkonzernen

Bekanntheit erlangte.

Beim Klettern bekommt Georg Kofler den Kopf frei.

Georg Kofler kommt aus einfachen

Verhältnissen. Als Kind wollte er

„Bauer mit einem großen Traktor“

werden, wie er sagt. Stattdessen studiert er

Publizistik und Kommunikationswissenschaft

mit dem Berufsziel Journalist. Es

folgt eine Anstellung als wissenschaftlicher

Mitarbeiter an der Universität Trier, bevor

der Generalintendant des ORF auf Kofler

aufmerksam wird. „Ich hatte verschiedene

Artikel veröffentlicht, über die Gerd Bacher

auf mich aufmerksam wurde“, sagt Kofler.

Aus der Universität holt ihn Bacher ins

Fernsehgeschäft. „Das war ein entscheidender

Karriereschritt, weil es mein Einstieg

ins operative Fernsehgeschäft war.“

17

Jungen, strebsamen Menschen empfiehlt

er, es ihm gleichzutun: „Mache den Job, den

du gerade hast, besonders gut. Das wird anderen

auffallen. Und wenn es so weit ist, sei

bereit für Veränderungen. Man muss auch

das Risiko auf sich nehmen, den Job zu

wechseln und mobil zu sein – in geistiger,

aber auch in physischer Hinsicht.“ Mobil ist

er. Er sei der einzige seines Jahrgangs gewesen,

der sein Südtiroler Bergdorf verlassen

habe, um in die Welt hinauszuziehen.

„Ohne Risiko kein Gewinn“,

fasst es Kofler zusammen.

Risikobereit war und ist Georg Kofler immer.

Dafür stehen auch die drei großen

Highlights seiner bisherigen Karriere: die

Gründung von ProSieben, die Einführung

von Teleshopping in Deutschland und die

Sanierung von Premiere – drei Projekte, die

Branchenexperten für unmöglich gehalten

© Georg Kofler



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

Fotos: © Georg Kofler

haben. Statt auf Berater zu hören und langwierige

Analysen durchzuführen, hat Kofler

einfach gemacht.

„Und immer, wenn ich etwas

gemacht habe, gab es

diesen Chor an Zweiflern

und Skeptikern, der einen

innovativen Unternehmer

oft begleitet. Da braucht

man schon auch Entschlossenheit

und Risikobereitschaft.“

Nur einmal hätte er in der Retrospektive

gerne bedachter gehandelt – beim Kofler

Energies Club, den er als ADAC der Energieeffizienz

positionieren wollte. Doch die

Verbraucher wollten das Angebot partout

nicht annehmen und so musste Kofler nach

Georg Kofler holte das Teleshopping nach Deutschland, hat ProSieben

aufgebaut – einen Sender, der seinerzeit für völlig unsinnig gehalten wurde

und Premiere erfolgreich aus der Insolvenz geholt und saniert.

nur zwei Monaten den Stecker ziehen. „Hier

hätte ich mir mehr Zeit lassen sollen, um

Marktforschung zu betreiben. Andererseits

ist das gegen mein Temperament. Wenn ich

eine Entscheidung getroffen hab, will ich

mit vollem Einsatz einsteigen.“ Und:

„Beim Aussteigen erfordert

es für Unternehmer manchmal

mehr Mut als beim Einsteigen.“

Das macht seiner Meinung nach auch einen

guten Unternehmer und Chef aus: Risikobereitschaft.

„Man muss schnelle Entscheidungen

treffen und zuverlässig gegenüber

Mitarbeitern und Geschäftspartnern sein.“

Außerdem empfiehlt er

jeder Führungskraft eine

Portion gute Laune.

„Niemand will mit griesgrämigen Leuten

zusammenarbeiten. Gerade gegenüber Mitarbeitern

soll man ein gut gelaunter Chef

sein.“ Seine Mitarbeiter sieht Kofler gerne

als unternehmerische Partner. Darum beteiligt

er sie auch häufiger an Unternehmen.

„Ich pflege einen unternehmerischen

Führungsstil. Das heißt, ich übertrage Mitarbeitern

Verantwortung, frage aber trotzdem

nach, wie es so läuft. Eine gewisse

Kontrolle muss auch sein.“

Wenn er den Kopf frei bekommen will für

neue Ideen, geht er klettern in Südtirol.

„Richtig abschalten kann ich nur in der Natur

mit möglichst viel Anstrengung. Da ist

Klettern genau das Richtige.“ Im Fels ist er

von Schwierigkeitsgrad 4 bis 6- unterwegs,

in der Halle darf es gerne schwieriger sein.

Koflers Erfolgsgeheimnis? Sein Bauchgefühl.

„Wenn ich so meine wichtigsten Firmen

sehe, dann war es eher intuitiv und aus

dem Bauch heraus ohne langwierige Analysen

und langes, bedächtiges Abwägen.“

Jedem Unternehmensberater stellen sich

dabei doch die Haare auf. „Deswegen sind

die Unternehmensberater ja keine Unternehmer,

sondern Berater“, sagt Kofler lachend.

Entscheidungen dürfen auch intuitiv

getroffen werden.

„Sonst könnte ja jeder erfolgreich

sein, wenn man

die Zukunft genau berechnen

könnte.“

Apropos Zukunft: Koflers Zukunft ist die

Social Chain AG. Darin werden alle Arten

von Social Media mit E-Commerce verknüpft.

„Das wird mein neues ProSieben“,

schwärmt Georg Kofler. Er ist siegessicher

mit der Social Chain AG, aber ein kleiner

Nervenkitzel ist doch dabei: „Es gibt immer

die Möglichkeit des Scheiterns. Das ist

ja das Spannende am Unternehmerleben,

dass man nicht weiß, wie es ausgeht. Ich

glaube, das Leben eines Unternehmers ist

eine sehr spannende und aufregende Lebensform.

Kein Tag ist wie der andere bei

mir. Dafür bin ich dankbar.“

Die Welt wartet überall.

Entdecken Sie über

500 Ziele weltweit.

18



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

© Isabella Vosmikova 1997

DER STEINIGE WEG

ZUMGIPFEL

Der Kreis der deutschen Oscarpreisträger ist überschaubar. Volker Engel gehört zu

diesem erlesenen Kreis. Er hat 1997 für den Film „Independence Day“ den Oscar in der

Kategorie „Beste visuelle Effekte“ erhalten – mit 32 Jahren. In Bremerhaven geboren, lebt

und arbeitet Engel gemeinsam mit seiner Frau Gesa, einer deutschen Filmproduzentin,

seit Jahrzehnten in Los Angeles als Visual-Effects-Supervisor und Filmproduzent.

von Renate Kerscher

Als Student durfte er einmal probesitzen – Jahre später

erfüllte er sich den Traum einen DeLorean zu kaufen.

Es gibt Menschen, die wissen

schon als Kind, was sie werden

wollen. Und nicht nur das, sie

ziehen ihr Ding dann auch durch.

Volker Engel gehört dazu. „Nachdem

ich mit sechs Jahren Disneys

‚Dschungelbuch‘ gesehen hatte,

wollte ich Disney-Zeichner werden.

Als ich dann mit 13 Jahren den ersten

Star-Wars-Film sah, wollte ich

visuelle Effekte machen und neue

Welten kreieren. Das war der Grundstein“,

spricht Engel über die Filme,

die seine Leidenschaft entfacht

haben.

Was lag da näher, als

sich mit 14 Jahren – vom

Konfirmationsgeld –

eine Super-8-Kamera zu

kaufen und mit Filmtricks

zu experimentieren?

Seinen Eltern ist er für diese Freiheit

dankbar. Unterstützung erhält

Volker Engel auch in der Schule. Sein

Kunstlehrer der Oberstufe unterstützt

ihn stark dabei, eine künstlerisch

orientierte Ausbildung zu machen. Also

geht Volker Engel an die Akademie der

Bildenden Künste in Stuttgart und macht

1989 sein Diplom als Grafikdesigner mit

Schwerpunkt Trickfilm.

Dann kreuzen sich Engels Wege mit denen

des Mannes, der später sein langjähriger

Mentor werden soll: Roland Emmerich.

Eine Begegnung, für die er heute noch

dankbar ist: „Er hat mir durch seine Filmprojekte

über mindestens zwei Jahrzehnte

eine Plattform geschaffen, auf der ich mich

kreativ entfalten konnte. Das war eine

spannende Zusammenarbeit, wie ich sie jedem

nur wünschen kann.“

Als er gerade mal 23 Jahre alt ist, heuert

ihn Regisseur Roland Emmerich als Visual

Effects Supervisor für seinen Film „Moon

44“ an. 1995 kommt er auf Emmerichs

Einladung nach Los Angeles und wirkt an

„Independence Day“ mit. Der Blockbuster

wird 1997 für die visuellen Effekte mit

einem Oscar ausgezeichnet – das persönliche

Highlight seiner Karriere. „Es war mein

erstes Filmprojekt in den USA in meinem

Beruf als Visual Effects Supervisor und hat

mir deshalb so viel bedeutet, weil man dafür

von seinen Kollegen aus der Branche

nominiert wird.“

Volker Engel erhielt mit 32 Jahren einen Oscar

in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“.

Ganz einfach war sein Schritt in die USA

nicht, wie Engel sich erinnert.

„Es war eine große Herausforderung,

als sehr junger

Mensch 1995 in die USA zu

kommen und in einer fremden

Sprache die Leitung

eines 300-köpfigen Departments

zu übernehmen – inklusive

der Verantwortung

für ein zweistelliges Millionen-Budget.“

Allerdings konnte er sich damit auch einen

Wunsch erfüllen: einen DeLorean. „Während

meines Studiums brachte ich einmal

meinen alten Opel Ascona zur Reparatur

und sah auf dem Hof der Werkstatt einen

DeLorean. Er stand zum Verkauf und sollte

50.000 Mark kosten. Ich lebte damals von

300 Mark BAföG im Monat“, sagt Engel lachend.

Aber zumindest drinsitzen durfte er

kurz. Jahre später bot sich ihm in den USA

eine ähnliche Gelegenheit und er hat sich

für 15.000 Dollar seinen Autotraum erfüllt.

Erfolg ist für Volker Engel das Ergebnis harter

Arbeit.

© Reiner Bajo

„Dafür braucht man

eine enorme Ausdauer

und darf sich nicht mit Menschen

umgeben, die ständig etwas zu nörgeln

haben.“ Er selbst sei hartnäckig –

wie ein Langstreckenläufer, sagen

seine Mitarbeiter. Für junge, ambitionierte

Menschen hat Volker Engel

einen Erfolgstipp parat:

„Man muss sich klarmachen,

dass tatsächlich

der Weg das Ziel ist und

dass es, bei allem Spaß,

den man bei der Arbeit

haben wird, ein steiniger

Weg zum Gipfel ist.

Zwar genießt man die Aussicht von

dort eine Weile, aber der Weg zum

nächsten Gipfel wird wieder hart und

steinig sein, nur diesmal auf eine andere

Art. Man kommt von Mal zu Mal

besser damit klar, weil man schon

mental darauf vorbereitet ist.“

Als Chef seiner eigenen Produktionsfirma

Uncharted Territory, die er 1999

mit seinem guten Freund und Kollegen

Marc Weigert gründete, hat er den Weg vom

einen zum nächsten Gipfel schon unzählige

Male beschritten.

Mit einem guten Team sei das natürlich

einfacher. Seinen Mitarbeitern versucht er,

als Kollege auf Augenhöhe zu begegnen.

„Viele Mitarbeiter brauchen eine Weile, um

sich daran zu gewöhnen.“ Um mit ihnen als

Kollegen umgehen zu können, ist ein guter

Informationsaustausch nötig: „Ich habe zu

oft Kollegen in meinem Beruf erlebt, die

das Informationsdefizit von Mitarbeitern

ausnutzten, um dadurch ihre Überlegenheit

zur Schau zu stellen.“

Außerhalb seiner Firma ist Volker Engel

gern sportlich aktiv. Sein Ausgleich zur Arbeit

sei Ausdauersport, Yoga und Pilates –

zusammen mit seiner Frau Gesa. Auch sie

ist im Filmgeschäft tätig. So kann er Privatleben

und Beruf gut verbinden. „Meine

Frau Gesa ist Produzentin und wir arbeiten

gemeinsam an unseren Projekten. Dabei

arbeiten wir immer wieder eng mit guten

Freunden, wie zum Beispiel Cornelia Funke,

zusammen, denn Arbeitszeit ist auch

Lebenszeit“, sagt Engel.

20

21



Mit ehrlicher

Arbeit hoch

hinaus

365 Tage im Jahr arbeiten wir für 1 Ziel: für unsere Kunden!

Als Weltmarke sind wir auf den freien Welthandel angewiesen.

Dieser sichert Wohlstand, Frieden, Freiheit und Demokratie.

Wir, die LIQUI MOLY family worldwide, sind dankbar für die vielen

Chancen, die sich aus unserer freien und sozialen Marktwirtschaft

ergeben. Wir sind stolz darauf, was wir im engen Schulterschluss

mit unseren Kunden daraus machen: eine Weltmarke, die für

erstklassige Produkte, menschliche Vielfalt, geschäftlichen Erfolg

und soziales Engagement steht. Schön, dass diese ehrliche Arbeit

wertgeschätzt wird und uns Deutschlands Autofahrer regelmäßig

zur beliebtesten Motorölmarke und in der Kategorie Pflegemittel

auf Platz 2 wählen.

Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen!

Ihr Ernst Prost

Geschäftsführer

LIQUI MOLY

MENSCHEN FÜR FRIEDEN

FRIEDEN FÜR MENSCHEN

Als Seriensieger

machen wir auch Sie

zum Gewinner – jetzt auf

www.nimm-liqui-moly.de

PEOPLE FOR PEACE

PEACE FOR PEOPLE



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

Fotos: © Papis Loveday privat

AUSSERGEWÖHNLICH

SCHNELL

SCHÖN

UND

Loveday musste sein Potential

zum Modeln erst erkennen.

PAPIS LOVEDAY

– TOPMODEL –

von Claudia Rothhammer

Außergewöhnliche Outfits sind

sein Markenzeichen. Aber er ist

auch außergewöhnlich schön.

So schön, dass Papis Loveday

lange als schönstes männliches

Model mit dunkler Hautfarbe galt.

Dabei wollte er eigentlich nie

den Laufsteg erobern, sondern

400- Meter-Bahnen.

Das Leben schreibt die außergewöhnlichsten

Geschichten, so wie

im Fall von Loveday. Er wurde vor

42 Jahren in Dakar geboren, wuchs mit

sechs Geschwistern und 19 Halbgeschwistern

im Senegal auf. Als Kind hätte er

sich viele Berufe vorstellen können. Einmal

wollte er wie sein Vater Arzt werden,

ein anderes Mal in die Fußstapfen seiner

Mutter treten, die – für die damalige Zeit

außergewöhnlich – nicht nur Mutter war,

sondern auch Diplomatin. Aber er hätte

auch gerne das Talent seiner Brüder geerbt,

die gut Fußball spielten.

Loveday war zwar ein außergewöhnlicher

Sportler, aber nicht am Ball. Dafür war er

schnell wie der Blitz. Sein Talent verhalf

ihm zu einem Sportstipendium, das ihn

nach Paris führte. Auch wenn Paris als

Modehauptstadt gilt, war der junge Mann

aus dem Senegal noch meilenweit weg von

den Catwalks dieser Welt. Vielmehr nahm

er ein Informatikstudium auf, paukte den

Vorlesungsstoff und arbeitete hart an seiner

Ausdauer. Beides nahm Loveday ernst.

„Wenn du ein Stipendium

hast, wird von dir erwartet,

dass du auch lieferst. Wenn

du nicht lieferst, ist es vorbei.“

Er wollte keinesfalls versagen und zurück,

sonst hätte er seine Familie von Paris aus

nicht mehr finanziell unterstützen können.

Also lernte er fleißig. Aber am Ende stolperte

er nicht über eine Informatikprüfung,

sondern ausgerechnet beim Training. Er

verletzte sich schwer am Rücken. Von einem

auf den anderen Tag war sein Traum

von der Karriere als Profisportler vorbei.

„Ich war am Ende meines Lebens.“

Aber der Tiefpunkt wurde zur Chance:

Beim Training für die Leichtathletik-WM

hatte ein Fotograf Aufnahmen von ihm gemacht

und sie an eine Modelagentur weitergeleitet.

Die waren von dem schönen

jungen Mann aus dem Senegal hin und weg.

Aber Loveday wollte davon erst gar nichts

wissen.

„Ich habe mich nie als schön

empfunden“, gesteht er.

So lehnte er auch das Angebot der Modelagentur

erst einmal ab. „Als es hieß, ich

könnte mit dem Geld meine Eltern unterstützen,

wurde ich hellhörig und habe

gefragt, was ich verdienen kann. Als ich

die Summe hörte, war ich dabei.“ Und

zwar sowas von dabei: Loveday startete

mit Höchstgeschwindigkeit in sein neues

Leben, wurde das Gesicht der weltweiten

Benetton-Werbekampagne. Er fand Gefallen

an seinem neuen Job, bemühte sich,

schnell zu lernen und immer besser zu

werden. Mit der Leidenschaft und mit dem

Engagement, mit dem er damals an seiner

Sportkarriere gefeilt hatte, stürzte er sich

nun ins Modelbusiness – und schaffte es

bis ganz nach oben.

Dennoch lief auf dem Weg hinauf in den

Modelolymp nicht alles glatt. Der heute

42-Jährige erinnert sich: „Ich spreche sehr

gut Französisch und Italienisch. Aber auf

Castings tat ich so, als ob ich nichts verstehe

– und bekam dadurch auch unschöne

Einblicke ins Geschäft. Ein Castingdirektor

fragte auf Italienisch seine Assistentin:

‚Wer hat denn diesen Schwarzen geschickt?

Danach haben wir doch gar nicht gefragt.‘

Ein anderes Mal hieß es: Der ist viel zu dunkel.“

Loveday versuchte, diese Rückschläge

und Vorbehalte nicht an sich ranzulassen.

Und er wusste: Die Zeiten können sich auch

ändern. „Prada war lange Jahre das rassistischste

Label ever. Inzwischen werben sie

auch mit Schwarzen, weil sie wissen, dass

sie sonst viele Kunden verlieren würden.“

So liberal die Modebranche geworden ist,

so intolerant werden die Deutschen – und

die Hasskommentare im Netz immer mehr.

„Als ich vor zehn Jahren nach Deutschland

gezogen bin, erschien mir die Gesellschaft

liberaler. Ich habe zunehmend mit rassistischen

Anfeindungen zu tun. Ich sehne

mich zurück nach einem Land ohne AfD

und Rassismus.“

Und was war das größte Highlight seiner

Karriere? Lovedays Antwort überrascht:

„Der Jurorenstuhl bei ‚Austria’s‘ Next Topmodel.

Nach meiner jahrelangen

internationalen Karriere als

Topmodel war es für mich

ein Meilenstein, in einem

fremden Land in einer fremden

Sprache ein entscheidender

Teil einer großen TV-

Show zu sein.

Damals konnte ich noch nicht so gut

deutsch wie heute. Dass ich trotzdem gefragt

wurde, bedeutet mir viel.“ Er machte

seinen Job sogar so gut, dass er der erste

Schön und begehrt: Papis Loveday zierte

schon zahlreiche Magazincover.

Juror und Runway-Coach ist, der bei dem

weltweiten TV-Format „Topmodel“ die

Show in drei Ländern mitgestaltet: in

Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Und das als Schwarzer. Darauf bin ich sehr

stolz.“

Hinter dem schönen Gesicht sitzt aber auch

ein heller Kopf. Loveday ist erfolgreicher

Unternehmer, er hat eine eigene Champagnermarke.

Er hat es von ganz unten nach

ganz oben geschafft. „Auch wenn man, wie

ich, aus einfachen Verhältnissen kommt,

kann man es schaffen. Es ist nicht unmöglich,

wenn auch ungleich schwerer.“ Wichtig

sei nur, eine Vision zu haben und sich

auf den Weg zu machen, Schritt für Schritt.

Auch ein 400-Meter-Lauf beginnt mit dem

ersten Schritt.

Das Topmodel Papis Loveday ist bekannt

für seine schillernden Outfits.

Fotos: © Papis Loveday privat

24

Er studierte zunächst Informatik und

erhielt ein Sportstipendium.

25



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Background-Geschichten,

Interviews und Social News

aus der Bavaria Film Gruppe

unterhaltsam

informativ

aktuell

www. bavaria-film.de

Die neue

Magazin-

App jetzt kostenlos

downloaden

UNTERNEHMEN SIND WIE

KLEINE

KINDER

von Renate Kerscher

Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll –

dieser Ruf eilt Andreas

Thümmler voraus. Er sei ein

Lebemann und Partyhengst,

der tagsüber Millionendeals

macht und nachts keine

Sünde auslässt. „Stimmt

alles“, sagt Thümmler. „Früher“.

Heute ist es ruhiger

um den Investmentbanker,

aber gute Deals macht er

immer noch gern. Thümmler

gründete 1998 Corporate

Finance Partners (CFP), eine

europaweit führenden Beratungsgesellschaft

für Unternehmensverkäufe

in der

Techbranche. Außerdem

hat er einen Venture-Fund,

ihm gehört die größte

Whisky-Destillerie in Kontinentaleuropa

und er pflanzt

Bäume.

Als Kind wollte Andreas Thümmler

Millionär werden. Der Sicherheit

wegen und um keinen Stress mehr

zu haben. In Sicherheit dürfte Thümmler

nach mehr als 250 erfolgreichen M-&-A-,

Private-Equity- und Venture-Capital­

Transaktionen sein.

„Das ist richtig, an dem

Punkt war ich mehrfach.

Aber man ist dann

doch getrieben und motiviert“,

sagt Thümmler

über das Unternehmervirus

lachend.

„Ich bin Investmentbanker,

habe einen

Venture-Fund am Laufen

und mir gehört die

größte Whisky-Destillerie

in Kontinentaleuropa.

Das sind schon

vielfältige Aktivitäten.“

Seine drei Geschäfte

versucht er miteinander

zu verbinden. Bei den

ersten beiden gut vorstellbar,

aber wie passt die Whisky-Destillerie

ins Bild? Whisky sei schon immer sein

Hobby gewesen, sagt Thümmler. 2012 hat

er die St. Kilian Distillers gegründet. Und

jetzt kommt der Investmentbanker durch.

„Ich beobachte die ökonomische Entwicklung

– also was kann man mit seinem Geld

machen, wie investiert man es altersgerecht?“

Seine Lösung: Whisky. Die Wertsteigerung

von Single Malt Whisky liege bei

zehn Prozent pro Jahr.

„Statt einer Bank haben wir

ein Fasslager.“

Umweltschutz liegt Andreas Thümmler

am Herzen. Darum kauft er Grundstücke

und forstet auf.

Es gibt bereits Pläne, eine eigene Währung

einzuführen – den Whisky-Coin, der durch

Whiskyfässer 1:1 hinterlegt ist. Zeit für

Hobbys oder ein Privatleben bleibt da zugegebenermaßen

kaum. „Mit Unternehmen

ist es so ein bisschen wie mit kleinen Kindern,

man muss immer dafür da sein“, sagt

Thümmler.

Statussymbole sind ihm heute auch nicht

mehr wichtig. „Ich habe mir alle materiellen

Wünsche erfüllt, die man so hat,

wenn man aus keiner Unternehmerfamilie

kommt, sondern selfmade ist. Sex, Drugs

and Rock ’n’ Roll waren die Begriffe, die

man über mich lesen konnte.“ Seine Partyphase

habe er sehr genossen. „Jetzt bin ich

in die nächste Phase der Evolution eingetreten.“

Er übernimmt Verantwortung für

Natur und Umwelt, kauft Grundstücke und

bepflanzt sie mit Bäumen. „Soziales Engagement

halte ich für extrem wichtig.“

© Andreas Thümmler

27



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

DIE BESCHEIDENE

POWERFRAU

von Renate Kerscher

Lenke Steiner,

Unternehmerin und

Politikerin. Sie ist Mitglied

im Bundesvorstand ihrer

Partei und Vorsitzende der

FDP-Fraktion in der Bremischen

Bürgerschaft.

Andere zu motivieren ist eine ihrer Stärken.

© Lencke Steiner

Wahrer Luxus.“ Wenn der Einkauf in einem

Kochabend mit der Familie endet, ist Steiner

doppelt glücklich, denn gemeinsam

Zeit zu verbringen und Erlebnisse zu schaffen,

sei das schönste Geschenk.

Ihre Familie und ihr Lebensgefährte sind

Steiner heilig und nach eigener Einschätzung

auch an ihrem Erfolg beteiligt: „Wenn

mein Lebensgefährte nicht an mich glauben

und mich unterstützen würde, würde

mir meine Arbeit keinen Spaß machen.

Heutzutage ist es immer noch Glück, wenn

eine Frau einen Partner hat, der sie in

ihrem Tun unterstützt. Das habe ich Gott

sei Dank.“ Im Fall von Steiner steht hinter

einer erfolgreichen Frau ein starker Mann.

Apropos erfolgreiche Frauen. Spielt das Geschlecht

beim Weg nach oben immer noch

eine Rolle? „Ich denke schon, dass Frauen

auch heutzutage immer noch mit einer großen

Anzahl an Vorurteilen kämpfen, und

vielleicht haben sie es im ersten Schritt

schwerer. Aber

© oro photography Oliver Rösler

Lencke Steiner trat bereits mit 24 Jahren in die

Geschäftsführung der W-Pack Kunststoffe GmbH & Co. KG ein.

Unternehmerin, Politikerin, Moderatorin,

TV-Löwin – Lencke Steiner

ist vielseitig. Deutschlandweit bekannt

wurde Steiner durch ihr Engagement

im TV-Format „Die Höhle der Löwen“. Führungsverantwortung

hat die Bremerin früh

übernommen – als Geschäftsführerin des

familieneigenen Verpackungsmittelunternehmens

W-Pack Kunststoffe, das Anfang

2019 verkauft wurde. Politisch ist Lencke

Steiner bei der FDP seit 2015 engagiert, sie

ist Mitglied im Bundesvorstand und Vorsitzende

der FDP-Fraktion in der Bremischen

Bürgerschaft. Klingt nach einem bewegten

Leben, dabei ist Steiner erst 34 Jahre alt

und eine gute Ansprechpartnerin, wenn es

um das Thema Erfolg geht.

„Erfolg heißt für mich, wenn

wir als Team ein gemeinsam

gestecktes Ziel erreichen,

ohne dass andere Menschen

dafür leiden müssen“, lautet

Steiners persönliche Erfolgsdefinition.

Als Kind wollte Steiner immer werden wie

ihr Papa. „Ich war ein richtiges Papa-Kind.“

Ihr Vater, Dieter Wischhusen, kommt aus

einfachen Verhältnissen, ist auf einem Bauernhof

groß geworden, fuhr zur See und hat

sich mit W-Pack seinen Unternehmertraum

erfüllt. „Ich habe meinen Papa bewundert,

wie er seinen Weg gegangen ist und das

durchgezogen hat. Das fand ich immer

spannend.“ „Respektvoll-wertschätzend“

bezeichnet Steiner heute die Beziehung zu

ihrem Vater.

2010, nach abgeschlossenem Hochschulstudium

und sechs Jahren Berufserfahrung,

holt ihr Vater sie mit 24 Jahren in die Geschäftsführung

der W-Pack Kunststoffe

GmbH & Co. KG und der W-Pack Beteiligungs

GmbH. Steiner trägt nun Verantwor­

tung für gut 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Als Stärken, die auch für ihren

Erfolg maßgeblich sind, sieht Steiner ihre

Beharrlichkeit, ihre Fokussiertheit und die

Gabe, Menschen motivieren zu können.

„Für Ziele müssen immer

alle an einem Strang ziehen,

um gemeinsam etwas zu

schaffen.

Durch meinen Führungsstil schaffe ich es,

dass Menschen über sich hinauswachsen

und sich mehr zutrauen.“ Als kommunikativ-konsequent

beschreibt Steiner ihren

Führungsstil. Das heißt, sie nimmt ihr

Team bei Veränderungen, Prozessen und

Entscheidungen mit, die letzte Instanz ist

aber sie. „Trotz allem lasse ich viele Freiräume

und übertrage Verantwortung – unabhängig

davon, ob jemand viel Erfahrung

hat. Ich versuche immer, die Stärken einer

Person zu erkennen und dementsprechend

Verantwortungen zu übertragen.“ Das verschaffe

ihr Freiraum für neue Aufgaben,

Projekte und Ideen. „Ich denke, so muss

eine gute Führungskraft heutzutage auch

sein: teamorientiert arbeiten aber gleichzeitig

eine Respektsperson sein und bereit

dazu, die Verantwortung für die getroffenen

Entscheidungen zu tragen.“

Außerhalb ihrer Karriere ist Lencke Steiner

auf dem Boden geblieben, wirkt natürlich

und bescheiden.

Wahrer Luxus ist für die

Politikerin, die Lebensmittel

kaufen zu können, die sie

möchte.

„Ich schätze qualitativ hochwertige Lebensmittel

und bin in der glücklichen Lage,

mir diese einfach so aussuchen zu dürfen.

jeder, der an die Spitze will,

muss kämpfen, egal ob Frau

oder Mann“, sagt Steiner.

Zugleich sieht sie in diesen Startschwierigkeiten

aber auch ihr Erfolgsgeheimnis:

„Steine, die mir in den Weg

gelegt werden, sehe ich gerne

als Meilensteine.

Ich lass’ mich nicht aufhalten von Gegnern

oder Kritikern.“ Der Erfolg gibt ihr

Recht. Immer, wenn Lencke Steiner wieder

ein Stück ihres persönlichen Weges geschafft

hat, belohnt sie sich übrigens dafür:

„Ich schenke mir dann eine Kleinigkeit.“

Schmuck ist Steiners Schwäche. „Ohrringe,

eine Uhr oder einen Ring habe ich mir

schon selbst geschenkt. Etwas Kleines,

woran ich mich erfreue. Und manchmal

brauche ich einfach einen Grund für Geschenke

an mich selbst“, sagt die herzliche

Bremerin lachend.

28

29



www.corinnekordaphotography.com



SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

© Sascha Fabian (SPORTSFREUNDE)

ERFOLG

HAT FÜR MICH SEHR VIEL MIT

ZUFRIEDENHEIT

ZU TUN”

Frank Buschmann wird von

seinen Freunden „Buschi“ genannt.

Bundesliga-Kommentator

Frank Buschmann

berichtet über die unterschiedlichen

Arten von Erfolg

und die Dinge, die

eigentlich viel wichtiger sind.

von Daniela Fuß

Nicht nur von seinen Freunden wird

er „Buschi“ genannt. Dieser Name

ist auch in der Öffentlichkeit Programm

und das seit über 25 Jahren. 1993

startete Frank Buschmann seine Karriere

beim Deutschen SportFernsehen (jetzt

SPORT1). Mittlerweile hat Buschi die große

Bühne betreten. Seit 2016 moderiert

er „Ninja Warriors Germany“ gemeinsam

mit Laura Wontorra und Jan Köppen bei

RTL, seit 2017 „Eine Liga für sich“ bei Sky,

dort kommentiert er auch regelmäßig die

Fußballbundesliga sowie die Champions

League. Auf Facebook hat er über 450.000

Follower, bei Instagram über 150.000. 2014

erschien der Spiegel Bestseller „Am Ende

kackt die Ente“. Man kann sagen, der Mann

ist erfolgreich. Doch wenn man ihn auf Erfolg

anspricht, tut sich der sonst so schlagfertige

Buschi schwer, die richtigen Worte

zu finden. „Es gibt zwei Arten von Erfolg.

Erfolg nach außen hin, wenn möglichst vielen

Leuten gefällt, was Du tust. Und es gibt

Erfolg, den man selbst für sich empfindet -

ohne Bestätigung“, so der 54-Jährige.

Buschmann hat Erfolg – ohne Zweifel. Für

ihn ist Erfolg gleichbedeutend mit Zufriedenheit.

„Erfolg hat für mich nichts mit

Geld zu tun, nichts mit Schulterklopfen.

Natürlich gefällt auch mir das. Doch es

gibt andere Dinge, die mich glücklicher

machen als der berufliche Erfolg.“ Buschmann

lebt mit seiner Lebensgefährtin Lisa

Heckl (ebenfalls Moderatorin) in München.

Seine beiden Töchter aus erster Ehe wohnen

in der Nähe und sind regelmäßig zu

Besuch. Darauf legt er großen Wert. „Für

mich ist der größte Erfolg derzeit, dass ich

meine Kinder auf einem guten Weg sehe.

Daran erkenne ich, dass ich trotz Scheidung

offensichtlich kein ganz so schlechter

Vater bin.“ Wie wichtig die Vaterfigur im

Leben ist, weiß Buschmann aus eigener Erfahrung.

Sein Vater nahm sich das Leben,

als er knapp 19 Jahre alt war. „Ich war nie

unglücklicher in meinem Leben als in dem

Moment, in dem ich erfuhr, dass mein Vater

tot ist“, so Buschmann. Dieser Moment war

in vielerlei Hinsicht einschneidend für ihn.

„Ich wollte nie Feuerwehrmann oder Polizist

werden. Ich wollte schon immer Profibasketballer

werden. Aber nicht, um erfolgreich

als Person zu werden. Für mich zählte

in erster Linie, mit meiner Mannschaft zu

gewinnen.“ Wenn es nach seinem Vater

gegangen wäre, hätte er Sportmedizin studiert.

Doch dessen Tod veränderte vieles. Er

entschied sich für den Sportjournalismus.

1993 startete er beim DSF (jetzt SPORT1).

Dort konnte er sich austoben. Buschmann

weiß, dass dieser Job auch der Grundstein

für seinen jetzigen Erfolg ist.

„Beim DSF konnte ich

lernen. Ich konnte einfach

machen und Dinge tun,

davon würde heutzutage

jeder junge Journalist

träumen“, weiß Buschmann.

Der entscheidende Schritt in seiner Karriere

kam 2006 mit dem Anruf der Redaktion

von „Schlag den Raab“ und der Frage, ob

er die Sendung kommentieren wolle. „Ich

habe im ersten Schritt abgesagt. Den Raab

fand ich eigentlich gar nicht so dolle und

außerdem kannte ich die Sendung nicht.“

Man einigte sich darauf, dass Buschmann

eine Sendung kommentiert, um dann zu

entscheiden, ob es ihm gefällt. Ihm gefiel

es und was folgte waren fast zehn Jahre

„Schlag den Raab“. „Das war natürlich in

Bezug auf meine Bekanntheit ein wichtiger

Schritt. Nach meinen ersten Sendungen

konnte man lesen, dass ich mit diesem Job

wohl eine neue Form des Fernsehens geprägt

habe. Ein Kommentator war im Fernsehen

plötzlich mit formatprägend. Das

war mir nie so bewusst. Es schmeichelt mir

natürlich, aber das ist für mich nicht zwingend

ein Erfolg.“

Sogar die Rückschläge in

Buschmanns Leben haben

ihn eher nach vorne gebracht.

„Zusätzlich zum Tod meines Vaters gab es

zwei Ereignisse, die mein Leben im Nachgang

in die total richtige Richtung geschoben

haben. Beruflich die Trennung

Frank „Buschi“ Buschmann

hat mehr als 450k Fans

bei Facebook und

über 150k bei Instagram.

© Fotos: Sascha Fabian (SPORTSFREUNDE)

Er moderiert u.a.

„Eine Liga für sich“ bei Sky.

von SPORT1 und privat die Trennung von

meiner damaligen Frau. Natürlich musste

ich beides erst einmal verdauen. Aber

dann habe ich gemerkt, dass es mir andere

Horizonte eröffnet. Ich war schon immer

ein Einzelkämpfer. Und gerade in der Zeit

nach dem Tod meines Vaters bin ich gnadenlos

meinen Weg gegangen. Doch nach

32

33



SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

Herzbeschwerden

den Trennungen habe ich registriert, wie

ich bin und was ich ändern muss. Einfach

mal zu akzeptieren, dass andere Menschen

anders sind als ich. Und mal darüber nachzudenken,

wie ich mir so einen Lebensweg

vorstelle.“

Könnte Buschmann die Zeit zurückdrehen,

dann würde er alles genauso machen. „Die

Trennungen gehören zu meiner Geschichte.“

Er ist sich immer treu geblieben und

sieht darin auch den Schlüssel zum Erfolg.

„Entscheidend ist, dass man gut in

dem ist, was man macht. Aber wichtig ist

auch, dass man Dinge tut, die einem Spaß

machen. Und vor allem musst Du Haltung

entwickeln.

Es ist wichtig, dass Du jeden

Morgen vor dem Spiegel

stehst und sagen kannst:

Dich wasche ich gerne! Du

bist ok.

Ob das dann zu einem wie auch immer

definierten Erfolg führt, spielt keine Rolle.

Wichtig ist: Geh Deinen Weg und denk

nicht darüber nach, wie Du Erfolg haben

kannst.“

Haltung und Ehrlichkeit sind für Buschmann

essenziell in Bezug auf Erfolg. „Ich

glaube, dass die Leute meine ehrliche Art

und meine Haltung schätzen. Und dann

gibt es die, die das hassen. Doch damit hast

Du schon viel erreicht.“ Er ist davon überzeugt,

dass das Publikum auch Menschen

mit Ecken und Kanten sehen möchte. Keine

Sprechpuppen, die einfach nicht sie selbst

sind. „Wenn ich mir anmaße, zu beurteilen,

wie man in unserem Metier erfolgreich

werden kann, dann ist das ein Punkt: Polarisiere!

Aber mit Haltung und Ehrlichkeit.

Lass Dich in Deiner Art nicht einschränken,

weil Du denkst, dass Du damit anecken

könntest. Du musst Du sein. Du musst gerade

raus sein.“

Gerade raus und ebenfalls sehr erfolgreich

ist Buschmann auch in den sozialen Netzen.

„Ich bin der Erfinder von Social Media,“

meint er lachend. „Ich glaube, dass ich

© Sascha Fabian (SPORTSFREUNDE)

„Ich bin der Erfinder

von Social Media“

in der Branche Vorreiter bin. Bis dahin gab

es so gut wie niemanden aus dem Bereich

Sportkommentar oder -moderation, der

sich so intensiv mit Social Media befasst

hat.“ Nicht er selbst, sondern zwei Studenten

und offensichtliche „Buschi-Fans“

hatten ohne sein Wissen seine Facebookseite

erstellt. Irgendwann fand er Gefallen

daran, wurde selbst Administrator und

legte los. Er hat Spaß daran und polarisiert

auch dort. Doch Social Media sei nicht für

jeden gemacht, meint er. „Man muss der

Typ dafür sein. Wenn man das erfolgreich

machen möchte, dann muss man auch da

seine Meinung äußern und Haltung zeigen.

Immer nur Brüste und Pop ist langweilig.“

Eine Abendshow bei RTL und bei Sky, Bundesliga-

und Champions League-Kommentator,

mehrere hunderttausend Follower

auf diversen Social-Media-Kanälen – hat

man da überhaupt noch Ziele? „Ein Ziel in

puncto Erfolg habe ich noch.

Ich möchte eine Stiftung

gründen und Menschen helfen,

die nicht so viel Glück

im Leben hatten wie ich.

Ich bin kein Missionar, ich will und kann

ihnen nicht erklären, wie sie erfolgreich

werden können. Das kann man nicht, das

liegt immer am Individuum. Die, die so

etwas behaupten sind Luftpumpen. Ich

möchte den Leuten keinen Erfolg reichen.

Ich möchte ihnen schönen Momente geben,

aus denen sie etwas machen können.

Wenn ich durch meinen Erfolg die Möglichkeit

habe, so etwas anzugehen, dann ist das

für mich persönlich auch ein ganz großer

Erfolg.“

Mobile Diagnose

HILFE

JEDERZEIT

Eine Leistung unserer

Privaten

Krankenversicherung

Mit der CARDIOGO-App und dem mobilen EKG-

Gerät haben Sie Ihr Herz immer im Blick. Denn

egal, wo Sie sich gerade befinden, Sie werden von

einem Kardiologen überall und rund um die Uhr

betreut. So können wir Ihnen die Sicherheit geben,

die Sie brauchen. Eine Leistung, die zeigt: Hand

in Hand ist HanseMerkur.

34



SECRETS OF SUCCESS KOLUMNE

ER-FOLG

SUBSTANTIV, MASKULIN (DER)

Auf dieser Seite schreibt: Ines Rupprecht – Marketing Asset Managerin West-

Europa bei Coca-Cola. Sie lebt seit 20 Jahren in Berlin. Mit einem wachsamen Auge

für die kleinen aber besonderen Momente im Leben, besitzt die Freizeit-Autorin

einen ausgeprägten Sinn für Humor.

Auf ihrem Blog „instantines.home.blog“ lädt Rupprecht regelmäßig ironische

Texte zu Erlebnissen und Alltagssituationen hoch.

Ines Rupprecht bringt die Dinge

auf den Punkt – und das mit Humor.

Kvon Ines Rupprecht

ontra K singt: „Erfolg ist kein Glück, sondern nur das Ergebnis von

Blut, Schweiß und Tränen. Das Leben zahlt alles mal zurück“ …

Im Umkehrschluss bedeutet das dann wohl – erfolgreiche Menschen stehen in

einer Lache aus Blut, schwitzen unangenehm und heulen ständig. Na herrlich.

Erfolg haben Menschen, die etwas Herausragendes schaffen, was man sich

selbst nicht zutrauen würde oder wie ich finde: die Dinge tun, die einem selbst

einfach zu anstrengend sind.

Die vom Erfolg Geküssten – die kennt jeder. Schön, reich, klug, sympathisch,

mächtig sind sie. Ich weiss nicht, wann und wo genau diese Knutscherei stattgefunden

hat – wer nicht eingeladen war, muss sich anstrengen. Vielleicht

auch gut nicht dabei gewesen zu sein, denn es gibt auch die vom Erfolg Gebeutelten.

Was will man beispielsweise als Erbe eines Vermögens anderes tun,

als eben dieses „erfolgreich“ zu verpulvern?

Und erfolgreiche Kriminelle sind ganz arm dran – die rauben unerkannt eine

Bank aus oder stehlen eine 100 kg Goldmünze aus einem Museum aber können

es keinem sagen. Also besser nicht. Wenn doch, feiert ein anderer einen

Fahndungserfolg.

Scheinbar gibt es keinen Erfolg ohne einen Verlierer.

Ich habe jetzt in einer nicht repräsentativen Studie

drei verschiedene Erfolgstypen identifiziert:

1.

DIE POST-

ERFOLGREICHEN

Die lassen sich nicht stressen. Als Post-Erfolgreicher

stolpert man so durchs Leben

und nimmt sich nichts vor. Dann kann man

an jeder beliebigen Stelle seines Lebens

kurz innehalten und die Erfolge im Nachgang

würdigen. Dinge wie: ganz allein den

neuen Wlan Drucker installiert, das Leergut

weggebracht, nicht zu spät gekommen, die

EC Karten Pin beim ersten Mal richtig eingegeben…

So sehen Sieger aus! Die Post-Erfolgreichen

haben eine Leichtigkeit, die den anderen

zwei Erfolgstypen völlig fremd ist.

Nur Nörgler sagen, die reden sich einfach

alles schön.

2.

DIE PRÄ-

ERFOLGREICHEN

sind die nervigsten von allen dreien. Die

erzählen ständig und jedem auch ungefragt,

welches Ziel sie gerade anpeilen. Die

Klassiker, man kennt sie ja: „ich höre auf

mit dem Rauchen, Trinken, Essen, Autofahren,

Fliegen, Arbeiten…“ In endlosen

Monologen erklären sie ihren Sinneswandel

und warum das neue Leben so viel erstrebenswerter

scheint. Einige gehen soweit,

auch ihr Umfeld direkt auf dieses Ziel

einzuschwören. Mir hat jemand mal einen

leidenschaftlichen Vortrag über das Nichtrauchen

gehalten und mich motiviert, ich

könne das auch schaffen. Ich habe es den

ganzen Abend nicht übers Herz gebracht zu

sagen, dass ich gar nicht rauche. Man will

diese Menschen in ihrer Euphorie ja nicht

bremsen. Ich mache um diese Prä-Erfolgreichen

mittlerweile einen grossen Bogen.

Die wenigen Laster die ich habe, will ich

mir schliesslich nicht nehmen lassen.

3.

DIE PERMANENT-

ERFOLGREICHEN

sind dagegen etwas unheimlich. Die kommen

quasi schon mit Seepferdchen, Goldmedaille

und einem Oscar auf die Welt. Sie

sprechen drei Sprachen fliessend während

man selbst gerade die ersten Spuckeblasen

zustande bringt. Sie spielen Klavier und

Geige während andere sich im Band der

Triangel verheddern. Diese Permanent-Erfolgreichen

haben wenig Freunde aber viele

Neider. Ausser sie haben viel Geld, dann

haben sie auch sehr viele sehr gute Freunde.

Permanent-Erfolgreiche sind ganz miese

Verlierer, das liegt denen einfach nicht.

Dafür verfügen sie über ein sehr hohes

Mass an Disziplin, Ehrgeiz, Intelligenz, guten

Genen oder wohlhabenden Eltern. Man

erkennt sie oft an ihrer Überheblichkeit.

Auf ihren Erfolg angesprochen winken sie

entweder ab, das war ja alles so schrecklich

einfach oder aber echt harte Arbeit. Es ist

nie irgendwas dazwischen.

36

37



SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

NEID

ERDRÜCKT UND MACHT

MISSMUTIG

SECRETS OF SUCCESS INTERVIEW

© Frank Fastner

von Robert Torunsky

Er war Mr. Universum und ist seit

über 30 Jahren im Filmgeschäft erfolgreich:

Ralf Moeller. Der gebürtige

Recklinghauser ist einer der wenigen

deutschen Schauspieler, der auch in

Hollywood seinen Weg gegangen

ist. Erfolg ist für Ralf Moeller indes

„breit gefächert: sportlich, beruflich,

sozial und privat“. Es komme immer

auf die Situation an.

Wenn ich sportlich erfolgreich

sein möchte,

muss ich jeden Tag vier bis

fünf Stunden trainieren.

Das habe ich über zehn Jahre lang gemacht

und erreichte so 1986 den Bodybuilding-Weltmeistertitel

,Mr. Universum‘.

Fleiß, Disziplin, der Glaube an mich selbst

waren da entscheidend, aber auch die

Fähigkeit, Niederlagen hinnehmen,

wieder aufstehen

und weiter machen zu können.

Mir ist wichtig, nicht nur an mich zu denken,

sondern auch anderen zu helfen.“

Der Träger des Verdienstordens Nordrhein-Westfalens

engagiert sich vielfältig

für soziale Projekte: Er ist unter anderem

© DreamWorks

Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Monumentalfilm „Gladiator“ war

der erfolgreichste Film in der über 30-jährigen Schauspielkarriere von

Ralf Moeller.

Ralf Moeller erreichte 1986 den Bodybuilding-Weltmeistertitel „Mr. Universum“. Fleischverzicht und Sport

sind seiner Meinung ein wichtiger Grund, dass bei Tests das biologische Alter des 60-Jährigen mit 39 bestimmt wurde.

Botschafter der Organisation „Skate-Aid“

und unterstützte den „Weißen Ring“ mit

einem Videoclip mit dem Titel „Sei stark,

hol‘ Dir Hilfe“. Moeller strotz auch mit 60

Jahren nur so vor Tatendrang: „Aktuell stehe

ich mit meinem Freund Arnold Schwarzenegger

und Michael Fassbender für die

Actionkomödie „Kung Fury 2“ vor der Kamera

– auch wenn wir leider unterschiedliche

Drehtage haben. Kürzlich habe ich mit

Bruce Willis in Atlanta gedreht. Dass ich

den USA Filme drehen durfte, ist für mich

ein Erfolg.“ In den Schoß gefallen ist das

dem gelernten Schwimmmeister trotz seines

aus dem Bodybuilding resultierenden

Bekanntheitsgrades nicht:

„Berühmt kann man ja erstmal

nur werden, wenn man

in einer Sache erfolgreich

ist.

Ich musste sehr viel und hart trainieren,

um Wettkämpfe zu gewinnen und Werbeverträge

zu erhalten. Im Filmgeschäft ist es

ähnlich: Es macht keiner für Dich.“

Moeller war es aus seiner Sportlerzeit gewohnt,

sich selbst zu vermarkten. Das

sollte ihm auch im Filmgeschäft – neben

dem Gardemaß von 1,96 Meter bei 131

Kilogramm zu seiner Glanzzeit und seiner

gewinnenden Art – nützlich sein. Feuer gefangen

hatte er 1988 gleich bei seiner Bildschirmpremiere,

eine Gastrolle im „Tatort“

an der Seite von „Schimanski“ Götz George.

Bis heute das Highlight. „Gladiator mit seinen

fünf Oscars war natürlich der erfolgreichste

Film. Das Größte aber war und ist

für mich, dass ich damals mit Götz George

drehen durfte. Das Ruhrgebiet ist immer

noch in mir“, beschreibt Moeller, der seit

2014 auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt,

seine Verbundenheit zum Pott. Seine

Energie beziehe er auch aus seiner veganen

Ernährung: „Ich war 40 Jahre lang Fleischesser.

Meine Werte haben sich aber eben

verbessert, seitdem ich kein Fleisch mehr

esse“, so Moeller. „Mit 20 bis 30 Jahren

kann der Körper dagegen ankämpfen, aber

wenn Du über die 50 und 60 Jahre gehst,

dann wird es kritisch – gerade im Magen-Darm-Bereich.

Prostatakrebs, Darmkrebs

oder hohes Cholesterin – das passiert

alles durch Fleischkonsum.“ Er sage nicht,

dass die Leute es machen müssen, könne es

aber uneingeschränkt empfehlen.

Ein persönlicher Erfolg sei auch sein Fitnesslevel

mit 60 Jahren, sein biologisches

Alter wurde bei Tests mit 39 Jahren angegeben.

„Mir haben sie früher gesagt: ,Wenn

Du 55 bist, dann hängt der Bizeps bis zu

Kniekehle‘ – das ist nicht der Fall. Mit 27

Jahren konnte ich ja nicht sagen, ob die

Besserwisser Recht behalten sollten und

ich überhaupt 60 Jahre werde. Jetzt wo ich

es bin – 114 Kilo bei 1,95 Meter – freue ich

mich, dass es nicht so gekommen ist. Wenn

39

man sich bewusst ernährt und in seinen

Körper investiert, dann ist man 60 und

später hoffentlich auch mit 70 Jahren noch

fit.“ Moeller ist nicht nur ernährungstechnisch

mit sich im Reinen: „Bei mir ist das

Glas immer halb voll. Ich kann mich auch

freuen, wenn andere Leute etwas Schönes

haben.

Ich bin ein Mensch, der nicht

neidisch ist. Neid erdrückt

und macht missmutig.

Neid blockiert.“

Die Beteiligung an Dutzenden Filmen

und Serien erfüllt den Seiteneinsteiger

mit Stolz. Nicht nur „Gladiator“, so

Moellers Spitzname in den Medien, auch

andere Filme hätten Spaß gemacht: „Selbst

,Hai-Alarm auf Mallorca‘, in dem ich 2004

die Hauptrolle gespielt habe, hat immer

noch Kultstatus.“ Wenn vor der Baleareninsel

wieder ein Hai lande und die Leute

nach so vielen Jahren noch sagen würden:

„Mensch, wo ist der Möller, wenn man ihn

braucht?“, dann sei das schön und er könne

darüber lachen.

„Man sollte ohnehin zu

allem was man gemacht hat,

stehen“, findet Ralf Moeller – und wer

möchte dem „Gladiator“ schon widersprechen?

© Tom König



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

LANGFRISTIG

DENKEN

Lutz Marmor

Intendant des NDR

legte eine beachtliche

Medienkarriere

hinter sich

von Renate Kerscher

Lutz Marmor hat eine erstklassige

Karriere in öffentlichen-rechtlichen

Rundfunkanstalten hingelegt: Westdeutscher

Rundfunk, Ostdeutscher Rundfunk

Brandenburg, Norddeutscher Rundfunk.

Beim NDR ist der 65-Jährige seit 2008

Intendant – noch bis Januar 2020. Geplant

war seine Medienkarriere nicht, aber der

studierte Betriebswirt ist sehr froh, dass es

so gekommen ist. „Mein Lebenslauf sieht

im Nachhinein so geplant aus, das war

aber gar nicht so.

Manchmal ergibt sich etwas

und man muss die Chance

ergreifen“,

sagt Marmor über seinen Werdegang.

„Ich war ja in der Unternehmensberatung

tätig und habe für den WDR ein Konzept

ausgearbeitet“, erklärt Marmor seinen ersten

Berührungspunkt mit der Medienbranche.

Schließlich sei er vom WDR gefragt

worden, ob er das Konzept selbst umsetzen

wolle. „Den WDR und überhaupt Medien

fand ich total spannend. Die haben offene

Türen bei mir eingerannt“, spricht Lutz

Marmor über einen wichtigen Schritt in

seiner Karriere.

© NDR Jann Wilken

Später folgte er dem Ruf des Ostdeutschen

Rundfunks Brandenburg (ORB). Es war

ein absolutes Highlight seiner Karriere,

die Neugründung einer Rundfunkanstalt

mitzuerleben. „Ich bin einen Monat vor

Sendestart hingekommen, wir hatten 50

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und

kurze Zeit später gut 500.“ Vier Jahre

war Lutz Marmor beim ORB. „Die haben

sich allerdings wie acht angefühlt“ – so

intensiv, aber auch so schön hat er die Zeit

in Erinnerung. Darin sieht Marmor auch

sein Erfolgsgeheimnis:

„Was ich gemacht habe,

wollte ich immer bestmöglich

machen. Auch mit großem

zeitlichen Aufwand.“

Das ist auch sein Rat an junge Menschen.

„Das versuchen, was einem liegt, aber

dann auch exzellent machen und nicht

halbherzig. Bei allem Ehrgeiz sollte aber

das Private nicht zu kurz kommen.“

40

Lutz Marmor spricht als

Intendant des NDR bei einer

Mitarbeiterversammlung.

Seine Stärken beschreibt Lutz Marmor so:

„Ich bin Mensch geblieben, authentisch,

denke langfristig und bin ehrlich.

Es bringt nichts, jemanden

auszutricksen, weil man sich

immer zweimal begegnet.

Ich weiß fachlich sehr viel, lasse aber auch

den Bauch noch entscheiden.“

Seinen Ausgleich findet der NDR­ Intendant

beim Sport. Früher sei er Baskenballspieler

gewesen und habe sogar ein Team trainiert.

„Da will man natürlich gewinnen,

wobei man beim Sport auch das Verlieren

lernt. Basketball ist ein Mannschaftssport

und ich glaube, ich habe viel davon

profitiert für mein Berufsleben.“ Doch

nicht nur der Sport ist ihm Ausgleich, auch

in der ehrenamtlichen Arbeit geht Marmor

auf. „Das möchte ich wieder intensiver

machen, wenn ich hier aufhöre.“

SEIT GENERATIONEN UNSER ERFOLGSGEHEIMNIS:

FREUNDSCHAFT

UND VERTRAUEN.

20 JAHRE MOVIE MEETS MEDIA –

WIR GRATULIEREN!

WIR SIND FÜR SIE DA:

PERSÖNLICHE BERATUNG - VERMÖGENSMANAGEMENT - FINANZIERUNG

Karsten Seebrandt, Telefon: 040 30217-5665

www.donner-reuschel.de



SECRETS OF SUCCESS CITY

SECRETS OF SUCCESS CITY

© Ortis / Shutterstock

DEUTSCHLANDS

TOR

WELT ZUR

Wenige Städte wurden so oft besungen

wie Hamburg. Klar, die

Stadt bietet ja auch alles, was

sich die Künstlerseele erträumt. Sie hat etwas

Märchenhaftes, wenn sich morgens das

Licht auf der Binnenalster bricht und das

Wasser wie 1.000 Diamanten funkelt, und

gleichzeitig etwas Verruchtes, wenn man,

wie Hans Albers vorschlägt, nachts um halb

eins auf der Reeperbahn seine Kreise zieht.

Für die 1,8 Millionen Einwohner

ist die Metropole

im Norden Deutschlands

die schönste Stadt der Welt;

offiziell zählt sie zumindest

zu den lebenswertesten

Europas.

ren und Schmuck shoppt man bei Wempe,

schließlich ist der Juwelier ein Hamburger

Original. Und der Jungfernstieg war schon

immer ein beliebtes Ziel. Früher flanierten

dort Eltern sonntags mit ihren unverheirateten

Töchtern, um sie potenziellen

Ehemännern zu präsentieren – daher der

Name Jungfernstieg. Heute ist diese Ecke

eher an Werktagen angesagt: Rund um die

Prachtstraße finden sich so gut wie alle

teuren Marken. Luxuriös winterfest macht

man sich zum Beispiel bei Burberry oder

Moncler.

Nirgends in Deutschland

fühlen sich Plusgrade so kalt

an wie in Hamburg, daran ist

die steife Brise schuld. Aber

Nordlichter sind abgehärtet.

© www.mediaserver.hamburg.de / Jan Traupe

Die Elbphilharmonie lockt viele Touristen an –

und natürlich Konzert-Liebhaber.

© Kiki.Bianchet / Instagram

© www.mediaserver.hamburg.de / DoubleVision - doublevision.me

Am Elbstrand erholen sich die Hamburger

z.B. in der „Strandperle“.

© www.mediaserver.hamburg.de / Timo Sommer

Die grüne Lunge Hamburgs – der Stadtpark.

Das Hamburger Rathaus

Traditionen bleibt man in Hamburg gern

treu, man zelebriert sie geradezu. So kauft

man zum Beispiel – wenn man das nötige

Kleingeld hat –, seit 1876 bei Graaf in

Blankenese kunstvolle Blumensträuße. Uh­

Für Sport-Fans:

Segeln auf der Außenalster

Geht man im Winter an den Elbstrand,

gönnt man sich eben statt einem kühlen

Bier einen heißen Kakao in der legendären

Strandperle.

© www.mediaserver.hamburg.de / Christian O. Bruchde



Lust aus dem Hamsterrad

auszubrechen?

Wer es sportlich mag, joggt um die Außenalster.

7,4 Kilometer geht’s durch Grünanlagen

mit Blick auf See und Segelboote.

Hier treffen sich Studenten, Startupper und

Finanzexperten beim Laufen, bei jedem

Wetter. Weniger Hartgesottene verkrümeln

sich im Winter ins Arriba Erlebnisbad. Die

Kinder lieben den Rutschenpark, Erwachsene

das Saunadorf. Hier schwitzt es sich

außergewöhnlich schön in fünf verschiedenen

Saunen.

Seit Mitte der 80er-Jahre ist Hamburg besonders

für Musicalfans ein Hotspot. Der

Tourismus boomt, zwischen 2008 und 2018

stieg die Zahl der Übernachtungen um 88

Prozent.

Im Jahr 2018 verbrachten 7,2

Millionen Gäste 14,5 Millionen

Nächte in den 397 Hotels

und Unterkünften der

Stadt.

Einer der Magneten ist Disneys „König der

Löwen“, aber auch der Neuzugang „Pretty

Woman“ wird die Kassen klingeln lassen.

Das Musical basiert auf dem gleichnamigen

Kinoklassiker, für die Musik ist Popstar

Bryan Adams mitverantwortlich. Wer

es klassischer mag, sichert sich Tickets für

die Elbphilharmonie, kurz „Elphi“. Das 110

Meter hohe Gebäude in der Hafen-City ist

aber nicht nur für Musikliebhaber ein Must,

sondern auch für jeden, der außergewöhnliche

Architektur oder einen fantastischen

Ausblick mag.

Es sich mit Stil gut gehen lassen, das

können die Hamburger – besonders kulinarisch.

Auch einige von Deutschlands

TV-Köchen schwingen hier den Löffel,

so zum Beispiel Cornelia Poletto, die sich

den Traum von einem Feinkostladen mit

Restaurant erfüllt hat (Cornelia Poletto,

Eppendorfer Landstraße 80). Hier geht

der Flirtbereite gern auf die Pirsch. Oder

Steffen Henssler, der im Go (Rothenbaumchaussee

115) wohl mit das beste Sushi der

Stadt serviert, das man sich auch liefern

lassen kann – und Tim Mälzers legendäre

Bullerei (Lagerstraße 34 b).

Es muss aber nicht immer ein Promikoch

sein. Den Aperitiv, zum Beispiel

einen Negroni, dazu Stuzzichini, das sind

Minihäppchen als Vorgeschmack auf das

Abendessen, nimmt man am besten im

Standard (Große Freiheit 90). Die Entscheidung,

wohin man weiterzieht, fällt schwer.

Ein Klassiker ist das Tarantella (Stephansplatz

10). Wenn es statt italienisch lieber

französisch sein soll, ist die Brasserie Tortue

(Stadthausbrücke 10) der Place to eat.

Japanisch-peruanisch wird’s im Nikkei Nine

(Neuer Jungfernstieg 9, unbedingt reservieren).

Die Lust auf Fleisch wird im Theo’s gestillt:

Das Steakhouse, das zur Hamburger

Block-Gruppe gehört, ist sozusagen ein

Highend-Blockhouse. Aber auch auf dem

Kiez kann man gut essen. Im Restaurant

hæbel (Paul-Roosen-Straße 31) treffen sich

all die zu „Nordic French Cuisine“, die sich

sonst nie auf die Reeperbahn verirren. Den

Absacker mit dem schönsten Ausblick gibt

es im Clouds (Reeperbahn 1). Feiern geht

man anschließend im Gaga Club (Spielbudenplatz

21/22), im Moondoo (Reeperbahn

136) oder im angesagten Nikki Tiger

(Talstraße 9).

Werde Mitglied.

face-club.com

© www.mediaserver.hamburg.de / Stage Company

Musicals gehören in Hamburg einfach

dazu. Hier z.B. „König der Löwen“.

Wer sich wie James Bond

fühlen will, nächtigt im

Atlantic, Hamburgs wohl

berühmtestem Hotel.

Man muss ja nicht gleich wie Pierce Brosnan

in „Der Morgen stirbt nie“ aus der

Suite klettern und auf dem Dach herumturnen.

Ein Abstecher ins hochmoderne

Fitnessstudio oder ein Sprung in den Indoorpool

mit Blick auf die Außenalster tut

es für Normalsterbliche auch. Ursprünglich

fanden sich hier ab 1909 Menschen ein, die

nach Hamburg gekommen waren, um von

hier aus die große Reise über den Atlantik

anzutreten. Für sie startete der Aufbruch in

eine neue Welt im Atlantic.

Food-Spot mit Flair: Im Haebel wird

moderne französische Küche serviert.

FaceClub

The Network To Be.

Hier lassen sich erstklassige Cocktails über den

Dächern Hamburgs genießen: in der Clouds - Heaven`s

Bar & Kitchen.

© Heaven`s Bar & Kitchen

© Sebastian Fuchs



Das prestigeträchtige Hotel

„Atlantic Kempinski“.

Ein Ort der Hoffnungen, der großen Pläne –

das war das Hotel für Tausende Abenteuerlustige.

Vielleicht wirkt das Atlantic deshalb,

als wäre es durch nichts zu erschüttern.

Selbst dem zweiten Weltkrieg trotzte

es mit Würde. Das überlieferte Silvestermenü

aus dem Jahr 1940 zum Beispiel zeugt

von höchster Kochkunst in schwierigen

Zeiten: Hummer kalt mit Mayonnaise, Känguruschwanz-Suppe,

Hasenbraten oder Puter

mit Beilagen und Vanilleeis mit frischen

Erdbeeren. Kosten: Marken für 20 g Butter

und eine 50-g-Brotkarte, zwölf Reichsmark

und Bedienungsgeld. 1942 bekamen die

Speisenkarten dann den Zusatz:

„Die Möglichkeit eines Fliegeralarms

zwingt uns, unsere

verehrten Gäste um sofortige

Bezahlung zu bitten.“

Anfang der 50er-Jahre wurde das Atlantic

zur ersten Adresse für Staatsgäste in

Hamburg. Nicht nur wegen der komfortablen

Übernachtung, sondern auch, weil

es einen großen Ballsaal gab. „Nach dem

zweiten Weltkrieg, als Deutschland wieder

zu seinem positiven Lebensgefühl zurückgefunden

hatte

und wieder gefeiert

wurde,

bot das Atlantic

die richtigen

Räum lichkeiten und die auch wieder gewünschte

Grandezza“, sagt Atlantic-Pressesprecher

Cord Schellenberg. Die liebt

man noch heute – besonders Kultrocker

Udo Lindenberg, der schon seit 1995 ganz

offiziell im Atlantic wohnt.

Weil das Atlantic nicht einfach nur irgendein

Luxushotel ist, sondern ein hanseatisches

Refugium, das es so sonst nirgendwo

auf der Welt geben kann, sind Vitrinen

auf den Fluren des Hotels der Geschichte

der deutschen Schifffahrt gewidmet – eine

Hommage an die eigene Vergangenheit und

an einen der wichtigsten Wirtschaftszweige

der Hansestadt.

Die Seefahrt spielt auch heute neben dem

Tourismus, der Medien- und der Videospielbranche

eine wichtige Rolle auf dem

Hamburger Arbeitsmarkt. Rund 460 Unternehmen

mit über 23.000 Beschäftigten verdienen

in dieser Branche ihr Geld.

Hamburg gehört zu den

wichtigsten Kreuzfahrthäfen

der Welt.

Und wenn die Queen Mary 2, das Lieblingsschiff

der Hamburger, mit tiefem Tuten

einläuft, gleicht das einem Spektakel. Aber

auch viele andere beeindruckende Schiffe

schauen vorbei. Auf der Website des Hamburger

Hafens kann man ganz genau sehen,

welche Schiffe hier gerade vor Anker liegen.

Oft verbringen Hamburger ihre Abende

damit, bei einem Glas Wein aufs Wasser

zu blicken, den auslaufenden Schiffen

nachzusehen und vielleicht von der Ferne

zu träumen. Und doch sind sie sicher:

Zu Hause an der Elbe ist es

am schönsten. Denn auch,

wenn man in Hamburg bekanntlich

„Tschüss“ sagt:

Irgendwann kommt doch jeder

wieder.

© Ortis / Shutterstock Fotos: © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg

46



SECRETS OF SUCCESS KOLUMNE

PETER KÖLLN GMBH & CO. KGAA:

MIT

HAFERGRÜTZE

FING ALLES AN

Mit den Seefahrern kam der Erfolg: Was für die Hansestadt Hamburg gilt, gilt auch für Kölln.

Und damit ist nicht die Stadt am Rhein fast gleichen Namens gemeint, sondern die

Peter Kölln GmbH & Co. KGaA, Spezialist für Hafercerealien und Speiseöle bzw. -fette mit

Sitz in Elmshorn, rund 30 Kilometer nordwestlich von Hamburg. Denn ohne Seefahrer wäre

Peter Kölln vor 200 Jahren vermutlich nicht auf die Idee gekommen, dort eine Hafermühle

zu errichten.

von Claudia Rothhammer

Aus Spaß und

© Peter Kölln GmbH

Alles begann im Hafen

von Elmshorn

Entspannung

wird ARRIBA!

Sonnen, schwimmen, spielen, toben.

Und für Eltern gibt es in der Saunalandschaft

natürlich vielfältige Möglichkeiten

zu entspannen.

Machen Sie einen Tag Sommerurlaub bei uns.

Sie erreichen uns bequem per Bus und Bahn.

Oder direkt über die A7. Wir freuen uns auf Sie!

www.arriba-erlebnisbad.de

5 RUTSCHEN, 6 SAUNEN, 14 BECKEN. EIN ERLEBNIS.

Die Peter Kölln GmbH in der Nähe von Hamburg

Sprühen Menschen vor Übermut und

Tatendrang, dann weiß der Volksmund:

„Den sticht der Hafer!“ Und

das ist keineswegs aus der Luft gegriffen,

wie die moderne Wissenschaft belegen

kann:

Im Hafer steckt enorm viel

Energie. Wie gemacht für

Männer auf rauer See, die

früher wochen- und monatelang

über die Weltmeere

schipperten – und das ohne

frische Lebensmittel.

Da nahm sich Peter Kölln seinen Vater Hans

Hinrich Kölln als Beispiel: Der hatte vor der

von Napoleon verhängten Kontinentalsperre

die Fischer, die von Elmshorn nach

Grönland aufbrachen, mit Schiffszwieback

aus der eigenen Grützmühle

versorgt. 1820 griff

der Junior die Geschäftsidee

seines Vaters auf und

errichtete am Elmshorner

Hafen eine Hafermühle,

um die vorbeikommenden

Seefahrer mit Proviant

zu versorgen.

Was als kleine Mühle begann, entwickelte

sich über die Jahre zu einem Getreidegroßhandel

und zu einem bedeutenden

haferverarbeitenden Unternehmen, dessen

Hafervollkornerzeugnisse heute nahezu

jedes Kind kennt. Nicht nur viele Mütter

und Väter geben ihren Babys die bekannten

Schmelzflocken® oder blütenzarte Köllnflocken

aus der hellblau-dunkelblauen Verpackung.

Ernährungsbewusste Menschen

starten ihren Tag mit einem Produkt aus

dem Elmshorner Unternehmen. Oder wie

49

der langjährige Firmenchef Prof. Dr. Hans

Heinrich Driftmann in Interviews verriet:

Er treffe kaum eine Persönlichkeit, die

nicht mit Köllnflocken groß geworden sei.

2015 hat Driftmann nach über 30 Jahren an

der Spitze des Familienunternehmens die

Verantwortung an Dr. Christian von Boetticher

übergeben, nicht aber ohne die Weichen

für die Zukunft gestellt zu haben. Um

sich am Markt noch breiter aufzustellen,

kamen beispielsweise im Jahr 2004 weitere

Marken hinzu. So zählen heute bekannte

Marken wie Mazola, Biskin, Palmin und

Livio zum Unternehmen.



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

VOM TELLERWÄSCHER

ZUM

MILLIONÄR

Was abgedroschen klingt,

ist doch eine treffende Zusammenfassung

von Ian K.

Karans Leben. Genauso gut

könnte man über ihn ein

ganzes Buch schreiben. Im

Juni feierte der Hamburger

Unternehmer und ehemalige

Wirtschaftssenator

seinen 80. Geburtstag.

von Claudia Rothhammer

Ian Karan ist in Ceylon geboren. Sein

Start ins Leben war denkbar schlecht.

Seine Mutter starb bei der Geburt, sein

Vater drei Jahre später im Zweiten Weltkrieg.

Mit 16 kommt er durch ein Sportstipendium

nach London,

Der Hamburger Unternehmer

Ian Karan.

© Berit Stüven

1970 zieht es ihn nach

Hamburg, wo er in einem

Restaurant als Tellerwäscher

arbeitet.

In einer Spedition findet Ian Karan Arbeit,

engagiert sich, steigt auf, wird mit einer

eigenen Containerfirma reich.

Es läuft gut für ihn, bis ihm ein winziges

Detail zum Verhängnis wird. 1993 verkauft

er seine Firma an einen englischen Konkurrenten,

beauftragt die „beste Kanzlei der

Stadt“ für die Kaufabwicklung. Doch die

Anwälte hatten nicht festgelegt, wann der

Kaufpreis an Ian Karan ausbezahlt werden

sollte – der Käufer zahlt deshalb keinen

Penny. „Das war mein erster und größter

Rückschlag, der mir viele Lektionen erteilt

hat, die mich 15 Jahre später für meinen

größten Erfolg stärkten“, sagt Karan, der

dem Vorfall heute sogar etwas Positives

abgewinnen kann. „Überwunden habe ich

diesen Rückschlag durch Beharrlichkeit

und den Willen, das Unrecht zu tilgen, das

mir angetan wurde. Meinem jüngeren Ich

würde ich aber raten, nicht nur auf das

große Bild zu schauen, sondern auch auf

das Kleingedruckte“, sagt er. „Erfolg zu

haben braucht Glück, und dem Glück kann

man nachhelfen, indem man zielorientiert

arbeitet.“ Sein Ziel war, wieder auf die Beine

zu kommen. Das gelang ihm 1997 mit

der Gründung seiner neuen Containerfirma

Capital Lease GmbH. „Es war wichtig,

dabei auf finanzkräftige Partner zu setzen.

Die zu finden, war nicht einfach.“ Aber er

schaffte es und arbeitete sich (wieder) von

unten nach ganz oben.

Ian Karan ist heute Multimillionär,

hat aber nicht vergessen,

woher er kommt. Er

spendet viel, für ihn ist das

eine Selbstverständlichkeit.

„Es ist wichtig, dass in Deutschland, wo

die Kluft zwischen Arm und Reich größer

wird, die besserverdienenden Menschen

die Minderbemittelten nicht aus den Augen

verlieren. Das Leben ist nur schön,

wenn auch der Schwächste mitgenommen

wird und kein Anlass zu sozialem Neid erzeugt

wird. Hamburg ist in dieser Hinsicht

vorbildlich, mit den meisten Stiftungen

pro Kopf in Deutschland“, sagt Karan. Mit

seiner eigenen Stiftung trägt auch er etwas

dazu bei.

In-house self-winding movement, 40mm steel case

baume-et-mercier.com

50

Erhältlich bei Wempe, Bucherer, Christ und führenden Juwelieren



SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

ZUFRIEDENHEIT

IST DER GRÖSSTMÖGLICHE

ERFOLG

LOTTO KING KARL

© Patrick Ludolph

– MUSIKER –

Lotto King Karl – der ehrgeizige Musiker

hat seine Träume in die Tat umgesetzt.

von Daniela Fuß

Wenn man sich mit Lotto King

Karl unterhalten möchte, dann

muss man Zeit mitbringen. Dabei

wird es auf gar keinen Fall langweilig,

denn der Mann hat schon viel erlebt und

dadurch auch einiges zu erzählen. Vom

Marineoffizier über „Der mit dem großen

Lottogewinn“ bis hin zum heutigen erfolgreichen

Musiker – natürlich mit der ganz

großen Liebe zum HSV. „Als Kind wollte

ich Mittelstürmer beim HSV und Torschützenkönig

der Bundesliga werden. Damals

konnte ich mir keinen cooleren Job vorstellen,“

so Lotto King Karl. Mittlerweile weiß

er, dass es noch andere coole Jobs gibt.

„Als ich Marineoffizier war, war mir gar

nicht bewusst, was für ein cooler Job das

ist. Daran denkst Du in dem Moment nicht,

wenn Du bei 8 Grad auf der Brücke stehst,

Dir der Hagel ins Gesicht schlägt und Du

manchmal mit Leuten zusammenarbeiten

musst, mit denen Du Dich privat nie treffen

würdest. Aber Du lernst, im Team zusammenzuhalten,

durchzuhalten und Mut

Sein Song „Hamburg meine Perle“

war Jahre lang die Hymne des HSV.

zu haben. Das alles ist mir erst viel später

bewusst geworden. Aber das ist wichtig. Irgendwann

sollte man erkennen, was man

schon geschafft hat. Damit setzt dann eine

gewisse Dankbarkeit ein und mit ihr auch

der persönliche Erfolg.“

Doch ab wann kann man dankbar sein und

ab wann hat man für sich selbst Erfolg? „Es

fängt ja immer damit an, dass man gewisse

Träume hat, die man erreichen möchte. Da

ist es am Anfang ja schon ein Erfolg, wenn

man die Miete ohne Probleme zahlen kann.

Dann wird man anspruchsvoller

in Bezug auf Erfolg.

Man sollte sich nur immer

die Fragen stellen, wie lange

und wie hart man überhaupt

arbeiten möchte.

Oder umgekehrt: Wann reicht es? Wenn

man dann ehrlich zu sich selbst ist, gelangt

man automatisch an den Punkt, an dem

man sagt: Ich habe mein Ziel und das, was

mir wichtig war, erreicht. Damit sind wir

dann wieder bei der Zufriedenheit und dem

Erfolg.“

Der Weg zum Erfolg kann aber auch schwer

sein. „Ich kann mich noch daran erinnern,

als meine Band und ich unseren major

Plattenvertrag verloren hatten. Wenn eine

Plattenfirma einen rauswirft, dann geht die

eigentlich davon aus, dass sich die Band

auflöst. Doch das kam für uns nicht infrage.

Trotzdem war die Trauer erst riesengroß.

Wir saßen damals total frustriert an einer

Jet-Tankstelle in Hamburg Horn mit einem

Sixpack im Arm und haben uns gefragt:

Was können wir denn, was diese milliardenschwere

Plattenindustrie nicht kann?

Und das einzige, was uns einfiel – wir können

ehrlich sein und wir können härter arbeiten.

Als Philosophie sicherlich toll, aber

als Geschäftsgrundlage eher mittelmäßig.

Und trotzdem hat es funktioniert. Das war

wohl mein wichtigster Karriereschritt.“

Rückschläge und Erfolg gehören

für ihn zusammen.

„Das liegt in der Natur der

Sache. Wichtig dabei ist es,

ein gewisses Talent zu besitzen.“

Manchmal ist es auch ein Talent, das im

ersten Moment gar nicht als solches gesehen

wird und trotzdem zum Erfolg führt.

„Vielleicht ist es am Beispiel von Dieter

Bohlen gut zu erklären,“ mein Lotto. „Es ist

sicher nicht beleidigend, wenn man sagt,

dass Bohlen nicht der größte Musiker auf

dem Planeten ist. Aber er war in der Lage,

mit seiner Personality ein Geschäft zu machen.

Dabei hat er immer den kleinsten

gemeinsamen Nenner gefunden. Er lebt davon,

dass er viele Dinge einfacher macht.“

Sicherlich etwas, das helfen kann: Zu erkennen,

wann es kompliziert wird und dass

man es dann besser lässt. Wobei man das

auf gar keinen Fall mit „aufgeben“ gleichsetzen

sollte. Social Media macht es heutzutage

ohnehin viel einfacher, bekannt zu

werden. Für Lotto King Karl sind die sozialen

Netzwerke hilfreich, allerdings auch mit

Arbeit verbunden. „Wenn man es bewusst

betreibt und ernst nimmt, dann kann man

sich auch eine gewisse Unabhängigkeit von

der Presse schaffen. „Das habe ich gemacht,

als meine Zeit beim HSV zu Ende ging. Ich

habe direkt meinen Abschiedsbrief bei

Facebook geschrieben. Somit musste ich

gar nicht darauf warten, bis mich die Presse

anrief und vielleicht auch Sachen behauptete,

die ich angeblich gesagt hatte.“

Dass man durch Social Media heutzutage

schneller bekannt wird, ist kein Geheimnis.

Der Lotto King hat da einen interessanten

Vergleich. „Das ist wie damals zu Zeiten

von Wolfgang Amadeus Mozart. Der musste

von Hof zu Hof gehen, um sein Talent

zu zeigen. Er war darauf angewiesen, dass

es sich rumsprach. Heutzutage gehen Sie

nicht mehr von Hof zu Hof, sondern stellen

ihre Arbeit, Ihr Talent ins Netz und wenn es

gut ankommt, dann geht es ab.“ Lotto King

Karl ist zu einer Zeit bekannt geworden, als

soziale Medien in ihrer heutigen Form noch

gar nicht existierten. Er war ehrgeizig und

hat für seine Träume hart gearbeitet. „Man

muss sich seine Position im Leben erst einmal

erarbeiten und für sich selbst sehen,

wohin der eigene Blick geht. Dabei hilft

es, wenn man gelassen bleibt. Zu erkennen

und damit klarzukommen, dass es ein paar

Dinge gibt, die man einfach nicht mehr erreichen

kann. Und da sind wir wieder bei

der Erfahrung, die man im Leben schon

gemacht hat. Wenn man diese bewusster

einsetzt, dann kann man etwas erreichen

und ist zufrieden. Vielleicht ist Erfolg ein

Zusammenspiel aus Dankbarkeit, Gelassenheit

und Zufriedenheit.“

© Torsten Sörup

52

53



SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

EINE

KARRIERE

REICHT EINFACH NICHT

Fred Breinersdorfer

Autor und Rechtsanwalt

Natürlich

besser leben.

Mit dem natürlich hohen Hydrogencarbonat-Gehalt von 1.846 mg/l

und einer einzigartigen Mineralisation. Fein perlend oder mild

moussierend im Geschmack wird Staatl. Fachingen seit jeher von

Menschen getrunken, die auf ihre Säure-Basen-Balance achten.

Beste Voraussetzungen für unbeschwerte Lebenslust.

www.fachingen.de/hydrogencarbonat

Er ließ Götz George für den „Tatort“ blankziehen,

schrieb das Drehbuch für einen

Oscar- nominierten Film und setzte sich als

Rechtsanwalt für Studenten ein.

Fred Breinersdorfer ist ein echter Allrounder –

und ein erfolgreicher noch dazu.

Jvon Stefan Ahrens

urist und Hochschuldozent, Autor und Verleger, Filmproduzent

und Regisseur: Was andere Menschen in mehreren Leben

nicht unter einen Hut bekommen würden, schafft Fred Breinersdorfer

in einem einzigen. Der gebürtige Mannheimer tanzt beruflich

auf vielen Hochzeiten – und auf jeder von ihnen erfolgreich.

Doch Breinersdorfer selbst sieht sich und sein Wirken wesentlich

nüchterner als so mancher Außenstehender:

„Die Schule habe ich zwar am Ende gut abgeschlossen,

war aber öfters an der Kante

zum Durchfallen.

Als angehender Jurist war ich zwar erfolgreich in den Examina, aber

als Student die Welt politisch zu verbessern, daran bin ich gescheitert.

Als Anwalt wiederum konnte ich erfolgreich

über 3000 Studenten ins Studium einklagen,

als Strafverteidiger aber bin ich gescheitert,

weil die Straftäter kein Vertrauen zu mir

hatten“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Als ihn die juristische Arbeit nicht mehr so richtig auslasten konnte,

wurde er zum Massenmörder – glücklicherweise jedoch nur auf

Das Drehbuch von Fred Breinersdorfer zu „Sophie

Scholl – Die letzten Tage“ erhielt eine Oscarnominierung.

dem Papier. Denn in seinen seit den 1980er-Jahren verfassten Romanen

und Drehbüchern dürften es mehr als 200 fiktive Opfer gewesen

sein, die er auf die eine oder andere Weise als Autor auf dem

Gewissen habe, so Breinersdorfer. Große schriftstellerische Erfolge

wurden unter anderem seine Kriminalromane über den später

von Günther Maria Halmer verkörperten Anwalt Jean Abel. Und

unter seinen zahlreichen TV-Drehbüchern ragt vor allem der „Tatort“-Klassiker

„Zweierlei Blut“ heraus, in dem Götz George alias

Kommissar Horst Schimanski nackt auf den Anstoßkreis des Duisburger

Wedaustadions gelegt wird.

Wer wie Fred Breinersdorfer auf so vielen Gebieten Erfolg hatte und

immer noch hat, der entwickelt mit den Jahren ein Gespür dafür,

was es braucht, um wirklich erfolgreich zu ein:

„Talent, Mut, einen starken Willen, Selbstkritik,

Fairness und mit Anstand auch Mal

verlieren zu können.“

Und nach seinem persönlich größten Erfolg gefragt ist die Antwort

eindeutig: das Drehbuch für den Oscar-nominierten Spielfilm „Sophie

Scholl – Die letzten Tage“ verfasst zu haben. Dies habe ihn

schon stolz gemacht, gibt Fred Breinersdorfer gerne zu. Wer kann

es ihm verdenken?

© Kiên Hoàng Lê

Anwendungsgebiete: Staatl. Fachingen STILL regt die Funktion von Magen und Darm an, fördert die Verdauung und hilft bei Sodbrennen. Es

fördert die Harnausscheidung bei Harnwegserkrankungen, beugt Harnsäure- und Calciumoxalatsteinen vor und unterstützt die Behandlung

chronischer Harnwegsinfek tionen. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Etikett und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand der

Information: 01/2013. Fachingen Heil- und Mineralbrunnen GmbH · Brunnenstraße 11 · 65626 Fachingen · www.fachingen.de

55



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

DER DEUTSCHE, DER AUSZOG,

UM DIE WELT

BESSER

ZU MACHEN

Er ist zwar mies in der Schule, programmiert dafür aber schon mit 13 Jahren seine erste

App. Mit 14 arbeitet Catalin Voss als iPhone Entwickler, verdient sein erstes Geld; mit 15

macht er ein Praktikum im Silicon Valley mit dem Erfinder des Macintosh, Steve Capps.

Zurück in Deutschland hat er nur noch ein Ziel – er will an der Eliteuni Stanford Informatik

studieren. Mit 18 Jahren entwickelt Catalin in Stanford eine App für die Datenbrille Google

Glass, mit der autistische Kinder üben können, die Emotionen ihres Gegenübers zu erkennen.

Bald danach schließt Catalin sich in Kenia zwei lokalen Unternehmern an. Zusammen

wollen sie Ladenbesitzer mit künstlicher Intelligenz ausstatten. Das Projekt wurde 2018

von Mastercard aufgekauft.

von Johanna Reichert

JETZT REDESIGN ICH

Catalin Voss,

deutscher Erfinder und

Unternehmer. Er ist der

Gründer des Start-ups

„Sension“ und des „Autism

Glass Project“

an der Stanford University

© Privat



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

so etwas konfrontiert war. Aus dieser Episode

habe ich gelernt, dass Geld nicht existiert,

solange es nicht auf dem Konto ist,

und dass ich mit mehr Puffer wirtschaften

muss.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

was würden Sie anders machen?

Ich mache jeden Tag viele Fehler. Ich treffe

manchmal die falschen technischen Entscheidungen,

was mich und andere dann

viel Zeit kostet, oder fange aussichtslose

Projekte an. Vor eineinhalb Jahren wollte

ich zum Beispiel

Der 24-jährige Tech-Unternehmer Catalin Voss.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Die Welt ein Stück besser zu

machen. Je größer das Stück,

desto größer der Erfolg.

Und was ist Ihr Erfolgsgeheimnis? Sie sind

immerhin erst 24 Jahre alt.

Ich habe relativ früh entdeckt, dass auch

Menschen, die wir als besonders erfolgreich

und darum so unnahbar ansehen, in

der Regel doch ganz normale Menschen

sind. Und man diese Menschen um Unterstützung

bitten kann. Ein paar dieser sehr

erfolgreichen Menschen, unter anderen

Terry Winograd, Steve Capps, Shea Tate-Di

Donna, haben – aus welchem Grund auch

immer – an mich geglaubt und mir wichtige

Türen geöffnet. So ziemlich alles, was

man in meiner bisherigen Karriere Erfolg

nennen kann, habe ich ihnen zu verdanken.

Was treibt Sie an?

Ich glaube tatsächlich, dass

wir die Welt verbessern

können. Und wenn nicht ich,

mit all meinen Ressourcen,

wer dann?

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Erfolg verpflichtet, Eigentum verpflichtet,

Wissen verpflichtet …

Ich halte soziales Engagement für enorm

wichtig.

Wenn man ein Unternehmen in einem Land

aufbaut, in dem es kein funktionierendes

© Privat

Sozialsystem gibt, möchte ich mit meinen

Möglichkeiten dafür sorgen, dass die Gesellschaft

und die Infrastruktur an dem individuellen

Erfolg teilhaben können.

Hat Ihnen jemand zu Beginn gesagt, Sie

seien verrückt?

In Deutschland eigentlich alle, denen ich

mit 15 oder 16 Jahren erzählte, dass ich ins

Silicon Valley ziehen wolle, um in Stanford

für 60.000 US-Dollar Studiengeld

pro Jahr zu studieren, ohne die geringste

Idee zu haben, wie ich das Geld zusammen

bekommen sollte. Vor meinem Studium

hatte ich mir die 60.000 US-Dollar

für das erste Jahr angespart. Dann kam die

Griechenland krise, der Euro brach ein, die

60.000 US-Dollar waren über Nacht nur

noch 40.000 wert und ich dachte, das wars

mit dem Studieren. Gott sei Dank öffneten

sich andere Türen.

War das Ihr heftigster Rückschlag oder

gab es noch einen härteren?

Da gab es einige … Das Unternehmen, das

ich in meinem ersten Jahr in Stanford gegründet

habe, habe ich auf Umsatzbasis

hochgezogen. Ein paar Monate nachdem

wir soweit waren, Leute einzustellen, die

keine Studenten mehr waren, beging einer

unserer wichtigsten Kunden Vertragsbruch.

Uns fielen vertraglich garantierte Umsätze

weg. Da hatte ich als 18-Jähriger gerade einen

Familienvater überzeugt, umzuziehen,

um zu uns ins Boot zu springen, und konnte

ihn auf einmal nicht mehr bezahlen. Das

war hart. Es war das erste Mal, dass ich mit

die Welt mithilfe von Drohnen

und dem Geruchssinn

von Honigbienen von Landmienen

befreien.

Das war ein Fehlgriff.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, die ein

erfolgreicher Mensch braucht?

Es gibt im Englischen ein Wort dafür, das

wir so im Deutschen nicht haben: Resourcefulness.

Mit dem Begriff ist die Fähigkeit

gemeint, Sachen zu bekommen, die nicht

auf der Menükarte des Lebens stehen, indem

man Ressourcen anzapft, an die man

nicht selbstverständlich rankommt, und

aus dem, was man hat, das Maximum herauszuziehen

vermag.

Was ist ein Must-have in ihrem Beruf?

Ich kann kaum Worte dafür finden, wie

wichtig es mir ist, einen guten Businesspartner

oder eine gute Businesspartnerin

an meiner Seite zu haben. Eine Person, die

die gleiche Euphorie empfindet, wenn es

funktioniert, und die mit mir leidet, wenn

alles den Bach runtergeht.

Welche Rolle spielen sozialer Status und

Herkunft beim Erfolg?

Es wäre ignorant und arrogant, zu behaupten,

dass das in meiner Geschichte keine

Rolle gespielt hätte.

Meine Eltern sind Akademiker

und gaben mir schon als

Kind viele Chancen, meine

eigenartigen Interessen zu

verfolgen.

Retten Sie irgendwann die Welt?

Im Moment spielen wir Lotto mit unserem

Planeten. Leider habe ich noch keine Appoder

KI-Idee, die CO 2

aus der Luft saugt, so

sehr ich mir das auch wünsche.

58



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

GELD

MIT GELD

VERDIENEN

© www.ml.org

Die Berufswünsche von kleinen

Jungen sind vielfältig –

Feuerwehrmann, Polizist

oder Baggerfahrer sind

Klassiker. Der Wiener

Markus Lehner hatte als

Kind ganz andere Vorstellungen

von seiner Zukunft.

Er wollte einfach

„nur“ erfolgreich werden.

Heute lebt Lehner in Monte

Carlo, ist privater Investor

und Mehrheitsaktionär

einer börsennotierten

Investment- Holding sowie

Jetpilot und hat als Rennfahrer

sogar eine Meisterschaft

gewonnen.

Kurz gesagt: Er ist extrem

erfolgreich.

von Renate Kerscher

H

err Lehner, Sie wollten als Kind

einfach nur erfolgreich werden.

Ein eher ungewöhnlicher

Wunsch eines Jungen.

Meine Eltern sind nicht arm, aber auch

nicht reich, wenn wir über Geld sprechen.

Ich hatte Freunde, die wirklich reich waren,

und das hat mich sehr motiviert. Im

Grunde aber fand ich erfolgreiche Leute

schon immer interessant. Und wollte dann

selbst nicht nur ein bisschen erfolgreich

sein, sondern eben richtig erfolgreich.

Was macht einen „richtig erfolgreichen“

Menschen aus?

Der wesentliche Unterschied zwischen

etwas erfolgreichen und richtig erfolgreichen

Menschen, die in ihrem Bereich wirklich

an die Weltspitze kommen, wie etwa

Michael Schumacher, Elton John oder Bill

Gates, ist ihre grenzenlose Begeisterung,

ihre volle Motivation und ihre nahezu

endlose Energie, mit der sie ihre Ziele verfolgen.

Das Geld selbst ist genau genommen

nur ein Mittel, das dann eh automatisch

kommt.

Es ist also die Leidenschaft für Ihren Job,

die Sie jeden Tag antreibt?

Ganz genau. Ich wusste nach der Militärzeit

nicht, was ich machen sollte. Mit Anfang

20 war ich in den USA und habe dort

das Investment-Business kennengelernt.

In Wien gab es damals das Sparbuch und

viel mehr gab es eigentlich nicht. In Amerika

waren schon Investmentfonds sehr

beliebt und daher auch weit verbreitet. Das

hat mich so begeistert, dass ich mir gesagt

habe, ich möchte in meinem Leben Geld

mit Geld verdienen. Meine Berufung sind

Investments – um die Welt zu reisen, Leute

zu treffen, Deals zu machen und Leute

von dem zu überzeugen, was ich auch für

mich richtig finde, um erfolgreich zu sein.

Was ist bislang das persönliche Highlight

Ihrer Karriere?

Mein Meisterstück, die LEHNER INVEST­

MENTS AG.

Das müssen Sie jetzt aber bitte erklären.

Wenn man Kinder hat, sollte man – unter

anderem – auch rechtzeitig über die Erbfolge

nachdenken. Im Zuge dessen habe

ich mir überlegt, dass ich auch aus diesem

Grund meine Unternehmensstruktur optimieren

und fokussieren muss. Ich habe

Dutzende Unternehmen gegründet und

jetzt mache ich quasi Frühjahrsputz. Nur

die drei besten Unternehmen führe ich in

einer börsennotierten Holding zusammen

und alle anderen kommen weg. Ich nenne

es „Das Meisterstück“, weil ein Meisterstück

ja das ist, was einen zum Meister

seines Berufs macht. Das ist, beziehungsweise

wird, das absolute Highlight meiner

beruflichen Karriere.

Wie führen Sie Ihr Unternehmen, damit

es erfolgreich läuft?

Ich sehe mich tatsächlich als Führer, Leader,

der sein Team zu einem Ziel führt. Das

heißt für mich aber auch, dass ich auf andere

Leute höre. Ich bin also nicht resistent

gegen gute Beratung. Es gibt ja Leute,

die glauben, alles besser zu wissen. Darum

muss man sich als Führer unbedingt

andere Meinungen anhören und neutral

bewerten. Auch muss man als Führer mit

Menschen umgehen können. Nicht zu hart

und unfair sein, aber sich gleichzeitig auch

nicht über den Tisch ziehen lassen. Weil

man als Leader ja die Verantwortung für

den Erfolg hat, und zwar in jede Richtung.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil bezeichnen?

Patriarchisch, aber mit Augenzwinkern.

Ich bin schon jemand, der gerne an der

Spitze steht und das auch bewusst so lebt.

Ich höre mir, wie bereits gesagt, auch andere

Meinungen an, aber die Entscheidungen

zu meinen Investments treffe letztlich

immer ich und diese Entscheidungen werden

dann auch umgesetzt. Wenn jemand

aus meinem Team dann meine Entscheidungen

nicht respektiert, ist die gemeinsame

Zukunft meist limitiert. Hierarchien,

aber auch Respekt sind unbedingt nötig,

so wie jeder auch seine genaue Verantwortung

und Position kennen muss.

Sie wollten als Kind ja erfolgreich werden.

Haben Sie sich von Ihrem ersten

großen Geld eigentlich einen materiellen

Wunsch erfüllt?

Schon als ich noch in die Schule ging, habe

ich mir schöne Dinge aus Zeitschriften

ausgeschnitten und über meinen Schreibtisch

gehängt, ohne zu wissen, dass das

einen Mechanismus auslöst, wenn man

seine Ziele visualisiert. Heute nennt man

das in Managementschulen „Visionary

Board“, damals wusste ich das natürlich

nicht. Das waren Dinge wie große Häuser,

schöne Autos, Privatjets und dergleichen.

Da die ersten kleineren Erfolge relativ

bald kamen, konnte ich mir rasch manch

schöne Dinge gönnen. Mir geht es aber

meistens nicht darum, einen bestimmten

Gegenstand zu besitzen, sondern der Erfolg

insgesamt war und ist für mich immer

das Ziel.

© www.ml.org

Markus Lehner ist ein begehrter Ansprechpartner,

wenn es um seine erfolgreichen Investments geht.

Seit über 20 Jahren lebt

Markus Lehner in Monte Carlo.

© www.ml.org

60

Markus Lehner und Michael Schumacher.



WERBUNG

DAS GEHEIMNIS UNSERES ERFOLGS:

„MIT EXPERTISE UND

LEIDENSCHAFT FÜR

Ein Gespräch mit

Jörg Ludewig (li.), Generalbevollmächtigter

der

Hamburger Sparkasse, und

Frank Krause (re.), Leiter

Haspa Private Banking,

über die besondere Beratungsleistung,

Wachstumsstrategien

im Haspa Private

Banking und die Herausforderungen

für Anleger.

DEN KUNDEN“

Herr Ludewig, das Haspa Private

Banking behauptet seit Jahren

seinen Spitzenplatz bei der

Auszeichnung zum Besten Vermögensverwalter

durch den Elite Report und das

Handelsblatt. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ludewig: Seit 16 Jahren halten wir unsere

Top-Position im starken Wettbewerbsumfeld

der Privatbanken und Vermögensverwaltungen.

Über diese Spitzenauszeichnung

freuen wir uns sehr. Die Qualität

unserer Beratungsleistung sowie die intensive,

persönliche Kundenbetreuung

zahlen sich am Ende

aus.

Mitarbeitern hat, die mit ihrer Top-Expertise

unsere Kunden betreuen. Sie sind es,

die seit Jahren unsere Wachstumsgeschichte

schreiben. Die es schaffen, durch Vertrauen,

Nähe und Kompetenz die Kundenbeziehungen

über Jahre zu intensivieren.

Und stets mit hanseatischer Bodenständigkeit.

Häufige Beraterwechsel finden sie bei

uns nicht. Ein weiterer Pluspunkt ist unser

Service-Verständnis: Wenn beispielsweise

ein Kunde eine Immobilie auf Sylt oder

Mallorca sucht, dann begleiten wir ihn in

diesem Prozess von Anfang an bis hin zur

Abwicklung. Hier kommt unsere Stärke der

Gesamtbankexpertise und unser Netzwerk

zum Tragen:

Wir arbeiten nach

einem natürlichen

Prinzip: Gegenwind

aushalten.

Unabhängiger Journalismus im ZDF

Kontaktieren Sie uns gerne unter

040 / 3579-3232. Ihren persönlichen

Vermögensberater können Sie bereits

vor dem Gespräch auswählen und einen

Beratungstermin unter

www.haspa-beraterfinder.de vereinbaren.

Weitere Informationen auch unter

www.haspa.de/privatebanking

und www.haspa-kapitalmarkt.de.

Was macht das Haspa Private

Banking so besonders?

Krause: Hohe Beratungskompetenz,

Kontinuität, sorgfältige

Systematik und Transparenz:

Dafür stehen wir und haben

uns bereits weit über Hamburg

hinaus einen Namen gemacht.

Ob für einkommensstarke Kunden,

Unternehmer, Erben bis

hin zu Family Office Leistungen

– die Kundenorientierung steht stets

im Mittelpunkt. Darüber hinaus kann das

Private Banking auf ein breites bankinternes

Expertennetzwerk inklusive Kapitalmarktanalyse

zurückgreifen – auch von der

Geldanlage über Kredit- und Immobilienfinanzierungen

bis hin zur Nachfolgeplanung

profitieren unsere Privat- und Unternehmenskunden

von einer umfassenden

Gesamtbank-Expertise.

Wie schafft man es in der Vermögensverwaltung,

so lange so erfolgreich zu sein?

Ludewig: In dem man ein hervorragendes,

hochqualifiziertes und sehr motiviertes

Team von über 100 Mitarbeiterinnen und

Immobilien- und Branchenkompetenz

ergänzen unter

dem Dach der Haspa als

weitere Säule unsere Anlagekompetenz.

Alle diese Faktoren zusammen bestimmen

unseren Wachstumskurs.

Werfen wir nun einen Blick auf die Kapitalmärkte:

Wie lautet Ihre Einschätzung?

Krause: Das Jahr 2019 ist ein herausforderndes

Anlegerjahr. Die zu Jahresanfang begonnene

Erholung ging in eine rasante Talfahrt

über, nach dem der US-Handelsstreit

mit China eskalierte. Insgesamt befindet

sich der Markt in einem Spannungsfeld

zwischen sich eintrübenden Wirtschaftsdaten

und sehr spendablen Notenbanken.

Wo sehen Sie besondere Anlagechancen?

Krause: Aktien und Aktienfonds bleiben

nach wie vor der Favorit. Besonders dividendenstarke

Unternehmen mit jahrelanger

konstanter Ausschüttungspolitik sind

weiterhin empfehlenswert.

62



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

DIE WELT

DURCH

EINE LINSE

Ihr Schwerpunkt ist die Dokumentarfotografie.

Fotos: © Nanna Heitmann privat

Nanna Heitmann schaffte es

mit ihren Fotografien unter anderem

in die New York Times.

© Nanna Heitmann privat

Preistägerin

Newcomer 2019:

Nanna Heitmann,

Dokumentarfotografin

und Fotojournalistin

von Johanna Reichert

M

ut ist, wenn man sich

Dinge traut, die andere

für Wahnsinn halten.

Sie ist eines der Nachwuchstalente in der Fotografie.

So wie Nanna Heitmann. Die junge

deutsch-russische Fotografin, deren

Schwerpunkt auf Dokumentationen liegt,

gehört zu den großen Nachwuchshoffnungen

der Fotografie. Sie reist gern – auch im

Winter durch Sibirien. Mit gerade mal 25

Jahren hat sie es mit ihren Bildern bereits

in die renommiertesten Medien geschafft,

darunter die New York Times, den Stern

und das Time Magazine, und hat schon

zahlreiche Preise abgestaubt. Nannas persönliches

Karrierehighlight: 2019 wurde sie

von der legendären Fotoagentur „Magnum“

zum nominierten Mitglied ernannt. „Auf

alle Legenden zu treffen, deren Fotografie

mich seit meiner Kindheit in den Bann

zieht, war sehr aufregend und zugleich einschüchternd“,

gibt sie zu. Sonst lässt sie

sich aber von wenig beeindrucken.

Du bist schon sehr jung sehr erfolgreich,

wer ist Dein Vorbild?

Meine Großmutter, die als Übersetzerin

in einer reinen Männerwelt in der ganzen

Sowjetunion unterwegs war. Ihre Arbeit

ermöglichte es ihr, viel zu reisen, sogar bis

hinter den eisernen Vorhang.

Was bedeutet für Dich überhaupt Erfolg?

Das Wort löst bei mir eher negative Assoziationen

aus. In unserer Gesellschaft

scheint beruflicher Erfolg den Wert eines

Menschen zu definieren. Einmal wurde ich

mit einem Produkt verglichen, bei dem jeder

gespannt darauf wartet, was als nächstes

auf den Markt kommt. Das löst viel Unbehagen

und Druck aus, der sehr präsent in

unserer Branche und auch in unserer Gesellschaft

ist.

Jemand, der sich dafür entscheidet,

ein einfaches Leben

zu führen, ist vielleicht

sogar erfolgreicher als ein

toller Manager, Künstler ...

Daher versuche ich, Erfolg eher mit Freiheit-

und Unabhängigkeitsbestreben zu

verknüpfen.

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

An Geschichten zu arbeiten, die mich wirklich

faszinieren.

Geduld, Hartnäckigkeit und viel Arbeit.

Welche Opfer bringst Du für Deinen

Traumberuf?

Ich sehe meine Freunde und Familie viel zu

selten ...

Was wolltest Du werden, als Du ein Kind

warst?

Seitdem ich zwölf Jahre alt war, habe ich

begeistert fotografiert. Einmal reiste ich

mit meiner Familie in die USA. Wir besuchten

einen befreundeten Fotografen

meiner Mutter. Er sah mich begeistert mit

einer winzigen Kamera fotografieren und

schenkte mir sein altes Objektiv. Seitdem

habe ich nichts anderes mehr in Erwägung

gezogen. Manchmal träume ich vielleicht

davon, in einem Wanderzirkus zu jonglieren

oder auf einer Farm weit in den Bergen

zu leben, aber ohne die Fotografie könnte

ich gerade einfach nicht leben. Raus zu gehen

und zu fotografieren durchflutet meinen

Körper jedes Mal erneut mit großer

Euphorie, Neugierde und einer positiven

Anspannung.

Sind Deine Reisen manchmal gefährlich?

Sicherlich schwebt eine Gefahr mit, wenn

man als Frau alleine unterwegs ist. Gleichzeitig

trifft man aber auch auf unglaublich

viele Leute, die sich rührend um einen

kümmern. Am meisten Respekt habe ich

vor der Kälte in Sibirien, wo ich diesen

Winter wieder hinmöchte.

In welche außergewöhnliche Situation

bist Du auf Deinen Reisen schon geraten?

Wir wollten mal im Winter in Sibirien am

Jenissei trampen. Zwei Tage haben wir auf

ein Auto gewartet. Zwischendurch wurden

wir bei einer einsamen, älteren Dame im

Dorf einquartiert.

Wie vereinbarst Du Beruf und Privatleben –

Dein Beruf ist nicht gerade familiefreundlich

Ich habe keine Kinder und den geduldigsten

Freund auf Erden, der versteht, wie

wichtig es ist, frei zu sein.

Wovon träumst Du?

Die Begeisterung für die Fotografie niemals

zu verlieren. Ewige Liebe, nicht vor dem

Computer sitzen zu müssen und von einem

kleinen Häuschen in den Bergen.

64

65



SECRETS OF SUCCESS GASTRONOMIE

kölln.de

MENSCH

BLEIBEN

UND ZUHÖREN

Wären es nur Haferflocken,

hießen sie nur Haferflocken.

Oliver Staas ist Gastgeber mit Leib und Seele. Er

stammt aus einer Gastronomenfamilie, daher war sein

Weg früh vorgezeichnet. Hoteldirektor wollte er schon

als Kind werden. Bei der Radisson-Gruppe ist Staas

seit 1992, dort hat er mehrere Hotels eröffnet, war als

General Manager unter anderem in Riga, Moskau und

St. Petersburg und leitet seit Juli 2019 das Radisson

Blu Hotel Berlin. Vom Busche Verlag wurde Oliver

Staas bereits zehnmal zu einem der Top 50 Hoteliers in

Deutschland ernannt. In der Nachwuchsförderung hat

er schon gut 15 Talente unter seine Fittiche genommen,

die heute eigenständig Hotels leiten.

© privat

von Renate Kerscher

Herr Staas, Sie wussten schon als

Kind, dass es beruflich ins Gastgewerbe

gehen würde.

Ja, meine Eltern hatten einen Gaststättenbetrieb.

Da war meine berufliche Richtung

klar. Und als ich das Buch von Conrad

Hilton gelesen habe, wollte ich Hoteldirektor

werden.

Was würde Sie heute als Ihre wichtigsten

Karriereschritte bezeichnen?

Jeder einzelne Schritt war wichtig. Besonders

meine beruflichen Stationen im Ausland.

Fremde Kulturen und Menschen verstehen

zu dürfen, das hat mich sehr positiv

geprägt.

Waren Ihre Stationen im Ausland das

persönliche Highlight Ihrer Karriere?

Es gab so viele tolle Ereignisse und keines

möchte ich missen. Sicherlich ein persönliches

Highlight war, dass ich das Glück hatte,

viele junge Kollegen zu Hoteldirektoren

ausbilden zu dürfen.

Worin sehen Sie Ihre Stärken, die auch

für Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Mensch bleiben und zuhören. Teams

for men und diese mitnehmen auf die

Reise.

Macht das in Ihren Augen eine gute Führungskraft

aus?

Ja, außerdem Offenheit und Entscheidungsfreudigkeit.

Ich versuche mein Team

so zu leiten:

Die Vision ist das Ziel, aber

den Weg bestimmt jeder

Einzelne.

Wobei haben Sie außerdem gerne Erfolg?

Beim Triathlon. Ich habe zwei Ironmans

hinter mir und natürlich ist das toll, sich

hier immer wieder zu beweisen. Hier das

Ziel zu erreichen, war meine höchste

sportliche Leistung. Zumal ich erst vor acht

Jahren das Schwimmen gelernt habe.

Oliver Staas

leitet seit Juli 2019

das Radisson Blu Hotel

in Berlin

Ist der Sport Ihr Ausgleich zum Beruf?

Beim Sport komme ich immer wieder auf

neue Ideen.

Zum Schluss: Was ist Ihre persönliche

Definition von Erfolg?

Glücklich zu sein in dem, was ich mache.

66



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Der Hammerbrooklyn Digital Campus in Hamburg-Hammerbrook

gehört zu den Herzensprojekten von Torsten-Jörn Klein

IMMER

IN BEWEGUNG

BLEIBEN

© Hammerbrooklyn

© Ann-Christine Krings

Egal ob als Verlagsgeschäftsführer, Gruner + Jahr-Vorstand oder Star-Investor: Die Karriere

von Torsten-Jörn Klein folgt einer kontinuierlichen Erfolgsspur. Doch seinen größten Erfolg

sieht der Berliner Geschäftsmann nicht auf beruflichem Gebiet.

von Stefan Ahrens

Torsten-Jörn Klein

feiert seit Jahrzehnten

als Medienmanager und

Internetinvestor große

Erfolge

Als die Wende kam, war Torsten-Jörn

Klein plötzlich weg. Weg

aus seiner Geburtsstadt Berlin, der

nach dem Mauerfall spannendsten Stadt

der Welt. Weg von Familie und Freunden,

die, wie der gebürtige Lichtenberger im

Rückblick sagt, seinen Schritt gar nicht

verstehen konnten: „Die meinten: Jetzt

kommen alle nach Berlin und gerade jetzt

geht der von hier weg.“ Den promovierten

Betriebswirt verschlug es stattdessen in die

westdeutsche Provinz, genauer gesagt nach

Gütersloh: zu Bertelsmann. Dort wurde er

beauftragt, dabei zu helfen, den berühmten

Bertelsmann Buchclub auch in den neuen

Bundesländern zu etablieren – was er erfolgreich

tat.

Ende der 1990er-Jahre kehrte Torsten-Jörn

Klein an die Spree zurück und wurde Geschäftsführer

des Berliner Verlags. Ab

2000 leitete er dann sämtliche Zeitungsaktivitäten

von Gruner + Jahr in

Berlin, so zum Beispiel die Berliner

Zeitung, den Berliner Kurier

oder das Berliner Abendblatt.

Er entdeckte bereits zu einem

frühen Zeitpunkt die kom­

mende Bedeutung des Internets für die

Medienbranche: „Mit dem damaligen Kauf

von Berlin.de und der Fusion mit BerlinOnline

gelang es uns damals, eine der ersten

profitablen Websites in Deutschland zu

etablieren.

Die bis heute anhaltende

Medienkrise liegt auch daran,

dass viele damals nicht

erkannten, was das Internet

für Veränderungen mit sich

bringen wird.“

Auf Berlin folgte Hamburg: 2004 wurde

er in den Vorstand der Gruner + Jahr AG

berufen und verantwortete erst Teile des

Auslandsgeschäfts, dann ab 2009 als Auslandsvorstand

alle Auslandsaktivitäten

des Konzerns in 35 Ländern. Damals lebte

Torsten-Jörn Klein aus dem Koffer: „Zwischen

100 und 130 Hotelübernachtungen

pro Jahr waren damals vollkommen normal.

Montags ging’s um 7 Uhr morgens

mit dem Flieger nach Wien, am nächsten

Morgen weiter nach Mailand, dann Madrid

und irgendwann zum Wochenende

zurück nach Hause. Aber im Gegensatz zu

manch anderen Kollegen wusste ich immer,

ob ich mich grad in Mailand oder Madrid

befunden habe. Hauptsache Italien ...“,

meint Klein lachend.

2013 war nach zehn Jahren Schluss bei

Gruner + Jahr: Ein neuer Aufsichtsrat entließ

den kompletten Vorstand inklusive

Klein. Ein Schock zunächst – doch nur

wenige Monate und eine private Weltreise

später verblüffte er die gesamte Branche.

Denn da betrat er mit seiner Holding TJK

Growth Invest als Internetinvestor die

© Hertha BSC

Seit 2018 ist Torsten-Jörn Klein Aufsichtsrats vorsitzender bei

seinem Herzensverein: dem Fußballbundesligisten Hertha BSC.

Bühne des privaten Unternehmertums –

und das auf Anhieb erfolgreich. Sein Investorengeheimnis?

„Ich schaue mir die

Firmen, in die ich vorhabe zu investieren,

sehr intensiv an.

Ich investiere nur dort, wo

mir die handelnden Menschen

gefallen, das Produkt

funktioniert, der Markt

wächst und ich vor allem etwas

zum Firmenerfolg beitragen

kann.“

Zwei sehr erfolgreiche Exits hat er schon

geschafft, was auch den Weg in die Öffentlichkeit

gefunden hat. Bislang habe er noch

keinen Unternehmensflop in seinem Portfolio

gehabt, aber er ist sich sicher:

„Ich habe auch viel Glück gehabt.

Irgendwann wird ein

Investment ganz sicher mal

richtig in die Hose gehen.“

In jedem Fall ist es selten und bringt ihm in

der Branche Bewunderung ein, dass jemand

zunächst als angestellter Konzernvorstand

erfolgreich ist – und später als privater Unternehmer.

Neben seinem beruflichen Neustart pflegt

Klein auch zwei besondere Herzensprojekte:

Das eine ist sein Engagement als Aufsichtsratsvorsitzender

beim geliebten Fußballbundesligisten

Hertha BSC Berlin, das

zweite der 2018 von ihm mit aus der Taufe

gehobene Digitalcampus Hammerbrooklyn

im Hamburger Stadtteil Hammerbrook, der

etablierten Unternehmen dabei helfen soll,

die digitale Transformation zu meistern.

Doch sein nach eigenen Angaben größter

persönlicher Erfolg ist ein ganz anderes Ereignis:

Nämlich, als er vor etwas über vier

Jahren erstmals Vater wurde – von Zwillingen.

Das Fußballtraining mit seinen beiden

Jungs am Dienstagnachmittag ist dem früheren

Topmanager und jetzigen Starinvestor

heilig – genauso wie die Freitage in der

Musikschule und das fast tägliche Abholen

von der Kita: „Das Schöne an meinem Job

ist, dass ich vieles über Telefon und Skype

Die eigene Familie ist Torsten-Jörn Klein

besonders wichtig. Deswegen ist er

beispielsweise stets beim wöchentlichen

Fußballtraining seiner beiden Jungs dabei.

erledigen und viel Zeit mit meiner Familie

verbringen kann.

Ich bin nicht mehr so fremdbestimmt

wie früher.

Ich habe es geschafft, im gesamten vergangenen

Jahr nur auf zwei geschäftliche Hotelübernachtungen

zu kommen. So soll es

gerne bleiben.“

© Torsten-Jörn Klein

68

69



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

ERFOLG

HEISST, ETWAS ZU BEWEGEN

„ Eigentlich ist

der Morgen

nicht mein Ding.

Eigentlich. “

Reinhild Fürstenberg ist Geschäftsführerin und

Gesellschafterin des Fürstenberg Instituts, das

sie seit 1989 gemeinsam mit ihrem Mann Werner

aufgebaut hat. Heute zählt das Institut zu den

führenden systemischen Beratungsunternehmen

im deutschsprachigen Raum. Von neun Institutsstandorten

aus werden zahlreiche namhafte

Kunden, wie beispielsweise Xing, Haspa, Shell

und Seat, darin unterstützt, die Gesundheit und

Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte

nachhaltig zu verbessern.

Reinhild Fürstenberg begeistert gerne.

© Fürstenberg Institut GmbH

Was ist für Sie Erfolg?

Das zu bewegen, was mir wichtig

ist. Ich fühle mich erfolgreich,

wenn Klienten unser Institut nach

einer Beratung mit einem wiedergewonnenen

Lächeln auf den Lippen verlassen

oder ich am Monatsende sehe, wie vielen

Führungskräften, Mitarbeitern und

Unternehmen wir durch unsere Arbeit

weitergeholfen haben. Ein erfülltes Privatleben

und das Erreichen von persönlichen

Zielen sind für mich ebenfalls ein

wesentlicher Teil von Erfolg.

Wie trägt das Fürstenberg Institut zu

Erfolg bei?

Ins Fürstenberg Institut kommen Führungskräfte

und Mitarbeiter namhafter

Unternehmen, um sich zu beruflichen

oder privaten Fragen beraten zu lassen.

Bei uns arbeiten hochqualifizierte Berater,

die die Ratsuchenden dabei unterstützen,

schnell wieder zufrieden und leistungsfähig

zu werden. Wir verhelfen vielen

Angestellten zu mehr Zufriedenheit, persönlichem

und beruflichem Erfolg – und

machen darüber die Unternehmen erfolgreicher.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Andere in ihren Stärken zu unterstützen

und in ihrer Weiterentwicklung zu fördern.

Das funktioniert nur dann, wenn man

genau an ihrem jeweiligen Potential andockt.

Ich gehe mutig durch die Welt,

habe Visionen und sehe in fast allem eine

Chance. Ich lasse mich gern inspirieren

und mir wurde schon oft zurückgemeldet,

dass ich auch andere gut begeistern könne.

Und: Ich arbeite einfach gern und viel!

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?

Ja natürlich, die gab es immer mal wieder

– insbesondere die ersten zehn Jahre

waren wirklich harte Arbeit. Schön war,

dass wir zu zweit waren – einer hatte immer

den Kopf oben. Außerdem haben wir

gerade durch die schwierigen Zeiten viel

gelernt, was uns letztlich auch mit dahin

gebracht hat, wo wir heute stehen.

Was treibt Sie an, jeden Tag weiter zu

machen?

Zum einen die Zusammenarbeit mit unseren

Mitarbeitern, zum anderen meine

Freude an der Weiterentwicklung unserer

Arbeitsbereiche und zu verfolgen, dass

sich durch unser Angebot bei den Mitarbeitenden

wirklich etwas zum Guten

und damit auch zum Erfolg des jeweiligen

Unternehmens bewegen lässt.

71



SECRETS OF SUCCESS STATEMENTS

SECRETS OF SUCCESS STATEMENTS

© Yvonne Schmedemann

© Esther Müller

WAS

BEDEUTET ERFOLG?

Die kompletten Interviews und weitere Inhalte

finden Sie unter: www.secrets-of-success.de

MAREK ERHARDT

Schauspieler, Synchronsprecher

und Werbestimme

Marek Erhardt schaffte seinen Durchbruch mit der

Hauptrolle in der Fernsehserie „Freunde fürs Leben“.

Er war außerdem Stadionsprecher beim HSV und

Moderator, spielte bei den 60. Karl-May-Festspielen

die Titelrolle in „Der Ölprinz“ und schrieb ein Buch

mit dem Titel „Undercover“. Seit 2018 spielt er den

Hauptkommissar Oskar Schütz in der Serie

„SOKO Hamburg“.

„Man braucht schon ein Quäntchen Selbstbewusstsein.

Und man muss sich so breit wie möglich

aufstellen. Ich habe vor 25 Jahren angefangen, Werbung

zu sprechen, hab’ Synchron gemacht, ein Buch

geschrieben, mache Lesungen, moderiere. Sich da

nur auf eine Branche zu verlassen, kann ganz schnell

in die falsche Richtung führen.“

GOTTHILF FISCHER

Gründer, Dirigent und Erfinder der Fischer-Chöre.

Gotthilf Fischer, geboren am 11. Februar 1928, musizierte bereits im Kindesalter. 1945

übernahm er den Concordia Gesangsverein in Deizisau – die Geburtsstunde der berühmten

Fischer-Chöre. Im Juli 2019 erhielt er für das Lied „Freude, schöner Götterfunken“ eine

goldene Schallplatte - denn es wurde über 17. Millionen Mal bei Youtube geklickt.

„Andere Leute glücklich gemacht zu haben und mit einfachen Melodien

die Menschen begeistern zu können.“

© offenblende.de

CARL-UWE STEEB

Früher Tennisprofi,

heute Unternehmer

„Charly“ Steeb legte im Davis-Cup-Finale 1988 in

Göteborg mit einem Fünf-Satz-Sieg den Grundstein für den

ersten deutschen Gewinn der inoffiziellen Mannschaftsweltmeisterschaft.

Heute ist Steeb unternehmerisch tätig, unter

anderem als Partner der Hamburger Protagonists Group.

MORITZ MÜHLECK

„Ich habe in zwölf Profijahren drei Turniere gewonnen.

Das bedeutet umgekehrt, dass man jede Woche mit

einer Niederlage umgehen muss.“

Inhaber der Fit-One-Studiokette

2014 eröffnete Moritz Mühleck zusammen mit seinem

Vater das erste Fit One Studio. Mittlerweile führt der

30-Jährige 26 Fitnessstudios in Deutschland, eines in

Polen und zwei in Österreich.

„Selbstständig kannst du dich nur machen, wenn du

wirklich fleißig und strikt bist, sonst gehst du unter.

Wichtig ist außerdem, ein ordentliches, sauber geführtes

Unternehmen auf die Beine zu stellen, in

dem die Abläufe stimmen und das aus sich heraus

innovativ ist.“

© Carl-Uwe Steeb

© AME.Media

MICHAEL BÖRNICKE

Vorstandsmitglied der The Social Chain Group AG

und CEO der The Social Chain AG

Er war Finance Director bei der ProSiebenSat.1 Media SE und Vorstand bei Premiere AG –

führte beide Unternehmen an die Börse. Danach folgte ein Vorstandsposten bei der Escada

SE, bevor Börnicke mit Küchen Quelle die Kiveda-Gruppe gründete.

„Erfolg ist vielseitig. Ich möchte täglich einen Mehrwert schaffen,

für Aktionäre, für Kunden, für junge Mitarbeiter.“

NICO WIRTZ

Marketing-Experte

© Telepool GmbH

Nico Wirtz kann alles und jeden vernetzen –

das ist sein Kapital. Er hat schon mehrere

Preise gewonnen und nach seiner Position

als Strategie-Chef bei Tele5, rockt er jetzt

als Marketing-Chef die Telepool GmbH.

Das Unternehmen gehört Hollywood-Star

Will Smith und Regisseur Marc Forster.

„Herz. Liebe macht keine Fehler. Und

wenn sich mal was anders entwickelt, als

angenommen, kommt aus dem Herz der

richtige Impuls, wie es weitergeht.“

LOU BEGA

Sänger, u.a. „Mambo No.5“

1999 landete der Sänger Lou Bega

mit „Mambo No. 5“ einen Welthit.

„Ich rate jedem jungen Menschen:

Berechne deinen Wert immer richtig

und was du bereit bist, zu geben

und auszuhalten.“

KATJA SUDING

Politikerin FDP

Seit 2015 ist die PR- Expertin stellvertretende

FDP- Bundesvorsitzende, seit 2017

Mitglied des Bundestags.

„Man muss mutig sein und sich hohe Ziele

setzen. Die erreicht man aber nicht über

Nacht, dafür muss man bereit sein, zu

kämpfen.“

© Dahler & Company © offenblende.de

KIRSTEN DAHLER

Mitbegründerin und

Geschäftsführerin

Dahler & Company GmbH

1993 gründete Kirsten Dahler mit Ihrem

Ehemann Björn die Dahler & Company

GmbH. Mit mittlerweile über 60 Maklerbüros

in Deutschland, Österreich und

Mallorca konzentriert sich das Franchiseunternehmen

insbesondere auf die

Vermittlung hochwertiger Immobilien.

„Erfolg lässt sich nicht nur anhand von

Zahlen messen. Erfolg kann sich darin

widerspiegeln, etwas zu bewegen,

zu kreieren und Gutes zu tun. Wenn in

der Folge optimalerweise die Welt ein

stückweit verbessert oder Menschen

damit eine Freude gemacht wird, beeinflusst

das positiv meine Zufriedenheit

und meinen Erfolg.“

72

73



SECRETS OF SUCCESS CITY

BERLIN

ICK LIEBE DIR!

Eine Stadt zwischen

Moderne und

Vergangenheit,

bekanntermaßen

„arm, aber sexy“

zugleich – und

ein Ort, an dem

auch heute noch

(Erfolgs-)Geschichte

geschrieben wird.

Fotos: © offenblende.de/Markus Braumann

von Johanna Reichert

Die East Side Gallery nennt sich zwar Galerie,

ist aber eigentlich Open-Air-Kunst auf dem

Längsten noch erhaltene Teilstück der Berliner

Mauer. 1990 haben sich hier 118 Künstlern aus

21 Ländern verewigt.

Knotenpunkt: Über 350.000 Leute

passieren täglich den Alexanderplatz.

cinemotion-kino.de

Kein Wahrzeichen Deutschlands ist berühmter, keines hat für das Volk eine größere Bedeutung:

Am Brandenburger Tor trafen sich 1989 Ost und West – und wurden wieder eins.



SECRETS OF SUCCESS CITY

© offenblende.de/Markus Braumann

Grenzübergang mitten in der Stadt: Der Checkpoint Charlie verband einst in der Friedrichstraße

zwischen Zimmerstraße und Kochstraße den sowjetischen mit dem amerikanischen Sektor.

Berlin. Ob als Hauptstadt des deutschen

Kaiserreichs, in den Golden

Twenties oder auch den Wilden

Siebzigern:

Berlin zog die Menschen

schon immer an. Hier witterte

man Abenteuer, Freiheit

und die Chance auf Erfolg.

Das ist bis heute so geblieben. Kaum eine

Stadt weckt größere Begehrlichkeiten bei

den jungen Menschen auf der ganzen Welt.

Was früher New York oder London waren,

ist heute Berlin. Hier werden Ideen geboren.

Jeden Tag wird ein Start-up gegründet,

jeden zweiten schließt vielleicht auch

wieder eins. Und doch bleibt der Traum, es

in Berlin zu schaffen, greifbarer als in jeder

anderen Großstadt. Noch immer sind

hier, gemessen an Hamburg oder gar München,

die Mieten halbwegs bezwingbar. Die

Menschen sind offen für Neues. Die Stadt

ist bunter als alle anderen in Deutschland

– und das schürt Hoffnung. Zwischen

glänzenden Neubauten, restaurierten Altbauten

und Gebäuden mit Patina, die dem

Stadtbild einen leicht rauen Charme verleihen,

finden Künstler ihre Inspiration und

DAX-Aufsichtsräte ein kleines bisschen

mondäne Freiheit.

Im zweiten Weltkrieg fielen über 45.000

Tonnen Bomben auf Berlin, 50 Prozent

der Innenstadt wurden zerstört. 1948 wurde

die Stadt geteilt, 1961 sogar durch eine

Mauer. Doch Berlin stieg nach einigen

Anlaufschwierigkeiten bei der Wiedervereinigung

wie Phoenix aus der Asche. Allerdings

längst nicht so schnell wie erwartet:

Im Gegenteil, der Aufwärtstrend blieb weit

hinter den Erwartungen zurück. Die marode

Wirtschaft und die Abwanderung ins

Umland Mitte der 1990er-Jahre leiteten

allerdings nicht den Untergang der größten

Stadt Deutschlands ein, sondern als eine

Art Wachrütteln ihre Wiedergeburt.

Heute ist Berlin ein Magnet

für viele Millionen Besucher

jährlich

vor allem wegen der turbulenten Geschichte,

die noch immer greifbar ist, doch es

locken auch Kunst- und Kulinarik. Der

Tourismus boomt. Außerdem ist die Stadt

Gastgeber eines der größten Filmfestivals

der Welt. Die Berlinale zieht Hollywood an

die Spree. Aber nicht nur die: Nach dem

Mauerfall entwickelte sich dank großer

Investitionen ein neues Film-Mekka – das

Studio Babelsberg. Hier werden heute nicht

nur deutsche Filme und Serien produziert,

auch L.A. ist regelmäßig zu Gast. Ob Tom

Cruise mit „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“,

„Die Bourne Verschwörung“

mit Matt Damon oder „Inglourious

Basterds“ mit Brad Pitt – all diese Hollywood-Blockbuster

sind made in Germany.

Der ehemalige Bürgermeister von Berlin

Klaus Wowereit hat das wohl berühmteste

Zitat über die Stadt geprägt:

„Berlin ist arm, aber sexy.“

Das stimmt auch heute noch. Aber immerhin:

Seit 2013 macht die Hauptstadt keine

neuen Schulden mehr, im Gegenteil, sie

baut sie ab. Reich wird die Hauptstadt aber

wohl trotzdem nicht werden. Doch auch

dadurch werden Erfolgsgeschichten beflü­

gelt. In Berlin spürt man an jeder Ecke den

Willen, sich durchzubeißen, das färbt ab.

Egal, ob Urberliner oder Zugezogener.

Dass es kein Ost und West mehr gibt, ist allerdings

Illusion. Nicht nur die Kopfsteinpflasterlinie,

die quer durch die Stadt den

Verlauf der Berliner Mauer nachempfindet,

erinnert daran. Auch Kleinigkeiten wie die

Zählweise der Hausnummern (von unten

nach oben oder gerade-ungerade) oder die

Ampelmännchen sind liebgewonnene, lebendige

Erinnerungen. Gleichzeitig wächst

die Stadt weiter zusammen. Eine besonders

amüsante Ironie des Schicksals – die

DDR-Plattenbauten werden unter Jüngeren

gerade wieder begehrenswert.

Ein Hauch ostalgischer Geschichte

gepaart mit dem

Blick über die ganze Stadt

… das gibt es eben nur hier.

Aber bei aller Geschichtsverbundenheit:

In Berlin wird nicht zurück, sondern nach

vorne gekiekt. Die Stadt ist einer der Hotspots

für junge Unternehmen, Berliner

Start-ups weisen das zweitgrößte Dealvolumen

Europas auf. Der Standort ist wie

gemacht für neue Firmen, es gibt unzählige

Netzwerktreffen, Co-Working-Spaces und

potenzielle Geschäftspartner. Außerdem

sondieren Risikokapitalgeber aus aller Welt

regelmäßig den Berliner Markt. Selbst US-

Stars wie Ashton Kutcher gehen in Berlin

Firmenanteile shoppen und investieren in

deutsche Internetideen. Mal mit mehr, mal

mit weniger Erfolg. Doch die Investoren

kommen alle wieder.

Dem Reiz Berlins sind auch schon andere

große Geister erlegen. Zum Beispiel David

Bowie, der 1976 nach Berlin ging, um

seiner Kokainsucht zu entkommen. Interessante

Wahl, bekam – und bekommt

man doch – in der Hauptstadt alles, was

das Drogenherz begehrt. Bowie schaffte

es dennoch, stürzte sich stattdessen nur

in einen Arbeitsrausch. Entstanden sind

zwei der erfolgreichsten Werke seiner Karriere:

Die Alben „Low“ und „Heroes“ (mit

dem gleichnamigen Hit). Für Iggy Pop lief

es nicht ganz so gut. In einem Interview

mit dem „Zeitmagazin“ bekannte er: „Ich

kam kerngesund nach Berlin und ging als

Wrack.“ Auch seine Freundschaft mit Bowie

litt. Lebten sie anfangs noch zusammen in

einer Wohnung in der Hauptstraße 155 in

Schöneberg, musste der Rocker irgend­

Monsieur Vuong ist nicht nur bei Hollywoodstars beliebt, sondern

gilt auch unter Berlinern als einer der besten Vietnamesen der

Stadt. Es gibt sogar ein Monsieur Vuong-Kochbuch. Die Preise sind

aber trotz all des Ruhms moderat. Deshalb ist es dort eigentlich

immer voll.

© offenblende.de/Markus Braumann

wann ausziehen. Er klaute einfach zu oft

die Lebensmittel aus dem Kühlschrank, die

Bowie im KaDeWe gekauft hatte …

Erst im neuen Jahrtausend

erholte sich auch Iggy von

seiner Sucht. Musikalisch

war die Stadt aber seine

Neugeburt:

Hier nahm er seine beiden ersten Soloalben

auf, sein vielleicht größter Hit „The

Passenger“ wurde – so will es die Sage – bei

einer seiner vielen Fahrten in der Berliner

U-Bahn geboren. Stammkneipe der beiden

Musiker war die Bar „Anderes Ufer“,

das erste offen schwul-lesbische Lokal

Deutschlands, nur wenige Schritte von ihrem

Zuhause entfernt. Es gibt sie noch immer,

heute unter dem Namen „Neues Ufer“

(Hauptstraße 157).

Kleine Kneipen sehen in

Berlin häufiger Superstars,

als man meinen würde.

Starfotograf Mario Testino radelt gern

unerkannt durch die Stadt, auch Hugh

Jackman genießt hier den Luxus, anonym

zu bleiben. Um solch seltene Momente zu

schützen, meiden die beiden sicher das

„Borchardt“ (Französische Straße 47). Hier

gibt es ein Schnitzel, das Berlin und Hollywood

gleichermaßen feiern – und ein

gemischtes Publikum aus Wirtschaft und

Medien. Politiker und Lobbyisten setzen

wegen der günstigen Lage als Treffpunkt

eher auf das „Einstein Unter den Linden“

(Unter den Linden 42), besonders mittags.

Auch das Stammhaus der Kaffeehauskette

(Kurfürstenstraße 58) ist eine Anlaufstelle

für Strippenzieher. Zu internationalem

Ruhm hat es der Szene-Vietnamese „Monsieur

Vuong“ (Alte Schönhauser Str. 46) gebracht.

Hier speisten schon Charlize Theron

und Brad Pitt mit Angelina Jolie. Auch

das „Grill Royal“ (Friedrichstraße 105 b),

das Dudu (Torstraße 134) und der Pauly

Saal in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule

(Auguststrasse 11–13) sind Anlaufpunkte

für den erfolgreichen Berliner

mit gutem Geschmack.

Einige der besten Restaurants

der Stadt werden

nachts zur Bar oder haben

eine im Nachbarraum.

76

77



SECRETS OF SUCCESS CITY

bbb

börnicke beratung und beteiligung

Im The GRAND

wird die Nacht zum Tag.

© The GRAND

Wie zum Beispiel im „The Grand“ (Hirtenstraße

4). Während man am Tresen seinen

exzellenten Moscow Mule genießt, rauchen

neben einem Bundestagsabgeordnete oder

Wirtschaftsbosse ihre Zigarre, das feierwütigere

Publikum entschwindet in die Clubetage.

Alternativ lohnt sich ein Abstecher

in der Bar Tausend (Schiffbauerdamm 11),

wo man an einer unscheinbaren Stahltür

klopfen muss, um Einlass zu bekommen.

Im Westen lohnt sich der Sprung ins Taxi

zur angesagten Monkey Bar (Budapester

Straße 40) mit einem Wahnsinnsblick über

das funkelnde Berlin.

Wer nicht in Berlin zu Hause

ist und Geschichte fühlen

will, dem bleibt eigentlich

nur ein Ort zum Träumen:

Die Legende unter den Hotels,

das Adlon direkt am

Brandenburger Tor. Hier

haben unzählige Könige gefrühstückt

und Staatspräsidenten

ihr Haupt zur Ruhe

gebettet.

1907 wurde das Edelrefugium zum ersten

Mal eröffnet, überstand zwei Weltkriege–

und brannte 1945 kurz nachdem die letzte

Bombe fiel und endlich Frieden herrschte,

aus nach wie vor nicht ganz geklärten

Umständen nieder. Auch diese mysteriöse

Geschichte hat dazu beigetragen, dass die

Luxusherberge ist, was es seit seiner Wiedereröffnung

1997 durch die Kempinski-Gruppe

ist: Das wohl berühmteste Hotel

der Hauptstadt.

Von außen betrachtet, thront es erhaben

über dem Trubel am Rande des Pariser

Platzes, wer die Lobby betritt, wird umhüllt

von wohltuender Stille und dem zarten

Duft der Blumenbouquets.

die Küche, das Housekeeping, die Technik

… Allein Letztere besteht aus zehn Personen,

die den ganzen Tag im Haus unterwegs

sind. Während die Gäste schlafen, huschen

Pagen durch die Gänge und lassen vor die

Tür gestellte Budapester wieder glänzen.

Warum man als Gast kaum einen der Mitarbeiter,

die hinter den Kulissen arbeiten,

zu Gesicht bekommt?

Unter dem Adlon, das Besucher

erleben, gibt es drei

weitere Stockwerke, dazu

unzählige Geheimgänge,

die nur das Personal kennt.

So kann es ungesehen und schnell von Ort

zu Ort gelangen. Hoteldirektor Matthias

Al-Amiry (53) dagegen kann man morgens

bei der Arbeit beobachten. Sein erster Weg

führt immer durch die öffentlichen Räume

des Hotels. Dabei achtet er auf die kleinsten

Details: Sind die Blumen perfekt angeordnet?

Stehen die Tischlampen richtig?

Oft geht er selbst zu den Sofas und klopft

die Kissen nochmal auf. Sein Adlerblick

ist legendär – und sein Concierge-Team

auch: Ob WM-Tickets oder Karten für ausverkaufte

Events – man hat da seine Quellen.

Selbst der etwas skurrile Wunsch einer

berühmten Rockband nach frisch gezapfter

Kuhmilch brachte das Team nicht ins

Schwitzen. Im Adlon ist (fast) alles möglich.

Genau wie in Berlin.

SO ALT

WIE WIR MÜSST IHR

ERST NOCH WERDEN!

GLÜCKWUNSCH ZU 20 JAHREN

Hotel-Direktor Matthias Al-Amiry

leitet mit dem Adlon die legendärste

Unterkunft der Hauptstadt.

© offenblende.de/Markus Braumann

Ein Paradies für gestresste

Geschäftsleute und reizüberflutete

Touristen

in das pro Jahr über 110.000 Gäste einchecken.

Hinter den Kulissen geht es dementsprechend

deutlich rasanter zu. Das Adlon

funktioniert wie eine gut geölte Maschine,

die dem Gast alles abnehmen will, das ihn

belasten könnte – und dazu braucht man

Personal. 450 Mitarbeiter (bei 387 Zimmern!)

sorgen dafür, dass alles wie geschmiert

läuft. Selbst nach Mitternacht

sind alle operativen Abteilungen besetzt:

78

Edel und geschmackvoll:

Die Lobby des Adlon Kempinski.

© Hotel Adlon Kempinski Berlin

bbb – invests und beratung

Kompetenz in der Medienbranche seit 30 Jahren

Börnicke Beratungs-, und

Beteiligungs GmbH

+49 176 11226202

bbbmuc@gmail.com



SECRETS OF SUCCESS CITY

MEMBERS

ONLY

Hinter diesen verschlossenen

Türen werden Allianzen gebildet,

Strippen gezogen – oder es wird

einfach unter Gleichgesinnten

entspannt. von Johanna Reichert

Hippes Café, Kinderbetreuung und Spa – das Wunderhaus in Prenzlauer Berg ist kein klassischer Member Club,

der vor allem Geschäftsleute im Fokus hat, sondern eher eine Wohlfühloase.

Fotos: © offenblende.de/Markus Braumann

Thinktank mal anders:

Im Soho House treffen sich die Kreativen der Stadt.

Macht vermischt sich in Berlin

und macht nichts. Die bunte

Mischung aus allen Schichten ist

Teil des Charmes. Man kann Kanzlerin Angela

Merkel im Supermarkt im Regierungsviertel

begegnen oder Künstler Ai Weiwei

im Volkspark Friedrichshain. Und doch gibt

es diese geheimen Plätze, zu denen das gemeine

Volk dann eben doch keinen Zutritt

haben. Denn bei aller Offenheit:

Die Berliner Society bleibt

gern auch mal hinter den

verschlossenen Türen privater

Clubs unter sich.

Wobei auch bei der Wahl des Clubs Individualität

Trumpf ist. So bunt wie die Berliner

Gesellschaft ist auch die Auswahl an

Privatclubs.

Der berühmteste – oder zumindest schillerndste

– in Berlin ist wohl das Soho

House in Mitte. Hier treffen sich vor allem

Kreative aus Mode, Kunst und Medien. Halb

Hollywood stand bereits am Tresen des hippen

Etablissements, viele Popstars schlafen

im zum Club gehörenden Hotel. Kontakte

zu knüpfen ist hier easy: Ob im Fitnessstudio,

im Clubkino oder am Pool – durch

die lockere Atmosphäre kommt man fast

automatisch ins Gespräch. Handyfotos zu

machen ist streng verboten. Upgrade: Mit

einer erweiterten Mitgliedschaft darf man

weltweit fast alle Dependancen des Membership

Clubs nutzen – darunter London,

New York und L.A., wo die Häuser ebenfalls

als Place to be gelten.

Die vielleicht schönste Dachterrasse der

Hauptstadt, ein hervorragender Bartender

und die Wasabi Prawns von „Chef Tam“,

der als einer der besten Köche Asiens gilt,

sind nur drei der Anreize, die der exklusive

China Club neben dem Luxushotel Adlon

zu bieten hat. Hier kann man im Dachgeschoss

zwischen chinesischer Kunst und

schweren Lederbüchern die Gedanken

schweifen lassen, schmökern, aber auch

wichtige Gespräche führen, die möglichst

nur unter den Beteiligten bleiben. Die Mitglieder:

laut China Club „anspruchsvolle

und ausgewählte Mitglieder aus Wirtschaft,

Gesellschaft, Kultur und Politik in einem

einzigartigen Ambiente – global, glamourös

und kosmopolitisch.“

Das Urgestein der Business Clubs in der

Hauptstadt ist der Berlin Capital Club am

Gendarmenmarkt. Statt sich mit luxuriösem

Müßiggang aufzuhalten, besinnt man

sich hier auf das Wesentliche – wer hierherkommt,

will vor allem eins:

Kontakte knüpfen und das

Geschäft vorantreiben.

Es gibt aber auch Vorträge und mit der Mitgliedschaft

öffnen sich die Türen zu exklusiven

Veranstaltungen. Das Publikum:

Unternehmer, Politiker, Anwälte und Vertreter

großer Firmen. Überraschend ist die

hohe Frauenquote von immerhin 35 Prozent.

Die meisten Business Clubs sind nach

wie vor fast ausschließlich in männlicher

Hand. Kleines Bonmot: Der Club wird augenzwinkernd

auch als exklusive Kantine

bezeichnet. Die Preise sind nämlich ähnlich

erschwinglich – einen Beefburger mit

200 Gramm Rindfleisch und Pommes gibt

es schon für 13 Euro, eine Currywurst für

7 Euro – und wegen der günstigen Lage ist

der Capital Club gerade zur Mittagszeit ein

beliebter Anlaufpunkt für Mitglieder.

Urban Country Club mit britischen Charme

für sportliche Kosmopoliten – ungefähr

so beschreibt sich der International Club

nahe der Berliner Messe. Hier schwitzt und

netzwerkt man mit Diplomatie, Wirtschaft

und Wissenschaft, aber auch Kreative finden

ihren Weg hierhin. Neben potenziellen

81

Der China Club ist leicht zu übersehen: Das Schild führt

in ein leeres Foyer, das keinen Aufschluss darauf gibt,

welch wichtige Kontakte hier täglich geknüpft werden.

Erst Aufzüge bringen einen in die heiligen Hallen.

Geschäftskontakten trifft man auf künftige

Tennispartner oder schließt neue Freundschaften

beim Eisstockschiessen, der Club

besitzt eine eigene Bahn. Außerdem gibt es

einen 25-Meter-Pool und ein Fitnessstudio.

An nicht ganz so aktiven Tagen kann man

auch einfach im Spa oder auf der großen

Sonnenterasse entspannen oder bei den

wöchentlichen Bridgerunden die Sportler

abzocken.

Das „Einhorn“ unter den Member Clubs in

Berlin ist noch recht neu: Mit dem Wunderhaus

gibt es nun sogar einen exklusiven

Ort, der sich zur Prämisse gemacht hat,

Familien Entspannung in einer stylisch-gemütlichen

Atmosphäre zu bieten, die auch

kinderlosen Hipstern gefallen würde. Auf

dem Businessgedanken liegt hier kein Fokus,

aber natürlich kann man mit Gleichgesinnten

socialisen. Alternativ ist der Club

auch der Schlüssel zu etwas „Me Time“ für

die Eltern, es gibt Boxkurse für die Großen

und Musicalunterricht für die Kleinen. Zusätzliche

Highlights: Während die Kids

beschäftigt sind, kann sich Mama Organic

Drinks oder eine Pediküre gönnen. Unterm

Strich könnte man das Wunderhaus als eine

Art Soho House für Minis und deren Erziehungsberechtigte

beschreiben. Natürlich in

mitten im kinderfreundlichen Prenzlauer

Berg.

Günstig ist keiner der privaten Clubs,

schließlich möchte man eine gewisse Exklusivität

wahren, aber: Einige bieten spezielle

Angebote, die die Mitgliedschaft erschwinglicher

machen. Beim Soho House

zum Beispiel gibt es einen günstigeren Tarif

für unter 27-Jährige, beim Berlin Capital

Club ist die Mitgliedschaft des Ehepartners

im Beitrag enthalten. Das schont das Portemonnaie

– und

die richtigen Kontakte sind

eigentlich ja unbezahlbar …

Fotos: © offenblende.de/Markus Braumann



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

VIEL LERNEN,

VIEL DENKEN UND DANACH

VIEL ARBEITEN

VALENTIN SCHÜTT

– Serial-Entrepreneur,

Investor und Unternehmer –

Alles in allem entspricht dieser Werdegang

dem, was Schütt sich einst als Abiturient

gewünscht hatte. Damals wollte er Unternehmensberater

werden, da er die Aussicht

reizvoll fand, viele unterschiedliche Unternehmen

und Geschäftsmodelle kennenzulernen.

„Als Unternehmer und Investor

ist man ständig dabei, sich oder andere zu

beraten und zu optimieren, neue Chancen

innerhalb der Geschäfte zu erkennen und

umzusetzen. Deshalb bin ich nun vielleicht

mein eigener Unternehmensberater geworden.

Mit ein paar zusätzlichen Aufgaben.“

Dass er diesen „zusätzlichen Aufgaben“

heute gerecht werden kann, hat auch mit

Misserfolgen zu tun. Denn diese haben den

Unternehmer weitergebracht, wie er erklärt:

„Seit meinen ersten Rückschlägen

in jungen Jahren,

die durch die damalige Börsenkrise

ausgelöst wurden,

habe ich ständig versucht,

mich zu verbessern und

mehr darüber zu lernen,

welche Risiken und Chancen

Geschäftsmodelle haben,

wie ich diese möglichst neutral bewerte

und beeinflusse – und natürlich, mich immer

zu reflektieren und zu lernen, was man

bei sich und in seinen Unternehmen verbessern

muss.“

Aus diesen Worten spricht ein großer Ehrgeiz.

Schütt bestätigt, dass dies ein wesentlicher

Charakterzug von ihm ist: „Offen gesprochen

war ich immer sehr ehrgeizig. Das

ist in beruflichen Dingen auch bis heute so

geblieben. Privat bin ich entspannter, ich

kann gut damit leben, wenn andere besser

Golf spielen oder jemand mich beim Pokern

besiegt.

Erfolg im Privaten, das sind

für mich echte und tiefe

Freundschaften, die ich gern

und mit viel Energie pflege.“

Gemäß dieser Definition ist Erfolg deckungsgleich

mit Glück, denn:

„Glück bedeutet für mich,

mit Menschen umgeben zu

sein, mit denen ich gerne

Zeit verbringe“,

meint der 40-Jährige. Er macht keinen

Unterschied, ob dies in den Firmen, privat

oder in der Familie geschieht. Wichtiger

sei, alle diese Menschen gesund und glücklich

zu sehen. „Wenn dann noch Wasser

und Sonne dazukommen, dann sind wir

nah an der Perfektion.“

Aus diesen Worten klingt heraus, dass

Schütt bei allem Arbeitseifer auch die angenehmen

Seiten des Lebens zu genießen

weiß. Als größten Luxus bezeichnet er

den Zustand, frei und unabhängig zu sein.

„So kann man zu fast jedem Zeitpunkt die

Dinge umsetzen, die einem am meisten

am Herzen liegen. Mir ist bewusst, dass

ich sehr privilegiert bin, in dieser Situation

zu sein.“

Jungen Menschen, die dieses Privileg

ebenfalls erreichen wollen, rät er:

„Sucht euch Menschen,

die ihr bewundert und die

in ihrer Disziplin exzellent

sind. Dann kopiert und

lernt von ihnen.

Sucht euch für jede Facette, die ihr gut

beherrschen möchtet, die jeweils eine

Person.

Und seid nie zu schüchtern,

um Rat und Hilfe zu fragen.“

Folgerichtig bringt Schütt sein Erfolgsrezept

auf diesen Nenner: „Viel lernen,

dann viel nachdenken und danach viel

arbeiten.“

Valentin Schütt startete seine

Karriere bereits mit 16 Jahren.

© Valentin Schütt_Sevenmiles

Vvon Rainer Wendl

alentin Schütt ist wohl das, was

man einen „Serial-Entrepreneur“

nennt: Geboren 1979, startete er

bereits im Alter von 16 Jahren einen Internethandel

mit Telekommunikationsartikeln.

Bis heute hat er verschiedenste Projekte

und Unternehmen im Internetbereich

aufgebaut und verkauft. Er ist Investor

und besitzt mehrere Unternehmen. 2014

hat er begonnen, Seven Miles aufzubauen;

das Unternehmen ist heute der führende

Anbieter von Geschenkgutscheinen in

Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Mit dem eigenen Produkt „Wunschgutschein“

bietet Seven Miles einen universell

einlösbaren Shoppinggutschein an. Valentin

Schütt lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Es ist naheliegend, dass er

den Start eines Geschäfts

mit 16 Jahren als wichtigen

Karriereschritt bezeichnet.

„So habe ich gelernt, wie man kaufmännisch

denkt und arbeitet“, sagt Schütt. Die

weiteren Lernprozesse folgten Schlag auf

Schlag: Mit Anfang 20 war es die Arbeit mit

einem schnell wachsenden Unternehmen,

mit Mitte 20 die Erfahrung eines Firmenverkaufs

an einen börsennotierten amerikanischen

Großkonzern – inklusive des

Kennenlernens der Art, wie dort das Geschäft

gemanagt wird. Mit Ende 20 wagte

er den Schritt vom Unternehmer hin zum

Investor, begleitet von all den Herausforderungen,

die diese Rolle mit sich bringt.

Dass er mit Mitte 30 nochmals ein Unternehmen

von Null auf einen neunstelligen

Umsatz aufbaute und entsprechende Strukturen

schaffte, bezeichnet Schütt „quasi als

zweiten Sommer“. Seit Kurzem nun, mit

Anfang 40, arbeitet er mit einem global renommierten

Investmentfonds im Rücken

daran, das Wachstum dieser Firma noch

weiter auszubauen.

© Digital Wishes GmbH

Schütt in der Produktion seiner

Firma „Wunschgutschein“.

82



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

DER WEISSE HAI IM

WELTRAUM

Prof. Dr. Veit Etzold

hat gelernt groß zu denken.

Als Key-Note-Speaker berät

er Unternehmen in puncto

Storytelling.

von Claudia Rothhammer

Die meisten können im

Leben höchstens auf eine

Karriere zurückblicken,

wenn überhaupt – Veit

Etzold auf viele. Egal, was

der 46-Jährige anpackt, er

hat Erfolg damit.

Ob als Bankenmanager,

Bestsellerautor, Professor,

Keynote-Speaker, CEO-

Coach – an Veit Etzold

kommt keiner im Buchladen

oder in den Führungsetagen

vorbei. Denn sowohl

für Thriller als auch für das

Führen von Unternehmen

gilt: Nur mit der richtigen

Story verschafft man sich

Gehör. Mit Storys kennt er

sich aus: 15 Bücher hat er

bereits geschrieben, zehn

davon landeten auf den

Spiegel-Bestsellerlisten

ganz weit oben.

Nicht nur mit Thrillern und blutrünstigen

Mördern begeistert er

seine Leser, auch mit Sachbüchern

wie „Der weiße Hai im Weltraum“ und

„Strategie- Planen, Erklären, Umsetzen“.

Veit Etzold weiß: Kommunikation ist heute

alles. Dumm nur, wenn einem keiner zuhört.

Deshalb bringt er Managern bei, wie

sie sich Gehör verschaffen und ihnen vom

ersten bis zum letzten Satz aufmerksam

zugehört wird. Dabei liest sich sein eigener

Werdegang ebenfalls wie eine gute Story:

nach Managerposten bei Banken 2002

Start bei der Boston Consulting Group,

2010 erfolgreiche Platzierung des ersten

Thrillers „Das Große Tier“ bei einem Verlag,

2012 der Durchbruch mit „Final Cut“,

2017 Professur, 2019 Top-10-Experte laut

Erfolgs-Magazin und Nummer eins in

Deutschland im Bereich Marketing und

Vertrieb.

Doch auch ein erfolgreicher Mann wie

Etzold kennt Tiefpunkte: „Nachdem

‚Final Cut‘ sehr erfolgreich war, sackte der

Nachfolger ‚Seelenangst‘ erst einmal ab.

Ebenso musste ich mal wegen persönlicher

Differenzen den Job wechseln und oft

gelingen Dinge nicht so, wie man denkt“,

räumt der 46-Jährige ein. „Das Einfachste

ist, das Ganze zur Kenntnis zu nehmen,

daraus zu lernen und dann aber weiterzumachen,

als wäre nichts gewesen.“

Und was braucht es noch? „Mit Disziplin

die Dinge auch umzusetzen. Daran

scheitern die allermeisten. Die sind gut

im Reden und Motzen, aber nicht im Machen“,

sagt Etzold. Außerdem müsse man

sich den Erfolg auch zutrauen. „Ich selbst

komme aus einer normalen Familie, bin in

einer vierköpfigen Familie und einer Dreizimmerwohnung

aufgewachsen. Wer so

eine Herkunft hat wie ich, lernt nicht, groß

zu denken. Die Schule hilft da auch nicht,

im Gegenteil. Das Unternehmerbild, das

Schulen bieten, ist voller Abneigung und

Hass. Entweder, die Eltern helfen einem

beim Großdenken, was nur bei reichen Familien

der Fall ist, oder man fängt selbst

an, groß zu denken, so wie ich es gemacht

habe. Ansonsten bleibt man klein.“

© Pietro Sutera

85



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

EIN CHEF

ZUM ANFASSEN

Christoph Vilanek hatte

dieses Jahr gleich zweimal

Grund zum Feiern: Zum

einen ist er seit zehn Jahren

Vorstandsvorsitzender der

freenet AG, zum anderen

feierte das Unternehmen

selbst seinen 20. Geburtstag.

Der gebürtige Österreicher,

Chef von rund 4.000

Mitarbeitern, ist als zugewandt

und bodenständig

bekannt. Er hat das „Du“ im

Unternehmen durchgängig

etabliert, führt einen eigenen

Blog. Der 51-Jährige hat

auch eine Möglichkeit gefunden,

wie ihm Mitarbeiter

anonym Fragen stellen

können, die er persönlich

beantwortet. Und er redet

nicht gerne um den heißen

Brei herum, sondern nennt

die Dinge beim Namen. Ein

idealer Gesprächspartner

also, wenn es um die Frage

geht: Wie wird man

erfolgreich?

von Claudia Rothhammer

Per du mit

den Mitarbeitern

Christoph Vilanek

© freenet AG

In seiner Freizeit ist er mit seiner Jolle

auf der Alster unterwegs

H

err Vilanek, von einer Karriere wie

der Ihren träumen viele. War das

immer schon Ihr Ziel?

Als Kind wollte ich eigentlich

Formel-1-Rennfahrer

werden, weil Österreicher in

dem Sport ziemlich erfolgreich

waren.

Niki Lauda hat nie Ruhe gegeben, weder

als Mensch noch als Unternehmer oder als

Sportler. Der Mann ist brennend aus seinem

Auto geborgen worden und ein paar

Wochen später wieder Rennen gefahren.

Das ist schon einmalig.

Statt Formel 1 ist es dann doch ein BWL-

Studium geworden. Nach Ihrem Abschluss

haben Sie beim Verlag Time-Life

International angefangen, sind Geschäftsführer

beim Online-Modehandel boo.com

geworden, waren für ein paar Jahre bei

McKinsey und debitel, bevor sie zu freenet

gewechselt sind. Was waren für Sie

die wichtigsten Karriereschritte?

Die Rückschläge! Denn nur

dann nimmt man sich Zeit,

neu nachzudenken,

und überlegt gezielt, wie man ohne Netz

und doppelten Boden neu an Themen herangehen

kann. Nach dem Studium und

zehn Jahren Karriere habe ich für gut drei

Jahre bei McKinsey gearbeitet. Diese Zeit

war für mich am Ende die entscheidende,

weil ich nach zehn Jahren autodidaktischer

Karriere quasi nochmal die „Schulbank

drücken“ musste. Ich habe bei McKinsey

wahnsinnig schnell viel gelernt – oder besser

gesagt lernen müssen.

Gab es weitere Hürden, die Sie überwinden

mussten?

Oh ja! 1998 wurde ich vom Eigentümer

meines damaligen Arbeitgebers, heute

würde man sagen, hochkant gefeuert. Ich

hatte seine Meinung in einer fachlichen

Diskussion total falsch eingeschätzt und er

präsentierte mir dafür die Rechnung.

Heute würde ich sagen, das

war jugendlicher Leichtsinn,

aber es hat mich definitiv

geprägt.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich heute

raten?

Nicht verbissen sein, nicht eifern, nicht

nach oben schielen – einfach machen,

selbstbewusst sein. Und an das berüchtigte

Quäntchen Glück glauben, denn ohne das

wird es nicht gehen. Mich fragen unsere

Trainees oft: „Wie macht man Karriere?“

Meine Antwort ist immer dieselbe: „Fragen

stellen. Ihr müsst immer fragen, wissbegierig

sein, Aufmerksamkeit zeigen.“

Es ist für mich ganz erstaunlich,

dass die jungen Leute

von Networking sprechen

und von eigenen Connections,

aber vergessen, dass

eine gut gestellte Frage

beim Gegenüber mehr

Wohlgefühle und Dopamin

freisetzt als viele schlaue

Bemerkungen.

Für viele ist ein Mentor das entscheidende

„Quäntchen Glück“. Wer hat Sie auf Ihrem

Weg unterstützt?

Ich könnte einige Leute nennen, deren

Einfluss ganz wesentlich war. Besonders

eindrucksvoll war zum einen ein Gespräch

darüber, warum es nur ein Prinzip der Führung

gibt, das Lob, und zum anderen der

Aufruf eines Kollegen in der Beratung, doch

meine Gedanken einer „intellektuellen Disziplin“

zu unterwerfen. Und natürlich Prof.

Dr. Helmut Thoma, „Mr. RTL“. Er hat mich

im Mai 2009 zum Vorstandsvorsitzenden

der freenet AG gemacht.

War die Ernennung Ihr persönliches Karrierehighlight?

Ja, es fühlte sich einfach wie eine Belohnung

an – für die eine oder andere Enttäuschung

und Entbehrung vorher. An diesem

Tag war ich richtig stolz auf das Erreichte.

Vor lauter Freude hatte ich vergessen, meine

Frau anzurufen und abends auf dem

Nachhauseweg – nach unzähligen SMS

und Gratulationsvoicemails – rief ich sie

an, und wir sind beide in Tränen ausgebrochen.

Da war schon spürbar, dass ich mir im

Vorfeld über Jahre selbst Druck aufgebaut

habe, der dann plötzlich abfiel.

Sind Sie glücklich?

Ich habe regelmäßig Momente eines totalen

Glücksgefühls. Das sind meistens einzelne

Augenblicke oder ein paar Minuten.

Ich kann nicht sagen, woran ich dieses Gefühl

festmache. Ich spreche zum Beispiel

oft spontan Leute an und freue mich dann,

dass ich nicht der Chef oder CEO bin, sondern

einfach der Christoph.

Auf der großen Bühne

zum Firmenjubiläum

© freenet AG © manager magazin

86

87



SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN

JAHRE

FREENET

WER KARRIERE MACHEN WILL

DARF SICH

NICHT

VERSTECKEN

von Claudia Rothhammer

Mit einer Freundin hat sie den Bestseller „Tag für

Tag jünger“ geschrieben. Doch nicht nur wegen ihrer

Anti-Aging-Strategien ist Marion Kiechle für Frauen

interessant: Die Gynäkologin hat sich auch der Krebsforschung

verschrieben und könnte mit ihrer Arbeit

vielen Frauen helfen – Frauen wie Angelina Jolie, die

eine Veranlagung für Brustkrebs in sich tragen und in

ständiger Angst leben.

JAHRE

ERFOLG

Wir haben damals das Schmalband aus der Wiege gehoben (und beerdigt),

einen tollen Mail- und Cloud-Service „made in Germany“ geschaffen.

The secret of success? Unser Erfolg: Wir sind heute mit unserem breiten

Produkt-Portfolio von Mobilfunk über Digital Lifestyle bis hin zu IPTV

zukunftsweisend aufgestellt.

Prof. Dr. Marion Kiechle,

Direktorin der Frauenklinik München.

K

iechle zählt zu den

Top-Brustkrebsspezialisten

Deutschlands

und sie war die erste Frau hierzulande, die

auf einen Gynäkologie-Lehrstuhl berufen

wurde. Die 59-Jährige blickt auf eine beachtliche

Karriere in der Medizin zurück.

„Dabei ist bei uns in der Familie weit und

breit kein Arzt vorhanden.“ Dafür aber eine

Mutter, die ihrer Tochter von klein auf Mut

zusprach. „Meine Mutter ist heute 81. Sie

hat zwar ein gutes Abitur gemacht, durfte

aber nicht studieren, da man davon ausging,

dass sie eh mal heiratet. Dabei wäre

sie gerne Apothekerin geworden.“ Ihre

Mutter legte großen Wert auf Bildung, sie

habe ihr immer geraten: „Mach dich nicht

abhängig von einem Mann. Verdien dein

eigenes Geld.“

Nach einem Praktikum im Krankenhaus

schrieb sich Kiechle für Medizin an der Uni

Freiburg ein. Es folgten Promotion und Habilitation.

Aus ihren hochgesteckten Zielen

hat sie nie ein Geheimnis gemacht. Ganz im

Gegenteil:

„Wenn man Karriere machen

will, sollte man das auch

nach außen kommunizieren,

insbesondere den Menschen,

die einem weiterhelfen

und begleiten können.“

Das rät sie insbesondere jungen

Frauen. Gerade die seien in Bewerbungsgesprächen

meist bescheidener

und zurückhaltender

als ihre männlichen Kollegen.

„Dabei hat Karriere so gar nichts

mit Familienplanung zu tun.

Kinder kann man nicht planen.“

Schon allein die Frage, wann man

den richtigen Mann für die Familiengründung

finde, könne keine

Frau wissen. Sie selbst habe ihre

große Liebe erst mit 46 Jahren getroffen

– gemeint ist Sportkommentator

Marcel Reif.

In Bayern kennt man Kiechle

89

aber vor allem an der Seite eines anderen

Mannes: Ministerpräsident Markus Söder.

Er ernannte die Direktorin der Frauenklinik

München 2018 zur Wissenschaftsministerin.

Sieben Monate später – nach

einer Wahlniederlage – war ihr Ausflug in

die Politik zu Ende. Am nächsten Tag hat

sie ihre Arbeit als Klinikdirektorin und ihre

Forschungsarbeiten wieder aufgenommen.

Sie wirkt zufrieden und mit sich im Reinen.

„Niederlagen dürfen einen nicht aus dem

Konzept bringen“, sagt sie. „Man darf sie

vor allem nicht persönlich nehmen.“

Kiechle zählt zu den

Top-Brustkrebsspezialisten in Deutschland.



SECRETS OF SUCCESS KOLUMNE

UMGANGSFORMEN

UND MANIEREN

von Eduard von Anhalt

DER FÜHRENDE ONLINESHOP FÜR

DESIGNER KINDERMODE AUS MÜNCHEN

Wer an zwischenmenschliche Umgangsformen denkt muss sich

nicht ver krampfen, sondern einfach nur das tun was er von anderen

erwartet. Im Grunde haben Umgangsformen und Manieren vor

allem mit Ästhetik zutun.

Eduard Prinz von Anhalt

© Brauer Photos/ O. Walterscheidt

Im 18. Jahrhundert schrieb der aufgeklärte

Schriftsteller Adolph von Knigge

„Über den Umgang mit Menschen“,

wobei es ihm darum ging zu verhindern,

dass junge aufstrebende Menschen aus

unteren Schichten sich ihre Zukunft durch

falsches Auftreten und schlechte Manieren

verbauen. Von den fürstlichen Höfen mit

ihren strengen Zeremoniellen, waren zu

Knigges Zeiten, vor allem höfische Essmanieren

in die Bürgerhäuser und Industriellenhaushalte

geschwappt. Plötzlich gab

es ein feines Menü mit mehreren Gängen.

Auf dem Tisch mit einer Tischdecke lagen

plötzlich links und rechts von einem Teller;

Messer, Gabel und Löffel. Statt wie bisher

nur mit einem Messer Brot und Fleisch

zu zerteilen und in den Mund zu stopfen,

war jetzt absolut verpönt mit den bloßen

Fingern zu essen. Nun wurde gespeist und

auch auf die Körperhaltung bei Tisch streng

geachtet.

Wer das nicht beherrschte

gehörte nicht zu den besseren

Kreisen und mit ihm

konnte man sich nicht sehen

lassen, da half es auch

nicht, selbst wenn er nach

der neusten Mode gekleidet

war.

Auch heutzutage beginnt jede zwischenmenschliche

Beziehung mit dem Moment

des persönlichen Kennenlernens. Zum

Beispiel möchte der zukünftige Arbeitgeber

– auch wenn Zeugnisse und Beurteilungen

noch so gut waren – sich von dem

zukünftigen leitenden Angestellten ein eigenes

Bild machen. Da steht man sich zum

ersten Mal gegenüber, mustert sich und

dann ist es am zukünftigen Chef, zuerst die

Hand auszustrecken. Der mögliche zukünftige

Arbeitgeber hat sich Zeit genommen,

er lädt Sie in ein feines Restaurant in der

Innenstadt ein. Die Limousine steht bereit,

der Chauffeur öffnet seinem Boss die Tür

zum rechten Sitz im Fond und sie öffnen

die Tür auf der anderen Seite und setzen

sich entspannt daneben. Schon beginnt

sich ein lockeres Gespräch über aktuelle

Neuigkeiten und Nebensächlichkeiten zu

entwickeln.

Im Restaurant folgen sie ihm an den Tisch,

sie warten bis sich ihr Gastgeber gesetzt

hat und ihnen den Platz neben sich oder

gegenüber angeboten hat. Jetzt kommt der

schlimmste Fehler den ein aufstrebender

Arbeitnehmer machen kann, er stützt seine

Ellenbogen auf den Tisch und noch schlimmer,

er legt den ganzen Unterarm zwischen

sich und Teller und das auch noch während

er isst. Zusätzlich spricht er auch noch mit

vollem Mund. Das wäre das Ende seiner

Karriere, zumindest bei einer Firma oder

bei einem Konzern, bei dem es zukünftig

auch um Verhandlungen auf höchster Ebene

geht.

Nur Mut, Sie selber finden Ihre Manieren

verbesserungswürdig und Sie sind ein Ästhet.

Selbst an den Königshöfen geht es

recht unterschiedlich zu. Das spanische

Hofzeremoniell hatte immer den Ruf das

strengste zu sein. Aber auch dort hat man

sich auf die vielen bürgerlichen Tischgäste

eingestellt. Allerdings erst wenn König und

Königin sich hinsetzen, dürfen sich auch

die Gäste setzen. Und eins muss man unbedingt

beherzigen: beim Essen gehören

die Hände nur bis zu den Handgelenken

auf den Tisch und Gabel, Messer und Löffel

bitte nur am Griff und nicht darunter anfassen.

Über die überraschenden

lockeren Tischsitten beim

Galadinner im Buckingham

Palace, anlässlich seines

Staatsbesuchs in England,

soll sich sogar der amerikanische

Präsident gewundert

haben.

Zum Hauptgang gab es gebratenes Perlhuhn

und nachdem seine Tischdame die

Queen, das Brustfleisch gegessen hatte,

trennte sie die Extremitäten vom Gerippe,

ergriff die Keule und begann diese entspannt

abzunagen. Mr. Trump machte es

ihr begeistert nach, doch statt auf die anschließende

Fingerbowle zum Waschen der

Finger zu warten, wischte dieser seine fettigen

Finger an der Serviette ab. Gottseidank

nur eine lässliche Sünde und absolut keine

Staatsaffäre!

STONE ISLAND · MONCLER · GUCCI · KENZO

RALPH LAUREN · CHLOÉ · DOLCE & GABBANA · BONPOINT

BURBERRY · PEPE JEANS · FENDI UND VIELE MEHR

Shoppen Sie die aktuelle Designermode aus über 200 Designermarken für Jungen und Mädchen

von 0 bis 16 Jahren auf www.nickis.com oder rufen Sie uns an unter +49 8022 26969.

90



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

NIE DIE NEUGIER

verloren

Wöhrl privat – Unternehmer und Investor Hans Rudolf Wöhrl

Kvon Rainer Wendl

aufmännisches Gespür kann man

nicht erlernen, man hat es oder

man hat es nicht. Hans Rudolf

Wöhrl wurde es zweifellos in die Wiege gelegt.

„Kaufmann, also das Fortführen der

Familientradition, stand immer ganz oben

auf meiner Wunschliste“, erzählt er. Dabei

hätte er durchaus weitere Interessen gehabt:

„Medizin, also Arzt, hätte mich auch

gereizt, aber dazu war ich in der Schule zu

schlecht.“

Die beste Schule war für Wöhrl sowieso das

Leben. Das spielte sich in dem Modehaus

seiner Eltern ab, wo der kleine Hans Rudolf

viel Zeit verbrachte. Letztendlich war dies

ausschlaggebend für seine Berufswahl. „In

den Geschäften meiner Eltern fühlte ich

mich immer zu Hause. Deshalb habe ich

auch eine Lehre als Einzelhandelskaufmann

erfolgreich absolviert und damit

waren meine Weichen gestellt“, sagt er im

Rückblick.

Allerdings stellte sich schnell heraus, dass

© Wöhrl privat

Stillstand für Wöhrl kein Thema ist. Also

backte er keine kleinen Brötchen als Berufsanfänger,

sondern wurde umgehend selbst

zum Gründer. Schon als Lehrling, gerade

18 Jahre alt, machte er sich in Nürnberg

mit The CARNABY Shops selbstständig. Zu

kaufen gab es dort junge Mode – und damit

traf Wöhrl den Nerv der Zeit. „Es war

ein extrem erfolgreiches Start-up. Aufgebaut

haben mein Bruder und ich dieses

Geschäft mit ganz wenig Geld, aber mit

vielen Ideen und Fleiß. Wir hatten keine

Investoren, keine Bank und vielleicht wurde

es gerade deswegen eine echte Erfolgsstory“,

erinnert er sich und stellt die These

auf, dass Mangel nicht selten Kreativität

und Energie fördert:

„Not macht erfinderisch,

Wohlstand macht träge.“

Obwohl es nur der Beginn von Wöhrls facettenreicher

Unternehmerkarriere war,

nimmt diese erste Gründung immer noch

Auch nach über 50 Jahren

als erfolgreicher Unternehmer

hat Hans Rudolf Wöhrl

noch Lust darauf, neue Geschäftsideen

zu entwickeln.

Aktuell ist er in etwa 30 Firmen

engagiert und offenbar

gibt es keine Branche, für

die er sich nicht interessiert.

Natürlich bringt man den

Namen des 72-Jährigen in

erster Linie mit dem gleichnamigen

Modehaus in Verbindung.

Zudem weiß man,

dass Wöhrl sich von Jugend

an für die Luftfahrt begeisterte

und auch in diesem

Bereich unternehmerische

Maßstäbe gesetzt hat. Doch

bis heute ist er offen für

Neues, kann sich für Biogetränke

genauso begeistern

wie für Gründerideen aus

der Fernsehsendung „Die

Höhle der Löwen“, bei der

seine Frau Dagmar Wöhrl

als Investorin in der

„Löwen“-Jury sitzt.

eine besondere Stellung ein.

„The CARNABY Shops war 30 Jahre super

erfolgreich und auf das erste ,Kind‘ ist man

natürlich immer besonders stolz“, sagt er,

wenn er nach dem persönlichen Highlight

seines Berufslebens gefragt wird. Dann

kommen ihm umgehend auch seine Erfolge

in der Luftfahrtbranche in den Sinn:

„Der Aufbau des NFD, heute EUROWINGS,

war nicht weniger spannend und eine der

wenigen Neugründungen im Luftverkehr,

die dauerhaft überlebt haben. Die Sanierungen

von Deutsche BA, gexx und LTU

waren extrem spannend und zweifellos

die wirtschaftlichen Leuchtturmprojekte.“

Doch von der persönlichen Warte aus reicht

letztlich nichts an die Bedeutung des Familienunternehmens

heran:

„Die Weiterentwicklung

nach dem Kauf der Firma

Wöhrl im Jahr 1970 von fünf

auf 40 Filialen im Jahr 2002

war unterm Strich der dauerhafteste

Erfolg.“

Ein besonderes Rezept für diesen Erfolg hat

Hans Rudolf Wöhrl offenbar nicht. Fragt

man ihn nämlich nach seinen Stärken,

nennt er lediglich die Freude an der Arbeit

und die Fähigkeit als Teamplayer – eigentlich

simple Dinge, aber doch entscheidende

Faktoren, um sich über Jahrzehnte

unternehmerisch behaupten zu können.

Weitaus ausführlicher äußert er sich über

Rückschläge auf seinem Weg: „Davon gab

es jede Menge und manche waren sehr

schmerzhaft. Doch wer Angst vor Rückschlägen

hat, wird nie Neuland betreten

und nie ein erfolgreicher Unternehmer.“ Es

darf also ruhig einmal etwas schiefgehen;

solange man daraus lernt und die gemachten

Fehler nicht wiederholt, sieht Wöhrl

kein Problem darin. Diese Mentalität vermisst

er hierzulande:

In Deutschland drückt man

jemandem nach einem missglückten

Start sofort den

Stempel ,Loser‘ auf.

Doch das ist grundverkehrt, im Gegenteil:

Bei uns gibt es das geflügelte Wort

,Manchmal gewinnt man, manchmal lernt

man dazu‘. Fehler machen uns stärker!“

Zur Verdeutlichung wählt Wöhrl einen Vergleich

aus der Welt des Sports: „Das ist wie

beim Hochsprung. Egal wie gut man ist,

irgendwann reißt man die Latte. Doch ein

Sportler analysiert seinen Fehler, lernt daraus

und bei einem der nächsten Versuche

klappt es dann. Nicht anders ist es im Berufsleben.“

Ansonsten spielt der Sport keine allzu

große Rolle im Leben des Unternehmers,

zumindest, was die Quantität anbelangt.

„Mein einziger Sport ist es, jede Woche

zwei Stunden zu schwimmen“, erzählt

Wöhrl. Diese kurze Zeiteinheit kann es

jedoch durchaus in sich haben: „Dabei

kommen mir, ebenso wie bei meinen regelmäßigen

Spaziergängen durch den

Schlosspark in Reichenschwand, die besten

Ideen.“

Als weitaus wichtigere

Triebfeder aber bezeichnet

er seine Neugier und räumt

ein, dass diese bisweilen

fast zu groß ist.

„Manchmal zündle ich an zu vielen Stellen

gleichzeitig und dann muss auch mal

improvisiert werden. Dann bekommt ein

Mitarbeiter auch mal eine Aufgabe, die

eine Nummer zu groß erscheint.“ Als Problem

sieht Wöhrl dies nicht: „Das sind die

Chancen für die Guten. Dass mein engster

Führungskreis mit mir, teilweise seit Jahrzehnten,

eine verschworene Gemeinschaft

bildet, spricht dafür, dass ein Touch Chaos

durchaus produktiv sein kann.“

So redet einer, der mit seinem Team derzeit

bei rund 30 Firmen engagiert ist. „Wir

helfen teilweise aktiv beim Aufbau mit“,

beschreibt Wöhrl seine Rolle dort und

schwärmt: „Am meisten Freude macht mir

dabei die Beteiligung an Kloster Kitchen,

einem Unternehmen für Biogetränke mit

frischen Ingwerstücken, die den einzigartigen

Geschmack garantieren. Von ihnen

gibt es die erste Limo zum Schütteln

und den besten Ingwerdrink, den ich kenne.“

Aber auch die Beteiligungen aus dem

TV-Format „Die Höhle der Löwen“ entwickeln

sich nach Ansicht des Unternehmers

sehr gut.

Ihnen rät Wöhrl, nicht bei

Sport, Hobbys, Freunden

oder Urlaub einen Ausgleich

zu suchen, sondern Erfüllung

im Job – und es ansonsten

so zu machen wie er:

„Für mich sind die Aufgabe, die Menschen,

das Produkt und nicht der Gewinn

Fokus meines Tuns. Wenn man alles richtig

macht, dann stimmt am Ende auch die

Kasse. Wer dem Geld hinterherläuft, verliert

das Wesentliche aus den Augen.“

Übernahme der deutschen BA in 2003

Fotos: © HansRudolfWöhrl.de

92

Eröffnung Carnabys in 1966



SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„WERDEN SIE LIEBER

AUTOMECHANIKER!“

„Ihr Revier ist die Autobahn. Ihre Gegner extrem schnell und gefährlich. Verbrechen ohne

Limit!“ Fans wissen bei diesen Zeilen gleich, wovon die Rede ist: von der Actionserie

„Alarm für Cobra 11“. Und sofort denkt man an ihn: Erdoğan Atalay. Der 53-Jährige ist seit

24 Jahren das Gesicht der Serie.

von Claudia Rothhammer

© cobraeleven_erdogan

© Hosea Georgeson / Unsplash

Seit 24 Jahren ist Schauspieler Erdoğan Atalay

das Gesicht der Serie „ Alarm für Cobra 11“

Donnerstag ist Semir Gerkhans Tag. Dann sehen dem Autobahnkommissar

regelmäßig zwei bis drei Millionen beim

Verfolgen von Bösewichten zu. Seit der zweiten Folge verkörpert

Atalay die Figur und hat damit einen großen Anteil am

Erfolg der Serie. Auch für ihn persönlich begann mit der Rolle der

Aufstieg als Schauspieler. Sein Talent hat er vom Vater geerbt, der

in der Türkei Schauspieler war.

„Aber als ich im Berufsbildungszentrum in

Hannover meinen Berufswunsch vorstellte,

lachte mich der Mitarbeiter dort aus und

meinte: Das ist nichts für Sie. Werden Sie

lieber Automechaniker!“

Atalay war tief gekränkt. „Insgeheim hat es mich aber bestärkt.“

Damit lernte der junge Atalay sogleich eine wichtige Lektion:

„Rückschläge gibt es viele. Wichtig dabei ist, dass man immer wieder

versucht, sein Bestes zu geben, auch wenn man oft abgelehnt

wird.“ Der 53-Jährige weiß, wovon er spricht. „Ich habe einige beschissene

Momente in meiner Laufbahn erlebt. Mich hat mal eine

Agentur angerufen und mir eine Rolle angeboten, die ich sehr gerne

bekommen hätte. Während des Gesprächs fiel der Dame auf,

dass sie sich verwählt hat!“

Aber er gab nicht auf. Oder, wie er es ausdrückt: „Ich bin sehr leidenschaftlich

hartnäckig und kämpferisch in meiner Arbeit.“ Mit

dieser Einstellung ergatterte er mit 18 Jahren auch seine erste Rolle

am Staatstheater in Hannover: „Ich bin in das Betriebsbüro gegangen

und habe gesagt: Hallo, Sie machen doch hier Theater. Ich

würde gerne mitspielen.“ Atalay lacht: „Wenn die beiden, die das

Büro leiteten, nicht so verdutzt über mein völlig naives Auftreten

gewesen wären, wäre vielleicht alles anders verlaufen. Aber nachdem

sie mich zurechtgewiesen haben, dachten sie vielleicht an

ihre eigene Jugend und kamen mir hinterhergelaufen, um mir eine

Statistenrolle anzubieten.“

Mit 53 Jahren ist er selbst Chancengeber – als Unterstützer des Kinderhilfswerks

„Die Arche“. „Es wäre klasse, wenn man eines Tages

sagen könnte: Ich lebe in einem Land, in dem es keine Armut gibt,

keine Ausgrenzung oder Diskriminierung, in dem jeder toleriert

wird, egal welcher Nationalität oder Religion er angehört. Das

wäre mal eine wirkliche Erfolgsgeschichte!“

95



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

NICHT SCHWÄTZEN SONDERN

SCHAFFEN

© Liqui Moly GmbH

Als Unternehmer mit ausgeprägter sozialer

Ader ist Ernst Prost einem breiten Publikum

bekannt geworden. Im Jahr 2011 war

er der Firmenchef mit den meisten Talkshow-Auftritten.

Dabei setzte er sich für

Themen wie Mindestlohn, einen höheren

Spitzensteuersatz oder die Einführung

einer Vermögenssteuer ein. Mittlerweile

macht sich der im Februar 1957 in Altötting

geborene Prost zwar wieder rar in den

Medien, an seinen Ansichten hat sich

jedoch ebenso wenig geändert wie an

seinem Elan. Auch nach dem Verkauf seiner

Unternehmensanteile am Schmiermittelhersteller

Liqui Moly und den Meguin Mineralölwerken

wirkt er als Geschäfts führer

beider Unternehmen. Seine Beschäftigten

betrachtet er als „Mitunternehmer“.

Mit 20 Jahren erfüllte sich Ernst Prost

den Traum vom eigenen Motorrad.

Fotos: © privat

ERNST PROST

– LIQUI MOLY CHEF –

er war oder ist Ihr Vorbild?

Mutter Teresa, weil sie sich für

die Ärmsten der Armen einge­

Wsetzt hat.

Was war ausschlaggebend für Ihre

Berufswahl?

Die Tatsache, dass mich keine Bank und

auch kein anderer Betrieb genommen hat.

Deshalb bin ich Kfz-Mechaniker geworden.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten

Karriereschritte?

Lehre mit Gesellenbrief, Verkaufsleiter,

Marketingchef, Geschäftsführer, Unternehmer

und jetzt wieder Geschäftsführer. Jeder

Schritt hat Sinn gemacht und war der Vorläufer

für den nächsten Schritt.

Was betrachten Sie als Highlight Ihrer

Karriere?

Unternehmer sein zu dürfen, mich selbstständig

gemacht zu haben, mit allem, was

an Würde und Bürde dazugehört.

Apropos Bürde: Wie ist Ihr

Unter nehmerdasein mit dem Privatleben

zu vereinbaren?

Ganz hervorragend. Mein Beruf ist mein

Leben und mein Leben ist mein Beruf. Da

gibt es nichts zu trennen, das ist eins. Dafür

bin ich sehr dankbar.

Aber es gibt bestimmt einen Ausgleich

zur täglichen Arbeit?

Ausgleich brauche ich nicht. Die Arbeit als

solche ist meine Inspiration. Anregende

Orte? Die Natur, die Dusche und das Klo.

Dort entstehen Ideen.

Gab es einen materiellen Wunsch, der

Sie am Anfang bis zum ersten großen

Erfolg begleitet hat? Wenn ja, welchen

und wann haben Sie ihn sich erfüllt?

Das war ein eigenes Motorrad, damit ich

mir meine Freiheit erfahren kann. Mit 20

Jahren hat es geklappt.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich bin zäh, fleißig und liebe die Arbeit –

und vor allem liebe ich die Menschen.

Gibt es Menschen, die Sie als eine Art

Mentor auf Ihrem Weg unterstützt haben?

Drei Personen waren es: me, myself and I.

Im Ernst: Ich habe wie ein Schwamm

aufgesaugt, was immer es zu lernen gab,

und davon profitiert. Viele gute Leute

haben mich inspiriert und geleitet. Auch

heute noch.

Was bedeutet Unglück für Sie?

Wenn ich zusehen muss, wie andere Menschen

leiden, und nicht helfen kann.

Und was ist Ihre Definition von Glück und

Luxus?

Glück ist für mich schon die Abwesenheit

von Unglück. Luxus ist einfach nur, Zeit

und Muße für den guten alten Müßiggang

zu haben.

Gab es einen markanten Wendepunkt in

Ihrer beruflichen Karriere?

Es gab einen Tag, an dem eine Firma, in

der ich als Angestellter arbeitete, sehr viele

Leute entlassen hat. Ich habe mir damals

geschworen, dass ich – sofern ich jemals in

eine Position gelange, in der ich dies verhindern

kann – alles dafür tun werde, dass

so etwas nicht passiert. Weil es für alle Beteiligten

schrecklich war.

96

97



Mood

© Alexander Kaya

Ernst Prost rät jungen Menschen

in puncto Erfolg: hartnäckig bleiben.

Macher.

Muted Colours – Die neuen Farben

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Erstens der blanke Ehrgeiz und zweitens,

etwas zu leisten, womit anderen Menschen

gedient ist.

Ist das Wohlergehen anderer also ein

wichtiger roter Faden in Ihrem beruflichen

Leben?

Ja, ich gönne allen, wirklich allen Menschen

den Erfolg. Wir haben ja nicht zu

viele Millionäre in Deutschland, sondern

zu wenige. Umgekehrt haben wir zu viele

Arme. Beruflicher Erfolg bedeutet immer,

soziale Anerkennung zu erhalten, Geld zu

verdienen und durch Steuern und Sozialversicherungsabgaben

dem Gemeinwohl

zu dienen. Je mehr erfolgreiche Menschen

in einem Land wohnen und je mehr Millionäre

es gibt, desto besser geht es allen.

Deshalb müssen wir Leistung fördern und

nicht den sozialen Neid schüren und Erfolg

als etwas sehr, sehr Positives im Sinne von

Sozialstaatlichkeit definieren.

Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht der soziale

Status beziehungsweise die Herkunft

bei dem Wunsch, erfolgreich zu sein?

Naja, beim Wunsch weniger, aber bei den

Möglichkeiten sehr wohl. Jeder will wohl

nach oben, Erfolg haben und ein angenehmes

Leben führen. Und logisch gelingt das

Kindern aus wohlhabenden und bildungsaffinen

Familien eher als Kindern, die in

kritischen Verhältnissen aufwachsen. Hier

muss der Staat mit einem umfassenden und

weitreichenden Bildungssystem die Unterstützung

geben, die Kinder brauchen, um

einen erfolgreichen Lebensweg zu gehen.

Was betrachten Sie abgesehen davon als

die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche

Menschen heute brauchen?

Weitsicht, Verständnis, Schaffenskraft und

die Fähigkeit, etwas für andere Menschen

zu tun. Man kann es auch Nächstenliebe

nennen.

Spielt Sozialkompetenz also eine immer

bedeutendere Rolle?

Wenn die Menschheit nicht am skrupellosen

Egoismus zugrunde gehen will, dann

sollten wir in der Disziplin soziales Engagement

genauso wie beim Schutz unserer

Umwelt gewaltig zulegen. Wir müssen

generell besser aufpassen – auf die Natur,

auf die Mitmenschen und auf unseren Planeten.

Was raten Sie mit Ihrer gesammelten

Lebenserfahrung jungen Menschen, die

erfolgreich werden wollen?

Jungen Menschen rate ich zweierlei: hart

zu arbeiten, dadurch Verantwortung für

andere zu übernehmen und zugleich das

Leben zu genießen.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Weniger Fehler. Weniger Menschen verletzen.

Noch mehr Gutes tun und noch mehr

Motorrad fahren.

Nachdem Sie nun erfolgreich sind: Was ist

heute Ihr Antrieb, jeden Tag weiterzumachen?

Die Freude am Schaffen, am Erschaffen.

Meine Kreativität in Ergebnisse umsetzen

zu können. Der Firma und den Menschen,

98

die von dieser Firma abhängen, zu dienen.

Dazu gehören meine Mitunternehmer genauso

wie meine Kunden und Lieferanten.

Und natürlich der Spaß an der Freude.

Glauben Sie, Erfolg zu haben ist heute

einfacher als früher?

Klar ist es heute einfacher, Erfolg zu haben.

Die letzten zwei Generationen sind doch

schon in eine Erfolgsgeschichte hineingeboren

worden. Wie hat denn Erfolg im

Mittelalter oder noch vor 100 Jahren ausgesehen?

Nicht verhungern, nicht erschlagen

werden und nicht von der Obrigkeit

niedergemacht werden. Unser Erfolg besteht

aus Freiheit, Demokratie, der sozialen

Marktwirtschaft, einem vernünftigen

Bildungs- und Ausbildungssystem und dem

Wahnsinnsgeschenk des Friedens. Daraus

kann jeder etwas machen. Aber man muss

es schon auch wollen und mit ganzer Kraft

dafür arbeiten.

Können Sie abschließend Ihr Erfolgsgeheimnis

in wenigen Worten zusammenfassen?

Nicht verbissen, aber zielgerichtet arbeiten.

Verantwortung für andere übernehmen

und zugleich das Leben genießen.

Nicht stur sein, aber hartnäckig bleiben.

Gründlich nachdenken, klug entscheiden

und dann auch wirklich tatkräftig umsetzen,

was zu tun ist. Nicht schwätzen, sondern

schaffen!

leuchtturm1917.de

* Schreiben mit der Hand ist Denken auf Papier. Aus Gedanken werden Worte, Sätze, Bilder. Erinnerungen werden zu Geschichten.

Ideen verwandeln sich in Projekte. Aus Notizen entsteht Durchblick. Wir schreiben und verstehen, vertiefen, sehen, denken – mit der Hand.



SECRETS OF SUCCESS CITY

VON WEGEN GLATTGEBÜGELT

ERFOLGREICHES

MUNCHEN

München hat lange daran

gearbeitet, zahlreiche

Klischees zu erfüllen – Die

Bussi-Bussi-Gesellschaft,

die Schickimickis, die glattgebügelte

Stadt. Der Vergleich

zur Bankenstadt

Frankfurt oder zu Berlin

mit dem überaus wirksamen

Slogan „arm aber sexy“

hinkt dabei enorm.

Doch man muss gar

nicht lange suchen,

um zu erkennen, was

München wirklich

ausmacht. Der permanente

Erfolg.

Bei Wachstum,

Wohlstand und Innovation

ist die bayerische

Metropole ganz

weit vorn.

von Daniela Fuß

Schön grün: Der Gärtnerplatz

Zahlreiche Prachtbauten

an der Maximilianstraße.

Zünftig! Im Biergarten am Chinesischen Turm.

Fotos © Erik Mosoni | offenblende.de

Am Marienplatz liegt das Neue Rathaus.

München hat viele schöne Plätze –

doch nirgendwo sonst in der

Stadt verschwindet die Sonne

so imposant hinter den Dächern wie am

Friedensengel. Dort, wo die goldene Statue

auf einer 23 Meter hohen Korinthersäule

ihre Flügel gen Himmel reckt und die Stadt

den Besuchern zu Füßen liegt. In solchen

Momenten ist der Münchner geneigt, zu

sagen, er sei zufrieden und glücklich. Zu

Recht.

100



Denn nicht nur dieses 38 Meter hohe Denkmal

der griechischen Siegesgöttin Nike,

das so etwas wie der Schutzengel der Stadt

ist, macht München zu etwas Besonderem.

München ist Deutschlands erfolgreichste

Stadt, einer anderen Stadt in Deutschland

geht es so gut.

2018 wurde München vom britischen

Magazin „Monocle“ zur lebenswertesten

Stadt der Welt gekürt.

München steht auf vielen

Beinen. Und das macht die

Stadt so erfolgreich.

Der Wirtschaftsstandort München ist

inzwischen Deutschlands zweitgrößter

Beschäftigungsstandort sowie der führende

High-Tech- und Medienstandort des

Landes.

In der Landeshauptstadt haben gleich

sieben Dax-Konzerne ihren Firmensitz,

unter anderem BMW, Siemens und die

Allianz. Zudem ist die ProSieben. Sat1 AG

hier zu finden und macht so Unterföhring

zu einer der zwanzig reichsten Gemeinden

Deutschlands.

Nahezu alle Big Player aus dem Ausland

sitzen in der bayerischen Landeshauptstadt,

sei es Google, Microsoft, Amazon

oder IBM.

Mit 5000 Medienunternehmen, 22.000 Unternehmen

in der Informations- und Kommunikationsbranche

und somit ca. 240.000

Beschäftigten hat sich München auch zu

einem Anziehungspunkt für Kreative und

Medienschaffende entwickelt.

München setzt auf Tradition.

Fotos © Erik Mosoni | offenblende.de

Das CityQuartier FünfHöfe lädt zum Shoppen ein.

Delikatessen bei Dallmayr

Neben Großkonzernen trifft man in München

auch auf etliche Traditionshäuser

wie Käfer, Lodenfrey oder Dallmayr. Das

Kaffeehaus wurde 1700 gegründet und

empfängt jedes Jahr fast drei Millionen

Besucher. 3400 Mitarbeitern machen Dallmayr

auch zu einem wichtigen Arbeitgeber.

Qualifikation und Forschung

werden in München großgeschrieben.

Die Konzentration an Forschungsinstituten

ist in keiner anderen deutschen Stadt

so hoch. Das Max-Planck-Institut ist Pionier

in der Biochemie und beschäftigt mehr

als 800 Mitarbeiter. Mit 15 Hochschulen

ist München der zweitgrößte Hochschulstandort

und kann sich mit der Ludwig-Maximilians-Universität

und der Technischen

Universität auf das Prädikat Elite berufen.

Insgesamt studieren in München über

112.000 Studenten.

Munich is just amazing –

und die Zahlen sprechen für

sich

Der Münchner Tourismus ist im vergangenen

Jahr deutlich gewachsen: Von Januar

bis Dezember 2018 stiegen die Übernachtungen

auf 17,1 Millionen.

München ist ein Magnet für Gäste aus aller

102

Welt, und das kommt nicht von ungefähr,

denn Reiseanlässe für München und Umgebung

gibt es genug.

Allen voran steht das Oktoberfest. 2018 besuchten

6,3 Millionen Menschen aus aller

Welt die Wiesn. Aber auch die Nähe zu den

Bergen, die vielen Seen und bayerischen

Bräuche lassen die Touristen nach München

strömen. Sobald sich die ersten warmen

Sonnenstrahlen zeigen, erobern sowohl

die Touristen als auch die Münchner

selbst die Biergärten. Die bayerische Bierkultur

wird gelebt. Der Englische Garten –

die grüne Lunge Münchens – ist im Sommer

immer gut besucht. An manchen Tagen

schieben sich die Massen am Chinesischen

CIGAR LOUNGE

HOTEL VIER JAHRESZEITEN

MAXIMILIANSTRASSE 17

80539 MÜNCHEN

ZECHBAUER

TABAKWAREN

RESIDENZSTRASSE 10

80333 MÜNCHEN

ZECHBAUER

TABAKWAREN

ONLINE SHOP

WWW.ZECHBAUER.DE



SECRETS OF SUCCESS CITY

Die Eisbachwelle ist ein echter Touristenmagnet.

Turm vorbei und man muss lange suchen,

um einen freien Platz zu finden. Aber auch

das bringt der Erfolg mit sich.

Der Eisbach – die konstanteste

und beste Flusswelle

der Welt

Ebenfalls eine Touristenattraktion, die seit

Ewigkeiten zum Münchner Stadtbild gehört

und weltweite Anerkennung gefunden

hat, ist das Surfen am Eisbach.

Surfen ist zum Münchner Lifestyle geworden

– wo sonst auf der Welt trifft man so

viele junge Menschen im Neoprenanzug

mit Surfbrett unterm Arm in den S-Bahnen.

Auch Surflegende Robby Naish ist begeistert

von der Welle und verriet bei seinem

letzten Besuch in München: „Der Eisbach

ist extrem cool und eine absolute Bereicherung

für München. Es macht viel Spaß

dort.“

Luxus kann auch modern

interpretiert werden.

Extrem cool und ebenfalls eine absolute

Bereicherung für München ist das Roomers

Hotel, das 2017 in der Landeshauptstadt

seine Tore eröffnete. Hinter dem Konzept

© Erik Mosoni | offenblende.de

des Roomers stehen Micky Rosen und Alex

Urseano, die Gründer der Gekko-Group.

Für ihre außergewöhnlichen Hotelkonzepte

wurden die beiden im Jahr 2018 zu den

„Hotelieren des Jahres“ ausgezeichnet. Betritt

man das Roomers Hotel in München

in der Landsberger Straße 68 wird sehr

schnell klar, dass Luxus auch modern interpretiert

werden kann, ohne dabei die Leichtigkeit

des Seins aus dem Auge zu verlieren.

Entscheidend dabei sind die Details. Hotellerie

verschmilzt hier mit eindrucksvollen

Bar- und Foodkonzepten. Für das Roomers

in München hatten sich Rosen und Urseano

auf die Fahne geschrieben, zum „exquisiten

und zwanglosen Wohnzimmer der Münchner“

zu avancieren. Das ist ihnen durchaus

gelungen. Exquisit ausgestattete Zimmer

und eine beeindruckende Gastronomie

zeichnen das Roomers aus. Dazu gehören

die Izakaya Asian Kitchen & Bar, die Roomers

Bar und der Hidden Room, ein Raumim-Raum-Konzept,

das den Gast mit unterschiedlichen

DJs zurück in die 1960er-Jahre

bringt. Ein beeindruckender Spa-Bereich

ist ebenso zu finden wie acht individuelle

Eventräume auf fast 850 qm. Wer einen inspirierenden

Meetingpoint und gleichzeitig

eine außergewöhnliche Unterkunft sucht,

ist hier genau richtig.

Tradition trifft auf Moderne

auch in der Gastronomie.

Seit über 200 Jahren hat der bayerische

Biergarten Tradition. Dort, wo der Einheimische

und der „Zuagroaste“ gemeinsam

unter schattenspendenden Bäumen sitzen

und eine Maß genießen, wo es noch erlaubt

ist, seine Brotzeit selbst mitzubringen.

Darüber hinaus hat die Stadt eine beeindruckende

kulinarische Vielfalt zu bieten.

Wohl dem, der sich auskennt oder einfach

der Prominenz folgt. Die trifft man zum

Beispiel im Spatenhaus in der Residenzstraße

5. Exotische Köstlichkeiten aus dem

fernen Osten kann man im Trader Vic´s im

Bayerischen Hof genießen. Dort ist auch

der ein oder andere FC Bayern-Spieler

immer wieder gern zu Gast. Italienischen

Lifestyle gibt es im H´ugo´s am Promenadeplatz

1. Fast schon eine Institution und

von den Promis seit je her gerne besucht ist

das Tantris. 1971 gegründet und mit zwei

Sternen ausgezeichnet, kann man in dem

Edelrestaurant internationale Speisen genießen.

Oder man reserviert frühzeitig einen

Tisch im Schumann´s am Odeonsplatz.

Der Besitzer Charles Schumann – der über

Jahre auch als Baldessarini Model unterwegs

gewesen ist – steht nach wie vor am

liebsten hinter der Bar.

München bietet sich natürlich mit seinen

zahlreichen Clubs und Bars auch ideal zum

Feiern an. Ein Club hat es dabei zu einem

ganz besonderen Ruhm gebracht. Das P1 in

der Prinzregentenstraße ist einer der absoluten

In-Clubs und wird regelmäßig von

deutschen aber auch internationalen Promis

aufgesucht.

Während andere Metropolen

sich in einem ständigen

Wandel befinden bleibt

München sich treu – aber

nicht stehen.

Es ist auch das einzigartige Lebensgefühl,

dass die Stadt zu etwas Besonderem macht

und dadurch auch den Erfolg weiter wachsen

lässt.

Man gerät zwangsläufig ins Schwärmen.

Die Landeshauptstadt lockt einerseits mit

Brauchtum und andererseits mit Weltoffenheit

und kosmopolitischem Ambiente.

Die Lage der Metropole ist unschlagbar.

Doch Erfolg hat auch seinen Preis. Wie in

vielen anderen erfolgreichen Metropolen

der Welt sind die Immobilienpreise in

den letzten Jahren in München explodiert.

München ist mittlerweile die teuerste Stadt

in Deutschland. Somit ist es kein Geheimnis,

dass man mit dem nötigen Kleingeld in

Die CrazyLibrary im Roomers in München ist der perfekte Ort für Meetings.

München weiterkommt. Erfolg ist teuer –

aber kann auch sehr lebenswert sein.

München ist voll mit Luxus.

Ein Hauch von Eleganz und

Noblesse umweht diese

Stadt. Man kann München

genießen und sich inspirieren

lassen.

Die bayerische Landeshauptstadt hatte

schon immer eine gewisse Anziehungskraft.

In den 70er-Jahren, in denen die

Schickeria entstand, erlangte München Berühmtheit

weit über seine Grenzen hinaus.

Die berüchtigte Schwabinger Bohème oder

die „Nackerten“ im Englischen Garten. Die

New York Times schrieb damals von „paradiesischen

Zuständen“. Diese berühmt

berüchtigte Lebensart war es dann wohl

auch, die München zur zweiten Heimat von

Freddie Mercury machte. Von 1979 bis 1984

lebte der Sänger von Queen in München,

sah die Stadt als Rückzugsort, um produktiv

zu arbeiten und sich ungestört in den

Schwulenbars im Glockenbachviertel aufzuhalten.

Der FC Bayern verkörpert

Münchens Anspruch, die

Nummer eins zu sein.

Fotos © Erik Mosoni | offenblende.de

Wer an München und Erfolg denkt, denkt

auch an den FC Bayern München. Egal,

was der Fußballfan an sich über die Bayern

denkt, den Erfolg können sie ihm nicht absprechen.

28 Mal Deutscher Meister, 5 Mal Champions

League Sieger, 19 Mal Pokalsieger. Der

Umsatz des FC Bayern lag in der abgelaufenen

Saison bei 750,4 Millionen Euro. Der

FC Bayern ist ein Vorzeigemodell als Wirtschaftsunternehmen

im Fußball. Der Erfolg

wird auch durch die Allianz Arena symbolisiert,

in der 75.000 Zuschauer Platz finden.

Luxus modern interpretiert - im Roomers München.

Der Schlüssel zum Erfolg

ist die Münchner Mischung

und Vielfalt.

München, die Millionenstadt, die charmant

und erfolgreich zugleich ist. Und trotz allem

hat sie sich auch ein Stück Gemütlichkeit

bewahrt.

Daran wird sich wohl auch in Zukunft

nichts ändern, ebenso wenig, wie an der

Schönheit Münchens. Besonders dann,

wenn die Sonne am Friedensengel hinter

den Dächern verschwindet.

104

105



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

GEHT NICHT –

© Sixt

GIBT‘S NICHT!

1912 gründete Martin Sixt mit einem Fuhrpark von drei Automobilien die Martin Sixt Autofahrten.

1951 wurde die Autovermietung Auto Sixt gegründet, die Erich Sixt 1969 übernahm

und 1986 an die Börse führte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Regine Sixt, die 1976 ins

Unternehmen eintrat, wurden weitere Grundsteine für den heutigen Erfolg gelegt. Regine

Sixt verantwortet das internationale Marketing und prägt die Corporate Identity des

Unternehmens. Zudem ist sie für Corporate Fashion, die Imagefilme und die internationale

Kommunikation verantwortlich. Eine perfekte Gesprächspartnerin zum Thema Erfolg.

von Daniela Fuß

Regine Sixt verantwortet das internationale Marketing

und prägt die Corporate Identity des Unternehmens

Regine Sixt,

Senior Executive Vice

President Marketing des

internationalen Mobilitätsdienstleisters

Sixt SE, leitet

als Vorstandsvorsitzende

die Regine Sixt Kinderhilfe

Stiftung, und ist Honorargeneralkonsulin

von Barbados

in Deutschland

Sixt ist eine weltweit erfolgreiche

Marke und ein führender internationaler

Mobilitätsdienstleister.

Worauf basiert der Erfolg des Unternehmens?

Auf harter Arbeit, auf Disziplin, und auf

Mut. Wir nutzen die relative Freiheit, die

man als Unternehmer hat. Und wir handeln

nach dem Prinzip: Geht nicht – gibt’s nicht!

Sixt ist seit 1986 an der Börse und wächst

stetig weiter. War das der entscheidende

Schritt, der den Weg zum noch größeren

Erfolg geebnet hat?

Es war damals sicherlich ein mutiger

Schritt – anders als heute, wo ja jedes

zweit- und drittklassige Start-up so schnell

wie möglich an die Börse möchte, noch

ohne richtig Ertrag zu generieren.

Der Erfolg an der Börse hat

es uns ermöglicht, den weltweiten

Expansionskurs mit

rasantem Tempo zu realisieren.

Wir sind heute in 110 Ländern präsent.

Ohne Börsengang hätte unser globaler Erfolg

vermutlich etwas länger gedauert. Nur

zur Erinnerung: Die Mehrheit der Aktien

ist bis heute im Familienbesitz, und daran

wird sich auch nichts ändern.

Gab es Rückschläge auf dem Weg zum

Erfolg?

Wenn man zurückblickt, muss man fairerweise

sagen, dass nicht jedes Projekt erfolgreich

war. Straucheln und ab und zu

hinzufallen, das gehört dazu, wenn man

sich seinen eigenen Weg bahnt. Wichtig ist

nur, dass man nie liegen bleibt, sich wieder

aufrappelt und weitergeht. Ein paar Kratzer

abzubekommen – das gehört einfach dazu.

Das Markenimage von Sixt ist trotz des

Alters des Unternehmens von eingestaubt

weit entfernt. Wie konnten Sie den Erfolg

ins Zeitalter der Globalisierung und Modetrends

herüberretten?

Wer am Ball bleiben will, sollte permanent

an der Erneuerung der Marke arbeiten. Die

Erfolge von gestern sind für uns irrelevant,

sogar gefährlich. Das sieht man bei vielen

Marktführern, die plötzlich weg vom

Fenster waren, weil sie Entwicklungen und

Trends ignoriert oder verschlafen haben.

Wer sich heute mit Mobilität beschäftigt,

der muss global denken und handeln.

Ihr Mann sagte einmal: „Erfolg ist der

größte Feind des Erfolges. Sich darauf

auszuruhen wäre fatal.“ Inwieweit steuert

Sixt dagegen?

Sich auf dem Erfolg auszuruhen – das wäre

undenkbar bei Sixt. Dazu dreht sich das Rad

zu schnell. Neben meinem Mann Erich Sixt

arbeiten unsere Söhne Alexander und Konstantin

im Vorstand des Unternehmens. Die

beiden legen ein Tempo vor, dass einem

schwindlig werden kann. „Immer weiter“,

das ist die Devise. Stillstand ist ein Fremdwort

bei Sixt.

Ihr Unternehmen wächst seit Jahren rapide,

gibt es für ein Familienunternehmen

eine natürliche Grenze?

The sky is the limit, sage ich immer. Wer

an Begrenzungen glaubt, der wird sie auch

erleben. Wer groß denkt und entsprechend

handelt, der orientiert sich nicht an den

Grenzen, sondern an Chancen. Mit dem nötigen

Instinkt erkennt man diese und bleibt

in Bewegung. Wir im Mobility-Business haben

das internalisiert, denke ich.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Natürlich gibt es kleine Dinge und den

einen oder anderen Fehler, den man nicht

wiederholen würde. Ein richtiger Fehler

wird es in meinen Augen erst dann, wenn

man ihn immer wieder macht, weil man

nichts aus ihm gelernt hat.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft

die jemand braucht, um Erfolg zu

haben?

Primär geht es um die richtige Lebenseinstellung.

Man muss hoch hinauswollen, um

nach oben zu kommen. Hindernisse und

Schwierigkeiten sind dabei die Stufen, auf

denen wir höher steigen. Wir dürfen nur

nicht aufhören, vorwärts zu gehen.

Eine Maus werden Sie nicht unbedingt

dazu bekommen, ein starker Löwe zu sein.

Wer kein Talent zum Führen hat, der sollte

sich eine andere Rolle suchen, in der er gut

ist und sich wohl fühlt.

Sie leiten als Vorstandsvorsitzende die

„Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung“. Wie

wichtig ist soziales Engagement, wenn

man selbst erfolgreich ist?

Wer auf der Sonnenseite des Lebens steht,

der hat die Verpflichtung, der Gesellschaft

zu dienen und sich um diejenigen zu kümmern,

die unverschuldet auf der Schattenseite

gelandet sind. Ganz ehrlich: bei

manchen sogenannten Erfolgsmenschen

scheint ja deren äußerer Erfolg deutlich

größer zu sein als ihre Menschlichkeit.

Erfolg ohne Mitmenschlichkeit

– das wäre für mich kein

erfolgreiches, kein lebenswertes

Leben.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis zusammenfassen?

Mein Erfolg hat kein Geheimnis. Es geht

ganz einfach darum, das zu tun und anzupacken,

was getan werden muss. Punkt.

© Sixt

106

107



SECRETS OF SUCCESS GASTRONOMIE

GASTGEBER

AUS LEIDENSCHAFT:

MICKY ROSEN

Über Micky Rosen:

Geboren und aufgewachsen in Frankfurt am Main, konnte Micky Rosen schon

früh von seinen Eltern lernen, die ebenfalls als Gastronomen im Frankfurter Bahnhofsviertel

tätig waren. Nach seinem Abitur absolvierte er eine Lehre zum Hotelkaufmann

im Frankfurter Hotel Intercontinental und übernahm später sechs Jahre

lang das gleichzeitige Management für fünf Hotels. 2001 gründete er mit seinem

heutigen Geschäftspartner Alex Urseanu die Gekko Group, die mit Häusern wie

dem Roomers in Frankfurt und Baden-Baden, dem Berliner Provocateur oder dem

Berliner The Bristol zu den innovativsten Marken der Hotellerie und Gastronomie

in Deutschland zählt. 2018 wurden die beiden Macher mit dem begehrten

„Hotelier des Jahres“- Award ausgezeichnet.

Was sind Ihre Stärken?

Man sagt mir ein sehr gutes Gespür für Trends und Design nach.

Wvon Thomas Clausen

as bedeutet für Sie Erfolg?

Jeden Tag das zu tun, was man voller Leidenschaft tun

möchte und von Menschen umgeben zu sein, die man

liebt und schätzt. Damit noch Geld zu verdienen, ist das Höchste,

was man erreichen kann.

Schon Ihre Eltern waren Gastronomen. Was war der wichtigste

Rat, den Sie erhalten haben?

Immer authentisch zu sein und alles mit Herzblut umzusetzen.

Was ist die größte Herausforderung, ein international so angesehenes

Haus wie das Roomers zu führen?

Das wir nicht mehr an allen Orten gleichzeitig sein können. Die

Seele des Hauses wird aber vor allem durch unsere Philosophie des

Gastgeberdaseins nachhaltig geprägt.

© gekkogroup

Gab es berufliche Rückschläge, aus denen Sie gelernt haben?

Rückschläge sind ein Teil des Lebens. Wenn man tut, was man liebt

und zu 100 Prozent davon überzeugt ist, kann es langfristig nur ein

Erfolg werden.

Man sollte an sich und seine Visionen glauben,

sich nicht davon abbringen lassen.

Das Roomers in Frankfurt eröffnete zum Beispiel mitten in der

Finanzkrise; damals gab es am Konzept große Zweifel von allen

Seiten. Aber wir sind unserer Idee treu geblieben und feiern heute

10-jähriges Jubiläum, mit zwei weiteren Häusern in München und

Baden-Baden und einem neuen Projekt, dem Roomers ParkView,

welches 2020 ebenfalls in Frankfurt eröffnet.

Was inspiriert Sie bei der Arbeit?

Mich inspirieren die Menschen, die mich täglich umgegeben. Sei es

meine Familie und Freunde, unsere Mitarbeiter oder Geschäftspartner.

Und darüber hinaus das Reisen oder zum Beispiel zuletzt meine

Zeit beim „Burning Man“-Festival.

Womit belohnen Sie sich für Ihren Erfolg?

Meine Belohnungen sind Zeit und das Reisen mit meiner Familie

und Freunden.

108





SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

ERFOLGREICH MIT HARTER

UND STRUKTURIERTER

ARBEIT

Prof. Utz Claassen ist ein

Macher, ein Entrepreneur

und Stehaufmännchen.

Claassen schwimmt gerne

auf der Erfolgswelle, bis sie

ihn vom Brett reißt. Dann

steht er auf und surft die

nächste Welle. Sein Abitur

macht er mit 17 Jahren mit

dem Notendurchschnitt von

0,7. Nach dem Studium der

Wirtschaftswissenschaften

und zwischenzeitlich auch

der Medizin steigt er bei

McKinsey ein und wechselt

dann zu Ford, später zu

Volkswagen. 1994 wird er

Finanzvorstand und Vertreter

des Präsidenten bei

Seat. Es folgt der Posten des

Vorstandsvorsitzenden bei

Sartorius und 2003 schließlich

bei EnBW. Heute steht

Claassen an der Spitze des

Medizintechnikherstellers

Syntellix, den er 2008 gegründet

hat.

von Renate Kerscher

Fotos: © Syntellix AG

Fußball und Kickern sind Claassens Leidenschaft. Zweimal war er bereits

Präsident eines Fußballclubs – bei Hannover 96 und bei RCD Mallorca.

Mit Erfolg, aber auch Widrigkeiten

kennt er sich aus. Claassen hat

viel durch in seiner beruflichen

Laufbahn. Er polarisiert. Wenn Claassen

auf Fragen antwortet, dann nie wie aus der

Pistole geschossen. Er denkt intensiv nach,

wägt ab, seine Wortwahl ist wohlüberlegt

und freundlich.

Darin sieht er auch eine der Stärken, die

für seinen Erfolg maßgeblich sind: „Ich

kann mich vernünftig artikulieren.“ Außerdem

habe er Kampfgeist, sei fleißig und

bringe eine hohe Einsatzbereitschaft mit.

Mit diesen Stärken kann er seinen selbstgestellten

Ansprüchen gerecht werden

und seine Ziele als Topmanager erreichen.

Topmanager ist Claassens Berufsbezeichnung.

Seit er 17 Jahre alt war, war ihm seine

Berufswahl klar.

„Ich wollte und will gestalten,

verändern und verbessern.

Das kann man als Topmanager.“

Als Kind hatte er verschiedene Berufe auf

dem Zettel: Statiker, weil der Onkel einer

war; Apotheker, weil der Menschen gesund

macht; als Gymnasiast wollte er Gehirnchirurg

werden, als Kind schwebte ihm eine

Karriere als Fußballprofi vor.

Das mit dem Fußballprofi hat nicht

geklappt, aber dafür war er zeitweise

Fußballpräsident. 1997 für 74 Tage bei

Hannover 96. Er wollte sanieren, stieß

auf Widerstand, wurde bedroht, zog sich

schließlich zurück. Seit 2010 war er Investor

bei RCD Mallorca und hatte dort

verschiedene Posten inne – auch wieder

als Präsident. Fußball ist eine Herzensangelegenheit

für Claassen. Hier kommt er

kurz ins Schwärmen, wird dann aber wieder

sachlich. „Ein realisierter Traum oder

eine genutzte Gelegenheit können sich im

Nachhinein als wenig vorteilhaft herausstellen“,

sagt er. Ob er irgendetwas nachtrauert?

„Nein, es lohnt sich nicht,

einer Sache nachzutrauern,

weil sich die Vergangenheit

nicht ändern lässt. Ärger

und Angst sind schlechte

Berater.“

Er muss es wissen. Claassen sieht stets

das Positive in der jeweiligen Situation.

„Jeder einzelne Schritt meiner Karriere

war wichtig, weil er mir immer etwas

anderes gebracht hat. Und zwar den Eintritt

in eine neue Welt mit neuen Perspektiven.“

Trotzdem benennt er durchaus

Highlights seiner Karriere. „Karrieretechnisch

und medial war meine Position als

EnBW-Chef ein Highlight, als ich 38.000

Mitarbeiter hatte. Von der Intensität her

war die Seat-Sanierung mein Highlight.“

Auch den emotionalsten Moment seiner

Laufbahn als Topmanager teilt Claassen:

„2013, als Syntellix den Innovationspreis

der deutschen Wirtschaft erhalten hat,

hatte ich mich vollständig aus der Öffentlichkeit

zurückgezogen, um mich um

meine sterbende Mutter zu kümmern. Nur

für einen Abend habe ich sie mit der Frau

eines Freundes allein gelassen, als ich den

Preis in Empfang genommen habe.“ Darum

werde er den Preis immer mit seiner Mutter

in Verbindung bringen, den er ihr als Zeichen

seiner Wertschätzung mit nach Hause

gebracht, gezeigt und gewidmet habe.

Neben seiner Mutter war Ferdinand Piëch

eine wichtige Person in Claassens Leben.

Dessen Tod am 25. August 2019 hat den

Topmanager getroffen. „Die Person auf

der Welt, die ich außerhalb der Familie am

meisten respektiert habe und respektiere,

der ich am meisten zu verdanken habe, die

mir die meisten wichtigen Referenzpunkte,

Förderungen, Forderungen, Herausforderungen,

Lehren und Einsichten mitgegeben

hat, ist Ferdinand Piëch. Sein kürzliches

Ableben ist ein unfassbarer Verlust für unsere

Wirtschaft und Gesellschaft gewesen,

den viele wahrscheinlich nicht einmal richtig

verstanden haben“, sagt Claassen über

seinen Mentor.

Heute hat Claassen selbst Mentor-Qualitäten.

Jungen Menschen, die ins Topmanagement

wollen, gibt Utz Claassen folgenden

Tipp mit auf dem Weg: „Sich nicht von der

Leichtigkeit des Seins verführen lassen.

Mit harter und strukturierter

Arbeit kann man die Wahrscheinlichkeit

erhöhen, dass

das berufliche Glück kommt.

Daran habe ich mich immer gehalten.“

Gleichzeitig gibt Claassen aber zu, dass dieser

Beruf mit dem Privatleben nicht immer

einfach zu vereinbaren sei. „Ich habe zu

viel Fokus auf meinem beruflichen Einsatz.

Und extrem wenig Freizeit.“ Er könnte sich

vorwerfen, zu wenig Freizeit und Privatleben

zu haben. „Ich bin privat glücklich,

aber objektiv betrachtet habe ich viel zu

wenig Zeit für private Dinge.“ Ein Schicksal,

das viele erfolgreiche Menschen mit

Claassen teilen. Trotzdem nimmt er sich

2016 erhält Utz Claassen den Innovationspreis der deutschen

Wirtschaft in der Kategorie „Innovativster Unternehmer International“.

© Compamedia GmbH

hin und wieder eine Auszeit. Zum Beispiel,

um Tischfußball spielen, zu Hause am eigenen

Kickertisch, aber auch auf Turnieren.

Gerne würde Utz Claassen mal einen ganzen

Tag „offline“ sein. „Das wäre Luxus für

mich.“ Allerdings sei das derzeit unvorstellbar

und mit seiner unternehmerischen

Verantwortung nicht zu vereinbaren. Verantwortungsgefühl

ist ein Must-have in

seinem Beruf.

„Wer unternehmerisch tätig

ist und Personalverantwortung

trägt, muss rund um

die Uhr Verantwortungsgefühl

haben“, sagt Claassen.

Verantwortungsgefühl mache seiner Meinung

nach auch eine gute Führungskraft

aus. „Und Führungsfähigkeit im Umgang

mit Menschen. Nicht jeder, der ein guter

Fachmann ist, ist auch eine gute Führungskraft.“

Seinen eigenen Führungsstil beschreibt

Claassen so: „Jeder ist so frei, wie

er gut ist.“

Über Statussymbole spricht Utz Claassen

nicht so gerne. Er möchte seine finanziellen

Möglichkeiten auch nicht mit seiner

offenkundigen Leidenschaft für Autos in

Verbindung bringen und bleibt vage, wenn

es um seinen privaten Fuhrpark geht. Ein

Bentley? „Ich lebe in starken Loyalitäten,

und es versteht sich von selbst: Wenn ich

ein Fahrzeug käuflich erworben habe, dann

eines, das ich mit dem Konzept Piëch-Engineering

in Verbindung bringe und das mich

auch über meine Arbeitszeit im Volkswagen-Konzern

hinaus mit Herrn Piëch verbindet,

wann immer ich es fahre.“

An der Spitze des TOP-100-Wettbewerbs

steht die Syntellix AG mit Utz Claassen 2017.

112

113



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

RISOTTO

STATT STILETTO

© Martin Brinckmann

Unternehmerin Viola Fuchs bei der Speakers Night in Hamburg

Die Frau hat Pfeffer:

Viola Fuchs hat nicht

nur Energie, sie hat sich mit

Pfeffer ein kleines Imperium

aufgebaut. Ihr Gewürzladen

VIOLAS’ Gewürze

& Delikatessen, den

die heute 52-Jährige 1997 in

Hamburg eröffnet hat, ist

ein Franchiseunternehmen

mit 28 Standorten in

Deutschland.

von Claudia Rothhammer

Der Morgen bei Viola Fuchs beginnt

mit Kaffee. Aber ihrer hat mehr

Pep: Sie trinkt ihn mit einer Prise

ihres arabischen Kaffeegewürzes. Der Duft

von Zimt, Kardamomsaat, Macis, Nelken

und Piment erinnert an 1001 Nacht, Pfeffer

sorgt für den Extrakick. Wenn das den Start

in den Tag nicht erleichtert? Für ihren Tag

braucht Fuchs auch Energie.

„Eine richtige Auszeit, in

der ich nichts mache, gibt es

nicht“,

sagt die Powerfrau. Schon nach dem ersten

Schluck aus der Kaffeetasse checkt sie

ihre Mails, ihre Facebook- und Instagramseite,

geht die Umsätze der Stores durch.

„Erst dann wecke ich meine Kinder.“ Das

gemeinsame Frühstück ist ihr heilig. „Beruflicher

Erfolg ist schön und eine Bestätigung

dafür, dass man etwas richtig gemacht

hat. Aber es gibt immer jemanden,

der noch erfolgreicher ist oder einem den

Erfolg neidet. Erfolg ist auch vergänglich,

das muss man immer vor Augen haben. Ich

lebe in einer glücklichen Partnerschaft und

habe drei wundervolle Kinder. Das ist mir

wichtig“, sagt Fuchs.

Dass sie zur „Gewürz-Königin“

von Hamburg werden

würde, hätte sie selbst nie

gedacht.

Eigentlich hatte sie in London Design studiert

und arbeitete in der Hansestadt als

Schuhdesignerin. Doch statt Stilettos kreiert

sie heute Risotto-, Reis-, Pasta- und Gewürzmischungen.

„Mein Motto ist: Wenn

du willst, dass es gut wird, dann mach es

selbst!“, sagt Fuchs. „Und Hamburg war an

tollen Gewürzprodukten unterversorgt.“

Ihr Talent wurde Viola Fuchs in die Wiege

gelegt. Ihre Großeltern hatten in Wiesbaden

einen Gewürzladen, ihre Mutter übernahm

eine Filiale in Frankfurt. „Schon als

kleines Mädchen liebte ich es, im Gewürzladen

mitzuhelfen. Es war wie mein großer

Kaufmannsladen. Der Geruch dort war Balsam

für meine Seele“, schwärmt Fuchs. Von

ihrer Mutter lernte sie viel über Gewürze

und ferne Länder. „Noch heute finde ich

viele meiner Inspirationen auf Reisen.

Auch 21 Jahre nach der Gründung

von VIOLAS’ gehe ich

noch gerne in die Experimentierküche

und probiere

Kreationen aus.“

115



WOW

NOW

SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

„ERFOLG IST FÜR MICH SCHON

IMMER ETWAS GEWESEN, WAS

ZÄHLBAR IST.“

ANNA KRAFT

– MODERATORIN –

Fotos: © Maximilian Sydow Photography

DOLOMITI SUPERSKI:

ECCO IL LUOGO DOVE

NASCONO GLI WOW

Un solo skipass e comincia l’esplorazione, lo sciare senza limiti

e confini in un luogo unico: Le Dolomiti, Patrimonio Mondiale UNESCO.

12 zone sciistiche con 450 impianti di risalita,

1.200 chilometri di piste perfettamente preparate,

garanzia d’innevamento e il sole che da noi,

ti regala giornate sempre spettacolari.

Vieni a viverle adesso: WOW NOW

Mvon Daniela Fuß

an merkt Anna Kraft an, dass sie

einmal Leistungssportlerin war,

nicht nur an ihrem durchtrainierten

Körper. Wenn man sie auf ihren Erfolg

anspricht, dann kommt sofort der Sportsgeist

in ihr hoch. „Für mich ist Erfolg immer

etwas gewesen, was man sieht. Ein erster

Platz, eine Medaille, eine große TV-Show,“

sagt die 34-Jährige lachend,

„Mein Sportlerherz kann

ich einfach nicht abgeben.

Erfolg ist für mich einfach,

immer die Beste in dem zu

sein, was ich mache.“

Dafür hat sie immer hart gearbeitet. Ihr

Vater hat in der Familie die Bedeutung von

Erfolg hoch gehalten. „Als ich Deutsche

Meisterin wurde sagte er ‘Toll, aber nicht

ausruhen – sofort weiter.‘ Und als ich mal

Zweite wurde meinte er ‘Nun, damit bist

du wohl erste Verliererin.‘ So etwas prägt.“

Dieser Kampfgeist hat sie auch im Beruf

erfolgreich werden lassen. Über das Radio

kam sie zum Fernsehen. Sie erinnert sich

noch an ihr Casting bei Sky Sport News HD.

„Nach dem Casting meinte der damalige

Chef Roman Steuer ‘Ich weiß, dass Du

Sprinterin bist. Aber gerade bist du nicht

100 Meter, sondern nur 70 Meter gelaufen.`

Das hat mich so wahnsinnig angespornt.“

Mittlerweile ist Anna Kraft eine feste Größe

in der Sportmoderation. Vor allem im Fußball.

Doch sie weiß, dass es Frauen in dem

Bereich immer noch schwer haben.

„Fehler werden dir als Frau

nach wie vor gar nicht oder

viel weniger verziehen als

bei Männern. Mir stand bisher

noch niemand negativ

gegenüber, aber du spürst

es dennoch. Als Frau musst

du einfach mehr leisten.“

Anna Kraft ist allerdings nicht nur erfolgreiche

Moderatorin. Seit Juli 2018 hat sie

gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten

Wolff-Christoph Fuss (Fußballkommentator

bei Sky) eine kleine Tochter. Die kleine

Die ehemalige Leichtathletin ist eine

feste Größe in der Sportmoderation.

Emmi ist ihr persönlicher erster Platz, ihre

Medaille. Auch, wenn sie das Zusammenspiel

von Job und Kind etwas unterschätzt

hatte. „Ich war Leistungssportlerin – habe

gedacht, das schaffst du. Aber es ist schon

eine harte Challenge. Mir ist es schon in

einer Sendung passiert, dass ich gar nicht

mehr wusste, was ich fragen wollte. Trotz

mega Vorbereitung. Aber ich war so müde,

hatte einen toten Punkt, weil Emmi kaum

geschlafen hatte. Doch da muss man dann

professionell wieder raus.“ Auch wenn es

eine Challenge ist, Anna Kraft würde nichts

anders machen. „Obwohl ich einfach viel

zu müde bin,“ lacht sie. „Mit meinem Kind

kann ich wieder auftanken, kann ausblenden

und mich entspannen. Ein Kind zu haben,

ist für mich das größte Glück und auch

ein Erfolg. Denn das kann mir keiner mehr

nehmen.“

DOLOMITISUPERSKI.COM

#WOWDOLOMITISUPERSKI

117



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

NUTELLA-BROTE

IM BETT

Über Anna Sophie Herken:

Jetzt informieren:

www.my-epayment.de

Anna Sophie Herken ist Business Division Head bei der Allianz Asset Management

GmbH und Mitglied verschiedener Aufsichtsräte in China, USA und Europa.

Von 2016 bis 2018 war sie CFO bei Hasso Plattner Capital und von 2011 bis

2016 Geschäftsführerin der Hertie School of Governance in Berlin. Zuvor hatte

sie Führungspositionen unter anderem bei der Weltbank und bei der Europäischen

Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London inne und arbeitete

für das Deutsche Wirtschaftsministerium. Anna ist Juristin und hat einen MBA

an der Cambridge University absolviert. Sie ist Deutsche und Schwedin und

verbrachte den Großteil ihrer Karriere außerhalb von Deutschland.

von Franziska Mansen

Ihre virtuelle Zahlungslösung

für die Zukunft.

Starten Sie in die Zukunft. Mit My ePayment,

der virtuellen Kreditkarte auf Basis der

Mastercard mit weltweit über 45 Millionen

Akzeptanzstellen. Entwickelt für Unternehmen

und individuell an Ihre Bedürfnisse anpassbar.

Sprechen Sie mit uns.

Bei so vielen Stationen, wo hatten

Sie Ihrer Meinung nach am meisten

Erfolg?

Ich kann gar nicht sagen wo ich Erfolg

oder Misserfolg bzw. Glück oder Pech hatte,

am Ende ist aus jeder Situation etwas

Gutes entstanden und ich bin dankbar für

alles.

Und was bedeutet Erfolg für Sie?

Die Freiheit, das tun zu dürfen, was mir

Spaß macht und dabei etwas bewegen zu

können.

Was war für Sie ausschlaggebend bei

Ihrer Berufswahl?

Ich will etwas bewegen und immer wieder

lernen und Neues entwickeln.

Gab es einen materiellen Wunsch, der

© privat

Sie bis zum ersten Erfolg begleitet hat?

Materielle Faktoren waren nie mein Treiber,

sondern der Wille, etwas verändern

und verbessern zu können.

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Nicht zu stillende Neugier und Furchtlosigkeit.

Was raten Sie jungen Menschen, die

Erfolg haben möchten?

Keine Angst haben und neuen Möglichkeiten,

mit Freude und Offenheit zu

begegnen.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem

Privatleben?

Nicht immer einfach, aber ich liebe meine

Familie und meinen Beruf und irgendwie

funktioniert`s.

Was ist für Sie Luxus?

Mit meinen Kindern, am Sonntagmorgen,

Nutella-Brote im Bett zu essen.

Wenn Sie nicht das geworden wären, was

Sie heute sind, dann wären Sie?

Professorin im Bereich Medizin und in der

Forschung aktiv. Später wäre ich zu „Ärzte

ohne Grenzen“ gegangen.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft

die erfolgreiche Menschen heute

brauchen?

Offenheit und Neugier für Menschen, Ideen

und Entwicklungen.

Was macht in Ihren Augen eine gute Führungskraft

aus?

Sich zurücknehmen zu können und zuzuhören.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Sehr wichtig. Ich engagiere mich nicht

nur in den Aufsichtsräten von sozialen

Organisationen, sondern auch im Alltag.

Das ist eine Selbstverständlichkeit und es

erweitert die Wahrnehmung für das was

wirklich wichtig im Leben ist.

119



SECRETS OF SUCCESS SPORT

KICK-STARTER

WERBUNG

MARITIMER LEBENSSTIL UND BUNTE SEGEL

Ob Sommertemperaturen, frische Brise oder winterliche Kälte – mit seinem bunten Segel

gehört WIND SPORTSWEAR seit mehr als 35 Jahren als Begleiter an der Nord- und Ostsee

zum Bild Norddeutschlands. Seit 2019 hat WIND SPORTSWEAR unter neuer Crew nun in

Hamburg angelegt und bietet vom Fleethaus im Hamburg-Harburger Hafen aus maritime

Mode für alle Wetter und Jahreszeiten. Eine Successstory, made in Germany.

Fotos: © privat

So wechselhaft das Wetter, zwischen schier

endlosen Sonnenstunden und Wind und

Wellengang im Norden, an der Küste und

auf den Inseln – so abwechslungsreich die

Landschaften, Orte, Menschen und Geschichten.

WIND SPORTSWEAR, als eine

führende maritime Marke für Freizeit- und

Funktionskleidung begleitet Freunde, Besucher

und Bewohner der Region durch

diese vielseitigen Welten und Eindrücke

des Nordens.

Mit dem Aufbruch in eine neue Generation

der Marke ist bei WIND SPORTSWEAR noch

einmal insbesondere das Lebensgefühl und

der maritime Lifestyle in den Mittelpunkt

gerückt, für den seit mehr als hundert Jahren

Menschen aus dem In- und Ausland an

die Küste kommen und die Vielseitigkeit

des Nordens genießen.

Ob vor der Kulisse der Häfen, beim Abendspaziergang

auf den wunderschönen traditionellen

Brücken der Seebäder, beim

Sprung auf das Deck einer Segelyacht, beim

Shopping und Kaffee auf einer der Promenaden

oder Wander- und Radfahrten an

Stränden, durch Dünen und Wälder und

Wiesen der Region – WIND SPORTSWEAR

steht seit 1980 für Vielseitigkeit, Qualität

und Nachhaltigkeit. Seit 2019 aus Hamburg.

Die Stores der Marke sind an vielen der beliebten

Orte der Nord- und Ostseeregion zu

finden. Entlang der Küste und auf Inseln

laden WIND SPORTSWEAR Stores zum

gezielten Einkauf, aber auch zum Stöbern

und mit attraktiven Angeboten bequemer,

sportlicher und eleganter Kleidung ein.

Und dies oft an der Hafenkante, Seepromenade

oder in den schönsten Lagen der Traditionsorte

– dort, wo maritimer Lebensstil

förmlich in der Luft liegt.

Lea Schüller, die Sturmhoffnung der DFB-Frauen.

Neben ihrer Fußball-Karriere studiert sie

Wirtschaftsingenieurwesen.

Der Traum von der deutschen Fußballnationalmannschaft – viele haben ihn, aber nur für

ganz wenige wird er Realität. Lea Schüller hat es geschafft. Die Kickerin des SGS Essen ist

eine der großen Hoffnungsträgerinnen des deutschen Sturms. Mit sieben Jahren sah sie die

Europameisterschaft der Herren – und seitdem war ihr klar: Sie muss auf den Platz. Heute

ist die 22-Jährige genau dort – und extrem gefährlich. In 19 Spielen hat sie bereits zehn

Tore für die deutschen Fußball-Frauen geschossen.

von Johanna Reichert

Wie diszipliniert musst Du sein?

Disziplin gehört mit Sicherheit

auch dazu, aber ich bin der

Meinung, wenn man ein Ziel verfolgt, das

man sich selbst gesetzt hat, dann ist automatisch

die Motivation und der Wille da, es

auch zu erreichen.

Hast du manchmal das Gefühl etwas zu

verpassen – gesunde Ernährung und

Training statt Party-Nächte und Katerfrühstück

gegen Mittag?

Manchmal bin ich schon traurig darüber,

wenn ich meinen Freunden absagen muss,

aber an sich habe ich nicht das Gefühl

auf etwas verzichten zu müssen. Ich gehe

wahrscheinlich seltener weg als andere

Studenten, aber ich muss nicht ganz drauf

verzichten. Genauso ist es bei der Ernährung

auch. Ich achte schon drauf, was ich

esse, aber ich esse gerne gesund und wenn

ich Lust auf Pizza habe, dann esse ich die

auch.

Wer hat Dich am meisten unterstützt?

Meine Eltern – und das tun sie bis jetzt. Sie

sind bei jedem Spiel dabei und ich freue

mich jedes Mal, wenn ich sie am Spielfeldrand

sehe.

Wann hast Du gedacht: Jetzt habe ich es

geschafft?

Ich glaube „geschafft“ ist der falsche Begriff.

Mein Ziel Bundesliga zu spielen, habe

ich irgendwann geschafft. Genauso wie das

Ziel Nationalmannschaft zu spielen, aber es

gibt immer neue Ziele, die es zu erreichen

gilt.

Du stehst noch am Anfang Deiner Karriere,

hast Du trotzdem einen Plan für danach?

Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen

und würde gerne in der Automobilbranche

Fuß fassen. Das ist zumindest mein jetziger

Stand.

Welche Erfolgs-Ziele hast Du Dir noch

gesetzt?

Champions League spielen. Deutsche Meisterschaft

gewinnen. Europameisterschaft.

Wie gehst du mit Kritik am Frauen-

Fußball um?

Trifft mich in keinster Weise.

Warum ist es trotzdem total genial ein

weiblicher Fußball-Profi zu sein?

Man wird nicht von jedem erkannt. Ich

freue mich jedes Mal, wenn ich erkannt

werde oder Fans im Stadion eine Unterschrift

wollen oder jemand sagt, dass ich

ein Vorbild bin, aber ich kann auch ganz

normal in der Stadt rumlaufen, ohne erkannt

zu werden wie es beispielsweise bei

den Männern ist.

Seit 1980 steht WIND SPORTSWEAR für maritimen Lebensstil.

Das WIND SPORTSWEAR Team freut sich auf Ihren/ Euren Besuch.

120

WIND SPORTSWEAR

An Ost- und Nordsee zuhause - auch online, unter: www.wind-sportswear.de



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

FÜR ERFOLG GIBT ES KEINE

GEBRAUCHS -

ANWEISUNG

Sein berufliches Vorbild ist Virgin-Gründer

Richard Branson, musikalisch bewundert

Martin J. Krug die Rolling Stones. Sein Markenzeichen:

Neugierde an völlig unterschiedlichen

Themen und Herausforderungen.

MARTIN J. KRUG

– UNTERNEHMER &

FILMPRODUZENT –

AS

Scheinbar unlösbare Probleme hinterfragt

der Unternehmer, der sich

sowohl als Filmproduzent als auch

Marketingexperte einen Namen gemacht

hat, geht er mutig oft als Querdenker an.

Seine Erfolgsrezepte sind

„Selbstvertrauen und eine

Menge Arbeitseinsatz.

Dinge ohne ‘Gebrauchsanweisung’ angehen.

Ideen entwickeln und konsequent

umsetzen.“ So hat der Wahl-Münchner

die wichtigsten Herausforderungen seiner

Karriere gemeistert – wie erstmal die Bank

von seiner beruflichen Vision zu überzeugen

und später, zum Beispiel das weltweite

Merchandising für Mercedes in der

Formel 1 und DTM oder das Kanzler-

Portrait des „Goldenen Schröders fürs

Bundeskanzleramt“.

Ausruhen auf Erfolgen kommt für Martin

J. Krug nicht infrage: „Letztlich bin ich

Dienstleister und freue mich wie zum Beispiel

ein Fußballer über ein geschossenes

Tor. Juhu & Jubel. Jedoch alles in dem Bewusstsein,

dass nach dem Spiel vor dem

Spiel ist“, sagt er.

© MJK

Auch soziales Engagement ist für Martin J.

Krug ein wichtiger Pfeiler seines Lebens:

2002 gründete Krug zum Beispiel Power-Child

e. V., einen Verein, der sich präventiv

gegen sexuelle Gewalt an Kindern

und Jugendlichen einsetzt.

„Ohne Nächstenliebe und soziale

Verantwortung macht

das Leben wenig Sinn.

Nicht immer gleich die Welt retten wollen.

Oft sind es auch kleine Dinge, die für Andere

große Bedeutung haben“, erklärt er.

Aber so entspannt der Filmproduzent

auf den roten Teppichen wirkt –

auch er erlebt Herausforderungen: „Der Job

ist nicht selten eine spannende Abenteuerreise,

auch manchmal unter bedrohlichen

Gewitterwolken.“ Sein Rezept gegen Rückschläge?

„Jägermeister“, antwortet er lachend.

„Nein, im Ernst – nicht verdrängen.

Shit happens, so what. Rein in die lästige

Herausforderung. Der Weg ist das Ziel.“

Glück ist für Martin J. Krug nicht in erster

Linie beruflicher Erfolg, sondern „die

Kombination aus Gesundheit, Zufriedenheit,

Liebe, Familie und einem coolen Job.“

In genau definierter Reihenfolge: „Zuerst

© MJK

das Wohl der Familie und dann der Job.

Klar, verbringt man in der Regel mehr Zeit

in seinem Leben mit dem Job als mit der

Familie. Dennoch gibt es bei mir klare Prioritäten.

Der Job ist ja teilweise eine

zwingende Notwendigkeit,

die Familie jedoch das wunderbare

Lebenselixier.“

Dazu passt eines seiner nächsten Projekte:

das Kinderbuch, das er Tochter Lilly widmet,

fertig zu schreiben. Und sein nächster

Film.

122



ERFOLGREICH

IN DER

SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

NISCHE

Gottfried Zmeck und Tim Werner sind in einer Mediennische erfolgreich:

Pay-TV für Heimatfilme, Schlager und romantische Filme. Zmeck hat

den Kanal 1999 gegründet und ausgebaut, Werner kam 2008 dazu. Zum

1. Oktober 2019 hat sich Zmeck in den Aufsichtsrat zurückgezogen und

Werner die Führung des Senders überlassen.

von Renate Kerscher

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Gottfried Zmeck: Erfolg ist

wichtig, aber nicht zu jedem

Preis. Preis und Anstrengung müssen im

Verhältnis zum Ergebnis stehen.

Tim Werner: Etwas mehr als das gesteckte

Ziel zu erreichen, ist für mich Erfolg. Die

Ziele sollte man dabei weder zu hoch noch

zu niedrig stecken.

Was ist bislang das persönliche Highlight

Ihrer Karriere? Und warum?

Gottfried Zmeck: Ein Highlight für mich

war die Gründung des eigenen Unternehmens

und fünf Jahre später die Tilgung der

letzten Kreditrate.

Tim Werner: Ein Highlight war die Gründung

von Romance TV Polska, den wir zu

einem der erfolgreichsten Sender für Frauen

in Polen gemacht haben.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen,

der Erfolg haben möchte?

Gottfried Zmeck: Man braucht immer

Glück, um Erfolg zu haben, und außerdem

Menschen, die einem helfen. Das Umfeld

ist wichtig. Man wird es nie alleine schaffen.

Tim Werner: Ehrlich, glaubwürdig und authentisch

bleiben. Erfolg ja, aber nicht um

jeden Preis.

Was ist ein Must-have in Ihrem Beruf?

Gottfried Zmeck: Durchhaltevermögen,

Neu gier und Bescheidenheit – Letzteres ist

gerade in der Medienwelt extrem wichtig.

Tim Werner: Wenn man ein Unternehmen

mit 30 bis 40 Mitarbeitern leitet, ist Motivationsfähigkeit

sehr wichtig.

Was macht in Ihren Augen eine gute

Führungskraft aus?

Gottfried Zmeck: Das Schlüsselwort ist

Motivation. Eine Führungskraft muss sich

selbst motivieren, aber auch das Team.

Dann wird man erstaunt sein, welche Leistungen

Mitarbeiter erbringen.

Tim Werner: Neben Motivation halte ich

Lob für sehr wichtig. Ich habe festgestellt,

dass man nicht genug loben kann. Positives

Feedback ist ein sehr hohes Gut.

Gottfried Zmeck: Lob ist wichtig, aber auch

Kritik. Sie gibt Mitarbeitern das Gefühl,

dass sie erstgenommen werden.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns

zusammenfassen?

Gottfried Zmeck: Tüchtig sein, vernünftige

Ziele setzen und nicht so selbstherrlich

sein und denken, dass man es ohne die Hilfe

anderer Menschen schaffen würde.

Tim Werner: Ich verfüge noch nicht über

den unternehmerischen Erfolg eines Herrn

Zmeck, aber wenn ich eines bei ihm lernen

durfte, dann ist es Risikobereitschaft, die

für den Erfolg einfach notwendig ist.

TIM WERNER UND

GOTTFRIED ZMECK

– MAINSTREAM MEDIA AG –

Tim Werner und Gottfried Zmeck

bei den API Emmy Awards

© API Michael Tinnefeld

125



WERBUNG

„WENN IDEEN MICH

ÜBERZEUGEN, BRENNE

ICH SOFORT DAFÜR!“

Sind Sie ein

cleverer Überflieger?

Vor 15 Jahren arbeitete

Marco Schmidt im Lager bei

Dallmayr, dort schleppte er

Kaffeesäcke - Tag ein, Tag

aus. „Ein Knochenjob“, so

der 33-Jährige. Es war nicht

der Letzte. „Hunderte Jobs

haben dazu beigetragen“,

beschreibt der wortgewandte

Entrepreneur seinen

Weg nach oben.

Heute – um zahlreiche

Erfahrungen reicher und

viele Jahre reifer – ist

Marco Schmidt Unternehmer,

Start-up-Investor,

Kunsthändler und Fachmann

für Antiquitäten. Als

Kulturliebhaber verbringt

der erfolgreiche Tausendsassa

seine seltene Freizeit

mit der Förderung der

feinen Künste.

Am Anfang seiner Karriere stand

nicht viel außer ein Ziel. „Ich wollte

es einfach schaffen – immer“,

sagt Schmidt. Dieser Wille mitsamt der Leidenschaft

zu Kunst und Kultur zeichneten

seinen Weg. Schmidts Werdegang begann

bei Dallmayr vertiefte sich über zahlreiche

Engagements in den Gastronomie-Betrieben

seiner Familie, während seiner Zeit

in der aufstrebenden Berliner Musikszene

und seinem politischen Engagement am

damaligen Studienort seiner Wahl. Der geborene

Münchner behielt sein Ziel im Blick

und stieg bald vom Angestellten zum Geschäftsführer

auf. Ehe er sich versah, besaß

der Jung-Unternehmer seinen eigenen

Club – ein „dankbares“ Sprungbrett.

Schmidt sammelte unzählige Kontakte.

Geschäftsleute, Politiker, Künstler – sie

alle liefen ihm tagtäglich in die Arme.

Seine offene Art verschaffte ihm schnell

Zugang und aus seiner Begeisterungsfähigkeit

wuchsen Projekte. „Ich habe immer

ein offenes Ohr für Ideen – und wenn

sie mich überzeugen, brenne ich sofort

dafür.“ Schmidts Feuer und seine Intuition

führten ihn aus der Gastronomie in die

Welt der Kunst, Finanzen und Politik. Vor

Risiken scheute er nicht zurück. Schmidt

machte sich mit seiner eigenen Firma im

umkämpften Münchner Antiquitätenhandel

einen Namen, er investierte erfolgreich

in Bitcoins, führte eine der größten

deutschen Sammlungen zeitgenössischer

Kunst zusammen und reiste mehrfach im

kulturellen Auftrag der deutschen Bundesregierung

ins Ausland.

Auch Schmidts aktuelles Investmentprojekt

ist in seinem Kopf entstanden und

durch sein Wirken gewachsen. Die Samsara

Capital Investment AG unterstützt seit

2018 junge, vielversprechende Start-ups

mit dem nötigen Startkapital und seiner

Erfahrung. „Jetzt möchte ich, dass andere

aufstrebende Unternehmer von meinen

Kontakten profitieren.“ Veranstaltungen

wie „Movie meets Media“ und der „FaceClub“

seien perfekt, um junge, kreative

Köpfe und erfahrene Geldgeber zusammenzubringen.

Samsara Capital Investment AG

samsara-capital.com

Samsara (Sanskrit, n., संसार, saṃsāra;

Pali: saṃsāra; wörtlich: „beständiges

Wandern“) ist die Bezeichnung für

den immerwährenden Zyklus des

Seins, den Kreislauf von Werden und

Vergehen oder den Kreislauf der

Wiedergeburten in den indischen

Religionen Buddhismus, Jainismus und

Teilströmungen des Hinduismus.

Schmidts Ausgleich zum Geschäftsleben

ist und bleibt die Kunst. Seine große Leidenschaft.

„Ein Traum von mir war eine

eigene Kunstgalerie zu haben“, so Schmidt.

Anfang des Jahres war es so weit. Seither

findet sich in der beliebten Münchner

Maximilianstraße die „M Gallery“ für junge,

aufstrebende Künstler. „Diese haben

dort die Möglichkeit, ihre Werke einem

erfahrenen Publikum präsentieren zu

können“, erklärt Schmidt.

Dann seien Sie auch so smart, Ihre Werbung

mit Produkten zu bezahlen.

Fast wie selbstverständlich studierte

Schmidt nebenher internationales Management

und Kunstgeschichte. „Ich habe

mir das alles selbst finanziert und aufgebaut“,

betont er.

M – eine Stadt sucht eine Galerie

www.m-gallery.de

Maximilianstraße 22

80539 München

Ihr Klaus Westrick

Marco Schmidt, geboren in München,

lebt heute zusammen mit seiner Lebensgefährtin

und drei Kindern am Starnberger See.

XLS Media Group GmbH • Schöne Aussicht 29 • 65193 Wiesbaden • Germany

Tel. +49 611 9 00 57-3 • Fax +49 611 9 00 57-55 • info@xls-group.com • www.xls-group.com



SECRETS OF SUCCESS SPORT

SECRETS OF SUCCESS SPORT

WIE VIEL BIST DU

BEREIT

ZU GEBEN?

Henry Maske,

Box-Legende: Sieger in

31 von 32 Profikämpfen,

Olympiasieger,

zehnfacher Weltmeister

von Johanna Reichert & Franziska Mansen

B

ox-Legende Henry Maske: Sieger in

31 von 32 Profikämpfen, Olympiasieger,

zehnfacher Weltmeister –

was für eine Bilanz! Henry Maske (55) kann

auf eine der außergewöhnlichsten Karrieren

des Boxsports zurückblicken.

Da fast zehn Jahre nach seiner einzigen

Niederlage sein einstiger Bezwinger Virgil

Hill nochmals Weltmeister wurde, fühlte er

sich herausgefordert. Henry Maske wagte

ein Comeback – für nur einen Kampf. Virgil

Hill, den er als Profi nicht besiegen konnte,

schickte er als pausierender „Rentner“ endlich

als Verlierer nach Hause. Ein Sieg, mit

dem keiner rechnete.

Außer Maske selbst. Denn er wusste, was er

bereit war, dafür zu geben: Alles.

Sie haben früh mit dem Boxen begonnen.

War Boxer zu werden Ihr Kindheitstraum?

Nein, das war Zufall. Ich war sechs Jahre

und ein Schulkamerad hat mich gefragt, ob

ich ihn zum Boxen begleite. Das war viel

früher, als sich ein Trainer das vielleicht

gewünscht hätte, weil man erst ab zehn

Jahren Wettkämpfe machen kann. Der andere

war nach etwa zwei Wochen wieder

weg – und ich dann nach 26 Jahren. Ich

habe mit großer Hartnäckigkeit und Ausdauer

das Recht eingefordert, dabei bleiben

zu dürfen.

Wenn man als Sechsjähriger

dreimal die Woche zum

Sport geht, ist das nicht wenig.

hat es geschafft, dass ich schon vier Monate

vor meinem zehnten Geburtstag meine

ersten beiden Wettkämpfe machen durfte.

Das waren die ersten Momente, die wirklich

wichtig waren.

Sie wurden in der ehemaligen DDR geboren,

was glauben Sie, wie hätte sich Ihre

Karriere ohne den Mauerfall entwickelt?

Dann wäre ich wahrscheinlich noch eine

Zeit lang Amateur-Boxer gewesen und hätte

parallel mein Sportstudium abgeschlossen.

Danach wäre ich wohl Box-Trainer bei

uns in Frankfurt/Oder geworden und wäre

vielleicht heute der Spitzentrainer.

Wie hat sich Ihre Karriere durch den Mauerfall

konkret verändert?

Mein Trainer Manfred Wolke und ich hatten

den Mut eine für uns fremde, völlig

neue Welt zu erobern. Wir haben 1990 relativ

schnell einen Vertrag als Profiboxer unterschrieben.

Die Sporthalle, die Manfred

Wolke, damals für uns geschaffen hat, stellt

aus heutiger Sicht von den Möglichkeiten

eine große Lächerlichkeit dar. Wir haben

dort aber einen Großteil meiner Profi-Karriere

verbracht. Zwei Sandsäcke, ein Plattform-Ball,

das sind die, die so federn, ein

Boxring, eine Kraftecke, eine Videoecke,

eine Dusche, eine Toilette, eine Umkleide

und einen Flur – alles auf 70 Quadratmetern.

Es war recht spartanisch, man roch

sehr schnell, dass da gearbeitet wurde. Das

alles machte uns aber auch eisern. Es war

spartanisch, aber für uns war es genug.

Es ist ein beeindruckendes

Gefühl, wenn man so eine

volle Halle sieht. Aber die

Person, die einem gegenübersteht,

ist fordernd genug,

um einem keine Zeit zu

lassen, ein Gefühl dafür zu

entwickeln, wie viele Menschen

einem da zugucken.

Heute machen Sie etwas ganz anderes: Sie

haben mehrere McDonald’s- Filialen. Wie

kam es dazu?

Ich habe gutes Geld verdient und hatte

nicht den unbedingten Druck, mir etwas

Neues suchen zu müssen. Irgendwann im

Zuge meiner Sportler-Karriere hatte ich

meinen ursprünglichen Plan Trainer zu

werden ad Acta gelegt. Letztlich war es

Zufall. Ich habe jemanden kennengelernt,

parallel das Buch über Ray Kroc, dem Begründer

von McDonald’s als Franchise-

Unternehmen gelesen und es hörte sich

für mich so an, als ob auch ich das machen

könnte. Ich wäre bei weitem nicht der erste

Quereinsteiger. Die Realität beweist, dass

es so ist. Am 1.April 2000 habe ich mit der

ersten Filiale gestartet.

Henry Maske – der „Gentlemanboxer“

ist heute Unternehmer.

© Valentin Schütt_Sevenmiles

Wie wichtig ist es für eine Sportler-Karriere

möglichst früh zu beginnen?

Für mich war es sehr gut. Ich gehöre nicht

zu den Talentierten. Es gibt Menschen,

die fangen etwas an und erreichen schnell

ein gewisses Niveau – und dann gibt es

einen Großteil, bei dem man das Gefühl

hat, Freunde werden die mit dieser Sportart

nicht auf Anhieb, die brauchen, wenn

überhaupt deutlich länger, um eine gewisse

Qualität zu erreichen. Ich gehöre zur zweiten

Kategorie. Durch das, dass ich aber früh

begonnen habe, hat man mir wohl zu Recht

nachgesagt, ich sei technisch hochversiert.

Was waren Ihre wichtigsten Karriereschritte?

Meine ersten Kämpfe. Als Kind geht es beim

Sport darum, sich mit anderen zu messen,

man will Erfolge. Wenn das auf Dauer nicht

passiert, kann man – und so war es auch bei

mir – die Ausdauer verlieren. Mit neun Jahren

wollte ich aufhören, aber mein Trainer

Was sind die Stärken, die für Ihren Erfolg

wichtig waren?

Mein Trainer hat mir mit 17 Jahren auf eine

für mich sehr schmerzhafte Art die Frage

gestellt, die sich eigentlich jeder stellen

müsste:

Ist das, was Du tust das, was

Du tun willst?

Ich sollte mir bewusst sein, dass vieles von

dem, was auf mich zukommen würde nicht

so toll und angenehm werden würde. Wer

einen langen, erfolgreichen Weg gehen

will, der sollte sich klar darüber werden, wie

weit die Leistungsbereitschaft geht.

Wie fühlt es sich eigentlich an, vor 18

Millionen Zuschauern zu boxen?

Man wächst da rein. Außerdem sind gar

nicht so viele in der Halle. Aber 13.500

Zuschauer sind auch ganz schön.

© Bogdan Yukhymchuk

128

129



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

MUT ZU ANDEREN

Vieles im Leben waren Zufälle. Es gab auch

immer wieder Rückschläge, die mich veranlasst

haben, meine Komfortzone zu verlassen.

Im Nachhinein war es genau richtig so.

Aber oft ist es besser, eine

Entscheidung zu treffen als

keine zu treffen.

WEGEN

AXEL GRÄNITZ

– Präsident und CEO

der Polygon Group –

Avon Renate Kerscher

xel Gränitz zählt sich nicht zu den

Managern, die sich für unersetzlich

halten. Ganz im Gegenteil.

Darum hat er seine Woche klar in Berufsund

Privatleben gegliedert. Beruflich ist

er ein Tausendsassa, der die Vielfalt liebt:

Gebäudemanagement, Seniorenbetreuung,

Reisen, Private Equity, Logistik- und Finanz

dienstleistungen sind nur einige der

Branchen, in denen er schon aktiv war.

„Darin sehe ich meine Stärke.

Ich habe immer wieder die

Branche gewechselt und dadurch

mehr hinterfragt als

Brancheninsider“,

spricht Gränitz den Kern seines Erfolgs an.

Studiert hat der Münchner Politikwissenschaften,

aktuell ist er Präsident und CEO

der Polygon Group.

Herr Gränitz, Sie haben beruflich viel erlebt.

Was war, was ist ausschlaggebend

für Ihre Berufswahl?

Sehen Sie darin den Ursprung Ihres

Erfolgs?

Zunächst einmal ist Erfolg für jeden Menschen

etwas anderes. Für mich ist Erfolg, zu

dem, was ich mache eine Rückbestätigung

zu bekommen und für mich selbst auch Zufriedenheit

zu finden.

Wie schaffen Sie es denn, Ihr Berufsleben

mit dem Privatleben zu vereinbaren?

Ich bin seit 30 Jahren immer irgendwo

in der Welt unterwegs und so gut wie nie

zu Hause. Ein großes Erfolgsrezept ist für

mich, dass ich unter der Woche arbeite wie

ein Tier, aber die Wochenenden heilig sind.

Von Freitag 19 Uhr bis Montag 7 Uhr gehe

ich an kein Telefon und setze am Wochenende

die Prioritäten auf meine Familie und

den Freundeskreis.

Aber muss nicht gerade ein Unternehmer

oder ein Manager immer erreichbar und

verfügbar sein?

Das glaube ich nicht. Ich denke, ein guter

Manager ist der, der seine Arbeit in der vorgegebenen

Zeit schafft. Schlechte Manager

sind diejenigen, die sich selbst ständig

Arbeit machen und sich für unersetzlich

halten.

Macht diese Einstellung eine gute Führungskraft

aus?

Auch. Eine gute Führungskraft muss meiner

Meinung nach emphatisch sein und

auf Leute zugehen können. Wichtig ist die

Balance zwischen einer klaren Zielvorgabe

und die Empathie zu haben, eine Person zu

würdigen.

Leiten Sie nach dieser Maßgabe auch Ihr

Team?

Ich habe Leute, denen ich Aufgabengebiete

gegeben habe, und gehe davon aus, dass sie

die Entscheidung selbst treffen. Wenn man

Führungskräfte unter sich hat, die versuchen,

die Entscheidung auf einen selbst

abzuwälzen, dann hat man sie eigentlich

schon falsch ausgesucht. Wir arbeiten viel

im Team, ich möchte Meinungen hören,

aber wenn ich das Gefühl habe, jetzt muss

eine Entscheidung getroffen werden, dann

treffe ich sie auch – manchmal auch ein

falsche.

Gibt es denn Entscheidungen, die Sie

aus heutiger Sicht gerne zurücknehmen

würden?

Ehrlich gesagt nicht. Ich hatte natürlich

persönliche Enttäuschungen und Rückschläge.

Im Nachhinein machte das aber

immer Sinn, weil es mich unweigerlich

dazu geführt hat, dass ich zum Beispiel den

Beruf gewechselt und eine bessere Position

bekommen habe. Das Leben ist ein Marathon

und kein Sprint.

Wo schöpfen Sie nach einem Rückschlag

oder einer Enttäuschung neue Kraft?

Da gibt es zwei Dinge. Ich liebe den Tegernsee,

dort habe ich mein Boot und die Kombination

aus Bergen und See ist für mich

wie zwei Wochen Urlaub.

Außerdem laufe ich jedes Jahr eine Alpenüberquerung.

Dort kann ich komplett abschalten,

bin mit mir und der Natur im Einklang

und komme an meine persönlichen

Grenzen.

Warum eine Alpenüberquerung?

Ich habe das mal verschenkt und nicht damit

gerechnet, dass ich mitlaufen muss.

Inzwischen habe ich es schon fünfmal

gemacht. 200 Kilometer über den Alpenkamm,

jeden Tag acht bis zehn Stunden

laufen.

Das spricht auf jeden Fall für Ihr Durchhaltevermögen.

Gehört das auch zu den

Must-haves in Ihrem Beruf?

Durchaus. Ich halte es aber auch für wichtig,

sich ein Ziel zu definieren und dann

die Flexibilität zu haben, mit einer gewissen

Vernunft die Ziele zu verändern. Das

Schlimmste ist Starrköpfigkeit.

Zum Schluss noch: Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Eine Mischung aus Intuition, dem Riecher

für das Richtige und dem Mut, andere Wege

zu gehen.

Einmal im Jahr läuft Axel Gränitz eine

Alpenüberquerung – sein Ausgleich zum Beruf.

© Axel Gränitz

© Unsplash

© offenblende.de

131



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

AUS FEHLERN

LERNEN

NACH JEDER

MOVIE MEETS MEDIA:

DAS BESTE

KATERFERNSEHEN

DER WELT.

DMAX GRATULIERT

ZUM 20-JÄHRIGEN JUBILÄUM.

BLEIBT ECHT.

Dr. Bernd Buchholz, Jahrgang 1961, ist Jurist, Politiker und seit 2017 Minister für Wirtschaft,

Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig- Holstein. Bereits seit

1981 ist Buchholz Mitglied der FDP. Er war Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, Mitglied

im FDP-Landesvorstand, Mitglied des Landtags. Von 2009 bis 2012 war der zweifache

Familienvater Vorstandsvorsitzender der Gruner + Jahr AG & Co. KG. Erfolg bedeutet für

ihn, wenn er selbstgesetzte Ziele erreicht.

DR. BERND BUCHHOLZ

– JURIST UND POLITIKER –

© MWVATT

Herr Buchholz, was wollten Sie als

Kind werden?

Flugkapitän, weil mich Fliegen bis

heute fasziniert.

Sie sind dann doch Jurist geworden, was

war dafür ausschlaggebend?

Die Vielfalt der Betätigungsmöglichkeiten.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten

Karriereschritte?

Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr

und mein jetziges Amt als Wirtschaftsminister.

Was würden Sie als bisheriges Highlight

Ihrer Karriere bezeichnen?

Gruner + Jahr erfolgreich durch und aus

einer Wirtschaftskrise geführt zu haben.

Gab es einen materiellen Wunsch, den Sie

sich zu Ihrem ersten großen Erfolg erfüllt

haben?

Ein Motorrad zum Abitur.

Was sind Ihre Stärken, die auch für Ihren

Erfolg maßgeblich sind?

Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsstärke.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

So gut wie möglich das zu machen, was zu

machen ist, und nicht zu viel über Karriere

nachdenken.

von Renate Kerscher

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Ich versuche, aus Fehlern zu lernen.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Etwas verändern zu wollen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten

unterstützt?

Es gab zwei wichtige Mentoren: meinen

Doktorvater und den Vorstandsvorsitzenden

von Gruner + Jahr.

Was ist Ihr Ort der Inspiration?

Mein Ferienhaus am See.

Und was bedeutet für Sie Luxus?

Zeit ist Luxus. Und liebenswerte Menschen

in meiner Umgebung.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Nö.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns

zusammenfassen?

Ich hatte Glück und habe hart gearbeitet

dafür.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft,

die erfolgreiche Menschen heute

brauchen?

Zehn Prozent Inspiration, neunzig Prozent

Transpiration.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie

sich für die Zukunft?

Erfolg bei der Landtagswahl 2022 mit der

FDP.

133



SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

KINOSTART

bundesweit im

Januar 2020

ÜBER

UMWEGE

ZUM

OSCAR

PETER

SIMONISCHEK

BIBIANA

BEGLAU

DANIEL

DONSKOY

A FILM BY DROR ZAHAVI

SABRINA

AMALI

makemusicnotwar‏#קרשנד

MEHDI

MESKAR

© www.jochen-alexander-freydank.de

2009

wurde Jochen Alexander

Freydank

weltberühmt: Als

sein historischer Kurzfilm „Spielzeugland“

den Oscar bekam, konnte er es kaum glauben.

Der Berliner Regisseur hatte lange für

diesen Film und dessen Finanzierung gekämpft.

Vier Jahre, um genau zu sein.

Doch hier half ihm seine

Hartnäckigkeit weiter.

Eine Eigenschaft, die man seiner Erfahrung

nach unbedingt haben muss, um im Filmgeschäft

zu bestehen. „Und Talent.“ Auch

das hat Freydank. Nur wollte dieses Talent

lange niemand sehen.

Jochen Alexander Freydank ist in der DDR geboren und

aufgewachsen. Für den Ostberliner Jungen schien Westdeutschland

unerreichbar zu sein, von Hollywood ganz zu

schweigen. Auch mit seinem Berufsziel Regisseur klappte es

anfangs nicht. Und dennoch: Mit 41 Jahren stand Freydank

auf der Bühne des Kodak Theatre in Los Angeles und nahm

den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ entgegen.

von Claudia Rothhammer

Obwohl Freydank schon früh weiß, dass er

Regisseur werden will, will es nicht klappen.

Nach dem Abitur volontiert er beim

DDR-Fernsehen. Mit dem Fall der Berliner

Mauer keimt wieder Hoffnung: Freydank

bewirbt sich für eine Ausbildung bei Filmhochschulen

im Westen – und kassiert nur

Absagen. „Ich weiß gar nicht mehr, waren

es fünf oder sechs“, erinnert er sich. Andere

hätten sich von ihrem Berufswunsch verabschiedet,

doch Freydank nicht. Er verdient

sich seinen Unterhalt als Regieassistent,

Cutter, Drehbuchautor und Produzent,

lernt das Filmhandwerk in der Praxis kennen.

1999 gründet er seine Produktionsfirma,

dreht Kurzfilme wie „Spielzeugland“.

Obwohl er nie eine Filmhochschule besucht

hat, erreicht Freydank mit 41 Jahren,

wovon andere Kollegen nur träumen können:

den Oscar.

„Erfolg ist gerade in meinem

schnelllebigen Beruf etwas,

was sehr flüchtig ist“,

gibt er zu bedenken.

„Man muss sich immer wieder

neu beweisen.“

Das heißt: Auf dem Oscar will er sich nicht

ausruhen. So hat er inzwischen über ein

Dutzend sehr erfolgreicher Fernsehfilme

realisiert und wagte sich 2013/14 an die

Verfilmung von Franz Kafkas Erzählung

„Der Bau“, die ihm ebenfalls international

viel Bewunderung einbringt.

Was er jungen Menschen rät? Freydank

überlegt. Praxis sei extrem wichtig für diesen

Beruf. „Meine Zeit als Producer war

spannend, weil ich einen Blick für die andere

Seite in der Branche bekommen habe.

Und die Arbeit als Cutter hilft mir heute

noch beim Drehbuchschreiben. Rückblickend

hätte ich mir zwar manchmal einen

einfacheren Weg gewünscht, aber ich bin

froh darüber, was ich kann und heute machen

darf.“

135

Eine CCC Filmkunst Produktion von Alice Brauner in Koproduktion mit Servus TV, MZ-Film, Filmvergnuegen, Niama Film und AVE Publishing



Seinen Erfolg verdankt Fischer seinem unbedingten Willen

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

ERFOLG IST

KEIN SYNONYM FÜR

KONTOSTAND

und 60 Jahre alt.“ Deshalb habe er seine

Partner und Kunden genau studiert, habe

sich dieselben konservativen Anzüge gekauft

und sich eine Lesebrille aus Fensterglas

zugelegt. „Gleich wirkte ich seriöser.

Und ich wollte ja ernst genommen werden.“

Die Mitarbeit bei der Schülerzeitung hat ihm zur

ersten eigenen Firma verholfen. Heute ist Jochen

J. Fischer ein erfolgreicher Unternehmer, Berater

und Investor aus Hamburg. Im Interview verrät der

55-Jährige das Geheimnis seines Erfolgs.

von Claudia Rothhammer

Jochen J. Fischer,

Berater, Investor

und Unternehmer

Alter hin oder her: Der Erfolg gibt ihm

recht. 15 Jahre läuft das Unternehmen gut,

dann kommt der erste unternehmerische

Rückschlag. Das Internet mischt die Verlagsbranche

auf, die Umsätze gehen zurück.

1999 verlässt er den Verlag, orientiert sich

um und setzt alles auf neue Technologien.

Mit einem ehemaligen Kollegen der Schülerzeitung

baut er Vectron Systems zum

führenden europäischen Hersteller für Kassensysteme

aus und bringt das Unternehmen

an die Börse. 2007 wiederholt er das

Ganze mit einer weiteren Firma.

© privat

Von der Schülerzeitung zur eigenen Aktiengesellschaft –

Jochen J. Fischer hat ein Näschen für Trends und Märkte

Als Schüler hat Fischer bei der Schülerzeitung

mitgearbeitet. Um die

Herausgabe der Zeitung zu finanzieren,

hat er mit 15 Jahren in seiner Freizeit

Werbeanzeigen verkauft – und ist auf

den Geschmack gekommen. Es habe ihm

nicht nur Spaß gemacht, sondern er merkte

auch, dass er dafür Talent hat. „Ich dachte,

was für die Schule funktioniert, funktioniert

auch für die Stadt“, erinnert sich

Fischer. Und so gründet er mit 18 Jahren

seine erste Firma, um ein regionales Jugendmagazin

herauszugeben. Fischer ist

damit so erfolgreich, dass ein niederländischer

Verleger auf ihn aufmerksam wird

und ihm mit gerade mal 20 Jahren die Zusammenarbeit

anbietet: Aus dem kleinen

Verlag wird eine Druck- und Verlagsgesellschaft,

die Wochenzeitungen, Anzeigenblätter,

Special-Interest-Titel sowie Corporate-Publishing-Produkte

herausbringt.

Das war Anfang der 1980er-Jahre. „Heute

stehen an der Spitze vieler Start-up-Unternehmen

junge Menschen, aber bei mir war

das noch anders. Damals war das etwas

Exotisches, wenn ein Student nebenbei

eine eigene Firma aufbaut.“ Fischer muss

lächeln, wenn er an die Zeit zurückdenkt.

„Um nicht so jung auszusehen, habe ich

versucht, mich älter zu machen. Meine Geschäftspartner

waren ja alle zwischen 40

„Zwei Unternehmen an die

Börse zu bekommen, ist das

Highlight einer Unternehmerkarriere“,

sagt Fischer.

Er ist erfolgreich. Aber er winkt dennoch

ab, als er darauf angesprochen wird: „Da

gibt es ganz andere, die mehr erreicht haben

als ich.“ Überhaupt sei das so eine Sache

mit dem Erfolg. „Für viele ist Erfolg ein

Synonym für einen hohen Kontostand, für

ein Leben, in dem man materiellen Reichtum

angehäuft hat.“ Er definiere Erfolg aber

anders, setze es gleich mit innerer Zufriedenheit.

Das sei wichtiger, „als möglichst

viel Geld anzuhäufen“.

Geld sei für ihn nur die Basis

für „maximal mögliche

Freiheit und Unabhängigkeit“,

aber kein Maßstab, ob

jemand ein erfülltes Leben

habe.

Und ist er zufrieden mit seinem Leben?

Der 55-Jährige muss nicht überlegen: „definitiv.“

Er würde auch heute alles wieder

genauso machen. Sein Rat an junge Menschen,

die am Anfang ihrer Karriere stehen:

Sich nicht von Rückschlägen entmutigen

lassen, die gehörten zum Leben dazu. „In

fast 40 Jahren Unternehmerdasein bleiben

die nicht aus“, weiß Fischer und erinnert

an die schwierigen Umbruchzeiten, als die

Technologieblase platzte oder das Internet

den Verlagen zu schaffen machte. Aber es

gehe danach auch weiter. Man müsse nur

wollen und machen. „Wer Erfolg haben

möchte, braucht einen unbedingten Willen

zum Erfolg“, sagt er. „Und man muss an

sich glauben.“

Diesen unbedingten Willen zum Erfolg und

das Selbstvertrauen in sich selbst hat ihm

sein Großvater vorgelebt. Der war selbst

Unternehmer, hatte sich eine Maschinenfabrik

aufgebaut. Das Motto des Großvaters

war stets: „Wenn du willst, was du kannst,

dann kannst du, was du willst.“ Diesen Rat

habe er sich schon früh zu Herzen genommen,

sich klare Ziele gesetzt und mit aller

Kraft an der Umsetzung gearbeitet.

Fischer kramt ein altes Foto hervor. Es zeigt

einen jungen Mann im Trenchcoat vor dem

Kensington Hotel, der neben einem Rolls-

Royce steht. „Wir waren mit der Schulklasse

in London. Ein Klassenkamerad hat

mich fotografiert. Damals dachte ich mir,

so ein Auto willst du auch einmal fahren.

30 Jahre später habe ich mir diesen Traum

tatsächlich erfüllt – und natürlich ein Foto

gemacht.“ Er holt auch dieses Bild hervor.

Für Fischer haben beide Fotos Symbolkraft:

Wenn man sich Ziele setzt und an sich

glaubt, kann man alles schaffen.

Luxus-Autos haben Fischer schon als

Schuljungen fasziniert. Heute kann er

sich diesen Wunsch erfüllen.

„Eifel Classic Rallye 2011“, mit dem

Rolls-Royce Corniche auf dem

Nürburgring mit Copilot Schauspieler

Till Demtroeder.

Fotos: © privat

136

137



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

ALLES, WAS MÄNNER LIEBEN

JEDER PROFI

WAR MAL

ANFÄNGER

Einer, der weiß, wie Erfolg

geht, ist Lars Amend. Nicht

zuletzt als Autor von „It’s

All Good“, einem Ratgeber

über Erfolg, Glück und

Persönlichkeitsentwicklung.

Der Schriftsteller hat elf

Bücher in elf Jahren veröffentlicht.

Bekannt wurde

Amend vor allem durch sein

Buch und den gleichnamigen

Film „Dieses bescheuerte

Herz“. Als Schriftsteller

ist Lars Amend eher ein

„Spätberufener“: Er begann

erst mit 29 Jahren, zu

schreiben.

LARS AMEND

„von Renate Kerscher

Nach der Schule bin ich ohne Plan

nach London gezogen, um in der

Musikbranche zu arbeiten. Dort habe ich

gelernt, in einem fremden Land klarzukommen,

ohne jemanden zu kennen und ohne

viel Geld zu verdienen. Zehn Jahre später

kam mein erstes Buch auf den Markt, das

sofort ein Platz-1-Spiegel-Bestseller wurde“,

erzählt Amend. Diese Erfahrung habe

ihm gezeigt, dass man

keine Angst vorm Scheitern

haben darf, sondern es einfach

probieren muss.

Bekannt wurde er vor allem durch das Buch

„Dieses bescheuerte Herz“ und den gleichnamigen Film

Darin sieht er auch den Schlüssel zu seinem

Erfolg: „Go your own way! – Hör auf

dein Herz, zieh dein Ding durch und mache

nichts, um anderen zu gefallen.

Lass dich von Menschen, die

deinen Weg schon gegangen

sind, ruhig inspirieren,

aber werde dein eigener

Rockstar.“

– SCHRIFTSTELLER –

Wahrer Erfolg hat für Lars Amend nichts

mit Geld, schnellen Autos oder großen

Häusern zu tun – sondern mit Seelenfrieden.

„Wenn du im Innen ruhst, brauchst

du keine Bestätigung in Form von Erfolg

im Außen mehr. Anders gesagt: Wenn du

nichts brauchst, um glücklich zu sein, kann

dir dieses Glück auch nicht mehr weggenommen

werden. Das ist die höchstmögliche

Form von Erfolg, da er durch nichts

zerstört werden kann.“

Amend ist allerdings nicht so besonnen und

in sich ruhend zur Welt gekommen. Darum

hat er sich von seinem ersten Geld, das er

mit Anfang 20 beim Radio verdient hat,

einen Anzug von Helmut Lang gekauft –

für knapp 2000 Euro. „Ich wollte eben da­

© melanie-koravitsch.com

HIER SIND DIE STARS

Playboy gratuliert MOVIE MEETS MEDIA

zu 20 Jahren voller funkelnder Momente

und glamouröser Sternstunden

138

139

playboy.de



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

Mit 29 Jahren entschloss er sich

seiner Leidenschaft nachzugehen: Dem Schreiben.

zugehören.“ Heute bedeuten ihm Statussymbole

nichts mehr und er ist davon auch

nicht beeindruckt. Den Helmut-Lang-Anzug

hat er allerdings immer noch. „Ein zeitloser

Klassiker.“

Was ihn heute wirklich beeindruckt sind

Weltstars wie etwa Paulo Coelho und

Rudolf Schenker von der Rockband The

Scorpions, mit denen er zusammenarbeiten

durfte. „Zeit mit zwei weltweit erfolgreichen

Superstars zu verbringen, die auf

allen Ebenen den puren Erfolg verkörpern,

kann man mit keinem Geld der Welt bezahlen“,

schwärmt er noch heute von diesem

Karrierehighlight. Ein weiteres solches

Highlight war natürlich auch die Verfilmung

seines Buches „Dieses bescheuerte Herz“,

die zu einem der erfolgreichsten deutschen

Kino filme der letzten Jahre wurde.

„Das war schon auch ganz

geil.“

Lars Amend scheint auf einer nicht endenden

Erfolgswelle zu surfen. Rückschläge?

Gab’s immer wieder. „Ein Verleger hat mir

einmal aus Eitelkeit und gekränktem Ego

ziemlich große Knüppel vor die Beine geworfen

und mir das Leben ganz bewusst

schwer gemacht. Damals hat mich diese

Ungerechtigkeit sehr belastet. Heute weiß

ich, dass dies mein Weg sein sollte, um eine

wichtige Lektion zu lernen“, stellt Amend

fest. Darum ist Durchhaltevermögen eine

wichtige Eigenschaft von erfolgreichen

Menschen. „Es sind selten die Besten ganz

oben, sondern die, die nach Rückschlägen

immer wieder aufgestanden sind und es erneut

probiert haben, oft über viele Jahre.“

Gerne lässt er junge Menschen an seinem

Erfolg teilhaben und gibt Tipps für deren

Karrieren. Besonders hilfreich ist laut

Amend der Gedanke, dass jeder Profi einmal

ein Anfänger war, der vielleicht für

seine Vision ausgelacht wurde. „Das gehört

alles dazu.“

Ein großes Thema, das erfolgreiche Menschen

umtreibt, ist die Vereinbarkeit von

Beruf und Privatleben – gerade weil Zeit

eine endliche Ressource ist. Für Lars

Amend ist das kein Thema. „Da gibt es bei

mir keine Trennung. Eine Work-Life-Balance

gibt es bei mir nicht. Bei mir ist alles

Life. Ich liebe meine Arbeit, weswegen

ich auch keinen Urlaub von meinem Leben

brauche.“ Der Mann scheint mit sich und

seinem Leben absolut im Reinen zu sein.

Ruhe findet er in der täglichen Meditation.

„Diese Insel der Kraft, die in mir verborgen

liegt und zu der ich immer reisen kann,

ist ein großes Geschenk. Ich wünschte,

jeder Mensch würde zu dieser Erkenntnis

kommen.“

Lars Amend hat bereits elf Bücher veröffentlicht.

© melanie-koravitsch.com

Die Stärken für seinen eigenen Erfolg sieht

Amend in seiner Authentizität und in seiner

Empathie. „Ich höre gut zu und sehe genau

hin.“ Gerade seine Empathie hat auch

zu einem markanten Wendepunkt seiner

Karriere beigetragen. „Als emphatischer

Mensch habe ich einen starken Zugang zu

meinen Gefühlen. Als ich jedoch verstanden

habe, dass man Entscheidungen, die im

Geschäftsleben getroffen werden, niemals

persönlich nehmen darf, hat sich mein beruflicher

Erfolg auf einen Schlag verdreifacht.“

© melanie-koravitsch.com

AB 23. JANUAR IM KINO

141



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

ERFOLGSREZEPT

AUTHENTIZITÄT

Über 2,4 Millionen Follower

auf Instagram, weitere 1,9

Millionen auf YouTube

und obendrauf noch 1,7

Millionen auf TikTok –

Julia Beautx gehört zu den

erfolgreichsten deutschen

Influencerinnen. Mit Lifestylethemen

und Charme

erobert sie die Herzen ihrer

Fans, die nicht nur kurzfristig

reinklicken, sondern

ihr auch treu bleiben: für

Vlogger das höchste Gut.

von Johanna Reichert

Was unterscheidet Dich von

anderen Influencern?

Ich würde nicht sagen, dass

andere Influencer jemand anderen spielen,

aber dadurch, dass ich so natürlich und

manchmal auch bescheuert bleibe, wie ich

eben bin und mich nicht verstelle, können

mich die Leute wahrscheinlich gut verstehen

und sich mit mir identifizieren.

Kannst Du begreifen, wie erfolgreich Du

eigentlich bist?

Überhaupt nicht. Die Zahlen bei YouTube

und Instagram, mit denen ich tagtäglich

konfrontiert werde, sind gar nicht greifbar

© privat

JULIA BEAUTX

– INFLUENCERIN –

Julia Schöder aka. Julia Beautx hat bei

Instagram und Youtube zahlreiche Fans.

für mich. Ich stand letztens im Stadion und

dort war nur ein Bruchteil der Menschen,

die mir täglich auf Social Media folgen. Das

ist der Wahnsinn. Aber trotzdem wunderschön!

Wie sieht ein „normaler“ Tag bei Dir aus?

Einen normalen Tag gibt es nicht wirklich,

da immer etwas anderes los ist. Mal bin

ich am Filmset, mal bin ich nur zu Hause

und drehe Videos oder ich bin im Zug auf

dem Weg zum nächsten Event. Wenn ich

zu Hause oder mit YouTube-Kollegen an

Content arbeite, sind es meistens schon

mindestens neun bis zehn Stunden am Tag.

Hattest Du je eine absurde Situation mit

einem Fan?

Während ich aus der Not heraus auf eine

öffentliche Toilette gesprintet bin und

fast schon in der Kabine stand, hat mir ein

Mädchen mal am Ärmel gezogen und mich

quasi wieder rausgerissen und nach einem

Foto gefragt. Dass meine Blase das noch

ausgehalten hat, war ein Wunder.

Welchen materiellen Wunsch hast Du Dir

nach dem ersten großen Erfolg erfüllt?

Mein erstes eigenes Auto. Ich wollte schon

seit ich klein war immer einen Mini haben

und hatte die Chance, darauf zu sparen und

mir den Traum zu erfüllen. Als ich das erste

Mal in meinem Auto saß, kamen mir sofort

die Tränen, weil ich es nicht glauben konnte,

dass ich mir das wirklich selbst verdient

hatte.

Was war die größte Schwierigkeit, die

Du auf dem Weg zum Erfolg überwinden

musstest?

Ich habe während der Schulzeit besonders

gemerkt, dass viele Leute missgünstig sind,

extra laut über mich reden, mich beobachten

und jede meiner Taten ganz besonders

unter die Lupe genommen haben. Loszulassen

und sich wirklich und ehrlich nicht

mehr dafür zu interessieren, trotzdem sein

Ding zu machen, auch wenn Leute schauen

oder sich darüber amüsieren, war nicht

ganz so einfach. Ich habe aber schnell gemerkt,

dass es sich lohnt und mich viel

glücklicher macht, als wenn ich mich durch

diese Leute ausbremsen ließe.

Sie verstellt sich nicht und kommt damit gut an.

© privat

Was erdet Dich?

Mein Zuhause. Ich wohne in einem recht

kleinen Dorf mit ganz vielen Feldern, Wald

und Kühen. Hier ist es ganz anders als in

der großen Social-Media-Großstadt-Welt

und ich komme immer zurück, wenn es mir

zu viel wird und ich merke, dass mir dieser

verrückte und stressige Alltag nicht gut tut.

Wie reagierst Du auf Kritik – zum Beispiel,

dass Influencer kein Beruf sei oder Du

Dich nur mit Oberflächlichem beschäftigen

würdest?

Meistens versuche ich zu erklären, dass wesentlich

mehr dahintersteckt, als es nach

außen hin wirkt. Manchmal frage ich die

Leute, ob sie schon mal ein Video geschnitten

haben oder zeige ihnen Photoshop. Die

meisten können damit gar nichts anfangen

und merken schon alleine da, dass mehr

dazu gehört, als nur nett zu lächeln und

Produkte in die Handykamera zu halten.

Julia Beautx:

über 2,4 Mio Fans

bei Insta,

1,9 Mio auf YouTube

und 1,7 Mio bei TikTok

Wie wird man überhaupt erfolgreich auf

den sozialen Netzwerken?

Ein wirklicher Trick ist natürlich, mit dem

Trend zu gehen, dann wird man definitiv

schneller entdeckt. Schnell ist aber nicht

immer positiv, weil es eher darum geht,

dass Menschen sich mit einem identifizieren

können und sich auch auf Dauer freuen,

neue Posts zu sehen. Deshalb sollte man in

erster Linie man selbst sein, sonst ist es mit

dem Erfolg auch ganz schnell wieder vorbei.

Wie oft postest Du?

Instagram Storys meistens schon so drei

bis fünf pro Tag, manchmal aber auch gar

nichts. Es ist mir wichtig, regelmäßig auch

einfach mal Pause zu machen und mich

nicht jeden Tag zu filmen und zu fotografieren.

Da würde ich ziemlich schnell verrückt

werden und mich bestimmt auch auf

Dauer sehr verändern – das will ich nicht.

Welche Deiner Beiträge haben den größten

Erfolg?

Bilder von mir, bei denen ich irgendwas

Bescheuertes oder Lustiges in die Caption

schreibe. Oder etwas eigentlich Peinliches

von mir erzähle. Das scheinen die Leute

cool zu finden, weil es echt ist.

Gibt es Themen, die Du meidest?

Ich erzähle keine zu privaten Dinge, wie

meinen Nachnamen oder Wohnort. Auch

Streitthemen zwischen mir und meinen

Mitmenschen, die vielleicht auch auf Social

Media zu sehen sind, oder Probleme, die zu

privat sind. Ich erzähle gern, wenn es mir

auch mal nicht so gut geht, oder von kleinen

Struggles, die ich habe. Allerdings gibt

es da eine Grenze, durch die ich mich auch

weniger angreifbar mache.

142

143



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

LUXUS IST …

WENN DER

KOPF

UND DAS

HERZ

ORGANISIERT SIND

von Johanna Reichert

Wie definieren Sie Erfolg?

Erfolg ist, viel Liebe im eigenen

Leben zu haben. Menschen zu

lieben. Geliebt zu werden. Meine Arbeit zu

lieben. Den Ort zu lieben, an dem ich gerade

wohne.

Gab es einen materiellen Wunsch, der

Sie begleitet hat und den Sie sich erfüllt

haben?

Es ging immer um tolle Autos. Ich habe

immer von einem Mercedes E55 AMG geträumt,

den ich mir dann auch kaufte.

© Ljubo Brekalo/Charter & Share GmbH

Lieber ein Leben mit Leidenschaft als bequemes Laufenlassen: Auch wenn Ljubo Brekalo in

die Gastronomie und Hotellerie geboren wurde, hat er sich doch seine eigene, ganz andere,

Laufbahn geschaffen. Mit einer Ausbildung zum Bänker hat der Bayer den Grundstein

für seine Karriere als Finanzberater und Unternehmer gelegt. Und vor rund drei Jahren

brachte er dann sein neuestes Projekt auf den Weg: die CHARTER&SHARE GmbH und das

Produkt „Accelerato(u)r“, das bei exklusiven Touren die Fahrt in Traumautos mit Networking

vereint.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

Unternehmerisch habe ich mich zu spät um

eine Strategie gekümmert. Ob ein Unternehmen

wächst oder nicht, ob ich Geld verdiene

oder nicht, ob ich gute Beziehungen

zu meinen Kunden habe oder nicht, hängt

nicht an „der Wirtschaftssituation“, sondern

nur an der Strategie. Die liegt einzig

und allein beim Unternehmer – niemand

anderem.

Außer im täglichen Business: Wo haben

Sie noch gerne Erfolg?

Ich möchte meiner Familie Sicherheit geben.

Das Gefühl, dass uns nichts passieren

kann. Dass wir geschützt und versorgt sind.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?

Wenn ich bei meiner Familie und meinen

Freunden bin, möchte ich mich anwesend

fühlen, lebendig und in Kontakt mit ihnen.

Diese Lebendigkeit ist bei uns nur durch

Planung möglich, da wir mehrere Unternehmen

– auch im Ausland – haben. Wenn

wir zusammen sind, dann sind wir das aber

auch richtig.

Der gebürtige Kroate Brekalo bei einer Charter & Share Spendenaktion,

gemeinsam mit bekannten Sportlern. Auf dem Foto:

Michaela Gerg, Susi Ermann, Monika Blumenthal, Sven Ottke,

Olaf Ludwig, Lars Riedel und Ljubo Brekalo

und mit Genuss getrunken. Oder eine liebevolle

Umarmung mit meinen Lieblingsmenschen.

Was ist ein Must-have in ihrem Beruf?

Prinzipien. Weil du dann nicht so viel

„rumeiern“ musst. Weil du nicht ständig

alle Entscheidungen neu treffen musst.

Was ist für Sie Luxus?

Nichts materielles, sondern alles, was mir

Freude und Gelassenheit bringt. Wenn ich

sehe, was wichtig ist und worum ich mich

kümmern muss.

riger geworden, erfolgreich zu sein, denn es

fehlt an der Zeit, all das zu bewältigen.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, die

erfolgreiche Menschen brauchen?

Es ist nicht so sinnvoll, wenn man des Geldes

wegen oder um gemocht zu werden

Dinge tut, die man eigentlich nicht tun

will. Es ist sinnvoll, die eigenen Wünsche

und das persönliche Grundmotiv zu kennen

oder genauer zu checken und strikt

nach Prinzipen zu handeln, die unverrückbar

sind und immer ihre Gültigkeit haben

werden.

Fotos: © Ljubo Brekalo/Charter & Share GmbH

Ljubo Brekalo,

Finanzberater

und Unternehmer

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten

unterstützt?

Meine größten Unterstützer sind zu Hause:

meine Familie. Und viele besonders gute

Freunde, die sich während meiner Karriere

als beste Mentoren gezeigt haben, ohne

solche Menschen geht es nicht.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration?

Mein Prinzip:„Jeden Tag ein Glücksgefühl!“

ist völlig ortsunabhängig. Meine

Aufgabe ist, mir selbst jeden Tag eine ordentliche

Portion Glück zu organisieren.

Durch den schönen Waldspaziergang mit

meinem Hund. Ein Glas Rotwein, langsam

Der Kopf ist organisiert. Die

Hände. Und das Herz.

War Erfolg zu haben früher einfacher als

heute?

Die Digitalisierung ist da und verändert

merklich unseren Alltag und die Arbeitswelt.

Anerkanntes Wissen und Know-how

werden auf den Kopf gestellt: Das, was wir

noch vor Jahren an der Schule oder Uni gelernt

haben, gilt heute häufig schon als veraltet.

Wer da mithalten will, muss nicht nur

schnell und flexibel dazulernen, sondern

braucht ein ganz neues Mindset. Ich glaube,

summa summarum ist es heute schwie­

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Dazulernen. Voranschreiten. Dinge verarbeiten.

Etwas loslassen. Weiterkommen.

Das nennt man vielleicht Entwicklung. So,

wie ein Film früher entwickelt wurde. Damit

aus einem Farbnegativ etwas Neues,

Farbenfrohes entsteht.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Ich möchte unser neues Produkt, die

Accelerato(u)r zum Erfolg bringen. Es

vereint vieles, woher ich komme, meine

Leidenschaft zu Autos, savoir vivre, Networking

und persönliche sowie unternehmerische

Entwicklung.

145

Ljubo Brekalo ist Gründer und CEO der Charter & Share GmbH



SECRETS OF SUCCESS KOLUMNE

WERBUNG

WER

ARBEIT MUSS

WILL , DER

MACHT

WARUM IHR WILLE ÜBER IHREN ERFOLG ENTSCHEIDET,

NICHT DAS GLÜCK.

SPASS MACHEN

Matthias Dickmanns Lebensweg ist bewegt. Er hat im Finanz- und Immobilienwesen

gearbeitet, war Vorstandvorsitzender seiner eigenen AG und konnte sich schon in jungen

Jahren materiellen Luxus leisten. Heute arbeitet Dickmann als Meridian-Therapeut.

Dort, wo die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt, hat Matthias Dickmann mit seinen

alternativen Heilmethoden schon vielen Menschen geholfen.

von Renate Kerscher

MATTHIAS DICKMANN

– MERIDIAN-THERAPEUT –

Fotos: © privat

© privat

Jörg Laubrinus

ist Geschäftsführer der

Mission Freiheit GmbH

Sie kennen das sicherlich: So viele gute

Vorsätze! So vieles, was man erreichen

will! Die Karriereleiter hochklettern, mehr

Umsatz generieren, mehr Zeit für die

Familie haben, endlich abnehmen usw.

Die ersten Tage, vielleicht auch Wochen,

setzt man das Vorhaben voller Elan in

die Tat um, doch dann kommen nach und

nach die ersten Ausreden, man verliert

immer mehr das Neue aus den Augen.

Die Folge: Frust und Stagnation!

Das ZIEL NAVIGATIONS SYSTEM liefert

Ihnen eine Herangehensweise, die Ihrer

Zielerreichung Systematik und Verlässlichkeit

verleiht. Und so geht’s:

1.

Ist-Situation ermitteln

Wo stehen Sie genau, bzw. wo steht

Ihr Unternehmen? Was leisten Sie

derzeit? Definieren Sie hier den klaren Ist-

Stand, ohne diesen zu bewerten.

2. Soll die Situation so bleiben?

Wollen Sie an der Ist-Situation etwas ändern?

Beantworten Sie die Frage mit einem

klaren Ja oder Nein.

3. Definition des Soll-Zustandes

Falls Nein: Legen Sie Ihr Ziel fest, den

Soll-Zustand. Wichtig ist, dass er messbar

ist: Zeit, Quantität, Qualität usw.

4. Wege zum Ziel finden

Erarbeiten Sie sich nun Wege zum Ziel. Der

Plural ist wichtig: Viele Wege führen nach

Rom. Legen Sie sich mehrere Marschrouten

zurecht. Denken Sie quer, noch ist alles offen!

5. Definition der Vor- und Nachteile

Machen Sie sich eine Liste mit den jeweiligen

Vor- und Nachteilen der Wege. Bsp:

Vorteil – Der Weg A bedeutet geringe finanzielle

Investitionen. Nachteil – Er nimmt

sehr viel Zeit in Anspruch.

6. Treffen Sie eine Entscheidung

Welcher Weg ist der _________ ? In das

leere Feld tragen Sie nun Ihr Kriterium ein,

nach welchem Sie die Entscheidung treffen

wollen (leichteste, schnellste, günstigste,

effizienteste …). Wichtig ist, dass Sie IHR

Kriterium festlegen und hierdurch den für

SIE passenden Weg finden.

7. Umsetzung

Nach der getroffenen Entscheidung gilt

es nun die Maßnahme umzusetzen. Nicht

mehr zögern, Sie haben jetzt entschieden!

8. Ergebniskontrolle

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Ergebnisse,

um auf Zielkurs zu bleiben.

Mit dem ZIEL NAVIGATIONS SYSTEM erlangen

Sie die notwendige Klarheit, um die

Motivation – den WILLEN – hoch zu halten.

Werfen Sie also die mentalen Blockierer

über Bord und verlassen Sie die Komfortzone,

in der man so herrlich bequem ausharren

kann, wo jedoch sämtliche Ambitionen

verloren gehen. Ich garantiere Ihnen:

Kein einziger „Macher“ hält sich in dieser

Komfortzone auf.

Wenn Sie WOLLEN, dann KÖNNEN Sie es

auch!

Herr Dickmann, was war für Sie ausschlaggebend

bei Ihrer Berufswahl?

Die Arbeit muss Spaß machen, einen

Sinn haben und mir ein Gefühl der Zufriedenheit

geben mit dem, was ich tue.

Was sehen für Sie als Ihre wichtigsten

Karriereschritte?

Der Sprung vom Finanzwesen in die Heilung.

Es war an der Zeit für Veränderungen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich sehe die Krankheit als Weg, nicht als

großes Unheil. Mein Motto: Verändere dein

Leben, sonst verändert es dich.

Was würden Sie mit Ihrer heutigen Lebenserfahrung

Ihrem jüngeren Ich raten?

Gehe einfach deinen Weg und gib nie auf,

wenn du ein Ziel hast, das dich glücklich

macht. Egal, wie schwer es wird.

Was treibt Sie weiter voran?

Die Dankbarkeit und Wertschätzung meiner

Patienten. Und meine Freizeit, zum Energietanken.

Und vor allem meine drei Kinder.

Max, mein ältester Sohn, ist jetzt 20 Jahre

alt und der jüngste Stearmanflieger von

Deutschland. Er hat sein Hobby zum Beruf

gemacht und genau das macht Menschen

glücklich.

Welche Begebenheit aus Ihrem Erfolgsleben

ist Ihnen besonders in Erinnerung

geblieben?

Ich wurde 2015 von einer verzweifelten

Mutter um Hilfe gebeten, da ihre Anfang-20-jährige

Tochter Mandy einen Krebs

hatte, der zum Tod führt. Meine Aufgabe

war nicht zu heilen. Ich habe von Anfang

an ehrlich mit Mandy darüber gesprochen.

Ich versprach ihr, mehr Lebensqualität zu

schenken, damit sie jeden Tag genießen

kann. Wir haben uns zweieinhalb Jahre lang

jeden Monat für vier Tage an der Nordsee

getroffen. Und ich würde behaupten, dass

wir in dieser Zeit viel Spaß und unvergessliche

Momente hatten – auch dank Carmen

Geiss und Sven Martinek. Carmen hatte von

Mandy gehört, sie haben viel telefoniert und

daraus ist eine Freundschaft entstanden. Ihr

wurden knapp drei Jahre geschenkt, die sie

jede Sekunde voller Freude am Leben genießen

konnte.

Das ist eine bewegende Geschichte. Hat

sich dadurch Ihre Definition von Luxus

verändert?

Luxus bedeutet für mich, Dinge zu besitzen,

die man für kein Geld der Welt kaufen kann:

Gesundheit, Liebe, Zeit.

Matthias Dickmann hilft

als Meridian-Therapeut den Menschen.

Seiner Patientin Mandy konnte er den

Wunsch erfüllen, Carmen Geiss zu treffen.

Fotos: © privat

146

147



SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

BESSER,FLEISSIGER,

MUTIGER

Er brachte als Programmdirektor

Stefan Raab zu Pro

Sieben und versetzte als

Endemol-Chef Deutschland

ins Big-Brother-Fieber.

Heute kümmert sich Borris

Brandt als Director Entertainment

bei Aida um das

gesamte Unterhaltungsprogramm

für die Kreuzfahrten

der Clubschiff-Flotte. Denn

Borris Brandt liebt es

einfach, zu unterhalten.

von Renate Kerscher

BORRIS BRANDT

© privat

– MEDIENUNTERNEHMER

UND ENTERTAINMENT-

DIREKTOR –

Er wisse zwar nicht mehr, wie der Film

hieß, den er damals als Kind im Fernsehen

gesehen hat. Aber zwei Dinge

wusste Borris Brandt ganz genau, während

er den Menschen auf der Mattscheibe zusah:

Der gutaussehende Schauspieler, der

die Hauptrolle hatte und all die hübschen

Frauen abbekam, hieß Cary Grant – und

das, was der da auf dem Bildschirm tat, das

wollte er als Erwachsener auch tun.

„Werbekaufmann sein. Flotte

Sprüche, schöne Frauen,

viel Geld und wenig Arbeit!

So zumindest war es bei Cary Grant in diesem

Film, den ich damals sah. Die Erkenntnis,

wie falsch der Eindruck im Gegensatz

zur Realität war, habe ich erst viel später

gewonnen, aber das führte dann zu meiner

beruflichen Weiterentwicklung“, sagt der

erfolgreiche Medienunternehmer lachend.

Der gebürtige Hamburger und Sohn des

bekannten Schauspielers und Michael­

Douglas-Synchronsprechers Volker Brandt

begab sich also zunächst auf die Spuren

von Cary Grants Filmcharakter und machte

eine Ausbildung als Werbekaufmann. Zu

Beginn seiner Karriere im Jahr 1985 war

er Filialleiter in einem Schallplattenladen,

danach folgten Anstellungen als Werbeleiter

bei der Teldec Schallplatten GmbH und

von 1991 bis 1995 als Etatdirektor bei der

Economia Werbeagentur in Hamburg. Dort

war Brandt verantwortlich für das Marketing

von Buena Vista Home Video, Jam FM

und einer Reihe von Handelsunternehmen

im Bekleidungsbereich.

Einem kurzen Intermezzo als Marketingleiter

bei der 20th Century Fox folgte schließlich

die berufliche Erfahrung, die ihn wohl

am meisten geprägt hat: die Stelle des

Programmdirektors von Pro Sieben. Unter

Brandts Ägide erreichte der Privatsender

die höchsten Quoten seiner Geschichte,

außerdem war er maßgeblich dafür verantwortlich,

dass Stefan Raab vom Musiksender

Viva zu dem Münchner Sender

wechselte – der Rest ist deutsche Fernsehgeschichte.

Brandt war außerdem der

erste Programmdirektor der Welt, der vom

niederländischen Medienunternehmen Endemol

dessen späteres Erfolgsformat „Big

Brother“ gekauft hat. Das führte zu Konflikten

mit dem Pro-Sieben-Vorstand und

mündete schließlich in seiner Entlassung.

Brandt sagt dazu heute: „Kurz vor dem Höhepunkt

meiner Pro-Sieben-Zeit wurde ich

von einem neuen Vorstand gefeuert, weil er

weder von Formaten noch von der Entwicklung

der Gesellschaft und deren Sehverhalten

auch nur den Hauch einer Ahnung

hatte. Ich habe mir von der Abfindung als

Trost erst einmal einen Jaguar gekauft und

bin um den Starnberger See gefahren. Und

dann habe ich bei Endemol angefangen.

Wie heißt es so schön: Eine

Tür zu – eine Tür auf!“

Als „Big Brother“ nicht zu Pro Sieben kam,

ging Brandt den umgekehrten Weg zu

„Big Brother“: 2001 übernahm er die Geschäftsführung

von Endemol Deutschland

und später die Präsidentschaft der Endemol

Deutschland Holding. Dort brachte er

das Format erneut auf den Bildschirm und

zeichnete bis 2008 für zahlreiche ambitionierte

und kommerziell erfolgreiche Formate

verantwortlich.

Seit 2011 ist Borris Brandt hauptberuflich

in seiner Geburtsstadt Hamburg Director

Entertainment bei Aida. Unter seiner Führung

entsteht das umfangreiche Unterhaltungsprogramm

für die Kreuzfahrtschiffe.

Für Brandt ist es der ihn am meisten erfüllende

Job seit seinen glorreichen Zeiten bei

Pro Sieben:

„Egal ob im Fernsehen oder

auf der Aida: Es ist eine tolle

Erfahrung, zu wissen, dass

ich tatsächlich Dinge bewegen,

entscheiden und damit

Millionen Menschen glücklich

machen kann.“

Einige Maximen habe er im Laufe seiner

langjährigen Karriere dabei für sich entwickelt:

„Systematisch an die Aufgaben gehen.

Seine Ziele klar definieren, bevor man

anfängt. Dranbleiben in guten und miesen

Zeiten, wie in einer Ehe. Und immer wissen,

wann Schluss ist.“ Und:

„Erfolgreich zu sein erfordert

wie zu allen Zeiten vor

allem, besser, fleißiger und

mutiger zu sein als alle anderen.“

Ruhe und Inspiration findet Borris Brandt

in seinem Haus an der französischen Atlantikküste

und im Kreis der Familie und seiner

vier Hunde. Luxus bedeutet für ihn als

Erfolgsmenschen mehr von etwas zu haben,

als was man eigentlich braucht. „Und

großes Glück kommt nur zu demjenigen,

der eine Tür dafür offen hält.“

Borris Brandt – privat und beruflich viel unterwegs

148

149



FLORIAN BOITIN

– JOURNALIST –

NEHMT KEINEN

SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

RATSCHLAG AN

Fotos: frei zur Verwendung

Mit Playboy-Gründer Hugh Hefner

durfte Florian Boitin, Chefredakteur

des deutschen Playboys, eines der

letzten großen Interviews führen.

Fvon Franziska Mansen

lorian Boitin, am 20.04.1967 in München

geboren als Florian Christoph

Oesterhelt, ist seit 2009 Chefredakteur

des deutschen Playboy. Er ist Vater von

drei Kindern, Mitglied beim FC Bayern, studierter

Kommunikations-Designer, Journalist

und Unternehmer. So verantwortete er

als Chefredakteur u.a. die Magazine MA­

XIM, MAXIM FASHION, GRIP – das Motormagazin

und MAX.

Ab Dezember 2019 erscheint Playboy

Deutschland in der Kouneli Media GmbH,

mit Myriam Karsch und Florian Boitin

als gleichberechtigte geschäftsführende

Gesellschafter.

Was waren Ihre größten Erfolge und Misserfolge?

Von Erfolg gekrönt war die Idee, Simone

Thomalla auf den Titel des deutschen Playboy

zu packen (immerhin die meistverkaufte

Promi-Ausgabe der letzten 10 Jahre).

Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mit

Playboy-Gründer Hugh Hefner eines seiner

letzten großen Interviews zu führen. Und

angenehm überrascht war ich, aufgrund

einer Playboy-Anfrage an Helene Fischer,

plötzlich mein eigenes Konterfei auf dem

Titel des Yello-Blattes „Frau Aktuell“ zu

finden. Größter Misserfolg? Ein Interview

mit dem italienischen Film-Komponisten

Ennio Morricone veröffentlicht zu haben,

dass so in der Form nie stattgefunden hat.

Was wollten Sie als Kind werden?

Erst wollte ich Winnetou werden, dann

Karl-Heinz Rummenigge und später Beatle.

Ein Indianer, der Fußball spielen kann und

die Mädchen zum Kreischen bringt? Wer

würde das nicht wollen.

Was war für Sie ausschlaggebend bei

Ihrer Berufswahl?

Die tägliche Lektüre des Sportteils der Süddeutschen

Zeitung. Ich konnte mir als Jugendlicher

nicht vorstellen, dass es einen

noch cooleren Job geben könnte, als den

des Sportreporters. Kostenlos ins Stadion,

beste Plätze und auf Du und Du mit Franz

Beckenbauer. Wahnsinn.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die für Ihren

Erfolg maßgeblich sind?

Meine größte Stärke ist vielleicht, dass

es mir zumeist gelingt, unterschätzt zu

werden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem

Karriere-Weg?

Morgens um 9 Uhr ins Verleger-Büro bestellt,

um wenig später mit der Kündigung

in der Hand zum Aufzug geleitet zu werden,

zählt sicher nicht zu den schillerndsten

Momenten meiner beruflichen Laufbahn.

Was raten Sie jungen Menschen die

Erfolg haben möchten?

Nehmt keinen Ratschlag an. Auch diesen

nicht.

Was treibt Sie beruflich voran?

Die Lust am Machen.

Haben Sie eine lustige „Anekdote“ aus

Ihrem Erfolgsleben?

Noch nicht lange her. Ich traf im Aufzug

eine Praktikantin, eine ehemalige, wie ich

dachte. Nach kurzem Plausch fragte ich

sie, wo sie denn aktuell beschäftigt sei? Da

sah sie mich vollkommen irritiert an und

meinte, „na bei Dir“. Wir setzen die Aufzugfahrt

schweigend fort.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft

die erfolgreiche Menschen heute

brauchen?

Demut.

Florian Boitin

mit Schauspielerin Pamela Anderson.

150



SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN

MANCHMAL

IST EIN UMWEG

EINE

ABKÜRZUNG

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

VOM BANKENGESCHÄFT IN DIE

MEDIEN-

BRANCHE

Von Stefanie Straßburger

Zäh, ausdauernd und mit Biss: Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl ist seine Karriere angegangen

wie eine Mittelstrecke. Der frühere Leistungssportler ist heute Knie- und Schulterspezialist

und Mitbegründer des Orthopädiezentrums München Ost (OZMO). Auf dem Weg

dahin hat er gelernt: Erfolg erreicht man nur durch Zielstrebigkeit.

Abitur 1990, Medizinstudium in

München, Auslandsaufenthalte

in New York und Südafrika, Assistenzarzt

und Laborleiter im Klinikum

rechts der Isar, leitender Oberarzt an der

Orthopädischen Klinik und Poliklinik der

Universität Rostock und schließlich 2016

Ernennung zum Professor im Fachgebiet

Orthopädie: Der Lebenslauf des Mediziners

liest sich beeindruckend. Trotz aller Zielstrebigkeit

sagt er:

„Entscheidend ist, dass man

flexibel bleibt – und dabei

sein Ziel immer im Blick behält.“

Sein Wechsel nach Rostock nämlich war

gar nicht geplant: „Ich war bis 2005 am

Klinikum rechts der Isar und habe das Forschungslabor

dort mit aufgebaut“, erzählt

er. „Mein damaliger leitender Oberarzt,

Wolfram Mittelmeier, ist Chef in Rostock

geworden und hat mich gefragt, ob ich

mit ihm mitkommen möchte.“ Diese Entscheidung

zu treffen, habe ihn in seiner

Karriere einen entscheidenden Schritt weitergebracht.

Manchmal aber sind es auch

einfach Zufälle, die den Weg ebnen: Als er

2009 mit ehemaligen Kollegen am Oktoberfest

in München war, haben die ihn gefragt,

ob er sich nicht vorstellen könne, die neue

Praxis in Grafing mit aufzubauen. Diehl sah

Potenzial und hat sich dafür entschieden.

„Entscheidungen zu treffen

ist etwas, zu dem ich junge

Leute auf ihrem Weg zum

Erfolg ermutigen möchte“,

sagt er.

„Man sollte versuchen, das große Ziel im

Auge zu behalten, aber den Weg dahin

flexibel zu gestalten und die Chancen, die

sich einem bieten, zu nutzen – und dabei

auch mal in Vorleistung zu gehen. Denn

manchmal ist ein zeitlicher Umweg auch

eine Abkürzung.“ Bei aller Zielstrebigkeit

sollte man jedoch niemals vergessen, jeden

Tag dankbar zu sein: Beim Aufstieg auf den

Kilimandscharo sei ihm bewusst geworden,

wie klein die meisten Alltagsprobleme

doch eigentlich sind.

Heute hat der Mediziner beruflich alles erreicht,

wovon er geträumt hat. Dennoch

ruht er sich nicht darauf aus: „Ich arbeite

noch immer jeden Tag an mir, hinterfrage

mich selbst und nehme Kritik an.“ Trotzdem

sei er gelassener geworden und habe

nun vor, seinen Fokus mehr auf das Privatleben

zu richten. Er wolle mit seiner Partnerin

in ein Haus ziehen und eine Familie

gründen.

PROF. DR. MED. HABIL.

PETER DIEHL

– MEDIZINER –

© Sören Bauer Events

Über Klaus A. Westrick:

Klaus A. Westrick. Geboren 1966 in Frankfurt am Main. Nach seinem Abitur am

Kolleg St. Blasien, absolvierte er in Madrid, Paris und New York, seine Brokerausbildung.

Nach einiger Berufserfahrung im Wertpapierhandel, übernahm er 1996

die Geschäftsführung einer Bartergesellschaft. Das amerikanische Modell wollte er

den deutschen Marktgegebenheiten anpassen und gründete deshalb im Jahr 2000

die XLS Media Group.

von Franziska Mansen

Was wollten Sie als Kind werden?

Das schwankte zwischen Feuerwehrmann

und Schauspieler.

Hat ihr Wunsch von damals etwas mit

Ihrem heutigen Schaffen zu tun?

Im übertragenen Sinne: heute lösche ich

viele Brände unserer Kunden und das ist für

alle Beteiligten deutlich lukrativer.

Wie haben Sie sich für Ihren jetzigen Beruf

entschieden?

Ich war Devisenhändler, bis eine große Medienpersönlichkeit

mich davon überzeugt

hat, dass Werbezeiten auch ein handelbares

Gut sind.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten

Karriere-Schritte?

Der Schritt in die Selbständigkeit im Jahr

2000. Zwei Jahre später waren wir Marktführer

und so ist es heute noch.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich bin leidenschaftlich in meinem Job,

liebe kreative Lösungen und glaube fest

daran, dass wir richtig gut in unserem Job

sind. Dazu macht mir die Kommunikation

mit positiven und cleveren Menschen viel

Freude.

Falls es einen markanten Wendepunkt in

Ihrer Karriere gab, wie sah der aus?

Der fand frühzeitig genug in meiner Schulzeit

statt. Ich war mäßig begabt, faul und

zuweilen auch frech. Bei einem Schulwechsel

wurde mir klar, dass ich so niemals auf

einen grünen Zweig komme und habe mich

dann auf meinen Hosenboden gesetzt.

Wo drin haben Sie außerdem gerne

Erfolg?

Menschen zu begeistern und sie zum Lachen

zu bringen.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem

Privatleben?

Das klappt recht gut sonst wäre ich wohl

viel erfolgreicher.

Was brauchen Sie unbedingt in Ihrem

Berufsalltag?

Positive Menschen, schnelle Entscheidungen,

Inspiration und Spaß. Ein gutes Essen

und ein Glas Wein muss da nicht hinderlich

sein.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Ja, ich würde mich viel intensiver um neue

Technologien und die Prozesse der Digitalisierung

kümmern.

Möchte andere begeistern:

Klaus A. Westrick

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Unseren Kunden auch in bevorstehenden

wirtschaftlich rezessiven Zeiten zu unterstützen,

Ihre PS auf der Straße zu halten.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie

sich für die Zukunft?

Erfolg wird oftmals zu sehr an monetären

Faktoren festgemacht. Erfolg ist aber auch

Anerkennung und innere Zufriedenheit.

Insofern ist es ein wichtiges Ziel, weiter

glücklich und zufrieden zu sein.

© XLS Media Group GmbH

152

153



Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie sowie Neurochirurgie:

v.l.n.r. Dr. med. Frank Meinhard Balensiefen, Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl,

Dr. med. Samer Ismail, Priv.-Doz. Dr. med. habil. Johannes Schauwecker

FACHÄRZTE FÜR

IHRE GESUNDHEIT

Im Orthopädiezentrum München Ost

betreuen seit 10 Jahren erfahrene,

hochqualifizierte orthopädische/unfallchirurgische

Fachärzte sowie Wirbelsäulen-

Spezialisten ihre Patienten

fachübergreifend unter einem Dach.

»Fachlicher

Austausch und

stetes Streben nach

exzellenten Lösungen

sind uns wichtig.«

Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl

Durch die fachübergreifende Zusammenarbeit können

die Ärzte eine umfassende Diagnose, Behandlung und

Betreuung nach modernsten medizinischen Standards

gewährleisten. Der Patient erhält eine First-Class-Behandlung von

der Diagnostik bis hin zur Therapie inkl. Operation, falls nötig.

Das OZMO bietet das gesamte Spektrum der konservativen und

operativen Orthopädie von der Vorbereitung bis zur Nachsorge.

Das OZMO-Expertenteam besteht aus Fachärzten für Orthopädie,

Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Sportmedizin sowie Physikalische

und Rehabilitative Medizin.

Dr. med. Frank Meinhard Balensiefen ist Verbandsarzt des DOSB

(Deutscher Olympischer Sportbund) und ist bei orthopädischen

Erkrankungen und Verletzungen von Kindern und Jugendlichen

kompetenter Ansprechpartner.

Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl hat sich auf die Schulter- und

Kniegelenkchirurgie spezialisiert. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit

sind minimalinvasive Eingriffe sowie regenerative Knorpeltherapie.

Er legt ein besonderes Augenmerk auf die körpereigene Heilung

durch Zelltherapie/Orthobiologie.

Dr. med. Samer Ismail ist Spinaler Neurochirurg mit Expertise

für minimalinvasive Therapien an der Wirbelsäule, die mit Hilfe

von Nadel-, Injektions- und Punktionstechniken mit hoher Präzision

durchgeführt werden können und so sogenannte offene Operationsverfahren

vermeiden.

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Johannes Schauwecker ist Spezialist

für innovative arthroskopische Therapieverfahren und minimalinvasiven

Gelenkersatz an Hüft- und Kniegelenk. Darüber

hinaus ist er zertifizierter Hauptoperateur für Gelenkersatzoperationen

an Hüft- und Kniegelenk. Besonders wichtig sind ihm dabei

immer die ganzheitliche Behandlung seiner Patienten und das

Ausschöpfen von nichtoperativen Therapiemöglichkeiten.

Praxis Grafing · Praxis München-Haar · Praxis München-Zentrum

Termin-Hotline: 089 / 45 45 45 14

www.oz-mo.de



SECRETS OF SUCCESS SPORT

DIE PERFEKTEN GESCHENKE FÜR IHRE MITARBEITER!

DAS OPTIMUM ANSTREBEN, UM DAS

MAXIMUM

ZU ERREICHEN

CHRISTOPH P. DAUM

– FUSSBALLTRAINER –

von Daniela Fuß

Dieses Motiv ist ein Kundenbeispiel der Trusted Shops GmbH

Dieses Motiv ist ein Kundenbeispiel der Trusted Shops GmbH

IKEA-Geschenkkarte2014_RZ.indd 1 1 05.03.14 14:17 05.03.14 14:17

•• Vorhandenes Motiv mit eigenem Logo •• Jeden Monat 44 € steuerfrei extra

•• Grußkarte auch individuell gestaltbar •• Mitarbeitermotivation enorm steigern

•• Auch als Kundengeschenk verwendbar •• Grußkarte gratis

Möchten Sie mehr Informationen? Direkter Ansprechpartner für Freunde der Movie Meets Media:

Maximilian Stolze | | Director B2B | | +49 151 64189503 | | mstolze@digitalwishes.de

www.wunschgutschein.de/b2b

Christoph Daum wollte als Kind die

Welt entdecken und verstehen lernen.

Deshalb wollte er Forscher werden.

Er ist bekanntermaßen Fußballtrainer

geworden – zugegeben auf den ersten Blick

etwas ganz anderes. Doch wenn man die

Welt versteht, dann hat man die Möglichkeit,

anderen Menschen zu helfen und für

sie da zu sein. Das war ausschlaggebend für

seinen Berufswunsch und da passt es auch

wieder.

„Ich wollte die Möglichkeit

haben, andere Menschen

dabei zu unterstützen, sich

zu eigenverantwortlichen

Persönlichkeiten zu entwickeln,“

meint Daum.

„Es ist eine unglaubliche Befriedigung, anderen

dabei zu helfen, ein Gewinner zu sein

beziehungsweise zu werden. Mein Motto:

Mache andere zu Gewinnern

und du wirst selbst ein

Gewinner sein!“

Für seine eigene Entwicklung und den angestrebten

persönlichen Erfolg hat Daum

den harten, aber realistischen Weg gewählt.

„Der wichtigste Karriereschritt für

mich war die Bereitschaft, Risiken einzugehen,

dabei die Komfortzone zu verlassen,

ständige Bereitschaft zur Veränderung.“

Damit hat er es geschafft. Auch, wenn er

als Spieler selbst keine großen Erfolge fei­

ern konnte, als Trainer kamen

sie dann. „Es ging mir immer

nur darum, mir selbst zu beweisen,

dass nichts unmöglich

ist. Der größte Wunsch

war, einer der Besten in meinem

Bereich zu sein, weil dies

eine unglaubliche Befriedigung,

eine Bestätigung für alle

Investitionen, Verzichte und

Rückschläge ist.“

© Christof Sage

Dafür hat er sich und seinem

Umfeld viel abverlangt.

So lief er als Trainer von

Bayer 04 Leverkusen mit seinen

Spielern über Glasscherben.

Natürlich gab es auch

Rückschläge. „Rückschläge

sind ein ständiger Wegbegleiter.

Das zu akzeptieren, ist eine Herausforderung.

Ich habe gelernt, nie bei den Umständen

oder den anderen mit der Analyse

zu beginnen, sondern zuerst bei sich selbst.

Das Wichtige dabei:

Niemals aufgeben! Immer

nach Lösungen suchen. Bereit

sein, hinzufallen, wieder

aufzustehen und weiter

zu machen.“

Rückblickend würde Daum einiges anders

machen. „Aber ich habe die Dinge aus der

Vergangenheit, die Teil meines Lebens

sind, akzeptiert, da sie mich zu dem gemacht

haben, der ich heute bin.“

157

Fußballtrainer Christoph Daum ist

seinen Weg gegangen und macht

andere gerne zu Gewinnern

Für ihn gibt es kein Erfolgsgeheimnis.

Christoph Daum ist seinen Weg gegangen.

Nicht immer den leichten, aber für ihn befriedigenden.

„Man sollte realistisch träumen

und bereit sein, ans

Limit zu gehen. Der Erfolg

stellt sich zuerst im Kopf

ein, dann im Herzen und danach

im Leben.

Beginne mit 200 % bei allem, was Du kannst,

was Du willst, was Du tust, damit es wird.“



WERBUNG

WERBUNG

EINE ERFOLGSGESCHICHTE:

DAS NETZ

DER FRAUEN

Dirk Rossmann, Kristina Tröger

Dagmar Wöhrl, Sigmar Gabriel,

Viola Fuchs, Kristina Tröger

Kristina Tröger, Initiatorin und Präsidentin vom Club europäischer Unternehmerinnen e.V.

(CeU), bringt als brillante Netzwerkerin und Impulsgeberin ganz pragmatisch Unternehmerinnen

zusammen und stärkt sie in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Kristina Tröger

hatte Führungspositionen in Handelskonzernen inne und ist heute Geschäftsführende Gesellschafterin

einer Immobilienentwicklungs- und Bau-Gesellschaft. Außerdem ist sie Mitglied

in diversen Aufsichtsräten und Beiräten. In 2015 gründete sie den Club europäischer

Unternehmerinnen e.V., der heute schon über 700 Macherinnen vereint und als eines der

wichtigsten Power-Netzwerke für Frauen in Deutschland gilt.

Kristina Tröger und Dr. Anne Fleck

Julia Becker (AR-Vorsitzende Funke

Mediengruppe), Kristina Tröger

(CeU-Präsidentin), Stephanie

Freifrau von und zu Guttenberg

© Ulrich Tröger/Club europäischer Unternehmerinnen e.V.

Kristina Tröger hatte sehr früh ein

Ziel vor Augen: Sie wollte nach

ihrem Politik- und Betriebswirtschaftslehre-Studium

schnell in eine gehobene

Position in der Wirtschaft. Und so

begann sie in den 80er Jahren ihre berufliche

Laufbahn und durchlief in verschiedenen

Handelskonzernen die klassischen Stationen

einer Konzernkarriere. Als Kristina

Tröger auf diesem Weg alles erreicht hatte,

was ihr in den Unternehmensstrukturen

jener Zeit offenstand, wurde sie Unternehmerin.

1994 verwirklichte sie ihre Vision,

selbständige Unternehmerin zu sein und

ist seitdem in der Bauprojektierung tätig.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen

ihrer eigenen Konzernkarriere ist ihr die

Förderung und Vernetzung von Frauen in

der Wirtschaft wichtig. Kristina Tröger sah

sich deshalb viele Organisationen an und

engagierte sich in einigen auch persönlich.

Und doch wünschte sie sich immer ein ganz

besonderes Netzwerk, in dem sie alle ihre

Vorstellungen realisieren könne. Also gründete

sie gemeinsam mit 40 Unternehmerinnen

2015 ihr eigenes Netzwerk, den Club

europäischer Unternehmerinnen e.V. (CeU).

Die Zielsetzung des überparteilichen Clubs

ist eindeutig definiert: „Wir wollen erfolgreiche

Frauen erfolgreicher machen“ und

158

durch Vernetzung, Information, Inspiration

und aktiver Beteiligung an politischer, wirtschaftlicher

und gesellschaftlicher Diskussion

Frauen in der Wirtschaft fördern.

Seitdem kamen viele Vorzeigeunternehmerinnen

wie Alice Roßmann (Drogeriemarktkette

Rossmann), Julia Becker (Funke

Mediengruppe), Birgit Bode (Optiker

Bode GmbH), Regine Sixt (Sixt SE), Dagmar

Wöhrl (Dagmar Wöhrl Consulting), Julia

Dettmer (Reederei Dettmer Group), Kirsten

Dahler (Immobilien Dahler & Company

GmbH), Anita Freitag-Meyer (Verdener

Keks- und Waffelfabrik), Cornelia Poletto

(TV-Köchin und Unternehmerin), Annette

Kroeber-Riel (Google), Clarissa Käfer (Käfer

AG), Annette von Rantzau (Internat

Schloss Rohlstorf), Franziska von Lewinski

(fischerAppelt AG), Sandra Mohsni (Tiffany

& Co.), Dr. Anne Fleck (Autorin und

TV-Ärztin), Dr. Sonja Lechner (Kunstkonnex

Artconsulting), Antonia Rados

(RTL-Chefkorrespondentin), Dr. Katarzyna

Mol-Wolf (Emotion), Angela Titzrath (CEO

HHLA AG), Annette Pascoe (Pascoe Naturmedizin),

Susanne Gräfin von Moltke (Relais

& Châteaux Park Hotel Egerner Höfe),

Prof. Yu Zhang (China Communications),

Helga Rabl-Stadler (Präsidentin der Salz­

Das CeU- Präsidium

burger Festspiele), Julia Susann Gräfin von

Arco auf Valley (Gräfliche Brauerei Arco-Valley),

Viola Fuchs (VIOLAS‘ GmbH),

Dr. Anna-Maria Fäßler (Sonnenalp Hotel

& Resort), Madeleine Gummer von Mohl

(betahaus GmbH & Co. KG), Dr. Henrike

Fröchling (YogaEasy GmbH & Co. KG),

dazu.

Auch viele Unterstützer aus Wirtschaft,

Politik und Gesellschaft bereichern das

Netzwerk, wie z. B. Dr. Rainer Esser (DIE

ZEIT), EU-Kommissar Günther Oettinger,

Sigmar Gabriel (Vizekanzler a. D.), Dr.

Oliver Blume (CEO Porsche), Olaf Scholz

(Bundesminister der Finanzen und Vizekanzler),

Michael Westhagemann (Senator

für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

der Freien und Hansestadt Hamburg), Ian

K. Karan (Unternehmer und Wirtschaftssenator

a. D.), Alexandra von Rehlingen (SvR

PR) und Dr. Rüdiger Grube (Aufsichtsratsvorsitzender

HHLA AG).

Der Erfolg spricht für sich: Innerhalb kürzester

Zeit wuchs das Netzwerk auf über

700 Unternehmerinnen und Frauen in

oberen Führungspositionen an. Austausch

auf Augenhöhe prägt das Clubkonzept, ein

offenes Miteinander, eine Vernetzung auch

mit Männern, die zudem bei den meisten

Veranstaltungen als Gäste willkommen

sind.

Zum konkreten Angebot des Clubs gehören:

• Regelmäßige Netzwerktreffen

• Vorträge von hochkarätigen

Referenten

• Seminare und Aufsichtsratscoachings

• Themenbezogene

Gruppenveranstaltungen

• Betriebsbesichtigungen

• „2 for success“ als modernes Format für

Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmerinnen

auf Augenhöhe

• Kontaktherstellung zu Unternehmen

und Unternehmerinnen vor Ort und auf

Wunsch auch im europäischen Raum

• Preisverleihungen an, und Auszeichnungen

von Unternehmerinnen, um im

Sinne einer Vorbildfunktion die Sichtbarkeit

erfolgreicher Unternehmerin-

159

Kirsten Dahler – Dahler & Company,

Senator Michael Westhagemann,

Kristina Tröger

nen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

zu erhöhen. So wurde 2018

erstmalig der CeU-Unternehmerinnen

preis „Die Europa“ verliehen, der eine

begeisterte Resonanz in Wirtschaft

und Medien fand.

Hochkarätige Mitglieder, Veranstaltungsorte

und Referenten, inspirierende Themen

und Diskussionen, hochwertige weiterbildende

Angebote wie Coachings und Mentorenprogramme:

Das hochwertige Konzept,

das sich durch die gesamte Clubphilosophie

zieht, wirkt auf erfolgreiche Unternehmerinnen

sehr attraktiv und ist ein klarer

Erfolgsfaktor des Netzwerkes. Mittlerweile

gilt der CeU als eines der „wichtigsten Power-Netzwerke

für Frauen“ (BUNTE), „hochkarätiges

Unternehmerinnen-Netzwerk“

und Netzwerk der „Königinnen des Unternehmertums“

(Frau im Spiegel) sowie „eines

der bundesweit renommiertesten Frauennetzwerke“

(Hamburger Abendblatt).

ceu-hamburg.eu

Fotos: © Ulrich Tröger/Club europäischer Unternehmerinnen e.V.



Die WDR mediagroup

gratuliert zum 20. Jubiläum. ERFOLGREICH

SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN

GESUNDHEITS-

BEWUSSTSEIN

SCHAFFEN

von Stefan Ahrens

Er gilt als einer der wichtigsten

Krebsexperten Deutschlands

und macht gemeinsam

mit zahlreichen Prominenten

auf die Bedeutung der

Krebsprävention aufmerksam.

Für PD Dr. med.

Christian Weißenberger

heißt Erfolg vor allem,

kranken Menschen helfen zu

können.

© Freiburg Health Day

PD Dr. med. Christian Weißenberger

ist Leiter des Zentrums

für Strahlentherapie Freiburg.

© Zentrum für Strahlentherapie Freiburg

Herzlichen Glückwunsch!

Zwei Jahrzehnte Qualität und Beständigkeit! Dieser Anspruch hat „Movie meets Media“

zu einer einzigartigen Plattform für mehr als nur gute Kontakte gemacht. Auf treffsichere

Zielgruppen-Kontakte setzen Sie auch mit Radiowerbung auf 1LIVE und WDR 2.

Einfach anspruchsvoll

Dass Gesundheit ein hohes Gut ist,

muss man Christian Weißenberger

nicht erklären. Der bundesweit bekannte

Leiter des Zentrums für Strahlentherapie

in Freiburg im Breisgau setzt sich

seit Langem für ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein

seiner Landsleute ein und feilt

stets an neuen Therapiemöglichkeiten.

„Persönlich erfolgreich zu sein heißt für

mich, Dinge zu erreichen, ohne mir untreu

zu werden“, erklärt Weißenberger. „Als

Arzt geht es in dem Fall konkret darum, seinen

Patienten die bestmögliche Therapie

zu bieten – die zuverlässig und schonend

und auch für alle Patienten bezahlbar ist.“

Wie man erfolgreich handelt, musste

Christian Weißenberger bereits als 17-jähriger

Gymnasiast lernen – und das nicht

nur auf der Schulbank. Er und sein Bruder

mussten nach dem plötzlichen Tod ihres

Vaters dessen Landwirtschaftsunternehmen

übernehmen. Ein Sprung ins Ungewisse,

der jedoch durch Fleiß und eine gesunde

Dr. Christian Weißenberger mit

Boxer Ünsal Arik auf der Bühne

beim „Freiburg Health Day“.

Selbsteinschätzung gelang: „In dieser Zeit

habe ich gelernt, dass so manches gute Geschäft

gerade dasjenige ist, das nicht zustande

kommt“, blickt Christian Weißenberger

zurück. „Egal ob es sich um Kunden

oder um Patienten handelt:

Wenn die Chemie zwischen

den Beteiligten letztendlich

nicht stimmt, sollte man es

lieber lassen.“

Neben der Patientenbetreuung und der

Forschung liegt dem 54-jährigen Mediziner

der „Freiburg Health Day“ besonders

am Herzen, den er 2016 aus der Taufe gehoben

hat. Alljährlich geht es da an mehreren

Standorten in Freiburg bei Sportveranstaltungen,

Vorträgen und Showauftritten

ausschließlich um das Thema Gesundheit.

Unterstützt wird der „Freiburg Health

Day“ von prominenten Sportlern wie der

Olympiasiegerin Heike Drechsler oder

von Schauspielern und Influencern wie

Thorsten Nindel („Lindenstraße“), Patrick

G. Boll („Berlin – Tag und Nacht“) oder

Model und „Bachelor“-Kandidatin Dany

Michalski. „Wenn ich da mit all diesen

tollen Menschen auf der Bühne stehe und

sehe, mit wie viel Freude die da alle mitmachen,

dann ist das schon ein absolutes

Highlight!“, freut sich Weißenberger.

161



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

WIR BRAUCHEN MEHR

QUERDENKER!

ALEXANDER BIRKEN

– CEO OTTO GROUP –

Der Firmensitz von OTTO

in der Werner-Otto-Straße in Hamburg-Bramfeld.

© Otto Group

Alexander Birken, Jahrgang 1964 und geboren

in Hamburg, hat am 1. Januar 2017 den Vorstandsvorsitz

der Otto Group übernommen.

Bereits 1991 stieg Birken im Controlling-Bereich

der Otto Group ein und übernahm anschließend

u.a. die Verantwortung für das

Beteiligungscontrolling der Otto Group im

amerikanischen und asiatischen Markt, leitete

Birken dann das weltweite Beteiligungscontrolling

der Otto Group. Und war von 2002

bis 2004 als Chief Operating Officer der Spiegel

Group in Chicago, USA, tätig. Seit 2005

war Birken Mitglied des Vorstandes der Otto

Group und maßgeblich für die erfolgreiche

Expansion der Otto Group Russia verantwortlich.

Zudem verantwortete er operativ die

Bereiche Personal, Steuerung und IT von OTTO

und war als Konzern-Vorstand für die strategische

Weiterentwicklung verschiedener Firmen

verantwortlich. Seit dem 1. August 2012 nahm

er zusätzlich die Sprecherfunktion der Einzelgesellschaft

OTTO wahr. Alexander Birken ist

verheiratet und Vater von vier Kindern.

Herr Birken, was bedeutet Erfolg

für Sie?

Gut zuzuhören. Wir deutschen Manager

sind mit dem Gen geboren worden,

dass wir allen erklären können, wie die Welt

funktioniert. Eines der Erfolgsgeheimnisse

der Menschen, die etwa im Silicon Valley

arbeiten, ist dagegen, dass sie nicht senden,

sondern Fragen stellen. Die wollen

lernen. Ein anderes Beispiel ist Tarek Müller,

einer der Chefs von About You. Dem bin

ich in seiner Anfangszeit dreimal in einer

Woche am Campus in Hamburg begegnet.

Beim dritten Mal habe ich ihn dann gefragt:

„Tarek, was machst du hier die ganze Zeit?“

Und er hat geantwortet: „Hier sind so viele

schlaue Leute, die frage ich alle aus.“ Das

ist die neue Mentalität:

Die Chefs können die wenigsten

Antworten selbst

geben, deshalb müssen sie

die richtigen Fragen stellen.

Was waren bisher Ihre wichtigsten

Karriere-Schritte?

Zu meinen wichtigsten Karriere-Schritten

gehört sicherlich mein zweieinhalbjähriger

USA-Aufenthalt bei der Spiegel Group. Tatsächlich

bin ich seit Kindesbeinen an ein

Optimist, aber der amerikanische Grundoptimismus

hat mich nochmal extrem geprägt.

Und mir viel Rüstzeug mitgegeben.

Was ist bislang das persönliche Highlight

Ihrer Karriere?

Der Kulturwandel-Prozess, der seit knapp

vier Jahren in der Otto Group läuft, ist

mein ganz persönliches Highlight. Wir

alle befinden uns in einem gewaltigen

Transformationsprozess, unsere Lebensund

Arbeitswelt ändern sich radikal. Und

keiner weiß genau, was noch auf uns zukommt.

Da ist es sehr beeindruckend zu

erleben, wie es einem werteorientierten,

eher traditionellen, großen Unternehmen

gelingt, sich so zu verändern, dass es zukunftsfähig

ist und leistungsfähiger wird.

Gelingen kann dies einzig und allein, indem

alle Kolleg*innen – auch und gerade

wir im Vorstandsteam – ihre Haltung verändern,

von lieb gewonnen Gewohnheiten

und Verhaltensweisen Abschied nehmen

und offen sind für die Zukunft der Arbeit.

Wir sind hier wirklich außerordentlich gut

vorangekommen und werden diesen spannenden

Prozess weiter gestalten.

Was raten Sie jungen Menschen, die

Erfolg haben möchten?

Sei du selbst! Wir brauchen

viel mehr Querdenker – gerade

in diesen Zeiten des

extrem schnellen Wandels.

Wir brauchen Kolleg*innen, die eine andere

Sicht auf Dinge haben, kreative Ideen entwickeln,

unpopuläre Meinungen vertreten.

Wir brauchen diese Vielfalt, um dauerhaft

innovativ zu bleiben und damit am Markt

bestehen zu können. Genau das fördern wir

übrigens mit dem Kulturwandel 4.0.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft,

die erfolgreiche Menschen heute

brauchen?

Ich möchte zwei nennen: Mut und Demut.

Wir brauchen den Mut, etwas Neues zu

wagen und dabei meist auch ein persönliches

Risiko einzugehen. Dann können wir

erfolgreich sein. Und wir brauchen Mut für

eine neue Art von Führung.

Eine Führung, die aber auch

demütig anerkennt, dass

Führungskräfte nicht mehr

die allwissenden Bewohner

von Elfenbeintürmen sind.

Die erkennt, dass in allen Kolleg*innen Potenziale

stecken, die zum Erfolg beitragen.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Ohne soziale Kompetenzen

bzw. soziales Engagement

geht es im familiären, gesellschaftlichen

und unternehmerischen

Miteinander

nicht – ganz unabhängig

davon, wie erfolgreich Menschen

sind.

So zumindest meine Werteauffassung.

Ich unterstütze beispielsweise unser Musik-Projekt

„The Young ClassX“, das Kindern

aus sozial benachteiligten Familien

den Zugang zu Musik ermöglicht. Eines

meiner Herzensthemen, weshalb es mir

leichtfällt, mich hierfür zu engagieren.

162

163



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

ERFOLG

KOMMT NUR MIT DER

EXTRAMEILE

Über Michael Dunker:

Michael Dunker ist Journalist und Unternehmer aus

Bremen. Startete als BILD- Reporter, ging 1997 zu ComputerBILD,

wurde stellv. Chefredakteur und Leiter einer

Entwicklungsredaktion. 2008 gründete er die Marketing

Agentur Testroom, verkaufte sie 2019 an Ströer

und fusionierte Testroom mit der Ströer-Tochter Content

Fleet, deren geschäftsführender Gesellschafter Dunker

jetzt ist.

Michael Dunker im Interview mit Angela Merkel, als sie

noch Bundesumweltministerin war.

© privat

© privat

MICHAEL DUNKER

– JOURNALIST UND UNTERNEHMER –

Was wollten Sie als Kind werden?

Mit drei Jahren bekam ich

einen Kassettenrecorder geschenkt und

nahm ein „Interview als Reporter“ auf.

Natürlich wusste ich damals noch nicht

wirklich, was ein Journalist macht. Aber die

Leute in Radio und TV haben mich damals

offenbar beeindruckt.

Hat ihr Wunsch von damals im weitesten

Sinne etwas mit Ihrem heutigen Schaffen

zu tun?

Ich bin in der Tat Journalist geworden! Das

bin ich bis heute, mit Leidenschaft. Allerdings

ist meine Tätigkeit als Unternehmer

in den letzten zwölf Jahren stark in den

Vordergrund getreten. Meine Firma bietet

Content Marketing an, also Unternehmensjournalismus.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten

Karriere-Schritte?

Ich hatte das Glück, direkt nach dem Abitur

in den Journalismus zu stolpern. Ich

war einige Jahre als BILD-Reporter in verschiedenen

Städten unterwegs. Das war

wirklich sehr lehrreich – unglaublich, mit

wie vielen verschiedenen Menschen ich

dort in Berührung gekommen bin. Ich habe

zwei Bundespräsidenten und drei Kanzler

interviewt, den Dalai Lama getroffen und

mir die Sorgen von Sozialhilfeempfängern

angehört. Ich bin Showstars begegnet und

habe für sterbenskranke Kinder mit Krankenkassen

gekämpft.

Diese Bandbreite an Schicksalen

von arm bis reich hat

mich stark geprägt.

Vor allem meine Zeit als Polizeireporter hat

mir gezeigt, wie hart das Leben zuschlagen

und wie schnell es vorbei sein kann. Das

macht nachhaltig demütig und dankbar.

Was ist bislang das persönliche Highlight

Ihrer Karriere?

Es ist toll zu spüren, wenn jahrelange harte

Arbeit belohnt wird. Ich habe Anfang 2019

meine Firma TESTROOM an den größten

deutschen Digitalvermarkter Ströer verkauft.

Es ist natürlich sehr befriedigend,

wenn auch andere nach intensiver Begutachtung

feststellen, welchen Wert man geschaffen

hat. Ich bin schon sehr stolz, was

die Mannschaft da aufgebaut hat.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Es ist wohl der lange Atem in Kombination

mit Flexibilität. Viele Dinge funktionieren

einfach nicht sofort oder nicht so, wie man

sie sich vorgestellt hat. Oder gar nicht. Ich

versuche, mich jederzeit auf neue Gegebenheiten

einzustellen. Dabei muss man

sich selbst permanent in Frage stellen.

Selbstbewusstsein und Vertrauen ist gut.

Selbstverliebtheit führt in den Untergang.

Entscheidend ist das Durchhaltevermögen.

Für mich war es nie eine Option, schnell

aufzugeben.

Ich gehe dann die Extrameile,

hier trennt sich definitiv

die Spreu vom Weizen.

Erfolg kommt nur mit der Extrameile. In

den ersten Jahren meiner Unternehmer­

164

165



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

© privat

In seiner Zeit als BILD-Reporter interviewte Michael Dunker viele

spannende Persönlichkeiten, so zum Beispiel Otto Waalkes.

tätigkeit habe ich mir kein Gehalt ausgezahlt,

um die Ausgaben wie Gehälter und

Miete etc. bewältigen zu können. Da haben

wir vom Gehalt meiner Frau Nikki gelebt.

Auch als es nach guten Jahren dann eine

Delle im Geschäftsbetrieb gab, habe ich finanziell

temporär einen massiven Schritt

zurück gemacht. Und gleichzeitig noch

mehr gearbeitet.

Jeder kann mal zwölf bis

14 Stunden sechs Tage die

Woche arbeiten.

Aber dies über einen langen Zeitraum von

Monaten oder Jahren durchzuhalten, da

lernt man sich neu kennen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem

Karriere-Weg? Wenn ja, wie haben Sie die

überwunden?

Oh ja! Neben den vielen kleinen gab es auch

einen richtig großen Rückschlag. Mit meiner

Firma hatte ich mich lange auf Suchmaschinenoptimierung,

SEO, spezialisiert.

Wir waren von Google abhängig. Dann kam

der Tag, als die Suchmaschine die Spielregeln,

den Algorithmus, änderte. Ich war mit

meiner Familie gerade im Urlaub, als mich

mein damaliger Partner anrief und mir

die Hiobsbotschaft mitteilte. Das war eine

doppelte Strafe, nichts tun zu können, die

eigene Firma am Abgrund und gleichzeitig

die Herausforderung, der Familie nicht die

letzten Urlaubstage zu verderben.

Du lächelst blinzelnd in die Sonne,

schleckst Vanilleeis mit deinen Lieben

und im Kopf hämmert es nur – was jetzt?

Freunde, Berater, Finanzexperten sagten

mir damals: Das war es, mach‘ dicht. Das

schaffst Du nicht. Insolvenz drohte. Ich

habe wirklich lange überlegt, ob ich trotzig

reagiere, wenn ich die drohende „Schmach“

einer Pleite verzweifelt versuchte abzuwenden.

Oder ob es der Mut zum Risiko

wäre, dennoch nicht aufzugeben. Es war

auf jeden Fall kloppehart. Und man ist

ganz alleine mit der Entscheidung. Hilfe

ohne Gegenleistung? Gibt es nicht. Jedenfalls

keinen Blanko-Kredit für strauchelnde

Mittelständler. Die Banken boten uns zwar

eine Kreditlinie an. Aber nur mit persönlicher

Absicherung von meinem Partner

und mir. Da hilft auch keine GmbH. Alles

sprach dagegen, gutes Geld dem schlechten

hinterher zu werfen. Ich hatte aber das

unbedingte Gefühl, es schaffen zu können.

Ich bin meinem Partner unendlich dankbar,

denn er vertraute mir, wir gingen „all-in“

und sicherten den Kredit persönlich ab.

Wir mussten uns von einem Teil der Belegschaft

trennen. Doch statt Kündigungen

setzten wir auf Auflösungen mit Abfindung.

Eigentlich ein Wahnsinn in so einer

Situation.

Solche Phasen kann man in der Rückschau

immer schön als lehrreich bezeichnen. In

der Situation selbst gibt es neben der Arbeit

nichts anderes mehr. Keine Freunde,

keine Freude. Machen. Durchhalten. Das

geht nicht ohne Resilienz.

Man muss gut auf sich hören,

um in solchen Phasen

nicht wirklich richtig krank

zu werden.

Wir haben es gut hinbekommen. Und ja,

natürlich gehört auch Glück dazu, das Geschäftsmodell

zu ändern, die guten Leute

im Team zu halten und neue zahlende Kunden

zu finden.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich

raten?

Vor ein paar Jahren hätte ich noch gesagt:

Nüscht, mach‘ weiter so. Heute würde ich

mir raten, möglichst frühzeitig kontinuierlich

an der Weiterbildung dranzubleiben.

Und vor allem: in das eigene Netzwerk zu

investieren, das ist unheimlich wichtig. Das

habe ich etwas spät erkannt.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Anfang des Jahres habe ich meine Firma

größtenteils verkauft. Dann haben wir

meine Firma mit der Content Fleet GmbH,

einer Ströer-Tochter, verschmolzen. An

diesem Konstrukt bin ich weiterhin als geschäftsführender

Gesellschafter beteiligt.

Die jetzt laufende Postmerger-Integration

ist für mich sehr wichtig. Ich bin nicht

so der Exit-Typ, verspüre keinen Fluchtimpuls.

Ich möchte den gemeinsamen Erfolg

gern stabilisieren und dem Team helfen,

im Content Marketing nachhaltig und

noch profitabler aufgestellt zu sein. Es ist

großartig zu sehen, wenn Synergien nicht

nur im Mantra herbeigebetet werden, son­

dern tatsächlich greifen. Content Fleet hat

jetzt 140 festangestellte Mitarbeiter, wir

binden unsere Services stark an den Ströer-Konzern.

Wir bieten integriertes Content

Marketing wie keine zweite Agentur:

Vom Plakat bis in den E-Commerce-Shop.

Das macht wirklich Spaß.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem

Privatleben?

Definitiv keine Plattitüde: Ich bin sehr

dankbar, dass meine Frau und ich so wunderbar

harmonieren. Wir unterstützen uns

gegenseitig. Und das nicht nur morgens

am Frühstückstisch. Wir teilen auch den

Schreibtisch, sitzen tatsächlich seit vielen

Jahren auch im Job nebeneinander. Wir haben

uns vor 22 Jahren bei Axel Springer in

der Redaktion von Computerbild kennengelernt.

Wir ernten natürlich immer wieder ungläubige

Blicke: wie schafft ihr das, euch permanent

zu sehen?

Für uns gibt es nichts Anderes – twentyfourseven.

Das hat den unglaublichen Vorteil,

dass man abends nicht mehr erklären

muss, warum Kollege Heinz heute so nervig

war und wer Heinz überhaupt ist. Wir teilen

sowohl berufliche als auch private Erfolge

und Niederlagen. Nikki hat mir auch

den überlebensnotwendigen Halt gegeben,

als wir – nicht ich – in den beruflichen Abgrund

geschaut haben.

An welchen Orten finden Sie neue

Inspiration?

An möglichst vielen fremden und neuen

Orten. Überall auf der Welt gibt es etwas zu

entdecken. Ich bin eher der Forscher als der

Farmer. Noch so eine Eigenschaft, die ich

mit meiner Frau teile.

Zusammen haben wir über

65 Länder der Welt bereist

und werden nicht müde.

Wir sind auf aktiven Vulkanen spazieren

gegangen, sind in allen Weltmeeren getaucht,

unter anderem mit Wahlhaien und

dem Weißen Hai. Wir sind aus dem Flugzeug

gesprungen und haben uns, etwas

sehr waghalsig, über den Rand der Victoria

Wasserfälle in Sambia gehängt. Wir müssen

aber nicht Angkor Wat in Kambodscha

besuchen oder in Peru auf Macchu Pichu

blicken, um inspiriert zu werden, auch die

kleine Ostseepension oder die Sauna im

Fitness-Studio um die Ecke bieten Ruhe

und Raum für neue Gedanken.

Michael Dunker hier bei einem Fallschirmsprung

in Südafrika – Reisen sind seine Leidenschaft

Es sind häufig die kleinen Fluchten, die die

Gedanken beflügeln.

Was ist für Sie Luxus?

Kann es eine andere Antwort geben als:

Zeit? Vor allem Zeit zu zweit. Und Zeit in

Verbindung mit Freiheit und Gesundheit.

Mehr geht nicht.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie

sich für die Zukunft?

In der nächsten Zeit geht es darum, die

Agentur erfolgreich auszubauen. Langfristig:

Gesund und neugierig bleiben. Und

weiterhin etwas vom eigenen Erfolg zurückgeben.

Wir haben uns bisher immer

an karitativen Initiativen anderer beteiligt.

Von Regenwald über Ozean bis Patenschaften

oder Brunnen bohren in Kambodscha.

Wer weiß, vielleicht gibt es ja auf einer der

nächsten Reisen eine Inspiration für eine

eigene Initiative.

Fotos: © privat

166



SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

GAR KEINE ZUSCHAUER,

DAS IST AUCH

ADVERTORIAL

Echte Passion für stilvolles Wohnen

Seit über 20 Jahren ist

Caroline Link im Filmgeschäft

erfolgreich.

Die 1964 in Bad Nauheim

geborene Wahlmünchnerin

studierte an der Münchner

Hochschule für Film und

Fernsehen Regie. Bekannt

ist sie insbesondere für

den Kinofilm „Nirgendwo

in Afrika“, der 2001 einen

Oscar in der Kategorie

„Bester fremdsprachiger

Film“ erhielt. Ihr neuester

Film „Der Junge muss an die

frische Luft“ (2018) wurde

unter anderem mit dem

Deutschen Comedypreis für

die „erfolgreichste Kinokomödie“

ausgezeichnet.

Wir haben mit ihr über ihre

Erfolge und die Herausforderungen

gesprochen,

denen sie sich als

Regisseurin stellen muss.

Wie definieren Sie Erfolg?

Erfolgreich bin ich als Regisseurin,

wenn ich ehrlich sagen

kann, ich habe mein Ziel erreicht. Mit zunehmendem

Alter merke ich, dass mir die

Wertschätzung meiner Arbeit am wichtigsten

ist. Gute Zuschauerzahlen und Geld alleine

machen nicht wirklich zufrieden, aber

gar keine Zuschauer, das ist natürlich auch

Mist! (lacht)

MISTvon Franziska Mansen

Caroline Link am Set zu ihrem neuesten Film

„Als Hitler das rosa Kaninchen Stahl“ (2019)

Was wollten Sie als Kind werden?

Als junge Erwachsene war meine Antwort

darauf: „Irgendwas mit Kindern.“ Tatsächlich

haben mich Kinderschicksale schon

immer sehr interessiert, vor allem dann,

wenn die Kinder eine Herausforderung zu

bestehen haben.

Was war für Sie ausschlaggebend bei der

Berufswahl?

Als junge Frau hätte ich mir das gar nicht

zugetraut. Zuerst war ich Assistentin, dann

habe ich es gewagt, mich an der Filmhochschule

zu bewerben. Es erschien mir verlockend,

eine ganze filmische Geschichte

selbst zu gestalten.

Was waren wichtige Schritte in Ihrer

Karriere?

Nach dem Oscar wurden mir große Projekte

angeboten. Ich wollte sie nicht, weil ich gespürt

habe, dass ich sie nicht gut machen

würde. Nicht weil sie zu groß waren, sondern

weil sie von etwas erzählten, was mit

mir nichts zu tun hatte. Nach dem Oscar

nicht nach Amerika zu gehen, war sicher

ebenfalls eine wesentliche Entscheidung.

168

Ihr bisheriges Karriere-Highlight?

Der Oscar für „Nirgendwo in Afrika“ war

natürlich ein Highlight, keine Frage. Aber

ebenso hat mich der Deutsche Filmpreis

für meine Regie für „Im Winter ein Jahr“

gefreut. Der Film hatte relativ wenig Zuschauer

und es hat mich sehr glücklich gemacht,

dass meine Arbeit dennoch gewürdigt

wurde.

Was waren die größten Herausforderungen

für Sie?

Es ist mir sehr schwer gefallen, mich von

meinem kleinen Kind für Monate zu verabschieden

und in die Welt hinauszuziehen,

um Filme zu drehen. Am Drehort hätte

ich ständig das Gefühl gehabt, sie kommt

zu kurz. Mein Lebenspartner Dominik hat

unsere Tochter komplett betreut. Als ich in

Marokko gedreht habe, waren das immerhin

vier Monate am Stück. Gott sei Dank

konnte er sich dafür die Zeit nehmen. Ich

empfinde den Regieberuf schon als ziemlich

familienfeindlich. Man ist einfach zu

oft weg.

Bei Kunden auf der ganzen Welt steht der Name JAB ANSTOETZ für textile Leidenschaft, die sich in fantasievollen Kreationen

von ausgewählter Qualität manifestiert. Das familiengeführte Unternehmen zählt zu den Trendsettern im anspruchsvollen

Interior Design und schafft mit seinen fein aufeinander abgestimmten Produkten Wohnwelten, die immer wieder aufs

Neue faszinieren.

Exklusive Wohnstoffe, edle Teppiche, meisterlich gefertigte Polstermöbel – die JAB ANSTOETZ Group präsentiert textiles

Einrichten von seiner schönsten Seite. Als stimmige Ergänzung zu diesen Königsdisziplinen bietet die Unternehmensgruppe

Partnerprodukte wie Sonnenschutzlösungen, Tapeten oder Designböden. Das umfangreichste Sortiment der Branche

besticht durch eine einzigartige Vielfalt an Designs, Qualitäten und Farben für jeden Einrichtungsstil. Rund 3.000 Artikel

in 30.000 Farben stehen alleine bei JAB ANSTOETZ Fabrics zur Wahl – und in jeder Saison kommen weitere aufregende

Kollektionen hinzu!

Lifestyle zum Anfassen

Die weltweit mehr als 1.400 Mitarbeiter tragen maßgeblich

zum wachsenden Erfolg der JAB ANSTOETZ Group bei und

sorgen für die unverwechselbare Handschrift der unterschiedlichen

Unternehmen und Marken. Hierzu gehören:

JAB ANSTOETZ Fabrics, JAB ANSTOETZ Systems, Chivasso,

Gardisette und climatex, die für exklusive Wohntextilien

stehen. JAB ANSTOETZ Flooring, die hochwertige Teppiche,

Teppichböden und Designbeläge fertigen. BW Bielefelder

Werkstätten und ipdesign, deren Markenzeichen sorgfältig

von Hand gearbeitete Polstermöbel sind. Alle gemeinsam

haben sich demselben Ziel verschrieben: außergewöhnliche

Produkte von herausragender Qualität. Für anspruchsvollen

Lifestyle steht auch die Unternehmenstochter Golf House, die

mit ihrem hochkarätigen Portfolio aus Equipment und Service

zu den führenden Golfeinzelhändlern Europas zählt.

Die faszinierende Welt der textilen Wohnraumgestaltung können Fachkunden und Endverbraucher in den Showrooms

von JAB ANSTOETZ hautnah erleben. In Deutschland sind dies vor allem der Ausstellungsraum in der Bielefelder Firmenzentrale

sowie das „House of JAB ANSTOETZ“ in München, wo alle Marken der gesamten Unternehmensgruppe als perfekt

gestyltes Ensemble präsentiert werden. Wer noch intensiver in die Wohnwelten von JAB ANSTOETZ eintauchen möchte,

kann dies im Berghotel Astenkrone tun. Der Wellness-Treff im sauerländischen Winterberg/Altastenberg, der ebenfalls zur

JAB ANSTOETZ Group gehört, wurde Zimmer für Zimmer individuell gestaltet und spiegelt eindrucksvoll die gesamte

Bandbreite der stilvollen Kollektionen wider. Adressen, Anfahrtsbeschreibungen und weitere Informationen zur

JAB ANSTOETZ Group und ihren Produkten finden Sie unter www.jab.de.



WERBUNG

ZWISCHEN

LAUSBUBIGKEIT

UND ZIELSTREBIGKEIT

Simon Brunke ist Mitbegründer

und CEO der

Exporo AG. Der gebürtige

Hamburger studierte

zunächst europäische

Unternehmensführung,

absolvierte unter anderem

Praktika bei Daimler und

Axel Springer und gründete

bereits 2004 sein erstes

Unternehmen, die Aeris

GmbH & Co KG. Sein erster

Exit folgte 2011 mit der wika

AG, wo er als Gründer und

Finanzvorstand von 2007 an

tätig war. Seit 2014 baute

er gemeinsam mit Björn

Maronde, Tim Bütecke und

Julian Oertzen die Exporo

AG auf, Deutschlands führende

Plattform für digitale

Immobilien investments.

Mittlerweile hat Exporo

über 190 Mitarbeiter – und

befindet sich weiterhin im

stetigen Wachstum.

© Exporo AG

Simon Brunke - Mitbegründer und CEO der Exporo AG

SIMON BRUNKE

– UNTERNEHMER –

Herr Brunke, was wollten Sie als

Kind werden?

Begeistert haben mich in meiner

Kindheit Pippi Langstrumpf, Michel aus

Lönneberga und Dagobert Duck. Eine Mischung

aus Eigenständigkeit und Freiheit,

Lausbubigkeit und Zielstrebigkeit.

Ihr größtes Vorbild ist?

Mein Vater – seine Grundeinstellung zum

Leben hat mich schon immer inspiriert

und motiviert. Sowohl in guten als auch in

schlechteren Phasen hat er immer positiv

gedacht und das Beste aus jeder Situation

gemacht. Er hat zwar viel gearbeitet, doch

er war immer für die Familie da. Ich hatte

viele Freiheiten, aber auch meine Pflichten:

Abends spät ins Bett war ok, trotzdem war

morgens Rasenmähen angesagt.

Was war für Sie ausschlaggebend bei

Ihrer Berufswahl?

Schon mit 13 Jahren habe ich auf Flohmärkten

jeden Monat mit Überraschungseier-Figuren

gehandelt und während meines

BWL-Studiums 2004 meine erste Firma

gegründet. Ich war nie angestellt, die Rolle

als selbstständiger Unternehmer ist mir

sozusagen in die Wiege gelegt worden und

hat mir von Kindheit an große Freude bereitet.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten

Karriereschritte?

Während meines Studiums gründete ich

einen klassischen Maklervertrieb, der

auf circa 500 Mitarbeiter anwuchs. 2011

verkaufte ich meine Anteile, 2013 schied

ich als Vorstand aus. Die Ineffizienzen des

klassischen Vertriebs - egal ob Immobilien,

Versicherungen oder andere Produkte –

waren unübersehbar, das Potenzial von

Fintech-Unternehmen hingegen sehr groß.

Mit der Gründung von Exporo im Jahr 2014

verband ich beides: Zusammen mit meinen

Mitgründern entwickelten wir eine Plattform

für digitale Immobilieninvestments,

die es jedem ermöglicht, wie ein Großanleger

in professionelle Immobilien zu investieren.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Optimismus, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft.

Vor allem aber meine absolute

Überzeugung und Begeisterung für das,

woran wir als Firma jeden Tag arbeiten.

Was raten Sie jungen Menschen, die

Erfolg haben möchten?

Ich glaube, dass es wichtig ist, eine eigene

Idee zu haben und sich zu trauen, diese einfach

mal umzusetzen.

Eine solche Idee muss das

Potenzial haben, ganze

Märkte und Industrien zu

ändern und dementsprechend

auch das Nutzerverhalten.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem

Privatleben?

In meinen Augen muss es möglich sein,

das Privates und Berufliches in Einklang zu

bringen. Mir persönlich hilft Sport dabei,

und natürlich Familie und gute Freunde.

Geht es mir privat gut, kann ich beruflich

gut performen. Performe ich beruflich, hat

das wieder einen positiven Effekt auf mein

Privatleben.

Simon Brunke verkaufte schon mit 13 Jahren

gewinnbringend Ü-Ei-Figuren auf dem Flohmarkt.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten

unterstützt?

Mein Vater und mein Professor, Herr. Dr.

Müller-Siebers, haben mich dabei unterstützt,

meinen eigenen Weg zu gehen. Und

dieser führte schon früh in die Selbstständigkeit,

sodass auch das Stehen auf eigenen

Beinen mich gefördert und gestärkt hat.

Haben Sie eine lustige Anekdote aus

Ihrem Erfolgsleben?

Bei einem Vortrag vor vier Jahren kam aus

dem Publikum – alles Vertreter von offenen

und geschlossenen Fonds – folgender Kommentar:

„Simon, es ist ja eine lustige Idee

von euch, digital mit Kleinanlegern eine bis

zwei Millionen Euro pro Immobilie einzusammeln.

Aber für uns würde sich das nicht

lohnen, wir machen immer mindestens

20 Millionen Euro pro Immobilie. Spielt

ihr mal ruhig weiter.“ Mittlerweile haben

wir bewiesen, wie gut es tatsächlich funktioniert,

und etliche Branchenvertreter der

„alte Finanzwelt“ möchten über uns Tech,

Marketing und Know-how einkaufen.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Für mich war es lehrreich, zu erfahren, wie

gut bestimmte Dinge funktionieren, wenn

man sie vernünftig übergibt und seinen

Mitarbeitern vertraut. Zu denken, man

muss in einem Unternehmen alles selbst

machen oder kontrollieren, ist aus meiner

Sicht ein großer Fehler.

Wie leiten Sie Ihr Team?

Ich glaube an ein „Führen durch Vorbild“

und an den Teamgeist. Daran arbeite ich

täglich. Wir pflegen ein starkes Miteinander

bei Exporo. Die Hierarchien sind

bewusst flach. Ich bin ein großer Freund

davon, Dinge gemeinsam zu machen und

demokratisch zu arbeiten.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Bei allem Blick auf Wachstum und Zukunft

des Unternehmens verlieren wir bei Exporo

gesellschaftliche Verantwortung und soziales

Engagement nicht aus den Augen.

Seit vielen Jahren verfolgen meine Vorstandskollegen

und ich deshalb privat verschiedene

Hilfsprojekte. Doch auch in die

Unternehmenspraxis unserer Plattform ist

das freiwillige Engagement längst eingebunden:

So hat Exporo in den vergangenen

Jahren mit diversen Aktionen beträchtliche

Summen Geld eingesammelt und für den

guten Zweck gespendet.

© Exporo AG

170

171



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

EIN HAUCH VON

FERNOST

© Martin Brinckmann / Speakers Night

IN HAMBURG

JÜRGEN HUNKE

– UNTERNEHMER –

Galerist und Verlagskaufmann Jürgen Hunke hier

bei der Speakers Night im Radisson Blu, Hamburg.

von Franziska Mansen

Dieser Mann ist ein wahrer

Individualist. Zu sehen ist

das deutlich: so trägt er

beispielsweise nur rot,

schwarz und weiß. Er

besitzt eine der größten

Buddha-Sammlungen

Deutschlands, ist Inhaber

der Hamburger Kammerspiele,

Galerist und vor

allem eins – erfolgreicher

Unternehmer. Jürgen Hunke

der Gründer und Erfinder

eines deutschen Spezial-

Vertriebs, der jungen

Leuten Altersvorsorge-

Produkte anbot. Zur Jahrtausendwende

verkaufte

er das Unternehmen und

macht seitdem nur noch

das, was ihm Freude

bereitet.

Wir treffen ihn im Block House,

in der Nähe seiner Mikado-Galerie

am Mittelweg. Er ist hier

Stammgast, kennt den Gründer und Inhaber

Eugen Block gut. Seine Bestellung:

ein vegetarischer Teller mit Grillgemüse,

gedünstetem Spinat und einer Ofenkartoffel.

Der 76-Jährige achtet sehr auf seine

Gesundheit: “Neulich fand man bei Tests

in der Charité in Berlin heraus, dass mein

körperliches Alter gerade einmal 48 Jahre

beträgt.“ Sein Geheimrezept neben einer

gesunden Ernährung? „Ich stehe jeden

Morgen um fünf Uhr auf, werde anschließend

zwei Stunden massiert und gehe in

die Dampfsauna.“ Diese Kontinuität beizubehalten

ist auch etwas, was er jungen

Menschen rät, die erfolgreich sein möchten:

„Nach Ritualen leben, möglichst

früh aufstehen und

das jeden Tag.“

Sofort fragt man sich, wie soll das im Alltag

gelingen? „Bei Veranstaltungen bin ich

immer als Erster da, denn dann kann ich

auch als Erster gehen. Dadurch halte ich

meine Rituale immer ein“, sagt Hunke. Das

Wichtigste seien für ihn aber immer Ehrlichkeit

und Gradlinigkeit. Diese beiden

Eigenschaften zählen zu den Stärken des

Unternehmers: „Ich kann mich für Dinge

ehrlich begeistern und andere dann ebenfalls

überzeugen.“

Hunke gestaltet sein Leben seit dem Jahr

2000 so, wie es ihm gefällt. Davor arbeitete

er 42 Jahre als selbständiger Unternehmer

in den Bereichen Marketing und Unternehmensberatung.

Was für ihn Erfolg bedeutet?

„In erster Linie Unabhängigkeit!“ Für

ihn gehört zur steilen Karriere aber auch

eine gewisse Portion Glück:

„Der richtige Zeitpunkt entscheidet

darüber, ob man

Erfolg hat oder nicht“.

Als Kind, wollte er „irgendetwas mit Sport“

machen: „Sportreporter hätte mich interessiert.“

Stattdessen wurde er erfolgreicher

Unternehmer. Mit dem Sport hat es aber

trotzdem geklappt: Seine Leidenschaft

gehört dem HSV, den er als Präsident und

im Aufsichtsrat unterstützte.

Doch wie wurde eigentlich aus dem kleinen

Jungen aus Gütersloh ein erfolgreicher Unternehmer?

Nach der Schule wollte Jürgen

Hunke zunächst nach Australien. Mit 18

Jahren war man damals noch nicht volljährig,

sondern erst mit 21, also brauchte er die

Erlaubnis seiner Eltern. „Meine Mutter war

traurig, dass ich nach Australien wollte.

Das konnte ich natürlich verstehen. Doch

© Mikado asiatica

ich wollte es unbedingt“, erinnert sich

Hunke. Letztendlich unterschrieben seine

Eltern die Einverständniserklärung und es

fehlten nur noch letzte Gesundheitschecks

im Auswanderungslager in Bremen. Kein so

schönes Erlebnis:

„Ein Zahnarzt meinte, er

müsste mir einen Backenzahn

ziehen. Sonst würde

ich nicht ausreisen können.

Das wollte ich nicht. Nach

über einer Stunde Diskussion,

habe ich mich dann

gegen Australien entschieden.“

Jürgen Hunkes Weg führte ihn dann statt

ans anderes Ende der Welt an eine Werbefachschule

in Hannover. Aber: „Ich habe

nebenbei immer gearbeitet und schnell

gemerkt, dass mir auch das Verkaufen

liegt.“ Also probierte er sein Talent erstmal

bei Markenprodukten aus. Mit Erfolg!

Diese Zeit und das Gelernte von der Werbefachschule

inspirierten Jürgen Hunke. Mit

nur 26 Jahren entwickelte er seine Idee zur

Selbstständigkeit: „An der Werbefachschule

habe ich gelernt, was einen Markenartikel

ausmacht. Ein Markenartikel zeichnet

sich dadurch aus, dass es kein Argument

gibt, es nicht zu kaufen und dass es das

beste Preis-/Leistungsverhältnis hat“, erklärt

Hunke. Seine Idee: dieses Prinzip auf

Versicherungen übertragen. 42 Jahre ist er

mit der Zeus Vermittlungsgesellschaft mbH

selbstständig, kurbelte den gesamten Versicherungsmarkt

mit seinen Ideen an.

Am 31.12.1999 verkauft Jürgen Hunke

sein Unternehmen: „Damals verabschiedete

ich mich bei einer großen Feier. Um

Mitternacht zauberte mich Hans Klok aus

dem Saal nach draußen, wo ich in ein Auto

stieg und direkt zum Flughafen in Frankfurt

fuhr. Ich gönnte mir eine viermonatige

Auszeit auf Koh Samui.“

Seine Leidenschaft für den

asiatischen Kontinent ist

nicht zu übersehen.

Egal, ob seine Mikado Galerien in Hamburg,

Berlin und Timmendorf, das „Haus

der Harmonie“, oder seine Wohnhäuser –

das asiatische Flair spiegelt sich überall

wider. Aktuell beschäftigt sich Hunke vorwiegend

mit dem Import und Verkauf asiatischer

Kunstwerke und dem Schreiben und

Verlegen von Büchern. Sein Wunsch für

die Zukunft? „Niemand soll mehr hungern

müssen. Das sollte das Mindeste sein. Wer

mehr hat, sollte auch mehr geben und das

in allen Bereichen.“ Sein Antrieb, jeden Tag

neue Ziele in Angriff zu nehmen, ist die

pure Liebe am Leben: „Ich möchte noch ein

bisschen leben und meine Kinder, Enkelkinder

und Freunde weiterhin sehen. Und

noch ein bisschen verreisen.“ In Asien gibt

es schließlich noch so viele wunderbare

Flecken zu entdecken …

172

173



SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

© A2 Photography

EINE KARRIERE IN

PRESTISSIMO

Stückes beigesteuert, während eine ältere

Klavierschülerin für mich die linke Hand

übernahm“, erzählt sie lachend. So richtig

genießen konnte sie ihren ersten Applaus

aber nicht: „Ich war zu verärgert über mich

selbst!“

© A2 Photography

Die Pianistin Sophie Pacini möchte mit ihrer

Musik Emotionen vermitteln.

Sophie Pacini

deutsch-italienische

Pianistin

Sie war gerade mal sechs

Jahre alt, da konnte sie

bereits so überzeugend

ihr erstes Stück vortragen,

dass sie es gleich bei einem

Schülerkonzert spielen sollte.

Schon ihre erste Klavierlehrerin

erkannte das Talent

der kleinen Sophie Pacini.

Heute, mit 27 Jahren, gilt

das Wunderkind von

damals als feste Größe

unter den Pianisten, ihr

letztes Album stieg direkt

auf Platz zwei der deutschen

Klassikcharts ein.

von Johanna Reichert

Eigentlich war diese große Karriere

fast unvermeidlich, denn ihren Ehrgeiz

macht das Mädchen schon bei

ihrem ersten Auftritt klar: Am Vorabend

stolpert sie beim Toben und bricht sich

das linke Handgelenk: „Ich habe natürlich

nicht abgesagt, sondern mit einem schön

gefärbten Gips nur die rechte Hand des

In der Schule war das kleine Mädchen mit

dem großen Talent ein Sonderling. „Ich

habe meinen ersten Wettbewerb mit acht

Jahren gewonnen, darüber wurde in unserem

lokalen Zeitungsteil berichtet. Meine

Klassenlehrerin hat den Artikel an unsere

Pinnwand geheftet und einen Tag später

haben meine Mitschüler mit Reiszwecken

mein Gesicht auf dem Foto und die Überschrift

bis zur Unkenntlichkeit durchstochen“,

erinnert sich Sophie. Nach dieser

ersten Erfahrung, anders zu sein, entschied

sie sich, nie mehr über ihr Hobby zu sprechen:

„Ich habe mich schier geschämt,

wenn andere lobend über mich sprachen,

ich gute Noten hatte, ohne mich zu stark

auf die Schule zu fokussieren und besonders

dafür, im Mittelpunkt für meine musikalischen

Fähigkeiten zu stehen.“ Den

Stempel hochbegabt hat sie als Kind bestimmt

nicht ganz verstanden – aber:

„Ich habe für mich sehr früh

den Satz entdeckt: Talent

verpflichtet.“

Wilde Discoabende, die es für sie als Teenie

genauso wenig gab wie als Kind einen Sommer

ohne Klavierstunden, hat die Musikerin

nie vermisst: „Nachdem ich so gern und tief

in meiner eigenen Klavierwelt verhaftet war,

weil es mich begeisterte, hätte mich so ein

Discobesuch vermutlich nicht vom Hocker

gehauen...“, bekennt die Pianistin. Die üblichen

Herzschmerz-Mädchen-Jungs-Dramen

gab es aber natürlich trotzdem, nur

fanden die in ihrem Fall eben bei Meisterkursen

– eine Art Intensivtrainingslager

mit täglichem Klavierunterricht –

statt.

Aus dem jungen, begabten Mädchen wurde

schnell ein Stern am Klassikhimmel.

Bis hierhin zu kommen, war aber nicht der

schwerste Teil, sondern „mir selbst treu

zu bleiben, trotz vieler Versuche, mir von

außen ein kurzlebiges Marketingkleid anzuziehen.“

Letztlich hat sie es gewagt, sich

einfach auf ihren Instinkt zu verlassen –

mit Erfolg. Es braucht neben dem richtigen

Bauchgefühl aber in dieser Branche auch

„unerbittliche Disziplin und Willensstärke“,

um vorwärts zu kommen. Das Geheimnis

von Sophies Karriere? „Gerade in der

Musik geht es hauptsächlich um die Vorstellungskraft,

durch die Du Deine Emotionen

hörbar machst und sie als persönliches

Geschenk an Dein Publikum vermittelst.“

Sophies schlimmste Konzertkritikerin ist

sie selbst – sie nimmt all ihre Auftritte auf

und geht sie durch: „Dieser eigenen Beurteilung

messe ich letztlich auch am meisten

Bedeutung bei, denn ich bin ziemlich

unerbittlich.“

Privat hat die 27-Jährige das Glück, jemanden

an ihrer Seite zu haben, der sie versteht.

Ihr Mann ist selbst Musiker, er kennt

den nachtlastigen Rhythmus und das viele

Reisen. „Ich bin als Ehefrau sicher eine

Herausforderung“, gibt Sophie augenzwinkernd

zu. Eine Trennung von Beruf und

Privatem gibt es bei ihr nicht:

„Meinen Beruf bezeichne

ich als meine Berufung und

da gehen Familie und Arbeit

Hand in Hand. Eine Ergänzung

angetrieben von

Liebe.“

Und die verzeiht auch den Perfektionismus,

mit dem es die dunkelhaarige Virtuosin

ihrem Umfeld manchmal nicht ganz leicht

macht.

Große Rückschläge oder schlimme Erlebnisse

musste sie in ihrem Traumberuf

bisher zum Glück nicht verdauen. Das

Wunderkind wusste immer, wie man sich

durchsetzt. Oder zumindest fast immer: „Es

gibt nur zwei Begegnungen auf menschlicher

Ebene, die ich als Frau jetzt anders

handhaben würde, da auch an mir leider

der „#metoo“-Kelch nicht vorübergegangen

ist. Ich würde mich heute anders zur Wehr

setzen, wohl wissend, dass der Druck und

die Machtspielchen, mit denen ich als junge

Frau zu kämpfen hatte, ein reiner Bluff

waren und ich mich noch selbstbestimmter,

unbeugsamer und ohne Angst hätte verhalten

können und müssen.“

Mit 27 Jahren hat Sophie Pacini mehr erreicht,

als sie es sich als Kind hätte träumen

lassen: Bald steht einer der außergewöhnlichsten

Konzertmomente in Sophies Lebens

an, „eine gemeinsame Konzerttour im

Duo mit Martha Argerich, meinem großen

Vorbild, der berühmtesten Pianistin unserer

Zeit. Und das auf ihren Wunsch hin. Das

ist für mich ein unbeschreiblicher musikalischer

Meilenstein.“ Und sicherlich wird

das auch nicht der letzte Meilenstein ihrer

rasanten Karriere bleiben.

174

175



Anzeige

SEIEN SIE

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

AUTHENTISCH

TAGUNGEN

AUF SEE

PLANEN SIE IHRE TAGUNG

MIT COLOR LINE. MOTIVATION

IST VORPROGRAMMIERT!

Im Jahr 2010 gründete

Mark Gregg die BONAGO

Incentive Marketing Group

GmbH in München. Als

Vice President der Incentive

Marketing Association

Europe befasst er sich seit

mittlerweile mehr als zehn

Jahren mit innovativen Incentives

für Mitarbeiter,

Kunden und Verbraucher.

Zusammen mit seinem

Team aus Belohnungsexperten

unterstützt er

seither branchenübergreifend

Firmen aller Größenklassen

bei Herausforderungen

im Personal- und

Marketingbereich.

Was ist bislang das Highlight

Ihrer Karriere?

Ich wollte schon immer Themen

vorantreiben und etwas (er)schaffen, weshalb

die Gründung von BONAGO im Jahr

2010 etwas ganz Besonderes für mich war

und ist. In diesem Zusammenhang habe ich

mich sehr über den diesjährigen „Spirit of

IMA“-Award gefreut, einer Auszeichnung

der globalen Incentive Marketing Association

für die Verdienste, das Thema und damit

einhergehende Entwicklungen zu fördern

und zu kommunizieren. Eine für mich

sehr schöne Anerkennung.

Mark Gregg

rät zu Bodenständigkeit.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

Und was raten Sie jungen Menschen, die

Erfolg haben möchten?

Der konkrete Rat an mich selbst wäre: „Sei

mutig und mache Dich früher selbstständig!“

Allgemein gesprochen würde ich jedem,

der erfolgreich sein möchte, empfehlen nur

das zu tun, wofür er sich begeistern kann.

Wenn man sich mit Leidenschaft und Engagement

einer Aufgabe widmet, wird man

irgendwann Erfolg haben.

Was ist die wichtigste Eigenschaft die

erfolgreiche Menschen brauchen?

Bodenständig und nett zu sein – nicht

arrogant, sondern authentisch.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie

sich für die Zukunft?

Mein Ziel ist es mit BONAGO das beste

Unternehmen für Belohnungslösungen

im europäischen Raum zu sein und über

MARK GREGG

– GESCHÄFTSFÜHRER BONAGO –

176

© Bonago

unsere Businesskunden dadurch zahlreiche

Mitarbeiter und Verbraucher glücklich zu

machen. Und die Wertschätzung allgemein

zu fördern, beispielsweise im Hinblick auf

erbrachte Leistungen sowie den Umgang

mit Mitarbeitern und Kollegen allgemein.

Wie leiten Sie Ihr Team?

Wenn man die richtigen Leute am richtigen

Platz hat, die Feuer und Flamme für

Ihre Aufgaben sind, ist es wichtig Ihnen

Vertrauen und Freiraum bei der Ausübung

Ihrer Tätigkeiten zu geben. Ich denke, dass

das Wollen wichtiger ist als das Können.

Gleichzeitig sollten die individuellen Fähigkeiten

und Talente gefördert werden.

Eine gute Führungskraft ist ein authentisches

Vorbild. Zugleich sollte sie auch in

der Lage sein andere mitzureißen und zu

motivieren sowie ein offenes Ohr für das

Team haben – auch bei privaten Problemen

oder Anliegen.

Auf der Strecke Kiel–Oslo–Kiel bietet

Color Line Unternehmen die maritime

Alternative zum Tagungshotel.

Gehen Sie auf Erfolgskurs!

An Bord von Color Magic und Color Fantasy bietet Color Line auf der Strecke

Kiel–Oslo–Kiel an zwei Tagen und zwei Nächten die Gelegenheit, eine professionelle

Tagung mit der besonderen Motivation einer Schiffsreise zu verbinden.

Dabei ist die maximale Inspiration auf See sogar günstiger als man denkt.

FLEXIBLE RÄUME,

MODERNSTE TECHNIK

Color Magic und Color Fantasy

verfügen über ein eigenes

Konferenzdeck. Auf Deck 12

befinden sich auf einer Fläche

von 1.600m 2 individuell

kombinierbare Multifunktionsräume

für 6 bis 330

Personen, alle ausgestattet

mit modernster Tagungstechnik

inklusive W-LAN.

INDIVIDUELL, VIELSEITIG,

INSPIRIEREND

Das passende Rahmenprogramm

ist für eine erfolgreiche

Tagung ebenso wichtig

wie Räume und Technik. Ob

Kulinarik, Sport & Wellness

oder Entertainment: An Bord

findet sich eine große Auswahl

an Abwechslung und

Inspiration.

KONTAKT

Norwegenkai

24143 Kiel

colorline.de/tagungen

0431-7300 301

Professionelle Vorbereitung

und ein hervorragendes

Conference

Center mit erstklassigem

Service waren für uns

eine inspirierende und

begeisternde Kombination

aus Business, Meer

und Natur.

- ALFRED KÄRCHER

Vertriebs-GmbH

UNSER TIPP!

Tagungsplanung nach

Ihren Vorgaben

5 Gründe für Ihre Tagung auf See:

• Teambildend: An Bord mehr gemeinsam erleben

• Flexibel: 17 versch. Tagungsräume für 6 bis 330 Personen

• Professionell: Ausstattung mit modernster Technik

• Faszinierend: Kreuzfahrtambiente und Fjorderlebnis

• Einzigartig: Kombination aus Tagung und Erlebnis an Bord

TAGUNGSERLEBNIS „START"

• 2x Übernachtung in einer 3 Sterne-Kabine Innen

zur Doppelbelegung

• 6 Stunden Tagungsraum

inkl. hochwertiger Technik

• frischer Kaffee/Tee, Wasser und Obst p. P. ab

während der Tagungszeit

• 2x reichhaltiges Frühstücksbuffet

197¤



SECRETS OF SUCCESS STATEMENTS

WAS

BEDEUTET ERFOLG?

Die kompletten Interviews und weitere Inhalte

finden Sie unter: www.secrets-of-success.de

DR. JANA MICHEL

Zahnärztin

Dr. Jana Michel wollte schon als Kind Zahnärztin werden. Der Beruf wurde ihr praktisch in

die Wiege gelegt. Heute leitet Sie eine eigene Praxis in München.

© contentPR

„Mir ist die Möglichkeit sehr wichtig, alles selbst zu gestalten, ob es um Personalführung,

die Einrichtung oder die Philosophie der Praxis geht. Glückliche und zufriedene Patienten,

die mit einem strahlenden Lächeln meine Praxis verlassen, sind das Schönste für

mich!“

INA MENZER

Ehemalige Profi-Boxerin, heute Coach

© offenblende.de

GALIA BRENER

Modedesignerin aus Kanada

Galia Brener lebt und arbeitet in Frankfurt am

Main und ist im gesellschaftlichen Leben der

Bankenmetropole als Kolumnistin und Vloggerin

für das „Journal Frankfurt“ präsent. Sie hat

BWL in Kanada studiert. Bereits 2010 gründete

Galia Brener das Label Secret Pocket Society.

Heute hat sie außerdem ihre eigene Show

auf Youtube.

„Mein Erfolgsrezept ist meine Imperfection,

das ist einfach schön, echt und lebendig.

Selbstliebe, Feminismus und zu zeigen, dass

niemand perfekt ist und es auch nicht sein

muss, ist sehr wichtig für mich.“

© Alla Sommermeier

NINA MAAG

Filmproduzentin

Nina Maag wurde 1972 in München geboren. Nach ihrem

Studium der Produktions- und Medienwissenschaften an der

Hochschule für Fernsehen und Film München absolvierte

sie ein GWFF-Stipendium in Los Angeles bei Constantin Film

USA und produzierte zahlreiche Filme wie „Die Welle“.

2009 wechselte sie als Produzentin zur UFA Cinema, wo sie

unter anderem internationale Politthriller wie „Die vierte

Macht“ realisierte.

Heute gibt Ina Menzer in Ihren Vorträgen spannende Einblicke

in die Welt des Profisports und zieht dabei Parallelen zur

Business-Welt. Über 10 Jahre lang boxte Ina Menzer erfolgreich,

wurde 17-fache Weltmeisterin im Federgewicht. Ihre

Erfahrungen aus dem Spitzensport teilt sie nun mit anderen.

„Erfolg hat für mich viele Facetten. Erfolg ist, wenn ich meine

gesteckten Ziele erreiche, privat wie beruflich. Erfolg ist

für mich aber auch aus Fehlern zu lernen und den gleichen

Fehler nicht zweimal zu machen. Fehler zeigen uns unsere

Schwächen auf und bieten uns die Chance besser zu werden.“

© Jorinde Gersina

„Wenn man seine Arbeit liebt, macht man einfach immer

weiter. Neben meiner Familie und meinen Freunden

sind mir inzwischen meine Zeit und meine Zufriedenheit

wichtig. Der Erfolg ergibt sich daraus.“



SECRETS OF SUCCESS STATEMENTS

WAS

BEDEUTET ERFOLG?

Die kompletten Interviews und weitere Inhalte

finden Sie unter: www.secrets-of-success.de

SUSANNE AIGNER-DREWS

SVP & General Manager

GSA Discovery Communications

Deutschland

Frau Aigner-Drews, was sind Ihre Stärken,

die für Ihren Erfolg entscheidend sind?

„Die Leidenschaft für das, was ich mache. Ich kann

sehr gut Zusammenhänge erfassen, strukturieren

und daraus nächste Schritte, Handlungen und

Aufgaben ableiten und Ziele formulieren.“

Und wie überwinden Sie Schwierigkeiten?

„Mit Schwierigkeiten sind wir tagtäglich konfrontiert.

Ich denke aber schon lange nicht mehr in

Begriffen wie Hindernisse oder Schwierigkeiten,

sondern in Themen, die gelöst werden müssen.“

DOMINIK

MATYKA

Investor bei Cavalry

Ventures und

Chief Advisor DMEXCO

Was ist der Fokus Ihrer Tätigkeit?

„Ich baue Unternehmen und Businessmodelle und finanziere Firmen, die innovative

und kreative Lösungen entwickeln. Ich fühle mich als Digital Business

Architect.“

Was raten Sie jungen Start-up-Gründern?

„Mit Schwierigkeiten sind wir tagtäglich konfrontiert. Ich denke aber

schon lange nicht mehr in Begriffen wie Hindernisse oder Schwierigkeiten,

sondern in Themen, die gelöst werden müssen.“

Impressum

Herausgeber und Verleger

Sören Bauer Events GmbH

Hallerstraße 70

20146 Hamburg

Tel.: 040 - 53308960

info@secrets-of-success.de

www.secrets-of-success.de

V.i.S.d.P.

Sören Bauer

Chefredakteur

Sören Bauer

Stellv. Chefredakteurin

Franziska Mansen

Anzeigen- & Medienberatung

Ines Slabik,

anzeigen@secrets-of-success.de

Fotos und Bildagentur

Offenblende, Erik Mosoni,

Markus Braumann

Redaktion

Daniela Fuß, Thomas Clausen,

Johanna Reichert, Claudia Rothhammer,

Stefan Ahrens, Robert Torunsky,

Stephanie Burger, Rainer Wendl,

Stina Walterbach, Renate Kerscher,

Stefanie Straßburger

Design und Satz

Anna Tewes Kommunikation

GmbH, Kirsten Bianchet,

Jule Jacobsen

Druck und Verarbeitung

m-medienfabrik GmbH

Erscheinungsweise

jährlich

Die Beiträge geben die Meinung der Autoren wider. Diese kann im Einzelfall von der Auffassung des Herausgebers abweichen.

180



SCHNELLER UND

SICHERER WIEDER FIT

METALL, DAS ZU KNOCHEN WIRD — DER NEUE STANDARD

FÜR IMPLANTATE: MAGNEZIX®

Weniger Weniger Risiken. Schmerzen

Weniger Stress

und Sorgen.

Weniger Zeitverlust.

Innovation wird Realität:

MAGNEZIX®

Unser Erfolgsgeheimnis - erst heilen, dann auflösen:

MAGNEZIX® Implantate bestehen aus Magnesium – sie werden

vom Körper kontrolliert abgebaut und durch körpereigenes

Knochengewebe ersetzt. Es bleibt kein Metall zurück, das langfristig

Probleme verursachen kann oder operativ entfernt werden muss!

Syntellix AG

Aegidientorplatz 2a

30159 Hannover

T +49 511 270 413 50

info@syntellix.com

Intelligent innovations for a better life.

www.syntellix.com


Belebt den

Weingenuss.

Ein guter Wein – das ist Genuss pur. Und zu jedem guten Wein empfiehlt sich ein ebenso gutes Wasser.

Staatl. Fachingen ist perfekt, denn es wirkt ausgleichend auf den Geschmackssinn, indem es die

Geschmacksnerven neutralisiert. Eine ideale Basis, um die vielschichtigen Aromen des Weines

genießen zu können. Staatl. Fachingen – belebt den Weingenuss!