ocean7 5/2020

Ocean7

Frauscher 1212 Ghost: Die neue Frauscher vom Traunsee, wir sind sie auf dem Gardasee Probe gefahren. D&D Kufner 50: Die neue und nur etwas kleinere Schwester der Kufner 54 wird für Aufsehen in der Charterbranche sorgen. Spaniens Ostküste: Die 16 schönsten Marinas zwischen Valencia und Alicante. Golf von Morbihan: Mit dem Kajütboot Loxo 32 auf Erkundungstour im bretonischen Revier der Hinkelsteine. Corona im Roten Meer: Die Odyssee einer Weltumseglerfamilie auf ihrer Segelyacht zwischen gesperrten Häfen und Piraten von Dschibuti nach Suez. Lärmverschmutzung der Meere: Die Geräuschkulisse in den Ozeanen ist vielfältiger, als man denkt. Und leider auch lauter. Motoryachten: Die spannendsten Neuerscheinungen der Saison 2020.

YACHTING, REISEN UND MEER

5/2020 September/Oktober

www.ocean7.at

GHOST RIDER

Frauscher hat mit der 1414 den Dämon auf dem Traunsee geweckt. Jetzt, vier Jahre

später, riefen sie einen weiteren Geist aus der Tiefe: Die FRAUSCHER 1212 GHOST wird in

Cannes der Welt vorgestellt. Was sie kann, durften wir schon auf dem Gardasee erfahren.

BOOTSTÖRN

Golf von

Morbihan

Mit einer Loxo 32 im

Revier der Hinkelsteine.

MOTORBOOTE

4 Takte

zum Glück

Die spannendsten

Neuerscheinungen.

BOAT-SHOWS

Messen

ohne Massen

Mit weniger Pomp,

mehr Atmosphäre.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ


22.

BIOGRAD

BOAT SHOW

21.-25.10.2020.

www.bbs.com.hr

Marina Kornati

Biograd, Kroatien.

Die In-Water-Show

in Zentraleuropa!


Editorial

Odyssee 2020

Schwarze Schatten, finstere Aussichten, Pest und Cholera möglicherweise über Jahre hinweg – welch bedrückende

Bericht erstattung seit Anbeginn der Pandemie! Wer dennoch frohen Mutes blieb, hat neue Abenteuer erlebt,

wie es sie nur in diesem prägenden Jahr 2020 zu erleben gibt. Die anderen sind (bis jetzt) zu Hause geblieben.

Was natürlich auch nicht

verkehrt ist, wenn man

absolut kein Risiko eingehen

möchte. Aber manchmal kann

man es sich nicht aussuchen, wie

das Beispiel der beiden Weltumsegler

Jutta und Osvaldo mit ihren

beiden Kindern an Bord der Polarwind

zeigt. Mitten im Lockdown

mussten sie die gefährliche Querung

des Roten Meeres auf sich

nehmen – nicht nur die Piraten

im Golf von Aden, sondern auch

die Küstenwache fürchtend.

Weil Not zusammenschweißt, gelang

ihnen das Kunststück in einer

bunt zusammengewürfelten Flo ttille

nicht zuletzt aufgrund grenzenloser

Menschlichkeit, sodass sie nach fast

zwei Monaten erstmals und unversehrt

auf Zypern wieder festen

Boden betreten konnten – aber

lesen Sie selbst ab Seite 32.

Auch Spanien hat nicht aufgegeben,

sondern den Schritt nach vorne

gewagt und die Einreisebestimmungen

gelockert. Das gab uns

den Anstoß, unsere Ende 2019

an der milden Küste zwischen

València und Alicante gemachten

nautischen Recherchen in dieser

Ausgabe zu Papier zu bringen.

Nicht weniger als 16 Marinas

haben wir besucht mit der überraschenden

Erkenntnis, dass ein

Motorboot zu vielen spanischen

„ Nach fast 80 Tagen waren wir zum

ersten Mal wieder legal in einem Land.“

Jutta mit Familie bei ihrer Ankunft in Zypern.

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

Haushalten dazugehört wie hierzulande

ein Zweitauto. Entsprechend

gut die Infrastruktur und

günstig die Liegeplätze – aber

lesen Sie selbst ab Seite 20.

Nach dem Fall der Mauer zu

Kroatien war Mike Hecker, YCA

Crew-Commander der Crew Steier ­

mark, wohl einer der ersten, der den

Sprung nach Dalmatien wagte. Es

galt, seine schon seit Wochen überfällige

Styria, eine nagelneue Kufner

50 von D&D Yachts, in der Werft

bei Kaštela zu übernehmen und

nach Punat zu überstellen.

Unser werftseitig aufgrund der

Umstände abgesagte Probeschlag

kam auf Einladung des steirischen

Eigners zur Jungfernfahrt dann

überraschend doch noch zustande

– aber lesen Sie selbst ab Seite 60.

Ebenfalls stattfinden werden

allen Unkenrufen zum Trotz die

großen nautischen Herbstmessen.

Von Cannes über Friedrichshafen

und Genua bis nach Biograd hat

man sich auf die neue Normalität

bestmöglich eingestellt – aber lesen

Sie selbst ab Seite 46.

Was all diese Themen in der Ihnen

nun aktuell vorliegenden Ausgabe

gemeinsam haben? Sie zeigen

eindrücklich, dass mit etwas Zuversicht,

gutem Willen und oft

einem Quäntchen Glück auch das

scheinbar Verunmöglichte gelingen

kann – aber das muss jeder auf seinem

eigenen Weg herausfinden.

Alles Liebe,

5/2020 3


Passion made

BAVARIA

VIDA 33

bavariayachts.com


Cartoon

Ein Sommer wie damals ...

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

... vor 2020.

5/2020 5


Inhalt 5/2020

ES GRÜNT SO GRÜN, wenn Spaniens Küsten rüsten ..., 20mit langen Stränden, feinen Marinas und edler Kost für tolle Törns.

FOTOS: ESP-TOURISMUS, TAHSIN ÖZEN, SHUTTERSTOCK

40

WIE SICH OZEANE ANHÖREN. Vom Knistern des Planktons über die Gesänge der

Buckelwale bis zur vom Menschen verursachten Lärmverschmutzung.

60

PLEASURE CRAFT. Rauf auf die D&D Kufner 50 und rein ins Vergnügen mit fünf Kabinen, drei

Nasszellen und einer erstaunlich großen Partymeile auf und unter Deck.


Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ

Österreichische Post AG

MZ 12Z039473 M

ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

9 190001 019703

05

Rubriken

8 SCHAUFENSTER

Wachstumsschub bei

Silent Yachts.

65 IMPRESSUM

Kolumnen

10 BOBBY SCHENK

Geschwindigkeit

vs. Komfort.

16 OCEAN WOMAN

Im knallroten

Katamaran.

38 GOTTFRIED RIESER

Braucht man

noch ein Logbuch?

52 SKIPPER’S DIARIES

Glück im

Wirbelsturm.

74 SAILING POETRY

Mit James Joyce

in Triest.

Reisen

20 SPANIENS OSTKÜSTE

Motorbootgenuss von A bis V:

Von Alicante bis València.

26 BRETAGNE

Auf den Spuren von Crêpes,

Cidre und Hinkelsteinen.

32 ROTES MEER

Langfahrt in Zeiten von

Corona: zwischen gesperrten Häfen

und Piraten von

Dschibuti nach Suez.

Features

18 TESTSTRECKE

Dockside, der Klassiker unter den

Bootsschuhen, ist 50 geworden.

31 ERFOLGSGESCHICHTE

The Moorings, the Beginning.

39 UMSATZSTEUER

Wie beeinflusst die deutsche

USt–Senkung den heimischen

Bootsmarkt?

40 LÄRMVERSCHMUTZUNG

Die Geräuschkulisse im Meer ist

vielfältiger, als man denkt. Und

leider auch lauter.

45 SHARK PROJECT

Stopp dem Handel mit Haiflossen!

46 MESSEN

Vorschau auf die großen

Boat Shows im Herbst.

48 MOTORYACHT-NEWS

Überblick: Frische Motorware

von 6,71 bis 45 Meter.

Yachten

54 FRAUSCHER 1212 GHOST

Weltpremiere in Cannes im

September, wir sind sie kurz davor

probegefahren auf dem Gardasee.

60 D&D KUFNER 50 SEGELYACHT

Fünf Kabinen, drei Nasszellen,

zwei Kühlschränke, 250.000 Euro.

Im Verband

66 MOTORBOOTSPORT UND

SEEFAHRTS VERBAND

ÖSTERREICH

70 YACHT CLUB AUSTRIA

ÜBER

JAHRE

Spannende Reviere

für die Herbstsaison:

Italien - La Spezia

Neue Charterbasis

Bretagne - La Trinité

FOTO: RALF HÄSELICH

YACHTING, REISEN UND MEER

5/2020 September/Oktober € 4,90

www.ocean7.at

Motoryachtrevier -

Kroatien

GHOST RIDER

Frauscher hat mit der 1414 den Dämon auf dem Traunsee geweckt. Jetzt, vier Jahre

später, riefen sie einen weiteren Geist aus der Tiefe: Die FRAUSCHER 1212 GHOST wird in

Cannes der Welt vorgestellt. Was sie kann, durften wir schon auf dem Gardasee erfahren.

BOOTSTÖRN

Golf von

Morbihan

Mit einer Loxo 32 im

Revier der Hinkelsteine.

MOTORBOOTE

4 Takte

zum Glück

Die spannendsten

Neuerscheinungen.

BOAT-SHOWS

Messen

ohne Massen

Mit weniger Pomp,

mehr Atmosphäre.

Die neue Frauscher 1212 Ghost,

probe gefahren auf dem Gardasee.

+49 (0) 611 - 66 05 1

mail@argos-yachtcharter.de

www.argos-yachtcharter.de


Viel Loft nach

Schaufenster

8 5/2020


oben!

Raum-Fahrt

Mit dem Zugewinn an Höhe ist es den Designern auch gelungen,

den Weg für ein absolut barrierefreies Hauptdeck zu ebnen. Die

optionale Loft-Version der Silent 80 bringt zudem mehr Licht in die

63-m 2 -Oase: Die Salonfenster werden ebenfalls um 35 cm höher,

was auch den Ausblick „barrierefrei“ macht. Fehlt nur noch das

Lieblingssofa von daheim – aber das kann man gerne mitbringen,

der Raum dafür wird freigehalten. Auf Wunsch auch im Cockpit.

Top-News aus der Nachbarschaft:

Silent Yachts, wie

mit Sitz in Klagenfurt,

vermeldet nicht nur volle

Auftrags bücher, sondern auch tolle

Produktneuheiten. Der Marktführer

im Revier der High-end-Produktion

solarbetriebener Hochsee-Katamarane

hat seinem Flaggschiff Silent 80

einen weiteren Wachstumsschub verpasst.

Ab sofort hat der völlig autarke

und emissonsfrei über die Meere

gleitende Luxus-Kat um noch einmal

35 Zentimeter zugelegt – aber nach

oben. Die Raumhöhe im Unterdeck

liegt somit bei hochrespektablen

2,17 Metern, was noch mehr Platz für

Tender, Jetski, Surfbrett und ähn lich

angesagtesWassersportgerät schafft.

Entsprechend höher liegt nun

natürlich auch der Salon (und in

der Tri-Deck-Version die Flybridge,

siehe Foto), man muss also keinerlei

Abstriche in den oberen Rängen hinnehmen.

Das „Upgrade“ wird zwar

zur neuen Serie, das bisherige Modell

wird aber auf Kundenwunsch

auch weiterhin erhältlich sein.

Mit Silent 60 und Silent 55 hat das

österreichische Paradeunternehmen

zwei weitere laut- und emissions lose

Kat-Cruiser im Portfolio.

è www.silent-yachts.com

5/2020 9


In den Wind gesprochen

Um die Welt foilen? Teil 2

In der letzten Ausgabe hatte ich die Frage erörtert, ob foilende Langfahrtyachten wohl das angepeilte Ziel für

künftige Weltumsegelungen sein können. Ich hatte auch meine Vierfünftel-Regel in die Gleichung eingebracht,

um auf einen grünen Zweig zu kommen. Nun darf ich das Ergebnis mit Ihnen teilen.

Wenn ich bei diesen Annahmen

früher immer so von

einem Etmal von 100 sm

ausgegangen bin, hab ich viel Widerrede

einstecken müssen, dahingehend,

dass unsere modernen

Schiffe ja doch viel schneller seien.

Obwohl ich das weitgehend bestreite

– auf einer Weltumsegelung hat man

ja auch mit Flauten und Gegenwind

zu rechnen – gebe ich jetzt mal klein

bei und gehe für meine Vierfünftel-

Regel von einem Durchschnitt ­

setmal von 120 sm aus, was die

Rechnerei enorm erleichtert, dann

brauchen wir – 21.600 dividiert

durch 120 – gerade einmal 180

Tage, also ein halbes Jahr Segelzeit,

um eine Weltumrundung unter dem

Dacron-Tuch runterzusegeln.

Die zweite Unbekannte, die bei

der Vier-Fünftel-Regel zu beantworten

ist, finden wir hier: Who-is-

Who-im-Weltumsegeln, nämlich die

tatsächliche Dauer einer Weltumsegelung.

Dort haben inzwischen einhundert

Weltumseglercrews über

ihre Circumnavigation geschrieben

und unter anderem auch die Frage

beantwortet, wie lange sie unterwegs

waren. Blauwasserseglerin (und

Physikerin) Sabine Seren gebührt

Dank dafür, die Antworten statistisch

mühsam hier ausgewertet und

diese Graphik erstellt zu haben:

Sabine kommt auf eine statistische

Weltumsegelungs-Dauer von über

fünf Jahren. Lassen wir die statistischen

Ausrutscher (schneller als drei

Jahre und langsamer als acht Jahre)

weg, dann ergibt sich eine Zeit von

etwa drei bis vier Jahren. Und wenn

wir von einem Duchschnitts-Etmal

von 120 sm ausgehen, dann kommen

wir mit der genannten Formel

– ein Fünftel der Zeit Segeln, vier

Fünftel der Zeit Wohnen und Leben

auf dem Schiff im Hafen oder vor

Anker der Realität sehr nahe.

Resümee: Die Schiffsgeschwindigkeit

spielt auf einer Weltumsegelung

als Zeitfaktor eine sehr, sehr untergeordnete

Rolle. Der Wohnkomfort

dagegen ist fürs lange, hoffentlich

schöne Leben in der Fremde von herausragender

Bedeutung. Das merkt

man, wenn man zum Beispiel bei

strömendem wochenlangen Regen

zur Hurrikanzeit in Fiji (verdammte

„convergence zone“!) am Ankerplatz

dahinvegetiert.

Da sehe ich schon die erhobenen

Zeigefinger: „Ein hohes Geschwindigkeitspotential

ist ein wichtiger

Sicherheitsfaktor, da kann man gefährlichem

Wetter ausweichen.“ In

dieser Allgemeinheit ist diese Aussage

Nonsens. Ob eine Yacht sechs

oder acht oder zweistellige Knoten

segeln kann, fürs Ausweichen vor einem

nahenden tropischen Zyklon

reicht es so oder so nicht.

MONET UND DAS MEER

Bei der Anschaffung einer Fahrtenyacht

ist es also unvernünftig,

zugunsten der Geschwindigkeit

Kompromisse zu Lasten des Wohnund

Lebenskomforts einzugehen.

Denn ungefähr vier Fünftel (oder

so) der Zeit segeln wir auf einer

Weltumsegelung nicht, sondern wir

leben an den schönsten Plätzen, die

unser Planet bietet.

Und damit zurück zu den Foilern,

die ich bewundere, die aber mit „unserer“

Art zu segeln nichts gemein

haben. Denn um deren Potential zu

erreichen, müssten die Yachten sehr

leicht (und schnell) sein. Um sie aus

dem Wasser heraus ins Gleiten auf

Kufen zu bringen, müsste an einer

Statistik Sabine Seren:

Knapp die Hälfte aller

Weltumsegelungen

dauerten drei bis vier

Jahre. Ein paar wenige

schafften es auch in

zwei Jahren, hätten sich

aber gewünscht, mehr

Zeit gehabt zu haben.

Immerhin elf Prozent

hatten die Möglichkeit,

sich mehr als zehn Jahre

für eine Weltumsegelung

Zeit zu nehmen.

Die durchschnittliche

Dauer aller 85 Befragten

ergibt einen Wert

von 5,3 Jahren.

BOBBY SCHENK

ist Weltumsegler,

Navigations-Experte

und Buchautor.

kolumne@ocean7.at

Fahrtenyacht Gewicht eingespart

werden, wo es nur ginge. Schweres

Ankergeschirr, große Batteriekapazität

– alles Dinge, die das Leben unterwegs

sicher und komfortabel machen,

oder gar Bleiballast würden

zuverlässig verhindern, dass die

Yacht auf Foiler auch nur zum „Stehen“

kommt. Unabhängig davon

wäre so ein Foiler von kaum einer

Selbststeueranlage rund um die Uhr

am Gleiten zu halten. Diese Foiler

sind eine ganz geniale, faszinierende

Erfindung einer ganz neuen Segel ­

dimension und Entwicklung, in der

Fahrtensegelei jedoch werden sie in

absehbarer Zeit nichts zu suchen haben.

Intakte Kunststoffschiffe, auch

mit dreißig Jahren und mehr auf

dem Buckel, deren Geschwindigkeitsanzeiger

nie in den zweistelligen

Bereich kommen, sind immer noch

die „idealen“ Weltumsegelungs ­

yachten. Ich erinnere: Weltumsegler

Walter König, einer der ersten hier,

war mit seinem Sieben-Meter-Schiff

Zarathustra, das nie über fünf

Knoten hinauskam, überglücklich.

Er, der kurz darauf verstorben ist,

hatte sich damit noch den Traum

seines Lebens erfüllt. Und das ist

nicht in den Wind gesprochen.

10 5/2020


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Dynamisches Duo

Klick und weg

SCHNELLER BUCHEN. Die Online-

Yachtcharteragentur Globe-

Sailor hat die Buchungsmöglichkeiten

für den Motorbootcharter

weiter ausgebaut. Das Warten auf

ein Angebot ist nun nicht mehr

nötig, nach direkter Prüfung der

Verfügbarkeit ist das auserwählte

Motorboot mit einem Mausklick

buchbar, egal ob für längere Zeit

oder nur für einen Tag, ob mit oder

ohne Skipper. Eine Einschränkung

gibt es allerdings doch: Das Angebot

ist derzeit nur für französische

Gewässer gültig, was man aber

auch als Alternative zur stark

frequentierten Adria sehen kann.

è www.globesailor.de

Mit einem digitalen Hupfer zum

Motorbootcharter bei GlobeSailor.

DUAL-MOTOR. Der deutsche Spezialist

Fischer Panda hat ein neues elektrisches

Antriebssystem entwickelt: Zwei

Elektromotoren (2 x 20 kW, 600 U/

640 Nm), die direkt ohne Getriebe mit

der Antriebswelle und dem Propeller

gekoppelt sind. Die Motoren sind über

einen Antriebsriemen miteinander verbunden,

verfügen aber über eine eigene

Steuerung und einen eigenen Fahrhebel,

daher kann je nach Leistungsbedarf

ein Antrieb zu- oder abgeschaltet

werden. Das Motorenduo ist wassergekühlt

und kann über einen Wärmetauscher

auch mit Seewasser

gekühlt werden.

è www.fischerpanda.de

2 x 20 über einen

Antriebsriemen

verbundene kW.

– SPECIAL –

EDITION

19. – 27. SEPT. 2020

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Preise im größten D-A-CH

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Workshops, Angebote und

Community-Austausch!


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Relaxed

Charter

FRÜHBUCHER. Zeitig für die Saison

2021 zu buchen zahlt sich bei Pitter

Yachtcharter jetzt mehrfach aus.

Zum einen müssen Frühbucher, die

ihre Wunsch-Yacht von September

bis Ende Oktober für 2021 vorbestellen,

keine Anzahlung leisten (diese

wird erst im November fällig und

nur in der Höhe von 20 Prozent).

Zum anderen wird es attraktive

Frühbucherrabatte mit bis zu minus

30 Prozent geben. So will Österreichs

größter Vercharterer mit 28 Basen

in acht Ländern die Urlaubsplanung

für seine Kunden leicht machen.

Wer nicht nur relaxed chartern,

sondern auch relaxed cruisen möchte,

kann sich beispielsweise schon einen

der drei nagelneuen Fountaine Pajot

MY37 Motorkatamarane (mit mehr

Platz und weniger Verbrauch als

eine klassische Motoryacht) für

den nächsten Törn reservieren.

èwww.pitter-yachting.com

Neu in der Pitter-Charterflotte:

drei Fountaine

Pajot MY37 Motorkatamarane

Baujahr 2020.

„Ein alter und erfahrener Lotse verliert sein Schiff durch zu

große Selbstsicherheit. Ein junger Lotse verliert es aus

Unkenntnis und Mangel an Erfahrung.“

Daniel Defoe (1660–1731), englischer Erzähler und Romanschriftsteller.

23. BIS 27. MAI 2021, PUNAT

Aufgeschoben ist

nicht aufgehoben!

Werner Werner Ober GmbH Ober & GmbH Co KG

& Co KG

Yachtelektronik

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Lustenau

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82419

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86061

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www.yachtelektronik.at

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ALPE ADRIA SAILING WEEK

2021. Nach der Covid-19-bedingten

Zwangspause 2020 ist

Organisator Fritz Abl bereits mit

vollem Elan an der Ausrichtung

der AASW 2021 dran. Die 14.

Auflage mit dem 31. Austria Cup

wird von 23. bis 27. Mai übers

Wasser gehen, Austragungsort ist

natürlich wieder die Marina

Punat auf Krk. „Es wäre uns eine

große Ehre, wenn sich alle Crews,

die sich bereits für 2020 eingeschrieben

hatten, nun auch für die

AASW 2021 anmelden würden –

eine einfache, formlose E-Mail genügt,

um die Anmeldung wieder

zu aktivieren“, so Fritz Abl. Die für

die Einheitsklasse in Tulln ver ­

losten First 35 bleiben bis auf

weiteres der Verlosung entsprechend

reserviert. Neue Crews

(auch in der offenen Klasse) sind

herzlich willkommen, Anmeldeformulare

sind bereits online.

è www.aasw.at

Im Mai 2021 wird

wieder freund schaftlich

Regatta gesegelt!

FOTO: UDO REICHMANN


Wenn nicht alles rund läuft

MOTORSCHUTZ. Eine Kasko-Zusatzversicherung

speziell für Motorboote

und -Yachten bis zu einem Alter von

zehn Jahren hat Pantaenius

Yachtversicherungen im Portfolio.

„Motorschutz plus“ bietet einen

erweiterten Versicherungsschutz für

die Maschinenanlage gegen sämtliche

Schäden, die aus Material-, Konstruktions-

und sogar Bedienungsfehlern

resultieren. Selbst fehlerhaftes

Tanken ist bei Motorschutz Plus mitversichert.

Der Deckungsschutz erstreckt

sich auch auf das Abpumpen

und Entsorgen, die Reinigung des

Kraftstoffsystems sowie den Ersatz

des Kraftstoffes.

è www.pantaenius.com

Keine Angst mehr vor

der Motorreparatur!

FOTO: SHUTTERSTOCK

Wenn alles klappt

FALTRAD. Bekannt für hochwertige

Ausstattungen von Segelyachten und

Motorbooten sowie Produkten aus

dem Marinebereich, hat Waterloft

mit den neuen Falt-eBikes Fiete 500

und Fiene 500 von Blaupunkt zwei

echte Hingucker neu im Programm.

Beide sind mit einem starken

36-Volt-Hinterradnarbenmotor mit

50 Nm ausgestattet, der von einem

Lithium-Ionen-Akku gespeist wird.

Nur vier kleine Handschritte sind

nötig, um das Fahrrad von ca. 21 kg

zu falten. Gesehen im Onlineshop

für je € 1.499,– zzgl. Versand.

è www.waterloft.de

Antriebseinheit 180kW

Komplettlösung vom Display bis zum Propeller

Beschleunigung: 225kW

Nennleistung: 180kW (245Hp) | S2-30min

Drehzahl: 3100 upm

Geeignet für Elektroboote mit hohen Leistungen.

Ein Vergnügen für Liebhaber von Geschwindigkeit!

Piktronik d.o.o.

Cesta k Tamu 17, SI-2000 Maribor, Slowenien

T: +386 2 460 22 50, F: +386 2 460 22 55

info@piktronik.com, www.piktronik.com


Yachting mit Klasse

JÜRGEN DOBNER

steht für gehobenen

Yacht-Service.

INDIVIDUELL. Mit maßgeschneiderten

Dienstleistungen

will das vom Saalbacher Hotelier

Jürgen Dobner gegründete

Unternehmen Yachting

Exklusive für unbeschwertes

Yachtvergnügen sorgen. Die

Zielgruppe ist jene mit Faible

zu Luxus und besonderen Erlebnissen.

Die Angebotspalette

umfasst nicht nur das klassische

Chartergeschäft im

gehobenen Segment (Segelund

Motoryachten), sondern

auch Catering für Yachten,

Yachtservice, eine Yachting

Academy für Trainings und

Küstenpatente sowie Yacht-

Überstellungen.

è www.yachtingexclusive.com

Als Vorbild die Natur

Niula 747.

LEICHT UND LEISE. Auf der Boot Tulln

wurde heuer das erste Boot aus dem Hause

NIULA präsentiert. Auf 7,47 Metern Länge

bietet die in Jois am Neusiedler See gefertigte

N 747 Platz für sechs Personen und gleitet

elektrisch wahlweise mit 4,3 kW bis 120 kW

durchs Wasser. Der Einstiegspreis liegt inkl.

USt. bei rund € 65.000,–.

è www.niula.at

Timpe schnüffelt wieder

Besuchen Sie uns:

Cannes Yacht Festival

8.–13. September 2020

Interboot

19.–27. September 2020

Bootshändler • Bootsservice

TopYacht

www.topyacht.eu

verlost unter allen Teilnehmern

zwei Exemplare von „Gefährlichen Gezeiten“.

Einfach eine E-Mail mit Betreff-Zeile

„Fabian Timpe“ an gewinnen@ocean7. at

senden und mit etwas Glück gewinnen!

BUCHTIPP. Mit Fabian Timpe

hat der deutschsprachige

Buchmarkt nun einen Serienhelden,

der seine Fälle im maritimen

Ambiente löst. Nach

„Black Jack“ im letzten Jahr ist

heuer Timpes zweiter Fall „Gefährliche

Gezeiten“ erschienen,

der den Yachtdetektiv in die

Bretagne führt. Auch dieses

Mal sehr spannend und handlungsintensiv

geschrieben,

man freut sich schon auf den

dritten Band, der nächstes

Frühjahr veröffentlicht werden

soll.

Detlef Jens: Gefährliche Gezeiten.

Fabian Timpes zweiter Fall.

Taschenbuch, 352 Seiten,

er schienen im KJM Buchverlag,

rd. € 15,– zzgl. Versand.

è www.hamburgparadies.de

Einsendeschluss ist der 24. September, die

Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich ein -

verstanden, den

-Newsletter

(jeder zeit kündbar) per E-Mail zu erhalten.

Ihre Daten werden nicht an Dritte weiter -

gegeben. Keine Bar ablöse. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.


dal 1971

Hello Austria!

88 METER ÖSTERREICH. Optisch

ein Blickfang lässt der jüngste Entwurf

aus dem Hause Sigmund

Yacht Design auch namentlich

aufhorchen: Austria 88m soll die

Superyacht heißen und Österreich

im Ausland mit Glanz und Gloria

repräsentieren. Überwiegend in

Österreich und aus nachhaltigen

Materialen gefertigt, soll der Antrieb

via Brennstoffzelle klimaneu tral und

geräuschlos erfolgen. An Bord soll

es neben Kunstwerken aus der Nationalgalerie

auch Platz für Konzerte

und Theaterstücke geben – die feine

österreichische Küche wird natürlich

auch nicht fehlen.

è www.sigmundyachtdesign.com

Die Austria 88m als österreichische Botschaft zur See?

FOTO: SHUTTERSTOCK

Da freut sich die Skipperin:

Sicherer chartern mit dem Treuhandmodell

von Yacht-Pool.

Sicher chartern

VERTRAUENSSACHE. Der Yachtversicherer

Yacht-Pool bietet

zur Absicherung von Charterzahlungen

ein Treuhandmodell. Das

vom Skipper überwiesene Geld

landet dabei nicht auf dem Konto

des Vercharterers, sondern auf einem

Treuhandkonto einer Rechtsanwaltskanzlei.

Kommt der Charter

korrekt zu Stande, erhält der

Flottenbetreiber das Geld. Kann er

die vereinbarte Leistung nicht erbringen,

erfolgt die Rückerstattung

an den Charterkunden. Detaillierte

Informationen auf Anfrage:

è skipper@yacht-pool.at

VOLLES PROGRAMM

AM SEE

Neu-/Gebrauchtboote

Hallenstellplätze für Boote

Trockenliegeplätze mit Slipservice

Boots- und Motorservice

Boutique und Zubehör-Shop

Boot Charter

Über 2000 m 2 Bootsausstellung

Bootfinanzierung akf-Bank

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ZENTRALE

Konstanz-Dettingen

NEU & GEBRAUCHTBOOTE

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Böblingen / Stuttgart

OFFICE & AUSSTELLUNG

YACHTSERVICE

Konstanz-Wallhausen

SERVICE Rund ums Boot

SEETANKSTELLE

Konstanz-Wallhausen

TANKEN & SERVICE

NAUTIC CHARTER

Konstanz-Wallhausen

CHARTER

bodenseenautic busse gmbh | hegnerstr. 10 | d-78465 konstanz-dettingen | tel. +49 7533 8030997 | post@bodenseenautic.de | www.bodenseenautic.de


Ocean Woman

Annabels Welt

Zu Gast bei einer Französin auf einem knallroten Katamaran. Was wir dort erfahren haben?

Franzosen essen ungern vor 23 Uhr zu Abend, das Dessert wird mitunter erst um Mitternacht gereicht.

Wir waren von einem exorbitanten

Einkaufstrip am

Steg in der Marina in Santa

Cruz auf Teneriffa heimgekehrt

und schleppten taschenweise Einkäufe

zur Risho Maru.

Ich rätselte gerade, wo ich eigentlich

die 20 Packungen Haltbarmilch

stauen sollte, die ich gekauft hatte.

Und dann stand da plötzlich Annabel

vor mir. Im kleinen Schwarzen!

„Bonjour, ça va?“ hauchte sie, streifte

eine blonde Haarlocke aus dem

Gesicht und ihre blauen Augen

blitzten spitzbübisch. „Tu veux un

café?“ Und schon saßen wir alle im

Cockpit des knallroten Katamarans

Tahoma.

Fabien, Annabels Ehemann, und

mein Skipper vertieften sich sofort

in eine Gespräch über Sperrholzkatamarane.

Peter half Fabien später

mit Epoxyarbeiten an einem beschädigten

Rumpf aus, wofür sich

Fabien mit einem riesigen spanischen

Schinken bedankte. Wir teilten

mit allen anwesenden Fahrtenseglern

und alle hatten damals

genug Fleischvorrat für mindestens

zwei Atlantiküberquerungen.

Finns Ohren glühten. Drei Töchter

gab‘s an Bord! Die sechsjährige

Sigrid und ihre neunjährige

Schwester Mahauld bastelten an

Muschelkettchen. Sybille, ihre 16-

jährige Schwester, schrieb Mails an

ihre Schulfreundinnen in Paris

und der große Bruder Vincent

zupfte auf seiner Gitarre. Der

Nachmittag verging wie im Flug.

Vier Kinder an Bord? Ich staunte

nicht schlecht. Vincent war sehr

schwierig, knurrte Annabel. Er

kam mit der Autorität an Bord

nicht zurecht. Es gab einen Kapitän

und das war nicht er. Nach der

Atlantiküberquerung stieg Vincent

FOTO: STEFAN HARING

ALEXANDRA SCHÖLER

ist Weltumseglerin,

Sängerin, Regisseurin,

Buchautorin und seit

2010 Ocean Woman.

kolumne@ocean7.at

Ocean Woman-

Sonderausgabe

è www.rishomaru.com

Himmlische Schokoladen-Tarte

125 g feine Schokolade geschmolzen

125 g Butter

125 g geriebene Mandeln

50 g Mehl

3 Eier

1 Prise Salz

Zucker und Eier mischen, Butter und die geschmolzene

Schokolade beifügen, dann die

Nüsse, das Mehl und die Prise Salz zugeben.

Rühren, bis eine schöne Masse entsteht.

In eine gefettete Form gießen, bei mittlerer

Hitze 20 bis 30 Minuten backen.

Der knallrote Katamaran Tahoma war zwei Jahre

lang das Zuhause von Annabel und ihrer Familie.

übrigens aus, zog nach Paris, wo

er verwundert draufkam, dass das

Führen eines eigenen Haushalts

viel Geld und Zeit kostet!

Zwei Jahre Segeln waren geplant.

Annabel sagte lange nicht „nein“ zur

Reise und erst ganz spät „ja“. Doch

schnell wurde ihr klar, wie wertvoll

das alles für sie war. Und für die

Kinder. „Mon dieu, wie dumm ich

war! Ich dachte, die Kinder hätten

nur den Wind in den Haaren, sonst

keinerlei Erziehung für zwei Jahre.

Wie unüberlegt von mir!“

Ihre Kinder lernten Verantwortung

auf dem Schiff, auch wenn sie

das noch nicht wussten! Wasser

musste gespart werden, der Gashahn

abgedreht, Nachtwachen geschoben,

damit auf Tahoma alles

wie am Schnürchen lief. Und jeder

war eingebunden. Annabel selbst

fühlte sich wie „ein weißes Blatt,

das beschrieben werden musste“.

Während der Nachtfahrten saß sie

an ihrem Computer und schrieb.

Sie war dabei, sich einen eigenen

Job zu kreieren: „Ich will der Welt

was zurückgeben, von all den guten

Dingen, die mir passiert sind.“ Und

wie erging es ihr sonst beim Segeln?

Co-Skipperin, Stewardess, Lehrerin,

Krankenschwester, Webmasterin,

Freizeitmanagerin, Trösterin aller

Qualen. „Köchin!“ warf ich zustimmend

ein. „Je déteste cuisiner – ich

hasse Kochen“, seufzte Annabel. Der

Kapitän war der Koch. Fabiens Ratatouille

duftete verführerisch.

Wir waren zum Abendessen eingeladen

worden. Es war inzwischen

21 Uhr. Mein Magen knurrte. Die

Kinder dinierten zuerst. Pasta mit

Ratatouille. Ich naschte unauffällig

bei Finn mit. Endlich um 22 Uhr

Essen für uns. Dazwischen hörte ich

von Annabels Eltern, die in der Provence

in einem alten Gutshaus lebten,

dass Annabel als Journalistin

arbeitete, aber auch Restaurantbesitzerin

gewesen war und dass

Franzosen ungern vor 23 Uhr zu

Abend essen.

Um 24 Uhr dann das Dessert.

Finn jubelte. Eine Schokoladen-

Tarte. Annabel‘s Werk, den Backen

war ihr Ding! Sie schmeckte himmlisch.

Im Hintergrund sang die Gattin

des damaligen französischen

Präsidenten „Quelqu‘un m‘a dit …“.

Am nächsten Morgen ging unsere

French Family shoppen – auf Vorrat.

Mon dieu! War

ich froh, dass

wir nur zu

dritt waren!


FOTO: SHUTTERSTOCK

16 5/2020


FOTO: SHUTTERSTOCK

Motoryacht-

Charter macht

auch Spaß.

MOTORYACHT-CHARTER. Während die

Crew eines schicken Motorboots früher

in erster Linie aus der Familie des Yachteigners

bestand, liegen in den Buchten

am Mittelmeer inzwischen auch Ferrettis,

Antares, Cranchis und Sunseekers, die im

Charter laufen. „Das Angebot ist überschaubar,

jedoch abwechslungsreich. Eine

Prestige 440 mit drei Kabinen wird im

September bereits für unter € 5.300,– angeboten,

während eine Bavaria Sport 32

im gleichen Zeitraum sogar schon für

€ 2.400,– zu chartern ist. Natürlich

kann man für die Woche auch runde

Vom kleinen und

großen Luxus

€ 10.000,– investieren. Nach oben gibt

es hier kaum Grenzen“, weiß Ümit Uzun,

Chef von Charterbar Yachting.

Neben der Küste Kroatiens mit dem

umfangreichsten Angebot werden z. B.

auch ab Palma, Cannigione, Portisco und

Athen Motor yachten verchartert. Aber

wie findet man die passende Yacht? „Da

es im Motor yacht-Charter weit größere

Qualitätsunterschiede als bei den Seglern

gibt, sollte einer Buchung unbedingt eine

individuelle Beratung einer unabhängigen

Agentur vorausgehen“, so Ümit Uzun.

è www.charterbar-yachting.de

Ihr Charter

Spezialist

Kurtaxe

leicht

gemacht

Kroatien hat eine Verordnung

über die Senkung der

Pauschal-Taxe für Nautik

in Höhe von 20 % erlassen.

Alle Skipper, die zu viel bezahlt

haben, können nun eine

Rückerstattung beantragen.

Die Tourismusverbände in

Kroatien sind informiert –

wir haben das Antragsformular

zum Download für

Sie bereitgestellt.

è www.ocean7.at/news/

hr-tax-back

Neu auch die Website, auf

der Skipper die Kurtaxe nun

online einzahlen können.

Bisher waren die Abwicklung

und die Einzahlung nur bei

den Hafenämtern möglich.

è https://nautika.evisitor.hr/

Neu ist auch die Option, die

Kurtaxe pro Übernachtung

zu zahlen (bisher gab es nur

die Option, die Kurtaxe pauschal

per Schiffslänge zu

zahlen), was vor allem bei

kürzeren Aufenthalten

günstiger sein könnte.

è https://nautika.evisitor.hr/

Molto flotti

in Porto Lotti

NEUE BASIS. Mit La Spezia in Ligurien hat

Argos Yachtcharter seit Juni einen neuen

Stützpunkt an der Westküste Italiens im Programm.

Die vom Premiumpartner Dream

Yacht Charter betriebene Basis befindet sich

in Porto Lotti, einem privaten Yachthafen in

La Spezia. Die Lage ist für Törns nach Genua

oder in Richtung Süden nach Pisa, Elba oder

Korsika optimal. Die gute Erreichbarkeit per

Auto aus Süddeutschland, Österreich und der

Schweiz ist ein weiterer Pluspunkt für einen

Segeltörn ab La Spezia. Argos bietet Monuhulls

von 34 bis 51 Fuß und Katamarane 40 bis

46 Fuß ab der Basis in Porto Lotti an.

è www.argos-yachtcharter.de

Törntipp von La

Spezia aus: Elba!

FOTO: SHUTTERSTOCK

Saisonstart 2021

Tolle Angebote mit

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und bester Service

am Chartermarkt!

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Teststrecke

Schuhe an Bord? Docksides

von Sebago sind auf vielen

Yachten zu sehen. Hier z. B.

auf der neuen Frauscher

1212 Ghost, Bericht ab

Seite 54.

Bootsleder

Must have?

Redaktions-

Test

Faszinierend, was sich in den letzten Jahren im Bereich „Bootsschuhe“ getan hat. Auf jeder Messe bin

ich bass erstaunt ob der Grip-verstärkten PU-Sohlen, der schnelltrocknenden Mesh-Ober materialien,

der verwendeten Alien-Farben und -Formen, und trage selbst nach wie vor Leder.

Text TAHSIN ÖZEN | Foto TAHSIN ÖZEN

Auch wenn meine Ledernen,

die ich mir damals zur bestandenen

FB2-Prüfung

selbst geschenkt hatte, inzwischen

etwas in die Jahre gekommen sind:

Wir sind sozusagen miteinander

50 Jahre Docksides

Sebago wurde 1946 in Maine gegründet, die Manufaktur erlangte über seine seit damals

produzierten Penny Loafer, die von Audrey Hepburn und John Fitzgerald Kennedy getragen

wurden, Weltberühmtheit. 1970 kreierte Sebago mit dem Dockside den wohl bekanntesten

Bootsschuh aus gegerbtem und handvernähtem Leder mit

rutschfesten Gummisohlen im klassischen Design. Der

Klassiker ist heute als Portland Docksides bekannt. Der

Name gilt als Hommage an die Stadt am Atlantischen

Ozean, wo die Schuhe auf den Kais Premiere feierten.

Testschuh: Docksides Portland blue navy, € 144,90.

è www.sebago.de

verbandelt, die Zeit hat uns zusammengeschweißt


Und weil „damals“ ein dehnbarer

Begriff ist, drehe ich das Rad

noch weiter zurück, um mir Verbündete

fürs Leder in der Regatta-

Szene zu suchen. Siehe da: OSTAR,

America‘s Cup, Liberty Cup – bis

tief in die 1990er trugen Skipper

und Crew Lederbootsschuhe, viele

von ihnen mit Docksides

den angesagtesten

Trendschuh seiner

Zeit. Der

wiederum

wurde bereits 1970 von Sebago

geschustert und gilt seitdem als

der „Boots mokassin“ schlechthin.

KLASSISCH KONSEQUENT

Dieses Jahr, zum 50. Geburtstag

des Dockside, bin ich fremd gegan ­

gen und habe mir statt der klassichen

Braunen neue Blaue (Portland

blue navy) übergestreift: Weiße,

nicht schlierende und rutschfeste

Sohle, weiches, ungefüttertes

Leder mit bekannter 360-Grad-

Rundum-Schnürung, angenehmer

Tragekomfort ohne Socken. Das

kennt man schon von den alten

18 5/2020


Modellen? Stimmt, aber das ist es

ja, was einen Klassiker ausmacht.

Neu ist, dass man sie in verschiedensten

Farben und Ausführungen

haben kann – die meisten Optionen

haben mittlerweile wenig

überraschend die Damen. Dabei

waren die Docksides ursprünglich

für den Einsatz in den Docks von

Portland in Maine gedacht – also

streng genommen als Arbeitsschuhe

kon zipiert …

STILSICHER

Wie es der Zufall will, ist es eine

Motoryacht, auf der ich die Portland

blue navy zum ersten Mal tragen

soll. Nicht irgendeine, sondern

die nagelneue Frauscher 1212

Ghost, die erst auf dem Cannes

Yachting Festival 2020 der Weltöffentlichkeit

vorgestellt wird.

Besichtigung und Probefahrt beim

Italien-Händler Mauro Fertrinelli

am Gardasee. Die Ghost liegt jungfräulich

in der Marina, während

ich auf und unter Deck herumspaziere,

um mir alles in Ruhe anzuschauen

(Bericht ab Seite 54).

Obwohl das Boot schon seit ein

paar Tagen hier liegt, fällt auf, dass

viele vorbeihuschende Mitarbeiter

kurz innehalten und herübersehen,

ehe sie zufriedenen Blickes weitereilen

– Ferragosto, es gibt viel zu tun.

Als ich nach meiner Besichtigungstour

die Füße auf den Tisch

lege, um die Aussicht auf den See

zu genießen, taucht auch schon

Mauro auf, um mir nach einem

prüfenden Blick „schöne

Schuhe!“ zuzurufen

und wieder

abzutauchen. Jetzt

verstehe ich erst:

Schuhe an Bord?

Geht hier gar nicht!

Bei meinen Docksides

machen die stilsicheren Italiener

aber eine Ausnahme.


verlost unter allen Teilnehmern

1 Paar Docksides Total Brown für Männer und

1 Paar Docksides Suede Beige Camel für Damen

im Wert von je € 144,90! Einfach eine E-Mail mit

Betreffzeile „Docksides Brown“ oder „Docksides

Suede“ und Schuhgrößenangabe an gewinnen@

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Teil nahme schluss ist der 30. September 2020, die

Ge winner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich ein verstanden,

den

- News letter (jederzeit kündbar)

per E-Mail zu er halten. Ihre Daten werden

in keiner Form an Dritte weiter -

gegeben. Eine Bar ablöse

des Gewinns ist nicht

möglich. Rechtsweg

ausgeschlossen.

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FOTOS: DIETER WANKE (4), TAHSIN ÖZEN (2)

20 5/2020

Der Real Club Náutico Calpe

zu Füßen des berühmten

Felsens Penyal d’Ifac.


Die Ostküste

Spaniens kosten

Die maritime Verkostung beginnt in Alicante, dem Herzen der Costa Blanca mit ihren

endlos erscheinenden weißen Sandstränden, und reicht bis zu duftenden Orangenhainen

nach Valencia an der Costa del Azahar. Auf dem rund 100 Seemeilen langen Küstenabschnitt

eröffnet sich eine bunte Mischung von städtischem Flair in den Metropolen bis

zu idyllischen Fischerhäfen. Verlockend auch die bildhübschen Marinas mit günstigen

Liegeplätzen für trailerbare Motorboote bis zur gediegenen Superyacht.

Text und Fotos TAHSIN ÖZEN, DIETER WANKE

Neben dem Start und Ziel

bietet Altea auch städtische

Atmosphäre. In anderen

Küstenorten geht es,

zumindest was das urbane Flair angeht,

beschaulicher zu, aber in der

Hauptsaison durchaus touristisch.

Die Großstädte bieten Abwechslung,

aber auch Trubel. Bedeutende

Historie ist allgegenwärtig, denn die

Besiedlung der Küste begann vor

5.000 Jahren. Im Römischen Reich

war die Region stark entwickelt.

Zeugnisse aller Epochen findet

man überall. In den Altstädten mit

ihren bildhübschen Gassen, zahllosen

Restaurants und Straßenkneipen

pulsiert das Leben. Das kulinarische

Angebot ist in der ganzen

Region auf hohem Niveau. Exzellente

Qualität bietet nicht nur die

Spitzengastronomie, sondern auch

einfache Gaststätten mit moderaten

Preisen. Sehr überschaubare

Kosten gehören zu den Stärken der

Region, zumindest im Vergleich zu

den Balearen. Ob Marina oder Essen

gehen, man lebt hier preiswerter,

ohne Kompromisse eingehen

zu müssen. Auch nicht bei der

Fahrt entlang der attraktiven Küste

mit zahlreichen Ankermöglichkeiten.

Alle besuchten Marinas verfügen

sowohl beim Hafenservice als

auch bei der technischen Unterstützung

über ein komplettes Angebot.

Vom Liegeplatz für die eigene

Yacht, Charterboote für den Wo­

Hoch über dem Hafen von

Alicante thront das (via Aufzug

erreichbare) Castillo de Santa

Bárbara.

Im Uhrzeigersinn:

Ocean Race Museum in

Alicante, Altstadt von

Altea, regional Speisen

in der Marina Campello.

5/2020 21


xxxxx Spaniens xxxx Ostküste

Mit mehr als 1.000 Liege plätzen

mitten in der Stadt glänzt der

weitläufige Hafen von Alicante.

Abendspaziergang im Club

Náutico Moraira mit Frauscher-

Sichtung (1414 Demon,

5. Boot von links).

chentörn oder temporäre Plätze

für den Urlaub mit dem eigenen

Trailerboot, Tauchen oder Angeln,

alles gibt‘s im Angebot. Außerdem

gilt die Region mit teilweise

nur rund 50 Seemeilen

Distanz als angenehmes Sprungbrett

zu den Balearen. Viele Skipper

wissen und nutzen das.

„ Überall an der spanischen

Mittelmeerküste sind

Motorboote herzlich

willkommen.“

GESCHÄFTIGES ALICANTE

Die Provinzhauptstadt ist seit der

Steinzeit besiedelt und wurde vor

2.300 Jahren von griechischen

Siedlern als „Akra Leuke“ gegründet.

Nach der Eroberung durch

Römer in „Lucentum“ umbenannt

und im Mittelalter nach der Eroberung

durch Mauren in „Al Lucant“.

Die Altstadt mit hübschen Fassaden

und viel Gastronomie ist zu

Fuß vom Hafen erreichbar. Die

Burg Castillo de Santa Bárbara

überragt die Stadt.

Im Hafen ist das legendäre Museum

„The Ocean Race“ daheim,

außerdem die Marina Deportiva

del Puerto de Alicante. Es gibt Trockendocks

und Hebemöglichkeit.

Im Real Club de Regatas Alicante

sind Motorboote – wie überall an

der spanischen Mittelmeerküste –

ebenfalls herzlich willkommen. Die

Ankunft sollte vorab angekündigt

werden.

RUHIGES EL CAMPELLO

Wer Ruhe sucht, ist in dem kleinen

Küstenort gut aufgehoben. Der

Wachturm Torre Vigía de la Illeta

beim Hafen stammt aus dem

16. Jahrhundert, die Ruinen davor

sind 5.000 Jahre alt. Im Club Náutico

Campello gibt es Liegeplätze für

Boote und Yachten. Im angrenzenden

Fischereihafen wird der Fang

versteigert.

UMTRIEBIGES ALTEA

Gegründet von Iberern und Römern

hat auch Altea eine lange

Geschichte. In der Altstadt mit den

typischen weißen Fassaden findet

man viel Gastronomie. Das Zentrum

mit der Kirche Nuestra Señora

del Consuelo ist von der Marina

aus gut zu Fuß erreichbar. Im Club

Náutico de Altea gibt es aber auch

Gastronomie.

EXKLUSIVE MARINA

GREENWICH

Die Marina Greenwich liegt vier

Seemeilen nordöstlich von Altea.

In der Privatmarina ist ein Travellift

samt Technikservice ebenso vor

Ort wie zwei Charterunternehmen

und eine Tauchbasis.

IDYLLISCHES CALPE

Hochhäuser am Strand beherbergen

die zahlreichen Touristen. Der

Real Club Náutico Calpe befindet

sich abseits davon am östlichen

FOTOS: DIETER WANKE (3), TAHSIN ÖZEN (1)

22 5/2020


Ihre Crew, Ihre

Verantwortung

Buntes Dénia, wo gleich vier

Marinas ihre Dienste anbieten.

Die Spezialität der Marina Nou Fontana in Jávea sind Sportboote

bis neun Meter, die liegen geschützt im Canal de la Fontana

nahe dem Sandstrand.

Ende direkt vor dem markanten Felsen

Penyal d’Ifac. In die Altstadt führen drei

Kilometer Fußweg. Die Fischereiflotte

und ein Fischmarkt mit Auktionen bereichern

den Hafen.

GEMÜTLICHES MORAIRA

Im ehemaligen Fischerdorf Mo raira mit

gemütlicher Altstadt re sidieren Touristen

meist in Villen. Direkt am Hafen

schließt ein Kneipenviertel mit Gastronomie

und Versorgungsmöglichkeiten

an. Die findet man auch im Club Náutico

Moraira, wo es vollen Service mit

Winterlager und Kran gibt.

TOURISTISCHES JÁVEA

Der Kern der mittelalterlichen Siedlung

liegt zwei Kilometer landeinwärts. Der

moderne Teil am Strand ist stark touris­

Spanien mediterran

Anreise. Alicante und Valencia verfügen über je einen eigenen

internationalen Flughafen. Beide Ziele werden von Wien aus direkt

angeflogen. Die Anreise mit dem Trailerboot ist auch möglich,

da alle Marinas Liegeplätze bieten und über Travellifte,

Kran oder Rampen verfügen. Die Anreise auf dem eigenen Kiel

ist besonders für Eigner mit Liegeplatz auf den Balearen attraktiv,

da Ibiza nur rund 50 Seemeilen von der Küste entfernt

ist.

Charter. In allen Marinas gibt es Charterboote. Die Palette

reicht von Sportbooten für Tagesfahrten bis zu größeren Yachten.

Zum Beispiel:

Calpe Diem è www.calpe-diem.com

Euronautica Calpe è www.euronautica.com

Albir Marina è www.albirmarina.com

Área Náutica è www.areanautica.com

Náutica Pérez è www.nauticaperez.com

Marina Sport S.A. è www.nauticamarinasport.com

Revier. In der Küstenregion zwischen Alicante und Valencia

gibt es ein engmaschiges Netz an Marinas, wodurch sich das

Revier bestens für Küstentörns eignet. Die Vor anmeldung für

Liegeplätze ist erforderlich. Zwischen den Häfen sind meist

kleinere Buchten zu finden, die sich als Ankerplätze am Tag

eignen. Dazwischen warten weiße Sandstrände auf Badegäste.

Teile der Küste sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Generell

muss darauf geachtet werden, dass beim Ankern das

Grundeisen nicht in die streng geschützten Seegraswiesen

fällt. Insbesondere in den Naturschutzgebieten wird deshalb

die Anzahl der Bojen zum Festmachen stark ausgebaut.

Wetter. Wassersportler können mit einer langen Saison ab

April bis in den November bei Tagestemperaturen zwischen 20

bis 30 Grad rechnen. Vormittags beginnt sich oft ein auflandiger

Wind aufzubauen, der am späten Nachmittag wieder abflaut.

Dadurch entwickeln sich meist keine hohen Wellen vor

der Küste, was auch Motorbootkapitänen zugutekommt.

Literatur. Mediterranean Spain, Strait of Gibraltar to the

French Border (Revierführer) von Steve Pickard (englisch),

ISBN 978-1846236501; NV.Atlas Spain ES1 Cabo Creus to

Cabo San Antonio, Format: 30 x 42 cm, und ES3 Cabo

San Antonio to Gibraltar, Format: 30 x 42 cm.

è www.nvcharts.com

Skipper zu sein heißt weit

mehr, als ein Schiff zu steuern.

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xxxxx Spaniens xxxx Ostküste

„ València, Heimat der Stadt der

Künste und Wissenschaften.“

Von den Römern gegründet

ist das heutige

València die drittgrößte

Stadt Spaniens. Der Hafen

ist sechs Kilometer

entfernt.

tisch. Spezialität der Marina Nou

Fontana sind Sportboote bis neun

Meter. Die liegen geschützt im Canal

de la Fontana, der an den Strand anschließt.

Im älteren Teil gibt es

Chartermöglichkeiten und eine

Tauchbasis. Mit dem neuen Teil

kommen 318 Liegeplätze dazu. Der

Club Náutico de Jávea verfügt über

Travellift und Kran.

MARITIMES DÉNIA

Einst römischer Flottenstützpunkt

und maurischer Königssitz hat der

Ort seine maritime Bedeutung bis

heute behalten. Gleich vier Institutionen

bieten im Hafen ihre Dienste

an: Die Marina de Dénia, der Real

Club Náutico Dénia, der Port Dénia

für Superyachten bis 65 Meter und

die Marina el Portet de Dénia, die in

der ruhigsten Ecke des Hafens zu

finden ist.

KULTIVIERT-MODERNES

VALÈNCIA

València ist drittgrößte Stadt Spaniens.

Von den Römern gegründet

sind die Reste der Siedlung in der

Altstadt zu besichtigen. Hier konzentriert

sich das Nachtleben, während

sich die Kunst- und Kultur meile über

das ausgetrocknete Flussbett des Turia

erstreckt. Die (auch architektonisch)

spektakulären Museen der

Die wichtigsten Meeresökosysteme auf einem Fleck im Oceanogràfic in Valencia. Das ausgetrocknete Flussbett

des Turia beherbergt die bedeutendsten (architektonischen) Kunstschätze der Stadt.

„Stadt der Künste und der Wissenschaften“

sind absolut sehenswert,

der Besuch des Oceanogràfic mit

500 Tierarten in Nachbildungen der

wichtigsten Meeresökosysteme der

Welt ist Pflicht.

Der sehr moderne und perfekt

geschützte Hafen mit den Marinas

ist sechs Kilometer entfernt und

mit öffentlichen Verkehrsmitteln

gut angebunden. La Marina de

València gilt als recht mondän, beschaulicher

gibt sich die Marina

Valencia Mar. Der Real Club Náutico

de Valencia ist mit mehr als

1.206 Plätzen nicht nur Platzhirsch,

sondern auch der größte

Club Spaniens.


FOTOS: DIETER WANKE (6), TAHSIN ÖZEN (3), SHUTTERSTOCK (1), ESP-TOURISMUS (9), ANDREA GAIDA (1)

24 5/2020


VALÈNCIA

16

15

14

Raum für Yachten

16 Marinas von Alicante bis València, die man durchaus als günstige Alternative zu den

oft vollen oder überteuerten Marinas in der Adria in Betracht ziehen kann – als Eigner

auf eigenem Kiel genauso wie als Chartergast.

ALICANTE

2

1

0 sm 15

CAMPELLO

3

ALTEA

4

CALPE

6

5

Angaben ohne Gewähr, Irrtümer vorbehalten.

13 12

11

DÈNIA 10

MORAIRA

7

JÁVEA

9

8

1 Real Club de Regatas Alicante

Koordinaten: N 38°20,3‘, W 0°28,9‘

Liegeplätze: 524 bis 60 m Länge

Tiefgang: 9 m

è www.rcra.es

2 Marina Deportiva del

Puerto de Alicante

Koordinaten: N 38°20,3‘, W 0°28,9‘

Liegeplätze: 750 bis 60 m Länge

Tiefgang: 2,5 m

è www.marinaalicante.com

3 Club Náutico Campello

Koordinaten: N 38°25,8‘, W 0°23,1‘

Liegeplätze: 476 bis 20 m Länge

Tiefgang: 4 m

è www.cncampello.com

4 Club Náutico de Altea

Koordinaten: N 38°35,3‘, W 0°3,3‘

Liegeplätze: 185 bis 30 m Länge

Tiefgang: 3 m

è www.cnaltea.com

5 Marina Greenwich

Koordinaten: N 38°37,8‘, W 0°0,2‘

Liegeplätze: 542 bis 30 m Länge,

Tiefgang: 6 m

è www.marinagreenwich.com

6 Real Club Náutico Calpe

Koordinaten: N 38°38,2‘, E 0°04,0‘

Liegeplätze: 264 bis 24 m Länge

Tiefgang: 4 m

è www.rcnc.es

7 Club Náutico Moraira

Koordinaten: N 38°41,1‘, E 0°08,4‘

Liegeplätze: 620 bis 40 m Länge

Tiefgang: 5 m

è www.cnmoraira.com

8 Marina Nou Fontana,

Jávea

Koordinaten: N 38°47,7‘, E 0°11,1‘

Liegeplätze: 151 + 318 bis 9 m Länge

Tiefgang: mind. 1,2 m

è www.marinanoufontana.es

9 Club Náutico de Jávea

Koordinaten: N 38°47,7‘, E 0°11,1‘

Liegeplätze: 379 bis 18 m Länge

Tiefgang: 10 m

èwww.cnjavea.net

10 Marina de Dénia

Koordinaten N 38°50,8‘, E 0°07,5‘

Liegeplätze: 450 für 12–60 m Länge

Tiefgang: 3 m

è www.marinadedenia.com

11 Real Club Náutico Dénia

Koordinaten N 38°50,8‘, E 0°07,5‘

Liegeplätze: 600 bis 20 m Länge

Tiefgang: 6,5 m

è www.cndenia.es

12 Port Dénia

Koordinaten N 38°50,8‘, E 0°07,5‘

Liegeplätze: 8 bis 70 m

Tiefgang: 7 m

è www.portdenia.com

13 Marina el Portet de Dénia

Koordinaten N 38°50,8‘, E 0°07,5‘

Liegeplätze: 360 bis 20 m Länge

Tiefgang: 3 m

è www.marinaelportetdedenia.es

14 La Marina de València

Koordinaten: N 39°25,8‘, W 0°17,8‘

Liegeplätze: 900 bis 150 m

Tiefgang: 7,5 m

è www.lamarinadevalencia.com

15 Valencia Mar

Koordinaten: N 39°25,8‘, W 0°17,8‘

Liegeplätze: 240 für 8–120 m

Tiefgang: 8 m

è www.valenciamar.com

16 Real Club Náutico

de Valencia

Koordinaten: N 39°25,8‘, W 0°17,8‘

Liegeplätze: 1.211 bis 65 m

Tiefgang: 15 m

è www.rcnv.es

Service. Da für viele Menschen entlang

dieses Küstenregion ein Boot dazugehört

wie ein Auto, verfügen alle Marinas über

ein Varadero – ein Trockendock mit überkompletter

Infrastruktur – meist auch mit

angehängter Segelschule – denn auch das

Segeln gehört hier (in der langen Tradition

der Seefahrernation) zum Schulunterricht

wie die Turnstunde. Detaillierte Infos auf

den jeweiligen Homepages, die in der Regel

auch in englischer Sprache verfügbar sind.

Real Club de Regatas Alicante

Marina Deportiva del Puerto de Alicante

Club Náutico Campello

Club Náutico de Altea

Marina Greenwich

Real Club Náutico Calpe

Club Náutico Moraira

Marina Nou Fontana, Jávea

Club Náutico de Jávea

Marina de Dénia

Real Club Náutico Dénia

Port Dénia

2/2020 25

Marina el Portet de Dénia

La Marina de València

Valencia Mar

Real Club Náutico de Valencia


Golf von Morbihan

Im Revier

der

Hinkelsteine

Die Bretagne, Heimat der berühmten Comic-Haudegen Asterix und Obelix. Neben

dunklen Wäldern, feinsandigen Buchten, schroffen Klippen, exzellenter Küche und

historischen Bilderbuchstädten besitzt die Region an der Atlantikküste Frankreichs

auch fantastische Wassersportreviere. Dazu gehören der 120 Quadrat kilometer

große Golf von Morbihan sowie die Bucht von Quiberon.

Text und Fotos GERALD PENZL

26 5/2020


François deutet auf den Tidenkalender.

„Monsieurs,“

drängt er, „das Wasser fällt.

Wir müssen los. In einer

halben Stunde schließen die Gezeitentore!

Also Allez! Allez!“ Im

Handumdrehen sind die Frühstücksteller

im Breizh Café über

der Hafenmeisterei des Sportboothafens

von Vannes geleert, die Leinen

unserer Loxo 32 gelöst und wir

auf dem Weg zur Mündung der

Marle in den Golf von Morbihan.

Zwei, drei Segelyachten kommen

uns auf dem schnurgeraden Liliput-Flüsschen

entgegen, dann verabschieden

sich die Türme und

Festungsmauern der südbretonischen

Herzogstadt am Heck.

Erstes Ziel unseres einwöchigen

Törns ist die Île-d‘Arz. Wir folgen

der Uferlinie der flachen, 3,1 km 2

großen Insel, steuern im Südosten

den Plage de Pen Raz an und –

suchen den Anleger. Doch den gibt

es nicht. „Pech“, grummelt François,

holt ein Schlauchboot aus der

Backskiste und pumpt es auf.

Nach dem Besuch der historischen

Gezeitenmühle im Süden

und der hübschen Hinkelstein-Parade

im Norden des Mini-Eilands

ist es Zeit für ein zweites Frühstück.

Die besten Galettes der

Île d‘Arz serviert die Crêperie

Les Îles im 200-Seelen-Örtchen

Boxenstopp in Auray. Der

idyllische Ort war einst dank

Seehandel eine der reichsten

Städte der Region.

5/2020 27


AURAY

SAINT-GOUSTAN

2° 46’ W

47° 39’ N

VANNES

LA TRINITÉ-

SUR-MER

CARNAC

Île-aux-Moines Île d‘Arz

Golf von Morbihan

Bucht von Quiberon

Quiberon

Atlantischer Ozean

Île d‘Houat

Belle-Île

Île d’Hœdic

Le Bourg. Diese aus Buchenweizen

gebackenen Crêpes mit ihren herzhaften

Schinken-, Käse-, Fischoder

Konfitüre-Füllungen sind so

etwas wie das Manna der Bretagne.

Dazu wird Cidre gereicht. Die

Grundlage des goldgelben, stets

gut gekühlten Getränks sind – wie

könnte es anders sein – von Hand

gepflückte und nach alter Tradition

in Fässern vergorene bretonische

Äpfel.

DE BELLO GALLICO

Der Legende nach hat der Golf von

Morbihan so viele Inseln wie das

Jahr Tage. Das ist fast richtig, in

Wirklichkeit sind es rund 40. Die

exakte Zahl hängt vom Wasserstand

der Gezeiten ab. Primus im

Reigen der Meeressprossen ist die

Île-aux-Moines. Ein paar Zündtakte

westlich der Île-d‘Arz ist das

sechs Kilometer lange und im

Schnitt 500 Meter breite Eiland

nicht nur die größte Insel im

„Mor-Bihan“, dem, wie die Bretonen

sagen, „kleinen Meer“,

sondern dank Bilderbuch-Natur,

weißer Fischerhäuschen, subtropischer

Gärten, Blumen, alter Kapitänsvillen

und perfektem Ausblick

auf den tiefblauen Golf auch ein

absoluter Touristenmagnet.

Geschichtsbuch auf: Wer im Lateinunterricht

Caesars „De bello

Gallico“ gelesen hat, weiß, dass die

gallischen Volksstämme recht rebellische

Haudegen waren. Zwar konnte

Caesar ihre Flotte in der Bucht

von Quiberon 56 v. Chr. mit Mann

und Maus versenken, doch Ruhe

und Ordnung kehrten damit nicht

ein. Im Gegenteil! Caesars Seegemetzel

war ein Pyrrhus-Sieg, der

dem Comic-Autor René Goscinny

zwei Jahrtausende später den Stoff

für seine Asterix-Abenteuer liefern

sollte. Während der kleine Zaubertrank-Held

von Berufs wegen nur

Römer verhaute, produzierte Kollege

Obelix auch Hinkelsteine.

Welche Funktion die Menhire

damals hatten, ob sie Landmarken,

Grabsteine, Versammlungsstätten

oder Kultzeichen waren, erfährt

der Leser nicht. Dafür gibt es die

bis zu 20 Meter hohen und 350

Tonnen schweren Klötze hier wie

Sand am Meer. Vor den Toren des

Städtchens Carnac dösen gar 3.500

dieser Rätsel-Steine als UNESCO-

Weltkulturerbe vor sich hin.

SEEHANDEL AM FLUSS

Zurück an Bord steuert François

den Rivière d‘Auray an. Wir folgen

den verträumten Mäandern flussaufwärts

nach Saint-Goustan. Der

Ort war (und ist) das Hafenviertel

von Auray. Das heutige 13.000 Seelen-Städtchen

selbst thront hoch

über dem rechten Ufer des Flüsschens.

Da Saint-Goustan bei Flut direkt

vom Atlantik aus angesteuert werden

kann, blühte im Mittelalter der

Handel mit Wein, Getreide

und dem Salz aus den Salinen von

Guérande. Auray war eine der

reichsten Städte der Region. Und

Saint-Goustan der drittgrößte Ha­

Da Saint-Goustan bei Flut

direkt vom Atlantik aus

angesteuert werden kann,

blühte hier im Mittelalter

der Seehandel.

28 5/2020


Die Stadt Vannes als

Ausgangspunkt …

Lustwandeln auf der

3,1 km 2 großen Île-d‘Arz.

… für einen Motorboot-Törn

im Golf von Morbihan.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Menhire (Hinkelsteine) vor

dem Städtchen Carnac.

Galettes – pikant belegte

Buchweizen-Crêpes.

„Der Legende nach hat der Golf von Morbihan so viele Inseln wie

das Jahr Tage. Das ist fast richtig, in Wirklichkeit sind es rund 40.“

fen der Bretagne. Wir spazieren

durch die historische Oberstadt,

flanieren die blumengeschmückten

Fachwerkgassen des Hafenviertels

entlang und stehen vier Stunden

später wieder vor unserem Halbgleiter

französischer Bauart.

ocean7 210x665 20180803dp_Layout 1 06.08.2018 16:55 Seite 1

CIDRE UND ROCHENFLÜGEL

„Wer im Golf ohne Tidenkalender

unterwegs ist“, deutet François auf

den zwischenzeitlich um eineinhalb

Meter gestiegenen Fluss, „hat

schlechte Karten.“ Gute Karten

dagegen haben wir in La Trinitésur-Mer.

Dieses Mekka der französischen

Offshore-Segler hat nicht

nur einen Liegeplatz für uns, sondern

auch einen freien Tisch im

Restaurant Le Quai. Wir bestellen

Kir de Bretagne – Cidre mit Crème

de Cassis – und Ailes de Raie, Ro­

DIE RICHTIGEN CHARTER-VERSICHERUNGEN

Gute Agenturen empfehlen YACHT-POOL Charterversicherungen, weil Sie von der Praxisnähe der Deckungskonzepte

und der Schadenabwicklung überzeugt sind.

Durch innovative Produktentwicklung und kundenorientierte Schadenabwicklung genießt YACHT-POOL seit 1976

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Golf von Morbihan

Meersalz aus den

Salinen von Guérande.

Ebbe im Hafen von Sauzon

auf der Insel Belle-Île.

„Wer im Golf von Morbihan ohne Tidenkalender

unterwegs ist, hat schlechte Karten.“

Cidre, das Regionalgetränk

aus vergorenen Äpfeln.

Golf von Morbihan und Bucht von Quiberon

Anreise. Mit dem Zug oder Flugzeug nach Paris und

weiter nach Vannes bzw. Nantes. Zugverbindungen:

è www.de.oui.sncf/de

chenflügel in Kapernsauce mit

Kartoffeln und Gemüse.

Unsere Wertschätzung der bre ­

tonischen Küche wird an den

Nachbartischen wohlwollend

registriert. Es dauert nicht lange,

da macht die erste, die zweite,

die … (ab hier schweigt des Schreibers

Höflichkeit …) Cidre-Flasche

die Runde. Santé! Prost! Auf den

Golf von Morbihan! Auf Pogo

Structures, die bretonische Vor ­

zeigewerft, die neben unserer

Loxo 32 vor allem flotte Segelflitzer

baut!

Und natürlich auf Éric Tabarly!

Dieser bretonische Vollblutsegler

hatte die legendäre englische Einhand-Transatlantikregatta

Ostar

1964 und 1976 gewonnen. Und damit

der Welt gezeigt, dass die Briten

kein Dauerabo auf die Siegerpodeste

im Segelsport haben.

Der Name der 87 Quadratkilometer

großen Atlantiksprosse vor den Toren

des „kleinen Meers“ ist Programm.

Neben den Steilküsten, die

Claude Monet mit seinen Bildern

weltberühmt gemacht hat (im

Herbst 1886 malte er hier 39 Bilder),

steht die Insel für bilderbuchschöne

Strände, traditionelle Bauernhöfe,

dicht bewaldete Täler und

stille Ankerbuchten. Das Klima ist

mediterran, die Preise bis zu 30 Prozent

höher als auf dem Festland.

Noch beschaulicher – selbst im

Hochsaisonmonat August – geht es

auf den muschelwurfnahen Nachbarinseln

Île-d‘Houat (2,9 Quadratkilometer)

und Île-d‘Hoedic (2,1

Quadratkilometer) zu.


Bekannt ist die bretonische

Werft Pogo

Structures für ihre

leichten und schnellen

Regatta-Segelyachten

– ohne Rigg hat sich die

Loxo 32 als Cruising-

Motorboot einen

Namen gemacht.

Charter. Die von uns gefahrene Loxo 32 ist 9,50 Meter

lang, 2,55 Meter breit und hat einen Tiefgang von

0,7 Meter. Das Motorboot verfügt über Innen- und Außensteuerstand,

Doppelkoje, zwei zu Einzelbetten umbaubare

Sitzbänke, Küchenzeile sowie WC/Dusche. Motorisiert

mit 75 PS (Volvo Penta Diesel) beträgt die Reisegeschwindigkeit

11 kn/h, Vmax sind 17 kn/h (Werksangabe).

Das Boot ist auch mit E-Antrieb (zwei 10-kW-E-Motoren

mit Saildrive) erhältlich.

è www.pogostructures.com

Loxo 32 Charter in der Bretagne:

è www.bodivit.fr/location-bateau-loxo-32

(ab € 960,–/Wochenende) sowie

è www.samboat.de/boot-mieten/benodet/

motorboot/46919 (ab € 440,–/Tag).

Boot-Charter am Golf von Morbihan u.a.:

è www.nautal.fr/location-bateaumoteur-morbihan

è www.atlantique-location.fr/

location-bateau-moteur-morbihan

Törn-Route. Start/Ziel unseres rund 87 sm langen Törns

ist der Sportboothafen (Port de Plaisance) in Vannes. Von

dort geht es über die Golf-Inseln Île-d‘Arz (Plage de Pen

Raz), Île-aux-Moines (Port Miquel), Île de Gavrinis und

die Orte Auray (Saint-Goustan), La Trinité-sur-Mer sowie

Carnac zu den Atlantik-Inseln Belle-Île (Le Palais), Îled‘Houat

und Île-d‘Hoedic. Mit 16 Sportboothäfen ist die

Compagnie des Ports du Morbihan Platzhirsch unter den

Liegeplatzanbietern der Region.

è www.compagniedesportsdumorbihan.com

MONET UND DAS MEER

Der Rest der Geschichte ist schnell

erzählt. Nach einer kurzen Hinkelstein-Besichtigung

in Carnac geht

es mit 15 kn/h an der langen, handtuchschmalen

Halbinsel Quiberon

entlang zur Belle-Île.

Informationen. Bretagne: Tourismusverband der

Bretagne: è www.bretagne-reisen.de

Morbihan: Tourismusverband des Département Morbihan:

è www.morbihan-tourismus.de

Karten. „NV-Atlas France FR6: Südbretagne von Lorient

à Île de Noirmoutier.“ NV-Verlag, Format A3, geheftet,

2 Übersegler, 13 Revierkarten, 20 Detailpläne, Navigationshinweise

auf Französisch und Englisch, Auflage 2020,

€ 49,–. è www.nvcharts.com

30 5/2020


Advertorial

Erfolg mit

Weitblick

Die Gründer von The Moorings lernten sich beim Segeln kennen. Bei einem

Sundowner wurde die Idee geboren, eine Charterbasis auf Tortola in der Karibik

zu eröffnen. Ob die Gründer damals schon erahnen konnten, dass sie Pioniere

des Chartermarkts werden würden, der sich im Lauf der folgenden Jahrzehnte

zu einem Millionen-Dollar-Markt entwickeln würde?

Was mit nur vier Leuten

begann, ist inzwischen

zu einem international

agierenden großen Unternehmen

geworden, für die rund 800 Leute in

Büros und Charterbasen in zwanzig

verschiedenen Ländern arbeiten

und über 400 (zusammen mit Sunsail

900) verschiedene Charteryachten

verwalten.

Doch zu Beginn, vor rund 50

Jahren, zählten zur Flotte von The

Moorings mit einem Startkapital

von rund 120.000 Dollar nur sechs

Yachten. Mit einem gecharterten

Motorboot sind die Gründer selbst

vor der Küste von Tortola herumgefahren

und haben alles inspiziert.

Dabei haben sie einen Investor getroffen,

der eine Reihe von Apartments

in Road Harbour baute.

Sie kauften zwei Apartments und

konnten sogar noch einen kleinen

Anleger direkt davor nutzen.

Mit der Lieferung der sechs

Yachten per Frachter ins puertoricanische

San Juan im Sommer

1969 stand der Start des Charterunternehmens

unmittelbar bevor.

Die Gründer packten selbst mit an,

riggten die Boote auf und segelten

sie in die neue Basis nach Tortola.

Drei Jahre nach der Gründung –

und mit vielen Yachten mehr –

mieteten die Gründer ein Büro und

stellten ihren ersten Mitarbeiter ein.

Vor Ort übernahmen sie selbst die

Neubauten, koordinierten die Arbeit

der Bootsbauer, führten selbst

letzte Feinheiten beim Finish der

Boote durch. Die Überführungscrews

wurden vor der Jungfernfahrt

der Schiffe in die Karibik in

Sachen Handhabung der Yachten

eingewiesen.

Rasch erkannte man, dass der Gedanke,

ein eigenes Boot in der Karibik

zu besitzen, das wochenweise im

Charterbetrieb läuft, viele Interessenten

dermaßen begeisterte, dass

sie in das neue Geschäftsmodell investieren

wollten – der Grundstein

zu einem weiteren erfolgreichen

Geschäftsfeld war gelegt:

THE MOORINGS

YACHTEIGNERPROGRAMM

Beim aktuellen Programm können

Eigner selbst bis zu zwölf Wochen

im Jahr in den schönsten Destinationen

weltweit segeln, erhalten ein

garantiertes Einkommen unabhängig

von der Charterauslastung und

The Moorings kümmert sich um die

Yacht sowie alle operativen Kosten,

inkl. Wartung und Versicherung!

Es ist kein Zufall, dass The Moorings

seit über 50 Jahren erfolgreich

ist und seine Qualitätsversprechen

bis heute Bestand haben. Qualitativ

hochwertige Yachten, bestmöglicher

Kundenservice und die Zahlung des

garantierten Einkommens zuverlässig

und ohne Unterbrechung auch

in sämtlichen Krisenzeiten sind die

Gründe, warum viele Yachteigner

das Programm gerne wiederholen!

Mehr Infos? Gerne! Sprechen Sie das

Team von The Moorings unverbindlich

an: Tel. +49 / 6101 55 791 549.

è yachteigner@moorings.com

è www.mooringsyachteigner.de

The Moorings-Gründer

Charlie Cary und Gattin

Ginny sowie die Flotte

auf Tortola einst und

heute.


Seemannschaft

Corona im

Roten Meer

Wir waren mit unseren Kindern Theo (11) und Antonia (7) auf der letzten großen Etappe

unserer Weltumseglung, als die weltweiten Grenzschließungen begannen. Ohne sicheren

Hafen, in dem wir die Entwicklungen hätten abwarten können, blieb uns nichts anderes

übrig, als eine Fahrt mit ungewissem Ausgang durch das Rote Meer zu wagen.

Text JUTTA WALTER | Fotos OSVALDO ESCOBAR

Noch im Jänner haben wir

gedacht, dass es gut sei,

Thailand zu verlassen.

„Wir segeln dem Corona-

Virus einfach davon“, sagten die

Kinder. Eine weltweite Ausbreitung

des Virus kam uns zu diesem Zeitpunkt

nicht einmal in den Sinn. Das

Einklarieren in Sri Lanka war dann

zwar etwas kompliziert – die Behörden

ließen uns stundenlang vor

dem Hafen von Galle warten, weil

wir aus dem schon recht durchseuchten

Thailand kamen. Aber

letztendlich mussten wir doch lediglich

ein Gesundheitsformular

ausfüllen und eine Ärztin maß bei

allen Temperatur. Das war’s.

Nie hätten wir damit gerechnet,

dass uns das Corona-Virus im

wahrsten Sinne des Wortes Rich­

32 5/2020


tung Westen „verfolgen“ und die

kommenden Monate so sehr bedrängen

würde. Ab Indien standen

ganz andere Dinge und Sorgen im

Vordergrund: Auch im Jahr 2020 ist

es ein Nervenkitzel, durch den Golf

von Aden zu segeln. Lange hatten

wir überlegt, ob wir es wagen könnten,

denn wir gehen beim Segeln

keine unnötigen Risiken ein.

Erst nach einer sehr genauen

Analyse der aktuellen Piraten-Situation

und dem Einholen vieler Experten-Meinungen

entschieden wir

uns für den Weg durch das Rote

Meer. Bei der Ankunft in Dschibuti

hatten wir deshalb gedacht, die

längste und wegen der immer noch

wütenden Piraten die gefährlichste

Etappe unserer gesamten Weltumseglung

hinter uns zu haben, immerhin

2.000 Seemeilen. Doch alles

kam anders.

WIE EIN SCHLAG INS GESICHT

Zwar waren wir, wie wir später erfahren

hatten, die letzte Yacht, die in

Dschibuti noch offiziell einklarieren

durfte, aber dennoch trafen uns die

Corona-Vorsichtsmaßnahmen wie

ein Schlag ins Gesicht. Ohne Vorwarnung

hieß es ein paar Tage darauf,

dass von den Yachten – zu dem

Zeitpunkt lagen insgesamt zehn im

Hafen vor Anker – ab sofort niemand

mehr an Land dürfe. Ein bisschen

absurd kam uns das vor, denn

wer ist Corona-freier als Segler, die

wochenlang allein auf dem Meer

unterwegs waren?

In Dschibuti abzuwarten war

auch keine Option, denn mit dem

wechselnden Wetter wäre der Hafen

in einigen Wochen kein sicherer

Ankerplatz mehr. Aber wie sollten

wir ohne unsere Vorräte aufzufüllen

die 1.000 Meilen bis zum Suezkanal

bewältigen? Wissend, dass es im

Roten Meer selbst zur besten Segelzeit

vorwiegend aus Nord bläst,

planten wir mehrere Wochen für

die Strecke ein.

Sechs der Yachten, die schon

länger vor Ort waren und entsprechend

eingekauft hatten, brachen

mit dem passenden Wetterfenster

am kommenden Morgen auf. Wir

konnten ohne Vorräte, ohne unsere

Wassertanks zu füllen, nicht los. Die

Situation war zu neu, als dass sich

im Hafen irgendjemand für uns zuständig

gefühlt hätte.

Globetrotter

Osvaldo Escobar und Jutta Walter starteten 2010 mit ihrer SY Polarwind in Griechenland.

Mehrere Jahre segelte Skipper Osvaldo die Polarwind mit Chartergästen im Revier

Kap Hoorn. In den letzten drei Jahren war die Yacht wieder das Zuhause für die ganze Familie.

Nach einem Törn in die Antarktis segelten die vier durch die chilenischen Kanäle, überquerten

den Pazifik, einen Teil des Indischen Ozeans und das Rote Meer. Zur Zeit befinden

sich Yacht und Crew in Finike in der Türkei. Die SY Polarwind steht nach zehn Jahren

Abenteuer nun zum Verkauf. Für Skipper Osvaldo stehen aber natürlich neue nautische

Projekte an. Ohne Meer und Segeln geht es nach all den Jahren an Bord eben doch nicht.

è www.polarwind-expeditions.com

Schließlich ging ein hilfsbereiter

Flüchtling aus Eritrea, der als Bootsmann

auf einem großen Tauchschiff

arbeitete, für uns auf den Markt und

besorgte Obst und Gemüse. Aber

nachdem wir unsere verbliebenen

Vorräte durchgesehen hatten, war

klar: Bis zum Suez-Kanal reichte das

nicht. Wir mussten dringend in den

Supermarkt!

Ankerplatz hinter

einem Riff im Sudan.

5/2020 33


FOTO: SHUTTERSTOCK

Seemannschaft

Nahe dem Ort Massawa in Eritrea wurde

ein türkischer Katamaran gekidnappt.

Einklarieren in Dschibuti.

„Ein hilfsbereiter Flüchtling aus Eritrea ging für uns

auf den Markt und besorgte Obst und Gemüse.“

Wir warteten, bis es dunkel war,

fuhren dann mit dem Dingi an

Land, versteckten es hinter einem

Fischerboot und machten uns zu

Fuß auf den Weg. Die Kinder mussten

mit, im Falle des Erwischt-Werdens

versprachen wir uns von ihrer

Anwesenheit mildernde Umstände.

Wir kauften, was wir tragen konnten,

danach ging es zurück an Bord.

Wasser durften wir noch auf dem

Hafengelände holen. Im Großen

und Ganzen hatten wir noch Glück

gehabt, denn Boote, die nur wenige

Tage nach uns ankamen, durften gar

nicht mehr bis in den Hafen kommen

und mussten einige Meilen vor

der Stadt vor einer Insel ankern. Die

Botschaften sowie die französische

Marine kümmerten sich letztendlich

um ihre Versorgung.

Da wir keine Ahnung hatten, was

uns Corona-bedingt in der kommenden

Zeit erwarten würde, entschieden

wir uns zum ersten Mal

zum „buddy boating“. Mit vier

weiteren Yachten starteten wir im

nächsten Wetterfenster Richtung

Norden und waren froh, überhaupt

noch den Hafen verlassen zu dürfen.

Von anderen Seglern hatten wir gehört,

dass dies in manchen Ländern

gar nicht mehr möglich war.

Das Wetterfenster hielt leider

nicht lang genug, um bis in den

Sudan zu segeln. Wohl oder übel

mussten wir an der Küste Eritreas

ankern – wissend, dass wir nicht

mehr legal ins Land durften, aber

immerhin konnten wir uns auf

das schlechte Wetter berufen.

Eritrea ist für viele Crews ein „heißes

Pflaster“. Das liegt vor allem daran,

dass sowohl Fischer, Küstenwache,

Militär und eben auch sonstige,

nicht wohlgesinnte Menschen, die

gleiche Art Boot benutzen und nie

klar erkennbar ist, wer da gerade

kommt. Auch unserem Konvoi näherten

sich zweimal kleine Boote.

„Wir segeln nach Ägypten“, riefen

wir jedes Mal. Sie drehten ab.

Ein paar Tage später kam die

Nachricht, dass der Hafen von

Suakin im Sudan – bisher noch

als Versorgungsstation für Segler

eine Option – nun ebenfalls geschlossen

sei. Aus Ägypten, wo

bisher Fischer ankernde Yachten mit

Lebensmittel oder Diesel versorgt

hatten, kam die Info, dass eine Ausgangssperre

verhängt worden ist.

Die Küstenwache kontrollierte, dass

keine Boote mehr rausfuhren. Auch

dort konnten wir also nicht mehr

mit Hilfe rechnen.

EINER FÜR ALLE,

ALLE FÜR EINEN

So wurde die Lage langsam ernst:

Zwei der Yachten in unserem Konvoi

hatten nicht genug Diesel, um

möglichst schnell bis nach Suez zu

kommen. Eine weitere hatte nur Lebensmittel

der französischen Marine,

die maximal für zwei Wochen

reichen würden. Bei einem der täglichen

Wetter-Treffen besprachen wir

auf unserer Polarwind folgendes:

Erstens, wir würden auf jeden Fall

zusammenbleiben. Zweitens, jede

34 5/2020


Yacht

Yachtverkauf

Kaufcharter

Besuch von der Marine im Sudan.

Neu- und Gebrauchtyachten

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Yachtkauf ist jetzt!

offi ce@trend-travel-yachting.com

Bewegung muss sein,

auch an Bord.

Tägliche Wetterbesprechung

in den Ankerbuchten.

Crew müsste ehrlich sagen, was sie

brauchte und die anderen würden

aushelfen.

Im Laufe der Wochen wanderte

so ziemlich alles hin und her: Wir

auf der Polarwind haben zwar große

Wassertanks, aber keine Wassermacher.

So bekamen wir von einer

schwedischen Yacht Wasser geliefert,

pumpten dafür aus unseren Tanks

Diesel, um die Vorräte der anderen

aufzufüllen. Die französische Yacht,

die ausschließlich von den Rationen

der Marine lebte, wurde von uns allen

mit Lebensmitteln versorgt.

Eine Orange oder ein Kohlkopf

wurden zu den beliebtesten Mitbringseln,

aber auch Zahnpasta oder

Klopapier wechselten von einem

Boot aufs nächste. Inzwischen hatten

wir sicherheitshalber unsere

Botschaften informiert. Obwohl

sie konkret nicht viel für uns tun

konnten, war es doch beruhigend zu

wissen, dass sie helfen wollten und

unsere tägliche Position abfragten.

Ursprünglich hatten wir gedacht,

dass es klug sei, möglichst schnell

zum Suez-Kanal und ins Mittelmeer

zu segeln. Als es dann hieß, dass

auch dort alle Häfen geschlossen seien,

machte das nicht mehr viel Sinn.

Besonders, da wir keine Ahnung

hatten, wo und wann wir wieder

Diesel bekommen könnten.

Da aber die Vorräte, so wir weiter

teilten, für alle mehr oder weniger

reichen würden, entschieden wir

uns, immer wieder auf das passende

Wetter zu warten und nicht gegen

den – leider ständigen – Nordwind

anzumotoren. Natürlich hieß das

auch, immer wieder illegal in Buchten

von Ländern zu ankern, offiziell

einklarieren konnten wir ja nirgends

mehr. Das bedeutete auch, jedes Mal

damit rechnen zu müssen, dass uns

Marine oder Militär aufgreifen und

wegschicken würden. Wir konnten

nur hoffen, dass man unsere Situa ­

tion verstehen würde.

WIE DIE PESTSCHIFFE

IM MITTELALTER

Leider war das Wetter überhaupt

nicht auf unserer Seite. So mussten

wir ca. 15 sm nördlich von Massawa

in Eritrea noch einmal für mehrere

Tage ankern und waren somit nur

wenige Meilen von jenem Ort

entfernt, an dem der türkische

Katamaran Murat Reis nur kurze

Traumhafte

Herbsttörns

Ob aktuelle Rest -

wochen oder für die

nächste Saison – wir

sind immer für Sie da.

Infos und Angebote:

charter@trend-travel-yachting.com

www.trend-travel-yachting.com


Zypern

Ägypten

Sudan Rotes Meer

Eritrea Jemen

Indien

Sri Lanka

Thailand

Indischer Ozean

Begegnung mit

einem Fischerboot

in Eritrea.

Zeit später entführt wurde. Mit

dem nächsten Südwind schafften

wir es bis in den Sudan und ankerten

in einer weitläufigen Bucht. Einige

Tage waren wir unbehelligt, dann

passierte, womit alle ohnehin gerechnet

hatten: Ein Militärschiff näherte

sich. Mit vorgehaltenen Waffen

fuhren sie sehr flott auf uns zu und

bremsten erst im letzten Augenblick

ab. Wir standen mit den Kindern an

Deck, lächelten und winkten.

Was sollten wir auch sonst tun?

Immerhin ließen sie daraufhin die

Waffen sinken. Einen Tag noch

durften wir bleiben, länger nicht.

„Wie die Pestschiffe im Mittelalter

sind wir unterwegs“, stellte dann

auch der Schwede Sven aus unserem

Konvoi fest, „niemand will uns“.

Langsam ging es an der Küste des

Sudans entlang nach Norden. Auch

wenn wir nirgendwo an Land durften,

genossen wir die wunderschönen

Buchten und Ankerplätze versteckt

hinter den Riffen. Bei den

Einfahrten hatten wir auf dem vordersten

Schiff meist eine Person auf

dem Mast als Ausguck, denn selbst

die elektronischen Seekarten stim­

Oben: Endlich im Suezkanal. Links unten: Keine Butter auf dem Brot, aber einen Friseur auf dem Nachbarschiff.

Rechts unten: Wasser ist ein knappes Gut, daher duschen nur mit einem Liter pro Person.

men an der sudanesischen Küste

häufig nicht genau. Die KAP-Files

jedoch waren eine große Hilfe.

NACH 80 TAGEN WIEDER FREI

Wochenlang sahen wir niemanden

außer die Menschen in unserem

Konvoi. In Ägypten, südlich von

Hurghada, näherte sich wieder einmal

ein Boot unserem Ankerplatz.

Würden wir wieder einmal vertrieben?

Nein, zum ersten Mal kamen

freundlich gesinnte Menschen. Der

Kapitän des Tauchbootes bot sofort

an, für uns einkaufen zu gehen. Wir

konnten unser Glück kaum fassen.

Nach Wochen bekamen wir wieder

Obst und Gemüse.

Das erste Mal wieder Land betreten

haben wir im Yachtclub Ismailia,

mitten im Suez-Kanal, nach fast 60

Tagen. Dort durften wir uns zwar

nur auf dem Clubgelände bewegen,

aber das war schon ein Fest!

Im Konvoi segelten wir weiter ins

Mittelmeer. Zypern war zu dem

Großputz in Ismailia, Ägypten,

der Wüstensand muss weg.

36 5/2020


Zeitpunkt das einzige Land, das Yachten

aufnahm. Konkret hieß das „Quarantäne“

am äußersten Ende des Hafens, aber

das machte uns nichts mehr aus. Man

tat alles, uns uns das Leben so angenehm

wie möglich zu machen – und vor

allem: Wir fühlten uns zum ersten Mal

seit langer Zeit wieder willkommen!

Wir konnten online im nächsten

Supermarkt einkaufen, durften die

Duschen am Ende des Stegs benutzen,

hatten Wasser und Strom und unsere

Buddy-Boats aus dem Roten Meer an

unserer Seite. Nach acht Tagen gab es

dann plötzlich Lockerungen. Wir mussten

den Corona-Test machen und waren

24 Stunden später freie Menschen. Nach

insgesamt fast 80 Tagen waren wir zum

ersten Mal wieder legal in einem Land!

DIE FREIHEIT, IN EINEN SUPER-

MARKT GEHEN ZU KÖNNEN

Im Nachhinein gibt es viele Gedanken –

und Emotionen – zu dieser so bizarren

Corona-Zeit im Roten Meer. Völlig aufgewühlt

waren wir von der Nachricht,

dass der türkische Katamaran Murat Reis

in Eritrea entführt wurde. Die Australier

aus unserem Konvoi waren die letzten,

die vor Dschibuti Kontakt mit ihnen

gehabt hatten und während der Entführungszeit

in Kontakt mit den Familien in

der Türkei standen. Nach drei Monaten

kamen sie zum Glück frei. Mich persönlich

hat v. a. beschäftigt, ständig

und überall illegal und somit ja auch

ungewollt zu sein.

Die knapper werdenden Lebensmittel

waren nicht so schlimm. Wir haben

nicht gehungert, aber irgendwann war

klar, dass wir nur noch alle drei Tage

Brot backen konnten und eventuell der

Tag kommen würde, an dem nackte

Nudeln zum Frühstück serviert würden.

Der Kühlschrank war wochenlang komplett

leer, auch Obst und Gemüse hatten

wir lange Zeit nicht. Die Freiheit, in einen

Supermarkt gehen zu können, genießen

wir nun umso mehr und ich hoffe,

dass wir uns die Dankbarkeit für diese

alltäglichen Dinge wie z. B. ein Einkauf

auf dem Markt oder ausreichend Wasser

zu haben bewahren.

Eine ganz besondere Erfahrung war

der Zusammenhalt in unserem Konvoi.

Wir waren ein kunterbunter Haufen –

14 Menschen im Alter von 7 bis 70 Jahren

aus zehn Nationen mit der einzigen

Gemeinsamkeit, zur Corona-Zeit im Roten

Meer unterwegs zu sein. Es gab in all

diesen Wochen keinen einzigen Streit,

dafür viel gegenseitige Hilfe und Unterstützung,

auch emotional. Es gab gemeinsame

Feste ganz ohne Alkohol, den

hatte niemand mehr, und mit immer

dürftigeren gemeinsamen Buffets,

aber mit toller Stimmung. Sogar einen

70. Geburtstag haben wir an einem einsamen

Ankerplatz im Sudan gefeiert.

In Zypern trennten sich unsere Wege

nach drei gemeinsamen und sehr intensiven

Monaten. Corona aber hatte uns

für immer zusammengeschweißt.

Gemeinsam durch die Corona-Krise und das Rote Meer: Die Schweden

Sven und Lisa von der SV Randivag, Jim und Barbara (USA) von der

SV Complexity mit ihrer deutsch-italienischen Crew Lukas und

Elis, die Australierin Terry und der Engländer/Neuseeländer Mike von

der Revision Ii, Anita (Schweiz) und Pierre (Frankreich) von der SV

Xamala. Polarwind: Osvaldo aus Chile, Jutta und Theo Deutschland,

Antonia Argentinien.

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Wissen und Meer

Das Logbuch.

Lästiges

Übel oder

gute Seemannschaft?

FOTO: SHUTTERSTOCK

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Ausbildungs referent

des Yacht Club Austria,

dem größten Yachtclub

Österreichs. Er ist passionierter

Fahrtensegler

und hat insgesamt so

um die 20.000 See -

meilen in seinen Log -

büchern dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

Da sitze ich am Navitisch, fest

verkeilt, damit mich die

bockende Yacht nicht abwirft.

Wir segeln am Wind, der mit 25

Knoten – in den Böen bis 28 Knoten

ganz ordentlich bläst. Am Karten ­

plotter kann ich den Kurs gut mit ­

verfolgen, die elektronische Wegpunktnavi

gation gibt mir den

Hinweis, wir können jetzt wenden,

und haben dann einen Anliegerkurs

direkt zum Tagesziel. Der Computer

rechnet permanent mit und alle

60 Sekunden wird der Standort

gespeichert.

Mann oh Mann, wie haben die

Skipper und Navigatoren das früher

gemacht, mit Logbucheintragungen,

Standortbestimmung, Abdrift durch

Strom und Wind berechnen, mit

klammen Fingern den Bleistift so zu

halten, dass die Mine nicht abbricht

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Brauchen wir heute überhaupt

noch ein Logbuch? Hat das

Computerzeitalter im 21. Jh. das

gute alte Logbuch obsolet gemacht?

Damit gleich klar Schiff

ist: Das Logbuch wird als Dokument

gewertet, in straf- und

zivilrechtlichen Verfahren wird

es als Beweismittel herangezogen.

Auf kroatischen Yachten (Char ­

ter yachten!) ist die Führung des

Logbuchs verpflichtend. Aber:

Auf österreichischen Yachten gibt

es keine gesetzliche Pflicht zur

Führung eines Logbuchs.

Nur: Kann der Skipper im

Streitfall kein Logbuch vorweisen,

hat er die schlechteren Karten,

weil er eben keinen Beweis vor ­

legen kann. Beispiel gefällig?

Während eines Anlegemanövers

springt ein Crewmitglied an

Land, rutscht aus und bricht sich

den Arm. Steht im Logbuch, dass

eine Einweisung vor Törnantritt

durchgeführt und dabei ausdrücklich

hingewiesen wurde,

dass „Springen“ ein absolutes

No-Go sei, hat sich der Skipper

damit haftungsfrei gestellt.

Und sollte sich ein Crewmitglied

in späteren Jahren zum

Skipper weiter ausbilden, so

muss der Nachweis seiner seemännischen

Praxis durch ein

Logbuch erfolgen.

WAS SOLL INS LOGBUCH?

In erster Linie natürlich die Angaben

des Törns: Abfahrt, Ankunft,

wer in welcher Funktion

an Bord ist, die Aufgabenverteilung,

Ereignisse, allfällige Pannen,

Mängel auf einer Charter yacht.

Es ist auch ratsam, Sicherheitseinweisungen

einzutragen, Segelund

Motoreinstellungen, Wetterberichte,

Kurse, Beobachtungen,

aber auch Notrufe, die über Seefunk

empfangen werden und

Das Logbuch wird als Dokument gewertet,

in straf- und zivilrechtlichen Verfahren gilt

es als Beweismittel.

Navtex-Suchmeldungen. Damit

komme ich ins Computer-Zeitalter:

Es gibt viele Apps, welche die

Logbucheintragungen erleichtern:

Die Tagestracks werde automatisch

mitgeschrieben, Distanzen,

Zeiten, Positionen, um all

das kümmert sich der Computer.

Per Hand werden aber dennoch

die aktuellen Ereignisse, die

Checks, (Motor, Pantry, Wasser,

Diesel u. v. m.) eingetragen.

MEIN FAZIT:

• Die Führung eines Logbuchs

ist zum Selbstschutz des Skippers

und der Crew not wendig!

• Ein gut geführtes Logbuch entspricht

guter Seemannschaft!

• Ob das Logbuch in gebundener

Buchform, in Form einzelner

Blätter (= Kladden) oder mittels

Tablet bzw. Laptop geführt

wird, ist Geschmackssache.

• Ich empfehle allerdings die

handschriftliche Führung des

Logbuches – im Falle eines

Unfalles müsste ich der Hafenpolizei

oder Küstenwache mein

Tablet aushändigen.

• Elektronische Logbücher/Apps

sind hinsichtlich gefahrener

Tracks genauer als die händisch

geführten Aufzeichnungen.

• Ich habe ein kleines Notizbuch,

da rin notiere ich während des

Törns meine Beobachtungen.


FOTO: SHUTTERSTOCK

Steuervorteil

Viel Frust wegen

weniger USt?

Deutschland hat die Umsatzsteuer um drei Prozent gesenkt. Welche Auswirkungen

hat das auf den österreichischen Bootsmarkt? Wir haben drei Händler befragt.

Um den Handel anzukurbeln,

hat Deutschland am 1. Juli die

Umsatzsteuer (USt) für ein

halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent

gesenkt. Das betrifft auch Boote, die

nun, falls der Händler die USt-Senkung

an die Kunden weitergibt, um

drei Prozent billiger werden. Wandern

jetzt viele kaufwillige Bootskunden

nach Deutschland ab? Und

ist es wirklich so einfach, sich als österreichischer

Kunde in Deutschland

ein (billigeres) Boot zu kaufen? Wir

haben bei Bernhard Prillinger von

TopYacht, Linz, Hannes Grassl von

Trend Travel & Yachting, Kirchbichl,

und Robert Mayr von Boote Mayr,

Linz nachgefragt.

Geht‘s nach Bernhard Prillinger,

wird es zu Marktverzerrungen

kommen. Ob es sich für heimische

Kunden auszahlt, in Deutschland

zu kaufen? „Es kommt darauf an, ob

der deutsche Bootshändler das Neuoder

Vorführboot, das ein Österreicher

kauft, korrekt versteuert. Wichtig

sind die Länge und der dauerhafte

Verbringungsort des Bootes.“

Dazu erläutert Hannes Grassl:

„Bei Schiffen über 7,5 Meter

Länge gilt die USt des Übergabe-

Landes. Es ist also unerheblich,

ob der Verkäufer eine deutsche

oder österreichische Firma ist.

Bei Verwendung des Bootes in

Österreich muss der Händler die

österreichische USt verrechnen,

ist der Heimathafen in Kroatien

die kroatische, usw.

Bei neuen Booten unter

7,5 Meter bezahlt der Käufer hingegen

die deutsche USt. Wenn

das Boot dann aber gleich nach

Österreich gebracht wird, muss

die Differenz der USt nachbezahlt

werden.“

Alles in allem sieht Hannes

Grassl durch die USt-Senkung in

Deutschland keine Probleme für

österreichische Yachthändler.

„Bei Schiffen über 7,5 Meter, die

in Deutschland übergeben werden,

kann man ja auch als österreichischer

Händler die verminderte,

deutsche USt verrechnen.

Wir werben sogar damit bei

unseren deutschen Kunden!“

Robert Mayr weist darauf hin,

dass die vergünstigte USt nur bis

Ende dieses Jahres gültig ist und

dass sie nur bei Booten gilt, die

auch heuer noch ausgeliefert werden.

„Da es aber bei fast allen Marken

nur mehr sehr wenige freie

Yachten oder Boote zu bestellen

gibt, die heuer noch lieferbar sind,

wird es klar einen Engpass geben.

Ich habe mit einigen deutschen

Händlerkollegen gesprochen und

alle berichten, dass der Verkauf

extrem angestiegen ist!“

Eine Idee, wie man auch hierzulande

den Verkauf steigern könnte?

„Für uns als österreichischer

Händler wäre es schön, wenn

die Bundesregierung nicht für ein

Flickwerk an Förderungen und

Versprechungen sorgt, sondern

auch wie in Deutschland für alle

einheitlich die USt absenkt, also

z. B. von 20 auf 17 Prozent! Zur

Zeit blickt eh niemand mehr so

richtig durch – mit einer allgemeinen

Absenkung der USt aber

könnte die Wirtschaft auch bei

uns angekurbelt werden!“

5/2020 39


Die Lärmvers

der Meere

Meeresschildkröten können zwar lange unter Wasser bleiben,

aber auch 40 sie müssen von Zeit zu Zeit 5/2020 Luft holen. Sie wärmen

sich auch gerne an der Wasseroberfläche und können vor

schnellen Motorbooten nicht immer rechtzeitig abtauchen.


chmutzung

Mein Stress wächst von Sekunde zu Sekunde. Ich bin freitauchend in acht Meter Tiefe unterwegs und habe soeben eine

Steckmuschel fotografiert. Als es Zeit wird aufzutauchen höre ich, dass sich ein Motorboot mit hoher Geschwindigkeit nähert.

Das bedrohliche Geräusch wird immer lauter, die Richtung seiner Annäherung ist unter Wasser nicht festzustellen. Ich versuche,

so lange wie möglich den Atem anzuhalten, tauche Richtung Ufer und bereue, dass ich ohne Taucherboje unterwegs bin.

Der Motorlärm ist jetzt schon erschreckend laut, aber es nützt nichts, ich muss zum Atmen auftauchen … und im

nächsten Moment schießt das Motorboot in weniger als fünf Meter Entfernung an mir vorbei. Text REINHARD KIKINGER

Der Ort des Geschehens

war eine kleine Bucht

an der Küste Istriens.

Obwohl ich in Ufernähe

unterwegs war, hätte ich nicht

ohne Taucherboje schnorcheln

und tauchen sollen. Der Motorbootfahrer

hat sich schlicht kriminell

verhalten, indem er in eine

Bucht mit hohem Tempo einfährt

und auch in unmittelbarer Ufernähe

nicht vom Gas geht. Jedenfalls

bekam ich ein Gefühl dafür,

was es heißt, zum Atmen auftauchen

zu müssen, obwohl bedrohliche

und nicht lokalisierbare

Lärmquellen in der Nähe sind.

Wie kommen Meerestiere damit

zurecht, die ebenfalls Luft atmen

müssen? Was bedeutet das für

Meeresschildkröten und für Wale?

Wie sieht es generell mit der

Lärmbelastung im Meer aus?

REINHARD KIKINGER

ist Meeresbiologe und

langjähriger Kursleiter

an der Universität Wien,

an Feldstationen im

Mittelmeer und auf den

Malediven.

FOTO: PRIVAT

FOTO: SHUTTERSTOCK

SCHALLAUSBREITUNG

UNTER WASSER

An Land fällt es uns leicht, die

Richtung festzustellen, aus der uns

Geräusche erreichen. Unsere beiden

Gehör-Sinnesorgane sind

weit genug voneinander entfernt,

um den Laufzeitunterschied der

eintreffenden Schallwellen zu detektieren.

Daraus können wir

rückschließen, in welcher Richtung

die Lärmquelle liegt. Unter

Wasser funktioniert das nicht

mehr, weil die Schallgeschwindig­

5/2020 41


Lärmverschmutzung der Meere

Während wir uns hauptsächlich optisch orientieren, ist für

Wale wie diesen Buckelwal (Megaptera novaeangliae) die

akustische Orientierung entscheidend. Die zunehmende Lärmverschmutzung

der Ozeane kann für sie problematisch sein.

Diese Orientalischen Süßlippen (Plectorhinchus vittatus) ruhen tagsüber im Schatten einer

Tischkoralle. Mit Einbruch der Dämmerung werden sie aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Mit ihren

Schlundzähnen erzeugen sie grunzende Geräusche, die von der Schwimmblase verstärkt werden.

Die geselligen Delfine (Delphinus capensis) kommunizieren mit

einer Vielzahl von Lauten, es wird geschnattert und geklickt.

FOTOS: REINHARD KIKINGER (1), NAUTILUS MINERALS (1), SHUTTERSTOCK (7)

keit von der Dichte des Mediums

abhängig ist. Im Meerwasser breiten

sich Schallwellen etwa viermal

so schnell aus wie in der Luft. Den

dementsprechend kleineren Laufzeitunterschied

zu unseren beiden

Gehörorganen kann unser Sinnessystem

nicht mehr auflösen, die

Richtung des eintreffenden Schalls

können wir unter Wasser nicht

mehr erkennen. Am Beispiel des

Motorbootes: Als Taucher hören

wir durch die zunehmende Lautstärke,

dass es näher kommt, können

aber nicht feststellen, aus welcher

Richtung es herankommt.

SCHWEIGENDE

UNTERWASSERWELT?

Der französische Ozeanograf

Jacques-Yves Cousteau (1910–

1997) befuhr mit dem Forschungsschiff

Calypso die Weltmeere und

drehte spektakuläre Unterwasser-

Dokumentarfilme. Einer davon

war „Die schweigende Welt“ (Originaltitel:

Le Monde du silence),

veröffentlicht im Jahr 1956.

Im Vergleich zur lärmenden Welt

an Land geht es unter Wasser tatsächlich

viel leiser zu, aber ist es

wirklich eine schweigende Welt?

Versuchen wir einmal bei einem

Tauchgang die Luft kurz anzuhalten,

die optischen Reize auszublenden

und uns nur auf unser Gehör

zu konzentrieren. Vorausgesetzt,

dass Nebengeräusche wie Motorenlärm

nicht vorhanden sind, dann

werden wir ein leises Knistern

wahrnehmen. Das wird von Plankton

erzeugt! Die Hauptkomponente

des marinen Zooplanktons sind

Kleinkrebse (Copepoda, Ruderfußkrebse).

Die Myriaden der wenige

Millimeter großen Krebse besitzen

gelenkige Gliedmaßen und Mundwerkzeuge,

deren stetige Bewegung

das knisternde Geräusch erzeugt.

Wenn wir in einem tropischen Ko­

Die Spielwiese für die

einen ist Lebensraum

für die anderen. Flache

Küstengewässer sind die

Kinderstube vieler Meerestiere.

Was würden wir

sagen, wenn in unseren

Kindergärten dröhnende

„Außerirdische“ just

for fun herumrauschen

würden?

42 5/2020


allenriff tauchen, dann sind neben

diesem knisternden Hintergrundgeräusch

auch ganz spezifische

Lautäußerungen von Riffbewohnern

zu hören.

SINGENDE FISCHE

Es zählt zu den weitverbreiteten

Irrtümern, dass Fische stumm wären.

Es stimmt, dass sie nicht aufschreien,

wenn sie am Angelhaken

hängen. Sie verfügen auch über

keine Mimik, mit der sie Schmerzen

Ausdruck verleihen könnten.

Ihre Welt ist eben eine andere als

unsere, mit Kommunikationskanälen,

die uns fremd sind.

Tauchen wir allerdings in ihre

Welt ein und messen mit akustischen

Loggern die Geräusche,

die für unsere Ohren nicht wahrnehmbar

sind, dann enthüllen

sich unerwartete Ergebnisse.

Am australischen Great Barrier

Reef haben Wissenschaftler Fischgesänge

aufgenommen. Die Laut ­

erzeugung erfolgt bei verschiedenen

Fischarten durch unterschiedliche

Mechanismen. Die Geräusche

der einzelnen Fische überlagern

sich im fischreichen Korallenriff zu

einem Chor, der ähnlich wie Vogelgesang

vor allem in den Morgenund

Abendstunden einsetzt. Beteiligt

sind daran unter anderem Riffbarsche,

Fledermausfische, Rotfeuerfische,

Süßlippen, Kaiserfische

und viele weitere Arten. Wozu soll

der Gesang dienen?

Bei nachtaktiven Fischen helfen

die Lautäußerungen wahrscheinlich

dem Zusammenhalt der Gruppe.

Tagaktive Fische markieren und

verteidigen ihr Revier durch diese

akustischen Grenzpflöcke. Eine

weitere Funktion der Lautproduktion

ist wohl die Anlockung von

Partnern.

WALGESÄNGE

Im Gegensatz zu den Lautäußerungen

von Fischen und von anderen

Rifforganismen sind die akustischen

Verhaltensweisen von Meeressäugern

gut untersucht. Seit langem

ist das reichhaltige Repertoire

der Delfine und der großen Walarten

bekannt.

Die geselligen Delfine kommunizieren

innerhalb ihrer Schulen

durch Klicken, Pfeifen und Schnattern.

Zur Orientierung werden

niederfrequente Klicks ausgesandt,

deren Echo empfangen und interpretiert

wird. Mit Hilfe dieses

Echolots können Delfine auch in

absoluter Dunkelheit manövrieren.

Die großen Bartenwale wie Blauund

Finnwale kommunizieren über

sehr tiefe Signale, die bis 20 Hertz

herab reichen und eher wie ein

Seebeben vibrieren als wie Töne

klingen. Die Buckelwale sind für

ihre langen und abwechslungsreichen

Gesänge bekannt, die Liedern

mit regelrechten Melodien gleichen.

Wasser leitet Schall nicht nur

schneller als Luft, sondern auch

Wie Mineralien vom Meeresboden

abgebaut werden könnten.

Rücklauf

Abbau-Hilfsschiff

Steigrohr

Kobalt-Kruste Meeresboden-Massivsulfide Polymetallische Knollen

Restmaterial

wird zurück

ins Wasser

gepumpt

800–2.500 m

Tiefe

Kobaltreiche

Ferromangan-

Schichten

1.000–4.000 m

Tiefe

Grundbearbeitungsmaschinen

Massivsulfid-

Vorkommen

Knollendepot

Lokalisierung

durch

Sedimentbeschneidung

Sedimente

4.000–6.500 m

Tiefe

Meerbodenpumpe

Unterwasser-Bergbau. Das ist wohl die ultimative Zerstörung noch kaum erforschter

Ökosysteme. Es ist zu befürchten, dass wegen des Rohstoffhungers unserer Wohlstandsgesellschaft

diese Technik zunehmend eingesetzt werden wird.

Tiefsee-Monster. Diese tonnenschweren Maschinen sollen auf Tiefseeböden Mineralien

schürfen. Die Schäden, die in diesem extremen Lebensraum angerichtet werden, verheilen

auch in Jahrzehnten (Jahrhunderten?) nicht. Die Lärmentwicklung ist im Vergleich

zur großflächigen Zerstörung des Tiefseebodens und der gewaltigen Sedimentation wahrscheinlich

noch das geringere Übel.

CHINA CONFERENCE 2019

„Es zählt zu den weitverbreiteten Irrtümern, dass Fische stumm wären.“

Der Ozean als Verkehrsweg. Flotten von Kreuzfahrt -

schiffen, Containerschiffen und Supertankern befahren

die Weltmeere und hinterlassen akustische Spuren.

5/2020 43


Lärmverschmutzung der Meere

Offshore-Bohrinseln:

Ihre Unterwasser-

Strukturen entwickeln

sich oft zu einem

Siedlungsraum für

eine Vielzahl sessiler

Meeresorganismen.

Negative Effekte sind

potentielle Verschmutzung

durch Öl und Lärm.

Offshore-Windräder: Sie

sind Hoffnungsträger für

nachhaltige Stromerzeugung

in großem Maßstab.

An Land gibt es gegen

Windräder Einwände wegen

optischer Beeinträchtigung,

Lärmbelästigung und Vogelsowie

Insektentod. All das

fällt bei Offshore-Windfarmen

weg. Interessant wäre

allerdings zu wissen, ob die

rotierenden Flügel Vibrationen

übertragen und dadurch

neue, niederfrequente

Störquellen unter Wasser

freisetzen.

Quellen

New Scientist, 21. Sept. 2016. Fish recorded singing dawn chorus on reefs just like birds.

è www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/wale-und-delfine/

è chinadialogueocean.net/6682-future-deep-seabed-mining/

viel weiter. Das ermöglicht es

Walen, über weite Strecken zu

kommunizieren, sozusagen

Ferngespräche zu führen. Speziell

die Wasserschicht zwischen

ca. 600 und 1.200 Metern

Tiefe wirkt mit ihrer

sprunghaften Änderung von

Temperatur, Salzgehalt und

Druck wie eine Art Telefonkabel.

Manche Walforscher vermuten,

dass sich ein Buckelwal

im Indischen Ozean auf

diese Weise mit einem Artgenossen

im Pazifik unterhalten

kann.

LÄRMVERSCHMUTZUNG

DER OZEANE

Wenn von der Verschmutzung

der Meere die Rede ist, dann

haben wir Müll jeder Art vor

Augen. Besonders medienpräsent

ist Plastikmüll, vom Mikroplastik

bis zum Kunststoffkanister.

Aktueller Neuzugang

des marinen Plastikmülls: Corona-Desinfektionskleidung,

Handschuhe und Masken.

Bei gegebenem Anlass wie

Tanker unglücken schafft es

auch Ölverschmutzung in die

Nachrichten. Der von Land

bekannte Begriff der Licht ­

verschmutzung spielt zunehmend

auch unter Wasser eine

Rolle. Von der Lärmverschmutzung

der Meere wird

jedoch selten berichtet.

Das mag daran liegen, dass

wir als „Augentiere“ vor allem

visuell wahrnehmbare Ver ­

änderungen registrieren.

Die Welt der Geräusche unter

Wasser ist nicht die unsere.

Aber es ist die Welt der Meeresbewohner

und wir greifen

massiv in diese Welt ein.

Der von uns produzierte,

submarine akustische Smog

hat viele Quellen. Das reicht

von Jetskis bis zu Kreuzfahrtschiffen,

von Bohrinseln bis

zu Supertankern, von seismischen

Explorationen bis zum

geplanten Unterwasser-Bergbau.

Von militärischen Operationen

ganz zu schweigen.

Wir wissen noch sehr wenig

über mögliche Auswirkungen

auf Orientierung, Wanderver ­

halten, Kommunikation und

Stress-Belastung der Meerestiere

durch diese neue Form

der Meeresverschmutzung.

Wie so oft wird sich das wahre

Ausmaß wohl erst später

herausstellen.


„Walforscher vermuten, dass sich ein Buckelwal im Indischen Ozean

mit einem Artgenossen im Pazifik unterhalten kann.“

Leise, elegant, ökologisch – Wind und Sonnenergie sind wunderbare Hilfsmittel, um das Meer auf umweltfreundliche Art und Weise zu befahren und zu genießen.

FOTOS: SILENT YACHTS (1), SHUTTERSTOCK (3)

44 5/2020


EU-Bürgerinitiative

Gesundhait!

Schluss mit dem Handel von Haiflossen! Um dieses Ziel zu erreichen, ruft der Verein Sharkproject

mit der Europäischen Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ die EU-Kommission auf,

klare Verordnungen gegen das blutige Geschäft zu erlassen.

Text TAHSIN ÖZEN | Fotos SHARKPROJECT

Seit 2013 verbietet die „Fins

Naturally Attached“-Verordnung

der Europäischen Union

ausnahmslos das Aufbewahren,

Umladen und Anlanden jeglicher

Haiflossen in EU-Hoheitsgewässern

und auf allen EU-Schiffen.

Die Flossen müssen auf natürliche

Weise mit dem Tierkörper verbunden

bleiben, bis das jeweilige Schiff

im Hafen eines EU-Mitgliedlandes

entladen wird. Erst nach dem

Entladen dürfen die Flossen für den

Export vom Hai abgetrennt werden.

Dennoch sind die Europäer

Spitzenreiter im weltweiten Handel

mit Haiflossen. Aus der EU werden

pro Jahr durchschnittlich knapp

3.500 Tonnen Flossen(!) – überwiegend

nach Asien – exportiert. Eine

seriöse Kontrolle der „Fins Naturally

Attached“-Verordnung auf den

Fangschiffen ist daher allein schon

aufgrund dieser großen Mengen

Schützen und erforschen:

Ein Hai wird mit

einem Sender markiert.

unmöglich. Einzige Lösung, um das

Abschlachten von Meeresbewohnern

nur um ihrer Flossen Willen

zu beenden: Dieses blutige Geschäft

muss gänzlich verboten werden.

Um dieses Ziel zu erreichen,

wurde eine EU-Bürgerinitiative

gestartet, die auch von anderen

Umweltschutzorganisationen wie

Sea Shepherd und die Deutsche

Stiftung Meeresschutz mitgetragen

wird.

EINE MILLION UNTERSCHRIFTEN

Um die Politik endlich zum Handeln

zu bringen, sind eine Million

Unterschriften von EU-Bürgern

aus mindestens sieben EU-Ländern

nötig. Seit Februar kann deshalb

jeder EU-Bürger im Rahmen der

(für ein Jahr) laufenden Bürgerinitiative

seine Stimme abgeben, um

den Handel mit Haiflossen in Europa

zu beenden und so dieser äußerst

brutalen und verschwenderischen

Ausbeutung unserer Meere

Einhalt zu gebieten.

Haie und ihre biologische Rolle

als Topräuber im Meer spielen eine

bedeutende Rolle, um die Zukunft

des Ökosystems Meer zu sichern!

Unterstützen daher auch Sie die

Bürgerinitiative – jede Stimme

zählt – unter folgendem Link:

è www.stop-finning.eu

Mehr über Sharkproject unter

è www.sharkproject.org

5/2020 45


FOTO: VERANSTALTER

Herbstmessen

Messen ohne

Es gibt wieder Boat-Shows! In Cannes, Friedrichshafen, Genua und Biograd bereitet man sich derzeit vor,

die Trends für 2021 zu präsentieren. Unterschiede zu den letzten Jahren? Vielleicht nicht ganz so viele Events

und Programme, dafür eine lockerere Atmosphäre. Wobei mit „locker“ nicht nur die Stimmung, sondern

auch die Besucherverteilung gemeint ist.

Text WOLFGANG GEMÜND

Nach dem Lockdown im Frühjahr

und dem vorsichtigen

Ankurbeln im Sommer öffnen

jetzt im Herbst auch wieder die

Messen ihre Pforten. Was darf man

sich erwarten und wie reagieren

die Organisatoren auf die erhöhten

Sicherheits- und Hygiene-Anforderungen?

Ein Überblick.

8. BIS 13. SEPTEMBER:

CANNES YACHTING FESTIVAL

Europas bedeutendste Bootsmesse zu

Wasser wird auch heuer wieder den

Reigen der herbstlichen Boatshows

anführen. Aber nicht nur deshalb

steht das Cannes Yachting Festival

im Rampenlicht. Man wird auch

erstmals sehen, wie das Thema

„Sicherheit“ in Pandemie-Zeiten

behandelt wird. Die Maßnahmen

sehen u. a. strengere Maskenpflicht,

Regulierung der Besucherströme,

digitale Eintrittskarten, viel Desinfektions

mittel, Social Distancing –

und die rasche Isolation von Personen

mit Corona-Symptomen vor.

Mit Rekordzahlen bei Ausstellern

und Neuheiten ist daher heuer gewiss

nicht zu rechnen, aber 400 Boote

von 3 bis 43 Meter Länge (voriges

Jahr waren es 650) und 127 Premieren

sind trotzdem eine würdige Ansage.

Wie erstmals im vergangenen

Jahr ist die Ausstellung auch heuer

zweigeteilt: Im Vieux Port werden

die Motoryachten zu Hause sein,

der Porto Canto ist den Seglern

gewidmet.

Österreich wird in Cannes

prominent präsent sein, z. B. mit der

Frauscher 1212 Ghost. Sie feiert in

Cannes nicht nur ihre Weltpremiere,

sondern wurde von uns davor auch

schon auf dem Gardasee probegefahren,

Bericht ab Seite 54.

Sunbeam wird Österreich bei

den Seglern mit der 40.1 und

dem Flaggschiff 46.1 vertreten.

è www.cannesyachtingfestival.com

19. BIS 27. SEPTEMBER:

INTERBOOT, FRIEDRICHSHAFEN

„Mit Abstand einmalig“ heißt der

diesjährige Claim der Interboot.

Auch in Friedrichshafen will man

ein strengeres Sicherheitskonzept

um setzen, das genügend Raum

für Aussteller und Besucher – ausschließlich

Online-Tickets, Maskenpflicht

sowie umfangreiche Gesundheits-

und Hygienemaßnahmen

– beinhalten wird. Statt der üblichen

500 Aussteller rechnet man heuer

mit nur 200.

46 5/2020


Cannes Yachtimg Festival,

8. bis 13. September.

Salone Nautico, Genua,

1. bis 6. Oktober.

FOTO: TACCOLA

Interboot, Friedrichshafen,

19. bis 27. September.

FOTO: VERANSTALTER

Massen

Mit dem komprimierten Angebot

verstärkt man nochmals den Anspruch,

eine Publikumsmesse zu

sein, bei der die Besucher sehr viel

erwerben und selbst ausprobieren

können. Das umfangreiche Vortragsprogramm

der Interboot Academy,

das Segel- & Reise-Kompetenz-Center,

ein Trailertraining und

die Interboot Trophy runden das

Angebot ab.

è www.interboot.de

Biograd Boat Show,

21. bis 25. Oktober.

FOTO: VERANSTALTER

1. BIS 6. OKTOBER:

SALONE NAUTICO, GENUA

Um zwei Wochen nach hinten verschoben

wurde der Salone Nautico

in der Fiera di Genova, die heuer ihr

60-Jahre-Jubiläum feiert. Auch hier

wird es nur online Tickets geben,

zudem arbeiten die Organisatoren

an einem flexiblen Standlayout, das

sich an unterschiedliche Szenarien

anpassen lässt.

Die Nachfrage nach Ausstellungsfläche

ist größer als erwartet, die

großen und viele kleinere italienischen

Werften sollen vertreten sein.

Neu sind die eigenen Bereiche für

Superyachten und Außenborder.

è www.salonenautico.com

21. BIS 25. OKTOBER:

BIOGRAD BOAT SHOW

Auch in Biograd hat man auf die

veränderte Situation reagiert. Um die

Besucherzahlen besser zu verteilen,

wird die Messe einen Tag länger

dauern. Wie die anderen Bootsmessen

arbeitet man an einen Katalog

von Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen.

Traditionsgemäß ist

die Biograd Boat Show – die größte

Bootsmesse in CEE-Raum und der

wichtigste Treffpunkt für Kroatiens

Yachting-Industrie – vor allem für

Besucher aus dem Ausland nicht nur

ein Ort, um Geschäfte zu machen,

sondern auch ein Grund, um noch

ein letztes Mal der Adria „Servus“ zu

sagen. Schauplatz ist die Marina

Kornati, unmittelbar vor den Toren

der bezaubernden Altstadt.

è www.bbs.com.hr

5/2020 47


Motorboot-Neuheiten

4 Takte zum

Von 6,71 bis 45 Meter, vom

Einsteigermodell in die

Weekender-Klasse bis zur

Superyacht: Wir haben uns

umgeschaut und einen mit dem

Maßband sortierten Überblick

über die kommenden Neuheiten

bei den Motoryachten zusammengetragen.

6,71 m : JEANNEAU MERRY

FISHER 605 SERIE 2

Das Einsteigermodell der Weekender-Reihe

besticht durch seine

kompakten Abmessungen und die

leichte Trailer-Möglichkeit. Trotz

der Kürze verfügt die Baby-Merry-

Fischer über vier Kojen und sorgt

dank eines Schiebebanksystems für

eine optimale Nutzung der Flächen

an Bord. Ebenfalls ganz neu im

Jeanneau-Programm: Merry Fisher

795 Serie 2 und Cap Camarat 10.5

WA Serie 2. In Österreich erhältlich

bei Boote Mayer in Linz, das kürzlich

von Jeanneau zum Händler des

Jahres 2020 gekürt wurde.

è www.bootemayer.at

10 m : BAVARIA VIDA 33

Bavarias erster Daycruiser mit Außenborder

ist auf Kurs: Schon im

September sollen die beiden Prototypen

auf erste Testfahrten geschickt

werden. Gebaut wird die auf der

Greenline Neo basierende Vida 33

in einer offenen und in einer Hardtop-Version.

Unter Deck sorgen ein

Bad und eine Doppelkoje für Weekender-Qualitäten.

Das großzügige

Motorenprogramm umfasst Außenborder

von Mercury mit 2 x 150 PS,

2 x V6 200 PS, 2 x V8 250 PS oder

2 x V8 300 PS.

è www.bavariayachts.com

12,42 m : SEALINE C390V

Mit der Sealine C390v stellt die

HanseYachts das dritte und zugleich

größte Modell der sportlichen Außenborder-Serie

vor. Die Highlights:

Drei Doppelkabinen, panoramaverglaster

Salon, statt dem Motorraum

ein zusätzlicher Stauraum

unter dem Cockpitboden, zwei

350 PS starke Duo-Prop-Außenborder,

die die Sealine C390v auf bis zu

32 Knoten Topspeed beschleunigen

sollen.

è www.hanseyachtsag.com

48 5/2020


Glück

Von

der Superyacht bis zum Mini-Weekender, der auf

der Superyacht das Beiboot vom Beiboot sein könnte:

Die spannendsten Motoryacht-Neuerscheinungen der

Saison 2020.

Text WOLFGANG GEMÜND

Das größte in diesem Special vorgestellte

Motorschiff mit dem coolsten

Rendering: die Tankoa T450.

12,86 m : BALI CATSPACE MY

Mit einem 1.400-Liter-Dieseltank

macht der Anfang 2021 erhältliche

Bali-Motorcat als Fahrtenyacht

eine Top-Figur. Die Motorversion

ist nicht einfach nur der Segelkat

mit stärkeren Motoren und einer

Fly bridge. Damit die sehr guten

Fahrleistungen erzielt werden

können, wurde das Unterwasserschiff

komplett neu gestaltet.

Bestellt werden können eine

3-Kabinen-Version mit drei

Bädern oder eine 4-Kabinen­

Version mit vier Nasszellen.

Mo torisierung: Yanmar 2 x 150 PS

oder 2 x 250 PS.

è www.trend-travel-yachting.com

13,20 m : 43WALLYTENDER

Die Ferretti Group als neuer Eigentümer

der Marke Wally setzt die

Baureihe des Superyacht-Tenders

nach unten fort. Als Luxusgeschöpf

muss es der 43wallytender mit der

optimalen Raumausnutzung nicht

sooo genau nehmen und besitzt

z. B. nur eine Doppelkabine und ein

Luxus bis ins kleinste

Beiboot: 43wallytender.

Merry Fisher 605: So klein,

und schon ein Weekender!

5/2020 49


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s Recht vor die

ng, zu ändern.

nd Materialien

n sie von Ihrem

Motorboot-Neuheiten

Badezimmer. Dafür kann man aber

bis zu zwölf Passagiere mit über 40

Knoten (Motoren bis zu 2 x 440 PS)

zum nächsten Steg befördern. Er

verfügt über eine Überdrüber-Ausstattung

mit klappbaren Bordwänden,

abnehmbarem T-Top oder hydraulischem

Vertäuungssystem.

è www.wally.com

TT 460, die bislang

größte Invictus.

14,27 m : INVICTUS TT 460

Mit dem neuen Flaggschiff

TT 460 hat sich

Invictus erstmals

über die 14 m gewagt.

Der Luxus-

Tender ist serienmäßig

mit zwei Volvo Penta IPS

650-Motoren zu je 480 PS bestückt

und für zwölf Personen zugelassen,

die an Deck – nicht zuletzt

dank der aufklappbaren

Bordwände – reichlich Platz zum

Baden und Sonnen finden. Das Interieur

kann sehr individuell

gestaltet werden, wie übrigens

auch auf der

ebenfalls neuen

Außenborder-

Version der

GT370S.

è www.bodenseenautic.de

Sealine C390v mit 700 PS im Heck.

4

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13,54 m :

GREENLINE 45 COUPÉ

Auf der boot 2021 in Düsseldorf

wird die slowenische Werft die

Coupé-Version der Greenline 45

Fly vorstellen. Coupé-Version bedeutet

ohne Flybridge, statt dem

dritten Stock wird also mehr Dachfläche

vorhanden sein. Die auf

Hyb ridyachten spezialisierte Werft

wird diese mit Solarpaneelen zupflastern.

An einem sonnigen Tag

soll das Boot damit gut 15 kWh

Energie produzieren können. Genug,

um den täglichen Bedarf von

vier Personen an Bord zu decken,

ohne den Generator anwerfen zu

müssen.

è www.greenlinehybrid.com

19,50 m: ABSOLUTE NAVETTA 64

Letztes Jahr stellte Absolute auf

dem Cannes Yachting Festival die

Navetta 52 und 58 vor. Heuer ist

die Navetta 54 dran, die die Lücke

zum nächstgrößeren Modell, der

68, schließen soll. Die Luxusyacht

besitzt vier Kabinen, eine Mannschaftskabine

mit separatem Zugang

sowie einen Bade- und Sonnenbereich

am Heck, der in dieser

Größe einzigartig ist. Die verfüg ­

baren Motoren mit 2 x Volvo Penta

IPS 1200 (2 x 900 PS) oder 2 x Volvo

Penta IPS 1350 (2 x 1.000 PS)

dürften wie gewohnt für exzellente

Spitzenleistung und optimale

Reisegeschwindigkeiten sorgen.

è www.baotic-yachting.com

Der Bali Catspace trägt

drei Stockwerke auf

40 Fuß.

25,22 m : AZIMUT MAGELLANO 25

Azimut präsentiert in Cannes mit der

Magellano 25 das neue Flaggschiff

der stylischen Trawleryachten-Reihe,

hat aber auch schon vermeldet, dass

mit der Magellano 30 ein noch größeres

Flaggschiff bereits in Planung

ist. Mit der Größe der Schiffe nimmt

auch die Noblesse des Interieurs zu,

bei der Magellano 25 durfte z. B. der

Künstler und Architekt Vincenzo De

Cotiis seinen exquisiten Geschmack

einbringen. Wichtigste Daten: Vier

plus zwei (Crew-)Kabinen, Verdrängung

85,8 t, zwei MAN V12-Diesel

mit jeweils 1.400 oder 1.550 PS,

Topspeed 24 bis 25 Knoten.

è www.azimutyachts.com

Ohne Flybridge, dafür mit

reich bestücktem Solardach:

Greenline 45 Coupè.

40,80 m : BENETTI OASIS 40M

Vor zwei Jahren in Cannes als Projekt

vorgestellt, legt beim diesjährigen

Yachting Festival nun die erste

fertiggebaute Oasis im Vieux Port

50 5/2020


„Der Kapitän der Tankoa T450 darf auf dem Brückendeck

mit direktem Zugang zum Steuerhaus wohnen.“

an. Was die kolportierten fünf Eigner

für rund 20 Millionen erhalten?

Ein sehr durchlässiges Hauptdeck,

bei dem man gar nicht genau

weiß, ob man sich jetzt indoor oder

outdoor befindet. Fünf Gästekabinen,

die bis zu zehn Passagiere

aufnehmen können, und fünf

Crew-Kabinen für neun Besatzungsmitglieder.

Eine Mastersuite

auf dem Hauptdeck mit Marmorbad

(und -Badewanne!), einer separaten

Sitzecke und einem großen

Balkon. Zwei MAN V12-Diesel mit

1.400 PS, die für einen Topspeed

von 16 Knoten und eine Reisegeschwindigkeit

zwischen 11 und

14,5 Knoten gut sind. Eine Reichweite

von 4.000 Seemeilen. Und

einen der wohl coolsten Infinity-

Pools, den man auf einer Super ­

yacht jemals erblicken durfte.

è www.benettiyachts.it

45 m : TANKOA T450

Mit der Tankoa T450 präsentiert die

italienische Nobelwerft ihre bislang

kleinste Superyacht, beeilt sich aber

hinzuzufügen, dass sich das Nesthäkchen

der Werft komfort- und

raummäßig eh wie ein viel größeres

Schiff anfühlt. Wie bei Tankoa üblich,

werden der Rumpf aus Stahl

und die Aufbauten aus Aluminium

gefertigt. Das Schiff verfügt über einen

geräumigen Speisesaal und einen

Hauptsalon mit Fenstern in voller

Höhe mit Blick auf das

Achterdeck, eine Eignerkabine über

die volle Schiffsbreite, eine VIP-Suite

auf dem Hauptdeck im Vorschiff

sowie vier Ensuite-Kabinen auf dem

Unterdeck. Dort befinden sich auch

die Kombüse, Dinette sowie Unterkünfte

für acht Besatzungsmitglieder.

Der Kapitän darf auf dem Brückendeck

mit direktem Zugang zum

Steuerhaus wohnen.

Die T450 wird serienmäßig mit

zwei MAN Diesel mit jeweils 1.429

PS ausgestattet, die ihr eine Höchstgeschwindigkeit

von 15 Knoten,

eine Reisegeschwindigkeit von 14

Knoten und eine Reichweite von

4.000 Seemeilen (bei einer Fahrt

von 10 Knoten) verleihen. Um

Kraftstoffverbrauch und Emissionen

zu reduzieren, kann sie auch

mit Hybridantrieb geordert werden.

è www.tankoa.it

Bavaria Vida 33: Bayrische Außenborder-Schnitte,

hier mit Hardtop

und Sunbed auf dem Vordeck.

Mit fast 20 Meter ist die 64 die

drittgrößte in der Navetta-Reihe.

Azimut Magellano 25: Die exquisite Mischung aus

Trawleryacht und Mailänder Designerloft.

Der „Beachclub“ der Benetti Oasis 40M: ausklappbare Bordwände

und ein hoffentlich mit Süßwasser gefüllter Infinity-Pool.

5/2020 51


xxxxx Skipper‘s xxxxDiaries

Phönix aus der Asche

Begonnen hat alles mit mehreren

Landeversuchen in Kerkyra

Airport, einem mehr als

ruppigen Touchdown und einem

sichtlich erleichterten Austrian-Piloten.

Strömender Regen vor dem

Hafenbuffet während des Wartens

auf die Fähre nach Igoumenitsa.

Eine mäßig interessierte Kellnerin

bedient die wenigen anwesenden

Gäste zu dieser späten Stunde.

Donner und rote Blitze am Nachthimmel.

Schaukelige Überfahrt

aufs Festland und wie immer ein

schlichtes Hafenhotel für eine

Nacht.

Mein Job ist diesmal, eine Pershing-Motoryacht

auf Lefkas ins

Wasser zu bringen, eine technische

Überprüfung vorzunehmen und

das Schiff anschließend nach

Kroatien zu überstellen.

Der nächste Morgen bringt

strahlend blauen Himmel und einen

frischen Nordwind während

der Fahrt mit dem Leihwagen. Wenige

Wasserlacken erinnern noch

an das Wetter der letzten Nacht.

Nur noch die Hebebrücke auf die

Insel. In der Ferne sieht man schon

den Hauptort Lefkada und es sind

nur mehr wenige Kilometer nach

Nydri.

Die kleine Werft, wo das Schiff

steht, befindet sich gleich am Eingang

der Bucht von Vlicho. Schon

bei der Einfahrt sehe ich eine gestikulierende

und in Gesprächen vertiefte

Menge von Einheimischen

und viele betroffene Gesichter.

Am Werftgelände selbst herrscht

ein unbeschreibliches Chaos an

umgestürzten Yachten, wirr in den

Himmel zeigenden Schiffsmasten

und ein Bild der Zerstörung.

So etwas haben wir in unseren

Leben noch nicht gesehen, erzählen

die alten Griechen. Am vorigen

Nachmittag hat sich während eines

schweren Gewitters der Rüssel eines

Wirbelsturms gebildet und eine

Schneise der Verwüstung durch die

heute wieder friedlich daliegende

Bucht gezogen. Innerhalb von zehn

Minuten wurde eine Vielzahl von

Booten schwer beschädigt, beim

Rettungsversuch eines treibenden

Schiffes war ein Fischer ums Leben

gekommen.

„Da draußen“, zeigt der anwesende

Hafenkapitän in die wie ein Binnensee

wirkende, durch eine enge

Einfahrt geschützte und fünf bis

sechs Meter tiefe Ankerbucht, „bei

dem großen Katamaran hat es vor

Anker den Mast alleine durch den

Winddruck gelegt und dort den anderen

hat es einfach umgeworfen“.

NA DAS WAR‘S DANN WOHL

denke ich mir, während ich durch

das Inferno stapfe. Ringsum wird

FOTO: SHUTTERSTOCK

versucht, alles was zu retten ist, notdürftig

zu retten und die nicht ganz

umgestürzten Yachten irgendwie zu

sichern.

Der rote Autokran stößt vor Anstrengung

schwarze Abgaswolken

in den Himmel. Doch da, inmitten

eines kleinen freien Platzes, erkenne

ich einen schwarz-weißen Rumpf.

Pershing 46. Ohne einen Kratzer,

kerzengerade auf den Stützen steht

sie da und sieht aus, als ob sie das

alles nichts anginge.

„Alles da draußen auf dem Meer

kann stärker sein als du“ kommt

mir in den Sinn, während ich zwei

Tage später die Drehzahl der Bootsmotoren

auf 1.200 U/min erhöhe,

um in Lefkas Stadt den restlichen

Papierkram zu erledigen.

Panoramablick auf die Bucht von Vlicho

und die Stadt Nydri auf Lefkas.

THOMAS PERNSTEINER

ist Skipper, allgemein

beeideter und gerichtlich

zertifizierter

Sachverständiger für

Schifffahrt und Wasserfahrzeuge.

kolumne@ocean7.at

AustriAn DeAler

für

Johannes-Gutenbergstr. 5 - 2700 Wiener neustadt

office@proyachting.at - www.proyachting.at

+43 25844 81504


Sea Ray Sundancer 320 OB.

Der in der Sonne tanzt

BEST MIX. Die Outboardversion

der beliebten Sea

Ray Sundancer 320 kann ab

sofort beim Linzer Importeur

Top Yacht geordert werden.

Die Mischung aus Cruiser und

sportlichem Bowrider besitzt

eine Kabine mit Sitzecke, kleiner

Pantry und vier Kojen.

Das Cockpit zeigt sich mit der

verschiebbaren Heckbank,

dem absenkbaren Tisch und

den verstellbaren Fahrer- und

Beifahr sitzen sehr flexibel. Mit

einem TWIN Mercury Verado

mit 350 PS, Joystick piloting

und Hardtop ist dieses neue

Modell ab € 312.000,– inkl.

USt. erhältlich.

è www.topyacht.eu

Sie sehnen sich nach

einer Auszeit vom

stressigen Alltag,

nach einem Abenteuer

auf dem Wasser?

Bei Boote Mayer finden Sie alles,

was Sie dafür brauchen.

Profitieren Sie von langjähriger Erfahrung und

bestem Service beim Bootskauf.

Österreich Importeur für:

E-Motion nach Maß

Ein Zephir in seinem Lieblingssee.

ZEPHIR. Die JetMarine-

Werft in Strau, ca. zehn Autominuten

südlich von Klagenfurt,

baut mit dem 6,70 Meter

langen Zephir ein eigenes

Elektroboot, und zwar komplett

– angefangen bei Unterschiff

und Oberschiff bis hin

zu Badeplattform und Armaturenbrett.

Gefertigt wird

nach Wunsch und Maß, die

Kunden haben bei der Motorisierung

(4,3 bis 280 kW),

Auswahl der Hölzer, Farbe,

Tapezierung und Ausstattung

verschiedenste Wahlmöglichkeiten.

Ausgeliefert wird europaweit,

das beliebteste Einsatzrevier

ist aber natürlich der

Wörthersee vor der Haustür.

è www.jetmarine.at

INFO-HOTLINE: +43 664 3409786

www.bootemayer.at


Frauscher 1212 Ghost

Ein Geist wi

FOTO: RALF HÄSELICH

In der Brust eines Jaguars muss

aber ideologisch auch das Herz

eines Benziners schlagen“, sagt

Michael Frauscher, Leiter der

Produktion und Entwicklung im

Familienbetrieb am Traunsee,

„darum sind die beiden Volvo Penta

D6 nur optional erhältlich, serienmäßig

verbaut werden die beiden

8-Liter-8-Zylinder­ Mer cruiser mit

je 430 PS.“

Dass mit dem Diesel, wie er im

Flaggschiff Frauscher 1414 Demon

serienmäßig verbaut wird, unterm

Strich vor allem eine größere Reichweite

herauskommen soll, ist naheliegend.

Mauro Feltrinelli, der als

Gastgeber mit der nagelneuen Frauscher

1212 Ghost schon am Vortag

auf dem Gardasee herumgeisterte,

schlägt aber nicht unbedingt in diese

Kerbe: „Als stolzer Italiener war

mein erster Blick auf die Diesel unter

der Motorhaube natürlich ein arg­

54 5/2020


e der Blitz!

Mit zweimal 440 Diesel-PS ist die allererste Frauscher 1212 Ghost

nicht nur emotional hoch aufgeladen. Wir haben den Geisterpfeil

vom Traunsee auf dem Gardasee von der Bogensehne gelassen.

Warum wir dafür bis an den Lago di Garda gerauscht sind? Nun

ja, einen Jaguar lässt man auch nicht in einem Vogelkäfig frei.

Text TAHSIN ÖZEN | Fotos TAHSIN ÖZEN, RALF HÄSELICH

Die neue Frauscher 1212 Ghost soll die

40-Fuß-Klasse sportlich aufmischen.

wöhnischer – aber bei allen guten

Geistern, das fast durchgängig hohe

Drehmoment hat mich schon an den

Stuhl gefesselt – und seitdem Maserati-Diesel

verbaut…“, so Mauro.

Er muss es wissen, betreibt

er doch gemeinsam mit seinem

Bruder Dino die Cantiere Nautico

Feltrinelli, einen Werftbetrieb mit

Bootsservice und eigenem Hafen ­

becken in Gargnano am Westufer

des Sees (siehe Kasten Seite 58).

TROCKEN BLEIBEN

Jetzt wollen wir es aber selbst wissen

und lassen uns vom österreichischen

Verkaufsleiter Florian Helmberger

in die Mitte des Sees bringen.

Und weil auf dem Gardasee wie auf

dem Meer die Wellen rauschen,

deckt diese Location beide Habitate

der Frauscherboote perfekt ab.

Die Nase nach Wind und Welle

ausgerichtet, Trimmklappen ge­

5/2020 55


Frauscher 1212 Ghost

„Wir bauen alle unsere Boote von Grund auf

neu, so auch die Frauscher 1212 Ghost.“

Michael Frauscher, Leiter Produktion & Entwicklung

Auch bei beschwingter

Fahrt bleiben Deck und

Haare trocken.

checkt, Schub! Wie von Geisterhand

hebt sich der Bug, wird aber

sofort von der ersten Stufe des

Unterschiffs abgefangen, die Fliehkraft

ist wieder nach vorne ausgerichtet.

Voller Schub! Erneut will

der Geist nach oben entfliehen, da

packt auch schon die zweite Stufe

von unten zu, sodass nur mehr die

Flucht nach vorne bleibt.

Hydrodynamisch perfekt der von

Bootsdesigner Harry Miesbauer

entwickelte Schiffsboden, daran

gibt es absolut nichts zu rütteln.

Über 20 Knoten (Gleit-)Fahrt nach

fünf, über 40 Knoten nach 15 Sekunden.

Flott in die erste Kurve,

noch enger in die zweite, da erwischt

uns auch schon eine größere

Welle so stark, dass ich nach dem

Haltegriff tastend leider ins Leere

greife. „Natürlich gibt es einen, der

hat es aber in der Eile nicht mehr

rechtzeitig auf die Baunummer eins

geschafft“, antwortet Florian Helmberger

auf meine gedachte, aber

noch nicht gestellte Frage.

Rundumblick aus dem erstmals

exakt in der Mittellinie des Bootes

positionierten Steuerstands, der

auch mehr Halt für den Skipper bei

seitlichen Rollbewegungen bringt:

Trotz unbändigen Fahrstils und

ungestümer Wellen ist kein einziger

Wasserfleck an Deck zu sehen.

GEMEINSAMES ERBE

Nun hat sich die Frauscher 1212

Ghost mit ihren 11,99 Metern

Länge gleich hinter dem Flaggschiff

1414 Demon (13,90 Meter) eingereiht,

doch optisch sind ganz klar

die Linien der kleineren Schwester

1017 GT zu erkennen. Nach der

Probefahrt wissen wir auch: So

spritzig ist die Demon nicht, da

kann der Ghost nur die GT das

Wasser reichen. Also nur ein

Up sizing der Zehn-Meter-Klasse?

„Wir bauen alle unsere Boote

von Grund auf neu, so auch die

Frauscher 1212 Ghost – aber natürlich

tragen alle Familienmit glieder

das gleiche Erbgut in sich“, sagt

Michael Frauscher. „Das große

Rauman gebot mit der U-förmigen

Sitzreihe und den beiden Tischen

im Cockpit sucht man auf der Frauscher

1010 GT vergeblich, während

man auf der 1414 Demon mit zwei

Kabinen auch schon einmal ein

ganzes Wochenende zu viert

verbringen kann“, fügt er hinzu.

EINE FRAGE DER ÄSTHETIK

Das könnte man grundsätzlich

auch zu zweit auf dem neuen

Zwölf-Meter-Boot, doch wird die

1212 Ghost trotz kompletter In­

56 5/2020


frastruktur wohl überwiegend als

Daycruiser zum Einsatz kommen.

Womit man bei Frauscher auch

schon in einem Segment wäre,

den der Markt in dieser Größe n ­

ka te gorie bereits gut bedient.

Michael Frauscher: „Das stimmt

schon, aber ein Blick zu den direkten

Mitbewerbern in der Kategorie

38 bis 42 Fuß zeigt: Die einen können

unter Deck nur eine Schlupfkabine

vorweisen, die anderen setzen

auf sperrige Aufbauten. Wir

aber haben mit der Frauscher 1212

Ghost ein Motorboot mit höchstem

ästhetischen Anspruch gebaut,

das dennoch sämtliche Anforderungen

an einen Daycruiser erfüllt

und vielfach sogar übertrifft.“

ICEMAKER ALS OPTION

Bei der Ausrüstung hat man

sich an bereits Bewährtem

orien tiert, so zählen beispielsweise

Bugstrahlruder und das

elektrisch vom Steuerstand aus

ausklappbare Ankersystem

ebenso zur Serienausstattung

wie ein klappbares Bimini-Top

und zwei Kühlschränke. Joystick-Steuerung,

Warmwasserboiler,

Klimaanlage für die

Kabine, Dieselgenerator,

JL-Audio-Soundanlage und ein

Icemaker sind hingegen nur

optional erhältlich.

Die drei Teakholztische (zwei

im Cockpit und einer unter

Deck) sind versenkbar und las­

Frauscher 1212 Ghost

Länge

Breite

Gewicht

Tiefgang

Treibstofftank

Wasser-/Schwarzwasser-Tank

11,99 m

3,50 m

ab 8.000 kg

1,1/0,8 m

850 l

150/95 l

Personen max. 10

Standardmotorisierung 2 x Mercruiser V8 / 8.2l

2 x 430 PS

Preis exkl. 20 % Ust. ab € 585.000,–

Auszug aus der Zubehörliste:

Motorisierung 2 x Volvo Penta D6 2 x 440 PS € 53.200,–

Joystick-Steuerung ab € 12.750,–

JL-Audiopaket € 5.300,–

Klimaanlage € 8.760,–

Frauscher Bootswerft, Ohlsdorf, Traunsee

è www.frauscherboats.com

Zentraler Steuerstand, der die

sportlichen Gene klar hervorhebt.

Konsequent minimalistisches Design, das

Deck ist Teak, die Tische absenkbar.

Versenkte Instrumente, die auch bei

grellem Licht noch gut lesbar sind.

FOTO: RALF HÄSELICH

Bugkabine mit elektrisch versenkbarem

Tisch inkl. Bettfunktion.

Nasszelle mit großem

Spiegel mittschiffs.

Die Joystick-Steuerung ist Option.

5/2020 57


Frauscher 1212 Ghost

Die Badeplattform, elegant eingefasst

von geschwungenen Hecklinien.

„Mit der Frauscher 1212 Ghost bringen wir edlen

Sportsgeist in die 40-Fuß-Motorbootsklasse.“

Stefan Frauscher, Leiter Marketing & Sales

Feltrinelli Nautica

sen sich zu Liegeflächen umbauen.

Die Kabine bekommt Licht

über zwei Deck luken und indirekte

Led-Leuchtmittel, sogar das

überraschend geräumige Bad mit

Waschbecken, WC und Dusche

punktet mit einer eigenen klappbaren

Luke.

Die Familien Feltrinelli und Frauscher sind seit fast 50 Jahren befreundet.

Mauro Feltrinelli und sein Bruder Dino unterstützten Michael und Stefan

Frauscher bereits 2003 beim Testen und Optimieren der ersten Frauscher-

Motorboote auf dem Gardasee. Heute ist Feltrinelli Nautica wenig

überraschend Händler für Frauscher-Yachten in Italien, bietet aber

auch weiterhin Bootsservice für Eigner an.

Die Werft samt Hafenbecken und Krananlage liegt am Westufer in Gargnano.

Hier können Frauscher-Yachten wie die 1017 GT, die 858 Fantom oder die

747 Mirage Air auch tage- oder wochenweise gemietet werden. In Kooperation

mit einem deutschen Partner sind Trainings- und Ausbildungskurse

(Sportbootführerschein Binnen oder See unter Motor) buchbar.

è www.nauticafeltrinelli.it

Nur wenige Gehminuten vom Strand entfernt bietet Familie Feltrinelli

mit „Residence San Carlo“ elegante Cottages, Ferienwohnungen und

eine luxuriöse Villa mit Seeblick.

è www.ferienwohnungensancarlo.com

WELTPREMIERE

IN CANNES

„Mit der Frauscher 1212 Ghost

bringen wir edlen Sportsgeist in

die 40-Fuß-Motorbootsklasse“,

zeigt sich Marketing-Chef Stefan

Frauscher schon vor der Welt ­

premiere 2020 in Cannes (siehe

Seite 46) zuversichtlich.

Mit einem Einstiegspreis von

€ 585.000,– (Benziner) ist die

neue Frauscher 1212 Ghost um

ca. € 200.000,– günstiger als die

Basisversion der 1414 Demon.

Geht man von der klassischen

Frauscher-Klientel aus, so wird

der Preis aber nur eine untergeordnete

Rolle spielen. Was zählt,

sind innovatives Design, höchste

Qualität und bestes Service –

„Made in Austria“ gibt es bei

Frauscher am Traunsee on top

noch dazu.


58 5/2020


FOTO: HARRY MIESBAUER

Die Scuderia 65 im Lieblingselement.

SEGELYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

Rasse-Racer im Rennmodus

SEA TRIALS. Mitte Juni wurde der

neue, vom österreichischen Yacht-

Desginer Harry Miesbauer gezeichnete

und bei Adria Sail gebaute Vollcarbon

Racer/Cruiser Scuderia 65

erstmals im Regattamodus und mit

voller Regattacrew getestet. Der Probelauf

bei der 200-Meilen-Regatta

„La Duecento“ war ein voller Erfolg

(erstes Boot im Ziel) und hat das

Potenzial der Yacht bestätigt. Die geplanten

ersten Regatten im Sommer

mussten aufgrund Covid-19 abgesagt

werden, nun sollen im Oktober die

Barcolana in Triest und das Middle

Sea Race in Malta als Premierenwettkämpfe

genutzt werden.

è www.adriasail.it

Kleine Bali ganz groß

NACHWUCHS. Mit der Bali-Reihe hat

sich die französische Catana-Gruppe

als drittgrößter Katamaran-Hersteller

breit aufgestellt. Die neue Bali 4.2, die

ab Februar 2021 erhältlich sein wird

und die Reihe nach unten abrundet,

wird diese Position wohl weiter festigen.

Wie die größeren Geschwister

verfügt die 4.2 unter anderem auch

über die „Bali-Klapptür“ zwischen

Salon und Cockpit, über eine Tür vom

Salon ins Vorschiffs-Cockpit und eine

Flybridge mit Tisch. Er hältlich bei

Trend Travel & Yachting mit

drei oder vier Kabinen.

è www.trend-travel-yachting.com/bali-4-2/

Die neue Bali 4.2

folgt dem Konzept der

großen Geschwister.

Besuchen Sie uns

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Hanse (Deutschland) Vertriebs GmbH & Co. KG

Bernau am Chiemsee | Tel. +49 (8051) 9629767 · Greifswald | Tel. +49 (3834) 7755-700 | sales@hanseyachts.de


Kufner 50

60 5/2020


Wie auf

sich Werften in der Regel von unten nach oben hanteln,

zäumt der Kroate Damir Kufner das Pferd von hinten auf. Nach

seiner Kufner 54 sorgt nun die 50-Fuß-Schwester für Aufsehen in

der Charter branche. Baunummer 7 ging an den Steirer Mike Hecker.

KufenWährend

Text und Fotos TAHSIN ÖZEN

Nur € 280.000,– netto für

eine 54-Fuß-Yacht mit

fünf (!) Kabinen ist schon

eine Ansage. „Ich habe

mir die 54er und die 50er angesehen,

die 54er erschien mir aber

letztlich etwas zu groß“, erzählt der

Grazer Mike Hecker, YCA-Crew-

Commander der Crew Steiermark

und nun stolzer Besitzer der D&D

Kufner 50 Baunummer 7, die

er auf den Namen Styria getauft

(und für die er segelfertig nur

€ 240.000,– hingeblättert) hat.

Da diese technisch auf dem selben

Rumpf ruht wie die größere

Schwester, musste er nur wenige

Abstriche hinnehmen. Der wohl

Schmerzlichste: Der etwas zu

knapp bemessene Platz zwischen

Steuerstand und hochgeklappter

Badeplattform, wie sich im Rahmen

der gemeinsamen Jungfernfahrt

von der Marina Kaštela in die

Marina Punat herausstellen soll –

aber der Reihe nach:

STEIRISCHER ESPRIT

Es ist Anfang Juni, der zugesagte

Redaktionstest der Kufner 50 fällt

Corona-bedingt ins Wasser. Käufer

Mike wartet bereits seit Wochen

auf die Auslieferung und will die

Yacht nun noch am Tag der Fertigstellung

selbst abholen. Die Jungfernfahrt

ist zugleich als Überstellungstörn

in die Marina Punat geplant,

wo die Styria in den Charter

gehen soll. Seine Idee: „Fahr doch

mit! So kommst du nicht nur zu

deiner Probefahrt, sondern hast

auch noch den Eigner und den

ersten Chartergast mit an Bord!“

Da sind wir nun auf dem Werftgelände

gleich neben der Marina

Kaštela und sehen zu, wie die Yacht

eilig aufgeriggt wird. Sofort ins

Auge sticht der Kontrast zwischen

himmelblauem Rumpf und der

grünen Seitenlinie samt grünem

Bimini. Steirischer Esprit trifft auf

kroatische Konsequenz – es gibt

den Rumpf situationsbedingt nur

in Blau.

STARKER LUXUS

Das passt aber ganz wunderbar zu

den fünf XXL-Sonnenliegen, die

bequem über die ganze Breite mittschiffs

Platz finden. Mehr gibt die

größere Schwester auch nicht her

und auch sonst ist das elegant flach

gehaltene und sauber aufgeräumte

Teak-Deck dem Flaggschiff sehr

ähnlich.

Roll-Großsegel und Roll-Genua

sind Standard, ein sportliches Roll-

Gennaker ist optional erhältlich.

Gemütlich wird es im Cockpit, wo

die Sitzbänke und der wohldimensionierte

Tisch mit integriertem

Getränkekühler und Eiswürfelfach

genug Platz für acht Personen bieten

(zugelassen ist die Kufner 50

für bis zu zwölf Personen). Feinste

Elektronik gleich dahinter an den

Steuerständen, beide sind mit vollwertigen

Navigationsgeräten ausgestattet.

Welch Luxus, befinden wir uns

doch auf einer grundsätzlich für

den Chartermarkt konzipierten

und nicht auf Performance ausgerichteten

Segelyacht. Das bekommen

wir aber wie anfangs schon

erwähnt gleich hinter den Steuerständen

zu spüren: Viel Aktionsraum

bleibt zwischen den Steuerrädern

und dem Spiegel nicht, sodass

man sich, sofern nicht allzu groß

gewachsen, nach kurzer Zeit am

Ruder intuitiv auf die obere Kante

der Badeplattform stellt. „Wir arbeiten

bereits an einer neuen, etwas

Ob unter Motor oder

unter Segel: Die Kufner

50 ist ein zuverlässiger

Cruiser mit einfachem

Handling.

5/2020 61


D&D Kufner 50

Großer Schanigarten im Cockpit.

Getränkekühler mit

Eiswürfelfach.

Luftig-lichte Bugkabine.

Enorm große

Badeplattform.

Eine von zwei

Stockbett-Kabinen.

Heckkabine steuerbords.

Zentrale Navi-Ecke.

Viel Raum für bis zu

zwölf Gäste im hellen

Salon unter Deck. Die

langgezogene Theke ist

zugleich auch Küchenzeile

und Serviermeile,

das obere Brett zur

Sitzreihe ist klappbar.

verlängerten Rumpfform am

Heck“, wird uns Damir Kufner,

Chef von D&D Yachts, nach unserer

Ankunft in der Marina Punat

berichten.

STRAFFE SEGEL

Aber da gilt es erst einmal hinzukommen!

Bis nach Primošten muss

leider der Yanmar-Diesel als Flautenschieber

herhalten. Mit seinen

84 PS liefert er ganz locker, wenn

auch nicht ganz leise, acht Knoten

Reisegeschwindigkeit bei 2.200

U/min. Erst in der zweiten Hälfte

setzen wir Segel und laufen bei

Amwind-Kurs (10,9 kn) bis zu

8,4 Knoten über Grund.

Da lacht Mike Heckers Seglerherz!

Als Organisator des Gebirgssegler

Cups (heuer von 25. bis 29.

Oktober) will er nämlich mit der

Styria auch an der Barcolana teilnehmen.

Crew-Mitglied Gernot

freut sich hingegen schon auf die

Tage gleich nach der Ankunft in

Hecker Yachting in Kroatien

Eine von drei

Nasszellen.

Mike Hecker bietet seine Kufner 50 Styria ab der Marina

Punat zum Charter an. Ausstattung: Bugstrahlruder, Heizung,

Klimaanlage, 350-Watt-Inverter, Generator, zwei Kühlschränke,

ein Weinkühlschrank, Getränkekühler im Cockpittisch,

LED-TV, Mikrowelle, Beiboot mit Außenborder u. v. m.

Preis: Bareboat ab € 2.000,– pro Woche. Skippered Charter

auf Wunsch möglich, Preis auf Anfrage.

Neben der Kufner 50 ist auch eine Bavaria 39 Cruiser (Baujahr

2006, ab € 1.200,–/Woche) buchbar. Weitere Charteryachten

auf Anfrage. Mögliche weitere Marinas: Split, Trogir,

Primošten und Biograd.

Hecker Yachting ist auch spezialisiert auf One-way-Törns.

In Kooperation mit Mandi Taxi wird ein Shuttle-Service ab

Graz und den jeweiligen Marinas in Kroatien angeboten.

è www.heckeryachting.at

è www.manditaxi.at

62 5/2020


Die D&D Kufner 50

ist speziell auf

die Bedürfnisse

von cruisenden

Chartergästen

ausgelegt.

Das glückliche Eigner-

Paar Mike und Heidi

Hecker bei der Übernahme

ihrer Kufner 50

Styria.

Punat. Dann wird er vom Rudergänger

zum Skipper aufsteigen und

als erster Chartergast von Hecker

Yachting (siehe Infokasten links

unten) seine Familie samt Freunden

eine Woche lang auf der Styria

durch die obere Adria führen.

STIMMIGES AMBIENTE

Das Wetter soll sich, wenn die Vorhersage

stimmt, zwar durchwachsen

zeigen, das lässt den langjährigen

Segler aber ziemlich kalt: „Wir

kochen gerne selbst und essen

dann in geselliger Runde, dafür

ist der traumhaft schön gestaltete

„Unsere Yachten verfolgen innen

und außen vor allem ein Ziel:

Komfort für alle an Bord.“

Damir Kufner, CEO D&D Yachts

Salon mit voll ausgestatteter Küche

wie geschaffen“, sagt Gernot.

Tatsächlich ist die langgezogene

Theke im luftig-lichten Salon fast

schon ein Markenzeichen der Kufner-Yachten

und der Weinkühlschrank

zusätzlich zu den zwei

regulären Kühlschränken das

Tüpfelchen auf dem „i“.

Neben der Bugkabine, den zwei

Stockbettkabinen vorschiffs, den

beiden Heckkabinen und drei

Nasszellen hat Damir seiner Kufner

übrigens auch eine repräsentative

Navi-Ecke spendiert. „So viel

Platz muss auf jeder Yacht sein“,

sagt der leidenschaftliche Segler

aus Zadar.


D&D Kufner 50

Baujahr 2020

Länge ü. a.

Breite

Tiefgang

14,93 m

4,47 m

2,32 m

Kabinen 5

Personen 10 + 2

Nasszellen 3

Treibstoff / Wasser

Motor

200 l / 600 l

Yanmar Diesel, 84 PS

Preis netto segel- u. charterfertig € 250.000,–

Yachtverkauf: D&D Yachts, CEO Damir Kufner,

Kontakt Österreich: Mike Hecker, Tel. +43 676/608 60 35

è www.dd-yachts.com

Chartermanagement/Flotten/Basen: KufnerYachts,

è www.nautika-kufner.hr

5/2020 63


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Edelyachten aus der Lombardei

SESSA MARINE. ProYachting hat

die Exklusivvertretung der Motorboote

von Sessa Marine für Österreich

übernommen. Die in Cividate

Al Piano bei Bergamo gelegene Werft

wurde 1958 gegründet und produziert

eine Cruiser-, eine Yacht- und

einen Flybridge-Reihe.

„Für uns ist die Kooperation mit

Sessa Marine ein Meilenstein in

unserer Geschichte, da wir damit

erstmals Yachten bis 68 Fuß im Programm

haben“, sagt ProYachting-

Gründer Klaus Freiberger. „Mit dem

italienischen Design passt die DNA

von Sessa Marine perfekt in unser

Portfolio und reiht sich lückenlos zu

Marken wie ZAR Formenti in unsere

Linie mit ein.“

è www.proyachting.at

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und neu

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BLUE. Ein tiefes Blau, das an die geheimnisvollen

Tiefen des Ozeans erinnert,

dazu ein Strudel, wie man in

etwa an den von Wellen umtosten

Festen an der Bretagneküste

erblicken kann: Die neue,

auf 18 Exemplare begrenzte

„Altiplano Tourbillon Infinite

Blue Limited Edition“

des Schweizer

Luxus uhrmachers Piaget

hat durchaus etwas

Nautisches an

sich. Die Strudel sind

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geformt, das Gehäuse ist

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Dampfreinigung mit Desinfektionsmitteln

durchgeführt, Gläser, Becher

und Besteck werden versiegelt den

nächsten Kunden bereitgestellt und

ein Pflegepaket mit Desinfektionsspray,

Handwischtüchern und Desinfektionsmitteln

bereitgestellt. Zudem

wurde ein erweitertes Serviceangebot

Meer fürs Ohr

CLARION. Neben JL-Audio ist in

Kürze auch Clarion Marine Audio

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erhältlich. Damit sind zusätzlich

zu den High-End-Audio-Systemen

auch Anlagen im mittleren

Preissegment verfügbar. Clarion ist

einer der Pioniere im Bau von mobilen

Sound-Systemen und hat bereits

1940 die ersten batteriebetriebenen

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Klagenfurt, UID ATU 25773801 · ANWENDBARE VOR-

SCHRIFT: Österreichische Gewerbeordnung, Medien gesetz (www.

ris.bka.gv.at) · GESCHÄFTS FÜHRER: Wolfgang Forobosko ·

CHEF REDAKTION: Tahsin Özen, 1180 Wien, redaktion@ocean7.at

· ART-DIREKTION: Catharina Pichler · GRAFISCHES KONZEPT:

Thomas Frik, www.viertelbogen.at · MIT ARBEITER DIESER AUS-

GABE: Inga Beitz, Osvaldo Escobar, Mag. Wolfgang Gemünd, Ralf

Häselich, Bernd Hofstätter, Dr. Reinhard Kikinger, Dr. Gerald

Penzl, Thomas Pernsteiner, Gottfried Titzl Rieser, Dr. Bobby

Schenk, Alexandra Schöler-Haring, Jutta Wagner, Dieter Wanke,

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geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des

Urheberrechts gesetzes bedarf der Zustimmung des Herausgebers.

Die Ver wendung von Zitaten aus Berichten für Anzeigen ist möglich.

Durch Annahme eines Manuskripts erwirbt der Herausgeber

das ausschließliche Recht zur Veröffent lichung. Für unverlangt eingesandte

Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen.

Alle Rechte, auch die Übernahme von Bei trägen nach § 44 Abs. 1 u.

2 Urheberschutzgesetz, sind durch den Herausgeber genehmigungspflichtig.

Bei Nichtbelieferung ohne Heraus geber-Verschulden

oder wegen Störungen des Arbeits friedens bestehen keine Ansprüche

gegenüber dem Herausgeber.

Verantwortlich für die Mitteilungen des YCA: Yacht Club Austria,

Generalsekretariat 4020 Linz, Lederer gasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für die Mitteilungen des MSVÖ: Motor bootsport

und Seefahrts Verband Österreich, Forchheimergasse 34/118,

1230 Wien, www.msvoe.at

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M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News September/Oktober 2020

Auf dem Weg zum

Schwarzen Meer.

10 Jahre, 10.000 Kilometer

Unterwegs auf europäischen Flüssen, Kanälen und in Küstengebieten –

ein Begeisterungsbericht mit Nachahmungsempfehlung.

Text und Fotos LOTHAR MÜLLER

Angefangen hat alles im Jahr

2010. Meine Frau und ich

erfüllten uns zum 25. Hochzeitstag

den lang gehegten Traum,

mit einem Boot auf der Donau bis

zum Flusskilometer Null ans

Schwarze Meer zu fahren. Dafür

kauften wir uns um wenig Geld eine

38 Jahre alte Fjord 21 Weekender.

Wir trailerten nach Baja in Südungarn

und fuhren von dort

1.500 Flusskilometer stromabwärts

bis Sulina und wieder zurück.

In 21 Tagen legten wir also satte

3.000 km zurück. Im Jahr darauf fuhren

wir vom Heimathafen Kachlet-

Landshaag in Oberösterreich nach

Baja und hatten damit die gesamte

Donau von daheim bis ans Schwarze

Meer befahren. Das „Bootsfahrervirus“

hatte uns endgültig befallen.

Wir stiegen um auf eine 26 Fuß lange

Carver Santa Cruz mit Turbodieselmotor,

Heizung, Innen- und Außenfahrstand

(siehe Kasten „Unsere

Boote“). Innerhalb von zehn Jahren

haben sich dabei mehr als 10.000 km

in 17 Ländern, auf verschiedensten

Flüssen, Kanälen und in Küstengebieten

angesammelt. Besondere

Highlights dabei waren Städte wie

Amsterdam, Rotterdam, Hamburg,

Berlin, Prag, Wien, Budapest, Belgrad,

Venedig und im letzten Jahr

Paris an der Seine.

Wenn man so wie meine Frau und

ich im normalen Arbeitsleben steht,

müssen zwischen zwei und vier Wochen

Urlaub am Stück für derartige

Törns genügen. Darin inkludiert

sind auch die, je nach Entfernung

vom Start- und Zielpunkt, mehr

oder weniger aufwändigen Hinund

Rückfahrten mit dem Trailergespann.

Dieser Bericht soll zweierlei dienen:

Er soll einerseits eine kleine Zusammenfassung

unserer Erlebnisse

am Wasser und zu Lande sein und

andererseits auch Skippern mit trailerbaren

Booten Mut machen, größere

Touren in Angriff zu nehmen,

auch wenn die dafür zur Verfügung

stehende Zeit begrenzt ist.

Wir hatten Motorausfälle, Grundberührungen,

Hochwasser, Niedrigwasser,

Gewitter, Hagel und Sturmböen

zu überstehen, wurden wegen

Geschwindigkeitsüberschreitung

und Falschanlegens – allerdings

immer sehr milde – bestraft und

waren manchmal abends nach vielen

Stunden Fahrt und -zig Schleu­

Lothar Müller hat in

zehn Jahren 17 Länder

mit seinem Motorboot

erkundet.

66 5/2020


Abenddämmerung in Chioggia.

Stadthafen Piran – Slowenien.

Kapitän Ilie und Gäste auf der MS Borcea.

City-Sporthafen Hamburg.

Abendessen am Schubschiff Tayfun.

senmanövern todmüde. Aber das Erkunden

der vielfältigen Gewässer,

Landschaften, Orte und Städte sowie

die vielen netten und teilweise auch

ungewöhnlichen und begeisternden

Begegnungen mit Menschen haben

uns vielfach dafür entlohnt.

Zur Veranschaulichung habe ich

vier kleine Beispiele ausgewählt.

Namenstagsfeier am Dampfschiff

„Borcea“ in Braila, Donau-Km 170,

Rumänien

Nach einer langen Tagestappe

und mehreren gescheiterten Versuchen,

einen Liegeplatz für die

Nacht zu bekommen, gab uns ein

Mitarbeiter der Capitania den

Tipp, es am Dampfschiff Borcea

zu versuchen. Dort angekommen

wurde uns sofort signalisiert, dass

wir am Schiff festmachen und

über Nacht bleiben dürfen.

Wir hatten das Boot noch gar

nicht fertig gemacht für die Übernachtung,

wurden wir schon mit

heftigen Armbewegungen aufgefordert,

auf den Dampfer zu kommen.

In einem großen Raum unter

Deck fand ein Fest mit rund

40 Personen statt, die Namenstagsfeier

des Schiffskapitäns und

des Maschinisten, die, wie sich

später herausstellte, beide Ilie

hießen. Uns wurde ein Platz am

Tisch des Kapitäns zuteil, Wein

und Schnaps serviert und auf die

reichhaltigen, äußerst deftigen

Grillspezialitäten hingewiesen, die

an Deck zubereitet wurden. Wir

können kein Rumänisch und niemand

am Schiff sprach Deutsch.

Lediglich ein junger Bursche

konnte etwas Englisch und musste

alle Gespräche zwischen der Festgemeinschaft

und uns übersetzen.

Es wurde bis spät in die Nacht

gefeiert und getanzt, am nächsten

Tag wurden wir von Kapitän Ilie

zum Frühstück eingeladen. Dann

brachte uns der Maschinist mit

seinem Privatauto zu einer Straßentankstelle,

wo wir Sprit in unsere

Kanister tanken konnten.

Begeistert von der unglaublichen

Gastfreundschaft und um

ein wunderbares Erlebnis reicher,

nahmen wir am späten Vormittag

die nächste Etappe in Angriff.

Abendessen am Schubschiff in

Nikopol – Donau Km 598 – Bulgarien

Nikopol schien uns ein idealer Übernachtungsort

zu sein, weil gemäß

Törnführer dort 200 Meter vom

Ortsanleger entfernt eine Straßentankstelle

sein sollte. Der Anleger

war jedoch mit dem Schubschiff

Tayfun belegt. Als uns einer der

Schiffsbesatzung erblickte, winkte

er uns sofort herbei und half beim

Anlegen. Es war der ungarischstämmige

Maschinist, der ausgezeichnet

Deutsch sprach. Nach einem

Rundgang durch den kleinen

Ort stellte sich heraus, dass es kein

Restaurant für ein Abendessen gab

und die Tankstelle längst endgültig

geschlossen hatte.

Der Maschinist brachte uns mit

einem, von einem Fischer entliehenen

Auto, zu einer mehrere Kilometer

entfernten Tankstelle. Auf die

Frage, ob er eine Empfehlung für das

Abendessen habe, erbat er sich Bedenkzeit

und verschwand im Inneren

des Schubschiffes. Wenig später

kam er zurück und meinte, dass wir

Gäste an Bord sind und der Kapitän

Informationen

Unsere Boote. 2010–2011: Najade, Fjord 21 Weekender, 21 Fuß, Bj. 1972, Motor 4,2 l

V6 Benzin, 205 PS mit Duoprop Z-Antrieb. Ab 2012: Aella, Carver Santa Cruz, 26 Fuß, Bj.

1980, Motor 3,6 l R6 Turbodiesel, 200 PS mit Duoprop Z-Antrieb.

Die Crew. Barbara Müller: Jahrgang 1964, Klinische Seelsorgerin, Bandsängerin. Lothar

Müller: Jahrgang 1963, Prokurist in der Energiebranche, Rotwein-Fan, wenig Sportler.

5/2020 67


M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News September/Oktober 2020

persönlich für uns kochen würde. In

der kleinen, sehr einfach eingerichteten

Mannschaftsküche saßen wir

mit dem Kapitän, seinem Stellver ­

treter und dem Maschinisten beisammen,

wurden mit gegrilltem und

paniertem Fisch, Salat, Käse und

Wein verwöhnt und hatten tolle Gespräche

bis weit nach Mitternacht.

TV-Aufnahmen in Osijek –

an der Drau – Kroatien

Meine Frau und ich beschlossen, das

Abendessen im kleinen Restaurant

am Clubschiff des Yachthafens einzunehmen.

Hafenmeister Igor plauderte

mit einem Bekannten am Nebentisch.

Nach kurzer Zeit stellte

uns Igor seinen Gesprächspartner

vor. Es war Hrvoje Djurasin, ein

Journalist des kroatischen Fernsehens

in Osijek. Er war so überrascht

und begeistert davon, dass Österreicher

nicht wie üblich mit ihren Booten

an der kroatischen Adriaküste

unterwegs sind, sondern nach Osijek

an der Drau kommen, dass er

uns fragte, ob wir damit einverstanden

wären, wenn er am nächsten

Morgen mit Filmteam an Bord käme

und ein Interview mit uns mache.

Wir waren einverstanden und so

wurden alle Details unseres Bootes

gefilmt und wir über unsere Reise ­

erlebnisse befragt.

Einige Wochen später bekam ich

zu Hause ein E-Mail unseres kroatischen

Vermieters auf der Insel Vis,

bei dem wir mehrmals schon Sommerurlaube

gemacht hatten. Er berichtete

mir, dass er das Interview

mit uns im Mittagsjournal auf HRT

gesehen hatte. Unser kleiner Abste­

Törns 2010 bis 2019

2010: Baja–Sulina–retour (3.042 km, 21 Tage, Donau, Save, Drau)

2011: Landshaag–Baja (730 km, 10 Tage, Donau)

2012: Bamberg–Linz–Landshaag (500 km, 7 Tage, Main-Donau-Kanal, Donau)

2013: Hamburg–Kiel–Sonderborg–Flensburg–Lübeck–retour (755 km, 20 Tage, Elbe, Nord-Ostseekanal, Ostsee, Schlei, Elbe-Lübeck Kanal)

2014: Prag–Berlin (913 km, 20 Tage, Moldau, Elbe, Havel, Spree)

2015: Basel–Rotterdam–Amsterdam (1.013 km, 21 Tage, Rhein und niederländische Kanäle)

2016: Esslingen–Stuttgart–Heidelberg–Frankfurt–Bamberg (700 km, 14 Tage, Neckar, Rhein, Main)

2017: Porto Levante–Mantua–Venedig–Caorle–Grado–Piran–retour (800 km, 18 Tage, Po, Canale Bianco, Lagunen von Venedig, Marano und Grado, Adria)

2018: Porto–Barca d‘Alva–retour; Landshaag–Bratislava–retour (980 km, 14 Tage, Douro, Donau)

2019: Koblenz–Paris (775 km, 23 Tage, Mosel, Rhein-Marne Kanal, Marne-Kanal, Marne, Seine)

cher von der Donau in die Drau

brachte uns also auf die TV-Bildschirme

in ganz Kroatien.

Abschleppmanöver bei Rotterdam –

Rheinmündung – Niederlande

Der Nieuwe Waterweg ist das letzte

Teilstück des für die Schifffahrt bedeutendsten

Mündungsarmes der

Rheinmündung bei Rotterdam. Bei

bedecktem Himmel und mäßigem

Wind war es unser Ziel, bis hinaus

in die Nordsee zu fahren, um unseren

Törn am Rhein vom Startpunkt

Basel aus zu einem krönenden Abschluss

zu bringen. Nachdem wir die

beiden letzten landseitigen Ansteuerungsbaken

hinter uns gelassen hatten,

kehrten wir sofort um, da das

Wetter immer schlechter wurde und

wir nun schon bei heftigem Regen,

Wind und Tidenstrom gegen die

Fahrtrichtung patschnass am

Außenfahrstand saßen.

Kurz nachdem wir das Maeslant

Sturmflutsperrwerk passiert hatten,

verlor der Motor an Leistung und

starb wenige Sekunden später ab. So

trieben wir nun ohne Maschine im

Einzugsgebiet des größten Seehafens

Europas hilflos herum. Ein

360-Grad-Blick zeigte, dass keine

unmittelbare Gefahr bestand.

Mehrere Startversuche blieben

erfolglos und der Wind trieb uns

immer mehr ans linke Ufer. Wir

warfen den Anker außerhalb der

Fahrrinne und ich verständigte per

Auf der Elbe bei Torgau.

Idyllischer Liegeplatz in Wipfeld am Main.

Auf der Seine in Paris.

Bad im Scharmützelsee.

68 5/2020


Funk die Hafenaufsicht. Ich wollte mir gar

nicht vorstellen, was ein Abschleppmanöver

an dieser Stelle kosten würde. Es dauerte keine

Viertelstunde bis das Hafenpatrouillenboot

RPA 11 vor Ort war, man warf uns ein

armdickes Tau zu, das wir nur über Ankerwinsch

und Ankerkette verheften konnten,

weil unsere Klampen viel zu klein dafür waren.

Dann ging es ruckzuck in das nächstgelegene

Hafenbecken, wo uns signalisiert

wurde, dass wir an einer leeren Schute festmachen

sollen. Nun trat der Kapitän des Patrouillenbootes

erstmals aus seiner Kabine.

Wir vermuteten, dass eine Überprüfung unserer

Papiere und die Aufnahme der Personalien

stattfinden würde, aber weit gefehlt. Er

informierte uns freundlich und in perfektem

Englisch darüber, dass seine Crew nun bald

Dienstschluss hat, wir uns aber bei weiteren

Problemen gerne an das nächste Schicht ­

personal wenden können.

Abschleppmanöver bei Rotterdam –

Rheinmündung – Niederlande

Zugegeben, das letzte Beispiel – und wir hätten

noch einige ähnlich dramatische auf Lager

– zeigt schon, dass nicht nur der Skipper,

sondern vor allem auch seine Frau oder andere

Crewmitglieder ein gewisses Maß an

Abenteuerlust und Krisenfestigkeit aufbringen

müssen und sich auch nicht für schmutzige,

unangenehme Arbeiten zu schade sein

dürfen. Aber wenn diese Voraussetzungen

stimmen, sind Bootstörns auf europäischen

Binnengewässern die schönste Urlaubsform,

die man sich nur vorstellen kann – meinen

meine Frau und ich!

Sehr gefreut haben wir uns heuer über die

Fahrtenskipper-Auszeichnung und die Ehrung

mit dem Spezialpokal für „10 Jahre

Fahrtenskipper in Folge“. Herzlichen Dank

an das MSVÖ-Team für die Überraschung!

Nachrichten für die

Schifffahrt der OSB

PRÜFUNGS- UND

ERHALTUNGSARBEITEN

Krems, Strassenbrücke

Stein-Mautern, Donau-km

2003.5 – Beschränkungen bis

30. 9. 2020, Mo–Do 7–17 Uhr,

Fr 7–13 Uhr: Besondere Vorsicht

und Sog und Wellenschlag ver -

meiden im ganzen Bereich.

SPRENGARBEITEN

Linz, Fluss Donau, Strom-km

2136.0 bis 2137.0 – Beschränkungen

bis 31. 12. 2020, Di–Do

10–10.30 Uhr: Sperre und besondere

Vorsicht im ganzen Bereich.

Zusätzliche Meldepflicht über

UKW-Kanal 10, Schifffahrtsaufsicht

Linz. Schiffsführer haben den

Anordnungen von Schifffahrtsaufsichtsorganen

Folge zu leisten.

BAUARBEITEN

Linz, Fluss Donau, Strom-km

2126.7 bis 2128.7 – Beschränkungen

bis 31. 12. 2020 durchgehend:

Begegnungsverbot, Überholverbot,

Sog und Wellenschlag vermeiden

und besondere Vorsicht im ganzen

Bereich.

Zusätzliche Meldepflicht über

UKW 10. Ergänzende Informationen:

http://nts.doris.bmvit.gv.at/D.

REPARATURARBEITEN –

TW. SPERRE

Wien, Schleuse Greifen stein,

linke Kammer, Donau-km 1949.4

im linken Bereich ab 9. 6. 2020 bis

auf weiteres teilweise Sperre im

ganzen Bereich.

Linz, Fluss Donau, Strom-km

2132.4 bis 2136.1 – Beschränkungen

bis 31. 12. 2020 durchgehend:

Besondere Vorsicht und Begegnungsverbot

für Verbände in der

Bergfahrt und für Verbände in der

Talfahrt, Sog und Wellenschlag vermeiden,

Überholverbot für Verbände

in der Talfahrt und für Verbände

in der Bergfahrt.

Zusätzliche Meldepflicht über

UKW-Kanal 10 für Bergfahrer bei

Strom-km 2132,4, für Talfahrer

bei Strom-km 2136,1.

Ergänzende Informationen:

http://nts.doris.bmk.gv.at/.

Linz, Neue Donaubrücke –

NDL, Donau-km 2133.8 –

Beschränkung bis 31. 12. 2020

durchgehend: Durchfahrtsbreite

höchstens 80 m im gesamten

Bereich.

Linz, Obere Donaulände,

Liegestelle Donau-km 2136.5,

Strom-km 2136.5 bis 2136.7 –

Beschränkung bis 31. 12. 2020

durchgehend: Sperre im Bereich

des rechten Ufers.

Wien, Hafen Albern, Fluss

Donau, Strom-km 1918.4 bis

1918.8 – bis 31. 12. 2020 durchgehend:

Besondere Vorsicht.

Ergänzende Informationen:

http://nts.doris.bmvit.gv.at/.

Wien, Hafen Albern, Donaukm

1918.2 – Beschränkungen

durchgehend: Besondere Vorsicht,

Schiffsbreite höchstens 14 m und

Sog und Wellenschlag vermeiden

im ganzen Bereich.

Der Spundwandkasten mit den

Leitdalben wurde fertiggestellt!

Die Durchfahrtsbreite für Einzelfahrer

und Verbände schränkt sich

auf max. 14 Meter ein.

Einfahrtssituation laut Skizze.

Abgeschleppt in Rotterdam.

BAUARBEITEN

KIESVERLADUNG

Wien, Fluss Donau, Strom-km

1914.0 bis 1920.4 – Beschränkungen

23. 12. 2020, Mo–Do, 6–18

Uhr: Sog und Wellenschlag und

besondere Vorsicht im ganzen Bereich.

Ergänzende Informationen:

UKW Kanal-10, MS „Krems“.

5/2020 69


YACHT CLUB AUSTRIA

News September/Oktober 2020

Jetzt mit dem YCA zum RYA

Yachtmaster-Praxistraining

und Examen in Portsmouth,

England.

FOTO: SHUTTERSTOCK

YCA-AUSBILDUNG

RYA Yachtmaster

Ein RYA Yachtmaster „Offshore“-Zertifikat ist die ultimative Segelqualifikation für Segler auf der

ganzen Welt. International höchst anerkannt, ist sie die optimale Ausbildung vor allem für jene,

die gerne in Tidenrevieren segeln oder auch gewerbliche Törns planen.

Text und Fotos CHRISTIAN SPERNER

Man muss ihn nicht haben,

aber wenn der Reiz des

Segelns in Gezeitenrevieren

mit Tiden bis zu 12 Meter und

Strömungen bis zu 8 Knoten ruft,

ist es gut, ihn zu haben. Und die

Praxis orientierung ist zusätzliche

Moti vation für viele.

Der YCA hat ein spezielles Programm

für seine Mitglieder entwickelt,

das die Möglichkeit einer

guten Vorbereitung in Österreich

bietet, kombiniert mit Angeboten

in nicht alltäglichen Revieren und

unter nicht alltäglichen Bedingungen

die geforderten Meilen zu erwerben.

Höhepunkt ist das RYA

Yachtmaster-Praxistraining und

Examen in Portsmouth, England.

Wir starten 2021 gemeinsam mit

unserem englischen Partner, dem

„fourseasons RYA Trainings Centre“.

Diese Kooperation ermöglicht

den Erwerb des RYA Yachtmasters

„Coastal“ oder „Offshore“ in gewohnter

Professionalität. Voraussetzung

für den RYA Yachtmaster

„Offshore“ sind: 50 Bordtage, fünf

Tage als Skipper, 2.500 Meilen,

davon mind. fünf Passagen über

60 Meilen, gemessen entlang der

Luftlinie vom Abfahrtshafen bis

zum Ziel, davon mindestens zwei

als Skipper und zwei Nachtpassagen.

Mindestens die Hälfte dieser

Meilen und Passagen müssen in

Gezeitengewässern durchgeführt

werden. Alle Meilen müssen innerhalb

von zehn Jahren vor der Prüfung

liegen. Zum Erwerb dieser

Voraussetzungen bietet der YCA

attraktive Angebote, wobei die

Praxis im Vordergrund steht. Die

Anforderungen für den RYA Yachtmaster

„Coastal“ sind etwas geringer.

Detaillierte Informationen:

christian.sperner@yca.at,

Tel. +43(0)664 2341315 oder

è www.yca.at

Raue Gezeitenreviere?

Kein Problem für einen

RYA Yachtmaster!

70 5/2020


YCA-AUSBILDUNG

Infoabende Hochsee-Skipper-Ausbildung

Text GOTTFRIED TITZL RIESER | Foto YCA-ARCHIV

Es geht wieder los: Im September

beginnen unsere

Theoriekurse für die Hochsee-Skipper-Ausbildung.

Der YCA

bietet dafür österreichweit Informationsabende

an, wo man sich

unverbindlich über Inhalte, Termine

und Kosten orientieren kann

(siehe Kasten).

Eines vorweg: Durch die neue

Prüfungsordnung, die seit Mai in

Kraft ist, wird der Lernstoff der

Theorieausbildung etwas leichter

und der Zeitraum für den Praxisnachweis

wird von zwei auf drei

Jahre erstreckt. Das nimmt etwas

Druck aus der Ausbildung und ist

für manche somit leichter zu organisieren.

Damit haben auch all

jene Trainees, die sich derzeit in

Ausbildung befinden, zwölf Monate

gewonnen, um ihren Lehrgang

abzuschließen.

Der YCA bekennt sich klar zur

Qualität, wir verkaufen keine

Scheine, sondern wir bilden aus –

das macht den Unterschied! Unsere

Trainer sind allesamt zertifizierte

Offshore Sailing Instructors und

Garant für unseren ausgezeichneten

Ruf.

Termine 2020

Bundesland/Crew

Kursbeginn im September.

3. September, 19.00 Uhr Wien/Niederösterreich/Burgenland Humboldt Maturaschule, Lothringerstraße 4–8/3. Stock, 1040 Wien

9. September, 19.00 Uhr Oberösterreich Zoom-Online-Meeting

10. September, 18.00 Uhr Steiermark Lucky´s Heuriger, Brucknerstraße 30, 8010 Graz

11. September, 19.00 Uhr Oberösterreich Gasthof Hotel Stockinger, Ritzlhofstraße 63, 4052 Ansfelden

Ort

15. September, 19.00 Uhr Kärnten Jugend- und Familiengästehaus, Neckheimgasse 6, 9020 Klagenfurt

18. September, 19.00 Uhr Salzburg Friesacher Heuriger, Hellbrunnerstraße 17, 5081 Anif/Salzburg

22. September, 19.00 Uhr Tirol/Vorarlberg Schützenheim Wilten, St. Bartlmä 5, 6020 Innsbruck

YCA NEXT GENERATION

Jugend Sail Day 2020 on Tour

Text und Foto ROTINA MIHAI

Die YCA next generation hatte

am Samstag, 27. Juni, zum

ersten Sail Day 2020 ins Seebad

Breitenbrunn am Neusiedler See

eingeladen. Begleitet von drei erfahrenen

YCA next generation Guides

bekamen die Kids/Teens Benjamin,

Elena, Fiona, Jonas und Marlene im

Alter zwischen 9 und 16 Jahren die

Gelegenheit zum kostenfreien

Schnuppersegeln auf einer Sprinto

20. Die junggebliebenen Eltern

konnten ebenfalls einen Segeltag unter

der Anleitung eines Ausbildungsreferenten

der YCA-Crew verbringen.

So war es für knapp 20 YCA-

Mitglieder, Mamas, Papas und Kids

ein erlebnisreicher Familientag bei

knapp 30 Grad und wenig Wind.

Aber genug, um Leichtwindsegeln

kennenzulernen. Über sämtliche Jugendbetreuer

des YCA, allen voran

Til Ulbricht, waren alle hellauf begeistert

und fanden minutenlangen

Applaus. Der „Virus“ Segeln dürfte

von den Eltern auf die nächste Generation

gesprungen sein, so meinte

Benjamin am Ende des Tages:

„Papa, wann gehen wir wieder

auf dem coolen Boot segeln?“

Die weiteren Schnuppersegel-

Stationen in den Sommerferien

gingen auf der Alten Donau in

Wien, am Thaler See bei Graz

sowie am Attersee übers Wasser.

YCA Next Generation – join us!

Junges Segeln in Breitenbrunn.

5/2020 71


YACHT CLUB AUSTRIA

News September/Oktober 2020

YCA-APP-TIPP

LD-Log:

GPS-Tracker

und Logbuch

Spezialisiert auf batterie -

schonendes Langzeit-Tracking,

Reisetagebuch/nautisches

Log buch für Segler, Karten

und Tools für die Outdoor-

Navigation.

Text WOLFGANG HURCH

LD-Log zeichnet Reiserouten

mit dem geräteeigenen GPS-

Empfänger auf. Wegpunkte

werden automatisch in einstellbaren

Minutenintervallen oder wahlweise

manuell gespeichert. Auf diese Weise

verbraucht die App sehr wenig

Akkuleistung. Zusätzlich bietet LD-

Log einen Tracking-Modus, der die

sekundengenaue Aufzeichnung des

Weges erlaubt.

Mit der editierbaren Wegpunktliste

für jede Route einer Reise können

Sie ein detailliertes Tagebuch

Ihres Trips erstellen. Fügen Sie Ihren

Wegpunkten Einträge und Fotos

hinzu, die Sie direkt aus LD-Log heraus

aufnehmen oder nachträglich

importieren. Als Segler verwenden

Sie den Segel-Modus, der das intuitive

Führen eines kompletten nautischen

Logbuchs ermöglicht. Reisen,

Routen und Logbücher lassen sich

auf vielfältige Weise speichern.

Die Kartenansicht bietet Ihnen

eine Auswahl unterschiedlicher Online-Kartenquellen.

Bereits betrachtete

Kartenauschnitte stehen auch

offline weiterhin zur Verfügung.

Funktioniert offline (keine Datenverbindung

notwendig), editierbare

Wegpunkte (Tagebuch-, Logbuch-

Funktion); beliebige Anzahl von Fotos

je Wegpunkt (direkte Aufnahme

durch die Kamera oder Bild-Import);

Segel-Modus: separate Wege

unter Segel/Motor,

standardisierte

nautische

Logbuch-Einträge

für Trip,

Routen und

Wegpunkte;

Reisebericht

(Reisetagebuch/

Logbuch) als Textdatei, CSV-Tabellen

oder HTML-Datei inkl. Bildern

erstellen, direkt drucken (z. B. als

PDF), versenden oder in anderen

Apps öffnen.

Erhältlich im Google Play Store,

nicht erhältlich im Apple App Store

– eine Alternative stellen wir in der

nächsten Ausgabe vor.

YCA-Services und -Leistungen

Wir bauen laufend unser Netzwerk zu

starken Partnern aus. Damit können

wir unseren YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen Bereichen

an bieten, wie auch auf unserer Homepage

ersichtlich: è www.yca.at

Marinas: Sondertarif für Tages- bzw.

Jahres-Liegeplätze. Italien: Marina Certosa

(Venedig), Marina Aprilia Marittima

(Lignano). Kroatien: Marina Vrsar, Marina

Funtana, Marina Punat, Marina Frapa

in Rogoznica und Dubrovnik. Spanien:

Marine Project Iberia (Barcelona).

Charter: Müller Yachtcharter, Phoenix

Yachting, Offshore Boote (Kroatien), Bav

Adria Charter (Kroatien), My SeaTime

Yachtcharter d.o.o. (Kroatien), Ionian

Charter (Griechenland).

Service: MEC-Energietechnik, SeaHelp,

Seemannsladen.at, ocean7-Magazin.

Versicherung: Pantaenius

YCA-Stützpunkte: alle Marinas wie links

angeführt + Ionian Charter.

Interessierten Sponsoren und Partnern

bieten wir gerne attraktivste Kooperationsformen

und Möglichkeiten für

eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Auf Ihre Anfragen und Vorschläge an

unser Marketing-Team freuen wir uns

bereits jetzt:

è marketing@yca.at

72 5/2020


YCA-APP-TIPP

Die Alternative zu Navionics

Text WOLFGANG HURCH

NV Charts ist eine klar strukturierte

Navigations-App mit intuitiver Bedienung

und umfangreichen Werkzeugen

für die Navigation an Bord. Alle

Karten können vom NV-Verlag einfach

heruntergeladen und auch offline verwendet

werden. Eine Möglichkeit, Seekarten

in Papierform und auf Smartphone

oder Tablet zu haben, ist die Nutzung

des Kombipakets aus Papier- und digitalen

Seekarten. Dieses enthält Seekarten

im cleveren Atlasformat und digitale

Seekarten zur Verwendung in der NV

Charts App inkl. ein Jahr Update-Service.

Wenn noch unklar, wohin die Reise

gehen soll, sind kostenlose Online-Karten

für alle NV Charts Seekarten­

Reviere abrufbar. Mit der neuen Version

der NV Charts App 2020 gibt es nun

die Möglichkeit, selbst Teil der Karten-

Community zu werden. Du kannst nun

Häfen, Ankerplätze und Navigationswarnungen

in der digitalen Seekarte

markieren – oder POI‘s wie Restaurants

oder Sehenswürdigkeiten mit Bildern

Ausbildung und Clubabende September/Oktober 2020

Aus- und Weiterbildung

12. September Attersee, Aufham 45 Jugend Sail Days on Tour

18. September Innsbruck, St. Bartlmä 5 FB4-Theorie-Weekendkurse

25. September Linz, Tabakfabrik FB2-Basis-Theorie Modul 1

25. September Graz/Leoben FB1-Upgrade Theorie + Praxis

25. September Linz, Tabakfabrik FB2-Basis-Theorie-

Modul 1 Jugend

26. September Krumpendorf 48. YCA-Generalversammlung

28. September Salzburg FB2-Basis-Theorie Modul 1

3. Oktober Murter (8 Tage) Meilentörn inkl.

3 Tage nonstop

3. Oktober Southampton (8 Tage) YCA Tidal-Training Solent

7. Oktober Biograd–Triest (3 Tage) Langfahrt-Training (G. Rom)

7. Oktober Punat–Triest (3 Tage) Langfahrt-Training (M. Hecker)

10. Oktober Izola (8 Tage) FB2-Trainingstörn Modul 3

11. Oktober Golf von Triest 52. Barcolana

12. Oktober Triest–Biograd (3 Tage) Langfahrt-Training (G. Rom)

12. Oktober Triest–Punat (3 Tage) Langfahrt-Training (M. Hecker)

16. Oktober Wien 4, Humboldt FB2-Theorie Weekendkurse

+ Jugend

hinzufügen und mit der Community teilen.

Es gibt die Möglichkeit, deine Tracks

mit Freunden zu teilen oder die Daten

außerhalb der App zu verwenden und

als GPX-Datei zu exportieren. Deine

Lieblings-Häfen und Ankerplätze kannst

du aus der App einfach per Link teilen

und die Törnplanung so noch besser mit

allen abstimmen. Die NV Charts App

kann auf mehrere Geräte installiert und

synchronisiert werden. Erhältlich in den

App Stores von Google und Apple.

23. Oktober Linz, Tabakfabrik FB2 Theorie-Weekendkurse

+ Jugend

24. Oktober Trogir (8 Tage) GSC 2020 Austrian Offshore

Trophy-Regatta

Kurzfristige Änderungen wegen Corona-Krise vorbehalten, siehe

è www.vereinonline.yca.at

Clubabende

Gäste und Freunde sind immer herzlichst willkommen!

8. September Wien 11, Pistauer Ein „Fjord in Deutschland”

8. September Linz-Süd, Bratwurstglöckerl OÖ-Stammtisch

10. September Salzburg, Anif, Friesacher „Zeit zum Segeln”

mit Karin Eder

29. September Linz-Dornach, Volkshaus „Ocean Race Projekt”

mit Pumsleitner und Kicher

8. Oktober Salzburg, Anif. Friesacher „Zauberhafte Südsee”

mit Wolfgang Clemens

13. Oktober Wien 11, Pistauer „Rund Amerika” mit Claudia

und Jürgen Kirchberger

13. Oktober Linz-Süd, Bratwurstglöckerl OÖ-Stammtisch

27. Oktober Linz-Dornach Volkshaus „Karibik” mit Erich Unterweger

è www.yca.at/vereinonline

Crew Kärnten: Clubabende 14-tägig, siehe è www.yca-crew-ktn.at

NV-Charts –

eine echte

Alternative zu

Navionics.

YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

COMMODORE

Christian Schifter

+43(0)664 5315353

cschifter@yca.at

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Günther Holzinger

+43(0)664 2108020

guenther.holzinger@yca.at

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander,

Generalsekretär

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Fritz Abl

+43(0)664 2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43/(0)676 86643046

mike.hecker@yca.at

CREW JUGEND

Jugendbeauftragter

Matthias Eckerstorfer

+43(0)650 5583470

matthias.eckerstorfer@gmail.com

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43 (0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

5/2020 73


Sailing Poetry

Ah! Triste Trieste!

Die Katawa liegt in der Marina San Giusto, Triest. Wir begegnen Spuren der k. u. k. Marine

und treffen auf James Joyce, den interessantesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Neben der Marina San Giusto,

wo wir die Katawa im

Schatten der alten Fischhalle

festgemacht haben, liegt der Yachtclub

Adriaco, wo nach dem Ersten

Weltkrieg österreichische Yachten

verblieben, auch die des österreichischen

Fliegers, Kriegshelden

und Seglers Gottfried von Banfield

– unter dessen Namen heute noch

Regatten gesegelt werden.

Am Molo Audace salutiere ich

launig dem Kommandanten eines

der ersten k. u. k. U-Boote, U12,

Leutnant Egon Lerch, ein Freund

Banfields, Flaneur zwischen Fiume

und Miramare, Held von Otranto.

Von hier bricht er auf zu einer

Kreuzung gegen Venedigs Arsenal,

hier verabschiedet er sich von seiner

Geliebten, Elisabeth Windisch-

Graetz, Enkelin des Franz Josef I.

und hier trifft drei Tage später die

Meldung ein: U12 vor Venedig auf

eine Mine gelaufen und gesunken.

Auf der Piazza Venezia passiere

ich das Denkmal des österreichischen

Erzherzogs Ferdinand

Maximilian, Segler und engagierter

Oberbefehlshaber der k. u. k.

Kriegs marine, der sich um 1860

das Schloss Miramare erbauen ließ

und später den Tod fand als Kaiser

von Mexiko.

Cladio Magris nannte Triest die

literarische Hauptstadt Mitteleuropas;

was für eine Epoche gewiss

zutraf. Joyce, Svevo, Kafka, Rielke,

Saba … Auf der Ponte Rosso begegnen

wir James Joyce. Bin unterwegs

ins Specchi, sagt er, einen

Vorschuss von Berlitz zu feiern,

kommen Sie doch mit! Wo haben

Sie angelegt mit Ihrer weißbesegelten

Argo? Die liegt an der alten

Fischhalle, sage ich, vom Cafè aus

werden wir sie im Auge haben.

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine 46er

Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

Heading Trieste, im Bild

ganz rechts mit Joyce

auf der Ponte Rosso.

Warum eigentlich hatten die Schiffe

des Odysseus niemals Namen,

fragt er. Vielleicht weil sie alle

schnell zu Bruch gingen, sage ich

als leidgeprüfter Segler. Habe übrigens

eine kleine Novelle begonnen,

die ich Ulysses nennen will, fährt

Joyce fort, spielt in Dublin am 16.

Juni 1904, dem Tag an dem Nora

mich zum Mann gemacht hat.

Habe dabei stets Triest vor Augen,

als Fluchthafen meines Schreibens.

Ah! Triste Trieste! Hier finde ich

meinen Odysseus, hier beginne ich

wie er, die Heimat aus der Ferne

zu lieben, Dublin ist mein Ithaka,

nach dem ich strebe und das ich

zugleich fliehe. Ich verstehe Sie,

Maestro, sage ich; so wie Sie eine

Stadt wie Triest brauchen, um Ihr

Ithaka zu finden, dienen mir zum

Schreiben die Cafès in den Häfen

des Mittelmeeres, die ich unter

Segel anlaufe.

In Dublin trifft Joyce auf Nora,

ein nettes Mädchen vom Lande,

das in Finn’s Hotel arbeitet. Mit

ihr geht er nach Pola, als Englischlehrer

für Berlitz, wird ausgewiesen,

weil die Österreicher ihn der

Spionage verdächtigen – ein Treppenwitz

der Geschichte. Über

Österreichs Monarchie sagt er

einmal: „They called the Austrian

Empire a ramshackle empire, but

I wish to God there were more

such empires.“

Triest ist die zweite Station seiner

Flucht, die sich für sein Hauptwerk

als notwendig erweist und die letzten

Worte darin sind genau genommen

nicht Molly Blooms berühmt

gewordene, im Halbschlaf

hingehauchte Worte „Ja ich will Ja“,

sondern profan: Triest–Zürich–

Paris, 1914–1921. Und den 14. Juni

1904 wird man später weltweit als

den Bloomsday feiern.

Da betritt Nora Barnacle das

Specchi, um ihren Jim aus der Unterwelt

zu retten. Saufen ist alles,

wozu du taugst, schimpft sie; erzähl

mir nichts von all den Büchern, die

du schreiben willst, besser, du

wärst Sänger geworden!

Im nächsten Sailing Poetry, meine

Damen und Herren, setzen wir unsere

„Italienische Reise“ fort und

steuern Venedigs Marina Sant’Elena

an. Wir werden die große Peggy

Guggenheim in ihrem Palazzo

treffen und im Caffè Florian auf

Alma Mahler-Werfel.

74 5/2020


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Ministry of Foreign Affairs

Ministry of Foreign Affairs

and International Cooperation

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