ParalympicNews0120

Sportaktiv.Magazin

Sommer 2020

Paralympic

News

Das Magazin des Österreichischen Paralympischen Committees

TOKYO 2020

24. AUGUST – 5. SEPTEMBER 2021

NEUES JAHR,

NEUE CHANCEN

GESICHERT

ALLE BLEIBEN

QUALIFIZIERT

GEFRAGT

SPORTMINISTER

WERNER KOGLER

GEMEINSAM

STAND UND ZIELE IM

INKLUSIONSPROZESS


europaeische.at


editorial

Liebe Leserin,

lieber Leser!

Das Coronavirus hat in den vergangenen Wochen und Monaten den

Alltag von uns allen bestimmt, hat Österreich und die Welt vor große

Herausforderungen gestellt. Davon blieb auch der Sport nicht verschont.

Aber in einer Zeit, in der sich viele Menschen große Sorgen um ihre Gesundheit,

ihren Arbeitsplatz und ihre Zukunft machen, geht es nicht mehr um

Sieg oder Niederlage oder die Freude am Sport, sondern um existenzielle

Fragen. Für unsere Athletinnen und Athleten, aber auch für uns

als Österreichisches Paralympisches Committee ging es vor allem

um Planungssicherheit. Die Verlegung der Paralympischen Spiele in

Tokyo war alternativlos, die Entscheidung dazu wurde

zum Glück schnell getroffen. Die Sicherheit und

Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler

sowie der Betreuerinnen und Betreuer

Gesundheit

steht an

erster Stelle

stehen immer an erster Stelle – weil klar ist:

Keine Goldmedaille ist wichtiger als Menschenleben!

Gleich danach kommt die Fairness.

Die weltweite Krisensituation hat dafür gesorgt,

dass es ungleiche Trainingsbedingungen, mangelhafte

Dopingkontrollen und fehlende Möglichkeiten

zur Klassifizierung gibt. Qualifikationen

wurden erst verschoben und dann abgesagt. Dessen

ist sich auch das Internationale Paralympische

Committee bewusst. In Österreich wurde rasch reagiert.

Die wichtigen Geldgeber und Unterstützer des Sports – angefangen

von der Bundes-Sport GmbH über die Sporthilfe bis hin zu den Bundesministerien

für Sport und Landesverteidigung – haben die Förderzyklen

angepasst und um ein Jahr verlängert. Und auch unsere Sponsoren und

Partner haben uns trotz der wirtschaftlich herausfordernden

Situation signalisiert, dass sie in vollem Umfang weitermachen

und das Paralympic Team Austria auf

seiner „Road to Tokyo“ unterstützen werden.

Wir bleiben positiv, wir schauen gemeinsam

nach vorn und freuen uns darauf, wenn am

24. August 2021 die XVI. Paralympischen

Sommerspiele in Tokyo eröffnet werden.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Maria Rauch-Kallat,

Präsidentin

Eines gleich vorweg,

weil uns dazu in den

letzten Wochen und

Monaten viele Fragen

erreicht haben: Alle Athletinnen

und Athleten, die

bereits für die Paralympischen

Spiele in Tokyo qualifiziert

sind, bleiben das auch für

nächstes Jahr. Das wurde uns vom Internationalen Paralympischen

Committee und vom Organisationskomitee von

„TOKYO 2020“ versichert und auch, dass

die verschobenen und abgesagten

Qualifikations-Events nachgeholt

werden. Die Verschiebung

der Paralympics

war ein gravierender

Wir sind für

euch da!

Einschnitt, aber unsere

Spitzensportlerinnen und

-sportler haben sich auch

in dieser schwierigen

Situa tion immer professionell

verhalten, auch wenn der

große Traum von der Teilnahme

oder sogar von einer Medaille wieder

etwas in die Ferne gerückt ist. Unter

diesen Umständen heißt es geduldig bleiben und hart weiterarbeiten.

Ich bin zuversichtlich, dass das dem Paralympic

Team Austria einmal mehr gelingen wird. Dazu trägt sicher

auch bei, dass der Trainingsbetrieb in den meisten Sportarten

wieder normal läuft. Dafür ein großes Lob an die Bundesregierung

und besonders das Sportministerium. Bereits bei

der ersten Öffnung der Trainingsstätten am 20. April waren

unter den zugelassenen Athletinnen und Athleten die Paralympics-Hoffnungsträgerinnen

und -träger allesamt inkludiert.

Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv, einzig in

Sachen Wettkämpfe tut sich noch wenig, aber auch hier wird

es hoffentlich bald Neuigkeiten geben. Und, liebe Athletinnen

und Athleten, abschließend noch eine Botschaft

für euch vom gesamten ÖPC-Team: Wir wünschen

euch weiter viel Kraft, Durchhaltevermögen und

Gesundheit. Gemeinsam meistern wir diese

herausfordernde Situation. Wir sind für euch da!

Viel Spaß beim Lesen,

Ihre Petra Huber,

Generalsekretärin

Herausgeber und Medieninhaber Österreichisches Paralympisches Committee (ÖPC), Adalbert-Stifter-Straße 65, 1200 Wien, Tel.: +43/5/93 93-20330,

E-Mail: office@oepc.at, Internet: www.oepc.at Redaktion Petra Huber, Julia Wenninger, Christof Domenig, Fritz Hutter, Matthias Nemetz,

Stephan Schwabl Fotoredaktion Thomas Polzer Fotos GEPA Pictures Art-Direktion und Produktion Christoph Geretschlaeger

Anzeigen Peter Wolf, Tel.: +43/664/357 38 48, E-Mail: pepewolf@a1.net Herstellung Druck Styria GmbH & Co KG

impressum


inhalt

16

10 Tokyo 2020 Was die Verschiebung

um ein Jahr bedeutet

14 Partner Die AUVA begleitet das ÖPC

seit dessen Gründung

16 Doppel-Talk mit den Diskuswerfern

Bil Marinkovic und Lukas Weißhaidinger

18 Interview Sportminister Werner

Kogler über den „Inklusionsmotor“ Sport

22 Globale Vorgabe Über den aktuellen

Stand im Inklusionsprozess

26 Alleskönner So motiviert sich Kanute

Mendy Swoboda im Training

28 Die Dichte stimmt im österreichischen

Rollstuhltennis

30 Traumziel verschoben Schwimmerin

Janina Falks Weg nach Tokyo

32 Need for Speed Radprofi Yvonne

Marzinke nähert sich der Weltspitze

34 Kooperation Universität Salzburg

bildet SportjournalistInnen aus

36 Paradressur Aushängeschild Pepo

Puch und die starke nächste Generation

46 Podium Claudia Löschs neues Leben

nach dem Paraskisport

www.facebook.com/AustrianParalympicCommittee https://instagram.com/austrian_paralympic_committee/ www.twitter.com/NPC_Austria


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Alle fünfe!

Auch wenn die vergangene Skisaison aufgrund der Corona-Krise zu

früh zu Ende gegangen ist und also auch ohne WM-Generalprobe, gab

es für Markus Salcher ein Happy End. Der Kärntner jubelte über die

kleine Kristallkugel im Super-G. Doch damit nicht genug, mit seinem

ersten Weltcup-Podium im Slalom hat er es nun in allen fünf Disziplinen

zumindest einmal aufs Stockerl geschafft. Mittlerweile arbeitet der

29-Jährige im Olympiazentrum in Klagenfurt fleißig an Kraft und

Kondition sowie auf den Gletschern in Österreich und der Schweiz am

Skifahrerischen, weil klar ist: Der nächste Winter kommt bestimmt!

Foto: Yuri Kim

6 ÖPC-news


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focus

Bromance

Freundschaftlich sind die Tennis-Asse Nico Langmann

und Dominic Thiem schon seit einigen Jahren verbunden.

Heuer haben sie erstmals auch beim „Wings for

Life World Run“ gemeinsame Sache gemacht

und im BSFZ Südstadt ihre Runden

gedreht. „Es war lässig, mit Dominic Teil

dieses coolen Events zu sein – mit 77.000 anderen Menschen

auf der ganzen Welt.“ Und natürlich blieb bei den

vielen Runden auf der 400-Meter-Tartanbahn auch Zeit,

um sich über Tennis, die Paralympics und vieles mehr

zu unterhalten. Was kann sich die Paralympics-

Hoffnung von Thiem abschauen? „Unglaublich

viel, Dominic ist nicht umsonst die

Nummer 3 der Welt und Tennis ist

Tennis. Der Ball spürt nicht, ob

ich sitze oder stehe.“

Foto: Philipp CARL Riedl for Wings for Life World Run

8 ÖPC-news


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a„Am Anfang war es schon ein kleiner Schock“, sagt Para-

Kanute Mendy Swoboda. Gemeint ist die Verschiebung der

Paralympics von 2020 auf 2021. Vier Jahre Training. Unzählige

Kilometer auf dem Wasser. Stundenlang allein unterwegs.

Alles vorerst umsonst. Kurze Zeit später war der

Fokus aber schon auf 2021 gerichtet: „Das Training ist trotzdem

wichtig, jetzt nehme ich es einfach als Grundlage für

nächstes Jahr.“

Sagte er und unternahm eine Reise, von Passau die

Donau hinunter bis Hainburg, von der deutschen bis an die

slowakische Grenze. In Summe unglaubliche 340 Kilometer

– in nur drei Tagen! „Ich habe mir gedacht, wenn die Saison

eher unstrukturiert ist, kann ich das machen. In der Vorbeschwerpunkt

Neues Datum,

reitung auf die Paralympics wäre das natürlich nicht möglich

gewesen, aber so war es eine richtig lässige Geschichte“,

erzählt der Silbermedaillengewinner von RIO 2016.

„Ähnlicher Aufbau nächstes Jahr“

Auch Paracycler Thomas Frühwirth ging nach der Verschiebung

der Spiele neue Wege und trat kurzerhand gegen den

oftmals härtesten Gegner an: sich selbst. Die „Me against

Me series 2020“ bildeten für den Paralympics-

Silbermedaillen gewinner den Saisonstart. „Ich hatte im

Winter eine perfekte Vorbereitung“, schildert Frühwirth.

„Es wäre einfach sehr schade gewesen, diese Leistungsform

nicht abzurufen.“

10 ÖPC-news


Fotos: Tokyo2020

Tokyo

Stadium,

Aquatics

Centre & Co.

bleiben heuer

leer. Auf ein

Neues 2021!

gleiche Ziele

Vier Jahre Training – und dann alles umsonst? Keineswegs.

Weil alle Qualifikationen aufrecht bleiben und die Verschiebung

der Sommer-Paralympics sogar neue Chancen eröffnet.

Fokus neu eingestellt: TOKYO 2020 – vom 24. August bis

5. September 2021 – ist das Ziel.

ÖPC-news 11


schwerpunkt

Der Steirer zeigt sich zufrieden: „Wenn

ich mich entscheide, Testwettkämpfe zu

machen, dann heißt es wirklich hundert

Prozent. Diese Gabe besitze ich, auch

ohne ‚echten‘ Wettkampf oder Konkurrenz

wirklich an das Maximum zu gehen. Die

Ergebnisse bei den Rennen waren, wie

meine Leistungswerte schon vermuten ließen,

überragend.“ Eines ist nach den starken

Auftritten klar: „Nächstes Jahr werde

ich einen ähnlichen Aufbau machen.“

Verschiebung als Chance

Walter Ablinger zählt mit seinen 51 Jahren

zu den Routiniers im Paralympic Team

Aus tria. Von der Verschiebung der Spiele

lässt sich der Handbiker nicht verunsichern.

Seinen Startplatz hat der Paralympics-Sieger

von 2012 fast fix und der Innviertler

hat sich bei diesem nur alle vier

Jahre stattfindenden Weltsportereignis erneut

eine Medaille zum Ziel gesetzt: „Bisher

habe ich heuer über 15.500 Trainingskilometer,

14.100 davon Corona-bedingt auf

der Trainingsrolle im Keller, absolviert.

Mein neuer persönlicher Rekord in nur einer

Trainingswoche liegt jetzt bei 539 Kilometern.“

Für einige bietet die Verschiebung sogar

neue Möglichkeiten: Para-Badminton-

Spielerin Henriett Koósz wäre 2020 wohl

nicht in Tokyo dabei gewesen, will nun aber nochmals angreifen.

Die Zwangspause im Frühjahr hat sie genutzt, um

im mentalen Bereich zu arbeiten: „Ich habe mit meiner

Mentaltrainerin Daniela Moser-Hinterkörner zahlreiche

Videotelefonate geführt. Intensive Gespräche sind entstanden,

weil ich diesen Bereich gezielt angehen wollte, da ich

hier noch viel Potenzial bei mir sehe.“

„Alle Athletinnen und Athleten, die sich für die Spiele in

diesem Jahr qualifiziert haben, sind auch für 2021 qualifiziert.

Das wurde uns von IPC und EPC ver sichert und ist

ganz wichtig für das Team, denn kurz nach der Verschiebung

sind viele Fragen aufgetaucht. Diese Gewissheit gibt

allen Sportlerinnen und Sportlern Planungs sicherheit“,

beteuern ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat und ÖPC-

Generalsekretärin Petra Huber unisono. Die Devise lautet:

„Neues Jahr, gleiche Ziele“.

Fotos: Gepa Pictures

Diese Gabe besitze

ich, auch ohne

‚echten‘ Wettkampf

oder Konkurrenz

wirklich an das

Maximum zu gehen.

Paracycler Thomas Frühwirth

12 ÖPC-news


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TUN, WAS

WICHTIG IST.


partner

Starke Partnerschaft

Am Anfang war die AUVA –

damit begann die Geschichte

des Österreichischen

Paralympischen Committees.

d„Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt steht seit der

Gründung des ÖPC fest an unserer Seite, ohne diese Unterstützung

wäre die paralympische Familie in Österreich niemals

so erfolgreich gewachsen“, erinnert sich ÖPC-Präsidentin

Maria Rauch-Kallat, selbst seit der ersten Stunde im

Jahr 1998 dabei, nur zu gut an die Anfänge und damit an die

Gründung des Österreichischen Paralympischen Committees

in den Räumlichkeiten der AUVA in Wien.

Somit ist die AUVA seit Beginn ein wertvoller Partner,

aber auch „Heimat“, ist doch das ÖPC-Büro seit mehr als

20 Jahren im 2. Stock der Hauptstelle untergebracht. Vor

allem aber sind es die Leistungen der AUVA, insbesondere in

den vier Rehabilitationszentren, die für viele Athletinnen und

Athleten des Paralympic Team Austria unverzichtbar sind.

„Die AUVA hat an vielen österreichischen Medaillen bei

Paralympischen Spielen – Sommer und Winter – großen

Anteil“, weiß Rauch-Kallat. In Zahlen ausgedrückt: 695

paralympische Medaillen (363 im Sommer, 332 im Winter)

konnte Österreich bisher gewinnen, davon 216 in Gold.

„Mit dem Österreichischen Paralympischen Committee

verbindet uns viel mehr als eine langjährige Zusammenarbeit.

Es macht uns stolz, dass wir mit unseren Einrichtungen

die Leidenschaft für den Sport anstoßen und entwickeln

und so einen Beitrag zum paralympischen Sport leisten können“,

sagte der neue AUVA-Obmann Mario Watz bei einem

ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat und

Generalsekretärin Petra Huber beim Austausch

mit Mario Watz, dem neuen Obmann der AUVA

ersten Treffen und versprach: „Wir standen während der

Corona-Krise voll und ganz hinter dem Österreichischen

Paralympischen Committee und werden das auch danach

tun. Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn ich nächstes

Jahr die Athletinnen und Athleten zur Einkleidung für die

Sommerspiele in Tokyo bei uns im Haus begrüßen darf.“

Einer davon wird Handbiker Walter Ablinger sein. Der

dreifache Paralympics-Medaillengewinner weiß um die Bedeutung

der AUVA für seine Karriere und die vieler anderer

Sportlerinnen und Sportler: „Für Betroffene von Arbeitsunfällen,

wie mich, sind die Leistungen und Ressourcen der

AUVA enorm wichtig. Dafür ein herzliches Dankeschön!“

Foto: Richard Reichhart

Wir danken für Ihre Unterstützung!

Sponsoren:

Partner:

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sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Die tatsächliche Reichweite ist zudem abhängig von der individuellen Fahrweise,

Straßen- und Verkehrsbedingungen, Außentemperatur, Nutzung von Klimaanlage/Heizung etc. und kann ggf. abweichen.


interview

Zwei

Bil Marinkovic

und Lukas

Weißhaidinger im

Doppel interview:

über Verbindendes,

harte Arbeit

und eine mögliche

gemeinsame

Party.

Männer –

ein Ziel

b

Bil Marinkovic und Lukas Weißhaidinger haben einiges

gemeinsam. Die beiden verbindet nicht nur die Liebe zum

Diskus, sondern auch eine gemeinsame Vergangenheit –

und Zukunft. Einst schufteten sie in einer Trainingsgruppe,

mittlerweile geht jeder seinen eigenen Weg. In Tokyo laufen

die Fäden wieder zusammen, schließlich ist sowohl Marinkovic

für die Paralympics als auch Weißhaidinger für die

Olympischen Spiele qualifiziert.

Bil, wie läuft deine Vorbereitung auf die Paralympischen

Spiele?

Marinkovic: So weit alles gut. Nach der Verschiebung auf

2021 herrschte kurz Ungewissheit, mittlerweile arbeiten wir

wieder gezielt auf die Spiele hin. Ich bin froh, dass wir schon

einige Testwettkämpfe in Schwechat absolvieren konnten –

gemeinsam mit Luki hat das großen Spaß gemacht.

Dir auch, Lukas?

Weißhaidinger: Absolut, es war wichtig, wieder in den

Wettkampfmodus schalten zu können. Ich kenne Bil schon

einige Jahre, er hat ja früher auch mit meinem Trainer

zusammengearbeitet. Es freut mich immer, wenn wir

gemeinsam Wettkämpfe bestreiten können.

Marinkovic: Ich bin auf diese Art von Unterstützung angewiesen,

obwohl sich die Rahmenbedingungen in den letzten

Jahren schon extrem verbessert haben. Ich bin dankbar für

alle Unterstützer. Mein Crowdfunding-Projekt bei „I believe

in you“ war eine große Hilfe, ich möchte mich auf diesem

Weg bei allen Beteiligten und vor allem Toyota für die Förderung

bedanken. Ich benötige als Blindensportler viel Betreuung,

die erhalte ich dadurch. Im Moment könnte ich es mir

nicht besser vorstellen.

Ihr seid beide für Tokyo qualifiziert. Bil hat bei Spielen

bereits Medaillen gewonnen, holt man sich da Tipps?

16 ÖPC-news


Lukas Weißhaidinger und Bil Marinkovic

in der Südstadt – sie kennen und

schätzen einander seit Jahren.

Weißhaidinger: Da hast du meinen wunden Punkt getroffen

(lacht). Aber ja, ich habe mir schon den einen oder anderen

Tipp geholt. Und es gibt auch einige Parallelen zwischen uns

beiden, einmal abgesehen vom Sportgerät.

Nämlich?

Weißhaidinger: Bil ist ein super Trainierer, arbeitet hart für

den Erfolg und seine Ziele. Nur wenn man das macht, kann

am Ende auch etwas rausschauen. Und natürlich ist das

Umfeld auch sehr wichtig, aber da hat Bil mit Gerhard

Mayer auch einen tollen Trainer.

Marinkovic: Das kann ich nur zurückgeben. Ich habe

großen Respekt vor Lukis Leistungen, weil ich weiß, wie

viel Arbeit hinter seinen Erfolgen steckt. Wir haben früher

gemeinsam trainiert, uns viel ausgetauscht. Sein Trainer

Gregor Högler hat früher Gerhard Mayer und mich trainiert.

Deshalb kenne ich ihn sehr gut und habe viel von ihm profitiert.

Ohne Gregor wäre ich nicht der, der ich jetzt bin. Er hat

mir viel beigebracht – sportlich und in Sachen Verhalten.

Ihr habt neben der Medaille in Tokyo beide ein weiteres

großes Ziel – Stichwort Weite …

Marinkovic: Die 40 Meter! Ich war bereits Paralympics-

Sieger und weiß, wie es ist, ganz oben zu stehen. Ich kenne

auch den Weg nach unten, aber ich bin überzeugt, dass ich

wieder ganz nach oben komme. Mit 40 Metern wäre ich

international voll dabei.

Weißhaidinger: Ich bin überzeugt, dass Bil das packt. Bei

mir geht es um die 70 Meter, die ich als erster Österreicher

knacken will. Mit dieser Weite wäre ich bei den Olympischen

Spielen mit Sicherheit ganz vorn dabei. Ich war schon einige

Male knapp dran, ganz gereicht hat es noch nicht, aber ich

gebe nicht auf!

Bil, wie wäre es, wenn zuerst Lukas eine Medaille in

Tokyo holt und dann du?

Marinkovic: Das wäre sensationell, ein Traum! Es wäre

meine dritte Paralympics-Medaille, die Zugabe. Und wenn

Lukas dann auch noch eine Medaille holt, feiern wir eine

riesengroße Party.

Weißhaidinger: Das unterschreibe ich, das wird die Party

des Jahres!

Weißhaidinger

peilt in Tokyo

olympisches

Edelmetall an,

Marinkovic hat

schon Gold

und Bronze bei

Paralympics

geholt.

Fotos: GEPA-Pictures.com

ÖPC-news 17


interview

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler

im Interview über Folgen und Perspektiven der

Corona-Pandemie, die Zukunft von Großereignissen

und den Schwerpunkt Inklusion.

Foto: GEPA-Pictures.com

Sport ist ein

leistungsstarker Motor

für die Inklusion

h

Herr Vizekanzler, Sie verantworten neben dem

öffentlichen Dienst, Kunst und Kultur auch den Sport.

Wie wichtig ist Ihnen die Aufgabe als Sportminister?

Werner Kogler: Das wird für Sie nicht allzu überraschend

kommen: außerordentlich wichtig. Man könnte genauso gut

sagen: Ich verantworte neben dem Sport auch die Kunst, die

Kultur und den öffentlichen Dienst. Gerade im Sport sind wir

mit ehrgeizigen Zielen gestartet.

Und dann kam Corona.

Plötzlich waren die Prioritäten und Fragestellungen ganz

andere. Wie unterbindet man Ansteckungen im Sport und

lässt gleichzeitig, auch zur Stärkung des Immunsystems,

möglichst viel an Bewegung zu? Mit welchen Maßnahmen

sichert man die Strukturen im Freizeit-, Gesundheits- und

Leistungssport, verhindert man ein Vereinssterben in bisher

nicht gekanntem Ausmaß? Wie schaffen wir es, dass unsere

Spitzensportlerinnen und Spitzensportler konkurrenzfähig

bleiben, wann und wie

können die Fans wieder

auf den Tribünen am

sportlichen Tun ihrer

Idole teilhaben? Diese

Fragen werden uns

weiterhin beschäftigen.

Wie zufrieden sind Sie

mit den bisher gefundenen

Antworten?

Ich glaube schon,

dass uns so manches

richtig gut gelungen ist.

Der NPO-Unterstützungsfonds

und der

Sportligen-COVID-19-

Fonds zum Beispiel

sind im internationalen

Vergleich zwei echte

Leuchttürme. Zuschüsse

in dieser Höhe suchen

in allen vergleichbaren

europäischen

Ländern ihresgleichen. Die Rückmeldungen aus dem Sport

sind tatsächlich äußerst positiv, das ist natürlich höchst

erfreulich.

Es ist bekannt, dass Sie Fußballfan sind und für Sturm

Graz die Daumen drücken. Welche Sportarten können

Sie noch begeistern?

Ich verhehle nicht, dass mich bisher der Fußball am meisten

in den Bann gezogen hat, wahrscheinlich wegen meiner

eigenen sportlichen Vergangenheit. Ich verfolge auch das

Geschehen in den großen internationalen Ligen, gern auch

inmitten Gleichgesinnter in einer Sportbar. Aber je mehr ich

eintauche in die hiesige Sportszene, desto mehr erschließt

sich mir, dass jede Sportart ihren ganz besonderen Reiz hat.

Es hängt zumeist nur davon ab, wie sehr man bereit ist, sich

auf sie einzulassen. Unabhängig von der Disziplin schätze

ich Sport generell als leistungsstarken Motor für Inklusion,

Integration und Gendergerechtigkeit. Alle drei sind bekanntermaßen

Schwerpunkte in unserem Regierungsprogramm.

Und wie halten Sie sich persönlich fit?

Ein wunder Punkt. Die COVID-19-Krise hat mich in meinem

Bestreben, als Sportminister mit gutem Beispiel voranzugehen,

zurückgeworfen, keine Frage. In diesen sehr intensiven

Monaten war ich schon froh, das eine oder andere Mal den

Häuserblock umrunden zu können. Auch um nachzudenken,

in welchen Schritten und unter welchen Voraussetzungen

wir Kindern, behinderten Menschen, allen Sportbegeisterten

die Rückkehr zum Sport ermöglichen können. Zuletzt war

es mir immerhin möglich, mich einigermaßen regelmäßig

aufs Rad zu schwingen. Ich bin wild entschlossen, das

beizubehalten.

Sie waren noch keine hundert Tage im Amt, da kam das

Coronavirus. In Anbetracht der Folgen, die diese Krise

18 ÖPC-news


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interview

für Österreich hatte und hat, wie viel Zeit bleibt derzeit

für den Sport?

Es ist nicht so, dass ich darauf warte, wie viel Zeit für den

Sport übrig bleibt. Ich arbeite aktiv darauf hin, mir möglichst

viel Zeit für das Thema Sport zu nehmen, weil ich davon überzeugt

bin, dass der Stellenwert des Sports auch und vor allem

als Querschnittsmaterie in sehr vielen Politikfeldern erkannt

und wesentlich mehr berücksichtigt werden muss – übrigens

auch als Werkzeug, damit wir die Krise in vielen anderen Bereichen

schneller hinter uns lassen können. Wir treten jetzt in

eine Phase ein, in der die Krisenbewältigung im Sport ein zentrales

Thema bleibt, aber die zukunftsweisende Gestaltung der

Rahmenbedingungen wesentlich mehr Raum einnehmen wird.

Wir kommen also von der Phase des Reagierens, die uns vom

Coronavirus diktiert wurde, ins Agieren, ins Umsetzen. In den

nächsten Wochen werden die Strategien und Förderrichtlinien

erarbeitet, mit denen wir den Sport auf Basis des Regierungsprogramms

weiterentwickeln wollen.

Die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokyo

wurden um ein Jahr verschoben. Ende März heiß diskutiert,

heute weiß man, dass die Verschiebung unumgänglich

war. Wie haben Sie die Diskussion erlebt?

Ich habe in dieser Phase mehrfach darauf hingewiesen, dass

internationale Sportgroßveranstaltungen wie die Olympischen

Spiele bei dieser aggressiven Art von Pandemie wie eine

globale Virenschleuder wirken. Die Absage war tatsächlich

alternativlos. Insofern war ich doch erleichtert, dass das Internationale

Olympische Komitee nach einer Zeit des Zuwartens

viel Verantwortungsbewusstsein an den Tag gelegt hat.

Wie zeitgemäß sind Großveranstaltungen angesichts der

aktuellen weltweiten Situation?

Man wird nicht so tun können, als gäbe es die immer neuen

Rekorde bei den weltweiten Neuansteckungen nicht, die

Cluster, die zum Teil durch Reisetätigkeit entstanden sind,

durch Partys, durch ausgedehnte Aufenthalte vieler Menschen

an einem Ort, oftmals indoor. Sportgroßveranstaltungen bringen

all das mit sich, sofern sie nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit

stattfinden. Es wird – solange die Gesundheitskrise

nicht hinter uns liegt – immer eine Gratwanderung bleiben,

was man zulässt und was nicht.

Wie nehmen Sie den Behindertensport in Österreich und

die Leistungen der paralympischen Athletinnen und

Athleten wahr?

Mit Begeisterung und Bewunderung. 694 Medaillen sind seit

1960 bei Paralympischen Spielen von Österreichs Sportlerinnen

und Sportlern errungen worden, habe ich mir sagen

lassen. Eine ausgezeichnete Bilanz! Mehr noch als dieser

Medaillenregen sind mir die herausragenden Persönlichkeiten

in Erinnerung geblieben, denen wir diese Erfolge zu verdanken

haben. Viele von ihnen haben unter Mithilfe der Behindertensportorganisationen

und Fachverbände mit enormem Ehrgeiz

und enormer Beharrlichkeit ein Umfeld geschaffen, das es

ihnen ermöglicht hat, diese Spitzenleistungen zu erbringen,

oft mit bescheidenen Mitteln und unter großen Entbehrungen.

Mein Ziel als Sportminister ist es, solche Zellen zu fördern

und zu stärken, aber vor allem auch ein Umfeld mit System

zu schaffen, das es ermöglicht, Talente frühzeitig zu erkennen

und zu begleiten. Ich freue mich auch in diesem Bereich auf

den Austausch mit dem Österreichischen Paralympischen

Committee, den Athletinnen und Athleten.

Schaut man in das Regierungsprogramm, ist die Inklusion

ein eigener Punkt. Welche Schwerpunkte wollen Sie in

diesem Bereich setzen?

Anknüpfend an meine vorherige Antwort: Das Um und Auf sind

geeignete Einstiegsangebote in Bewegung und Sport, einerseits

durch die Behindertensportorganisationen, genauso aber

über die Institutionen der Behindertenbetreuung. Hier haben

wir vor, anzusetzen und gezielt zu fördern. Natürlich werden

wir auch evaluieren, ob die Höhe der derzeitigen Förderung

ausreicht, um die Qualität im Behindertensportbereich aufrechtzuerhalten

bzw. was man zusätzlich braucht, um sie zu

verbessern. Im Bereich der Gleichbehandlung ist in den letzten

Jahren einiges ungesetzt worden, Respekt dafür an meine

Vorgänger. Wir aber wollen weiter vorankommen: bei der

Zahl der öffentlichen Arbeitsplätze für Leistungssportlerinnen

und Leistungssportler aus dem Behindertenbereich, bei der

Angleichung von Erfolgsprämien, bei der medialen Aufmerksamkeit

und einigem mehr.

Ein anderes wichtiges Thema ist die Gleichstellung im

Sport, angefangen von gleichen Prämien und Preisgeldern

für Männer und Frauen bis hin zu einem 50-prozentigen

Frauenanteil in den Fördergremien des Bundes.

Bis wann rechnen Sie hier mit einer Umsetzung?

Da, wo wir es beeinflussen können, wird sich der Frauenanteil

binnen kurzer Zeit substanziell erhöhen. Wir werden aber natürlich

auch versuchen, auf unsere Partner im Sport einzuwirken,

es uns gleichzutun. Mit Personalentscheidungen allein

wird es aber nicht getan sein. Wir brauchen effiziente Förderprogramme

im Mädchen- und Frauensport, die Zahlen der

WHO attestieren uns großen Aufholbedarf: Rund 85 Prozent

der österreichischen Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren

sind körperlich nicht aktiv genug. Da wollen wir ansetzen.

Stichwort Förderungen: Die Spitzensportförderung wurde

bis 2021 verlängert, wird es auch ein Projekt Paris 2024

geben?

Förderprogramme für olympische und paralympische Zyklen

gibt es seit geraumer Zeit. Manche waren effektiver, andere

weniger. Wir werden uns ansehen, was gut funktioniert hat und

was weniger, und behalten uns vor, unseren eigenen Weg zu

gehen. Im Fokus aber wird in jedem Fall stehen, die Medaillenchancen

unserer Athletinnen und Athleten zu maximieren.

Was soll bleiben, wenn Sie einmal nicht mehr Sportminister

sind?

Die Erkenntnis, dass der Sport in fast alle anderen Politikfelder

ausstrahlt und entsprechend ernst genommen werden sollte,

und eine Strategie, die Österreich körperlich aktiver und gesünder

und unsere Spitzensportlerinnen und Spitzensportler

noch erfolgreicher macht – aber keine, die in einer Schublade

liegt, so wie die Konzepte meiner Vorgänger, sondern eine

Strategie, die mit Überzeugung umgesetzt wird.

Foto: GEPA-Pictures.com

Im Fokus

wird in jedem

Fall stehen,

die Medaillenchancen

unserer Athletinnen und

Athleten zu maximieren.

Sportminister Werner Kogler

20 ÖPC-news


inklusion

Sind in Österreich

inkludiert,

international

noch nicht:

die Skisportler

wie Markus

Salcher.

Inklusion

als globale Vorgabe

a

Anlässlich des 30. Geburtstages des im September 1989 im

deutschen Düsseldorf gegründeten IPC wurde nicht ohne

Stolz, aber eher nur kompakt auf das bis dahin Erreichte

zurückgeblickt. Deutlich stärker legten der 2017 ins Amt gewählte

Präsident Andrew Parsons und sein Führungsteam

ihren Fokus auf eine möglichst erfolgreiche Zukunft der

heute mehr als 200 Mitgliedsorganisationen – darunter natürlich

auch das 1998 ins Leben gerufene ÖPC – zählenden

Organisation. Sein kraftvolles Mission Statement: „Wir

haben eine Menge geschafft, wahrscheinlich mehr, als viele

1989 hätten erahnen können, aber wir kratzen nach meiner

Meinung noch immer an der Oberfläche dessen, was wir

tatsächlich erreichen können. Jetzt geht es darum, das

Potenzial der paralympischen Bewegung freizusetzen und

zu maximieren!“

Letztendlich will man der hehren Vision von der Schaffung

einer inklusiveren Welt und der Bereicherung des

Lebens von einer Milliarde Menschen mit Behinderung

durch den Parasport mit einer Reihe von Reformen und

Optimierungen einen großen Schritt näherkommen. Dafür

sollen etwa der interne Wissensaustausch verbessert, die

Geht es nach dem Internationalen

Paralympischen Committee/IPC,

sind alle seine Sportdisziplinen

spätestens bis 2030 in ihre jeweiligen

Fachverbände inkludiert. Am

Österreichischen Paralympischen

Committee soll und wird dieser

Plan nicht scheitern – vieles

wurde bereits erreicht, manches

ist noch zu tun.

22 ÖPC-news


Jetzt geht es darum,

das Potenzial der

paralympischen

Bewegung freizusetzen

und zu

maximieren.

IPC-Präsident Andrew Parsons

die inklusion der

paralympischen sportarten

in österreich

globale Implementierung des Athletenklassifizierungscodes

erreicht oder aber auch die Förderung der Geschlechterparität

in Führungspositionen in der paralympischen

Bewegung genauso vorangetrieben werden wie die globale

Effi zienz der AthletInnen-Vertretung. In letzterer wird

Österreich übrigens von Handbike-Legende Walter Ablinger

eine bereits sehr starke Stimme verliehen.

Aber ganz oben am Masterplan steht die verpflichtende

internationale und nationale Inklusion des Behindertensports

in die jeweiligen Fachverbände. Paralympische Sommersportarten

sollen bis 2028 und die winterlichen Disziplinen

bis 2030 unterm selben Dach beheimatet sein wie die entsprechenden

Spielarten für SportlerInnen ohne Handicap.

Vorgaben, die selbstverständlich auch für das Österreichische

Paralympische Committee gelten. Dort kann

man mit diesem Einläuten allerdings gut leben und wird den

bereits vor Jahren angegangenen Inklusionsprozess mit viel

Energie weiterbetreiben. 15 paralympische Disziplinen sind

bereits in die sportartspezifischen Fachverbände inkludiert

(Liste siehe Kasten), die restlichen sollen innerhalb des

IPC-Zeitplanes folgen. Für Generalsekretärin Petra Huber

ist dies allerdings weniger eine Bringschuld gegenüber dem

IPC als vielmehr eine Verpflichtung gegenüber den heimischen

AthletInnen mit starker gesellschaftspolitischer Wirkung.

„Selbstverständlich sind die Inklusion und die Gleichstellung,

die ja etwa in Bereichen der Bundessportförderung

der Sporthilfe oder auch beim Bundesheer oder beim Zoll

bereits erreicht werden konnten, stärkende Signale für alle

unsere Sportlerinnen und Sportler. Von anderen Anpassun­

Fotos: Gepa Pictures, IPC

bereits inkludiert

nicht inkludiert

SPORTART*

FACH-

VERBAND

LETZTE ÖSTERR.

TEILNAHME

Badminton ÖBV NEU für Tokyo 2020

Taekwondo ÖTDV NEU für Tokyo 2020

Biathlon ÖSV PyeongChang 2018

Langlauf ÖSV PyeongChang 2018

Ski alpin ÖSV PyeongChang 2018

Snowboard ÖSV PyeongChang 2018

Kanu OKV Rio 2016

Pferdesport OEPS Rio 2016

Radsport ÖRV Rio 2016

Rudern ÖRV Rio 2016

Tennis ÖTV Rio 2016

Tischtennis ÖTTV Rio 2016

Bogensport ÖBSV Sydney 2000

Eishockey OEHV keine Qualifikation

Triathlon ÖTRV keine Qualifikation

SPORTART**

VERBAND

LETZTE ÖSTERR.

TEILNAHME

Leichtathletik ÖBSV Rio 2016

Schwimmen ÖBSV Rio 2016

Fechten ÖBSV London 2012

Schießen ÖBSV London 2012

Boccia ÖBSV Athen 2004

Gewichtheben ÖBSV Sydney 2000

Judo ÖBSV Sydney 2000

Goalball ÖBSV Arnheim 1980

Basketball ÖBSV Tel Aviv 1968

Fußball 5-a-side ÖBSV keine Qualifikation

Rugby ÖBSV keine Qualifikation

Volleyball ÖBSV keine Qualifikation

* bereits inkludiert in nationale Fachverbände ** nicht in

nationale Fachverbände inkludiert, sondern im ÖBSV

ÖPC-news 23


Natalija Eder

arbeitet mit

ÖLV-Trainerin

Elisabeth

Eberl.

inklusion

gen, beispielsweise in

Sachen Barrierefreiheit

von Sportstätten,

haben alle etwas“, so

Petra Huber, die zudem

die Notwendigkeit

gleicher Trainingsmöglichkeiten

für BehindertensportlerInnen

unterstreicht. Und dies

nicht nur aus pragmatischen

sport lichen

Gründen, sondern

„weil Trainings Seite

an Seite auf ganz natürlich

Weise zu einer

Sensibilisierung für

die Bedürfnisse des

Gegenübers führen“.

Realität ist die Inklusion zum Beispiel bereits für Carina

Edlinger, Paralympics­ Medaillengewinnerin und -Weltmeisterin

im Langlauf. Sie ist genauso in den Österreichischen

Skiverband inkludiert wie einst schon der im Vorjahr zurückgetretene

Skistar Claudia Lösch oder auch Markus Salcher,

der aktuelle Gesamtweltcupsieger im Super-G und Doppel­

Paralympionike. Der Kärntner vertrat Österreich vergangenen

Dezember beim IPC Athlete’s Council in Colorado

Springs (USA) und machte sich dort unter anderem für die

Inklusion seines Sports in den internationalen Skiverband

Foto: Gepa Pictures

FIS stark. In Österreich, beim ÖSV, ist diese bereits seit

vielen Jahren Realität.

Ein wichtiger Botschafter für die Sache ist speziell auf

nationaler Ebene Para-Schwimmer Andreas Onea, der 2016

in Rio Bronze erobern konnte. Mit bärenstarken Leistungen

bei Landes- oder Staatsmeisterschaften der Nichtbehinderten

macht er als Mitglied der Schwimm-Union Wien immer

wieder eindrucksvoll Werbung für die Inklusion in den Österreichischen

Schwimmverband. Noch müssen dafür aber

einige Hürden organisatorischer und finanzieller Natur überwunden

werden. Ähnlich übrigens wie in der Leichtathletik.

Aber auch dort ist man sich in den letzten Jahren immer

näher gekommen, auch und speziell auf der Tartanbahn. So

arbeitet etwa Speerwerferin Natalija Eder mit ÖLV-Trainerin

Elisabeth Eberl zusammen. Diskus-Ass Bil Marinkovic,

ebenfalls mit Sehbehinderung, wiederum vertraut auf die

Tipps von Leichtathletik-Verbandscoach Gerhard Mayer

und übte zuletzt nicht selten Seite an Seite mit Österreichs

Ausnahmewerfer Lukas Weißhaidinger.

Mögen auch dies Zeichen dafür sein, dass in Bälde österreichweit,

aber eben auch international flächendeckend

alles zusammenkommt, was zusammengehört. Da wie dort

nicht lockerlassen will jedenfalls Petra Huber – als ÖPC­

Generalsekretärin und als Vorstandsmitglied im Europäischen

Paralympischen Committee: „Unsere Spitzensportlerinnen

und Spitzensportler sind echte Vorbilder in Sachen

Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit, aber auch dafür,

wie bereichernd der Sport sein kann. Und das speziell für

junge Menschen mit, aber auch ohne Behinderung!“

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Optimaler Reiseschutz

für das paralympische Team

Seit 1. Jänner ist die „Europäische

Reiseversicherung“ Partner des

Österreichischen Paralympischen

Committees. Wolfgang Lackner,

CEO beim heimischen Marktführer

im Bereich Reiseversicherung,

im Kurzinterview.

Was ist aus Ihrer Sicht der Grundgedanke hinter

der Partnerschaft zwischen der Europäischen

Reiseversicherung und dem ÖPC?

Wolfgang Lackner: Die Europäische Reiseversicherung

freut sich, die tolle Bewegung und die

Anliegen des paralympischen Spitzensports sowie

das herausragende Engagement der paralympischen

Sportlerinnen und Sportler, Funktionärinnen

und Funktionäre sowie Familien zu unterstützen.

Bitte um eine kurze

Unternehmensvorstellung

der „Europäischen“.

Die ERV ist Marktführer in Österreich

in der Reiseversicherung. Das Unternehmen

blickt auf eine lange und erfolgreiche

Geschichte zurück, die Gründung erfolgte bereits im

Jahr 1907. Die Zielsetzung der Gesellschaft ist es,

„das Leben der Reisenden zu verbessern“ und allen

Reisenden einen optimalen Versicherungsschutz zu

gewähren.

Was bedeutet die Partnerschaft konkret für das

österreichische paralympische Team?

Das paralympische Team ist auf seinen Reisen für

die paralympische Bewegung optimal versichert.

Damit können sich die Sportlerinnen und Sportler

sorgenfrei auf den Sport konzentrieren und beruhigt

die Reise zu den Paralympics antreten. Zusätzlich

sind auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an

den Jugendcamps und das

Betreuungspersonal in diesen

Schutz einbezogen.

24 ÖPC-news


© Ottobock

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schwerpunkt

Alleskönner

Der

Kajak-Ass Mendy Swoboda ist Japan-Fan und will seine

starke Karriere mit einer Goldmedaille in Tokyo krönen.

wWas hat er nicht schon alles probiert: Wildwasserkajak und

Kanu-Polo, er ist mit dem Kanu die Donau von Passau bis

Hainburg, also von der deutschen an die slowakische Grenze,

gefahren und vom Hallstätter See an den Traunsee gepaddelt.

Im Rennkajak hat Mendy Swoboda sowieso fast alles gewonnen,

was es zu gewinnen gibt, ist mehrfacher Welt- und

Europameister und jubelte bei der Kanu-Premiere auf

paralympischer Bühne 2016 in Rio de Janeiro über die

Silbermedaille.

„Ich bin froh, dass ich mit meiner Behinderung im Boot

praktisch alles machen kann. Und durch diese immer neuen

Perspektiven kann ich die Liebe zum Paddeln stets wiederentdecken,

das ist ganz wichtig für mich.“

Der Oberösterreicher gehört zweifellos zu den Größten

seines Faches – und doch will der 30-Jährige mehr, träumt

von Paralympics-Gold in Tokyo. So gesehen war Swoboda

nicht traurig, als die Sommerspiele aufgrund der COVID-19-

Pandemie verschoben wurden.

„Für mich ist das zusätzliche Jahr sicher kein Nachteil.

Es gibt mir die Möglichkeit, 2021 noch stärker an den Start

zu gehen“, so der bekennende Japan-Fan, der nach dem

Test-Event im vergangenen Jahr mit seiner Schwester noch

eine Rundreise angehängt hat. Mit Tokyo, klar, aber auch mit

Kyoto und Nagano.

Mit Sushi und Sashimi.

Mit heißen Quellen und kalten

Vulkanen. Mit überfüllten

U-Bahnen und einsamen

Stränden. „Das Faszinierende

an Japan sind die Gegensätze:

der extreme Fortschritt in

Sachen Technik auf der einen, die gelebten Traditionen und

der Respekt auf der anderen Seite.“

Die Reise zu seinem großen Ziel, die „Road to Tokyo“ des

Mendy Swoboda, wird, sobald es Social Distancing zulässt,

nach Ungarn führen. Dort wird er sich einer Trainingsgruppe

anschließen, um die letzten, die entscheidenden Prozentpunkte

mithilfe der Gruppendynamik herauszuholen.

„Für mich ist der soziale Aspekt des Sports unglaublich

wichtig. Ich kann mich allein nicht gut quälen, aber in der

Gruppe bin ich extrem leicht zu motivieren“, sagt Swoboda,

der auch in Linz auf ein paar ehemalige Aktive zurückgreifen

kann. „Die waren während des Corona-Lockdowns so fleißig,

dass ich bei unseren Trainings sogar das Rennboot auspacken

musste, aber die meisten können leider nur einmal

pro Tag trainieren.“

Um ein ganzes Jahr wurde sein Vertrag als Heeressportler

verlängert: „Das Bundesheer hat in unsicheren

Zeiten schnell für Sicherheit gesorgt und uns Sportlerinnen

und Sportler nicht fallengelassen. Das ist ein Riesensegen,

weil es uns die Möglichkeit gibt, unseren Sport professionell

auszuüben.“ Und das braucht es, damit der Alleskönner

auch in Tokyo wieder mit einer Medaille um den Hals vom

Stockerl lachen kann.

Im Rennen ist er

Einzelsportler, im

Training schwört

Mendy Swoboda

auf Gruppendynamik:

„In der Gruppe

kann ich mich am

besten motivieren.“

Foto: ICF/Bence Vekassy

26 ÖPC-news


partner

Passion for

Paralympics

Ottobock-Mitarbeiter

Alexander Pototschnig,

der Hoffnungsträger

für den österreichischen

Laufsport.

m„Mit einem gut angepassten

Schaft ist einiges möglich. Die Prothese

erleichtert mein Training und den

Wettkampf. Sie sorgt dafür, dass ich

auf einem körperlich und technisch

deutlich höheren Niveau trainieren

kann. Das bringt mich einen großen

Schritt näher an meine Ziele!“, sagt

Alexander Pototschnig, dessen große

Leidenschaft dem Laufsport gilt. Der

Nachwuchssportler und Ottobock-

Mitarbeiter ließ sich durch seine Behinderung

– er wurde ohne rechten

Unterarm geboren – nie von seinen

sportlichen Zielen abbringen.

Erste internationale Erfolge feierte

Alexander Pototschnig bei den Internationalen Deutschen

Leichtathletik-Meisterschaften im Juni 2015 in Berlin.

Der österreichische Jugendrekordhalter im 100-Meter-,

200-Meter- und 400-Meter-Lauf erreichte zwei dritte Plätze

und verbesserte damit seine persönliche Bestleistung

in diesen Bewerben.

Nur einen Monat später gewann er bei den International

Wheelchair & Amputee Sports Federation World

Junior Games in den Niederlanden drei Goldmedaillen:

im 100-Meter-, 200-Meter- und 400-Meter-Bewerb.

Nach der Bronzemedaille bei der EM 2016 in Grosseto,

Italien, war die Qualifikation für die WM 2017 in London ein

weiterer Meilenstein in der Sportkarriere von Alexander.

Er lief persönliche Bestzeit im Finallauf über 200 Meter

und 400 Meter. Mit seinen damals erst 18 Jahren war

Alexander Pototschnig damit einer der jüngsten Starter

bei diesem Großereignis und wurde seinem Ruf als

österreichischer Hoffnungsträger und neues Talent

auf der internationalen Wettkampfbühne gerecht.

ANZEIGE / Foto: Getty Images/Stringer/Patrik Lundin

Ein Ziel vor Augen

Der heute 22-Jährige trainiert täglich anderthalb bis zwei

Stunden: im Sommer intensives Lauf-, Schnelligkeits- und

Starttraining, im Winter Aufbautraining, wie längere Läufe

und schweres, ausdauerndes Krafttraining.

Alexander Pototschnig arbeitet als Servicetechniker in

der Abteilung Technisches Service Obere Extremitäten bei

Ottobock am Standort Wien. Von seinen persönlichen Erfahrungen,

vor allem aber von seiner sportlichen Praxis

profitiert das Unternehmen.

Für Alexander ist es wichtig, dass Menschen Zugang

zum Parasport finden: „Es ist schön zu sehen, was AthletInnen

– trotz oder gerade wegen ihrer Beeinträchtigung –

aus ihrem Leben machen, was möglich ist. Am besten,

die Menschen machen sich selbst ein Bild im Stadion.“

Das nächste von Alexander Pototschnig angestrebte

Ziel ist

Powered

die Qualifikation

byfür und die

Teilnahme an den Paralympischen

Sommerspielen 2021 in Tokyo.

Partner

ÖPC-news 27


schwerpunkt

Gleich drei rot-weiß-rote Rollstuhltennisspieler

wären aktuell fix für

die Paralympics qualifiziert. Und im

Optimalfall schlagen 2021 sogar vier

Österreicher in Tokyo auf.

Die Dichte stimmt

wWenn am Montag, den 7. Juni 2021 die neuen Rollstuhltennis-Weltranglisten

veröffentlicht werden, bekommen es

auch Österreichs Cracks schwarz auf weiß. Wer dann unter

den ersten 40 platziert ist, darf im paralympischen Einzelbewerb

von Tokyo zuschlagen. Wären die Spiele planmäßig

heuer über die Bühne gegangen, würden laut der am

16. März wegen des Corona-Lockdowns eingefrorenen

Weltrang liste gleich drei heimische Tennisspieler im Ariake

Tennis Park im Tokyoter Bezirk Kōtō um Medaillen spielen.

Am besten stand zu Redaktionsschluss Altmeister

Martin Legner da. Als ehemalige Nummer 1 der Welt und

Viertplatzierter der Spiele 2000 in Sydney geht er mit seinen

58 Jahren auf seine achte Teilnahme bei Paralympics los,

schon die bisherigen sieben Starts des Tirolers bedeuten

Weltrekord. Seit einem Unfall beim Paragleiten im Jahr

1988 im Rollstuhl, war der aktuelle Weltranglisten-29.

vom Tennis-Debüt 1992 in Barcelona weg bei sämtlichen

Paralympics-Turnieren dabei.

Für seinen zweiten Anlauf nach Rio 2016 macht sich

die derzeitige Nummer 34 fit. Seit vergangenem Herbst von

Headcoach Wolfgang Thiem betreut, schuftet Nico Langmann

für den für Ende August erhofften Neustart des internationalen

Turniergeschehens. Um Tokyo nächstes Jahr

dann fix buchen zu können, hat der 23-jährige Wiener seine

Für Martin Legner (links) wäre Tokyo die achte Teilnahme

bei Paralympics, für Nico Langmann (kl. Bild

oben) die zweite, für Josef Riegler die Premiere.

Technik teils radikal umgestellt und will beim „Comeback“

mit ökonomischeren, aber gleichzeitig härteren Schlägen

mit mehr Topspin punkten.

Nur zwei Plätze hinter Langmann darf sich aus heutiger

Sicht der 45-jährige Josef Riegler Hoffnungen auf seine

Premiere bei Paralympics machen. Der Niederösterreicher

entschied 2019 drei internationale Turniere für sich und

konnte beim Heimerfolg in St. Pölten auch Landsmann

Martin Legner einigermaßen klar besiegen.

Und läuft es nach einem hoffentlich bald offiziell gemachten

Termin für den Wiederbeginn der ITF Wheelchair

Tennis Tour ganz optimal, dann könnte Österreich vielleicht

sogar noch einen vierten Mann nach Tokyo entsenden:

Thomas Flax arbeitete sich mit starken Resultaten wie

dem Turniersieg beim Buchlberg Open in Deutschland, wo

er im Endspiel den an Nummer 1 gesetzten Josef Riegler

bezwang, zuletzt bis auf Platz 46 der Weltrangliste vor.

Fotos: Getty Images, Gepa Pictures (2)

28 ÖPC-news


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schwerpunkt

Traumziel verschoben,


nicht aufgehoben

Ich sehe die Situation positiv, kann ein Jahr länger trainieren

und werde dadurch meine Zeiten sicher verbessern“,

meint die 17-jährige Wienerin. Als Kaderschwimmerin

durfte sie ab 20. April wieder auf der 50-Meter-Bahn trainieren:

„Im Leistungszentrum Südstadt mit meinem Trainer

Adi Gschwandtner. Fünf bis sechs Einzeltrainings in der

Woche waren für mich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie

möglich, das hätte ich ohne Corona auch nicht gehabt.“

Wenn Janina Falk bei den Paralympics startet, wäre es

eine doppelte Premiere: einerseits naturgemäß ihre persönliche,

andererseits das erste Antreten einer österreichischen

Sportlerin mit einer mentalen Behinderung bei Paralympics

überhaupt. Das Limit über 200 Meter Lagen hat sie

2019 in Lignano unterboten. Da Österreichs Schwimmerinnen

aber nur über einen Quotenplatz für Tokyo verfügen,

hätte zwischen Falk und Sabine Weber-Treiber entschieden

werden müssen. Die Entscheidung ist nun vertagt, erbrachte

Limits bleiben für 2021 bestehen.

Janina Falk und die Paralympics, das wäre eine

emotionale Geschichte. Ihre Diagnose lautet

„FASD“, das durch Alkoholkonsum in der

Schwangerschaft durch ihre verstorbene Mutter

aus gelöst wurde. Mit sechs Jahren kam

sie zu ihren Pflegeeltern, zuvor war sie in

einem Heim. „Janina hat mich an der

Hand genommen und gefragt: ‚Spielst du

mit mir?‘ Heute kriege ich noch eine Gänsehaut“,

erinnert sich Pflegevater Gottfried

Müllner. Mit acht begann sie im

Schwimm verein, einen Sport, der auch mit

ihrer Sehschwäche (8 Dioptrien und ein geschränktes

Sichtfeld) gut möglich war.

Janina Falk: „Ein Jahr Zeit, um

mich weiter zu verbessern.“

Österreichs jüngste – mögliche

– Tokyo-Starterin, die 17-jährige

Schwimmerin Janina Falk,

nahm die Nachricht von der

Verschiebung der Spiele locker.

Ihre Teilnahme wäre im

doppelten Sinn eine Premiere.

Mit zwölf sah sie mit Pflegemutter Heidemarie Thomann

ein YouTube-Video vom Paralympics-Sieg der Britin Jessica-

Jane Applegate in London. Davon inspiriert setzte sie sich

die Teilnahme an den Tokyo-2020-Spielen zum Ziel. Falk

hat mittlerweile 28 Staatsmeistertitel sowie WM- und

EM-Medaillen in den Nachwuchsklassen gewonnen. 2019

schwamm sie zu sieben Medaillen bei den European Para

Youth Games in Helsinki, davon drei in Gold.

Bis zum Lockdown war die Schülerin des ERG Donaustadt

heuer die Achtschnellste der Welt in ihrer stärksten

Disziplin 100 Meter Butterfly. „Bei einem Großereignis weiß

man nie, was passiert“, meint sie, auf Medaillenchancen bei

den 2021 stattfindenden Spielen angesprochen.

Im Moment hat auch Janina Falk naturgemäß das

Problem fehlender Wettkämpfe, Anfang September wird

sie einen Open-Water-Bewerb im Wörthersee schwimmen.

Ab dann trainiert sie auch wieder dreimal pro Woche in der

Südstadt und dreimal bei ihrem Verein SC Diana mit Trainer

Detlef Leu. Auf was sie sich riesig freut: Labradorhündin

„Isabella“, zurzeit noch in Ausbildung zur Assistenzhündin,

wird sie ab Herbst bei Alltagswegen unterstützen.

Fotos: Daniel Auer

30 ÖPC-news


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schwerpunkt

Der Radsport begleitet

Yvonne Marzinke

schon ein ganzes

Leben lang, seit 2017

gibt die 44-Jährige

als Profi Gas – und

träumt von der Paralympics-Teilnahme.

Need for

Speed

d

Die Premiere muss wegen der COVID-19-Pandemie ein Jahr

warten. Ein Jahr, in dem sich die Allrounderin – die gebürtige

Deutsche fährt alle Disziplinen – der Weltspitze weiter

annähern möchte.

Yvonne, wie hast du die Corona-Zwangspause erlebt?

Ich war im März auf Trainingslager in Südafrika. Dort war

das Corona-Virus überhaupt kein Thema, außer wenn ich

Online-Medien aus der Heimat konsumiert habe. Aber das

hat sich bei meiner Rückreise schlagartig geändert. Ich

bin in München am Abend aus dem Flieger gestiegen, um

Mitternacht wurden die Grenzen dichtgemacht.

Du musstest dein System praktisch über Nacht von

hundert auf null runterfahren?

Ich war froh, daheim zu sein, aber anfangs war es richtig

krass. Ich musste mich erst einmal sortieren, mir Equip-

ment für das Krafttraining organisieren und bestellen,

aber natürlich haben mir die Geräte aus der Kraftkammer

gefehlt. Aufgrund meiner Behinderung ist ein Training mit

freien Gewichten schwierig umzusetzen.

Wie bist du mit der Ungewissheit der Corona-Situation

umgegangen?

Zum Glück gab es schnelle Entscheidungen: die Verschiebung

der Paralympics ins nächste Jahr, aber vor allem das

Commitment des Olympiazentrums Salzburg-Rif und die

Verlängerung meines Vertrages als Heeressportlerin. Das

sind zwei unglaublich wichtige Basisbausteine in meiner

Vorbereitung.

Weil?

Das Niveau im paralympischen Sport mittlerweile so hoch

ist und von Jahr zu Jahr weiter wächst. Ich bin noch nicht so

32 ÖPC-news


Fotos: Thomas Kaserer Fotografie, Gepa Pictures

Yvonne Marzinke auf dem Rad und beim Heimtraining während des Lockdowns:

„Equipment fürs Krafttraining musste ich mir erst organisieren.“

lange dabei, höre nur immer wieder, dass es früher noch

anders war, aber ohne dieses professionelle Umfeld hat man

keine Chance mehr, ganz vorn mitzumischen.

Du hast das Olympiazentrum angesprochen – wie wirst

du vom dortigen Team unterstützt?

Ich habe ein unglaubliches Team hinter mir, angefangen

bei meinem Trainer Gerald Bauer über Judith Haudum, die

mich im Bereich Ernährung betreut, bis zu Mario Plesser,

mit dem ich im mentalen Bereich arbeite. Leistungssport ist

heute unglaublich komplex, es müssen so viele Bausteine

ineinandergreifen. Dieser ganzheitliche Ansatz gefällt mir

irrsinnig gut, gleichzeitig braucht es auch sehr viel Eigeninitiative

und Selbstorganisation.

Wie wichtig ist dir der Austausch mit anderen Sportlerinnen

und Sportlern?

Sehr wichtig. Ganz egal, ob ich mit Skifahrerin Mirjam Puchner

oder Skispringerin Chiara Hölzl trainiere, wir motivieren

uns gegenseitig, können uns auch immer wieder das eine

oder andere voneinander abschauen. Diese Atmosphäre ist

sicher auch deshalb so einzigartig, weil wir alle wissen, wie

hart jeder und jede Einzelne für den Erfolg arbeitet.

Durch die Verschiebung der Sommerspiele ins nächste

Jahr bleibt dir ein Jahr mehr Zeit, um dich auf deine

ersten Paralympics vorzubereiten. Woran wirst du ganz

besonders arbeiten?

Da ich ja erst seit Kurzem Profi bin, freut mich natürlich dieses

eine Jahr mehr für die Vorbereitung. Wir arbeiten intensiv

am Kraftaufbau und daran, diese Kraft dann auch aufs

Pedal zu bekommen. Dazu kommen Stabilitäts training und

Gleichgewichtsübungen. Wegen meiner Arm- Bein-Behinderung

diagonal ist meine linke Seite sehr schwach, deshalb

bin ich viel am Balanceboard und lerne gerade Slacklinen,

immer in Verbindung mit Konzentrationsarbeit.

Wie präsent sind bei all deinen Trainings schon die

Spiele?

Ich hoffe das Beste, also dass die Spiele nächstes Jahr

stattfinden, bereite mich absolut fokussiert darauf vor

und möchte einfach die Zeit bis dahin bestmöglich nützen.

Deshalb habe ich auch mein Set-up noch einmal komplett

umgestellt, fahre jetzt dank „Michis Radladen“ in Kuchl auf

dem Rennrad und dem Zeitfahrrad mit Scheibenbremsen,

geschaltet wird elektronisch.

Apropos Material, weil du ja in Sachen Rädern aus dem

Vollen schöpfen kannst: Welche ist eigentlich deine

Lieblingsdisziplin?

Das Zeitfahren ist sicher mein persönlicher Favorit. Ich liebe

die Geschwindigkeit und den Kampf gegen die Uhr. Rennrad

und Bahn mag ich aber auch sehr gern und während Corona

bin ich viel mit dem Mountainbike unterwegs gewesen. Das

macht Spaß, auch wenn es aufgrund meiner Behinderung

nicht mehr die ganz große Downhill-Karriere werden wird.

Wird man dich heuer noch im Renneinsatz sehen?

Ich hoffe schon. Rennen sind das Salz in der Suppe, eine

internationale Formüberprüfung wäre schön. Bis jetzt ist

ein Para-Europacup im September in der Slowakei geplant,

ansonsten werde ich das eine oder andere Rennen in Österreich

mitnehmen. Und ein Highlight wird sicher der „King of

the Lake“, den ich mit einem Damen-Team fahren werde –

einmal um den Attersee, alle Straßen gesperrt, keine Autos.

Ein Traum!

ÖPC-news 33


kooperation

Universität Salzburg:

Frische Kräfte für den Sportjournalismus

Neue SportjournalistInnen braucht das Land. Beim Universitätslehrgang „Sportjournalismus“ in Salzburg werden

solche ausgebildet. „Die Absolventinnen und Absolventen sollen einerseits befähigt werden, das Sportgeschehen und

dessen sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenhang kritisch zu betrachten, und andererseits

die vielfältigen Erscheinungsformen des Sports mit den aktuellen Medien zu präsentieren“, erklärt assoz. Univ.-Prof.

Mag. Dr. Minas Dimitriou, der Lehrgangsleiter. Die Kooperation beinhaltet weiters die wissenschaftliche Untersuchung

der Medienberichterstattung zukünftiger Paralympics.

Als Lektorinnen fungierten ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber und Sophie Vesely, die das ÖPC seit Jahren in Sachen

Bewegtbild unterstützt. Heuer waren gleich mehrere Paralympics-Stars als Gastvortragende in Salzburg dabei.

Die hier abgedruckten beiden besten Texte haben die Studierenden Melanie Meilinger und Michael Salmhofer verfasst.

Der Sport war das

Fotos: GEPA Pictures

s17 Tage nach seinem Motorradunfall im Jahr 1992 wurde

dem Kärntner der linke Unterschenkel sieben Zentimeter

unterhalb des Knies amputiert. „Natürlich war ich zuerst

verzweifelt, aber die Hoffnung und die neuen Perspektiven

im Leben sind schnell zurückgekommen. Ich habe die Amputation

nicht als Behinderung, sondern als Herausforderung

gesehen“, so der 50-Jährige. Nur 14 Monate später

kommt Manfred durch seinen Orthopädietechniker Robert

Maier zum Behindertenskisport. „Die ersten Versuche auf

Schnee am Mölltaler Gletscher waren ziemlich ernüchternd“,

gibt er zu. Aber aufgeben gibt es für Manfred nicht,

bis heute nicht. Auch nach dem Ende seiner Karriere im

Jahr 2010 überwindet der zweifache Familienvater seinen

inneren Schweinehund fast täglich. „Sporteln ohne Pulsuhr

kann ich nicht“, lacht er. „Immer wieder möchte ich besser

oder schneller sein als beim Training zuvor, der innere

Ehrgeiz treibt mich einfach an.“

Das größte Erlebnis für ihn war die Heimweltmeisterschaft

2004 in der Wildschönau. Vor heimischem Publikum

gewann er in der Abfahrt die Bronzemedaille, die Freude war

riesig. Auch an die Weltmeisterschaft in Anzère (SUI), bei der

er im Slalom zum Vizeweltmeister wird, denkt er gern zurück.

Bei drei Winter-Paralympics war er mit am Start, den

Traum von einer Medaille konnte er sich aber leider nicht

erfüllen. Der Sport hat ihn aber viel gelehrt. „Der Sport war

das Sprungbrett in mein jetziges Leben, ich kann es mir

Manfred Auer

Sprungbrett

von Melanie Meilinger

heute nicht mehr vorstellen, Briefmarken zu stempeln oder

Pakete entgegenzunehmen“, erinnert er sich zurück.

Bereits während seiner sportlichen Karriere hat Manfred

die C-Trainer-Ausbildungen absolviert. Gleich nach dem

Ende seiner aktiven Laufbahn konnte er so sein Wissen und

seine Erfahrung an junge Kärntner Sportler weitergeben.

„Ich kann mich sehr gut in die Athletinnen und Athleten

hineinversetzen, ich glaube, das hilft ihnen sehr“, sagt er.

Mit einem kleinen Team betreut er jetzt Laura Valeanu, eine

rumänische Sportlerin mit Behinderung, die in München als

Ärztin arbeitet. Manfred bereitet sie auf die kommende Saison

vor. Wie es weitergeht, kann er noch nicht genau sagen.

Ob die Wettkämpfe wie geplant im nächsten Winter stattfinden,

ist aus derzeitiger Sicht noch unklar.

Im Breitensport engagiert sich Manfred für das „Stolperstein“-Skiwochenende.

Beinamputierte haben dort die Möglichkeit,

das Skifahren zu erlernen und sich mit Betroffenen

auszutauschen, er steht auf der Piste und gibt Skiunterricht.

„Im Nachhinein betrachtet hat sich herausgestellt, dass

der Sport mich und mein Leben komplett geprägt hat.“ Er

erinnert sich an seine ersten Rennen, die Aufnahme in den

ÖSV-Kader und die damit verbundene Motivation: „Als Amputierter

wieder in die Gesellschaft eingegliedert zu werden

war ein schönes Gefühl.“ Die ersten Einladungen zu Ehrungen,

der gemeinsame Auftritt mit anderen heimischen

Sportgrößen im Bundeskanzleramt und das Wiedertreffen

der SpitzensportlerInnen am Gletscher haben ihm in dieser

Zeit sehr viel Auftrieb gegeben. „In Reih und Glied mit Menschen

zu stehen, zu denen unsere ganze Nation aufschaut,

hat mich unglaublich motiviert“, erinnert er sich.

„Durch meine Amputation bin ich zum Skisport gekommen,

das wiederum hat mich in die Prothetik und die Entwicklung

gebracht. Der Sport hat mir ihn vielen Bereichen

den Weg geebnet“, sagt der sympathische Sportler.

Für den Skisport wünscht er sich, dass der Behindertensport

auf ein Niveau kommt wie der Nichtbehindertensport.

Die Entwicklung und fortschreitende Inklusion zeigen, dass

die Richtung bereits stimmt. Wichtig sei es, dass zumindest

die AthletInnen gut abgesichert seien und sich auf den Sport

und ihr Ziel konzentrieren könnten. „Wenn man dann aber

etwas genauer hinschaut, gibt es schon noch ein paar Dinge,

die verbesserungswürdig sind, der Weg stimmt aber schon

einmal“, erzählt Manfred zum Abschluss.

34 ÖPC-news


Von der Reha nach Rio

eAndreas Onea

Ein lautes „Jaaaaa!“ hallt durch das Olympic Aquatics

Sta dium, den Austragungsort des 100-Meter-Brust-Finales

bei den Paralympics 2016 in Rio. Man könnte meinen, der

Goldmedaillengewinner freut sich über seinen Triumph,

doch der euphorische Jubel ging von Andreas Onea aus,

der Bronze erobert hatte. Ein starkes Finish auf den letzten

Metern sicherte dem Schwimm-Ass diese Medaille. Mit

0,26 Sekunden Vorsprung auf Platz vier holt sich Andreas

Onea sein erstes Edelmetall bei Paralympics.

Dieser Erfolg basiert auf einem Ereignis vom 3. Mai 1998.

Nach einem folgenschweren Autounfall muss dem damals

5-Jährigen der komplette linke Arm amputiert werden. Als

sein Vater im Krankenhaus aus dem Koma erwacht und das

Schicksal seines Jungen realisiert, schießen Onea senior die

Tränen in die Augen. „Papa, warum weinst du? Ich bekomme

jetzt eine Puppenhand! Du brauchst dir keine Sorgen zu

machen“, so der schon damals optimistische Andreas.

Im darauffolgenden Sommer 1999 beginnt Andreas

Onea mit der Rehabilitation in Klosterneuburg (NÖ). Im Zuge

dessen beginnt er mit dem Schwimmen. Schnell bemerkt

der junge Niederösterreicher mit rumänischen Wurzeln,

dass das Schwimmen mehr als Reha ist. Der Fokus bleibt

beim Brustschwimmen. Als „grottenschlecht“ bezeichnet

sich Onea in den anderen Disziplinen.

Im Alter von 12 Jahren wird Onea österreichischer

Staatsmeister über 100 Meter Brust. Mit 16 stellt er einen

Weltrekord auf der Kurzbahn (25 Meter) auf und ist im

selben Jahr der jüngste Athlet im österreichischen Paralympics-Aufgebot

für Peking 2008. In seiner Paradedisziplin

100 Meter Brust belegt Onea den 6. Platz. Vier Jahre später,

2012 in London, kommt der Niederösterreicher seinem

Traum Edelmetall näher, doch klappen sollte es in der

von Michael Salmhofer

britischen Metropole noch nicht. Mit der für ihn bis heute

persönlichen Bestleistung von 1:11,35 verpasst er nur knapp

den Sprung aufs Podium. Erst bei den Paralympics 2016 in

Rio geht der Traum von einer Medaille in Erfüllung.

Ein weiterer Höhepunkt in der Karriere des 27-Jährigen

ist der Sieg im B-Finale 2012 über 200 Meter Brust der

nichtbehinderten Schwimmer. Über damalige Schlagzeilen,

beispielsweise „Einarmiger besser als ‚gesunde‘ Schwimmer“,

kann er heute nur schmunzeln. Woher kommt das

unumstößliche Verlangen nach dem Erfolg? „Ich habe in

der Reha viel Kontakt zu Menschen mit Behinderung gehabt

und bemerkt, was sie können. Das hat mich bestärkt und

motiviert, mir selbst Ziele zu setzen. Es gab aber auch

10.000 Momente, wo ich aufhören wollte – aber eben da

ist es wichtig, mir in Erinnerung zu rufen, warum ich das

mache“, erzählt Andreas.

Die Corona-bedingte Zwangsverschiebung der Paralympics

2020 in Tokyo ins nächste Jahr sieht Andreas Onea

gelassen. Auf die Frage, warum er diesmal Gold holen wird,

reagiert er selbstbewusst: „Ich bin acht Jahre reicher an

Erfahrung und kenne die Abläufe. Das Training läuft super,

teilweise bin ich schneller als mit 21 Jahren. Einer Medaille

steht nichts mehr im Wege, außer andere Athleten, die auch

Gold haben wollen.“

Die Medien sollten für Onea kein Nervositätsfaktor

sein. Seit Oktober 2012 moderiert er das Behindertensport-

Magazin „Ohne Grenzen“ auf ORF Sport+. Was wünscht sich

der Moderator für den Behindertensport? „Dass er die Anerkennung

bekommt, die ihm zusteht. Der Parasport sollte

komplett normal wahrgenommen und vom ‚Anhängsel‘ in

eine zentralere Rolle in der Sportpolitik bewegt werden.

Wenn ich eines Tages Sportminister werde, setze ich das

alles um“, scherzt der sympathische Niederösterreicher.

Vorerst bleibt die Hoffnung, dass der euphorische Jubel

von Rio auch in Tokyo zu hören sein wird.

ÖPC-news 35


schwerpunkt

„Ich werde

entspannt

nach Japan

reisen“, ist

Pepo Puch

überzeugt –

hier mit Gold

und Silber von

RIO 2016.


s

Sein Name: Pepo Puch. Sein Ziel: Gold-Hattrick bei den

Paralympics. Daran ändert auch die Verschiebung der Spiele

um ein Jahr auf 2021 nichts. Österreichs Paradressur-Aushängeschild

will nach Gold 2012 in London (Kür) und 2016

in Rio (Einzel) auch in Tokyo vom obersten Podest lachen.

„Ich reise ganz entspannt nach Japan, ich habe meine

Medaillen schon gewonnen, das gibt mir eine gewisse

Lockerheit. Klar möchte ich noch einen draufsetzen, wieder

mit Übergepäck nach Hause kommen, aber damit es im

entscheidenden Moment funktioniert, braucht es auch das

Quäntchen Glück“, blickt der 54-jährige Steirer mit Vorfreude

auf das Highlight im nächsten Sommer.

Besonders stolz macht ihn die Tatsache, dass sich das

Paradressur-Team für die Spiele qualifizieren konnte. Puch,

Heeressportlerin Julia Sciancalepore, Valentina Strobl und

Bernd Brugger schafften bei der Qualifikation im Februar gemeinsam

den Sprung nach Tokyo: „Diese Qualifikation ist alles

andere als selbstverständlich. Das Niveau, auf dem mittlerweile

in allen Grades geritten wird, ist unglaublich hoch.“

Im Kampf um Team-Medaillen werden sich die 15 teilnehmenden

Nationen einem neuen Format stellen müssen.

Die Team-Entscheidung findet an zwei Wettkampftagen mit

nur drei Reiterinnen und Reitern (früher waren es vier) pro

Land statt. Darüber hinaus geht es zuerst in den Grades 1

bis 5 im sogenannten „Individual Test“ um Einzelmedaillen.

Erst danach reiten die Top 3 der jeweiligen Nation im

„Team Test“ um die Mannschaftsmedaillen.

Der Mannschaftsbewerb in Tokyo wird jedenfalls spannend.

Die USA gehen als Nummer 1

der Weltrangliste als Favorit ins Medaillenrennen,

dazu wird Belgien als

Mitfavorit gehandelt. Großbritannien

hat seit Einführung der Paradressur

1996 in Atlanta bei allen Paralympischen

Spielen die Team-Goldmedaille

gewonnen.

Österreichs Team geht als Außenseiter

ins Rennen um die Medaillen –

aber als einer mit Chancen. Puch:

„Es ist nicht mehr so, dass wir nur

froh sind, dabei zu sein, wir mischen

bei den großen Nationen mit. Direkt

nach der Ankunft aus Rio haben wir

gesagt, jetzt geht es darum, hart

weiterzuarbeiten, gewisse Dinge zu

Wir mischen

Nationen

Fotos: OEPS/Tomas Holcbecher, GEPA Pictures, Facebook Dressursport Österreich

36 ÖPC-news


ei den großen

mit

Schafft Österreichs Paradressur-Aushängeschild Pepo Puch

den Gold-Hattrick? Spannend wird aber auch der Teambewerb,

wo Österreichs „Next Generation“ zeigen will, was sie draufhat.

Österreichs

Paradressur-

Team mit Pepo

Puch, Julia

Sciancalepore,

Valentina

Strobl (kl. Bild)

und Bernd

Brugger

schaffte heuer

die Qualifikation

für Tokyo.

Dort werden

die Top 3 jeder

Nation um

Teammedaillen

reiten.

ÖPC-news 37


Die 24-jährige

Kärntnerin

Julia Sciancalepore

startete

vor dem Lockdown

stark in

die Saison

2020.

schwerpunkt

Die große Kunst ist

es, das beste Pferd

zur richtigen Zeit am

richtigen Ort zu haben.

Pepo Puch

verfeinern und den nächsten Schritt zu machen. Man sieht

an den Ergebnissen, dass wir etwas dafür getan haben.“

Die Verschiebung der Paralympics trifft den Pferdesport

härter als andere Sportarten. „Die große Kunst ist es, das

beste Pferd zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben“,

erklärt Puch. „Langfristige Planung ist bei uns das Um

und Auf. Wir sind nach den Spielen in Rio aus dem

Flieger gestiegen, haben an Tokyo gedacht und

dafür geplant.“ Nun haben sich die Pläne geändert.

Ein weiteres Jahr harte Arbeit kommt auf das

Paradressur-Team zu.

Für Puch stellt sich die entscheidende Frage,

mit welchem Sportpartner er nach Tokyo reist.

Bislang galt „Sailor’s Blue“ als die unumstrittene

Nummer eins, Neuzugang „Fürst Chili“ bestand

seine Feuertaufe zuletzt jedoch perfekt und bewies

sein großes Potenzial. „Alles ist möglich“, will Puch

nichts verraten. „Jetzt müssen wir ohnehin erst

wieder in den Wettkampfrhythmus kommen.“

Fotos: OEPS/Tomas Holcbecher

Eine völlig neu entwickelte Mobilitätshilfe

Der hoss überzeugt mit seinem einachsigen,

selbstbalancierten Antrieb in jeder Situation.

Das Fahren auf nur zwei Rädern, die sich selbstständig ausbalancieren,

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Wendekreis von null, ausreichende Bodenfreiheit, eine

ordentlich dimensionierte Bereifung sowie die kompakte

Bauweise mit einer Breite von nur 67 Zentimetern machen

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Mit einer Reichweite von 60 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit

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38 ÖPC-news


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MOBILITÄT FÜR DEIN LEBEN


Foto: ÖPC

moments

Trauer um

Evelyn Schmied-

Wadda

Die paralympische Familie trauert um eine

große Persönlichkeit. Evelyn Schmied-

Wadda ist am 17. Dezember 2019 im 55.

Lebensjahr verstorben.

Als Leichtathletin konnte

sie in ihrer Karriere

zahlreiche Erfolge

feiern. Im Jahr 2000 sicherte

sie sich Paralympics-Bronze

in Sydney,

2004 war sie in Athen

am Start; sie schaffte

zudem einen Vizeweltmeister

titel sowie EM-Gold in ihrer Laufbahn.

Nach ihrer Karriere war sie stets

um die Weiterentwicklung des Parasports

bemüht. Zwischen 2001 und 2013 fungierte

Schmied-Wadda als Sportlervertreterin

Sommersport im ÖPC, zu dieser Zeit war

sie ebenfalls Mitglied des ÖPC-Vorstandes.

Video-Call mit

dem Sportlerbeirat

Im Frühjahr fand die 7. Sitzung des Sportlerbeirates

des Österreichischen Paralympischen

Committees statt – aufgrund der

COVID-19-Pandemie erstmals per Videokonferenz.

Mit dabei waren acht Vertrete -

rInnen des Sommer- und Wintersports,

Gastreferent Helmut Iwanoff in seiner

Funktion als Referatsleiter Leistungssport

im Bundesministerium für Landesverteidigung

und für das ÖPC Generalsekretärin

Petra Huber sowie die für Games Management

verantwortliche Julia Wenninger.

„Professional

Skills of Austria‟

in Salzburg

Heuer findet vom 19. bis 22. November im

Messezentrum Salzburg im Rahmen der

Salzburger Berufsinformationsmesse

(BIM) der 9. Berufswettbewerb für Menschen

mit Behinderung – „Professional

Skills of Austria“ – statt. Der Wettbewerb

bietet eine einzigartige Plattform für Menschen

mit Behinderung, ihr Können und

ihre Fähigkeiten zu beweisen. Teilnahme

und Eintritt sind kostenlos.

professionalskills.auva.at

Foto: Vienna Marriott Hotel

Heeressport-Verträge

um ein Jahr verlängert

Wichtiges Zeichen für Österreichs

Para-SportlerInnen auf der „Road to

Tokyo“: Die eigentlich auslaufenden

Dienstverträge mit dem Heeressportzentrum

wurden nach der Verschiebung

der Spiele auf 2021 um ein Jahr

verlängert. Bei einem Termin bei Bundesministerin

Mag. Klaudia Tanner

wurde dies mit ÖPC-Präsidentin Maria

Rauch-Kallat und ÖPC-Generalsekretärin

Petra Huber bestätigt.

Weitere Themen der Besprechung:

die direkte Zusammenarbeit in Richtung

Paralympics in Tokyo und der

ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat,

Generalsekretär Dieter Kandlhofer, Klaudia

Tanner, Bundesministerin für Landesverteidigung,

Oberst Michael Hafner

und ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber

freuen sich auf die „Road to Tokyo“.

Stellenwert des Heeressports. 20 rotweiß-rote

Para-AthletInnen sind im

Heeressportzentrum unter Vertrag.

Mehr als die Hälfte von ihnen hat sich

bereits für die Paralympics TOKYO

2020 qualifiziert, unter ihnen Para-

Cyclerin Yvonne Marzinke und Para-

Kanute Mendy Swoboda.

Sichtbares Zeichen für

gelebte Partnerschaft

Das Vienna Marriott Hotel und das Österreichische

Paralympische Committee verbindet

eine starke Partnerschaft. Seit Kurzem

ist dies für alle sichtbar: General Manager

Dieter Fenz, ÖPC-Generalsekretärin Petra

Huber und Tennis-Ass Nico Langmann

montierten das Partner-Schild am Eingang

des Hotels an der Wiener Ringstraße. „Ein

weiteres Zeichen für unsere einzigartige

Partnerschaft, die ganz klar den Sport im

Mittelpunkt hat und seit vielen Jahren einen

wertvollen Beitrag leistet“, freut sich Petra

Huber. „Für uns ist es eine große Ehre und

vor allem macht es uns stolz, die besten

Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg

zu den Paralympischen Sommerspielen

zu begleiten“, meint Dieter Fenz.

Foto: HSZ

40 ÖPC-news


Entgeltliche Einschaltung

Fotos: GEPA pictures/ Ch. Kelemen

Rehabilitation und

Behindertensport

Eine erfolgreiche Rehabilitation begnügt sich nicht mit der Wiedereingliederung in

Gemeinschaft und Beruf, sondern sorgt auch in weitergehender Betreuung und

Unterstützung dafür, dass Menschen mit und ohne Behinderungen zum gemeinsamen

Training und Wettkampf in verschiedenen Sportarten zusammenfinden.

Bereits in den Rehabilitationszentren der AUVA finden Patientinnen und Patienten

bei den Sportnachmittagen Zugang zum Behindertensport.

www.auva.at


Aller

guten

Dinge

sind

acht

Seit Jahrzehnten läuft, fährt und schwimmt Martin Falch

höchst erfolgreich. Er wurde 2019 Weltmeister im Para-

Cross-Triathlon, zudem gewann er die WM-Bronzemedaille

im Aquathlon. Der Arlberger ist nach zwei Jahren Abwesenheit

wieder auf das oberste Treppchen am Podest der Tiroler

Sportlerwahl zurückgekehrt. Der heurige „Viktor“ ist

insgesamt der achte für den Ausnahmeathleten – Rekord!

Team Toyota Austria

Fotos: GEPA Pictures

TOKYO 2020

24. 08. – 05. 09. 2021

Tokyo-Poster

Tokyo – Millionenstadt und Metropole.

Und Ausrichtungsort der

Paralympischen Spiele. Das Poster

aus der TOKYO 2020-Edition, das

auch das Cover dieses Magazins

ziert, kann man kostenlos beim

ÖPC bestellen: office@oepc.at.

Toyota ist untrennbar mit den Paralympics verbunden. Auch

bei den Paralympischen Spielen in Tokyo wird Toyota als

Mobilitätspartner vertreten sein. Seit 2017 fungiert Toyota

Österreich als Mobilitätspartner des Österreichischen Paralympischen

Committees. Und: Toyota sowie Toyota Österreich

bleiben der paralympischen Bewegung auch nach der

Verschiebung der Sommerspiele von 2020 auf 2021 treu.

Tischtennisspieler Krisztian Gardos (im Bild) ist auch Teil

der jüngsten Kampagne von Toyota Österreich.

Österreichisches Paralympisches Committee, TOKYO 2020 – www.oepc.at

Sicherheit im Reisegepäck

Warum es sich gerade jetzt auszahlt, beim Reisen auf die Dienste eines Reiseveranstalters

zu vertrauen, erklärt Martin Fast von der REWE Austria Touristik.

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Reisende sind verunsichert. Was

ist der Vorteil, jetzt auf einen Reiseveranstalter

zurückzugreifen?

Martin Fast: Wir verstehen die Sorgen,

die momentan mit dem Reisen

verbunden sind, doch selbst wenn

sich die Lage in einer Urlaubsregion

ändern sollte, sind unsere Pauschalreisegäste

mit der REWE Austria

Touristik Rückhol-Garantie abgesichert.

Von großem Wert sind auch

die individuelle, persönliche Beratung

bei der Buchung, Hilfe durch die Reiseexperten

und die Sicherheit eines

Ansprechpartners bei Problemen,

Umbuchungen oder Stornierungen.

Ein Tipp für alle, die heuer den

Urlaub noch vor sich haben?

Wir Österreicher haben die schönsten

Reiseziele vor der eigenen Haustür.

Sowohl in Österreich als auch

in den Nachbarländern gibt es vielfältige

Traumdestinationen, die alle

bequem mit dem Pkw erreichbar

sind. BILLA Reisen hat dafür attraktive

Pakete geschnürt. Mit dem

Ak tionscode SOMMER50 gibt es bei

Eigenanreise Rabatte in der Höhe

von 50 Euro. Mehr dazu finden Sie

unter www.billareisen.at.

Ihr Wunsch für den Rest dieses

außergewöhnlichen Jahres?

Als einer der letzten großen österreichischen

Reiseveranstalter hoffen

wir auch auf die Hilfe unserer Kunden:

All jene, die ihren gebuchten

Urlaub jetzt nicht stornieren, sondern

verschieben, können uns unterstützen.

Wirtschaftsmaßnahmen und

eine rasche finanzielle Unterstützung

für die betroffenen

Menschen und Betriebe

sind gleichzeitig

essenziell.

42 ÖPC-news


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Neustart!

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Wein-Charity zugunsten des

Paralympic Team Austria

Charity-Aktion mit Tradition: Auch 2020 fand im Februar in der

Höheren Bundeslehranstalt für Tourismus und Wirtschaft Bergheidengasse

wieder die große Wein-Charity statt. Der Erlös kommt

ebenfalls schon traditionell dem Österreichischen Paralympischen

Committee zugute, das damit einen Teil

der Entsendungskosten für die Paralympischen

Sommerspiele in Tokyo finanziert.

Und so durften sich ÖPC-Präsidentin Maria

Rauch-Kallat, ÖPC-Generalsekretärin

Petra Huber und Medaillenhoffnung

Andreas Onea über 3500 Euro freuen.

Foto: ÖPC

#wirtragenmaske:

wichtiges Zeichen

gesetzt

Seit Anfang April

unterstützt die Unternehmensgruppe

Casinos Austria &

Österreichische

Lotterien mit ihrer

Kampagne #wirtragenmaske

die Bemühungen der Bundesregierung

zur Eindämmung des Coronavirus. Unterstützt

wird die österreichweite Initiative auch

vom Österreichischen Paralympischen Committee

und Paralympics-Siegern wie Pepo Puch,

Walter Ablinger oder Thomas Geierspichler.

Alle Emotionen, alle Videos:

der YouTube-Kanal des ÖPC

Emotionen, Insidergespräche, Talks mit den Paralympics-Stars – all das und viel

mehr bietet unser YouTube-Kanal „Austrian Paralympic Committee“. Die besten

Momente der vergangenen Paralympics zum Nachsehen – jetzt abonnieren und

kein Video verpassen.

Foto: Achim Bieniek

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Toyota C-HR und RAV4

sind die Sparsamsten

Die Hybrid-Technologie von Toyota zeigt

das Sparpotenzial beim SUV-Ranking.

Bei den neuen SUV-Modellen von Toyota steht das S

für Sparsam. Das Magazin „Auto Touring“ hat die

zehn sparsamsten SUV aufgelistet, die es in den vergangenen

drei Jahren getestet hat. Für das Ranking

wurde der CO 2 –Ausstoß im Praxistestverbrauch

herangezogen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Der Toyota C-HR 1,8

Hybrid 2WD (Bild rechts oben) ist mit nur 150 g CO 2 /km

(5,5 l/100 km) der sparsamste SUV und steht damit auf

Platz 1. Neben dem niedrigen Verbrauch besticht der

futuristische Crossove-SUV mit einem dynamischen

Design, kompakter Silhouette und souveräner

Moto risierung – für Hybrid-Erlebnisse jenseits

aller Konventionen.

Keine Kompromisse

Der Toyota RAV4 2,5 Hybrid

AWD-i (Bild links) belegt

im Gesamtranking den

hervorragenden 5. Platz.

Mit 4,6 Meter Länge

sticht der RAV4 in dieser

Bestenliste als das mit

Abstand größte Auto deutlich heraus. Die 5. Generation

des RAV4 wurde nicht nur verbessert, sie wurde

auch grundlegend neu konstruiert. Toyota bietet den

Kompakt-SUV- Pionier in der aktuellen Modellgeneration

mit einem ebenso leistungsstarken wie effizienten

Vollhybridantrieb an – mit allen Vorteilen eines

Elektromotors, ohne Kompromisse hinsichtlich

Ladezeit und Reichweite.

Neben der Umweltverträglichkeit besticht der

neue RAV4 durch seine Wertstabilität, die hohe Kundenzufriedenheit

und die Kombination aus SUV-Charakter

mit Stil und innovativen Technologien. Von den

eleganten LED-Frontscheinwerfern über die markante

Silhouette seines Profils bis hin zu seinen ausdrucksstarken

Rückleuchten ist der neue Toyota RAV4 ein

SUV wie kein anderer.

Mehr

Informationen:

www.toyota.at

44 ÖPC-news


GLÜCK

IST DIE

WELT

AUS

EINER

NEUEN

PERSPEKTIVE

„Glücksspiel mit Verantwortung“ ist Leitgedanke für alle unsere wirtschaftlichen Aktivitäten. Die gesellschaftliche Verantwortung

der Österreichischen Lotterien geht daher weit über den Spielerschutz hinaus. Das Engagement im sozialen Bereich ist im

Unternehmen von Beginn fest verankert. Zu helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird, ist unser klar definiertes Ziel. Und damit

ermöglichen wir vielen Menschen neue Perspektiven und Momente des Glücks, an die sie vielleicht selbst schon nicht mehr

geglaubt haben.

Informationen zum Projekt Exoskelett unter www.sponsoring.lotterien.at


am podium

Foto: Gepa Pictures

claudia lösch

skiqueen

Neun Paralympics-Medaillen, davon zwei in Gold. 19 WM-Medaillen. Drei Gesamtweltcupsiege. Claudia Lösch

hat in ihrer großen Karriere gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nicht umsonst wird sie als „Grande Dame“ des

Para-Skisports bezeichnet. Vor zwei Jahren beendete die Niederösterreicherin ihre aktive Laufbahn. Inzwischen hat

Lösch in der Marketingabteilung der Olympiaworld Innsbruck eine neue Aufgabe gefunden: „Ich habe den Übergang

ins ‚normale Leben‘ problemlos geschafft. In der Olympiaworld bin ich nach wie vor im Sportbereich tätig,

fühle mich sehr wohl. Es war ohne Zweifel der richtige Schritt.“

Das Geschehen im ÖSV-Para-Skiteam verfolgt sie aus der Distanz: „Ich verstehe mich ja mit vielen Athletinnen und

Athleten sehr gut und tausche mich aus. Nach einer turbulenteren Zeit sieht es so aus, als würde es jetzt mit dem

Trainerteam und dem Umfeld wieder besser passen.“ In Erinnerung bleiben Lösch zahlreiche unvergessliche Momente.

Zwei stechen besonders hervor: die Paralympics 2010 in Vancouver mit zweimal Gold und einmal Silber –

sowie die goldene WM-Abfahrt 2015 in Panorama. „Beide Male in Kanada, der Schnee dort liegt mir wahrscheinlich

besonders“, lacht sie. „Zwei Tage vor der WM-Abfahrt hatte ich einen schlimmen Sturz, danach habe ich mich mental

und körperlich so weit gebracht, eines der besten Rennen meines Lebens zu fahren. Und die Paralympics in

Vancouver waren ohnehin einfach speziell: die Stimmung, das Drumherum, die Leute – und natürlich die Erfolge!“

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