Highway 05/20

HighwayMagazin

Das Magazin über dein liebstes Kraut – alle zwei Monate neu!

DAS BROKKOLI-MAGAZIN

HIGHWAY-MAGAZIN.DE

05/20 – NR. 28

SEPTEMBER/

OKTOBER 2020

DE 1,90 €

AT 1,90 €

CH 4,20 SFR

„STEFAN“ und sein

WEED-PROBLEM

SO HETZEN ZEITUNGEN

GEGEN CANNABIS

Lester Grinspoon

NACHRUF AUF EINEN

CANNABIS-PIONIER

WEED AUS DEm

KÜHLSCHRANK?

FRIDGE GROW

IM PRAXIS-

TEST

NUR

1,9o

EURO

TROCKEN-

ÜBUNG

DIE BESTEN

WEGE,

CANNABIS

ZU TROCKNEN

WAS IST BLOSS MIT der Drogenbeauftragten los?

LUDWIG

RASTET AUS

BROKKOLIGATE, SÄUFER-LYRIK, ROSENHEIM-RaZZIEN, ANZEIGE

HIGHWAY 05/20 1


2 HIGHWAY 05/20

Samenwahl


Alternativ-Cover und

Lesetipps SEPTEMBER/OKTOBER 2020

S. 36 | dpa-Hetze

S. 60 | Lester Grinspoon

Paddy Schmidt

Chefredakteur

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ihr wolltet es, ihr bekommt es auch! Highway ist zurück am

Kiosk – und das mit größerer Auflage, größerem Format, mehr

Zeilen Text, niedrigerem Preis und leider auch: viel mehr Daniela

Ludwig! Während der coronabedingten Pause habt ihr uns

gemailt, geschrieben und angerufen: wo ist unser Highway?

Selbst die beiden in der Zwischenzeit ausschließlich im Internet

veröffentlichten und verschenkten E-Paper-Ausgaben

Highway 03/2020 und 04/2020 (die auch immer noch auf unserer

Website kostenlos abrufbar sind) habt ihr zwar dankend

in Empfang genommen, dennoch erreichten uns Dutzende

Nachrichten von Sammlern, ob man nicht eine Kleinstauflage

in die Wege leiten könnte, damit die Highway-Sammlung

lückenlos bleibt. Dass für viele von euch auch eine kostenlose

E-Paper-Version nicht mit einem frisch gedruckten Highway

mithalten kann, freut uns als Print-Liebhaber natürlich sehr.

Und so sind wir wieder da, natürlich auch mit der gewohnten

Bissigkeit, die in dieser Ausgabe vor allem unser Cover-Modell,

die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig abkriegt. Was

sich Frau Lügwig die letzten Wochen herausgenommen hat,

ist eigentlich einer eigenen Sonderausgabe würdig. Aber wir

wollen ja auch noch ein paar Hefte verkaufen, nicht nur Leser

verschrecken; daher beschränken wir uns bei der Berichterstattung

lieber auf ein paar Seiten. Besonders be-/verachtenswert

ist leider auch das Tempo, mit dem sie Woche für Woche ihre

Lügen und ihre Propaganda in die Welt posaunt – ungeachtet

der Tatsache, dass abseits von CDU/CSU und anhängigen

Wirtschaftsfreunden kein moralisch und sinnvoll agierender

Mensch mehr eine Cannabis-Prohibition aufrechterhalten

möchte. Dass sich Drogen-Dani dabei auch noch benimmt

wie ein asozialer Elefant im Porzellanladen, macht das Ganze

nur noch schlimmer. Statt die Bürger zu schützen, bläst sie zur

großen Kifferjagd und hetzt pauschalisierend gegen Cannabiskonsumenten.

Ihr Verhalten kann aus Konsumentenperspektive

nur noch als armselig, asozial und menschenverachtend

eingestuft werden. Typisch CSU halt.

Was die Sinnlosigkeit, die Aggressivität und das manische

Twittern angeht, lässt sich Daniela Lügwig immer mehr mit

Donald Trump vergleichen. Inzwischen deuten alle Umfragen

erfreulicherweise daraufhin hin, dass dieser Anfang November

nicht wiedergewählt werden wird. In Amerika bedeutet dies im

Umkehrschluss: die Demokraten werden den Präsidenten stellen.

Und das wird nach Expertenmeinungen bedeuten, dass im

Lauf der nächsten Jahre Cannabis in den Vereinigten Staaten

auf Bundesebene legalisiert werden wird. Und dann kann die

Drogen-Dani ihrem großen Vorbild Stoiber Trump nacheifern

wie sie möchte, denn wir wissen alle: nach ein paar Jahren ist

noch jeder Trend über den großen Teich geschwappt. Hoffen

wir also auf’s Beste, während uns unsere „Volksvertreter“ nach

wie vor als Feind behandeln!

Eure Highway-Redaktion

S. 62 | Goodies & Filmkritik

ZAHLEN BITTE!

192 710

Millionen Menschen

konsumieren nach

offizieller Schätzung

der UN weltweit Cannabis

Millionen Menschen

konsumieren nach

inoffizieller Highway-

Schätzung weltweit Cannabis

HIGHWAY 05/20 3


INHALT 05/20 September/OKTOBER 2020

Was ist Bloss mit

DrOgen-Dani los?

Seite 30

TEST: FRIDGE GROW

CANNABIS

AUS DEM

KÜHL-

SCHRANK?

Seite 18

Seite 40

HYGIENISCH GROWEN

DIY-AEROPONIC-SYSTEM

Seite 46

MR. Paprik0 420 Seite 56

CANNABIS-

PACKAGING

Seite 14

Seite 51

TROCKNEN

WIE EIN PROFI

Seite 36

„STEFAN“ UND SEIN CANNABIS-Problem

LESTER GRINSPOON –

NACHRUF UND Strain-Portrait

Seite 60

Nachrichten

2 Kiffer, 2 Meinungen

Zugestellt!

High & Low

Comic

Goodies, Watchlist

Zitate, PinNwand

Impressum, Bildnachweise

06

09

10

12

12

62

64

66

4 HIGHWAY 05/20


DUTCH PASSION

YOUR PASSION

OUR PASSION

DUTCH PASSION

www.dutch-passion.com


Nachrichten-Überblick 05/20

Seite 08 – Hirnlose Hanf-Hysterie in Langenfeld

Seite 08 – Paket mit 222 Steckis löst Kettenreaktion aus

Seite 09 – Kiffer machen mehr Sport als Nicht-Kiffer

Seite 09 – Kaffeepulver und Schläge statt Haschisch

Seite 10 – Peinliche Posse: Behörden schreiten bei CBD-Burger ein

Seite 10 – Kiffer-Kornkreise? Riesige Cannabis-Kunst in Feld gemäht

Seite 12 – 17-Jähriger isst Joint: Wohnungsdurchsuchung

Seite 12 – Schweiz: MEDIZINALCannabis ohne Ausnahmegenehmigung

6 HIGHWAY 05/20


HIGH with a VIEW

FOTO DER

AUSGABE

In Kansas hat das

CBD-Unternehmen

Charlotte´s Web eine

fette Promo-Aktion auf

die Beine gestellt.

Mehr dazu auf Seite 10

HIGHWAY 05/20 7


Die schnellste lichtabhängige Pure CBD-Sorte in unserem Katalog. Perfekt für alle,

die ausschließlich an CBD interessiert und auf Schnelligkeit angewiesen sind. Sie

besticht vor allem durch ihren hohen Cannabidiolgehalt und ihre schnelle Blütephase,

denn letztere fällt im Vergleich zu Dinamed CBD zwischen einer und zwei

Wochen kürzer aus.

8 HIGHWAY 05/20


“Die schnellste

lichtabhängige CBD-Sorte”.

HIGHWAY 05/20 9


Gesellschaft

Hirnlose Hanf-Hysterie

in Langenfeld

Langenfeld – Das beschauliche

Städtchen Langenfeld bei Düsseldorf

kommt einfach nicht zur

Ruhe. Stadtplaner müssen sich öffentlich

rechtfertigen, Klagen und

Regressforderungen werden vorbereitet,

Ermittlungsbehörden und

Stadtverwaltung rotieren – doch

was ist passiert? Nichts weniger

als ein halber Weltuntergang: in

dem ländlichen 60.000-Seelen-Ort

wurden einige Hanfpflanzen entdeckt

und darüber ist die komplette

Verwaltung der Gegend in

Panik und blinden Aktionismus

verfallen. Mitten auf öffentlichem

Grund und Boden entdeckte man

die Pflanzen entlang eines Getreidefelds

und entfernte diese

mit irrsinnigem Verwaltungs- und

Personalaufwand. Als wäre die

Entdeckung an sich nicht schon

ein Grund für die Beamten vor

Ort, total auszuflippen, stellte sich

auch noch heraus, dass besagter

Grünstreifen des Anstoßes im

Rahmen der städtischen Aktion

„Langenfeld summt“ zur Stärkung

der Bienenpopulation bepflanzt

wurde. Nachdem die Presse auf

den Fall aufmerksam wurde, hat

man nun den Salat und der Haus-

Polizeifoto der in Herne gefundenen Steckis

bzw. Stadt-Segen hat sich bereits

in eine besorgniserregende Schieflage

begeben, sodass sich nun

ganze Untersuchungskommissionen

mit dem „Fall“ beschäftigen.

Dabei weiß doch jeder,

der sich auch nur ein wenig

mit dem Thema Landwirtschaft

auskennt, dass in herkömmlichen

Samenmischungen (beispielsweise

aus dem Baumarkt) immer mal

ein paar Hanfsamen mit dabei sein

können. Außerdem ist sonnenklar,

dass es sich in so einem Fall dann

lediglich um THC-freien Nutzhanf

handelt, an dem man sich

nicht berauschen kann. Diese Tatsache

ist auch den Langenfelder

Behörden bekannt, doch anstatt

die Kirche einfach mal im Dorf

zu lassen, regt man sich nichtsdestotrotz

furchtbar über die von

der Stadt als „ungewollte Drogenplantage“

bezeichneten Pflänzchen

auf. „Wir werden dafür den

Zulieferer der Saatgut-Mischung

in Regress nehmen“, äußerte sich

der städtische Chefplaner Ulrich

Beul martialisch. Die Firma habe

nämlich „nicht nur die Ermittlungsbehörden

beschäftigt, sondern

auch für einen zusätzlichen

Personaleinsatz der Stadtverwaltung

gesorgt“.

Was jetzt überhaupt das

Problem an der ganzen Sache sein

soll, darauf wird allerdings nicht

weiter eingegangen. Befürchten

die Stadtoberen etwa, dass die

braven Bürger beim Anblick des

„Teufelskrauts“ augenblicklich

in Anarchie verfallen? Welchen

Grund könnte man haben, ein

solches Gewese zu veranstalten?

Zur Genüge aus der Bundespolitik

bekannt, geht es jetzt offenbar darum,

den Kopf aus der Schlinge zu

ziehen, sich in den Amtsstuben gegenseitig

die Schuld in die Schuhe

zu schieben und schnellstmöglich

einen Sündenbock zu finden. Die

Chancen, den Saatgut-Lieferanten

erfolgreich zu verklagen, dürften

jedenfalls ziemlich schlecht stehen.

Bei all der Aufregung kommt

eine Partei definitiv zu kurz: die

Bienenvölker, um die es bei der

Bepflanzungsaktion ja ursprünglich

ging. Man war sich in der

Tat nicht zu schade, davon zu

sprechen, dass die Hanfpflanzen

auf „bienenfreundliche“ (O-Ton

Stadtplanung) Weise entfernt wurden.

Na dann. Am bienenfreundlichsten

wäre es übrigens gewesen,

die unerwünschten Pflanzen einfach

in Ruhe zu lassen: denn Bienen

haben nachgewiesenermaßen

eine hohe Affinität zu Hanf, insbesondere

zu männlichem. Nicht

umsonst empfehlen viele Experten

Hanf-Kulturen, um dem grassierenden

Bienensterben entgegenzuwirken.

Bust

Paket mit 222 Steckis

löst Kettenreaktion aus

Herne – In Nordrhein-Westfalen

wurde eine Postsendung aus Österreich

zwei Männern zum Verhängnis.

Ausgehend von der Beschlagnahme

dieser Sendung entspann

sich in der Folge ein ganzer Reigen

an kleinen Busts, der aufgrund vieler

Zufälle (zum Beispiel der genau

zur falschen Zeit aufkreuzende

Elektriker) in der Schilderung der

Vorfälle durch Polizei, Zoll und

Presse stutzig macht. In dem eingangs

angesprochenen Paket, das

der Zoll als „auffällig“ bezeichnete

und daher auch untersuchte, befanden

sich laut Pressemeldungen

222 Cannabispflanzen. Dadurch

neugierig geworden, wurde fix eine

Durchsuchung der Empfängeranschrift

durchgeführt, die eine unbestimmte

Menge konsumfertiges

Marihuana zu Tage brachte. Doch

damit riss die Pechsträhner des

Mieters noch nicht ab, denn just

während Beamte damit beschäftigt

waren, die Wohnung auseinanderzunehmen,

kehrte er zusammen

mit einem Nachbarn aus einer

Dachgeschosswohnung des Hauses

zurück zu seiner eigenen Wohnung.

Noch bevor der 35-jährige

Mann sich groß über die

Polizisten in seinem Heim erschrecken

konnte, hatten die

schon Witterung aufgenommen

und auch die soeben erwähnte

Dachgeschosswohnung, die

dem 33-jährigen Nachbarn gehört,

genauer in Augenschein

genommmen. Dort fand man zu

allem Überfluss noch mehr Cannabis

sowie eine Anlage mit zehn

Pflanzen. Damit fand die Litanei

der beiden Canabisfreunde aber

immer noch kein Ende, denn auf

einmal tauchte in dem Gewusel

auch noch ein Elektriker auf, der

im Auftrag des ersten Verdächtigen

eine Stromleitung zum Dachboden

des Hauses legen sollte, der

daraufhin auch noch durchsucht

wurde. Dabei wurde weiteres belastendes

Material gefunden, eine

kleinere Pflanzung befand sich

dort allem Anschein nach gerade

im Aufbau. Laut Zollfahndung

deuteten einige der beschlagnahmten

Beweismittel darauf

hin, dass sich die beiden Verdächtigen,

gegen die nun die Staatsanwaltschaft

Bochum ermittelt,

überdies in der Wax-Produktion

versuchen wollten.

10 HIGHWAY 05/20


Studie

Kiffer machen mehr

Sport als Nicht-Kiffer

Washington, D.C. – Dass die Prohibitionisten

dieser Welt praktisch ungefiltert

ihre hanebüchenen Lügen

über Cannabis verbreiten dürfen,

ohne dafür belangt zu werden, hat

im Laufe der Jahrzehnte auch leider

dazugeführt, dass wie leider von

rechtspopulistischen Politikern von

1920 bis 2020 gewünscht, auch die

Vorurteile gegenüber Cannabiskonsumenten

sehr ungerecht ausfallen.

Gerade im deutschsprachigen

Raum zum Klassiker avanciert, besonders

unter den Omis und Opis,

die die Politik-Lügen nacherzählen,

ist dabei die Aussage: „Kiffen

macht schlapp, müde und antriebslos.“

Ach ja... gähn! Schön, dass

mal wieder eine neue Studie mit

diesem Quatsch aufräumt. Denn

wenn es um Sport geht, ist offenbar

sogar das Gegenteil der Fall. Laut

einer neuen Studie, die im „American

Journal of Health Behavior“

veröffentlicht wurde, führen Cannabiskonsumenten

ab 60 Jahren mit

größerer Wahrscheinlichkeit ein

gesünderes Leben als Nicht-Konsumenten

derselben Altersgruppe.

Diese Studie verglich die Gesundheits-

und Fitnessgewohnheiten von

28 älteren Cannabiskonsumenten

mit 136 Nicht-Konsumenten. „Im

Vergleich zu älteren erwachsenen

Nicht-Konsumenten hatten ältere

erwachsene Cannabiskonsumenten

einen signifikant niedrigeren BMI,

nahmen während der Studie mehr

wöchentliche Trainingstage in Anspruch

und führten allgemein mehr

bewegungsbezogene Aktivitäten

durch“, schreiben die Studienautoren.

Die Studie weist zwar

eine Reihe von Einschränkungen

auf, etwa die Tatsache, dass sie sich

auf Fragebögen stützt, dass es keine

Informationen über die von den

Probanden konsumierten Cannabisdosen

gibt und dass die Probandengruppen

sehr klein waren. Dennoch

glauben die Forscher, dass ihre

Ergebnisse, „darauf hindeuten, dass

es für ältere Erwachsene, die Cannabiskonsum

befürworten, leichter

sein könnte, ihr Bewegungsverhalten

zu steigern und beizubehalten,

möglicherweise weil Cannabiskonsumenten

ein geringeres Körpergewicht

haben als ihre nicht konsumierenden

Altersgenossen.“ Denn

eine Studie aus dem Jahr 2019, in

der BMI-Messungen und Cannabiskonsum

unter 33.000 Amerika-

nern verglichen wurden, ergab, dass

Konsumenten mit der Zeit weniger

Gewicht zulegen als Nicht-Konsumenten.

Übrigens: Cannabiskonsumenten

betreiben nicht nur generell

eher Sport, sondern viele kombinieren

ihr Gras auch gerne mit ihrem

Training: eine weitere Studie aus

dem vergangenen Jahr erbrachte die

Information, dass fast 82 Prozent aller

Cannabiskonsumenten angaben,

dass sie vor dem Training konsumieren.

Bust

DEAL SCHIEFGELAUFEN:

Kaffeepulver und

Schläge statt Haschisch

Mainz – Neues aus der total unnötigen

Rubrik „Geschichten,

die die Prohibition schreibt“:

in Mainz erlebte ein 40-jähriger

Mann auf die harte Tour,

warum der Cannabis-Kauf auf

der Straße nicht unbedingt die

beste Möglichkeit darstellt, an

Cannabisprodukte zu kommen.

Was hat man nicht schon alles

lesen müssen über verunreinigtes

oder gar synthetisches Cannabis.

Haarspray, Zucker, Glas, Blei,

Fäkalien – böse Erinnerungen

an die 2000er-Jahre kommen auf

und an das Wunderkerzen-Weed,

das bei jedem Zug mehr Funken

versprüht hat als das jährliche

Silvester-Feuerwerk. Oder an die

gute alte Vogelsand-Zeit, als man

beim Jointrauchen das Gefühl

hatte, man lutscht eine Handvoll

Kieselsteine. Oder an die Bleivergiftung,

die einen Leipziger Kiffer

sogar das Leben gekostet hat.

Ach ja, gar nicht so lang ist’s her!

Mit derartigen Problemen

musste sich der Mainzer

zwar nicht rumschlagen, dafür

aber mit seinen Dealern, die ihn,

nachdem sich herausgestellt hatte,

dass es sich bei dem gekauften

„Haschisch“ um handelsübliches

Kaffeepulver handelte, mit Holzlatten

bearbeiteten. Wirklich

nicht gerade die feine englische

Art. Das wäre dann wohl das,

was Bundesdrogen-Dani mit ihrer

Feststellung „Cannabis tötet

vielleicht nicht direkt, aber...“

meinte. Aber wer kann schon

sagen, was dem unglücklichen

Kunden passiert wäre, wenn er

sich sein Cannabis ganz regulär

in einem zertifizierten Geschäft

gekauft hätte? Vielleicht wäre

dem Pechvogel da das Hängeregal

auf den Kopf gefallen...

2 KIFFER, 2 Meinungen

THEMA: BOOM UM CBD-Cannabis

PRO – Ich rauche unglaublich

gerne CBD. Schon kurz nachdem

ich in jungen Jahren mit dem Cannabis

rauchen angefangen habe,

hatte ich sozusagen bereits eine

Art CBD-Blüten in Gedanken

„erfunden“, noch bevor es diese

in der Realität überhaupt gab.

Denn oft sehnte ich mich nach

dem Weed Rauchen, einer kleinen

Entspannungspause, aber wollte

zu gewissen Anlässen nicht high

in der Öffentlichkeit auftauchen

oder schlicht einfach gerade gerne

nüchtern bleiben.

So dachte ich schon

damals oft darüber nach, wie cool

es doch wäre, wenn es ein Gras

geben würde, das nicht knallt. Ich

würde Dauerkunde werden, wenn

es nicht gar selbst zusammenkreuzen!

Auch die Einsatzmöglichkeiten

als Streckstoff beziehungsweise

als Tabakersatz hatte ich schon

im Sinn: so würde ich für immer

vom Tabak loskommen! (Das

habe ich allerdings irgendwann

erfreulicherweise auch ohne und

lange vor dem CBD-Hype geschafft

und rauche seitdem pur.)

Gut, selbst ein rauschfreies

Cannabis zu züchten, hat

nicht geklappt, ich habe es ehrlich

gesagt auch nie versucht. Aber

was habe ich mit den Ohren geschlackert,

als ich zum ersten Mal

von CBD-Marihuana hörte – darauf

hatte ich doch immer gewartet!

Natürlich habe ich mir sofort

etwas besorgt. Gut, Dauerkunde

bin ich nicht in dem Sinn geworden,

dass ich von morgens bis

abends CBD-Joints rauchen würde.

Aber immer wieder mal kaufe

ich hier und dort ein paar Gramm,

rauche sie pur oder zusammen mit

meinem THC-Weed.

Nicht nur für mich persönlich

ist das eine schöne Sache,

ich denke auch, dass CBD eine

gute Zwischenstufe auf dem Weg

der Legalisierung ist. Deswegen

werden die CBD-Händler meiner

Vermutung nach auch immer

wieder so sehr von behördlicher

Seite aus angegangen. Es ist eine

Schweinerei, wie mit rechtschaffenen,

legalen Händlern in Deutschland

umgegangen wird. Die Regierung

will verhindern, dass auch

noch dem allerletzten klar wird,

dass Marihuana für niemanden

gefährlich ist – ob CBD oder THC.

- Gregor Fröhlich

CONTRA – Ich wundere mich

immer ein wenig, wenn ich Leute

über CBD-Blüten fachsimpeln

höre, denn für mich ist das Nutzhanf.

Ich rauche wie auch Kollege

Gregor mein normales Weed

nur pur und ohne Tabak und

gehe auch nicht davon aus, dass

der Rauchgenuss von purem Marihuana

besonders schädlich für

Lunge oder Körper ist. Dennoch

frage ich mich nicht nur aus diesem

Grund, warum ich ein Produkt

rauchen soll, dass keinerlei

Wirkung hat. Dafür gibt es doch

schon Zigaretten.

Gut, CBD-Blüten sind

wahrscheinlich nicht mal zu einem

Hundertstel so schädlich wie

Zigaretten und süchtig machen

sie schon mal gar nicht, aber wenn

schon nichts durch den Konsum

passiert, muss ich das Risiko ja

trotzdem nicht eingehen. Wenn

schon nichts passiert? Ja, denn

ich glaube, dass nichts passiert,

wenn man CBD-Blüten raucht

oder vaporisiert. Was heißt, ich

glaube? Ich weiß es! Sonst würde

ich ja etwas merken, oder nicht?

Von alkoholfreiem Bier wird man

halt nicht betrunken und von alkoholhaltigem

schon.

Meine ersten Berührungspunkte

mit CBD waren

durchaus aufgeschlossen und

immer in Form von Blüten.

Vielleicht habe ich bis heute nie

irgendeine Art von Wirkung verspürt,

ob körperlich, psychisch,

was auch immer, da ich starker

THC-Konsument bin? Dazu muss

ich aber übrigens auch sagen, dass

ich beim Rauchen von CBD-Blüten

auch keine „entrauschende“

Wirkung ausmachen könnte, die

mein THC-High in irgendeiner

Form abschwächen würde.

Inzwischen glaube ich

jedoch einerseits natürlich sowieso

an die belegten medizinischen

Effekte von CBD bei gewissen

Krankheiten, aber anderseits

auch durch persönliche Erfahrungen,

dass CBD in Form von

hochdosierten Edibles oder Ölen

sehr wohl eine entspannende

Wirkung auch auf gesunde Menschen

haben und sich in hoher

Dosis durchaus schwächend auf

einen THC-Rausch auswirken

kann. Aber als gerauchte Blüte?

Niemals!

- Paco Ramirez

HIGHWAY 05/20 11


Gesellschaft

Peinliche Posse:

Behörden schreiten

bei CBD-Burger ein

Hamburg – Ganz nach US-Vorbild

hatte die neue CBD-Firma Vaay,

die momentan bundesweit mit

reichweitenstarken Werbeaktionen

auf sich aufmerksam macht,

eine PR-Kooperation mit einem

trendigen Burger-Franchise in

Planung. Einen CBD-Burger sollte

es für die hungrigen Gäste in

den Hamburger und Kölner Otto’s

-Burger-Filialen geben. Lecker,

sättigend und mit der Extradosis

Entspannung – so oder so ähnlich

hatte man sich das wohl gedacht.

Also, im Grunde gab

es nur einen ganz normalen Burger

wie sonst auch, nur sollte nun

eben noch ein Spritzer CBD-Öl

draufgesprüht werden. Als erfahrener

Cannabisfreund kann man von

derlei Eskapaden natürlich halten,

was man will – für den Autor dieser

Zeilen gehen CBD und Burger

jedenfalls nicht so richtig gut

zusammen. Nicht, dass es nicht

vielleicht schmecken würde, aber

das beim CBD immer mehr oder

weniger mitschwingende Gesundheitsversprechen

beißt sich auch

ein wenig mit dem fettigen Fast-

Food. Zwei Produkte aus komplett

unterschiedlichen Themenwelten –

auf Teufel komm raus in ein enges

Marketing-Konzept gepresst. Aber

gut, im Grunde kann es im Sinn aller

Legalisierungsbefürworter nicht

genug öffentlichkeitswirksame

Cannabis-Aktionen geben – und,

natürlich, die Presse sprang auf

den Zug auf und machte mit kleinen

Artikeln ordentlich Werbung

für den ungewöhnlichen Neuzugang

auf Otto’s Speisekarte.

Nun machten jedoch

die Behörden den Beteiligten einen

Strich durch die Rechnung

– im Einklang mit der neuen

Richtlinie bezüglich CBD-Lebensmitteln

erklärte man die aufmerksamkeitsstarke

Aktion quasi

in letzter Minute für rechtswidrig.

Eigentlich müsste dem Team

hinter Vaay im Planungsprozess

das schlechte Timing aufgefallen

sein: erst einige Wochen ist es her,

dass Behördenschreiben davon

kündeten, jetzt mit der sogenannten

Novel-Food-Verordnung ernst

zu machen und den Verkauf von

CBD-Lebensmitteln zu untersagen

– da kommt der CBD-Burger

einfach zu einer ganz schlechten

Zeit. Aber wer weiß, vielleicht

haben die Marketing-Gurus aber

auch genau damit gerechnet und

die doppelten Artikel in den Zeitungen

(einmal Ankündigung,

einmal Absage) einfach mal mitgenommen.

Wie auch immer, nun

bleibt den enttäuschten Gästen

wohl nix anderes übrig, als sich

selbst auf vollkommen legalem

Weg im Laden ein Fläschchen

CBD-Öl zu besorgen und es in

Eigenregie auf den Burger zu

träufeln...

Zugestellt!

Liebes Einkauf-

Aktuell-Team,

noch immer wird jede

eurer Billig-Broschüren

in Plastikfolie verpackt.

Die Weltmeere sind euch

wohl egal – aber warum

verhöhnt ihr Kranke und

Schwache? Warum macht

ihr Werbung für ein Produkt

wie „Rubaxx“?

Es gibt so viele hochwertige

CBD-Produkte am

Markt, von kleinen, hart

arbeitenden Cannabis-Pionieren.

Und ihr bietet

einer Creme eine Bühne,

deren CBD-Anteil ein gut

gehütetes Geheimnis ist,

das vom Marketing in irreführender

Weise im Vagen

gehalten wird. Jetzt

mal Butter bei die Fische:

Ist da überhaupt CBD

in nenneswerter Menge

drin? Oder doch nur diese

Eigenkreation, das ominöse

„CBX“? Ist euch die

Gesundheit eurer Leser

wirklich so egal?

BRanche

Kiffer-Kornkreise?

Riesige Cannabis-Kunst

in Feld gemäht

Kansas – Was für eine starke

Aktion! Wer kürzlich mit dem

Flugzeug über den US-Bundesstaat

Kansas gedüst ist, konnte

mit ein bisschen Glück eine

wunderbare Aussicht genießen:

im Rahmen der großangelegten

„Trust the Earth“-Kampagne des

weltbekannten US-CBD-Unternehmens

Charlotte’s Web, die bereits

im Oktober 2019 ins Leben

gerufen wurde, wurde ein Feld

als „Leinwand“ für ein riesiges

Cannabis-Kunstwerk umfunktioniert.

Es wurden wahrlich keine

Kosten und Mühen gescheut:

ein Farmer, geleitet von einem

GPS-System, hatte eine ganze

Woche lang damit zu tun, die

gut 30 Hektar große Fläche entsprechend

zu mähen. Die fertige

„Feldkunst“ geriet so groß und

beeindruckend, dass eine adäquate

Abbildung nur aus dem

Flugzeug heraus möglich ist.

Jared Stanley, Co-Gründer von

Charlotte’s Web hebt besonders

die „Partnerschaft von Erdboden

und Mensch“ hervor, die durch

das Kunstwerk transportiert wird.

Deanie Elsner, CEO, fügt hinzu:

„Dieses Feld zelebriert jeden

einzelnen Menschen auf diesem

Planeten, dessen Lebensqualität

durch CBD-Produkte verbessert

wurde.“

Aktionen wie diese sind

in dieser Größenordnung zur Zeit

so wohl nur in den Vereinigten

Staaten oder Kanada möglich.

Kritische Cannabisfreunde aus

dem deutschsprachigen Raum

mögen solche Bemühungen vielleicht

als „Marketing-Firlefanz“

abtun, doch letztendlich sind es

häufig doch genau solche öffentlichkeitswirksamen,

bildstarken

Aktionen, die ohne viele Worte

auskommen und die Kraft haben,

den Mainstream zu erreichen und

für bestimmte Themen sensibilisieren.

Wenn man mal diese Aktion

mit der Posse, die sich kürzlich

in Langenfeld abgespielt hat (siehe

Seite 8) vergleicht, kann man

sich für seine Heimat eigentlich

nur ein kleines bißchen schämen.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt

dennoch: bei dem gemähten Feld

handelte es sich übrigens nicht

um eine Hanf-Kultur, sondern um

handelsüblichen Weizen.

Vor einiger Zeit starb die

kleine Charlotte, die berühmteste

Cannabispatientin

der Welt. Sie

brauchte das CBD zum

Leben, es hatte ihr bereits

viele gute Jahre geschenkt.

Hätte sie sich

auf „Rubaxx“ verlassen,

wäre sie wohl schon vor

langer Zeit von uns gegangen.

Und wenn mal eine echte

Firma aus der Cannabisbranche

bei euch werben

möchte: dann wird abgelehnt,

weil ihr keine

Werbung für „Drogen“

macht, stimmt´s?

Herzlichst,

Highway

12 HIGHWAY 05/20


Growen wie

die Profis

Neu!

Keep it Organic

HIGHWAY 05/20 13


Bust

Angst vor Kontrolle:

17-Jähriger isst Joint –

Wohnungsdurchsuchung

Schweiz

Endlich medizinisches

Cannabis ohne

Ausnahmegenehmigung

Bern – Die Schweizer Regierung

will Ärzte dazu ermächtigen,

Cannabis für medizinische Zwecke

zu verschreiben – und zwar

ohne bislang dafür nötige Genehmigung.

Der Bundesrat hat

dem Parlament eine revidierte

Fassung des Betäubungsmittelgesetzes

zur Beratung vorgelegt.

Cannabis, ob zu Erholungs- oder

medizinischen Zwecken, ist in

der Schweiz seit 1951 verboten.

rerscheinverbot und Jugendstrafe

am inneren Auge vorbei, als er

die Polizisten erblickte, die ihm

zum Zweck einer Kontrolle entgegen

kamen. Den Joint, den er

gerade noch genüßlich rauchte,

schluckte er deshalb kurzerhand

runter.

Leider gab er genau

das hinterher gegenüber den Beamten

zu, was die ganze Aktion

rückblickend gesehen relativ unnötig

macht, zumal er noch Reste

des Joints im Mund hatte. Tatsächlich

folgte daraufhin nach

richterlicher Anordnung zum

allem Überfluss noch eine Wohnungsdurchsuchung,

bei der,

schockschwere Not, eine geringe

Menge Marihuana gefunden

wurde. Katastrophe! Bleibt zu

hoffen, dass das nun anstehende

Strafverfahren den Lebenslauf

des jungen Manns nicht allzu negativ

beeinträchtigt...

Illertissen – Teenager sein in Bayern

– das heißt in erster Linie

saufen bis der Arzt kommt. Mit

dem Weizen am Hals ist man

fein raus, da wird auch gern ein

Auge zugedrückt, wenn man die

ohnehin schon niedrige Altersgrenze

noch um ein paar Jährchen

verpasst. Aber wehe man

zieht zur Abwechslung mal an

der Marihuana-Zigarette! Dann

ist der Spaß ganz schnell vorbei

und man riskiert, dass der eigene

Lebenslauf mal so richtig durcheinandergewirbelt

wird. Einem

17-Jährigen in Illertissen zogen

vielleicht schon die entsprechenden

Schreckensbilder von Füh-

Ärztinnen und Ärzte können

jedoch Cannabismedikamente

verschreiben, wenn sie vom

Bundesamt für Gesundheit eine

ensprechende Ausnahme erhalten.

Die Schweizer Regierung ist

jedoch inzwischen der Ansicht,

dass dieses Verfahren den Zugang

zur Behandlung erschwert, den

Beginn von Therapien verzögert

und angesichts der wachsenden

Zahl von Anfragen nicht mehr

angemessen ist. Im Jahr 2019

wurden lediglich 3.000 Ausnahmegenehmigungen

für Patienten

erteilt, die an Krebs, neurologischen

Erkrankungen oder Multipler

Sklerose erkrankt waren.

Die Regierung will das Betäu-

HIGH

LOW

HIGH & LOW – Gewinner & Verlierer

GROW-BUSINESS

Viele Branchen hatten und haben

aufgrund der Corona-Beschränkungen

mit Durststrecken

zu kämpfen. Es gibt aber auch

Felder, die sogar profitieren, wie

beispielsweise Fahrradhersteller.

Und auch das Grow-Business

konnte kräftig zulegen – aus

Angst vor Lieferengpässen haben

offenbar viele Konsumenten mit

dem Eigenanbau angefangen.

CANNABIS-MESSEN

Als Verlierer der Corona-Pandemie

sind durch die Veranstaltungsverbote

vor allem die Cannabismessen

auszumachen. Zusätzlich

zogen manche Veranstalter wie

etwa die Mary Jane Berlin mit ihrer

Verschiebungs-Orgie oder die

noch nie in echt stattgefundene

Hempsfair mit einer quatschigen

„Online-Messe“ mit Personalausweisüberprüfung

der Besucher

auch noch den Zorn vieler Aussteller

auf sich.

bungsmittelgesetz nun dahingehend

ändern, dass die Entscheidung

über die Verschreibung von

Medikamenten auf Cannabisbasis

direkt von Arzt und Patient

getroffen werden kann. Das

Verbot von Freizeit-Cannabis

bliebe unangetastet und die Ärzte

wären verpflichtet, Daten über

den Gebrauch von Cannabis für

die Behandlungen zu sammeln.

Swissmedic, die nationale medizinische

Aufsichtsbehörde, wäre

für die Zulassung und Überwachung

des Anbaus, die Herstellung

und das Inverkehrbringen

von Cannabis zur medizinischen

Verwendung zuständig. Die

Regierung will auch den kommerziellen

Export von diesem

erlauben. Die geplante Gesetzesänderung

fand breite Unterstützung.

Alle politischen Parteien,

mit Ausnahme der rechtsgerichteten

Schweizerischen Volkspartei,

gaben ihre Zustimmung.

14 HIGHWAY 05/20


HIGHWAY 05/20 15


Cannabis-Packaging der Zukunft

Fachhochschule Potsdam, Sommersemester 2019: die Tüte wird endlich eingeschult. Unter der

Annahme vollständiger Legalisierung entwickeln 16 Studierende des Fachbereichs Design Marken-

und Verpackungsdesigns für Cannabisprodukte. Wie medizinisch müssen und wie lifestylish

dürfen diese für den deutschen Markt gestaltet sein? Welche Geschichten haben die Pflanze

und die Kultur ihres Konsums zu erzählen? Und geht das alles eigentlich auch ohne Hanfblatt?

In seinem Seminar „Future Shit“ lässt Iven Sohmann die Köpfe rauchen.

16 HIGHWAY 05/20


Wer von euch hat

denn bereits Erfahrungen

mit Cannabis

gesammelt?“

Zaghaft regen sich

viele Arme, einige nur unter

Augenrollen. „Anders gefragt:

Wer von euch ist denn noch gar

nicht mit Cannabis in Berührung

gekommen?“ Stirnrunzeln, zweifelnde

Blicke. „Meint er das gerade

ernst?“ Sagen wir so, die kurze

statistische Erhebung zum Auftakt

des „Kifferkurses“ entkräftet weder

das Klischee kiffender Studis noch

das Klischee kiffender Kreativer.

Angesichts des offiziellen Kurstitels

„Future Shit – Branding und

Packaging für Cannabisprodukte“

war eine gewisse Affinität zum

Thema schließlich auch zu erwarten,

wenn nicht sogar erhofft.

Know Your Shit!

Dass Studium und Kreativität als

Assoziationen zu Cannabis vergleichsweise

unproblematisch sind,

macht die anschließende Besprechnung

gängiger Synonyme und Sortenbezeichnungen

deutlich. Vom

politisch gerne instrumentalisierten

„Marihuana“ über das mitunter

spirituell angerauchte „Ganja“

bis hin zu „schwarzem Afghanen“,

„Dirty Girl“ oder „AK-47“. Namen

sind hier nicht nur Chill und

Rauch. Schnell wird klar, dass ein

rechercheintensiver Prozess bevorsteht.

Auch weil dort, wo sonst das

detaillierte Briefing eines Kooperationspartners

Aufschluss gibt, in

diesem Semester erst mal viele Fragezeichen

stehen.

Um Antworten zu

finden, sind Ausflüge ins Hanfmuseum

und zur Cannabismesse

geplant, Referate werden erarbeitet,

andernorts bestehende Märkte

analysiert und externe Expertinnen

und Experten für Inputs und Feedback

hinzugezogen. All das, um

sich fundiert der Aufgabe widmen

zu können, die Cannabismarken

der Zukunft zu entwickeln (oder

zumindest einen Beitrag zum Diskurs

um die vollständige Legalisierung

zu leisten). Keine Marke ohne

Substanz, keine Verpackung ohne

Inhalt. Für erfolgversprechende

Entwürfe müssen die Studierenden

Cannabis und seine Kontexte aufsaugen

– „unter strengster Einhaltung

der örtlichen Brandschutzverordnung

natürlich.“ Lachen in der

letzten Reihe.

Konzept, kommt Rat

Aufgrund der sportlichen drei-

Yope –

von Gesche Amelie Ringer

Die talentierten Design-Studenten und ihr Dozent (unten mittig)

zehn Semesterwochen überschneiden

sich Recherche- und

Konzeptionsphase zwangsläufig.

Kreativitätstechniken wie Clustering

und Freewriting helfen

den Studierenden bei der Entwicklung

von Markennamen

und Slogans, die Erstellung von

Moodboards visualisiert erste

Gestaltungsansätze, inhaltliche

Ideen und Marktpositionierungen

werden regelmäßig zur Diskussion

gestellt. Die Vorgehensweise

versteht sich hierbei als

Empfehlung, nur „der regelmäßige

Austausch ist unerlässlich!“

Anwesenheitspflicht: keine.

Parallel dazu konkretisieren

sich die praktischen Mindestziele.

Am Ende sollen alle

Teilnehmenden einen Markennamen

samt Logo, Keyvisual und

Pflichtangaben auf das Packaging

von zwei Produktlinien

(Blüten, Öle, Edibles etc.) bringen,

die sich jeweils in drei Sorten

bzw. Strains unterteilen. Die

Gebinde an sich sind dabei wie

das THC-CBD-Verhältnis frei

zu wählen. Ein Hang zu höchst

potenten Pre-Rolls in To-go-Ver-

HIGHWAY 05/20 17


packungen zeichnet sich jedoch

früh ab – der Reiz des Verbotenen.

„Selbst in der Fiktion nicht

erlaubt: Kiff für Kids, respektlose

Rastafari-Inszenierungen

und Mary Jane als Pin-up-Girl.“

Nickende Köpfe, allgemeine Zustimmung.

In den nächsten Wochen

liegt die Herausforderung

darin, die vielen kreativsprachlichen,

gestalterischen und strategischen

Puzzleteile zu einem

Erscheinungsbild zusammenzufügen,

das eine schlüssige Geschichte

erzählt und Cannabis

konsumierende bestenfalls über

den Kauf hinaus begeistern

kann. Und all das dann 16-mal,

bitte – die gescheiterten Versuche

nicht mitgezählt. Fortschritt,

Feedback, Fortschritt, Feedback,

Fortschritt, Feedback. Interessant

zu beobachten ist, wie sich

die Entwürfe der Studierenden

im Laufe des Semesters immer

weiter ausdifferenzieren. Zukunftsträchtige

Themen scheinen

zu motivieren.

Bandbreite

und breites Publikum

Dass die Resultate am Ende des

„Future Shit“-Kurses so erfreulich

divers sind, ist natürlich

auch den Freiheiten zu verdanken,

die ein zumindest in seiner

vollständigen Legalität fiktiver

Markt so mit sich bringt. Inhaltlich

reichen die Entwürfe

von Grußformeln über Politsatire

bis hin zur Quantenphysik,

stilistisch wird sich grafischer,

fotografischer und illustrativer

Lösungen sowie deren Mischformen

bedient. Ein Potpourri der

grünen Laune. Sollte die Fiktion

eines Tages Realität werden,

könnten die Schubladen der FH

Potsdam schnell zu Startlöchern

werden. Das im Einzelhandel

zusehends wachsende CBD-Sortiment

stimmt zumindest zuversichtlich.

Wer weiß, wie es

kommt?

Ehe die Semesterarbeiten

jedoch (vorerst) in den Planschränken

verschwinden, stellen

sie sich auf der alljährlichen

Werkschau der Öffentlichkeit.

Die Reaktionen sind überwiegend

positiv: „Schön, darf man

das jetzt?“, „Das wird ja auch

mal Zeit!“ und „Wo kann ich

probieren?“ Einer der jüngeren

Besucher fragt den Erwachsenen

an seiner Seite: „Und was ist

das?“ Die Antwort erfolgt sichtlich

verlegen „Tee! Das ist Tee …

komm wir schauen mal da drüben.“

Bedenkenlos betrachten sie

die Whisky-Verpackungen auf

der anderen Seite des Raumes.

Es gibt noch viel zu tun.

Yope

Design:

Gesche Amelie Ringer

Das patente Portemanteau aus

„Yo“ und „Dope“ zeigt dem

Jugendwort des Jahres, was ’ne

Marke ist. Yope ist der heiße

Scheiß für alle Cool Kids über

18, der mit plakativem Packaging

Design für THC-haltige

Buds und Pre-Rolls zur Achterbahnfahrt

auf dem Regenbogen

einlädt. Egal, ob am Pier, auf der

Halfpipe oder über den Dächern

der Stadt, Hauptsache locker,

easy und für immer jung gen

Sonnenuntergang.

Mit

schildermalerischem

Hand-Lettering zieht sich

der Markenname diagonal aufsteigend

über die Blüten-Standbeutel

bzw. xen, deren Formatgrenzen er mit

Pre-Roll-Metallbojugendlichem

Leichtsinn sprengt.

Die urlaubshaften Farbverläufe,

die die jeweiligen Cannabissorten

codieren, senden ebenfalls

positive Vibes und tragen entscheidend

zum unbeschwerten

Erscheinungsbild von Yope bei.

Oder wie eine Headline aus der

dazugehörigen Kampagne zu instagramen

pflegt: „Endlich Higherabend!“

420/030

Design: Josephin Kunze

Der internationale Code für

Cannabis und die Berliner Vorwahl

bauen zusammen einen

Markennamen, der sich wie die

Hotline eines Straßenapothekers

liest: „Four-Twenty-Null-

Drei-Null“. Die einprägsam alliterierten

Sortenbezeichnungen

wie „Pankow Pot“, „Wedding

Weed“ oder „Schöneberg Shit“

stellen jedoch klar, dass Green

Berlin weit über den Görli und

die Hasenheide hinausgeht. Wer

in der Hauptstadt sicher von A

nach THC kommen will, fährt

am besten mit 420/030!

Puff-puff-passend

dazu zeigen die Schachteln und

Aeskulap –

von Manuel Gotovac

420/030 –

von Jospehine Kunze

18 HIGHWAY 05/20


Madame Jade –

von Lilli Jasmin Homsi

Sphere –

von Dimitri Klink

(Nicht-Jute-)Beutel der Marke

fiktive U-Bahnhöfe, die sich

jeweils aus den wichtigsten

Stationen eines Bezirks zusammensetzen.

Merkmale wie Fliesenmuster,

Farben, Schriften

und ihre Trägerformen werden

hierbei neu kombiniert, um eine

flächendeckende Identifikation

zu ermöglichen. Insgesamt sind

so neun Verpackungsdesigns

entstanden, die nur die Typografie

für das Kleingedruckte gemein

haben und dennoch einen

hohen Wiedererkennungswert

aufweisen – zum Sammeln, zum

Tauschen und um zusammen zu

rauschen.

Aeskulap

Design: Manuel Gotovac

Die Marke Aeskulap lässt den

Griechen-Gott einen guten Hanf

sein und hat sich verschreibungsfrei

der Heilung verschrieben. Als

steter Begleiter windet sich die

aus Arztpraxen und Apotheken

bekannte Schlange ausnahmsweise

um einen Cannabisstamm

und bewacht die Siegeletiketten

der Blüten- und Pre-Roll-Kartonagen.

Zündeln statt züngeln.

Der Slogan „corpus et mente“

(dt. „Körper und Geist“) gibt

sich ebenfalls medizinisch und

dennoch schafft es das vertrauenerweckende

Verpackungsdesign,

eher nach Anrichte als nach

Giftschrank auszusehen.

Der Markenschriftzug

mit der prägnanten AE-Ligatur,

die Siegel und die klar

typografierten Pflichtangaben

lassen genug Raum, um die

Hintergründe subtil mit Cannabisblättern

und Marmorflächen

zu gestalten. Letztere verweisen

wie die Sortennamen „Hypnos“,

„Morpheus“, „Apollon“,

„Gaia“ und „Herkules“ auf das

antike Leitmotiv und changieren

farblich mit ihnen und den

Siegeletiketten. Zu Risiken und

Nebenwirkungen lesen Sie die

Packungsrückseite und erfreuen

Sie sich an dem schnell erfassbaren

Punktesystem!

Madame Jade

Design:

Lilli Jasmin Homsi

Die nach dem Schmuckstein

benannte Madame Jade goldglänzt

als Markenname und

-figur vor grünem Grund und

genießt ihre Cannabiszigarette

in unbeschwerter Grazie. Wenig

verkopft, viel verkörpert.

Schließlich lehnt sich die Gestaltung

an das Art déco der

Goldenen Zwanziger an, die

für die Emanzipation der Frau

wegweisend waren. Eine stilvolle

Stoner-Brand mit steinstarkem

Statement für die Selbstbestimmtheit.

Während die Fertigjoints

wahlweise in praktischen

Papp- oder Metalletuis

verpackt sind, betten sich die

Blüten in aufwändig gestalteten

Pralinenschachteln. Neben den

detailreichen Ornamenten und

Zierschriften von Madame Jade

wirkt After Eight wie 08/15. Die

Illustration der Lady in Green

wandelt sich sogar mit der zu erwartenden

Rauschwirkung: tanzen

für Sativa, rekeln für Indica.

Die insgesamt sechs verschiedenen

Strains ordnen sich indes per

Sekundärfarbe, der Rest ist Premium.

Sphere

Design: Dimitri Klink

Auf der Reise ins Zentralnervensystem

kann THC die Gedanken

kreisen und steigen lassen – da

liegt Sphere (dt. „Sphäre“) als

auserwählter Markenname übernatürlich

nahe. Zwischen Raumfahrtprogramm

und String-Theorie

lässt das „Haze From Outta

Space“ darüber sinnieren, was

die Welt im Innersten zusammenhält.

Und was hält die Welt

im Innersten zusammen? Die

kugelförmig generierten Keyvisuals

hüllen sich in ästhetisches

Schweigen. Ist das Chaos oder

Ordnung?

Jedenfalls bietet die

von den Rätseln des Universums

inspirierte Marke Dosen

voller Buds, Boxen voller Joints

und – wie könnte es anders sein

– Standbeutel voller Space Cookies.

Alufolie trifft Astronautennahrung.

Typografisch wie

farblich geben sich die Sphere-Verpackungen

ebenfalls nerdy

und hantieren mit Sci-Fi-artigen

Schriften und grellen,

„websicheren“ Farben aus den

Anfängen des Internets. Was die

Welt im Innersten zusammenhält?

Die Antwort ist irgendwo

da drin!

HIGHWAY 05/20 19


VOLL-AUTOMATISCHER

GROW IM KÜHLSCHRANK

Eigenes Weed anbauen, das ist für viele ein großer Traum. Für

einige ist dies die einzige Möglichkeit, dem Schwarzmarkt und

verdreckten Produkten zu entgehen, die durch die Prohibition für

die Konsumenten vorgesehen sind. Doch ein Zelt will nicht jeder

in der Bude stehen haben, die unauffälligste Variante ist

das sicherlich auch nicht. Daher gibt es verschiedene Box-Systeme

zur Lösung, eines davon von der Firma Fridge Grow aus Österreich,

die einen voll-automatischen Controller für Kühlschränke,

alt oder neu und gleich welcher Größe, anbieten. Ob man damit

auch wirklich frostige Buds ernten kann, hat sich unser Fachmann

Chuck Lore für Highway angeschaut...

20 HIGHWAY 05/20


Do-it-yourself-Experte

Chuck Lore

Auf der Cannafair

2019 stellte der

Aussteller Fridge

Grow einen Umrüstsatz

für Kühlschränke

vor. Er behauptete,

dass in einem solchen

umgebauten Schrank eine

Pflanze mit marginaler

Pflege aufwachsen könnte.

Die Anzuchtboxen waren

luftdicht verschlossen, das

nötige Kohlenstoffdioxid

wurde durch eine externe

Versorgung passgenau

zugeführt. Sogar die Bewässerung

sollte lediglich

einmalig erfolgen und kein

weiteres Gießen erfordern,

also einfach aufstellen, Gewächs

hineinstellen und die

Reife der Pflanze abwarten.

Simpel, sicher, geruchslos

und leise. Selbstverständlich

warf ich etliche Bedenken

in die Diskussion ein, wegen

denen so ein Growschrank

meiner Meinung nach nicht

funktionieren könnte. Ich bezweifelte,

dass es tatsächlich

ohne Düngung und zusätzliche

Wasserzugaben funktionieren

würde. Auch den durch die

Photosynthese erhöhten Sauerstoffgehalt

im Kühlschrank brachte ich

an, weil dieser ja zu Sauerstoffstress

führen könnte.

Zu meiner Überraschung

bestand der Hersteller darauf, mir

einen Kühlschrank samt Fridge-Grow-Controller

zu Testzwecken

zu überlassen. Ich selbst nahm

daraufhin die Herausforderung an

und entschied mich dazu, dass wir

das Gerät bei unserer nächsten Anzucht

einer weiblichen Pflanze der

Gattung Cannabis nutzen würden.

Da man mir freundlicherweise nicht

nur den Controller, sondern auch

einen Kühlschrank zur Verfügung

stellte, kam es, dass der neuartige

Pflanzschrank erst von Österreich

nach Deutschland gebracht wurde.

Vor Ort wurde er endgültig montiert,

konfiguriert und danach in das

nahe Ausland verfrachtet, weil dort

die Aufzucht einzelner Cannabispflanzen

toleriert wird.

Schon bei der Einrichtung

der Steuerung, die mittels

Handy-App oder via Internetbrowser

vorgenommen werden kann, fielen

uns die sinnvollen Vorgabeprogramme

auf. Eines für Keim- oder

Setzlinge, eines für die vegetative

Phase, eines für die frühe Blütezeit,

eines für die späte Blütephase und

auch eines zum Trocknen. Leider

suchten wir ein Programm zum

Fermentieren vergebens, aber weil

der Controller individuelle Einstellungen

komfortabel ermöglicht,

machten wir uns darüber keine

Sorgen. Bevor wir einen Setzling

in den Schrank stellten, spielten

wir einige Tage mit der Steuerung,

um uns mit ihr vertraut zu machen.

Nach kurzer Zeit fühlten wir uns sicher

genug, um einen vorgezogenen

Keimling in den Kühlschrank einzusetzen.

Es war eine aus einem Samen

gezogene selbstblühende Sorte,

die Critical Neville Haze Auto von

Delicious Seeds. Für die Anzucht

einer solchen Art gab es zwei Gründe.

Der erste war der, dass sie in der

Regel nicht so hoch wachsen wie reguläre

Cannabispflanzen. Weil die

Schrankhöhe ja feststand, war uns

das wichtig. Zudem sind sie meist

binnen zehn Wochen erntereif, auch

das kam uns entgegen. Wir naschen

gerne und probieren verschiedene

Geschmäcker und Wirkungen aus.

Die Erntemenge, die bei regulären

Sorten deutlich höher ausfällt, war

für uns nebensächlich.

Das Pflanzgefäß des

Schranks, es war das Gemüsefach,

fasste beinahe 14 Liter, eine akzeptable

Größe. Der nutzbare Raum

für den Anbau maß 43 Zentimeter

Breite x 47 Zentimeter Tiefe x 72

Zentimeter Höhe, die Anbaufläche

war rund 0,2 Quadratmeter groß.

Für diese Fläche hätte bei Norma-

HIGHWAY 05/20 21


Auch die Gitterablagen des Kühlschranks erfüllen ihren Zweck

latmosphäre eine 75 Watt starke

moderne LED-Pflanzleuchte ausgereicht.

Die in dem Schrank verbaute

hatte circa 175 Watt Aufnahmeleistung,

das war mehr als genug.

(Der Fride-Grow-Controller wird

übrigens normalerweise ohne LED

geliefert, es besteht sozusagen freie

Wahl, wenn man seinen eigenen

Schrank ausstattet.) Eine Messung

ergab, dass sie die Fläche mit einer

Lichtmenge flutete, die mit der

eines Sommertages mit Schleierbewölkung

vergleichbar war. Damit

war klar, dass die Pflanze ausreichend

Licht bekam, sogar deutlich

mehr, als sie verarbeiten konnte,

ganz unabhängig von dem vorhandenen

Kohlenstoffdioxid.

Wir stellten also die

dimmbare LED-Pflanzleuchte

zuerst auf etwa 50 Prozent ihrer

Leistung ein. Mit dieser Einstellung

wurde eine photosynthetisch aktive

Strahlung von rund 550 µmol/

(s∙m²) in Bodenhöhe erreicht, ideal

für Keimlinge. Als Zieltemperatur

für den Tag wählten wir 26° Celsius

mit einer Hysterese (vereinfacht:

Differenz von Ein- und Ausschaltwert;

Schaltspiel) von 2° Celsius

und eine Feuchtigkeit von 57 Prozent

mit einer Hysterese von sieben

Prozent. Für die Nacht senkten wir

die Temperatur auf 20° Celsius bei

gleicher Feuchte, das war ausreichend.

Den Kohlenstoffdioxidgehalt

stellten wir auf 1.100 ppm

(parts per million, Anteile pro Million)

mit einer Hysterese von 100

ppm ein.

Nach rund zwei Stunden

hatte sich das System eingependelt.

Temperatur und relative

Luftfeuchtigkeit blieben weitgehend

in den eingestellten Grenzen, die

Pflanze konnte sich eingewöhnen.

Am anderen Tag passten wir die

Lichtleistung an, weil die Leuchte

von der Steuerung wegen erhöhter

Temperatur zeitweise ausgeschaltet

wurde. Die Pflanze wurde nun mit

etwa 500 µmol/(s∙m²) bestrahlt, die

Leuchte nahm in dieser Einstellung

etwa 80 Watt auf. Das erschien uns

auch der Maximalwert zu sein, der

mit der verwendeten LED-Leuchte

wegen der Wärmeentwicklung

möglich war.

Bevor nun auf das

Wachstum eingegangen wird, noch

ein paar Worte zur Steuerung. Diese

dokumentierte während des Tests

zuverlässig alle relevanten Ereignisse

und Messwerte, die übersichtlich

in konfigurierbaren Diagrammen

eingesehen werden konnten. Auch

ein Export im Excel-Format wurde

von der Browseroberfläche unterstützt.

Neben selbsterklärenden

Werten wie Temperatur, relativer

Luftfeuchtigkeit und Kohlenstoffdioxidgehalt

wurde auch die

Dampfdruckdifferenz bzw. das Sättigungsdefizit

angegeben. Die meisten

Anwender werden diesen Wert

ignorieren können, er ergibt sich

automatisch aus der Temperatur

und der Feuchte. Übrigens wird in

der Dunkelphase die Regelung der

Kohlenstoffdioxidzufuhr von der

Steuerung deaktiviert. Das macht

Sinn und hilft der Pflanze, die Prozesse

der Photosynthese, die in der

Dunkelzeit stattfinden, abzuschließen.

Nach der ersten Woche

öffneten wir den Schrank und fanden

einen gesunden Keimling, der

sich gut entwickelt hatte. Er wuchs

bislang ähnlich schnell wie unter

normalen Bedingungen. Ab der

zweiten Woche sahen wir auch,

dass die Pflanze der Luft Kohlenstoffdioxid

entzog. Der Verlauf

der Konzentration des Gases war

übrigens ein interessantes Phänomen.

Zuerst wurde der Wert recht

schnell durch die Zufuhr von Gas

auf das gewünschte Niveau gebracht.

Aber anstatt zu fallen, stieg

er weiterhin an. Das hatte seinen

Grund darin, dass in Pflanzerde

Mikroorganismen leben, die als

Stoffwechselprodukt unter anderem

Kohlenstoffdioxid freisetzen. Erst

mit zunehmender Größe entzog die

Cannabispflanze in der Hellphase

das Gas im messbaren Bereich. In

der Dunkelphase stieg dann die

Konzentration wieder an, um mit

dem Einschalten der Beleuchtung

erneut zu sinken. Die kleinen Mikroben

waren so aktiv, dass erst ab

der vierten Lebenswoche der Pflanze

eine zusätzliche Begasung nötig

war, um den eingestellten Wert von

1.100 ppm zu halten.

Hier ist nun auch der

richtige Platz, um den Verbrauch

an Kohlenstoffdioxid abzuschätzen.

Pflanzenmasse besteht ja zum

Großteil aus Cellulose, die hat die

Summenformel C 12 H 20 O 10 – also

12 Atome Kohlenstoff sind mit 20

Atomen Wasserstoff und 10 Atomen

Sauerstoff verbunden. Um ein

Mol dieser Substanz zu bekommen,

müssen 12 Mol CO 2 (Kohlenstoffdioxid)

mit 10 Mol H 2 O (Wasser)

reagieren, dabei werden 12 Mol

O 2 (Sauerstoff) frei. (Der komplette

Prozess der Photosynthese ist

deutlich komplexer, aber das soll

hier nicht interessieren. Auch sind

in den folgenden Berechnungen die

Werte leicht gerundet, angegeben ist

stets das Trockengewicht. Frisches

Pflanzenmaterial ist wegen des

Wasseranteils deutlich schwerer.)

Ein Mol Cellulose wiegt

324 Gramm, ein Mol CO 2 44

Gramm, ein Mol H 2 O 18 Gramm

und ein Mol O 2 32 Gramm. Wenn

22 HIGHWAY 05/20


die Pflanze also am Ende 324

Gramm schwer ist, dann werden

dafür 528 Gramm CO 2 sowie 180

Gramm H 2 O benötigt. Der Vollständigkeit

halber sei noch angemerkt,

dass bei dem Prozess 384

Gramm O 2 freigesetzt werden, das

sind rund 269 Liter bei Raumtemperatur.

Die Formel für die Berechnung

des benötigten CO 2 bzw. H 2 O

lautet:

Benötigtes CO 2 = 44 * Pflanzenmasse

/ 27

Benötigtes H 2 O = 5 * Pflanzenmasse

/ 9

Soll berechnet werden, wie schwer

die Pflanze mit einer einzigen Flasche

Kohlenstoffdioxid werden

kann (diese enthält typischerweise

425 Gramm), gilt diese Formel hier:

Pflanzenmasse = 425 Gramm * 27

/ 44 = 260,8 Gramm

Oder allgemein:

Pflanzenmasse = Bereitstehendes

CO 2 * 27 / 44

Es sollte also möglich sein, eine

mittelgroße Pflanze mit einer einzigen

Füllung aufzuziehen. Natürlich

geht ein wenig Kohlenstoffdioxid

verloren, weil durch das Öffnen der

Türe und durch etwaige Undichtigkeiten

etwas entweicht. Auch entsteht

durch den freigesetzten Sauerstoff

im Schrank ein Überdruck,

der dafür sorgt, dass andere Gase

mit ausgespült werden. Aber das ist

zu vernachlässigen, wir selbst konnten

keine Auffälligkeiten, die durch

diesen Gaswechsel bedingt waren,

beobachten.

Im Laufe der Zeit wurde

der Bedarf an CO 2 stets größer.

Reichten anfangs gelegentliche Zugaben

noch aus, wurde gegen Ende

der vierten Woche fast stündlich

neu begast. Ohne die Pflanze zu

sehen – wir hatten den vorhandenen

Anschluss für eine Kamera

mit USB-Schnittstelle erst ab der

fünften Woche genutzt – waren wir

sicher, dass diese ganz vorzüglich

wuchs. Voller Spannung öffneten

wir am Ende der Woche die Tür

und maßen zwölf Zentimeter Höhe

und 24 Zentimeter Spannweite. Das

war ein wenig klein, aber dafür war

die Pflanze ungemein kompakt.

Die Nodien lagen mit rund zwei

Zentimetern ungewöhnlich dicht

beieinander. Besonders schön war

es, die Wurzelbildung im transparenten

Fach zu sehen. In der kurzen

Zeit hatte die kleine Pflanze ihre

Wurzeln über rund zwei Drittel des

Pflanzkübels ausgebreitet. Wir gaben

200 Milliliter Wasser mit unserem

bevorzugten Dünger hinzu und

hofften zuversichtlich, dass dies für

die nächste Woche genug der Pflege

war. Bei dem Dünger handelte es

sich übrigens um einen durch Kompostierung

gewonnenen Nährstoff.

Dieser enthielt zwangsläufig alles,

was die Cannabispflanze für ihr

Wachstum benötigte, und darüber

hinaus war eine Überdüngung mit

ihm praktisch ausgeschlossen.

Am anderen Tag kontrollierten

wir routinemäßig die

Messwerte und erschraken: der

Gehalt an Kohlenstoffdioxid war

über Nacht auf über 6.000 ppm

gestiegen. Zuerst vermuteten wir

ein Schaden am Magnetventil und

drehten die Gasflasche aus dem

Gewinde. Dennoch stieg die Konzentration

weiter, es war erstaunlich

und wir waren verwirrt. Als Ursache

machten wir schließlich den

zugefügten Dünger aus, der die im

Erdreich vorhandenen Mikroben

bestens ernährte – und diese stießen

reichlich CO 2 aus, das war der

Grund für den Anstieg. Wir öffneten

die Tür, gossen noch einmal 200

Milliliter Wasser nach, verschlossen

alles erneut und warteten ab. Nach

nur einer Stunde war der Gehalt

an CO 2 tatsächlich um 500 ppm

gestiegen, es war fast schon wundersam.

Wir merkten uns, dass eine

Düngung nicht nur die Pflanze mit

Nährstoffen versorgt, sondern auch

das Mikrobenwachstum anregt.

Wir lüfteten den Schrank also zweimal

täglich und hofften, dass die

Pflanze bald groß genug war, um

das entstehende Kohlenstoffdioxid

komplett verwerten zu können.

Drei Tage später hatte

sich zwar der Kohlenstoffdioxidverbrauch

wieder eingependelt,

aber bei einer außerplanmäßigen

Kontrolle fiel uns auf, dass das Erdreich

wohl durch das Lüften arg

trocken geworden war. Wir gossen

also großherzig 600 Milliliter dazu,

düngten leicht nach und warteten

die Woche ab. Bei der Analyse der

aufgezeichneten Daten fiel uns auf,

dass die Entfeuchtung ab etwa 55

Prozent relativer Luftfeuchtigkeit

zunehmend viel Energie benötigte.

Wir erhöhten daher aus Gründen

der Wirtschaftlichkeit die eingestellte

Feuchtigkeit um fünf Prozent,

diese schwankte fortan zwischen

55 Prozent und 69 Prozent. Das

war ein durchaus akzeptabler Wert,

durch die Umstellung sparten wir

rund 20 bis 30 Prozent des aufge-

Nie mehr leerer Kühlschrank, Teil I

HIGHWAY 05/20 23


24 HIGHWAY 05/20


Visualisierung: ein Fridge Grow in der Wohnzimmerlandschaft

HIGHWAY 05/20 25


GROW-PROTOKOLL

27.3. - Tag der Aussaat.

3.4. - Keimling durchbricht das

Erdreich.

10.4. - Sechs Zentimeter hoch,

zwei Zentimeter Spannweite.

12.4. - Umzug in den Pflanzschrank.

14.4. - Strommesser für Komplettsystem

angeschlossen.

17.4. - Sieben Zentimeter hoch,

sieben Zentimeter Spannweite.

24.4. - Acht Zentimeter hoch, 17

Zentimeter Spannweite.

1.5. - Zwölf Zentimeter hoch, 24

Zentimeter Spannweite, sehr

kompakter Wuchs, bislang 53,1

kWh verbraucht.

4.5. - Außergewöhnliche Kontrolle,

600 Milliliter Wasser nachgegossen.

8.5. - 21 Zentimeter hoch, 36 Zentimeter

Spannweite, Blütenansatz

erkennbar, Erdreich ist bis auf die

ersten Zentimeter feucht, bislang

80 kWh verbraucht.

10.5. - Außergewöhnliche Kontrolle,

24 Zentimeter hoch, 40

Zentimeter Spannweite, Blütenbildung

jetzt deutlich erkennbar.

12.5. - Nährstoffmangel festgestellt,

reichlich nachgedüngt.

15.5. - 28 Zentimeter hoch,

Spannweite unverändert, dichte

Blüten bilden sich, erste größere

Blätter werden welk, bislang 105

kWh verbraucht.

18.5. - 30 Zentimeter hoch,

Spannweite unverändert, Blütenstände

werden dichter. Moderat

nachgedüngt und 400 Milliliter

Wasser zugegeben.

22.5. - 31 Zentimeter hoch,

Spannweite unverändert, Blütenstände

entwickeln sich hervorragend.

Moderat nachgedüngt und

250 Milliliter Wasser zugegeben.

132 kWh wurden bislang verbraucht,

der tägliche Verbrauch

nähert sich 4 kWh.

29.5. - Größe unverändert,

Blütenstände bereits jetzt schon

dicht und sehr üppig, erste

verfärbte Narben. 300 Milliliter

Wasser samt Düngung zugegeben.

Der Gesamtverbrauch liegt

bei 161 kWh, also ziemlich genau

bei 4 kWh täglich.

2.6. - Größe unverändert,

Blütenbildung ungewöhnlich

ausgeprägt, weitere verfärbte

Narben, Pflanze steht rund eine

Woche vor der Reife. Kohlenstoffdioxidgehalt

auf rund 400 ppm

abgesunken, trotz eingeschalteter

Zufuhr bleibt der Gehalt unverändert,

wahrscheinlich klemmt das

Ventil. Stromverbrauch nahezu

exakt 4 kWh täglich.

5.6. - Rund die Hälfte der Narben

sind verfärbt, Trichome meist

trüb, die Ernte steht unmittelbar

bevor.

6.6. - Erneute Untersuchung

zeigte fast ausnahmslos milchige

Trichome: es wird geerntet. Der

Verbrauch lag bei rund 193 kWh,

das beschnittene Material wird

zur Trocknung auf Einschiebeböden

bei 40 Prozent Feuchte und

20° Celsius gelegt.

9.6. - Trocknung abgeschlossen,

Verbrauch bislang 200 kWh, Fermentation

bei 70 Prozent Feuchte

und 28° Celsius eingeleitet.

23.6. - Prozess abgeschlossen,

60,5 Gramm Gesamtgewicht.

wendeten Stroms für die Entfeuchtung.

Am Tag der regulären

Kontrolle fanden wir eine gut ent-

Nie mehr leerer Kühlschrank, Teil II

wickelte Pflanze, die zum einen

gesund wirkte und zum anderen

hervorragend wuchs. Zwar war sie

mit 20 Zentimetern immer noch

recht klein, aber das konnte auch

an der kultivierten Sorte liegen.

Wie erwartet waren bereits erste

Anzeichen der kommenden Blüte

zu erkennen, wir richteten uns auf

eine moderate Ernte einer selbstblühenden

Cannabispflanze ein.

Allerdings stammte die Pflanze

zum Großteil von Eltern der Sorte

Cannabis sativa ab, diese wachsen

auch während der Blütezeit weiter.

Hinzu kam, dass die Angabe des voraussichtlichen

Erntetermins Spielraum

für Interpretationen ließ, es

war also noch alles offen. Mit dem

guten Wachstum der Pflanze wurde

auch mehr Feuchtigkeit freigesetzt.

Dadurch musste der Kompressor

länger laufen, um den Raum wie gewünscht

zu entfeuchten. Zwar war

das nicht wirklich kritisch, aber irgendwann

sank die Luftfeuchtigkeit

nicht mehr unter 56 Prozent und die

Kühlung lief ununterbrochen. Um

Energie zu sparen, erhöhten wir

die angestrebte Feuchte tagsüber

und nachts auf 65 Prozent mit einer

Hysterese von fünf Prozent.

Die Maßnahme zeigte

Erfolg, der Kompressor arbeitete

nur noch zu zwei Dritteln der Zeit.

Wir überlegten, dass wir ein maximales

Feuchtigkeitsband von 65 bis

75 Prozent zulassen wollten, das

war die Grenze, ab der Schimmelbefall

immer wahrscheinlicher wurde.

Könnte der Pflanzraum nicht

mehr entfeuchtet werden und sollte

die relative Feuchte dauerhaft über

75 Prozent steigen, wollten wir die

Lichtleistung senken oder Teile der

Pflanze entlauben, beschlossen wir.

Zwei Tage später lief der Kompressor

wieder durch, die Feuchtigkeit

im Schrank sank nicht mehr unter

62 Prozent. Wir sahen nach, die

Pflanze war wirklich schön gewachsen,

eine wahre Pracht. Nur einige

26 HIGHWAY 05/20


ganz wenige braune Fleckchen auf

den älteren Blättern fanden wir,

kein Grund zur Sorge. Um weiterhin

Energie zu sparen, senkten wir

die Temperatur tagsüber auf 24°

Celsius und nachts auf 18° Celsius.

Das half, danach arbeitete die Kühlung

wie gehabt.

Dazu überlegten wir,

ob wir nicht doch eine Webcam

installieren sollten und kramten

im Fundus. Tatsächlich fand sich

ein älteres Modell, das über einen

Adapter problemlos angeschlossen

werden konnte. Von da an sahen

wir der Pflanze via Datenfernübertragung

beim Wachsen zu. Weil das

Bild jede Minute aktualisiert wurde,

konnten wir uns einen guten Eindruck

über den Stand der Entwicklung

machen, das verminderte die

Anzahl der Türöffnungen deutlich.

Zwei Tage später war es dann wieder

so weit, die Kühlung lief durch

und die Pflanze brauchte rund das

Doppelte an Kohlenstoffdioxid.

Auch sahen wir, dass die Flecken

auf den Blättern gewachsen waren.

Neugierig öffneten wir die Tür und

staunten. Zum einen hatte sich eine

Eisschicht an der Rückseite des

Schrankes gebildet, da die Lüfter

falsch eingestellt waren und nicht

genügend Luft bis zur Rückwand

bliesen, und zum anderen waren die

verfärbten Stellen so groß, dass wir

nachsahen, was der Grund für die

Verfärbung war. Das Eis schmolz

im Laufe des Tages dann von alleine

ab, aber die Ursache der Einfärbung

war schlicht und einfach

Nährstoffmangel. Sogleich düngten

wir die Pflanze gleich doppelt, noch

war es nicht zu spät.

Nun geschah etwas, was

wir nicht auf Anhieb vollständig

verstanden. Zum einen schoss der

CO 2 -Gehalt so extrem nach oben,

dass wir nicht mehr zusätzlich zu

begasen brauchten. Zum anderen

stieg die Temperatur im Schrank

so stark an, dass die Leuchte fast

zur Hälfte der Zeit ausgeschaltet

wurde. Vermutlich ebenfalls aus

diesem Grund war das Erdreich

am folgenden Tag sehr trocken, wir

gossen einen halben Liter Wasser

nach, allerdings ohne Düngemittel.

Zudem wurde die Intensität

der Pflanzleuchte gedrosselt, damit

diese möglichst kontinuierlich eingeschaltet

blieb. Drei Tage später

hatten sich die Prozesse im Schrank

wieder gut eingespielt und wir düngten

zusammen mit 400 Milliliter

Wasser moderat nach. Auch wenn

bereits größere Blätter welkten, entwickelte

sich das Gewächs weiter-

hin prächtig, der Lebenszyklus der

Pflanze neigte sich dem Ende zu.

Bis zur Ernte waren es noch etwa

zwei bis vier Wochen, weibliche

Cannabispflanzen stecken in dieser

Lebensphase alle Kraft in die Ausbildung

ihrer Blüten und entziehen

ihrem Laub die Nährstoffe.

Rund drei Wochen vor

dem geschätzten Erntetermin, also

zu Beginn der achten Woche nach

der Keimung, war die Blüte im

vollen Gange. Der Pflanze ging es

grandios, trotz ihrer geringen Größe

war eine angemessene Ernte zu

erwarten. Bedingt durch die lange

Laufzeit der Kühlung näherte

sich der Energiebedarf der Anlage

vier Kilowattstunden täglich. Wir

gossen 250 Milliliter Wasser in die

Schublade und düngten etwas nach.

Eine Woche später, der errechnete

Erntetermin nahte, gossen wir 300

Milliliter Wasser mit moderater

Düngerzugabe nach. Alle größeren

Blätter waren bereits welk oder

schon abgestorben, die Pflanze

war offensichtlich im letzten Stadium

ihres Daseins. Dazu passte die

ungewöhnlich dichte und üppige

Blütenbildung, wir konnten uns gar

nicht sattsehen. Voller Vorfreude betrachteten

wir die Schönheit, die unseren

Aufwand mit einer herrlichen

ERNTE-PROTOKOLL

2.6. - Erntezeitpunkt laut Hersteller

6.6. - Tatsächlicher Erntetag.

Zeit von Einsaat bis zur Ernte:

71 Tage

Zeit von sichtbarer Keimung bis

zur Ernte: 64 Tage

Erntevolumen

(frisch, erste Wahl):

195,3 Gramm

Erntevolumen

(frisch, Straßenqualität):

33,2 Gramm

Erntevolumen

(getrocknet, erste Wahl):

52,4 Gramm

Erntevolumen

(getrocknet, Straßenqualität):

8,1 Gramm

Verbrauchte Energie

je Gramm Trockengewicht:

3,64 kWh

Blütenpracht belohnte.

Am errechneten Erntetermin

war sie dann doch noch

nicht reif. Immerhin konnten wir

erste verfärbte Narben erkennen

und die Trichome entwickelten

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HIGHWAY 05/20 27


Eine im Kühlschrank mittels Fridge Grow angebaute

28 Cannabispflanze HIGHWAY 05/20 (von einem anonymen Fridge-Grower)


Aufbau

Anschluss

Fridge-Grow-Unboxing

sich auch. Schwer zu beschreiben

ist die unglaubliche Blütendichte,

die sich entwickelt hatte. Dies lag

unserer Meinung nach zum einen

an der aufgezogenen Sorte und

zum anderen an den guten Bedingungen,

die ein solch ausgeprägtes

Wachstum begünstigten. Und

noch etwas fiel uns auf. Es war

der Geruch, der fehlte. Obwohl

die Pflanze in voller Blüte stand,

war selbst in dem Raum, wo der

Schrank stand, noch nicht einmal

der Hauch eines Dufts zu bemerken.

Damit war

die Aufzucht

definitiv unauffällig

und zumindest

theoretisch

an jedem Standort

mit Stromanschluss

möglich.

Vier Tage

nach dem angegebenen

Erntetermin

war es

dann so weit,

wir konnten alles

in allem 228,5 Gramm frisches

Marihuana für die Trocknung

vorbereiten. Dazu stellten wir die

Steuerung auf eine Temperatur

von 22° Celsius und 40 Prozent

Luftfeuchte ein. Die Beleuchtung

wurde ausgeschaltet und das Gemüsefach

bis auf einen engen

Schlitz verschlossen, damit das

kondensierte Wasser nicht wieder

verdunsten konnte. Es sammelte

sich im Fach und war ein zusätzliches

Indiz für die fortschreitende

Trocknung. Nach drei Tagen waren

die Blüten durchgetrocknet,

auch die inneren Stängel waren

hart und kaum noch elastisch. Und

das konnten wir mit Sicherheit

behaupten, ohne die Schranktür

überhaupt geöffnet zu haben. So

erstaunlich es für manchen auch

sein mag, es lag an der Menge des

freigesetzten Kohlenstoffdioxids.

Weil das Licht nicht brannte, lag

die zugeführte Lichtmenge unter

dem Lichtkompensationspunkt,

ab diesem Punkt gaben die Pflanzenreste

CO 2 ab. Darum, und weil

die Fermentation durch Mikroorganismen

bereits einsetzte, stieg

die Konzentration des Gases im

Schrank.

Sobald der Gehalt nahezu

konstant blieb, konnte von

einem Stillstand jeglicher Stoffwechselreaktion

ausgegangen

werden, sowohl Fermentation als

auch Photosynthese kamen bei

Trockenheit zwangsläufig zum Erliegen.

Übrigens schaffte der umgebaute

Kühlschrank es, die Luftfeuchtigkeit

auf bis zu 27 Prozent

zu senken. Das ist ein hervorragender

Wert für einen Kondensationstrockner.

Allerdings wurde es

durch die Absenkung so kühl, dass

das System aus dem Tritt kam. Der

Versuch, den Innenraum noch entschiedener

zu entfeuchten, führte

bereits ab einer Zielfeuchte von 35

Prozent dazu, dass Kühlung und

Heizung permanent eingeschaltet

waren. Wir blieben also bei den

schon recht trockenen 40 Prozent

relativer Feuchte.

Um die Qualität des

Marihuanas nochmals zu steigern,

wollten wir die Ernte nach

der dreitägigen Trocknung zwei

Wochen lang fermentieren. Dafür

erhöhten wir die relative Luftfeuchtigkeit

auf 70 Prozent und

die Temperatur auf 28° Celsius.

Das war eine recht energiesparende

Einstellung, Heizung und Kühlung

arbeiteten nur gelegentlich.

Auch die Aktivität der Mikroben,

die ihren Stoffwechsel mit zunehmender

Feuchtigkeit reaktivierten,

spiegelte sich rasch in den steigenden

Kohlenstoffdioxidwerten

nieder. Wie erwartet zersetzten

sie unerwünschte Stoffe, in erster

Linie das im Blattgrün enthaltene

Chlorophyll.

Nach der Fermentation

wurden die Blüten noch einen Tag

lang bei 22° Celsius und 50 Prozent

Feuchte endgetrocknet. Dann

endlich konnten wir die Früchte

der Arbeit genießen. Die kleine

Pflanze hatte mehr als fünfzig

Gramm getrocknetes Gras bester

Güte und über acht Gramm hochpotente

Schnittreste erbracht. Aufgewendet

wurden etwa 220 kWh,

das sind pro Gramm rund 1,10

Euro Energiekosten. Übrigens

sind der Ertrag und die Effizienz

des Schranks bei der Aufzucht von

regulären Sorten mit einfachen

Mitteln deutlich erhöhbar. Dazu

wird eine Variante des Screen of

Greens (SCROG) angewandt, in

der die Pflanzentriebe nicht nur

horizontal eingeflochten, sondern

zusätzlich an zwei oder drei vertikal

angebrachten Gittern eingewebt

werden. So wird die eher

bescheidene Anbaufläche von

rund 0,2 Quadratmeter etwa verdrei-

bis vervierfacht, ohne dass

der Lichtstrom einer Veränderung

bedarf.

Wie fällt also das Fazit

aus? Entgegen meiner ursprünglichen

Meinung hat sich das System

von Fridge Grow tatsächlich

bewährt. Zwar hätten wir ohne

die tatkräftige Hilfe des Herstellers

wohl zwischenzeitlich das

Handtuch geschmissen und den

Schrank mit Bier bestückt. Aber

das lag an unserem fehlenden Wissen

und an dem seinerzeit noch

nicht existierenden Handbuch, in

dem wir bei Problemen einfach

hätten nachsehen können, und das

inzwischen zur Verfügung steht.

Eine uneingeschränkte Empfehlung

bekommt der Schrank wegen

seiner Eignung zur Trocknung

und Fermentation des Materials.

Auch für Heimgrower, die möglichst

heimlich anbauen müssen,

ist er gut geeignet. Keine verräterischen

Düfte, kein auffälliges Licht

und auch keine verdächtigen Geräusche

weisen auf die in einigen

Ländern immer noch kritisch beäugte

Aufzucht von Cannabis hin.

Die Tür braucht in der Regel pro

Woche höchstens einmal geöffnet

zu werden, um die Feuchtigkeit

des Erdreichs zu kontrollieren und

gegebenenfalls Dünger zu ergänzen.

Bei der Anzucht regulärer

Cannabispflanzen empfiehlt sich

eine Variante des Screen of Greens,

die den Ertrag deutlich steigern

wird.

Auf den ersten Blick

fallen lediglich die hohen Energiekosten

auf. Setzt man diese aber ins

Verhältnis zur geernteten Menge,

relativieren sich die Kosten, das Ergebnis

steht in einer gesunden Beziehung

zu dem anfallenden Aufwand.

Alles in allem gibt es keinen

Grund, den Anbau in einem umgebauten

Kühlschrank nicht einfach

einmal zu versuchen.

HIGHWAY 05/20 29


30 HIGHWAY 05/20


HIGHWAY 05/20 31


Was ist bloß mit der

Drogenbeauftragten Los?

Eine Chronik des Versagens. Knallen ihr jetzt alle Sicherungen

durch? Der deutschen Bundesdrogenbeauftragten

Daniela Ludwig scheinen die heißen Sommertemperaturen

nicht gut zu tun – ohne jede Not begann

sie in den letzten Wochen eine abstruse Hetzjagd auf

andersdenkende Menschen. Wer nicht die CSU-Cannabis-No-Go-Linie

fährt und gutheißt, scheint für

Daniela Lügwig nicht mal als Mensch durchzugehen,

denn offenbar darf man in ihrer Vorstellung einfach

blind mit dem Knüppel auf den Kiffersack einschlagen

– einen Falschen kann man ja nicht treffen, sind doch

alle Cannabiskonsumenten offenbar Asoziale, die man

wegsperren, wegtherapieren, wenn nicht gleich am besten

komplett entsorgen sollte. Gut, dass wir nicht mehr

1939 haben, auch wenn alle anderen Aussagen Ludwigs

aus dieser Zeit zu stammen scheinen, denn sonst müsste

man als Cannabiskonsument ja schon fast um sein

Leben fürchten. Dass die deutsche Drogenbeauftragte

sich im Gegensatz zu ihrer Job-Beschreibung nicht dafür

einsetzt, möglichst vielen Menschen gerecht zu werden,

sondern stattdessen pausenlos versucht, Cannabis und

Cannabiskonsumenten zu diffamieren und unbeteiligte

Menschen gegen Kiffer aufzuhetzen, ist an Armseligkeit

leider nicht zu überbieten. Am schlimmsten ist dabei

fast, dass sie sich noch nicht einmal dabei richtig Mühe

gibt: patzige Antworten, sinnlose Vergleiche, lächerliche

Anti-Cannabis-Kampagnen – man fragt sich fast, ob sie

eine Doppelagentin ist, die nicht nur Cannabiskonsumenten

fertigmachen will, sondern gleichzeitig auch

die CSU der Lächerlichkeit preisgeben möchte. Was hat

sie denn nun wieder angestellt, die Drogen-Dani? Wir

haben für euch die Highlights der letzten Wochen gesammelt

und in diesem Artikel zusammengetragen. Aber

Vorsicht: die Lektüre der Geschehnisse kann mit Sicherheit

ziemlich schlimme Psychosen auslösen – also besser

vorher einen rauchen...

32 Daniela HIGHWAY Ludwig 05/20 – gute Mine zum bösen Spiel. Oder doch nur angeschwipst?


Tilo Jung schlägt wieder zu –

„Brokkoligate“

Große Politiker arbeiten schon zu

ihren aktiven Zeiten an ihrem Vermächtnis

– als unschätzbar in dieser

Hinsicht erwies sich in der Vergangenheit

häufig eine eingängige Redewendung:

„Ich bin ein Berliner“

(John F. Kennedy), „Yes, we can“

(Barack Obama), „Basta“ (Gerhard

Schröder) oder „Wenn Sie vom

Hauptbahnhof in München... mit

zehn Minuten, ohne, dass Sie am

Flughafen noch einchecken müssen,

dann starten Sie im Grunde

genommen am Flughafen... am...

am Hauptbahnhof in München

starten Sie Ihren Flug. Zehn Minuten.

Schauen Sie sich mal die

großen Flughäfen an, wenn Sie in

Heathrow in London oder sonst

wo, meine sehr... äh, Charles de

Gaulle in Frankreich oder in... in...

in Rom“ (Edmund Stoiber) sind

nur einige der berühmtesten Aussprüche,

die heute untrennbar mit

dem jeweiligen Redner verknüpft

sind und die auch oft als Leitspruch

jeweils ihre gesamte politische

Agenda kennzeichneten. Weniger

fähige Staatsmänner und –frauen

hingegen unterschätzen oft die

Macht der Worte und deren Eigenart,

Menschengruppen hinter sich

zu sammeln und zu vereinen. Da

kann es dann schon mal passieren,

dass einem während des Interviews

ein „Cannabis ist verboten, weil es

eine illegale Droge ist“ (Marlene

Mortler) rausrutscht und man sich

seine gesamte Amtszeit nicht mehr

davon erholt.

Endlich hat nun auch

die amtierende Bundesdrogenbeauftragte

Daniela Ludwig ihre

Zunge gelockert und auf einer

Pressekonferenz ein Bonmot zum

Besten gegeben, das das Zeug hat,

ihre politische Karriere mit Abstand

zu überleben: „Nur weil Alkohol

nicht ungefährlich ist, ist Cannabis

kein Brokkoli. Okay?“ Wow, der

hat gesessen. Zwar war es keine

Antwort auf die Frage, die Journalist

Tilo Jung eingangs gestellt

hatte („Halten Sie Alkohol auch für

gefährlicher als Cannabis?“), aber

dafür gab es den schnippischen Unterton

(„Ja, sie müssen mit meinen

Antworten klarkommen, so wie ich

mit ihren Fragen“) gleich gratis mit

dazu. Könnte es etwa sein, dass bei

einer gewissen Drogenbeauftragten

so langsam die Nerven blank liegen?

Aber so ist das nun mal, Politik

ist ein hartes Business und das gut

dotierte Pöstchen in der freien Wirtschaft

oder im EU-Parlament, das

man im Anschluss an das Mandat

bekleiden möchte, will ja auch erst

einmal verdient werden. Kurioser

Fakt am Rande: auch der berühmte

Spruch von Ludwigs Amtsvorgängerin

Mortler über das verbotene,

weil illegale Cannabis fiel in einem

Interview mit Tilo Jung. Der Mann

scheint ein echtes Gespür dafür zu

haben, wie man CSU-Drogenbeauftragte

sich selbst entlarven lässt.

Zurück in die Fünfziger –

Säufer-Lyrik

GERÜCHTEKÜCHE: Affäre mit Edmund Stoiber?

Apropos Edmund Stoiber... gab

es da nicht mal ein Gerücht,

das durch den ganzen Politikbetrieb

geisterte, das ihn und

unsere liebste Drogenbeauftragte

seit Marlene Mortler betraf,

damals, als sie noch Daniela

Raab hieß, einige Zeit vor ihrer

Heirat? Zu diesem Zeitpunkt allerdings

bereits lange verheiratet

war Edmund Stoiber mit seiner

geliebten Karin „Muschi“ Stoiber.

Und das war das angebliche

Problem – denn beispielsweise

der Klatschkolumnist Michael

Graeter behauptete in der Sendung

„Johannes B. Kerner“

vom 17. September 2009, als das

Gespräch gerade um Affären

bayrischer Politiker ging, Folgendes:

„Ja, da gab es also eine

junge Dame – das wollten’s doch

wissen von mir, oder? Der hat

Nachwuchsförderung gemacht,

der Stoiber. Der Stoiber hat

richtige Nachwuchsförderung

gemacht... Mit einer Bundestagsabgeordneten,

Daniela Raab.

Sehr nett, süß. Schaut aus wie...

Karin [Stoiber] – aber rein zufällig,

ja... und ist doch gut, wenn

man dem... der Jugend ein bisserl

auf die Sprünge hilft. Oder?“

Gut, wären wir in

einem Drogenprozess dann würde

ein Belastungszeuge schon

reichen, bei anderen Vergehen

werden jedoch immer zwei benötigt.

Graeters Behauptungen

pflichtete daher der langjährige

Weggefährte Stoibers, der Autor

Rudolf Erhard, in seinem 2008

erschienenen Buch „Edmund

Stoiber, Aufstieg und Fall“ bei.

Laut ihm sei Ursache für den

überraschenden Rückzug Stoibers

aus dem Berliner Kabinett

2005, der dessen eigenen Fall

und einen Absturz der CSU

bedingte, eine Liebesbeziehung

mit einer CSU-Bundestagsabgeordneten

gewesen, die „vom

Aussehen her verblüffende Ähnlichkeit

mit der jungen Karin

Stoiber habe“. Ihm persönlich,

Edmund Stoiber, der

alte Problembär

so Erhard, habe Stoiber anvertraut:

„Meine Ehe war nach 40

Jahren in Gefahr, meine Frau

wäre nicht mitgegangen nach

Berlin.“ – und überdies: „Die

Einsamkeit in Berlin hat viele

Versuchungen.“ Genauer nachgefragt

habe Erhard wegen der

angeblichen Affäre allerdings

nicht. Erhard sagt: „Er hätte

es eh dementiert.“ Auf die

Frage eines Interviewers, ob es

nicht journalistisch fragwürdig

sei, solche Gerüchte zu veröffentlichen,

sagte Erhard: „Die

Gerüchte waren doch schon öffentlich!

Ich habe mit 40 Leuten

gesprochen – und jeder wusste

von diesen Geschichten über

Streit zwischen Edmund und

Karin Stoiber vor Zeugen, über

andere Vorkommnisse.“

Ist etwas dran oder

nicht? Man wird es wohl nie erfahren,

denn wie die „Augsburger

Allgemeine“ dazu schrieb:

„Da gibt es jahrelang ein Gerücht

über Edmund Stoiber,

das aber nie publiziert wurde,

weil selbst die böswilligsten

CSU-Parteifreunde und die hartnäckigsten

Berliner Journalisten

keinerlei Indizien beibringen

konnten, um es zu untermauern.“

Ist vermutlich auch besser

so... und inzwischen auch egal.

Stoiber hat sich bereits vor Jahren

selbst demontiert und Daniela

Ludwig ist gerade mitten im

Prozess.

Dass Daniela Ludwig noch die

unsägliche Marlene Mortler in Sachen

Inkompetenz, Verachtung

von Menschen und schamloser

Alkohol-Propaganda in die Tasche

stecken würde, wollte in den ersten

Wochen praktisch keiner glauben

(wobei wir uns an dieser Stelle den

Hinweis erlauben möchten, dass die

Highway-Redaktion von Sekunde 1

an keines ihrer Worte geglaubt oder

etwas davon wiedergekäut hätte).

Doch der Level der Asozialität ihrer

Aussagen, ihre Dünnhäutigkeit,

ihre Verachtung den Menschen gegenüber,

die sie schützen soll, das

war in diesem Maß tatsächlich nicht

abzusehen. Viele fühlen sich an Donald

Trump erinnert, der offenbar

auch ungestraft machen kann, was

er will, und aus dessen Mund nur

noch sinnloses und feindseliges Gebrabbel

kommt.

Was hat sie denn nun

wieder gemacht, die Drogen-Dani?

Praktisch parallel zum „Brokkoligate“

dann ganz nach Trumpschen

Vorbild mal wieder erst beim Twittern

komplett ins Klo gegriffen und

dann anschließend bei „Abgeordnetenwatch.de“

auch noch so ordentlich

nachgelegt, dass ihr eigenes

Büro bei „Abgeordnetenwatch.de“

nach einer Löschung ihrer Antwort

bitten musste. Und zwar twitterte

sie am 3. Juli im Zuge einer öffentlichen

Unterhaltung: „Und dass

Zigaretten selbst bei bestimmungsgemäßem

Gebrauch Gesundheitsschäden

auslösen im Gegensatz zu

Zucker oder Alkohol.“ Richtig gelesen.

So etwas twittert die deutsche

Bundesdrogenbeauftragte, nicht

etwa ein (offizieller) skrupelloser

Alkohol-Lobbyist oder jemand,

der sich dumm gesoffen hat. Die

deutsche Drogenbeauftragte spricht

von einem „bestimmungsgemäßen

Gebrauch“ von Alkohol und noch

dazu davon, dass dieser dann keine

Gesundheitsschäden auslösen würde.

Was für ein Hohn! Dabei weiß

noch der dümmste Attila-Hildmann-Verschwörungstheoretiker

im ganzen Land, dass Alkohol auch

bei geringer Dosierung ein Nervengift

ist, dessen Wirkung schon in

kleinen Mengen die DNA schädigt,

von ganz anderen Effekten einmal

abgesehen.

Da nochmal einen draufzulegen,

ist sich Daniela Lügwig

dann leider auch nicht zu schade

gewesen, sie wollte wohl ihre ganze

Arroganz zur Schau tragen und

beweisen, dass sie wirklich nur für

Wirtschaftsinteressen im Amt sitzt

und garantiert nicht, dafür, den

Menschen zu helfen. Denn auf

ihren frechen Tweet hin erreichte

sie bei „Abgeordnetenwatch.de“

HIGHWAY 05/20 33


die Frage einer besorgten Bürgerin,

was denn der von ihr sogenannte

„bestimmungsgemäße Gebrauch

von Alkohol“ sei. Doch statt darauf

einzugehen, holte Frau Ludwig den

ganz großen Stinkefinger hervor und

postete das untenstehende Gedicht

von Heinz Ehrhardt, das den Alkohol

feiert und zum betrunkenen Autofahren

rät, wenn man denn einfach

jedes zweite alkoholische Getränk

weglässt. Das ging selbst den Angestellten

Ludwigs zu weit, die das Gedicht

unter angeblichem Verweis auf

ungeklärte Urheberrechte wieder

von der Website entfernen ließen.

Dass die deutsche Drogenbeauftragte

nicht nur mit einem alkoholverherrlichenden

Gedicht antwortete,

sondern überdies auch noch der gestellten

Frage auswich, veranlasste

daraufhin Kirsten Kappert-Gonther

von den Grünen, von ihrem Recht

als Abgeordnete Gebrauch zu machen

und die Frage schriftlich bei der

Bundesregierung einzureichen.

DIE KUNST DES TRINKENS (von Heinz Ehrhardt)

Solange es uns Menschen gibt,

sind auch Getränke sehr beliebt –

ich meine hier natürlich nur

die alkoholischer Natur!

Den Wein, den hab ich übersprungen,

der wurde schon zu oft besungen –

und auch der Sekt! (Man reicht ihn Gästen

zum An- und Aufstoßen bei Festen.)

Wie selten aber steht vom Bier

etwas geschrieben, außer hier:

„Es schäumt das Glas mit edler Gerste,

und stets bekömmlich ist das erste!“

Doch gibt es außerdem Getränke,

den’n ich besond’re Liebe schenke,

ich schätze fast seit der Geburt s’e:

das ist der Klare oder Kurze!

Wie wärmen sie an kalten Tagen

schön eisgekühlt den kalten Magen!

Wie spornen sie – als Geistgetränke –

den Geist an, dass er wieder denke!

Jedoch wie geistlos – sei’n wir offen –

wird diese Köstlichkeit gesoffen!

Drum will ich, eh’ Sie einen heben,

hier schnell noch einen Ratschlag geben:

Man trinke Schnaps stets nur zum Essen!

Das Bier dazu soll man vergessen!

Und ob in Kneipe oder Haus:

Man lasse immer einen aus!

Wenn man das ganz genau so tut,

dann fährt man stets – auch Auto – gut.

Was sagt man

also dazu? Okay,

als verbohrter und

schlecht gebildeter

Mensch mit einem

Hass gegenüber

ganzen Bevölkerungsgruppen

kann man schon

mal schnell zum

Cannabis-Hater

werden – im tiefsten

Bayern ist so etwas besonders

schnell passiert. Geschenkt. Zur Belohnung

wird man dann sogar noch

zum Bundesdrogenkasper ernannt.

Aber in dieser Position mehrfach

den Alkohol-Konsum in den Himmel

loben, der jährlich allein in

Deutschland Zehntausende Menschen

tötet und Hunderttausende

Familien zerstört? Das ist eine

Frechheit, das ist unwürdig für ein

Land, das nicht in der Liste der Bananenrepubliken

aufgenommen ist.

Die Besetzung Daniela Ludwigs als

Bundesdrogenbeauftragte ist eine

humanitäre Katastrophe.

Liegen die Nerven blank? –

Anzeige wegen

Datenschtz-Verstoßes

Bundesdrogenbeauftragte Daniela

Ludwig lässt zu praktisch keiner

Gelegenheit einen Zweifel, dass

sie sich in keinster Weise sachlich

mit dem Thema Cannabis auseinandersetzen

möchte, sondern voreingenommen

agiert und darüber

hinaus versucht, Cannabiskonsumenten

in möglichst schlechtem

Licht dastehen zu lassen. Dabei

scheut sie sich auch beispielsweise

nicht, Auftragsarbeiten von beispielsweise

der „Bild“, die Lügen

über Cannabis verbreiten, die nicht

im Ansatz wissenschaftlich gedeckt

sind, zu beklatschen und verbreiten

oder aufbauschende Propaganda

wie „Cannabis tötet nicht direkt,

aber...“ abzusondern. Aber da ist

die Grenze des schlechten Geschmacks

offenbar noch lange nicht

Screenshots von Ludwigs Twitter-Seite

erreicht, Drogen-Dani hat noch

mehr in petto: denn neuerdings

bedient sie sich für ihre Denunziationen

sogar illegaler Mittel – und

das obwohl Lügwig zwar schon

keinerlei Qualifikation für ihren Job

als Drogenbeauftragte mitbringt,

sondern Rechtswissenschaften studiert

hat und es deswegen eigentlich

zumindest in dieser Sache doppelt

und dreifach besser wissen müsste.

Ihre Abneigung gegen

Cannabiskonsumenten ist aber offenbar

derartig groß, dass sie sich

trotzdem Ende Juni dazu hat hinreißen

lassen, die Persönlichkeitsrechte

einer Person zu verletzten,

die ihr unerwünschte Nachrichten

per Facebook hat zukommen lassen.

Ohne den Namen des Absenders

unkenntlich zu machen (dies

hat die Highway-Redaktion auf

dem obenstehenden Screenshot

nachgeholt!) – und somit rechtswidrig

– postete Ludwig voller Wut

bei Twitter und auch Facebook einen

Screenshot von der Nachricht,

die sie erhalten hatte, und machte

diese somit im kompletten Öffentlichen

Raum publik. Ein starkes

Stück für eine Politikerin – so etwas

macht vielleicht ein Donald Trump,

aber in Deutschland ist man eine

solche Niveaulosigkeit noch nicht

von den Mitgliedern des Bundestags

gewohnt, nicht einmal von den

rechtspopulistischen Hetzern der

AfD-Fraktion. Sieht Daniela Lügwig

Cannabiskonsumenten einfach

als derartig niedrige Subjekte an,

dass sie davon ausgeht, dass der

Rest der Welt es schon gutheißen

wird, wenn sie einfach deren Per-

34 HIGHWAY 05/20


sönlichkeitsrechte mit Füßen tritt?

Denn ansonsten lässt man sie ja

auch weitestgehend jedes Schindluder

mit der kiffenden Bevölkerung

treiben?

Darüber hinaus pauschalisierte

Daniela Ludwig auch

noch und nahm diese Nachricht

von einer Einzelperson zum Anlass,

um wieder einmal gegen alle Cannabiskonsumenten

und das Kraut an

sich zu hetzen, wie auf dem nebenstehenden

Screenshot zu sehen ist.

Was, wenn Daniela Ludwig so über

eine beliebige andersdenkende Bevölkerungsschichten

reden würde?

Der Aufschrei wäre riesig, Ludwig

wäre ihren Job augenblicklich los.

Daniela Ludwigs Amt als Drogenbeauftragte

will eigentlich so verstanden

sein, dass den Drogen konsumierenden

Menschen geholfen

wird, nicht, dass sie an den Pranger

gestellt werden, dass sie beschimpft

werden, dass sie pauschal als Spinner

und Gewalttäter abgetan werden.

Daniela Ludwig ist die letzte

Person in Deutschland, die sich so

verhalten sollte, wie sie es tut. Doch

der Betroffene lässt dies nicht auf

sich sitzen und hat am 30. Juli eine

Anzeige gegen Daniela Ludwig gestellt,

da er aufgrund seines von ihr

publiziertem Namens sogar Drohungen

erhalten hat. Die Polizei hat

die Ermittlungen aufgenommen.

Besonders bitter an der

Geschichte: Hunderte von Cannabiskonsumenten

suchen seit Monaten

das Gespräch mit Daniela Ludwig

und sind dabei freundlich und

nett. Nie reagiert Daniela Ludwig

auf diese zahlreichen öffentlichen

Anfragen. Dann schreibt ihr ein

einzelner Verwirrter oder Betrunke-

Scan der Strafanzeige gegen Daniela Ludwig

HIGHWAY 05/20 35


36 HIGHWAY 05/20

LUDWIGS PApier an Die CDU/CSU-BundestagsFraktion


ner und den und seine dümmliche

Nachricht nutzt die deutsche Bundesdrogenbeauftragte

dann, um

alle Cannabisfreunde schlechtzumachen.

Das ist Framing! Das ist

unwürdig für eine Politikerin.

Zuhause „aufräumen“ –

Die Rosenheim-Razzien

Hat die deutsche Drogenbeauftragte

Daniela Ludwig die Polizei

auf ihre Nachbarn gehetzt? Nun,

vermutlich nicht direkt, aber ihre

sogenannte „Drogenpolitik“ bildet

auf jeden Fall weiterhin die

Grundlage für die Verfolgung von

unbescholtenen Bürgern, nur weil

diese mal einen Joint rauchen.

Nach monatelangen (!) Ermittlungen

verschaffte sich die Polizei am

21. Juli zutritt zu 22 Wohnungen

im Landkreis Rosenheim, genau

dem Landkreis, wo Bundesdrogen-Dani

gezeugt wurde, wo sie

geheiratet hat, wo sie ihr erstes

Bier trank, wo sie in die CSU

eintrat und dem sie, rein zufällig

beziehungsweise aus guten Gründen,

ein paar schicke neue Straßen

verpassen ließ, als sie noch Verkehrspolitikerin

war. Und was haben

die 22 Hausdurchsuchungen

ergeben? Na, ein bisschen Gras

– knapp über 100 Gramm. Klasse,

das sind ja ungefähr fünf Gramm

pro eingetretener Tür. Die monatelangen

Ermittlungen haben die

Steuerzahler sicherlich gerne gezahlt,

wo der Drogenkriminalität

nun fast endgültig und für immer

der Riegel vorgeschoben wurde.

Zumindest vorm Kindergarten

der Dani-Zwillinge hängen jetzt

bestimmt keine bösen Haschfixer

mehr rum.

Und natürlich! Daniela

Lügwig applaudierte den Beamten

für ihre tolle Arbeit und äußerte

in einem Interview mit der

Regionalpresse, dass sie keinerlei

Unverhältnismäßigkeit an dem

Einsatz erkennen könne. Aber wie

soll sie auch? Sie bringt ja keinerlei

Qualifikation für ihren Ferienjob

als Drogenbeauftragte mit, wie ja

selbst der Sprecher des Bundesministeriums

für Gesundheit, Oliver

Ewald, anlässlich ihrer Einschulung

als Drogen-Dani fröhlich in

die Mikrophone plauderte: „Der

Umstand, dass Frau Ludwig keine

drogenpolitische Expertise hat,

muss ja nicht zwingend dazu führen,

dass sie das Amt nicht bekleiden

kann. Im Übrigen war es nach

meiner Erinnerung auch nicht so,

dass die anderen Drogenbeauftragten

der Bundesregierung in der

Vergangenheit da so einen Hintergrund

hatten.“ Falls sich jemand

fragt, hat Oliver Ewald tatsächlich

„Ja, wir verarschen euch und es ist

uns scheißegal! Die Mortler war

doch auch geil!“ gesagt? Offenbar.

Was für ein schlechter Witz auf

Kosten der Bevölkerung!

Aus der

Mottenkiste –

Ludwigs Papier

an die CDU/CSU-

Bundestagsfraktion

Und noch mehr Peinlichkeiten

aus dem Hause Daniela Ludwig:

nur wenige Monate im Amt und

schon hat sie aufgegeben, noch

irgendwem vorspielen zu wollen,

für einen Dialog mit den Bürgern

einzutreten und die allgemeine

Drogenproblematik zeitgemäß

anzugehen. Nein, stattdessen

spielt sie neuerdings mit offenen

Karten, hetzt im Netz gegen Andersdenkende

und sieht sich, statt

Bürgerinteressen zu vertreten,

offenbar einzig als Ober-Anti-Kifferin

der CDU/CSU. Und langsam

(ganz, ganz langsam) sieht

sogar in dem Saftladen mancher

ein, dass die Cannabis-Prohibition

nicht mehr zeitgemäß ist.

Anstatt das mal zum Anlass zu

nehmen, sich (wie großmäulig

zum Dienstantritt von ihr in alle

Mikrophone reingelogen) mit

den Pro-Cannabis-Argumenten

auseinanderzusetzen, macht sie

unverschämterweise das exakte

Gegenteil: sie listet das auf, was

sie für die vier Hauptargumente

der Cannabis-Befürworter hält

(und liefert somit einen weiteren

lachhaften Beleg, dass sie sich

über nichts informiert, sondern

einzig Partei- und Wirtschaftsinteressen

vertritt) und präsentiert

ihren Kollegen aus der CDU und

CSU gleich die vier dazu „passenden“

Antworten. Und natürlich

ergänzt sie im Anschreiben: „Mit

diesem Schreiben möchte ich Ihnen

Antworten auf die gängigsten

Fragen geben, ohne dass damit

eine Empfehlung im Umgang

mit dem Thema gegeben werden

soll.“ Das ist natürlich der Gipfel

der Lächerlichkeit, das ist ja so,

als würden wir schreiben: „Die

Informationen aus unseren Growing-Artikeln

können ausschließlich

in Ländern genutzt werden,

in denen der Cannabisanbau legal

ist.“ Wir haben Lügwigs Pro- und

Contra-Argumente jedenfalls einmal

dem Highway-Klassenlehrer

vorgelegt – und der war wenig begeistert,

wie ihr der korrigierten

Version entnehmen könnt, die wir

auf der linken Seite abgedruckt

haben.

FEINSTE ZUTATEN

FÜR DEINEN DREH

AKTIVKOHLE

AUS KOKOSNUSS-

SCHALEN

2 KERAMIKKAPPEN

GIZEH-ONLINE.COM

MIT MAGNETVERSCHLUSS


„STEFAN“ UND SEIN

CaNnabis-PRoblem

„Stefan war fleißig und strebsam, alle Wege schienen

ihm offenzustehen - die Eltern Laura und Peter Müller

sahen für ihren Sohn nach dem Abitur eine Karriere als

Maschinenbauer voraus.“ – Wer sich für Cannabispolitik

interessiert, der könnte in den letzten Wochen beim

täglichen Nachrichtenüberblick irritiert auf diese Zeilen

gestoßen sein. Und das ist noch vorsichtig formuliert,

denn eigentlich war es sogar sehr schwer, nicht über den

armen „Stefan“ und sein Cannabisproblem zu stolpern.

Symbolbild. Sieht so Stefan aus?

Der Artikel, der von der

Nachrichtenagentur dpa

verfasst wurde, fand in

Dutzenden kleinen und

großen Redaktionen

Deutschlands scheinbar großen

Anklang: ein kurzer Blick in die

Google-Suchergebnisse offenbart,

dass der Text innerhalb weniger

Tage unter dem Titel „Wie

Cannabis Familien zerstören

kann“ in zahllosen Zeitungen

online wie offline publiziert wurde.

Von der „Münchener Abendzeitung“

über die „Mainpost“ bis

zur „Hamburger Morgenpost“,

von fragwürdigen Anbietern wie

„lokal26.de“ über renommierte

Branchenriesen wie „Die Zeit“,

von der „Apotheken-Umschau“

über den Greenpeace-Blog – die

Liste mit Beispielen ist schier

endlos. Offenbar gab es so gut

wie keine halbwegs „seriöse“

Redaktion in ganz Deutschland,

die dem fragwürdigen Charme

des Artikels widerstehen konnte.

Dabei ist das Geschreibsel

nichts weiter als ein Stück Cannabis-Alarmismus,

wie man es

in Abwandlung schon Tausende

Male gelesen hat.

Wieder einmal ging

es um einen Teenager, der, da

besteht offenbar kein Zweifel

an der Ursache, durch ungezügelten

Cannabiskonsum sein

Gehirn und seinen Lebenslauf

ruiniert, sowie die armen Eltern,

die dem Verfall hilflos zuschauen

müssen. Über die positiven

Gegenbeispiele, die zu Millionen

ihr Leben ganz normal auf

die Reihe bekommen, hört man

natürlich nix, die angewendete

Erzählform des intimen Betroffenheitsduktus

eignet sich besser

dazu, den Leser einzuwickeln,

als einen wissenschaftlichen

Diskurs anhand diverser Studienergebnisse

zu führen. Dabei ist

der Zusammenhang zwischen

Cannabiskonsum und psychotischen

Episoden keineswegs so

eindeutig, wie einen der Artikel

glauben machen will. Auch die

neue, alte Leier vom hochpotenten

Cannabis wird natürlich

wieder gespielt, witzigerweise

aufgepeppt mit einem Bier-Wodka-Vergleich

(beides legal). Über

„fehlende Urin-Kontrolle“ als

angebliche Nebenwirkung des

Cannabiskonsums dürften erfahrene

Cannabisfreunde dann wohl

nur noch den Kopf schütteln.

Was darüber hinaus

irritiert, ist der Tonfall, der zwischen

Sentimentalität und Leistungs-Logik

chargiert. Letztere

offenbart sich zum Beispiel im

seltsam unterkühlt anmutenden

Schlussteil des Lehrstücks: „Die

Müllers haben mittlerweile ihre

Erwartungen an ihr Kind auf ein

Minimum heruntergeschraubt:

Wenn Stefan ein einigermaßen

selbstständiges Leben führen

könnte, wären sie schon zufrieden.“

Die überwiegende Anzahl

an Cannabisfreunden wäre wohl

schon zufrieden, wenn sie von

Prohibitionsbefürwortern hin

und wieder auch mal ein paar

38 HIGHWAY 05/20


Graustufen, ein bisschen weniger

schwarz-weiß hören würden.

Und wenn vielleicht zur Abwechslung

mal nicht jede Zeitung

von Nord- bis Süddeutschland

denselben Agentur-Artikel

unverändert nachplappern würde...

Im Folgenden werden sich

zwei Highway-Autoren in mehr

oder weniger augenzwinkernden

Kommentaren zu dem ärgerlichen

Artikel äußern.

Kommentar von

Chuck Lore

In den letzten Wochen grassierte

in zahlreichen Zeitschriften ein

Artikel der dpa (Deutsche Presse-Agentur)

von Julia Giertz, in

dem in einfühlsamen Worten

auf das Schicksal eines Jugendlichen

namens Stefan eingegangen

wurde. Der arme Kerl nahm laut

Artikel täglich zur Selbstmedikation

Cannabisprodukte in großen

Mengen ein, sodass sich sein Zustand

unbemerkt verschlimmern

konnte. Er rutschte angeblich

deshalb in ernsthafte Psychosen

ab und sein Leben geriet darum

aus dem Tritt. Ich selbst war beim

Lesen erschüttert, dass es so weit

kommen musste. Wie kann es

geschehen, dass ganze Familien

an der Suchterkrankung ihrer

Kinder zerbrechen? Das Schicksal

von Stefan ist in dem Zusammenhang

sicher nur stellvertretend.

So bedauerlich solche Fälle

auch sind, der Artikel machte

mich wegen seines tendenziösen

Inhalts nachdenklich und ich

konnte mir immer weniger meiner

Fragen, die mir in den Sinn

kamen, beantworten. Voller Unverständnis

fragte ich mich, wie

es den akademisch vorgebildeten

Eltern entgehen konnte, dass ihr

Sohn eine derartig ausgeprägte

psychische Krankheit entwickelte.

Jedem Menschen merkt man

eine Drogensucht an, gerade

wenn diese so massiv, wie im Artikel

behauptet, vorliegt. Wer hat

da nur weggesehen, wer hat nicht

wahrhaben wollen, dass der junge

Mensch medizinische Hilfe

gebraucht hätte? Und dann fragte

ich mich, ob es wirklich möglich

ist, dass sich der Jugendliche

diese Mengen an Rauschgift

beschaffen konnte? Ist wirklich

jeder Achtklässler in der Lage,

sich Tag für Tag mit dem nötigen

Cannabis für die Entwicklung

einer gravierenden Sucht

einzudecken? Von einem Joint

DIE „LISTE DER SCHANDE“

Der tendenziöse dpa-Artikel um (das fiktive?) Cannabis-Opfer „Stefan“

treibt momentan viele Cannabisfreunde nicht zu Unrecht zur Weißglut.

Highway hat eine Liste derjenigen (Online-) Zeitungen erstellt, die den

Artikel gebracht haben. Alle übernahmen den Text ohne weitere Prüfung

im gleichen Wortlaut, höchstens der Titel variierte hin und wieder

leicht. Wenn euch der Sinn danach stehen sollte, sucht euch gerne die

Zeitung eurer Region heraus und schickt ein paar Worte Feedback. Die

Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

abendzeitung-münchen.de

ad-hoc-news.de

allgaeuhit.de

allgemeine.zeitung.de

apollon-hochschule.de

apotheken-umschau.de

augsburger-allgemeine.de

azononline.de

badische-zeitung.de

bbv-net.de

berchtesgardener-anzeiger.de

bietigheimerzeitung.de

bild.de

bnn.de

borkenerzeitung.de

buerstaedter-zeitung.de

cannstatter-zeitung.de

chiemgau24.de

die-glocke.de

dieharke.de

donaukurier.de

dzonline.de

echo-online.de

emderzeitung.de

esslinger-zeitung.de

frankenpost.de

freiepresse.de

fuldaerzeitung.de

ga-online.de

general-anzeiger-bonn.de

giessener-anzeiger.de

gmuender-tagespost.de

goslarsche.de

greenpeace-magazin.de

haller-kreisblatt.de

am Wochenende wird selbst ein

Jugendlicher nicht krank, es ist

der ständige Konsum in hohen

Dosen, der die jungen Gehirne

in Mitleidenschaft ziehen kann.

Entsetzt las ich den

Artikel erneut und stolperte über

die Aussage, dass die Anzahl von

psychotischen Störungen bei täglichem

Cannabisgebrauch mindestens

dreimal höher liegt als

bei abstinenter Lebensweise. Sofort

dachte ich an meine eigenen

handelsblatt.com

hna.de

idowa.de

infranken.de

insuedthueringen-de

ka-news.de

krankenkassen.de

kreis-anzeiger.de

krzbb.de

ksta.de

kurier.de

lampertheimer-zeitung.de

lauterbacher-anzeige.de

leonberger-kreiszeitung.de

lokal26.de

lr-online.de

lz.de

main-echo.de

mainpost.de

marbacher-zeitung.de

merkur.de

mittelhessen.de

moz.de

msn.com

mt.de

muensterschezeitung.de

mz-web.de

n-tv.de

nau.ch

newsdeutschland.de

nnn.de

noows.de

noz.de

np-coburg.de

ntz.de

Kinder und fragte mich, ob diese

zu dieser Droge gegriffen hätten,

wenn sie psychisch erkrankt

wären. Es wäre wahrscheinlich

gewesen, erkannte ich mit Schrecken.

Cannabis dämpft und hat

eine beruhigende Wirkung, die

von der Krankheit ablenkt. Keiner

will leiden und in ihrer Unerfahrenheit

wären wohl auch

meine Kinder den scheinbar einfacheren

Weg gegangen. Nun sah

ich vor meinem geistigen Auge

nw.de

nwzonline.de

oberhessische-zeitung.de

on-online.de

onetz.de

oz-online.de

pnn.de

pnp.de

prosieben.de

radio7.de

rhein-zeitung.de

rnd.de

rnz.de

rundschau-online.de

saarbruecker-zeitung.de

saechsische.de

sat1.de

schwaebische.de

schwarzwaelder-bote.de

shz.de

sol.de (von RP Online)

stern.de

stuttgarter-nachrichten.de

stuttgarter-zeitung.de

süddeutsche.de

svz.de

swp.de

t-online.de

tagblatt.de

theworldnews.net

top.st

usinger-antzeiger.de

verlagshaus-jaumann.de

vieventi.de

volksfreund.de

volksstimme.de

welt.de

westfalen-blatt.de

wiesbadener-kurier.de

wn.de

wz.de

yahoo.com

zeit.de

zoran-online.de

zvw.de

meine geliebten Kinder in den abgewirtschafteten

Vierteln meiner

Stadt im flackernden Licht eines

brennenden Fasses. Sie kauften

Drogen von Menschen, denen

ich mich tunlichst nicht genähert

hätte. Verschnitten, von schlechter

Qualität, ohne jede Abgabekontrolle.

Mein Entsetzen wurde

zum puren Grauen. Nach einer

Weile tröstete ich mich damit,

dass durch das bestehende Verbot

von Cannabis ja doch ein ge-

HIGHWAY 05/20 39


Ludwig teilte den Artikel auf Twitter, inklusive hämischer

„Ich habe es euch doch gesagt“-Attitüde

wisser Schutz besteht, versuchte

so meiner Aufregung Herr zu

werden. Aus Neugier sprach

ich das Thema im Gespräch mit

meiner Tochter an, das Ergebnis

war ernüchternd. Sie belegte mir

glaubhaft, dass es kein Problem

sei, binnen kürzester Zeit genügend

Marihuana für mehrere

Wochen zu beschaffen. Dafür

brauchte sie nicht mehr zu tun,

als einigen ihrer Freunde eine

Nachricht zu senden, die daraufhin

die Verfügbarkeit bestätigten.

Ich war desillusioniert, verstand

mit einem Mal die Drogenpolitik

nicht mehr. Mir kam die

Prohibition von Alkohol in den

Vereinigten Staaten in der Zeit

von 1920 bis 1933 in den Sinn.

Seinerzeit wurde ein ganzer

Wirtschaftszweig in kriminelle

Hände gelegt, die Droge Alkohol

war trotz der Restriktion allerorten

verfügbar. Eine Sekunde lang

kam mir die absurde Idee, dass

die Politik das Verbot von Cannabis

nur aufrechterhält, damit

Randgruppen der Gesellschaft

ihren Lebensunterhalt sichern

können. Aus meinem Grauen

wurde Panik, ich war fassungslos.

Doch zurück zu dem Jugendlichen

namens Stefan. Wie

wäre sein Schicksal verlaufen,

wenn er aufmerksame Eltern gehabt

hätte? Sicher wären sie sehr

früh mit ihm bei einem Facharzt

vorstellig geworden. Dieser hätte

den jungen Mann therapiert und

sein junges Leben wäre nicht

vom Drogenkonsum überschattet

gewesen. Sicher wäre er mit

Cannabis in Kontakt gekommen,

aber er hätte keinen Grund

gehabt, die Droge alltäglich in

hohen Dosen zu konsumieren.

Millionen von Freizeitkonsumenten

allein in Deutschland

belegen, dass gesunde Menschen

verantwortlich mit Marihuana

umgehen können. Und was

wäre gewesen, wenn die Eltern

wie gehabt weggeschaut hätten,

ben versagt. Ich bedauere den

jungen Mann und alle anderen

Jugendlichen, die man mit dem

Umgang von Drogen aller Art alleine

lässt oder falsch informiert.

Nein, ganz alleine sind sie nicht.

Auf dem Schwarzmarkt erfahren

sie alles Nötige über illegale Substanzen.

Zumindest so viel, um

zu dienlichen Kunden der Schattenhändler

zu werden. Viele von

ihnen weisen keinen Käufer ab,

solange dieser die Mittel hat,

das gewünschte Rauschmittel

zu bezahlen. Nicht nur Cannabis,

auch Kokain, Heroin und all

die anderen Dinge, die verboten

sind.

Kommentar von

Gregor Fröhlich

Gut, nachdem jede praktisch

jede Zeitung (siehe Liste)

die tendenziöse, mutmaßlich

auch noch ausgedachte

dpa-Meldung von „Stefan“

brachte, wollen wir sie hier

nicht wiederholen. Veröffentlichen

wir stattdessen doch

die gleiche Nachricht, nur

mit ein paar ausgetauschten

Wörtern. So liest es sich

doch gleich viel besser und

realistischer kommt es auch

noch rüber...

Daniela Ludwig war fleißig und

strebsam, quatschte jeden CSU-

Quatsch nach, den man von ihr

verlangte. Alle Wege schienen ihr

offenzustehen – die Eltern sahen

für ihre Tochter eine Karriere als

Hopfenbäuerin voraus. „Sie war

ein Sonnenkind“, erinnert sich

Mama Laura. Doch vergangenes

Jahr aus der Traum: die 45-Jährige

kommt nicht mehr regelmäßig

zum Schlafen nach Hause, ist im

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40 HIGHWAY 05/20

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die Droge aber,

auch für ihn, legal

in Fachgeschäften

erhältlich gewesen

wäre? In diesem

Fall hätte der Verkäufer

sehr schnell

gemerkt, dass Stefan

ein Suchtverhalten

aufweist. Noch

vor einer deutlichen

Schädigung hätte er

die Sozialarbeiter

der Suchtberatung

informieren können,

diese haben Erfahrung

mit solchen

Fällen und leisten

kompetente Hilfe.

Sie hätten die nötigen

Schritte einleiten

können, der Jugendliche

wäre auch

in diesem Fall nicht

so tief gesunken.

Die letzte Frage, die

sich mir nach der Lektüre des

Artikels stellte, ist die, warum in

diesem die Gefahren von Cannabis

so nachhaltig betont werden?

Warum stellen Politiker und

manche Mediziner und Journalisten

die Droge als so gefährlich

dar, wo doch genau besehen nur

wenig unternommen wird, um

den Missbrauch zu bekämpfen?

Jugendliche werden über die Folgen

falsch unterrichtet und misstrauen

ihren Lehrern, weil sich

gelegentlicher Konsum von Marihuana

als lebensbereichernd

herausstellt. Sie glauben oftmals

nicht mehr, dass von exzessivem

Genuss ernsthafte Gefahren ausgehen.

Manchmal unterstellen

sie auch dem Staat, dass er ihnen

Lebensfreude vorenthalten

möchte. Ich kann es nachfühlen.

Für mich jedenfalls ist der Fall

von Stefan entschieden: Eltern,

Lehrer und auch die Politik ha-

www.verdampftnochmal.de


So stellen sich DPA-Redakteure wohl „den Kiffer“ vor

von ihren

Mit-Politikern

nur als

ausführende

Objekte angesehen,

die

beliebig ersetzbar

sind.

„Das Gehirn

ist da eine

Großbaustelle

und

besonders irritierbar

und

leicht aus

der Balance

zu bringen“,

sagte der Vizepräsident

des Berufsverbands

Deutschen Bundestag auffällig

und überdreht, wirkt in ihren

immer merkwürdiger werdenden

Tweets und Insta-Stories teils bedrohlich…

Die Ferndiagnose von

den anrichten und das Leben

der Bürger auf den Kopf stellen

kann. „Ich war verzweifelt“, sagt

Mama Laura, die wie ihr Mann,

Papa Stefan, nie zuvor mit dem

Thema in Berührung gekommen

der

Kinder- und

Jugendärzte

zu einem völlig anderen Thema.

Niemand weiß, ob Daniela

Ludwig zuerst mit Twitter

in Berührung kam oder zuerst

eine Karriere als Schaumschlägerin

anvisierte. Nicht nur, dass

Twitter-Nutzern ein Schock für war.

sie rechtspopulistischen „Zeitungen“

Danielas Eltern: schizophrene

Diverse Studien zeigen:

wie der Bild Interviews

Psychose im Zusammenhang

Politiker lügen noch mehr gibt, auch quatscht sie – obwohl

mit regelmäßigem Konsum von als normale Menschen es tun. Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Cannabis-Tweets bei Twitter! Gerade Drogenbeauftragte haben

– geistlose Anti-Cann-

Eine Social-Media-App, die gemeinhin

als harmlos gilt, aber

bei Politikern irreversible Schä-

es schwer – viele haben keine

anständige Ausbildung in diese

Richtung genossen und werden

abis-Lügen in die ihr hingestellten

(wenn nicht gleich von ihr

beorderten) Mikrophone. Wider

besseren Wissens phantasiert sie

etwa Erzählungen wie diese herbei:

„Cannabis tötet nicht direkt,

aber... bla bla... Psychosen...

bla“, die an das Lieblings-Bonmot

eines jeden Rassisten erinnern:

„Ich bin zwar kein Rassist,

aber...“

Psychosen, wie auch

manche Leute unterstellen, dass

Daniela sie hat, sind Störungen

der Wahrnehmung: Betroffene

glauben, sich in einem Film

zu befinden oder dass kiffen

impotent machen würde. In

schlimmen Fällen glauben selbst

erwachsene Menschen, dass

Cannabiskonsum sogar für fehlende

Urinkontrolle sorgen würde.

Diesen Wahrnehmungen ist

eines gemeinsam: sie haben mit

der Realität nichts zu tun. Daniela,

ein pudeliger Typ, meint

jedoch, solche Aussagen entsprächen

der Realität. Niemand kann

sie von dem Gegenteil überzeugen.

Nach Ansicht des Reporters

Dr. Dope ist der Fall daher

klar: „Daniela Ludwig fehlen

meiner Meinung nach gewisse

kognitive Fähigkeiten. Ihren

Aussagen nach vermute ich, dass

sie mindestens sechs bis zehn

IQ-Punkte unter dem IQ von

Marlene Mortler liegt. Das ist

schon traurig.“

Lobby für Hanf

Der Deutsche Hanfverband ist im Kontakt mit Abgeordneten aller im

Bundestag vertretenen Parteien.

Auf öffentlichen Veranstaltungen, parlamentarischen Anhörungen

und mit Hintergrundgesprächen werben wir direkt an den

Schaltstellen der Macht für die Legalisierung von Cannabis.

hanfverband.de

HIGHWAY 05/20 41


42 HIGHWAY 05/20


Mr. José

Grow-Experte

HYGIENE IM GROWRAUM

Nicht nur coronagefährdete Hände wollen hygienisch

desinfiziert oder gereinigt werden, nein, auch im

Growraum sollte man es nicht so zugehen lassen wie bei

den Flodders, sondern auf Reinlichkeit achten, um die

bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Dies hat viele positive

Nebeneffekte, wie etwa zusätzlichen Schutz vor

Krankheiten und Schädlingen. Mr. José klärt über die

richtigen Maßnahmen beim Grow auf.

HIGHWAY 05/20 43


Von klein auf wird jedem

gesagt, man solle sein

Zimmer aufräumen, den

Staub wegwischen, keine

Dinge auf dem Boden liegen

lassen und vor dem Essen die

Hände waschen. Auch wenn die

Einsicht, dass dies alles vernünftige

Sachen sind, oft erst ein paar Jahre

später kommt, bei den allermeisten

von uns kommt sie irgendwann.

Doch nicht jeder hält sich auch im

Growraum dran. Dabei kann die

gründliche Reinigung und Pflege

des Raums zu einer besseren und

reichhaltigeren Ernte führen, was

doch schließlich das Ziel eines jeden

Growers ist. Deshalb sollte

man nicht zögern, sich auch beim

Cannabisanbau näher mit den

Grundprinzipien der Hygiene zu

beschäftigen. Als ich meinen ersten

Growraum einrichtete, konzentrierte

ich mich darauf, dass die

Pflanzen genügend Licht, Wasser,

Nährstoffe, Luft und optimale Klimabedingungen

zur Verfügung stehen

hatten. Ich hatte sogar Kohlendioxid

zugeführt, wenn auch auf

eine sehr dilettantische Weise. Natürlich

habe ich auch versucht, den

Raum ordentlich zu halten, aber

besonders darauf geachtet habe ich

ehrlicherweise nicht. Die Pflanzen

wuchsen, die Ernte war reichhaltig

und ich hatte keinen Grund, etwas

zu ändern. Jetzt, nachdem ich bereits

mehr Ernten durchgeführt

habe, als ich zählen kann, weiß ich

eins jedoch ganz sicher: auch wenn

alles gut läuft, ist es immer besser,

den Growraum dennoch kontinuierlich

zu verbessern, um so potenziell

auftretende Probleme im

Voraus zu vermeiden. Die Lösung

von Problemen im Nachhinein ist

ein viel problematischeres Szenario

und hat erhebliche Auswirkungen

auf die Ernte. Selbst wenn jemand

also keinen besonderen Wert auf

die Sauberkeit in einem Growraum

legt und seine oder ihre Pflanzen

trotzdem wachsen und gedeihen,

sollte diese Person besser anfangen,

sich mit verbesserter Hygiene

zu beschäftigen, um sicherzustellen,

dass der Erfolg auch anhält.

Außerdem ist nicht von der Hand

zu weisen, dass mit jedem weiteren

Anbauzyklus das Risiko von

Schimmel, Viren, Krankheiten und

anderen parasitären Organismen

steigt. Wenn man zum Beispiel ein

kleines Schimmelproblem in einem

Wachstumszyklus hatte und den

Bereich nicht richtig gereinigt hat,

bevor ein neuer Zyklus begonnen

wurde, kann man davon ausgehen,

dass sich dieses Problem im zweiten

Zyklus erheblich verschlimmern

wird. Was also tun?

Desinfektion

des Growraums

Unabhängig davon, ob jemand in

einem neuen oder einem bereits

genutzten Anbauraum startet,

wird empfohlen, diesen zunächst

mit einem Desinfektionsmittel zu

reinigen, um so möglichst viele

Keime zu beseitigen. Zu diesem

Zweck könnte man haushaltsübliche

Reinigungsprodukte verwenden,

die üblicherweise in Apotheken

oder Drogerien erhältlich

sind. Man sollte damit alle Teile

des Anbausystems behandeln.

Das bedeutet, dass die Blumentöpfe,

Wasser- oder Nährstofftanks

sowie Wasserpumpen und

Bewässerungsverteiler regelmäßig

gereinigt werden müssen. Bei der

Verwendung von Reinigungsmitteln

ist es notwendig, die Pflanzen

und alle Teile, die mit dem

Kultursubstrat in Berührung

gekommen sind, anschließend

gründlich mit Wasser

abzuspülen. Ich persönlich

bevorzuge alkoholhaltige

Reinigungslösungen, da diese

schnell verdunsten und

nicht sehr aggressiv sind.

Man sollte nicht vergessen,

auch andere Geräte zu desinfizieren,

die für den Anbau

verwendet werden, etwa

Scheren, Skalpelle, Sprühflaschen

oder ähnliches.

Wenn man ein automatisches

oder hydroponisches

Bewässerungssystem verwendet,

ist es zudem nötig,

die Bewässerungsverteiler

sorgfältig zu desinfizieren.

Dies kann beispielsweise mit

50 Millilitern von 30-prozentigem

Wasserstoffperoxid

(H2O2) erfolgen, das mit

zehn Liter Wasser verdünnt

wurde. Diese Lösung wird

in den Wassertank gemischt

und man sollte das Bewässerungssystem,

je nach Größe

des Wassertanks, in etwa

eine Stunde laufen lassen

– je größer der Tank, desto

länger sollte die Lösung

durch das System laufen.

Man kann diesen Vorgang je

nach Bedarf mehrmals wiederholen.

Anschließend muss die

Lösung entfernt und der Vorgang

nach ein paar Stunden mit sauberem

Wasser wiederholt werden,

um das restliche Peroxid zu beseitigen.

Es ist ratsam, den Reinigungsprozess

mit sauberem Wasser mindestens

zweimal zu wiederholen.

Dabei sollte immer frisches Wasser

verwendet werden. Der in diesem

Abschnitt beschriebene Prozess

sollte vor jedem neuen Kultivierungszyklus

wiederholt werden.

Desinfektion von

Kultursubstraten

Manchmal ist es gut, auch das Kultursubstrat

zu desinfizieren, besonders

bei hydroponischem Anbau,

der Verwendung von Keramsit,

Perlit oder ähnlichen inerten Kultursubstraten.

In solchen Fällen

könnte man eine Lösung von 50

Millilitern 30-prozentigem Wasserstoffperoxid

je zehn Liter Wasser

verwenden. Am besten taucht

man das Medium 24 Stunden lang

in diese Lösung ein oder spült das

Medium mit einem starken Strahl

der Lösung mehrmals ab, etwa im

Ein- bis Drei-Stundentakt. Dieses

Verfahren kann auch angewendet

werden, wenn das gleiche Nährmedium

mehrmals verwendet wird.

Bevor man ein solches Medium

desinfiziert, sind so viele Wurzeln

und andere Pflanzenreste wie möglich

zu entfernen. Auf diese Weise

könnte man auch ein Kokosmedium

und ähnliche Mischungen

desinfizieren. Man sollte sich aber

bewusst sein, dass auf diese Weise

auch nützliche Organismen ausgelöscht

werden. Deshalb empfehle

ich nicht, Kokos vor der ersten

Anwendung zu desinfizieren, da

es oft Mykorrhizen enthält. Wenn

man das Kultursubstrat mit nützlichen

Bakterien anreichern will,

sollte dies frühstens zwei Stunden

nach der Desinfektion erfolgen.

Es wird außerdem empfohlen, das

Kulturmedium vor seiner erneuten

Verwendung und nach der Reinigung

mit Wasserstoffperoxid noch

einmal mit sauberem Wasser zu

spülen.

Was ist während des

Anbaus zu tun?

Die gerade genannten Verfahren

sind für die Zeit vor dem Beginn

eines Wachstumszyklus vorgesehen

und sollen ideale hygienische

Bedingungen für den Start


Mundschutz, Ganzkörper-Anzug,

Gummi-Handschuhe: Privat-Growern

scheinen solche Hygiene-Maßnahmen eventuell

zu übertrieben sein – für den zertifizierten

medizinischen Anbau sind sie hingegen verpflichtend

gewährleisten. Aber das ist nicht

genug, denn Viren, Bakterien und

Mikroben können auch während

des Growzyklus jederzeit in den

Growraum gelangen. Der einfachste

Weg für Verunreinigungen ins

Innere des Growraums führt über

das Lüftungssystem, über von außerhalb

mitgebrachte Werkzeuge

oder über Kleidung und Haut.

Das erste, worum man sich kümmern

sollte, ist daher, die Luft

zu filtern, die in den Growraum

kommt. Die einfachste Methode

dazu ist, feine Nylonstrümpfe über

den Belüftungsschlauch oder das

Loch, durch das die Luft in den

Growraum gelangt, zu spannen.

Diese Methode kostet fast nichts

und erfüllt ihren Zweck. Dennoch

fehlt es dieser Lösung unter anderem

an Feinschliff und Individualisierungsmöglichkeiten.

Man ist

also besser beraten, spezielle Filtereinsätze

zu kaufen, die speziell

für den jeweils genutzten Belüftungsschlauch

hergestellt wurden.

Hier ist der Preis abhängig von der

gewünschten Filtrationsstufe. Je

feiner der Filter, desto höher ist der

Preis. Für einen eher niedrigeren

zweistelligen Betrag bekommt man

in der Regel einen Filter, der fein

genug ist, um die meisten Schadstoffe,

Schädlingsorganismen und

Insekten aufzuhalten, die meist

die Hauptverursacher von Krankheiten

und Verunreinigungen sind.

Man kann solche Filter in Fachgeschäften

für Klimaanlagen und in

guten Growshops käuflich erwerben.

HEPA-Filter, die üblicherweise

im Vakuum eingesetzt werden,

haben sehr gute Filtereigenschaften.

Sie sind in zylindrischen Formen

erhältlich, die man mit geringem

Aufwand in ein Filtersystem

einbauen kann. Diese Lösung ist

HIGHWAY 05/20 45


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aber nur dann sinnvoll, wenn das

Anbaugebiet sehr gut versiegelt ist

und es keine weiteren Löcher gibt,

durch die Schadorganismen ins Innere

gelangen könnten. Dies führt

zu der Schlussfolgerung, dass man

sich also genau darum kümmern

sollte! Die Filtration senkt übrigens

die Leistung des Ventilators und

diese muss bei der Verwendung

von feinsten Filtern daher erhöht

werden. Sobald die sichere Luftfiltration

geregelt ist, sollte man

sich auf sich selbst als potenziellen

Übermittler von Schadorganismen

konzentrieren. Ich schlage vor,

zu diesem Zweck einen Overall

zu kaufen, der über der Kleidung

und ausschließlich innerhalb des

Anbauraums verwendet wird. Die

Hände sollten jedes mal gründlich

gewaschen werden, außerdem ist

die Verwendung von Latexhandschuhen

beim Arbeiten mit den

Pflanzen sehr ratsam. Neben dem

Vorteil, durch Handschuhe und

Overall das Risiko von Schadorganismen

zu verringern, haftet durch

die Benutzung des Schutzequipments

zudem nicht der Geruch der

Pflanzen am Grower. Alle Werkzeuge

und Ausrüstungen, die man

in den Anbauraum mitbringt, sollten

zumindest vorher abgewaschen

werden. Außerdem ist es ratsam,

alles, was man im Growraum nicht

braucht, auch zu entfernen. Dazu

gehören alle Arten von Abfällen,

insbesondere organische Abfälle

wie zum Beispiel Pflanzenreste.

Es versteht sich von selbst, dass

der Bereich generell ordentlich gehalten

und der Boden und andere

Oberflächen regelmäßig gereinigt

werden sollten. Das Rauchen im

Anbauraum ist zu vermeiden, da

es der Sauberkeit nicht zuträglich

ist und auch den Pflanzen nichts

bringt. Hunde, Katzen und andere

Haustiere sollten keinesfalls in

den Anbauraum gelangen, da sie

ein erhebliches Risiko darstellen,

unerwünschte Krankheitserreger

einzuschleusen.

Trotz all dieser Maßnahmen

ist es dennoch immer

noch möglich, dass einige Krankheitserreger

in den Growraum gelangen.

Es gibt mehrere Methoden

damit umzugehen, noch bevor die

Pflanzen infiziert werden. Die erste

ist die Verwendung von keimtötender

Beleuchtung auf Basis von

UV-C-Licht mit einer Wellenlänge

von 200 bis 280 Nanometern.

Geräte mit entsprechendem Licht

töten Schimmelpilzkeime und

andere Mikroorganismen ab. Um

eine hundertprozentige Wirkung

zu erzielen, muss eine solche

Behandlung täglich angewendet

werden, der Vorgang dauert aber

nur wenige Minuten. Dabei muss

streng nach beiliegendem Handbuch

vorgegangen werden, da eine

falsche Anwendung die Pflanzen

schädigen kann, aber das ist nicht

besonders schwierig. Der Einsatz

von plasmabasierten Lichtquellen

soll ebenfalls den gleichen Effekt

erzielen, ist jedoch sehr teuer und

kann nicht zu jedem Zeitpunkt

eingesetzt werden. Eine weitere

Methode ist die Reinigung der

Luft in einem Growraum durch

die Verwendung von desinfizierendem

Kaltdampf. Diese Methode

ist sehr einfach und effektiv. Man

muss dafür lediglich ein geeignetes

Desinfektionsmittel mit der

entsprechend darauf angegebenen

Menge Wasser vermischen (oder

man nimmt Wasserstoffperoxid

in einer geeigneten Mischung mit

Wasser) und in einen Membranbefeuchter

geben, der den kalten

Dampf über die gesamte Fläche

verteilt. Wenn eine Form der automatischen

Bewässerung verwendet

wird, muss dieses System

auch während des Kulturzyklus

gereinigt werden. Die Reinigung

des Wassertanks sollte mindestens

einmal alle drei Wochen erfolgen.

Alles was dazu gebraucht wird,

ist ein sauberer Waschlappen und

frisches Wasser. Alkoholische

Reinigungslösungen sind auch für

glatte Oberflächen geeignet, da

sie sehr schnell verdunsten. Wenn

keine organischen Düngemittel

oder nützlichen Mikroorganismen

verwendet werden, kann das

Bewässerungssystem regelmäßig

desinfiziert werden. Hierbei kann

beispielsweise das zuvor genannte

Wasserstoffperoxid in verdünnter

Konzentration genutzt werden.

Respekt vor den Pflanzen

Der Anbauraum wird sauber

gehalten, um eine Infektion der

Pflanzen zu verhindern. Aber

wir dürfen nicht vergessen, dass

möglicherweise nicht alle Reinigungsprodukte

sicher für die

wertvollen Pflanzen sind. Handelsübliche

chemische Reinigungsmittel

können giftig sein.

Daher sollte man immer versuchen,

Reinigungs- und Desinfektionsmittel

zu verwenden,

die für den Einsatz mit Pflanzen

empfohlen sind und regelmäßig

getestet werden. Aber ich nehme

an, alle Grower wissen das.

46 HIGHWAY 05/20


Heutzutage gibt es so

viele verschiedene Anbaumethoden

für Cannabispflanzen,

dass

manch potentieller Einsteiger

schon abwinkt, wenn er

versucht, sich schlau zu machen.

Natürlich birgt auch jede Anbaumethode

ihre jeweils eigenen

Risiken und Vorteile. Eine Art

des Anbaus genießt in Fachkreisen

mittlerweile ein sehr hohes

Ansehen und lässt sich in der

Oberkategorie „Mediumfreies

Anbauen“ einordnen. Die Rede

ist von Hydroponic- bzw. Aeroponic-Systemen.

Es handelt sich

dabei um wasserbasierte Verfahren

und mediumfrei bedeutet,

dass zum Anbau keinerlei Growmedium

wie Erde oder Kokosfasern

verwendet wird. Doch wie

genau funktioniert ein System,

das den Wurzeln keine Möglichkeit

bietet, sich in einem Substrat

zu vergraben? Zur Erklärung

zunächst ein kurzer Blick auf die

Basics der Pflanzenzucht: Wurzeln

benötigen für ihr Wachstum

hauptsächlich Wasser und

Sauerstoff. Dazu kommen noch

Stoffe wie Natrium, Kalium

und Stickstoff, die bei einem

gewöhnlichen Grow auf Erde

bereits im Medium selbst enthalten

sind, zumindest für eine

gewisse Zeit – insbesondere,

wenn das Substrat vorgedüngt

ist. Durch Zugabe von Dünger

im Gießwasser erhält man dann

den benötigten Nährstoffspiegel

aufrecht. Lässt man das Substrat

beiseite, bleiben nur noch nährstoffreiches

Wasser und Luft, die

für ein gesundes Wurzelwerk benötigt

werden. Und genau diese

Tatsache machen sich Hydroponic-

und Aeroponic-Systeme

zunutze. Bei diesen Systemen

werden die Wurzeln stetig oder

sequentiell mit nährstoffreichem

Wasser versorgt. Dies geschieht

mittels einem Tropfsystem, einem

Wasserdurchlauf oder einem

Sprühnebel. Durch die Bewegung

des Wassers wird dieses

mit Sauerstoff angereichert. Bei

einigen Systemen wird zusätzlich

eine Sauerstoffpumpe wie

in einem Aquarium genutzt, um

den Sauerstoffgehalt im Wasser

zu erhöhen. Den Sauerstoff gibt

das Wasser an die Wurzeln weiter

und bietet ihnen somit alles,

was sie zum Wachsen brauchen.

Das Wasser, das an den Wurzeln

herabfließt, wird wieder zurück

in einen Auffangtank geleitet

und mittels einer Pumpe zurück

zu den Pflanzen befördert. Somit

entsteht ein geschlossenes System.

Doch wie halten sich die

Pflanzen nun in diesem System

fest, wenn es kein Medium gibt?

Aeroponic-System

IM EIGENBAU

Wer sich etwas intensiver mit dem Thema Growing

auseinandersetzt und nach Möglichkeiten

sucht, ohne Erde zu arbeiten, die Erträge zu

erhöhen oder aber auf weitgehende Automatisierung

zu setzen, der stößt irgendwann in

irgendeiner Form auf das Thema Hydroponic und

Aeroponic. Dies ging auch unserem Autor Mr.

Haze Amaze so, der sich daraufhin entschloss,

ein Aeroponic-System in Eigenregie umzusetzen,

aber auf das ganze Feintuning zu verzichten. In

diesem Artikel erklärt er nicht nur verschiedene

Hydroponic- und Aeroponic-Systeme, sondern

berichtet auch, ob sein Versuch eines nicht

optimal eingestellten Aeroponic-Systems

Früchte

trug. Na klar, es geht

um ganz besondere

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Aeroponic

Dies verrät uns der Blick auf einige

bekannte Systeme:

DWC (Deep Water Culture)

In diesem System steht der

Stamm der Pflanze in einem mit

Blähton gefüllten Netztopf oder

einem Steinwolleblock. Dabei

hängen die Wurzeln in einem Behälter

mit Nährstofflösung und

werden durch eine Aquariumpumpe

und einen Luftstein mit

Sauerstoff versorgt. Das Wasser

wird dabei allerdings nicht bewegt.

NFT (Nutrient Film Technique)

Bei diesem System sind die

Pflanzen ähnlich wie beim DWC

verankert und befinden sich über

oder in einem Rohr oder einer

„Rutsche“, durch die kontinuierlich

Wasser fließt. Dieses landet

dann in einem Auffangtank, von

dem aus es zu den Pflanzen zurückgepumpt

wird. Die Wurzeln

hängen dabei im Wasserfluss.

auch als automatische Gießvorrichtung

für einen herkömmlichen

Grow mit Substrat genutzt

werden.

Aeroponic

bei diesem System werden die

Wurzeln innerhalb eines (leeren)

Topfes in bestimmten Zeitabständen

mit Wasser aus Sprühköpfen

versorgt. Durch einen Sprühkopf

verteilt sich das Wasser großflächig

auf den Wurzeln. Die

Pflanzen an sich werden meist

nur noch mit einer Schaumstoffhalterung

am Stamm stabilisiert.

Es gibt bei dieser Art des Anbaus

noch weitere Unterarten:

man unterscheidet zwischen

Low- und High-Pressure-Systemen,

was von dem Druck der

verwendeten Pumpe sowie der

Art des Sprühkopfs abhängig

ist. Eine spezielle Einsatzform

des High-Pressure-Systems ist

das sogenannte Fogging, bei dem

das Wasser durch einen Ultraschall-Verdampfer

in kalten,

feuchten Nebel verwandelt wird.

Was die Wasseraufnahme angeht,

funktioniert diese umso

besser, je kleiner die Wasserteilchen

sind. Daher kann man

sagen, dass beim Fogging die

größtmögliche Wurzeloberfläche

mit nährstoffreichem Wasser

versorgt wird und dieses durch

die geringe Größe der Wassermoleküle

optimal aufgenommen

werden kann. Die soeben vorgestellten

Systeme sind also in

umgekehrter Reihenfolge nach

ihrer optimalen Wasseraufnahme

sortiert. Ich selbst habe mich

als Laie daran gewagt, mir ein

eigenes kleines und günstiges

Aeroponic-System zu basteln.

Lange Zeit war ich abgeschreckt,

da in den meisten Web-Foren

von „einem der schwierigsten

System“ oder „nur für Profis“

die Rede war. Doch genau aus

diesem Grund habe ich mich

schließlich dann auch dafür

entschieden, das Ganze einmal

anzugehen und somit die These

auf die Probe zu stellen, dass

man sich professionell mit pHund

EC-Werten sowie Nährstoffen

beschäftigt haben muss, um

ein solches System am Laufen

zu halten. Als Grundlage habe

ich ein spezielles Topfset eines

Fachhändlers aus dem Internet

bestellt. Was benötigt man also

für ein solches System?

- Netztöpfe oder Steinwollblöcke

- Eimer mit einem Deckel oder

einfach direkt die entsprechenden

Töpfe vom Fachhändler

- Einen lichtdichten Auffangtank,

ebenfalls mit Deckel. Sehr gut

eignen sich hier Verstau-Boxen,

wie sie in vielen Kinderzimmern

zu finden sind

- Gummischläuche, ebenfalls lichtundurchlässig,

und Verbindungen

(T- oder X-Verbindungen)

- Sprühköpfe

- Eine Teichpumpe

Zuerst einmal musste das System

zusammengebaut werden,

doch das war relativ einfach und

nach wenigen Stunden erledigt:

in den Deckel des Auffangtanks

wurden Löcher für den Bewässerungsschlauch

und das Kabel

Drip-System

Bei diesem System werden die

Pflanzen über ein Tropfsystem

mit Wasser versorgt. Dafür reicht

bereits ein Schlauch mit mehreren

Löchern, der kreisförmig

über dem Pflanzentopf hängt.

Allerdings sollten hier immer

Blähtonkugeln oder Steinwolle

verwendet werden, da durch das

Tropfen die Wasserverteilung

nicht optimal ist. Blähton und

Steinwolle können das Wasser

für einen längeren Zeitraum abspeichern

und nach und nach

abgeben. Dieses System kann

Deep-Water-Cultur (DWC)

48 HIGHWAY 05/20


Drip-System

der Pumpe gebohrt und zwei große

Löcher für zwei Pflanztöpfe,

durch die das Wasser wieder in

den Tank fließen kann. Anschließend

wurden die Schläuche mittels

Verbinder mit der Pumpe und

den am Topfdeckel angebrachten

Öffnungen verbunden. In den

Wassertank wurden dann etwa 25

bis 30 Liter Regenwasser gefüllt,

gemischt mit Wurzelbooster und

Grow-Dünger für die Vegetationsphase.

Auf pH- und EC-Werte

habe ich zum Testen mit voller

Absicht nicht geachtet – bis auf

die Tatsache, dass Regenwasser

genutzt wurde, da dieses bereits

einen sehr guten pH-Wert fürs

Growen besitzt. Für meinen Versuch

wurden zwei Stecklinge von

einer großen Mutterpflanze abgeschnitten

und mittels Clonex

zum Wurzeln gebracht. Da dieser

Grow komplett ohne Medium

vollzogen werden sollte, wurden

die Stecklinge nach der Bewurzelung

wieder aus dem Steinwolleblock

extrahiert. Es waren zu

diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich

viele Wurzeln vorhanden

und sie waren noch recht dünn.

Leider sind auch ein paar davon

bei der Entnahme abgerissen.

Aber wie bereits erwähnt, das

sollte auch ein „rücksichtsloser“

Grow werden, um die Strapazierfähigkeit

des Systems und der

Pflanzen zu testen. Die Stängel

mit den herauswachsenden Wurzeln

wurden anschließend in eine

kleine Schaumstoffplatte gesteckt

und mit den Wurzeln nach unten

in den Topf gehängt. Licht und

Belüftung liefen im 18/6-Zyklus

und das Wasser wurde im Anderthalb-Stunden-Takt

für jeweils

15 Minuten eingeschaltet. Auch

hierbei handelt es sich nicht gerade

um eine optimale Schaltung,

da in ordentlichen Systemen eine

elektronische Zeitschaltuhr genutzt

und lediglich für etwa fünf

bis 15 Sekunden bewässert wird.

In den ersten sechs, sieben Tagen

passierte nichts und ich hatte

mich fast damit abgefunden,

dass mein System eventuell doch

nicht gut genug oder meine Einstellungen

zu stümperhaft waren.

Nutrient-Film-Technique (NFT)

Doch als ich nach

einer dreitägigen Reise

wieder nach Hause

kam, in meinen

Schrank schaute und

den Deckel der Töpfe

anhob, blickte ich auf

viele dünne und fein

aufgefächerte Wurzeln, die sich

über das im Topf befindliche Gerüst

gelegt hatten. Eine weitere

Woche später sahen die Stecklinge

schon sehr gesund aus und hatten

bereits zwei neue Internodien

gebildet. An dieser Stelle will ich

den Bericht über den Grow etwas

verkürzen und nur die wichtigsten

Fakten nennen:

- Es wurde nach dem Einsetzen

eine Vegetationsphase von drei

Wochen eingehalten

HIGHWAY 05/20 49


50 HIGHWAY 05/20


HIGHWAY 05/20 51


Wurzeln in einer Aeroponic-Anlage

- Es wurde eine Blütephase von

etwa sechs bis sieben Wochen

eingehalten

- NDL/HDL 150 Watt, Vegi

18/6, Blüte 13/11

- Bewässerung alle anderthalb

Stunden für 15 Minuten

- Dünger wurde nach Bedarf gegeben

- Ein vollständiger Wassertausch

fand während des gesamten

Growzyklus dreimal statt, des

Weiteren wurde mit einem 50-

50-Mix aus Regenwasser und

destilliertem Wasser geflusht

Das Endergebnis hat mich dann

mehr als überrascht: jede Pflanze

trug ein gutes Dutzend dicke,

schneeweiße Blüten – und das,

obwohl sie gerade mal 50 Zentimeter

hoch waren. Sie ließen

sich direkt nach der Ernte kaum

eindrücken, was auf einen sehr

dichten Blütenbesatz hinweist.

Geruch, Farbe und Geschmack

glichen dabei dem Premium-Produkt

eines niederländisch Coffeeshops

– und das obwohl ich

kaum Aufwand betrieben hatte.

Doch jede Medaille hat zwei

Seiten. Auch wenn das Endprodukt

an sich überzeugen konnte,

ist Aeroponic dennoch ein sehr

anspruchsvolles System, selbst

in der von mir gebauten Guerilla-Version.

Denn während des

Grows gab es auch viele Probleme,

um die ich mich kümmern

musste: zu viele oder zu wenige

Nährstoffe, von Algen befallene

Schläuche und Pumpe oder ein

leerer Wassertank, weil ich den

Wasserverbrauch der Pflanzen

falsch eingeschätzt hatte. Doch

das wohl größte Gefahrenpotenzial

bieten die Schlauchverbindungen.

Wenn diese undicht

sind oder versehentlich gelockert

werden, hat man ganz schnell ein

Riesenproblem. Denn wird beim

Überprüfen der Pflanzen unbemerkt

eine Verbindung gelockert,

die sich durch den Wasserdruck

dann vollständig löst, schießt

schon das Wasser in den Growschrank.

Ist man währenddessen

unterwegs, erwarten einen bei der

Rückkehr ein Wasserschaden,

eine rauchende Growbox (da die

Pumpe trocken läuft) und halbtote

Pflanzen. Und das wäre noch

ein glimpfliches Szenario, denn

wenn das Wasser an die Elektronik

der Lampen oder der Abluft

gerät, kann eine Growbox auch

mal schnell in Flammen stehen

und man hat nicht nur die Feuerwehr

vor der Tür stehen. Um

das Ganze zusammenzufassen:

man kann durchaus sagen, dass

mein Selbstversuch ein interessantes

Projekt mit überragenden

Ergebnissen war. Doch stimme

ich auch den Meinungen im Netz

zu, dass man bei einem solchen

System Professionalität und ein

hohes Maß an Achtsamkeit an

den Tag legen muss, um ohne

größere Schäden in der Wohnung

oder an den Pflanzen ans Ziel zu

gelangen. Es ist also tatsächlich

eher etwas für Fortgeschrittene,

die ihre Grows akribisch und gewissenhaft

durchführen möchten.

Als Anbau-Neuling sollte man

trotz der tollen Ergebnisse lieber

die Finger davon lassen oder zunächst

mit einem Outdoor-System

üben.

52 HIGHWAY 05/20


TrockenÜbung

Ach ja, nicht viel schmerzt mehr, als kurz vor der Ziellinie

doch noch zu scheitern. Natürlich bietet auch der

Cannabisanbau einige Fallstricke und gerade zum Ende

hin, kann es schon mal schwierig werden, im Außengarten

gar das Wetter nach Monaten der Aufzucht einen

bösen Strich durch die Rechnung machen. Aber selbst

wenn die funkelnden Buds eingeholt wurden und „nur

noch kurz getrocknet“ werden müssen, bevor man sich

ans Rauchen machen kann, ist noch viel Spielraum für

Fehler. Schauen wir uns also einmal an, was Chuck Lore

zum Trocknen von Marihuana zu sagen hat...

Do-it-yourself-Experte

Chuck Lore

HIGHWAY 05/20 53


Immer wieder kommt es leider

vor, dass gutes Marihuana im

letzten Schritt der Verarbeitung

an Qualität verliert. Gemeint

ist die Trocknung, die

mitverantwortlich für das Aroma

ist. Zahlreiche Verfahren bieten

sich dafür an, mit ganz unterschiedlichen

Ergebnissen. Dieser

Artikel beleuchtet einige der beliebtesten

Methoden und stellt die

Vor- und Nachteile dieser heraus.

Zudem wird auf den Selbstbau einer

Trockenanlage eingegangen,

die höchsten Ansprüchen genügt

und dennoch keine 50 Euro kostet.

Auch ein Weg, um übertrocknetes,

geschmackloses Marihuana

zu retten, wird nachfolgend

aufgezeigt. Von den zahlreichen

Trocknungsverfahren, die es gibt,

werden hier nur die beschrieben,

die auf dem Prinzip der Verdampfung

beziehungsweise der unterkritischen

Trocknung beruhen.

Gefriertrocknung und Trocknung

mit überkritischen Liquiden sind

für die Heimanwendung zu aufwändig

und zudem bei Weed

aus bestimmten Gründen nicht

sinnvoll. Die traditionelle Methode

ist die, das geerntete Marihuana

nach dem Beschnitt zum

Trocknen an einem luftigen und

warmen Ort aufzuhängen. Das

ist wohl die kostengünstigste Methode,

die aber die Gefahr birgt,

dass die Blüten zu Schimmeln

beginnen. Es dauert rund zwei

Wochen und länger, ehe die Blüten

bis auf den biegsamen Kern

durchgetrocknet sind, das ist viel

Zeit, die für Schädlinge und Pilze

zur Verfügung steht. Ein weiterer

Nachteil ist, dass nach der Ernte

etliche Tage vergehen, ehe die

Qualität des Grases eingeschätzt

werden kann. Dazu kommt der

nicht unerhebliche Geruch, der

deutlich intensiver ist, als es die

meisten vorher glauben wollen.

Manchereiner legt

auch tatsächlich die Blütenstände

in den Backofen und trocknet

sie dort. Das geht recht fix und

treibt die Decarboxylierung voran.

Von Nachteil sind dabei die

mitunter hohen Stromkosten und

der einsetzende Aromaverlust.

Dazu können so nur relativ kleine

Mengen getrocknet werden,

weil sich die Feuchtigkeit lange

im Backraum hält. Als Alternative

zur Backröhre bietet sich

Heizung oder Herdplatte an. Im

Winter ist die Trocknung auf einem

Heizkörper ein günstiges

und schnelles Verfahren, das mag

sein. Aber wie beim Herd auch,

werden durch die hohen Temperaturen

Aromen zerstört. Zudem

entfällt der wichtige Abbau von

Chlorophyll, das einen kratzigen

und unangenehmen Geschmack

nach Stroh hat. Wird das Gras

auf der Heizung oder Herdplatte

vergessen, verliert es jegliches

Aroma und ist nach kurzer Zeit

staubtrocken. Falls es doch einmal

passiert ist und das Marihuana

übertrocknet wurde, dann

muss es nicht gleich weggeworfen

werden. Es gibt einen Weg, dem

Kraut wieder etwas Geschmack

zu verleihen. Dazu wird das trockene

Material mit Schalen von

unbehandelten Südfrüchten in

einen luftdichten Behälter gegeben

und dort ein oder zwei Tage

ruhen gelassen. Die Feuchtigkeit

der Fruchtschalen verteilt sich in

dem Gefäß und gibt dem Gras

seine Geschmeidigkeit zurück.

Zudem wird es mit den Aromen

der Frucht durchtränkt, sodass es

immerhin nicht mehr nur nach

altem Stroh schmeckt. Natürlich

können je nach Geschmack auch

Apfelschalen, Ananasschalen

oder andere Fruchtüberbleibsel

mit ausreichender Restfeuchte

verwendet werden.

Die bislang beschriebenen

Methoden zur beschleunigten

Trocknung verwenden

Hitze, um die relative Feuchtigkeit

in Nähe der Wärmequelle zu

senken und dem Pflanzenmaterial

so das Wasser zu entziehen.

Warme Luft kann deutlich mehr

Nässe aufnehmen als kühle, darum

funktioniert das so gut. Zwar

ist die Trocknung auf diese Art

und Weise einfach durchzuführen,

sie vermindert aber den

Wohlgeschmack. Der Königsweg

wäre ein Verfahren, das bei

Zimmertemperatur durchgeführt

wird. Dazu müsste die relative

Luftfeuchtigkeit bei Raumtemperatur

gesenkt werden, sodass

im Lauf der Zeit so viel Wasser

aus dem Marihuana verdunstet,

bis die gewünschte Restfeuchte

erzielt ist. Das kann durch ein

Vakuum, durch Begasung mit

trockenem Stickstoff oder durch

direkte Absenkung der Feuchtigkeit

erreicht werden. Für die

Wahl der richtigen Methode ist

auch wichtig, dass die Trocknung

nicht zu rasch erfolgt. Das

liegt daran, dass in der Zeit, in

der das Material trocknet, auch

unerwünschte Stoffe abgebaut

werden.

Nun wird wohl kaum

ein Heimanwender teuren Stickstoff

in Druckflaschen kaufen

und eine ausreichend starke Va-

Alle Hände voll zu tun

54 HIGHWAY 05/20


kuumpumpe samt Druckbehälter

ist auch nicht gerade günstig.

Bleibt also die Verringerung der

relativen Feuchte. Für die kostengünstige

Anwendung im eigenen

Heim kommen dabei zwei

Verfahren infrage. Zum einen

der Einsatz einer kleinen elektrischen

Anlage, die ein Peltier-Element

zur Entfeuchtung besitzt,

oder zum anderen der Einsatz

eines stromlosen Apparats, der

die Feuchtigkeit mittels eines

Salzes entzieht. Beide Methoden

haben ihren Reiz und ihre

besonderen Vor- und Nachteile.

Für den Anfang ist der Einsatz

eines Salzentfeuchters am günstigsten.

Diese praktischen Geräte

kosten rund zehn Euro und ein

Nachfüllbeutel etwa zwei Euro.

Ein Kilogramm wasserfreies

Calciumchlorid, dieses Salz wird

meistens eingesetzt, kann etwa

einen Liter Wasser aufnehmen.

Das reicht aus, um geschätzte

1,25 Kilogramm Marihuana

wie gewünscht zu trocknen. Ein

Nachteil dabei ist, dass für eine

effiziente Trocknung unter Umständen

noch ein Ventilator benötigt

wird, der die Luft in dem

Behälter umwälzt. Der hohe

Aufwand für Chemikalien, der

besonders bei größeren Mengen

kräftig zu Buche schlägt, ist ein

weiterer Makel.

Soll öfters getrocknet

werden, lohnt sich die Anschaffung

eines elektrischen Entfeuchters

mit integriertem Gebläse.

Dieser kostet in akzeptabler

Ausführung etwa 40 Euro und

entzieht der Luft bis zu 250 Milliliter

Wasser täglich. Er arbeitet

umso effizienter, umso höher

die Raumtemperatur ist. Und

darum ist diese Lösung mein

Favorit. Durch den Betrieb des

Gerätes wird der Trockenraum

aufgeheizt. Nicht sehr viel, aber

bis zu 25° Celsius ist bei kleinen

Behältern durchaus realistisch.

Und damit ist die Temperatur so

hoch, dass einerseits der elektrische

Entfeuchter gut arbeiten

kann und anderseits die Aromastoffe,

die Terpene, nicht entweichen.

Die soeben erwähnte

Menge Marihuana, also die 1,25

Kilogramm, wären zumindest

in der Theorie binnen vier Tagen

durchgetrocknet. Und das

bei unverändertem Aroma und

anfallenden Energiekosten von

noch nicht einmal einem Euro!

Ein weiterer Vorteil der Trocknung

in einer eigenen Trockenkammer

ist der Geruch, der in

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der Kiste bleibt. Selbst moderate

Ernten sind völlig unproblematisch,

ein nicht zu unterschätzender

Pluspunkt.

Nun zum Selbstbau

einer Anlage, mit der bis zu 200

Gramm je Durchgang getrocknet

werden können. Bei größeren

Mengen sind die Ausmaße der

Kiste anzupassen. Benötigt wird

lediglich Folgendes:

Entfeuchter (elektrisch für 40

Euro oder chemisch für 10 Euro

plus 10 Euro für den Ventilator)

Plastikbox mit dicht abschließendem

Deckel, ca. 40 x 25 x 30

Zentimeter (6 Euro)

Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser

(3,50 Euro)

Zuerst wird der Feuchtigkeitsund

Temperaturmesser mit Tesafilm

so an die Wand geklebt, dass

die Werte von außen ablesbar

sind. Alternativ kann er auch an

einer Kordel befestigt aufgehängt

werden. Der Entfeuchter wird

eingeschaltet beziehungsweise

aktiviert und in die Kiste gesetzt.

LED SYSTEME

FÜR LICHTINTENSIVE PFLANZEN

Nun kommt noch das Marihuana

mit in die Box, der Deckel wird

aufgelegt und möglichst dicht

geschlossen. Die Temperatur in

der Trockenkiste sollte zwischen

20 und 25° Celsius liegen. Einmal

täglich ist der Fortschritt zu

überprüfen, nötigenfalls ist das

entzogene Wasser zu entsorgen.

Um Schimmelbildung vorzubeugen,

ist das Pflanzenmaterial in

den ersten Tagen bei der Kontrolle

umzuschichten, das war es

aber auch schon.

Im ersten Praxistest

wurden 65 Gramm Pflanzenmasse

mit dem elektrischen

Entfeuchter getrocknet. Beim

Start lag die Luftfeuchtigkeit bei

etwa 50 Prozent, ein guter Wert.

Die Schnittreste der bescheidenen

Ernte trocknete er binnen

drei Tagen durch. Danach lag

die Feuchte im Raum bei rund

40 Prozent, das war für eine

schonende Trocknung angemessen.

Für die mittelgroßen Blüten

benötigte die kleine Anlage je

nach Größe zwischen fünf und

sieben Tage. Nur die voluminöse

Hauptblüte, die nach dem

Beschnitt fast sechs Zentimeter

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im Durchmesser maß, war erst

nach acht Tagen fertig für die

weitere Verarbeitung. Interessant

war übrigens, dass der kleine

Entfeuchter ab dem sechsten Tag

kein Wasser mehr entzog, er hätte

ausgeschaltet bleiben können.

Der zweite Praxistest fand mit

einem chemischen Entfeuchter

statt. Obwohl Calciumchlorid

stark hygroskopisch (wasseranziehend)

ist, stieg die relative

Luftfeuchtigkeit im Behälter

rasch auf 69 Prozent an. Schimmelbildung

an den erntefrischen

Blüten war bei dieser Feuchte

nicht nur möglich, sondern bei

längerer Dauer wahrscheinlich.

Um die Ernte nicht zu gefährden,

stand die Überlegung im

Raum, den elektrischen Entfeuchter

zumindest für eine

kurze Zeit ergänzend einzusetzen.

Zum Glück sank der Wert

jedoch binnen weniger Stunden

auf 65 Prozent ab und war nach

einem Tag auf unter 60 Prozent

gefallen. Nach drei Tagen lag die

Feuchtigkeit bei weiterhin fallender

Tendenz bei 56 Prozent und

nach sechs Tagen erstmals unter

50 Prozent. Die Blüten fühlten

HIGHWAY 05/20 55


56 HIGHWAY 05/20


Denkbar schlechter Ort, um sein Weed zu trocknen

schen Kern haben, werden in luftdichten

Behältern gelagert und

einmal täglich gelüftet. So können

die Mikroorganismen wegen

der enthaltenen Feuchtigkeit weiter

arbeiten und die Trocknung

wird binnen weiterer zwei bis vier

Wochen endgültig abgeschlossen.

Fazit: Wenn das Aroma

des geernteten Stoffs egal ist,

dann spricht nichts gegen eine

schnelle Trocknung. Ideal ist

im Winter ein Heizkörper oder

ein Platz nahe des Kamins. In

der Regel wird rasch getrocknet,

wenn aus dem Marihuana die

Wirkstoffe extrahiert werden sollen.

Ein schonender Prozess hingegen

ist für Liebhaber des besonderen

Aromas unabdingbar. Er

bewahrt nicht nur den typischen

Geschmack, sondern macht die

Ernte milder und rauchbarer.

TROCKEN-

PROTOKOLL

Elektrischer Entfeuchter

24.2. 65 Gramm zum Trocknen

eingesetzt.

26.2. Feuchtigkeit sinkt auf gut

40 Prozent.

27.2. Schnittreste sind trocken.

28.2. Feuchtigkeit schwankt um

die 40 Prozent.

1.3. Kleine und mittlere Blüten

sind trocken, die große Blüte ist

noch sehr elastisch.

3.3. Pflanzenmasse ist bis auf

den biegsamen Kern der Hauptblüte

komplett getrocknet.

Chemischer Entfeuchter

Tendenz bei 56 Prozent und

nach sechs Tagen erstmals unter

50 Prozent. Die Blüten fühlten

sich am siebten Tag trocken an,

hatten aber einen elastischen

Kern. Nach neun Tagen waren

sie dann durchgetrocknet.

Eine Sache muss allerdings

beachtet werden. Die

Deliqueszenzfeuchte, die auch

Sättigungsfeuchte genannt wird,

beträgt für Calciumchlorid bei

Raumtemperatur nur runde

33 Prozent und sinkt bei steigenden

Temperaturen drastisch. Bei

30° Celsius liegt sie nur noch bei

zirka 22 Prozent, das ist ein Klima

wie in der Wüste. Darum sollten

die Blüten der Trocknungskiste

entnommen werden, sobald sie

so weit sind. Lässt man sie länger

in der Box, trocknen sie zu stark

aus.

Ganz am Ende noch

ein Wort zur üblichen Weiterverarbeitung,

die auch oft als Aushärten

bezeichnet wird. Das Aroma

von Marihuana setzt sich zum

einen aus den enthaltenen Terpenen

und zum anderen aus abgebautem

Blattmaterial, vor allem

dem Chlorophyll, zusammen.

Ähnlich wie bei einem guten Tabak

wird dies durch eine Fermentation

erreicht. Dieser Vorgang

wird von Mikroorganismen ver-

Schön getrocknete Buds

ursacht und setzt praktisch gleich

nach der Ernte ein. Liebhaber

hochwertiger Sorten fermentieren

ihre Blüten oft über Monate,

Details zu dem Verfahren finden

sich im Highway-Magazin 02/17,

Seite 58. Doch schon in der ersten

Woche werden bei einer schonenden

Trocknung so viele unerwünschte

Stoffe abgebaut, dass

die Qualität im Vergleich zu rasch

getrocknetem Material deutlich

zunimmt.

Beim sogenannten

Aushärten wird die Fermentation

im kleinen Maßstab weiter fortgesetzt.

Die fast trockenen Blüten,

die in der Regel noch einen elasti-

4.3. 58 Gramm zum Trocknen

eingesetzt.

8.3. Schnittreste sind trocken.

10.3. Feuchtigkeit unter 50

Prozent gesunken.

11.3. Feuchtigkeit liegt bei

genau 40 Prozent.

13.3. Feuchtigkeit unter

35 Prozent, kleine Blüten sind

durchgetrocknet, die dicken

Blüten sind bis auf ihren leicht

elastischen Kern trocken.

Do-it-yourself-Experte

Chuck Lore

HIGHWAY 05/20 57


@papriko_ink

CHARAKTER-Köpfe

Mehr als 7.000 Likes räumen die lustigen

Illustrationen von mr.Papriko teilweise auf

Instagram ab. Die Spezialität des in Japan lebenden

Illustators und Grafikers, der ursprünglich aus

der Schweiz stammt, sind ungewöhnliche

Sortenportraits.

58 HIGHWAY 05/20


Es gibt wenige Dinge auf

der Welt, die mithilfe

eines derart abgefahrenen

Bezeichnungssystems

benannt werden

wie Cannabis-Strains. „Purple

Alien Gelato Zkittlez Widow“

– der Kreativität bei der Namensgebung

von Weed-Sorten

sind scheinbar keine Grenzen

gesetzt. Der Illustrator mr.Papriko

nutzt die Bezeichnungen

für Strain-Charaktere im Cartoon-Look,

die mit liebevollen

Details und viel Humor begeistern.

Und das gilt nicht nur für

die Highway-Redaktion, auf Instagram

werden die Zeichungen

von mr.Papriko mit Likes nur so

überschüttet. Highway hat mit

dem Künstler gesprochen: über

seine Arbeiten und seinen Werdegang,

über mögliche Kooperationen

mit Firmen aus dem Cannabusiness

und darüber, ob es

im restriktiven Japan eigentlich

lange Blättchen am Kiosk gibt.

Woody Kush

Wie wird man eigentlich Illustrator

im Cannabusiness? Hast

du Tipps für die aufstrebenden

Zeichner/Designer unter unseren

Lesern?

mr.Papriko: Entstanden ist das

Ganze mehr oder weniger per

Zufall, und auch nicht vor allzu

langer Zeit. Begonnen habe

ich mit den Illustrationen mit

Weed-Bezug eigentlich nach einer

der Rückreisen zurück nach

Japan, wo ich zurzeit wohne.

Wohl als eine Art „Kompensation“

aufgrund der unterschiedlichen

Gesetzgebungen: in Japan

ist Cannabis strikt verboten und

es ist, so scheint es mir zumindest,

auch keine Liberalisierung

im Gang wie in der Schweiz, wo

ich herkomme. Die Zeichnungen

fanden erfreulicherweise Anklang

und somit wuchs auch das

Publikum, weshalb ich dann einfach

weiter gezeichnet habe und

alles seinen Lauf nahm. Zusätzlich

hat mich ein Freund überzeugt,

T-Shirts zu produzieren,

was wir dann auch taten und woraus

letztendlich das Projekt Papriko

420 enstand, das sozusagen

als „Marke“ für unsere Produkte

fungiert, wie eben zum Beispiel

T-Shirts oder Kunstdrucke sowie

Kollaborationen mit anderen

Marken. Papriko Ink. an sich ist

ein Studio, das in Bereichen wie

Grafik, Illustration und visueller

Kommunikation tätig ist, und

obwohl auch Kunden aus der

Hanf-Industrie dabei sind, sind

Blueberry Cheesecake

Aufträge mit Cannabis-Bezug

nur ein Teil meiner Arbeiten, ich

würde mich also deshalb nicht

unbedingt als „Illustrator im

Cannabis-Business“ bezeichnen.

Deine Bilder erreichen mittlerweile

auf Instagram teilweise

über 7.000 Likes. Das war allerdings

nicht von Anfang an

der Fall. Wann und warum sind

die Zahlen derart in die Höhe

geschnellt, kannst du das festmachen?

mr.Papriko: Anfangs, so ungefähr

die ersten 200 Illustrationen,

ist das Publikum zwar stetig

gewachsen, aber einfach recht

langsam. Tatsächlich gab es aber

dann unerwartet Artworks, die

eine extreme Reichweite erreichten

und somit auch das Publikum

wachsen ließen. Aufgrund

der Statistiken kann ich sicher

ausmachen, welche Zeichnungen

das waren und wann; wieso aber

White Widow

genau diese gewissen Posts vom

Algorithmus favorisiert wurden,

ist schwer zu sagen. Es ist sicherlich

auch etwas Glück beziehungsweise

Zufall dabei.

C3PO

Könntest du dir eventuell vorstellen,

mit einer Samenbank

zusammenzuarbeiten? Also zum

Beispiel Bud-Figuren für neu

erscheinende Sorten zu entwerfen?

Oder gab es vielleicht

schon einmal eine derartige Koperation?

Generell bieten sich

deine Arbeiten ja schon fürs

Packaging von Cannabisprodukten

an, oder was meinst du?

mr.Papriko: Eine Zusammenarbeit

mit einer Samenbank gab es

bisher noch nicht, aber dafür sind

wir sicher offen. Grundsätzlich

ist es so, dass die Illustrationen in

diesem gewissen Stil ein Teil der

visuellen Identität von Papriko

Ink. sind, weshalb es eine Kollaboration

sein müsste und nicht

eine reine Auftragsarbeit. Wir haben

zum Beispiel mit Ziggi Papers

aus Slowenien eine „Strain of the

Day“-Edition herausgebracht

und arbeiten an einer zweiten Serie,

die bald auf den Markt kommen

soll. Ausserdem gibt es eine

Kollaboration mit GrindNation

aus Deutschland, wo wir an einer

Serie von Grindern arbeiten, die

auch demnächst herauskommen.

Natürlich machen wir auch reine

Auftragsarbeiten, in dem Fall

müsste sich das Design jedoch

unterscheiden, um nicht verwechselt

zu werden. Das geschieht

zum Interesse beider, dem des

Kunden sowie unserem eigenen.

Hast du dir eigentlich schon mal

darüber Gedanken gemacht,

dass die kiffenden Buds in deinen

Zeichnungen ja quasi Kannibalen

sind, da sie selbst auch

kiffen?

Bob Marley Kush

Sonic

HIGHWAY 05/20 59


mr.Papriko: Ja und nein. Es gab

auch ab und zu schon solche

Kommentare auf Instagram. Im

dem Moment, wo ich so einen

Kommentar lese, denke ich auch

kurz „Hmm, stimmt eigentlich“,

aber nur um es dann gleich wieder

zu vergessen. Im Papriko-Universum,

das ich kreiert habe, gibt es

so etwas wie Kannibalismus nicht.

Das würde ich auch nicht zeichnen

wollen. Um ein anderes Beispiel

zu nennen, in meinen Zeichnungen

sind alle Figuren lebendig,

auch der Witwer bei „White Widow“

oder die Banane bei „Dead

Banana“. Man darf also einfach

nicht alles auf die sprichwörtliche

Goldwaage legen.

Da wir in dieser Ausgabe einen

Artikel haben, der sich genau

mit dem Thema auseinandersetzt,

möchten wie gerne von

dir wissen, wie beurteilst du,

sozusagen als Mann vom Fach,

die Ästhetik der (deutschsprachigen)

Cannabisbranche? Wo

60 HIGHWAY 05/20


„A Night To Remember“

ist auch die Cannabis-Branche

keine Ausnahme, schlechte Gestaltung

überwiegt (leider) auch

dort.

Welche Kanäle nutzt du, um

deine Artworks zu monetarisieren?

Welche Dienste beziehuingsweise

sozialen Netzwerke

haben sich zu diesem Zweck

besonders für dich bewährt?

Und hast du auch, wie viele

andere Cannabisunternehmer,

mit Problemen bei Werbung

und Vermarktung aufgrund der

von einigen als anstößig empfundenen

Cannabisthematik zu

kämpfen?

mr.Papriko: Wir nutzen hauptsächlich

Instagram und unseren

Online-Store. Probleme hatten

wir noch keine, da es sich bei

uns nur um Design zum Thema

handelt und keine eigentlichen

Cannabisprodukte.

Du lebst als Exil-Schweizer in

Japan. Stichwort „Cannabisbranche“:

inwiefern findet die

in Japan überhaupt statt oder

gibt es das gar nicht? Gibt es

dort zum Beispiel überhaupt

so etwas wie lange Papers am

Kiosk? Riecht man manchmal

Cannabis in den Straßen so wie

es hierzulande der Fall ist oder

findet der Konsum, sofern überhaupt,

hinter verschlossenen

Türen statt? Es ist ja bekannt,

dass Cannabis-Vergehen nach

japanischem Recht alles andere

als Kavalierdelikte sind...

mr.Papriko: Das findet schon

eher im Untergrund statt, ich

kenne mich ehrlich gesagt aber

auch nicht wirklich gut aus. Es

gibt Headshops, die Utensilien

verkaufen, und Papers gibt es

zwar nicht am Kiosk, aber in Tabakläden.

Es kann hin und wieder

vorkommen, dass man Cannabis

in den Straßen riecht, es

ist aber eher selten, der Konsum

findet eher im Geheimen statt,

weil Cannabis-Vergehen härter

bestraft werden als zum Beispiel

in Europa.

Kommen wir zu unserer klassischen

Abschlussfrage, die

wir jedem Interview-Gast stellen:

welche ist deine persönliche

Lieblings-Cannabissorte?

Und welche ist deine liebste

Sorten-Figur unter all deinen

Kunstwerken?

mr.Papriko: Eine Lieblingssorte

habe ich eigentlich nicht. Was

meine Strain-Figuren angeht, ist

es schwierig, mich für eine zu

entscheiden, da es so viele sind

und ich einige Favoriten hätte.

Ich kann aber zumindest sagen,

dass mir die Strains mit psychedelischem

Bezug sowie die ganzen

Alien- und Space-Strains sehr

zusagen.

Wer gerne ein Poster oder ein

T-Shirt mit den kultigen Papriko-Designs

erstehen möchte,

wird unter anderem unter diesen

Websites fündig:

www.papriko.com

www.store420.papriko.com

siehst du vielleicht Schwachstellen,

was muss besser werden?

mr.Papriko: Da könnte ich viel

sagen, aber um es kurz zu fassen:

oft besteht einfach zu wenig

Bewusstsein und Verständnis

betreffend der Bedeutung und

Effektivität guter Gestaltung,

weshalb zu wenig in Design

investiert wird, leider mit den

dementsprechenden Ergebnissen.

Meiner Meinung nach ist da

Snoop Dogg OG

HIGHWAY 05/20 61


LESTER GRINSPOON

Prof. Dr. Lester Grinspoon, ein Harvard-Professor

für Psychiatrie, der ein führender Befürworter

der Legalisierung von Marihuana wurde, nachdem

seine Forschungen ergeben hatten, dass es weniger

giftig oder süchtig machend als Alkohol oder Tabak

ist, starb einen Tag nach seinem 92. Geburtstag am

25. Juni 2020 in seinem Haus in seinem Geburtsort

Newton, Massachusetts in den Vereinigten Staaten.

Lester Grinspoon wurde

nicht wie viele von uns

vom Konsumenten zum

Aktivisten, im Gegenteil.

Grinspoon glaubte lange

Zeit, dass Marihuana eine schlimme

Droge wäre. Er wurde am 24.

Juni 1928 geboren und schloss

ohne einen High-School-Abschluss

zu besitzen ein Biologie- und Chemie-Studium

ab. 1955 absolvierte

er zudem die Harvard Medical

School in Boston, wo er schließlich

auch 42 Jahre an der Fakultät tätig

war. Zudem arbeitete er 40 Jahre

lang als Psychiater in einem Bostoner

Gesundheitszentrum, bevor er

zur Jahrtausendwende den Ruhestand

antrat.

Als sein Freund, der

berühmte Astronom und spätere

Cannabisaktivist Carl Sagan, ihm

1960 einen Joint anbot („Du wirst

es lieben, es ist harmlos.“) war

Lester Grinspoon noch schwer erschrocken

und lehnte das Angebot

deutlich ab. Vielleicht auch nicht

zuletzt, um seinen Freund, damals

ebenfalls Harvard-Professor, davon

zu überzeugen, einen schweren

Fehler zu begehen und seine Gesundheit

zu ruinieren, wollte er alle

Studien zusammenstellen, die eine

solche Schädlichkeit von Marihuana

belegten. Mit Vernunft kann

man einem Harvard-Professor vielleicht

schließlich kommen. Aber

es wurde andersherum ein Schuh

draus: denn auf einmal kamen

Grinspoon erste Zweifel an der

Gefährlichkeit von Marihuana, als

er lediglich auf dessen Einsatz als

Medizin stieß, der Dutzende und

Hunderte Jahre zuvor belegt war,

er aber keine Studien finden konnte,

die darauf hindeuten würden,

dass Cannabis süchtig macht oder

anderweitig gefährlich wäre. Nach

weiterer Forschung kam er zu dem

Schluss, dass Marihuana ein relativ

sicheres Rauschmittel sei, das wie

Alkohol reguliert werden sollte.

Denn die wahre Gefahr bestehe in

der Kriminalisierung seiner Konsumenten,

wie Grinspoon schnell

schlussfolgerte. Und wie recht sollte

er noch behalten!

Nachdem Dr. Grinspoon

seine Ergebnisse 1969 in

einem Artikel im „Scientific American“

vorgestellt hatte, schrieb er

das Buch „Marihuana Reconsidered“

(ja, damals auch im Englischen

gelegentlich noch mit h

geschrieben), das 1971 erstmals

veröffentlicht wurde und für großes

Aufsehen sorgte. „Das größte

Potential für sozialen Schaden liegt

in der Narbenbildung so vieler junger

Menschen und den reaktiven,

institutionellen Schäden, die direkt

aus den gegenwärtigen Marihuanagesetzen

resultieren“, schrieb Dr.

Grinspoon damals – und weiter:

„Wenn wir vermeiden wollen,

dass dieser Schaden innerhalb des

nächsten Jahrzehnts das Ausmaß

einer wirklichen nationalen Katastrophe

erreicht, müssen wir den

sozialen Gebrauch von Marihuana

legalisieren.“ Ach, hätte man es

doch damals schon umgesetzt!

1970 trat er in die frisch

gegründete „National Organization

for the Reform of Marijuana

Laws“ (NORML) ein und wurde

beinahe augenblicklich in den

Vorstand und den Beirat der Organisation

berufen und sein Buch

eine intellektuelle Grundlage auf

dem Weg zur Legalisierung. „In

den frühen Tagen verlieh er uns

unglaubliche Glaubwürdigkeit“,

sagte Allen St. Pierre, ein ehemaliger

geschäftsführender Direktor

von NORML, in einem Interview.

„Er zeigte auf, dass Marihuana

eine Geschichte hat, dass

es nicht erst in den 1960er-Jahren

von Hippies entdeckt worden

war.“ „Er war kein Hippie, er

war ein Professor, ein Strebertyp“,

sagt auch sein Sohn David.

Tatsächlich probierte Grinspoon

erstmals im Jahr 1972 zusammen

mit seiner Frau Betsy Marihuana.

Beide wurden jedoch erst bei ihrem

dritten Versuch high, als sie

die Beatles auflegten – eine Band,

die eigentlich nicht nach dem Geschmack

des Ehepaars war und

deren Rhythmen unter dem Einfluss

von Marihuana auf einmal

begeisterten. Und Lester Grinspoon

bekam kurz darauf sozusagen

die Chance, sich angemessen

beim Gründer der Beatles zu revanchieren.

Denn John Lennon

sollte 1972 von den USA in seine

Heimat nach England abgeschoben

werden. Was war der Grund?

Eine frühere Verurteilung in England,

da er Haschisch besessen

hatte. Lester Grinspoon war als

Experte bei einer Anhörung Lennons

geladen und sagte aus, dass

Haschisch weder Marihuana sei,

noch eine narkotische Droge. Bis

zum Abschluss der Geschichte

dauerte es zwar noch eine lange

Zeit, aber am Ende stand fest, dass

Lennon nicht abgeschoben wurde.

Dr. Grinspoon, der Professor

Ebenfalls zu Beginn der frühen Siebziger

wurde Lester Grinspoon gezwungen,

sich noch weiter mit dem

Thema Cannabis auseinanderzusetzen,

denn sein Sohn Danny musste

sich wegen Leukämie einer Chemotherapie

unterziehen, die starke

Übelkeit und Erbrechen bei ihm

auslöste. Grinspoons Frau Betsy

besorgte Marihuana und tatsächlich

half dieses extrem gut, die Nebenwirkungen

zu unterbinden. „Von

da an rauchte er vor jeder Behandlung

Marihuana, und wir alle fühlten

uns während des verbleibenden

Jahres seines Lebens viel wohler“,

schrieb Grinspoon in seinem Buch

„Marihuana: The Forbidden Medicine“,

das 1993 herauskam und im

Folgejahr im Verlag Zweitausendeins

unter dem Titel „Marihuana:

Die verbotene Medizin“ erstmals

auf deutsch herausgegeben wurde.

Auch dieses Werk wurde vielbeachtet

und es trug dazu bei, die Lösung

der großen legislativen und rechtlichen

Probleme im Zusammenhang

mit der medizinischen Verwendung

von Marihuana in Kalifornien Mitte

der 1990er-Jahre voranzutreiben

– die Grundlage der Legalisierungswelle

in Nordamerika. Lester Grinspoon

hinterlässt seine Frau und

drei Söhne sowie einen Strain von

Barney’s Farm, der nach ihm benannt

wurde und der auf der rechten

Seite in unserem Strain-Portrait

vorgestellt wird...

62 HIGHWAY 05/20


STRAIN-PORTRAIT

DR. GRINSPOON

DR. GRINSPOON

DR. GRINSPOON

Der vor wenigen Wochen

verstorbene Lester Grinspoon

(siehe nebenstehende

Seite) wurde bereits

zu Lebzeiten von

der Amsterdamer Samenbank

Barney’s Farm mit einem eigenen

Strain gewürdigt, dessen

Samen in feminisierter Form bezogen

werden können: Dr. Grinspoon.

Optisch erinnern sowohl

die Pflanzen als auch die Blüten

tatsächlich an einige Modelle

der Siebziger, doch man sollte

sich von dem traubenähnlichen

Wuchs der Blüten und ihrem

perlenartigen Aussehen nicht

täuschen lassen: bis zu 25 Prozent

THC entwickeln diese unter

Optimalbedingungen und zählen

somit zur Oberklasse – das

ganze auf hundertprozentiger

Sativa-Genetik basierend. Lediglich

die Laufzeiten und Erträge

können nicht mit den üblichen

Grower-Cashcows mithalten: im

Innenbereich sind nach 13 bis

14 Wochen Blütezeit maximal

350 Gramm je Quadratmeter

rauszuholen. Aber auch ein Outdoorgrow

ist problemlos möglich

– vorausgesetzt eine Ernte im November

stellt kein Problem dar –,

ja in diesem Fall sogar fast schon

vorzuziehen. Sowohl drinnen

wie draußen wird die Pflanze für

eine reinrassige Sativa nicht gerade

riesig, kurz nach anderthalb

Metern ist bereits Schluss. Die

kleinen Popcorn-Buds von Dr.

Grinspoon verströmen einen zitronigen,

würzigen Geruch, dessen

Aromen beim Rauchen oder

Vapen eine erdige, honigsüße

Richtung einschlagen. Wer dem

brillanten Cannabisforscher Prof.

Dr. Grinspoon ein wenig näher

kommen möchte, schnappt sich

am besten eines seiner Bücher,

ein paar Buds aus dem Homegrow

oder aus einem Amsterdamer

Coffeeshop und schmökert

in seinem Werk und smoked

diesen energiereichen, kreativen,

kopflastigen Strain.

Dr. Grinspoon, der Strain

HIGHWAY 05/20 63


Energy-Drinks polarisieren: die

einen lieben die zuckersüßen

Wachmacher mit dem unverwechselbaren

Gummibären-Aroma,

ACTION CANNABIS

Cannabis Energy Drink

die anderen hassen sie wie die Pest.

Von der eher günstigen Marke „Action“

gibt es eine neue Geschmacks-

z. B. amazon.de

richtung, extra für Cannabisfreunde.

Klar, das Zeug ist immer noch süß

wie Hölle, aber immerhin sorgen die grasigen Hanf-Noten für ein wenig Abwechslung

am Gaumen. Und nach einer längeren Session kann man einen kleinen Kick

ja eigentlich auch ganz gut gebrauchen. Beim Online-Händler Amazon bekommt

man eine Palette mit 24 der grün-weißen Dosen zum Preis von 21,49 Euro. Günstig

genug, um mal testweise zuzugreifen. Wie auch bei anderen Energy-Drinks gilt aber

auch hier: trinkt man zu viele, kann das ganz schön auf die Pumpe gehen.

Stark nach Gras zu riechen, ist

ja so eine Sache – klar, wir finden

wohl alle, dass das Zeug BOIS 1920

ziemlich gut duftet. Allerdings ist

Eau de Parfum

es natürlich schon etwas anderes

wenn man mit einem Rucksack bois1920.it

voller Weed im Zugabteil sitzt. Da

würde man sich bisweilen wünschen,

dass das gute Kraut doch etwas

weniger intensiv in die Nase gehen würde. Fragt sich, ob die Duft-Designer

des italinieschen Parfumeurs Bois 1920 auch derlei Gedanken umtrieben, als sie

ihre Cannabis-Kollektion kreierten. Doch natürlich riecht der Unisex-Duft nicht

einfach nur nach getrockneten Buds – vielmehr handelt es sich um eine interessante

Mischung aus Cannabis, holzigen Noten und Patschuli. Der abgewandelte

Duft „Cannabis-Fruttata“, ebenfalls im Sortiment, riecht aber fast noch besser und

kann neben Cannabis mit Feigen-, Rosmarin-, Ambra- und Zedernholz-Noten

überzeugen. Daran dürfte sich selbst die bayerische Polizei nicht stören...

Was hier so aussieht wie ein

etwas komplizierter Korkenzieher,

richtet sich tatsächlich

nicht an den Weintrinker,

T-Press

Kräuterpresse

sondern an Haschischliebhaber.

Wie die meisten wissen, bekommt blackleaf.de

man heutzutage nur noch recht

selten Hasch angeboten, der

(Schwarz)-Markt konzentriert sich

in erster Linie auf Marihuanablüten. Gerade der eine oder andere ältere Cannabiskonsument

vermisst vielleicht dieses besondere Raucherlebnis und die starke

Wirkung. Für wen es jetzt aber nicht immer original Schwarzer Afghane aus

dem Hindukusch sein muss, der kann sich mithilfe dieser simplen Schraub-Presse

selbst Abhilfe schaffen. Alles, was man ansonsten benötigt, ist Kief, also Marihuanapollen,

die sich zum Beispiel nach längerer Nutzung im Grinder sammeln.

Den gelblich-grünen Staub kann man dann sprichwörtlich im Handumdrehen

mithilfe der T-Press zu Haschisch verwandeln.

Tja, da hat die Drogen-Dani

ein ganz schönes Eigentor

geschossen. Ihr Spruch mit T-Shirt „Brokkoli“

dem Brokkoli kann getrost als

Statement-Fashion

Nachfolger von Marlene Mortlers

unsterblichem „Cannabis ist illegal...“-Mantra

angesehen werden.

hanfverband.de

Tatsächlich regen sich diesmal

nicht nur Cannabisfreunde darüber

auf, auch in vielen szenefernen Publikationen reibt man sich diesmal verwundert

die Augen. Der Deutsche Hanfverband hat zum Glück schnell reagiert

und sich bereits auf mannigfaltige Art an dem Statement abgearbeitet. Zum Beispiel

in Form dieses schönen T-Shirts, das man im DHV-Shop erstehen kann.

Allerdings erst, wenn die zweite Auflage fertig ist, denn die erste war bereits

nach wenigen Stunden ausverkauft.

64 HIGHWAY 05/20


Nun, wo leider abzusehen

ist, dass

uns der gute alte THE RAWLBOOK

Corona-Virus aller Vorraussicht

nach noch

480 Filter-Tips

etwas länger auf Trab

z. B. bei smokestars.de

halten wird, muss man

sich notgedrungen damit

arrangieren, auch in

der zweiten Jahreshälfte ziemlich viel Zeit in den heimischen vier

Wänden zu verbringen. Und was macht man da, um sich zu beschäftigen,

wenn einem Netflix zum 100. Mal „The Big Lebowski“

vorschlägt? Na klar, man schnappt sich endlich mal das sogenannte

„gute Buch“, das man schon so lange auf der Liste hat. Wer aber

auf dieser ominösen Liste noch gar kein Buch stehen hat, der kann

zum Beispiel zu diesem schönen Schmöker aus dem Hause „RAW“

greifen. Selbst Lesemuffel werden an dem Werk ihre helle Freude

haben und da es auch nicht allzu zu dick ist, kann man ohne Berührungsängste

direkt anfangen. Das heißt aber keineswegs, dass

das Werk inhaltsleer wäre: denn mit den im Innenteil enthaltenen

480 ungebleichten Filter-Tips kommt man auf jeden Fall locker ein

ganzes Stück weit durch den Corona-Winter 2020. Nur Buchtstaben

und Fließtext sucht man in diesem Druckerzeugnis bis auf wenige

Ausnahmen vergeblich.

BLICKPUNKT Medizin: CANNABIS bei PTBS

PTBS steht als Abkürzung für „Posttraumatisches Belastungssyndrom“

und bezeichnet eine psychische Störung, die im Prinzip

jeden Treffen kann, der eine Extremsituation am eigenen Körper

durchlebt hat oder zumindest Zeuge einer solchen war. Das Krnakheitsbild

ist beispielsweise sehr verbeitet unter Kriegsveteranen. Psychopharmaka

sind gegen die Ursachen der PTBS machtlos, sie können

höchstens Linderung von Symptomen wie Depression oder Schlaflosigkeit

helfen. Es hat sich allerdings mittlerweile herausgestellt, dass

Cannabis deutlich besser geeignet ist, um gegen PTBS vorzugehen.

Verschiedenste Studien aus aller Welt belegen die schonenede Wirksamkeit

etwa bei der Reduzierung von Albträumen bzw. der generellen

Schlafqualität oder der Lösung von Unruhe und Anspannung.

Experten konnten beobachten, dass sich das PTBS sowohl auf die

Funktion des körpereigenen Endocannabinoidsystem auswirkt, da in

Stresssituationen vermehrt Endocannbinoide produziert werden, als

auch, dass sich in den von PTBS besonders betroffenen Hirnregionen

besonders viele Cannabinoidrezeptoren befinden.

STONER WATCHLIST

Wenn es um die Klassiker

unter den (Anti-)Kriegsfilmen

geht, dann hat

jedes Jahrzehnt seinen

Ausnahmefilm: Apocalypse

Now war der Kriegsfilm der

psychedelischen 70er-Jahre, Saving

Private Ryan beherrschte mit seinem

ultrabrutalen Naturalsimus die

Jahrtausendwende und in den Achtzigern

gab es Platoon. Aber hey,

was hat das denn mit Kifferfilmen

zu tun, mag sich nun der ein oder

andere Leser fragen. Nun, im Falle

von Platoon tatsächlich eine ganze

Menge. Klar, es handelt sich natürlich

nicht um ein reinrassiges Stoner

Movie, nichtsdestotrotz nimmt das

Thema Cannabis im Verlauf der

Handlung eine wichtige Rolle ein.

In der Hauptrolle überzeugt

ein blutjunger Charlie Sheen,

dem damals noch alle Türen Hollywoods

offenstanden. Er spielt

den unerfahrenen Collegeabbrecher

Chris, der sich freiwillig zum Dienst

in Vietnam gemeldet hat, ohne zu

ahnen, worauf er sich eingelassen

hat. Desillusioniert muss er vor Ort

erkennen, dass die Kriegsgräuel

längst alle Grenzen zwischen „Gut

und Böse“, zwischen „Befreier“

und „Tyrann“, verwischt haben.

Regisseur Oliver Stone macht keinen

Hehl daraus, dass die Figur autobiografische

Züge enthält: selbst

hat er als junger Mann in Vietnam

kämpfen müssen, bevor er sich mit

seinen US-kritischen Regiearbeiten

einen Ruf als gutes Gwissen Amerikas

erarbeitete (den er inzwischen

dank zahlreicher Eskapaden aber

wieder verspielt hat). Stone, ein bekennender

Cannabisliebhaber, der

übrigens schon das Cover der amerkanischen

„High Times“ zierte,

reichert seine Handlung mit einem

existenzialistischen Unterbau an,

der sich im Konflikt zwischen den

beiden grundverschiedenen Sergeants

Elias (Willem Dafoe, für den

Oscar nominiert) und Barnes (Tom

Berenger) Bahn bricht. Während

PLATOON

Antikriegsfilm

USA

Erscheinungsjahr: 1986

Regie: Oliver Stone

Länge: 112 Minuten

Mit Charlie Sheen, Willem Dafoe,

Tom Berenger, Forest Whitaker

der idealistische Elias versucht auch

im Schlimmsten Höllenfeuer die

Fahne der Menschlichkeit hochzuhalten,

hat der grobschlächtige

Barnes längst alle Hemmschwellen

abgelegt und gibt sich Brutalität,

Machismo und Rassimsus ohne

Rücksicht auf Verluste hin. Hinter

beiden Sergeants haben sich bereits

verfeindete Lager von Soldaten gebildet,

was die Funktionalität des

gesamten Zugs in Frage stellt.

Besonders interessant

für Cannabisfreunde sind die Szenen,

in denen die Anhänger Elias’

mit Soul-Musik und Marihuana

feiern, um sich von den Grausamkeiten

abzulenken, von denen

sie tagtäglich umgeben sind. Die

Szene mit dem etwas anderen

„Kopfschuss“ etwa, der Sheens

Figur durch einen Gewehrlauf

verabreicht wird, ist längst legendär.

Bemerkenswert auch, wie

die kontrastierenden Charaktereigenschaften

von Elias und Barnes

auch über die Gegenüberstellung

der Rauschmittel Alkohol und

Marihuana kommuniziert werden.

Regisseur Stone positioniert

sich dabei eindeutig und macht

klar, für welches der beiden Lager

er Sympathien hegt: man könnte

ihm sogar vorwerfen, Barnes

und seine Gefolgsleute in ihrer

Schnaps- und Gewaltsucht etwas

zu überzeichnen. Trotz noblem

Anliegen: hier hätte die ein oder

andere ambivalente Facette wohl

nicht geschadet, auch um die typischen

Hollywood-Mechanismen

ein Stück weit zu brechen. Doch

der Film funktioniert dank guter

Darstellerleistungen bis in die

Nebenrollen, einer tadellosen, atmosphärischen

Inszenierung und

eines klagenden Streicher-Scores

auch so hervorragend.

Das sah auch die Academy

so und zeichnete Platoon

mit vier Oscars, unter aderem

in den Königkategorien „Bester

Film“ und „Beste Regie“ aus.

HIGHWAY 05/20 65


HÖRT, HÖRT!

„Nur weil Alkohol nicht ungefährlich ist,

ist Cannabis kein Brokkoli.“

Daniela Ludwig (CSU), Bundesdrogenbeauftragte, in einer Pressekonferenz

PinNwand

@heidis_ldn

@derkiffluencer

@potupmagazine

@bambashkart

„Die US-amerikanische

CARDIA-Studie hat

den Zusammenhang zwischen

Cannabis-Konsum

und kardiovaskulären

Erkrankungen wie Bluthochdurch

oder Herzschwäche,

untersucht.

Tatsächlich wurde

zwischen dem Kiffen und

Herz-Kreislauf-

Erkrankungen eine Verbindung

entdeckt: Bei

Personen, die einen hohen

Cannabis-Konsum haben,

wurde ein erhöhtes

Risiko für Arteriosklerose

festgestellt.

Allerdings sei dieses

Risiko nicht auf das

Cannabis selbst zurückzuführen,

sondern

auf den Tabak, welcher

in Kombination mit dem

Cannabis konsumiert

würde. Einen Zusammenhang

zwischen dem

Konsum von Cannabis und

kardiovaskulären Er-

krankungen konnten die

Forscher nicht

feststellen.“

Marco Fründt,

infranken.de

„Viele Politiker, Ärzte,

Psychotherapeuten, die

zuvor dagegen waren,

sind heute dafür.“

Raquel Peyraube, Ärztin,

über das uruguayanische

Legalisierungsmodell

„Eine Legalisierung

von Cannabis kann

viele Probleme lösen,

die erst dadurch vorhanden

sind, dass

Cannabis illegal ist.“

Reichardt Truels, SPD,

per Facebook-Post

„Als weitere mögliche

Symptome des Cannabis-Missbrauchs

nennt

Mediziner Kölfen:

Aggressivität, Stimmungsschwankungen,

innere Leere, erhöhte

Schweißbildung, fehlende

Urin-Kontrolle, Impotenz,

Selbstverletzungen

und Suizidgedanken.“

Julia „Stefan“ Giertz,

dpa

„Warum gibt es bei Alkohol

Grenzwerte, was

die Fahrtüchtigkeit

betrifft, bei Cannabis

aber nicht? Was für

eine schöne Mär von

humaner helvetischer

Gesetzgebung. Daran

ändert die Billigung

von medizinischem Hanf

wenig. Verurteilung,

Staatsmacht und Sanktion

wegen eines Joints

oder einer Hanfpflanze

gehören zum Alltag in

der Schweiz. Ein Ende

ist nicht in Sicht.“

Mischa Hauswirth,

Basler Zeitung

„Ich würde allen deutschen

Richtern empfehlen,

mal zu kiffen.

Sie würden vielleicht

merken, dass sie nichts

merken. Würden merken,

dass das nach einer halben

Stunde vorbei ist

oder sie würden merken,

damit kann ich mich

abends entspannen, und

so schlimm ist das gar

nicht.“

Richter Andreas Müller,

RTL

„Nur weil man sich

Drogenbeauftragte nennt,

heißt das nicht, dass man

Ahnung von dem Job hat.“

Marie-Agnes Strack-

Zimmermann, FDP,

per Tweet

„Kiffen auf offener Strasse

ist in Uruguay mittlerweile

normal. Wer noch in

vor Corona-Zeiten durch

die Hauptstadt Montevideo

spaziert, wird immer

einmal wieder von einer

Marihuana-Duftwolke umhüllt

oder bekommt Cannabis-Brownies

feilgeboten,

selbst eine Taxifahrerin

verschenkt nach einer

Diskussion über die Regulierung

zum Abschied

etwas von ihrem angebauten

Gras.“

Nicole Anliker,

Neue Züricher Zeitung

„Wenn man die Texte von Jim Morrison und den Doors – und auch die der Rolling

Stones – aufmerksam liest, erkennt man, dass sie Drogen nicht verherrlichen,

sondern ihre Gefahren aufzeigen. (...) Wenn man über so stabile familiäre Bindungen

und unbändige Energie sowie zielgerichtete Disziplin wie Mick Jagger

verfügt, wird einem der gelegentliche Cannabiskonsum wahrscheinlich nicht schaden.

Wenn man aber in instabilen Familienverhältnissen aufwächst, sich abgelehnt

fühlt und unter starken Selbstzweifeln leidet wie Janis Joplin, Amy Winehouse

und Kurt Cobain, kann Cannabis zur Einstiegsdroge werden.“

Rainer Holm-Hadulla, Psychiater, Rhein-Neckar Zeitung

66 HIGHWAY 05/20


WORTSALAT

In diesem Buchstabensalat verstecken sich fünf Begriffe

mit Cannabis-Bezug. Um welche Wörter handelt es sich?

J

G

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C

D

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W

Diese Wörter sind versteckt:

Cannabis-Quiz

Y

N

X

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V

M

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D

G

B

K

K

K

O

O

H

B

1 Brokkoli 2 Rocco 3 Novelfood

4 Novelle 5 Vogelsand 6 vogel

7 gestreckt 8 strecke 9 Snoopdogg

An dieser Stelle warten sieben knifflige Fragen zum

10 Thema Snoopy Cannabis auf die Leserschaft, mit denen das

eigene Fachwissen unter Beweis gestellt werden kann.

Aus den richtigen Antworten ergibt sich dann das

gesuchte Lösungswort. Viel Spaß!

T

S

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X

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M

F

I

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D

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U

G

H

Q

T

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B

B

V

Q

Quelle: http://suchsel.bastelmaschine.de

K

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Q

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SUCHBILD

Fünf Fehler haben sich im unteren Bild eingeschlichen.

Wer hat ein gutes Auge und spürt sie alle auf ?

Wortsalat: BROKKOLI, GESTRECKT, SNOOPDOGG, NOVELFOOD, VOGELSAND Quiz: AMEISEN Suchbild: siehe nächste Seite

„Cannabis ist kein...?

U) ...Gemüse“ A) ...Brokkoli“ E) ...Medikament“ I) ...Steak“

Wo sorgten kürzlich Hanfpflanzen im Stadtgebiet für Aufregung?

S) Berlin N) Bonn M) Langenfeld T) Wuppertal

Welcher Schauspieler positionierte sich kürzlich pro Legalisierung?

E) Hannes Jaenicke I) Uschi Glas T) Lars Schmahl G) Jim Carrey

Was kann man mithilfe von „Fridge Grow“ zur Growbox umwandeln?

R) Backofen K) Mikrowelle N) Kamin I) Kühlschrank

Als was dürfen CBD-Produkte in Deutschland seit Kurzem nicht

mehr deklariert werden?

P) Scherzartikel E) Mundwasser S) Lebensmittel V) Parfüm

Welche Cannabissorte existiert wirklich?

E) Euphoria P) Vulgaria N) Corona G) Influenza

Wie heißt ein US-Rapper, der im legalen US-Cannabusiness aktiv ist?

J) Bernie C) Benji M) Ben N) Berner

Die nächste

Ausgabe des Highway-Magazins

ist ab dem 27. Oktober

am gut sortierten Kiosk

erhältlich!

HIGHWAY 05/20 67


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13347 Sun Seed Bank Berlin Amsterdamer Str. 23 sun-seed-bank.de

18057 Pegasus Rostock Barnstorfer Weg 23 pegasus-unleashed.com

24114 Flower-Power-Kiel Kiel Sophienblatt 80 flower-power-kiel.de

26112 Fantasia Oldenburg Staulinie 16/17 fantasia-ol.de

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34117 Jelly Joker Kassel Neue Fahrt 3 jelly-joker.de

37124 U-Farm Rosdorf Hambergstr. 1 u-farm.de

42103 Halloween-Store Wuppertal Neumarktstr. 35 halloween-stores.de

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59348 GBK – Gärtnereibedarf Kortmann Lüdinghausen Olfener Str. 112 gbk-shop.de

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68 HIGHWAY 05/20

BILDNACHWEISE HIGHWAY 05/20

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Seite 63: Orion Pictures

Wir möchten darauf hinweisen, dass Erwerb, Verkauf und

Besitz von Cannabis in den meisten Staaten nach wie vor

illegal ist. Ebenfalls ist der Anbau von Cannabis in den

meisten Staaten verboten und kann ohne Ausnahmegenehmigung

mit empfindlichen Strafen belegt werden. Vorliegendes

Magazin dient der Aufklärung und Information und soll

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Verkauf oder Anbau von illegalen Drogen darstellen.

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