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STEIERMARK

ZUKUNFT GESTALTEN

BLEIBENDES SCHAFFEN

SPUREN HINTERLASSEN

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Foto: shutterstock.com | ricok


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www.stmk.volkshilfe.at

In dieser Broschüre der Volkshilfe finden Sie eine Fülle von Informationen und

Anregungen zu den Themen Testament, Testamentsgestaltung, Vermächtnis und

Erbschaft. Die gesetzlichen Bestimmungen und Rahmenbedingungen rund um

die Themen Testament und Erbschaft sind komplex. Haben Sie daher bitte

Verständnis, dass wir mit dieser Broschüre ExpertInnen nicht ersetzen können.

Bei detaillierten Fragen zu Ihrem Testament oder für die Gültigkeitsüberprüfung

Ihres Testaments empfehlen wir Ihnen, eine Notarin/einen Notar oder eine

Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. Eine einfache, persönliche

Erstberatung ist bei österreichischen NotarInnen kostenlos.

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INHALT

05 Vorwort

Was spricht für ein Testament?

06 Klare Verhältnisse schaffen

08 Die gesetzliche Erbfolge

12 Der Pflichtteil

13 Verzicht und Entziehung des Pflichtteils

Wie verfasse ich ein Testament?

14 Willen sichern – Ihr eigenes Testament

15 Sechs Schritte zum Testament im Überblick

17 Das eigenhändige Testament

18 Das fremdhändige Testament

20 Weitere Testamentsformen

25 Widerruf

25 Aufbewahrung

27 Erbrechtsverordnung

28 Welche Kosten muss ich beachten?

30 Wirken über den Tod hinaus

31 Volkshilfe – Für eine gerechte und menschliche Welt

32 Die sieben ethischen Richtlinien der Volkshilfe

40 Spuren hinterlassen – Durch ein Vermächtnis

Zusätzliche Informationen

42 Erbrechtliche Grundbegriffe

44 Wichtige Vorkehrungen für den Todesfall

46 Checkliste für die Testamentsplanung

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Foto: shutterstock.com | Roman Sakhno


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LIEBE LESERINNEN UND LESER!

Was wird sein, wenn ich einmal nicht mehr da bin? Diese Gedanken und Fragen

betreffen irgendwann jeden Menschen. Trotzdem fällt es den Wenigsten von uns

leicht, über die eigene Vergänglichkeit und damit auch über das persönliche

Testament nachzudenken.

Doch vielleicht lässt sich der letzte Wille auch zum Anlass nehmen, darüber

nachzudenken, dass ein geregelter Nachlass nicht nur ein gutes Ende, sondern vor

allem auch ein guter Anfang sein kann? Gestalten Sie mit Ihrem „letzten Willen“

die Zukunft mit. Die Zukunft Ihrer Kinder, Ihrer Verwandten und Ihrer FreundInnen.

Vielleicht möchten Sie aber auch über den Tod hinaus etwas Bleibendes hinterlassen

und damit Gutes tun. Dann bitte ich Sie herzlich, sich in dieser Broschüre

den vielfältigen Leistungen der Volkshilfe Steiermark zu widmen und darüber

nachzudenken, ob Sie sich im Einsatz für eine gerechtere Welt auch eine gezielte

Förderung unseres Wirkens vorstellen können.

Wir hoffen, dass unsere Broschüre Ihnen dabei hilft, Ihren letzten Willen ganz

in Ihrem Sinne zu gestalten.

Herzliche Grüße

Ihre Volkshilfe Steiermark

Foto: shutterstock.com | Roman Sakhno

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www.stmk.volkshilfe.at

KLARE VERHÄLTNISSE

SCHAFFEN

Die Regelung der Hinterlassenschaft

schieben viele Menschen auf die lange

Bank. Aus diesem Grund hinterlässt nur

ein Viertel aller ÖsterreicherInnen ein

Testament. Da viele Menschen nicht

wissen, worauf sie bei einem

Testament achten müssen, sind zehn

Prozent der Testamente in Österreich

ungültig. Ohne ein gültiges Testament

kommt es zu komplizierten Erbgemeinschaften

oder die rechtmäßigen

Erben müssen erst gesucht werden.

In manchen Fällen sind diese Personen

gar nicht mehr zu finden.

Mit einem Testament bestimmen Sie,

dass bei Ihrem Tod – unter Berücksichtigung

des Pflichtteils – der Nachlass

anders verteilt werden soll, als im

Gesetz vorgegeben. Mit dieser letzten

schriftlichen Willensbekundung können

Sie Zeichen der Dankbarkeit setzen,

können Personen, Vereine und Institutionen

begünstigen, die Ihnen viel bedeutet

haben und so über Ihr Ableben

hinaus Gutes tun und Freude bereiten.

Gesetzliche Erbfolge

Wenn Sie auf ein Testament verzichten,

oder es für ungültig erklärt wird, greift

nach Ihrem Tod die gesetzliche Erbfolge,

die auf Besonderheiten und

individuelle Wünsche keine Rücksicht

nimmt. Für die gesetzliche Erbfolge

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ist der Verwandtschaftsgrad der Angehörigen

wesentlich. Nach dem

bestehenden Gesetz sind es vorrangig

Kinder (auch adoptierte und uneheliche

Kinder) und EhepartnerInnen oder

eingetragene PartnerInnen, die als gesetzliche

Erben in Betracht kommen.

Das Erbe fällt an den Staat

Ohne ein gültiges Testament und ohne

Erben erbt der Staat („Heimfallsrecht"

des Staates). In den letzten Jahren

nahm der Staat so jedes Jahr bis zu acht

Millionen Euro an Vermögenswerten

ein, die dem Staatsbudget zufließen.

Schaffen Sie Klarheit und vermeiden

Sie künftige Missverständnisse: Nur ein

Testament gibt Ihnen die Möglichkeit,

über den Tod hinaus den eigenen

„Letzten Willen“ zu verwirklichen und

genau festzulegen, was mit Ihrem ganz

persönlichen Lebenswerk geschehen

soll. Sicherlich möchten Sie Ihr Vermächtnis

in besten Händen wissen.

Leben im Wandel

Sie können Ihr Testament jederzeit

Ihren geänderten Wünschen anpassen!

Foto: shutterstock.com | Karen Kaspar


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Mit einem Testament können Sie

klare Verhältnisse schaffen und

spätere Zweifel, Ungerechtigkeiten “und Streit verhindern.„

Foto: shutterstock.com | Karen Kaspar

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OHNE IHR TESTAMENT:

DIE GESETZLICHE ERBFOLGE

Wenn Sie kein Testament verfassen,

oder das Testament ungültig ist, kommt

die gesetzlich festgelegte Erbfolge zum

Tragen. Sie regelt, wer aus dem Nachlass

erbt und welchen Anteil die Angehörigen

erhalten. Für die gesetzliche

Erbfolge ist der Verwandtschaftsgrad

der Angehörigen wesentlich.

Die Erbreihenfolge ist folgendermaßen

geregelt: Sind Nachkommen der ersten

Linie vorhanden, geht der ganze Nachlass

an Personen, welche der ersten

Linie zugerechnet werden. Die gesetzlichen

Erben der ersten Linie sind Ihre

Kinder, sowie uneheliche und adoptierte

Kinder. Ist ein Kind verstorben oder

nicht befähigt zu erben, so erhalten die

Nachkommen des Kindes, also Ihre

Enkel, dessen Anteile. Solange Erben

einer vorangehenden Linie vorhanden

sind, kommen Personen der nachfolgenden

Linien nicht als Erben in Frage

(siehe Grafik).

Zum Beispiel: Wenn Sie keine Kinder

haben, erben die Verwandten der

nächsten (zweiten) Linie. Es erben Ihre

Eltern, Ihre Geschwister und deren

Nachkommen.

Der/die überlebende EhepartnerIn

oder eingetragene PartnerIn ist neben

allen Linien immer erbberechtigt.

Wenn weder der/die EhepartnerIn,

noch Verwandte aus den drei Linien vorhanden

sind und auch kein Testament

gemacht wurde, fällt Ihr gesamtes

Vermögen an die Republik Österreich.

Neu ab 2017: Ab 1. Jänner 2017 kommt

LebensgefährtInnen ein außerordentliches

Erbrecht zu. Sie erhalten das

verbleibende Vermögen, wenn es

keine gesetzlichen Erben gibt und sie

zumindest die letzten drei Jahre mit

dem/der ErblasserIn im gemeinsamen

Haushalt gelebt haben.

Ausnahme: Der/die ErblasserIn

war zum Zeitpunkt des Todes noch

verheiratet oder in einer eingetragenen

Partnerschaft.

Das Ehegattenerbrecht

Der/die EhepartnerIn oder eingetragene

LebenspartnerIn haben im Erbrecht in -

sofern eine Sonderstellung, da sie keine

Blutsverwandte sind wie die Kinder und

Eltern. Wenn kein Testament vorhanden

ist, richtet sich die gesetzliche Erbfolge

1. Linie: Eigene Kinder und deren Nachkommen (Enkelkinder),

auch adoptierte und uneheliche Kinder

2. Linie: Eltern, Nachkommen der Eltern (Geschwister, Neffen, Nichten)

3. Linie: Nachkommen der Großeltern (Onkel und Tanten, Cousins, Cousinen)

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des/der EhepartnerIn oder eingetragenen

LebenspartnerIn danach, wer die

nächsten Verwandten des/der Verstorbenen

sind. Hat der/die Verstorbene

zum Beispiel noch ein Kind, dann erbt

der/die EhepartnerIn 1/3, das Kind 2/3

des Vermögens. Für geschiedene EhepartnerInnen

besteht kein Erbrecht

mehr.

über die Aufteilung bzw. Verwertung des

gemeinsamen Vermögens einstimmig

einigen. Gerade wenn es um Liegenschaften

wie eine Wohnung, ein

Grundstück oder ein Haus geht, kann

eine Erbengemeinschaft schnell zur

Veräußerung oder Versteigerung der

Liegenschaft führen. Ein rechtsgültiges

Testament kann solche Fälle verhindern.

Der/die EhepartnerIn oder eingetragene

LebenspartnerIn hat neben der gesetzlichen

Quote Anspruch auf das gesetzliche

Vorausvermächtnis. Dieses umfasst

neben der gesetzlichen Erbquote

das Recht, in der Ehewohnung weiter

zu wohnen, weiters das Recht auf

Erhalt der zum ehelichen Haushalt

gehörenden Gegenstände, soweit sie

zu dessen Fortführung entsprechend

den bisherigen Lebensverhältnissen

notwendig sind. Dazu gehört unter

Umständen auch das gemeinsame

Auto des/der EhepartnerIn oder eingetragenen

LebenspartnerIn. Auch wenn

der/die EhepartnerIn oder eingetragene

LebenspartnerIn im Testament nicht

berücksichtigt ist, hat er/sie Anspruch

auf den gesetzlichen Pflichtteil.

Erbengemeinschaften sind oft

Streitgemeinschaften

Die gesetzliche Erbfolge bringt in vielen

Fällen konfliktorientierte Erbengemeinschaften

hervor. Wenn zum Beispiel

Kinder vorhanden sind, erben der/die

überlebende EhepartnerIn, bzw.

der/die eingetragene LebenspartnerIn

und Ihre Kinder gemeinsam. Dies führt

zu einer Erbengemeinschaft. Das heißt,

Ihre Angehörigen müssen sich selbst

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Foto: shutterstock.com | MNStudio


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ERBANTEILE – WER ERBT WAS?

Liegt kein Testament vor, richtet sich

die Höhe der Erbanteile nach den

gesetzlichen Bestimmungen.

Zusatzinformation: Sind keine Kinder

vorhanden und gibt es auch keine

lebenden Nachkommen dieser Kinder,

erbt der/die EhepartnerIn oder eingetragene

LebenspartnerIn zwei Drittel

und die Eltern ein Drittel. Sind die

Eltern bereits verstorben, fällt der

gesamte Nachlass an die Ehepartnerin/den

Ehepartner oder eingetragene

LebenspartnerIn.

(Die Nachkommen der Eltern haben

kein Erbrecht, wenn ein/e EhepartnerIn

oder eingetragene

LebenspartnerIn vorhanden ist!)

[a] Gibt es einen/eine EhepartnerIn

und Kind/Kinder

1

⁄3 EhepartnerIn und 2 ⁄3 Kind/Kinder nach

Quoten (d. h. bei zwei Kindern erbt jedes

Kind 1 ⁄3)

[b] Gibt es nur mehr Kind/Kinder

3

⁄3 Kind/Kinder

[c] Gibt es einen/eine EhepartnerIn

ohne Nachkommen, aber Eltern des/der

Verstorbenen

2

⁄3 EhepartnerIn und 1 ⁄3 die Eltern des/der

Verstorbenen und deren Nachkommen

(2. Linie)

[d] Gibt es nur mehr beide Eltern

1

⁄2 pro Elternteil

10

[e] Gibt es nur mehr einen Elternteil und

Geschwister

1

⁄2 Elternteil, 1 ⁄2 die Nachkommen des verstorbenen

Elternteils

(Geschwister der/des Verstorbenen)

Foto: shutterstock.com | Monika Gniot


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Foto: shutterstock.com | Monika Gniot

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DER PFLICHTTEIL - ERBSCHUTZ FÜR IHRE NAHEN

ANGEHÖRIGEN

Sie können über die Verteilung Ihres

Vermögens frei verfügen. Mit einer

Einschränkung, dem so genannten gesetzlichen

Pflichtteil. Dieser verhindert,

dass nahe Angehörige wie Nachkommen

(Kinder und Enkelkinder) und EhepartnerInnen

oder eingetragene LebenspartnerInnen

von einer Erbschaft völlig

ausgeschlossen sind. Die Höhe des

Pflichtteils bestimmt das gesetzliche

Erbrecht und beträgt immer die Hälfte

des gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteilsanspruch

ist nicht der Anspruch,

bestimmte Gegenstände aus dem

Nachlass zu erhalten, sondern lediglich

eine Geldforderung gegenüber den

Erben. Für die Pflichtteilsberechnung

muss immer zuerst der gesetzliche

Erbteil mittels Schätzung ermittelt

werden. Die Berechnung erfolgt vom

reinen Nachlasswert, also nach Abzug

aller Schulden, Begräbniskosten und

die Kosten des Verlassenschaftsverfahrens.

Frist zur Geltendmachung

Der Pflichtteilsanspruch sollte ein Jahr

nach dem Tod der Erblasserin/des

Erblassers übergeben werden.

Auf Anordnung der Erblasserin/des

Erblassers oder auf Verlangen der belasteten

Erben kann unter besonderen

Umständen (z.B. keine ausreichende

Deckung) der Pflichtteil für die Dauer

von fünf bis maximal zehn Jahre

gestundet werden.

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Neu ab 2017: Die Pflichtteilsberechtigung

der Eltern und weiterer Vorfahren wird

durch die Erbrechtsreform beseitigt.

Wenn es nachweisbar seit 20 Jahren

keine familiäre Verbindung zwischen

ErblasserIn und PflichtteilnehmerIn

mehr gibt, kann der Pflichtteil auf die

Hälfte reduziert werden.

VERZICHT UND ENTZIEHUNG DES PFLICHTTEILS

Foto: shutterstock.com | ricok

Verzicht

Zu Lebzeiten der Erblasserin/des Erblassers

können Erben auf die Ausübung

ihres Pflichtteilsrechts verzichten. Dazu

müssen der/die ErblasserIn und die

Pflichtteilsberechtigten einen notariell

beurkundeten Vertrag schließen. Ein

Pflichtteilsverzicht wird häufig dann abgegeben,

wenn der/die Verzichtende

bereits zu Lebzeiten den gesetzlichen

Erb- oder Pflichtteilsanspruch ausbezahlt

erhält. Pflichtteilsverzichte wirken

sich im Zweifelsfall auch auf die Nachkommen

der/des Verzichtenden aus.

Ein Erbverzicht beseitigt auch das

Pflichtteilsrecht.

Entziehung

Der Entzug des Pflichtteils wird im

Sprachgebrauch oft auch „Enterbung“

genannt. Wer in seinem Testament eine

pflichtteilsberechtigte Person enterbt,

wünscht sich im Regelfall, dass ihr nicht

nur der Erbteil, sondern auch der Pflichtteil

entzogen wird, damit sie aus dem

Nachlass überhaupt nichts erhält. Anders

als eine Enterbung, die ohne jede

Begründung stets zulässig ist, ist die Entziehung

des Pflichtteils aber nur unter

bestimmten Voraussetzungen möglich.

Der Entzug des Pflichtteils muss im

Testament ausgesprochen und detailliert

begründet werden, möglichst unter

Angabe – wenn vorhanden – des ent -

sprech enden gerichtlichen oder staatsanwaltschaftlichen

Aktenzeichens (außer

bei allgemeinen Erbunwürdigkeitsgründen

wie Misshandlung, Tötungsabsicht

etc.).

ENTZIEhuNGSGrüNDE SIND, WENN ErBEN …

• die Erblasserin/den Erblasser in einer

Notsituation im Stich gelassen haben.

• zu lebenslanger oder 20-jähriger

Freiheitsstrafe wegen einer vorsätzlichen

Straftat verurteilt wurden.

• die Beistandspflicht gegenüber der Erblasserin/dem

Erblasser als EhepartnerIn

vernachlässigt haben.

• Pflichten aus dem Eltern-Kind-Verhältnis

grob verletzt wurden.

• die letztwillige Anordnung der Erblasserin/des

Erblassers unterdrückt oder

gefälscht haben oder

• gegenüber der Erblasserin/dem Erblasser

und deren nahen Angehörigen zu deren/

dessen Lebzeiten eine gerichtlich strafbare

Handlung gesetzt haben, die nur vorsätzlich

begangen werden kann und

die mit mehr als einer einjährigen Freiheitsstrafe

bedroht ist (z.B. Mordversuch,

absichtliche schwere Körperverletzung,

schwerer Betrug, schwerer Diebstahl).

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WILLEN SICHERN – IHR EIGENES TESTAMENT

Gesetzliche Vorschriften können nie

auf Besonderheiten und Ihre individuellen

Wünsche eingehen. Vielleicht

möchten Sie ja wichtige Menschen in

Ihrem Leben oder Verwandte berücksichtigen,

die in der Erbfolge keine

Bedeutung haben.

Vielleicht möchten Sie etwas Bleibendes

hinterlassen und eine Organisation

unterstützen. Immer dann, wenn Ihre

eigenen Wünsche durch die gesetzliche

Erbfolge nicht vollständig berücksichtigt

werden können, sollten Sie ein

rechtsgültiges Testament machen.

Bitte bedenken Sie, dass kleine Fehler

im Testament zu Auseinandersetzungen

bis hin zum Rechtsstreit oder zur

Ungültigkeitserklärung führen können.

Ihr letzter Wille soll fälschungssicher

sein und kritischen Betrachtungen

unbedingt standhalten können. Dies ist

einfach zu erreichen, wenn Sie einige

bestimmte Vorschriften einhalten.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten,

ein Testament zu errichten: Sie

können es eigenhändig handschriftlich

oder mit Hilfe einer Notarin/eines

Notars oder einer Rechtsanwältin/eines

Rechtsanwalts verfassen. Darüber hinaus

gibt es auch einen Vertrag zugunsten

Dritter sowie besondere Varianten zur

Ausgestaltung eines Testaments, die

wir Ihnen gerne auf den nächsten

Seiten vorstellen möchten.

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Foto: shutterstock.com | NotarYES


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SECHS SCHRITTE ZUM TESTAMENT IM ÜBERBLICK

Foto: shutterstock.com | NotarYES

Der erste Schritt

Grundsätzlich können Sie alle Sachwerte

(Gegenstände, Immobilien, Grundstücke,

Bilder, Schmuck etc.), immaterielle Vermögenswerte

(z.B. Rechte) oder Geldwerte

(Sparkapital, Wertpapiere, Lebens-,

Vorsorge- oder Pensionsversicherungen)

vererben. Verschaffen Sie sich einen

Überblick über Ihr Vermögen und die

Wertgegenstände, die Sie besitzen.

Beziehen Sie auch Objekte mit ein,

die für Sie einen immateriellen Wert

haben. Versuchen Sie, sich bei Objekten

eine Vorstellung ihres Wertes zu machen.

Wenn Sie sich bei Objekten keine Vorstellung

ihres Wertes machen können

und es ganz genau wissen wol len, lassen

Sie Ihre Wertgegenstände von Expert-

Innen schätzen. Unsere beigefügte

Checkliste für die Testamentsplanung

leistet Ihnen für die Erstellung eines

vollständigen Inventars nützliche Dienste.

Der zweite Schritt

Gehen Sie im Geiste die Menschen oder

Organisationen durch, die Ihnen etwas

bedeuten und die Sie begünstigen wollen.

Der dritte Schritt

Überlegen Sie sich in aller Ruhe, wen

Sie begünstigen möchten und welche

Beträge und Objekte den erbberechtigten

Personen und Organisationen

zugute kommen sollen. Nehmen Sie

sich Zeit für Ihre Entscheidungen.

Die Festlegung der Erben ist eine sehr

anspruchsvolle Aufgabe, die nicht von

heute auf morgen erledigt werden sollte.

Der vierte Schritt

Erstellen Sie einen ersten Testamentsentwurf.

Überprüfen Sie, ob Sie an alle

gedacht haben, die Sie begünstigen

möchten. Nehmen Sie allenfalls

Korrekturen vor. Es kann sicher nicht

schaden, wenn Sie den Entwurf überschlafen

und ihn später nochmals

unvoreingenommen durchlesen.

Der fünfte Schritt

Lesen Sie sich die verschiedenen Testamentsformen

auf den nächsten Seiten

gut durch und denken Sie in Ruhe

darüber nach, für welche Testamentsform

Sie sich entscheiden möchten.

Wiegen Sie die Vor- und Nachteile gut

ab. Lassen Sie Ihr Testament von einer

Notarin/einem Notar oder einer

Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt

überprüfen. So können Sie ganz sicher

sein, dass Ihr Testament Rechtsgültigkeit

besitzt.

Der sechste Schritt

Sicher wünschen Sie, dass Ihr Testament

nach Ihrem Ableben in die richtigen

Hände gerät. Übergeben Sie es deshalb

der Obhut eines Notariats, einer Rechts -

anwaltskanzlei oder eines Gerichtes.

Sie können ja zur Sicherheit zu Hause

einen Vermerk hinterlegen, wo sich

Ihr Testament befindet.

Bei Ihrem Ableben wird das Testament

„eröffnet“. Das heißt, dass Ihr letzter

Wille den erbberechtigten Personen

und Organisationen zur Kenntnis

gebracht wird.

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Wenn Sie die Volkshilfe in Ihrem Testament

berücksichtigen wollen, können

Sie dies bereits zum Zeitpunkt der

Testamentserstellung mittels eines

Vermächtnisses* tun.

* Ein Vermächtnis liegt vor, wenn Sie jemandem

einen Vermögensteil zuwenden, ohne sie/ihn

als Erben einzusetzen. Der Anspruch beschränkt

sich nur auf eine bestimmte Sache, zum Beispiel

ein Sparbuch, eine Immobilie, eine Geldsumme

etc.

Registrieren Sie in jedem Fall

Ihr Testament im Zentralen

Testamentsregister der Österreichischen

Notariatskammer

(Registrierung bei einer Notarin/

einem Notar) oder im Testamentsregister

der österreichischen

Rechtsanwälte des

Österreichischen Rechtsanwaltskammertages

(Registrierung bei

einer Rechtsanwältin/einem

Rechtsanwalt).„

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Foto: shutterstock.com | Riegler Klaus


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ALLGEMEINE FORM-VOR-

SCHRIFTEN DES TESTAMENTS

Ein gültiges Testament unterliegt

strengen Vorschriften. Ihr letzter Wille

sollte in einer einzigen Urkunde zusammengefasst

sein. Bitte errichten Sie

keine Gleichschriften, also Kopien der

Urkunde, die dem Original vollkommen

gleichen, und geben Sie Ihr Testament

nicht aus der Hand. Im Fall des Widerrufs

kann man auf solche Gleichschriften

leicht vergessen.

Weisen Sie ausdrücklich darauf

hin, dass Sie alle bisherigen

letztwilligen Verfügungen

widerrufen. Bemühen Sie sich

um klare Formulierungen und

vermeiden Sie Streichungen, die

später zu Fehlinterpretationen

in Verlassenschaftsverfahren

führen könnten.

DAS EIGENHÄNDIGE

HANDSCHRIFTLICHE TESTAMENT

Foto: shutterstock.com | Riegler Klaus

Ein eigenhändig verfasstes Testament

hat den großen Vorteil, dass Sie Ihr

Testament ohne Aufwand, ZeugInnen

und Kosten erstellen und jederzeit ändern

oder ergänzen können. Bitte beachten

Sie dabei, dass Ihr letzter Wille

zur Gänze in Ihrer eigenen handschrift

verfasst und unterschrieben

sein muss. Ihre Unterschrift unter

einem maschinengeschriebenen Text

reicht dafür nicht aus.

Unterschreiben Sie am Ende des Textes

mit Vor- und Zuname, damit Sie jede Un -

klarheit oder Verwechslung vermeiden.

Die Angabe von Ort und Datum ist unbedingt

anzuraten, denn wenn Sie im

Laufe der Zeit mehrere Testamente

verfasst haben – so lässt sich ohne

Irrtum Ihre aktuell gültige Verfügung

ermitteln. Das kann vielleicht in späteren

Verlassenschaftsverfahren von Bedeutung

sein, etwa wenn mehrere, widerstreitende

Testamente vorliegen. Wenn

Sie unter Ihrer ersten Unterschrift noch

Ergänzungen hinzufügen, müssen

diese nochmals unterschrieben werden,

oder bei einem Testament mit mehreren

Seiten muss die letzte Seite Ihre Unterschrift

enthalten. Verzichten Sie auf

Gleichschriften, die Sie anderen Personen

aushändigen, diese können im Fall

des Widerrufs leicht vergessen werden.

Die wichtigsten Punkte im überblick

• Das Testament muss vom Anfang bis

zum Schluss von Hand geschrieben

werden.

• Fügen Sie Ihren Vor- und Zunamen,

Ihr Geburtsdatum und Ihre Anschrift

ein.

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www.stmk.volkshilfe.at

• Vermerken Sie handschriftlich den

Ort, wo Sie das Testament verfasst

haben und das komplette Datum mit

Jahr, Monat und Tag. Als Überschrift

wählen Sie eine Formulierung wie

„Testament“, „Letztwillige Verfügung“

oder „Letzter Wille“.

• Fügen Sie die Person/en oder

Organisation/en ein, an die Sie

vererben wollen.

• Zählen Sie die zu vererbenden

Gegenstände auf. „Ich vermache

meine Wohnung …“ ist zu wenig, die

Wohnungseinrichtung ist damit nicht

inkludiert.

• Vergessen Sie nicht, das Testament

auf der letzten Seite zu unterschreiben.

• Auch Nachträge und Ergänzungen

müssen handschriftlich erfolgen und

mit Ort, Datum und Unterschrift

versehen sein.

Zusätzliche Informationen

Aufbewahrungsort des eigenhändigen

Testaments: Ein eigenhändiges Testament

kann leicht beseitigt oder übersehen

werden. Sorgen Sie dafür, dass

Ihr Testament nicht lange gesucht

werden muss – um ganz sicher zu

gehen, können Sie Ihr Testament bei

den Personaldokumenten aufbewahren,

oder gegen eine geringe Gebühr bei

einer Notarin/einem Notar oder einer

Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt

hinterlegen.

Achtung: Wird das Testament mit einer

Schreibmaschine, mit einem PC oder

handschriftlich von einer dritten Person

geschrieben, liegt ein fremdhändiges

schriftliches Testament vor, das nur

unter bestimmten Voraussetzungen

gültig errichtet werden kann (siehe das

fremdhändige Testament).

DAS FREMDHÄNDIGE TESTAMENT

Wenn Sie Ihr Testament mit einem

Computer, einer Schreibmaschine oder

handschriftlich durch Dritte verfassen,

muss es vor drei unabhängigen ZeugInnen

errichtet werden. Sie müssen das

Testament eigenhändig unterschreiben

und durch einen eigenhändig geschriebenen

Zusatz auf dem Testament

ausdrücklich erklären, dass das Testament

Ihren letzten Willen enthält

(z. B. handschriftlicher Zusatz

„Das ist mein letzter Wille“).

Die erforderlichen drei TestamentszeugInnen

müssen gleichzeitig anwesend

sein, wenn Sie das Testament

unterzeichnen und bekräftigen.

Die ZeugInnen müssen durch Nennung

von Vor- und Familienname, Geburtsdatum

und Adresse identifizierbar sein,

damit jede Unklarheit oder Verwechslung

vermieden wird. Bitte bedenken

Sie, dass allen ZeugInnen bewusst

sein muss, dass es sich hier um die

Errichtung Ihres Testaments handelt.

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TestamentszeugInnen müssen

volljährige Personen sein, dürfen

selbst im Testament nicht als

Begünstigte aufscheinen oder

mit den im Testament Begünstigten

verwandt oder

verschwägert sein.„

Die ZeugInnen müssen auf dem

Testament mit einem eigenhändig

geschriebenen Zusatz unterschreiben,

der auf die Zeugeneigenschaft hinweist

z.B. „als TestamentszeugIn“.

auf der letzten Seite zu unterschreiben

und von den drei Testamentszeug-

Innen unterschreiben zu lassen.

• Auch Nachträge und Ergänzungen

müssen mit Ort, Datum und Unterschrift

versehen sein.

• Die TestamentszeugInnen müssen

ihren Vor- und Familiennamen,

Geburtsdatum und Adresse anführen.

• Die TestamentszeugInnen müssen

unter Ihrer eigenen Unterschrift den

Vermerk „als TestamentszeugIn“ per

Hand schreiben.

• Bitte vergessen Sie nicht, dass die

erforderlichen drei TestamentszeugInnen

gleichzeitig anwesend

sein müssen.

Die wichtigsten Punkte im überblick

• Der Zusatz im Testament „Das ist mein

letzter Wille“ und die Unterschrift

müssen per Hand geschrieben werden.

• Fügen Sie Ihren Vor- und Zunamen, Ihr

Geburtsdatum und Ihre Anschrift ein.

• Vermerken Sie den Ort, wo Sie das

Testament verfasst haben und das

komplette Datum mit Jahr, Monat

und Tag. Als Überschrift wählen Sie

eine Formulierung wie „Testament“,

„Letztwillige Verfügung“ oder

„Letzter Wille“.

• Fügen Sie die Person/en oder

Organisation/en ein, an die Sie

vererben wollen.

• Zählen Sie die zu vererbenden Gegenstände

auf. „Ich vermache meine

Wohnung …“ ist zu wenig, die

Wohnungseinrichtung ist damit

nicht inkludiert.

• Vergessen Sie nicht das Testament

Gerade bei dieser Form des Testaments

passieren sehr oft Formfehler, die zur

Ungültigkeit des Testaments führen.

Die meisten Fehler entstehen durch die

Auswahl der ZeugInnen (z. B. nahe Angehörige

etc.), zu wenige ZeugInnen

(z. B. es unterschreiben zwei, statt drei

ZeugInnen) und dem fehlenden Zusatz

„als TestamentszeugIn“ bei den Zeugenunterschriften.

Wenn Sie sich für diese Testamentsform

entscheiden, lassen

Sie Ihr Testament sicherheitshalber

auch von einer Notarin/

einem Notar oder einer Rechtsanwältin/einem

Rechtsanwalt

überprüfen.„

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www.stmk.volkshilfe.at

WEITERE TESTAMENTSFORMEN

Das Nottestament

(mündlich oder schriftlich möglich)

Nottestamente sind nur bei unmittelbarer

Lebensgefahr oder bei Verlust

der Testierfähigkeit einzusetzen. Sie

können vor zwei TestamentszeugInnen,

die zugleich anwesend sein müssen

(dürfen selbst im Testament nicht als

Begünstigte aufscheinen oder mit den

im Testament Begünstigten verwandt

oder verschwägert sein), Ihren letzten

Willen erklären. Ein so erklärter letzter

Wille ist nur für die Dauer von drei

Monaten ab Wegfall der Gefahr wirksam.

Danach verliert dieser seine

Gültigkeit. Die ZeugInnen müssen auf

Verlangen den Inhalt des Testaments

bestätigen. Tun sie dies nicht, ist das

Nottestament ungültig.

Das öffentliche Testament –

amtlich abgesichert

Wenn Sie sich unsicher beim Verfassen

Ihres letzten Willens fühlen oder Unterstützung

bei komplexeren Sachverhalten

benötigen, dann können Sie dafür die

Hilfe einer Notarin/eines Notars in

Anspruch nehmen. Sie/er kann Ihre

Wünsche klar und rechtssicher in Ihrem

Testament festhalten und in Ihrer Anwesenheit

beurkunden. Bei Errichtung

müssen zwei NotarInnen oder eine

Notarin/ein Notar und zwei ZeugInnen

anwesend sein. Sie können aber auch

die Hilfe einer Rechtsanwältin/eines

Rechtsanwalts oder das Gericht in

Anspruch nehmen. Auch hier benötigen

Sie zwei zusätzliche ZeugInnen, die

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Wenn Sie eine gemeinnützige

Organisation in Ihrem Testament

bedenken wollen, empfiehlt

es sich, ein Vermächtnis

im Testament zu vermerken.„

von den RechtsanwältInnen oder vom

Gericht gestellt werden.

Vermächtnis (Legat)

Ein Vermächtnis liegt vor, wenn Sie

jemandem einen Vermögensteil

zuwenden, ohne sie/ihn als Erbin/Erbe

einzusetzen. Es ist eine beliebte Form,

um im Testament Freunde, Verwandte,

gemeinnützige Organisationen u. a. zu

bedenken. Die Vermächtnisnehmerin/

der Vermächtnisnehmer hat keinen

Anspruch auf den quotenmäßigen Erbanteil.

Der Anspruch beschränkt sich

nur auf eine bestimmte Sache, zum

Beispiel ein Sparbuch, eine Immobilie,

eine Geldsumme etc.

Das Vermächtnis kann im Rahmen

des Testaments vermerkt werden. Die

EmpfängerInnen des Vermächtnisses

erhalten die versprochenen Vermögenswerte

nach der Testamentseröffnung.

Schenkung

Die Erbfolge kann durch eine Schenkung

von Ihnen bei Lebzeiten vorweggenommen

werden. Die vorsorgende

Vermögensübertragung wird oft gewählt,

um das Vermögen im Familienbesitz

zu erhalten, Erbstreitigkeiten zu

vermeiden oder um Steuer zu sparen.

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Es ist dringend anzuraten, als GeschenkgeberIn

im Vertrag (z.B. bei Liegenschaftsübertragungen)

das Wohnrecht

bzw. Sicherheiten (z. B. Veräußerungsverbot

etc.) zu vereinbaren.

Bei Schenkung nach dem Todesfall

kann die Forderung sofort geltend

gemacht werden. Dem Nachlass sind

zur Berechnung der Pflichtteile alle

Zuwendungen zu Lebzeiten hinzuzurechnen.

Durch die Anrechnung (Bewertung

des Wertes zum Schenkungszeitpunkt,

anschließend Aufwertung

mit dem Verbraucherpreisindex auf

den Todeszeitpunkt) verringert sich der

jeweilige Pflichtteil der Zuwendungsempfängerin/des

Zuwendungsempfängers.

Wenn Sie sich schon zu Leb zeiten an

Wohltätigkeitsprojekten beteiligen

möchten, können Sie einen Teil Ihres

Vermögens einer gemeinnützigen

Organisation als Schenkung vermachen.

Ihre Schenkung ist steuerfrei und

kommt somit vollständig dem guten

Zweck zugute. Schenkungen für ge -

meinnützige Zwecke, in Entsprechung

einer sittlichen Pflicht oder aus Rücksicht

des Anstandes, sind von der An -

rechnungspflicht auf den Erbteil befreit.

Erleben Sie noch zu Lebzeiten, was

Ihre Schenkung bewirkt.

Informieren Sie sich im letzten Drittel

über die vielfältigen humanitären

Leistungen der Volkshilfe.

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www.stmk.volkshilfe.at

So kann ein eigenhändig handschriftliches Testament aussehen

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Mein letzter Wille

Musterstadt, am 1. Jänner 2020

Ich, Lisa Muster, geboren am 02.09.1943, Angestellte, wohnhaft in der Musterstraße 33,

1)

2)

3)

4)

5)

6)

Ich bin österreichische Staatsbürgerin, verheiratet mit Max Muster, geboren am

10.01.1938, und habe das Kind Andreas Muster, geboren am 28.05.1973.

Zum Universalerben meines gesamten beweglichen und unbeweglichen Vermögens

setze ich meinen Ehemann Max Muster, geboren am 10.01.1938, ein. Der

Universalerbe erhält somit all das aus dem Nachlass, worüber ich keine besondere

Mein Kind, Andreas Muster, geboren am 28.05.1973, verweise ich auf den

Meiner Schwester, Anna Muster, geboren am 10.07.1948, wohnhaft in der

Musterstraße 27, 1000 Musterstadt, vermache ich einen Barbetrag in Höhe von

€ 5.000, welcher bis längstens 6 Monate nach meinem Ableben zur Zahlung fällig ist.

Eine Wertsicherung und Sicherstellung des Barbetrages hat nicht zu erfolgen.

Durch dieses Testament sind alle meine bisherigen letztwilligen Verfügungen

vollinhaltlich aufgehoben.

Diese letztwillige Verfügung habe ich in gleichzeitiger und ununterbrochener

Anwesenheit der drei Testamentszeugen mit dem nachstehenden, eigenhändig

geschriebenen Zusatz, dass diese Urkunde meinen letzten Willen enthält, versehen

und sodann eigenhändig unterschrieben, woraufhin die letztwillige Verfügung von

den drei Testamentszeugen mit dem jeweils eigenhändig geschriebenen, auf ihre

Zeugeneigenschaft hinweisenden Zusatz unterschrieben wurde.

Theo Lassing

Gerda Hopf

Karin Drimmel

geb. am 15.04.1941

Musterstraße 47

1000 Musterstadt

geb. am 24.02.1938

Musterstraße 17

1000 Musterstadt

geb. am 14.11.1943

Musterstraße 22

1000 Musterstadt

So kann ein fremdhändiges Testament mit einem Vermächtnis aussehen

23


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www.stmk.volkshilfe.at

Mein letzter Wille

Musterstadt, am 1. Jänner 2020

Ich, Lisa Muster, geboren am 02.09.1943, Angestellte, wohnhaft in der Musterstraße 33,

1)

2)

3)

4)

5)

6)

Ich bin österreichische Staatsbürgerin, verheiratet mit Max Muster, geboren am

10.01.1938, und habe das Kind Andreas Muster, geboren am 28.05.1973.

Zum Universalerben meines gesamten beweglichen und unbeweglichen Vermögens

setze ich meinen Ehemann Max Muster, geboren am 10.01.1938, ein. Der

Universalerbe erhält somit all das aus dem Nachlass, worüber ich keine besondere

Mein Kind, Andreas Muster, geboren am 28.05.1973, verweise ich auf den

Der Volkshilfe Steiermark, Gemeinnützige Betriebs GmbH, Sackstraße 20/I,

8010 Graz, vermache ich einen Barbetrag in Höhe von € 5.000, welcher bis längstens

6 Monate nach meinem Ableben zur Zahlung fällig ist. Eine Wertsicherung und

Sicherstellung des Barbetrages hat nicht zu erfolgen.

Durch dieses Testament sind alle meine bisherigen letztwilligen Verfügungen

vollinhaltlich aufgehoben.

Diese letztwillige Verfügung habe ich in gleichzeitiger und ununterbrochener

Anwesenheit der drei Testamentszeugen mit dem nachstehenden, eigenhändig

geschriebenen Zusatz, dass diese Urkunde meinen letzten Willen enthält, versehen

und sodann eigenhändig unterschrieben, woraufhin die letztwillige Verfügung von

den drei Testamentszeugen mit dem jeweils eigenhändig geschriebenen, auf ihre

Zeugeneigenschaft hinweisenden Zusatz unterschrieben wurde.

Theo Lassing

Gerda Hopf

Karin Drimmel

geb. am 15.04.1941

Musterstraße 47

1000 Musterstadt

geb. am 24.02.1938

Musterstraße 17

1000 Musterstadt

geb. am 14.11.1943

Musterstraße 22

1000 Musterstadt

So kann ein fremdhändiges Testament mit einem Vermächtnis für eine gemeinnützige Organisation aussehen

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ALLGEMEINE

EMPFEHLUNGEN

IHR LETZTER WILLE KANN SICH JEDERZEIT

ÄNDERN: WIDERRUF IHRES TESTAMENTS

Ihr letzter Wille sollte immer in

einer einzigen Testamentsurkunde

zusammengefasst sein.

Errichten Sie möglichst keine

Gleichschriften, die Sie anderen

Personen aushändigen, da für

den Fall des Widerrufs leicht

auf eine solche Gleichschrift

vergessen wird.„

Sie können Ihr eigenhändiges Testament

jederzeit widerrufen, indem Sie

ein neues Testament abfassen und Ihr

altes vernichten. Beachten Sie aber

auch hier wieder, dass Ihr Testament

den Formvorschriften entspricht und

damit rechtsgültig ist. Sollte das Testament

in mehreren Gleichschriften

errichtet worden sein, müssen alle

Gleichschriften vernichtet werden.

Der sicherste Weg ist der Widerruf in

Form eines neuen Testaments. Dies ist

vor allem dann zu empfehlen, wenn sich

das zu widerrufende Testament in den

Händen der Erben befindet. Der Widerruf

sollte auch im Zentralen Testamentsregister

der Österreichischen Notariatskammer

oder im Testamentsregister

der österreichischen Rechtsanwälte

des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages

eingetragen werden.

AUFBEWAHRUNG IHRES TESTAMENTS

Grundsätzlich können Sie Ihr Testament

an jedem Ort aufbewahren. Empfehlenswert

ist die Errichtung eines Testaments,

welches bei einer Notarin/einem Notar,

einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt

oder bei Gericht aufbewahrt wird.

Die Registrierung Ihres Testaments erfolgt

im Zentralen Testamentsregister

der Österreichischen Notariatskammer

(Registrierung bei einer Notarin/einem

Notar) oder im Testamentsregister der

österreichischen Rechtsanwälte des

Österreichischen Rechtsanwaltskammertages

(Registrierung bei einer

Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt).

Im Zentralen Testamentsregister werden

nicht der Inhalt Ihres Testaments

sondern nur Ihre persönlichen Daten

und das Datum der Testamentserrichtung

registriert. Im Sterbefall fragt die

zuständige Notarin/der zuständige

Notar bei diesem Register an und

bekommt dort die Auskunft, wo Ihr

Testament hinterlegt ist und kann es

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www.stmk.volkshilfe.at

sich schicken lassen. Auf jeden Fall

kann so verhindert werden, dass

jemand, der das Testament findet und

inhaltlich damit nicht einverstanden

ist, dieses unterschlägt.

Ihr „Letzter Wille“ soll Ihr Wille bleiben

Gehen Sie auf Nummer sicher und

investieren Sie in ein rechtssicheres

öffentliches Testament, denn Verlassenschaftsstreitigkeiten

haben schon

öfters ein Testament zu Fall gebracht.

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ERBRECHTSVERORDNUNG (EU) NR. 650/2012

Foto: shutterstock.com | Africa Studio

Die EU-Verordnung Nr. 650/2012 ist eine

erbrechtliche Regelung, die am 16. August

2012 in Kraft getreten ist. Sie bezieht sich

auf Erbfälle ab dem 17. August 2015

(Artikel 84).

Die Verordnung regelt einheitlich, welches

Erbrecht bei einem internationalen Erbfall

zur Anwendung kommt: Im Todesfall

gilt das Erbrecht jenes Staates, in dem die

Erblasserin/der Erblasser ihren/seinen

letzten festen Aufenthalt hatte.

Das ist der Ort, an dem sich eine Person

regelmäßig über einen gewissen

Zeitraum aufhält, ohne dort einen

bleibenden Aufenthalt zu begründen.

Beispiel: Eva-Maria, österreichische

Staatsbürgerin, verlegt ihren Wohnsitz

von Wien nach Pisa. Dort lebt sie einige

Jahre bis zu Ihrem Tod. Mit ihrem

Ableben kommt das italienische und

nicht das österreichische Erbrecht

zur Anwendung.

Mittels einer letztwilligen

Verfügung (Testament bzw.

Erbvertrag) kann Eva-Maria

vorab die im Erbfall anzuwendende

nationale Rechtsordnung

bestimmen.„

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www.stmk.volkshilfe.at

WELCHE KOSTEN MUSS ICH BEACHTEN?

Seit 2008 gibt es in Österreich keine

Erbschafts- und Schenkungssteuer

mehr, wenn Sie eine Organisation in

Ihrem Testament mit einer Spende

berücksichtigen. In diesem Fall kommt

der Betrag zu 100 Prozent dieser

Organisation zugute.

Testamentserstellung: Das Hinzuziehen

einer rechtlichen Beratung ist sehr zu

empfehlen. Bedenken Sie jedoch, dass

hier Honorarkosten entstehen. Honorare

für die Beratung und fachmännische Errichtung

einer letztwilligen Verfügung

können grundsätzlich frei vereinbart

werden.

Grundstücke und Liegenschaften: Bei

Grundstücken, Häusern, Wohnungen

oder anderen Liegenschaften, die

vererbt oder verschenkt werden, fällt

für die begünstigte Person eine

Grunderwerbssteuer an.

TestamentsvollstreckerIn: Sie können

nicht nur Ihr Vermögen verteilen, sie

können auch über den Tod hinaus auf

die Testamentsvollstreckung Einfluss

nehmen und eine TestamentsvollstreckerIn

Ihrer Wahl bestimmen.

Ein/e TestamentsvollstreckerIn (eine

Person Ihres Vertrauens) übernimmt

verschiedene Aufgabenbereiche, die Sie

als ErblasserIn testamentarisch selbst

bestimmen können. Den Regelfall bildet

die sogenannte Abwicklungsvollstreckung.

Hierbei verwaltet der/die

TestamentsvollstreckerIn den Nachlass

und verteilt das Erbe. Falls diese Person

auch im Testament für ihre Tätigkeiten

begünstigt werden soll, ist es ratsam,

einen fixen Betrag oder Gegenstand zu

nennen. Wenn Sie niemanden ernennen,

regelt ein Verlassenschaftsgericht bzw.

ein/e NotarIn Ihr Erbschaftsverfahren.

Die Registrierung einer letztwilligen

Verfügung im Österreichischen Zentralen

Testamentsregister der Österreichischen

Notariatskammer kostet 29,– Euro

(Stand Februar 2020).

Wir empfehlen: Informieren Sie sich

im Internet unter www.help.gv.at über

anfallende Kosten bei der Testamentserstellung.

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Foto: shutterstock com | Lukasz Szwaj


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Foto: shutterstock.com | Lukasz Szwaj

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www.stmk.volkshilfe.at

WIRKEN ÜBER

DEN TOD HINAUS

Auf den vorherigen Seiten haben Sie

viel über die Möglichkeiten erfahren,

Ihren letzten Willen zu gestalten.

Sie können nun in Ruhe Ihre Optionen

durchdenken. Eigenhändiges oder

notariell verfasstes Testament? Eine

Schenkung oder vielleicht ein Vermächtnis?

Was immer Sie vorhaben,

Sie werden sicherlich eine gute Lösung

für sich selbst und für Ihre Familie

finden.

Mein Vermächtnis lebt weiter

Vielleicht möchten Sie mit dem Testament

mehr bewirken: Armutsbekämpfung,

Kindern helfen, eine gerechte

Welt unterstützen? Seit der Gründung

am 21. März 1947 setzt sich die Volkshilfe

konsequent für eine gerechtere

Welt ein. Der Volkshilfe ist es nicht egal,

in welcher Welt wir leben und in welcher

Welt unsere Kinder und Enkelkinder

aufwachsen.

Die Volkshilfe macht sich stark für jene

Menschen, die benachteiligt sind und

dringend Hilfe brauchen – und mit

Ihrer Hilfe kann sich die Volkshilfe

noch stärker für die von Armut

betroffenen Menschen einsetzen.

Informieren Sie sich auf den folgenden

Seiten über unsere humanitäre Arbeit

und Sie werden sehen, dass Ihre Hilfe

genau dort ankommt, wo sie so bitter

benötigt wird. Ihre Zuwendung gibt

Menschen Hoffnung.

Foto: Reuters | Kacper Pempel

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Foto: Volkshilfe


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Foto: Reuters | Kacper Pempel

FÜR EINE GERECHTE UND

MENSCHLICHE WELT

Engagement für Benachteiligte

im In- und Ausland

Das vordringlichste Anliegen der Volkshilfe

ist der Kampf gegen Armut und

soziale Ausgrenzung für in Not geratene

Menschen – und das seit 1947.

Die Volkshilfe versteht sich als Interessensvertretung

jener Menschen,

die keine Lobby haben. Wir vertreten

ein Menschenbild, das die Selbstbestimmung

des Einzelnen zum Ziel hat!

Volkshilfe aktiv: Neben rascher,

unbürokratischer, finanzieller Hilfe in

akuten Notlagen wie Unterstützung

etwa bei Wohnungssuche, Wohnungslosenbetreuung,

Beschaffung von

Möbeln, Kleidung sowie Hausrat und

Delogierungsprävention setzt sich die

Volkshilfe auch für Pflege und Betreuung

von Alten und Kranken, Beschäftigungsprojekten

für Frauen und Jugendliche,

spezielle Hilfe zum Schulstart sowie

Urlaubsaktionen für AlleinerzieherInnen

und pflegende Angehörige usw. ein.

Außerdem fordert die Volkshilfe von

der Politik strukturelle Verbesserungen

und gerechte Maßnahmen, um die

Lebenssituation von notleidenden

Menschen dauerhaft zu verbessern.

Die Volkshilfe ist in allen österreichischen

Bundesländern aktiv. Rund 9.400 hauptamtliche

und 25.000 ehrenamtliche

MitarbeiterInnen setzen sich unermüdlich

für mehr soziale Gerechtigkeit in

unserer Gesellschaft ein. Die Volkshilfe

hilft dort, wo Hilfe bitter notwendig ist.

Foto: Volkshilfe

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www.stmk.volkshilfe.at

AuSGEWähLTE LEISTuNGEN DEr VoLkShILFE SoWohL

IM IN- ALS Auch IM AuSLAND IM üBErBLIck:

• Unterstützung von materiell und finanziell benachteiligten Personen und Personengruppen

• Unterstützung von Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen, kognitiven oder

psychischen Verfassung fremde Hilfe benötigen

• Pflege und Betreuung alter, kranker, pflege- und betreuungs- und hilfsbedürftiger Menschen

• Unterstützung von armutsbetroffenen Familien, Kindern und Jugendlichen

• Sicherung von Teilhabe und Zugang zu Lebenswelten zur Verbesserung der Lebenslage

von Kindern und Jugendlichen

• Hilfestellung bei Katastrophenfällen im In- und Ausland

• Internationale Hilfe mit Schwerpunkt auf humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit,

Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge

• Unterstützung ausgrenzungsgefährdeter Bevölkerungsgruppen

(wie z.B. die Volksgruppe der Roma und Sinti)

• Hilfestellung für Flüchtlinge, MigrantInnen und AsylwerberInnen

• Förderung der Freiwilligenarbeit und des zivilgesellschaftlichen Engagements

DIE SIEBEN ETHISCHEN

RICHTLINIEN DER VOLKSHILFE

Als professionelle Hilfsorganisation hat

sich die Volkshilfe im Umgang mit

sensiblen Themen wie Vermächtnis

und Erbschaft folgenden ethischen

Richtlinien verpflichtet:

Ehrlichkeit: Der Umgang mit dem/der

ErblasserIn und der angehörigen

Familie erfolgt offen und ehrlich.

32

Angeforderte Informationen werden

klar und deutlich kommuniziert, um

Missverständnisse zu vermeiden.

respekt: Der respektvolle und sorgfältige

Umgang mit dem Andenken der verstorbenen

Person sowie die Rücksichtnahme

auf im Testament festgehaltene

Wünsche haben oberste Priorität.

Foto: shutterstock com | Jenny Sturm


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Integrität: Die Verantwortung unseren

UnterstützerInnen gegenüber ist ein

integraler Bestandteil unserer täglichen

Arbeit. Dazu gehört es, die anvertrauten

Spenden nach bestem Wissen und Gewissen

einzusetzen.

Professionalität: Beratung und Auskunft

wird nach professionellen

Standards angeboten. Deshalb empfehlen

wir, zum Thema Erbschaft

und Vermächtnis eine professionelle

Rechtsberatung hinzuzuziehen.

Transparenz: Die Volkshilfe legt eine

genaue und nachvollziehbare Rechenschaft

über ihre Arbeit und die Verwendung

der anvertrauten Mittel ab.

Effizienz und Effektivität: Die Volkshilfe

unterzieht sich freiwillig den strengen

Prüfungen des österreichischen

Spendengütesiegels, das neben Auflagen

zur Verwendung von Spendenmitteln

auch die Begutachtung durch eine

unabhängige Wirtschaftsprüfung

beinhaltet. Diese Vorgehensweise

garantiert eine sparsame und zielgenaue

Verwendung der uns anvertrauten

Mittel.

Verantwortung: Zuwendungen über

Erbschaften und Legate übersteigen

wesentlich den Betrag einer durchschnittlichen

Spende und können

dadurch Außergewöhnliches für die

Gemeinschaft bewirken. Die Volkshilfe

ist sich der besonderen Verantwortung

gegenüber dem letzten Willen der

ErblasserInnen bewusst und handelt

verantwortungsvoll und mit Sorgfalt.

Foto: shutterstock.com | Jenny Sturm

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EINIGE PROJEKTE AUS DEM

VOLKSHILFE-ALLTAG

JEDEM KIND ALLE

CHANCEN [1]

IN WÜRDE LEBEN – TROTZ

DEMENZ UND ARMUT [2]

Viele Eltern haben gravierende Probleme,

die steigenden Schulkosten ihrer Kinder

zu stemmen. Dabei ist der Schulbesuch in

Österreich eigentlich gratis. Laut Arbeiterkammer

liegt der durchschnittliche Aufwand

für Familien je nach Schultyp zwischen

€ 522,– und € 1.300,– jährlich.

Neben Kosten für den Schulanfang schlagen

sich hier Kopierkosten, Werkbeiträge, Verpflegungskosten

oder auch der benötigte

EDV-Bedarf nieder. Projektwochen/-tage

stellen dabei oft eine der größten finanziellen

Herausforderungen für die Eltern dar. In

der Steiermark sind rund 32.000 Kinder

und Jugendliche armutsgefährdet oder

von Armut betroffen. Gerade diesen

SchülerInnen bleibt eine gemeinsame

Klassenfahrt oft verwehrt. Die Erfahrungen

in Schullandwochen, Schikursen und

Ausflügen schweißen die Mitglieder einer

Klasse zusammen, wirken gegen Ausgrenzung

und Diskriminierung und ermöglichen

den Abbau von armutsabhängigen Barrieren.

Genau hier versucht die Volkshilfe

zu unterstützen! Armutsgefährdete oder

betroffene Familien mit schulpflichtigen

Kindern haben die Möglichkeit über die

Volkshilfe Steiermark finanzielle Unterstützung

für Schulausflüge zu erhalten.

Als Ansprechpartner vor Ort fungieren die

steirischen Bezirksvereine (siehe S. 48/49).

34

Demenz kann jede und jeden treffen.

Auch mit der Erkrankung führen die

Menschen ihr eigenes Leben, gehen

ihren eigenen Weg, schreiben ihre eigene

Geschichte. Sie haben die beste Form

der Betreuung verdient. Umfassende

Angebote sind daher notwendig, um

Betroffenen ein angenehmes und

individuelles Leben zu ermöglichen

und die Angehörigen im Alltag bestmöglich

zu unterstützen.

In solchen Fällen unterstützt die Volkshilfe

die Betroffenen durch individuelle

Beratung und unbürokratische finanzielle

Hilfe aus dem Demenzhilfe-Fonds,

verbessert dadurch die Lebenssituation

der armutsbetroffenen Demenzerkrankten

und entlastet die pflegenden Angehörigen

sowie Familienmitglieder. Die Einzelfall-

Unterstützung wird unter anderem gewährt

für Medikamente, Pflegehilfsmittel,

Therapieangebote, Heimhilfe und Pflegehilfe

bei Urlaub pflegender Angehöriger,

Beratung und Information über Pflegeund

Betreuungsmöglichkeiten,

Besuche von Tageszentren, „Essen auf

Rädern“ und 24h-Betreuung zu Hause.

Foto: Volkshilfe Steiermark Foto: Volkshilfe Steiermark


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Foto: Volkshilfe Steiermark

Foto: Volkshilfe Steiermark

[1] [2]

[3] [4]

Foto: Volkshilfe Steiermark

Foto: Volkshilfe Steiermark

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SCHULSTARTAKTION [3]

Jedes Jahr zu Schulbeginn startet die

Volkshilfe die österreichweite „Volkshilfe

Schulstartaktion“, die armutsbetroffene

SchülerInnen unterstützt.

Wenn nach den Ferien die Schule beginnt,

ist die Freude bei den Kindern

meist groß. Bei den Eltern sieht es oft

ganz anders aus: Weil der Schulanfang

bis zu 500 Euro kosten kann, geraten

viele Familien rasch an die Grenzen

ihrer finanziellen Möglichkeiten.

Gerade zu Schulbeginn wenden sich

viele alleinerziehende Mütter und Väter

und Familien mit vielen Kindern an uns,

weil sie Hilfe benötigen. Tendenz steigend.

268.000 Kinder und Jugendliche unter

19 Jahre sind armutsgefährdet, das sind

15 Prozent der Kinder in Österreich.

Die Volkshilfe stellt daher jährlich Gutscheine

als Soforthilfe für sozial benachteiligte

Familien zur Verfügung.

Bildung ist das höchste Gut. Dort setzt

unsere Schulstartaktion an, um den

Teufelskreis Armut zu durchbrechen.

URLAUB MIT FREUNDEN

SENIORINNENREISEN [4]

Jeden Sommer lädt die Volkshilfe Mindestpensionäre

zu einer Woche Urlaub auf

einem (Alm)Gasthof ein.

Die Volkshilfe Steiermark ermöglicht in

den Sommermonaten Gruppen von bis

zu 25 PensionistInnen, die finanziell

keine Möglichkeit haben auf Urlaub zu

fahren, einen einwöchigen Erholungsaufenthalt

(An- und Abreise sowie

Aufenthalt inkl. Verpflegung) in einem

steirischen Partnergasthof.

Begleitung

Die Reisen werden von ehrenamtlichen

Volkshilfe MitarbeiterInnen der 19 steirischen

Bezirksvereine vorbereitet und

meist auch persönlich begleitet.

Im Rahmen des Aufenthalts können in

der Gruppe Freundschaften entstehen

und Kontakte über den Urlaub hinaus

gefördert werden.

So schaffen wir für die MindestpensionistInnen

einerseits eine Woche Auszeit

vom anstrengenden Alltag und beugen

anderseits Einsamkeit im Alter vor.

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KRAFT TANKEN FÜR

ALLEINERZIEHENDE [5]

Für alleinerziehende Frauen und Männer

ist es besonders herausfordernd, Familie

und Job unter einen Hut zu bringen.

Die schwierige Situation zehrt an den

Kräften. Vielen Müttern und Vätern

fehlt es an Unterstützung bei ihren

Alltagsproblemen. Alleinerziehende

sind nicht selten von Armut betroffen

– für sie gehört finanzieller Mangel zum

Alltag. Von einer kurzen Verschnaufpause

können sie nur träumen, leisten

können sie sich keine!

Mit den Spendengeldern ermöglicht

die Volkshilfe armutsbetroffenen

Alleinerziehenden und ihren Kindern

eine Woche Urlaub. In den JUFA

Familienhotels gibt es Kinderbetreuung.

Psychosoziale Betreuung für Erwachsene

soll die Alltagsbewältigung erleichtern

und Zuversicht schenken, zukünftig im

Bedarfsfall um Hilfe zu bitten bzw.

organisierte Hilfe anzunehmen.

Ein wichtiger Aspekt des Urlaubsprojektes

ist das Kennenlernen und

Vernetzen der Alleinerziehenden untereinander.

So können sie sich später –

wieder in der gewohnten Umgebung –

gegenseitig „unter die Arme greifen“.

BESUCHSDIENSTE [6]

Einsamkeit im Alter vorbeugen

Über 320 ehrenamtliche Mitarbeiter-

Innen der Volkshilfe Steiermark besuchen

in regelmäßigen Abständen die

SeniorInnen in den 25 Volkshilfe

Pflegeheimen. Die Besuche sollen der

Einsamkeit von BewohnerInnen in den

Pflegeheimen, die z. B. keine Verwandten

mehr haben oder sehr weit von

ihren Kindern/Enkeln entfernt wohnen,

vorbeugen.

Basteln, Spielen, rätseln, Spazieren …

Die BesucherInnen stimmen mit den

SeniorInnen gemeinsam ab, was sie

miteinander unternehmen. Die Aktivitäten

reichen vom Vorlesen übers

Spazierengehen, Basteln und Karten

spielen bis hin zur Organisation von

Ausflügen. Die Volkshilfe unterstützt

die BesucherInnen bei dieser wertvollen

Aufgabe.

Die ehrenamtlichen BesucherInnen

erhalten kostenfrei eine Ausbildung

und Einschulung und sind während

der Ausübung der Besuchsdienste

haftpflicht-, rechtschutz- und unfallversichert.

Neben regelmäßigen begleiteten

Treffen der BesucherInnen bietet die

Volkshilfe Steiermark den Besuchsdiensten

außerdem regelmäßige

Schulungen zu brennenden Themen

wie z. B. Demenz an. So haben die

BesucherInnen die Möglichkeit die

Menschen in den Pflegeheimen gut

„gerüstet“ zu begleiten.

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www.stmk.volkshilfe.at

LAUT GEGEN ARMUT

STREET [7]

Der 17. Oktober ist der Internationale

Tag zur Beseitigung von Armut. Rund

um diesen Tag setzt die Volkshilfe seit

vielen Jahren diverse Aktivitäten um auf

das wichtige Thema Armut aufmerksam

zu machen. In der Steiermark haben wir

seit 2015 „Laut gegen Armut“ etabliert.

Ein Benefizevent dessen Erlös armutsbetroffenen

Menschen in der Steiermark

zu Gute kommt.

Aufmerksam machen und sensiblisieren

Armut hat viele Gesichter und ist oft auf

den ersten Blick nicht leicht zu erkennen.

Da das Thema für viele Betroffene

immer noch schambehaftet ist, ist es

wichtig, die Gesellschaft auf die Probleme

und Einschränkungen, die mit

der Armut einhergehen, aufmerksam

zu machen bzw. zu sensibilisieren.

1,2 Millionen Menschen sind in Österreich

armutsgefährdet. Fast 297.000

sind arm trotz Arbeit. In der Steiermark

leben 156.000 Menschen an bzw. unter

der Armutsgrenze. Das darf in einem

reichen Land wie Österreich nicht sein.

Jedes fünfte Kind in Österreich ist arm.

Gerade für die Schwächsten in unserer

Gesellschaft müssen wir uns stark

machen, deshalb haben wir „Laut

gegen Armut“ ins Leben gerufen.

Das Besondere am Projekt

„Laut gegen Armut Street“ schließt

niemanden aus: Der Veranstaltungsort

ist barrierefrei zugänglich und der Eintritt

ist frei. Somit haben auch armutsbetroffene

Menschen die Möglichkeit,

Kultur zu genießen und Teil der

Gemeinschaft zu sein – völlig zwanglos

und ganz ohne Vorurteile. Denn klar ist:

Wer von Armut betroffen ist, hat oft

keine Möglichkeit, am gesellschaftlichen

und kulturellen Leben teilzuhaben.

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Foto: Volkshilfe Steiermark


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Foto: fotolia.de | photophonie

Foto: Volkshilfe Steiermark

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Foto: Volkshilfe Steiermark

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www.stmk.volkshilfe.at

SPUREN HINTERLASSEN –

DURCH EIN VERMÄCHTNIS

Egal was mit mir passiert –

ich bin nicht alleine.

Wenn Sie sich zu Lebzeiten für eine

Schenkung entscheiden oder uns in

Ihrem Testament bedenken, dann

können Sie sich auf uns verlassen.

Wir haben für alleinstehende Menschen

(vorerst einmal in Wien) ein Schutzpaket

geschnürt. Wir kontaktieren Sie regelmäßig.

Wir besuchen Sie, falls einmal

etwas passiert, z. B. im Krankenhaus.

Wir organisieren für Sie regelmäßige

Besuchsdienste, auch zum Kartenspielen.

Wir organisieren Pflege, wenn

Sie sie einmal brauchen u.v.m.

Rufen Sie uns an und reden Sie mit uns.

DAS IST UNSERE ART

„DANKE“ ZU SAGEN!

Wir halten Ihr Andenken in Ehren: Wir

gedenken Ihrer in unserem liebevoll

gestalteten Gedächtnisbuch und mit

einer Pflanze in unserem „Gedenkgarten“.

Dort befindet sich auch eine kleine

Gedenktafel mit den Namen unserer

Wohl täterInnen, die die Volkshilfe in

ihrem Testament bedacht haben.

Die Kraft der Natur symbo lisiert für uns

das Leben, die geschenkte Hoffnung

und die Erinnerung.

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Wir kümmern uns auf Wunsch um

Ihre Bestattung: Wenn Sie niemanden

mehr haben, der sich um Ihr Begräbnis

kümmern kann, dann übergeben Sie uns

diese Aufgabe. Die Bestattungskosten

werden aus Ihrer Hinterlassenschaft

abgegolten oder Sie haben schon zu

Lebzeiten Sorge dafür getragen. Wir

klären mit Ihnen im Vorfeld Ihre ganz

persönlichen Wünsche ab und setzen

diese zu Ihrem Abschied, so wie Sie es

sich gewünscht haben, um.

Wir kümmern uns auf Wunsch um Ihr

Grab: Wir kümmern uns um eine professionelle

Gärtnerei, die fürsorglich

Ihr Grab pflegt. Wir sorgen da für, dass

an Ihrem Grab zu Ihrem Geburtstag,

zu Allerheiligen, zu Weihnachten und

zu einem Termin Ihrer Wahl immer

eine Kerze brennt. Wir erhalten die

Erinnerung an Sie aufrecht.

Wir kümmern uns auf Wunsch um

Ihre Tiere: Wir von der Volkshilfe wissen

wie schwer es ist, sich auch nur annähernd

vorzustellen, die geliebten

Tiere im Tierschutzheim oder bei

verantwortungslosen Menschen zu

wissen. Wir kümmern uns um Ihre

Tiere und suchen einen guten Lebensplatz

für sie.

Sprechen Sie mit uns über Ihre

Wünsche, wir sind gerne für Sie da!

Foto: shutterstock com | Di Studio


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Foto: shutterstock.com | Di Studio

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ERBRECHTLICHE

GRUNDBEGRIFFE

ErblasserIn

Die Erblasserin/der Erblasser ist

einerseits der/die Verstorbene, deren

Vermögen mit dem Todesfall auf die

Erben übergeht. Andererseits werden

auch jene Personen als ErblasserInnen

bezeichnet, die einen Erbvertrag abschließen

oder ein Testament erstellen.

Erben

Wenn Sie eine oder mehrere Personen

„als Erben einsetzen“, so bedeutet das,

dass Sie dieser/diesen Person/en Ihr

Vermögen hinterlassen. Der gesetzliche

Pflichtteil kann jedoch nur unter bestimmten

Voraussetzungen ausgeschlossen

werden. Erben können aber

auch gemeinnützige Organisationen

sein. Wenn kein Testament und keine

Erben vorhanden sind, erbt der Staat.

Testament

Mit einem rechtsgültigen Testament

tritt die gesetzliche Erbfolge außer

Kraft. Sie bestimmen darüber, was mit

Ihrem Vermögen nach Ihrem Tod

geschieht. Auf diese Weise können Sie

– unter Berücksichtigung der gesetzlichen

Pflichtteile – jene Menschen

bedenken, die Ihnen wichtig sind.

Sie können auch gemeinnützige

Organisationen oder Projekte, die

Ihnen besonders am Herzen liegen,

weiterhin unterstützen.

Gleichschrift

Unter Gleichschrift wird die Kopie einer

Urkunde verstanden. Diese Ausfertigungen

gleichen dem Original vollkommen.

Erbschaft/Nachlass

Unter einer Erbschaft versteht man Ihr

gesamtes hinterlassenes Vermögen

(Immobilien, Sparbücher, Wertanlagen,

Schmuck oder Hausrat etc.). Je nach

Verwandtschaftsgrad und Testamentsverfügung

wird das Vermögen unter

Ihren Angehörigen aufgeteilt. Die

Erbin, der Erbe erhält Ihre gesamten

Vermögenswerte und hat diesbezüglich

im Verhältnis zu Dritten dieselben Rechte

und Pflichten wie Sie. Gegebenenfalls

übernimmt sie/er auch eventuelle

Geldforderungen an Dritte oder

Schulden. Ist nur eine Erbin, ein Erbe

vorhanden, bekommt diese/dieser den

gesamten Nachlass. Gibt es mehrere

Erben, dann erhält jeder von ihnen

einen quotenmäßigen Anteil (siehe

gesetzliche Erbfolge).

Beachten Sie bitte den Sonderfall

Lebensversicherung; hier müssen Sie

bereits zu Lebzeiten den/die Begünstigten

einsetzen.

Foto: shutterstock com | Ditty about summer

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Foto: shutterstock.com | Ditty_about_summer

Vermächtnis (Legat)

Ein Vermächtnis liegt vor, wenn der/die

ErblasserIn jemandem einen Vermögensteil

zuwendet, ohne ihn/sie als

Erben einzusetzen. Es ist eine beliebte

Form, um in seinem Testament

Freunde, Verwandte oder gemeinnützige

Organisationen zu bedenken.

Die Vermächtnisnehmerin/der Vermächtnisnehmer

hat keinen Anspruch

auf den quotenmäßigen Erbanteil.

Der Anspruch beschränkt sich auf eine

bestimmte Sache, zum Beispiel ein

Sparbuch, eine Immobilie, eine Geldsumme

etc. Das Vermächtnis kann

im Rahmen des Testaments vermerkt

werden.

Schenkung

Die Erbfolge kann durch die Schenkung

von Ihnen bei Lebzeiten vorweggenommen

werden. Die vorsorgende Vermögensübertragung

wird oft gewählt, um

das Vermögen im Familienbesitz zu

erhalten, Erbstreitigkeiten zu vermeiden

oder um Steuer zu sparen.

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WICHTIGE VORKEHRUNGEN FÜR DEN TODESFALL

hinterlassen Sie diese Informationen Ihren Angehörigen.

Mein letzter Wille

Name:

Geboren am:

in

Adresse:

Bitte verständigen Sie

1. Tel.

2. Tel.

3. Tel.

Schlüssel zu meiner Wohnung hat

1. Tel.

2. Tel.

Meine Bestattung

ist geregelt von:

ist nicht geregelt.

Mein Testament/Letzter Wille

ist beim Notar hinterlegt (Name, Adresse):

befindet sich:

Es ist abzumelden/zu kündigen

Mietvertrag (Name und Adresse der Hausverwaltung):

Haftpflichtversicherung:

Unfallversicherung:

KFZ-Versicherung:

Haushaltsversicherung:

Andere:

Telefon:

Fernsehen:

Internet:

Meine Tiere sind zu übergeben an

1. Tel.

2. Tel.

3. Tel.

keine Tiere

Was mir sonst noch wichtig ist:

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Foto: shutterstock com | WavebreakMediaMicro


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Foto: shutterstock.com | WavebreakMediaMicro

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CHECKLISTE ZUR TESTAMENTSPLANUNG

Anhand dieser Liste können Sie sich einen überblick

verschaffen, was zu Ihrer Erbmasse gehört

Bankverbindungen Bankinstitut Nummer Name der InhaberIn

Girokonto

Sparbuch 1

Sparbuch 2

Bausparvertrag

Wertpapierdepot

Safe

Versicherungen Gesellschaft Polizzen-Nr. Name Begünstigte/r

Lebensversicherung 1

Lebensversicherung 2

Lebensversicherung 3

Immobilien PLZ / ort Straße/Nr. MiteigentümerIn

Haus

Wohnung 1

Wohnung 2

Grundstück

Fahrzeuge Marke/Typ kennzeichen Baujahr

Auto 1

Auto 2

Motorrad

Moped

Sonstiges

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Mobilar/Einrichtung hersteller Typ Gerätenummer

TV-Gerät 1

TV-Gerät 2

DVD-Player

HIFI-Anlage

Porzellan

Teppiche

Möbel

Silberbesteck

Wertgegenstände Bezeichnung Anzahl

Schmuck 1

Schmuck 2

Antiquität 1

Antiquität 2

Markensammlung

Münzsammlung

Forderungen Name/Adresse der SchuldnerIn höhe der Forderung

Schulden/kredite kreditgeber/Bank Vertrags-Nr. MitschuldnerIn

Kredit 1

Kredit 2

Kredit 3

Leasingvertrag 1

Leasingvertrag 2

Private SchuldnerIn

Sonstiges

z.B. immaterielle Vermögenswerte (z. B. Rechte)

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www.stmk.volkshilfe.at

Wenn Sie mehr über die Aktivitäten der Volkshilfe Steiermark in Ihrem Bezirk

wissen möchten, freuen wir uns über einen persönlichen kontakt:

Volkshilfe Landesverein

Waagner-Biro-Straße 63c

8020 Graz

Tel: 0316 8960 31000

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IN DER STEIERMARK ZUHAUSE

Die Volkshilfe Steiermark hat in jeder region einen Bezirks- oder

regionalverein, der sich für die Menschen in der region einsetzt.

Bezirksverein Admont-Gesäuse

Bezirksverein Ausseerland-Salzkammergut

Bezirksverein Bruck/Mur

Bezirksverein Deutschlandsberg

Bezirksverein Graz

Bezirksverein Graz-Umgebung

Bezirksverein Hartberg-Fürstenfeld

Bezirksverein Judenburg

Bezirksverein Kapfenberg

Regionalverein Knittelfeld

Bezirksverein Leibnitz

Bezirksverein Leoben

Bezirksverein Liezen

Bezirksverein Murau

Bezirksverein Mürzzuschlag

Bezirksverein Südoststeiermark

Bezirksverein Voitsberg

Bezirksverein Weiz

Die aktuellen Kontaktdaten zu den Bezirksvereinen finden Sie unter

www.stmk.volkshilfe.at/SozialeBewegung

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www.stmk.volkshilfe.at

WEITERE INFORMATIONEN

FÜR SIE

Mit diesem Ratgeber haben Sie einen

ersten Eindruck darüber gewonnen,

wie ein letzter Wille verfasst werden

könnte. Doch auch hier gilt: Es gibt

Fragen, die nur individuell beantwortet

werden können.

Weitere Informationen rund um

das Testament finden Sie auf der

Internetseite www.help.gv.at

herausgegeben vom Bundeskanzleramt,

Abteilung I/13 – Digitales und

E-Government – Programm- und

Projektmanagement.

Die Österreichische Notariatskammer

ist ebenfalls gerne Ihre Ansprechpartnerin

rund um Fragen zum Testament.

Sie teilt Ihnen auch gerne auf Anfrage

mit, welche AnsprechpartnerInnen bei

Ihnen in Ihrer Nähe zu finden sind.

Österreichische Notariatskammer

Landesgerichtsstraße 20

1010 Wien

Briefanschrift: Postfach 150,

1011 Wien

Telefon: +43 1 402 45 09 0

E-Mail: kammer@notar.or.at

Web: www.notar.at

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Volkshilfe Steiermark

Sackstraße 20

A-8010 Graz

Tel: 0316/8960

office@stmk.volkshilfe.at

www.stmk.volkshilfe.at

www.volkshilfe-mein-erbe-hilft.at

Spendenkonto:

Steiermärkische Sparkasse

IBAN: AT89 2081 5000 0000 2220

BIC: STSPAT2GXXX

Impressum

Medieninhaberin und Herausgeberin:

Volkshilfe Solidarität, 1010 Wien,

Auerspergstraße 4

Eingetragener Verein ZVR 767780029 ·

redaktion: Renate Ungar, Karin Ortner • Fotos: Volkshilfe Steiermark, Reuters, fotolia.de, shutterstock.com,

bigstockphoto.com, istockphoto.com, picturedesk.com • Grafik: Schöpferischer Dienst David Gruber

Druck: Fundconsult Wien • Erscheinungstermin: Juni 2020, 2. Auflage

Stand: Diese Broschüre inkludiert die ab 1.1.2017 geltende Rechtslage im Erbrecht!

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STEIERMARK

Foto: shutterstock.com | ricok

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