Realität statt Imitation digital

pischka

INHALT

Einleitung 7
Peter Ischka: „Realität statt Imitation“ – bewegen20

Die Nullpunkt-Erfahrung 15
Günther Hess, diesmal aus dem Lockdown in Ruanda

Von Krebs geheilt 33
Bericht von Nikolaus Dietrich

Erweckung einer toten Kirche 37
Phillip Hand, Großbritannien

Wir widerstehen, der Feind flieht 45
Willi Mayer: Aus der Perspektive des Sieges Jesu leben

Dienst auf drei Ebenen 61
John David Kirby, Florida: Lehren, Verkündigen, Heilen

Einheit, die nicht produzierbar ist 69
Wieslaw Ziemba, Polen

Zusatz: Relivid-20, das tödlichste aller Viren 77
Die Wirkung des religiösen Geistes

10 Symptome von Relivid-20-Infizierten 85

Zusatz: Religiosität, die Herzattacke 87
Reinhard Hirtler, Brasilien: Mehr als alles andere
behüte dein Herz

Milch und Honig statt Wüstenmentalität 99
George Markakis: Einnehmen, was uns gegeben ist

Zusatz: Warum Mose es nicht schaffte 109
... ins verheißene Land zu kommen

Wir erwarten eine neue Erde 113
Ian McCormack: Was wollte Jesus auf Erden retten?

Was Realität sein könnte 129
Peter Ischka: Die Superlative der festen Zusagen

R E A L I TÄT

STAT T

IMITATION

Religiöse Ersatzformen überwinden,

um in dem zu leben,

was uns bereits gegeben ist

PETER ISCHKA (Hg.)


Impressum

Die Bibelstellen wurden, wie am Schluss jedes Beitrags oder durch Kennzeichnung

vermerkt, frei wiedergegeben oder zitiert aus bzw. nach folgenden Übersetzungen:

elb: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2008 SCM-Verlag GmbH & Co.

KG, Witten 2008.

eü: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und

überarbeitete Ausgabe. 2016 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart. Alle Rechte

vorbehalten.

hfa: Die Bibelstellen sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen,

Copyright © 1983, 1996, 2002, 2009, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit

freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis – Brunnen Basel.

lut: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche

Bibelgesellschaft, Stuttgart. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung.

Alle Rechte vorbehalten.

nbh: Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ bibel.heute), eine Übertragung

der Bibel ins heutige Deutsch von Karl-Heinz Vanheiden, wie auf neue.derbibelvertrauen.de

(Textstand: April 2020). © Karl-Heinz Vanheiden.

slt: Bibeltext der Schlachter. Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben

mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten sowie

Ergänzungen in Klammern wurden hinzugefügt.

© 2020 by Peter Ischka

Copyright © 2020 by Agentur PJI UG, Adelberg

http://shop.agentur-pji.com

Umschlag und Satz: Agentur PJI UG

Fotos: Agentur PJI UG

Übersetzung und Lektorat: Gabriele Pässler, Görwihl

Printed in Germany

ISBN 978-3-944764-27-6 [Buch]

ISBN 978-3-944764-28-3 [Buch & mp3-DVD]


INHALT

Einleitung 7

Peter Ischka: „Realität statt Imitation“ – bewegen20

Die Nullpunkt-Erfahrung 15

Günther Hess, diesmal aus dem Lockdown in Ruanda

Von Krebs geheilt 33

Bericht von Nikolaus Dietrich

Erweckung einer toten Kirche 37

Phillip Hand, Großbritannien

Wir widerstehen, der Feind flieht 45

Willi Mayer: Aus der Perspektive des Sieges Jesu leben

Dienst auf drei Ebenen 61

John David Kirby, Florida: Lehren, Verkündigen, Heilen

Einheit, die nicht produzierbar ist 69

Wieslaw Ziemba, Polen

Zusatz: Relivid-20, das tödlichste aller Viren 77

Die Wirkung des religiösen Geistes

10 Symptome von Relivid-20-Infizierten 85

Zusatz: Religiosität, die Herzattacke 87

Reinhard Hirtler, Brasilien: Mehr als alles andere

behüte dein Herz

Milch und Honig statt Wüstenmentalität 99

George Markakis: Einnehmen, was uns gegeben ist

Zusatz: Warum Mose es nicht schaffte 109

... ins verheißene Land zu kommen

Wir erwarten eine neue Erde 113

Ian McCormack: Was wollte Jesus auf Erden retten?

Was Realität sein könnte 129

Peter Ischka: Die Superlative der festen Zusagen



Einleitung zu bewegen20

Realität statt Imitation“, das hat uns beschäftigt bei der

Livestream-Konferenz im Juni 2020. Wir haben eine ganz

neuartige, „spannende“ (entspannte?) Zeit hinter uns: Im

„Lockdown“ wurde vieles heruntergefahren, was bisher selbstverständlich

war.

Auch die Aktivitäten aller Kirchen – eine gute Gelegenheit, nachzudenken

und das System zu hinterfragen! Einige Politiker haben

sogar die Frage in den Raum gestellt: „Ist Kirche überhaupt systemrelevant?“

Wenn wir die letzten Wochen Revue passieren lassen, haben

wir in den Medien mehr von Virologen gehört als von Pastoren.

Warum ist die Kirche so schweigsam? Hat sie nichts zu sagen

zum dem, was gerade geschieht?

Wenn wir uns vorstellen, wie groß und wie herrlich Gott ist, wie

wir immer wieder singen … Wir behaupten ja, wir hätten zu diesem

unvorstellbar großen Gott eine Beziehung. Da ist es gut, wenn wir

uns an eine Stelle am Anfang des Epheserbriefs erinnern, in der Paulus

darum bittet, dass unsere Augen des Herzens geöffnet werden,

damit wir erkennen können, was uns alles gegeben ist – diese unvorstellbare

Kraft, die in uns Heiligen zur Wirkung kommen will.

Genau das ist die Herausforderung: Es steht im Wort Gottes tatsächlich

so, aber wir spüren es nicht immer.

Gott will uns gebrauchen,

damit sein Wille umgesetzt wird

Unser Wunsch für diese bewegen-Konferenz ist, dass wir mit dieser

Realität mehr in Verbindung kommen, so stark, dass sie sich konkret,

in unserem Alltag, umfassend auswirkt.

Epheser 1,18.


Wir in der deutschsprachigen Welt sind ja sehr kopflastig: Wir

haben Lehre über Lehre. Wir wissen über sehr vieles Bescheid;

doch mit der Umsetzung dessen, was wir wissen, tun wir uns gelegentlich

schwer. Aber diese Wahrheiten sollten nicht nur im Kopf

verankert sein, sondern in unser Herz kommen und zu unserem

Leben werden.

Kurz gesagt: Wir sollen Täter des Wortes sein, so hat es Jakobus

formuliert.

Das bedeutet nicht, dass wir eine lange Liste von Gesetzen und

irgendwelchen Anordnungen befolgen sollten, sondern dass wir

praktisch tun, was uns an Unermesslichem verheißen ist, das, wozu

wir berufen sind – dass wir annehmen, was unser Erbe ist, und es

uns zunutze machen.

Zu gerne hätten wir einen 10-Punkte-Plan, den wir Punkt für

Punkt abhaken können. Dann wären wir zufrieden, wir hätten etwas

geleistet.

Aber inzwischen sind viele darauf gekommen, dass es darum gar

nicht geht.

Zum Beispiel beten wir im Vaterunser: „Dein Wille geschehe hier

auf Erden, so wie er im Himmel vorbereitet ist.“ Das war nie als

Formel gedacht, sondern als Modell-Gebet, das wir mit konkretem

Inhalt füllen. Dazu müssen wir aber, bevor wir anfangen zu beten,

für das spezifische Anliegen den Willen Gottes kennen! Denn das

Spannende dabei ist, dass Gott uns gebrauchen will, damit sein

Wille hier auf Erden realisiert wird.

Auf diese Herausforderung möchte ich mich persönlich voll und

ganz einlassen – und ich hoffe, dass auch ihr euch dazu herausfordern

lasst. Dann können wir es gemeinsam erleben, wie sichtbar

wird, was wir bisher bloß theoretisch für wahr gehalten haben.

Jakobus 1,22.


Eckpunkt „Zwei oder drei“

Die bewegen-Treffen hängen immer miteinander zusammen – das,

was dieses Mal passiert, hat einen Bezug zu dem, was beim letzten

Treffen passiert ist. Manche Eckpunkte bleiben dabei gleich.

Einer dieser Eckpunkte ist das Prinzip der „Zwei oder drei“.

Diese Verheißung gilt, wenn zwei oder drei in einer Sache durch

den Heiligen Geist in Übereinstimmung kommen; diesen Prozess

allerdings dürfen wir nicht abkürzen und einfach abstimmen und

alle übernehmen die „beschlossene“ Meinung. Vielmehr erwarten

wir, dass jeder unabhängig vom anderen vom Heiligen Geist einen

Eindruck bekommt, der bestätigt oder ergänzt. Dann erfüllt sich die

Verheißung, dass diese zwei oder drei bitten können, was sie wollen,

und es erhalten – denn sie bitten im Willen Gottes und der Vater

wird es ihnen geben.

Das ist natürlich eine umkämpfte Situation. Du wirst merken:

Es ist gar nicht so einfach, zu zweit oder dritt in solch eine tiefere

Beziehung zu kommen. Wie findest du diese zwei oder drei, mit

denen zusammen du eine solche Überprüfung durch den Heiligen

Geist vornehmen kannst?

Ideal ist das natürlich bei Ehepaaren. Die sind zu zweit und sie

sind herzlich eingeladen, auch geistlich eine Qualitätsbeziehung zu

haben: „Liebe Frau, hast du heute Nacht etwas geträumt? – Was

will Gott uns damit sagen?“ Oder: „Lieber Mann, durch welches

Wort Gottes hat der Heilige Geist ganz speziell heute Morgen zu dir

gesprochen?“

Oder es gibt eine Situation, die gelöst werden muss: „Heiliger

Geist, zeig uns die Wurzel des Problems.“ Die Wurzel – das ist meistens

nicht das, was vor Augen ist; oft sitzt sie sehr tief. Der Heilige

Geist will uns diese Zusammenhänge zeigen, damit wir erfolgreich

beten können, indem wir einfach Gottes Willen aussprechen: „Dieser

Wille geschehe!“ Das ist dann kein frommes Gebettel, sondern

ein Befehl.

Matthäus 18,19–20.


Automatisch

Ein anderer Punkt, der im November 2019 aufkam: „Re-Automatisierung“

– ein verrücktes Wort; im Gebet hatte ich empfunden, dass der

Heilige Geist es mir mitgeteilt hat. Mit diesem Wort konnte ich zunächst

überhaupt nichts anfangen – ich konnte mir nicht vorstellen, dass der

Heilige Geist überhaupt so ein Wort in seinem Wortschatz hat.

Aber meine Frau hat das sofort begriffen! Sie hat im Internet

gesucht und herausgefunden, dass Automatisieren eine griechische

Wurzel hat. Natürlich bin ich daraufhin sofort an die Bibel gegangen:

Steht dieses Wort „automatisch“ denn auch in der Bibel? Tatsächlich,

sogar an zwei Stellen!

Die eine Stelle finden wir in Apostelgeschichte 12,10: Als Petrus

aus dem Gefängnis befreit wurde, öffnete sich das Tor zur Stadt

automatisch. Ich habe mir das so richtig schön vorgestellt, wie bei

einem Shopping-Center, wo die Tür sich automatisch öffnet, wenn

man sich ihr nähert.

Eine Re-Automatisierung brauchen wir dann, wenn wir das, was

von selber geht, nicht mehr „automatisch“ in Empfang nehmen. Es

ist ja interessant: So eine automatische Tür kann man mit der Hand

gar nicht öffnen, man könnte höchstens mit einem Hammer die Glasscheibe

einschlagen – das wäre aber sicher die falsche Methode!

Ich glaube, der Geist Gottes wollte mir damit sagen: Besinne dich

auf das, was von Gott fertig vorbereitet ist und was für dich wie

von selbst funktioniert, eben automatisch – und das ist, wenn man

genau hinschaut, eine ganze Menge.

Wir sind aber so gestrickt, dass wir gerne aus unserer eigenen

Kraft, aus unserer religiösen Prägung, unserer Herkunft heraus

alles Mögliche tun wollen, um das zu erreichen, was Jesus doch

schon vollbracht hat. Aber am Ende funktioniert das alles nicht.

Die zweite Automatisierungs-Stelle, die ich in der Bibel gefunden

habe, steht in Markus 4,28: „Die Erde bringt automatisch Frucht

hervor.“ Wir können nur davorsitzen und warten, bis die Frucht reif

ist. Dann können wir ernten. Unsere ganze Anstrengung, Frucht zu

produzieren, könnte also umsonst gewesen sein …

10


Ihr kennt die Stelle in Psalm 127 – vielleicht wisst ihr nicht, dass

das dort steht, aber ihr kennt den Inhalt. Der gefällt uns, den hören

wir gerne: „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.“

Was lernen wir daraus? „Mehr schlafen!“? Nicht ganz; es lohnt

sich immer, auch die Sätze davor und danach zu lesen, man nennt

das „den Zusammenhang beachten“. So manches Mal greifen wir

einen Vers heraus oder auch nur einen halben Vers, weil er eine

besondere Aussage hat, die uns ausnehmend gut gefällt; wir lesen

aber nicht, was davor oder danach steht. Das kann nämlich unangenehm

werden: Die isoliert wohlklingende Verheißung ist nämlich oft

an Bedingungen geknüpft.

In Psalm 127 steht vor der Verheißung mit dem „im Schlaf“:

„Wenn der Herr das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens

daran. Wenn der Herr die Stadt nicht bewacht, wacht der

Wächter vergebens. Es ist vergebens für euch, dass ihr früh aufsteht,

euch spät niedersetzt, das Brot der Mühsal esst“ – und dann

erst kommt’s: „So viel (also all das, worum sich die anderen ohne

den Herrn umsonst mühen) gibt er seinem Geliebten im Schlaf.“ –

Bist du ein Geliebter des himmlischen Vaters?

Von seiner Seite aus bist du es: Er liebt dich so intensiv, er hat

alles getan, dass du mit ihm in einer Beziehung sein kannst, auch

hat er alles beseitigt, was zwischen dir und Gott steht. Gott der

Vater hat dich grenzenlos lieb!

Leider sehen wir Gottes Liebe durch die Brille dessen, wie wir

hier in dieser Welt Liebe kennengelernt haben – jedoch lange nicht

alles, was dort Liebe genannt wird, ist wirklich Liebe!

Ein „Gott der Liebe“ – ?

Gerade jetzt, nach dieser Phase des Lockdowns, tun sich viele schwer

damit, in dem lebendigen Gott einen Gott der Liebe zu sehen. Aber

er ist die Liebe schlechthin! Und sein allergrößter Wunsch ist, dass

das, was er für dich vorbereitet hat, in deinem Leben zur vollen Entfaltung

kommt.

11


Er will nicht, dass du in einer religiösen Imitation steckenbleibst

und dass du etwas tun musst, das so aussieht „als ob“. Der Vater

im Himmel will, dass man an uns sehen kann, wie Gott der Vater

ist und wie Gott der Sohn ist. Lange nicht alles, was wir in frommer

Mittelmäßigkeit daherreden, lässt erkennen, wer und wie Gott

wirklich ist.

Manch frommes Gebaren ist sogar richtig abstoßend. Deshalb

sagen viele: „Wenn Gott so ist wie diese Christen, dann kann er

mir gestohlen bleiben!“ Das sollten wir wirklich ernst nehmen, das

ist nicht irgendeine Nebenerscheinung. Es ist Stoff für die vielen

falschen Gottesbilder, die im Laufe der Geschichte und auch heute

noch geprägt werden.

Unser Herzensschrei

Auch wenn wir hier „digital“ zusammenkommen oder im Nachhinein

dieses Buch lesen: Ich wünsche mir und uns allen, dass wir

von Gottes Liebe voll und ganz durchtränkt werden. Ich wünsche

mir, dass unser Herr unsere Herzen gewinnen kann, dass unsere

Herzen weich werden, damit er sie durchdringen kann. Und dass

auch unser Kopf uns da nicht im Weg steht mit den Festungen, den

Mauern der Vernünfteleien, die sich wider die Erkenntnis Jesu Christi

erheben. Diese Festungen, das sind nicht nur die atheistischhumanistischen

und sonstigen antichristlichen Philosophien oder

vordergründige Argumente – das sind die religiösen Muster, die

ganz knapp an der Wahrheit vorbeischrammen. Sie belassen uns

in einem schönen Scheinglauben, aber sie rauben uns die Verheißungen.

Ich wünsche mir und uns allen für dieses bewegen, dass wir in

dieser Hinsicht wirklich einen Durchbruch erleben – das gilt denen,

die eine Botschaft vorbereitet haben, genauso wie denen, die zuhören

oder lesen. Wir Sprecher sind überhaupt nichts Besseres. Was

wir hier zum Ausdruck bringen, ist der Schrei unseres Herzens.

Was wir sagen, das wünschen wir von ganzem Herzen auch für uns

2. Korinther 10,4–5.

12


selber: Wir wollen in der Realität leben, in der Realität all dessen,

was uns für jetzt und hier zugesagt ist – im vollen Maß und uneingeschränkt.

Die Liebe Gottes des Vaters, die Gnade unseres Herrn Jesu Christi

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit jedem, der

diese Zusammenfassung von bewegen20 liest. Liebe, Gnade und

Gemeinschaft – das sind die jeweiligen Markenzeichen von Gott

dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Halleluja!

Peter Ischka

Gastgeber von bewegen und Leiter von

„Mission is possible e.V.“

Die Bibelzitate in diesem Beitrag wurden frei wiedergegeben;

Psalm 127 ist zitiert aus der Elberfelder Bibel.

2. Korinther 13,13.

13


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14


Die Nullpunkt-Erfahrung

Günther Hess

sandte diesen Beitrag aus Ruanda, wo er wegen des Lockdowns

festsitzt. Sonst lebt er in Berlin und in Zypern; er ist Pionier für

Hauskirchen-Netzwerke.

Ich bin hier in Ruanda gestrandet, in Kigali. Vor drei Monaten

kam ich her, um eine Konferenz durchzuführen; dann kam der

Lockdown. Ende letzten Jahres wurden von der Regierung über

700 Kirchen geschlossen, und ich kam, um einigen der betroffenen

Pastoren weiterzuhelfen – und dann hat mich Corona überrascht.

Schon Ende letzten Jahres hatte ich den Eindruck, dass etwas

Neues auf uns zukommt, dass etwas noch nie Dagewesenes geschehen

würde. Immer wieder versuchte ich zu vermitteln: „Wir müssen

uns gut darauf vorbereiten“ – ohne genau zu wissen, was da auf uns

zukommt.

Zwei Bibelstellen nehme ich als Grundlage für das, was ich mitteilen

möchte:

Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde

den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben,

dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt

nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr

kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

Jesus spricht hier vom Geist der Wahrheit. Wir haben diesen Geist,

und doch leben wir nicht immer in seiner Realität. Bedenken wir:

Innerhalb von nur einer Woche hat Gott ganz radikal die Systemfrage

gestellt! Das müssen wir uns so richtig vor Augen führen:

In nur einer Woche wurden weltweit die meisten Gottesdienste

geschlossen; hier in Ruanda gibt es seit drei Monaten keinen einzigen

Gottesdienst mehr.

Johannes 14,15–17.

15


Ich möchte berichten, wie es trotz des totalen Lockdowns möglich

wurde, die Grundlagen für ein neues Hauskirchen-Netzwerk zu

legen – menschlich schien das absolut unmöglich.

Das zweite Bibelzitat, das ich vorausschicke, finden wir in Apostelgeschichte

4,33–34:

Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung

des Herrn Jesus ab; und große Gnade war auf ihnen allen.

Denn es war auch keiner bedürftig unter ihnen, denn so viele Besitzer

von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten

den Preis des Verkauften.

Ich glaube, mit dieser Systemfrage will Gott Veränderung bringen in

unserer Kirchenrealität, also in das, wie wir unser Christsein leben.

Die Frage lautet: Wie leben wir als Christen zusammen? Plötzlich,

von einem Sonntag auf den anderen, war keine Versammlung mehr

möglich. Niemand konnte mehr zum Sonntagsgottesdienst gehen.

Mit einem Schlag waren wir zurückgeworfen auf die Kontakte zu

zwei, drei oder vier wichtigen Personen, also innerhalb der Familie

und zu engen Freunden, mit denen wir unser Christsein weiterhin

leben konnten. Ich weiß, Peter Ischka hat in den letzten bewegen-

Konferenzen immer wieder betont, dass wir als Teams zusammenkommen

müssen; es geht nicht so sehr um große Gottesdienste –

und die sind nun weggebrochen.

Gott lässt uns jetzt das gewohnte System grundsätzlich hinterfragen.

Er sagt uns damit so viel wie: Liebe Leute, ihr braucht eine

Nullpunkt-Erfahrung; anders kann ich euch nicht aus eurem religiösen

Trott herauslocken. Ihr seid zu sehr an euren sonntäglichen

Gottesdienst gewöhnt. – Das ist die „radikale Systemfrage“.

Ich selber habe über Jahre die Bedeutung von Hauskirchen

betont, dass wir uns als Teams, als kleine Gruppen, als Familien

– wie auch immer wir das nennen wollen –, also dass wir uns auf

Beziehungsebene treffen und Jüngerschaft praktisch leben, anders

als es in einem großen Gottesdienst je möglich wäre.

16


Dafür finden wir in Apostelgeschichte 2 ein gutes Vorbild: Plötzlich

kamen 3000 Männer dazu! Wie haben die sich organisiert? Stellen

wir uns vor: Es gab damals noch keine Kirchentradition. Wie hat man

diese neuen Gläubigen aufgefangen? Apostelgeschichte 2,42 sagt es

uns: Sie haben zusammen gegessen und sich täglich getroffen. Sie

haben zusammen gebetet und nahmen die Unterweisung der Apostel

ernst. Diese gingen von Haus zu Haus, wie wir in Kapitel 5 lesen, und

haben die Leute geistlich aufgebaut und versorgt. Ihr System der Versorgung

ging über gemeinsame Mahlzeiten hinaus.

Stellen wir uns einmal vor, wie sich unsere Realität verändert,

wenn wir einen lieben Menschen verloren haben: Es ist dieselbe

Straße, es ist dasselbe Haus, aber plötzlich sind wir in einer ganz

neuen Realität – jemand, den wir geliebt haben, ist nicht mehr da.

Alles ist plötzlich anders.

So ähnlich ging es den Jüngern: Gott musste sie mehrfach

erschüttern, damit sie aus ihren alten Mustern herausgeschüttelt

werden konnten.

Sehen wir uns doch mal an, was Gott alles anstellen musste, um

die Jünger überhaupt auf diese erste Nullpunkt-Erfahrung vorzubereiten,

damit er sie danach neu ausrichten konnte. Eine der großen

Gefahren jetzt nach Corona ist, dass wir danach wieder Business

as usual bevorzugen. Wenn wir aber weitermachen, als wäre nichts

gewesen, dann haben wir eine Chance nicht genützt und die Frage,

die Gott uns gestellt hat, nicht beantwortet. Daher glaube ich, dass

es mehrere Erschütterungen braucht, um überhaupt so richtig zu

dieser Nullpunkt-Erfahrung zu gelangen und daraufhin uns auch

wirklich neu ausrichten zu können.

Die Perspektive für eine Neuausrichtung hängt sehr davon ab,

wie wir mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten. Die Apostelgeschichte

können wir als die Geschichte des Heiligen Geistes mit den

ersten Christen bezeichnen. In keinem anderen Buch der Bibel ist

der Heilige Geist präsenter als in diesem. Die ganze Geschichte der

Erschütterungen, der Nullpunkt-Erfahrungen und der Neuausrichtung

ist eine konstante Geschichte mit dem Heiligen Geist.

17


Der erste Schock: „Ich gehe zum Vater“

In Johannes 14 hatte Jesus angefangen, die Jünger vorzubereiten.

Wir müssen uns die Situation ganz nüchtern vorstellen, ohne die

religiöse Brille, durch die wir diese guten alten Geschichten oberflächlich

als „sowieso bekannt“ abhaken.

Er sagte zu ihnen: „Freunde, ich werde sterben.“ Wie reagieren

wir, wenn jemand aus unserer Familie so etwas sagen würde? „Ich

komme gerade vom Arzt, und der hat mir mitgeteilt, dass ich höchstens

noch drei Monate zu leben habe“ – das würde uns erschüttern

und mitten ins Herz treffen! Auch für seine Jünger war es sicher

sehr bewegend, als er ihnen mitteilte: „Ich gehe nun zum Vater. Das

Kreuz wartet auf mich. Ihr werdet mich nicht mehr sehen.“

Sehr interessant ist die Art und Weise, wie Jesus sie auf diese

Ereignisse vorbereitet: Er wies darauf hin, dass sie damit Schwierigkeiten

haben werden; doch er verkündigte ihnen zugleich: „Ihr

werdet Frieden haben, übernatürlichen Frieden, und ich werde

euch nicht allein zurücklassen. Ich werde euch den Geist der Wahrheit

als Beistand senden.“

Wahrheit, so wie ich das verstehe, ist nur ein anderes Wort für

„Realität“. Der Feind hat seine Wahrheit, die er in unser Leben bringen

will, aber Gott hat seine eigene Wahrheit. Und auch wir haben

viele Wahrheiten: Je nachdem, wie wir gerade „drauf sind“, verändert

sich unsere Wahrnehmung von Wahrheit. Doch Jesus hat

gesagt: „Ich bereite euch jetzt vor, und alles, was in Kürze passieren

wird, ist dramatisch: Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt, Pfingsten.

Doch ich verspreche euch, dass ihr in all dem nicht allein seid – der

Geist der Realität, der Geist der Wahrheit wird bei euch sein.“

Wir müssen uns diesen Schock vorstellen, wie sie nach diesen

Sätzen einander ratlos angeschaut haben. Das meiste, was Jesus

ihnen gerade gesagt hatte, konnten sie nicht verstehen; aber er

bereitete sie vor auf das, was kommen sollte.

So ging es uns mit Corona – viele Propheten haben darauf hingewiesen:

Da kommt etwas auf uns zu! Seit letztem Herbst hatte

ich ähnliche Eindrücke und habe bei jeder Gelegenheit darauf

18


aufmerksam gemacht: Bereitet euch vor auf das Jahr 2020! Ich

habe mich mit Leitern darüber unterhalten: Wie können wir uns auf

dieses 2020 vorbereiten? – In den ersten drei Wochen des neuen

Jahres war ich ziemlich nervös, es schien gar nichts zu passieren.

Ich dachte: „Oh weia, jetzt habe ich mich wohl zu weit aus dem Fenster

gelehnt.“ Doch dann kam plötzlich Corona, und uns erreichte

die Systemfrage von Gott. Nahezu alles kam zum Stillstand. – Wenn

wir diese Frage beantworten wollen, dann brauchen wir den Geist

der Wahrheit; ohne ihn wird es nicht gelingen.

Der zweite Schock: Kreuzigung und Grablegung

Der zweite Schock, der Petrus zur Nullpunkt-Erfahrung geführt

hat, war, nachdem er Jesus verleugnet hatte, dessen Kreuzestod

und dann die Bestattung. Alle Hoffnung war verloren, das war der

absolute Tiefpunkt.

Der dritte Schock: Auferstehung

Wir wissen: Jesus ist auferstanden – und das ist nun der dritte

Schock. Das ist sicher ein erfreulicher Schock, aber wir alle wissen:

Wer schlimme Erlebnisse hinter sich hat, den können darauffolgende

Glücksmomente ziemlich fertigmachen. Jeder weiß, dass

man nach einer Hochzeit recht erschöpft ist, obwohl es eine „Hoch-

Zeit“ war.

Doch stellen wir uns die Realität der Jünger von damals vor:

Plötzlich erscheint Jesus als Auferstandener. Ihr Weltbild wurde

gesprengt – aber wohl noch nicht wirklich das ganze Weltbild.

„Wartet auf den Heiligen Geist!“

Die Propheten hatten also gesagt: „Bereitet euch vor!“ Wir, mich

eingeschlossen, hatten nicht wirklich eine Ahnung, wie man sich

vorbereiten kann auf etwas, was nicht genau beschrieben ist. Ich

empfinde, dass wir jetzt in einer ähnlichen Zwischenphase leben

19


wie die Jünger nach Auferstehung und Himmelfahrt. In dieser Zeit

hat Jesus mit seinen Jüngern intensiv über das Reich Gottes geredet.

Er hat ihnen vorbereitend gesagt: „Wartet auf den Heiligen

Geist!“ Jesus war es völlig klar, dass die bevorstehende Neuausrichtung

der Jünger nur gelingen kann, wenn sie eine enge Beziehung

zum Heiligen Geist haben.

In 2. Korinther 13,13 wird es auf den Punkt gebracht, was den

Vater ausmacht, was Jesus und was den Heiligen Geist: „Die Liebe

des Vaters, die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Gemeinschaft

des Heiligen Geistes sei mit euch.“

„Wartet hier, bis die Kraft des Heiligen Geistes auf euch kommt“ –

wie sah das praktisch aus? Sie waren zusammen im Gebet. Das ist

sicher auch eine der wichtigen Erfahrungen aus dieser Lockdown-

Zeit: Plötzlich trafen sich Leute in Onlinegruppen zum Gebet. Eine

Tradition ist weggefallen, alle Kanzeln blieben leer, alle Worship-

Bands konnten nicht spielen. Plötzlich waren da nur noch ich, Gott

und ein paar Freunde. Wie dankbar waren wir, dass wir uns auf

diese digitale Weise überhaupt noch treffen konnten! In dieser

Zwischenphase sagt Jesus: „Wartet auf den Heiligen Geist“, damit

ihr dann, wie damals die Jünger in Jerusalem, anschließend nach

Judäa, Samaria und bis an die Enden der Welt gehen könnt, eben in

der Kraft des Heiligen Geistes.

Und darin sehe ich die zweite Betonung: Jesus will uns in die Nationen

senden. Gerade uns als Deutsche möchte er vorbereiten, zu

den Nationen zu gehen. Wenn Jesus die Jünger vorbereitet auf ihren

Auftrag an den Nationen, tut er das in enger Beziehung zum Heiligen

Geist.

Der vierte Schock: Jesus geht in den Himmel – Stille

Nach dem Zwischenhoch folgt der nächste Schock: Jesus fährt auf

in den Himmel! Jetzt ist er schon wieder weg! Wieder werden sie ins

Gebet getrieben. Ich glaube, auch uns stehen noch weitere Schocks

Frei wiedergegeben.

20


bevor; einer davon wird ein finanzieller Schock sein. Daher habe

ich auch angefangen, Geschäftsausrichtung nach Gottes Wegen zu

suchen, nach biblischen Prinzipien wirtschaftlich zu handeln. Ich

nehme an, dass dieses Thema in naher Zukunft sehr wichtig wird.

Wir Christen sollten auch Antworten auf Fragen der Wirtschaft

haben und neue kreative Modelle entwickeln.

Also die Himmelfahrt ist der nächste Schock: Jesus war wieder

weg! Plötzlich wieder Stille – etwas, das wir Westler kaum ertragen

können. Nur noch Gebet und Stille.

Auch das ist eine Lektion von Corona, die unsere Realität radikal

verändert hat: Plötzlich waren all die Ablenkungen des Alltags

weg – hier in Ruanda durfte man nicht mal mehr auf die Straße

gehen! Als Strafe gibt es hier ein bemerkenswertes System: Wer

geschnappt wird, den stecken sie ins Fußballstadion; dort darf man

einen Tag lang erbauliche Reden über sich ergehen lassen. Es gibt

keine Geldstrafe, aber diesen Tag im Stadion.

In die Ruhe eingehen

Nun ein kleines persönliches Erlebnis. In Hebräer 4,1.7 steht:

Fürchten wir uns nun, dass nicht etwa – da die Verheißung, in seine

Ruhe einzugehen, noch aussteht – jemand von euch als zurückgeblieben

erscheint. „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet

eure Herzen nicht!“

Es gibt also eine Ruhe, in die wir als Volk Gottes eingehen können,

sollen; und sie würde uns effektiver machen. Dazu gibt es noch

eine Warnung, die sich eindringlich an uns richtet: „Verhärtet heute

eure Herzen nicht!“ Lasst euch nicht wieder in den alten Stil des

Business as usual wie in der Zeit vor Corona zurücktreiben. Verhärtet

eure Herzen nicht, habt Glauben, eine ganz neue Realität leben

zu können – in Familien, in Teams, ganz neu, auch in Nationen, auch

in der Wirtschaft. Wir haben nicht alle Antworten; auch die Jünger

im Obergemach hatten keine ausreichenden Antworten. Die wussten

auch nicht, was die Zukunft bringen würde!

Psalm 95,8; Hebräer 3,8.

21


Anfang diesen Jahres hatte eine prophetische Freundin einen

Traum über mich. Letztes Jahr hatte ich in 16 Ländern gedient,

ich war in vier Kontinenten unterwegs, und am Jahresende war ich

ziemlich erschöpft. Ich hatte mich innerlich auf das neue Jahr vorbereitet

und mir ein noch größeres Stressprogramm vorgenommen –

und genau da erreichte mich die Nachricht von diesem Traum, den

jemand über mich gehabt hatte. Der enthielt eine Warnung und

eine Verheißung. Die Warnung: Wenn ich so weitermache, werde

ich krank; wenn ich so weitermache und nicht in die Ruhe eingehe,

werde ich nicht die kreativen Wunder Gottes erleben können. Das

würde bedeuten: Ich werde gleich zweifach beraubt; erstens würde

ich krank und zweitens würde ich nicht Gottes übernatürliches Eingreifen

erleben. Das Schlimmste dabei: Ich würde es möglicherweise

gar nicht mal mitbekommen, weil ich keine Zeit hätte, das

Augenmerk auf diese Realität zu richten!

Dieser Traum hatte mich einigermaßen geschockt. Ich versuchte

daraufhin, etwas kürzer zu treten, aber in Wahrheit habe ich mich

selber hereingelegt: Ich tat nur so, als würde ich weniger machen.

Als ich vor drei Monaten nach Ruanda aufbrach, hatte ich das

dringliche Gefühl: Ich muss raus! Die Reise hierher war abenteuerlich.

Ich wollte eigentlich erst nach Uganda, erfuhr aber, dass ich

dort zunächst in Quarantäne kommen würde; also stieg ich in Kenia

aus und blieb zwei Tage in Nairobi. Von dort bin ich gerade rechtzeitig

losgegangen – bevor sie mich dort in Quarantäne stecken konnten,

bin ich hier in Ruanda angekommen.

22


Einschub: Was sich in dieser Zeit

in Ruanda getan hat

Die geplante Konferenz konnte nicht stattfinden; alle größeren

Versammlungen waren verboten. Ich kam bei einem deutschen

Freund unter, der hat einen großen Balkon. Dort konnte

ich kleine Trainings halten zum Thema, wie Christen hier Hauskirchen

gründen können; das war sehr effektiv. Als es richtig gut angelaufen

war und die ersten Gruppen entstanden und aus dem ganzen Land

Einladungen für solche Trainings kamen, wurde der totale Lockdown

verhängt.

Natürlich wurde auch der Flughafen geschlossen; so saß ich in

Ruanda fest. Niemand durfte auf die Straße, alle Geschäfte waren zu.

Das war erst mal eine ganz besondere Erfahrung für mich: Ich war

sehr mit mir selber konfrontiert, hatte nichts mehr zu tun. Gerade

hatte ich mich noch so darüber gefreut, wie es hier losging, war

schon mittendrin, nicht mehr in der Ruhe zu sein, und plötzlich ging

gar nichts mehr!

Ich sitze hier einfach auf dem Balkon. Mein deutscher Freund hat

mir beigebracht, wie man gepflegt Bier trinkt. Wir haben viel gegrillt

und Tischtennis gespielt, und dabei bin ich in eine große Ruhe hineingekommen

– mir wurde klar: Ich muss nichts leisten. Ich konnte einfach

genießen. Paradoxerweise ist inmitten dieses Genießens mehr

geschehen, als wenn ich all das selber angeleiert hätte.

23


Ich war nicht darauf vorbereitet, länger hierzubleiben, ich hatte

zu wenig Kleidung in meinem handlichen Reisegepäck. Kaufen? Alle

Geschäfte waren geschlossen! Aber im Slum habe ich eine Schneiderin

gefunden, die hat bei mir Maß genommen und mir Hemden im Ruanda-

Stil genäht – in Deutschland werde ich das vielleicht nie anziehen!

Dabei hat sich herausgestellt, dass diese Frau eine Türöffnerin ist.

Nach Lukas 10,5–6 würde man ihren Laden als ein „Haus des Friedens“

bezeichnen und diese Schneiderin als „Mensch des Friedens“.

Wir fanden Kontakt zueinander, ich bekam Zugang zur ganzen Familie

und sie hat mich in andere Häuser gebracht. Wir konnten mit

Menschen beten. Es geschahen Dinge, die eigentlich gar nicht möglich

waren: Ich wurde in die Häuser (Hütten) zum Essen eingeladen

und lernte dabei, wie hier üblich, mit den Fingern zu essen.

Eins kam zum anderen, und ich stieß auf einen jungen Mann,

der eindeutig Leiterpotenzial hat. Ich begann ihn auszubilden und

anhand ganz klarer Strukturen zu trainieren. Den möchte ich gerne

anstellen, wenn es mir finanziell irgendwie möglich ist, für 100 Euro

im Monat. Man kann es kaum glauben, aber das ist hier ein gutes

Monatsgehalt! Wir haben einen sehr detaillierten Plan entwickelt,

und mit dem ist er nun schon aktiv.

Die Geschäfte sind inzwischen wieder offen, nur der Flughafen

lässt sich Zeit. Wir haben begonnen, ganz intensiv zu evangelisieren.

In dieser Zeit erreichte uns aus Israel eine kleine Spende von 100

Dollar mit der Maßgabe, darüber zu beten. Das war ein sehr bewegender

Moment!

Wir saßen gerade wieder mal auf jenem Balkon. Die Frau, die hier

im Haus putzt, war dabei und Alexandre, der angehende Leiter. Es

stellte sich heraus, dass er wegen des Lockdowns total in der Krise

war. Für viele hier ist die Situation äußerst angespannt; für die meisten

in den Slums bedeutet das, richtiggehend zu hungern! Erst da

habe ich mitbekommen, dass Alexandre sich nicht mal mehr Wasser

kaufen konnte. Es gibt hier kein fließendes Wasser; entweder holt

man sich welches aus einem unsauberen Gewässer oder man kauft

sich solche großen Plastik-Gallonen.

24


Plötzlich hatte ich den Eindruck vom Heiligen Geist, ich solle der

Frau meinen ganzen Geldbeutel geben mit der Aufforderung: „Gib

Alexandre so viel Geld daraus, wie du meinst, dass richtig wäre.“

Ich hatte gerade Geld abgehoben und es waren etwa 200 Euro drin.

Man kann sich kaum vorstellen, was da passierte! Die junge Frau hat

innerlich gebebt; was da in meinem Geldbeutel steckte, entsprach

etwa zehn Monatsmieten für ihre Slumwohnung! Ich war schon dort

zum Essen eingeladen, mit den Fingern, versteht sich – und was ich

da gesehen habe, das kann sich in Deutschland kaum jemand vorstellen.

Sie hat dem jungen Mann dann eine Summe gegeben, die sie

möglicherweise bisher noch nie in der Hand gehalten hatte. Die Heiligkeit

Gottes berührte sie und sie hat ihr Leben Jesus gegeben.

So konnten wir von den 100 Dollar dem jungen Mann eine erste Versorgung

geben und zudem Lebensmittel kaufen, damit wir Menschen

einladen können, um beim Essen mit ihnen über Jesus zu reden.

Nun kann auch Alexandre mit anderen Trainings durchführen, so

wie ich es ihm beigebracht habe. Das Ziel ist: 30 Hausgemeinden

in dieser Slumgegend. Zuerst haben sie so etwas nicht für möglich

gehalten, da man Kirche nur im Stile großer Gottesdienste gewohnt

ist. Doch an den Beispielen haben sie es gesehen; und durch den

Zugang, der sich mir eröffnet hatte, wurde diese Möglichkeit nun

auch von den Leitern in der Stadt erkannt. Ich glaube, dass Gott

mich noch öfter in Ruanda haben will.

Gott hat hier in dieser kurzen Zeit so viel bewirkt und zugleich

mich in die Ruhe gebracht! Mittlerweile trainieren wir Leiter aus verschiedenen

Regionen, und es fängt an, auf das ganze Land auszustrahlen

– ohne Übertreibung: sogar auf ganz Ostafrika! Was wir hier

entwickelt haben, hat sich als gute Grundlage herausgestellt; ich

werde es anschließend auch in Tansania einsetzen.

So weit meine persönlichen Erfahrungen zum Thema „Ruhe und

Gebet“.

Wir unterstützen Günters Ruanda-Projekt; wer mitmachen will, kann an Mission is possible

e.V. spenden mit der Zweckangabe „Ruanda“. IBAN siehe Seite 145.

25


Der fünfte Schock: Der Heilige Geist

Und nun zum nächsten Schock, der die Jünger Jesu erfasste – als

der Heilige Geist dann tatsächlich kam. Die Vorbereitung: Ruhe,

und: Wartet! Dann kam Pfingsten.

Nachdem der Heilige Geist gekommen war (Apostelgeschichte 2),

begannen die Christen, sich in Häusern zu treffen. Das war auch

hier in Kigali für viele ein Schlüssel. Vor Kurzem hatte die Regierung

ja 700 Gemeinden geschlossen; man dachte hier bisher eher

in der Kategorie von Gemeindemitgliedschaft. Doch jetzt heißt es:

„Geht hinaus und macht Menschen zu Jüngern! Geht in alle Welt!“

Nun konnten sie das auch verstehen, denn die alten Strukturen

waren plötzlich gar nicht mehr da. „Lehre uns, wie wir die Mitglieder,

die wir verloren haben, zu Jüngern machen können“, baten

die Leiter. Jetzt werden sie zu einer Bewegung weg von statischer

Gemeinde. Gott hat Familie geschaffen, das ist der natürlichste

Weg. Wir kehren wieder zur Reich-Gottes-Familienstruktur zurück.

Der sechste Schock: Verfolgung und Flexibilität

Für die ersten Jünger kam der nächste Schock – und das war immer

noch nicht der letzte! Auch wir müssen dieses Prinzip verstehen:

Corona wird nicht der letzte Schock gewesen sein, in nächster Zeit

werden wir es mit weiteren zu tun bekommen.

Der nächste Schock in der Apostelgeschichte war, dass die

jüdische Tradition kollidierte mit dem Neuen derer, die den Messias

gefunden hatten. Das Ergebnis: Verfolgung. Wie ungemütlich!

Die Gemeinde zerstreute sich in alle Richtungen, die Leiter blieben

in Jerusalem. Eine neue Realität zeigte sich: Früher waren jene, die

von Jesus trainiert worden waren, Leiter gewesen; jetzt auf einmal

waren die Gläubigen auf sich allein gestellt.

In Corona-Zeiten haben viele genau das erlebt: Plötzlich war da

nicht mehr der Pastor, man konnte ihn nicht mehr sonntags treffen. Er

erschien höchstens auf einem Bildschirm, aber das war’s dann auch.

Plötzlich war man selber verantwortlich für sein Glaubensleben!

26


Genau das ist in Apostelgeschichte 8,1 auch passiert: Die Leute waren

jetzt auf sich selbst gestellt, die Leiter waren nicht mehr da. Eine

neue Nullpunkt-Erfahrung.

Wenn wir die Corona-Krise richtig verarbeitet haben, können wir

gut reagieren auf die Frage, die Gott uns stellt: „Wollt ihr einfach

so weitermachen, oder wollt ihr in mein System einsteigen, in das

System meines Reiches? Oder wollt ihr lieber weiter Kirche spielen?

Sind euch all die kleinen Traditionen so wichtig, die Mittwochstreffen,

die Sonntagstreffen? Ist euch das so wichtig, oder lasst ihr

euch verändern? Lasst ihr euch in eine Bewegung versetzen, die

aus der Starre herausführt?“

Seit vielen Jahren liegen mir Onlinekirche und Onlinegebet am

Herzen, und fast überall wurde mir entgegnet: „Ach, das ist so

schwierig!“ Und jetzt? Sogar meine eigene Frau nimmt nun regelmäßig

an einem Onlinegebet teil! Seit drei Monaten sieht man, was

nun alles online möglich ist, was man sich davor nicht hätte vorstellen

können. Unsere Welt ist plötzlich ganz schön anders geworden.

Es war möglich! Genauso ist es möglich, dass wir aus dieser

erstarrten, verkrusteten Kirchentradition, ja selbst aus Freikirchentradition,

aussteigen können und in eine Bewegung Gottes kommen,

in der es gilt, zu gehen und Jünger zu machen.

Diese Erschütterung durch Verfolgung war notwendig, sonst

wären sie nicht gegangen. Im Laufe der Zeit wären sie immer passiver

geworden und hätten es sich bequem gemacht: „Die Leiter

werden es schon richten.“

Der siebte Schock:

Schluss mit unfruchtbaren Traditionen!

Ein nächster Schock wartete schon auf die Gläubigen, insbesondere

auf Petrus. In Apostelgeschichte 10 sehen wir: Er war eben doch

noch durch und durch Jude, beseelt von seinen alten, unfruchtbaren

Traditionen, die nicht zuließen, das zu tun, wozu Jesus ihn aufgefordert

hatte: das Evangelium zu allen Menschen zu bringen, nicht

27


nur zu den Juden. Es brauchte eine starke Vision, um das Evangelium

zu Kornelius zu bringen: „Iss diese unreinen Tiere!“ Petrus

reagierte total ablehnend: „Auf keinen Fall, Herr! Das widerspricht

all meiner religiösen Tradition.“ Gott aber sagt: Ich brauche deine

Nullpunkt-Erfahrung, deinen Neuanfang. – So kam es zum Anfang

der Heidenmission.

Auch Kornelius hatte ein Reden des Heiligen Geistes empfangen

und daraufhin ließ er Petrus rufen. Jesus wusste wohl, warum es

ihm so wichtig war, dass der Geist der Wahrheit uns in alle Details

hineinführt, die wir wissen müssen. Die beste Vorbereitung auf

alle Krisen ist eine ganz, ganz enge Gemeinschaft mit dem Heiligen

Geist! Das ist die Hauptsache dessen, was ich hier mitteilen

möchte. Gold kaufen und genügend Konserven im Regal haben, das

mag gut sein, davon habe ich nicht wirklich Ahnung; aber ich weiß

eines: Das Einzige, was uns wirklich zubereiten wird für das, was

kommt, das ist der Geist der Wahrheit.

Die Neuausrichtung ging weiter

Die Neuausrichtung ging weiter: In der Apostelgeschichte lesen wir

von Lehrern und Propheten. Die haben keine große Konferenz veranstaltet,

auf der viel geredet worden wäre, sondern sie haben auf

den Heiligen Geist gehört (Apostelgeschichte 13), und der Heilige

Geist sagte, sie sollten Paulus und Barnabas aussenden.

Das war etwas Historisches; es war das erste Mal, dass Apostel

ausgesandt wurden, um in die Nationen zu gehen. Ich glaube,

dass wir Deutschen unsere apostolische Verantwortung ernst nehmen

sollten und sie ergreifen müssen. Dabei ist es gut, unser traditionelles

Denken abzulegen und unsere Überzeugung von dem,

was alles nicht möglich ist, sowie alle Ausreden – damit wir in eine

reife, ausbalancierte Vaterschaft für die Nationen hineinkommen,

kombiniert damit, dass wir auch Antworten auf Wirtschaftsfragen

haben. Denn das Reich Gottes beschränkt sich nicht auf die Erlösung

einzelner Menschen, sondern betrifft das gesamte Leben der

Menschheit. Ist uns z. B. bewusst, dass Paulus auch ganz konkret

28


über Sex gelehrt hat? Er hat nicht nur Errettung gepredigt, sondern

er hat ganz praktisch über Fragen der Wirtschaft und das familiäre

Zusammenleben gesprochen.

Das gehört zu echtem apostolischen Dienst. Das fordert mich

hier in Ruanda gerade selber heraus: Es gibt so viel Armut hier,

und es gibt Omnibusse mit der Aufschrift God is with us! – „Gott ist

mit uns!“ Aber wenn ich die Gesichter der Mitfahrenden betrachte

und die Armut rundherum, dann stellt sich die Frage: Ist Gott wirklich

mit diesen Menschen? Oder haben wir Gott in eine kleine Box

gesperrt, wo er gerade mal erretten darf? So oft ist alles andere im

Leben eben nicht unter der Herrschaft des Reiches Gottes – aber

das ist doch die Voraussetzung und Teil der Botschaft des Reiches

Gottes, die allen Nationen gepredigt wird; erst wenn das erledigt

ist, kann Jesus wiederkommen (Matthäus 24,14).

Unsere Aufgabe also ist, die Rückkehr Jesu vorzubereiten, indem

wir die Botschaft des Reiches Gottes in alle Nationen hineintragen.

Das fängt mit der Errettung an, geht dann aber viel, viel weiter. Ich

glaube, das ist die Hauptberufung Deutschlands. Ich rufe euch auf:

Betet den Anfang von Apostelgeschichte 13, damit der Heilige Geist

spricht und uns zeigt, wie wir Deutschen unsere apostolische Verantwortung

der Vaterschaft für Nationen wahrnehmen und realisieren

können. Ihr werdet staunen, was Gott alles reden wird! Vielleicht

sagt er: „Gehe da oder dort hin“, oder zum Beispiel: „Komm nach

Ruanda!“ Oder finde andere kreative Wege, wie du von Deutschland

aus diesem Ruf in andere Nationen gehorchen kannst.

Zurück zu „vor Corona“?

Immer wieder in der Apostelgeschichte sehen wir, dass nach einer

Nullpunkt-Erfahrung Gott neu eingreifen musste, damit seine Leute

nicht in die alte Realität, in alte Traditionen zurückfielen. In Apostelgeschichte

15 lesen wir von dem Konzil zur Ausrichtung auf die

Heiden, also dass die Gemeinde zu den Nichtjuden, zu den Nationen

gehen sollte. Dabei wurde klar festgestellt, dass die jüdischen

Traditionen den Heiden nicht auferlegt werden sollten.

29


Im Zuge des momentanen Prozesses (in dem ebenfalls der Geist

der Wahrheit wirkt) müssen wir Leiter nach all den Ereignissen der

letzten Pandemie-Monate zusammenkommen, um eine Entscheidung

zu treffen: Wir gehen nicht mehr hinter den Standard „vor

Corona“ zurück, sondern wir nehmen diese neue Ebene des Geistes

an. Wir nehmen diesen neuen Standard des Gebets, wir leben als

Familie, in Teams. Wir haben eine starke Beziehung zum Heiligen

Geist. All das, was wir erlebt haben, diese schockierenden Nullpunkt-Erfahrungen,

diese Neuausrichtungen, diesen ganzen Stress

konnten wir nur verarbeiten, weil wir eine so enge Gemeinschaft

mit dem Heiligen Geist hatten.

Wenn wir uns dazu entscheiden, dann wird auch hier geschehen,

was in der Apostelgeschichte passiert ist. Jedes Mal, wenn ich das

lese und es mir vergegenwärtige, bin ich ermutigt: Es ist möglich,

dass wir auch in Deutschland eine neue Bewegung erleben – eine

Bewegung von Multiplikation, von Jüngerschaft, von Hausgemeinschaften,

von geistlichen Reich-Gottes-Familien, von Hauskirchen,

von Cafégemeinschaften, von kleinen Teams, wie Peter eines hat. Es

ist möglich, dass diese Dynamik nach Deutschland kommt – davon

bin ich überzeugt!

Gläubige oder Jünger?

Statt Addition Multiplikation

In der Apostelgeschichte hat Kirche begonnen mit 120 Menschen

unterm Dach. Eine recht kleine Gruppe! In Apostelgeschichte 2,47

lesen wir, dass jeden Tag neue Gläubige hinzugefügt wurden. Die

Bibel ist sehr exakt – beachtet den genauen Wortlaut: Sie bezeichnet

die Menschen, die hinzugefügt wurden, als Gläubige. Die werden

hinzugefügt, also addiert. Das ist ein Prozess, der relativ langsam

vonstattengeht.

In 5,14 lesen wir von Scharen neuer Gläubiger, die hinzugefügt

wurden. Jetzt sind es also schon mehr, aber sie werden immer noch

addiert und es sind immer noch Gläubige; zwar glaubten sie, aber

eine gewisse Reife dürfte noch nicht erreicht worden sein.

30


Dann, in 6,1, verändert sich die Geschichte plötzlich. Ein neuer

Begriff taucht auf: Die Zahl der Jünger wuchs. Jetzt sind es Jünger!

Wenn wir den Auftrag von Jesus ausführen und nicht nur Kirchenmitglieder

machen nach dem Motto „Kommt in meinen Gottesdienst,

setzt euch hin und lasst euch belehren“ (oder auch nur

unterhalten) – wenn wir vielmehr sagen: „Geht und macht Jünger!“,

und die werden dann tatsächlich zu Jüngern und sind dem gehorsam,

was Jesus gesagt hat – wäre das nicht die Erfüllung von Matthäus

28,19–20? Wenn wir diese Qualität erreichen, dann werden es

Jünger und nicht mehr nur Gläubige, die mehr oder weniger passiv

etwas aufnehmen.

In Apostelgeschichte 6,7 kommt die große Wende: Es gab eine

Multiplikation von Jüngern, nicht mehr nur Addition. Und dann

Apostelgeschichte 9,31 – schauen wir genau hin: Hier wurden die

Gemeinden multipliziert. Man kann der Meinung sein, in Deutschland

gäbe es doch genügend Gemeinden; doch dem ist gewiss nicht

so. Das ist eine völlig falsche Darstellung des Feindes, er suggeriert

uns, in Deutschland gäbe es genügend Gemeinden, Gruppen, Teams,

Hauskirchen etc. Nein! Wir brauchen sehr viele neue Gemeindegründungen,

aber bitte nicht nach dem traditionellen Muster von

Kirche, wie es immer schon an Sonntagen gemacht wird!

Ich rede hier von den Zeiten nach Corona, nachdem unser Denken

erschüttert worden ist und wir bereit sind, in eine neue Realität

einzutreten. Ich spreche von Hausgemeinschaften, von Freunden,

die wir haben, mit denen wir in einem Team sind und als Jünger

ernsthaft und verbindlich miteinander Reich Gottes leben. Diese

Multiplikation brauchen wir auch in Deutschland!

Ein Ehepaar wird im Normalfall Kinder haben; natürlich gibt es

Gründe, warum das auch einmal nicht so sein kann, ich will niemandem

zu nahe treten – aber genauso ist es auch bei einer Gemeinde:

Gemeinden, die keine „Babys“ haben, sind potenziell nicht gesund.

Wenn keiner zum Glauben kommt, ist das ein Anzeichen dafür, dass

etwas nicht in Ordnung ist. Wenn wir das ernst nehmen, was Jesus

sagt, müsste eine gesunde Gemeinde sich automatisch multiplizieren.

31


Tiefere Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist

Laden wir also den Heiligen Geist zu einer tieferen Gemeinschaft

ein. Erneuere deine Beziehung zu ihm. Bitten wir darum, dass wir

die Nationen erreichen und eine neue Realität des Gemeindeverständnisses,

das Gemeindegründung erleichtert – damit wir nicht

allzu viele Schocks brauchen, um durch eine Nullpunkt-Erfahrung

zur nötigen Veränderung zu kommen. Gott fragt uns: „Nachdem ich

euer System innerhalb weniger Wochen erschüttert habe – seid ihr

bereit, in mein Königreichs-System einzutreten?“

Vater, ich bitte in Jesu Namen, dass jeder Leser diese Gemeinschaft

mit dem Heiligen Geist erfährt. Komme auf sie und sprich

über den Dienst an den Nationen und über Gemeindegründungen

in Deutschland und zwar in dieser neuen Betonung, die du jetzt

gerade setzt Ich bitte auch um Antworten für die Wirtschaft für

die Zeiten, die vor uns liegen, damit wir als Gemeinde ein Modell

haben, das deinem Königreich entspricht. Danke, dass dein Friede

auf uns ist, auch wenn wir in der Welt Schwierigkeiten haben;

danke, dass wir durch den Beistand, den Geist der Wahrheit, Frieden

haben können.

Ich freue mich über euer Feedback: apohub777@gmail.com

Bibelzitate in diesem Beitrag aus der Elberfelder Übersetzung.

32


Von Krebs geheilt

Bericht von Nikolaus Dietrich

Hannelore und Nikolaus Dietrich hatten sich angemeldet zu

bewegen19 im November. Eine Woche vor Beginn, am 25.

Oktober 2019, erreichte uns eine E-Mail:

„Mein Mann und ich hatten uns zusammen zu bewegen19 angemeldet

und wir hatten uns schon sehr darauf gefreut. Nun haben

wir vor ca. einer Woche erfahren, dass mein Mann definitiv Knochenkrebs

hat; damit sind alle Reisepläne erst einmal zunichtegemacht,

da nun Therapien und vieles mehr ansteht. So müssen wir

unsere Teilnahme leider absagen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Verlauf der Konferenz in der

Kraft des Heiligen Geistes und in Seiner Gegenwart! Mit herzlichen

Grüßen …“

Meine Antwort an Frau Dietrich:

„Ich bin gerade in Österreich unterwegs und versuche, mich

kurz zu fassen. Wenn die Therapie Ihres Mannes nicht unmittelbar

an dem bewegen-Wochenende beginnt, ist es durchaus eine gute

Therapie, bei bewegen dabei zu sein. Wir hatten bei jedem Treffen

starke Heilungen und rechnen damit, dass dieses Mal die Intensität

noch stärker sein wird. Sollte es dann noch nötig sein, können

die medizinischen Therapien immer noch in Anspruch genommen

werden, aber es besteht doch die Möglichkeit, dass Gott sich als

Heiler erweist. Ich will Sie aber auf keinen Fall dazu überreden; ich

möchte Sie nur ermutigen.“

E-Mails sind, wie alle Beiträge in diesem Buch, redaktionell bearbeitet.

33


„Lieber Herr Ischka, vielen Dank für Ihre Ermutigung, wir haben

uns entschieden, doch zu kommen.“

Ich kannte die Dietrichs noch nicht persönlich; so war es gut, dass

Nikolaus gleich auf mich zukam und sich vorstellte. Am ersten Tag

hatte er solch enorme Schmerzen, dass es ihm schwerfiel, das fünf

Minuten entfernte Appartement zu erreichen.

Am nächsten Tag beteten wir alle für Nikolaus und danach war

er völlig schmerzfrei!

Gut drei Monate später, am 8. Februar, erreichte mich folgende

Nachricht:

„Lieber Peter, gestern rief die Uniklinik Heidelberg an und gab

die Untersuchungsergebnisse bekannt: Es wurden keine Krebszellen

mehr in meinem Körper gefunden! Halleluja! Danke für eure

Gebete! Jesus heilte meinen Körper und meinen Geist! Halleluja!

Danke, bis Juni! – Am Freitag fliege ich mit einer Männergruppe

nach Israel, um dort u. a. Holocaustüberlebenden zu dienen.“

Für unser Livestream-Treffen hat Nikolaus auf meine Bitte einen

Video-Bericht geschickt:

Das Heilungsgebet: „Jesus wird mich heilen!“

Letztes Jahr Ende Oktober, Anfang November durfte ich gemeinsam

mit meiner Frau bei bewegen dabei sein. Unter anderem sprach

Phillip Hand über Heilung. Peter wusste von mir, also bat er mich

nach vorne und ich konnte schildern, dass ich gerade die Diagnose

„Knochenkrebs“ erhalten hatte; schon seit längerer Zeit hatte ich

unter sehr, sehr starken Schmerzen geliten. Dann beteten alle für

mich – und für meine Frau, damit sie mir gut zur Seite stehen kann;

Phillip hat das Gebet dann auch noch mit Öl versiegelt.

Wahrscheinlich entscheidend war, dass ich ganz deutlich gesagt

habe: „Ich weiß, dass Jesus mich heilen will. Er wird mich heilen!“

Das war mir ganz klar: Es ging vor allem um meine geist-

34


liche Heilung. Ich hatte in meinem Leben bereits erfahren, dass

Gott durchaus auch Schmerzhaftes zulässt, um mich aufzuwecken,

damit ich wieder umkehre. Ein Beispiel: Ich hatte mich am Kopf

gestoßen und war dann aufgrund einer Gehirnblutung gelähmt;

damals erlebte ich Heilung von unserem Herrn. – So war mir auch

jetzt klar: Gott will diese Krankheit heilen, aber er möchte, dass

ich ganz in seine Arme laufe; diesen Eindruck hatte ich sehr stark,

daher konnte ich es auch so deutlich sagen.

Nach dem Gebet am 1. November gingen die Schmerzen weg, in

den Tagen danach kamen sie wieder; aber am 11. November waren

die Schmerzen komplett weg und sind nie wieder aufgetreten, bis

heute!

„Das ist wie ein Wunder“

Am 11. November begann eine erste, sehr schwache Chemotherapie

mit einem speziellen Medikament, das sollte die hohe Anzahl

der Krebszellen sowohl im Blut als auch im blutbildenden Knochenmark

reduzieren (ich hatte den sehr hohen Wert von 560).

Am 6. Dezember rief die Onkologin mich zu sich und sagte: „Das

ist ja unglaublich: Ihr Wert ist von 560 auf 30 zurückgegangen! Bei

Ihnen schlägt das besonders stark an, das ist wie ein Wunder.“

„Danken Sie nicht uns Ärzten“

Nach einer weiteren Therapierunde ließ ich mich im Januar an der

Uni-Klinik durch Prof. Goldschmidt nochmals untersuchen; er prüfte

auch im Knochenmark sehr genau – und fand keine einzige Krebszelle

mehr! Anfang Februar teilte ich der Onkologin dieses Ergebnis

mit – und was sie dazu sagte, das hat mich sehr beeindruckt: „Danken

Sie nicht uns Ärzten, denn Ihr Glaube hat ihnen geholfen.“ (Im

Laufe der Behandlungen hatte ich ihr einmal gesagt, dass meine

Zeit in „seinen“ Händen liegt, und dabei nach oben gezeigt.)

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Eigentlich war für Februar eine sehr starke Chemotherapie geplant,

die alles zerstört hätte, das gesamte Blut, und anschließend wäre es

mit gesunden Stammzellen nach und nach wiederhergestellt worden.

Darauf habe ich von ganzem Herzen verzichtet! Stattdessen

bin in dieser Zeit mit sieben Männern aus unserer Gemeinde nach

Israel gereist, dort haben wir u. a. Holocaustüberlebenden etwas

Leckeres gekocht, für sie gesungen und den Tag für sie gestaltet.

(Im Februar ging das noch, kurz darauf hätten wir erst einmal zwei

Wochen in Quarantäne gehen müssen.)

Anfang Juni machen meine Frau und ich in Bayern Urlaub;

anschließend wollten wir zu bewegen kommen, aber das verfolgen

wir nun zu Hause auf Gott-24.tv im Livestream. Peters Bitte um das

Heilungszeugnis bin ich gerne nachgekommen – es ist so gekommen,

wie ich geglaubt habe! Die Ärztin hat es mir sogar offiziell

bestätigt. Danke, Jesus!

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Erweckung

einer toten Kirche

Phillip Hand

aus Großbritannien leitet das „Encounter Revival Center“ südlich

von Manchester. Sein Dienst ist stark von Heilungen begleitet.

Anfang dieser Woche habe ich gebetet: „Gott, zeige mir, was

ich bei bewegen bringen soll! Gib mir eine Offenbarung

dafür!“ Und was für eine Antwort kam von Gott? „Auferstehung!

Auferstehung! Auferstehung!“ Er lenkte meinen Blick auf die

Geschichte von der Auferweckung des Lazarus; den Bericht davon

können wir in Johannes 11 nachlesen.

Ein gewisser Mensch war krank

Ich möchte, dass wir uns diese Begebenheit so richtig vorstellen,

ganz bildlich vor Augen führen. Die Geschichte entfaltet sich in 45

Versen recht detailliert, und es steckt so viel Leidenschaft drin, so

viel Liebe; es ist wie eine Achterbahn, das wäre absolut filmreif.

Wenn Hollywood imstande wäre, das richtig einzufangen, dann

wäre das ein gigantischer Film, voller Liebe und Trauer, Leidenschaft

und Kraft.

Also wir können uns entscheiden: Entweder lesen wir einfach,

was hier steht, oder wir lassen es zu, dass dieser Bericht uns unter

die Haut geht und uns verändert. Man geht nie unverändert weiter,

wenn man Gott begegnet ist. Wenn du immer der Gleiche bleibst,

wenn sich bei dir nichts verändert hat, dann bist du Gott wohl noch

nie begegnet. Lassen wir uns also gemeinsam auf das ein, was

damals geschah, und lassen wir uns eröffnen, was der Heilige Geist

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der Gemeinde in den deutschsprachigen Ländern sagen will. Versuchen

wir, mit dem Herzen zu hören, was der Heilige Geist uns durch

dieses Wort mitteilt.

Die Geschichte beginnt mit: „Da war ein gewisser Mann …“ – so

steht das nicht im griechischen Urtext, aber in meiner Bibel heißt

es: „Da war ein gewisser Mann, der war krank.“ Wir wissen: Dieser

Kranke, das war Lazarus. Aber ich will jetzt prophetisch auswerten,

was es hier heißt: Ein bestimmter Mensch war krank.

Ich bin sicher, dass Leute dieses Buch lesen, die selber krank

sind oder kranke Angehörige haben – und Gott will ihnen heute

begegnen. Wir haben gerade ein wunderbares Zeugnis gehört von

Nikolaus Dietrich, er wurde von Krebs geheilt. Er wurde geheilt,

weil er Gott persönlich begegnet ist. Ich glaube, dass dieser Bericht

zu jedem Leser spricht und generell zu der Gemeinde Jesu in den

deutschsprachigen Ländern.

Unsere Geschichte handelt von einer Familie, die mit Jesus in Liebe

verbunden war. Lazarus hatte zwei Schwestern, Maria und Marta.

Maria hat das teure Öl über Jesu Füße gegossen; damit hat sie gezeigt,

wie wertvoll ihr Jesus war. Ihre Liebe zu Jesus war schon vorher jedermann

bekannt gewesen – jeder in der Familie und in der Nachbarschaft

konnte das sehen, und trotzdem kam Krankheit in dieses Haus!

Ja, Gott erspart uns Schwierigkeiten nicht, sondern er bringt uns

durch sie hindurch. Wenn Probleme bei uns anrufen, dann verbinden

wir weiter zu Jesus, wir rufen bei Jesus an. Wir kennen unseren

Erretter, wir kennen unseren Erlöser, wir kennen unseren Heiler:

Jesus! Aber manchmal stöhnen wir doch: „Warum ich, Herr? Warum

passiert mir das? Bitte, Herr!“

Jemand hat gesagt: „Wenn du durch die Hölle gehst, dann geh’

einfach weiter!“ Geh durch, und auf der anderen Seite kommst du

wieder hinaus.

Lazarus war also krank, und man sagte Jesus Bescheid: „Dein

Freund Lazarus ist krank!“ Darauf sagte Jesus nur: „Diese Krankheit

wird nicht zum Tod führen, sondern sie dient zur Ehre Gottes“ –

damit seine Herrlichkeit, die des Gottessohns, sichtbar werde.

38


Wenn Gott sich Zeit lässt

Darf ich dich gleich vorab ermutigen? Heilung kommt dann zu dir,

zu deinem Haus, zu deiner Familie, wenn Jesus alle Ehre bekommt.

Gott wird eingreifen, weil er sein Volk liebt, weil er seine Kinder

liebt. Aber manchmal sieht es aus, als wäre Gott gänzlich untätig;

so auch hier: Als Jesus diese brisante Botschaft, diese dringliche

Bitte hörte, blieb er ganz entspannt noch zwei Tage lang da, wo

er gerade war. Das hört sich so an, als wäre es Jesus egal gewesen,

wie es um Lazarus, Maria und Marta bestellt war; aber in der

Geschichte wird es betont, wie sehr Jesus die Maria, den Lazarus

und die Marta liebte. Und doch ließ er sich noch zwei Tage Zeit!

Die Zwei hat eine Bedeutung. Wenn wir in der Schrift der Zwei

begegnen, kann es bedeuten: Das muss bezeugt werden! Als Jesus

die 70 Jünger aussandte, schickte er sie immer zu zweit, um zu

bezeugen.

Die Schwestern riefen also: „Jesus, komm schnell und mache

unseren Bruder gesund!“ Doch Jesus war nicht in Eile. Er war in

der Ruhe und blieb erst einmal dort, wo er war. Wenn Gott eine

Verzögerung zulässt, zeigt uns das: Es gibt eine andere Möglichkeit

– eine andere, als wir uns gedacht haben, anders, als wir es für

möglich gehalten haben. Darf ich das so sagen? Ich tue es: Gott hält

sich zurück, weil er noch nicht die ganze Ehre bekommen würde.

Er wartet so lange, bis er weiß, dass er wirklich die ganze Ehre

bekommt.

Dein Wunder hat also nicht Verspätung, es wird gerade vorbereitet.

Wenn du eine Verzögerung erlebst, dann ist dein Wunder schon unterwegs.

Als der Prophet Daniel um Erklärung bat, schickte Gott sofort

einen Engel los – aber Daniel betete 21 Tage lang weiter, bis der Engel

ihm dann tatsächlich erschien. Wir erfahren auch, warum es zu dieser

Verzögerung kam: Der Engel wurde aufgehalten von Mächten und

Gewalten. Das berichtete er dem Daniel – und das ist für mich sehr

ermutigend –: „In dem Moment, in dem du begonnen hast zu beten,

39


hat Gott der Vater mich losgeschickt.“ 10 Manche Verzögerung kann

mit dem Feind zusammenhängen; aber was hat Daniel in dieser Zeit

getan? Er hielt durch und glaubte, dass Gott ihm antworten wird. So

glaube ich: Wenn wir dranbleiben, wenn wir durchhalten und Gott

alle Ehre geben, dann wird das Wunder kommen – und es wird größer

sein, als wir denken, glauben oder uns vorstellen können.

Licht, um etwas zu sehen

Die Jünger haben Jesus gedrängt: „Komm, gehen wir doch hin!

Besuchen wir sie!“ Als Jesus antwortete, dass er hingehen würde,

da gaben andere Jünger zu bedenken: „Rabbi, weißt du nicht, dass

die Juden dort dich umbringen will?“ Es scheint, dass Jesus gerade

dorthin gehen wolle, wo man ihn ablehnt, ihn nicht haben will. Ich

bin überzeugt: Wenn ganze Länder oder Einzelpersonen Gott den

Rücken zukehren, weil sie nicht verstehen, was er vorhat; wenn

Familien enttäuscht sind von Gott, weil er nicht tut, was sie sich

wünschen – gerade dann wird er sich ihnen zeigen! Ich glaube, dass

Europa eine neue Heimsuchung der Kraft Gottes erfahren wird. Gott

ist bereit und willens, zu kommen und Europa heimzusuchen. Wenn

die Leute meinen, sie wären doch gut genug, wenn viel Finsternis

um uns herum ist, genau dann kommt das Licht und scheint hell.

Zurück zu den Jüngern: Die machten sich Sorgen, dass Jesus

etwas zustoßen könnte; aber Jesus fragte sie nur: „Hat der Tag

nicht zwölf Stunden? Wenn du am Tag unterwegs bist, dann stürzt

du nicht. Aber wenn du in der Nacht gehst, dann stößt du dich,

weil du kein Licht hast.“ Beachten wir auch hier, was Jesus da sagt:

Zunächst nennt er die Zwölf – in der Bibel steht die Zwölf für „Herrschaft“,

im Neuen Testament für apostolische Leiterschaft; man

denkt sofort an die zwölf Apostel, die zwölf Jünger, die Jesus erwählt

hatte, dass sie das Evangelium in die Welt tragen sollten. Sie kamen,

um die Sichtweise der Menschen zu verändern; oder, besser gesagt:

Jesus hat sie in die Welt gesandt, um Offenbarung und Licht zu bringen.

Wenn also dieser Bote kommt, dann vertreibt das Licht seiner

10 Daniel 10,12–13.

40


Botschaft die Finsternis. Weil in den Menschen der Nacht kein Licht

ist, deshalb stoßen sie an. Jesus spricht hier nicht von dem äußeren

Licht, das unsere natürlichen Augen sehen, sondern von dem Licht,

das in dem Menschen ist.

Ihr Lieben, es ist Zeit, dass euer Licht leuchtet! Es ist Zeit, dass

das Licht in dir, der Geist Gottes in dir, offenbar wird; und wenn

dieses Licht in dir, dieses Licht in der Gemeinde die deutschsprachigen

Länder und Europa erleuchtet, ist das Ergebnis eine neue

Denkweise, ein Sichtbarwerden – das, was von Gott kommt, wird

aufstrahlen.

Die Gemeinde ist zwar tot,

aber sie wird auferweckt

Wenn wir die Botschaft von der Kraft der Auferstehung aufnehmen

und glauben, dann werden für uns Dinge sichtbar, über die wir vorher,

in der Finsternis, gestolpert sind – plötzlich sehen wir sie. Wenn

das Licht an ist, dann hat die Finsternis keine Macht mehr. Ist doch

ganz logisch!

Wir können erwarten, dass die Zeit, in der die Kirche schläft, zu

Ende geht; denn in Vers 11 lesen wir, dass Jesus kommt, weil er seinen

Freund auferwecken will. Wenn wir diese Geschichte prophetisch auf

die Kirche beziehen, dann heißt das, dass in den kommenden Tagen

mit der Gemeinde Jesu etwas geschehen wird: Wenn wir beten, dann

kommt Jesus und weckt in unseren Ländern die Kirche auf.

Die Jünger meinten: „Lazarus schläft, er schläft sich gesund;

durch die Ruhe wird’s besser mit ihm.“ Aber Jesus klärte sie auf:

„Nein, Lazarus ist tot und man muss ihn auferwecken, damit er

wieder zum Leben kommt.“ Zu viele denken heute: „Die Gemeinde,

die ist schon in Ordnung, sie schläft nur ein bisschen“, und kaum

jemand erkennt, wie elementar und tiefgehend das Problem eigentlich

ist. Wir müssen verstehen, was Jesus hier sagt; sonst verstehen

wir nicht, was er tut. Hingegen wenn wir die Vision ergreifen, dann

bekommen wir auch die Versorgung mit allem, was nötig ist für das,

was Gott vorhat zu tun.

41


Es ist Zeit, dass wir genau hinhören, um zu verstehen, was Jesus

tun will: Die Gemeinde ist zwar tot, aber sie wird auferweckt. Wir

sind nicht sicher, wie das geschehen wird, aber wir wissen, dass es

geschieht.

Eines ist sicher: Gott muss alle Ehre bekommen. Lange genug

hat die Kirche, die Gemeinde Jesu die Ehre für sich genommen

und damit Gott betrogen. Als Folge hat die Kirche auf Schlafmodus

geschaltet und rutscht ab in die Finsternis. Wenn nun Gott auf den

Plan tritt, dann gibt es Erschütterungen – das haben wir in den letzten

Monaten erlebt. Jesus ist entschlossen, in Europa die Richtung

zu ändern! Es sieht zwar aus, als wäre Jesus weit weg, aber genau

jetzt hat Jesus Europa im Visier.

Der Jünger namens Thomas sagte: „Lasst uns mit Jesus ziehen,

damit wir mit ihm sterben.“ Auch wenn wir nicht verstehen, was

Jesus tut – wir müssen entschlossen sein, ihm zu folgen, was immer

es uns kostet! Wir müssen bereit sein, unser Leben hinzulegen,

damit Gott in unserem Leben seinen Willen tun kann. Wir beten

nicht mehr: „Was ich will, soll geschehen“, sondern: „Dein Wille soll

geschehen!“

Als Jesus in die Nähe kam, war Lazarus bereits vier Tage tot.

Auch die Vier hat eine Bedeutung – das sehen wir an den Jahreszeiten:

eine volle Runde. Ich bin überzeugt, dass wir uns dem Ende

der letzten Saison nähern; danach treten wir in einen neuen Zeitabschnitt.

Diese neue Zeit wird gekennzeichnet sein von der Kraft der

Auferstehung. Wenn im Herbst gesät wird, dann ist der Same den

ganzen Winter in der Erde und man sieht nichts davon. Aber wenn

dann die Zeit des Lichts kommt, wenn die Sonne in ihrer ganzen

Kraft den Boden erwärmt, dann schiebt dieser scheinbar tote Same

sich aus der Erde empor. Prophetisch gesehen, glaube ich: Wir sind

gesät, haben Wurzeln geschlagen – und jetzt ist die Zeit, emporzuwachsen

und so in diesem Land herrlich zu leuchten.

42


Von Tränen zum Jubel

Jesus kam nach Betanien, das war ein Dorf nahe Jerusalem, die Heimat

des Lazarus. Betanien bedeutet „Willkommen zu Hause“ oder

„Haus der Feigen“. Ich glaube, wenn Jesus näherkommt, dann wird

er willkommen geheißen in unseren Häusern und dann bringen

wir Frucht. Jesus war seinen Freunden, der Familie von Maria und

Marta und Lazarus, schon ganz nah, aber die Schwestern haben

immer noch geweint, gejammert und geklagt über den Verlust ihres

Bruders. Denn der Tod des Lazarus bedeutete, dass der Mann im

Haus, die Stärke der Familie weg war. So ist es auch in den Kirchen

in Europa: Ihre Kraft ist gebrochen, die Anliegen Gottes und seine

Kraft scheinen gestorben zu sein; aber jetzt ist die Zeit, dass die

Kraft zur Gemeinde zurückkommt.

Als Marta Jesus kommen hörte, ist sie auf ihn zugelaufen; Maria

hingegen saß immer noch im Haus. Die Zeit der Verzögerung

und der Enttäuschung wird deine Lehre offenbaren – das, was du

glaubst. Ich erwarte, dass wir zur rechten Zeit das empfangen werden,

was wir glauben. Wird sich dein Glaube auf Jesus zubewegen?

Oder bleibst du sitzen im Jammer deiner überlebten Theologie?

Marta lief auf Jesus zu und sagte: „Herr, wärst du hier gewesen,

mein Bruder wäre nicht gestorben!“ Vielleicht hast du das Gefühl,

dass Gott weit weg ist und deshalb das Wunder nicht geschehen

kann, das du so dringend brauchst. Du glaubst, wenn Jesus da

gewesen wäre, dann hättest du geheilt und gerettet werden können.

Aber weißt du: Wenn Jesus da ist, dann weckt er vom Tod auf!

Ich möchte dich ermutigen: Jesus kommt zu den Völkern Europas.

Laufen wir auf ihn zu? Heißen wir ihn willkommen? Empfangen wir

die Wunder? Ich glaube – und ich werde mein Wunder in Empfang

nehmen.

Steht ihr mit mir? Es ist Zeit, dass das Wort an die Toten ausgesprochen

wird. Es ist Zeit, dass Gottes Wort ergeht! Als Jesus

sprach, wurde Lazarus lebendig und Jesus sagte: „Löst seine Grabtücher!“

Seht ihr, das Machtwort wurde gesprochen – und dann

müssen wir unseren Teil tun, wir müssen das, was tot war, wieder

43


auswickeln und befreien. Der Stein, der dich zurückgehalten hat

und unter dem du gefangen warst, der muss entfernt werden, und

zwar nicht nur für dich, sondern für viele. Jetzt stehen die Tage der

Auferstehung bevor: Unsere Tränen werden zu Freude und Jubel!

Ich bete für jeden, der diese Zeilen liest. Ich spreche zu diesen

Todes-Situationen, zu diesen unmöglichen Umständen: Im Namen

Jesu Christi rufe ich euch heraus und spreche Leben in euch hinein.

Volk von Europa, komm heraus aus der Finsternis! Komm ins Licht!

Jetzt ist die Zeit eurer Heimsuchung. Der Geist Gottes, der Geist

Jesu bewegt sich über Europa. Empfange diesen Odem des Lebens!

Verjage Zweifel und Finsternis! Deine Heilung kommt jetzt, im

mächtigen Namen Jesus. Kirche, juble! Gib Gott die Ehre! Und du

wirst das Wunder sehen.

Die Bibelzitate in diesem Kapitel wurden nach dem Wortlaut des Sprechers aus dem

Englischen übersetzt.

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44


Wir widerstehen,

der Feind flieht

Aus der Perspektive

des Sieges Jesu leben

Willi Mayer

ist ein geistlicher Vater in Baden-Württemberg, Gemeindegründer

und Ratgeber für Leiter. Einer seiner Schwerpunkte ist der Sieg über

die Mächte der Finsternis.

Gott möchte die schlafende und tote Gemeinde auferwecken

mit seiner Auferstehungskraft. Wir alle wissen, dass wir in

einer Zeit der Erschütterung sind; viele von uns spüren zurzeit

auch mächtig Gegenwind, wir haben große Herausforderungen

zu meistern. Deshalb müssen wir jetzt lernen, den Finsternismächten

zu widerstehen. Jakobus sagt dazu: „Widersteht dem Teufel, so

flieht er von euch. Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“ 11 Ja,

wenn das nur so einfach wäre! Es funktioniert nicht ganz so locker,

wie wir uns das wünschen.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, und so kam ich auf

2. Timotheus 2,3–5 (nach nbh): „Sei als ein guter Streiter von Jesus

Christus bereit, die dazugehörigen Leiden auf dich zu nehmen. Niemand,

der in den Kampf zieht, lässt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln,

denn er will dem gefallen, der ihn angeworben hat. Auch wenn

jemand an einem sportlichen Wettkampf teilnimmt, kann er nur dann

den Siegespreis gewinnen, wenn er sich an die Regeln gehalten hat.“

Wir sind also Verfechter, Streiter für die Sache Christi; und Jesus

erwartet, dass wir die unbequemen Widrigkeiten, die mit solchen Auseinandersetzungen

einhergehen, auf uns nehmen. Diese Widrigkeiten

können ganz menschliche Ursachen haben, aber auch durch Finsternismächte

bewirkt werden; wenn wir mit Jesus siegreich sein wollen,

dann müssen wir bereit sein, solche Nachteile in Kauf zu nehmen.

11 Jakobus 4,7–8 lut.

45


Wettkampfregeln beachten!

Dieser Text sagt, dass die Alltagssorgen und -geschäfte uns davon

abhalten wollen, ein guter „Kämpfer“ zu sein. Dieser Kampf wird

mit einem Wettkampf im Sport verglichen – und wie es bei Sportwettkämpfen

Regeln gibt, die wir einzuhalten haben, so müssen wir

auch im geistlichen Kampf die Regeln befolgen, sonst werden wir

disqualifiziert und der Siegespreis wird aberkannt. Wir müssen also

nicht nur voll des Heiligen Geistes sein und voller Leidenschaft für

Jesus; wir müssen auch die Regeln des Wettkampfes einhalten – nur

dann werden wir den Siegespreis erlangen!

Über den geistlichen Kampf lesen wir auch in Epheser 6; dort heißt

es, und das ist sehr wichtig, dass wir nicht gegen Menschen kämpfen,

wenngleich okkulte Mächte auch Menschen gegen uns benutzen können;

aber wenn wir erfolgreich kämpfen und beten wollen, müssen

wir die Mächte dahinter sehen. Satan und sein Dämonenheer benutzen

Menschen, um uns zu schaden und uns lahmzulegen; darum wäre

es ein großer Fehler, menschlich zu reagieren, wenn uns z. B. in der

Politik oder in anderen Bereichen Entwicklungen nicht gefallen.

In Epheser 6 lesen wir: „Schlussendlich seid stark in dem Herrn

durch die gewaltige Macht seiner Stärke. Zieht die volle Rüstung

Gottes an, damit ihr den listigen Kunstgriffen des Teufels standhalten

könnt. Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen aus Fleisch und

Blut, sondern wir haben es mit dämonischen Mächten und Gewalten

zu tun, mit Weltherrschern der Finsternis, bösartigen Geistwesen

in der unsichtbaren Welt. Ergreift darum die ganze Waffenrüstung

Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen könnt, und dann, wenn

ihr alles erledigt habt, noch steht.“ 12

Wenn wir nun nicht gegen Menschen kämpfen sollen – das wollen

wir auch gar nicht –, müssen wir lernen, stark in Jesus Christus

zu sein. Ja, wir brauchen die Auferstehungskraft, von der Phillip

gesprochen hat: Wir müssen erfüllt sein mit dem Heiligen Geist. Am

besten beten wir, dass das Feuer Gottes auf uns kommt! Wir brauchen

die Kraft der Urgemeinde – ja, eine noch größere! –; und wir

12 Epheser 6,10–13 frei wiedergegeben, u. a. nach nbh.

46


müssen erkennen, was die Sache Jesu ist, was der Anteil der Engel

und was unsere Aufgabe ist.

Die Tricks durchschauen

Wir sehen, dass die Anschläge des Teufels heimtückisch, trickreich

und listig sind. Das Hauptmuster bei seinen Tricks ist die Frage:

„Sollte Gott gesagt haben …?“ Er kommt mit der Vernunft und appelliert

an die Vernunft und baut Mauern, die sich gegen die Erkenntnis

Christi erheben. 13 Er provoziert zum Unglauben, er versucht, das

Vertrauen auf Gott zu untergraben. Seine Spezialität sind religiöse

Denkmuster; die sehen sehr fromm aus, schrammen aber ganz sicher

am Ziel vorbei – doch seine Gedanken (die Tricks Satans) sind uns

nicht unbekannt, damit wir nicht von ihm hereingelegt werden. 14

Wenn wir irgendwo unterwegs sind, wo es gefährlich werden

könnte, sind wir besonders wachsam, wir meiden z. B. Ansammlungen.

Genauso müssen wir sehr wachsam sein gegenüber den

sogenannten Weltbeherrschern der Finsternis. Die Mächte der Finsternis,

das sind nicht die „Schlangen und Skorpione“, von denen

Jesus sprach, 15 sondern das sind Weltbeherrscher, gefallene Engel!

Es sind Dämonenfürsten, und sie sind für uns nicht sichtbar. Sie

leben in der vierten Dimension, in der unsichtbaren Welt über uns.

Darum ist es so wichtig, dass wir nach den geistlichen Regeln

kämpfen, das heißt auch: mit dem gebotenen Respekt. Schon viele

Christen haben Schiffbruch erlitten – sie wurden krank, manche

starben sogar –, weil sie geistliche Regeln nicht ausreichend verstanden

und nicht beachtet haben.

In den letzten Monaten hat Gott mir neue Einsicht in diese geistlichen

Regeln gegeben; das Wichtigste für mich war, zu erkennen,

was Jesus für mich bereits getan hat, dass ich die Kraft von Jahwe

Zebaoth und El Schaddai in Anspruch nehme – und dass ich weiß,

was meine Aufgabe ist und was z. B. die Engel dazu beitragen.

13 2. Korinther 10,4–5.

14 2. Korinther 2,11.

15 Lukas 10,19.

47


Der Kampf beginnt in mir!

Doch das Wichtigste – und viele Christen übersehen das – ist nicht

der Kampf gegen dämonische Mächte, sondern der Kampf beginnt

in mir! Der Feind weiß ganz genau, dass unser alter Mensch Gott

widerstrebt, und dieses Widerstreben macht uns ein großes Problem.

Der Apostel Paulus schreibt in Galater 5,16–18, dass der Geist

Gottes unser Leben bestimmen will, damit wir unseren menschlichen,

schädlichen Begierden widerstehen können; und unsere

menschliche Natur widerstehe dem Geist Gottes.

Hier, in uns, findet der eigentliche Kampf statt. Wer siegt? Siegt

der Geist Gottes in mir oder mein alter Mensch? Entscheiden wir

uns, dem Geist Gottes die Führung über uns zu übergeben! Dann

stehen wir nicht mehr unter dem Gesetz, nicht mehr unter einem

Fluch, sondern unter der Gnade Gottes, und der Feind kann uns

dann nicht einmal mehr antasten.

Wenn wir in Galater 5 weiterlesen, sehen wir in Vers 19–21, was

unser natürlicher Mensch alles an Antigöttlichem hervorbringt; in

Vers 21 werden wir sogar gewarnt: Wenn wir in unserer alten Natur

leben, dann haben wir im Reich Gottes keinen Platz mehr! Darum

gilt es, dem Heiligen Geist allen Raum in uns zu geben; der kann

dann die Frucht des Geistes in uns wirken.

Der Heilige Geist will uns also helfen, dass unser Leben umgestaltet

wird in das Bild Jesu. In der engen Liebesbeziehung zu Jesus

Christus bewirkt der Heilige Geist in uns Liebe, Freude und Frieden,

Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung

– und dann bleibt unsere alte Natur wirklich am Kreuz.

In Zukunft wird der Leib Christi bestimmt sein von einer intensiven,

engen Beziehung zu Jesus; und der Geist Gottes in uns bewirkt

dann die Liebe, die durch ihn in uns hineingegossen wurde. 16 Dann

verletzen wir uns nicht mehr gegenseitig und reden nicht mehr

schlecht übereinander, sondern wir jagen dem Guten nach.

16 Römer 5,5.

48


Gebt dem Teufel keinen Raum

Auch in Epheser 4 greift Paulus dieses Thema auf; dort werden wir

aufgefordert, im Geist zu leben. Unter anderem heißt es dort: „Gebt

dem Teufel keinen Raum.“ 17 Wir sollen also nicht dauerhaft zornig

sein usw. Wenn wir ihnen keinen Raum geben und wenn ihnen alle

Türen in unserem Leben verschlossen sind, können die Finsternismächte

uns nichts anhaben.

Zorn, Wut, Ärger, Unversöhnlichkeit sind Türöffner für dämonische

Mächte; dadurch gewähren wir ihnen Zugang in unser Leben

– oder wenn wir uns in den Medien, im Internet oder im Fernsehen

die falschen Dinge ansehen, auch dann öffnen wir uns für die

Mächte der Finsternis.

Auch unsere Worte haben Macht: Wir sollen kein hässliches

Gerede mehr von uns geben, kein böses Geschrei; stattdessen sollen

wir lernen, Gutes zu tun – das bewahrt uns vor Sünde.

Aber vor allen Dingen müssen wir in Vergebung leben, und zwar

mit allen Menschen! Ja, wir sollten daran arbeiten, mit allen Menschen

versöhnt zu sein. Lasst ja keine bittere Wurzel der Unversöhnlichkeit

in euch aufkommen! Bittere Wurzeln in uns sind wie

Gift, das wir immer wieder zu uns nehmen; letztlich wird dieses Gift

unseren Körper schwer schädigen – wir werden krank, unsere Seele

wird zerstört.

Wenn wir an Geist, Seele und Leib gesund werden wollen, müssen

wir uns von solchen schändlichen Dingen reinhalten, und wir

müssen bereit sein, allen Menschen zu vergeben, die irgendetwas

gegen uns haben.

Wir sind im Trainingslager

Wir leben in einer Zeit, in der der Heilige Geist sehr deutlich zu

uns redet. Wir – ich und jeder Leser – müssen immer bereit sein,

andere um Vergebung zu bitten; erst vor Kurzem hat Gott mir

gezeigt, dass ich zu jemandem fahren soll und mich entschuldigen

17 Epheser 4,27 eü.

49


für Aussprüche, die ich vor 25 Jahren gemacht habe. Ja, der Heilige

Geist leitet uns in alle Wahrheit, und wenn der Heilige Geist euch

heute etwas Derartiges sagt, dann tut es!

Versteht: Wir sind in einem Trainingslager des Heiligen Geistes.

Sportler müssen zuerst die Grundlagen lernen; bei der Bundeswehr

muss man erst eine Grundausbildung machen und gewisse

Trainingsphasen durchlaufen, bevor man zum eigentlichen Einsatz

kommt. Wir werden geschult für das, was vor uns liegt! Diese Zeit,

in der wir jetzt leben, ist eine ganz intensive Trainingszeit – etwas

Größeres steht vor uns! Deshalb ist es wichtig, jetzt, in „Zeiten des

Friedens“, die Übungsgelegenheiten wahrzunehmen.

Wir erwarten ja, dass Jesus wiederkommt. Ich bin überzeugt, dass

wir in der Endzeit leben, und die Zeit ist fortgeschritten. Die Bibel

sagt an vielen Stellen: Wenn wir Jesus begegnen wollen, sollten wir

uns vorbereiten! Wenn die Israeliten im Alten Bund in den Kampf

zogen, mussten sie sich reinigen, ja weihen, besonders die Priester.

Wir sind königliche Priester! Wir bereiten uns darauf vor, Jesus persönlich

zu begegnen. Darum reinigen wir uns.

Wenn wir zu einer Hochzeit eingeladen sind, ist es ganz normal,

sich vorher zu duschen und frische Kleider anzuziehen; genau in dieser

Zeit leben wir jetzt! In 1. Johannes 3,4–9 werden wir ausdrücklich

davor gewarnt, absichtlich zu sündigen: „Denn wer absichtlich sündigt,

lehnt sich gegen Gottes Ordnung auf, denn Sünde ist eine Auflehnung

gegen Gott. Und ihr wisst, dass Jesus auf der Erde erschien, er,

der selbst ganz ohne Sünde ist, um die Sünden der Menschen wegzunehmen.

Wer mit ihm verbunden lebt, der sündigt nicht bedenkenlos

weiter. Wer gewohnheitsmäßig sündigt, hat ihn nie gesehen und nie

begriffen, wer er ist. Meine Kinder, lasst euch doch von niemandem

verführen. Nur wer das Rechte tut, ist gerecht und kann wie Christus

vor Gott bestehen. Wer in der Sünde lebt, stammt vom Teufel, denn

der sündigt von Anfang an. Der Sohn Gottes ist jedoch erschienen,

um die Werke des Teufels zu vernichten.“ Wer also absichtlich und

bedenkenlos sündigt, lehnt sich gegen Gott auf.

50


In einer Predigt habe ich unlängst gehört: „Leute, es ist nicht

so schlimm, wenn ihr sündigt! Jesus hat euch schon vergeben, und

er wird euch weiterhin vergeben“; manche sagen: „Ihr braucht

eure Sünden nicht einmal mehr zu bekennen, es ist schon alles

weg.“ Das ist eine üble Verführung! Denn hier lesen wir: „Nur,

wenn du gerecht lebst, bist du gerecht.“ Ja, Jesus hat uns gerecht

gemacht, das stimmt. Aber er erwartet von uns auch, dass wir

recht leben!

Was ist dann mit den Christen, die bedenkenlos weitersündigen?

[Dazu gehören nicht nur z. B. Paare, die ohne Trauschein zusammen

leben, oder Personen, die bewusst ihre Geschlechtlichkeit verwischen,

sondern auch: „Was nicht aus Glauben geschieht, das ist

Sünde.“ 18 ] Das Wort Gottes sagt: Diese Menschen stammen vom

Teufel. Das klingt hart in unserer „toleranten“ Zeit.

Jesus Christus hat die Werke des Teufels zerstört

Jesus ist gekommen, um die Taten des Teufels zu vernichten. Wir

lehnen niemanden ab, wir verdammen und verurteilen auch niemanden;

wir haben eine Gute Nachricht: Jesus Christus hat die

Werke des Teufels zerstört – auch in mir, wenn ich das annehme.

Wir sollen selber gar nicht kämpfen gegen unsere ungöttlichen

Begierden oder Leidenschaften – nehmen wir doch stattdessen den

bereits vollbrachten Sieg Jesu für uns an: „Jesus, du hast die Werke

der Finsternis in mir zerstört!“ Ist das nicht wunderbar? Nimm den

von Jesus errungenen vollkommenen Sieg für dich in Anspruch!

In 1. Johannes 3,9–10 lesen wir: „Wer Gott zum Vater hat, lebt nicht

mehr in der Sünde, denn jetzt wirkt das Erbgut seines Vaters in ihm.

Deswegen kann er nicht weitersündigen, denn er stammt von Gott.

Man kann also erkennen, wer ein Kind Gottes ist und wer ein Kind des

Teufels: Wer nicht das Rechte tut, stammt nicht von Gott. Und wer seinen

Bruder oder seine Schwester nicht liebt, auch nicht.“

Das Erbgut unseres himmlischen Vaters kommt in uns hinein

durch die entschiedene Übergabe unseres Lebens an Jesus Christus

18 Römer 14,23 menge.

51


– dann ist Christus in mir, dann ist Gott der Vater in mir (nach

Johannes 14,23), und die stoßen Sünde ab. Wer Gott gehorcht, wird

Sünde in seinem Leben nicht dulden!

Wir alle werden angefochten und geprüft; aber wir können uns

entscheiden, denn Christus in mir ist die Hoffnung der Herrlichkeit!

19 Der Same Gottes des Vaters in mir ist stärker als der Same

der gefallenen Natur. Wenn wir so leben, bekommen wir Liebe zum

Nächsten, besonders auch Liebe zu allen anderen, die Jesus liebhaben.

Da fragst du nicht mehr: „Zu welcher Kirche (oder Gemeinschaft

oder Gemeinde) gehörst du?“, sondern du fragst: „Liebst du

Jesus?“, und: „Lebst du in seiner Ordnung?“

Diese übernatürliche Liebe wird zurzeit durch den Geist Gottes

verstärkt gegeben. Halleluja! Du musst sie nicht machen, es ist die

Liebe von Jesus Christus! So lasst uns entschieden den Sieg Jesu

empfangen, auch den Sieg über die Sünde in uns.

Eine Abwärtsspirale in drei Stufen

In Jakobus 3,13–18 wird uns eine teuflische Spirale beschrieben:

„Wer von euch ist denn weise und verständig? Er soll das durch seinen

Lebenswandel zeigen, und zwar in der Bescheidenheit, die aus

der Weisheit kommt. Wenn ihr aber bittere Eifersucht und Eigenliebe

in euren Herzen habt, dann rühmt euch nicht und verdreht

nicht die Wahrheit! Solch eine Weisheit kommt nicht von Gott. Sie

ist irdisch, sinnlich und teuflisch. Wo nämlich Eifersucht und Eigenliebe

herrschen, gibt es Unfrieden und jede Art von Gemeinheit. Die

Weisheit von oben ist dagegen erst einmal rein, friedfertig, gütig,

nachgiebig; sie ist voller Erbarmen und voller guter Früchte, unparteiisch

und ohne Heuchelei. Solche Gerechtigkeit können nur die

ernten, die Frieden gesät haben!“

Diese Spirale gilt es zu brechen; deshalb sind wir aufgefordert,

unser Leben anzuschauen: Wie gestalte ich eigentlich mein Leben?

Demut und Bescheidenheit schützen uns vor Stolz; und in dieser

Haltung überschüttet Gott uns mit Gnade, und die brauchen wir

19 Nach Kolosser 1,27.

52


ganz dringend. Eifersucht und Egoismus aber sind ein großes Übel

in der Gemeinde Jesu. Dabei wird die Wahrheit verdreht; es wird

sogar gelogen, übertrieben, untertrieben usw. Ganz besonders

Eifersucht und Neid sind offene Türen für Mächte der Finsternis;

so schaffen wir bei uns Landeplätze für den Feind.

Die Eingangsstufe dieser bösen Spirale ist die gefallene menschliche

Natur.

Die zweite Stufe: Eifersucht, Neid, Egoismus.

Das sind Stufen nach unten; aber wir wollen ja nach dem trachten,

was droben ist – das Seelische, Sinnliche, Gefühlsabhängige darf

nicht die Kontrolle bekommen! Natürlich sollen wir uns gut fühlen,

wir dürfen fröhlich sein und uns freuen, das ist alles gut; aber wir

dürfen nicht davon abhängig sein, denn sonst kommen wir in die

Stufe drei – die ist erreicht, wenn der Einfluss dämonischer

Mächte uns in Abhängigkeit bringt, sich zwischen uns und Jesus

drängen will: Wir werden abgespeist mit religiösen Ersatzformen,

die nur so aussehen, als wären sie echt.

Führe ein reines Leben

Die Schrift sagt deutlich, worauf es ankommt: „Sei klug, sei weise!

Führe ein reines Leben.“ Und wenn wir schuldig werden? Dann lassen

wir uns wieder reinigen durch das Blut Jesu: „Wenn wir aber

unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die

Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ 20

Achtet besonders auf den Frieden in euch! Denn wenn Frieden in

dir ist, ist Jesus in dir, und Er hat das Sagen! Dann müssen wir z. B.

in Lehrfragen auch nicht mehr recht haben; wir können nachgeben

und sagen: „Ja, okay, du siehst das so und ich sehe es so. Nicht so

schlimm; es wird sich zeigen, wer recht hat.“ Um mit Paulus zu

sprechen: „Und wenn ihr in einem Bereich anders denkt, so wird

euch Gott auch dies offenbaren.“ 21

20 1. Johannes 1,9 lut.

21 Nach Philipper 3,15.

53


Wenn wir merken, dass dieses geheiligte Leben nicht mit einem

Fingerschnippen kommt, werden wir mit anderen viel barmherziger

umgehen und ihnen eher Gnade erweisen – und zwar nicht

nur Christen, sondern auch den Menschen, die noch in der Finsternis

leben. Der Geist Gottes wirkt dann die Früchte der Gerechtigkeit.

Das ist ein guter Schatz!

Je näher wir Jesus sind, desto mehr sind wir auch unter seinem

Schutz. Ich bin so froh, dass wir Jesus in uns zur Seite haben und

sein Heiliger Geist uns erfüllt! Er umgibt uns von allen Seiten.

Ohne den Heiligen Geist geht nichts

Stellen wir uns unter die Herrschaft des Heiligen Geistes; in Römer

8,9–10 lesen wir: „Ihr jedoch steht nicht mehr unter der Herrschaft

eurer Natur, sondern unter der des Geistes, wenn wirklich Gottes

Geist in euch wohnt. Denn wenn jemand diesen Geist von Christus

nicht hat, gehört er nicht zu ihm.“ Ein Leben als Christ ohne den

Heiligen Geist, das ist für mich der größte Blödsinn, das geht überhaupt

nicht. Wir brauchen den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit,

dass er uns in alle Wahrheit führt und leitet, dass er uns den

Geist der Unterscheidung gibt, dass die Früchte des Geistes wachsen

– und natürlich alle anderen Gaben des Geistes.

In Römer 8,12–14 heißt es weiter (nach nbh): „Darum sind wir

jetzt nicht mehr den eigenen Begierden verpflichtet, liebe Geschwister,

als müssten wir uns davon bestimmen lassen! Denn wenn euer

Leben von Begierden bestimmt ist, werdet ihr sterben. Wenn ihr

aber durch den Geist die alten Verhaltensweisen tötet, werdet ihr

leben. Denn diejenigen, die vom Geist Gottes geführt, gelenkt werden,

die sind Gottes Kinder.“

Wie mache ich das? Der Heilige Geist lebt in mir; aber in mir

sind auch manchmal Begierden – ich habe Lust auf etwas, von dem

ich weiß: Das ist nicht gut für mich! Oder ich weiß: Wenn ich das

tue, sündige ich gegen Gott. Dann bete ich: „Heiliger Geist! Töte du

dieses antigöttliche Verlangen in mir!“

54


Probiere es selber aus, der Heilige Geist wird für dich kämpfen!

Sei ehrlich: Du hast diese Neigung, oder: Du möchtest das gerne;

du weißt aber ganz genau, dass es Gott nicht gefällt! Also dann

strenge ich mich nicht an, ich reiße mich nicht zusammen, sondern

ich sage: „Heiliger Geist, töte du! Übernimm du! Verändere

du mich!“

Der Heilige Geist wird mich in alle Wahrheit führen und leiten –

das sind wirklich Voraussetzungen, um in dem geistlichen Kampf

siegreich zu sein; denn wenn unser Leben nicht in Ordnung ist,

wie sollen wir Autorität haben gegenüber diesen Finsternismächten

oder den gefallenen Engeln, diesen Dämonenfürsten?!

Stark – nur in der Macht seiner Stärke

Kommen wir zurück zu Epheser 6: „Lasst euch stark machen“, oder:

„Seid stark in dem Herrn, in der Macht seiner Stärke.“ Die ganze

Waffenrüstung Gottes steht uns zur Verfügung, damit wir stehen

können und den listigen Täuschungen des Feindes widerstehen

können. In Vers 13 lesen wir: „... damit ihr standhalten könnt und

dass ihr noch steht, nachdem alles ausgeführt ist!“ 22

Ich habe mich gefragt: Was genau heißt das, stark zu sein in dem

Herrn? Ich habe mich in die Zeit versetzt, als Jesus auf der Erde war.

Er erklärte, wie er Dämonen austreibt; in Matthäus 12,28–29 lut

sagt er: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe,

dann ist doch das Reich Gottes zu euch gekommen. Oder

wie kann jemand in das Haus des Starken eindringen und ihm seinen

Besitz rauben, wenn er nicht zuvor diesen Starken fesselt? Erst

dann kann er sein Haus ausrauben!“

Oh ja, dachte ich, Jesus, klar, du hast den Starken damals gebunden!

Du hast Satan besiegt, in den vierzig Tagen in der Wüste, den

vierzig Tagen des Fastens und Betens. Aber es heißt: „Der Teufel

verließ ihn“ – nur eine Zeitlang! – und dann wurde Jesus wieder

angegriffen. Aber Jesus sagt uns: Ihr werdet genauso Dämonen austreiben

– und so ist es nicht verwunderlich, wenn auch wir – und das

22 Epheser 6,10–13 u. a. nach nbh.

55


habe ich erlebt! – von diesem Starken attackiert werden, von diesen

dämonischen Mächten, den gefallenen Engeln, die in der vierten

Dimension sind. Wenn wir Menschen befreien, können wir durchaus

in eine Konfrontation mit diesen Dämonenfürsten kommen.

So fragte ich: „Herr, Jesus, du hast am Kreuz den Feind vollkommen

besiegt; wie tun wir das heute, die Starken fesseln und dadurch

unschädlich machen – in meinem eigenen Leben oder wenn ich einem

Menschen diene?“ Wenn ich jetzt irgendjemandem dienen will, sage

ich vorher: „Jesus, binde du, fessle du diesen Starken (diesen gefallenen

Engel) über dieser Gemeinde, dieser Familie, dieser Person. Ja,

binde du den Starken, Jesus, damit ich das Haus ausräumen kann,

damit ich deinen Willen tun kann!“

Ich habe festgestellt: Das funktioniert! Schon einige Zeit praktiziere

ich es so – und in der Seelsorge geht vieles leichter, die Leute

werden viel schneller frei. Wir treten auf Schlangen und Skorpione,

aber Jesus hat den Starken gebunden. Er hat ihn unschädlich

gemacht und du kannst Freiheit haben!

Die Rüstung: Wissen, wer wir sind

Auch alles andere wie der Gürtel der Wahrheit, der Panzer der

Gerechtigkeit, der Langschild des Glaubens, die Schuhe der Bereitschaft

bis hin zum Schwert des Geistes, das alles ist sehr wichtig für

uns: Wir müssen wissen, wer wir sind in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit.

Wir wissen – und im Namen Jesu gehen wir vorwärts.

Wir haben den Langschild des Glaubens, den Helm des Heils, wir

haben vor allen Dingen das Schwert des Geistes, das Wort Gottes,

und wir stehen im Gebet für die anderen Geschwister ein, wir beten

viel im Geist. Im Geist beten heißt, in anderen Sprachen beten – nicht

vor Menschen, sondern es ist das Reden meines Geistes zu Gott.

Die Waffenrüstung ziehen wir im Gebet an und wir ziehen sie am

besten gar nicht mehr aus. Für mich ist dabei am wichtigsten, dass

in meinem Gebet die Kraft Jesu wirksam wird und dass Jesus den

Starken bindet.

56


„Der Herr schelte dich!“

Weiter bete ich, was im Judasbrief steht. Die Verse 7–11 (nach nbh)

beschreiben unsere Zeit heute: „Mit Sodom und Gomorra und ihren

Nachbarstädten war es ähnlich: Ihre Bewohner lebten in maßloser

sexueller Unmoral und trieben widernatürliche Dinge. Sie sind ein

warnendes Beispiel und müssen die Strafe ewigen Feuers erleiden.

Genauso schänden diese Wirrköpfe auch ihren eigenen Körper, sie

ordnen sich keiner Herrschaft unter und verspotten übernatürliche

Mächte. Selbst der Engelfürst Michael wagte es nicht, ein abwertendes

Urteil über den Teufel zu fällen, als er mit ihm über den

Leichnam von Mose stritt. Er sagte nur: ‚Der Herr bestrafe dich!‘“

Eine ähnliche Stelle finden wir in Sacharja 3,2; da steht Satan

neben dem Hohenpriester Joschua und klagt ihn an, weil er unreine

Kleider anhat. Doch der Engel Jahwes sagte zu ihm: „Jahwe schelte

dich, Satan!“ Dieses Prinzip gilt auch heute noch.

Die Bibel ist voller Verheißungen, dass Gott für uns streitet, dass

Gott für uns kämpft. Warum lassen wir ihn dann nicht für uns streiten?!

Wenn ich unterwegs bin oder im Geist bete, auch wieder für eine

Gemeinde oder einen Ort o. ä., dann bete ich: „Jahwe Zebaoth, El Schaddai,

du allmächtiger Gott, strafe du Satan! Widerstehe du diesen kosmischen

Mächten. Strafe du sie, schelte du sie, weise du sie zurück!“

– und seitdem habe ich einen offenen Himmel und bin geschützt. Dazu

jetzt nur ein verblüffendes Beispiel, ich könnte mehrere erzählen:

Ich war eingeladen zu einer Leiterschulung. Ich sollte vier Einheiten

bringen, aber schon bei der ersten Einheit, nach nur einer Viertelstunde,

wurde ich von den Leitern unterbrochen: „Wir sind da ganz

anderer Meinung! Und mit deiner Gnadenlehre sind wir auch nicht

einverstanden.“ Nun musste ich mich vor allen verantworten, dabei

sollte ich sie doch anleiten!

Danach lehrte ich weiter – und plötzlich hatte ein Zweiter an

irgendetwas anderem etwas auszusetzen. Der Schweiß stand mir auf

der Stirn, und als die erste Lektion geschafft war, war ich ziemlich

verzweifelt. Ich war ein paar hundert Kilometer gefahren, um diese

57


Lehre zu bringen, aber jetzt sagte ich mir: „Das war alles umsonst,

für die Katz! Du kannst gleich wieder nach Hause fahren!“

Normalerweise hätte ich mich jetzt über eine Tasse Kaffee

gefreut, aber ich suchte mir eine ruhige Ecke und sagte: „Herr, was

soll das?!“ Da sprach der Heilige Geist in meine Gedanken: „Du

hast etwas vergessen!“ – Was konnte ich vergessen haben? – „Den

Starken, der diese Gemeinde niedrighält, so dass sie nicht wachsen

kann. Außerdem sind noch andere Einflüsse da.“ Der Herr zeigte sie

mir. Nun betete ich ein kurzes Gebet: „Jesus, binde du den Starken!

Jahwe, Zebaoth, sende deine himmlischen Heerscharen, dass sie

für mich kämpfen, dass sie den dämonischen Mächten widerstehen!

Strafe sie, weise sie zurück und weise sie zurecht.“ Danach konnte

ich meinen Kaffee genießen.

Bei der zweiten Lektion war es wie Tag und Nacht: Ich hatte

sofort einen offenen Himmel; die Leute hörten aufmerksam zu und

nahmen an, was ich ihnen sagte. Ich war total erstaunt!

Beim Mittagessen entschuldigte sich die Person, die mich am

Anfang angegriffen hatte: „Oh, Willi, Entschuldigung! Habe ich

mich an dir versündigt oder dir Böses getan? Es tut mir leid, das

wollte ich nicht! Wir sind doch einer Meinung!“ Und wir waren

sofort eins.

Am Nachmittag folgte noch eine Lektion sowie eine Frage- und

Antwort-Stunde, und beide Einheiten liefen sehr gut. Danach war

die Zeit um; doch der Leiter bat: „Willi, du hast doch noch einen

Punkt gehabt, den wollen wir bitte auch hören.“ (Wegen der Einsprüche

am Morgen war ich nicht dazu gekommen.) Also beschlossen

sie, den Tag zu verlängern, und ich konnte alles lehren, was wir

vorgehabt hatten!

Eine Stunde später als geplant war ich auf dem Heimweg – und

ich verstand die Welt nicht mehr … Aber ich merkte: Das funktioniert!

Der Vater im Himmel hat für mich gekämpft! Wow! (Ich

könnte noch viele solcher Beispiele erzählen.)

Ja, Jesus ist mit den gefallenen Engeln und den Dämonen schon

lange fertiggeworden. Er hat den Starken gebunden!

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Dankbarkeit und gegenseitige Unterordnung

Zum Schluss möchte ich euch noch sagen: Es ist so wichtig, unter

der Leitung des Heiligen Geistes zu sein! In Epheser 5,15–18 heißt

es sinngemäß: „Achtet ganz genau darauf, wie ihr euer Leben führt!

Nützt jede Gelegenheit aus, die Gott euch gibt! Ihr müsst wissen:

Wir leben in einer bösen Zeit; darum dürfen wir jetzt nicht leichtsinnig

leben. Wir sollten nicht länger tun, wozu wir Lust haben, um

uns irgendwie zu vergnügen – sondern es ist der Wille Gottes, dass

wir jetzt täglich erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.“

Wir sollten unsere Beziehung zu Jesus pflegen; das tun wir,

indem wir Gott loben, ihn preisen und anbeten. Es ist so wichtig,

dass wir Gott, dem Vater, für alles danken – seid dankbar für das,

was wir heute noch haben!

Und vergesst nicht, euch einander unterzuordnen, denn das

schützt uns. Ordnet euch einander unter – auch die Pastoren sollen

sich den Gemeindegliedern unterordnen! Und wenn du schon seit

zehn Jahren im Glauben stehst: Lass dir sagen von dem, der erst

zehn Tage im Glauben ist! Wir brauchen ein demütiges Herz, dann

bekommen wir Autorität.

Unser Hauptanliegen ist, nahe zu Jesus zu kommen, uns seiner

Gegenwart auszusetzen und jeden Tag die Herrlichkeit Gottes zu

empfangen. Gott gebe uns die Gnade, dass wir Träger der Herrlichkeit

Gottes sind. Und, bitte, kämpft nach den geistlichen Regeln!

Gott möchte, dass ihr im Sieg lebt – sowohl nach innen, in euch selber,

als auch nach außen, hier auf dieser Welt. Dann haben eure

Gebete große Wirkung.

Wo nicht anders angegeben, stammen die Bibelzitate in diesem Beitrag aus der

Übertragung ,,Neue Bibel Heute“ von Karlheinz Vanheiden, zitiert wie auf

www.derbibelvertrauen.de; Jakobus 3,13–18 ist eine Kombination aus mehreren Übersetzungen.

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Dienst auf drei Ebenen:

Lehren, Verkündigen,

Heilen

John David Kirby

… aus Florida, USA. Man könnte ihn als Erweckungsprediger

(revivalist) bezeichnen: Er weckt auf und sein Dienst wird tatsächlich

begleitet von Heilungen und Wundern. Wovon er hier

spricht, das lebt er selber.

Der Berg, die Wüste und die Herrlichkeit

Als Jesus vom Berg herunterkam, folgte ihm eine große Menge,

so lesen wir in Matthäus 8.

Immer wieder ruft Gott seine Leiter, auf den Berg zu kommen.

Der Berg, das ist der Ort des Gebets, hier suchen wir Gottes

Angesicht. Auf dem „Berg“ ist Gottes Gegenwart. So hat Gott auch

uns dazu berufen, dass wir seine Gegenwart auf Erden zur Realität

machen, dass wir das Unsichtbare sichtbar machen.

Als Jesus nun vom Berg herunterstieg, da ging es richtig los:

Auf dem Weg kam ein Aussätziger zu Jesus, er warf sich regelrecht

vor ihm nieder. Der Aussätzige wurde zu Jesus gezogen durch die

Gegenwart Gottes, die auf ihm ruhte.

Ein anderer großer Mann Gottes, Mose, war ebenfalls mit Gott

auf einem Berg gewesen, und als Mose von diesem Berg herunterkam,

da leuchtete die Herrlichkeit Gottes aus ihm heraus.

Als Jesus vom Berg herabstieg, ruhte die Herrlichkeit Gottes auf

ihm; das hat etwas Anziehendes. Gott möchte auch uns begegnen

auf dem Berg, damit wir zu Trägern seiner Gegenwart werden und

damit wir auf Erden seiner Herrlichkeit Ausdruck verleihen.

Wir haben so viel großartige Lehre und Verkündigung, wir wissen

so viel; aber Gott möchte uns in eine weitere Dimension bringen,

damit wir selbst und andere verändert werden durch die Kraft

des Heiligen Geistes: vom Wissen zum Sein.

61


Aussatz ist ein Bild, ein Symbol für Sünde. Aussatz steht auch für

unheilbare Krankheit, aber vor allem für die Krankheit der Sünde.

Der Aussätzige wurde also zu Jesus hingezogen. In dem Bericht

lesen wir: Er kam und warf sich vor ihm nieder. Er sagte: „Herr,

wenn du willst, kannst du mich reinigen.“ Das ist ein Bild für viele

Gläubige heute: Sie glauben, dass Gott heilen kann, aber wissen sie

auch, ob er jetzt heilen will? Nun, Gott gibt uns heute durch Jesus

Christus eine Offenbarung – Jesus sagte zum Aussätzigen: „Ich will,

sei gereinigt!“, und sogleich wurde der vom Aussatz gereinigt.

Gott ruft uns Leiter wieder auf diesen Berg des Gebets, an diesen

verborgenen Ort der Kraft. Denn wir müssen überzeugt sein

von dem, was Gottes Wille ist – sonst können wir nicht beten: „Dein

Wille geschehe!“

An religiöser Debatte herrscht ja kein Mangel, es wird viel über

Lehrmeinungen gestritten. Aber Gott interessiert das nicht; er will,

dass auf Erden seine Herrlichkeit sichtbar wird!

Die Gemeinde eines übernatürlichen Gottes muss eine übernatürliche

Gemeinde sein. Sie läuft nach dem Muster des Dienstes

Jesu; er kam, um seine Kirche ins Leben zu rufen – Jesus ist der Apostel

und Hohepriester unseres Bekenntnisses. 23

Er hat die Kirche in die Welt gebracht als seine Vertretung, seine

Repräsentanz; dazu hat er uns den Bauplan, das Modell gegeben.

In Matthäus 4 lesen wir, dass Jesus gerade aus der Wüste zurückgekommen

war. Hinter ihm lag eine intensive Zeit mit seinem Vater:

40 Tage und 40 Nächte hatte er gefastet und war vom Bösen versucht

worden, doch hat er jede Versuchung überwunden.

Jesus war in die Wüste gegangen voll des Heiligen Geistes; aber als

er aus der Wüste herauskam, kam er in Vollmacht und im Geist. Nun

lehrte er in ihren Versammlungshäusern und predigte das Evangelium

des Reiches und heilte im Volk jede Krankheit und jedes Gebrechen. 24

Ich möchte damit deutlich machen: Gott ruft dich und mich auf

den Berg des Gebets, an diesen verborgenen Ort der Vollmacht.

23 Hebräer 3,1.

24 Matthäus 4,23.

62


Wenn wir in der sichtbaren, spürbaren Herrlichkeit Gottes unterwegs

sind, dann werden Menschen auch zu uns hingezogen.

Dabei ist es sehr wichtig zu unterscheiden: Was ist der Heilige

Geist und was ist ein religiöser Geist? Der Heilige Geist zieht Menschen

zu Jesus, der Geist der Religiosität bindet Menschen an ein

System und hält sie auf Distanz zu Jesus. „Vor den religiösen Streitgesprächen

aber ergreife die Flucht“, rät Paulus. 25

Gottes Liebe und Gegenwart und Herrlichkeit

Menschen werden angezogen von der Gegenwart Gottes und von

seiner umfassenden Liebe. Jesus hat auf Erden die Liebe Gottes

verkörpert; die Pharisäer und Sadduzäer hingegen legten den Menschen

Lasten auf und hielten sie von Jesus fern. Gott ruft uns auf,

hier auf Erden die Liebe Gottes auszuleben, die durch den Heiligen

Geist in unsere Herzen ausgegossen ist. 26

Dafür brauchen wir die Leitung des Heiligen Geistes, nicht die

eines religiösen Geistes.

Im Wissen um den Willen Gottes

Als Jesus aus der Wüste zurückkehrte, kam er heraus in Vollmacht

und Kraft des Heiligen Geistes, und daraufhin veränderten sich sein

Leben und sein Dienst. Nachdem Johannes der Täufer Jesus im Jordan

getauft hatte und nachdem Jesus in der Wüste die Versuchungen

überwunden hatte, begannen die Wunder in Vollmacht: Er heilte alle

Kranken, befreite Menschen von Dämonen und weckte Tote auf.

Dazu ruft Gott seine Leiter auch heute; aber das kostet etwas.

Wir sind herausgefordert, dazu Ja zu sagen: die Wüstenerfahrung,

die Verborgenheit, der Gipfel des Berges, der Ort des Gebets – und

dann die Geburt eines übernatürlichen Dienstes.

So wie Jesus zu dem Aussätzigen sagte: „Ich will, sei gereinigt!“,

so müssen auch wir Leiter im Leib Christi überzeugt sein, dass Gott

25 Titus 3,9.

26 Römer 5,5.

63


die Menschen um uns herum heilen will. Wir müssen überzeugt

sein, dass Gott für dich und für mich einen übernatürlichen Dienst

hat. Diese Offenbarung kommt auf dem Berg und in der Wüste. In

Matthäus 4,23 lesen wir, dass danach der übernatürliche Dienst

Jesu in Vollmacht begann.

Der Bauplan für fruchtbaren Dienst

Dieser Dienst hat drei Ebenen, drei Dimensionen: Lehren, Verkündigen

und Heilen; in Matthäus 4,23 sehen wir den Bauplan für diesen

erfolgreichen, fruchtbaren Dienst:

„Jesus ging umher und lehrte in ihren Synagogen.“

Lehren

Die erste Priorität ist also Lehre. Wir brauchen gesunde Lehre,

das Wort Gottes muss gelehrt werden. Heute gibt es viele Gemeinden,

die das Wort Gottes lehren. Es gibt Zentren, die hauptsächlich

lehren, es gibt dafür auch TV-Kanäle und Internetplattformen. Ja,

wir brauchen gute Lehre aus dem Wort Gottes. Wenn wir das Wort

Gottes lehren, dann legen wir Wahrheit in den Menschen hinein;

Jesus sagte: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit

wird euch frei machen.“ 27

Verkündigen

Aber wir brauchen auch die zweite Ebene, das Verkündigen des

Reiches Gottes. Wenn wir das Wort Gottes lehren, bringen wir den

Menschen Stabilität und Festigkeit, und das ist gut; aber wir müssen

auch das Reich Gottes verkündigen.

Wenn wir das Reich Gottes predigen, das bringt den Menschen

große Hoffnung. Jesus verkündete: „Das Reich Gottes ist nahe

gekommen!“ Die Verkündigung zeigt den Menschen das Reich des

Königs, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden, und

dieses Reich, seine Herrschaft breitet sich aus.

27 Nach Johannes 8,32.

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Das ermutigt und gibt Hoffnung: Das Leben im System dieser

Welt ist noch nicht alles! Das Reich Gottes zu predigen, das lässt

uns erkennen: Wunder geschehen jetzt. Wenn wir das Reich Gottes

verkünden, dann sagen wir: „Gott regiert!“ – „Der in uns ist stärker

als der, der in der Welt ist!“ 28

Und das bewirkt großen Glauben, Glauben, der Wunder wirkt

und Wunder erlebt.

Heutzutage wird vielerorts das Wort des Reiches Gottes gepredigt;

aber das allein reicht auch noch nicht. Lehren ist nicht genug

und Verkündigung ist nicht genug.

Heilen

Drittens muss die Realität des Reiches Gottes sich übernatürlich

zeigen in der Heilung von aller Art Krankheit und Gebrechen sowie

in der Befreiung von Finsternismächten: „Wenn ich aber durch den

Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu

euch gekommen.“ 29

Hätte der Klavierhocker nur zwei Beine …

Stell dir vor, du spielst Klavier und sitzt auf dem Klavierhocker. Der

hat drei Beine – aber wenn auch nur eins davon fehlt, dann ist es

mit dem Klavierspielen vorbei. Wenn der Hocker gar nur einen Fuß

hätte, dann lägst du gleich am Boden.

Der Hocker braucht alle drei Beine! – Das ist das Bild für einen

erfolgreichen, fruchtbaren Dienst. Das Vorbild ist der Herr Jesus

Christus; er ist der größte Diener, den es überhaupt gab – und er hat

uns einen Bauplan hinterlassen; den sehen wir in Matthäus 4,23.

Wollen wir einen erfolgreichen Dienst haben, dann müssen wir

dem größten Dienst aller Zeiten nacheifern, dem Dienst von Jesus

Christus, und seinen Plan befolgen. Er ist das Vorbild für euch, für

mich und für seine Gemeinde.

28 Nach 1. Johannes 4,4.

29 Matthäus 12,28 lut.

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„… und er heilte sie alle“

In Vers 24 folgt dann die Frucht von Vers 23: Jesus hat gelehrt,

gepredigt und geheilt; daraufhin wurde er richtig bekannt und

beliebt. „Sein Ruf, seine Beliebtheit ging aus durch ganz Syrien.

Das Wort breitete sich aus“, der Name Jesu wurde bekannt.

Es kamen Leute, um seine Lehre zu hören. Manche kamen, um

mehr über das Reich Gottes zu erfahren. Und etliche kamen, um ein

Wunder zu bekommen. Viele Menschen kamen – und sie füllten das

Haus, in dem er gerade sprach, und manchmal sprach er auch unter

freiem Himmel. So ließen sich 5000 Männer plus Frauen plus Kinder

auf freiem Feld nieder und er versorgte sie nicht nur mit Worten,

sondern auch wundersam mit Brot.

Viele Kranke kamen, und Jesus berührte sie alle. Das lesen wir

in Vers 24: „Sie brachten alle Leidenden mit den verschiedensten

Krankheiten und Qualen zu ihm und viele Besessene – Leute, die den

Verstand verloren hatten, die außer sich waren, Epileptiker und Menschen,

die verkrüppelt oder gelähmt waren – und er heilte sie alle.“

Der Zustand der Menschen ist heute nicht anders als damals; so

sieht es auch heute um uns herum aus, nur sind noch einige Krankheiten

dazugekommen: Burn-out, allerlei Allergien, Virus-Erkrankungen

und so weiter; der Mensch hat sich nicht geändert, die Probleme

sind immer noch die gleichen. Jesus hat uns gezeigt, wie

erfolgreicher, fruchtbarer Dienst aussieht: Wir müssen dem ganzen

Menschen dienen, nach Geist, Seele und Leib.

Zum Schluss heißt es: „Und ihm folgten große Volksmengen von

Galiläa und dem Zehnstädtegebiet und aus Jerusalem und Judäa

und von jenseits des Jordans.“

Wachstumssache

Jesu Dienst wuchs – das unterstreiche ich, um alle Leiter im Reich

Gottes zu ermutigen:

Es fängt an auf dem Berg des Gebets, dem verborgenen Ort der

Kraft. Es braucht diese Wüstenerfahrung mit der Überwindung der

66


verschiedenen Versuchungen. Wir brauchen ein Leben des Gebets,

des Fastens und der Nähe zu Gott.

Und leben wir in allen drei Dimensionen des Dienstes: Wir müssen

das Wort Gottes lehren, wir müssen das Reich Gottes verkünden

und wir müssen die Kranken um uns herum heilen. Das zeigt

uns das Wort Gottes am Vorbild des erfolgreichen Dienstes Jesu.

Um zu tun, was Jesus tat, müssen wir tun, was Jesus tat: Er hat

das Wort Gottes gelehrt, er hat das Reich Gottes gepredigt und er

hat die Kranken geheilt. Bis heute ist das der Schlüssel zu einem

erfolgreichen, fruchtbaren Dienst.

Gebet

Vater Gott, im Namen Jesu Christi bete ich für jeden Leiter, der diesen

Beitrag liest, dass du diese Botschaft in seinem Geist erweckst.

Ich bitte um eine Offenbarung durch deinen Geist. Ich bete, dass

diese Botschaft in jedem Leser lebendig wird und alle beginnen, in

allen drei Dimensionen des Dienstes aktiv zu sein.

Ich ermutige jeden Leiter, Gott zu suchen, bis diese Offenbarung

in ihm lebendig wird.

Ich bete für jeden Leiter, dass seine Verkündigung von Wundern,

Heilung und übernatürlichen Wirkungen begleitet wird. Denn es

reicht nicht aus, nur zu lehren und zu predigen; die Liebe Gottes

zeigt sich in Heilung und Befreiung: Das alles ist eine Demonstration

der Liebe Gottes auf Erden.

Ich bete um Zuteilung, um Impartation für jeden, der dazu Amen

sagen kann, um Zuteilung und um Aktivierung von Wundern und

Heilungen in ihrem Dienst, damit die Menschen die Realität des

Reiches Gottes sehen. Das Reich Gottes zeigt sich nicht nur in Worten,

sondern im Erweisen von Zeichen und Wundern in Kraft. 30

Empfangt das alle, jetzt, im Namen Jesu!

Ich bete auch für alle, die jetzt gerade ein Wunder brauchen.

Brauchst du in diesem Moment Gottes Eingreifen? Dann tu jetzt

etwas im Glauben.

30 1. Korinther 4,20.

67


Hebe einfach deine Hände, da, wo du jetzt gerade bist. Sprich laut:

„Herr Jesus, ich bitte dich heute um ein Wunder (nenne konkret, was

du brauchst); ich komme jetzt zu dir, Herr Jesus. Du bist mein Heiler;

ich glaube, dass du am Kreuz auch dafür bezahlt hast. Ich empfange

jetzt diese Heilung und die Befreiung für mich. Ich glaube, und durch

Glauben empfange ich, im mächtigen Namen Jesu.“

Als Glaubenshandlung nimm deine linke Hand und lege sie auf

deinen Körper, denn in Markus 16,18 heißt es: „Kranken werden sie

die Hände auflegen und die werden sich wohl befinden.“ Dann hebe

deine rechte Hand zum Himmel. – Ich bitte jetzt, dass du das Wunder

im Glauben empfangen kannst.

Im Namen Jesu Christi, in der Autorität des auferstandenen

Sohnes Gottes, befehle ich jedem dämonischen Geist, von dir zu

gehen! Und ich befehle jeder Krankheit und jedem Gebrechen:

Weg mit dir, verschwinde, im Namen Jesu! Ich befehle allen blinden

Augen: Öffnet euch! Ich befehle jedem tauben Ohr: Öffne dich!

Ich verfluche jeden Krebs im Namen Jesu. Und ich befehle jedem

gelähmten Körper: Sei frei, im Namen Jesu!

Ich sende das Wunderwirken zu dir und die Gaben der Heilung.

Glaube nur und empfange! Jesus hat dafür bezahlt.

Steh auf und sei geheilt im Namen Jesu Christi!

Ich versiegle jetzt jedes Heilungswunder im Namen Jesu und mit

dem Blut Jesu. Ich glaube, dass Gott dich angerührt hat, wenn du

das gebetet hast.

Tu jetzt etwas, das du vorher nicht tun konntest, tu es im Glauben.

Ich glaube, dass du erleben konntest, wie Gott dich berührt

hat. Du hast eine Wirkung Gottes an deinem Körper erlebt.

Wenn Gott ein Wunder an dir getan hat, berichte davon. Gib Gott

die Ehre, indem du bezeugst, was Gott in deinem Leben getan hat.

Gott allein soll die Ehre bekommen.

Die Bibelzitate in diesem Kapitel wurden nach dem Wortlaut des Sprechers aus dem

Englischen übersetzt.

68


Einheit

ist nicht produzierbar

Wieslaw Ziemba

(Polen) leitet die Gebetsbewegung „Polen für Jesus“. Durch seine

Schwiegersöhne ist er eng verbunden mit Österreich, Deutschland

und den Vereinigten Staaten.

Wir leben in einer Zeit der Erschütterungen; davon lesen

wir in Hebräer 12,25–28: Alles, was nicht zu Gottes Reich

gehört, wird erschüttert und abgeschüttelt, damit das

bleibt, was ewig ist. Wenn wir Veränderung zum Guten wollen, brauchen

wir eine Offenbarung des Reiches Gottes in Europa. Wir brauchen

auf unserem Kontinent dringend eine neue Bewegung Gottes,

eine Reformation.

Nicht nur wir Christen brauchen geistliche Veränderung; auch die

Nationen brauchen Umgestaltung, eine Transformation. Ich glaube,

die Gemeinde ist das Werkzeug in Gottes Hand, um in unseren Ländern

etwas in Bewegung zu bringen. Die Gemeinde muss aufstehen

in der Kraft Gottes und die ihr gegebene Autorität ergreifen, um dem

System des Feindes nicht einfach das Feld zu überlassen. Damit die

Gemeinde ihre Autorität ausüben und dieses System in seine Schranken

weisen kann, hat sie allerdings Bedingungen zu erfüllen. Eine

dieser Bedingungen ist die Einheit des Leibes Christi.

Gott wirkt, wenn …

Zunächst die Begriffsklärung: Was ist der Leib Christi, was ist

Gemeinde überhaupt? Da gibt es schon mal die unterschiedlichsten

Vorstellungen; aber im Grunde besteht die Gemeinde, die Kirche aus

Menschen. Das ist alles! Die Leute, aus denen die Kirche besteht, für

sie ist Jesus der Herr und Erlöser und sie machen ihn zum Mittelpunkt

von allem. Diese Leute befinden sich an verschiedenen Orten

und gehören unterschiedlichen Denominationen an, aber im Ganzen

69


ist das die Gemeinde Jesu, der Leib Christi. Suchen wir also Leute,

die sich wirklich Jesus hingegeben haben und die Jesus als ihren

Herrn von ganzem Herzen lieben, dann finden wir „Gemeinde“.

Wie kommt das Wirken Gottes, eine Bewegung Gottes, die wir ja

so dringend brauchen, wie kommt das nun in Gang? Ich glaube: Als

Erstes muss diese Gemeinde wieder vollkommen zurückgegeben

werden an ihren Herrn, an Jesus. Es ist seine Gemeinde! Wenn wir

wollen, dass Gott etwas tut, dann müssen wir seine Bedingungen

kennenlernen und erfüllen.

In 2. Chronik 7,13–14 steht, ich gebe es mit eigenen Worten wieder:

„Wenn die Krise kommt und wenn mein Volk, das nach meinem

Namen genannt ist, sich demütigt, betet und mein Angesicht sucht

und umkehrt von seinen bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel

her hören und ich werde ihre Sünden vergeben und das Land heilen.“

Als Gemeinde Jesu sollen wir Verantwortung übernehmen in der

Situation, in der wir gerade stehen. Gott sagt: Der erste Schritt ist,

sich zu demütigen. Demut heißt, vollständig von Jesus abhängig zu

sein − wir sind arm im Geist. Wir müssen zugeben, dass wir selber

überhaupt nichts fertigbringen. Ohne ihn können wir nichts tun.

Zweitens: Diese Demut führt uns zur Buße. Buße tun heißt: Wir

bekennen unsere Sünden, wir ändern unser Denken und wir unterwerfen

uns Jesus.

Als Nächstes folgt Gebet: „Wenn sie beten …“ Die Geschichte

lehrt uns: Jeder Bewegung Gottes ging eine starke Gebetsbewegung

in Einheit voraus.

„Ist der Christus denn zerteilt?“

Wie gelangen wir zur Einheit des Leibes Christi, zu wahrer Einheit?

Und was – oder wer – ist das Volk Gottes?

Wir kommen aus verschiedenen Hintergründen, wir haben unterschiedliche

Theologien und so oft definieren wir uns von dem her,

wozu wir gehören oder an welche speziellen Lehren wir glauben.

In 1. Korinther 1,10–13 beanstandet Paulus die Spaltung im Volk

Gottes; und er sagt, sie sollten vollkommen in Übereinstimmung

70


sein. Woher kamen diese Spaltungen? Paulus hielt ihnen den Spiegel

vor: „Einer von euch sagt: Ich halte zu Paulus, ein anderer: Ich

folge dem Apollos; wieder ein anderer gibt von sich: Ich halte es mit

Kephas, und noch einer sagt: Ich folge Christus nach.“ Paulus fragt

sie, und das ist die Schlüsselfrage: „Ist der Christus denn zerteilt?“

Das ist eine starke Frage: Ist Jesus denn zerteilbar? – Wo lag das

Problem bei diesen Leuten in Korinth?

Sie standen dem Paulus, dem Apollos, dem Kephas näher als dem

Christus, sie identifizierten sich mehr mit diesen Namen als mit Christus.

Anhand von diesen Persönlichkeiten definierten sie also, wer

sie selber sind.

Heute erleben wir Ähnliches – der eine sagt: „Ich bin Katholik“, der

nächste: „Ich bin evangelisch“, andere: „Ich bin Pfingstler“ (oder Baptist)

und so weiter. Genau darüber spricht Paulus mit den Korinthern:

All diese Trennungen kommen daher, dass wir uns nicht mit Christus

und seinem Reich identifizieren, uns nicht ihm und ihm allein zugehörig

fühlen, sondern eher einer Organisation oder Theologie. Ob wir

das nun in Worten ausdrücken oder nicht – wir sagen damit praktisch:

„Ich bin besser als die anderen. Wir sind der Wahrheit näher.“

Herausfinden, wer wir wirklich sind

Wollen wir in dieser spannenden finalen Zeit Gottes Wirken erleben,

dann müssen wir herausfinden, wer wir wirklich sind. Als Nachfolger

Jesu haben wir unsere wahre Identität in Christus, wir sind Kinder

Gottes. Wir sind Söhne Gottes in Christus Jesus. Unsere Volkszugehörigkeit:

Wir sind Bürger des Reiches Gottes – und sozial-gesellschaftlich

gehören wir zur Gemeinde Jesu, und die darf nicht begrenzt werden

durch Denominationen-Denken. So viel dazu, wer der Leib Christi

ist, die Gemeinde Jesu: Sie ist das Volk, das Jesus Christus gehört.

Das Wort „Religion“ oder „religiöser Geist“ hört man heute oft;

aber verstehen wir auch, was der Geist der Religiosität eigentlich

ist? 31 Ich möchte euch etwas aus meinem Leben erzählen. Polen ist

31 Im nächsten Kapitel gehen wir auf diese Frage näher ein: „Relivid-20, das tödlichste

Virus überhaupt“.

71


ein katholisches Land und ich dachte immer: Religion, Religiosität,

das ist katholisch. Ich wollte gegen den religiösen Geist in Polen

beten – und hatte dabei nur die Katholiken vor Augen. Aber Gott hat

zu mir gesagt: Kümmere dich mal lieber um die Religiosität bei dir

und in deinen eigenen Kreisen, also unter den Evangelikalen.

Zunächst war ich ziemlich geschockt und ich bat Gott, mir das zu

erklären. Inzwischen sehe ich: Der religiöse Geist ist ein Geist der

Spaltung. Trennung passiert immer dann, wenn wir unsere Identität

– unser Selbstbild, unsere Zugehörigkeit, das, was oder wer wir sind –

nicht auf das gründen, wer wir in Christus sind und in seinem Reich.

Das sah ich auch in mir, und ich musste darüber ernsthaft Buße tun.

Ich komme aus einer Pfingstgemeinde, und als mir aufging, dass ich

meine Identität aus dieser Denomination bezog, musste ich erst einmal

diese traditionelle Festlegung loswerden! Ich werfe nicht mein Erbe

über Bord – das Gute sollen wir behalten –, aber „Pfingstler“ ist nicht

meine Identität. Es sagt nichts darüber aus, wer ich wirklich bin.

Für mich war das eine große Offenbarung, und von da an konnte

ich auf Leute zugehen, die aus einer anderen christlichen Ecke

kamen, ich hatte eine andere Einstellung zu ihnen; und wann immer

ich jetzt jemandem begegne, von dem ich weiß: Der liebt Jesus als

seinen Herrn und Retter, dann weiß ich: Das ist mein Bruder, das ist

meine Schwester! Der einzige Unterschied für mich ist, ob jemand

in Jesus Christus wiedergeboren ist oder nicht.

Einheit schaffen?

In der Bibel werden wir nirgends aufgefordert, Einheit zu machen

– zu schaffen –; wir haben nur die Ermahnung, dass wir die Einheit

bewahren sollen. In Epheser 4,1–4 steht es schwarz auf weiß: „Als

Gefangener des Herrn ermahne ich euch: Lebt würdig der Berufung,

die ihr empfangen habt. Seid demütig, geduldig und sanftmütig

in Liebe zueinander. Setzt alles daran, die Einheit im Geist zu

bewahren durch das Band des Friedens. Es ist ein Leib, ein Geist, so

wie ihr zu einer Hoffnung berufen seid, ein Gott und Vater aller, der

über allen, durch alle und in allen ist.“

72


Außer Frage: Einheit ist nicht etwas, was wir bewirken könnten.

Wir können Einheit nicht produzieren; dazu sind wir nicht imstande.

Einheit erwächst daraus, dass wir wissen, wer wir in Christus sind.

Einheit kommt mit Christus.

Einheit ist das Wesen des Reiches Gottes

Einheit ist das Wesen des Reiches Gottes. Wenn wir Leute des Reiches

Gottes sind, dann sind wir eins mit anderen Leuten im Reich

Gottes, und dann sind wir miteinander in Einheit. Deshalb brauchen

wir eine zunehmende Offenbarung des Reiches Gottes in unserem

Leben. Jesus brachte mehrere Jahre damit zu, seine Jünger zu lehren

und ihnen die Offenbarung vom Reich Gottes zu vermitteln; und

das Wesen, die Natur des Reiches Gottes ist – Einheit!

Einheit bedeutet nicht, dass wir mit anderen Gemeinschaftsprojekte

auf die Beine stellen oder dass wir mit Leuten aus anderen

Denominationen gemeinsame Evangelisationen durchführen. Einheit

ist viel, viel mehr!

Drei Schlüssel für Einheit 32

In Johannes 17 betet Jesus zu seinem Vater:

„Vater! Bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast,

damit sie eins seien gleich wie wir! • Bewahre sie vor dem Bösen!

• Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. • Ich bitte

auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, damit

sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch

sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt

hast. • Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich

ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind.“ 33

Jesus bat um drei Schlüssel, damit wir so eins sein können, wie

er mit dem Vater eins ist. Er hat gebeten: „Bewahre sie in deinem

32 Dieser Abschnitt ist eine Ergänzung des Herausgebers aus dem Buch

Wie geht Einheit, Edition PJI, Adelberg 2017.

33 Johannes 17,11.17.20–22 nach slt.

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Namen“ (damit sie ihre Identität nicht in einer Organisation haben,

sondern in seinem Namen). „Bewahre sie vor dem Bösen“ (denn der

tut alles, um diese Qualität von Einheit zu hintertreiben). „Vater,

heilige sie in der Wahrheit“ (denn nur so können sie eines Sinnes

sein). Dazu gibt Jesus uns die Herrlichkeit, die er hatte, bevor die

Welt geschaffen wurde, damit jeder unermesslich viel hat und wir

uns nicht wegen der kleinsten Unterschiede in die Haare geraten.

Dieses vierfache „damit“ zeigt uns, was vorausgehen muss, damit

Einheit das Ergebnis ist.

Diese Einheit kommt allein durch Christus

Die Frucht dieses Gebetes Jesu wird sein, dass wir eins sind, so wie

er eins mit dem Vater ist. Das ist natürlich-menschlich nicht erreichbar,

aber Jesus hat den Vater darum gebeten, und wir wissen, dass

Gott ihn immer hört. 34 Diese Einheit lässt sich nicht bewerkstelligen

durch Verhandlungen und Diskussionen, in denen wir theologische

Unterschiede klären; sie kommt allein durch Christus. Stimmen

wir mit ihm überein und machen wir uns sein Modellgebet

in Johannes 17 zu eigen:

„Vater, bewahre uns in deinem Namen, bewahre uns vor dem

Bösen und heilige uns in der Wahrheit, damit diese Qualität von

Einheit für uns Realität wird.“

Paulus sagt, wir sollten uns mit aller Kraft befleißigen, durch das

Band des Friedens diese Einheit zu bewahren. Einheit brauchen

wir also nicht zu produzieren, aber wir müssen sie bewahren. Und

nochmals: Wir sind vereint, wenn wir das, wer wir sind, in Christus

und im Reich Gottes festmachen, wenn unsere Identität begründet

ist in Christus und seiner Königsherrschaft. Wenn ich durch Jesus

Christus ein Sohn Gottes bin und wenn du durch Jesus Christus ein

Sohn Gottes bist, dann sind wir in Jesus Christus als Kinder Gottes

vereint. – Das also ist die Offenbarung, die ich in mein Herz und in

mein Leben bekam; das wurde zu meiner Reich-Gottes-Mentalität.

34 Johannes 11,42.

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Was ich hier mitgeteilt habe, das gebe ich überall weiter, wo auch

immer ich eingeladen werde, in jeder Gruppe oder Denomination. Das

möchte ich auch jedem einzelnen Gläubigen sagen: Wir haben nur

eine einzige Identität und die ist, was wir in Christus Jesus sind und

im Reich Gottes – und das Reich Gottes und seine Kultur können wir

nur dann bauen, wenn wir eine Offenbarung darüber haben. Wenn wir

diese Offenbarung über das Wesen des Reiches Gottes haben, dann

können wir daraus unsere Identität empfangen und wissen, wer wir

selber sind – und aus der Mentalität, aus der Denkweise erwächst

dann unser Lebensstil. Ich habe Brüder und Schwestern in verschiedenen

Gruppen und Denominationen, ich habe Freunde unter Baptisten,

Katholiken, Pfingstlern u. a. und es ist so wunderbar, wenn wir

verstehen: Das Wichtigste ist, dass wir alle in Christus sind.

Daran wird die Welt erkennen …

Jetzt komme ich zurück zum Anfang meiner Botschaft: In Europa

brauchen wir dringend das Eingreifen Gottes. Ich habe gesagt, eine

der Bedingungen, dass Gott etwas tut, ist, dass wir in Einheit beten;

und dazu braucht man eine Offenbarung, was diese Einheit ist, von

der Jesus spricht.

Wenn wir das erkannt haben, können wir in unseren Städten und

in unserem Land zusammenstehen im strategischen Gebet – in der

Gewissheit, dass wir alle das eine Ziel haben, nämlich Menschen

in das Reich Gottes zu bringen (und nur bedingt in unsere kleinen

Denominationen und Gruppen) – wir wollen ja nicht unser eigenes

Reich bauen. Wenn wir Leute des Reiches Gottes werden und die

Menschen, denen wir das Evangelium bringen, auch zu Bürgern

des Reiches Gottes werden, dann sind wir tatsächlich ein Zeugnis

an die Welt, ein Zeugnis für Jesus Christus.

Jesus hat gesagt, die Welt würde ihn erkennen an zweierlei. In

Johannes 13,35 sagt er, an der Liebe, die wir zueinander haben, werde

die Welt erkennen, dass wir Jünger Jesu sind; und in Johannes 17,21

sagt Jesus, an dieser „gleich wie“-Einheit seiner Freunde werde die

Welt erkennen, dass der Vater ihn gesandt hat. Wenn wir also fähig

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sind, in Liebe und Einheit zusammenzustehen, dann ist dies das

Zeugnis, das die Welt dazu bewegt, Jesus Christus zu erkennen und

an ihn zu glauben.

Wenn wir das, was und wer wir sind, festmachen an Christus und

an seinem Reich, dann verändert das unsere Beziehung zu anderen

Christen: Wir werden zusammenstehen können und in Einheit strategisch

beten – und sehen, wie sich Gott auf unserem Kontinent als mächtig

erweist. Und das brauchen wir. Wir brauchen Gottes Eingreifen in

unserer Gemeinde, in unserem Land und in den Ländern Europas!

Keine Angst vor Erschütterungen!

Wir hören in vielen prophetischen Worten, dass Gott Erweckung

schenken will, nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt. Er

verspricht es uns. Deshalb sollten wir keine Angst haben wegen der

Erschütterungen, die über uns kommen, sondern unsere Augen auf

ihn richten – in dem Wissen: Wenn wir uns auf Gottes Regeln einlassen,

wird er das tun, was er versprochen hat.

Das ist mein Herzenswunsch: Ich möchte die Gemeinde sehen,

wie sie in Einheit vorwärtsgeht in der Kraft des Heiligen Geistes. Es

ist so herrlich zu wissen, dass wir unsere Identität als Kinder Gottes

in Christus Jesus haben und im Reich Gottes. Wir sind nicht von dieser

Welt, unser Bürgerrecht ist im Himmel.

Der Herr segne jeden, der diese Botschaft liest, dass die Offenbarung

über das Reich Gottes zunimmt und wir viel Frucht bringen.

Vater, ich bete, dass dein Heiliger Geist jeden von uns berührt

und diese Offenbarung des Reiches Gottes in unsere Herzen und

in unsere Gesinnung schreibt. Erfülle uns mit neuer Kraft und mit

neuer Leidenschaft, dein Reich kommen zu sehen und zu erleben,

dass diese Erde erfüllt wird mit der Erkenntnis der Herrlichkeit

Gottes. Herr, du hast uns auserwählt, deine Herrlichkeit hier auf die

Erde zu bringen. So hilf uns, dass wir in unserem Leben auf dieser

Erde dein Ziel erreichen können.

Die meisten Bibelzitate in diesem Kapitel wurden nach dem Wortlaut des Sprechers aus

dem Englischen übersetzt. Abweichungen wurden kenntlich gemacht.

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Relivid-20,

das tödlichste aller Viren

Imitation verhindert Realität –

das ist die Wirkung des religiösen Geistes

Für alles Echte bietet der religiöse Geist (rG) schillernde Ersatzformen;

er tut alles, um durch Imitate die Realität zu sabotieren

– aber seine Fälschungen sind schlaff, hohl, kraftlos:

Was eigentlich einfach ist, lässt er kompliziert erscheinen.

Was uns schon gegeben ist, lässt er uns mühsam erarbeiten – und

da wir nie genug arbeiten, bringt er uns unter Druck, jagt uns Angst

ein und überhäuft uns mit Schuldgefühln.

Damit uns die Früchte des Baumes des Lebens vorenthalten bleiben,

drängt er uns die tödliche Frucht vom Baum der Erkenntnis

des Guten und Bösen auf: Selbstgerechtigkeit – statt der Gerechtigkeit

Christi, mit der wir dank dem am Kreuz vollbrachten Werk

gerechtfertigt worden sind.

Der rG versucht uns zu beschäftigen mit der Vergangenheit oder

der Zukunft, nur nicht mit dem Hier und Jetzt. Immer wieder kommt

er mit der alten Frage: „Sollte Gott gesagt haben …?“

Die Kraft des Heiligen Geistes wird ersetzt durch religiöse Aktivität.

Das Ergebnis dieses Virus ist immer – der geistliche Tod.

Infektionsgrad 100 %

Es gibt keinen Menschen, der nicht mit Relivid-20 infiziert worden

wäre! Dieses Eingeständnis ist der erste Schritt zur Immunisierung;

und wer selbst nicht immunisiert und damit frei ist von dieser

Viruslast, kann anderen nicht wirklich weiterhelfen. Jeder für sich

muss dem Herrn erlauben, mit seinem Licht in alle unsere Lebensbereiche

hineinzuleuchten, besonders in die frommen Ecken, damit

er sieht, wo er selbst betroffen ist.

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Relivid-20-Scheingefechte

Wir sollen wachsam sein, denn Satan geht umher als Imitation eines

brüllenden Löwen und sucht nach Leuten, die sich verschlingen lassen.

35 Es gibt ja ganz unterschiedliche Vorstellungen von ihm und

seinen Aktivitäten; das stört ihn aber nicht im Geringsten – Hauptsache,

wir lassen uns von ihm täuschen.

Ein wichtiger Pfeiler seiner Strategie ist, dass wir ihn meist nicht

richtig einschätzen. Er streut uns Angst in die Augen und ins Herz

wie den sprichwörtlichen Sand ins Getriebe, Angst vor seinen dämonischen

und okkulten Agitationen und Inszenierungen, und verwickelt

uns in aussichtslose „geistliche Kämpfe“, in Scheingefechte

mit ihm, dabei hat Jesus ihn bereits völlig besiegt!

An Jesus sehen wir, dass es nicht die Dämonen waren, die ihm

Probleme machten; Dämonen sprach er direkt an, und sie gehorchten

ihm auf der Stelle. Seine hartnäckigsten Gegner waren die religiösen

Eiferer, die sich für das Wort Gottes einsetzten und so taten,

als würden sie alle Gebote befolgen – und genau diese Leute ließen

ihn dann ans Kreuz schlagen.

Demnach sind nicht Dämonen das größte Problem der Gemeinde

Jesu und auch nicht die Aktivitäten von Satanisten, sondern dieser

rG – er lockt den Leib Christi auf einen belanglosen Nebenschauplatz.

Dort ist die Gemeinde mit sich selbst beschäftigt und

kann nicht als Braut für den Bräutigam zubereitet werden.

Der religiöse Geist bläht auf und raubt Kraft

Ein rG versucht immer, im Leben eines Gläubigen oder in einer

Gemeinschaft die Kraft des Heiligen Geistes zu verdrängen durch

religiöse Betriebsamkeit. Dadurch entsteht ein äußerer Schein von

Gottesfurcht, deren Kraft aber wird verleugnet. Paulus warnt uns

davor und sagt: „Hüte dich vor solchen Menschen, wende dich von

ihnen ab!“ 36

35 1. Petrus 5,8.

36 Nach 2. Timotheus 3,5.

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Ein rG imitiert die Liebe zu Gott und wahre Anbetung. Diese

falschen Formen von Frömmigkeit haben dem Leib Christi mehr

Schaden zugefügt als esoterische Bewegungen und alle Sekten

zusammengenommen! Von all den Gedankenfestungen, mit denen

der Feind die Menschheit verführt und manipuliert, ist der rG die

trügerischste und mörderischste, weil er den Anschein erweckt, er

würde den guten Absichten Gottes dienen.

Der rG ist der Sauerteig der Pharisäer und der Sadduzäer, vor

dem Jesus seine Jünger eindrücklich gewarnt hat. 37 Er wirkt ganz

ähnlich wie Sauerteig im Brot: Er hat keinerlei Nährwert, gibt dem

Brot keinerlei zusätzliche Substanz, sondern bringt den Teig nur

dazu, sich aufzublähen. Der rG nährt lediglich den Stolz des Menschen

– das war das Muster beim ersten Sündenfall und das ist es

bei jedem weiteren „Fall“ seither. Es sieht ganz danach aus, dass

Satan es besser begriffen hat als so manche Christen, dass Gott den

Stolzen widersteht und nur den Demütigen Gnade gibt. 38 Ist der

Sauerteig einmal im Brotteig, dann ist es schwierig, ihn wieder loszuwerden:

Stolz ist schwer zu korrigieren.

Wie das Kaninchen auf die Schlange

Der rG fixiert unseren Blick auf das Negative – und es ist ein geistliches

Gesetz: Wir werden zu dem, worauf wir unsere Aufmerksamkeit

gerichtet haben. Fixieren wir unseren Blick auf das Böse, wird

es uns beherrschen; wenn wir hingegen auf die Herrlichkeit des

Herrn blicken, werden wir in sein Bild verwandelt. 39 Das bedeutet

nun nicht, dass wir den Kopf in den Sand stecken und Sünde und

Irrtümer lustig weiterwuchern lassen sollen – aber wenn wir nur

auf das Böse (und den Bösen) starren wie das Kaninchen auf die

Schlange, hält uns das fern von der Herrlichkeit des Herrn und vom

Kreuz, wo die Lösung ist.

37 Matthäus 16,6.

38 Jakobus 4,6.

39 2. Korinther 3,18.

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Sich an sich selbst messen

Der rG verlangt, dass wir durch gute Werke bei Gott Anerkennung

erarbeiten, statt dass wir das vollbrachte Erlösungswerk von Jesus

in Empfang nehmen. Damit will er erreichen, dass wir aus der

Gnade fallen. 40

Der rG kommt als Ankläger – er reibt uns Schuld unter die Nase,

die vielleicht schon längst bereinigt und vergeben ist: „Wenn wir

unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns

die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“ 41

Nicht Angst und Anklage bewegt uns zur Umkehr, sondern die Güte

unseres Herrn leitet uns dahin. 42

Wenn wir es Gott erlauben, das Licht anzuschalten, ist klar zu erkennen:

Der rG will uns dazu bringen, dass wir auf uns selbst schauen,

uns mit unseren eigenen Maßstäben messen und uns mit anderen

vergleichen, anstatt auf Jesus zu blicken und zu sehen, was für uns

bereitsteht.

Wie ein Engel des Lichts:

Superfromm, aber immer noch der Teufel

Der rG kommt nicht als gruseliger gehörnter Dämon daher, sondern

als Engel des Lichts. Das hat Paulus den Korinthern erklärt: „Da

sind falsche Apostel – Betrüger, die lediglich behaupten, Apostel

von Christus zu sein. Das ist kein Wunder, denn Satan selbst präsentiert

sich als Engel des Lichts; daher ist es nichts Besonderes, wenn

seine Diener so tun, als ob sie der Gerechtigkeit dienen würden.“ 43

Falsche Apostel? Dann muss es auch richtige geben! Apostel und

Propheten sind unerlässlich für die Veränderung der Gemeinde –

40 Galater 5,4.

41 1. Johannes 1,9.

42 Römer 2,4.

43 2. Korinther 11,13–15 frei wiedergegeben.

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aber der rG schüttet gerne das Kind mit dem Bade aus: „Es gibt

falsche Apostel, also verzichten wir sicherheitshalber lieber ganz

drauf …“

Als „falsche Apostel“ bezeichnet Paulus jene Juden, die den jungen

Heidenchristen die Einhaltung der mosaischen Gesetze auferlegen

wollten. Auf unsere Zeit übertragen: Falsche Apostel sind „Diener“,

die mit dem Wort Gottes Druck ausüben und andere in der

Gemeinde beherrschen und manipulieren. Das war eine der ersten

todbringenden Verführungen der jungen Gemeinde.

„Ich mache die Gnade Gottes nicht ungültig; denn wenn Gerechtigkeit

durch Gesetz kommt, dann ist Christus umsonst gestorben.“

44 Heute legt der rG Christen ähnliche Gesetze auf; die haben

sich entwickelt aus der Tradition und aus einseitigen Doktrinen und

gehen gezielt an dem vorbei, was Christus uns gebracht hat! Damit

legt der rG den Gläubigen ein Joch auf, um sie fernzuhalten von der

Freiheit, zu der sie eigentlich frei gemacht worden sind. 45

Der rG bringt Parteiungen, bewirkt Spaltung: hier die „wahren

Gläubigen“, da die anderen – und das ist die Wurzel für Glaubenskriege,

ob offen ausgefochten oder nur in den Herzen. Jesus weist

darauf hin, dass jeder, der seinen Bruder hasst, des Mordes schuldig

ist; 46 trotzdem sind Rufmordkampagnen unter Christen leider

keine Seltenheit.

Liebe, das Gegenmittel

Jesus hat alle Gebote zusammengefasst in diesen beiden: ,,Du sollst

den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und

mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist

das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei

44 Galater 2,21 elb.

45 Galater 5,1.

46 Matthäus 5,21–22.

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Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“ 47 Wenn wir

diese beiden „Gebote der Liebe“ halten, befähigt uns der Heilige

Geist, alle „Du sollst nicht“-Gebote des Gesetzes zu erfüllen.

Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die

Hoffnung und hält durch bis zum Ende. 48 Der rG hingegen sucht

immer das Negative, er klagt an und produziert Angst. Er baut nicht

auf, er ist trennend und er zerstört.

Das Isebel-Muster

Ein markantes Beispiel für solch einen Geist liefert uns die Gemahlin

des Königs Ahab, Isebel. Diese Frau war ehrgeizig und hochgradig

manipulativ. Der schwache Herrscher Ahab ließ seine Frau

gewähren, so nahm sie massiv Einfluss auf seine Regentschaft. Im

Schreiben an die Gemeinde in Thyatira sehen wir: Dieses Muster

wurde im Leib Christi zum ernsthaften Problem – Jesus gibt uns

zu verstehen: „Aber ich habe gegen dich, dass du [den religiösen

Geist der] Isebel gewähren lässt, die sich als eine Prophetin ausgibt

und durch ihre Lehre meine Nachfolger zu sexueller Unmoral verführt

und an Götzenverehrung beteiligt.“ 49 Beides ist heute massiv

in allen Kirchen vertreten.

Das Isebel-Muster ist sehr aufschlussreich und hilft, die verschiedenen

Facetten des rG zu enttarnen: Isebel ist eine falsche Prophetin,

und das Ziel von Königin Isebel war es, die echten, wahren Propheten

Gottes umzubringen. Selbst der große Prophet Elia floh vor ihr, versteckte

sich unter einem Busch und wollte nur noch sterben. 50

Der rG kommt mit einer Imitation von Prophetie, die kontrolliert

und manipuliert, und sorgt dafür, dass richtige Propheten in der

Gemeinde keinen Raum finden. (Eine Frucht davon ist die Theologie,

es gäbe heute keine Propheten mehr.) Paulus hingegen erinnert

47 Matthäus 22,37.

48 1. Korinther 13,7.

49 Nach Offenbarung 2,20.

50 1. Könige 19,2–5.

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uns: Alle können prophezeien, strebt bevorzugt danach, 51 man lasse

zwei oder drei Propheten sprechen, und andere Propheten sollen

sie prüfen. 52

Werden die Propheten gekillt, dann hat der Leib Christi keine

Augen mehr, er ist blind. Dann stehen dem rG Tür und Tor offen,

und er nutzt sie, um seine Täuschungen zu platzieren. Der rG ist ein

Täuscher durch und durch, ein Illusionskünstler, er will immer Imitationen

„für echt“ verkaufen.

Wie erkennt man, ob jemand ein echter, ein wahrer Prophet

Gottes ist oder ein Sprachrohr des Falschen? Die Falschen verfolgen

ihre eigenen Ziele, sie suchen nach Anerkennung; die richtigen

Propheten handeln in Liebe und dienen dem Ansehen Gottes.

Isebel war die Erzfeindin des Elia, des Prototyps eines Wegbereiters

Gottes. Diese heimtückische Variante des rG sucht zu verhindern,

dass die Gemeinde Jesu und die Welt auf die Wiederkunft Christi vorbereitet

wird, zu einer Braut ohne Flecken und Runzeln. 53

Mehr oder weniger sind wir alle auf den rG hereingefallen. Paulus

fordert uns auf: „Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt

euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass

Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, dass ihr unecht, also eine

Imitation wärt!“ 54 Paulus sagt nicht, wir sollten zuerst unsere Nachbarn

oder unseren Pastor prüfen – nein, wir sollen uns selbst prüfen!

Wenn wir diese Messlatte bevorzugt an andere anlegen wollen,

ist das ein Hinweis, dass wir selbst ernsthafte Probleme mit dem

rG haben.

Sehen wir Probleme bei anderen, dann sollen wir nicht richten

oder spalten, sondern einander aufbauen und uns dem anderen in

Liebe zuwenden.

51 1. Korinther 14,5.

52 1. Korinther 14,29.

53 Epheser 5,27.

54 Nach 2. Korinther 13,5.

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rG-Allergie auf dem Vormarsch

Die Welt reagiert zunehmend allergisch auf alles, was den Geruch

von Religiosität hat; wenn wir aber die Realität der Beziehung zu

Jesus leben, dann werden Menschen davon angezogen. Denn die

ganze Schöpfung erwartet sehnsüchtig die Realität der Söhne

Gottes. 55

Der Impfstoff gegen Relivid-20

Zunächst braucht es das Eingeständnis: Auch ich bin betroffen, ich

bin infiziert.

Zweitens: Nimm das vollkommene Erlösungswerk von Jesus

an – nicht nur im Kopf, sondern auch im Innersten deines Herzens.

Er hat alles zu deiner Erlösung getan, du musst kein Gesetz erfüllen,

um auch noch etwas dazu beizutragen. Es „funktioniert“ allein

aus Glauben, also aus dem Vertrauen, dass Gott hält, was er verspricht!

„Da wir wissen, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken

gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben Christi Jesu,

deshalb haben wir auch an Christus Jesus geglaubt, damit wir durch

den Glauben Christi gerechtfertigt werden und nicht aus Gesetzeswerken,

weil dadurch kein Mensch gerechtfertigt wird.“ 56

Als Frucht dieser Realität, aus Freude und Dankbarkeit über das

unverdiente Geschenk, wird dann dein Glaube Werke hervorbringen,

und diese Werke sind seit Langem im Himmel für dich vorbereitet.

57

Der Impfstoff heißt: „Es ist vollbracht!“ Diese Wahrheit musst du

dir so lange verabreichen, bis sie voll und ganz zu einem Teil von

dir wird, in Geist, Seele und Leib. Dann wirst du Imitationen ganz

leicht erkennen können und gegen sie immun sein.

55 Römer 8,19.

56 Galater 2,16 nach dem griechischen Text präzisiert.

57 Epheser 2,10.

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10 Symptome

von Relivid-20-Infizierten

Relivid-20-Infizierte sehen es oft als ihre Hauptaufgabe, alles niederzureißen,

wovon sie meinen, es sei falsch. Sie sehen vor allem, was

andere falsch machen, und fühlen sich dazu berufen, genau das festzustellen.

Sie gehören zu den selbsternannten Polizisten im Reich

Gottes, die selten aufbauen, sondern eher zerstörerisch wirken.

Relivid-20-Infizierte werden nicht leicht bereit sein, Korrektur oder

Zurechtweisung anzunehmen (schließlich sei ja keiner so geistlich

wie sie selbst).

Relivid-20-Infizierte vertreten die Einstellung, man solle nicht auf

Menschen hören, sondern „nur auf Gott“ – dabei äußert Gott sich

hauptsächlich durch Geschwister!

Relivid-20-Infizierte haben andererseits starke Schuldgefühle, weil

sie das Gefühl haben, die Anforderungen des Herrn nie zufriedenstellend

erfüllen zu können.

Relivid-20-Infizierte, wenn sie Verantwortung tragen, haben einen

eher herrischen und überheblichen Leitungsstil, sie sind intolerant

gegenüber den Schwächen der anderen.

Relivid-20-Infizierte sind stolz auf ihre angebliche geistliche Reife

und Disziplin, besonders wenn sie sich mit anderen vergleichen.

Sie lassen durchblicken, sie seien Gott näher als andere, und halten

sich für den Mittelpunkt des Wirkens Gottes.

Relivid-20-Infizierte unternehmen eine Menge, um von anderen Menschen

beachtet zu werden. Sie neigen dazu, sich alles Möglichen zu

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rühmen, und betonen, wie bedeutend sie doch seien (meist hübsch

verpackt in fromm wirkender, aber falscher Demut).

Relivid-20-Infizierte haben die Tendenz, gegenüber neuen, reformierenden

Bewegungen, Gemeinden usw. grundsätzlich misstrauisch

zu sein und sie zu bekämpfen. Wirkungen des Heiligen Geistes,

die sie nicht verstehen, lehnen sie ab bzw. bekämpfen sie.

Relivid-20-Infizierte sind kaum in der Lage, bei etwas mitzuwirken,

das in ihren Augen nicht perfekt ist. Es fällt ihnen leicht, an allem

etwas auszusetzen.

Relivid-20-Infizierte werden schnell misstrauisch, wenn sie auf Auswirkungen

des rG in ihrem eigenen Umfeld angesprochen werden,

sind aber schnell dabei, diesen an anderen zu diagnostizieren – nur

für sich selber sind sie blind.

In diesen Beitrag sind Gedanken eingeflossen aus Den religiösen Geist überwinden von

Rick Joyner, Schleife-Verlag, 8411 Winterthur, ISBN 978-3-907827-61-1.

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Religiosität,

die Herzattacke

Reinhard Hirtler

… lebt in Brasilien. Dort baut er Waisenhäuser 58 und holt die

Kleinen von der Straße, man könnte wohl sagen: aus der Hölle.

Er hat eine Reihe Bücher geschrieben und ist in vielen Ländern

eine prophetische Stimme.

Im Jahre 1992 habe ich begonnen, mich intensiver mit dem

Herzen zu beschäftigen. Dazu zog ich mich für 14 Tage zurück

und fastete. Am Ende dieser zwei Wochen erhielt ich einen

Download vom Himmel – dazu sollte ich Stift und Papier bereithalten,

denn Smartphones gab es damals noch nicht. Anderthalb Stunden

lang zeigte Gott mir höchst erstaunliche Zusammenhänge über

das Herz und verwies mich auf Bibelstellen, die ich bis dahin noch

nie im Blick gehabt hatte. Eines wurde mir sehr klar: Unser Herz ist

definitiv der Schlüssel für unser Glaubensleben – „Mit dem Herzen

wird geglaubt …“ 59

„Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn in ihm entspringt

die Quelle des Lebens.“ 60 Das Herz ist also außerordentlich wichtig,

mehr als alles andere.

• „Behüten“ bedeutet hier „bewachen, Kontrolle ausüben über

das, was hinein darf und was hinaus soll“.

• Das Wort „Herz“ steht für unser Innerstes, das Zentrum unserer

Leidenschaften; es ist die Instanz, in der unsere Entscheidungen

zustande kommen. Entscheidungen entstehen in deinem Herzen,

nicht im Kopf. Deshalb schaut Gott unser Herz an. 61

58 https://www.braziliankidskare.org/de/.

59 Römer 10,10 elb.

60 Sprüche 4,23.

61 1. Samuel 16,7.

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Was wir heute erleben, ist das Resultat dessen, was wir gestern im

Herzen geglaubt haben. Nicht die Probleme oder Zustände von heute

sind dafür maßgebend, sondern das, was zuvor auf unsere Herzen

geschrieben wurde. – Was wurde da alles draufgeschrieben?

Gott will mit dir eine Herz-zu-Herz-Beziehung

Gott ist nicht der Einzige, dem unser Herz wichtig ist; auch der religiöse

Geist hat es auf unser Herz abgesehen. Gott will eine tiefe

Herzensbeziehung mit uns – er will eine Verbindung seines Herzens

zu unserem Herzen. Gott ist nicht so sehr besorgt wegen unserer

Handlungen, ihm geht es immer ganz um unser Herz. Denn wenn

unser Herz korrumpiert ist, wenn es „verbogen“ ist und krumm,

behindert das diese Herzensbeziehung zu Gott.

Wenn unser Herz nicht frei ist, sondern gefangen in religiösem

Mühen und scheinbar guten, aber religiösen Gedankenmustern,

dann kann es nicht ergreifen, was Christus am Kreuz alles für uns

erwirkt hat. Dabei ist es egal, wie viel ich im Kopf habe und wie viel

wir verstanden haben; wenn unser Herz es nicht ergriffen hat, dann

werden die besten Wahrheiten für uns nicht zur Realität.

Hier stellen sich zwei Fragen: Wie wirkt der religiöse Geist?, und:

Wie funktioniert unser Herz?

Wie wirkt der religiöse Geist?

Der religiöse Geist verzerrt alles, er stellt Gott immer anders dar,

als er wirklich ist. Er produziert all die vielen falschen Gottesbilder;

bei dem vollkommen guten, liebevollen Gott lässt er dich dann doch

einen Haken vermuten. Der religiöse Geist kommt mit Lügen, und die

verkauft er ganz hinterlistig als Wahrheit. Er verdreht die Wahrheit

unmerklich und trickreich, vielleicht nur ein klein wenig, aber das

reicht – und man schrammt knapp am Ziel vorbei, man verfehlt es.

Viele Christen sind überzeugt, dass sie aus Glauben errettet sind;

aber um gerecht zu sein, so meinen sie, müssten sie doch noch

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einiges tun. Das ist die Frucht des religiösen Geistes! Religiöse

Vorstellungen haben eine mitunter lange Liste, was alles noch zu

tun wäre, um von Gott akzeptiert und angenommen zu sein. Dieser

Geist richtet meinen Blick immer wieder zurück auf mich, dahin, wo

es noch mangelt, und projiziert Schuldgefühle.

Wir kennen das ja von dem Bericht aus dem Garten Eden: Der

Mensch erkannte, nachdem er hereingelegt wurde, dass er nackt

war, und wollte seine Scham sofort mit Feigenblättern bedecken.

Schon damals zeigte Gott, dass es so nicht geht – er, Gott, wollte das

tun; er schlachtete Tiere und bekleidete den Menschen mit Fellen.

Das ist eines der ersten Bilder auf Jesus hin! Der religiöse Geist

aber führt weg von der Einfachheit in Christus und kommt mit einer

umfangreichen To-do-Liste, die nie erfüllt werden kann, verpackt in

eine höchst komplizierte Theologie.

Nun zum Herzen: Wie funktioniert das?

Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass das Herz viel mehr ist

als nur ein Muskel; bis zu 60 % besteht es aus Neuronen – manche

sprechen vom eigentlichen Gehirn. In den Sprüchen steht,

wir haben es oben gelesen: Das Herz ist das Zentrum des Lebens,

und Jesus sagt: Aus dem Herzen heraus kommen böse Gedanken. 62

Unsere Gedanken kommen also nicht aus dem Gehirn, sondern aus

dem Herzen.

Zum Verständnis: Die Seele ist der Ort des Verstandes – also der

Gedanken, des Willens und der Gefühle; die Seele ist gerettet, 63 sie

ist erneuert. 64 Der Geist eines Gläubigen ist perfekt, komplett, heilig,

gerecht, reif, stark, voll vom Leben Gottes. Das Herz ist sozusagen

die Schnittstelle zwischen Geist und Seele, wie das Gehirn der

Prozessor ist zwischen Verstand (Seele) und Körper.

Schauen wir uns also zunächst das Gehirn an: Es denkt nicht,

dafür ist der Verstand zuständig; Verstand und Gehirn ist zweierlei.

62 Markus 7,21.

63 Hebräer 10,39.

64 Psalm 23,3.

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Dein Gehirn entspricht einem Computer-Prozessor; es ist nur die

Schaltstelle, in der die Gedanken des Verstandes, der ein Teil der

Seele ist, verwandelt werden z. B. in Worte, in Befehle, in Ideen,

Eindrücke und Konzepte, so dass man erkennen und verstehen

kann, was der Verstand denkt.

Ich hatte eine Freundin, die mit einer schrecklichen Krankheit

geboren wurde: Ihr Hirn funktionierte nicht richtig. Ihr Körper hingegen

wuchs ganz normal; sie hatte den Körper einer jungen Frau,

war aber an den Rollstuhl gefesselt, konnte weder gehen noch sprechen

noch essen. Der Arzt sagte: „Sie versteht alles, was ihr sagt. Das

Problem ist ihr Gehirn, sonst ist alles normal.“ Wenn sie mich sah,

war sie immer sehr aufgeregt. Ihr Verstand sagte: Umarme ihn, lege

deine Arme um ihn – aber ihr Gehirn war nicht fähig, diese Befehle

an den Körper weiterzugeben; stattdessen zuckten ihre Beine wie

verrückt. Die Übermittlung vom Verstand zum Körper funktionierte

nicht. Ihr Verstand konnte denken: Liebe, essen, umarmen – alles,

was wir auch empfinden und denken; aber weil der Prozessor nicht

funktionierte, konnte der Körper nicht entsprechend handeln.

Das heißt: Auch Menschen, deren Hirn nicht richtig funktioniert,

können denken und fühlen – denn mit dem Gehirn denken wir nicht,

wir verarbeiten nur. [Dieser Zusammenhang ist ein sehr brisanter

Aspekt zur „Hirntod“-Diagnose. 65 ]

Was das Gehirn für die Seele und den Körper ist, das ist das Herz

für den Geist und die Seele.

Gott hat uns in Christus alles gegeben. Wo hat er all das deponiert?

In unserem Geist. So haben wir alles bereits in uns. Im Geist

gibt es keinen Mangel. Unser Geist ist perfekt, eine neue Kreatur:

Du bist ein Überwinder, du lebst im Sieg, du bist geheilt.

Warum erleben wir es oft so anders, warum erfahren wir das oft

nur teilweise? Wie das Gehirn meiner Freundin die Gedanken nicht

richtig verarbeiten konnte, so kann unser Herz die Informationen,

die Gott in den Geist gegeben hat, oft nicht richtig verarbeiten. Das

65 Anmerkung des Herausgebers.

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Herz bestimmt, wie die Informationen im Geist verarbeitet werden,

und somit auch, was diese Informationen in Seele und Körper

bewirken.

Es ist wirklich interessant: In den Ausführungen der Psychologen

über das Unterbewusstsein und in den Aussagen der Bibel über das

Herz findet sich viel Übereinstimmendes. Nun ist das Herz ja weder

der Geist noch ist es die Seele; ist es dann so etwas wie das Unterbewusstsein?

Was wir im Herzen glauben, Gutes wie Schlechtes, das zeigt sich

unausweichlich in unserem Leben: Unser Handeln folgt unserem

Herzen. Das Gefährliche daran: Das Herz ist wie das Unterbewusstsein

– im Herzen können Dinge verborgen sein, von denen man gar

nichts weiß.

Ich habe einen Fachbericht gelesen über eine Frau – sie war

immer sehr krank und galt als austherapiert. Die Ärzte konnten bei

ihr keine körperliche Ursache finden: „Wir können nichts für Sie

tun!“, und schickten sie zum Psychiater. Unter Hypnose sagte sie:

„Als Kind war ich sehr krank, und der Arzt sagte: ‚Es ist tragisch,

sie wird nie gesund sein können.‘“ Das war Jahrzehnte her, sie erinnerte

sich nicht daran, aber diese Festlegung war ihr aufs Herz

geschrieben, ihr Herz glaubte: „Ich werde immer krank sein“, und

so geschah es auch.

Das allerwichtigste Gleichnis Jesu

Wie wichtig es ist, dass wir uns um unser Herz kümmern, das unterstreicht

Jesus in seinem wichtigsten Gleichnis. Wie komme ich zu

dieser Wertung? In Markus 4,13 lut sagte er zu seinen Freunden:

„Versteht ihr dies Gleichnis nicht, wie wollt ihr denn die andern alle

verstehen?“ In anderen Worten: „Wenn ihr alle anderen Gleichnisse

verstehen wollt, müsst ihr dieses Gleichnis verstehen. Es enthält

den Schlüssel für alle anderen.“ Das sagte er über das Gleichnis

vom Sämann und dem vierfachen Ackerfeld.

Was ist der Schlüssel? Der Sämann, die Saat, der Boden? Wenn

man dem besten Bauern den besten Samen gibt, ihn aber auf

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schlechten Boden säen lässt, wird es keine Frucht geben. Entscheidend

ist also weder der Sämann noch der Same – es kommt auf den

Boden an. Der Boden, das ist unser Herz.

Wenn ein Mensch das Wort vom Reich Gottes hört und es nicht versteht,

kommt der Böse und nimmt weg, was diesem Menschen ins Herz

gesät wurde; bei ihm ist der Same auf den Weg gefallen. 66 Das Wort

Gottes fällt also in das Herz, es wird nicht in den Verstand gesät.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Maria

Der Engel sagte zu ihr: „Denn kein Wort, das von Gott kommt, wird

kraftlos sein“ 67 , und Marias Reaktion darauf war: „Ich gehöre ganz

dem Herrn; es geschehe mir nach deinem Wort!“ Etwas später, kurz

nach der Geburt, heißt es: Alle wunderten sich darüber, was die

Hirten über dieses Baby erzählten; Maria aber bewahrte alle diese

Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 68 – Das, was hier zu hören

war, passte so gar nicht in den Verstand, aber Maria reagierte genau

richtig: Sie bewegte das Wort Gottes in ihrem Herzen.

Gedanken kommen also aus dem Herzen, sie werden im Gehirn verarbeitet

und dann werden sie zur Tat.

Wenn ich mein Herz bewusst mit guten Gedanken speise, wenn

ich ständig wünschenswerte Inhalte meditiere, also nachsinne über

Gottes Zusagen, dann prägt das meine Gedanken und die beeinflussen

mein Herz – es wird auf das Herz geschrieben. So werden

Gedanken zum Teil meines Herzens und mein Herz kann glauben.

Wenn sich Gedanken und zustimmende Gefühle zu einer Einheit

verbinden, dann ist etwas auf mein Herz geschrieben worden,

dann habe ich Gewissheit darüber. Das Herz zeigt sich ja durch

Gefühle, Gedanken und Reaktionen. Was dein Herz glaubt, wird

sichtbar durch die Emotionen, die ein Gedanke hervorruft – Freude,

Zustimmung, das Gefühl der Geborgenheit (im Gegensatz zu Angst

66 Matthäus 13,19.

67 Lukas 1,37.

68 Lukas 1,38; 2,18–19.

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und Abwehr). Fehlen diese wohltuenden Emotionen, dann glaubt

mein Herz noch nicht. Was mein Herz aber einmal erfasst hat, das

ist nicht mehr so leicht zu verändern.

Genau hier setzt auch der religiöse Geist an: Im Laufe des Lebens

ist unser Herz mit so vielen Lügen gefüttert worden, wir haben ständig

falsche religiöse Gedanken auf unser Herz schreiben lassen. So

glaubt unser Herz nun viel Verkehrtes – kein Wunder, dass auch die

Früchte verkehrt sind, es kann gar nicht anders sein.

Wenn jemand zum Glauben an Jesus kommt und dann in der Kirche

hört: „Du musst dies und das machen, damit Gott dich akzeptieren

kann“, „Du musst intensiver beten, damit dir Gott etwas geben kann“,

„Du musst dieses tun und jenes lassen, damit Gott dich liebt“, dann

bekommt er ein Problem: Das Herz wird total verdreht, und bevor

es diese jungen Christen merken, sind ihre Herzen voll von Gesetz

und die Gnade rückt immer mehr aus dem Blickfeld. Vielleicht kennen

wir das ja auch: Uns wurde gesagt, Gott wolle nicht jeden Menschen

heilen, und arm zu sein wäre eine erstrebenswerte Tugend. Um uns

darüber hinwegzutrösten, erfinden wir uns eine passende Theologie.

Ein krummes Herz bringt nichts Gerades hervor

Wenn ein Herz religiös verdreht wurde, sieht es alles, was von

unserem Geist kommt, nach dem Muster, durch die Brille dieser

verkehrten Theologie. Das Herz funktioniert nicht mehr richtig; es

kann das, was im Geist geschieht, nicht mehr wie vorgesehen verarbeiten

und weitergeben.

Wovon das Herz voll ist, davon geht unser Mund über. 69 Unser

Herz können wir nicht täuschen; solange alles einigermaßen gut

läuft, können wir uns zwar beherrschen und tun „als ob“; aber

wenn es kritisch wird, kommt genau das zutage, was auf unser Herz

geschrieben ist.

Wenn wir im Herzen Verkehrtes entdecken, finden wir immer

auch viel Zorn dabei. Wenn wir auf jemanden mit Ärger reagieren,

hat das oft nicht unmittelbar mit diesem Menschen zu tun; viel-

69 Lukas 6,45.

93


mehr zeigt es mir mein eigenes Herz. Meine Reaktion spiegelt mein

Herz – und zu sehen, was wirklich in meinem Herzen ist, das kann

erschreckend sein. [Es gibt natürlich auch begründeten Zorn, allerdings

ist darauf zu achten, dass wir dabei nicht sündigen und die

Sonne nicht untergehe über unserem Zorn. 70 ]

Es ist jedenfalls wichtig, dass wir ehrlich sind, auch und gerade

vor uns selber. Schau in dein Leben: Was gefällt dir daran nicht?

– Was immer das sein mag: Gehe zur Wurzel in deinem Herzen.

Das Herz muss verändert werden! Die Umstände sind nicht das

Problem.

Unser Herz muss „umgeschrieben“ werden

Diese Zubereitung des Herzens ist die Aufgabe des Menschen. 71 Es

steht in unserer Verantwortung, dass unser Herz gerade wird. Dazu

bewegen wir das Wort Gottes, seine Zusagen, ständig in uns und

so wird unser Herz geformt, geprägt. Denn mit dem Herzen wird

geglaubt, nicht mit dem Verstand.

Wenn das Herz einmal das erfasst hat, was wahr ist, dann läuft

alles ziemlich automatisch: Mein Herz kommuniziert mit dem

Gehirn, und das Gehirn sagt dem Körper, was er zu tun hat. Daher

ist es für uns Christen so wichtig, die Wahrheit von dem am Kreuz

vollbrachten Werk ständig in unseren Gedanken zu bewegen, darüber

zu meditieren, nachzusinnen, nachzusinnen, nachzusinnen –

so lange, bis der Inhalt auf die fleischerne Tafel unseres Herzens

geschrieben ist.

„Als aber der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen sehr groß

war auf der Erde und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur

böse den ganzen Tag …“ 72 Sinnen, Gedanken, Herz! Das hebräische

Wort für „Sinnen“ bedeutet „formen, wie ein Töpfer ein Gefäß formt“.

Wenn ich so Gedanken geformt habe und wenn diese sich mit mei-

70 Nach Epheser 4,26; Anmerkung des Herausgebers.

71 Sprüche 16,1.

72 1. Mose 6,5.

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nen Emotionen verbinden, dann sind sie Teil des Herzens geworden

– aber genau hier setzt auch Religiosität an: Wir ergreifen Ersatzformen

und nicht das Echte; um uns dahin zu bringen, bedient sich

Satan hinterlistiger Tricks und kaum merklicher Lügen.

Die „Diebe und Räuber“

sind die religiösen Lehrer

In Johannes 10,1 elb sagt Jesus: „Wer nicht durch die Tür in den

Hof der Schafe hineingeht, sondern anderswo hinübersteigt, der

ist ein Dieb und ein Räuber.“ Die meisten denken, der Dieb, das sei

der Teufel. Ja, der ist ein Dieb und Räuber; doch für diese Aktion

hat er keine Macht, keine Autorität. Dieses Gleichnis beschreibt die

Religiosität, die Diebe und Räuber hier sind die religiösen Lehrer

(Jesus spricht nicht von einem einzigen Dieb oder Räuber, sondern

von Dieben in der Mehrzahl). 73

Der religiöse Geist verändert die Wahrheit um kleine Nuancen,

auf den ersten Blick ist das unmerklich. Er verdreht sie ganz leicht,

gibt eine Kleinigkeit dazu oder nimmt ein wenig weg – und das alles,

damit wir die Einfachheit des vollbrachten Werks nicht ergreifen

können. Er will es komplizierter machen.

Es gilt wirklich sehr wachsam zu sein: Auch wir können wie Eva

durch List und Tücke in unseren Gedanken und Wahrnehmungen

verführt werden, weg von der Einfachheit Christi. 74

Genau so agiert der religiöse Geist: Das Evangelium ist einfach;

Christus ist einfach, er hat alles vollbracht – und wir brauchen es

nur zu ergreifen, dieses einfache Evangelium: Es ist vollbracht!

Christus hat alles erwirkt!

Wenn unser Herz das ergreift, dann leben wir im Sieg, dann

leben wir in überfließender Versorgung, dann leben wir in Heilung,

dann stresst uns nichts mehr – und von dieser Einfachheit will Religiosität

uns fernhalten: „Schau die Umstände an, so einfach ist das

alles nicht … Ja, Christus ist am Kreuz gestorben, aber ich muss das

73 Johannes 10,8.

74 2. Korinther 11,3.

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noch dazutun. Ja, ich bin gesegnet mit allen geistlichen Segnungen,

aber wenn ich nicht den Zehnten gebe, dann beraube ich Gott. Alles

ist mir gegeben, aber …“

Der Aber-Glaube

Immer dieses Aber – so kommen wir zum Aber-Glauben. So werden

wir von der Einfachheit in Christus weggeführt – verführt. Immer

wieder streut der religiöse Geist dieses Aber aus. Er streitet das Erlösungswerk

Jesu nicht ab, er nimmt nur eine Kleinigkeit davon weg

oder fügt etwas hinzu, was wir dann doch noch zu leisten haben.

Kurz bevor Jesus in die Wüste geführt wurde, hatte Gott, der

Vater, über ihn gesagt: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich

Wohlgefallen habe.“ 75 Die erste Versuchung leitete der Teufel nicht

ein mit „Wenn du Gottes geliebter Sohn bist“; er sagte: „Wenn du

Gottes Sohn bist …“ Er ließ ein Wort aus: geliebter. Warum lässt

er dieses eine Wort weg? Um Zweifel zu säen: „Bin ich wirklich

geliebt, und warum muss ich dann jetzt in diese Wüste? Warum

geht es mir jetzt gerade wieder schlecht, stimmt es wirklich, dass

Gott mich liebt?“ Genauso so operiert der religiöse Geist: Er nimmt

das Wort Gottes und schraubt ein bisschen daran herum. Es sieht

immer noch aus, als wäre es Gottes Wort, in Wirklichkeit ist es aber

eine verdrehte Teil-Wahrheit, eine Imitation.

Wie hat der Teufel Eva verführen können? Genau nach diesem

Muster; er hat nichts daran geändert, und das braucht er auch nicht,

der Mensch fällt immer noch darauf herein. Der Teufel hat nicht

einfach gesagt: „Iss von diesem Baum!“ – denn dann hätte Eva ihn

gewiss abblitzen lassen. Sie lebte in einem paradiesischen Garten

mit Tausenden von Bäumen, alles war perfekt und vollkommen.

Satan musste Gott infrage stellen: Sollte Gott wirklich gesagt

haben, ihr dürft nicht von all diesen Bäumen essen? Gott hingegen

hatte sie ausdrücklich aufgefordert, ihnen sogar geboten, von allen

Bäumen zu essen – bis auf den einen. Es war ein Befehl: Genießt den

Reichtum, die Fülle dieses wunderschönen Gartens!

75 Matthäus 3,17 slt.

96


Was der Teufel hier hinterfragt, hatte Gott so nie gesagt. Das ist

der Trick des religiösen Geistes: Er verdreht das Wort Gottes. Wenn

dieses Muster entlarvt wird, kommt das Volk Gottes in die Freiheit

(allerdings wird der religiöse Geist das Feld nicht einfach freiwillig

räumen).

Bei uns in Brasilien

Ich lebe in Brasilien, und in Brasilien ist die Religiosität extrem vermischt

mit Aberglauben und Hexerei. Die meisten Pastoren halten

ihre Leute im Gefängnis der Religiosität, denn so können sie sie

leicht manipulieren und kontrollieren. Der Durchschnitts-Brasilianer

wagt es nicht, anders zu denken, als der Pastor ihm vorgibt.

Im Dezember 2019 war ich in São Paulo zu einer Konferenz eingeladen

und dort bekam ich ein prophetisches Wort – dass der Herr

den religiösen Geist ganz besonders angreifen wird und dass im

Jahr 2020 Gemeinden zugesperrt werden. Mein Übersetzer schaute

mich ganz unsicher an, ob er das so übersetzen sollte. Ja, bekräftigte

ich: 2020 werden die Gemeinden zugesperrt, übersetze das

ruhig so.

Ich konnte mir zwar selbst nicht vorstellen, wie das gehen könnte,

aber inzwischen haben wir gesehen, wie die Gemeinden weltweit

im Lockdown geschlossen wurden. Mehr und mehr Christen kommen

nun ganz von selbst darauf, wie viel Religiosität ihren Kirchenalltag

bestimmt hat, und wollen das nicht mehr hinnehmen.

Zusammenfassung

„Mehr denn alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht

das Leben aus.“ 76 Bedenke: Das Herz verarbeitet, was vom Geist

kommt. Dein Herz entscheidet, was vom Geist in die Seele kommt

und dann weiterfließt zu deinem ganzen Körper. Dein Geist ist perfekt

– in deinem Geist hast du Gottes Gesundheit. Das ist in dir!

Aber ob diese Gesundheit in deinen Körper kommt, das wird durch

das Herz entschieden.

76 Sprüche 4,23 slt.

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Deshalb lerne, dein Herz richtig zu programmieren. Du wirst

nur so erfolgreich sein, wie dein eigenes Herz dich sieht. Denn die

Quellen des Lebens entspringen in deinem Herzen. Lass also die

einfachen und kraftvollen Zusagen Gottes auf dein Herz schreiben.

Mache es wie Maria: Sie bewahrte „alle diese Worte“ in ihrem Herzen

und bewegte sie, verinnerlichte sie, bis sie fest auf dem Herzen

eingeschrieben waren.

So bist du in der Lage, dein Herz zu bewahren vor allen üblen

religiösen Einflüssen, die dir die Erfüllung all der Zusagen im Wort

Gottes vorenthalten wollen.

Dieser Beitrag ist das Ergebnis eines Videointerviews im Juli 2020, ergänzt durch Einschübe

aus einer Niederschrift der Vortragsreihe zum Thema „Das Herz des Menschen“ (2018).

Wo nicht spezifisch bezeichnet, wurden die Bibelzitate in diesem Beitrag frei wiedergegeben.

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Milch und Honig

statt Wüstenmentalität

George Markakis

aus Griechenland leitet das Gebetshaus „Shalom Center Athens“

und dient als prophetischer Lehrer in vielen Ländern weltweit.

Es gibt eine Realität – eine Wirklichkeit – und es gibt Imitationen.

Wir wollen hier den Unterschied entdecken und nach

der Realität suchen und uns nicht zufriedengeben mit Fälschungen.

Was nun ist eine Fälschung und was ist die Realität? Die Fälschung

ist ein Evangelium, das uns weismachen will, dass Gott alles getan

hat, damit es mir gut geht, damit ich erlöst bin – ich, meiner, mir,

mich. Und was ist die Realität? Die Wahrheit ist, dass Gott mich

erlöst hat und mich in sein Königreich einlädt, das im Himmel bereits

besteht – und ich bin dazu berufen, dieses Reich hier auf der Erde in

Erscheinung zu bringen. Damit ich das Reich Gottes auf Erden manifestieren

kann – es sichtbar und spürbar machen –, muss ich selber in

dieser Wirklichkeit leben, hier auf Erden Reich Gottes sein.

Wenn meine Realität sich nur auf Erlösung von der Sünde

beschränkt, ist das noch lange nicht der volle Ausdruck des Reiches

Gottes auf Erden. Um das ein bisschen besser zu verstehen, schauen

wir uns ein paar Beispiele aus der Schrift an. Das sind nicht nur Beispiele,

es sind Vorschattungen – Bilder für das, was die Realität ist.

Das Lamm ist nicht alles

Werfen wir zunächst einen Blick in das Buch der Offenbarung. In

Offenbarung 5,2 ruft ein Engel aus: „Wer ist würdig, die Rolle zu öffnen

und ihre Siegel zu brechen?“ In Vers 5 sagt der Engel: „Siehe,

99


es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, um das Buch zu

öffnen und seine Siegel zu brechen.“ Weiter heißt es: „Und ich sah,

und siehe: Inmitten des Thrones stand ein Lamm und das sah aus

wie geschlachtet.“ Vers 7: „Und es nahm das Buch aus der Rechten

dessen, der auf dem Thron saß.“

Das Lamm, das aussah, als wäre es geschlachtet, das ist der

Löwe aus dem Stamm Juda, Jesus Christus. Er hat die Macht des

Todes und der Hölle überwunden. Er ist auferstanden vom Tod und

ist jetzt der König. Er sitzt zur Rechten Gottes.

Die meisten Christen schauen nur auf die Lammesnatur Christi;

sie glauben das Evangelium der persönlichen Erlösung. Sie haben

die Vergebung der Sünden als Geschenk für sich angenommen,

das verdanken wir dem versöhnenden Schuldopfer Jesu Christi am

Kreuz. Das ist wunderbar! Aber reicht das? Ist das alles?

Die Gottesbeziehung dieser Leute beruht nur auf dem Evangelium

der persönlichen Errettung; die wurde offenbart durch die

Lammesnatur Christi – aber es ist ein Fehlschluss anzunehmen, das

Evangelium beinhalte nur die Erlösung von Sünde. Wer das meint,

der erwartet weiter nichts.

Solche Christen meinen, das Evangelium wäre nur dazu da, dass

wir Kinder Gottes werden: „Wenn ich nur vom ewigen Tod errettet

bin und wenn ich nur in Ewigkeit bei Jesus sein kann, das reicht und

es ist wunderbar. Ich bin errettet.“

Was, wenn ich euch jetzt sage, dass dies nicht das Evangelium

ist, das Jesus gebracht hat? Was wäre, wenn ich euch sagen würde,

dass dies sogar eine Fälschung des eigentlichen Evangeliums ist?

Diese Verfälschung soll verhindern, dass du im eigentlichen Evangelium

lebst. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Dieses Evangelium

von der Errettung hat vielen Christen und dem Reich Gottes

erheblichen Schaden zugefügt!

Aus Ägypten ’raus, und was dann? Also: Dieses Lamm, von dem

wir in der Offenbarung lesen, dass es wie geschlachtet ist, dieses

Lamm ist gleichzeitig der Löwe von Juda. Schauen wir uns den

Unterschied an; die Heilige Schrift wird uns helfen, dies besser zu

100


verstehen. Nehmen wir das Beispiel, das uns zeigt, was die Errettung

durch das Opferblut des Lammes ist – wir sehen das an den

Israeliten, die in Ägypten in Gefangenschaft waren.

Sie wurden aus der Sklaverei in Ägypten erlöst und vor dem Todesengel

bewahrt, weil sie das Blut des geschlachteten Lammes an die

Türpfosten ihrer Häuser strichen. Das gilt auch für uns Christen:

Das Blut des Lammes Jesus Christus hat uns aus der Macht des

Todes errettet, und wie die Israeliten aus Ägypten auszogen, so sind

wir ausgezogen aus der Sklaverei der Sünde. Sie wurden erlöst aus

Ägypten und gingen mitten durch die Fluten des Schilfmeers, um

dann in der Wüste frei zu sein. In der Wüste wurden sie unter der

Führung des Mose zum Gottesvolk.

Das ist der Zustand der meisten von uns: Wir sind erlöst aus

Ägypten, aus der Sünde, und jetzt sind wir in der Wüste. Wir sind

befreit und wir folgen dem Mose, d. h., wir folgen Jesus Christus

nach, und wir preisen das Lamm Gottes, das sein Blut für uns vergossen

hat zur Erlösung. Wir beten unseren Erlöser an.

… um fortan in der Wüste zu leben?

Jetzt kommt eine schwierige und herausfordernde Frage: Ist dies

das echte, das wahre Evangelium – oder ist es nur eine Nachahmung,

eine Imitation? Um das herauszufinden, müssen wir eine weitere

Frage stellen: Hat Gott die Israeliten erlöst, damit sie fortan in

der Wüste leben? Die Antwort ist: Nein! – Wozu hat Gott die Israeliten

dann aus Ägypten erlöst? Er wollte, dass sie das verheißene

Land einnehmen, „das Land, in dem Milch und Honig fließen“. Aber

dazu mussten sie das Land einnehmen, das andere besetzt hielten,

Völker, die dem Willen Gottes widerstanden.

Doch die Israeliten fürchteten die Auseinandersetzung, und deshalb

verfehlten sie den Zweck, wozu Gott sie aus Ägypten herausgeführt

hatte – und sie verdarben es sich mit ihrem König; die Bibel

lehrt uns, dass Gott zornig war über diese Generation: Er verfluchte

sie und diese Generation starb in der Wüste. Wenn dich das jetzt

erschüttert oder dich zu sehr herausfordert: Bitte vergib mir.

101


Die Israeliten, die sich nun in der Wüste befanden, waren zwar

durch das Blut der Opferlämmer befreit worden, aber jetzt lebten

sie unter Gottes Fluch. Ja, Gott war ihnen immer noch gnädig und

er ließ sie nie im Stich; 40 Jahre lang hat er sie mit Manna übernatürlich

ernährt. Er ließ Wasser aus dem Felsen strömen und er

ließ Vögel einfliegen, damit sie Fleisch zu essen hatten. Die Wolken-

und Feuersäule war jeden Tag bei ihnen. Die Schrift sagt uns

sogar, dass Gottes übernatürliche Kraft diese ganzen 40 Jahre dafür

sorgte, dass keiner von ihnen Blasen bekam und dass ihre Kleider

nicht zerschlissen und ihre Schuhe nie kaputt gingen.

Dieser Wüstenzustand klingt deutlich besser und herrlicher als

das, was die meisten bisher in ihrem Christenleben erfahren haben –

wer erlebt heute schon jeden Tag solch Übernatürliches?! (Überlegen

wir nur einmal, was alles geschehen muss, damit wir Fleisch

auf dem Teller bekommen.) Gottes Gnade war also eindeutig mit

den Wüstenwanderern, und doch: Sie lebten unter dem Fluch.

Wer steckenbleibt in der Wüste, nachdem er von der Sklaverei der

Sünde errettet ist, der wird nie das überfließende Leben erleben, das

Gott verheißen hat, das Land, in dem Milch und Honig fließen. Denn

Jesus ist nicht gekommen, um uns einfach nur zu erlösen; er hat

gesagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben, das Leben

im Überfluss, Leben in Fülle.“ 77 Es ist offensichtlich, dass Jesus hier

nicht das Leben nach dem Tod meint; das ist in der Bibel reichlich

belegt durch seine eigenen Worte und durch Beispiele, aber darauf

gehe ich jetzt nicht näher ein.

Auferstanden als der Löwe von Juda

Wichtig ist, dass wir verstehen: Christus ist gestorben als ein

Lamm zur Erlösung der Sünder; aber als er vom Tod auferstand,

da war er kein Lamm mehr! Er stand auf als der Löwe vom Stamme

Juda. Er stand auf als ein König, als ein Löwe, dazu bestimmt,

auf dem Thron zu sitzen, damit er unter den Söhnen Gottes als

König herrschen kann, damit wir – sein Volk – auf der Erde ein

77 Johannes 10,10b.

102


Königreich sein können unter seiner Autorität: Er ist unser König.

Dieses Königreich befindet sich allerdings nicht in der Wüste, sondern

im verheißenen Land, in dem Land, in dem Milch und Honig

fließen. Das verheißene Land ist sein Reich, und das Reich Gottes

ist das verheißene Land!

Schauen wir nochmals zu Offenbarung 5,10. In manchen Bibeln

ist diese Stelle leider falsch übersetzt; ich lese, wie es im griechischen

Grundtext steht: „… und hast sie unserem Gott zu Königen

und Priestern gemacht und sie herrschen über die Erde.“ Fällt euch

etwas auf? Richtig, es steht in der Gegenwartsform! Das gewohnte

„… und sie werden über die Erde herrschen“ (Zukunft) ist falsch.

Im Grundtext heißt es eindeutig: Sie herrschen jetzt, in dieser Zeit,

über die Erde. 78

Ich möchte zeigen, dass Gott uns nicht dazu berufen hat, in der

Wüste zu leben, sondern er hat uns dazu berufen, in dem Land zu

leben, in dem Milch und Honig fließen. Der Herr hat uns erlöst

durch das Lamm, das am Kreuz hing und sein Blut vergossen hat;

aber er hat uns gerufen, dem Löwen aus Juda nachzufolgen, damit

wir das verheißene Land einnehmen können!

Mose, der das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt hatte, starb

in der Wüste. Er kam nicht in das verheißene Land. 79 Es war Josua,

der das Volk Gottes in das verheißene Land geführt hat, um es einzunehmen.

Der Unterschied

Um den Unterschied zwischen dem Evangelium der Erlösung und

dem Evangelium des Reiches Gottes deutlich zu machen, zeige ich

jetzt den Unterschied zwischen dem Leben in der Wüste und dem

Leben in dem Land, in dem Milch und Honig fließen – den Unterschied,

ob ich nur an das Lamm Gottes glaube, das sein Blut für

mich vergossen hat zur Erlösung von der Sünde, oder aber, ob ich

auch dem Löwen von Juda folge, der die Feinde besiegt hat.

78 Römer 5,17.

79 Warum Mose nicht in das verheißene Land einziehen konnte, wird im

folgenden Kapitel dargelegt.

103


Man könnte auch sagen: Das ist der Unterschied, ob ich unter

Mose lebe oder ob ich Josua nachfolge. Die Denkweisen sind sehr

unterschiedlich, je nachdem, ob wir das verheißene Land einnehmen

oder ob wir in der Wüste steckenbleiben.

Keine Frage: Wir sind Gott äußerst dankbar dafür, dass er uns

von der Macht der Sünde erlöst hat. Aber das ist noch nicht unsere

Bestimmung, noch nicht das Ziel: es ist nur ein Teil der Wirklichkeit.

Wenn wir uns nur damit begnügen, berauben wir uns aber der

vollen Realität!

In der Wüste ist Unglaube am Werk; das Volk Israel lebte dort

unter dem Fluch Gottes. Warum? Weil sie ihm nicht vertrauten, weil

sie trotz seiner Zusage nicht glaubten, das verheißene Land einnehmen

zu können. Alle Christen, die Gott zwar für ihre Erlösung

durch das Blut des Lammes danken, aber nicht bereit sind, das verheißene

Land einzunehmen, leben im Unglauben und somit unter

einem Fluch. Alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde. 80

Im Überlebensmodus – oder mit Vision?

Christen, die in der Wüste leben, haben viele Konsequenzen zu tragen

– sie haben keine Hoffnung auf ein besseres Leben auf Erden,

höchstens mit den Möglichkeiten, die sich aus eigener Anstrengung,

Investition, Ausbildung, einer Verbesserung der Wirtschaftslage

o. ä. ergeben.

Stattdessen herrscht eine Armuts- und Überlebensmentalität vor:

Wir überleben, nehmen einfach einen Tag um den anderen. Ja, der

Herr hat gesagt, wir sollten uns nicht um den morgigen Tag sorgen;

aber er hat nicht gesagt, dass wir für den nächsten Tag keine Vision

haben sollten. Fakt ist, dass er seinen Jüngern eine Vision gegeben

hat: Das Reich Gottes soll sich auf die ganze Welt ausbreiten!

Hätte der Apostel Paulus nicht diese Vision gehabt, die ihn

antrieb, das Evangelium zu verbreiten und weiter hinauszutragen,

dann hätte er nichts getan, außer Tag für Tag irgendwie zu

80 Römer 14,23 (Anm. d. Hg.).

.

104


überleben. Die meisten Christen aber haben keine Vision für ihr

Leben. Die meisten Gemeinden haben keine Vision für ihre Zukunft

außer der, dass sie weiterhin Woche für Woche dasselbe tun wollen.

Sie tun nichts anderes, sie bewegen sich nirgends hin.

Wenn das Einzige, was ich als Christ erwarte, der Besuch des

Sonntagsgottesdienstes ist und nichts darüber hinaus, dann lebe

ich unter dem Fluch der Wüste, bin im Überlebensmodus: Alles, was

ich hier brauche, ist, dass ich mich weiterhin mein ganzes Leben

lang am Lamm Gottes festklammere und dass ich eines Tages in den

Himmel komme. – Freunde, das ist eine Imitation! Das ist nicht das

eigentliche Evangelium!

Diejenigen, die Josua folgen und das verheißene Land einnehmen,

die dem Löwen aus dem Stamm Juda folgen, die haben eine

Vision für morgen: dass das Reich Gottes wächst und sich immer

weiter ausbreitet. In der Wüste versuchen wir nur, uns an das Lamm

Gottes zu klammern, um zu überleben. Aber diejenigen, die Josua

nachfolgen, sind siegreiche Überwinder und Eroberer.

Was ist die Vision der Josua-Mentalität? Weiterhin das Königreich

Gottes ausbreiten, bis Gott allen Menschen auf der Erde ihr Erbe

ausgeteilt hat. Die mit der Josua-Mentalität sind siegreiche Überwinder

und Eroberer, sie breiten das Reich Gottes aus – denn sie haben

die Vision vom verheißenen Land, in dem Milch und Honig fließen.

Auf der Sieger-Seite

Josua (die griechische Form lautet „Jesus“) ist nicht wie ein totes

Lamm am Kreuz, er ist der siegreiche, erobernde Löwe von Juda!

Diese Josua-Christen haben nicht die Mentalität eines toten Lammes

am Kreuz, sondern sie folgen dem Löwen aus dem Stamm Juda

nach. „Josua“ hat eine andere Denkweise: eine entschlossene Kühnheit,

ein Vorwärtsgehen, um das Königreich Gottes auszubreiten,

indem man den Feinden widersteht – und die fliehen.

105


In Josua 1,1–3 heißt es:

Als Mose gestorben war, sprach der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns,

der Mose bei seinen Aufgaben geholfen hatte: Mein Diener Mose

ist tot. Nun wirst du Israel führen! Befiehl dem Volk, sich für den

Aufbruch fertigzumachen. Ihr werdet den Jordan überqueren und

in das Land ziehen, das ich euch gebe. Jedes Gebiet, in das ihr vordringt,

gehört euch. Das habe ich schon Mose versprochen.

Was bedeutet das? Genau das: Überall, wo du hingehst, hast du

Sieg über deine Feinde. In den folgenden Versen sagte Gott zu

Josua, dass er mutig sein solle und niemals ängstlich. Vers 6: „Sei

stark und mutig!“, Vers 7: „Sei mutig und entschlossen!“, Vers 9:

„Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und

hab keine Angst!“

Leben im Land der Verheißung

Wie sieht nun dieses verheißene Land aus?

In 5. Mose 6,10–12 lesen wir:

Der Herr, euer Gott, wird euch nun in das Land bringen, das er euren

Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid versprochen

hat. Er wird euch dort große und schöne Städte geben, die ihr nicht

erbaut habt, Häuser voller Güter, für die ihr nicht arbeiten musstet,

Zisternen, die ihr nicht ausgehoben habt, und Weinberge und Olivenhaine,

die ihr nicht angelegt habt. Ihr werdet essen können, so

viel ihr wollt. Aber achtet darauf, dass ihr den Herrn nicht vergesst,

euren Gott, der euch aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat.

Wir sind also nicht aus Ägypten entkommen, um in der Wüste zu sterben;

wir kamen aus Ägypten, um die Verheißungen Gottes zu empfangen!

Mose sagt über das Land, in dem Milch und Honig fließen:

In Ägypten musstet ihr jedes Feld nach der Aussaat mühsam mit

dem Schöpfrad bewässern wie einen Gemüsegarten. Das Land aber,

in das ihr nun geht, wird vom Regen bewässert, der reichlich auf die

106


Berge und Täler fällt. Der Herr sorgt das ganze Jahr über für dieses

Land, sein Blick ist stets darauf gerichtet. 5. Mose 11,10

Wenn ihr ihm gehorcht, werdet ihr seinen ganzen Segen erfahren.

Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet wirst du sein auf

dem Lande. nach 5. Mose 28,2

Diese Segnungen gelten nicht für die Wüste, sondern für das verheißene

Land. Wahrlich, es gibt einen großen Unterschied zwischen

der Wüste und dem verheißenen Land! Es gibt einen Unterschied

zwischen dem Evangelium der Erlösung (dem Leben in der Wüste)

und dem Evangelium des Reiches Gottes (dem verheißenen Land).

Ich, der Herr, schenke euch Frieden. Wenn ihr euch zur Ruhe legt,

braucht ihr nicht zu befürchten, dass euch jemand aufschreckt. Die

wilden Tiere vertreibe ich aus dem Land, und kein feindliches Heer

wird bei euch einfallen. Ihr werdet eure Feinde vertreiben, ja, sie

werden durch euer Schwert umkommen. Fünf von euch schlagen

hundert Feinde in die Flucht und hundert von euch ein Heer von

zehntausend Soldaten. Ihr werdet sie mit dem Schwert töten.

Ich sorge für euch, ich schenke euch viele Kinder und stehe für

immer treu zu dem Bund, den ich mit euch geschlossen habe. Ihr werdet

zu Beginn einer neuen Ernte immer noch vom Getreide des Vorjahres

essen und noch so viel übrig haben, dass ihr altes Getreide wegwerfen

müsst, um Platz für das neue zu bekommen. 3. Mose 26,6–10

Auch dies gilt nicht für die Wüste, sondern für das Leben im verheißenen

Land! In der Wüste hat keiner gesät und geerntet. Das Volk

Gottes soll auf Erden im Reich Gottes leben, unter seiner Königsherrschaft,

soll sein Reich aufrichten – und dort, sagt der Herr, wird

sich mein Segen unter euch erweisen:

Ja, bei euch will ich leben, ich will euer Gott sein, und ihr sollt mein

Volk sein. Ich bin der Herr, euer Gott. Aus Ägypten habe ich euch

befreit, denn ich wollte nicht, dass ihr dort länger Sklaven seid. Das

harte Joch, das dort auf euch lastete, habe ich zerbrochen. Aufrecht

und frei dürft ihr nun gehen! 3. Mose 26,12–13

107


Dies wurde nicht in der Wüste erfüllt, sondern im verheißenen

Land.

Von der Imitation zur Realität

Das Evangelium von meiner Erlösung ist nur eine Imitation! Die

Realität ist das Evangelium des Königreichs, und wir sind berufen,

dieses Reich zu verkünden und auszuleben. Der Herr ruft uns auf,

die Wüsten-Mentalität loszuwerden und in der Königreichs-Dimension

zu denken und zu leben.

Ich bete, dass jeder, der auf diese Botschaft reagiert, vom Herrn

die Gnade empfängt, von der Imitation zur Realität zu wechseln –

damit wir Gottes Ziel für unser Leben auf dieser Erde erreichen und

erleben können.

Die abgesetzen Bibelzitate in diesem Beitrag sind zitiert nach der Übersetzung „Hoffnung für

alle“, die übrigen wurden nach dem Wortlaut des Sprechers aus dem Englischen übersetzt.

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108


Warum hat es Mose

nicht ins verheißene

Land geschafft?

Mose ist eine der prominentesten Persönlichkeiten in der

Bibel. Er hatte den einzigartigen, ja übermenschlichen

Auftrag, das Volk Israel aus Ägypten herauszuführen in

das verheißene Land. Er hat eine so exponierte Stellung, dass er

zusammen mit Elia Jesus erschien auf dem Berg der Verklärung;

aber zu Lebzeiten war es ihm verwehrt, das so ersehnte verheißene

Land zu betreten! Warum?

Begeben wir uns an den neuralgischen Punkt in Kadesch, in der

Wüste Zin – es fehlte an Wasser für das Volk, und das lehnte sich

wieder einmal auf gegen Mose und Aaron:

In Kadesch fanden die Israeliten kein Wasser. „Warum habt ihr uns

aus Ägypten heraufgeführt, um uns an diesen schrecklichen Ort

zu bringen?“ Mose und Aaron gingen zum Eingang des Zeltes der

Begegnung und fielen auf ihr Angesich; und die Herrlichkeit des

Herrn erschien. Der Herr sprach zu Mose: „Nimm den Stab und versammle

die Gemeinde, du und Aaron, und sprich vor ihren Augen

zu dem Felsen! Dann wird Wasser aus ihm fließen und das Volk

und ihr Vieh tränken.“ Da nahm Mose den Stab, der vor dem Herrn

lag, wie er ihm geboten hatte.

Mose und Aaron riefen das Volk vor den Felsen; und Mose sprach

(nicht zum Felsen, sondern) verärgert zum Volk: „Hört doch, ihr

Widerspenstigen! Werden wir für euch Wasser aus diesem Felsen

hervorbringen?“

Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit seinem

Stab zweimal; da kam viel Wasser heraus, und die Menschen und

ihr Vieh hatte zu tringen.

109


Daraufhin sprach der Herr zu Mose und zu Aaron:

Weil ihr mir nicht vertraut habt und mir nicht die Gelegenheit

gegeben, mich vor dem Volk als den heiligen und mächtig zu erwiesen

[stattdessen habt ihr euch selbst in den Mittelpunkt gestellt],

darum sollt ihr mein Volk nicht in das Land bringen, das ich ihnen

gegeben habe. 81

Es ist also kein Geheimnis; jeder kann wissen, woran es lag, dass

Mose nicht in das Land Kanaan hineingehen durfte. In Vers 12 finden

wir gleich drei Gründe:

1. Mose schlug den Felsen, statt zu ihm zu sprechen

Er folgte nicht den Anweisungen Gottes. Gott hatte zu ihm gesagt,

er und Aaron sollten zum Felsen sprechen und dann würde der Fels

Wasser geben (Vers 8). Der Fels war nämlich zuvor schon einmal

geschlagen worden, 82 und da der Fels ein Bild auf Christus ist, 83

sollte er kein zweites Mal geschlagen werden.

Es sollte bei diesem einmaligen Schlagen bleiben, denn Christus

wurde ein einziges Mal ans Kreuz geschlagen, damit wir Menschen

Rettung empfangen können; und wer das verstanden hat und für

sich in Anspruch nimmt, gehört zum Volk Gottes. Als solche, die zu

dem Gottesvolk gehören, reden wir nun zu dem Felsen, zu Christus

– und dadurch sind wir Tag für Tag gesegnet und erfrischt.

2. Mose benutzte den falschen Stab

Gott hatte angeordnet, dass er dieses Mal den Stab Aarons benutzen

sollte; denn das war der Stab, der vor Gott lag (Vers 9). Zunächst

nahm Mose tatsächlich den Stab Aarons in die Hand, dann aber hat

er doch zu seinem eigenen Stab gegriffen (Vers 11), vielleicht, um

die Blüten am sprießenden Stab Aarons 84 nicht zu beschädigen.

Aber er zerstörte etwas viel Größeres: das Bild, das Gott den

Israeliten geben wollte. Der Stab Moses ist der Stab des Gerichts;

81 Nach 4. Mose 20,2.5–12.

82 2. Mose 17,6.

83 1. Korinther 10,4.

84 4. Mose 17,16–25.

110


mit diesem Stab war in Ägypten der Strom geschlagen worden und

dadurch wurde sein Wasser zu Blut − und am Anfang der Wüstenwanderung

hatte Mose auf Gottes Anweisung tatsächlich damit den

Felsen geschlagen und es kam Wasser heraus. 85

Vom Bild zur dauernden Realität: Der Stab des Gerichts wurde am

Kreuz von Golgatha tätig, als Gott seinen Sohn Jesus Christus schlug,

um fremder Schuld willen. Das ist geschehen ein für alle Mal! Das

gilt! Jetzt ist Jesus Christus für uns Gläubige, das Gottesvolk, der

große Hohepriester − und darauf weist der Stab Aarons hin.

Möglicherweise stützte Mose sich auch auf den früheren Erfolg:

„Damals hat es so funktioniert.“

3. Mose schlug zweimal

Wir haben gesehen: Es war verkehrt, dass Mose in seiner Verärgerung

den Felsen schlug. Doch damit nicht genug − er schlug

ihn gleich zweimal! Damit setzte er dem ersten Fehler noch einen

drauf. Zweimal draufschlagen, das hatte Gott nie geboten, auch

nicht beim ersten Felsenwasser in 2. Mose 17.

Der Grund ist klar: Christus hat sich ein einziges Mal als Opfer

hingegeben und nicht zweimal, auch nicht, um sich selbst oftmals

zu opfern, wie der Hohepriester es alljährlich mit fremdem Blut tat

– sonst hätte er oftmals leiden müssen. Christus hat sich einmal zum

Opfer dargebracht, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen. 86

Gnade und Recht

Mose, der große Mann Gottes, lag also sehr verkehrt (übrigens nicht

nur in seinen Taten, sondern auch in seinen Worten, Vers 10); trotzdem

ließ Gott für das murrende Volk das Wasser hervorsprudeln.

Welch großzügige, erbarmende Gnade Gottes! Wir lernen daraus:

Wenn Gott Segen bringt (Wasser), dann ist das noch kein Beweis

dafür, dass wir alles richtig gemacht hätten. Und: Gnade und Recht

gehören zusammen, sie schließen einander nicht aus − das Wasser

85 2. Mose 17,5−6.

86 Nach Hebräer 9,24–28.

111


kam zwar hervor, aber Mose musste die Konsequenz seines Handelns

tragen. Er durfte nicht ins verheißene Land.

Sich auf das Neue einstellen

Starke Dienste und starke Leiter, die eine Epoche geprägt haben,

sind möglicherweise so stark verwoben mit dem, was sie bewegt

haben, dass es ihnen nicht leichtfällt, sich auf die nächste Ära einzustellen,

die Gott vorgesehen hat. Mose war geübt, mit seinem Stab

zuzuschlagen; damit hatte er auch viel erreicht – doch als er nur

sprechen sollte (das aber in Gottes Autorität), tat er sich schwer. Er

war geprägt von den ersten 40 Jahren in der Wüste und dem Befreiungskampf

in Ägypten; aber jetzt stand die neue Ära des verheißen

Landes bevor.

Wie ist das bei uns? Haben wir uns auch so sehr an das Leben in der

Wüste gewöhnt und eine Wüstenmentalität entwickelt, so dass wir

uns nun schwertun mit der neuen Ära, die vor uns liegt?

Als Grundlage für diesen Beitrag diente ein Blog von Gerrid Setzer, erschienen auf

https://www.bibelstudium.de/articles/121/mose-schlaegt-den-felsen.html.

Die Bibelzitate in diesem Beitrag wurden frei wiedergegeben, das abgesetzte Zitat ist der

Schlachter 2000 entnommen.

112


Wir erwarten eine neue Erde

Was wollte Jesus retten,

als er auf Erden erschien?

Ian McCormack

aus Neuseeland: Als junger Mann starb er durch die giftige Würfelqualle,

konnte den Himmel erleben, durfte zurück – und sieht daher

alles aus einer etwas anderen Perspektive, eben einer himmlischen.

Auch wir in Neuseeland sind wegen Covid-19 abgeriegelt.

Doch Gott sei Dank, er hat uns nicht einen Geist der Angst

gegeben, 87 sondern den Geist seiner unglaublichen Liebe,

die überragende Kraft des Heiligen Geistes und eine Gesinnung,

erneuert und gewaschen im Blut des Lammes und im Wort Gottes.

– Herr, hilf uns, in diesen Tagen nicht nur zu überwinden, sondern

auch zu leuchten und deine Herrlichkeit auszustrahlen. – Und sie

haben überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort

ihres Zeugnisses und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis in den

Tod. 88

Das „Schlüsselwort“ hier ist „Wir überwinden“.

Es ist ein großer Segen, Gott von ganzem Herzen zu lieben und

zu wissen, dass das Blut Jesu uns weiß wie Schnee gewaschen hat.

Wenn wir sagen, wir hätten keine Sünde, dann lügen wir; wenn

wir aber dem Herrn unsere Sünden bekennen, dann reinigt uns das

Blut Jesu von aller Ungerechtigkeit. 89

Diese Überwinder haben ihr Leben nicht geliebt, sogar bis hin zum

Tod. Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben für seine

Freunde lässt. 90 Jesus hat sein Leben gegeben, daher kann er umso

87 2. Timotheus 1,7.

88 Offenbarung 12,11.

89 Nach 1. Johannes 1,6–9.

90 Johannes 15,13.

113


bestimmter sagen: Wenn das Samenkorn nicht in die Erde fällt und

stirbt, dann kann es keine Frucht bringen. 91 Wir alle wollen Fruchtbarkeit

– und die kommt, wenn wir tatsächlich uns selber sterben.

Fromme Ersatzformen – Angst statt Liebe

Dem gegenüber stehen fromme Ersatzformen, bei denen man nicht

sterben muss. Dahinter steht ein religiöser Geist. Sein Ausdruck

ist Kontrolle; er will beherrschen, dominieren und manipulieren.

Menschen unter solchem Einfluss sind Getriebene, aber der Heilige

Geist leitet uns; er treibt uns nicht, er leitet uns in Sanftmut und

Liebe. Wir können den größten Frieden erleben, wenn wir wirklich

erkannt haben, wer wir in Jesus Christus sind. Wahre Reife wird

gefunden, wenn Christus in uns ist, die Hoffnung der Herrlichkeit.

Die auf Ihn schauten, die strahlten vor Freude. Ich liebe Psalm 34:

Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und rettete mich aus

allen meinen Ängsten. Die auf ihn blicken, werden strahlen, und ihr

Angesicht wird nicht beschämt. 92

Was tut der Herr? Er rettet uns aus allen unseren Ängsten, und

die auf ihn blicken, werden strahlen.

Religion will Menschen durch Angst kontrollieren und beherrschen.

Aber das Reich Gottes ist nicht ein Reich der Angst, sondern

der Liebe.

Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe

treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich

aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Lasst uns lieben,

denn er hat uns zuerst geliebt. 93

Das erste Gebot unter allen ist: Du sollst den Herrn, deinen Gott,

lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und

mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft und deinen

Nächsten wie dich selbst! 94

91 Johannes 12,24.

92 Psalm 34,5–6.

93 1. Johannes 4,18–19 lut.

94 Aus Markus 12,29–31.

114


In dem Sendschreiben weist Jesus die Gemeinde in Ephesus

zurecht: „Du hast deine erste Liebe verlassen.“ 95

Gott sucht nach einer Ehebeziehung, er sucht eine heilige, reine

Braut, die sich ihm ganz hingibt. Wenn wir eins mit ihm werden, das

entspricht dem größten Bund – der Ehe: Zwei werden eins, das ist

ein großes Geheimnis. Dieses Geheimnis, diesen Vergleich mit der

Ehe, beschreibt Paulus im Brief an die Epheser:

Mann und Frau werden ein Fleisch sein. Dieses Geheimnis ist

groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. Jeder

von euch liebe seine Frau so wie sich selbst. 96

Worum geht es einem religiösen Geist? Es geht ihm nicht um

Beziehung, sondern er will durch Angst beherrschen, er will alles

im Griff haben und kontrollieren.

Was ist Liebe? Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich, Liebe ist

sanft, sie rechnet das Böse nicht zu, sie glaubt immer das Gute.

Liebe ist das Größte. 97

Übungsfeld Ehe

Die Ehe ist dafür ein großartiges Übungsfeld und die Gemeinde, auf

der Ebene der Beziehungen, ist ein äußerst starkes Kampffeld zur

Überwindung des religiösen Geistes.

Die Ehe ist Gottes größter, höchster Wunsch. Wir begegnen ihr

schon im Schöpfungsbericht, bei Adam und Eva, und als Abraham

und Sara eins wurden, wurde Abraham zum Vater des Glaubens.

Im Neuen Testament sehen wir: Jesus sucht sich eine Braut, und

es wird ein Hochzeitsfest geben. Wir werden ihn sehen, wie er auf

einem weißen Pferd kommt. Die Himmel werden sich öffnen und er

kommt wieder. 98

95 Offenbarung 2,4.

96 Aus Epheser 5,31–33.

97 Nach 1. Korinther 13,4–7.

98 Offenbarung 19,11.

115


„Diene meiner Vision!“

Was geschieht, wenn Menschen kontrollieren? Sie haben einen Plan

für dein Leben. Es ist faszinierend: Auch Gott hat einen Plan für

dich. Wirkliche Leiter wollen der Vision dienen, die Gott dem Einzelnen

gegeben hat. Er hat diese Vision gegeben, damit sie fliegen

können, damit sie herausfinden, wozu sie auf der Welt sind, und in

Gott diesen Plan auch ausführen können.

So mancher Leiter verlangt: „Diene meiner Vision und vielleicht

kommst du dann dazu, auch deine Vision zu erleben.“ Dienende

apostolische Leiterschaft entdeckt die Vision des Einzelnen und

hebt ihn weit über sich selber. Wer der Erste sein will, der soll der

größere Diener sein. 99 Diese Art von Beziehung ist also etwas vom

Allerwichtigsten.

Frage nicht, wie andere deiner Bestimmung dienen können, wie

andere dir helfen können, deinen Dienst zu tun, so dass dein Lebenszweck

zur Erfüllung kommt. Wenn du Leiter bist, sprich persönlich

mit deinen Leuten und versuche herauszufinden, was ihre Vision ist,

was ihr Lebenszweck, ihre Bestimmung ist, und dann hilf ihnen, dass

sie in der Gemeinschaft, im Leib Christi, das wahrmachen können.

Mit sich selbst ans Ende kommen

Bete darüber, dass du dazu in deinem Herzen eine tiefere Offenbarung

bekommst, dass die Augen deines Herzens geöffnet werden 100 und du

siehst: Wenn du dein Leben niederlegst und anderen dienst, das ist der

Schlüssel – „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus, der lebt in mir“. 101

Wir gehen auf einem uralten Weg, wir wählen den niedrigen Weg

der Demut. Wenn du dich demütigst, wird Gott dich erhöhen. Gott

widersteht den Stolzen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 102

Was ist Gnade? Gnade ist nicht etwas, das wir verdient hätten, sondern

sie ist ein Geschenk. Jesus Christus ist König, aber er hat sein

99 Markus 9,35.

100 Epheser 1,18.

101 Galater 2,20.

102 Jakobus 4,6.

116


Leben niedergelegt und gedient. Wenn wir unser Leben niederlegen,

uns verleugnen und unser Kreuz aufnehmen, dann finden wir die

Kraft der Auferstehung. Dann stellen wir fest: Dienen ist keine Mühe,

sondern es wird zur Natur, zum Wesen des Christus in uns.

Es ist notwendig, dass wir mit uns selbst ans Ende kommen, damit

wir herausfinden, wer wir tatsächlich sind. Deshalb führt Gott uns

durch die Wüste. Er leitet uns durch den Heiligen Geist auch durch

Prüfungen und wir erleben Versuchung. Aber er sagt: „Mach dir

keine Sorgen, ich habe überwunden!“ 103 Der in uns ist, ist größer als

der, der in der Welt ist. 104 Auf dem Weg durch die Wüste, bei diesen

Prüfungen, bekommen wir Manna vom Himmel. 105 Wir bekommen

Wasser aus dem Felsen. 106 Das ist übernatürliche Versorgung. Wir

sind auf dem Gipfel des Berges und sehen den Himmel offen und

das Feuer des Himmels kommt zu uns.

Wir erhalten Rollen vom Herrn, Botschaften, und wie in der Offenbarung

treten wir ein in die Tore des Himmels. Was sollen wir dort

tun? Wir werfen unsere Kronen nieder 107 und unsere Gewänder und

rufen: „Hosanna! Ehre sei Gott in der Höhe! Alle Ehre, alle Herrlichkeit

gebührt dir! Wie kann ich deiner Gemeinde dienen? Wie kann

ich lieben und mich selber demütigen vor dir, vor Gott und den Menschen?

Herr, hilf mir, dass ich abnehme“, wie der Prophet Johannes

sagte: Wir müssen abnehmen, Er aber muss zunehmen. 108

Willst du deinen Namen groß machen – oder seinen Namen? Wir

erheben den Namen Jesus höher, und er wird alle zu sich ziehen.

Wir werden weniger, er wird mehr. Damit werden wir nicht zu Zombies

oder Klonen; wir haben eine eigene Persönlichkeit, wir haben

eine besondere Begabung und Berufung, die sich unterscheidet von

allen anderen. Wir sind einzigartig gemacht, Söhne und Töchter des

höchsten Gottes, kostbar, geliebt, umworben; unser Retter hält uns

in den Armen, ganz nah an seinem Herzen.

103 Johannes 16,33.

104 1. Johannes 4,4.

105 Johannes 6,31.

106 1. Korinther 10,3–4.

107 Offenbarung 4,10.

108 Johannes 3,30.

117


Herr, berühre diese sterbende Welt!

Herr, hilf mir, dass ich in dir erfunden werde. Die Gegenwart des

Christus in mir soll meinen inneren Menschen umgestalten von

Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Möge die Salbung Gottes, der Mantel,

der Tau des Himmels, das Freudenöl, das Feuer Gottes dieses

Gefäß verzehren, verbrennen, reinigen, es zu einem Gefäß der Ehre

machen.

Verbrenne die Schlacke. Fülle mich mit lebendigem Wasser. Mach

mich zu einer Quelle des Lebens, dass von mir Ströme lebendigen

Wassers fließen. Deine Salbung soll das Joch zerbrechen, zuerst

in meinem eigenen Leben. Mach diesen Gefangenen frei! Befreie

mich, dass ich in echter Freiheit leben kann, in Ganzheit nach Leib,

Seele und Geist, vollständig und absolut.

Berühre diese sterbende Welt durch mich, deinen Diener. Mein

Herz soll sein wie dein Herz: ein Herz voller Liebe, Freundlichkeit,

Sanftmut. Und die, die mich verfolgen, mich angreifen – hilf mir,

Herr, dass ich den Schild des Glaubens hochhalte. Ich vertraue dir.

Nichts, keine Waffe, die gegen mich geschmiedet ist, soll Erfolg

haben. 109 Selbst wenn ich hingeschlachtet werde: Der Tod ist verschlungen

im Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? 110

Vollkommene Liebe

Wir überwinden durch das Blut des Lammes und durch das Wort

unseres Zeugnisses; und wir machen uns keine Gedanken, denn

der Tod hat keine Macht mehr über uns. Jesus hat alle Macht über

Sünde und Tod. Christus in mir – das ist der Schlüssel.

Von dieser Liebe kann mich nichts trennen, weder Leben noch

Tod, weder Mächte noch Fürsten noch Gewalten, nichts, weder

Schwert noch Trübsal noch Verfolgung, nicht Hunger und Krieg,

auch nicht Covid-19: Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes

in Christus Jesus. 111

109 Jesaja 54,17.

110 1. Korinther 15,54–55.

111 Nach Römer 8,38–39.

118


Hiob sagte: „Was ich fürchtete, das kam über mich.“ 112 Wenn du

vollkommene Liebe hast, bist du die Angst los! Ihr könnt widerstehen,

ihr könnt geistlichen Kampf führen – das halte ich alles für

richtig; aber es gibt noch etwas Größeres:

Wie wird man frei von Todesfurcht, von Angst vor Krebs, vor

Armut, vor Krankheit, vor Seuchen, Angst vor allem Möglichen: Die

Liebe treibt alle Furcht aus, nicht nur diese und jene Furcht, sondern

alle Furcht. 113

Gottes Reich vergeht nicht

Das Reich der Finsternis wird vom Geist der Angst beherrscht.

Durch die Pandemie sind ganze Länder, Regierungen und Menschen

voller Angst. So etwas in diesem globalen Ausmaß hat es noch nie

gegeben. Es erscheint wie eine der Geburtswehen, wie sie in Matthäus

24 beschrieben sind. Jesus sagte, der Menschen Herzen vergehen

vor Angst vor dem, was über die Welt kommt.

Aber die, die den Herrn kennen, die Söhne des Lichts, sie leuchten.

Sie haben keine Angst, sondern sie haben die Kühnheit des Löwen

von Juda. Sie kennen Jeschua haMaschiach, den Messias, das Lamm

Gottes, das sein Leben gegeben hat; der Löwe aber brüllt. Der Schall

des Wortes Gottes wird hinausposaunt, klar, präzise, es gibt die Richtung

an, es ist scharf wie ein zweischneidiges Schwert.

Diese Erde vergeht, die Reiche dieser Welt vergehen. Gott sei

Dank für das Königreich, in dem Jesus der König der Könige ist!

Sein Königreich wird nicht vergehen. Sein Reich ist in uns, das ist

das Geheimnis.

Wie kann das Reich Gottes in uns hineinkommen? – Öffne die Tür

deines Herzens: „Jesus, vergib mir, reinige mich. Wasche mich mit

deinem kostbaren Blut. Ich vergebe denen, die sich an mir versündigt

haben, und ich rufe deinen Namen an. Alle, die den Namen des

Herrn, die Jesus Christus anrufen, werden errettet werden! 114 Jesus,

komm in mein Herz.“

112 Hiob 3,25.

113 1. Johannes 4,18.

114 Apostelgeschichte 2,21; Römer 10,13.

119


Das ist die Eingangstür ins Reich Gottes. Und Jesus sagt: „Ihr

seid Wanderer, ihr zieht durch diese Welt, ihr seid Fremdlinge, aber

euer Bürgerrecht ist im Himmel. 115 Ihr seid Söhne und Töchter des

allerhöchsten Gottes.“ Ich liebe das. Und er sagt: „Trachtet zuerst

nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch

das alles zufallen.“ 116

Die Pharisäer wollten wissen: Wann kommt das Reich Gottes? Er

antwortete ihnen: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es

beobachten könnte. Man wird nicht sagen: Siehe hier!, oder: Siehe

dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. 117

Wie kommen wir also in dieses Reich hinein? – Indem wir es

annehmen. Auf die Frage „Also bist du ein König?“ antwortete

Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von

dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden

nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier. 118

Das bessere Land

Nun aber trachten sie nach einem besseren [Vaterland], nämlich

einem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott

genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet. 119

Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein

Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und

sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird

alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es

selbst aber wird in Ewigkeit bestehen. 120

Gott sei Dank: Das Reich der Himmel wird aufgerichtet werden und

es wird nie untergehen. Die anderen Reiche aber werden zerstört, sie

werden zerschmettert. Das sehen wir in Hebräer 12,22–29:

115 Epheser 2,19.

116 Matthäus 6,33 lut.

117 Lukas 17,21.

118 Johannes 18,36.

119 Hebräer 11,16.

120 Daniel 2,44.

120


Sondern ihr seid zu dem Berg Zion gekommen und zu der Stadt des

lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden

von Engeln, zu der Festversammlung und zu der Gemeinde

der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu

Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten

Gerechten, und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, und zu

dem Blut der Reinigung, das Besseres redet als das Blut Abels.

Habt acht, dass ihr den nicht abweist, der redet! Denn wenn

jene nicht entflohen sind, die den abgewiesen haben, der auf der

Erde göttliche Weisungen verkündete, – und er hat sie gewarnt! –

wie viel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der es vom

Himmel herab tut! – Wir müssen die Stimme vom Himmel hören.

– Seine Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber hat

er eine Verheißung gegeben, indem er spricht: „Noch einmal

erschüttere ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel!“

Dieses „Noch einmal“ deutet aber hin auf die Beseitigung der Dinge,

die erschüttert werden, als solche, die erschaffen worden sind, damit

die Dinge bleiben, die nicht erschüttert werden können.

Was wird also erschüttert? Alles: die Himmel und die Erde. Alle

Dinge in unserem Leben werden erschüttert.

Ein verzehrendes Feuer

Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns

die Gnade festhalten, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise

dienen können mit Ehrfurcht! Denn unser Gott ist ein verzehrendes

Feuer. 121

Was geschieht mit der Erde? Gott wird sie erschüttern, die Himmel

werden erschüttert, und er kommt als ein verzehrendes Feuer.

Preis sei Gott.

„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden

nicht vergehen.“ 122

121 Hebräer 12,29.

122 Matthäus 24,35.

121


Wie werden Himmel und Erde vergehen?

Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht;

dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber

vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen.

Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen

durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das

Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem

die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze

zerschmelzen werden! 123

Also wie werden die Himmel, die wir kennen, und die Erde zerstört?

Durch Hitze, sie werden mit Feuer verbrannt. Die Werke werden

mit Feuer geprüft. Aber Gott sei Dank können wir durch das

Feuer hindurchgehen, wir brauchen es nicht zu fürchten.

Herr, sende das Feuer jetzt schon!

An Pfingsten kamen Feuerzungen auf die Köpfe der Gläubigen,

die im Obergemach warteten. Herr, zünde uns an! Zünde uns an!

Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und

eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. 124

Wonach halten wir Ausschau? Nach einem neuen Himmel und

einer neuen Erde. Jesus sagte: „Ich gehe und bereite euch einen

Platz.“ Hat er das getan? – Ja!

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der

erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer

gibt es nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das

neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet

wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“ 125

Gott sei Dank dafür! Die Erde wird erschüttert, Königreiche

gehen unter. Aber das Königreich Gottes, es ist in uns, es bleibt

ewig.

123 2. Petrus 3,10–12.

124 2. Petrus 3,13.

125 Offenbarung 21,1.

122


Auf der Durchreise

Unsere Leiber werden vergehen. Alle Städte, ja der ganze Planet

wird vergehen. Wir sind Durchreisende; wir suchen die Stadt, die

Gott gebaut hat: das neue Jerusalem, die Stadt Gottes.

Wir erwarten eine neue Erde und einen neuen Leib. Wenn wir auf

das Ziel sehen, können wir das Rennen laufen.

Wer meint, diese Erde könnte gerettet werden, stellt sich gegen

all diese Bibelstellen! Es ist schwierig, eine Erde zu retten, die Gott

mit Feuer zerstören wird.

Wozu ist Jesus gekommen? Um den Planeten zu retten? Satan hat

ihm die Königreiche dieser Welt angeboten: „Falle nieder und bete

mich an, dann gebe ich dir all diese Reiche.“ Aber Jesus antwortete:

„Nein. Dazu bin ich nicht gekommen.“ 126

Die Felder sind weiß

Jesus sagte: „Die Felder sind weiß zur Ernte. Ich bin gekommen, um

meine Söhne und Töchter heimzubringen. Die Ernte ist weiß, aber

der Arbeiter sind wenige. Betet, dass der Herr Arbeiter in die Ernte

sendet. Es sind noch vier Monate bis zur Ernte.“ 127

Beim Beginn des Lockdowns hatte ich den Eindruck, dass der Herr

genau das sagt: „Dieses Ding wird vier Monate währen, und dann

kommt eine Ernte.“ Sind wir bereit, die Ernte einzubringen? Sind wir

bereit, das Evangelium zu predigen? Sind wir bereit, Leute in das Reich

Gottes hineinzulieben? Lieben wir die Menschen! Das ist so wichtig:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er kam, um sie zu retten. 128

Was hat Bestand?

Mit Gottes Augen und Herz erkennst du: Wir sind in der Welt, aber

nicht von der Welt. 129

126 Matthäus 4,8–10.

127 Matthäus 9,37–38; Johannes 4,35.

128 Johannes 3,16.

129 Johannes 17,14.16.

123


So vieles von der Kirche ist in der Welt und ein Teil dieser Welt,

unter dem Geist der Welt, voll selbstsüchtigem Ehrgeiz, Manipulation,

Kontrolle, Angst, Materialismus, Gier. Jesus sagte, für Reiche

sei es schwer, ins Reich Gottes zu kommen. 130 Wir haben es womöglich

zu Wohlstand gebracht, zu Reichtum – doch macht dich das

geistlich? Die Witwe hatte nichts, und sie gab alles, was sie hatte.

Wie war es mit dem reichen Mann, der zu Jesus kam? „Verkaufe

alles und folge mir nach. Der Mann war tief betroffen, als er das

hörte, und ging traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen.“ 131

Hat nicht Gott die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben

und Erben des Reiches zu sein, das er denen verheißen hat, die

ihn lieben? 132

Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand

die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles,

was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut

des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und

die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der

bleibt in Ewigkeit.

Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass

der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten;

daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. 133

Lust der Welt, Lust des Fleisches, Stolz des Lebens – wer die Welt

liebt, in dem kann die Liebe des Vaters nicht sein.

Dies ist die letzte Stunde. Sammelt euch Schätze im Himmel! Was

kommt durch bis in die Ewigkeit? All deine Werke werden durch

das Feuer gehen. Diebe, Rost und Motten werden viel von unserer

Mühe fressen, und das Feuer wird alles prüfen. Wofür arbeitest du?

Für die Ewigkeit, für Frucht, die Bestand hat? Sammelst du Schätze

auf der Erde oder im Himmel? Wo dein Schatz ist, da ist auch dein

Herz. 134 Wenn dein Schatz in den Händen des Herrn ist und in der

130 Matthäus 19,23–24.

131 Markus 10,21–22.

132 Jakobus 2,5.

133 1. Johannes 2,15–18.

134 Nach Matthäus 6,19–21; 1. Korinther 3,11–15.

124


Ewigkeit, dann ist dort auch dein Herz. „Save the Planet“ – oder retten

wir Menschen?!

Wenn du ein Sohn Gottes bist und nicht ein Sohn dieser Welt,

dann wirst du nicht versuchen, den Planeten zu retten, sondern du

willst, dass Menschen gerettet werden, die zum Ebenbild Gottes

geschaffen sind. Dann wirst du zu den Menschen gehen, wie Jesus

es tat: Du liebst die, die nicht liebenswürdig sind, bist Vater für

Vaterlose, du speist die Hungrigen und kleidest die Nackten, du

besuchst die Gefangenen, gehst zu den Witwen und Waisen.

Konkurrenzdenken

Aber dazu musst du angenommen worden sein durch den Heiligen

Geist, den Geist der Adoption zur Sohnschaft, und mit dem Vater

versöhnt sein. Dazu muss Gott dir Vater geworden sein. Wenn du

sagen kannst: „Abba, Vater!“, dann hast du eine unbeschreiblich

herrliche Identität! Religiöse Geister hassen es, wenn jemand in

Gott seine Sicherheit hat, und werden dagegen aktiv. David war ein

Mann nach dem Herzen Gottes. Doch der selbstsüchtige Ehrgeiz

und der Konkurrenzkampf von König Saul hat ihn fast das Leben

gekostet, aber Gott hat ihn beschützt.

Viele verstecken sich in Höhlen wie David – wie in den Tagen

Elias sind Isebel-Geister entfesselt und versuchen, die Propheten

umzubringen. Die Ahabs haben sich zurückgezogen, sie leiten die

Ehe nicht mehr und lassen gewähren. Gott zog Ahab deshalb zur

Rechenschaft. Er beging die Sünde Jerobeams, der konkurrierte mit

Rehabeam. Konkurrenzstreben, egoistischer Ehrgeiz.

Es ist nötig, sehr aufmerksam zu sein: Was regt sich in unserem

Herzen? Die Bibel erklärt: Selbstsüchtiger Ehrgeiz ist dämonisch!

Willst du dein eigenes Reich bauen wie König Saul? Er baute sein

Haus. Oder willst du das Haus des Herrn bauen?

Hast du den Bauplan Gottes, den fünffachen? Erkennst du, wie

die lebendigen Steine zusammengefügt werden? Einheit in der

Unterschiedlichkeit!

125


Bist du als Einzelkämpfer Teil des Problems, oder bist du Teil der

Lösung und sammelst Menschen, fügst sie zusammen in einer

Gesinnung, einem Geist?

Geld und Erschütterungen

Eben kam mir eine Schriftstelle aus dem Alten Testament in den

Sinn. Da geht es um Geld:

Da erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai folgendermaßen:

Ist es aber für euch an der Zeit, in euren getäfelten Häusern

zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt? Und nun, so

spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam auf

eure Wege! Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet

doch nicht satt; ihr trinkt und habt doch nicht genug; ihr kleidet

euch und werdet doch nicht warm; und wer einen Lohn verdient,

der legt ihn in einen durchlöcherten Beutel!

So spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam

auf eure Wege! Geht auf das Bergland und holt Holz und baut das

Haus! Dann werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht

werden. Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde wenig daraus;

und brachtet ihr es heim, so blies ich es weg! Warum das?

So spricht der Herr der Heerscharen: Um meines Hauses willen,

das in Trümmern liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes

Haus zu sorgen! Darum hat der Himmel über euch seinen Tau

zurückgehalten, und die Erde hat ihren Ertrag zurückgehalten. Und

ich habe die Dürre gerufen über das Land und über die Berge, über

Korn, Most und Öl und über alles, was der Erdboden hervorbringt,

auch über Menschen und Vieh und über alle Arbeit der Hände.

Da hörten Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Jeschua,

der Sohn Jozadaks, der Hohepriester, und der ganze Überrest

des Volkes auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, und

auf die Worte des Propheten Haggai, weil der Herr, ihr Gott,

ihn gesandt hatte; und das Volk fürchtete sich vor dem Herrn.

[…] Und der Herr erweckte den Geist ... Haggai 1,3–14

126


… und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das

Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen; und ich werde dieses

Haus mit Herrlichkeit erfüllen, spricht der Herr der Heerscharen.

Mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der Herr der Heerscharen.

Die letzte Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die

erste, spricht der Herr der Heerscharen; und an diesem Ort will ich

Frieden geben!, spricht der Herr der Heerscharen. Haggai 2,7–9

„Die spätere Herrlichkeit“ – in diesen Tagen leben wir jetzt. Auf

dem Tempelberg versucht man, den jüdischen Tempel wieder zu

erbauen, aber im Geist wird der Herr sein Haus, seinen Tempel

bauen – aus diesen lebendigen Steinen, im Feuer geprüft und gut

zusammengefügt.

Das Haus des Herrn

Der Eckstein dieses Hauses ist Christus. Die Grundsteine dieses

Hauses sind die Apostel und Propheten. 135 Die Wände bilden die

Lehrer. 136 Das schützende Dach sind die Pastoren.

An Pfingsten wurde die Ernte eingeleitet. 50 Tage nach Passah:

das Einsammeln der Ernte. Faszinierend: An jenem Tag wurden

3000 zum Haus Gottes hinzugetan. Evangelisation kam als Letztes.

1. Jesus, erste Liebe

2. Apostel und Propheten, die Grundlage: Offenbarung, das Wort

des Herrn

3. Lehrer

4. Pastoren, die Bedeckung

5. Evangelisten, sie holen die Leute von den Hecken und Zäunen,

von den Landstraßen – dazu sind wir alle berufen.

Jeder von uns kann Menschen zu Jüngern machen. Bist du ein Jünger?

Hast du dein Kreuz auf dich genommen? Hast du dich verleugnet?

Jünger machen Menschen zu Jüngern. Liebst du den Herrn von

ganzem Herzen?

135 Epheser 2,18–19.

136 1. Korinther 12,28.

127


Zum Abschluss noch eine Stelle aus dem Propheten Amos:

„Wisset wohl: es werden Tage kommen“ – so lautet der Ausspruch

Gottes, des Herrn –, „da will ich einen Hunger ins Land senden,

doch nicht einen Hunger nach Brot und nicht einen Durst nach

Wasser, sondern danach, die Worte des Herrn zu hören. Da werden

sie von einem Meer zum andern wanken und vom Norden nach dem

Osten schweifen, um das Wort des Herrn zu suchen, werden es aber

nicht finden.“ 137

Aber Gott sei Dank, wahre Söhne und Töchter, die den Vater kennen,

die haben das Wort Gottes in sich – das Wort der Wahrheit, das

prophetische Wort, das Wort der Offenbarung, die ins Herz kommt.

Mach uns bereit!

Herr Jesus! Wir bewahren deine Worte in unserem Herzen, sie sind

unser Schatz. Hilf uns, zu leben in der Offenbarung von deiner

Ewigkeit. Lass uns erkennen, was uns verheißen ist, was uns bevorsteht:

keine Krankheit mehr, kein Tod mehr. Ein Strom des Lebens,

der fließt von dem Thron Gottes. Bäume des Lebens an seinem Ufer

zu beiden Seiten. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! 138

Komm, Herr Jesus! Zünde uns an! Hilf uns, unser Leben niederzulegen.

Durchsuche unser Herz. Wasche uns weiß wie Schnee. Auferstehungskraft

erfülle uns, Herr, deine ewige Bestimmung werde

sichtbar. Deine wunderbare Heilung gehe vor uns her. Mach uns

bereit, damit wir Teil deiner Braut sind.

Eure Herzen sollen heilig sein und dem Herrn geweiht, sein

Angesicht leuchte über euch und er gebe euch seinen Schalom.

Die Bibelverse in diesem Beitrag sind zitiert nach der Schlachter 2000; Abweichungen

wurden kenntlich gemacht.

137 Amos 8,11–12.

138 Offenbarung 21,4; 22,1–2.17.

128


Was Realität sein könnte

Peter Ischka

… leitet Mission is possible e.V. und ist Gastgeber von bewegen.

„Von Imitation zur Realität“ – das ist Thema und Ziel dieser Konferenz

und dieses Buches. Vielleicht sind wir uns ziemlich sicher,

dass wir über dies und jenes Bescheid wissen, nur haben wir es im

Leben noch nicht so richtig „auf die Straße“ gebracht. Hier liegt die

Herausforderung: Es bringt nichts, über die zu sprechen oder über

jene, sondern es geht um mich! Und es geht um dich.

Rot – weiß – rot

Im Grunde dreht sich

alles um die Beziehung

zu Jesus; anhand

von dieser speziellen

Matroschka will ich

uns das mal so richtig

vor Augen führen.

Stell dir vor, dieses

weiße Püppchen bist

du (Abb. 1): reingewaschen

durch das Blut

Jesu, weiß wie Schnee,

das bist du in Christus

– der wäre die rote

Puppe außen um dich

herum (Abb. 2). Schau

mal nach in der Bibel,

was dir alles zugesagt

ist, was dir in Christus

alles gegeben ist!

Abb. 1: Das bist du, reingewaschen,

weiß wie Schnee.

Abb. 3: Wen sieht man nun?

– Nur noch Christus, auch bei

deinen Geschwistern.

Abb. 2: Als Christ bist du in

Christus, das sieht dann so aus.

Abb. 4: Dann ist aber auch

noch Christus in dir, mit aller

Autorität und Kraft.

129


Wenn du die Puppe in Abb. 3 anschaust, wen siehst du jetzt? – Du

siehst Christus! Wenn Paulus sagt: „Wir kennen uns jetzt nicht mehr

nach dem Fleisch“ 139 , dann meint er genau das: Du schaust deinen Bruder,

deine Schwester an – und siehst Christus! Das ist der Punkt, den

Wieslaw Ziemba erklärt hat, als er über Einheit sprach. 140 Dieser Christus,

in dem du bist, kann eins sein mit dem Christus im anderen. Denn

auf die Frage „Kann der Christus zerteilt werden?“ müssen wir sagen:

„Nein, das geht gar nicht!“ Wir können nur außerhalb von Christus

irgendwelche christlichen Spielchen spielen – da gibt’s Diskussionen,

da gibt’s Streitigkeiten; aber in Christus gibt es das alles nicht!

Stellt euch mal vor: Wen sieht der Feind, wenn du wie dieses

weiße Püppchen im größeren roten steckst? Er sieht – Christus!

Und was fällt ihm ein, wenn er Christus sieht? Etwas für ihn sehr

Unangenehmes: Er ist nicht mehr in der Position wie damals, als

er Jesus in der Wüste provozierte. Jesus hatte vierzig Tage gefastet

und nun hungerte ihn; und der Teufel versuchte ihn mit der Frage

„Wenn du der Sohn Gottes bist, dann …“; und er zeigte ihm alle Reiche

der Welt: „Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit;

denn sie ist mir [von Adam seinerzeit] übergeben und ich gebe

sie, wem ich will.“ 141

Jesus widerlegte ihn nicht; das heißt: Diese Aussage entsprach

– damals – den Tatsachen. Aber inzwischen weiß der Feind bestens,

dass er völlig besiegt ist! Weißt du das auch? Nicht nur theologisch,

sondern im tiefsten Grund deines Herzens? Dass der Feind völlig

besiegt ist: Das steht mir zu, das steht dir zu – in Christus.

Doch das ist noch nicht alles; was hältst du von Christus in dir? Der,

dem alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben ist, er lebt jetzt

in dir! – Gigantisch, oder? Diese Matroschka soll uns helfen, diese

Realität vor Augen zu führen: Wenn du dich, also das weiße Püppchen,

öffnest, siehst du wieder ein rotes – Christus in dir (Abb. 4).

Und nun noch ein paar andere Punkte, die ebenfalls Realität sind.

Es liegt an jedem Einzelnen von uns, zu sagen: „Ich ergreife das!“

139 Nach 2. Korinther 5,16.

140 Siehe Seite 69.

141 Lukas 4,5–6 lut.

130


Erweckung entspringt nur der Realität

Es gibt Gebetsinitiativen für Erweckung, aber ich persönlich finde

diese Gebetsveranstaltungen nicht besonders zielführend. Erweckung

gibt es überall dort, wo Menschen erweckt sind. Stelle ich

mich, stellst du dich zur Verfügung, in dem zu leben, was Realität

ist? Dann kommt Erweckung automatisch, rings um uns herum!

Leben wir also in der Realität! Denn Imitationen bringen nur neue

Imitationen hervor.

In Christus – was bedeutet das?

Schauen wir uns eine weitere Realität an, es ist eine einzige Superlative!

Dieser Satz klingt vielleicht kompliziert, es ist ein langer

Schachtelsatz aus dem Epheserbrief. Wenn du in deinem Buch nachliest,

wirst du einen Unterschied finden; ich habe das Zitat garniert

mit erklärenden, weiterführenden oder vertiefenden Elementen –

leider werden manche griechischen Wörter zu vereinfacht ins Deutsche

übersetzt, das versuche ich ein wenig auszugleichen.

Schauen wir uns also an, was im Epheserbrief ganz am Anfang

steht; hier wird eine Realität beschrieben. Die ist so abgehoben,

dass wir aufgeklärten Mitteleuropäer Schwierigkeiten haben

könnten, mit ihr klarzukommen; aber ich lade euch ein: Lasst euch

herausfordern und lasst den Heiligen Geist es euch entfalten. Das

Wort Gottes ist ja eine unerschöpfliche Quelle; es wäre ein Fehler

zu sagen: „Ach, diese Bibelverse kenn’ ich schon!“ Schön und gut,

wenn du sie kennst, aber lerne sie immer wieder neu kennen! Wir

sollen die Tiefe der Wahrheit Gottes erkennen und der Heilige Geist

möchte uns tiefer und tiefer hineinführen in diese Wahrheit.

Also: Realität ist, dass Gott uns ... Wer ist „uns“? Das sind wir

Christen – die Christen, die sich bewusst entschieden haben, ein

Leben mit Jesus zu führen. Du musst dir im Klaren sein: Die Mitgliedschaft

in einer Kirche macht dich nicht zum Christen; Christ

ist, wer erkauft worden ist durch das Blut Jesu Christi. Wenn jemand

etwas gekauft hat, wem gehört es dann? Wenn Jesus dich gekauft

131


hat, dann gehörst du ihm! Wer das ergreift und bejaht, kommt in

Übereinstimmung mit seiner Realität.

Weiter lesen wir in Epheser 1, dass Gott uns gesegnet hat mit

jeder geistlichen Segnung in der himmlischen Dimension in Christus.

– Alles im Himmel hat Gott uns gegeben in Christus! Da haben wir es

schon wieder. Es ist so wichtig, dass wir das erkennen: in Christus!

Das ist in einer Zeitform geschrieben, die anzeigt: Es ist schon abgeschlossen,

es ist geschehen! Das wird nicht irgendwann einmal geschehen,

wenn du auf den Knien rutschend irgendwo besonders gut Buße

getan hast oder irgendeine besondere Aufgabe erledigt oder besonders

lange Stille Zeit gemacht, den Zehnten verdoppelt hast oder was auch

immer, sondern wenn du in Christus bist, dann gilt das für dich. Jetzt!

Schon lange bevor ...

Und nun zum nächsten Teil des Satzes: Genauso hat er uns – wieder:

Er hat! – in ihm – wieder: in ihm, in Christus!

Bevor er mit der Erschaffung der Welt beschäftigt war, hat er uns

bereits auserwählt, damit wir ein Leben in enger Beziehung mit ihm

leben, erfüllt von seiner Liebe. – Also das geht jetzt weit, weit über

unser Denkvermögen hinaus. Stell dir mal vor: Bevor Gott damals in

diesen sechs Tagen sagte: „Es werde …!“, hat er bereits Zeit in dich

investiert, möglicherweise viele Tage! Er hat dich damals schon dazu

auserwählt, zu ihm eine Liebesbeziehung zu haben. Das ist im Prinzip

der Hauptgrund, Gottes zentrale Intention, warum es dich gibt;

und zudem hat er dann noch die Welt geschaffen, damit wir irgendwo

herumkrabbeln können. Aber zuallererst hat er bei dem Ganzen dich

im Blick gehabt! Und er wollte nichts anderes, als seine Liebe in dich

und mich hineinschütten! – Alles andere kommt viel, viel später.

Und er hat uns vorherbestimmt als seine Kinder, als Söhne Gottes

(männliche und weibliche Söhne übrigens), durch Jesus Christus –

und von dem wissen wir, dass er der Erste ist unter seinen Brüdern

und Schwestern!

Jesus Christus ist der Schlüssel, er ist die einzige und entscheidende

Weichenstellung im ganzen Universum, an der diese Absicht

132


der Liebe Gottes umgesetzt wurde: im Menschen wieder ihren

vollen Ausdruck finden zu können. So sehr liebte Gott die Welt, dass

er seinen Sohn gab, damit wir wieder Zugang bekommen zu dieser

Herzensbeziehung zu Gott dem Vater. 142

Das Ganze hat er gemacht „zu seinem Wohlgefallen“, so steht es

hier: um seinen Willen auf Erden auszuführen. Das beten wir auch

im Vaterunser: „Dein Wille geschehe hier auf Erden, so wie er im

Himmel vorgesehen ist!“ Das erinnert mich an die „vorbereiteten

Werke“, von denen wir in Epheser 2,10 lesen – und da haben wir es

schon wieder: in Christus!

Re-Automatisierung

Wir sind in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott

vorher bereitet hat, damit sie durch uns umgesetzt werden, damit

das Vorbereitete an uns sichtbar wird. Das hängt zusammen mit

dem Re-Automatisieren: Gott hat etwas vorbereitet, und das wartet

darauf, dass wir es in die Realität bringen.

Man muss sich das vorstellen: Gott könnte mit dem Finger schnipsen,

und es würde donnern und blitzen und irgendetwas Gigantisches

würde passieren. Aber ein Gott, der sich darauf einlässt, mit uns

Würst’ln seine Pläne auszuführen – wenn Gott mit solchen Würst’ln

wie mir sein Werk tun will: das macht Gott wirklich zu Gott!

Wenn dann dennoch das geschieht, was er will, dann ist das wirklich

das Zeugnis für ihn und dann bekommt er allein die volle Ehre!

Das ist unvorstellbar herrlich! Deshalb ist es so wichtig, dass wir

uns auf diese Realität einlassen.

Was da in diesen Versen steht, das ist so universell – da kann man

nur bitten, dass er uns das auseinanderdividieren möge und dass

wir es irgendwie Stück um Stück, „scheibchenweise“ in uns aufnehmen

können: „Okay, Herr, ich bin bereit. Ich kapiere noch fast

nichts davon, aber wenn du es sagst …“

142 Johannes 3,16.

133


Hoffnung bedeutet Sicherheit

Im Kolosserbrief heißt es: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

Das Wort „Hoffnung“ hat im Deutschen so ein „Geschmäckle“:

„Vielleicht wird’s was oder vielleicht auch nicht …“ Im Griechischen

bedeutet es „mit etwas rechnen, was absolut sicher ist“! Und diese

Hoffnung, dieses Rechnen mit dem Sicheren, ist durch Christus in

dich ausgegossen worden durch den Heiligen Geist – es ist bereits

passiert, wenn du von denen bist, die zu Jesus gehören.

Und diese Hoffnung lässt dich nicht zuschanden werden, heißt es

in Römer 5; sie enttäuscht dich nicht!

Aktiv zugreifen

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen

Geist, der uns gegeben worden ist. 143 Das ist eine weitere Realität!

Das alles ist geschehen! Du kannst sagen: „Danke, Herr, dass

du deine Liebe ausgegossen hast in mein Herz!“ Wenn du Jesus

Christus dein Leben gegeben hast, brauchst du nie mehr um Liebe

zu bitten, weil diese Liebe von ihm schon in dein Herz ausgegossen

worden ist. Nimm deine Brille, oder wenn du keine hast, dann

leihe dir eine Durchblickbrille aus, und schau dir in der Bibel mal an

und entdecke, wo überall steht: „Er hat …“, oder: „Es ist …“ – Das

sind alles Aussagen: „Erledigt!“ In Gottes Augen ist das erledigt

und damit Realität; unsere Aufgabe ist zu sagen: „Danke, Herr! Ich

empfange das. Ich nehme es aktiv an!“

„Da wir nun gerechtfertigt worden sind ...“ – Wir sind gerechtfertigt

worden. „… deshalb haben wir Frieden mit Gott durch unseren

Herrn Jesus Christus und haben Zugang zu dieser Gnade, in der wir

stehen …“ Nicht „die wir uns wünschen und die wir mal bekommen

werden, wenn wir besonders brav sind“. Nein, in dieser Gnade stehen

wir bereits! Wie in einer Badewanne oder in einem Pool: bis

zum Hals, in der Gnade, umgeben von Gnade über Gnade.

143 Römer 5,5.

134


„... und rühmen uns aufgrund der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes“

– davon haben wir vorhin gelesen.

„... aber nicht allein das“ – als wäre das nicht schon genug –:

„Die Hoffnung enttäuscht uns nicht“ – und jetzt kommt’s:

Als Krönung ist diese Liebe „ausgegossen in unser Herz“. 144

Es ist so wichtig: Der Heilige Geist ist uns gegeben, um uns die

ganze Wahrheit zu lehren, die ganze Realität. Es ist so vieles, was

uns schon gegeben ist!

„Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für

uns alle hingegeben hat ...“ – das wissen wir ja! Aber es geht weiter:

„... wie wird er uns mit ihm nicht alles schenken?“ 145

Entmachtet, entwaffnet, entkleidet

Jetzt kommen wir noch zu einer weiteren Realität, zu einer Spezialität,

auf die George Markakis und Willi Mayer uns schon hingewiesen

haben; diese Realität ist nachzulesen im Brief an die Kolosser:

Er – Jesus Christus, der Löwe von Juda – hat die Gewalten und

Mächte ausgezogen. 146

Das griechische Wort, das hier für „ausziehen“ verwendet wird (es

ist in manchen deutschen Übersetzungen mit „entwaffnet“ übersetzt),

dieses Wort bedeutet, dass man einem Mächtigen alle Zeichen seiner

Macht abnimmt. Dem König würde man also die Robe wegnehmen,

das Zepter und die ganzen Insignien, die seine Königsherrschaft

bezeugen. Dem Sheriff würde man den Stern abnehmen. Also: Alles,

was irgendwie Macht und Autorität signalisiert, ist den Gewalten und

Mächten weggenommen worden: … und sie wurden öffentlich zur

Schau gestellt. In Christus hat er den Triumph über sie gehalten. 126

„Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in

Christus und den Wohlgeruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch

144 Aus Römer 5,1–5.

145 Römer 8,32.

146 Kolosser 2,15.

135


uns offenbart“. 147 Dieser Triumph ist möglich, weil Jesus Christus

den vollkommenen Sieg errungen hat. Manche Christen tun, als

würde man zu dem Sieg, den Jesus über den Feind vollbracht hat,

noch einiges nachbessern müssen. Aber er hat die Gewalten und

Mächte völlig entmachtet und öffentlich zur Schau gestellt: Jeder in

der sichtbaren und unsichtbaren Welt soll es wissen!

Nur mit List und Tücke

Nun kann man fragen, und die Frage ist berechtigt: Warum kann

der Feind solche Spielchen spielen wie gerade in unseren Tagen?

Diese Spielchen kennen wir alle aus eigener Erfahrung, oder wir

können es in der Zeitung nachlesen – die Bestätigung für seine

bösen Machenschaften, die sind schrecklich; und davon gibt es

genügend.

Ich entnehme dem Neuen Testament, dass der Feind nur noch

ein Werkzeug hat: List und Tücke! Er ist völlig seiner Macht entledigt

und damit ist er entwaffnet, denn wenn ein Mächtiger besiegt

und vom Thron gestoßen wird, werden ihm auch die Waffen abgenommen

– wie ein Polizist, der suspendiert wird, seine Dienstwaffe

abgeben muss. Das kennen wir. Also der Feind ist definitiv entwaffnet.

Aber der Kerl ist ein listiger Hund! Er fragt sich: „Wo kann ich

jetzt Waffen herbekommen? Wo gibt’s ein Waffenlager?“ Aus Epheser

6 wissen wir, wo die Waffen sind; wir kennen den Brustpanzer

der Gerechtigkeit und das Schwert des Wortes Gottes. Ich stelle

es mir so vor: Da kommt der Feind und erzählt dir irgendetwas

Gewieftes: „Oh, was hast du denn da für ein tolles Schwert? Lass

mich mal probieren! – Oh, das fühlt sich gut an!“ – schwupps!, und

weg ist er. Mit dem Schwert! Er entwendet dir alles, was er bekommen

kann – er ist ein Dieb und ein Räuber! 148 Seien wir also wachsam,

dass wir nicht seine illegalen Waffenlieferanten sind!

147 2. Korinther 2,14 nach lut.

148 Johannes 10,1–8.

136


Deine Ängste – sein Kapital

Besonders clever macht er das auf einem Gebiet, das sich auf den

ersten Blick „vernünftig“ anfühlt: wenn du dir Sorgen machst und

Ängste hast. Ian McCormack hat in seinem Beitrag erklärt, dass in

der Liebe keine Angst sein kann. Das Reich des Feindes ist geradezu

„saturiert“ von Angst und Sorgen, es ist voll davon; aber Jesus

sagt klar und deutlich: „Sorgt euch nicht!“ Das ist ein Befehl!

Wenn wir uns nun sorgen und wenn wir Ängste haben, dann zeigt

das, dass wir Gott nicht zutrauen, dass er das, was er verheißen

hat, auch tun wird. Wenn wir ihm nicht vertrauen, glauben wir ihm

nicht; aber: Was ihr nicht aus Glauben tut, das ist Sünde. 149 Was wir

also aus Sorgen heraus tun, das ist Sünde!

Man kann sich das jetzt bildlich vorstellen: Jedes Mal, wenn du

dich sorgst und ängstigst, überweist du dem Feind auf sein Konto

z. B. 10 000 Euro – quasi sponserst du den Teufel. Das ist die

Methode, wie er sich bis heute über Wasser hält und sich Macht

verschafft. Unglaube ist wie Treibstoff für den Feind.

Ich mache jetzt eine gewagte Aussage: Der Feind hat nur so viel

Macht, wie der Leib Christi ihm gibt. Natürlich tut man das nicht

bewusst, aber durch die vielen Imitationen und durch all das, was

so aussieht, als ob …, geben wir dem Feind Raum.

Die trickreichste Imitation

Deswegen fordert Petrus uns auf: Seid nüchtern! Habt einen wachen

Geist. Seid frei von Illusionen. Habt ein klares Unterscheidungsvermögen.

Wacht! Kurz und gut: Schlaft nicht die ganze Zeit!

Euer Widersacher, der Teufel, streift umher als die trickreiche

Imitation eines brüllenden Löwen und schaut, wer von euch sich

verschlingen lässt. 150 Im Beitrag von George Markakis haben wir

gelesen, dass das „Wüstenevangelium“ Jesus nur als das Lamm

Gottes im Blick hat und dass viele im Leib Christi nicht nach dem

„Evangelium des Löwen von Juda“ leben. Also Löwe gegen Löwe?

149 Nach Römer 14,23.

150 1. Petrus 5,8.

137


Nun, bei genauem Hinschauen sehen wir, dass Petrus über den

Feind schrieb: „wie ein Löwe“ – das ist also eine Imitation! Definitiv

ist er kein Löwe noch hat er die Stimme eines Löwen, er kann

nur eine Illusion erzeugen. Daher ist es so wichtig zu verstehen, mit

welchen Tricks er arbeitet!

Nicht ohne Vergebung

In 2. Korinther 2,10–11 schreibt Paulus über Vergebung und erklärt

einen besonderen Aspekt der Frage, warum Vergebung wichtig ist.

Liebe Brüder und Schwestern, Vergebung ist hier wirklich ein Schlüssel-Thema!

Denn auch, wenn wir nicht vergeben, wenn wir in Unversöhnlichkeit,

Bitterkeit, Groll, Nachtragen, „Unvergebenheit“ leben,

auch dann machen wir eine Investition auf der falschen Seite, wir überweisen

wieder einen Sponsorenbeitrag auf das Konto des Feindes!

Zudem ist das Nichtvergeben extrem schädlich für uns selber;

das Wort Gottes sagt: Wenn du nicht vergibst, kann auch dir nicht

vergeben werden. 151 Das ist prinzipiell keine gute Position!

In 2. Korinther 2 heißt es also: Vergebt einander, damit wir von

Satan nicht ausgetrickst werden! Beim Nicht-Vergeben und bei Entzweiung

zeigt sich ein Muster immer wieder: Zwei Positionen, jeder

hat recht, und ich gebe sicher nicht nach! – Die Explosion ist dir

gewiss: So brechen Gemeinden auseinander, so werden Ehen zerstört,

alles Mögliche geht dadurch kaputt. Das Wort Gottes warnt

uns eindringlich: „Macht das nicht, damit ihr nicht vom Feind ausgetrickst

werdet und ihr ihm nicht in die Falle tappt.“

Die Tricks durchschaut

Zu guter Letzt steht da noch: Schließlich sind uns seine Absichten,

seine Gedanken und seine Schlussfolgerungen nicht unbekannt. –

So sollte es zumindest sein! Der Heilige Geist möchte uns dabei helfen,

des Feindes List zu durchschauen. Lassen wir uns also dorthin

führen, dass dem Feind wirklich kein Raum gegeben wird.

151 Matthäus 6,15.

138


In Epheser 4,27 heißt es ausdrücklich: Gebt dem Teufel keinen

Raum – offensichtlich kann er ihn sich nicht einfach nehmen! Wenn

er Raum bekommt, dann, weil wir ihm die Ressourcen gegeben

haben, die er hier auf Erden eben noch hat.

Gedankenmanipulation

Gehen wir ein paar Kapitel weiter im 2. Korintherbrief, zu Kapitel

10,3–5 elb: Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich,

sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Gedankenfestungen:

So zerstören wir überspitzte Vernünfteleien und alles, was sich

gegen die Erkenntnis Jesu Christi erhebt, und nehmen jeden Gedanken

gefangen in den Gehorsam Jesu Christi.

Was der Feind mit seinen Tricks und seiner List macht, spielt

sich primär auf der Ebene der Gedanken ab. Was damals passiert

ist im Garten Eden, mit diesem Trick arbeitet er immer noch –

er stellt eine Frage, die von vornherein, in sich, schon falsch ist:

„Sollte Gott gesagt haben, dass ihr von all den Bäumen nicht essen

dürft?!“ (Gott hat das nie so gesagt! Er sprach von dem einen

Baum!) Außerdem versuchte der Feind, Gott irgendwie als knauserig

hinzustellen: „Was ist das für ein Kerl, der euch das alles

verbietet?!“ Das sind manipulative Spiele in den Gedanken. Dann

schaust du an, was dir suggeriert wird, und triffst deine Schlussfolgerungen.

So kommen nicht nur Lügen und Halbwahrheiten über Gott

herein; so entstehen auch Gedanken über einen Bruder, eine

Schwester … und dann siehst du auch noch etwas, das gut zu diesen

Gedanken zu passen scheint, du rechnest dies dazu und das

hinzu, und schon entsteht ein „schönes“ Gedankengebäude!

Du widerstehst, er flieht

Widersteht dem Teufel! Wenn er also mit seinen Tricks ankommt

und du mit der Hilfe des Heiligen Geistes seine Tricks durchschaust,

dann ist es dir möglich, „dem Teufel zu widerstehen“.

139


Was ist die Folge, wenn du ihm widerstehst? Er flieht! Denn er ist

aufgeflogen, weil du seine Tricks durchschaut hast.

Er kann Angst produzieren; und wenn du Angst hast, ist das wie

bei dem Hund, vor dem du Angst hast: Er beißt dich! – Wenn du

Angst vorm Feind hast, wird er dich beißen! Wenn du glaubst, dass

der Teufel nach einem konsequenten Schritt nach vorne, der ihm

nicht gefällt, dir deswegen auf die Finger klopft – dann gibt er dir

sicher eines auf die Finger.

Wenn du das glaubst, dann wird er das auch machen! Wenn du

ihm hingegen widerstehst, wird er fliehen – weil er mit seinen Tricks

bei dir nicht mehr ankommt.

Also Punkt 1, 2, 3 und abgehakt? Nun, du musst dich in die Realität

begeben! Wenn es für dich keine Realität ist, dass er völlig

entwaffnet und entkleidet ist, dann musst du zuerst diesen Punkt

behandeln und sagen: „Okay, Heiliger Geist, bitte hilf mir, dass

das von meinem Kopf in mein Herz kommt und dass es für mich zu

einem Fundament wird.“

Sehr hilfreich ist es, mit Geschwistern gemeinsam unterwegs zu

sein – mit zweien oder dreien, wie ich das immer wieder betone. Die

Verheißungen für „zwei oder drei“ sind so wichtig! Wenn du gerade

gegen die eine List des Feindes zu kämpfen hast, haben deine beiden

Freunde vielleicht gerade ein anderes Problem, aber an „deiner“

Front haben sie Ruhe; so können sie dir Hilfe sein und gemeinsam

mit dir dem Feind widerstehen. Jemand, der gerade nicht mit

Bitterkeit versucht wird, kann deiner Versuchung zur Bitterkeit viel

leichter widerstehen als du allein.

Bitte beachtet dieses Prinzip der „zwei oder drei“. 152 Sprecht

offen darüber, was euch bewegt und was euch Mühe macht! Scheut

euch nicht, einander auch die scheinbar blödesten Fragen zu stellen,

wenn sie euch umtreiben – und fragt gemeinsam den Heiligen

Geist, was er dazu sagt!

152 Matthäus 18,19–20.

140


Der Dienst der Versöhnung

Zum Abschluss noch eine Stelle aus dem 2. Korintherbrief. 153 Sie fängt

an mit der Aussage Alles aber von Gott – das klingt schon mal sehr

gut! – der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den

Dienst der Versöhnung gegeben hat. Ich möchte nur darauf hinweisen:

Hier steht schon wieder „hat“! Auch das ist schon geschehen!

Wir wissen ja, wie es weitergeht: Gott war in Christus und hat die

Welt mit sich selbst versöhnt. Das ist wieder ein Tatbestand, und was

für einer: Gott hat die ganze Welt mit sich versöhnt! Er hat das schon

getan! Und was er schon erledigt hat, muss er nicht nachbessern oder

wiederholen; er rechnet ihnen die Übertretungen nicht zu, er hat das

Wort von der Versöhnung in uns hineingelegt, fertig.

Völlig neu

Besonders interessant ist der Vers davor. Wir kennen ihn isoliert,

weil er so schön ist, erkennen aber oft nicht den Zusammenhang.

Der Vers davor ist eine gigantische Situationsbeschreibung: Ist

jemand in Christus (ich erinnere an die Püppchen: das rote, das

weiße, das rote), so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen,

und etwas völlig Neues ist geworden.

Alles ist neu geworden, heißt es hier; auch das ist Realität! Schau

dich mal im Spiegel an: Wenn du in Christus bist, dann bist du eine

neue Kreation! Gigantisch! Du bist ein neues Geschöpf, wie damals

am sechsten Schöpfungstag! Und das wirklich Überwältigende

daran: Wir können uns gegenseitig so sehen! So geht es ganz leicht,

deine Brüder und Schwestern höher zu achten als dich selbst: weil

du im anderen Christus erkennst.

Das Evangelium nicht missverstehen

Kommen wir zurück zu dem Auftrag der Versöhnung: Als diese total

erneuerten Persönlichkeiten, als solche neuen Kreationen haben

wir von Jesus Christus den Auftrag der Versöhnung erhalten!

153 2. Korinther 5,17–21.

141


Da drin steckt wahrlich viel; wenn wir diese Realität anschauen,

empfinden wir unsere Vorstellung vom Evangelisieren wahrscheinlich

als recht verschroben. Würden wir die Realität dessen, was uns

gegeben wurde, erkennen und kundtun, dann würde sich das, was

wir bisher „Evangelisieren“ genannt haben, total verändern! Wir

nennen das Evangelium „die Frohe Botschaft“ – aber was ist das

Frohe daran? Wenn wir Christen anschauen: Wie froh sehen die

meisten denn aus?

Evangelium – das ist ein Begriff aus dem Militär. Wenn die

Schlacht entschieden war, wurden Boten zum König oder zum Kaiser

geschickt, um zu berichten: „Der Sieg ist vollkommen errungen!“

Wahrlich eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft, ein Evangelium!

Ohne Sieg kein Evangelium, das müssen wir erkennen.

Wenn uns nicht klar ist, dass alle Gewalten und Mächte völlig entkleidet

sind, dann brauchen wir eigentlich kein Evangelium zu verkünden!

Dann kann man nur sagen: „Kommt zu uns in die Gemeinde,

bei uns dauert die Predigt nur zehn Minuten, dafür gibt’s eine halbe

Stunde Kaffee.“ Mit irgendwas muss man die Leute ja locken …

Aber das ist keine Siegesmeldung, kein Evangelium!

Doch uns wurde die Siegesbotschaft übergeben, diese Botschaft

der Versöhnung. Stellt euch das vor: Gott sagt, dass er die ganze

Welt komplett mit sich versöhnt hat! Das sollen wir verkünden! –

Wissen wir, wovon wir reden sollen?

Regierungssprecher

Es heißt dann in Vers 20: So wirken wir nun als Regierungsbotschafter

an Christi Statt! Ihr müsst euch das vorstellen: Der Regierungschef

eines Landes schickt dich wo hin, damit du dort sagst, was er

dort gesagt haben möchte! Das ist der Auftrag eines Botschafters;

„an Christi Statt“ heißt: Wir dürfen in seinem Namen sprechen, als

wäre er selbst da!

Was genau richten wir aus? Dass Gott die ganze Welt mit sich

versöhnt hat! Das ist so ähnlich wie das, was uns im Hebräerbrief

142


mitgeteilt wird: Gott hat alles unter seine, Christi, Füße gelegt. 154

Da gibt es nichts, was ihm nicht zu Füßen gelegt worden wäre!

Aber noch erscheint nicht alles so – es ist eine recht spannende

Situation, in der wir leben. Wir sind herausgefordert, in einer Realität

zu leben, die noch nicht im vollen Umfang so zu sehen ist; und

wir sind berufen, diese Realität, die rechtlich bereits voll in Kraft

ist, hier und jetzt ins Sichtbare zu bringen.

Unser Ruf ist: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Wenn wir diese

Versöhnung in uns tragen, können wir das sagen; und wenn wir

diese Dimension im Herzen haben, dann ist das eine gewichtige

Aussage. Selbst wenn du mit jemandem bloß einen Kaffee trinkst

oder irgendwo im lockeren Gespräch bist und dein Herz folgt diesem

Auftrag, dann wirst du zum Diener dieser Versöhnung, auch

wenn du gar nicht die üblichen frommen Worte gebrauchst. Du

lebst diese Versöhnung, du bist Versöhnung – und löst damit in deinem

Gegenüber etwas aus.

Diese Sehnsucht nach Versöhnung mit ihm hat Gott in jeden Menschen

hineingelegt, ob ihm das bewusst ist oder nicht. Weil die Welt

schon versöhnt ist, diese Versöhnung für den Einzelnen aber noch

nicht vollzogen ist, deshalb hat jeder diese Sehnsucht in sich, und

das Vakuum sucht danach, gefüllt zu werden. Der ganzen Schöpfung

geht das so! Die ganze Schöpfung sehnt sich danach, dass die

Söhne Gottes sichtbar werden. 155 Die ganze Schöpfung sehnt sich

danach, dass wir in diese Realität kommen!

Automatisch

Schließen wir den Kreis, kommen wir zurück an den Anfang in

Epheser 1: Er hat euch erwählt! Er hat euch vorherbestimmt zur

Sohnschaft, zu seinem Wohlgefallen, 156 damit durch euch sein Wille

umgesetzt wird – damit das, was potenziell schon Realität ist, durch

den Dienst dieser Söhne ins Sichtbare gebracht wird.

154 Hebräer 2,8.

155 Römer 8,19.

156 Epheser 1,3–7.

143


In Christus sind wir zu guten Werken geschaffen, die Gott schon

lange vor unserer Geburt vorbereitet hat, damit wir sie abholen und in

ihnen leben 157 – wobei hier betont wird, dass die vorbereiteten Werke

an uns verwirklicht werden – hier steht die Passiv-Form! Gott erwartet

nicht, dass wir uns bemühen und irgendetwas aus uns herausquetschen,

sondern dass wir uns zur Verfügung stellen, damit auch

in unserem Leben das alles zur Realität wird – wie von selbst, quasi

automatisch.

Automatisch? Wo steht denn das in der Bibel? Nun, zum Beispiel

in Markus 4,28; dort heißt es, dass der Boden „automatisch“ Frucht

bringt. Aber etwas Bestimmtes muss vorher geschehen: Der Same

fällt in den Boden und stirbt. Das ist unser Teil an der Geschichte:

Gib dein Leben, stell’ es Gott zur Verfügung! Wenn du dein Leben

verlierst, dann wirst du es gewinnen, und all das, was Realität ist,

wird ins Sichtbare kommen.

Friede, höher als aller Verstand

Das wünsche ich uns allen. Mir genauso wie jedem Leser! Bei

bewegen im Juni 2020 wurde uns sicher viel zu viel auf einmal aufgetischt.

Wir haben das bewusst so konzentriert gehalten, denn jeder

der Sprecher hat wirklich sein Leben in den Boden geworfen; und

das, was sie auf dem Herzen haben, hat echt Herzblut und Leidenschaft!

Das kann dir zum Segen werden, wenn du das möchtest.

Nicht dass wir alles wüssten und schon alles erkannt hätten! Aber

was wir empfangen haben, das geben wir weiter. Auch wenn es nur

ein Teilstück ist: Es wird dir zum Segen, wenn du es annimmst. Es

wird dir noch mehr zum Segen, wenn du es weitergibst! Denn gesegnet

werden die, die geben. Das ist ein beliebtes Thema für Kollektenansprachen,

aber ich rede nicht vom Opfern, ich spreche vom Segen!

Wenn du andere segnest, wirst du gesegnet sein. Deshalb: Alles, was

dich anspricht; alles, was dich bereichert – sag es weiter, gib es weiter!

Gib ein Zeugnis! Das wünsche ich uns allen: dass wir in diese

Freiheit kommen, um das, was uns gegeben ist, auch zu erleben.

157 Epheser 2,10.

144


Da wir nun gerechtfertigt worden sind, haben wir Frieden mit

Gott! Mit diesem Frieden segne ich alle, die dabei waren und die

dieses Buch gelesen haben. Dieser Friede ist höher als unser Verstand,

dieser Friede hilft uns auch in der Auseinandersetzung mit

den Tricks des Feindes. Der Heilige Geist lehrt uns, wachsam und

frei zu sein durch die Wahrheit.

Ganz besonders gesegnet sein sollen unsere Länder Deutschland,

Österreich und die Schweiz. Alle, die Jesus lieben, alle, die

Jesus in sich haben, und alle, die in Christus sind, sollen über alle

Maßen gestärkt sein! Sie sollen ermutigt sein, wirklich über Mauern

zu springen – über all die Mauern, die unsere Vernünfteleien

aufgebaut haben –, damit wir in der Realität des Geistes leben können.

Alles zur Ehre unseres Herrn und Königs Jesus Christus!

Die meisten Bibelworte in diesem Beitrag sind frei wiedergegeben; wörtliche Zitate

wurden kenntlich gemacht.

Besucht die Website www.bewegen.love, dort findet ihr alle Aufzeichnungen in

der Videothek. Arbeitet damit, kaut scheibchenweise alles durch. Die Botschaften

dieses Tages waren sehr reichhaltig; es ist kaum möglich, alles auf einmal aufzunehmen

und die ganze Realität auf einmal zu empfangen. Aber wir wissen: Jeder,

der sie sich Stück für Stück einverleibt, wird gewaltig profitieren.

»bewegen« ist eine Veranstaltung von Mission is possible e.V.

Spendenkonto:

BIC: GOPSDE6GXXX,

IBAN: DE23 6105 0000 0049 0096 08.

Vielen Dank und alles Gute!

145


Im selben Verlag erschienen:

Was wurde aus der Kraft, die vor 2000 Jahren die ersten Christen

auszeichnete? Peter Ischka wollte es wissen – und begab sich

auf den Spuren von Paulus auf eine leidenschaftliche Suche nach

der Kraft des Glaubens. Herrliche Panoramabilder begleiten den

spannenden Text.

Geschichte und Gegenwart verschmelzen: Istanbul, Konstantinopel,

die Höhlenkirchen der Kappadokier – und die apokalyptischen Orte.

An der türkischen Südküste sollte Peter Ischka vieles selbst erleben,

wovon in der Apostelgeschichte berichtet wird: Er bekommt den

„Auftrag“, einen wegen seiner Bekehrung Eingesperrten aus dem

Gefängnis zu befreien. Lesen Sie, wie das Unmögliche geschah. Am

Tag darauf: Kirschgroße Nierensteine verschwinden nach schlichtem

Gebet. Muslime erleben Träume und Visionen von Jesus, sogar

ein störrischer Esel wird von dieser Kraft berührt.

DIESES BUCH LIEST SICH WIE DIE

FORTSETZUNG DER APOSTELGESCHICHTE

Leseprobe: www.agentur-pji.com/ADSNK-Leseprobe.pdf

Gebunden, 160 S.,17 x 26 cm, 80 Farb- und 34 SW-Bilder

Best.-Nr: 453.103.778 ISBN 978-3-944764-01-6

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146


Über dieses Thema herrscht große Uneinigkeit. Es gibt jemanden, der tut alles, um

Einheit zu verhindern. Wo ihm das nicht gelingt, erzeugt er die schillerndsten Imitationen

davon.

Worum hat Jesus in Johannes 17 eigentlich gebetet? – Erstaunlicherweise nicht um

Einheit. Er hat um drei andere Dinge gebetet, damit dadurch Einheit erst möglich

wird. Er betete z. B.: „Bewahre sie vor dem Bösen.“ Versäumen wir diese drei wichtigen

Dinge, bleibt Einheit weiterhin ein Traum. Wir sollten auch dieses Gebet Jesu

als Modell-Gebet verstehen, wie das Vaterunser.

In dem Buch finden Sie eine Anleitung für Ihr persönliches „Einheits-Entwicklungs-

Labor“ und ganz konkrete Hinweise, wo Einheit anfängt und wie Einheit in Ihrer

Stadt aktiviert werden kann. – Sie selbst spielen dabei eine Schlüsselrolle!

GANZ PRAKTISCH, WORÜBER SONST

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147


Was bei bewegen20 als Livestream-Konferenz Wertvolles zu

hören war, ist hier schriftlich zusammengefasst und punktuell

ergänzt.

Günther Hess sprach aus Ruanda über „Die Nullpunkt-Erfahrung“

auf dem Hintergrund seines Lockdown-Erlebnisses in Afrika

und der Frucht einer Hauskirchen-Bewegung, die daraus erwuchs.

Phillip Hand aus Großbritannien sieht die Erweckung einer toten

Kirche am Beispiel von Lazarus.

Willi Mayer betrachtet die Lage aus der Perspektive des Sieges

Jesu und verweist auf die Arbeitsteilung: Wir widerstehen, der

Feind Von flieht. den Konferenzen bewegen17 bis bewegen19 sind sehr gute

John Impulse David ausgegangen, Kirby Florida/USA die Segen für betont, unser dass Land Frucht bewirken. im christlichen

der Website Dienst auf seht drei ihr Beinen kompakte steht: Lehren, Zusammenfassung Verkündigen, Heilen. und alle

Auf

Wieslaw

Aufzeichnungen

Ziemba

in

leitet

vollem

„Gebet

Umfang:

für Polen“, er hat selbst erlebt:

Einheit http://bewegen.love.

ist nicht produzierbar. Sie entsteht, wenn wir mit Christus

identifiziert sind; unsere Aufgabe ist, sie zu bewahren.

Themen bei bewegen17 waren die fünf Dienste nach Epheser 4:

Zusatz: Relivid-20, das tödlichste Virus überhaupt, und die Wirkung

Apostel, des religiösen Propheten, Geistes. Evangelisten, Hirten und Lehrer „zur Ausrüstung

der Heiligen“, um in ihrer Berufung fruchtbar zu sein.

Reinhard Hirtler aus Brasilien hat nachträglich etwas über

Bei bewegen18 ging es um „Heilung des Prophetischen“ – taubstumm:

auf dein Wer nicht Herz! hört, kann auch nicht sprechen.

„Religiosität, die Herzattacke“ gesagt: Vor allem anderen aber

achte

Bei bewegen19 im Frühjahr wurden Löcher geschlossen, im

George Markakis aus Griechenland zeigt: Wir könnten Milch

geistlichen Leben Hindernisse beseitigt, die unserer Berufung

und Honig genießen, statt in Wüstenmentalität zu verharren.

entgegenstanden.

Zusatz: Und das Warum Herbst-Motto: Mose es nicht „Verändert, ins verheißene um zu sein“ Land – schaffte. damit wir

Ian zunehmend McCormack verwandelt aus Neuseeland werden in fragt: Sein Bild. Was wollte Jesus auf

Erden eigentlich retten? Wir erwarten doch eine neue Erde!

Peter Ischka zeigt, was Realität sein könnte: Aktives Ergreifen

vieler superlativer Zusagen des Wortes Gottes.

EINE KONFERENZ MIT

REFORMATORISCHEM POTENZIAL

Hörproben: http://bewegen.love

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