RegionalSport 20.08.2020
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www.regionalsport.net | facebook.de/regionalsport.net | 20. August 2020 | 25. Jahrgang Nr. 33 / 2020<br />
SPORT<br />
Das Sportmagazin im Norden<br />
R E G I O N A L<br />
FC. St. Pauli:<br />
Timo Schultz<br />
sieht Knoll als<br />
Führungsspieler<br />
Hamburger SV:<br />
+++ Ausfall<br />
+++ Trauer<br />
+++ Hoffnung<br />
Holstein Kiel:<br />
Störche gegen<br />
Ajax & Wölfe<br />
Sönke Beiroth:<br />
„Es ist einfach gut,<br />
dass es losgeht.“<br />
Jede<br />
Woche<br />
neu!<br />
Eintr. Norderstedt -<br />
TSV Sasel<br />
... gelingt Sasel die Überraschung?<br />
Finaltag der<br />
VfB Lübeck -<br />
SV Todesfelde<br />
... Tommy Grupe wird<br />
neuer VfB-Kapitän<br />
Amateure - Pokal<br />
Fotos: Immo / Bergmann / Sellhorn<br />
Erneuter Doppelsieg<br />
für Isabell Werth<br />
Blickpunkt<br />
TuS Bargstedt<br />
4 190289 801903<br />
33
Die Seite 2<br />
Nachruf:<br />
Milomir Mijatovic: Unser erster Handball-Star<br />
Mit Beginn der Sommerferien 1985 hatte Christian Geburtstag.<br />
Wie damals üblich bei einer Feier von 13-jährigen Jungen spielten<br />
wir viel Fußball<br />
– und auch etwas<br />
Handball. Egal<br />
ob Rüdiger, Sven,<br />
Oliver oder ich –<br />
als wir zum Siebenmeter<br />
antraten,<br />
hießen wir<br />
alle nur Milomir<br />
Mijatovic. Dieser<br />
Name hatte für<br />
uns die Magie<br />
der großen Handballwelt,<br />
die in<br />
Handewitt eingezogen<br />
war.<br />
Natürlich waren wir bei den Heimspielen in der Wikinghalle dabei.<br />
Wir drängten uns in einen der Geräteschuppen, feuerten unsere<br />
SG Weiche-Handewitt an und bejubelten schließlich den<br />
Klassenerhalt einer „Mannschaft der Namenlosen“. So stand es<br />
häufiger in den Medien. Für Star-Appeal in der „Hölle Nord“ sorgten<br />
die Gäste. Etliche Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft,<br />
die bei den Olympischen Spielen 1984 Silber gewonnen<br />
hatten, wurden im hohen Norden vorstellig. Etwa Andreas Thiel,<br />
Martin Schwalb, Jochen Fraatz oder die Roth-Brüder. Zudem hatte<br />
jeder Verein einen ausländischen Spieler. Mehr waren damals<br />
nicht zugelassen, aber die wenigen hatten allesamt internationales<br />
Format. Dazu zählten Alfred Gislason, Erik Veje Rasmussen, Jerzy<br />
Klempel, Vladimir Vukoje – und auch Milomir Mijatovic.<br />
Der Linkshänder stieg 1983 mit TuRa Bergkamen in die Bundesliga<br />
auf, spielte dann zwei Jahre für GW Dankersen. Und mit seinem<br />
Wechsel zu unserer SG im Sommer 1985 versetzte er uns junge<br />
Fans in Euphorie. Unser Verein war nun keine „graue Maus“<br />
mehr, sie hatte einen echten Handball-Star. Wir machten große<br />
Augen, als wir lasen, dass er 48 Länderspiele für Jugoslawien bestritten<br />
hatte und dass er 1982 mit Zeljeznicar Sarajevo bis ins Finale<br />
des europäischen IHF-Cups vorgedrungen war.<br />
Ab Herbst 1985 skandierten wir immer wieder „Milo“. Der Neuzugang<br />
war wirklich eine Granate. Als Teenager bekamen wir nicht<br />
mit, dass unsere SG etwas tricksen mussten, um einen solchen<br />
Hochkaräter zu halten. Ein Mäzen hatte dem 31-Jährigen einen<br />
gutdotierten Job als „Jugoslawien-Experte“ geboten, da die Satzungen<br />
noch kein Profitum zuließen. Allerdings musste der Unternehmer<br />
bald Insolvenz anmelden. Es fanden sich mehrere kleinere<br />
Sponsoren, die die Bezahlung des Rückraumasses übernahmen.<br />
Insgesamt bestritt Milomir Mijatovic bis 1990 148 Spiele für die<br />
SG und warf 859 Tore. Dennoch blieb die SG im Fahrstuhl zwischen<br />
erster und zweiter Liga stecken. Im Herbst 1989 übernahm<br />
Milomir Mijatovic sogar für sieben Partien das Kommando als<br />
Spielertrainer, konnte das Ruder aber nicht herumreißen. Ich bewunderte<br />
unseren Star in der Halle und auch mal beim Waldlauf,<br />
wenn die SG-Handballer im Handewitter Staatsforst unterwegs<br />
waren. Gesprochen hatte ich mit ihm damals nie. Als ich volljährig<br />
wurde, ging er nach Bad Bramstedt.<br />
Milomir Mijatovic wurde Trainer. Es folgten Stationen bei GWD<br />
Minden, VfL Bad Schwartau und TuS Nettelstedt. Zu der Zeit, als<br />
er in Nettelstedt war, startete ich als Journalist. Im Dezember<br />
2000, vor dem Gastspiel in Flensburg, führte ich tatsächlich ein<br />
Interview mit dem Star meiner Jugend. Im Archiv finde ich folgende<br />
Aussage von ihm: „Das Publikum ist mir in angenehmer Erinnerung<br />
geblieben. Auch jetzt gibt es immer noch viele Zuschauer,<br />
die mich begrüßen, wenn ich in die Fördehalle komme.“<br />
Später war „Milo“ noch im italienischen Conversano, in Göppingen<br />
und zwischen 2008 und 2010 Jugendtrainer bei den Rhein-Neckar<br />
Löwen. Es wurde ruhiger um ihn. Am 22. Juni verstarb er in<br />
Mannheim, was erst jetzt bekannt wurde. Vergessen werden wir<br />
ihn nie. Selbst mein Bruder, dessen Interesse am Handball längst<br />
abgeflaut ist, weiß immer noch, von wem der Ball kam, der ihn<br />
einmal hinter dem Tor voll erwischte: von Milomir Mijatovic, unserem<br />
ersten Handball-Star.<br />
(KI)<br />
EINWURF<br />
EINWURF<br />
Der Ball rollt wieder!<br />
Schleswig-Holsteins<br />
Landesregierung<br />
hat zum gestrigen Mittwoch, den<br />
19.08.2020 Lockerungen für den Sport<br />
im Rahmen der Landesverordnung zur Bekämpfung der CO-<br />
VID-19-Pandemie bewilligt. Hierdurch sind ein regulärer Trainingsbetrieb<br />
sowie Testspiele unter Einhaltung des Hygienekonzepts<br />
vom SHFV wieder gestattet. Zahlreiche Amateurvereine<br />
haben spontan Testspiele vereinbart, um für einen möglichen<br />
Saisonstart Mitte September gewappnet zu sein.<br />
Am kommenden Sonnabend steht im Norden der Finaltag der<br />
Amateure auf dem Programm, wo sich die Sieger auf Bayer Leverkusen<br />
(HH) und den VfL Osnabrück (SH) im DFB-Pokal<br />
freuen können.<br />
Eintracht Norderstedt und der TSV Sasel lösten in Hamburg am<br />
vergangenen Wochenende in packenden Halbfinalpartien das<br />
Ticket für das Finale.<br />
In Schleswig-Holstein stand die Finalpaarung bereits länger<br />
fest. Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck trifft auf den Flens-Oberliga<br />
Meister SV Todesfelde. Die Segeberger stehen nach einer<br />
überragenden Saison erstmalig im Finale des Landespokals.<br />
Zudem findet am Sonntag ein Blitzturnier in Trittau mit dem<br />
ETSV Hamburg sowie dem Düneberger SV statt.<br />
Hingegen wurde das traditionsreiche LZ-Sommerturnier wegen<br />
der Corona-Krise bei Vineta Audorf abgesagt.<br />
Herzlich<br />
Ihr<br />
Sascha Hoppe
Am 22. August kommt<br />
es im Finale des Landespokals<br />
zum Duell<br />
zwischen dem Rückkehrer<br />
in die 3. Liga<br />
VfB Lübeck und dem<br />
Oberligisten SV Todesfelde.<br />
Allerdings könnten die<br />
Vorzeichen nicht ungewisser<br />
sein. Corona könnte den Verantwortlichen<br />
noch einen<br />
Strich durch die Rechnung machen.<br />
Zusätzlich müssen die<br />
Vereine auf ein volles Stadion<br />
verzichten, denn das Finale<br />
wird erstmals hinter geschlossenen<br />
Türen stattfinden.<br />
Positive Tests<br />
bei den Lübeckern<br />
Vor kurzem wurde bekannt,<br />
dass Corona auch beim VfB Lübeck<br />
angekommen ist. Für das<br />
Testspiel gegen den HSV wurden<br />
die Spieler und das Funktionsteam<br />
getestet. Dabei stellte<br />
sich heraus, dass ein Spieler,<br />
dessen Name nicht genannt<br />
Finale: VfB Lübeck – Todesfelde<br />
Große Ungewissheit vor Pokalfinale:<br />
Aufsteiger VfB Lübeck trifft<br />
auf Oberligisten aus Todesfelde.<br />
Holt der VfB Lübeck das Double?<br />
Foto: Immo<br />
wurde, positiv getestet wurde.<br />
Somit musste das mit großer<br />
Vorfreude erwartete Duell gegen<br />
den Bundesliga-Dino abgesagt<br />
werden. Dies war bereits<br />
der zweite Fall bei den Lübeckern.<br />
Bereits am 10. August<br />
kam es zu einem positiven Ergebnis<br />
bei einem Teammitglied.<br />
Da allerdings kein Kontakt zum<br />
Team bestand, konnte einen Tag<br />
Landespokal<br />
Schl.-Holst.<br />
später das Testspiel<br />
gegen den FC Mecklenburg<br />
Schwerin<br />
(3:1) planmäßig stattfinden.<br />
Am Montag gab es<br />
dann aber Entwarnung.<br />
Das Pokalfinale<br />
kann wie geplant stattfinden<br />
und der VfB konnte sein Mannschaftstraining<br />
wieder aufnehmen<br />
– mit Ausnahme der beiden<br />
positiv getesteten Spieler.<br />
Trotz Geisterspiel werden<br />
Tickets verkauft<br />
Noch ist nicht genug Zeit vergangen<br />
und auch das Pokalfinale<br />
muss ohne Zuschauer stattfinden.<br />
Statt in der vollen Lohmühle<br />
reisen die Teams nach<br />
Bad Malente und werden dort<br />
den Teilnehmer am DFB-Pokal<br />
ermitteln. Sven Tramm, Teamchef<br />
der Todesfelder, sieht sowohl<br />
positive als auch negative<br />
Aspekte am Fehlen der Zuschauer:<br />
„Ich glaube schon,<br />
dass das Spiel ohne Zuschauer<br />
für uns besser ist. Aber es ist natürlich<br />
auch sehr traurig, dass<br />
unsere Fans das größte Spiel<br />
der Vereinsgeschichte nicht im<br />
Stadion miterleben können.“<br />
Der Gegner des Gewinners steht<br />
bereits fest. In der ersten Runde<br />
wartet der VfL Osnabrück aus<br />
der 2. Bundesliga.<br />
Da die Ticketeinnahmen sowohl<br />
für die Vereine als auch<br />
für den Verband unverzichtbar<br />
sind, haben sich die Veranstalter<br />
nun etwas überlegt. Die Fans<br />
und Unterstützer können virtuelle<br />
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Regionalsport | 3
Landespokal<br />
Schl.-Holst.<br />
Finale: VfB Lübeck – SV Todesfelde<br />
Pokalsieger nach Verein<br />
1 Holstein Kiel 16 19611, 19621, 19661, 1978, 1983,<br />
1991, 1994, 1996, 2002, 2003, 2005,<br />
2007, 2008, 2011, 2014, 2017<br />
2 VfB Lübeck 15 1956, 1987, 1992, 1995, 1998, 1999,<br />
2000, 2001, 2006, 2009, 2010, 2012,<br />
2015, 2016, 2019<br />
3 Itzehoer SV 4 1955, 1964, 1975, 1985<br />
4 VfR Neumünster 3 1974, 2004, 2013<br />
5 BSC Brunsbüttel 2 19542, 1981<br />
Büdelsdorfer TSV 2 1963, 1967<br />
SC Weiche Flensburg 08 2 19573, 2018<br />
SV Friedrichsort 2 1958, 1959<br />
Heider SV 2 1979, 1982<br />
TuS Hoisdorf 2 1988, 1989<br />
FC Kilia Kiel 2 1990, 1993<br />
TSV Pansdorf 2 1972, 1997<br />
TSV Westerland 2 1970, 1973<br />
14 Eichholzer SV 1 1971<br />
BW Friedrichstadt 1 1986<br />
TuS Gaarden 1 19654<br />
Husumer SV 1 19605<br />
VfL Kellinghusen 1 1984<br />
VfB Kiel 1 1969<br />
1. FC Phönix Lübeck 1 1976<br />
TSV Plön 1 1980<br />
Rendsburger TSV 1 1977<br />
Schleswig 06 1 1968<br />
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immer im Pokal werden die<br />
Einnahmen geteilt und Sponsoren<br />
und Fans können so einen<br />
kleinen Anteil am Spiel haben.<br />
Vorbereitung bei beiden<br />
Clubs eher schleppend<br />
Das Problem, welches fast alle<br />
Vereine in diesem Sommer haben,<br />
ist die ungewisse Vorbereitung.<br />
Es kann jederzeit zu Veränderungen<br />
und Absagen kommen.<br />
Nicht nur die Lübecker<br />
konnten erst zwei Mal testen,<br />
sondern auch die Mannschaft<br />
aus Todesfelde tat dies erst einmal.<br />
Gegen den Verbandsligisten<br />
SC Rönnau 74 gab es einen<br />
ungefährdeten 9:1 Sieg. Die Lübecker<br />
standen bereits zwei Mal<br />
unter Wettbewerbsbedingungen<br />
auf dem Platz. Gegen den Gegner<br />
aus der letzten Saison Lüneburger<br />
SK gab es einen 5:0 Sieg<br />
und gegen den FC Mecklenburg<br />
Schwerin gewann man 3:1.<br />
Weitere Testspiele, wie gegen<br />
den HSV, mussten aufgrund der<br />
positiven Tests abgesagt werden.<br />
Es bleibt abzuwarten, wer sich<br />
in der besonderen Auflage des<br />
Finals des Landespokals durchsetzen<br />
wird. Durch den Klas-<br />
Pokalsieger der<br />
letzten 10 Jahre<br />
2009/10 Kiel<br />
2010/11 Lübeck<br />
2011/12 Lübeck<br />
2012/13 Neumünster<br />
2013/14 Kiel<br />
2014/15 Lübeck<br />
2015/16 Lübeck<br />
2016/17 Kiel<br />
2017/18 Flensburg<br />
2018/19 Lübeck<br />
2019/20 ?<br />
VfB Lübeck:<br />
Tommy Grupe wird<br />
neuer VfB-Kapitän<br />
Wenige Tage vor dem Pflichtspielstart<br />
mit dem SHFV-Pokal-Endspiel<br />
gegen den SV Todesfelde (Sa., 16.45<br />
Uhr) steht fest, wer die Mannschaft<br />
in der kommenden Saison als Kapitän<br />
anführen wird.<br />
Der Aufstiegskapitän hat den VfB Lübeck<br />
bekanntlich verlassen: Der 33-<br />
jährige Daniel Halke, zwei Jahre lang<br />
ein vorbildlicher Spielführer der<br />
Grün-Weißen, kickt inzwischen beim<br />
FC Schönberg 95. Entsprechend war<br />
Trainer Rolf Landerl gefordert, sich<br />
über die Neubesetzung des Amtes Gedanken<br />
zu machen. In einer Teamsitzung<br />
vor der Übungseinheit am heutigen<br />
Nachmittag teilte der Österreicher<br />
der Mannschaft die Entscheidung<br />
des Trainerteams mit.<br />
Künftig wird Tommy Grupe, in der<br />
vergangenen Saison bereits Halke-<br />
Vertreter und auch in den ersten beiden<br />
Testspielen VfB-Kapitän, die<br />
Spielführerbinde übernehmen. Der<br />
28-Jährige war vor zwei Jahren vom<br />
FC Hansa Rostock zum VfB gekommen,<br />
übernahm als Abwehrchef von<br />
Beginn an Verantwortung und bringt<br />
auch einiges an Drittliga-Erfahrung<br />
mit. Der Familienvater ist längst in<br />
Lübeck heimisch geworden, lebt in<br />
Travemünde und setzte im Winter<br />
auch als erster Spieler ein Zeichen<br />
und verlängerte seinen Vertrag, lange<br />
bevor der Aufstieg feststand, bis<br />
2022.<br />
„Tommy hat dir Rolle schon im letzten<br />
Jahr als Vertreter von Daniel Halke<br />
sehr gut ausgefüllt“, erklärt Trainer<br />
Landerl seine Wahl. „Er strahlt Ruhe<br />
aus und genießt die nötige Anerkennung<br />
in der Mannschaft und im Trainerteam.<br />
Zudem ist er in den vergangenen<br />
Jahren bereits zu einem echten<br />
VfBer geworden.“<br />
„Natürlich freut mich diese Entscheidung<br />
des Trainers. Es eine Ehre, einen<br />
Traditionsverein wie den VfB<br />
aufs Feld zu führen“, sagt Grupe. „Es<br />
ist nichts komplett Neues für mich,<br />
weil ich die Kapitänsbinde ja im vergangenen<br />
Jahr auch schon häufiger<br />
übernommen habe. Und ich werde<br />
auch künftig nicht der einzige sein,<br />
der die Mannschaft führt. Wir haben<br />
viele Spieler im Team, die ihre Meinung<br />
einbringen und mich bei meiner<br />
Aufgabe unterstützen werden.“<br />
Grupes Stellvertreter als Mannschaftskapitän<br />
werden künftig Torhüter<br />
Lukas Raeder und Außenverteidiger<br />
Florian Riedel sein. Dem neuen<br />
Mannschaftsrat gehören darüber hinaus<br />
auch Yannick Deichmann und<br />
Neuzugang Mirko Boland an.<br />
(RS)<br />
4 | Regionalsport
senunterschied wird der VfB<br />
Lübeck als Favorit in dieses Duell<br />
gehen. Allerdings wird es<br />
keinen echten Heimvorteil geben<br />
und auch durch die eher<br />
schwierige Vorbereitung bei<br />
den Lübeckern werden die Todesfelder<br />
ihre Chancen bekommen.<br />
„Die Vorfreude ist natürlich<br />
immens. Die Spieler und<br />
das Funktionsteam sind heiß<br />
und wollen trotz der Abwesenheit<br />
der Fans das Unmögliche<br />
möglich machen“, berichtete<br />
Tramm. Man wird sich, trotz<br />
des Klassenunterschieds, auf<br />
die eigenen Stärken verlassen<br />
und alles raushauen, was im<br />
Tank ist. Der Spielstil des Oberligisten<br />
soll möglichst unbequem<br />
und kämpferisch sein,<br />
um die große Überraschung zu<br />
schaffen.<br />
Der Gewinner aus diesem Duell<br />
hat anschließend nur wenig<br />
Zeit, um sich auf den Zweitligisten<br />
VfL Osnabrück vorzubereiten.<br />
Die erste Runde des Pokals<br />
wurde vom DFB auf den<br />
Zeitraum zwischen dem 11.<br />
und 14. September angesetzt.<br />
(David Schmiedhold)<br />
Finale: VfB Lübeck – SV Todesfelde<br />
Landespokal<br />
Schl.-Holst.<br />
Nachdem der SV Todesfelde erstmalig das Hallenmasters<br />
gewann, stehen Sie nun erstmalig<br />
im Finale des Landespokals.<br />
Foto: Immo<br />
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Regionalsport | 5
Finale: Eintr. Norderstedt – TSV Sasel<br />
Erwartungsgemäß<br />
setzten sich in beiden<br />
Spielen des<br />
Halbfinales im<br />
Hamburger Lotto-<br />
Pokal die Favoriten<br />
durch.<br />
Dabei machte sich<br />
Norderstedt durch eigene<br />
Fehler das Leben zunächst<br />
selbst schwer. Philipp Koch<br />
zeigte eine teilweise unglückliche<br />
Leistung. Trotzdem<br />
drehte die Eintracht das<br />
Spiel souverän und gewann<br />
verdient 3:2 gegen den AFC.<br />
Und Koch war sogar an allen<br />
Toren beteiligt.<br />
Deutlicher ließen es die<br />
Jungs von Sasels Trainer<br />
Danny Zankl ausfallen. Gegen<br />
einen geschickt verteidigenden<br />
SV Rugenbergen gewann<br />
der TSV Sasel hochverdient<br />
mit 3:0. Zankl lobte<br />
den Auftritt seiner Mannschaft<br />
nach dem Spiel. Er<br />
war hochzufrieden. Vor allem<br />
mit dem Einsatz seines<br />
Bruders Nico Zankl. Denn<br />
dieser hatte zuvor noch mit<br />
den Panthers in Duisburg<br />
Landespokal<br />
Hamburg<br />
Landespokalfinale HH<br />
Zankls Zauberer gegen das Nonplusultra<br />
Hamburgs – gelingt Sasel die Überraschung?<br />
die Endrunde im Futsal gespielt.<br />
Trotzdem fuhr er am<br />
Freitag zum Abschlusstraining.<br />
Wenn Sasel mit dieser Leidenschaft<br />
und den überragenden<br />
technischen Fähigkeiten<br />
seiner Mittelfeld-Zauberer<br />
Toksöz, Zankl und<br />
Gerken auftritt, dann hat das<br />
Team von Danny Zankl<br />
nicht nur eine theoretische<br />
Chance auf den Finalsieg.<br />
Andererseits ist Norderstedt<br />
natürlich der große Favorit.<br />
Individuell sehr gut besetzt<br />
und eingespielt ist die<br />
Mannschaft von Trainer Jens<br />
Martens. Dazu kommt ein<br />
Torjäger Jan Lüneburg in<br />
Topform. Auch deshalb bezeichnete<br />
Zankl den Finalgegner<br />
als das „Nonplusultra<br />
des Hamburger Fußballs“.<br />
Auf Seiten des TSV Sasel<br />
freuen sich Deran Toksöz<br />
und Marin Mandic besonders<br />
auf das Duell gegen ihren<br />
Ex-Verein. Beide spielten<br />
jahrelang in Norderstedt<br />
Regionalliga-Fußball. Und<br />
sind sicherlich hochmotiviert<br />
gegen Koch & Co.<br />
Erstmals wird das Finale<br />
nicht im Stadion an der Hoheluft<br />
ausgetragen, sondern<br />
auf dem Rasenplatz in Stellingen<br />
auf der Wolfgang-<br />
Meyer-Sportanlage. Sicherlich<br />
werden auch hier aufgrund<br />
der Coronabedingten<br />
Sicherheitsbestimmungen<br />
nur 200 Zuschauer erlaubt<br />
sein. In Norderstedt waren<br />
es gerade mal 150 Zuschauer.<br />
Immerhin wird das Endspiel<br />
am Finaltag der Amateure<br />
im Fernsehen übertragen.<br />
Und finanziell lukrativ<br />
ist die Finalteilnahme allemal.<br />
Noch attraktiver wäre<br />
der Gewinn des Finales und<br />
der Einzug in die erste<br />
Hauptrunde des Pokals. Das<br />
Geld könnten beide Vereine<br />
sehr gut gebrauchen!<br />
(Stefan Knauß)<br />
Johann von Knebel schirmt den Ball ab.<br />
Aufstellungen<br />
Vorschau: 22.08.2020 – 14.45 Uhr<br />
Eintracht Norderstedt – TSV Sasel<br />
FC Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Nuxoll, Marxen, Brüning, Braun – Koch,<br />
Kummerfeld – von Knebel, Grau, Gutmann – Lüneburg<br />
TSV Sasel: Erichsen – Ellerbrock, Take, Mandic – Toksöz, Gerken, Timm, N.<br />
Zankl, Adomat, Dogan - Jeske<br />
Aladji Barrie verlädt Lars Huxsohl<br />
und trifft per Foulelfmeter<br />
zum 2:2.<br />
Fotos: ms<br />
6 | Regionalsport
Jens Martens winkte genervt<br />
ab. „Wir spielen, wo sie uns<br />
hinschicken“, kommentierte<br />
Eintracht Norderstedts Trainer<br />
nach dem verdienten 3:2<br />
im Halbfinale gegen Altona<br />
93 den Endspielort des Hamburger<br />
Pokalfinales.<br />
Das ist zum ersten Mal seit<br />
2009 – damals schlug der SC<br />
Concordia am Millerntor Altona<br />
93 sensationell mit 2:1 –<br />
nicht das Stadion Hoheluft.<br />
Sondern der Wolf-<br />
gang-Meyer-<br />
Sportplatz an<br />
der Hagenbeckstraße,<br />
auf dem<br />
sonst der HSV II seine Heimspiele<br />
austrägt. Eine Spielstätte,<br />
die im Vergleich zur stilvollen<br />
Hoheluft (genannt<br />
„Hamburger Wembley“) das<br />
Flair eines ausrangierten Paares<br />
Fußballschuhe versprüht.<br />
Söhren Grudzinski, Fußballabteilungsleiter<br />
von Norderstedts<br />
Endspielgegener TSV<br />
Sasel, bezeichnete dies als<br />
„Katastrophe“, zeigte aber<br />
Verständnis für den Hamburger<br />
Fußball-<br />
Verband<br />
(HFV) aufgrund<br />
der<br />
schwierigen<br />
Lage wegen der Corona-Pandemie.<br />
HFV-Pressesprecher<br />
Carsten Byernetzki<br />
begründete die<br />
Wahl „mit Kostenund<br />
Sicherheitsgründen<br />
und einem<br />
erhöhten Produktionsaufwand“<br />
sowie<br />
„höheren Hygienestandards<br />
durch mehr Kabinen“<br />
auf dem<br />
Wolfgang-Meyer-<br />
Sportplatz.<br />
Besonders pikant<br />
ist der letzte<br />
Punkt. Der HFV<br />
konnte das Vier-<br />
Hintergrund - Pokalsplitter<br />
Wolfang-Meyer-Sportplatz statt Hoheluft<br />
Kritik am neuen Endspielort des Hamburger Pokalfinales<br />
Torjubel nach dem 3-2-Siegtreffer<br />
für Norderstedt - Dane Kummerfeld<br />
schickt einen Gruss an den<br />
gesperrten Rico Bork. Foto: MS<br />
Hiobsbotschaft für Eintracht Norderstedt:<br />
Kobert fällt nach Verletzung länger aus.<br />
Michael Kobert, der sich in der Schlussphase<br />
des Pokalspiels beim FC Teutonia 05 verletzte,<br />
wird der Martens-Elf wochenlang fehlen. Er<br />
zog sich eine Kreuzbandzerrung, einen Knorpelschaden<br />
und einen Meniskusanriss zu.<br />
Rückkehrer Kangmin Choi kann ihn vorerst noch nicht ersetzen:<br />
Der 27jährige ist zwar mittlerweile wieder in<br />
Deutschland eingetroffen, muss sich jedoch vorerst noch<br />
gedulden, bis alle Formalitäten erledigt sind und er wieder<br />
einsteigen darf.<br />
Derweil läuft in Norderstedt das Spielerscouting weiter. Das<br />
Trainer-Duo Martens/Smith ist nach wie vor auf der Suche<br />
nach einem Spieler im zentral-offensiven Bereich, der die<br />
durch den Abgang von Nathaniel Amamoo freigewordene<br />
Planstelle übernehmen kann. „Wir haben interessante Spieler<br />
im Probetraining gehabt“, sagte Martens. Ob nach dem<br />
Ausfall von Michael Kobert, der nach Noel Denis und Fahri<br />
Akyol als dritter Spieler längere Zeit aussetzen muss, eventuell<br />
sogar noch ein weiterer Neuzugang kommt? „Wir<br />
müssen sehen, was machbar ist.“<br />
Für kommende Woche haben die Norderstedter zwei Testspiele<br />
vereinbart. Am Mittwoch (26.08.) kommt die U23 des<br />
SV Werder Bremen nach Garstedt, am Samstag (29.08.) geht<br />
es gegen den ambitionierten Oberligisten SV Curslack-Neuengamme.<br />
Beide Spiele sollen im Edmund-Plambeck-Stadion<br />
stattfinden. Bereits am Wochenende drauf soll, so unbestätigten<br />
Gerüchten zufolge, die Regionalliga-Saison wieder<br />
starten. Und wenn nicht? Dann wird es an dem Wochenende<br />
weitere Testspiele geben. „Wir haben für alle<br />
Eventualitäten etwas im Köcher“, so Martens. (MS)<br />
telfinale zwischen<br />
dem FC Teutonia 05<br />
und Eintracht Norderstedt<br />
trotz seiner Bedenken nicht<br />
von der Kreuzkirche an einen<br />
anderen Spielort verlegen.<br />
Zwar hatte sich der Verband<br />
das letzte Wort über die Spielstätten<br />
von den Vereinen<br />
schriftlich geben lassen, doch<br />
dieser Punkt des Schriftstückes<br />
stellte sich bei einer<br />
HFV-internen Prüfung als<br />
nicht haltbar heraus. Da seltsamerweise<br />
das Gesundheitsamt<br />
Altona die engen Kabinen<br />
an der Kreuzkirche genehmigte,<br />
musste die Eintracht dort<br />
antreten. Nun jedoch kann sie<br />
nicht an der Hoheluft spielen,<br />
weil der HFV über sein Finale<br />
– bei dem keines der beiden<br />
Teams ein Heimspiel hat – natürlich<br />
automatisch die Ansetzungshoheit<br />
besitzt. Die<br />
HFV-Argumentation bezüglich<br />
der Hygienestandards ist<br />
für Martens nach der Kabinenerfahrung<br />
bei Teutonia<br />
nicht nachzuvollziehen, was<br />
emotional nachvollziehbar<br />
Pokalsplitter<br />
+++ 200 Personen dürfen zum Pokalfinale auf<br />
die Anlage. Hauptsächlich bestehend aus Spielern,<br />
Trainern, Offiziellen, dem TV-Team und<br />
der Presse. Beide Fanlager erhalten wohl nur ein<br />
sehr kleines Kartenkontingent. Die Rede ist bislang<br />
von zehn Eintrittskarten pro Verein.<br />
+++ Die obligatorische Pressekonferenz mit beiden<br />
Vereinen zwei Tage vor dem Endspiel entfällt<br />
aufgrund der Corona-Pandemie.<br />
+++ Der TSV Sasel steht zum ersten Mal in seiner<br />
Vereinsgeschichte in einem Hamburger Pokalfinale,<br />
für die Eintracht ist es das vierte Pokalfinale<br />
in den vergangenen fünf Jahren (zuvor<br />
zwei Siege, eine Niederlage)<br />
+++ Die letzten beiden Pflichtspiele gegeneinander<br />
absolvierten beide Teams in der Saison<br />
2011/12 in der Oberliga Hamburg. Norderstedt<br />
siegte daheim mit 2:0, in Sasel mit 3:0.<br />
ist.<br />
Auch die Kosten an der Hoheluft<br />
sind ein heikler Punkt.<br />
Der dort übliche Abbau eines<br />
Flutlichtmastes zur Installierung<br />
von Kameras sowie die<br />
Platzmiete dürften der größte<br />
Batzen sein. „Eine höhere<br />
vierstellige Summe“ hätten<br />
sich die Endspielteilnehmer<br />
laut Byernetzki teilen müssen,<br />
wäre man an der Hoheluft geblieben.<br />
Diese aufgrund der<br />
speziellen Lage selbst zu zahlen<br />
oder Sponsoren dafür zu<br />
suchen, kam für den Verband<br />
jedoch offenbar nicht in Betracht,<br />
was hinter vorgehaltener<br />
Hand bereits von mehreren<br />
Vereinen kritisiert wurde.<br />
Somit erlebt der Wolfgang-<br />
Meyer-Sportplatz nun eben<br />
sein Debüt als Endspielort.<br />
Byernetzkis Einschätzung,<br />
dies sei „angesichts der Umstände<br />
die beste Wahl“, teilt<br />
in der Hamburger Amateurszene<br />
aber nicht jeder.<br />
(misch)<br />
Regionalsport | 7
Fotoseite<br />
Impressionen vom Testspiel:<br />
Holstein Kiel – FC St. Pauli<br />
Kiels Neuzugang Ahmet<br />
Arslan versucht sich im<br />
Zweikampf gegen Marvin<br />
Senger durchzusetzen.<br />
Lufthoheit: St. Pauli-<br />
Keeper Svend Brodersen<br />
zeigte in der ersten Hälfte<br />
eine souveräne<br />
Vorstellung.<br />
Intensiv: Jae-sung Lee<br />
und Sebastian Ohlsson<br />
streiten um den Ball.<br />
Duell der Generationen:<br />
Kiel-Rückkehrer Fin<br />
Bartels zeigt gegen<br />
Christian Viet, dass er<br />
nach wie vor über eine<br />
herausragende Technik<br />
verfügt<br />
Interessierter<br />
Beobachter:<br />
St. Pauli-Sportchef<br />
Andreas Bornemann<br />
gewann bei dem Test<br />
gegen seinen Ex-Club<br />
wichtige Erkenntnisse.<br />
Daumen hoch:<br />
Siegtorschütze Fabian<br />
Reese bedankt sich<br />
bei Daniel Hanslik<br />
über die präzise<br />
Flanke zum 2:1.<br />
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8 | Regionalsport
Holstein Kiel schlägt St. Pauli 2:1 –<br />
Kiezkicker überzeugen in der ersten Hälfte, Kiel nach der Pause deutlich stärker<br />
Holstein Kiel – FC St. Pauli<br />
Das sind die Erkenntnisse aus dem Nordduell<br />
Das Ergebnis stand sicherlich<br />
weniger im Vordergrund.<br />
Vielmehr war es für<br />
KSV-Cheftrainer Ole Werner<br />
und St. Paulis neuem<br />
Trainer Timo Schultz wichtig,<br />
welche ersten Eindrücke<br />
sie aus den 90 Minuten gewinnen<br />
konnten. Regional Sport<br />
nimmt das intensive Spiel einmal<br />
genauer unter die Lupe.<br />
Taktik:<br />
St. Pauli begann vor dem Wechsel<br />
in einem 3-5-2-System. Vor<br />
Keeper Svend Brodersen ließ<br />
Schultz mit Ohlsson, Ziereis und<br />
Senger agieren. Gegen den Ball<br />
schoben Wieckhoff (rechts)und<br />
Dittgen (links) hinten mit rein, so<br />
dass eine massive Fünfer-Kette<br />
entstand. Auf der Sechs kam Ersin<br />
Zehir zum Einsatz, während<br />
die Neuzugänge Zalazar und Daschner<br />
auf den offensiven Halbräumen<br />
spielten. Vorne sorgten<br />
Lankford und Kyereh für Gefahr.<br />
Nach der Pause wechselte St.<br />
Pauli das System (jetzt 4-4-2) und<br />
das Personal (neun Neue): Im Tor<br />
stand nun Dennis Smarsch. Vor<br />
Hatte Grund sich über seine Neuzugänge<br />
zu freuen: St. Pauli-<br />
Trainer Timo Schultz.<br />
dem Hertha-Neuzugang agierte<br />
eine Vierer-Kette (Zander, Avevor,<br />
Knoll, Paqarada). Auf der<br />
Sechs blieb Ersin Zehir, der von<br />
Benatelli flankiert wurde. Auf<br />
den Außen starteten Viet (rechts)<br />
und Coordes (links), während Talent<br />
Franzke hinter Lankford<br />
zum Einsatz kam.<br />
Ole Werner ließ Holstein Kiel in<br />
beiden Halbzeiten in einem 4-3-<br />
3-System auflaufen.<br />
In Hälfte eins stand Gelios im<br />
Tor. Davor agierten Neumann,<br />
Lorenz, Komenda und Sander.<br />
Meffert sollte auf der Sechs abräumen,<br />
während Arslan und Lee<br />
die Halbpositionen im Mittelfeld<br />
besetzten. Vorne gab es mit Atanga<br />
und Baku (beide über außen)<br />
sowie Serra im Zentrum einen<br />
Dreier-Angriff.<br />
In Hälfte zwei schickte Ole Werner<br />
elf neue Spieler auf den<br />
Platz: Dähne stand nun im Tor.<br />
KSV-Coach Ole Werner war mit der<br />
zweiten Hälfte sehr zufrieden.Fotos: Immo<br />
Vor dem Neuzugang räumten Porath,<br />
Wahl, Fleckstein und Hanslik<br />
ab. Ignjovski war als Sechser<br />
vorgesehen, während Bartels und<br />
Hauptmann auf der Acht zum<br />
Einsatz kamen. Vorne wirbelten<br />
Reese und Lauberbach auf dem<br />
Flügel, während Girth zentral für<br />
Gefahr sorgte.<br />
Lob und Kritik:<br />
St. Pauli zeigte in Hälfte eins ein<br />
starkes Spiel. Hinten brannte so<br />
gut wie nichts an und durch eine<br />
konsequente Arbeit gegen den<br />
Ball ließ man fast keine Chancen<br />
zu.<br />
Im eigenen Ballbesitz ging es in<br />
einem hohen Tempo nach vorne.<br />
Bestes Beispiel war der Treffer<br />
zum 0:1, als eine Ballstafette über<br />
zwölf Stationen schließlich zum<br />
Erfolg führte. Am Ende schob Kofi<br />
Kyereh den Ball über die Linie,<br />
nachdem ihn Dittgen sehenswert<br />
bedient hatte. Genau von diesen<br />
Szenen hatten die Hamburger<br />
mehrere zu bieten, was Chefcoach<br />
Timo Schultz erfreute.<br />
Nach dem Wechsel fehlte es<br />
an einigem. Speziell<br />
im körperlichen Bereich<br />
hatten diverse<br />
junge Kicker nun Nachteile<br />
(Viet, Franzke, Coordes), was<br />
sich nachteilig auf das eigene<br />
Spiel auswirkte. Zudem stand<br />
man deutlich weiter von den<br />
Gegenspielern entfernt, was<br />
Timo Schultz mehrfach anmerkte.<br />
Vorne zollte Lankford<br />
den heißen Temperaturen Tribut<br />
und konnte keine Bälle<br />
mehr festmachen.<br />
Bei Holstein Kiel hingegen<br />
war es komplett anders: In der<br />
ersten Halbzeit fehlten auf<br />
dem engen Raum die tiefen<br />
Läufe von Lee und Arslan. Zudem<br />
war das Passtempo deutlich<br />
zu gering und das Aufbauspiel<br />
zu statisch. Zentrumsstürmer<br />
Janni Serra<br />
strahlte keine Torgefahr aus<br />
und kam so gut wie gar nicht<br />
zur Geltung.<br />
In Hälfte zwei ein komplett<br />
anderes Bild: Kiel jetzt mit<br />
mehr Tiefe im Spiel. Speziell Fin<br />
Bartels setzte die drei Offensivkräfte<br />
immer wieder schön in<br />
Szene. Zudem überzeugten die<br />
Innenverteidiger Wahl und<br />
Fleckstein in der Spieleröffnung.<br />
Die Treffer von Girth und dem<br />
beweglichen Reese waren die<br />
Konsequenz dieser Überlegenheit.<br />
So waren die Neuen in Form:<br />
Bei St. Pauli war Kofi Kyereh an<br />
quasi jedem Angriff beteiligt.<br />
Auch Lukas Daschner auf der<br />
Zehn wusste mit seiner Technik<br />
zu überzeugen. Maximilian Dittgen<br />
begann etwas unglücklich in<br />
seinen Offensivaktionen, steigerte<br />
sich aber im Laufe des Spiels.<br />
Frankfurt-Leihgabe Rodrigo Zalazar<br />
wusste durch seine enorme<br />
körperliche Präsenz zu gefallen.<br />
Linksverteidiger Leart Paqarada<br />
zeigte nach dem Wechsel eine solide<br />
Partie, kann sich jedoch sicher<br />
noch steigern.<br />
Torhüter Dennis Smarsch war bei<br />
beiden Treffern chancenlos,<br />
agierte von hinten aber sehr lautstark.<br />
Bei Holstein Kiel spielte Rückkehrer<br />
Fin Bartels eine wichtige<br />
Rolle und wusste durch sein hohes<br />
Tempo sowie seine Quirligkeit<br />
zu überzeugen. Auch Niklas<br />
Hauptmann auf der Acht deutete<br />
seine spielerische Klasse an.<br />
Innenverteidiger Simon Lorenz<br />
wusste durch seine enorme Physis<br />
und seiner Spieleröffnung zu<br />
gefallen. Gleiches gilt für Nebenmann<br />
Marco Komenda. Beide<br />
Profis müssen sich aber noch an<br />
das Aufbauspiel der Kieler gewöhnen.<br />
Ahmet Arslan ist ein<br />
klasse Fußballer, der sehr gut antizipiert.<br />
Manchmal fehlt ihm<br />
noch die Handlungsschnelligkeit<br />
im eins gegen eins. Benjamin<br />
Girth zeigte vorne gute Ansätze<br />
und Keeper Tom Dähne spielte<br />
hinten saubere Bälle heraus.<br />
Der nächste Test am Samstagnachmittag<br />
beim VfL Wolfsburg<br />
wird Ole Werner weitere wichtige<br />
Aufschlüsse bringen.<br />
(Frank Sorgatz)<br />
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Regionalsport | 9
Holstein Kiel<br />
WERNER-ELF IN GUTERFrühform<br />
Beim nördlichsten<br />
Zweitligisten Holstein<br />
Kiel herrschte<br />
zu Beginn der Woche<br />
gelöste Stimmung.<br />
Auch wenn die Spieler weiterhin<br />
bei schweißtreibenden<br />
Temperaturen auf dem<br />
schmucken Trainingsgelände<br />
in Kiel-Projensdorf alles geben<br />
müssen, hatte der 2:1-Erfolg<br />
gegen den FC St. Pauli<br />
doch maßgeblich zur derzeit<br />
positiven Atmosphäre beigetragen.<br />
Sicherlich wollte niemand<br />
den ersten Testspielsieg<br />
der neuen Saison zu hoch bewerten,<br />
aber immerhin stand<br />
auf der anderen Seite ein Gegner,<br />
der den Platz auf keinen<br />
Fall als Verlierer verlassen<br />
wollte. „Mit der Leitung der<br />
Mannschaft bin ich heute sehr<br />
zufrieden“, meinte Trainer<br />
Werner nach dem Sieg, zu<br />
dem Benjamin Girth und Fabian<br />
Reese die Kieler Treffer<br />
beisteuerten. „Wir sind happy,<br />
dass wir die Trainingsinhalte<br />
so gut umsetzen konnten“,<br />
freute sich auch Kapitän<br />
Hauke Wahl.<br />
Störche gegen Wölfe<br />
Am Sonnabend um 15.30 Uhr<br />
kommt es in der Wolfsburger<br />
AOK-Arena zum zweiten Test<br />
der Störche, dann ist der Gegner<br />
kein geringerer als die<br />
Erstligatruppe der Wölfe. Am<br />
vergangenen Dienstag testete<br />
Yunus Malli (28) siegte 2018 mit dem VfL Wolfsburg in der Relegation gegen die KSV Holstein.<br />
Malli, der seit 2017 bei den Wölfen unter Vertrag steht, kehrte nach einer einjährigen Leihe an<br />
Union Berlin zuletzt in die VW-Stadt zurück. Am Sonnabend ab 15.30 Uhr könnte Malli in der<br />
AOK-Arena erneut auf die Störche treffen.<br />
Foto: Immo<br />
der Bundesligist gegen ein<br />
weiteres Nordlicht, gegen den<br />
Neu-Regionalligisten Phönix<br />
Lübeck setzte sich das Team<br />
von Trainer Oliver Glasner<br />
mühsam mit 2:0 durch. Wolfsburg<br />
startete ohne echten<br />
Neuzugang in die Saison-Vorbereitung,<br />
durfte sich aber<br />
nach den abgelaufenen Leihgeschäften<br />
über die Rückkehr<br />
von Yunus Malli (Union Berlin)<br />
und Jeffrey Bruma<br />
(Mainz) freuen. Beide standen<br />
im Sommer 2018 auf dem<br />
Platz, als sich der VfL Wolfsburg<br />
in der Relegation gegen<br />
Holstein durchsetzen konnte<br />
(3:1/1:0). Aufgefüllt wird die<br />
Mannschaft in der Vorbereitung<br />
mit jungen Kräften aus<br />
der U19 und U23. Einer von<br />
ihnen Linksverteidiger Luca<br />
Horn, der im Testspiel gegen<br />
Phönix Lübeck den Führungstreffer<br />
erzielte. Für Holstein<br />
und Wolfsburg stehen die ersten<br />
Pflichtspiele am 11. – 14.<br />
September im DFB-Pokal an.<br />
Während die Wölfe auf den<br />
Sieger des Pokalwettbewerbs<br />
in Brandenburg treffen, reist<br />
die KSV nach Südbaden. Darüber<br />
hinaus steigt der VfL am<br />
17. September in der 2. Qualifikationsrunde<br />
in die Europa-<br />
League Quali ein. Am Sonnabend<br />
wird es sicherlich ein<br />
interessantes Spiel in der<br />
AOK-Arena.<br />
Trainingslager in<br />
Holland<br />
Am Montag bricht Holstein<br />
für ein sechstägiges Trainingslager<br />
(24. – 29. August) nach<br />
Holland auf. In der Nähe von<br />
Arnheim wird Ole Werner die<br />
Zeit nutzen, um die Mannschaft<br />
noch enger zusammenzuschweißen<br />
und an wichtigen<br />
Stellschrauben zu drehen.<br />
Der erste internationale Härtetest<br />
der Vorbereitung steigt<br />
dann am kommenden Dienstag<br />
gegen den niederländischen<br />
Rekordmeister Ajax<br />
Amsterdam (34 Titel). Am vergangenen<br />
Dienstag siegte Ajax<br />
in einem Test gegen den österreichischen<br />
Vertreter Wolfsberger<br />
AC durch Tore von<br />
Quincy Promes (3.) und Ryan<br />
Gravenberch (53.) mit 2:0. Zu<br />
Wochenbeginn wurde bei den<br />
Holländern über ein Engagement<br />
von Barca-Stürmer Luiz<br />
Suarez spekuliert. Für die<br />
Störche wird Ajax sicherlich<br />
ein echter Prüfstein. Regional-<br />
Sport wird in der kommenden<br />
Ausgabe über die Partie berichten.<br />
(RS)<br />
10 | Regionalsport
FC St. Pauli<br />
Marvin Knoll hat sein Lachen wiedergefunden – Freitag Testspiel am Millerntor gegen Aarhus<br />
Neue Rolle? Schultz sieht Knoll als Führungsspieler<br />
Wenn man die Trainingseinheiten<br />
des<br />
FC St. Pauli derzeit<br />
beobachtet, fällt auf,<br />
dass der Spaßfaktor deutlich<br />
größer ist, als noch im letzten<br />
Jahr.<br />
Am besten ist dieser Zustand<br />
an einem Spieler festzumachen,<br />
nämlich an Marvin<br />
Knoll. Beim Dienstagstraining<br />
betrat der 29-Jährige mit einem<br />
Grinsen den Trainingsplatz<br />
und bei der anschließenden<br />
Einheit war ihm nicht nur<br />
beim Freistoßtraining die Vorfreude<br />
auf die neue Spielzeit<br />
deutlich anzumerken.<br />
Insgesamt wirkt Knoll wieder<br />
genauso voller Tatendrang,<br />
wie in seinem ersten Jahr auf<br />
dem Kiez unter Ex-Coach<br />
Markus Kauczinski, als er vollends<br />
überzeugte.<br />
Vergessen ist die für ihn<br />
schlimme Zeit unter Kauczinski-Nachfolger<br />
Jos Luhukay.<br />
Der knorrige Holländer und<br />
der lebenslustige Knoll? Nein,<br />
das passte zu keiner Zeit und<br />
hätte auch de facto keine Zukunft<br />
gehabt. Trotz diverser<br />
Demütigungen ließ sich Knoll<br />
nicht unterkriegen und biss<br />
auf die Zähne. Einer, der ihn<br />
permanent dazu ermutigte<br />
nicht aufzugeben, ist sein Berater,<br />
der Ex-St. Pauli-Profi<br />
Daniel Scheinhardt, der in diversen<br />
Gesprächen mit seinem<br />
Schützling gespürt hat,<br />
wie sehr ihm der Verein ans<br />
Herz gewachsen ist.<br />
*Schultz: „Die jungen Spieler<br />
werden für uns nicht die Kohlen<br />
aus dem Feuer holen.“*<br />
Wieder gefragt: Marvin Knoll scheint unter Timo Schultz auf dem Weg<br />
zur alten Stärke zu sein.<br />
Knolls Geduld scheint sich<br />
jetzt auszuzahlen. Beim neuen<br />
Cheftrainer Timo Schultz<br />
soll der Bartträger wieder eine<br />
tragende Rolle einnehmen.<br />
„Die jungen Spieler werden<br />
am Ende nicht für uns die<br />
Kohlen aus dem Feuer holen.<br />
Mit Knolli habe ich vor der<br />
Saison schon ein längeres Gespräch<br />
geführt, auch was seine<br />
Rolle innerhalb der Mannschaft<br />
angeht. Als erfahrener<br />
Spieler und auch als Führungsspieler,<br />
soll er vorweg<br />
gehen. Das bezieht sich auf<br />
das Verhalten auf dem Platz<br />
und auch neben dem Platz“,<br />
so Schultz über seinen<br />
Schützling.<br />
Bei der 1:2-Testspielniederlage<br />
in Kiel versuchte es Knoll<br />
bereits: Nach der Pause kam<br />
der Routinier an der Seite von<br />
Christopher Avevor in der Innenverteidigung<br />
zum Einsatz<br />
und haute sich wie gewohnt<br />
in jeden Zweikampf. Aber wo<br />
sieht Schultz seinen Linksfuß<br />
zukünftig? „Wir haben viele<br />
Spieler im Kader, die auf verschiedenen<br />
Positionen einsetzbar<br />
sind – dazu gehört<br />
Knolli auch. Er kann sehr gut<br />
in der Innenverteidigung oder<br />
auch in der Dreierkette zentral<br />
spielen. Allerdings habe ich<br />
ihn auch als Sechser auf dem<br />
Zettel, denn er ist präsent im<br />
Zweikampf und gut in der<br />
Luft. Zudem spielt er auch einen<br />
guten Ball und wenn er<br />
zum Schuss kommt, kann er<br />
auch mal ein Tor erzielen, was<br />
nicht ganz unwichtig ist. Auf<br />
der einen Seite ist es schön,<br />
dass Knolli so flexibel ist, auf<br />
der anderen Seite müssen wir<br />
schauen, welche Position für<br />
ihn bei uns aktuell die Beste<br />
ist.“<br />
*Neuer Abräumer?<br />
Afeez Aremu vor Unterschrift<br />
beim Kiezclub*<br />
Auf welcher Position Knoll<br />
am kommenden Freitag beim<br />
zweiten Testspiel gegen den<br />
dänischen Erstligisten Aarhus<br />
GF zum Einsatz kommen<br />
wird, ließ Schultz noch offen.<br />
Eventuell kommt aber ein<br />
neuer Sechser zu seinen ersten<br />
Spielminuten in Braun-<br />
Weiß.<br />
Nach übereinstimmenden<br />
Medienberichten steht der Ni-<br />
Foto: Ruhnke<br />
gerianer Afeez Aremu vom<br />
norwegischen Erstligisten IK<br />
Start Kristiansand kurz vor einem<br />
Engagement am Millerntor<br />
und wäre dann der siebte<br />
Neue in dieser Spielzeit. Der<br />
U20-Nationalspieler soll<br />
durch seine körperliche Präsenz<br />
der Defensive mehr Stabilität<br />
im zentralen Mittelfeld<br />
verleihen. Schultz: „Es kein<br />
Geheimnis, dass wir auf dieser<br />
Position noch jemanden<br />
suchen, da wir zu viele “Box<br />
zu Box-Spieler“ haben.“<br />
Einziges Manko: St. Pauli<br />
müsste an die Norweger wohl<br />
eine Ablöse zahlen, da Aremu<br />
bei den Skandinaviern noch<br />
einen Kontrakt bis zum Jahresende<br />
hat.<br />
(Frank Sorgatz)<br />
Regionalsport | 11
Hamburger SV<br />
Ausfall +++ Trauer +++ Hoffnung<br />
HSV<br />
News<br />
Testspiel gegen Lübeck<br />
ausgefallen!<br />
Durch einen Coronafall beim<br />
Drittligisten VFB Lübeck<br />
musste die Partie in Hamburg<br />
leider abgesagt werden. Das<br />
für Freitag (14. August) geplante<br />
Testspiel des HSV gegen<br />
den VfB Lübeck ist also<br />
ausgefallen. Der Grund war<br />
ein positives Corona-Testergebnis<br />
beim Drittligisten, das<br />
bei der Testreihe in der Mannschaft<br />
und im Funktionsteam<br />
am Donnerstag festgestellt<br />
wurde. In Abstimmung mit<br />
den Mannschaftsärzten sind<br />
bereits am Abend die notwendigen<br />
Vorsichtsmaßnahmen<br />
getroffen worden, teilte der<br />
VfB mit. Alternativ bat Daniel<br />
Thioune dafür zu einer weiteren<br />
Trainingseinheit!<br />
Georg Volkert<br />
gestorben!<br />
Der HSV trauert um seinen<br />
früheren Spieler Georg<br />
„Schorsch“ Volkert. Dieser<br />
zählte zur Meistermannschaft<br />
des damaligen Rekord-Titelträgers<br />
Nürnberg anno 1968.<br />
Unter Trainer-Legende Max<br />
Merkel gewann der Club seinerzeit<br />
den neunten Meistertitel.<br />
Volkert zog im Jahr darauf<br />
nach dem jähen Absturz der<br />
Franken weiter zum FC Zürich<br />
in die Schweiz. Zwei Jahre<br />
später heuerte der gebürtige<br />
Ansbacher beim Hamburger<br />
SV an - und prägte die erfolgreiche<br />
Ära der Hanseaten mit.<br />
1977 feierte der Offensivmann<br />
den Europapokalsieg bei den<br />
Pokalsiegern mit dem HSV,<br />
schoss das Führungstor beim<br />
2:0-Finalerfolg über den RSC<br />
Anderlecht. Bereits ein Jahr<br />
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12 | Regionalsport<br />
Spielen Rick van Drongelen und der Noch-Kölner Simon Terodde<br />
bald gemeinsam für den HSV? Foto: Bergmann<br />
zuvor hatte Volkert mit den<br />
Hamburgern den DFB-Pokal<br />
gewonnen. 1978 ging es zurück<br />
nach Süden, nach drei<br />
Jahren VfB Stuttgart beendete<br />
der zwölfmalige Nationalspieler<br />
seine Profi-Laufbahn in<br />
der fränkischen Heimat beim<br />
FCN 1981. Insgesamt brachte<br />
Volkert es auf 410 Bundesliga-<br />
Spiele und 125 Tore.<br />
Nach seiner aktiven Zeit arbeitete<br />
Volkert als Manager<br />
beim FC St. Pauli, beim HSV,<br />
dem VfB Lübeck und beim<br />
Club. In den vergangenen Jahren<br />
ehrte ihn der HSV mit einem<br />
Fußabdruck auf dem<br />
Wir sind anders ...<br />
<br />
<br />
DSV beim Blitzturnier in Trittau<br />
23.08.- 11.00 Uhr TSV Trittau - ETSV Hamburg<br />
23.08.- 12.20 Uhr ETSV Hamburg - Düneberger SV<br />
23.08.- 13.40 Uhr Düneberger SV - TSV Trittau<br />
"Walk of Fame", der Freistaat<br />
Bayern mit dem Verdienstorden.<br />
Am Sonntag verstarb<br />
Volkert in einer Erlangener<br />
Klinik im Alter von 74 Jahren<br />
an Herzversagen.<br />
Kommt er oder nicht?<br />
Mehrfach hatte sich der HSV<br />
in der Vergangenheit um den<br />
Noch-Kölner Stürmer Simon<br />
Terodde bemüht. So weit wie<br />
jetzt war man in den Verhandlungen<br />
mit dem treffsicheren<br />
Stürmer wohl noch nie. Der<br />
Knackpunkt? Das Gehalt! Der<br />
HSV-Vorstand hat ein „salary<br />
cap“ beschlossen. Die Gehaltsobergrenze<br />
soll bei<br />
600.000 EURO per anno liegen.<br />
Terodde hat in Köln aber<br />
ganz andere Verhältnisse kennengelernt.<br />
Daher ziehen sich<br />
die Verhandlungen anscheinend<br />
in die Länge!<br />
(Stefan Knauß)<br />
R E G I O N A L<br />
Das Sportmagazin im Norden<br />
Regional Sport erscheint<br />
wöchentlich im Ihrens-Verlag<br />
Verlagsleitung: Sascha Hoppe (V.i.S.d.P.)<br />
Redaktion: Oliver Ollrogge, Dietmar Freitag,<br />
Jörg Joosten, Frank Sorgatz , Christopher Voges,<br />
Swantje Stieh, Michael Böhm, Claus Bergmann,<br />
Stefan Knauß, Markus Sellhorn, Peter Böhmer,<br />
Mirko Schneider, David Schmidholt<br />
Verlagsanschrift: Altstädter Markt 1-3,<br />
24768 Rendsburg, Tel. 04331-4405189<br />
E-Mail: info@regionalsportverlag.de<br />
www.regionalsport.net<br />
Herstellung: Druckerei Lohmeier, Eckernförde<br />
Der Verlag haftet nicht für unverlangt<br />
eingesandte Texte, Manus kripte und Fotos.<br />
Nachdruck, Aufnahme in Online-Dienste und<br />
Internet sowie Vervielfältigungen benötigen die<br />
vorherige Zustim mung des Verlages.<br />
Der schnelle<br />
Weg zu meiner<br />
Zeitschrift
Endlich wieder richtiges<br />
Training und Testspiele<br />
an der Meldorfer Straße.<br />
Das wird jetzt aber auch<br />
Zeit, denn am 5. September soll<br />
die neue Regionalliga-Saison<br />
starten.<br />
Knapp über zwei Wochen Vorbereitungszeit<br />
also für die Dithmarscher,<br />
die als großer Abstiegskandidat<br />
der letzten Saison einiges<br />
aufzuholen haben für das anstehende<br />
Spieljahr. Dabei muss Trainer<br />
Sönke Beiroth einige wichtige<br />
Ausfälle kompensieren. Zurzeit<br />
heißt es für den Heider SV, ohne<br />
die Dienste seines Kapitäns Leif<br />
Hahn auszukommen. Der 28-Jährige<br />
wird von einer Infektion außer<br />
Gefecht gesetzt. „Wir wissen<br />
Weiche Flensburg / Heider SV<br />
Heider SV<br />
Überzeugt von der eigenen Konkurrenzfähigkeit<br />
Interview mit Sönke Beiroth, Trainer Heider SV:<br />
Seit Mittwoch darf Schleswig-<br />
Holstein wieder richtig Fußball<br />
spielen. Wie sehen die ersten<br />
Tage nach den Lockerungen für<br />
Euch aus?<br />
Sönke Beiroth: Los ging es direkt<br />
mit einem Testspiel gegen Tellingstedt<br />
(Spiel war vor Redaktionsschluss<br />
noch nicht beendet,<br />
Anm. d. Red.). Das konnten wir<br />
kurzfristig arrangieren, denn der<br />
MTV wollte natürlich auch unheimlich<br />
gerne wieder spielen.<br />
Donnerstag und Freitag ist wieder<br />
normales Training bei uns angesagt,<br />
ehe wir samstags gegen Husum<br />
testen.<br />
Von da an sind es noch zwei Wochen<br />
bis zum anvisierten Saisonstart<br />
am 5. September. Wie<br />
nicht genau, wie lange es dauern<br />
wird. Aber Leif fehlt uns natürlich<br />
riesig, weil er neben seinen<br />
sportlichen Leistungen auch ein<br />
unheimlicher Leader auf dem<br />
Platz ist“, so der Coach. Zudem<br />
kommt Jan-Oliver Mauriczat aufgrund<br />
seiner Knieverletzung<br />
noch nicht so richtig in Tritt. Und<br />
der Mittelfußbruch von Calvin<br />
Ehlert war ebenfalls ein harter<br />
„Es ist einfach gut, wenn die Saison wieder losgeht.“<br />
SC Weiche 08:<br />
Das erste Testspiel<br />
Der Ball fliegt wieder.<br />
Nachdem der SC Weiche<br />
08 gegen den FC Sydvest<br />
05 ein inoffizielles Trainingsmatch<br />
mit 4:1 gewann, folgte<br />
am Freitag der erste offizielle<br />
Test gegen den gleichen Gegner.<br />
Der Grenzübertritt ins dänische<br />
Sonderborg machte eine normale<br />
Fußball-Partie mit kleiner Kulisse<br />
möglich.<br />
Die deutschen Gäste begannen<br />
stärker, drückten viel über den<br />
rechten Flügel. Mannschaftskapitän<br />
Casper Olesen verschoss einen<br />
Elfmeter. Der Nachschuss<br />
prallte an die Unterkante der Latte,<br />
flog aber nicht über die Linie.<br />
Dann verflachte die Partie. Vielleicht<br />
lag es an den hohen Temperaturen.<br />
Zur Hälfte beider Halbzeiten<br />
genehmigten sich beide<br />
Teams eine Trinkpause. Ein kleines<br />
Feuerwerk nur kurz nach<br />
dem Seitenwechsel: Den Führungstreffer<br />
von Sydvest 05 glich<br />
Nico Empen zum 1:1-Endstand<br />
aus. „Weiche würde in der 2. dänischen<br />
Division ein absolutes<br />
Topteam sein“, meinte Sydvest-<br />
Trainer Jes Bekke. Sein SC-Kollege<br />
Thomas Seeliger zeigte sich<br />
weniger zufrieden.<br />
werdet Ihr die gestalten?<br />
Sönke Beiroth: Unsere Trainingswoche<br />
startet am Montag und einen<br />
Tag später folgt ein Testspiel<br />
gegen Geest. Im Anschluss gibt es<br />
wahrscheinlich einen Tag frei.<br />
Nach zwei Trainingstagen ist<br />
dann der nächste Test gegen Concordia<br />
Hamburg an der Reihe.<br />
Was uns noch fehlt, sind eben die<br />
Testspiele – gerade im Vergleich<br />
zu anderen Regionalligisten. Das<br />
wollen wir jetzt noch, so gut es<br />
geht, ausgleichen. Und dann gehen<br />
wir voll konzentriert unter<br />
bestmöglichen Bedingungen in<br />
die letzte Trainingswoche vorm<br />
Start und versuchen, uns weiter<br />
heranzuarbeiten.<br />
Wie ist denn Dein Gefühl bezüglich<br />
des Saisonstarts am ersten<br />
Septemberwochenende? Passt<br />
der Termin in Deinen Augen<br />
oder sollte er doch lieber nach<br />
hinten verschoben werden?<br />
Sönke Beiroth: Aus meiner Sicht<br />
ist das in Ordnung. Die Einschränkungen,<br />
die wir in Schleswig-Holstein<br />
hatten, waren meines<br />
Erachtens auch gerechtfertigt.<br />
Die Eingrenzung der Pandemie<br />
steht an höchster Stelle und insofern<br />
haben wir uns da untergeordnet.<br />
Ob wir nun eine Woche<br />
früher oder später anfangen, ist<br />
für mich nicht maßgebend. Wir<br />
haben in unserer Gruppe zwei<br />
Mannschaften, die als Niedersachsen<br />
ein bisschen im Vorteil<br />
sind. Aber darum geht es letzten<br />
Thomas Seeliger war nicht zufrieden<br />
vom ersten Auftritt. Foto: JK<br />
Thomas Seeliger, der erste offizielle<br />
Test ist vorüber.<br />
Thomas Seeliger: Das war ein<br />
anderes Gesicht als noch am<br />
Dienstag, als die Kugel 30 Minuten<br />
lang lief und es eine Wonne<br />
war, zuzuschauen. Auch wenn<br />
wir uns in der Vorbereitung befinden,<br />
kann ich nicht mit so einem<br />
halbherzigen Auftritt zufrieden<br />
sein. Der erste Blick muss sich<br />
nach vorne und nicht nach hinten<br />
richten. Zum Glück müssen<br />
wir erst bei 100 Prozent sein,<br />
wenn irgendwann im September<br />
Schlag. Doch Beiroth verliert<br />
nicht die Zuversicht: „Leider sind<br />
Verletzungen in der Vorbereitungszeit<br />
normal. Dennoch richten<br />
wir den Blick nicht nach unten<br />
sondern weiter nach vorne.<br />
Wir sind überzeugt von allen<br />
Spielern unseres Kaders. Wenn<br />
einer ausfällt, dann übernimmt<br />
die Aufgabe jemand anderes.“<br />
(CV)<br />
Endes nicht. Es ist einfach gut,<br />
wenn die Saison wieder losgeht.<br />
Wie sind Deine Spieler eigentlich<br />
durch die Vorbereitung gekommen?<br />
Sönke Beiroth: Die Jungs sind<br />
bisher mit ziemlich großem Elan<br />
durch die Vorbereitung gegangen<br />
– gerade unter diesen Bedingungen:<br />
immer nur in Zehnergruppen<br />
trainieren, die eingeschränkten<br />
Möglichkeiten, ausgefallene<br />
Testspiele. Die haben unheimliche<br />
Motivation gezeigt. Wir haben<br />
zwar erst ein Testspiel gehabt,<br />
aber ich denke, dass wir körperlich<br />
zumindest in einem ganz ordentlichen<br />
Zustand und vorbereitet<br />
auf die nächste Saison in der<br />
Regionalliga sind.<br />
(Christopher Voges)<br />
das erste Punktspiel stattfindet.<br />
Haben Sie neue Erkenntnisse<br />
für die Struktur Ihres Kaders gewonnen?<br />
Thomas Seeliger: So ein Spiel ist<br />
für jeden Feldspieler auch ein<br />
Schaulaufen. Immerhin habe ich<br />
24 im Kader. Da schaue ich genau<br />
hin: Wer präsentiert sich wie, wer<br />
drängt sich auf.<br />
Wie geht es weiter? Ab Mittwoch<br />
darf auch in Deutschland wieder<br />
normal trainiert werden.<br />
Thomas Seeliger: Ich freue mich,<br />
dass wir endlich mit der richtigen<br />
Arbeit an der Mannschafts-Taktik<br />
beginnen können und nicht immer<br />
Gruppen bilden müssen. Am<br />
Freitag haben wir im Stadion<br />
Mürwik unser nächstes Testspiel:<br />
dann gegen den TSB Flensburg.<br />
(JK)<br />
Regionalsport | 13
Blick-<br />
Punkt<br />
TuS Bargstedt Fußball-Mix<br />
TuS Bargstedt - Thieß Michaelis kommt zurück<br />
Mattes Sievers vom TSV Bordesholm verpflichtet<br />
Vom Landesligisten<br />
Reher/Puls kommt<br />
Thieß Michaelis<br />
wieder nach Bargstedt.<br />
Die letzten 1,5 Jahre<br />
zeigte er seine Klasse<br />
eine Liga höher, bis er<br />
sich eine schwere Knieverletzung<br />
zu zog. „Umso erfreulicher<br />
ist es, dass er seine<br />
zweite Karriere wieder bei<br />
Jan Wettern, Fußballobmann TuS Bargstedt:<br />
Jan Wettern ist seit Februar<br />
Fußballobmann in Bargstedt.<br />
Wir sprachen mit dem ehemaligen<br />
Torwart über die<br />
letzte Spielzeit und die Planungen<br />
für die neue Saison.<br />
uns in Bargstedt absolvieren<br />
und zur alter Stärke finden<br />
möchte“, heißt es<br />
von Seiten der<br />
Moin Jan. Die letzte Saison<br />
habt ihr zum Zeitpunkt des<br />
Abbruches auf Platz 15 beendet.<br />
Wie lautet Dein Fazit?<br />
Jan Wetter: Es war eine spannende<br />
Saison. Die Hinserie<br />
lief nicht ganz so leicht. Dann<br />
kamen die Pause und der Abbruch<br />
durch Corona. Ich gehe<br />
davon aus, dass wir auch so<br />
den Klassenerhalt geschafft<br />
hätten. So oder so freuen wir<br />
uns jetzt auf ein weiteres Jahr<br />
in der Verbandsliga. Allerdings<br />
ist<br />
es nicht<br />
unser Anspruch<br />
so<br />
weit unten<br />
zu stehen.<br />
Mit welchem<br />
Ziel geht<br />
ihr denn<br />
in die<br />
neue Saison?<br />
Jan Wetter:<br />
Wir<br />
wollen<br />
den Klassenerhalt so früh wie<br />
möglich klar machen. Es wird<br />
sicherlich eine spannende Liga,<br />
denn wir kennen bis auf<br />
Bargstedter Verantwortlichen.<br />
Auch für die Offensive<br />
hat sich<br />
der TuS verstärkt.<br />
Mattes Sievers kommt zurück<br />
vom TSV Bordesholm und<br />
soll für mehr Torgefahr sorgen.<br />
Mit Marcel Kubis (vorher<br />
TSV Groß Vollstedt) kehrt<br />
ein weiterer alter Bekannter<br />
zurück nach Bargstedt. Zudem<br />
verjüngen mit Fabian<br />
Engbrecht (A-Junioren TuS<br />
Nortorf), Tobias Quincke<br />
und Roman Sienknecht (beide<br />
eigene A-Junioren) das<br />
Team von Guido Wieck.<br />
(OO)<br />
Nortorf keine Mannschaft aus<br />
dem letzten Jahr.<br />
Wie läuft das Training bisher<br />
bei Euch?<br />
Jan Wetter: Wir haben zu Beginn<br />
den Fokus auf Stabilität<br />
und Ausdauer gelegt. Natürlich<br />
immer unter Einhaltung<br />
der Corona Auflagen. Mittlerweile<br />
trainieren wir in kleinen<br />
Gruppen und freuen uns natürlich<br />
auf die ersten Testspiele.<br />
Die Ligaeinteilung<br />
für den TuS Bargstedt:<br />
Verbandsliga Nord-Ost:<br />
TuS Nortorf, TSV Altenholz II,<br />
Wiker SV, MTV Dänischenhagen,<br />
TSV Vineta Audorf, SG Eckernförde/Fleckeby,<br />
SG Felde/Stampe,<br />
TuS Bargstedt, FC Fockbek,<br />
1. FC Schinkel, Slesvig IF,<br />
Schleswig 06.<br />
„Wir wollen so früh wie möglich den Klassenerhalt!“<br />
Der Sportplatz vom<br />
TuS Bargstedt von 1920.<br />
Wie würdest Du das Team<br />
beschreiben?<br />
Jan Wetter: Wir sind ein sehr<br />
eingeschworener Haufen. Der<br />
Großteil der Jungs kennt sich<br />
schon lange und die meisten<br />
Spieler kommen aus der Region.<br />
Jeder kämpft bei uns für<br />
jeden. Ich denke, dass viele<br />
Teams nicht so gerne gegen<br />
uns spielen und wir ein unangenehmer<br />
Gegner sind. Wir<br />
freuen uns zudem über die<br />
sehr guten Neuzugänge.<br />
(Oliver Ollrogge)<br />
14 | Regionalsport
SG Flensburg-Handewitt:<br />
Pech für Johannes Golla<br />
Die Sommersonne<br />
glitzert durch die<br />
Baumkronen.<br />
Trotz ihrer Wucht<br />
dringt sie an vielen<br />
Stellen nicht bis zum Boden<br />
durch. Die Flensburger Marienhölzung<br />
bietet viel Schatten.<br />
Spaziergänger genießen die<br />
„grüne Lunge“.<br />
Dann rasen mehrere Sportler<br />
den Weg hinunter, durchbrechen<br />
mit weiten Schritten die<br />
Stille. Plötzlich ertönt ein Pfiff<br />
– und die Laufbewegungen gehen<br />
in einen entspannten Gang<br />
über.<br />
Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt<br />
haben den<br />
Wald erobert. Ihr Trainer Maik<br />
Machulla achtet genau darauf,<br />
dass sich Phasen der Belastung<br />
und der Regeneration abwechseln.<br />
Alles gut ist allerdings nicht.<br />
Die heimische Idylle wurde bereits<br />
von ersten Sorgen gestört.<br />
Johannes Golla fehlte bei der<br />
Laufeinheit in der Marienhölzung.<br />
Der Kreisläufer hatte sich<br />
wenige Stunden zuvor in der<br />
Duburghalle verletzt – bei einem<br />
Zweikampf. Die Diagnose:<br />
ein Mittelfußbruch, drei Monate<br />
Pause. „So ein Mist“, ärgerte<br />
sich SG Geschäftsführer Dierk<br />
Schmäschke. „Johannes hat<br />
sich zu einem Eckpfeiler in unserem<br />
Kader entwickelt und<br />
war mit viel Power aus der Pause<br />
zurückgekehrt.“ Am Kreis<br />
zwickt es nun kräftig: Anders<br />
Zachariassen wechselte nach<br />
Gudme, Simon Hald muss sich<br />
nach langwieriger Verletzung<br />
wieder herantasten, und Jacob<br />
Heinl spielte seit gefühlter<br />
Ewigkeit nicht mehr im Angriff.<br />
THW Kiel:<br />
Österreich statt Dänemark<br />
Wie schon im Vorjahr<br />
wird der THW Kiel<br />
sein Trainingslager in<br />
Graz absolvieren.<br />
Nachdem zuvor ein<br />
geplanter Trip nach Dänemark<br />
abgesagt worden war, orientierten<br />
sich die „Zebras“ schnell<br />
auf Österreich um. „Wir sind allen<br />
Verantwortlichen in Graz,<br />
beim Raiffeisen-Sportpark und<br />
beim Steirischen Handballverband<br />
sehr dankbar, dass sie uns<br />
so kurzfristig bei unseren Planungen<br />
unterstützen“, sagte<br />
THW-Geschäftsführer Viktor<br />
Szilagyi. Vom 22. bis 30. August<br />
wird der THW nun in Graz an<br />
den Grundlagen und dem Feinschliff<br />
für eine Mammut-Saison<br />
arbeiten. „Wir haben uns dort<br />
2019 sehr wohl und willkommen<br />
gefühlt“, meint THW-<br />
Coach Filip Jicha. „In Österreich<br />
legten wir die Grundlagen<br />
für eine erfolgreiche Serie.“<br />
Auf der Rückfahrt wird der<br />
THW einen Abstecher nach Ungarn<br />
einstreuen.<br />
Das erste Testspiel: In der Veszprém-Arena<br />
treffen die „Zebras“<br />
auf den ungarischen Abo-<br />
Meister Telekom Veszprém. Bei<br />
dieser Gelegenheit sollen verdienten<br />
Weltklasse-Akteuren<br />
wie Arpad Sterbik, Nandor Fazekas,<br />
Laszlo Nagy und Momir<br />
Ilic, der zwischen 2009 und<br />
2013 zehn Titel mit dem THW<br />
gewann und dann nach Ungarn<br />
wechselte, ein sportlich würdiger<br />
Abschied bereitet werden.<br />
(JK)<br />
SG Fle-Ha + THW Kiel<br />
<br />
Ob die SG eine Nachverpflichtung<br />
tätigen kann?<br />
Überhaupt ist es keine Vorbereitung<br />
wie sonst. Das zeigt ein<br />
Blick in die Duburghalle, in der<br />
wegen der Corona-Restriktionen<br />
fünf Monate nicht trainiert<br />
werden konnte. Richtungspfeile<br />
als Wegweiser, Interviews mit<br />
Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel<br />
im Eingangsbereich<br />
kennzeichnen den derzeitigen<br />
Alltag. Ebenso Corona-<br />
Tests, die alle Teammitglieder<br />
und das direkte Umfeld regelmäßig<br />
absolvieren. Derweil ar-<br />
Johannes Golla: Mittelfußbruch. Foto: JK<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Revision og rådgivning<br />
Revisionscentret<br />
Padborg<br />
Godkendt<br />
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Magazin<br />
beiten Geschäftsstelle und Beirat<br />
für die Heimspiele an diversen<br />
Modellen. Für „alle Eventualitäten“<br />
sollen die Rahmenbedingungen<br />
für Geisterspiele<br />
oder Partien mit 500 bis zu<br />
3000 Zuschauern fixiert werden.<br />
(JK)<br />
Regionalsport | 15
Reiten<br />
Reitsport<br />
Dorothee Schneider gewinnt<br />
fünf Prüfungen.<br />
Zum Abschluss des Turnier-<br />
Triples im österreichischen<br />
Achleiten trafen die Nummer<br />
eins und zwei der Dressur-<br />
Weltrangliste, Isabell Werth<br />
(Rheinberg) und Dorothee<br />
Schneider (Framersheim),<br />
aufeinander. Isabell Werth<br />
gewann mit Emilio den<br />
Grand Prix und den Grand<br />
Prix Special. Dorothee<br />
Schneider sicherte sich mit<br />
DSP Sammy Davis jr. Platz<br />
eins im Grand Prix der Kür-<br />
Tour, musste sich aber in der<br />
Kür hinter der Österreicherin<br />
Victoria Max-Theurer mit<br />
Rockabilly einreihen.<br />
Drei internationale Dressurturniere<br />
auf Vier-Sterne-Niveau<br />
hatte die Österreicherin<br />
Sissy Max-Theurer unter Coronabedingungen<br />
auf ihrer<br />
schönen Reitsportanlage<br />
Schloss Achleiten ausgeschrieben.<br />
Zum letzten CDI<br />
des Triples reiste auch Dorothee<br />
Schneider an, um sowohl<br />
erfahrene als auch junge Pferde<br />
an den Start zu bringen. In<br />
der Kür-Tour setzte sie ihren<br />
14 Jahre alten bayerischen<br />
Wallach DSP Sammy Davis jr.<br />
ein. Der San Remo-Sohn gewann<br />
mit Abstand den Grand<br />
Prix mit 77,522 Prozent und<br />
verwies den westfälischen<br />
Hengst Rockabilly (v. Rock<br />
Forever) mit Victoria Max-<br />
Theurer auf Rang zwei<br />
(73,935). In der Kür leistete<br />
sich Sammy Davis jr. einige<br />
kleine Schnitzer, während<br />
Rockabilly weitgehend makellos<br />
durch die Aufgabe tanzte.<br />
79,665 Prozent reichten ihm<br />
Isabell Werth auf Weihegold ist<br />
im Norden regelmäßig in den<br />
Holstenhallen – Die nächsten<br />
VR- Classica sind vom 18. bis<br />
zum 21. Februar in Neumünster.<br />
Foto: kerstan-medien.de<br />
und seiner Reiterin und Besitzerin<br />
Victoria May-Theurer<br />
zum Sieg, mit 78,735 Prozent<br />
folgten Dorothee Schneider<br />
und Sammy Davis jr. auf Rang<br />
zwei. Das drittbeste Kürergebnis<br />
erzielte der Österreicher<br />
Stefan Lehfellner. Der Lebensgefährte<br />
von Victoria Max-<br />
Theurer stellte den Oldenburger<br />
Hengst Fackeltanz OLD<br />
vor (77,305). Den Florencio-<br />
Sohn im Besitz von Sissy<br />
Max-Theurer hatte einst Dorothee<br />
Schneider im Finale des<br />
Nürnberger Burg-Pokals und<br />
des Louisdor-Preises vorgestellt.<br />
Die Reitmeisterin bilanzierte<br />
insgesamt fünf Siege in<br />
Achleiten und freute sich,<br />
dass sich ihre Nachwuchspferde<br />
Villeneuve und Fontana<br />
di Trevi so gut auf dem<br />
Viereck präsentiert hatten.<br />
Isabell Werth startete nur mit<br />
ihrem Westfalen Emilio, sie<br />
konzentrierte sich in Achleiten<br />
mehr auf das Training von<br />
Victoria Max-Theurer als auf<br />
eigene Erfolge. Ihr Routinier<br />
Emilio schüttelte den Sieg im<br />
Grand Prix quasi aus dem<br />
„Ärmel“ und marschierte<br />
Achleiten:<br />
Erneuter Doppelsieg<br />
für Isabell Werth<br />
über die 80 Prozent-Marke<br />
(80,935). Auf Rang zwei folgte<br />
Victoria Max-Theurer mit<br />
dem westfälischen Wallach<br />
Abegglen. Der zehn Jahre alte<br />
Ampere-Sohn wurde mit<br />
75,674 Prozent bewertet. Im<br />
Special blieben beide Pferde<br />
unter ihren Möglichkeiten<br />
und machten kleine Fehler.<br />
Für Emilio und Isabell Werth<br />
reichte es dennoch zum Sieg<br />
(77,106), Victoria Max-Theurer<br />
und Abegglen bekamen<br />
76,766 Prozent von den Richtern.<br />
Dritter wurde Matthias<br />
Kempkes mit dem bayerischen<br />
Rivero II-Sohn Riccoletto<br />
(68,106).<br />
(RS)<br />
Termin-Tipp<br />
– vom 22.08. - 23.08.2020<br />
SternStafettenaktion:<br />
Gestütstour - Wanderritt im Naturpark Aukrug<br />
Fast genau von der Mitte des Aukruger Naturparks aus, reiten<br />
wir an zwei Tagen insgesamt rund 50 Kilometer auf pferdefreundlichen<br />
und verkehrsarmen Wegen, in den südlichen Teil<br />
des Naturparks. Unser Ziel ist das “Alte Gestüt Seelust”.<br />
Info und Anmeldung:<br />
Petra Dau, Tel.: 0170/9492067<br />
16 | Regionalsport