Spliff - Hanfjournal

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Spliff - Hanfjournal

E

#66

Eckthema: Das Hanf Museum wird 12!

Mögt ihr Mütter mit Kindern?

Zur Feier gibt’s einige Bilder aus dem Hanf

Museum Familienalbum...

Dann ab ins Labor zu MaxAir und zaubert

so viele und so potente Hanf-Klone wie Ihr

Never seen on TV! 6 wollt!

11

news s. 02 guerilla growing s. 06 wirtschaft s. 08 cool-tour s. 09 fun+action s. 12

Legale Hanfpflanzen in Belgien

beschlagnahmt Cannabisclubs gehen in die Offensive

Michael Knodt

Wie wir schon vor drei Monaten

berichteten, gibt es in Belgien und

Spanien seit Spätsommer diesen

Jahres Clubs, in denen Hanf-

Pflanzen zum persönlichen Bedarf

kultiviert werden. Sinn und Zweck

des Club-Modells ist es,

erwachsenen, mündigen Hanf-

LiebhaberInnen einen legalen,

nicht mehr vom Schwarzmarkt

abhängigen Zugang zu ihrem

Genussmittel zu gewährleisten.

In Spanien gibt es sogar schon

ein Gerichtsurteil, das die

Rechtmäßigkeit solcher Clubs

manifestiert.

Die Bewegung der „Cannabis Social

Clubs“ versteht sich als Manifestation

der „Freedom to Farm“-

Kampagne (Hanf Journal 03/2006),

die ENCOD (European Coalition for

Just and Effective Drug Policies) im

Jahr 2004 startete. Der Anbau wird

von den Vereinsmitgliedern selbst

organisiert, der Samen für die erste

Mutterpflanze wurde bereits am

27.Juli vergangenen Jahres gesät.

Am 12. Dezember 2006 wurden im

Botanischen Garten von Antwerpen die ersten sechs Stecklinge

von dieser Mutterpflanze geschnitten. Natürlich wird die

gesamte Anlage nach kontrolliert-biologischen Aspekten,

also ohne Pestizide oder Kunstdünger, betrieben. Sowohl für

das Ansetzen der ersten Mutterpflanze als auch für das

Abnehmen der Stecklinge gab es eine Genehmigung von

offizieller Seite. Das ganze Projekt trägt den schönen Namen

„Draw up your Plant“. In Belgien sind die zuständigen

Behörden und die Polizei von Anfang an informiert worden

und dann leider doch in letzter Sekunde eingeschritten.

Trotzdem planen die Mitglieder von „Draw up your plant“

ihre Aktivitäten fortzusetzen.

Die Behörden sowie die Polizei werden weiterhin über den

neusten Stand der Dinge unterrichtet, der Bürgermeister der

Stadt Brüssel wird die Adresse, eine Kopie der Genehmigung

und sogar einen Zweitschlüssel für den Zuchtraum erhalten,

damit er sich von der Ungefährlichkeit des Unterfanges sowie

der Einhaltung der Auflagen mit eigenen Augen, auch unangemeldet,

überzeugen kann.

In Belgien hat die Verfolgung des Besitzes geringer Mengen

zum Eigenverbrauch seit einiger Zeit niedrigste Priorität, der

Besitz von bis zu drei Gramm Cannabis-Produkte oder einer

Hanf-Pflanze wird gar nicht mehr verfolgt, ist jedoch trotzdem

illegal. Da bei „Draw up your Plant“ jedes Mitglied nur eine

Pflanze besitzt, sehen die Betreiber das Gesetz auf ihrer Seite.

Die Clubs stellen ein ernstzunehmendes Alternativmodell

zu den holländischen Coffee Shops dar – mit einem Unterschied:

beim „Club-Modell“ gelangt das Gras erst gar nicht

in den Handel. Damit ist der Hauptansatzpunkt der Kritiker

einer kontrollierten Abgabe von Cannabis-Produkten, die

„Abgabe sei nicht kontrollierbar“, „die Droge gerate in falsche,

weil zu junge Hände“ oder „Hanf sei der erste Kontakt zur

Drogen-Szene (das Märchen von der Einstiegsdroge), nicht

mehr existent. Jedes Mitglied besitzt seine eigene Pflanze im

Zuchtraum, die Pflege wird kollektiv von kompetenten Club-

Mitgliedern betrieben. Für die Ernte ihrer/seiner Blütenstände

ist, wohl aus rechtlichen Gründen, jede/r selbst verantwortlich.

Fürs Konsumieren dann wohl zum Glück auch. Selbst

ein Mitglied des belgischen Parlaments, Stijn Bex, hat sich

der mittlerweile 34 Köpfe zählenden Gärtnereigemeinde

angeschlossen. In einem offenen Brief an die Tageszeitung

„Der Morgen“ erklärte der Abgeordnete der Linksliberalen

Partei schon vor Monaten, er werde sich einem „Cannabis

Social Club“ in Antwerpen anschließen. Gesagt, getan - Bex

war es auch, durch seine öffentliche Teilnahme an der ersten

legalen „Stecklings-Session“ im Dezember in Belgien ein

ungeheures Medieninteresse auslöste.

Das Medieninteresse war wohl auch Anlass für die Nachricht,

Stijn Bex (m.), Abgeordneter der Spirit Partei (Belgien), bastelt Stecklinge

die uns kurz vor Redaktionsschluss erreichte: Nach der

öffentlichkeitswirksamen „Schneide-Session“ im botanischen

Garten wurden die Pflanzen mitsamt vier Encod AktivistInnen

auf den Weg vom Garten zum Pflanzraum festgenommen.

Mobiltelefone und Computer wurden beschlagnahmt, Menschen

gegen ihren Willen stundenlang festgehalten und

befragt. Trotz Anbaugenehmigung.

Die Festgenommenen durften wieder gehen, die Pflänzchen

mussten dort bleiben.

Zwar ist es nun theoretisch möglich, dass sie auf Grund eines

Eilantrages des Abgeordneten Stijn Bex schnell wieder

rausgerückt werden, aber selbst drei Tage reichen hier aus,

um (abgestorbene) Tatsachen zu schaffen. Zumindest wird

nach einer richterlichen Entscheidung für die Clubmitglieder

Rechtssicherheit bestehen. Und die Entscheidung müsste,

vorausgesetzt belgische Richter nehmen ihre eigenen Gesetze

ernst, zu Gunsten der Anbauclubs ausfallen.

Ob dieses Modell, eventuell mit Bezug auf die EU-

Gesetzgebung, auch auf Deutschland übertragbar ist, sollte

einmal genauer geprüft werden.

Resonanz- oder Nachwuchssorgen müssten sich die Clubs

im Vereinsland Deutschland sicherlich nicht machen.

Mehr zum Thema:

www.cannabis-clubs.eu

www.encod.org

www.cannaclopedia.be

www.hardcoreharmreducer.be

unabhängig, überparteilich, legal

Ausgabe 01/07

Ronny Trettmann im Interview:

Was der hellhäutige Wahljamaikaner aus

der Vor-Erzgebirgsmetropole Karl-Marx-

Stadt zu sagen hat... auf Seite11

www.hanfjournal.de

Brontal 21 - voll krass

von Michael Knodt

Wir mussten uns den letzten Jahren schon viel anhören:

Die Lügen über einen steigenden THC-Gehalt - durch alle europäischen

Kriminalstatistiken widerlegt.

Die Mär vom vorpubertären Einstiegsalter mit dazugehörigem Artikel

im „Spiegel“ - jährlich neu durch den Drogensuchtbericht der Bundesregierung

widerlegt.

Das Gelaber vom Gen-Gras - kann nach ein paar Google-Klicks in

Nichts aufgelöst werden.

Der angebliche Hasch-Tote aus England - eine Zeitungsente.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, mit zunehmend sinkenden

Niveau der aufgestellten Legenden.

Die ZDF-Sendung „Frontal21“ setzt Allen nun die Krone auf: Ihr

Redakteur Dr. Rainer Fromm behauptet frei von der Seele, der Wirkstoff

THC verursache Hirntumore. Den wissenschaftlichen Hintergrund

liefert, natürlich erst auf Nachfrage, unser alter Bekannter Dr. Thomasius.

So einfach ist es, eine erfundene Behauptung zur wissenschaftlichen

Wahrheit zu machen. Auch wenn sich Herr Fromm von Dr.

Thomasius bestätigen ließe, vom Onanieren bekäme man krumme

Finger, wäre der Aussagewert gleich Null. Weil es keine Studie gibt,

die das belegt. Gleiches gilt für das Hirntumor-Gefasel. Konfrontiert

mit der Frage, was es denn mit dem „Tumor-THC“ genau auf sich

habe, konnte die Redaktion von „Frontal21“ keinen anerkannten

Neurologen anführen, der das bestätigen würde. Übrigens ist Thomasius

deutschlandweit der einzige so genannte Experte, der ein solch

dramatisches Bild über Cannabis verbreitet und deshalb auch unter

Kollegen sehr umstritten ist.

Allerdings lassen sich mit selbsternannten Experten falsche Behauptungen

medienwirksam verbreiten - ähnlich dem Zahnarzt in der

Zahnpastawerbung.

Nur kurze Zeit zuvor sendete das ARD-Magazin „Polylux“ einen

ausgewogenen Beitrag zum Thema Hanf, auch war die Diskussion

rund um die medizinische Verwendung von Cannabis durch positive

Medienbeiträge wieder vermehrt präsent.

Anscheinend gibt es hierzulande Menschen, die immer dann, wenn

ihnen die Berichterstattung zu oft zu positiv erscheint „was dagegen

tun wollen“. Wie sonst lässt sich das (Wieder- und Wieder-) Aufgreifen

schon längst widerlegter Behauptungen oder das Erfinden immer

neuer Legenden über die Hanf-Pflanze erklären?

Wieder einmal ist festzustellen: Ein Austausch rationaler Argumente

ist gar nicht gewünscht. Vielmehr werden alle medialen Register

gezogen, um den Status quo zu erhalten.

Leute wie Stefan Raab lassen sich lieber einen Maulkorb verpassen,

als wie zuvor das Problem der Prohibition öffentlich zu machen. Wenn

es um Hanf geht, bedienen sich auch eigentlich seriöse Medienmacher

Recherchepraktiken, die eigentlich nur der „BILD“ gut stehen.

Deshalb bitten wir unsere LeserInnen, der „Frontal21“-Redaktion

ihre/seine Meinung durch das Ausfüllen des DHV-Protestmailers

„Stoppt die Cannabis-Hysterie in den Medien“ mitzuteilen, zu finden

unter:

www.hanfverband.de/protestmailer/start.html

Schutzpreis 50 Cent / Für gute Kunden kostenlos /


2

das Eckthema

16. Lange Nacht der

Museen -

Die Hüter der Pfeifen

- indigene Nacht.

news

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Redaktion:

Roland Grieshammer, Michael Knodt.

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Mitarbeiter an dieser Ausgabe:

Kimo, Claudia Grieslehner, Kathrin Gebhardt, Werner Graf, Martin

Schwarzbeck, Dr. Franjo Grotenhermen, MaxAir, KIMO, Kerstin Koch,

Hans Cousto.

Layout:

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Illustration:

Lukas Tkotz, mark marker.

Fotos:

Privat, Im Auftrag des Hanf Journals.

Korrektur:

Korrekturen-Text (Kerstin Thierschmidt)

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Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt. Gegen

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Hanf Journal beim Herausgeber bezogen werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

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Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird aber keine Haftung

übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98

distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der

angegebenen Internetadressen und Links.

Achtung jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder animieren Drogen zu konsumieren.

Besucht auch die Homepage

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Feuer auf Sabine Bätzing - Im Spannungsfeld zwischen

Repression und Permission

Sabine Bätzing (SPD), Diplom-Verwaltungswirtin (FH), ist Mitglied der Enquete-Kommission Ethik & Recht der modernen

Medizin und seit Dezember 2005 Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Durch die ablehnende Haltung der CDU/CSU-

Bundestagsfraktion in Sachen Heroin-Abgabe (Diamorphin-Abgabe) und dem dadurch möglicherweise bevorstehenden Aus

für die Diamorphin-Behandlung steht die Drogenbeauftragte vor harten Verhandlungen mit den fundamentalistischen

Prohibitionisten aus den Reihen der CDU/CSU, da sie selbst aus ethischen und pragmatischen Gründen eine Befürworterin

dieser Behandlung ist. Für die Drogenbeauftragte, die bezüglich Diamorphin-Abgabe eine permissive Haltung vertritt, wird

es sicherlich eine neue tiefgreifende Erfahrung sein, sich mit repressiv eingestellten Prohibitionisten auseinander setzen zu

müssen. Vielleicht wird jedoch diese Erfahrung auch ein erster Schritt für weitere Schritte in Richtung vernunftgeprägter

humaner Drogenpolitik sein.

Am 21. November ist in einem Gespräch der Fraktionsspitzen

der Union und der SPD eine Entscheidung zum Fortgang der

diamorphingestützten Behandlung (Originalstoff-Abgabe, Heroin-Abgabe

an therapieresistente Heroin-Abhängige) gefallen.

Die Union war nicht bereit, eine Gesetzesinitiative mitzutragen,

die eine Überführung der Diamorphin-Behandlung in eine

Regelversorgung ermöglichen würde. Lediglich eine Weiterbehandlung

der Patient/innen in der Studie käme für die Union

in Frage.

Von Fachverbänden und den Oppositionsparteien musste die

Union deshalb heftige Kritik einstecken. So stellte die Stellvertretende

Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Monika Knoche,

in einer Pressemitteilung vom 22. November 2006 fest: »Die

Einigung der Koalitionsspitze, die Heroin-Behandlung nur bei

denjenigen zu Ende zu führen, die bereits in Behandlung sind,

die Heroin-Versorgung indes nicht in die Regel-Versorgung für

Schwerstabhängige zu überführen, ist vor dem Hintergrund der

positiven Ergebnisse der Heroin-Studie absolut unverständlich.

Hier triumphiert ideologischer Fundamentalismus über wissenschaftlichen

Erkenntnissen. Schwerst Abhängigen die Behandlung

vorzuenthalten ist unethisch.« Und Dr. Harald Terpe,

drogen- und suchtpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion

Bündnis 90/Die Grünen meinte in einer Pressemitteilung vom

22. November 2006: »Wegen ideologischer Engstirnigkeit ist die

Union nicht in der Lage, hier auf menschliches Leid angemessen

zu reagieren und erbringt somit einen erneuten Beweis ihrer

Unfähigkeit zur gesellschaftspolitischen Modernisierung.«

Ja, sogar die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine

Bätzing, übte gemäß Pressemitteilung des Bundesministeriums

für Gesundheit vom 27. November 2006 Kritik an der Haltung

der CDU und vertrat die Auffassung, dass ein solcher Vorschlag

im Gegensatz zu den Ergebnissen der Arzneimittel-Studie stehe,

denn »... diese belegen, dass die Diamorphin-Behandlung für

die Zielgruppe der schwerst Opiat-Abhängigen der herkömmlichen

Substitutions-Behandlung signifikant überlegen ist. Eine

Begrenzung auf die Patientinnen und Patienten in der Studie

leugnet diese Erkenntnisse. Diese Entscheidung führt dazu, dass

etwa 1.500 schwerst Opiat-Abhängigen in Deutschland das

einzig wirksame Medikament verweigert wird. Diesen Menschen

droht deshalb wieder die Verelendung.«

Offenkundig will sich die Union auf Bundesebene, heißt es in

#66

Hans Cousto

der Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums, mit der

Absage an ein Gesetz auch einer konstruktiven Auseinandersetzung

mit dem Schlussbericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe

entziehen. Dieser Schlussbericht empfiehlt eine sehr eng reglementierte

Behandlung mit Diamorphin in einer Regelversorgung.

Die Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden

hat deshalb am 17. November beschlossen, dass das Bundesministerium

für Gesundheit mit den Ländern entsprechende

gesetzliche Möglichkeiten prüfen soll. Sabine Bätzing betonte:

»Wir werden die Verantwortlichen der Länder zu einem Gespräch

einladen. Mit der geplanten Verlängerung der Behandlung bis

zum 30.06.2007 haben die Länder ausreichend Zeit, um sich

abzustimmen und einen Gesetzentwurf in den Bundesrat einzubringen.

Die Hoffnungen der schwerstkranken Opiat-

Abhängigen ruhen jetzt auf den Ländern.«

Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing, die bisher vor allem

wegen ihrer repressiven Haltung aufgefallen ist, beispielsweise

bezüglich Cannabis, vertritt bei der Originalstoff-Abgabe eine

permissive Haltung, die pragmatisch begründet ist und auf

Erkenntnissen wissenschaftlicher Studien basiert. Jetzt muss sie

mit fundamentalistischen Vertretern aus dem repressiven Lager

verhandeln. Doch fundamentalistische Prohibitionisten weisen

Kennzeichen auf, die allgemein als Kennzeichen psychotischer

Störungen bekannt sind: »Falsche Überzeugungen: Die Betroffenen

sind fest von Sachverhalten überzeugt, für die es keinerlei

Beweise gibt, die oft sogar der Erfahrung widersprechen. Dabei

ist die Fehleinschätzung nicht auf aktuellen Drogen-Konsum

zurückzuführen. Die Betroffenen sind rationalen Argumenten

nicht zugänglich. Sie lassen sich auch dann nicht überzeugen,

wenn andere über die Sachlage offensichtlich genauso gut (Anm.

der Red.: oder besser) informiert sind wie sie selbst.« (Zitiert

nach: Hans Ulrich Grech: Partydrogen und Psychosen, in: Bernhard

van Treeck: Partydrogen, Berlin 1997, S. 63)

Vielleicht lernt die Drogenbeauftragte im Kontext der bevorstehenden

Verhandlungen besser zwischen fundamentalistischen

Überzeugungen und rationalen Erkenntnisse zu differenzieren

und kann dann diese Erkenntnisse nicht nur im Bereich der

Originalstoffabgabe, sondern auch in anderen Bereichen der

Drogenpolitik zum Wohl der Betroffenen und der gesamten

Gesellschaft einsetzen respektive umsetzen. Man soll ja die

Hoffnung auf Lernfähigkeit nie aufgeben!


#66 3

news

Die erste groß angelegte Langzeitstudie zum möglichen Einfluss

des Cannabis-Konsums auf die geistige Leistungsfähigkeit fand

keinen solchen Effekt. Eine Langzeitstudie ist eine Untersuchung,

die die Teilnehmer über mehrere Jahre begleitet, um so

Unterschiede ihrer Entwicklung in Abhängigkeit von ihrem

Verhalten oder äußeren Einflüssen ermitteln zu können. Diese

Langzeitstudie aus dem Jahre 1999 hat allerdings nur einen sehr

grobes Messverfahren für die geistige Leistungsfähigkeit

verwendet, sodass sie nicht ausreichend empfindlich war, um

leichte Beeinträchtigungen feststellen zu können. Zudem nahmen

nur wenige starke Cannabis-Konsumenten teil.

Im Jahre 2003 hat eine amerikanische Arbeitsgruppe die 15

methodisch besten bis dahin durchgeführten Studien zur

Langzeitwirkung von Cannabis auf die geistige Leistungsfähigkeit

analysiert. Insgesamt habe sich nur ein kleiner Effekt der Droge

auf lang anhaltende Defizite ergeben. Die Ergebnisse der

neuropsychologischen Tests der verschiedenen Studien waren in

acht Bereiche eingeteilt worden. Mit Ausnahme der Bereiche für

das Lernen und für das Vergessen fanden sich für die anderen

sechs Bereiche keine signifikanten Einflüsse.

Zu den analysierten Studien zählte beispielsweise eine

Untersuchung, in der drei Gruppen von Personen im Alter

zwischen 30 und 55 Jahren nach Beendigung ihres Cannabis-

Konsums untersucht wurden: 63 aktuelle starke Konsumenten,

45 ehemalige starke Konsumenten und 72 Nicht-Konsumenten.

Bei den aktuellen Konsumenten wurden noch sieben Tage nach

dem letzten Konsum einige geistige Defizite in den durchgeführten

Tests festgestellt. 28 Tage nach dem letzten Konsum ließen sich

allerdings nahezu keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen

den drei Gruppen nachweisen, was nahe legt, dass die Cannabis-

Wirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit starker

Konsumenten reversibel sind und keine anhaltenden Schäden

bleiben.

Allerdings legt eine andere Studie nahe, dass ein sehr starker

Konsum mit einer irreversiblen Abnahme der kognitiven

Leistungsfähigkeit verbunden sein könnte. Die Teilnehmer dieser

Untersuchung wurden nach ihren wöchentlich gerauchten

Cannabis-Zigaretten in leichte Konsumenten (im Mittel elf Joints),

mittelstarke Konsumenten (im Mittel 42 Joints) und starke

Dr. med. Franjo Grotenhermen

Verringert Cannabis-Konsum die

geistige Leistungsfähigkeit?

Akuter Konsum von Cannabis führt bekanntlich zu Konzentrationsschwierigkeiten, Störungen

des Kurzzeitgedächtnisses und einer Lockerung der Assoziationen, die zielgerichtete geistige

Aktivitäten beeinträchtigen können. Beispielsweise haben Studien gezeigt, dass lautes Lesen,

die Leistungsfähigkeit bei Rechenaufgaben und das Erinnern von Wörtern einer zuvor präsentierten

Liste nach dem Rauchen von Cannabis nicht so gut gelingt wie ohne Einfluss der Droge. Im

Gegensatz zu den akuten Wirkungen ist die Frage möglicher Langzeitwirkungen, im Sinne

bleibender Schäden auf die Gehirnleistung, bei langzeitigem starken Cannabis-Konsum

umstritten.

Konsumenten (im Mittel 94 Joints pro Woche) eingeteilt. Sehr

starke Konsumenten zeigten auch nach 28 Tagen kontrollierter

Abstinenz im Vergleich mit den leichten Konsumenten noch eine

signifikant schlechtere Leistungsfähigkeit in fünf von 35 Tests. In

einer jüngeren Studie fanden sich keine Unterschiede in der

Leistungsfähigkeit zwischen moderaten regelmäßigen Cannabis-

Konsumenten, die eine Woche lang nicht konsumiert hatten, und

Nicht-Konsumenten in Aufgaben zum Gedächtnis und zur

selektiven Aufmerksamkeit.

Die Wirkung von Cannabis auf die kognitive Leistungsfähigkeit

könnte bei Heranwachsenden deutlicher sein als bei Erwachsenen.

Dies legt eine Untersuchung nahe, in der Konsumenten, die vor

dem 17. Lebensjahr mit ihrem Konsum begonnen hatten, schlechter

abschnitten als eine Vergleichsgruppe von Personen, die erst mit

17 oder später begonnen hatten. Beispielsweise besaß die erste

Gruppe eine geringere verbale Intelligenz. Die Autoren schlagen

drei alternative Möglichkeiten für diese Beobachtung vor. Erstens

könnten diese Unterschiede bereits vor Beginn des Konsums

bestanden haben. Zweitens könnte Cannabis-Konsum das sich

das Eckthema

Der 100.000ste

Besucher des Hanf

Museums

in der Entwicklung befindliche Gehirn geschädigt haben. Drittens

könnte Cannabis-Konsum zu

einem geringeren Erlernen

konventioneller kognitiver

Fähigkeiten geführt haben, weil die

Jugendlichen weniger an

schulischen Leistungen interessiert

waren. In einer neuseeländischen

Studie bestand eine signifikante

Beziehung zwischen dem Umfang

des Cannabis-Konsums in der

Jugend und im frühen

Dr. med. Franjo

Grotenhermen

ist Mitarbeiter des

nova-Instituts in Hürth

bei Köln und Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft

Cannabis als Medizin

(ACM).

Erwachsenenalter und der fehlenden Beendigung der Schule bzw.

eines Universitätsstudiums.

Zusammengefasst scheint Cannabis keinen dauerhaften Schaden

auf die geistige Leistungsfähigkeit auszuüben, es sei denn, er

wird sehr stark konsumiert. Die Konsequenzen könnten bei

Jugendlichen größer sein als bei Erwachsenen.


4

das Eckthema

Hanfstroh und eine

Hanfbreche -

Traditionelle

Verarbeitungsmethoden

im Hanf Museum

news

Schweiz: Neuer Anlauf in Drogenpolitik

Cannabis-Frage ausgeklammert

Der Nationalrat hat kürzlich einen neuen Versuch gestartet, das Betäubungsmittelgesetz zu revidieren – diesmal unter

Ausklammerung der umstrittenen Cannabis-Frage. Das Eintreten war unbestritten. Als erstes beschloss der Rat, Abstinenz

als Hauptziel der Schweizer Drogenpolitik festzuschreiben.

Ein Ordnungsantrag von Claude Ruey (VD/LPS), das ganze

Geschäft bis zum Vorliegen neuer Studien über die Auswirkungen

der Heroinabgabe auszusetzen, wurde mit 111 zu 61 Stimmen

abgelehnt. Der vorliegende Gesetzesentwurf umfasst 37 Artikel.

Bei Artikel 1, dem Zweckartikel, beschloss der Rat im Sinne der

Kommission mit 97 zu 58 Stimmen, die Förderung der Abstinenz

festzuschreiben. Der Bundesrat hatte sich einer Verankerung der

Abstinenz zunächst widersetzt. Gesundheitsminister Pascal Couchepin

liess sich dann allerdings von einem Antrag von Anne-

Catherine Menétrey (Grüne/VD) überzeugen, das Abstinenzziel

in einer weniger absoluten Form festzuhalten. Der Rat entschied

sich schließlich für die deutlichere Version der Kommissionsmehrheit.

In Bezug auf die Finanzierung von Suchttherapien und

Wiedereingliederungsmassnahmen soll der Bund Empfehlungen

erlassen. Ein Minderheitsantrag, den Kantonen hier Vorschriften

zu machen, wurde mit 87 zu 59 Stimmen abgelehnt.

EU legt Drogenbericht

2006 vor

Jeder fünfte Erwachsene, also 20 Prozent der Bevölkerung,

hat in Europa hat in seinem Leben Cannabis

konsumiert – zu diesem Ergebnis kommt der Ende

November vorgestellte "Jahresbericht 2006: Der Stand

der Drogenproblematik in Europa".

In dem von der EU- Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht

(EMCDDA) veröffentlichten Papier werden die von

den Mitgliedsstaaten erfassten Drogendelikte und

Drogenbekämpfungsmaßnahmen zusammen gefasst.

Der Bericht weist 65 Millionen Europäer aus, die zugeben,

wenigstens ein Mal in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu

haben. Das ist jeder fünfte Erwachsene der EU.

22,5 Millionen haben im vergangenen Jahr gekifft. Immerhin12

Millionen in den letzten 30 Tagen.

Laut der Untersuchung haben in Deutschland rund sieben

Prozent der Erwachsenen Cannabis probiert. Bei den Jugendlichen

geben rund 27 Prozent an, bereits Erfahrungen mit dem

Konsum von Hanfprodukten zu haben. Beide Werte liegen im

europäischen Mittelfeld.

Erstmals beschäftigt sich der Bericht mit der Preisentwicklung

bei illegalisierten Drogen. Dabei ermittelte die Behörde, dass

der Preis für Cannabisharz in den letzten Jahren inflationsbereinigt

um rund ein fünftel gesunken ist, der von Marijuanna

immerhin um 12 Prozent.

Der Bericht zeigt neben deutlichen Preisunterschieden in den

Mitgliedsstaaten auch, dass offensichtlich kein Zusammenhang

zwischen den Drogenpreisen und anderen Faktoren wie Reinheitsgehalt

und der Menge der Sicherstellungen besteht.

Quelle. Deutscher Hanfverband

#66

Der letzte Versuch einer umfassenden Gesetzesrevision war im

Juni 2004 wegen der geplanten Liberalisierung des Cannabis-

Konsums am Veto des Nationalrats gescheitert. Um doch vorwärts

zu kommen, arbeitete die Gesundheitskommission des Nationalrats

(SGK) in Form einer parlamentarischen Initiative eine neue

Vorlage aus. Sie konzentriert sich auf mehrheitsfähige Punkte.

Das Thema Kiffen wird in einem späteren Schritt behandelt.

Spätestens bei der Debatte zur Volksinitiative „für eine vernünftige

Hanfpolitik mit wirksamem Jugendschutz“ dürfte es wieder

aufgegriffen werden. Der Bundesrat hatte im Mai die Ablehnung

dieser Initiative ohne Gegenvorschlag beantragt. Der SGK geht

es darum, in der Zwischenzeit die sogenannte Vier-Säulen-Politik

– Prävention, Therapie, Überlebenshilfe und Repression – gesetzlich

zu verankern, den Jugendschutz zu stärken und die ärztliche

Verschreibung von Heroin für Schwerstsüchtige sicherzustellen.

Spliff

eine Hanf-Zeitung für Polen

Bisher war Polen ein weißes Blatt in Sachen Hanf-

Zeitungen. Das ändert sich bald. Ab Februar diesen

Jahres erscheint SPLIFF.

Um der stetig wachsenden Hanfszene unseres Nachbarlandes

endlich ein Sprachrohr zu geben wird sich

das fünfköpfige Team der SPLIFF Redaktion all der

Themen rund um die Hanfpflanze annehmen, die in

der bürgerlichen Presse keinen Platz finden.

Damit sie sich ein Bild vom Alltag einer Hanf- Zeitung

zu machen, haben wir den polnischen Kollegen bei

der Produktion dieser Ausgabe einen Einblick in das

Arbeitsleben einer/s HanfredakteurIn gewährt. Wir

wünschen viel Glück. Kontakt zu oder Infos über

Spliff gibt es vorerst unter: zentrale@hanfjournal.de.

Abgezockt

Die Eröffnung des Spielcasinos Esplanade nimmt

der Hamburger

Arbeitskreis "Glücksspielsucht" zum Anlaß, auf die

Gefahren des Zockens aufmerksam zu machen. Mit

Hintergrunddossier zur Glückspielsucht.

Roulette und Glücksspielautomaten sind harte

Drogen wie Kokain,

dies beweisen neuste Studien aus den USA.

Glücksspielsucht ist die wohl teuerste Suchtform.

Süchtige SpielerInnen brauchen viel Geld, oft ziehen

ihnen nahstende Menschen mit in den Ruin.

An Glücksspielautomaten in Kneipen, Casinos und

Spielhallen gibt es keine Ausweiskontrolle, die den

Spielerschutz verbessern würde, wobei 80% der

Spielsüchtigen von den Automaten abhängig sind.

Da Spielcasinos und Spieleautomatenbetreiber jedoch

zu den besten Steuerzahlern hierzulande zählen,

wird eine am Menschen orientierter Suchtpolitik

auch beim Glückspiel noch lange auf sich warten

lassen.


#66 5

news

Grüne Hilfe weiter aktiv gegen Drogen-Prohibition

Beim Grüne Hilfe-Bundestreffen am 24. und 25. November in Arnstadt wurden von den AktivistInnen des Grüne Hilfe-Netzwerk

e. V. organisatorische und inhaltliche Notwendigkeiten diskutiert und beschlossen.

Der Vorstand; Thomas Schneider/Arnstadt (1. Vorsitzender),

Benny Bänsch (2. Vorsitzender) und Martin Rediker/Lippstadt

(Kassenwart) wurde ebenso wiedergewählt wie Jo Biermanski

(Alsfeld) als Pressesprecher (ohne Vorstandsaufgaben).

Somit wurde die rechtlich erforderliche Grundlage erfüllt,

damit die Regionalbüros Opfern der Drogen-Prohibition

weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Gesponsert

wurde das Treffen von der „P 20“-Kommune

in Arnstadt, die die Räumlichkeiten kostenlos zur

Verfügung stellte und Sabine Berninger (Die Linke.PDS/Landtag

Thüringen), die die Verpflegung

spendete. Danke!

Derzeit erhalten Opfer der Drogen-Prohibition bei

elf Regionalbüros in neun Bundesländern (siehe

Adressliste) straf- und verwaltungsrechtliche

Informationen im Sinne der ehrenamtlichen

GH-Arbeit als Informations- und Kontaktbörse

zu den Themen Cannabis und Recht,

Cannabis als Medizin sowie Gefangenenbetreuung.

Im Rahmen der Gefangenen-Arbeit

werden derzeit drei

Hanf-Inhaftierte in drei Bundesländern

betreut, wobei besonders

der Kontakt in die JVA Kassel

intensiviert werden soll.

Da mit der Drogenbeauftragten

der CDU/SPD-Koalition, Sabine

Bätzing, wieder verstärkt Demagogie statt Aufklärung betrieben

wird und sowohl im straf- als auch im führerscheinrechtlichen

Bereich wieder eine verschärfte Verfolgung von Hanf-FreundInnen

zu verzeichnen ist, ist die Grüne Hilfe sowohl auf neue Aktivis-

tInnen als auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Potenzielle

AktivistInnen und SponsorInnen werden dringend gebeten,

sich mit dem Vorsitzenden Thomas Schneider (Zimmerstr.6, 99310

Arnstadt, info@gruene-hilfe.de; Fon: 0 36 28-66 06 90) in Verbindung

zu setzen.

In Kürze wird vom Bundesverband ein neues Vorstellungs-

Flyer erscheinen. Sokratis Zacharopoulos von der GH

Frankfurt arbeitet an der Erstellung eines Internet-

Schulungs-Videos zum Verhalten bei Personen- und

Verkehrskontrollen. Ein Beispiel-Film zur amerikanischen

Gesetzeslage kann unter www.sokratis.de

eingesehen werden.

Unter verschiedenen Verfahrens-Begleitungen

durch GH-Aktivisten erscheint derzeit vor

allem die Verfassungsklage von Robert

Jarosch/Mainhausen (vertreten durch

RA Dr. Leo Teuter/Frankfurt) gegen

die Ablehnung des Anbau-Antrages

von 20 Cannabis-Pflanzen zu

Genussmittel-Zwecken (!)

durch das Bundesamt für

Arzneimittel interessant.

Nachdem der Rechtsweg

nach der Revisions-

Ablehnung durch das

Bundesverwaltungsgericht

vom 26.10.2006 ausgeschöpft ist, wird nun die Verfassungs-Beschwerde

eingereicht.

Mehr zum Thema: www.gruene-hilfe.de

das Eckthema

Die Hanf-Vitrine im

Hanf Museum

Das Hanf Museum wird 12

wir gratulieren

Wieder einmal sind Jung und Alt aus

verschiedensten Teilen der Welt zusammen

gekommen, um im Hanf Museum dessen

12.Geburtstag zu feiern.

Prominente aus Politik, Kultur und Hanf-Szene, aber

auch viele AktivistInnen und Freunde waren am

Nikolaustag anwesend, um das 12-jährige Bestehen

des einzigen Museums dieser Art in Deutschland zu

feiern.

Kaffee,Tee und verschiedenste Kuchen gab es für

kleine Spenden zu erwerben, zwei Plattendreher

sorgten für die chillige musikalische Untermalung

und und der Nikolaus kam dann auch noch kurz

vorbei. Mit Süßem, leider war das Weihnachtsgebäck

jugendfrei.

Schaut euch dazu auch unser Eckthema - 12 Jahre

Hanf Museum.

Weltweit BREIT

In Florida musste die Polizei einen Mann aus dem

Maul eines Alligators befreien. Der Schwerverletzte

konnte sich lediglich erinnern, dass er vor der

unheimlichen Begenung Crack geraucht hatte. Eine

versehentlich verzehrte, in Haschischöl frittierte

Piroge hat eine Rentnerin in Südrussland für drei

Tage mit heftigen Halluzinationen auf die

Intensivstation gebracht. Der Hanfbäcker wurde

verhaftet.

Im US Bundesstaat New Mexiko sollen zwei

Polizisten in einem Drive-In- Restaurant mit

Marihuana bestreute Burger serviert bekommen

haben. Die Gesetzeshüter ließen sich nach eigenen

Angaben sofort im Krankenhaus durchchecken.

In den Niederlanden wollten Hanffreundinnen den

größten Joint der Welt bauen, Inhalt 500 Gramm

Gras. Die Polizei drohte daraufhin einzuschreiten,

da hier „eine Grenze überschritten werde“. Genau

die hätten wir auch gerne hier bei uns. Ob es jetzt

noch zum Rekordjoint kommt ist ungewiss.

Auch hierzulande kennt so manche/r ihre/seine

Grenze nicht. In Schwenningen war eine Autofahrerin

so dicht, dass sie so lange im Kreisverkehr fuhr, bis

die Polizei sie aus selbigem zog

Sie drehte nach Angaben der Gesetzeshüter

mindestens 30 Runden...

Legale Pillen

Die Sucht nach Medikamenten ist in Deutschland

fast genauso verbreitet wie die Abhängigkeit von

Alkohol. Einer am gestrigen Montag in Berlin veröffentlichten

Studie der Deutschen Hauptstelle für

Suchtgefahren (DHS) zufolge sind 1,4 bis 1,9 Millionen

Deutsche süchtig nach Arzneien.

Etwa eine Million Betroffene treiben Missbrauch mit

Schlaf- und Beruhigungsmittel. "Medikamentenabhängigkeit

und -missbrauch ist in Deutschland ein

Massenphänomen", fasste die Drogenbeauftragte der

Bundesregierung Sabine Bätzing, die Ergebnisse des

Berichts zusammen.

Aber hält es nichtsdestotrotz wichtiger, das ohnehin

knappe Geld für eine Kampagne gegen Hanfkonsum

auszugeben.

Quelle: www. mapinc.org


6

das Eckthema

Hanf Museums Eingang

im Sommer

guerilla growing

Das Klonieren von Hanf bietet dem Gärtner einige bestechende

Vorteile. Hanf aus Samen gezogen blüht erst

ab einem gewissen Alter (je nach Sorte - allgemein kann mensch

sagen nach ca. acht bis zehn Wochen) explosiv. Klone - auch

Stecklinge genannt - sind eine 1:1-Kopie der Mutterpflanze.

Da Rauchhanf-Gärtner i. d. R. nur an weiblichen Pflanzen

interessiert sind, sind für sie auch nur Klone von weiblichen

Pflanzen interessant. Ein Steckling oder Klon ist ein Schnittstück

(Ästchen/Zweig) einer sich im Wachstum befindlichen weiblichen

Hanfpflanze - welches unter guten Bedingungen rasch

Wurzeln treibt und dann zu einer vollwertigen Pflanze auswächst.

Diese Pflanze aus einem Klon, entspricht genetisch gesehen

1:1 der Mutterpflanze - sprich, Geschlecht und Eigenschaften

des Klons sind gleich der Mutterpflanze. Das bedeutet nicht,

dass ein Klon immer exakt

so aussieht wie die Mutterpflanze,

aus der er geschnitten

(gecuttet) wurde -

denn der Phänotypus (das

Erscheinungsbild) einer

Pflanze passt sich seiner

Umwelt und dessen Bedingungen

an.

Es bedeutet aber, dass der

Klon genetisch gesehen

ebenso alt ist wie die Mutterpflanze.

Schneidet ein

Gärtner einen Klon von einer

acht Monate alten Pflanze

und bewurzelt den Klon

zwei Wochen lang, ist das Pflänzchen genetisch gesehen bereits

acht Monate und zwei Wochen alt. Dadurch entsteht für den

Gärtner die Möglichkeit, bewurzelte Klone (je nach Sorte)

unmittelbar nach dem Wurzeln bzw. nach nur wenigen Tagen

oder Wochen in der Wuchsphase, in die Blüte zu schicken. Es

ermöglicht ihm ebenfalls relativ kleine Pflanzen zu ziehen.

Einen Klon mit 15 cm in die Blüte zu schicken, ist kein Problem

- bei den Samenpflanzen der meisten Sorten ist dies hingegen

unmöglich!

Außerdem haben alle Klone einer Mutterpflanze einen sehr

ähnlichen (um nicht zu sagen denselben) Anspruch an die

Nährstoffversorgung. Somit, und weil das Geschlecht des Klons

bekannt ist, ist es auf Hydrosystemen grundsätzlich sinnvoll

nur mit Klonen zu arbeiten - da alle Pflanzen mit derselben

Nährlösung bedient werden.

Erfolgreiches Klonieren setzt zuallererst eine gesunde kräftige

Mutterpflanze voraus, die sich in der Wuchsphase befindet.

Um das Geschlecht einer Pflanze aus Samen festzustellen, ohne

dass die Pflanze selber blühen muss, schneiden erfahrene

Gärtner in der Mitte der Wachstumsphase nicht weniger als

drei Klone von der Pflanze, markieren diese sowie die Mutterpflanze

und beleuchten die Klone (welche NUR der Geschlechtsbestimmung

dienen!) während der Bewurzelung zwölf Stunden

mit und lassen sie zwölf Stunden in der Dunkelheit. Die Klone

werden nach circa –zehn bis 15 Tagen ihr Geschlecht mittels

Vorblüten preisgeben. Nun weiß der Gärtner, welches Ge-

Klone zaubern!

MaxAir

Ungeschlechtlich vermehrte Cannabis-Pflanzen sind populär

wie nie - ihre Vorteile bestechend - Nachteile überschaubar.

Hanf-Samen guter Qualität kosten gutes Geld und brauchen

eine gute Zeit, um zu stattlichen Pflanzen heran zuwachsen.

Wer über Equipment zur Aufzucht von Hanf-Samen verfügt,

kann sich mit geringen Investitionen unabhängig vom Hanf-

Samenmarkt machen und mit fortwährend guten, geschlechtlich

definierten Pflanzen arbeiten, deren Eigenschaften

dem Gärtner bereits - anders als bei Pflanzen

aus Samen - bekannt sind.

schlecht die Mutterpflanze hat und sortiert männliche

Mutterpflanzen und deren Klone sofort aus.

Von den übrigen weiblichen Mutterpflanzen können Stecklinge

genommen werden - allerdings kennt der Gärtner bisher weder

die Eigenschaften (Blüte/Blattverhältnis, Blühdauer, Ertrag

etc.) der Pflanze in Blüte, noch weiß er, wie das getrocknete

Endprodukt schmeckt und törnt.

Daher nimmt der Gärtner von jeder der übrigen weiblichen

Pflanzen erneut Klone und nun hat er zwei Möglichkeiten:

A. Er belässt die Mutterpflanze dauerhaft in der Wuchsphase,

während er deren Stecklinge bewurzelt, etwas wachsen lässt

und ausblüht - um so die Eigenschaften, den Geschmack und

den Turn zu erfahren.

B. Er blüht die Mutterpflanze aus, erfährt daher ihre Eigenschaften,

den Turn und den Geschmack - während er ihre Klone

bewurzelt und im Wuchs hält, um aus ihnen bei Bedarf eine

neue große Mutterpflanze heranziehen zu können.

Wer Platz und großzügige Verhältnisse hat ist mit Lösung A.

sehr gut beraten - wer weniger Energie aufwenden möchte

und beengte Verhältnisse hat, greift zu Variante B.

Klone sind das Ausgangsmaterial für eine erfolgreiche Ernte.

Daher gilt: nur die Besten sind gut genug! Es ist immer anzuraten,

mehr Klone zum Bewurzeln anzusetzen, als am Ende

wirklich gebraucht werden. Zwar sind die Sterberaten bei der

Bewurzelung mit entsprechender Technik sehr niedrig - jedoch

unterscheiden sich bewurzelte Klone in Qualität und Wuchsform

zum Teil beträchtlich. Beispielsweise sind Klone, welche

aus unteren, holzigen, alten Seitentrieben entstehen, wesentlich

schwächer als Klone, welche aus den frischen weichen Triebspitzen

einer Mutter geschnitten wurden, sie bewurzeln meist

auch langsamer und liefern am Ende einen geringeren Ertrag.

Insofern gilt: schneide möglichst viele gesunde Klone aus dem

oberen Drittel deiner Mutterpflanze und wähle nachher unter

den Bewurzelten nur die Stärksten, Schnellsten und Besten

aus!

Ein Cut - also ein Schnittstück, welches von der Mutterpflanze

genommen und bewurzelt werden soll - sollte idealer Weise

immer die Form einer jungen Hanf-Pflanze haben (also z. B.

kein holziges Seitentriebstück mit seitlichen Triebansätzen sein)

und circa acht bis zwölf cm lang sein.

Kleinere Klone würden auch bewurzeln, bräuchten aber länger.

Größere wären beim Schneiden unergiebig und würden nur

schwer in Anzucht-Gewächshäuschen unterzubringen sein.

An Pflanztechnischem sollten für 30 bis 50 Klone ein Zimmergewächshaus,

eine Heizmatte mit Thermostat, geeignetes

Wurzelmedium (z. B. Jiffis, Steinwolle, Oasis) , zwei Leuchtstoffröhren

Lichtfarbe 865, eine Bewurzelungshilfe (z. B. Rhizoponpulver

oder Clonex), eine flüssige Wurzelstimulanz und

ein sauberes Skalpell vorhanden sein.

Mit dem Skalpell schneidet der Gärtner nun Schnittstücke

(Cuts) von der Mutterpflanze. Er entfernt die größten Blätter

#66

und lässt die oberen beiden bereits entwickelten Blätter am

Schnittstück und schneidet evtl. zu groe Blattfinger mit der

Schere ab (um die Blatt- und damit Verdunstungsfläche des

Klons zu verringern).

Das Schnittende des Cuts wird nun sauber und idealer Weise

im unteren Bereich eines Knotenpunktes mit dem Skalpell

abgeschnitten, sodass eine saubere Schnittfläche entsteht.

Wird Rhizoponpulver als Bewurzelungshilfe verwendet, wird

dies an den feuchten Stängel gegeben, bevor der endgültige

Schnitt gesetzt wird, da es nicht direkt an die Schnittstelle

gelangen soll. Bei Verwendung von Clonex wird der fertig

geschnittene Cut in das Mittel getaucht oder damit bestrichen,

bevor er auf das Wurzelmedium gesetzt wird.

Wer zum Wurzeln Steinwolle oder Oasis verwenden möchte,

sollte diese vorher gut einweichen (pH-Wert des Wassers bei

5,8) und vor dem Stecken der Cuts in das Wurzelmedium das

Medium gut ausdrücken, damit es nicht zu feucht ist, was

Schimmel und Pilzbefall begünstigen würde.

Das selbe gilt für Jiffys, jedoch ist hier ein Angleichen des pH-

Wertes nicht zwingend notwendig.

Die auf ihr Wurzelmedium gesteckten Stecklinge werden nun

in ein Zimmergewächshaus passender Größe verbracht. Dieses

wird auf die Heizmatte gestellt, der Fühler des Heizmatten-

Thermostats wird wie ein Steckling ebenfalls in Wurzelmedium

gesteckt und steht zwischen den Stecklingen, damit die Schalttemperatur

auch dem des Wurzelmediums entspricht. 24 bis

26 °C ist ein guter Temperaturbereich für das erfolgreiche

Bewurzeln von Cuts.

Die Leuchtstoffröhren erhellen das Zimmergewächshäuschen

mit den Klonen für 20 Stunden täglich - bei entsprechend vier

Stunden Dunkelheit.

Weiter geht’s auf Seite 7


#66

Cloning in a Box - Neues von Fix und Foxi

KIMO

Bei Fix und Foxi (Namen von der Redaktion geändert)waren

wir vor knapp zwei Jahren schon einmal (Hanf Journal-

Sonderausgabe Growing 2005), um uns von ihnen die

Stecklingsvermehrung auf kleinstem Raum erklären zu

lassen. Auch ihre Freunde, Professor Knox und Onkel Fax,

die Erfinder des Micro-Harvesters©, haben wir euch bereits

vorgestellt. Die beiden Grundlagenforscher in Sachen Hanf

mussten mittlerweile mit ihrem Zelt umziehen und haben

sich noch eine Kleinigkeit dazugestellt: eine Clone-Box,

sozusagen als Ergänzung zu dem immer(zu)vollen Mutterschränkchen.

Zeit für uns, sie mal wieder aufzusuchen.

HaJo:Hallo Fix, hallo Foxi. Wie geht’s?

Fix: Hallo Ha Jo.

Foxi: Danke, prima.

HaJo: Ihr habt umgebaut.?

Foxi: Tja, wir mussten halt umziehen und haben beim Neuaufbau

einfach ein bisschen angebaut. Seit es hier in Süddeutschland nur

noch Scheiß-Gras gibt, wollen alle zu Hause anbauen. Da die

meisten Kleinstgärtner sowieso nur eine Mini-Blühkammer haben,

steigt der Bedarf an Stecklingen in unserem Freundeskreis stetig

an.

Fix: Deshalb sind wir gerade dabei, unsere Mutterpflanzen nach

und auf Hydro umzustellen.

Wenn wir eine ältere Mutterpflanze zur Blüte weggeben, wird

die Nachfolgerin einfach in einem hydroponisches System nachgesetzt.

Mit Osmosewasser in einem hydroponischen System

wachsen die Muttis viel schneller als zuvor.

Foxi: Vorher haben wir ein Coco-Perlite-Gemisch ohne Osmosewasser

benutzt. Das ging zwar auch prima, aber wir konnten

einfach nicht so viele Stecklinge schneiden wie jetzt.

Zwar haben wir nicht mehr Muttis als bei unserem letzten Interview,

der Output hat sich aber erhöht.

Fix: Deshalb haben wir uns dann noch den Extra-Schrank,

ausschließlich für Stecklinge, besorgt.

HaJo: Wie habt ihr die Clone-Box ausgestattet, damit ein optimales

Klima herrscht?

Foxi: Mit einem kleinem Schneckenhausventilator für die Zuluft

und einem etwas größeren Rohrventilator für die Abluft. Außerdem

einen Mini-Aktivkohlefilter , einen kleinen Luftbefeuchter und

vier Cool White-Leuchtstoffröhren pro Etage. Braucht ungefähr

250 Watt, das ganze Teil, also weniger als ein PC. Und wegen der

Nachbarn hier im Neubau ist noch ein kleiner Schalldämpfer

montiert.

HaJo: Züchtet ihr noch Somango, Mazar und JackFlash ?

Fix: Ne, mittlerweile haben wir uns ein paar neue Sorten zugelegt.

Da wäre vor allem mal die Eigenkreuzung eines Freundes, Bubblelicious

x Jack Herer. Was für Kenner, stark Herer-lastig, aber

braucht nicht ganz so lange. Und für die, die es einfach haben

wollen, haben wir uns einen Klassiker zugelegt: Shiva Shanti.

Mehr Sorten haben wir nicht mehr im Angebot. Kommt man als

Kiffer auch manchmal ein wenig durcheinander beim Schneiden

Klone zaubern! - Fortsetzung von Seite 6

Es ist darauf zu achten, die Lüftungsklappen des Zimmergewächshauses

in den ersten beiden Tagen komplett geschlossen zu lassen,

um eine Austrocknung der Klone und des Wurzelmediums zu

vermeiden. Nach – drei bis fünf Tagen werden die Lüftungsschlitze

zur Hälfte geöffnet. Weitere circa drei Tage später werden sie ganz

geöffnet, bevor der Deckel -wenn die ersten Wurzeln an den Klonen

bereits zu sehen sind - ganz abgenommen wird.

Klone und ihr Wurzelmedium dürfen niemals gänzlich austrocknen.

Sie dürfen aber auch niemals klatschnass gehalten werden!

Erfahrene Gärtner wässern die Klone nur mittels einem fein

sprühendem Pumpsprüher, sprühen jedoch niemals reines Wasser,

weil es die Nährstoff aus den noch wurzellosen Cuts waschen

würde. Es gibt viele Blattnahrungs-Produkte, die dem Wasser

Genug Platz Für Nachwuchs!

(mit zwei oder drei Böden)

der Babys (grinst).

HaJo: Wie viele Steckis schneidet ihr in einem Monat?

Fix: Das können, je nach Bedarf, schon mal bis zu 500 Stück

werden. Das ist aber nicht ständig so. Wir arbeiten ja nicht im

Akkord und wollen uns nur unseren Eigenkonsum durch Tauschen

sichern.

Fix: Reich werden wir hiermit sicher nie, aber es macht einen

Heidenspaß und schließlich hat in schlechten Zeiten nur der

erfolgreiche Heimzüchter lecker Rauchware.

Foxi (lacht): ... und der, der ihm die Steckis besorgt.

HaJo: Dann weiterhin viel Glück und ein grünes Däumchen, danke

für das Interview, tschö

ihr beiden.

Foxi: War uns wieder mal eine Ehre, tschüss.

Fix: Ciao Ha Jo.

beigegeben werden können und mit dem die Klone besprüht und

des Medium feucht gehalten werden soll. Jede gute Wurzelstimulanz

(z. B. Canna Rhizotonic) kann dafür verwendet werden.

Sobald die Klone erste deutliche Wurzeln ausgebildet haben,

benötigen sie Nährstoffe. Sie müssen also rasch auf Erde getopft

oder in Hydrosystemen mit mineralischen Düngern versorgt

werden.

Kein kommerzieller Grower kann so auf die qualitätsbestimmenden

Faktoren eingehen, wie ein Eigenbedarfsgärtner in einem Land, in

dem der Anbau von Hanf legal ist!

Max Air - Hb Berlin und mehr ...

das Eckthema

Mabutu beim Hanfbrechen

- Hanf Museums

Stand / Inter-

Hanf 2004

guerilla growing

Agri Culture -

ein Growshop mit

internationalen Flaire

Die AgriCulture Trading AG importiert seit 1999 ausgewählte

Materialien für die In- und Outdoor-Zucht für

Profis der Landwirtschaft und die, die es noch werden

möchten.

Das Team von AgriCulture hat es sich zum Ziel gesetzt, die

Erträge und Zufriedenheit ihrer Kunden mit Hilfe ihres

Produktsortiments zu steigern und somit den Heimanbau

zu perfektionieren. Das Sortiment enthält alle Produkte, die

für eine erfolgreiche Pflanzenaufzucht benötigt werden, einen

hohen Qualitätsstandard erfüllen und auf dem neuesten

technologischen Stand sind. Die Walenstädter liefern, natürlich

neutral verpackt, in die Schweiz, nach Deutschland und

Österreich sowie ins Fürstentum Liechtenstein. AgriCulture

garantiert schnelle Lieferzeiten, korrekte Preise sowie

Zuverlässigkeit und Diskretion.

In Walenstadt am Fuße der fünf Kurfürsten gibt es bei einem

Kaffee oder einer kleinen Erfrischung diverse Komplett-Sets

sowie ein reichhaltiges Sortiment von Growartikeln aller

Coleur anzusehen. Ein erfahrenes Team garantiert

ausführliche Beratung im Geschäft oder per Telefon, Email

sowie im www-Chat. Das Team vom Walensee unterstützt

die Kunden dabei, ein optimales Ergebnis, abgestimmt auf

deren räumliche und finanzielle Situation, zu

erzielen.Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Anbau auf

Aero-/und Hydroponik mit Unterstützung der

hervorragenden Produkte von GHE (General Hydroponics

Europe). So zum Beispiel das Dutch-Pot-AERO und das

Dutch-Pot-HYDRO-System. Mit diesen Systemen wird

Anbauen einfach, sauber und effektiv. In praktischen einoder

zwei Quadratmeter-Systemen erhältlich, die

hervorragend in die bekannte Home-/Grow-Box XL oder

Doppelbox integriert werden können.Mit viel Fachkompetenz

entwickelt das Team seine bekannten und beliebten Grow-

Komplett-Sets. Die Plug&Play Varianten enthalten alle

wichtige Komponenten wie Belüftung und Beleuchtung

sowie eine optimal zusammengestellte Düngerserie und

beinhaltet auch alle benötigten Kleinteile. Kurz: Bestellen –

Aufbauen – Anfangen!Auch in den Online-Shops sind alle

im Shop erhältlichen Produkte zu finden, auf der Homepage

kann die/der ambitionierte GärtnerIn das komplette

Sortiment in aller Ruhe anschauen.. Bestellungen und

Anfragen nehmen die AgriCulture Mitarbeiter gerne

telefonisch, per Email/OnlineShop oder Chat entgegen. Das

AgriCulture Team aus Walenstadt freut sich auf Euch!

http://www.agri-culture.ch

7


8

das Eckthema

Orientalikraum im

Hanf Museum

00000 >> 20359 >> 45468 >> 73033 >>

Crazy Headshop

Bahnhofsstr. 31a

01968 Senftenberg

Headshop Metropol

Spitalstr. 32a

04860 Torgau

www.Shivas-Garden.de

Große Brunnenstr. 1

06114 Halle

www.Honigmond-Quedlinburg.com

Gildschaft 1

06484 Quedlinburg

Mushroom’s Store Head and Growshop

Annendorferstr. 69

06886 Lutherstadt Wittenberg

Mr. Smoker (Head&Growshop)

Saalstr. 40

07318 Saalfeld/Saale

LEGAL

Heinrichtstrasse 52

07545 Gera

B’52

Bahnhofsstr. 52

09376 Oelsnitz/Erzgebirge

Hemp Galaxy

Liebauerstr 2

10245 Berlin

www.Flashback.de

Wolliner Strasse 51

10435 Berlin

www.Kayagrow.de

Schliemannstr. 26

10437 Berlin

www.Grow-in-Europe.de

Kaiserin-Augusta-Alle 29

10553 Berlin

Gras Grün

Oranienstr. 183

10999 Berlin

Turn Systems

Albrechtstr. 125

12165 Berlin

Sun Seed Bank

Amsterdamerstr. 23

13347 Berlin

www.Greenlight-Shop.de

Industriestr. 4-9

13627 Berlin

Udopea Hamburg

Schanzenstr.95

20357 Hamburg

wirtschaft

Kavatza Mini Pouches

Vor einiger Zeit haben wir euch hier die Original Kavatza

Pouches aus Leder vorgestellt, die für jeden Raucher

eine ideale Drehausrüstung bieten. Da die Pouches mit

integrierter Tabaktasche aber eher etwas für die

Tabakraucher war, musste natürlich auch eine für

Zigarettendreher her.

Die Original Kavatza „Mini“ Pouch bietet das Maximum an

Service und braucht nur das Minimum an Platz.

Zusammengeklappt ist sie etwas größer als die King Size Rolling

Papers. Wenn sie aufgeklappt ist, findet man natürlich die

hölzerne Rollbase mit angebrachtem Gummiband, der das

Blättchen an Ort und Stelle hält. Der Stopfer und die angenähten

Blättchenhalter dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. In

der kleinen Innentasche finden Filter, Kräuterchen, ein Mini

Grinder und ein kleines Feuerzeug ihren Platz. So gesehen ist

die „Mini Pouch“ superpraktisch und so klein, daß sie ein

ständiger Wegbegleiter ist. Enjoint it ;-)

Um sich diese und andere Kavatzas anzuschauen, wie zum

Beispiel die Holzbox mit Geheimverschluß für zuhause, könnt

ihr ja einfach mal auf die neue Webpage www.kavatza.com

klicken.

Roland Grieshammer

Amsterdam Headshop

Reeperbahn 155

20359 Hamburg

www.amsterdam-headshop.com

www.Hanfnetz.de

Bremer Str.6

21244 Buchholz

www.Smoke-Temple.de

Salzstrasse 7

21335 Lüneburg

Ganja Lüneburg

Am Sande 33

21335 Lüneburg

www.Chillum.de

Wahmstrasse 85

23552 Lübeck

Harlequin Headshop

Kirchstr. 9

23795 Bad Segeberg

Fantasia Head&Growshop

Staulinie 16-17

26122 Oldenburg

Para Vision Headshop

Vaderkeborg 16

26789 Leer

Groovy Headshop & Growshop

Kurze Geismarstraße 6

37073 Göttingen

www.groovy.de

CHILL OUT

Stummriegestraße 15

37671 Höxter

L’Afrique

Böcklerstr. 10

38102 Braunschweig

Indian Sun Headshop

Pommernstr. 20

41462 Neuss

Kiosk An’na Bahn

Am Bahnhof 1

42799 Leichlingen

Freakshop Smokey Headshop

Hochstr. 5 - 7

42853 Remscheid

Green Planet

Ringofenstr. 37

44287 Dortmund

NorthSide-Head&FunTastic-Store

Altessener Str. 448

45329 Essen

Seit Herbst letztem Jahres gibt es im Prenzlauer Berg mit „Barneyss“

einen psychoaktiven Head- und Growshop, der euch ein umfangreiches

Programm an verschiedensten Produkten bietet. Neben

allerlei Ethnobotanik und Kräutern ist hier eine große Auswahl an

orientalischen Wasserpfeifen mit allem Zubehör sowie sämtliche

Elements Ultra Thin

Rice Papers

Gewachsen in der Erde,

genährt vom Wasser,

vom Wind getragen und

vom Feuer verbrannt.

Mit Anspielung auf die

vier Elemente könnte so

die Geschichte eines jedes

einzelnen Element Papers

klingen.

Ob komplett von der Rolle,

im 1 -Format, mit Filter-Tips

oder einfach klassisch, die

Elements sind in jeder

handelsüblichen Form zu

haben. Ihr Abrennverhalten ist einwandfrei gleichmäßig und

langsam und die Gummierung besteht aus natürlichem Gummi

Arabicum. Außerdem bestechen die Elements durch ihr

ansprechendes Design und absolute Geschmacksneutralität.

Bei der Fünf-Meter-Rollenversion hebt sich die bruch- und

stoßsichere Box positiv im Vergleich mit anderen Papers in

Rollenformat ab. Sie ist nicht nur stabil, sondern auch universal

wiederverwendbar und mit einer ordentlichen Abrisshilfe

ausgestattet. Also einfach mal beim Blättchenhändler eures Vertauens

nach den „Elements“ von Zensmoke fragen.

Viel Aufsehen erregten in letzter Zeit die neuen, durchsichtigen

Trip-Blättchen aus Brasilien. Diese bestehen zu 100 Prozent aus

Zellstoff und sind ein echter Hingucker, geschmacklich und beim

Abbrennen stehen die transparenten Papers den herkömmlichen

in nichts nach.

Mehr zum Thema:

www.papertrip.com ,

www.rollingsupreme.com,

www.zensmoke.com

Freakshop

Friedrich Ebert Str.46

45468 Mühlheim / Ruhr

www.Ohrwurm-Recordstore.de

Bahnhofstr. 32

48431 Rheine

ULLa Versandhandel

Gustavstr. 6-8

50937 Köln

www.Galactic.de

Thomas-Mann-Str. 38

53111 Bonn-Zentrum

Hanfzeichen

Bahnhofsstr. 89

55218 Ingelheim

Merlins Headshop

Bahnhofstr.15

57462 Olpe

KrinsKram

Goldene Ecke 8

58511 Lüdenscheid

NEUTRAL Headshop

Fahrgasse 97

60311 Frankfurt

Subcity Grow-Head-Shishashop

Große Seestraße 36

60486 Frankfurt

BONG Head- & Smartshop

Elisabethenstr. 21

60594 Frankfurt

KnasterboX

Schnurstr. 11-13

63450 Hanau

Galerie Ganesha Headshop

Grosse Gasse 15

64720 Michelstadt

GANJA Grow & Headshop

Goethestr. 15a

67063 Ludwigshafen

www.Greensmile.de

Kämmererstr. 69

67547 Worms

New Asia Shop Mannheim

F1, 10

68159 Mannheim

Glasshouse

Kettengasse 13

69117 Heidelberg

Udopea Stuttgart

Marienstr. 19

70178 Stuttgart

Glasshouse

Vordere Karlstr.37

73033 Göppingen

www.Planet-Plant.de

Rollingerstr. 2

76642 Bruchsal

Highlight

Alte Lange Str. 2

77652 Offenburg

www.Trend-Center.com

Industriepark 306

78244 Gottmadingen

Rauschnetz Freiburg

Leo-Wohleb-Str. 6

79098 Freiburg

Tel: 0761-2172499

Green Ocean

Münsterplatz 32

89073 Ulm

Grasshaus

Rothenburger Str. 40

90443 Nürnberg

Hanf Center(2)

Helmstr. 9

91054 Erlangen

Blubba Headshop

Turnitystr. 12

91522 Ansbach

www.Rauchha.us

Maximilianstrasse 13

95444 Bayreuth

Hanf Center(3)

Obere Königsstrasse 27

96052 Bamberg

Smoukit Grashüpfer

Head & Growshop

Hauptstraße 69

97493 Bergrheinfeld

www.Biocultivator.de

Marktstr. 37

99735 Bielen

Smo-King

Pfortenstr. 10

99867 Gotha/Thü

Austria

Carma Headquarter

Vorstadt 16

06800 Feldkirch

Neighborhood >>

Austria

House of Reggae

Erzherzog Karl Str. 14

01220 Wien

Blumen per Lumen

Neustift Ecke Ziglergasse 88-90

01070 Wien

Flower Power

Herrengasse 1UG

3100 St Pölten

Viva Sativa HempFashionHeadshop

Goethestr. 6a

04020 Linz

Viva Sativa HempFashionHeadshop

Stadtplatz 28

4600 Wels

www.PuffandStuff.at

Müllner Hauptstraße 12

05020 Salzburg

www.Hanfin.com

St. Julienstr. 8

05020 Salzburg

Miraculix Smart- Head&Growshop

Maurachgasse 1

06900 Bregenz

Hanf im Glück

Münzgrabenstr. 5

08010 Graz

www.Psychonaut.at

Griesgasse 3

08020 Graz

www.Cannapot.at.tc

Kirchberg 112

08591 Maria Lankowitz

Luxemburg

Placebo Headshop

41 Avenue de la Gare

16 11 Luxemburg

Schweiz

Barneyss Headshop

www.visionofhemp.ch

Allschwilerstrasse 118

04055 Basel

Bio Top

Rheinstrasse 38

08200 Schaffhausen

www.Bulletshop.ch

Glockengasse

09000 St.Gallen

Bullet Shop

Brühlgasse 35/37

09000 St.Gallen

Bongs von Bullet bis Roor zu

unschlagbaren Preisen vorhanden.

Auch legale Drogen

wie Herbals von A-Z und

exotische Kakteen aus Südund

Mittelamerika sind erhältlich.

Viele T-Shirts und

informationsreiche Literatur

vervollständigen das Angebot.

Bei „Barneyss“ gilt bis

Februar noch das Eröffnungsangebot:

Rabatt bis zu

50%.

Barneyss Headshop

Wichertstr.6

10439 Berlin

Mo-Fr 10:00 – 20:00

Sa 10:00 – 18:00

www.barneyss.de

>>lokal >>direkt >>effektiv

der Branchenführer des Hanf Journals

Damit die Kiffer deiner Region auch deinen

Shop finden trage dich in den Branchenführer

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Infos: zentrale@hanfjournal.de

Unter www.hanfjournal.de/kaufda.pdf findest

du das Bestellformular

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info@hanfjournal.de, Chiffre12345.“

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#66


#66

Rolys Silberscheiben des Monats Januar

Roland Grieshammer

Techno

Die Motor City in Michigan hat viele Kinder

zur Welt gebracht: Diana Ross, Aretha

Franklin, The Temptations, Alice Cooper,

Eminem und Xzibit, aber auch Juan

Atkins, Derrick May, Mike Banks, Carl

Craig und Richie Hawtin. Der Tresor Club

in Berlin ist eine Legende, und das

hauseigene Label hat seit 1991 vor allem Künstlern wie Jeff

Mills, Robert Hood und Blake Baxter eine Plattform geboten und

war daher maßgeblich an der Entwicklung von Detroit Techno

beteiligt. Diese Abfolge von Sound-Experimenten trotzt der Logik

der einfachen und unkomplizierten Dance-Sounds wie Chicago

House. Derrick May wandte sich immer wieder gegen die

Unwissenheit der Geschichte und der Herkunft des Techno: „Die

Philosophie, die seit Beginn hinter dem Begriff Techno aus Detroit

steht, meint Individualität, Innovation, to be first and on top, und

befindet sich in erklärtem Gegensatz zu dem, was wir schon

immer unter bürgerlichem Konformismus verstanden haben,

unter Industriedienlichkeit und Kommerzialisierung. Techno sollte

den Menschen eine Alternative sein.“ Detroit Techno ist ein

hypnotisierender Untergrund von neuer Musik, der in die Zukunft

blickt, mit der Vergangenheit bricht und europäischen Industrial-

Pop mit schwarzem US-amerikanischen Garage Funk mischt.

So schreien auch 15 Jahre später bei der mittlerweile

227.Veröffentlichung viele Fans: „Detroit !“ Die exklusive

Kollaboration zwischen Tresor Records und 430 West bringt

neuen Fahrtwind auf die Techno-Autobahn Detroit-Berlin, denn

mit „Off the Grid" haben Lenny und Lawrence Burden als Octave

One ein Projekt für den audiovisuellen Genuss geschaffen. Die

vorliegende DVD ist ein Clubkonzertfilm, das Resultat der

musikalischen Arbeit auch der anderen Burden Brothers Lance,

Lorn und Lynell (alle zusammen sind sie Octave One feat Random

Noise Generation) und natürlich der filmischen Arbeit

verschiedener Kameramänner und internationaler

Videoproduzenten, die während ihrer Perfomances, u.a. in

Glasgow, Leipzig, Berlin und Austin Bilder geschaffen und

eingefangen haben. Die neuen und bearbeiteten Tracks waren

bisher ausschließlich auf den Konzerten zu hören und sind in

diesen Versionen alle unveröffentlicht: auf der DVD live, auf der

CD als Mischung aus neuem Album und „Best Of" Octave One

in überarbeiteten Studioversionen. Nach dem Ambient-Intro

„Tears” geht’s mit „The Third Degree” gleich hitverdächtig nach

vorne, wobei mir das perkussive „Headrush“ noch viel besser

gefällt. Auch der Reconstruction Mix von „Empower“ groovt sehr

angenehm, bevor „The Oddasee” mit electrospacigem Vibe

schön trippy daher kommt. „Love and Hate”, „Mind’s Reality” und

„Wiretaps“ ist Detroit Sound vom Feinsten, der energetische

Titeltrack „Off The Grid” mischt alles auf, und nach dem deepen

„Daystar Rise Again” wird’s mit „Rock My Dub” nochmal sehr

funky. Die DVD liefert noch einen Video Clip von „Black On Black“

und eine Live Performance von „Blackwater“ mit Ann Saunderson

auf dem Fusion Festival 2005 sowie Bonustrailer und Infos. Das

Paket ist also perfekt geschnürt. „Off The Grid“ – eine Konzert-

Dokumentation wie sie im elektronischen Bereich in dieser Form

selten möglich ist, denn nur wenige Acts spielen ausschließlich

live und noch weniger erreichen den qualitativen Standard der

Burden Brothers.

www.octaveone.com

www.tresorberlin.de

DVD-Special

Octave One feat. Random Noise

Generation: Off The Grid (tresor records)

Sick and Twisted - Revenge Of

The Evil Shorts

Der finnische Beitrag „Rare Exports“ löste

2003 einen Hype in Finnland aus und

verbreitete sich so rasend schnell, dass

die Website zum Film im Startjahr zu den

meistbesuchten Seiten Finnlands zählte

(Platz 7). Vor allem auf Horror- und

Fantasyfestivals bereits mit Dutzenden

von Preisen überhäuft, hat das Berliner DVD-Label „Kurtsfilme“

mittlerweile eine Kompilation internationaler Kurzfilm-Highlights

veröffentlicht, die sich mit kranken Ideen, viel schwarzem Humor

und spaßigem Splatter den wirklich wichtigen Fragen zuwendet.

Wie kommen eigentlich die vielen Weihnachtsmänner in unsere

Kaufhäuser? Was hätte einer animierte Tierversuchs-Ratte zu

sagen, nachdem man ihr das Fell abgezogen hat? Wie geht

man mit blutigen Haushaltsunfällen um? Was kann passieren,

wenn man zu lange zögert, die Zufallsbekanntschaft in der U-

Bahn anzusprechen? Welche Gefahren bergen

Reißverschlusstaschen, die direkt am Körper angebracht sind?

Wie verständigen sich Kleingangsterverschiedener Nationalitäten?

Freestyle

Seine ersten musikalischen Einflüsse

hörten auf Namen wie Black Sabbath,

Slayer, Metallica und Kreator, doch das

Bewusstsein seiner „Roots“ führte ihn

schnell zu Hip Hop und dessen Kultur.

Public Enemy, Paris, KRS One, N.W.A.

und Gangstarr wurden gehört, bis er im

Alter von 16 Jahren mit ein paar Kumpels die Basshustler Cru

formte und sich zwei Jahre später einer Liveband namens

Phunk M.O.B. („Hear, it is“ 1996) anschloss. Als die ersten

Breakbeats aus England über den kleinen Teich schwappten

und er so seine musikalische Erfüllung in Hardcore, Jungle

und Drum’n’Bass fand, griff er sich das Mic regelmäßig auf

diversen Jungle-Partys, die er unter dem Namen Phishmaol

Cru zusammen mit BBQ organisierte. Die Skillz wurden bei

den kontinuierlich stattfindenden Trainingseinheiten der

damaligen Kehlkopf-Mafia geschliffen, und die Baggefudda

‚MPT-Beats‘ der 90er Jahre besorgten den Rest. Hier und da

sah ich ihn performen, und spätestens als ich die Wicked Wax

Compilation und MTC Yaw’s Smasher „Tigarbar“ hörte, war mir

sein Name ein Begriff: MC Santana. Familiär sehr eng mit der

englischen Sprache verbunden, performed und rhymed er auch

in englisch. Hinzu kommt, dass er Wert darauf legt, überall

verstanden zu werden. Santana gehört zu den meistgebuchten

Drum’n’Bass-MCs Deutschlands und zählt seit Jahren zum

deutschen Top 10 Drum’n’Bass-MC-Kader. Absolut verständlich,

da seine Lyrics jeden Club zum Brennen bringen! Nun endlich

ist die Zeit reif dafür, sein Solo-Album „Clockwork Dark [derailed]“

vorzustellen. Parallel dazu erscheint auch eine Doppel-12“ mit

für den Dancefloor ausgelegten Remixen, unter anderem von

den Metalheadz Loxy & Ink. Gemeinsam mit Hek187 und der

Heavy Rotation Crew wurde eine explosive Kombination aus

Rap und Drum’n’Bass gehämmert und gemeißelt, die ich jedem

Liebhaber von guter Musik nur ans Herz legen kann. Der

vielbeschäftigte Mann hat natürlich einen Anrufbeantworter,

auf dem die Headz ihren ganzen Respekt hinterlassen.

Zusammen mit der sinnlichen Sängerin Selda Kaya spulen

sich bei „Realiteez Gravity“ die ersten Beats ins Hirn, und

unüberhörbar liegen Santanas Wurzeln im Oldschool Rap, wie

er auch bei dem Slammer „Bassick Inztinct // (r.i.p. odb)“ beweist.

Nach einem äusserst deepen „Skitt“ gibt’s den Kopfnicker

„Seriouz Force“ und den eindringlichen Drum’n’Bass-Stepper

„Carnage“. Klar werden auch andere Künstler gefeaturet: Bei

„Saturday Nite Bombin’” überzeugt Germ, während in „Real

Live People” auch MC Soultrain wieder seine ganze Klasse

zeigt. Nicht nur als DJ und Produzent immer da, wo’s rockt,

tritt hier Witchhunt MC auch bei zwei Tunes mit seinen Lyrics

in Erscheinung. Sowohl bei „Whut U Fightin’ 4?!” als auch bei

„H.E.A.V.Y.” (Filthy Flute Mix) untermauert er seine Profession.

Mein Respekt auch für das geniale „Devil May Cry …” und

„Nemesis” feat. Germ & MC Zhi. Nach Scratch-Alarm mit DJ

Krime und dem würdigen Outro „Black Gold” gibt’s „Saturday

Nite Bombin’” noch im Blackfish Mix. Wer „support your local

heroes“ nicht als inhaltslose Floskel sieht und auf gute Musik

schwört, überlegt nicht lange ... Shoutz, Roly

www.urban-jungle.net

www.kehlkopf.com

www.grooveattack.com

MC Santana aka Semtex: Clockwork

Dark [derailed] (kehlkopf)

Und tut Gott wirklich nichts für die Armen? Diese Fragen werden

in 14 ausgewählten Kurzfilmen aus sieben Ländern in den

insgesamt 140 Minuten beantwortet. Wer bei Sätzen wie „Benutze

alberne Clowns mit Penner“ feuchte Augen bekommt, für den

ist „Loading“ ein absolutes Muss. Der Gewinnerfilm des Berlin36-

Festivals ist eine Hommage an die alten Adventure-Spiele der

C64 Ära. Hauptfigur Manne muss hinter die Grüne Tür gelangen

und sich dafür in der Adventure-Landschaft Berlins mit

Kettensägen, Clowns, Juckpulver und Boxhandschuhen

durchpuzzeln. Zum „Kaffee trinken“ mit einer heissen Lady aus

der U-Bahn sollte man sich auch etwas schneller verabreden,

sonst verliert man am Ende nicht nur sein Herz. Ja, es gibt gute

und schlechte Tage. Schlechte sind die, an denen man als

schwarzer Weihnachtsmann seine Tochter aus dem Bauch eines

Kannibalen-Cops befreien muss, als gehäutete Ratte wieder

zum Leben erweckt wird, man von wütenden Killer-Baguettes

verfolgt wird oder eine lebendige Maus in seinem Körper hat.

„Sick and Twisted“ ist ein Feuerwerk kranker Ideen. Die DVD

versammelt die erfolgreichsten internationalen Shortmovie-

Produktionen dieser Kategorie auf einer einmaligen

Zusammenstellung. Schwarz, splattrig und angenehm krank.

www.kurtsfilme.de

das Eckthema

Seilerausstellung,

Seiler beim Faden

ziehen

Drum&Bass

cool-tour

Die zwei Seelen und Köpfe hinter diesem

Album kommen aus zwei verschiedenen

musikalischen Backgrounds. DB

arbeitete über 20 Jahre als DJ und

startete Anfang der 90er Jahre als A&R

für Profile Records und nahm später für

die US Dependance von Ministry of

Sound „Fischerspooner“ unter Vertrag. DB stellte die erste

Techno- und Jungle-Compilation für den amerikanischen Markt

zusammen, veröffentlichte als DJ elf erfolgreiche Mix CDs in

zehn Jahren und ist der Eigentümer und einer der beiden

kreativen Kräfte hinter der Produktionsfirma Breakbeat Science,

das Ror-Shak zur Welt brachte. DJ Stakka arbeitet seit 1989

als DJ und seit 1991 als Produzent. Er ist eine Legende in der

Drum&Bass Szene und produzierte (u.a. auf Ram Records)

über hundert Platten, von denen viele zu Club-Hymnen wurden.

Von 1997 - 2002 war er Mitbesitzer von Underfire und Audio

Blueprint und führt nun mit Cargo Industries sein eigenes Label.

Als Remixer setzte er Highlights für Morcheeba’s „The Sea“ &

Africa Bambaataas „Planet Rock“. Die beiden Engländer leben

jetzt in Brooklyn und „Deep“ ist der Titel ihres ersten

gemeinsamen Album-Projektes, was nun in der „2nd edition“

erscheint. Das Cover verwirrt etwas, da es sich bei dieser Musik

um einen sensationellen Spagat zwischen Broken Beats,

Independent Rock, Electronica und coolem Jazz handelt, aber

es ist offensichtlich in Anlehnung an Dr. Rorschach, den Erfinder

des Psychologie-Tests mit dem Tintenklecks, kreiert worden –

ebenso Ror-Shak, eine englische Formulierung desselben.

Und wer ein breites Spektrum zu hören pflegt und immer wieder

auf der Suche nach etwas wirklich Interessantem und Neuem

jenseits von Mainstream ist, sollte unbedingt in dieses gut

ausbalancierte Stück Musik reinhören. Der wundervolle

Drum&Bass-Opener „Lisa’s Song“ ist perfekt auf die

seidenweiche Stimme von Lisa Shaw zugeschnitten, die ja von

Madonna sehr verehrt wird. Eine weitere großartige

Gastsängerin, die durch das Twin Peaks Thema „Falling“ zu

Weltruhm gelangte, ist auf jeden Fall Julee Cruise. Ihre

melancholische Stimme in den exzellenten Downbeat-Tracks

„Fate Or Faith“, „Golden Cage“ und „Window Pain“ bewegen

die Seele. Mit einer wunderschönen Version des Klassikers „A

Forest“ (feat. Chantel Claret) erfreut mich einer der wohl

genialsten Cure-Hits überhaupt! Die beiden Interludes sind so

beruhigend wie „Spaghetti“ und „Heist“, und eines der absoluten

Highlights ist neben „Be There“ natürlich „Trust“ (feat. Mark

Holmes). Ror-Shak selbst sagen, dass „Deep“ Drum&Bass für

Leute ist, die Drum&Bass nicht mögen. High Contrast kommt

dem ganzen mit seinem Statement „as if Zero 7 & Röyksopp

met LTJ Bukem & The Cure” schon wesentlich näher. Ohne

Zweifel ist es Drum&Bass, für die Liebhaber von melancholischer

Musik – facettenreich, erfrischend und vor allem einfach astrein

produziert.

www.cargoindustries.co.uk

www.djdb.com

Ror-Shak: Deep (auric

enterprises / cargo industies)

9


#66

das Eckthema

Papierschröpfen im

Hanf Museum

Hip Hop

Die A&Rs, die damals beim ersten

Dynamite Deluxe Demo der Meinung

waren, dass diesem Herrn aus Hamburg

das gewisse Etwas fehlt, werden wohl

inzwischen einem anderen Job

nachgehen. Seit dem „Deluxe

Soundsystem“ Album ist Samy Deluxe

einer der populärsten Rapper Deutschlands, vom Künstler

zum Geschäftsmann und Labelbesitzer gewachsen und versorgt

seine Fans fortlaufend mit Mixtape-Output. Dies verringert

zwar die Wartezeit auf ein neues Album, trotzdem warten

natürlich alle gespannt auf den Nachfolger von

„Verdammtnochma“. An Arbeitseifer scheint es im Hause Deluxe

Records nicht zu fehlen, denn dort jagt ein Mixtape das Nächste.

Aber ist ja auch kein Wunder, denn sowohl die alteingesessenen

Headliners (auch „Das Album zum Film“ ist schwer zu

empfehlen) als auch die Neuzugänge Manuellsen und Snaga

& Pillath sind hungrig. Nun ist auch das neue Hamburgs Finest

Mixtape „Deluxe von Kopf bis Fuss“ erschienen. Der Titel

umschreibt natürlich (wie auch auf dem Cover ersichtlich) die

Promotion für sein eigenes Cap von New Era und seinen

Reebok Sneaker. Grund für die zweiwöchige Verschiebung ist

die erst kurzfristige Aufnahme des Tracks „Ich sag“, auf dem

zum ersten Mal alle zehn Deluxe Records Rapper zu hören

sind. Produziert wurde dieses Highlight von Monroe, während

sich für die anderen instrumentalen Grundlagen noch Tai Jason,

Goofiesmackerz, Sinch, Fritz the Cat, Matbeats (DLX Beats),

Fab Rider, Crada, Djorkaeff und Rob Easy verantwortlich

zeigen. Das Mixtape liest sich wie eine Deluxe Records

Compilation und kommt mit insgesamt 14 / 15 Tracks, darunter

vorwiegend neues Material von Samy Deluxe, der aber auch

mit Manuellsen, Snaga & Pillath, Blade, Illo, Ali A$ und die

Headliners die neuen Acts nochmals vorstellt. Zum „Cap Song“

wurde ein Clip in Buffalo und New York gedreht, nachdem die

Firma New Era den Big Baus in die heiligen Hallen der New

Era Caps und den Flagship Store eingeladen hatten. Dieses

Video ist samt Making Of auf dem Mixtape enthalten. Daneben

erwartet euch ein unnachahmlicher Samy Deluxe, der mit

intelligentem Wortwitz, unerreichter Technik und Kompetenz

auf den neuesten Beats, der erfolgreichsten deutschen

Produzentenliga, das Niveau eines Mixtapes auf ein neues,

unerreichtes Level hievt. Ein Euro pro verkaufter CD geht

übrigens an die Deutsche Aidshilfe und die Deutsche

Aidsstiftung, die Samy bei ihrer aktuellen Kampagne zum Welt-

Aids-Tag unterstützt! Und wenn ich richtig informiert bin, sollte

im Frühling sein neues Soloalbum erscheinen. Große Dinge

werfen ihre Schatten nunmal voraus, und dieser Soundtrack

zum Deluxe-Lifestyle ist Hip Hop der Spitzenklasse!

www.samydeluxe.com

www.deluxe-records.de

Samy Deluxe: Deluxe von Kopf bis

Fuss (deluxe records)

Listening / Lounge

Jazz

Rolys Silberscheiben des Monats Januar

Roland Grieshammer

Seit nunmehr zehn Jahren begeistert

mich eine Musikfabrik aus Mannheim,

die im Bereich der elektronischen Musik

zwischen den Polen Abstraktion und

Clubtauglichkeit oszilliert und dabei

gängige Klassifizierungen und Genres

bewusst außen vor lässt. Weitere

Definitionen gestalten sich schwierig,

denn Mole will einfach gute Musik von guten Künstlern

veröffentlichen und dabei positive Schwingungen erzeugen.

Das klingt banal, ist jedoch völlig ernst gemeint. Die Künstler

und ihre Musik schaffen ein Klangmosaik, das sich ständig neu

zusammensetzt, dabei aber jederzeit wiedererkennbar bleibt.

Das führt zu einem Paradox: Es gibt keinen typischen Mole-

Sound, aber der Sound ist fühlbar und identifizierbar. Die

Künstler, die auf diesem Label releasen, haben eine Mission.

Diese Mission liegt in ihrer Musik, und die Musik ist ihre Botschaft.

Die Ideale von Mole liegen in der Bereitschaft, diese Künstler

zu fördern und ihnen Raum und Zeit für die Entwicklung ihrer

Botschaft zu gewähren. Mole schaut dabei nicht nur auf den

nächsten Tag, sondern auf die nächsten Jahre. Die daraus

resultierende Qualität ist das Markenzeichen von Mole. Und mit

der 75. Veröffentlichung wird nun das zehnjährige Jubiläum

gefeiert. Hierfür hat man sich kein gewöhnliches Best Of überlegt,

denn die ausnahmslos bewährten Mole Künstler präsentieren

brandneue Mixe von den altbekannten und liefern auch neue

Tracks. Nach The Lushlife Project mit ihren „Budapest Eskimos”

(Zoohacker Remix) groovt mit Alphawezen’s „Electricity Drive”

(The Lost Radio Version) einer meiner absoluten Lieblingstrack

rein. Lateinamerikanisch wird es mit dem legendären „Mambo

Craze” (Extended Version) von De-Phazz und „Agente Latino”

(Miyamoto Musashi Remix) von Audio Lotion. Subtil trippy sorgt

Marcel’s „Salamandra” für gute Stimmung, und ganz großartig

ist auch der Remix von „Our Dance” (Wax Tailor feat. Charlotte

Savary). Yonderboi, Naomi, Khoiba, nor elle und Calmstreet

überzeugen ebenfalls mit feinfühlig-warmen Tracks, und auch

über den zweiten Teil von moodorama’s „Beatzekatze” kann

man sich wirklich freuen. Das breite Spektrum reicht weiter vom

Anima Sound System, Llava und Airmate feat. Izzy Dunn über

Geb.el, Soul G and Tony Match und Homegrown bis hin zu

meinen Mole-Lieblingsact Lemongrass, Lahr, Bassface Sascha

& JFC und Q-Point. Die Qualität des Mole-Sounds liegt in seiner

großen Sensibilität und Sinnlichkeit. Die Musik zielt nicht auf

vordergründige Effekte, ist niemals seicht oder trivial, sondern

belebend, tiefgründig, pulsierend, tolerant - und dadurch

einzigartig. Mole 75 umfasst Pop für Erwachsene, Drum&Bass,

fließende Soundräume, charmante Gesangsarrangements und

funky Basslinien. Auf der dazugehörigen DVD gibt’s noch Videos

von Wax Tailor, Alphawezen, Yonderboi, Audio Lotion, Anima

Sound System, Lemongrass, Khoiba und Calmstreet sowie „10

Years Of Mole Artwork“. Mole stimuliert alle Sinne. Meinen

Glückwunsch!

www.mole.de

www.artistunknown.de

www.artistunknown.de/2006

www.datapunk.de

Various Artists: 10 Years Of

Mole (mole listening pearls)

Jocelyn B. Smith: Expressionzz

(blondell productions)

Als Phänomen ist die Frau bekannt. In

verschiedenen Musikrichtungen beheimatet

und etabliert, bleibt sie dennoch stets

authentisch in ihrem Tun. In der Klassik

arbeitet sie weltweit mit verschiedenen

namhaften Symphonieorchestern,

Komponisten und Dirigenten, ihr

einfühlsames Musikverständnis befähigte sie zu Interpretationen

über Musikrichtungs- und Sprach-Grenzen hinweg, der Geschichte

des Jazz verlieh sie ihre Signatur und erhielt dafür einen Jazz

Award, ihr Soul lässt uns an ihrer musikalischen Seele teilhaben

und ihr Gospelfunk ist kosmisch. Die expressive Authentizität der

häufig als „Gesamtkunstwerk“ betitelten afroamerikanischen

Ausnahmesängerin Jocelyn B. Smith wird in ihrem elften Album

„Expressionzz“ sehr facettenreich reflektiert. Gemeinsam mit den

Ausnahmemusikern ihrer Band und dem Chor der „Kirche zur

Heimat“ entstand diese Live Aufnahme am 10. Juli 2006 im

Tränenpalast in Berlin. Die Texte der zum größten Teil von ihr

selbst geschriebenen und komponierten Songs entspringen der

Auseinandersetzung mit der Betrachtung der Welt anhand der

Bibel. Es geht um den Zyklus des Lebens – jenseits von

musikalischen und kulturellen Grenzen. Es liegt also nicht nur

Cosmic / Disco / Rare Groove

V.A.: Elaste - Vol.1

(compost records)

Italien, 1976: In einer luxuriösen

Diskothek namens „Baia degli Angeli“

an der italienischen Adria-Küste spielen

die amerikanischen DJs Bob und Tom

jedes Wochenende die Scheiben, die

in ihrer Heimatstadt NYC und im Loft

gerade Geschichte schreiben. Nachdem

das Baia aufgrund einer Drogenrazzia geschlossen wurde,

begann der durch den Baia Sound inspirierte DJ Daniele Baldelli

im Club „Cosmic“ die Platten zu drehen. Die funkigen Songs

werden in perfekter Manier zwischen 80 bis 105 bpm gemischt,

Afro mit deutschen Electronics, Bolero mit Delay-Effekten.

Somit gleicht der Cosmic-Sound einem LSD-Trip mit wilden

Percussion-Soli und 12“es auf 33 statt 45 rpm. Nach Kölns

Karma mit ihrem folkigen Pop-Entwurf und Koops zweitem

Album mit viel Yukimi Nagano an den Vocals verbeugt sich

das Münchner Compost Label mit DJ Mooner’s Slow Motion

Disco auf „Elaste Vol. 1“ vor der italienischen Cosmic Bewegung

vor 25 Jahren. „Elaste“ war von 1980 bis 1986 ein etwa 110

Seiten dickes Hochglanz-Fanzine für Kultur und das, was man

in den 80ern noch, ohne rot zu werden, Lifestyle nennen konnte:

Kunst, Musik, Mode, Literatur, Architektur und Design. Gegründet

von Thomas Elsner (Art Director, Designer und Fotograf),

Christian Wegner (Fotograf) und dem Musikspezialisten Michael

Reinboth (Compost Records), bot „Elaste“ Fotografen wie Ellen

von Unwert, Sheila Rock und Jean Jacques Castres und

Autoren wie Thomas Meinecke, Diederich Diederichsen und

Kid P. ein großformatiges Forum. Des Weiteren gab es

literarische wie visuelle Specials von und mit Rainald Goetz,

Romuald Karmarkar, Moritz RRR (AtaTak), Blixa Bargeld,

Kraftwerk, DAF, Andreas Dorau sowie exklusive Interviews mit

Yello, Andy Warhol und Pedro Almodovar. Nicht nur eine ganze

Reihe von Designauszeichnungen, sondern auch die Tatsache,

in Sachen Lifestyle-Magazine lange vor „Wiener“ oder „Tempo“

auf dem Markt präsent gewesen zu sein, untermauert Elastes

Status als Avantgarde in ihrem Sektor. Elaste wurde in die

„Neue Sammlung der Pinakothek der Moderne“ in München

aufgenommen, im April 2005 wurden Texte aus „Elaste“ im

Haus der Kunst München präsentiert. Somit ist „Elaste“ auch

heute immer noch lebendiges Zeitdokument. Die Wiederkehr

der Ästhetik der 80er-Jahre in der Musik – Electro Pop, Wave,

80er-Disco und Post-Punk – und in einer Hinwendung zu

ähnlichen Inhalten, Formen und Parolen veranlasste Michael

Reinboth, den Bezug zu Heute in Form dieser Compilation-

Serie und mit Maxi-Singles herzustellen. Darüber hinaus haben

die Elaste-Gründer vor, 2007 eine ,Best Of Elaste', zum Teil

mit neuen Inhalten, herauszubringen. Die vorliegenden elf

Tracks mit „Originals from the Cosmic Era“, die nicht unbedingt

durch die Biegsamkeit ihrer Sounds bestechen, sondern durch

eine elegante und fragile Statik und mithilfe wohltemperierter

Arrangements eine fast schon mystische Schönheit erzeugen,

machen jedenfalls Lust auf mehr!

www.compost-records.com

nahe, sondern ist geradezu zwangsläufig musikalische Elemente

wie Poetic-Jazz, Soul, Gospel, Funk und Klassik

zusammenzubringen. Die dazugehörige DVD vermittelt in „A Short

Story“ den Hintergrund der als Live-Projekt gestarteten Produktion

und gewährt privatere Einblicke in das Umfeld und die Arbeit der

doch sehr bodenständigen Diva. Der Zuschauer begleitet den

Weg zu der Aufzeichnung des Konzertes in einem Ort mit

historischer Entwicklung: vom Raum des Abschieds und der

Tränen, zum Raum des kulturellen Zusammenkommens und der

Freude. Gleichzeitig wird „Expressionzz“, als letztes im Tränenpalast

stattfindendes Konzert, zum Bestandteil der Geschichte des Ortes.

In fünf ausgesuchten Titeln werden auch visuelle Eindrücke

während des Konzertes vermittelt. Projektionen von Bildern aus

Wim Wenders „Himmel über Berlin“ regen zu Ausflügen in die

eigene Welt der Erinnerungen, der Assoziationen und der Gefühle

an und vermitteln einen Eindruck der Stimmung die bei diesem

Album aufkommen darf. Als Special rundet das Video „Annie’s

Song“, eine bisher noch nicht veröffentlichte Interpretation des

John Denver Songs, die Geschichte ab. In der Photogallery finden

sich private, unveröffentlichte Aufnahmen Jim Raketes von der

Diva, als Mutter. „Expressionzz“ ist ein lebendiges Werk aus

facettenreichen, anspruchsvollen Kompositionen, die sich

dynamisch spannungsvoll um den Mittelpunkt einer majestätischen

Stimme entfalten: Jocelyn B. Smith.

www.jocelyn.de

cool-tour

10


#66

Fünf Fragen an: R-R-R Ronny Trettmann

HaJo: Hallo Ronny

Ronny: Bigopp, Hanf Journal.

Nicht erst seit seinem Sommerhit „Der

Sommer ist für alle da“ verbreitet

Ronny Trettmann aus Obergräfenhain

positiv sächsische Vibes in deutschen

Tanzhallen. Freitag Nacht, kurz nach

Zwölf. Unser Kurzinterview mit Ronny

Trettmann findet im Backstage des

Berliner Clubs SO 36 statt, wo Ronny

heute als Main Act ganz zum Schluss

auftreten tut...

HaJo: Nach deinem Sommerhit „Der Sommer ist für alle da“ hast

du deinen nächsten Tune „Bizziniz“ auf dem „Sun Is Shining

Riddim“ aufgenommen. Wie hart ist es wirklich im Business?

Ronny: Es ist richtisch hart, es gibt viele Hasser und viele

erbarmungslose Neider. Das muss morr immer im Hinterkopf

behalten!! Ich hab schon viele kommen und viele gehn sehen und

nur wirklisch wenige sind gebliebn. Muss morr einfach lernen

mit umzugehn ...

HaJo: Wirst du aufgrund deines Dialektes besonders gedizzt?

Ronny: Besonders nischt , aber es gibt einige, die mich wegen

meinem Dialekt hassen.

Für mich ist Sächsisch einfach natürlisch, isch bin so groß

geworden. Um misch herum gab es nischds anderes, nur Sachsen.

Ich komm’ aus der Vor-Erzgebirgsmetropole Karl-Marx-Stadt,

dazu steh’ isch und darum spresche isch Sächsisch. Für misch ist

es einfacher, Sächsisch zu texten, als mir hochdeutsch anzueignen.

Das flowt viel besser im Dancehall Reggae-Bereisch, das geht

einfach nach vorn, so wie: „auch wenn sie sagn es klingt hässlisch,

isch find es lässisch, deutsches Patwa, das spresch isch ... ja auch

am Esstisch“ (freestylt noch ne Minute weiter, ohne Luft zu holen)

... das würde auf hochdeutsch nischt so eindringlisch klingen ...

HaJo: Zur Insel-Frage. Stell dir vor, du dürftest nur eines dieser

drei Dinge auf eine einsame Insel mitnehmen: Ganjapipe, Red

StripeBier oder Kaffee - wofür würdest du dich entscheiden?

Ronny (lacht): Ich würde sagen: Lasst alles hier oder nehmt alles

wieder mit. Schau mal, das Erste was ich frühmorgens mache:

isch bedank misch, dann koche isch mir einen Kaffee. Dann mach

isch mir meine Ganja-Mischung und dann mach isch mir

irgendwann ein Freiberger auf.

HaJo: Was können wir als nächstes von dir erwarten?

Ronny: Mein Freund Pionear und isch planen gerade, ein

Kochbuch herauszubringen. Mit sächsischn und jamaikanischn

Gerischtn. Natürlich auf sächsisch.

Außerdem arbeite isch an einen Haufen neuer Tunes, die House

of Riddim-Band bekommt einen Tune von mir, das Firewheel-

Soundsystem einen auf dem King Orle-Riddim mit Namen

„Mädschn isch will dich grätschn“ - mein erster Tune im Bereisch

Slackness. Phlatline aus Chemnitz bringen jetzt auch ihren ersten

Riddim raus, darauf gibt es dann einen Song fürs Erzgebirge ...

über Roots und Culture im Erzgebirge.

HaJo: Roots’n Culture und positive Vibes im Sinne von Ronny

Trettmann?

Ronny: ... das hört man schon an mein’

Tunes. Wenn du zum Beispiel „Kaffee“

nimmst. Eigentlich sollte das ein Lied

über Marihuana, ein Ganja-Tune,

werden. Die gibt es aber schon wie

Sand am Meer. Zur gleichen Zeit

habe ich festgestellt, dass in

Leipzig das älteste Kaffeehaus

Deutschlands steht. Bei

meiner Liebe zum Kaffee lag

es für misch einfach mal

nahe, einen Song über

Kaffee zu schreibn. Denn so

wie Vybez-Kartell aufsteht

und erst einmal ein’ Spliff

anbrennt so koch isch mir

halt zuerst einen Kaffee.

Ha Jo: Vielen Dank für das

Gespräch. Respect und see ya

Ronny.

Ronny: Gwaan Hanf Journal!!

Und Bigopp&Seen an alle

Leserinnen und Leser!

Mehr unter:

myspace.com/ronnytrettmann

www.germaica.net

Ohne Kaffee flowt bei Ronny gor nischds...

Eine halbe Million Gründe -

Das große Abenteuer des Michael Pratzke

Ein Fortsetzungsroman im World Wide Web

Ein braver Student wird aus Geldnot zum professionellen

Cannabis-Züchter. Kurz darauf steht eine mit mehreren hundert

Jungpflanzen bestückte Marihuana-Aufzuchtanlage in seiner

Wohnung und nichts ist mehr, wie es war ...

Die/der interessierte LeserIn kann sich bei dem

Fortsetzungsroman im Internet jede Woche über eine neue Folge

freuen. Selbstverständlich gibt es zum entsprechenden Blog eine

Podcast-Version, beides wird wöchentlich aktualisiert. Seit dem

27. November 2006 lässt

Pratzke alle Interessierten

an seinem Abenteuer

teilhaben.

Mehr unter:

www.Pratzke.de

Foto: www.pratzke.de

das Eckthema

Geburtstagstorte

zum 10. Geburtstag

des Hanf Museums

Reggae im Januar

- Wann rockt was wo?

cool-tour

11

Deutschland -

Mittwoch 03.01.2007 Berlin

Dubbing 2007 > Dub/Reggae Clash by Mr.Glue and DreadLaloo

Location: RAW, Revalerstr.99, Friedrichshain, (start 23:00h).

Freitag 05.01.2007 Hannover

Welcome 2007 Bashment Night - Gamruff Sound presents:

Soundbwoys Destiny (Frankfurts Bashment Machine).

Location: Black Sugar Club, Mehlstr.1d (start 22:00h).

Samstag 06.01.2007 München

Dubtown & Fire > Martikal(ex-budadub) ls. InI Dubwise.

Location: Feierwerk / Sunny Red, Hansastr. 41 (start 22:00h).

Samstag 13.01.2007 Leipzig

"Bass Matters" Tour > Dub Club L.E. / Radikal dub kolektiv

(Universal Egg / Zagreb) Rolex (Velocitysound) , Twity & Mr.Bigosh

(Dub Club L.E.).

Location: Zorro / Bornaische Str. 54 (HH) (start 21:00h).

Samstag 13.01.2007 Münster

Top Cat (UK) ls. Selekta Schappi (Ba Ba Boom Sound/MS), Rocket

(Audiotop Sound/H) & Lydda Budda (Motagen Sound/BS) @ Club

Boom-A-Rang.

Location: Triptychon, Am Hawerkamp (start 23:00h).

Freitag 19.01.2007 Wuppertal

Mono & Nikitaman live + Band.

Location: U-Club, Friedrich-Ebert-Straße 191 (start 21:00h).

Samstag 20.01.2007 Augsburg

I-Shen Sound meets Tenor Fly (UK) and Irie Steppaz.

Location: Mahagoni Bar, Ulrichsplatz3 (start 22:00h).

Samstag 20.01.2007 Hamburg

Dub The Club / Live-Dub Session with Dagobert Dub feat. Seanie

T & Jahrôme.

Location: Fundbureau, Stresemannstr./MaxBrauerAllee (start 22:00h).

Schweiz -

Samstag 20.01.07 Biel/Bienne

Totaly Vibration! Presented by: Gunblood > Sentinel Sound,

RuffPack Sound, Gunblood Sound, Team An Faiah.

Location: Doors72, Aarbergstrasse 72 (start 22:00/ till: 03:30).

Österreich -

Freitag 05.01.07 Wien

Dancehal Experience live > El Condorsito supported by Bassrunner,

Passinjah & Trichomatric.

Location: Replugged, Lerchenfelderstr. (start 22:00h).


12 #66

fun+action

das Eckthema

Joint Venture Live im

Hanf Museum,

5.5.2000

Aufbauspiel

Blue Moon City

„Blue Moon City“ liegt in Schutt und

Asche. Zwei bis vier Spieler versuchen

mit den Vertretern der Völker von Blue

Moon die schönen Gebäude wie

Universität oder Herberge wieder

aufzubauen. Dafür erhalten sie

Kristallsplitter, die sie im Tempel dem Gott Blue Moon

opfern. Tatkräftig unterstützt werden sie außerdem von drei

Drachen, deren Drachenschuppen ebenfalls in Kristallsplitter

eingetauscht werden können. Der Spieler, der als erster die

notwendige Anzahl Kristallsplitter im Tempel abgeliefert

hat, gewinnt.

Wer sich schon mit dem Zwei-Personen-Kartenspiel in die

Welt „Blue Moon“ katapultiert hat, wird auch „Blue Moon

City“ mögen. Allerdings stehen sich die Spieler nicht im

Duell gegenüber, stattdessen können sie gemeinsam die

Gebäude errichten. Wer an dem Aufbau möglichst vieler

Gebäude beteiligt ist, hat die besten Chancen zu gewinnen.

Ach ja, „Blue Moon City“ war in diesem Jahr für den Preis

„Spiel des Jahres“ nominiert. Für alle Freunde von „Blue

Moon“ ein Muss.

Note 3

Strategieaufbauspiel

Säulen der Erde

Ist ja eigentlich ein Roman von Ken

Follett, den die Autoren Michael

Riedeck und Stefan Stadler sowie der

Illustrator Michael Menzel nicht nur

optisch in ein sehr schönes Spiel

umgesetzt haben. Wer nach sechs

Runden die meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Jeder Spieler

erhält drei Baumeister und drei Handwerker. Die

angeheuerten zwölf Arbeiter bauen Rohstoffe für die

Handwerker ab, von denen diese wiederum möglichst viele

für den Kathedralenbau verwenden sollten. Denn je mehr

Rohstoffe verbaut werden, umso mehr Siegpunkte erhalten

die Spieler.

Für weitere Vergünstigungen sorgen die Baumeister. Da

jeder Spieler nur drei hat, will wohl überlegt sein, welche

Aktion sie machen, als da wären: Schutz vor Ereignissen,

einflussreiche Persönlichkeiten gewinnen, zusätzliche

Siegpunkte kassieren, Steuerbefreiungen, zusätzliche Arbeiter

und Handwerker anheuern, Waren kaufen und verkaufen

oder neuer Startspieler werden. Und der Einsatz der

Baumeister kann ganz schön ins Gold gehen und das war

auch schon im 12. Jahrhundert knapp. Da freut sich der

Spieler, der einen großzügigen Sponsor für sich gewinnen

konnte oder aber eines der wenigen Metalle ergattern konnte,

um sie auf dem Markt zu verhökern. „Säulen der Erde“ ist

ein einfaches Strategieaufbauspiel, das allerdings aufgrund

der Vielzahl der Möglichkeiten immer wieder aufs Neue

sehr spannend ist. Empfehlenswert.

Note: 2+

Haste Bock

Autor: The Lamont Brothers

Verlag: Zoch

Spieler: 2–4

Alter: ab 10

Dauer: 45 Minuten

Preis: ca. 30 Euro

Fürchterliche Feinde und Fiji

Autor: Friedemann Friese

Verlag: 2F Spiele

Spieler: 2–6 und 2–5

Alter: ab 10

Dauer: 90 und 30 Minuten

Preis: ca. 30 und 15 Euro

Seien es Kindergeburtstage, Familienfeiern, Hochzeiten oder

Beerdigungen – feiern kann auf Dauer ganz schön öde sein.

Vor allem, wenn man die dort eingenommenen Drogen schön

öfter als einhundertvierundachtzigmal konsumiert hat. Eure

geliebten grossstadtsurvivor kennen dieses Problem natürlich

auch aus leidvoller Erfahrung und haben sich mit der Zeit

Gegenmaßnahmen überlegt. Wir präsentieren euch deshalb

voller Stolz die absolut phänomenalsten und groovigsten

gss-Partytuning-Tips. Zum Ausschneiden, Einstecken und

Nachahmen:

Sofa-eckel-dich

Großen Spaß machen Location-Verschönerungen. Und hier ist natürlich

das Sofatuning unangefochtener Spitzenreiter. Eignet sich vor allem

bei weißen Sofas ... diese einfach mit gelber Limonade beträufeln und

/ oder mit Schokolade einreiben. Ihr werdet sicher immer einen Platz

finden und könnt euch über die Gesichter der Passanten freuen.

Überdosis-Lotto

Belebt die ganze Veranstaltung. Mit Auszählreim willkürlich eine

herumstehende Flasche auswählen, Überdosis einfüllen und zugucken,

wer der glückliche Gewinner ist. Dann panisch um den Überdosierten

herumrennen und Tatü-Tata schreien, falls zur Hand, Blaulicht auf

den Kopf binden. Sollten andere dazustoßen, sich über die

unvernünftige Jugend beschweren, die kein Maß mehr kennt.

„Haste Bock“ „Fürchterliche Feinde“ nach

„Blue Moon City“ zu schicken, um dort

mit der Unterstützung der Drachen die

Stadt aufzubauen oder wie in „Fiji“ Glasperlen

gegen Schrumpfköpfe zu tauschen?

Wem das alles nichts ist, der

kann ja im Auftrag des „Shogun“ die

„Säulen der Erde“ entdecken. Aber der

Reihe nach:

Taktik

Haste Bock

Herzallerliebst sind die

Miniaturschafe, die aufgrund ihrer

Zerbrechlichkeit sicherheitshalber

einzeln verpackt sind. Wie es den

Schafen so eigen ist, beginnen alle eng

aneinander gekuschelt das Spiel. Je

nach Spielphase werden die Schafe so bewegt, dass die

eigenen Wollknäuel in Phase eins möglichst nahe beieinander

stehen, in Phase zwei den heißbegehrten Roger in vorderster

Reihe anschmachten und in Phase drei wird die Nähe des

schwarzen Schafes Thea gesucht. Nur in der letzten Phase

sollten die Schafe möglichst in der hintersten Reihe stehen,

denn wer zu weit vorne ist, wird von Jacques, dem

Schäferschaf, geschoren. Die Bewegung der Schafe regeln

Karten. Da werden gegnerische Schafe gerammt, mit dem

Bocksprung hüpft man eben mal in die vorderste Reihe.

Wenn einem Schaf allerdings mal wieder nichts besseres

einfällt, drehen sich alle Schafe einfach nur um. Eine völlig

neue Schaf-Anordnung erreicht man in der Regel durch das

Spielen der Futtertrog-Karte. Da wird nicht nur einmal der

Erste zum Letzten. „Haste Bock“ ist ein kurzweiliges, lustiges

Spiel für zwischendurch oder die ganze Familie.

Note: 3+

Tauschspiel

Fiji

Noch ein Spiel von Friedemann Friese, dessen Schrumpfkopf

ebenfalls zum Spielmaterial gehört. Ziel des Spieles ist es,

den Einheimischen möglichst viele Schrumpfköpfe

abzuluchsen. Wie? Durch Tauschgeschäfte. Und was mögen

die Inselbewohner am liebsten? Glasperlen, weil sie so schön

bunt sind. Jeder der zwei bis fünf Spieler erhält zu Beginn

des Spiels fünf grüne, vier rote, drei gelbe und zwei blaue

Glasperlen, die jeder hinter seinem Sichtschirm platziert.

Natürlich werden diese Perlen nicht einfach gegen

Schrumpfköpfe eingetauscht, sondern die Fijiens legen die

Tauschbedingungen Runde für Runde neu fest. Ritual nennen

sie es. Da braucht man mal viele von den blauen und wenig

von den grünen, gelben und roten Perlen. In diesem Fall

muss man versuchen, bis auf die blauen Perlen alle anderen

loszuwerden. Wie? Alle setzen gleichzeitig und geheim ein

bis vier eigene Glasperlen. Dieser Einsatz gilt für vier

Tauschbedingungen (Karten). So können die Spieler ihre

unbrauchbaren Perlen loswerden und die gesuchten

hinzubekommen. Klingt einfach, ist es auch. Allerdings weiß

man nie so recht, was die anderen Mitspieler bieten. Denn

bei Gleichstand patten sich die Spieler aus und derjenige

mit dem nächsten Gebot erhält den Zuschlag, wenn er sich

nicht ebenfalls mit irgendeinem „auspattet“ usw. Nach drei

Runden Hin- und Hergetausche werden die Sichtschirme

aufgedeckt und entsprechend der Siegbedingungen kriegen

alle Schrumpfköpfe, nur der letzte geht leer aus.

Anschließend folgen drei weitere Rituale und wer dann die

meisten Schrumpfköpfe hat, darf „Fiji“ lebend verlassen ...

„Fiji“ ist ein wahrlich witziges Tauschspiel, das das Hirn

der Spieler ganz schön rauchen lässt.

Note: 2

Shogun

Autor: Dirk Henn

Verlag: Queen Games

Spieler: 3–5

Alter: ab 12

Dauer: 60 Minuten

Preis: mind. 30 Euro

Dichtsein-Memory

Belebt vor allem einen selbst. Alle vorhandenen Drogen werden

verdeckt auf dem Tisch ausgelegt. Jeder zieht reihum eine, nimmt was

davon und legt sie zurück. Wer die gleiche Droge zweimal nimmt –

und sich noch dran erinnern kann – darf aufdecken, sich freuen und

den Rest davon nehmen.

Wer findet mich

Gegen Langeweile hilft auch ein kleines Versteckspiel im Darkroom.

Das Gute daran: Ihr braucht gar keine Mitspieler und es wird euch

doch jemand finden.

Absolute Verwirrung

Vor allem für Familienfeiern geeignet. Wenn ihr eure Verwandten mal

von einer ganz anderen Seite kennen lernen wollt: LSD-getränkte

Aufklebetattoos großzügig auf freiliegender Haut auftragen.

Mission-Deluxe

Auch immer großen Spaß und vor allem viel Erfolg bringt das eifrige

Missionieren für die katholische Kirche während verruchten Partys.

Am besten macht ihr das, indem ihr ein überdimensioniertes Kreuz

vor euch her tragt und jedem erklärt, dass er oder sie nur in den

Himmel kommt, wenn er ohne Drogen keinen Sex hat.

Musik plus

Bei grottigem Sound und / oder Langeweile. Phase eins: Absonderliche

Plattenwünsche äußern. Phase zwei: Platten verstecken. Phase drei:

Dem DJ ins Set scratchen. Letzte Lösung: Strom kappen oder Demo

Breitspiele

Strategie, Glück

Shogun

Kerstin Koch

Wer schon lange spielt, kennt

„Shogun“, allerdings unter einem

anderen Namen. „Wallenstein“ kam

2002 auf den Markt und glänzte durch

den neuartigen Kampfmechanismus,

dem Würfelturm. Zu Beginn des Spiels

bringen sich die Startspieler in Japan – eingeteilt in fünf

Regionen mit jeweils neun Provinzen – in Position.

Anschließend haben die Spieler drei Runden Zeit, Tempel,

Burgen und Theater zu bauen, Reis zu ernten und Steuern

einzunehmen, Armeen aufzustellen und weitere Provinzen

zu erobern oder anderen Spielern Provinzen wegzunehmen.

Dann folgt die erste Wertungsrunde: Einen Siegpunkt gibt

es für jede eigene Provinz und jedes eigene Gebäude. Drei

Siegpunkte für die meisten Burgen in einer Region, zwei

für die meisten Tempel und einen für die meisten Theater.

Nach drei weiteren Runden folgt schon die Schlusswertung.

Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Obwohl „Shogun“

schon zwei Stunden dauern kann, gilt: In der Kürze liegt

die Würze.

Fehlt noch der Würfelturm. Sollte es zum Kampf kommen,

werden alle beteiligten Armeen der Provinz oben in den

Turm geworfen. Doch nur die Armeen, die unten

rauskommen, entscheiden den Kampf und da kippen schon

mal die Mehrheitsverhältnisse. Da „Wallenstein“ selten

geworden ist und so um die 65 Euro kostet, sollte das

günstigere „Shogun“ im wohlsortierten Spiele-Schrank nicht

fehlen.

Note: 1–

Bumm-Klatsch besser feiern mit den grossstadtsurvivorn

für bessere Musik und hübschere Partygäste anzetteln. Sollte es euch

keinen Spaß bringen, Freunde bekommt ihr so sicher auch nicht.

Hat Mutti Recht?

Wer kennt sie nicht, die Geschichten von den Drogen, die anderen in

das Getränk gekippt werden. Probiert es doch mal aus, ob es stimmt

und trinkt willkürlich alle rumstehenden Getränke aus. Besonders

toll: Tabakbeilagen.

Verpeilte drehen

Verpeilten oder Betrunkenen anhalten, solange um die eigene Achse

drehen bis er verwirrt genug aussieht, loslaufen lassen und gucken,

ob er noch dahin findet, wo er hinwollte, bzw. sich überhaupt noch

daran erinnern kann, was er wollte.

Wie gut, daß wir euch mal wieder gerettet haben. Was würdet ihr nur

ohne uns machen. Tja, auf die grossstadtsurvivor ist halt wie immer

Verlass! Und alles noch so realistisch! Wirklich, wir haben alles schon

ausprobiert! Ehrlich ... okay, wir wissen, es ist unglaubwürdig, aber

so sind wir eben.

Rave on!

eure

Taktik, Dungeon

Fürchterliche Feinde

Noch immer hat niemand die Fee und

Freifrau Fabula geheiratet. Doch jetzt

ist es endlich soweit. Sobald die

fürchterlichen Feinde – allen voran

Fürst Fiesos – besiegt sind, darf

derjenige Spieler, der die meisten

beziehungsweise die Feinde mit den dicksten Schätzen

besiegt hat, die Fee vor den Traualtar führen.

„Fürchterliche Feinde“ ist ein Dungeon-Spiel der ganz

einfachen Sorte. Trotzdem hat es seinen Reiz. Die Spieler

suchen sich einen Charakter aus und rennen von Raum zu

Raum, um sich den immer mächtigeren Gegnern zu stellen.

Dabei kommt es allerdings nicht auf die eigene Kraft an,

sondern es ist die Weisheit, die die Spieler voranbringt.

Dabei greifen die Monster nie von sich aus an, stattdessen

fliehen sie sogar, sobald ihnen allzu weise Gegner

gegenüberstehen. Kommt es zum Kampf - und das ist ja

Sinn und Zweck des Spiels, können die Kräfte der Spieler

so schnell schwinden, dass gen Spielende die Menge an

Kraftpunkten nicht mehr ausreicht, um Furunkulus und

Fürst Fieso zu besiegen. Auch wenn sich das jetzt alles recht

einfach anhört: Wer gewinnen will, muss sich schon genau

überlegen, wohin er sich in dem Dungeon bewegt, um sich

die anderen Helden vom Hals zu halten und um sich selbst

Fürst Fieso vorzunehmen. Denn die Fee nimmt natürlich

nur den mit den meisten Schätzen.

Note 3

Die Säulen der Erde

Autor: Michael Rieneck und Stefan Stadler

Verlag: Kosmos

Spieler: 2–4

Alter: ab 12

Dauer: mind. 90 Minuten

Preis: mind. 25 Euro

grossstadtsurvivor

Blue Moon City

Autor: Reiner Knizia

Verlag: Kosmos

Spieler: 2–4

Alter: ab 10

Dauer: 60 Minuten

Preis: ca. 25 Euro


#66

Die Hanfberatung im Hanf Journal

Christoph (21, aus Berlin) möchte wissen:

„Hi Kascha,

ich wurde letztens auf der Straße (zu Fuß) mit einem Joint erwischt und

bei mir wurden noch mal ungefähr zwei Gramm Ganja gefunden. Jetzt

bin ich mir nicht wirklich sicher, was ich machen soll, ich habe den

Polizisten erst mal nichts erzählt, weil ich dazu wohl auch nicht

verpflichtet bin. Nun habe ich einen „Vernehmungsbogen“ zugesandt

bekommen und einen Termin, wann ich mich bei der Polizei einfinden

soll. Muss ich da hin gehen oder kann ich mich mit einem Arzttermin

oder so davor drücken? Ehrlich gesagt hab ich keine Lust mit der Polizei

zu diskutieren. Die zwei Gramm sind doch eh Eigenbedarf und straffrei?

Was kann mir da jetzt passieren?“

Kascha antwortet:

„Hey Christoph,

was genau passieren wird, kann ich dir nicht zu 100 Prozent voraussagen,

dafür ist die Rechtslage einfach zu schwammig. Mit einer ziemlichen

Sicherheit passiert allerdings nichts. Aber mal ganz von vorne: Dass du

den Polizisten nichts gesagt hast, ist richtig. Rausreden kannst du dich

nicht, du könntest es nur schlimmer machen: dich selbst belasten oder

Freunde mit reinziehen. Manchmal fragen sie nach der Postleitzahl, weil

die aus irgendwelchen Gründen nicht auf dem Ausweis steht, die darfst

du ihnen sagen. Du musst auch keine Gründe angeben, wenn du nicht

zu dem Vernehmungstermin gehen willst oder auf den

Vernehmungsbogen nicht reagierst, das geht dann alles den normalen

Amtsweg und wird irgendwann nach §31a BtmG eingestellt. Das bedeutet,

dass das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wird, wenn der

Besitz einer geringen Menge zum Eigenbedarf festgestellt wird, dabei

bezieht sich die geringe Menge auf die aktuell in Berlin gültigen zehn

bis15 Gramm (in anderen Bundesländern sind es andere Mengen, z. B.

in Brandenburg sechs Gramm). Der Eigenbedarf bedeutet, dass du nicht

vorhattest es zu verkaufen. Das spielt vor allem bei größeren Mengen

eine Rolle: Wenn du mit 200 Gramm erwischt wirst, kommt es sicherlich

zu einer Verhandlung, in der dein Anwalt dann erklären muss, dass du

dir eben nur einmal im Jahr was kaufst und deshalb so eine große Menge,

und das ist dann Eigenbedarf.

Ein weiterer Punkt ist zu beachten: Wenn die Strafverfolgung im

öffentlichen Interesse liegt, wird das Verfahren nicht eingestellt. Dazu

zählt „prahlerischer Konsum auf offener Straße“ oder in

Jugendeinrichtungen, sowie das „Verführen“ von Nichtkonsumenten.

Dass ein Verfahren mit zwei Gramm wirklich durchgezogen wird, hört

man allerdings höchstens aus Bayern.“

Michelle, (ohne Alter und Wohnort), fragt:

„Hallo Kascha,

ich rauche mittlerweile seit ca. vier Jahren. Seit ca. einem Jahr auch bei

mir zu Hause, was leider dazu führte das mein Vater, als er bei mir

rumschnüffelte, mein Gras entdeckte. Hat sich natürlich tierisch aufgeregt

und es auch meiner Mutter erzählt, die mich darauf ansprach.

Habe ihr erklärt, was Gras eigentlich ist und die Wirkung erläutert, da

eigentlich beide keine Ahnung haben ... Na ja, meine Mutter leidet seit

Jahren unter Depressionen und Angstgefühlen, richtig übel. Und da sie

ja auch mit sich reden lässt und sich sozusagen mit mir verbündet hat,

würde ich gerne mal einen mit ihr rauchen, wenn es ihr wieder schlecht

geht. Habe aber Bedenken, denn falls sie es nicht vertragen sollte, könnte

ich mir vorstellen, dass sie zu meinem doch sehr konservativen Vater

geht und ihm erzählt, ich hätte sie schlichtweg vergiftet.. Hoffe ihr versteht

mein Anliegen, denn eigentlich würde ich gerne helfen, allerdings ist

meine Familie sehr kompliziert. as soll ich tun?? Bitte helft mir!!!!“

Kascha antwortet:

„Liebe Michelle,

das sind ja gleich zwei Probleme auf einmal, die wir der Reihe nach

besprechen sollten, um vielleicht hinterher zu einem Ergebnis zu kommen.

Erste Hilfe für Kiffer

Lukas (18) aus Dortmund fragt:

„Hallo Kascha,

ich mache gerade meinen Führerschein und wollte mal fragen wie viele

Stunden nach dem Kiffen man nicht mehr fahren darf? Ich hab schon

mal gehört dass jemand seinen Führerschein noch wegen dem Joint vom

Vortag verloren hat, aber so lange ist man doch gar nicht breit?“

Kascha antwortet:

„Hi Lukas,

das ist eine der Fragen, die sich zur Zeit nur sehr schwer beantworten

lassen. Die erste Antwort kommt aus der Fahrerlaubnisverordnung:

Wenn man regelmäßig kifft, ist man gar nicht erst geeignet, ein

Kraftfahrzeug zu führen und muss den Führerschein abgeben.

Wiederbekommen kann man ihn dann, indem man Drogen-Abstinenz

nachweist und eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung erfolgreich

mitmacht. Dank einer etwas unglücklichen Formulierung in Anlage 4

der Fahrerlaubnisverordnung hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-

Württemberg nun etwas haarsträubendes beschlossen: „Wer gelegentlich

Cannabis konsumiert, auch fernab des Straßenverkehrs, und dazu ein

Bier trinkt, ist zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet.“ Das klingt

nicht nur völlig bescheuert, das ist es auch. Die Begründung ist, dass

Fahreignung beim gelegentlichen Cannabis-Konsumenten nur vorliegt,

wenn dieser „zwischen dem Konsum von Cannabis und dem Führen

eines Kfz trennt und wenn kein zusätzlicher Konsum von Alkohol oder

anderen psychoaktiv wirkenden Stoffen vorliegt“. Was auch immer die

empirische Basis für diesen Humbug ist (angeblich irgendetwas von

schädlichen Wirkungen für das Herz-Kreislauf-System, was auch immer

das nun wieder mit Straßenverkehr zu tun hat), kann dieses Urteil doch

recht krasse Folgen für den Einzelnen haben, vor allem in den ohnehin

„gefährlichen“ Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg und

Sachsen.

Abgesehen von der Fahreignung gibt es noch die Fahrtauglichkeit. Die

ist abhängig von der gemessenen THC-Konzentration in deinem Blut,

und sobald mehr als 1 ng/ml gefunden werden (das ist etwa der Joint

vom Vortag, allerdings funktioniert der Abbau bei jedem unterschiedlich

schnell) gilt die Fahrt als „Rauschfahrt“ mit entsprechenden

Konsequenzen. Wer also sicher gehen möchte, sollte zwischen Joint und

Autofahrt ca. zwölf Stunden vergehen lassen, auch wenn die

Fahrtauglichkeit Untersuchungen zufolge nach ca. fünf bis sieben Stunden

bereits wieder hergestellt ist. Prinzipiell gilt jedenfalls: Lieber auf Nummer

sicher gehen. Man sollte nicht bekifft fahren und man darf es auch nicht,

und die Zeit, in der man wieder nüchtern ist aber trotzdem nicht fahren

darf, soll uns daran erinnern, dass unser Cannabis-Konsum in diesem

Land eben nicht erwünscht ist.“

Offenbar kannst du mit deinem Vater nicht gut übers Kiffen sprechen. Es

gibt leider viele, die lieber ihr eigenes Kind anzeigen würden als sich

vernünftig mit ihm zu unterhalten, wohl aus der Befürchtung heraus,

dass die Pro-Cannabis-Argumente lediglich Propaganda der so unglaublich

kriminellen Dealer sind, die nur „ihren Stoff los werden wollen“. Wenn

du noch gute Argumente suchst, guck im Hanfjournal-Archiv, bei

Cannabislegal.de, Hanf-fuer-alle.de oder schreib mir einfach noch einmal

eine E-Mail. Immerhin kannst du mit deiner Mutter anscheinend reden,

jetzt musst du nur aufpassen, dass die beiden nicht das Gefühl bekommen,

gegeneinander ausgespielt zu werden. Dazu muss sie nicht einmal erzählen,

dass du sie vergiften wolltest. (Wenn sie einwilligt, mit dir zu rauchen,

kann sie sich ja hinterher kaum beschweren. Du solltest ihr aber schon

vorher klar machen, dass es ein Experiment ist.) Schon allein die Tatsache,

dass er sich über deinen Cannabis-Konsum aufregt, während deine Mutter

dabei mitmacht, dürfte deinen arglosen Vater reichlich schockieren. Ich

kenne deine Familie nicht, aber ich vertraue einfach mal darauf, dass du

weißt, was du ihnen zumuten kannst.

Das andere Problem ist nicht viel weniger heikel: Was wird passieren,

wenn deine Mutter einen Joint raucht? Es gibt verschiedene Formen von

Depression, und wenn sie stoffwechselbedingt ist, kann Cannabis durchaus

positive Effekte haben. Nicht wenige Therapeuten raten unter der Hand

das Eckthema

Jetzt noch etwas

Eigenwerbung:

der MySpace-Auftritt

des Hanf Journals,

mit Film-Dokus,

Hanfparaden, und

noch mehr Infos...

Bist DU unser

Freund?

fun+action

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ihren Patienten zum Joint anstelle der nicht nebenwirkungsarmen

Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und ähnlichen Medikamente. Ich

bin weder Therapeut noch kenne ich die Krankheitsgeschichte deiner

Mutter gut genug um dir zu- oder abraten zu können. Zudem würde ich

mich strafbar machen, wenn ich zum Cannabis-Konsum auffordere.

Ein paar allgemeine Hinweise kann ich dir aber geben: Drogenwirkung

bestimmt sich besonders bei Cannabis stark durch Set und Setting. Falls

ihr es probieren wollt, bitte nicht vormittags in einer Einkaufspassage

und nicht wenn ihr befürchten müsst, dass dein Vater plötzlich rein kommt

und sich aufregt. Beide Settings sind besonders für angstgestörte Menschen

absolut unpassend.

Eine weitere Faustregel besagt: Höhere Dosis = Mehr Nebenwirkungen.

Niemand sollte unter diesen Bedingungen einen ganzen Joint allein

rauchen. Viele therapeutische Effekte treten bereits bei sehr geringen

Dosierungen auf, nehmt euch lieber Zeit, die Wirkung langsam eintreten

zu lassen. Und wenn deine Mutter in Behandlung ist und Medikamente

bekommt wäre es vielleicht nicht unsinnig, vorher mal mit dem Arzt über

die Pläne zu sprechen (auch wenn die Gefahr besteht, dass er in dieser

Hinsicht einen leider noch verbreiteten, aber völlig unsinnigen Knoten

hat).

Wie immer du dich entscheidest wünsche ich dir jedenfalls viel Erfolg.“

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