One Day Magazin

oneday.de

Das erste ONE DAY Magazin... endlich ist es da! Ein Magazin das Menschen wie Dich erreichen soll – im Jahr von „Social Distancing”. Dieses Magazin ist eine Einladung. Wir würden Dich gerne mit auf eine Reise nehmen. Dir Geschichten erzählen, die einen anderen Blick auf die Dinge werfen. Geschichten über Menschen, die Du nie getroffen hast. Über Schicksale, die die Frage nach Gerechtigkeit aufwerfen. Sie inspirieren Dich möglicherweise dazu manches zu hinterfragen. Sie geben Dir die Möglichkeit, einen weiteren Horizont ins Auge zu fassen oder bekannte Werte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

SIERRA

LEONE

Das Land der hoffnungsvollen Menschen

Sierra Leone bedeutet Löwengebirge.

Wie passend für diemutigenMenschenin

diesem Land, vermutlich wussten sie auch erst

wie stark sie sind, als stark sein, die einzige

Wahl war, die sie hatten.

Der westafrikanische Staat

Sierra Leone mit seinen ca. 7,5

Millionen Einwohnern ist

flächenmäßig etwa so groß wie

Bayern. Er wird im Norden und

Osten von Guinea, im Südosten von

Liberia und im Westen vom Atlantik

umschlossen.

Die beiden Landesgrenzen werden

über weite Strecken durch Flüsse

markiert und auch sonst gilt Sierra

Leone mit seinen vielfältigen

Landschaftsstrukturen, welche von

Gebirgsketten über wunderschöne

Küstenregionen bis hin zu kleinen

Regenwaldabschnitten variieren, als

für afrikanische Verhältnisse, mit

üppiger Vegetation ausgestattetes,

grünes Land.

Die Hauptstadt des Landes nennt

sich Freetown (Freie Stadt) und

wurde um das Jahr 1787 von

befreiten Sklaven aus England,

Kanada und den USA besiedelt.

Heutzutage gilt die Stadt als das

wirtschaftliche Zentrum des Landes

und ist mit ca. 1,05 Millionen

Einwohnern die größte Stadt Sierra

Leones.

Etwa zwei Drittel der arbeitenden

Bevölkerung sind im von Landwirtschaft

und Rohstoffgewinnung

geprägten Wirtschaftssektor tätig.

Dieser macht etwa die Hälfte des

Bruttoinlandsprodukts aus.

Der Großteil der landwirtschaftlichen

Erträge verbleibt jedoch in der

Subsistenzwirtschaft, die meist auf

kleinen Gärten basiert. Hier werden

vor allem Süßkartoffelblätter,

Erdnüsse, Gemüse und Obst sowie

Reis angebaut. Sofern möglich,

werden Hühner und Kleinvieh wie

Ziegen oder Schafe zur

Selbstversorgung gehalten. Obwohl

aufgrund fehlender technischer

Mittel und fehlendem Wissen,

einfache und traditionelle

Produktionsmethoden die

Landwirtschaft dominieren, konnte

der Ertrag dieser Ressourcen sowie

der Ertrag von Kaffee und Kakao in

den letzten Jahren stetig gesteigert

werden.

Nachwirkungen des Bürgerkrieges

(1991 bis 2002), die immer noch weit

verbreitete Korruption, Epidemien

wie Ebola und die unzureichend ausgebaute

Infrastruktur, führen jedoch

immer wieder zu Nahrungsmittelknappheit

und Armut. All dies

sind wesentliche Einflussgrößen für

Sierra Leones Wirtschaft.

Auch im Bereich der

sozialpolitischen Entwicklung steht

das Land seit langem auf einem der

letzten Plätze des Human

Development Index (Platz 184 von

189 untersuchten Ländern im

Bericht zur humanitären

Entwicklung

des

Entwicklungsprogramms der UN). So

ist

beispielsweise

geschlechterspezifische Gewalt in

Sierra Leones Gesellschaft vor allem

durch den Bürgerkrieg tief verankert

und richtet sich im Alltag

insbesondere gegen junge Frauen

und Mädchen.

Nach der Unabhängigkeit von

Großbritannien im Jahr 1961 wurde

Sierra Leone fast drei Jahrzehnte

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