My HSG Career 2020

unisgcsc

Das Magazin für deine Karriere

AUSGABE 2020

PURPOSE

Mehr Sinn im Job

S. 6

Green Work

The changes, chances and

challenges of sustainability

S. 66

KARRIEREWEGE

«Das Ziel nicht aus den

Augen verlieren»

S. 30


CSC Stimmen

my HSG Career INSIGHT

2

«Wage den Sprung ins

Unbekannte – mit Mut und

Integrität! Ich habe auf vier Kontinenten gelebt

und für den öffentlichen wie privaten Sektor gearbeitet.

Dabei habe ich gelernt, die Andersartigkeit von Menschen

nicht nur zu tolerieren, sondern sie zu akzeptieren. Seit

dieser Zeit begeistert mich die multikulturelle Zusammenarbeit.

Eine Schlüsselrolle dabei spielt stets die Integrität

im Umgang miteinander. Etwas hat mich besonders geprägt,

und zwar die deutlichen Worte meines ehemaligen

Vorgesetzten und heutigen Mentors Hermann Hefti. Er

sagt: ‹Nimm dir die Zeit, über dein Leben zu reflektieren,

aber wage auch den Sprung ins Unbekannte – nur so

lernst du dich kennen und kannst für deine Mitmenschen

vielleicht eine Hilfe sein.›»

Christina Sandau-Jensen, Career Coach

“Experience now

with integrity

and courage the

stories you want

to tell later.”

“Be focused

in what

you do.”

«Fokussiere dich auf deine

Ziele. Neben kontinuierlicher Weiterbildung und der

Leidenschaft für meinen Beruf ist für mich eins essenziell: der

Fokus. Sei es auf eine Aufgabe, ein privates oder berufliches

Projekt oder ganz generell auf das, was ich gerade mache.

Für einen motivierten Start in den Tag hilft es mir, mich auf

die aktuell grösste Herausforderung zu konzentrieren. Eine

‹Extrameile› ist hierbei ab und zu essenziell.»

Simon Mächler, Projektleiter HSG TALENTS Conference


Und was macht dich happy?

Liebe Studentin, lieber Student

Purpose. Ein grosses Wort mit weitreichender Wirkung. Was genau steckt dahinter?

Welche Bedeutung kommt dem «Zweck» im Arbeitsleben zu? Wie definierst

du deinen persönlichen Purpose? Und was heisst es, wenn du deine Bestimmung

gefunden hast? Antworten auf diese und viele andere (Sinn-)Fragen findest du in

diesem Heft, das wir der Sinnhaftigkeit gewidmet haben. Neben diesem Schwerpunktthema,

in dem wir auch den absolut nützlichen HSG Career Profiler präsentieren

– Selbsttest inklusive ( S. 10) –, findest du wertvolle Informationen rund ums

Thema «Vertrauen in Unternehmen» ( S. 17).

In der Rubrik «Sprungbrett für steile Karrieren» porträtieren wir ehemalige HSG-

Studentinnen und -Studenten, die teils nicht alltägliche Wege gegangen und heute

trotzdem, oder gerade deshalb, höchst erfolgreich unterwegs sind.

my HSG Career EDITORIAL

3

Und weil wir möchten, dass auch du den für dich richtigen Weg einschlägst, verraten

wir dir auf den Seiten 41 bis 49, welche Phasen es von der Standortfindung bis

zum Einstieg ins Arbeitsleben gibt und worauf es ankommt.

Wir freuen uns, wenn du die Antworten auf deine Karrierefragen findest – in diesem

Heft. Und gerne auch bei uns vor Ort, im CSC.

Bis bald

Gerd Winandi-Martin

Leiter Career & Corporate Services

Djulijana Kilic

Fachspezialistin Marketing und

Kommunikation

Projektleiterin HSG-Karrieremagazin

Nadine Leemann

Projektleiterin HSG Banking Days

und HSG Career Days


INHALT

my HSG Career INHALT

4

5

6

IMPRESSUM

Career & Corporate Services

Institut für Medien- und

Das Karrieremagazin Kommunikationsmanagement der Universität

St.Gallen

Herausgeber

Career & Corporate Services

Gatterstrasse 1, 9000 St.Gallen,

csc@unisg.ch, hsgcareer.ch

Autorinnen und Autoren dieser

Ausgabe

Djulijana Kilic (Projektleitung), Ines Danuser,

Tatiana Hoy, Sibylle Jung, Nadine

Leemann, U Anne-Lea Marte, Gerd Mindestabstand Winandi-

Martin, Elke Wüst

Konzept, Redaktion und Gestaltung

Pur Kommunikation AG, St.Gallen,

pur-kommunikation.ch

18 CD-Manual Universität St.Gallen

Druck

Typotron AG, St.Gallen, typotron.ch

Auflage und Erscheinung

3’500 Expl., 1× jährlich zum Herbstsemester

und als Online-Version auf hsgcareer.ch

September 2020

Variabler Abstand

5

6

A4 / Massstab 1:1

Buntfarbe Grün

Pantone 356

Euroskala Grün

Cyan 95%

Magenta 0%

Yellow 100%

Black 20%

RGB Grün

R 0 G 128 B 47

Schwarz / Weiss

Black 100%

Logo einzeilige

Institution

Logo zweizeilige

Institution

Mindestabstand

unterhalb Logo

Unterhalb des Logos muss

der Mindestabstand von der

Versalhöhe des Buchstabens

U aus dem Universitätslogo

eingehalten werden.

Spotlight

Purpose – Mehr Sinn im Job 6

HSG Career Profiler – Wertvolles Karrieretool

für Millennials 10

Vertrauen – Über ein elementares «Schmiermittel» 17

New Skills – Damit punktest du 20

The Swiss Way – Sinn stiften mit Schweizer Werten 24

Sinnhaftigkeit – Turbo-Driver für deinen

Karriereweg 56

Best practice

Sprungbrett für steile Karrieren

– Daniela Steiner, Felfel: Auf Umwegen zur

Selbstverwirklichung 14

– Anton (Toni) Stadelmann, Twint: «Am meisten

lerne ich von anderen Menschen» 22

Karrierewege

– Luca Looser, SNB: «Der Inhalt und das

Umfeld sind das wirklich Wichtige im Job» 28

– Julia Philipona, UEFA: «… immer wieder

zurück zum Sport» 29

– Wiebke Lüders, HSG: «Das Ziel nicht aus

den Augen verlieren» 30

– Sophie Eisl, Detecon: «Jedes Beratungsunternehmen

sucht andere Profile» 32

LinkedIn – Hol das Maximum aus deinem

Profil heraus 38

Der erste Arbeitstag

– Jessica Eberle-Gubser, Hilti: «Eine fancy Jobbezeichnung?

Könnte ein Fallstrick sein» 60

– Livia Eichenberger, STATWORX: «Von Anfang

an das Wissen im Arbeitsumfeld nutzen» 61

Aus Gründen der Lesbarkeit haben wir hie

und da die männliche Schreibweise gewählt.

Es sind immer beide Geschlechter gemeint.


Get hired

6 Steps im Bewerbungsprozess

Orientieren – Die Standortfindung 41

Bewerben – Der Lebenslauf als Herzstück 42

Vorstellen – Die beste Vorbereitung fürs Jobinterview 44

Auftreten – Persönlich vs. virtuell 47

Entscheiden – Die Reflexion 48

Einsteigen – Der erste Arbeitstag 49

Snack it

Karriere hat viele Gesichter … 62

Alles für den Karrierekick 65

Insight

14 Stimmen – Das sagen die CSC-

Protagonistinnen und -Protagonisten 2, 25, 37, 50, 71

3 Branchen – Consulting, Banking

und Marketing im Vergleich 34

1 CSC – 3 Buchstaben für die beste

Karriereunterstützung 51

6 Workshops und Online-Sessions – Das sind

die Take-aways 54

3 Events – Zum Vormerken 58

my HSG Career INHALT

5

Trendsetter

Green Work – The changes, chances and

challenges of sustainability 66

Future Jobs – Sinnhafter, fitter, sicherer …

dank dir? 70

Titelbild

Nora Küng ist Studierende des Masterprogramms

Management, Organisation und

Kultur (MOK) und Damiano Della Bruna ist

Studierender des Masterprogramms Business

Innovation (MBI). Beide waren bis zum

Sommer 2020 studentische Mitarbeitende

des Bereichs Corporate Services.

Fotografie: Daniel Ammann


Purpose

my HSG Career SPOTLIGHT

6

Mehr Sinn

im Job

Eine steile Karriere im Investment Banking, ein eigenes Start-up oder

doch lieber eine Marketingposition in einem Grossunternehmen?

Wofür auch immer du dich entscheidest: Ohne das Gefühl echter Sinnhaftigkeit

wird dich kein Karriereweg glücklich machen. Eine Anleitung

zu mehr Sinn im Job.

Text: Djulijana Kilic

Bilder: Universität St.Gallen


Seien wir ehrlich. Nach deinem Studium wirst du

einen grossen Teil deines Lebens im Job verbringen.

Deshalb ist es sinnvoll, dass du dir bereits während

deines Studiums Gedanken machst, was du danach

machen wirst (ausser du übernimmst den Betrieb

deiner Eltern oder weisst schon seit Kindertagen,

was du werden möchtest). Du wirst dich damit auseinandersetzen,

welche Branchen und Unternehmen

es gibt, welche Berufe und welche Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Freiheit bedeutet

Verantwortung

Und dann? Weisst du bereits, was

dir wichtig ist, was deine Werte sind,

wie du arbeiten möchtest und was

du mit deinen Skills alles bewirken

kannst? Du tauschst dich mit deinen

Freunden über deren Pläne aus.

Auch sie sind sich unsicher, wo es

hingehen soll. Zu vielfältig sind

die Optionen. Du hast die Wahl, zu

sein, wer du bist, und kannst, vermeintlich,

alles sein. Die scheinbar

grenzenlosen Möglichkeiten könnten

dich unter Druck setzen. Schliesslich

bedeuten viele Möglichkeiten auch,

viel Verantwortung zu übernehmen.

«Woher

kommen

deine Ziele,

und sind

das wirklich

deine?»

Lerne dich

selbst kennen

Bevor du dich auf die Suche nach

einem Job machst, der zu dir passt

und gleichzeitig sinnerfüllt ist, fang

zuerst bei dir selbst an: Wer bist du?

Was macht dich aus? Was berührt

dich emotional? Welchen Ursprung

haben deine Ziele? Sind es wirklich

deine (oder vielleicht die deiner

Eltern, deiner Freunde?)? Bitte vergiss

bei der Beantwortung dieser

Fragen eins nicht: Du darfst Fehler

machen. Nichts ist in Stein gemeisselt.

Selbst deine erste Karriereentscheidung

nicht. Probiere etwas aus, das

dich interessiert. Lerne. Falle hin.

Steh auf. Und versuche etwas Neues.

Sinnfindung ist ein

langer Weg

Du hast dich entschieden. Dein erster Arbeitstag

naht. Du startest deinen Job. Schnell merkst du, dass

die Arbeit, die spannend klang und mit vielen fancy

Buzz-Wörtern beschrieben wurde, doch niemandem

etwas bringt und du für die Community keinen Nutzen

generierst. Sie scheint keine grössere Bedeutung

zu haben. Du spürst keinen Impact.

Dich lässt das Gefühl nicht los, dass deine Ziele

und Werte nicht mit denen deines Arbeitgebers

übereinstimmen. Du fühlst dich zum Unternehmen

weder zugehörig noch wirst du für deine Arbeit

wertgeschätzt. Das einzig Positive ist, dass die Tätigkeiten

deinen Fähigkeiten und Interessen entsprechen.

Das reicht dir nicht. Dir fehlen die Bedeutsamkeit,

die Orientierung und die Zugehörigkeit. Du

kündigst. Zurück auf Feld eins.

my HSG Career SPOTLIGHT

7


Purpose

my HSG Career SPOTLIGHT

8

Verbinde dich mit der Vision

Die ersten Erfahrungen hast du gemacht. Du merkst,

was dir wichtig ist und wie du in Zukunft auf keinen

Fall arbeiten möchtest. Das Bedürfnis, einen Job zu

finden, in dem du dich selbst verwirklichen und einer

sinnvollen, gesellschaftsrelevanten Arbeit nachgehen

kannst, steigt. Als gebranntes Kind schaust du

nun genau darauf, wie Unternehmen ihr «Wozu»

definieren, was ihre Vision ist, welchen Fussabdruck

sie auf der Welt hinterlassen. Doch Vorsicht: Binde

dich nicht an eine Institution oder ein Unternehmen,

sondern identifiziere dich mit deren Mission, deren

Purpose. So behältst du das Wesentliche – das, wofür

du arbeiten möchtest – im Blick.

Bleib entspannt

Jeder möchte seinen Traumjob finden.

Die Suche kann verbunden sein

mit Kompromissen, die möglicherweise

weniger Zeit für Freunde, die

Familie oder Hobby bedeuten. Der

Weg zum perfekten Job ist eine Herausforderung.

Es sind keine schicksalhaften

Bestimmungsfantasien, die

dir zeigen, in welchem Job du «Sinn»

findest. Auch Vergleiche mit anderen

helfen nur bedingt, herauszufinden,

was dir Spass macht, womit

du glücklich bist, was du erreichen

möchtest. Hinterfrage stets, was dir

wirklich wichtig ist. Bleib bei dir,

bleib authentisch und verfolge deine

Ziele und Ideale. Setz dich nicht

unter Druck und entscheide so, dass

deine Wahl vor allem für eine Person

stimmt: dich selbst.

Finde deine Motivation

Nicht enden wollende Tage im Office und

langweilige Aufgaben? Darauf hast du keine

Lust. Du willst leben. Und arbeiten, wo und

wie du möchtest. Als digitale Nomadin bzw.

digitaler Nomade etwa. Frei sein und den Tag

so gestalten, wie es dir, deinen Ansprüchen und

Bedürfnissen entspricht, und vor allem: nicht

das machen, was alle anderen machen. Finde

heraus, was dein stärkster Treiber ist. Was

motiviert dich intrinsisch? Was machst du nicht

des Geldes wegen, sondern weil du es möchtest

und es wichtig und richtig für dich ist?

«Probiere etwas

aus, das dich

interessiert.

Lerne. Falle hin.

Steh auf. Und

versuche etwas

Neues.»


Wofür brennst du?

Mach dich auf die Suche nach deinem ganz

persönlichen Purpose und stell dir diese

Fragen: Was macht dich neugierig? Worüber

könntest du dich stundenlang unterhalten

oder nachdenken? Nimm dir Zeit und

erstelle eine Liste. Überlege dir dann, was

davon deine grösste Leidenschaft ist und wie

du mit dieser Leidenschaft Herausforderungen

in der Welt lösen kannst. Und zu guter

Letzt: Denk darüber nach, wie du damit

Geld verdienen kannst. Kurz gesagt: Mach

aus deiner Leidenschaft ein erfolgreiches

Geschäftsmodell. Finde den sogenannten

Sweet Spot (siehe Grafik) und du kommst

deinem Purpose ein Stück näher. Viel Entdeckerfreude.

Zufriedenheit, aber

das Gefühl, nicht

gebraucht zu werden

PASSION

WAS DU LIEBST

Beantworte in Anlehnung

an das Ikigai-Prinzip

folgende Fragen

MISSION

Was liebst du?

Was braucht die Welt?

Wofür kannst du bezahlt

werden?

Was kannst du gut?

Erfüllung, aber kein

Wohlstand

my HSG Career SPOTLIGHT

9

WAS DU

GUT

KANNST

IKIGAI

SWEET SPOT

WAS DIE

WELT

BRAUCHT

BERUF

BERUFUNG

Bequem, aber Gefühl

von Leere

WOFÜR DU BEZAHLT

WERDEN KANNST

Begeisterung, aber

gleichzeitig Unklarheit

und Unsicherheit

Ikigai ist eine japanische Lebensphilosophie. Sie kann helfen, zu entdecken, was uns

wirklich wichtig ist im Leben – und was uns letztendlich glücklich macht. Der Begriff

«Ikigai» leitet sich aus dem japanischen «iki» (= Leben) und «gai» (= Wert) ab. Finde

mit dem Modell das, was für dich «lebenswert» ist.

Quelle: norakettenring.de/ikigai


HSG Career Profiler

my HSG Career SPOTLIGHT

10

Wertvolles

Karrieretool für

Millennials

Welcher Job passt zu mir? Welches Arbeitsmodell zu meinen Bedürfnissen?

Welche Branche zu meinen Zielen? Und welches Unternehmen zu meinen Werten?

Der HSG Career Profiler bringt Licht ins Dunkel.

Text und Interview: Gerd Winandi-Martin

Bilder: Universität St.Gallen

1’400. So viele Einzelberatungen führen wir pro Jahr

bei uns im CSC durch. Das sind zweimal so viel wie

noch vor fünf Jahren. Die steigende Nachfrage nach

diesem Karriereberatungsangebot zeigt, wie wichtig

und sensibel das Thema ist. Im Fokus der Studierenden

steht heute die Standortfindung. Sie macht

die Hälfte der Einzelberatungen aus. In rund einem

Drittel der Beratungen geht es um das CV. 2013

sahen diese Zahlen noch ganz anders aus: Damals

drehte es sich in 80 Prozent der Beratungen um das

CV und nur in 15 Prozent um die Standortfindung.

Herausfinden, was dich interessiert, was Sinn

für dich ergibt

Die Gründe für diese Veränderung in der Nachfrage

sind vielfältig. Allen voran ist der Arbeitsmarkt

für HSG-Studierende und Millennials sehr gut. Die

demografische Entwicklung wird die Bedeutung der

Millennials für den Arbeitsmarkt noch einmal intensivieren.

Hinzu kommt, dass sich die Studierenden

vermehrt die Frage nach dem Purpose stellen und

damit nach der Sinnhaftigkeit in der und durch die

Arbeit. Weil sie, anders als Vorgängergenerationen,


sich nicht mehr mit den Zielen vieler Arbeitgeber

identifizieren möchten, gründen einige Studierende

beispielsweise ein eigenes Start-up. Andere legen

mehr Wert auf den Employer Brand und fokussieren

sich damit auf das, wofür ein Unternehmen steht,

welche Werte es auszeichnet, welche Kultur es pflegt.

Wenn du herausfinden möchtest, welche Tätigkeiten,

welche Branchen, welches Unternehmen zu

dir passen, ist es unerlässlich, dich mit den eigenen

Interessen, Kompetenzen und Werten auseinanderzusetzen.

Wir haben ein Tool entwickelt, das dir

dabei hilft: den HSG Career Profiler. Auf der Basis

von Antworten eines Online-Fragebogens ist es

möglich, persönliche Interessen-, Kompetenzen- und

Werteprofile zu erheben und zu reflektieren. Besonders

spannend ist der Vergleich auch mit anderen

Studierenden, die sich für eine ähnliche Branche

interessieren.

Wir haben den HSG Career Profiler zusammen

mit Dr. Benjamin Berghaus entwickelt, der für das

Erhebungs- und Auswertungskonzept, das hinter

dem Profiler steckt, verantwortlich zeichnet. Im

Interview erklärt er Funktionsweise und Methodik.

Dr. Benjamin Berghaus wurde an der Universität

St.Gallen promoviert. In seiner

Dissertation, die den Impuls für die Wurzeln

des HSG Career Profiler gab, untersuchte er

den Einfluss von prestigereichen Arbeitgebermarken

auf Bewerberpools, Management-

Entscheidungsverhalten und Organisationskultur.

Benjamin arbeitet heute als Unternehmer

an der Schnittstelle von Lehre, Forschung

und Praxis und engagiert sich im HSG-Mentoringprogramm

genauso wie in Projekten zur

Förderung und Entwicklung der akademischen

Kultur.

ZUR PERSON

CAREER

PROFILER

Identify - Differentiate - Start

Befragt: Mr. HSG Career Profiler Benjamin Berghaus

Benjamin, hinter dem HSG Career Profiler

stehen verschiedene konzeptionelle und methodische

Überlegungen. Kannst du uns mehr

darüber erzählen?

Der Ursprung des HSG Career Profiler war der 2012

erstmals an der HSG erhobene Swiss Student Value

Survey. Damals wollten wir Studierende dazu anregen,

sich bei der Karriereplanung mehr über ihre

arbeitsplatzbezogenen Werte Gedanken zu machen.

Nach einigen Durchführungen haben wir das Konzept

letztes Jahr um die Themenfelder Kompetenzen

und Interessen ergänzt und zum HSG Career Profiler

ausgebaut. Diese drei Facetten sind die Basis für die

Beratungen zur karrierebezogenen Standortfindung

im Bereich Career & Corporate Services. Der Profiler

verfolgt dabei zwei Ziele: einerseits die möglichst

neutrale Ermittlung des Karriereprofils der Studierenden

zum gegebenen Zeitpunkt der Erhebung und

andererseits, unseren Teilnehmenden durch eine

my HSG Career SPOTLIGHT

11


HSG Career Profiler

my HSG Career SPOTLIGHT

12

Reihe interessanter Abwägungen einen Denkanstoss

in der bewussten Gestaltung der Karriereplanung zu

bieten. Zentral ist hierbei, die Gestaltungsspielräume

für jede Einzelne / jeden Einzelnen aufzuzeigen und

dazu anzuregen, selbsteinschränkende Annahmen

zu hinterfragen.

Für die Erhebung von Werten, Kompetenzen

und Interessen gibt es viele unterschiedliche

Modelle. Wie war dein Vorgehen bei der Auswahl

passender Modelle?

Wir haben ursprünglich mit der Erhebung von

arbeitsplatzbezogenen Werten begonnen und uns

konzeptionell auf dem Schwartz Value Survey – dem

vermutlich am breitesten angewandten Erhebungskonzept

zum Thema Werte 1 – abgestützt. Darauf aufbauend,

haben wir die Erhebungsmethode für die

HSG sowohl in der Bestimmung geeigneter Items als

auch in der Erhebungsform operationalisiert.

Denselben Ansatz haben wir für Interessen 2 und

Kompetenzen 3 gewählt. Für Interessen setzen wir

auf eine vereinfachte Variante des «Personal Globe

Inventory». Dieses ist in der Literatur zur Arbeitsforschung

weit verbreitet und mit seinen Ursprüngen

in den 1980er-Jahren tief verwurzelt. Es ist ein breit

angelegtes Konzept zur Erhebung von allgemeinen

Interessen an Tätigkeiten. Für uns machte diese Wahl

Sinn, da die Fragen zu berufsbezogenen Interessen

unsere Befragung eröffnen und wir hier bewusst

die Grenzen zwischen persönlichen Präferenzen der

Teilnehmenden und den in aller Regel vorherrschenden

Vorstellungen zur Arbeitswelt etwas verwischen

möchten. Die erste Frage einer Standortbestimmung

sollte stets lauten: «Was macht dir Freude?»

Zur Erhebung der Kompetenzen 3 setzen wir auf

die «Great Eight». Das ist ein etwas jüngeres, empirisch

gestütztes Konzept aus acht Facetten, die

sich in der qualitativen Erforschung von Vorgesetzten-Mitarbeitenden-Beziehungen

in der Regel als

ergebnisrelevant herausgestellt haben. Diese acht

Kompetenzenfacetten machen in aller Regel am Arbeitsplatz

den Unterschied. Es geht also nicht um die

Ermittlung von «schlechter oder besser», sondern

immer darum, das Profil aus selbst wahrgenommenen

Stärken und Potenzialen zu ermitteln und es

gleich darauf kritisch zu hinterfragen. Kurzum: Es

geht um die Beschäftigung mit dem Thema.

Von zentraler Bedeutung waren für uns drei

Aspekte. Erstens möchten wir auf Konzepte setzen,

die bekannt und erprobt sind. Zweitens benutzen

wir Tools, die unseren Teilnehmenden möglichst

ganzheitliche und ausgewogene Profilbestimmungen

erlauben. Drittens stellen wir durch unsere eigene

Operationalisierung sicher, dass die Erhebungsmethoden

zur Lebensrealität und Sprache unserer

Studierenden passen, beantwortbar bleiben und –

ganz wichtig – nur schwer bewusst oder unbewusst

manipulierbar sind. Das spielt in die Gestaltung der

Items, der Abfragemethodik und des Screenings der

Datenqualität hinein.

1

Werte 2 Interessen

Nach Schwartz, Shalom H.; Cieciuch, Jan; Vecchione, Michele; Davidov, Eldad; Fischer,

Ronald; Beierlein, Constanze et al. (2012): Refining the theory of basic individual

values. In: Journal of Personality and Social Psychology 103 (4), S. 663–688.

Nach Tracey, Terence J. G. (2002): Personal Globe Inventory. Measurement of the

spherical model of interests and competence beliefs. In: Journal of Vocational Behavior

60 (1), S. 113–172.


Wo siehst du Optimierungspotenzial?

Unsere grössten Stärken und

gleichzeitig Potenziale sind die

Erhebungsmethodik und das didaktische Konzept.

In der Erhebung würde ich gerne in den nächsten

Weiterentwicklungen des Konzepts auf Wunsch

der Teilnehmenden auch externe Einschätzungen

(etwa durch Kolleginnen und Kollegen) ermöglichen,

um das derzeit erhobene Selbstbild zukünftig

mit Fremdbildern vergleichen zu können. Je mehr

interessante Perspektiven wir unseren Teilnehmenden

liefern können, desto intensiver und reflektierter

werden sie sich mit dem Thema befassen.

Dies leitet über zum Entwicklungspotenzial im

didaktischen Konzept. Gemeinsam mit den Studierenden

werden wir das Projekt Schritt für Schritt

dorthin entwickeln, dass immer mehr Teilnehmende

sich durch eine aktive Reflexion über ihre karrieretechnischen

Freiheiten und Chancen im «Driver’s

Seat» ihrer Karriere wiederfinden, anstatt passiv auf

der für ihr Studienfach erwartbaren Karriereschiene

«weiterzurollen». Jede Studentin / jeder Student,

die/den wir dazu begeistern können, die eigenen

Chancen zu bemerken, auszuloten und zu nutzen,

macht dieses Projekt «aus der HSG Community für

die HSG Community» wertvoll.

Die erste Frage einer

Standortbestimmung

sollte stets lauten: «Was

macht dir Freude?»

Wissen, was dir wichtig ist ...

… und damit den Grundstein für deine Karriere legen.

Problem erforschen,

um Lösungen

zu gestalten

Eigene Projekte

gestalten

Innovationen

kommerziell nutzbar

machen

Die Richtung vorgeben

und die Leitung

übernehmen

Zuverlässige

und kontinuierliche

Arbeitsgestaltung

Arbeit, die aus

einer langen Tradition

Sinn stiftet

oder

oder

oder

oder

oder

oder

Anderen in

Schwierigkeiten

beistehen

Projekte systematisch

bewerten

Mich

mit Technologie

beschäftigen

Zusammenarbeit

durch Achtsamkeit

stärken

Freie und

flexible

Arbeitsgestaltung

Arbeit, die

meistens einfach

Spass macht

my HSG Career SPOTLIGHT

13

3

Kompetenzen

Diese sechs Gegenüberstellungen stammen aus der HSG

Career Profiler-Umfrage. Sie umfasst Fragen rund um deine

arbeitsbezo genen Interessen, Kompetenzen und Werte.

Bestimme in 20 Minuten dein aktuelles Karriereprofil und

bereite so deinen nächsten Karriereschritt vor.

Hier geht’s zum HSG Career Profiler

hsgcareerprofiler.ch

Nach Bartram, Dave (2005): The Great Eight Competencies. A Criterion-Centric

Approach to Validation. In: Journal of Applied Psychology 90 (6), S. 1’185–1’203.


Sprungbrett für steile Karrieren

Felfel AG

Fotografie: zVg

BEST PRACTICE

14

my HSG Career

Auf

Umwegen

zur Selbstverwirklichung

Bilder: Felfel AG

Als Daniela ihr Studium an der HSG begann, war für sie klar: Sie wollte dereinst

Karriere in der Finanzwelt machen. Sie entschied sich für

den Master in Banking and Finance, schloss diesen erfolgreich ab und startete

danach bei der Partners Group in New York. In dieser Zeit entwickelte sie

vor allem eins: eine Leidenschaft für das Unternehmertum. Zurück in

der Schweiz, setzte sie ihre Leidenschaft in die Tat um und gründete Felfel.

Text: Gerd Winandi-Martin


Daniela Steiner gründete

zusammen mit

ihrem Mann die Felfel

AG. Neben ihrer Rolle

als Miteigentümerin

und VR zeichnet sie

verantwortlich für die

Produktentwicklung.

«Setzt den Fokus auf

Kompetenzen, die eine

Maschine nicht für euch

übernehmen kann.»

BEST PRACTICE

15

Ursprünglich hatte Danielas Karriereplan

nichts mit der HSG, der Finanzwelt

oder dem Unternehmertum

zu tun. Sie wollte Pilotin werden.

Wegen der Krise Anfang der 2000er-

Jahre entschied sie sich dagegen und

für ein Studium an der HSG. Es war

damals nicht ihr Ziel, ein eigenes

Unternehmen zu gründen. Vielmehr

verfolgte sie den klassischen

HSG-Weg mit Masterstudium und

Karrierestart bei der Partners Group

in New York, wo sie das Growth &

Venture Capital-Portfolio betreute.

Die Zeit an der HSG

Die HSG erlebte Daniela als äusserst

praxisorientiert; viele Dozierende

und Professorinnen und Professoren

seien eng mit der Unternehmenswelt

verbunden. Sie habe sich Wissen angeeignet,

das sie heute noch nutze. Neben Finance &

Accounting greife sie auf das Know-how aus dem

Rechtswesen zurück. «Das Grundverständnis, wie

Verträge und Partnerschaften aufgebaut sind, bildet

die Grundlage vieler Beziehungen, die ich aktuell

bei Felfel aufbaue», sagt Daniela. Die HSG ist mehr

als nur ein Ausbildungsort, «sie verbindet». Zur

Studienzeit haben sie die Mitstudierenden inspiriert,

die engagiert, interessiert und zielstrebig ihren Weg

gingen. Und auch heute noch, 15 Jahre später, zählt

sie viele Menschen aus der Unizeit zu ihrem engsten

Freundeskreis oder tauscht sich mit ihnen in Business

Circles aus.

Arbeitserfahrung als entscheidender Vorteil auf

dem Weg zur Selbstständigkeit

So viel Arbeitserfahrung sammeln wie möglich – darauf

hat Daniela vor und während des Studiums immer

Wert gelegt. Sie machte das weniger in Praktika,

my HSG Career


Sprungbrett für steile Karrieren

Felfel AG

«Die vielfältigen

Arbeitserfahrungen sind

heute ein signifikanter

Vorteil für mich.»

my HSG Career BEST PRACTICE

16

die sich vielleicht gut im CV machen, als vielmehr

in unterschiedlichen Branchen und Tätigkeitsfeldern.

Ein schöner Nebeneffekt: Daniela verdiente früh

ihr eigenes Geld und war finanziell unabhängig. All

diese Erfahrungen sind heute signifikante Vorteile,

wenn es um das Management von Teams, den Verkauf

von Produkten oder um die Produktentwicklung

geht.

Das erste Unternehmen, das Daniela gründete,

hiess Heylife. Sie verkaufte es zwei Jahre nach der

Gründung, um sich ausschliesslich dem zweiten

Unternehmen, Felfel, zu widmen. Für dieses sitzt

sie heute in der Geschäftsleitung, wirkt als Mitglied

des Verwaltungsrats und verantwortet die Produktentwicklung

mit.

Wichtige Faktoren auf dem Arbeitsmarkt

Für Daniela als Arbeitgeberin zählt vor allem die

Arbeitserfahrung. Obwohl sie selbst sehr viel Berufserfahrung

sammeln konnte, würde sie sich heute

für ein weiteres Zwischenjahr entscheiden – einfach

um sich noch mehr Fertigkeiten anzueignen. Zur zukünftigen

Positionierung am Arbeitsmarkt befragt,

sagt sie: «Von zentraler Bedeutung

werden Kompetenzen,

die nicht von einer Maschine übernommen

werden können: Verhandeln,

Empathie, Führung wie

auch die Fähigkeit, komplexe

Sachverhalte zu vereinfachen und

sie klar und präzise präsentieren

zu können. Fokussiert euch

darauf.»

ZUR PERSON

Daniela Steiner schloss 2007 den Master in

Banking and Finance (M.A. HSG) an der Universität

St.Gallen ab. Nach sechs Jahren

in der Private Equity-Industrie bei der Partners

Group in New York und San Francisco

gründete sie 2013 ihre erste Firma, Heylife.

Zwei Jahre später verkaufte sie das Unternehmen,

um gemeinsam mit ihrem Mann ein

Familien-Start-up aufzubauen. Hier startet die

Geschichte der Felfel AG, die sich auf herzhafte

und günstige Verpflegung am Arbeitsplatz

spezialisiert hat. felfel.ch


Vertrauen

«Vertrauen ist ein

elementares

‹Schmiermittel›»

Je stärker die Welt digitalisiert wird, desto mehr sehnen wir uns nach Unternehmen, denen

wir vertrauen können. Vertrauen ist ein sensibles Gut, das es entsprechend zu behandeln

gilt. Vertrauensforscherin Prof. Dr. Antoinette Weibel verrät, wie Vertrauen geschaffen und

wie unsere Arbeitswelt davon in Zukunft beeinflusst wird.

Interview: Djulijana Kilic

Dr. Antoinette Weibel, wie schafft man

Vertrauen?

Vertrauen hat zwei Komponenten: Vertrauen schenken

und Vertrauen aufbauen. Bei Ersterem lass ich mich auf

jemanden ein – eine Person beispielsweise, die charakterlich

stark ist, integer und Kompetenz ausstrahlt –

und mach mich damit verletzlich. Beim Aufbauen geht

es um den Sprung ins kalte Wasser, sprich etwas einfach

machen, ausprobieren und schauen, was passiert.

Mit diesem proaktiven Verhalten wage ich etwas und

zeige damit, dass man mir vertrauen kann.

my HSG Career SPOTLIGHT

17

Vertrauen ist ein wichtiger Aspekt in der

Mitarbeiterführung. Wie können Führungskräfte

Vertrauen schaffen?

Führungskräfte sind grundsätzlich in der mächtigeren

Position. Sie müssen zuerst Vertrauen schenken, indem

sie den Mitarbeitenden Entscheidungsspielräume

geben und auch einmal um Rat fragen, Schwäche zeigen

und anerkennen, dass auch sie nicht alles wissen

und können. Sie sollten ihre Mitarbeitenden mitentscheiden

lassen, ihnen Spielräume geben, aber auch

Bild: zVg

Prof. Dr. Antoinette Weibel ist Professorin an

der Universität St.Gallen und Vertrauens- und

Organisationsforscherin.


my HSG Career SPOTLIGHT

18

Feedback suchen. Damit zeigen sie:

Ich traue dir etwas zu. Das ist der erste

und wichtigste Schritt, um Vertrauen

aufzubauen.

Vertrauen beeinflusst die Zusammenarbeit.

Wie genau?

Vertrauen braucht es in vielen Situationen.

In einer Zeit, die von Unsicherheit

geprägt ist, wie beispielsweise diese

Coronazeit, ist es wichtig, dass man

als Team handlungsfähig bleibt und –

trotz aller Unsicherheiten und Veränderungen

– in die gleiche Richtung

geht. Vertrauen ist ein elementares

«Schmiermittel» im Team; mehr noch:

Es ist essenziell, damit Zusammenarbeit

überhaupt funktioniert. Schliesslich

geht es darum, sich aufeinander

verlassen zu können, abgeben zu

können und darauf zu vertrauen, dass

die Arbeit erledigt wird.

«Es braucht

grosses

Vertrauen,

damit

eine gute

Fehlerkultur

entstehen

kann.»

Was hat sich in den letzten

20 Jahren in Bezug auf Vertrauen

verändert?

Das Vertrauen gegenüber Institutionen und Regierungen

ist weniger geworden, bröckelt zunehmend und ist

tendenziell fragiler. Eine grosse Frage stellt sich beim

Vertrauen in virtuelle Welten. Digitalisierung und Technologien

sind stärker in den Vordergrund gerückt:

Wie können wir in einer digitalen Welt dem Gegenüber

Aufmerksamkeit schenken? Wie kann ich Interesse

zeigen? Diese Themen nehmen immer mehr Platz in

der Forschungspraxis ein. Heute werden zudem mehr

Technologien genutzt, um Menschen zu «messen».

Es gibt verschiedene Analyseinstrumente, die es möglich

machen, Technologien besser zu nutzen, um so mehr

Vertrauen zu schaffen. Ein dritter Punkt, der sich verändert

hat, besteht in der Erkenntnis, dass Misstrauen –

das sehr schwierig zu bewältigen ist – nicht etwa das

Gegenteil von Vertrauen bedeutet. An Vertrauen, das

weniger geworden ist, kann man arbeiten. Beim Misstrauen

funktioniert das nicht.

Stichwort Bonussysteme. Sie äusserten sich in

der Vergangenheit kritisch darüber. Inwiefern

beeinflussen diese Vertrauen und wie vertrauensfördernd

wirken Zielvereinbarungen?

Im Personalmanagement gibt es Tools, die wenig

förderlich für einen Vertrauensaufbau sind. Bonussysteme

oder auch First Rankings, die Menschen in gut

und schlecht einteilen, gehören dazu. Sie signalisieren:

«Wenn wir die nicht nutzen, dann machst du nichts.»

Wenn Menschen Misstrauen entgegengebracht wird,


reagieren sie entsprechend darauf. Anstelle der Extrameile,

die angestrebt war, beginnt ein negativer Kreislauf.

Der Mitarbeitende erledigt nur noch das Nötigste

respektive das, was von ihm verlangt wird. Hier gibt

es bessere Methoden. So stehen in Mitarbeitendengesprächen,

im Dialog, das Entwicklungspotenzial und

die Stärken im Vordergrund. Oder wenn Ziele definiert

werden, können Mitarbeitende mitentscheiden und

selbst Vorschläge machen. So können die wertvollen

Ressourcen jedes Einzelnen besser genutzt werden.

Welchen Einfluss hat Vertrauen auf den Sinn

der Arbeit?

Wenn ich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter weiss,

wofür das Unternehmen, für das ich arbeite, steht und

in welche Richtung es geht, kann ich mehr Vertrauen

entwickeln und meine eigenen Ansprüche klären. Das

gibt mir Sicherheit, und ich kann mich besser identifizieren.

Sinn ist aber auch eine Frage des eigenen

Engagements im Unternehmen. Wer nach Job Crafting

handelt – heisst, dass im Team jede und jeder die

Aufgaben übernimmt, die sie/er gut kann und gerne

macht –, erreicht automatisch mehr Sinn, weil alle das

machen, was ihnen entspricht.

«Im Personalmanagement

bestehen einige Tools,

die wenig Vertrauen

signalisieren.»

Wie wichtig wird Vertrauen in der

Zukunft sein?

In Zukunft werden sich zwei Arten

von Geschäftsmodellen durchsetzen.

Modell eins wird getrieben sein von

Innovation, schnellen Lösungen und

Agilität. Hier sind Führungskräfte

gefragt, die vertrauen und Mitarbeitende

dazu ermuntern können, kritisch

zu sein und anders zu denken. Beim

zweiten Modell, bei dem im Rahmen

der Digitalisierung die Bedeutung von

Technologien weiter zunimmt, braucht

es Menschen, die mitdenken und die

wachsende Komplexität bewältigen

können. Auch in der Industrie 4.0, in

der in Produktionsstätten nur noch

wenig Mitarbeitende tätig sind, braucht

es gute Problemlöserinnen und Problemlöser.

my HSG Career SPOTLIGHT

19

ZUR PERSON

Prof. Dr. Antoinette Weibel forscht seit

über 20 Jahren zum Thema Vertrauen. Sie

ist Professorin an der Universität St.Gallen

und Leiterin des Forschungsinstituts für

Arbeit und Arbeitswelten.


New Skills

Und womit

punktest du?

Wer seine Soft Skills kennt und einzusetzen weiss, sticht raus aus

der Masse. Schön und gut, aber mit welchen persönlichen Stärken

überzeugst du den Recruiter denn nun wirklich? Universum Global

hat rund 1’300 Recruiter europaweit gefragt – dies ist das Resultat.

Lesen, aneignen und durchstarten.

my HSG Career SPOTLIGHT

20

1.

Auf dich ist Verlass

Wenn es drauf ankommt, gibst du vollen

Einsatz. Hektische Situationen und

Stressbelastungen meisterst du mit

Bravour, und auch bei heiklen Themen

behältst du einen kühlen Kopf.

2.

Du übernimmst Verantwortung

Selbst dann, wenn’s mal schiefgeht. Du

reflektierst, korrigierst und entwickelst deine

Potenziale laufend weiter. Das schult dein

Selbstvertrauen und deine Entscheidungsstärke

als angehende Kader- oder Führungspersönlichkeit.

3.

Worin

Du bist aktiv

Dank deiner kommunikativen Kompetenz – egal,

ob im Team oder gegenüber Kundinnen und Kunden

– begegnet man dir auf Augenhöhe. Du spürst

den Puls des Unternehmens und die aktuelle

Stimmung. Das schafft Konsens und Vertrauen.

TIPP

bist du stark? Wo könntest

du dich noch verbessern? Lerne, deine

persönlichen Stärken überzeugend

einzusetzen. Die Career Coaches vom

CSC zeigen dir, wie du deine Soft

Skills findest und perfektionierst.


4.

Du steckst an – positiv

Knifflige Aufgaben? Immer her damit. Dein

Motto: We can make it! Das motiviert.

Weiter so, der Arbeitsalltag wartet mit vielen

spannenden Herausforderungen auf dich.

6.

«Geht nicht» kennst du nicht

Es klappt nicht wie geplant? Macht nichts,

denn du agierst strategisch clever und

verlierst das Ziel nie aus den Augen. Dein

Pragmatismus hilft dir dabei, Projekte

fristgerecht zu realisieren. Pluspunkte beim

Chef sind garantiert.

8.

5.

Du stärkst das Team

So geht’s: Übe dich in professionellem

Teamwork, fokussiere dich dabei auf deine

Stärken und bringe dein Potenzial proaktiv

ein. Das macht Eindruck, motiviert

Kolleginnen und Kollegen, es dir gleichzutun,

und treibt Projekte effizient voran.

7.

Du bist Künstlerin oder Künstler

der Improvisation

Dann eben Plan B: Unplanbares und Unvorhergesehenes

erhöhen die Spannung und stacheln

deinen Ehrgeiz erst richtig an. Next challenge,

please.

my HSG Career SPOTLIGHT

21

Du bist loyal, aber bedacht

Sei kritisch, vor allem dort, wo es für

dich nicht stimmig ist. Das macht dich

nicht zum Querulanten, sondern zu

einer verantwortungsbewussten Person,

die für Prinzipien und Fairness einsteht.

Quelle: Studie von Universum Global, Employer

Branding Research, universumglobal.com


Sprungbrett für steile Karrieren

Twint AG

my HSG Career BEST PRACTICE

22

Bild: zVg

«Am meisten

lerne ich

von anderen

Menschen»

Anton (Toni) Stadelmann arbeitete

bei der UBS, bevor er Deputy CEO

und CCO der Twint AG wurde.

Als «bumpy road» beschreibt Toni seine Karriere. Wir haben den Chief

Customer Officer und Deputy CEO von Twint zu einem erfrischend

ehrlichen Gespräch getroffen. Inhalt waren nicht nur die Höhepunkte seiner

Karriere, sondern auch die lehrreichen Misserfolge. Ein positiver Mensch

mit viel Leidenschaft.

Text: Nadine Leemann


Während der Uni hatte Toni noch keine klare

Vision von seiner Karriere. In seinem BWL-Studium

hat er jedoch schnell gemerkt, dass ihm auch die

zahlenbezogenen Fächer grossen Spass machen.

Bereits während des Masterstudiums in Banking

and Finance begann er bei Horizon21 zu arbeiten

und stieg dort später ganz ein. «Ich dachte, ich

beginne meine Karriere steil und starte voll durch»,

erinnert er sich. Das Unternehmen galt damals, vor

der Finanzkrise, als äusserst attraktiv. Der Markt

war in Bewegung. Schon wenige Wochen nach dem

offiziellen Start ging es nicht mehr darum, neue

Fonds aufzusetzen, sondern darum, bestehende

herunterzufahren. Was nun?

Toni und zwei seiner Kollegen hatten den richtigen

Riecher. Sie merkten, dass es viele kleine Firmen

in der Finanzindustrie gibt, die weder ein eigenes

Backoffice noch andere Services inhouse haben.

Diese Services anzubieten, sollte ihr Businessmodell

werden. Sie gründeten Etops und konnten ein neues

Bedürfnis abdecken.

Alles kam anders

Die Firma war sehr erfolgreich unterwegs; nach

neun Monaten verliess Toni das Unternehmen auf -

grund unterschiedlicher Auffassungen über die

künftige Ausrichtung bereits wieder. «Ich wäre –

ganz ehrlich – gerne noch dabeigeblieben, aber

manchmal muss man sich eingestehen, dass sich

etwas anders entwickelt, als man geplant hat», sagt

Toni. Vom 24/7-Job ins Nichts – das war eine sehr

grosse Umstellung. Sport hat ihm in dieser Zeit geholfen

– er stand jeden Tag früh auf und trainierte

seinen Körper. Er blieb an der HSG eingeschrieben,

damit konnte er an Karriereevents teilnehmen. So

be suchte er auch einen Workshop bei der UBS – und

diese bot ihm einen Job an.

Es wurden sieben Jahre bei der UBS, die ihm sehr

gut gefielen. Während dieser Zeit beriet er auch Twint.

Das junge Fintech-Unternehmen sagte ihm zu –

und so wechselte er zu Twint als CFO ins operative

Management. Heute, nach gut zwei Jahren als CFO,

ist Toni Deputy CEO und erster CCO von Twint und

leitet dort die Kunden- und Produktfunktionen.

«Oft kommt

es anders

als geplant.»

HSG ist ein Teich mit überdurchschnittlichen

Peers

Was für seine Karriere besonders wichtig war,

möchten wir von ihm wissen. «Die HSG war das

richtige Fundament», sagt er. «Man kommt mit

sehr spannenden Menschen zusammen. Ich lerne

von interessanten und engagierten Menschen in meinem

Umfeld am meisten. Das war während der

Uni so und ist auch heute noch so. Die starke Peer

Group in St.Gallen hat mich definitiv weitergebracht.»

Er findet auch, dass die HSG den perfekten

Standort hat, da es für viele Studierende nicht die

bequemste Wahl ist, sondern eine bewusste Entscheidung

für diese spezifische Uni. Dadurch entsteht

ein Ökosystem mit Leuten, die mit dem Ziel da sind,

sich weiterzuentwickeln.

Seit einiger Zeit schiesst Twint durch die Decke.

Darauf ist Toni sichtlich stolz. Würdest du etwas

anders machen, wenn du deine Karriere neu starten

könntest? «Ich musste ein bisschen oft neu starten

bisher, aber das gehört wohl in ein turbulentes

Umfeld, und das war im Rückblick ganz lehrreich.

Ich bin froh um alles, was ich erleben durfte, und vor

allem, dass ich in jeder Station meines bisherigen

beruflichen Lebens mit inspirierenden Personen zusammenarbeiten

durfte.»

ZUR PERSON

Anton Stadelmann arbeitete während

seines Studiums bei Horizon21; danach

gründete er Etops mit, machte einen

Abstecher in die Bankenwelt und ist

heute Deputy CEO und CCO bei der

Twint AG.

my HSG Career BEST PRACTICE

23


The Swiss Way

Sinn stiften mit

Schweizer Werten

SPOTLIGHT

24

my HSG Career

Loyalität

Der Messerfabrikant Victorinox hat sich zum Ziel

gesetzt, möglichst familiär zu agieren. Seit der

Gründung 1884 wurden keine Mitarbeitenden aus

finanziellen Gründen entlassen. Das Unternehmen

sucht in Krisenzeiten gemeinsam mit den Arbeitnehmenden

nach Lösungen, z.B. Teilzeitpensen,

durch die Entlassungen vermieden werden können.

Victorinox bewertet seine Mitarbeitenden nicht

quartals-, sondern generationenweise. Kurzfristige

Krisen können so wettgemacht werden.

Märkte haben sich verändert,

Bedürfnisse und Ansprüche

von Kunden ebenso. Das Sinnstiftende

hinter einer Marke

wird immer wichtiger. Diese drei

Schweizer Unternehmen zeigen,

wie nahe ihr Purpose bei traditionellen

Schweizer Werten ist.

Text: IGNITE Movement

Gegenseitige Wertschätzung

Die Digital Agency Liip möchte ihren Mitarbeitenden

möglichst viel Vertrauen entgegenbringen und

setzt anstelle von Hierarchie auf Holokratie. In den

Teams gibt es keine Vorgesetzten, sondern Rollen

und hohe Selbstverantwortung. Und das funktioniert.

Ein Beispiel? Die Mitarbeitenden bildeten einen

Covid-19-Krisenstab, bei dem nicht die Position

im Vordergrund stand, sondern die beste Kompetenz.

Direkte Demokratie

Ein glücklicher Arbeitsplatz? Haufeumantis

geht einen Schritt weiter.

Das Unternehmen orientiert sich

an der besten Kultur und setzt auf

umfassende Wahlrechte aller Mitarbeitenden.

So durften diese während

einer Krise etwa darüber entscheiden,

ob Gehälter gekürzt oder

Teammitglieder entlassen werden.

Auch Personalrekrutierungen werden

in die Hand der Mitarbeitenden

gelegt. Und es steht ihnen zu, bei

Entscheiden wie Partnerschaften

das Referendum zu ergreifen.

ÜBER

IGNITE Movement ist ein

studentischer Verein der HSG,

der Denkanstösse und Praxisprojekte

zu sinn- und wertorientierter

Unternehmenskultur

und -führung fördert.


CSC Stimmen

«Schaffe ein inspirierendes

Umfeld. In meiner beruflichen Laufbahn ist mir bewusst

geworden, dass Menschen, die dich umgeben, einen enormen

Einfluss auf dein Leben haben. Sie können dich inspirieren, dir

neue Perspektiven aufzeigen oder dich auch an deine Grenzen

kommen lassen. Nutze diese Möglichkeiten, sei offen für

neue Erfahrungen und versuche, auch aus herausfordernden

Situationen etwas zu lernen. Sie werden dich deinem Purpose

ein Stück näher bringen und dich persönlich auf vielen Ebenen

wachsen lassen.»

Djulijana Kilic, Fachspezialistin Marketing und

Kommunikation

“Surround

yourself with

people that

inspire you and

give you new

perspectives.”

“Respect,

appreciation and

good relations

at work are the

key points for

a happy and

meaningful work

environment.”

«Corporate Happiness. Du liebst

Zahlen, Herausforderungen und harte Fakten? Dein Job

ist deine Leidenschaft? Trotzdem merkst du, dass etwas

fehlt? An diesem Punkt stand ein ehemaliger Controller,

den ich während eines Seminars kennenlernte. Er begann,

sich mit positiver Psychologie und mit dem ‹Corporate-

Happiness-Ansatz› zu befassen. Sein Fazit: Mitarbeiten de,

die ihre Stärken und Potenziale gezielt einsetzen können,

sind nachhaltig glücklicher und motivierter am Arbeitsplatz.

Anstatt den Fokus primär auf Zahlen zu setzen, ist

Menschenorientierung essenziell, um die Unternehmensziele

zu erreichen.»

Elke Wüst, Career Coach

my HSG Career INSIGHT

25

«Jeder Tag ist eine neue

Chance. Auch wenn ich am Morgen noch nicht

weiss, was mich erwartet, weiss ich eines ganz gewiss:

dass ich etwas dazulernen kann. Als Career Coach gebe

ich meine Erfahrungen gerne weiter, indem ich Studierende

dabei unterstütze, ihre Stärken und Potenziale zu

erkennen, mit ihren Interessen und Werten ihre Karriere

nachhaltig zu planen und erfolgreich ins Berufsleben einzusteigen.

Ich identifiziere mich mit dieser sinnstiftenden,

abwechslungsreichen Tätigkeit und freue mich, damit

etwas bewegen zu können.»

Andrea Wirth, Career Coach

“Give every day

the chance

to be the best

of your life.”

Mark Twain


Publireportage

Meine Karriere bei EY – Spagat

zwischen Audit und Auditorium

Ruzica Arandic, HSG-Studentin und Junior Assistant

bei Ernst & Young, erzählt von ihrem Berufseinstieg

und gibt Einblicke in ihren Berufsalltag bei EY.

Berufseinstieg

Durch eine Freundin habe ich

EY kennengelernt und konnte

mich daraufhin an der «Langen

Nacht der Karriere» mit

den Mitarbeitenden unterhalten.

Dies hat mich dann dazu

bewogen, meine Bewerbung

einzureichen und im Jahr 2018 als Praktikantin im GSA

Assurance Audit Team einzusteigen.

Jetzige Tätigkeit

Mittlerweile bin ich neben dem Masterstudium in Accounting

and Finance als Junior Assistant im Audit tätig und unterstütze

diverse Audits. Daneben engagiere ich mich als

Campus Scout, wobei ich EY an der Universität St.Gallen

vertrete. Wir, Campus Scouts, dienen als Bindeglied zwischen

Studierenden und EY und sind dementsprechend die

ersten Ansprechpersonen.

und die Organisation von «Chase the Case». Dies ist ein

dreiteiliger Recruiting Event, der von Studierenden für Studierende

organisiert wird. Studierende erhalten durch die

Teilnahme die Möglichkeit, sowohl EY als auch ihre Campus

Scouts sowie Mitarbeitende auf einer lockeren, aber

dennoch professionellen Ebene kennenzulernen.

Weshalb EY

EY bietet das optimale Umfeld, um mich professionell und

persönlich weiterzuentwickeln. Die Flexibilität, die mir geboten

wird, ist in meiner jetzigen Situation ausschlaggebend,

um Studium und Karriere gleichzeitig zu meistern.

Ferner schätze ich das internationale Netzwerk sehr, das

ich sowohl bei EY als auch auf Kundenseite aufbauen kann.

Im Berufsalltag Herausforderungen mit State-of-the-Art-

Lösungen anzugehen, macht meinen Job äusserst spannend.

Der ständige Austausch mit Teamkollegen und Mentoren

bereitet mir grosse Freude und trägt dazu bei, mich

permanent weiterentwickeln zu können. Die Internationalität

und Diversität sowie die Art und Weise, wie EY alle

einzelnen Stärken und Fähigkeiten aufnimmt und ein grosses

EY-Team bildet, finde ich inspirierend. Überdies ist es

einzigartig, wie sich EY um die jungen Talente bemüht.

Highlight meiner Karriere bei EY

Mein absolutes EY-Highlight war die Nominierung für die

Teilnahme an der «International Intern Leadership Conference»

in Disney World in Florida. Für diese werden jährlich

zwei Schweizer Praktikanten als Repräsentanten ausgewählt.

Zusammen mit über 3’500 anderen

Praktikantinnen und Praktikanten aus der ganzen Welt haben

wir spannende Vorträge besucht, an Workshops teilgenommen,

Challenges absolviert und natürlich das berühmte

Walt Disney World besucht. Dies war eine der

vielen «Exceptional Experiences», die EY einem ermöglicht.

Weitere Highlights sind das Engagement als Campus Scout

Offene Stellen:

www.ey.com/ch/careers

Chase the Case 2020:

www.ey.com/ch/ChaseTheCase

Meine Zukunftspläne

Zunächst strebe ich an, meinen Master in Accounting and

Finance abzuschliessen, bevor ich bei EY mit einer Vollzeitstelle

in die Wirtschaftsprüfung einsteigen und die Ausbildung

zur diplomierten Wirtschaftsprüferin absolvieren

möchte. Anschliessend würde ich gerne für EY im Ausland

tätig sein, um so mein Wissen, mein Netzwerk sowie meine

Erfahrungen zu erweitern.

Meine Tipps an euch

Seid ihr selbst, offen, wissbegierig und lernfreudig. Bei EY

erhält man jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit, etwas dazuzulernen.

Verliert zudem nie euer Ziel aus den Augen,

auch wenn es manchmal schwierig erscheinen mag. Mein

letzter Tipp für euch: Nutzt die Chance und nehmt an

Chase the Case 2020 teil.


Karrierewege

Der ganz

(ab)normale

Karriereweg

Die eine Reise zum (Job-)Ziel verläuft linear, die andere oszillierend, wieder andere mit

grösseren und kleineren Umwegen. Jeder Weg ist wertvoll und braucht – so individuell er ist –

eine andere Begleitung. Wir haben vier Karrierewege von ehemaligen HSG-Studierenden

herausgepickt. Ganz schön unterschiedlich.

Texte: Nadine Leemann, Djulijana Kilic, Gerd Winandi-Martin

my HSG Career BEST PRACTICE

27


Karrierewege

So war's

«Der Inhalt

und das Umfeld

sind das

wirklich Wichtige

im Job»

my HSG Career BEST PRACTICE

28

Luca Looser, Bachelor of Arts HSG (B.A. HSG) in

Volkswirtschaftslehre.

Als Luca 2015 mit dem Bachelor an der HSG begann,

war seine Absicht, später den Master in Banking

and Finance zu machen. Es dauerte nicht lange, bis

er merkte, dass seine Welt die VWL ist. Wie weiter?

«Einen Traumjob hatte ich nicht; ich wollte einfach

etwas machen, das mir gefällt.» Interviewtrainings

waren Lucas erster Step. Wo er sich später bewerben

möchte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Im CSC-Angebot Standortfindung ging es dann um

die Karrieremöglichkeiten, und «mir wurden meine

Stärken, Schwächen und Grenzen aufgezeigt.» Ihm

wurde bewusst, dass es im Leben um mehr geht,

als gute Noten zu schreiben. «Man muss auch auf

seinen Körper hören. Es geht darum, nicht nur zu

arbeiten, sondern auch Spass zu haben.»

Luca wurde zu drei Vorstellungsgesprächen eingeladen

und bekam zwei Angebote. Beide lehnte

er ab. Er wollte zur SNB, seinem Traumarbeitgeber.

Seit 2019 arbeitet er da; Arbeitsinhalt, theoretischer

«Einen

Traumjob hatte

ich nicht; ich

wollte einfach

etwas machen,

das mir gefällt.»

Fokus und der

nahe Bezug

zum Studium

machen ihm

grossen Spass.

«Das Umfeld ist unglaublich», schwärmt er. «Alle

wissen so viel, sind offen und sehr hilfsbereit.» Als

Nächstes steht der Master an. Den möchte Luca in

London in Angriff nehmen. Später will er zurück in

die Schweiz.

TIPP

Auch wenn es vielleicht nicht das ist,

was das Gegenüber hören will, ist es

wichtig, immer du selbst zu bleiben und

ehrliche Antworten zu geben.


So war's

«… immer

wieder zurück

zum Sport»

Julia begann ihre Karriere als

professionelle Langläuferin – sie

war Mitglied des schweizerischen

Junioren-Nationalteams und mehrmalige

Schweizer Meisterin. Nach

ihrer aktiven Karriere studierte sie an

der Universität Freiburg und blieb

dem Sport treu – mit einem Praktikum

bei Swiss-Ski. Später schrieb sie

sich für den Master in Management,

Organisation und Kultur an der Universität

St.Gallen ein. Was sich wie

ein sorgfältig geplanter Karriereweg

liest, war für Julia weniger offensichtlich.

«Ich wollte nach meiner Sportkarriere

Abstand nehmen zum Sport,

andere Bereiche kennenlernen»,

sagt sie. Irgendwie trieb es sie doch

immer wieder zurück in diese Welt.

«Während des Masterstudiums begann

ich – unterstützt durchs CSC –,

Frage dich: Über welches Thema

könnte ich stundenlang sprechen? Die

Antwort sagt dir, was du in deinem

Leben tun solltest.

TIPP

Julia Philipona, Master of Arts (M.A. HSG) in Management,

Organisation und Kultur, arbeitet seit September 2019 bei

der UEFA.

mich intensiver mit meinen Werten zu beschäftigen.

Im Zentrum stand die Frage, was mir in meinem

Arbeitsalltag wichtig ist, wo die Leidenschaft ist. Es

war der Sport.» So führte der Weg Julia doch wieder

zurück in diesen Bereich. Heute arbeitet sie bei der

UEFA als Ticketing Account Assistant und betreut

Nationalverbände, Sponsoren und Broadcaster in den

Vorbereitungen für die EURO 2020, die aufgrund der

Covid-19-Pandemie 2021 stattfinden wird.

«In der Kickstart-

Reihe habe ich meine

Werte kennengelernt

und habe gemerkt,

worauf ich bei

Unternehmen achten

muss.»

my HSG Career BEST PRACTICE

29


Karrierewege

So war's

«Das Ziel

nicht aus den

Augen verlieren»

my HSG Career BEST PRACTICE

30

Wiebkes Grossvater war Künstler,

seine Arbeiten waren zu Hause allgegenwärtig.

Auch ihre Mutter ist

eine Kreative mit Gespür für Ästhetik

und viel Pragmatismus. Diese Fähigkeiten

wurden ihr in die Wiege gelegt

und waren ausschlaggebend für den

Wunsch, in einem kreativen Umfeld

zu arbeiten.

Nach dem Abitur besuchte Wiebke

eine Modeschule, wo sie sich die

Grundlagen zu Proportionen, Farben

und Materialien aneignete, und liess

sich zur Friseurin und Visagistin ausbilden.

«Eine sehr lehrreiche Zeit»,

sagt Wiebke. «Ich habe gelernt, wie

man einen Betrieb führt, sich auf

unterschiedliche Kunden und deren

Bedürfnisse einstellt, im Team unter

Stress zusammenarbeitet und den

Wiebke Lüders, aktuell im Doktorats programm in

Betriebswirtschaftslehre (PMA, Ph.D).

Umsatz pro Kunde steigert. Selbst mein räumliches

Denken habe ich geschult – bei Haarschnitten denkt

man permanent in Winkeln und muss sich den Fall

des Haares vorstellen.»

Dann entschied sie sich für ein Betriebswirtschaftsstudium.

«Das war für mich schon immer

eine denkbare Option.» Die betriebswirtschaftlichen

Themen während der Ausbildung hatten sie darin

nur bestärkt. Die Kosmetikbranche interessiert sie

nach wie vor sehr. «Meine Erfahrung in den betrieblichen

Abläufen, Kenntnisse von Produkttexturen

und deren Anwendung sowie das Verständnis der

Kundenbedürfnisse stellen gerade für diese Branche

ein Alleinstellungsmerkmal dar.»

«Ich habe jede Tätigkeit

als Chance gesehen, um

mich weiterzuentwickeln

und zu lernen.»


Internationalität war ein entscheidendes Kriterium

bei der Studienwahl. Im Rahmen des CEMS-Masterstudiums

kam sie an die HSG – und das erste Mal

in Kontakt mit dem CSC. Bereits zu diesem Zeitpunkt

hatte Wiebke das Interesse und die Möglichkeit,

zu promovieren. Ihr war jedoch wichtiger,

zunächst Praxiserfahrung in der Konsumgüterindustrie

zu sammeln, um diese ins Doktorat mit einbringen

zu können.

Seit knapp zwei Jahren promoviert Wiebke am Institut

für Customer Insight und beschäftigt sich mit

der Digitalisierung physischer Produkte. An der Promotion

gefallen ihr besonders das eigenständige und

analytische Arbeiten sowie die Möglichkeit, Themen

tiefgründig zu bearbeiten. Damit sie die Weichen für

die Karriere nach der Promotion zielgerichtet stellen

kann, trat sie erneut in Kontakt mit dem CSC und

nutzte unter anderem die Vorteile des HSG Career

Profilers, um ihre Kompetenzen, Werte und Interessen

zu reflektieren.

Eines war Wiebke bei allen Karrierestationen

immer wichtig: «Ich habe jede Tätigkeit als Chance

gesehen, um mich weiterzuentwickeln und zu lernen.

Das hat mir auch in schwierigen Situationen geholfen,

mein langfristiges Ziel nicht aus den Augen

zu verlieren.» Wir sind gespannt, wie es für Wiebke

weitergeht.

«Mithilfe des

HSG Career

Profilers habe

ich meine

Kompetenzen,

Werte und

Interessen

reflektiert.»

my HSG Career BEST PRACTICE

31

TIPP

Wichtig für ein Doktorat:

– den Arbeitstag strukturieren und Etappenziele

setzen

– Co-Autorinnen und -Autoren gewinnen,

um das Netzwerk aufzubauen und andere

Arbeitsansätze kennenzulernen

– sich von Rückschlägen (die es definitiv geben

wird) nicht entmutigen lassen, sondern sie als

Chance sehen und niemals aufgeben


Karrierewege

So war's

«Jedes Beratungsunternehmen

sucht

andere Profile»

my HSG Career BEST PRACTICE

32

Sophie Eisl absolvierte den Master of Arts (M.A. HSG) in

Business Innovation und arbeitet seit September 2018 bei

der Management- und Technologieberatung Detecon als

Consultant im Bereich Digital Strategy and Innovation. Nebenbei

führt sie erfolgreich das Start-up Tummzy.

Bereits während eines Praktikums bei

einer Schweizer Grossbank merkte

Sophie, dass Banking wohl nichts

für sie ist. Als Teil des Organisationskomitees

beim St.Gallen Symposium

lernte die HSG-Studentin in kürzester

Zeit über 120 CEOs kennen. Im

direkten Austausch erfuhr sie, wie

man mit Kunden verhandelt, optimal

im Team kommuniziert und unter

Druck arbeitet. Das Symposium war

rückblickend sehr prägend. Insbesondere

auch deshalb, weil ihr bewusst

wurde, was ihr Spass macht: Consulting.

Weshalb? «Man übernimmt

alle drei bis sechs Monate ein neues

«Bleib

authentisch

und überlege

dir ganz

genau, was

du suchst.»

Projekt, wobei sich

jedes davon wie

ein neuer Job anfühlt.

Zudem lernt

man immer Neues

dazu.»

An der HSG TALENTS Conference lernte sie

Beratungsunternehmen kennen und hatte im Anschluss

gleich drei Angebote auf dem Tisch: zwei

von Management- und Technologieberatungsunternehmen,

ein An gebot einer klassischen Strategieberatung.

Ihr Bauchgefühl sagte, Detecon ist das

richtige Unternehmen für mich, und entschied sich

dafür.

Inspiriert zu ihrem jetzigen Karriereweg wurde sie

in ihrem Austauschsemester in Peking, wo sie den


Karrierestationen

2020

2019

2018

2017

Beförderung zum Consultant bei der Detecon (Jan.)

Start bei Detecon als Business Analyst (Sept.),

Abschluss Studium, CV-Check, Interviewtraining

Besuch der HSG TALENTS Conference

2016

2015

2014

Mitglied des St.Gallen Symposiums

Mitglied HSG Banking Days-Team

Drive für Innovationen, neue Technologien

und Digitalisierung täglich miterleben konnte.

Nach ihrer Rückkehr wuchs ihr Bedürfnis

noch stärker, in einem internationalen

Beratungsunternehmen zu arbeiten.

Wie sie das CSC unterstützt hat? Sie war

im Bachelorstudium Mitglied des HSG

Banking Days-Teams, absolvierte verschiedene

Workshops und Beratungen – vom

CV-Check bis zum Interviewtraining – und

hatte ihr erstes Bewerbungsgespräch bei

ihrem zukünftigen Arbeitgeber an der HSG

TALENTS Conference.

TIPP

– Du willst ins Consulting? Sei dir bewusst, dass es ganz

verschiedene Beratungsunternehmen gibt. Zwischen

weltweit tätigen Strategieberatungen, Technologieberatungen

oder Nischenberatungen gibt es grosse

Unterschiede. Alle Beratungen haben ihre Vor- und

Nachteile und suchen ganz unterschiedliche Profile.

– Verstell dich nicht, um den «perfekten» Platz zu

finden, und überlege dir ganz genau, was du suchst.

Das Unternehmen muss auch zu dir passen und nicht

nur du zum Unternehmen. Bleib authentisch – nur so

kannst du sicher sein, dass dir dein Job Spass macht

und du eine erfolgreiche Karriere im ausgewählten

Unternehmen durchlaufen wirst.

– Es wäre falsch, zu denken, dass man in der Beratung

kein Privatleben mehr hat. Mit etwas Organisation ist

alles möglich. Ich zum Beispiel habe neben meinem Job

das Start-up Tummzy gegründet, welches das Tabuthema

rund um die Menstruation aufbricht und Wärmepflaster

für Menstruationsbauchschmerzen verkauft.

my HSG Career BEST PRACTICE

33


Branchen

Ganz schön

unterschiedlich

Branche ist nicht gleich Branche. Wir verraten dir die typischen Merkmale,

mögliche Knackpunkte und Chancen für deine Karriere. In dieser Ausgabe:

Consulting, Banking und Marketing.

my HSG Career INSIGHT

34

Consulting

Immer anders,

steile

Lernkurve

Spezialisierungen

Du möchtest gerne eine Vielzahl von unterschiedlichen

Industrien und Funktionen kennenlernen?

Dann bist du im Consulting genau richtig. Bei den

klassischen Strategieberatungen kannst du dich im

Sinne eines Sanduhrmodells zu Beginn breit aufstellen

und dich dann im Laufe der Projekte spezialisieren.

Oder du gehst in ein kleineres Beratungsunternehmen

und besetzt dort dedizierte Themengebiete.

Ein Einstieg im Inhouse Consulting bietet dir ein

breites Themenspektrum innerhalb eines Unternehmens.

Zur Entscheidung lohnen sich der Vergleich

der jeweiligen Unternehmenswebsites und die

persönlichen Gespräche mit Unternehmensvertreterinnen

und -vertretern, z.B. an der HSG TALENTS

Conference.

Typische Aufgabenbereiche

Jedes Projekt im Consulting ist anders, da sich Kunde

und Zielausrichtung von Projekt zu Projekt unterscheiden.

Obwohl es kein typisches Projekt gibt,

wirst du als Consultant dennoch häufig an klassischen

Aufgaben wie Problemstrukturierung, Marktund

Kundendatenanalysen und Kundeninterviews

arbeiten, um damit beispielsweise Kunden bei der

Neuausrichtung ihrer Unternehmen zu helfen.

Bilder: Universität St.Gallen


Chancen und Herausforderungen

Deine Lernkurve im Consulting ist steil. Innerhalb

kürzester Zeit wirst du unterschiedliche Themen

bearbeiten und hast auch die Möglichkeit, mit dem

Topmanagement zu arbeiten. Deine Karriere vollzieht

sich schnell; das entsprechende Gehalt wird dir

nicht vorenthalten. Im Gegenzug wird von dir eine

hohe Leistungsbereitschaft verlangt, oft verbunden

mit langen Arbeitszeiten, häufigen Reisen und

hohem Druck.

Banking

Paradeplatz?

Ja, aber …

Spezialisierungen und typische Aufgabenbereiche

Beim klassischen Bankgeschäft, das sich den Privatkunden

widmet, geht es hauptsächlich ums Kreditgeschäft

– kurzfristig ausleihen, langfristig anlegen.

Spannender für dich dürften die drei Bereiche

Investment Banking, Asset Management und Wealth

Management sein. Das «grosse Geld» handelst du

als Investment Banker – zum Beispiel bei Mergers

and Acquisitions oder an den Finanzmärkten. Als

Asset Manager wirst du aktiv, sobald es ums Anlegen

der Fonds geht; deine Ansprechpartner sind

Privatpersonen, Firmen oder Institute wie Pensionskassen.

Beim Wealth Manager stehen gesamte

Vermögen und die individuelle Kundenbetreuung

im Fokus.

Vorurteile und die Realität

Nicht selten wirst du zu Beginn als «Jungspund»

bezeichnet, der bislang keine Unternehmensrealität

erlebt hat und trotzdem glaubt, alles besser zu

wissen. Erfolgreich sein kannst du dann, wenn du

es schaffst, mit dem Kunden auf Augenhöhe zu

kommunizieren. Genauso wichtig ist, deine Stärken

zu kennen und dass du es verstehst, diese in Kombination

mit den Erfahrungen der Mitarbeitenden des

Kundenunternehmens zu einem guten Ergebnis zu

verbinden.

Chancen und Herausforderungen

Die Antwort eines Bankers: «Deine Chancen für eine

Karriere im Banking stehen sehr gut, wenn du ein

Sales-Typ bist und in mehreren Sprachen kommunizieren

kannst. Du solltest zudem mit Schnelllebigkeit

und Agilität gut umgehen können.» Ein Thema,

welches das Banking zunehmend bestimmt, ist die

Nachhaltigkeit. So steigt etwa die Nachfrage nach

entsprechenden Finanzprodukten.

Vorurteile und die Realität

Als Klischee beim Banking fällt uns der Vermögensverwalter

im Anzug ein, der ältere Personen betreut

und grosse Kommissionen absahnt. Dieser, wir

nennen ihn mal den «Paradeplatzbanker», ist jedoch

schon lange nicht mehr die Realität. Die Digitalisierung

und die damit einhergehenden Veränderungen

werden das klassische Banking nachhaltig prägen.

Neue Berufsprofile mit veränderten Aufgaben und

Anforderungen entstehen und bieten interessante

Perspektiven in einem sich wandelnden Umfeld.

my HSG Career INSIGHT

35


Branchen

INSIGHT

36

my HSG Career

Marketing

Weit mehr als

schöne Föteli

& Co.

Spezialisierungen

Angefangen vom klassischen Marketing über

das Eventmarketing bis hin zum digitalen Marketing

ist alles drin. Du liebst das Texten und

mit Geschichten Aufmerksamkeit zu schaffen?

Dann ist Content Marketing genau das Richtige

für dich. Du bist eher ein strategisch denkender

Mensch, der viel Ausdauer hat? Dann könnte

Search-Engine-Marketing ein spannender Bereich

für dich sein.

Typische Aufgabenbereiche

Marketingstrategien planen und umsetzen,

gestalten, filmen, texten – alles ist im Marketing

mit dabei. Dich interessiert mehr das Digitale?

In der Social-Media-Welt kannst du deiner

Kreativität freien Lauf lassen. Deine Followers

mit spannenden Posts bei Laune halten, täglich

Instagram-Storys teilen. Dich interessiert es, wie

man auf Google auf Platz 1 gelangt? Ein Aufgabenbereich

könnte sein, dass du täglich passende

Keywords suchst, damit dein Unternehmen

immer oben mit dabei ist.

Chancen und Herausforderungen

Das Marketing hat dank der Digitalisierung einen

sehr hohen Stellenwert in Unternehmen gewonnen –

es werden immer mehr Marketingfachkräfte in

diesem Bereich gesucht, da die Konkurrenz nicht

schläft. Herausfordernd kann es sein, sich im Werbedschungel

zurechtzufinden. Und dabei gilt: Was

heute in ist, kann morgen schon wieder out sein.

Vorurteile und die Realität

Das Bild vom Marketer, der schöne «Föteli» und

Farben auswählt, ist langsam, aber sicher passé.

Vielmehr bedeutet Marketing, eine klare strategische

Linie zu verfolgen. Analysen aus solider Zahlenbasis

bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Positionierung

am Markt.


CSC Stimmen

“You should get

to the point

where anyone else

would quit and

you’re not going

to stop there.”

Shia LaBeouf

«Shoot your shot – auch im

Berufsleben. Als ich mich 2017 für die Arbeitsstelle

an der Universität bewarb, hoffte ich weder auf eine

Einladung zum Vorstellungsgespräch noch rechnete ich

überhaupt mit einer Antwort. Heute bin ich bereits drei Jahre

Teil des Teams und kann jedem erklären, dass ich nicht an

der Universität studiere, sondern hier arbeite. Was ich daraus

gelernt habe: Just do it – einfach machen und schauen,

was passiert. Vielleicht ergeben sich so Möglichkeiten, die

dir, hättest du es nicht versucht, nie offengestanden hätten.»

Timon Huber, Application Manager

«Den Rucksack mit vielen

verschiedenen Eindrücken füllen.

Bis anhin bin ich bei jedem Jobwechsel in eine neue

Branche und in eine neue Rolle geschlüpft. Ich habe während

einiger Jahre in Afrika gelebt und war anschliessend

selbständig. Ursprünglich wollte ich Journalistin werden

oder Tierärztin. Jetzt bin ich an der HSG. Nichts war so geplant.

Eine Sache ist gleich: Ich habe mit Menschen zu tun.

Ich liebe es, verschiedene Kulturen und deren Geschichte

kennenzulernen. Zuhören, Momente teilen und die Spontanität

bewahren – das treibt mich an.»

Nadine Leemann, Projektleiterin HSG Career Days und

HSG Banking Days

“Embrace the

moment and

be open to all

kinds of people

and situations.”

my HSG Career INSIGHT

37

“Focus on your

passion and

develop your

talents.”

«Passende Aufgaben

bedeuten Energie und

Selbstvertrauen. Es ist erwiesen,

dass Menschen, die sich ihrer Talente bewusst

sind und sie richtig einsetzen, selbstbewusster

und erfolgreicher sind. Nicht ganz so einfach

ist, sich ihrer bewusst zu werden. Lohnen tut es

sich allemal. Schliesslich stecken Leichtigkeit,

Energie, Leidenschaft und Tatkraft in ihnen. Ein

Talent erkennt man daran, wenn etwas, das du

tust, dir grosse Freude bereitet und dich glücklich

macht. Lerne deine Talente kennen und

entwickle sie weiter; zum Beispiel auch, indem

du dich von anderen spiegeln lässt. Du wirst

Anerkennung und Komplimente ernten. Was

braucht es mehr, um glücklich zu sein?»

Patricia Heemskerk, Career Coach


LinkedIn

Hol das Maximum

aus deinem LinkedIn-

Profil heraus

LinkedIn? Was geht mich das an? Sehr viel, wenn es um deine

Karriere geht. Es ist dein digitales CV. In ihm steckt viel Potenzial.

Nutze es. Aktiv.

Text: Tatiana Hoy

my HSG Career BEST PRACTICE

38

Auf Jobsuche? LinkedIn hilft. Netzwerk erweitern? LinkedIn hilft. Recherchieren?

LinkedIn hilft. Damit du das Richtige findest oder von den richtigen Recruitern

und Unternehmen gefunden wirst, gilt es ein paar Regeln zu beachten.

Grundsätzlich sind es dieselben wie beim analogen Bruder: professionelles Bild,

Inhalte auf dem neuesten Stand, Wahrheitstreue, keine Rechtschreibfehler.

Mit diesen 10 Tipps zeigst du, dass du’s in Sachen LinkedIn draufhast. Los geht’s.

1. Hintergrund bild

personalisieren

Individualisiere das Banner, zum

Beispiel mit canva.com.

2. URL anpassen

Standardmässig stehen in der URL

hinter deinem Namen Zahlen und

Nummern. Mit der Funktion

«Öffentliches Profil & URL bearbeiten»

kannst du das modifizieren.

3. Slogan schreiben

Dir stehen 120 Zeichen zur

Verfügung. Nutze sie. Und schreib

zum Beispiel nicht nur deinen

Studiengang hinein, sondern dass du

gerade auf Praktikumssuche bist.

4. Zusammenfassung

nutzen

Hier ist genug Platz für alle Kompetenzen,

Stärken, Erfolge, Motivatoren.

Verwende bei Bedarf auch Keywords,

die Recruiter häufig in Ausschreibungen

nutzen. Zeige Persönlichkeit,

indem du – ähnlich wie in einem

Motivationsschreiben – auf «Storytelling»

setzt. Falls du Arbeitsproben

oder deine Thesis hast, kannst du

sie als Datei hochladen. Achte dabei

auf Datenschutz und Vertraulichkeit.

Mit einem professionellen Auftritt

auf den digitalen Businessplattformen

punktest du bei den Recruitern und

wirst leichter von potenziellen Arbeitgebern

gefunden.


5. Profil in mehreren

Sprachen anlegen

Du kannst auf LinkedIn mehrere

Profile in unterschiedlichen Sprachen

anlegen. Das bedeutet Arbeit, weil

du jedes Profil neu anlegen musst,

lohnt sich aber insbesondere, wenn

du eine internationale Karriere

anstrebst.

6. Recherchieren

Mit der Alumni-Funktion auf den

LinkedIn-Profilen von Unis und

Hochschulen kannst du nach Ehemaligen

suchen. Die gemeinsame

Alma Mater kann ein guter Einstieg

sein, um an Informationen deines

Traumarbeitgebers ranzukommen.

7. Jobmail-Abo

einrichten

Auf den LinkedIn-Seiten von

Unternehmen kannst du ein

Jobmail-Abo einrichten. So bleibst

du immer auf dem neuesten Stand.

MEHR TIPPS

Möchtest du mehr über die Dos and Don’ts

eines LinkedIn-Profils wissen? Registriere dich

für ein Live-Webinar zum Thema Social Media

und LinkedIn (DE und EN). Info und Anmeldung:

my.hsgcareer.ch.

Neben LinkedIn gibt es

das deutschs prachige

Businessnetzwerk-Pendant Xing.

Xing eignet sich vor allem dann, wenn du einen

starken Fokus auf den deutschsprachigen Raum hast.

Da sich Recruiter im Netz oft über

Kandidatinnen und Kandidaten informieren,

stelle sicher, dass man nichts

Unangemessenes über dich auf

deinen privaten Social-Media-

Profilen findet.

8. Profile studieren

Hast du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch

und weisst bereits,

wer dir gegenübersitzen wird?

Check sein/ihr LinkedIn-Profil.

Vielleicht gibt es Parallelen oder

gemeinsame Kontakte, an die du im

Gespräch anknüpfen kannst.

9. Netzwerken

Vernetze dich mit Personen, die

du an einer Messe, z. B. bei der HSG

TALENTS Conference, oder an

einem Karriereevent kennengelernt

hast. Die goldene Regel sagt: Kontaktaufnahme

innerhalb von

48 Stunden und immer mit einer kurzen

und personalisierten Nachricht.

10. Aktiv bleiben

Das ist das A und O im Businessnetzwerk.

Also: dranbleiben.

Es lohnt sich.

my HSG Career BEST PRACTICE

39


Publireportage

«Gemeinsam ein Ziel

definieren und erreichen»

Egal, wo und wie Mitarbeitende ins Lidl-Team einsteigen:

Sie werden unterstützt, gefördert und gefordert.

Wer neugierig ist, an sich und seine Talente glaubt,

dem stehen bei Lidl Schweiz viele Türen offen. Lars

Amann berichtet, wie es sich anfühlt, schnell Verantwortung

zu übernehmen. Und wie wichtig es ist, dass

man auf diese Aufgabe individuell und sorgfältig vorbereitet

wird.

Wie hat dich Lidl bei deinem Einstieg

unterstützt?

Um Area Manager zu werden, absolviert man bei Lidl ein

einjähriges Trainee-Programm. Man startet in einer Ausbildungsfiliale

als Mitarbeitender und durchläuft dabei sämtliche

Stufen bis zum Filialleiter. Während der gesamten Zeit

wird man eng begleitet. Im Anschluss an diese Phase führt

man für drei Monate selbstständig eine Filiale, bevor man in

den nächsten drei Monaten einen erfahrenen Regionalleiter

bei seiner täglichen Arbeit unterstützt. Zusätzlich

nimmt man an zahlreichen Schulungen teil und kann sich

immer an seinen Regionalleiter-Paten wenden. Mir persönlich

hat gerade dieser persönliche Austausch enorm geholfen.

Welche Aufgaben hast du als Area Manager

bei Lidl?

Ich bin für vier Filialen im Zürcher Raum zuständig – mit

allem, was dazugehört, auch rund 100 Kolleginnen und

Kollegen. Entsprechend kümmere ich mich, in enger Zusammenarbeit

mit meinen Filialleitern, um die Rekrutierung

sowie die Entwicklung unserer Mitarbeitenden. Neben der

Personalverantwortung gehören auch die Qualitätssicherung

und die Kontrolle der Kennzahlen zu meinen Aufgaben.

Dazu fungiere ich als Schnittstelle zwischen dem Unternehmen

und den Teams auf der Fläche. Und natürlich

fallen auch organisatorische Themen an – wie beispielsweise

die wöchentliche Planung des Aktionsgeschäfts oder das

Mitwirken an Neueröffnungen.

Welche Eigenschaften benötigst du für

deine Tätigkeit?

Meine Aufgabe ist es, mit meinem Team Ziele zu definieren,

die wir dann gemeinsam verfolgen. Dazu muss

man gut kommunizieren, priorisieren, organisieren und als

Führungskraft eine Vorbildfunktion wahrnehmen.

Haben wir dein Interesse geweckt? Weitere

Informationen sowie alle offenen Stellen

findest du unter: karriere.lidl.ch


4 Kernfragen,

Kernfragen,

1 Kernaussage zur zur

Standortfindung

Orientieren

Orientieren

1/6

1/6

Kein Plan, wo es mit der Stellensuche hingehen

soll? Oder ein zu perfekter Plan, der

dich verunsichert? Unklar, welcher Job zu

dir passt? In allen Fällen verhilft dir dir eine eine wohl-

wohlüberlegte und reflektierte und reflektierte Standortfindung

Standortfindung

Klarheit, zu Klarheit, Struktur, Struktur, Mut und Mut Vertrauen und Vertrau-

für

zu

deine en für nächsten deine nächsten beruflichen beruflichen Schritte. Schritte.

Wer bin ich?

– Was freut dich, was hast du immer schon gerne getan?

– Was schätzen dein Umfeld, deine Freunde

und deine Familie an dir?

– Wie sahen deine Pläne und Ideen als Kind aus,

welche sind geblieben?

Was kann ich?

– Worin bist du so richtig gut, was machst du

speziell gerne?

– Welches sind neben deinen Fachkompetenzen

deine persönlichen, sozialen und emotionalen

Fähigkeiten und Stärken?

– Welches Erfahrungswissen hast du dir angeeignet,

z. B. im Sport, in der Freiwilligenarbeit, in der Musik?

TIPP

Hast du Fragen oder kommst du nicht

weiter? Vereinbare einen Termin zu

unserem Format «Standortfindung».

Besuche hsgcareer.ch.

Selbstreflexion ist die Basis deiner beruflichen

Entscheidungen. Das bedeutet, dich mit dir selbst

auseinanderzusetzen, deine Stärken und Knack-

punkte zu kennen. Diese Fragen können dir dabei

helfen.

Text: Ines Danuser

Was ist mir wichtig?

– Magst du es, wenn es richtig schwierig wird?

– Gehst du Dingen gerne auf den Grund?

– Löst du Probleme gerne pragmatisch oder

magst du es, wenn die Situationen und Teams

immer wieder wechseln?

– Fasziniert dich der grosse Blick aufs grosse Ganze

oder die Details oder doch von allem etwas?

– Möchtest du einen Job mit viel Macht?

– Ein inspirierendes, wohlwollendes Umfeld, Teammitglieder,

die alle hohe Ziele erreichen wollen,

genügend Zeit für Freunde, Freizeit und Familie?

– Eine Arbeit, die sinnvoll und unterstützend ist?

Wo will ich hin?

– Dorthin, wo das Unternehmen, Aufgaben,

Arbeitskultur und Werte einen möglichst

hohen Match ergeben. Bedenke dabei:

100 Prozent Matching ist sehr rar und übersteht

den Realitätscheck kaum.

my HSG Career GET HIRED

41


Bewerben

2/6

my HSG Career GET HIRED

42

Der Lebenslauf?

Herzstück jeder Bewerbung

So punktest du. Einmal strukturieren, bitte. Und: Reduziere aufs Relevante.

Recruiter nehmen sich pro CV maximal 1 Minute Zeit.

Motivationsschreiben

CV für

Studierende

in DACH

Der Name ist Programm. Sag, weshalb du

die richtige Person für diese Stelle bist. Nicht

den Lebenslauf wiederholen, sondern einzelne

Punkte hervorheben, Learnings und

Kompetenzen erläutern. Wenn du doppelt

punkten willst: Schreiben so aufsetzen, dass

es einmalig ist.

Generelles

• Ziel des Lebenslaufs ist, den persönlichen Werdegang darzustellen

• Übersichtliche Gestaltung, um schnell einen ersten Eindruck von dir bekommen zu können

• Umgekehrt chronologisch sortiert (vom Aktuellsten zum Ältesten)

• Empfohlen werden max. 2 Seiten (DACH) oder 1 Seite (USA/UK/Asien) oder gemäss Anforderung Inserat/Website

• Schriftart sollte deutlich lesbar sein, Schriftgrösse nicht kleiner als 8 Punkte

• Keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler

• Kurze und präzise Formulierungen, positiv und aktiv

Dos: Gib Kontaktmöglichkeiten an.

Vergiss nicht, eine telefonische

Voicemail aufzunehmen, damit

Recruiter Nachrichten hinterlassen

können.

Don’ts: Verwende keine

unprofessionelle E-Mail-Adresse wie

z.B. dragonslayer92@mail.com.

1

1

2

3

Neben einem gut strukturierten Lebenslauf

ist ein aussagekräftiges Motivationsschreiben

essenziell für deinen Bewerbungserfolg.

Dos: Hebe deinen Namen hervor.

Nationalität und Geburtsdatum

daneben sind üblich. Optional kann

ein Kurzprofil von ca. 4 bis 5 Zeilen

folgen mit den für die Stelle relevanten

Erfahrungen und Kompetenzen.

Don’ts: Für Studierende grundsätzlich

nicht nötig anzugeben: Zivilstand,

Bürgerort, Elternberufe, Anzahl der

Geschwister.

2

Dos: Fotos sind optional, aber im

3


Geschwister.

Dos: Fotos sind optional, aber im

deutschsprachigen Raum oft

willkommen (professionell, freundlich,

Passfotoformat, auf gute Auflösung

achten).

Don’ts: Keine Freizeitkleidung, keine

privaten Hintergründe (z.B. Balkon).

3

4

Dos: Falls für das Unternehmen

relevant, können optional jeweils

Studienschwerpunkt, Notendurchschnitt,

Praxisprojekte, Thesis

etc. ergänzt werden.

Don’ts: Keine kompletten

Auflistungen absolvierter Kurse

einfügen, Studienschwerpunkt genügt.

4

Dos: Benenne nicht nur das

Unternehmen, sondern auch deine

eigene Funktion und die Abteilung.

Hebe ganz konkret deine

Hauptaufgaben und Projekte hervor,

die für die neue Stelle relevant sind.

Don’ts: Vermeide nichtssagende

Punkte wie «Mithilfe im Sponsoring».

Besser: Was hast du ganz konkret

beigetragen? «Erstellen von

Präsentationen, um neue Sponsoren

zu gewinnen.»

5 5

TIPP

Andere Länder, andere Sitten

Relevant für das USA-CV

– ohne Bild, Religion, Alter,

Dos and Don’ts

+ Bewerbungsbild vom Profi

+ E-Mail-Adresse mit Vor- und

Nachnamen

+ Recruiter korrekt anschreiben

+ korrekte Rechtschreibung

+ formal einwandfrei

– keine Lohnvorstellungen

Mehr Infos zum Thema?

Die vollständige Vorlage findest du auf

hsgcareer.ch

Länderzugehörigkeit

Bewerbungsfotos werden in der DACH-Region erwartet,

in den USA aus rechtlichen Gründen nicht akzeptiert.

– alles auf einer Seite

– chronologie anders als in

DACH-Region

my HSG Career GET HIRED

43


Vorstellen

3/6

Die beste Vorbereitung

fürs Jobinterview

Die erste Hürde ist geschafft, und du bist zu einem Vorstellungsgespräch

eingeladen worden. Gratulation! Nun geht es darum, den positiven Eindruck

im persönlichen Kontakt zu bestätigen. Worauf du achten solltest und welche

Stolpersteine lauern, erfährst du hier.

Text: Djulijana Kilic

my HSG Career GET HIRED

44

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Bevor du

in das Jobinterview gehst, vergewissere dich, dass

du alle benötigten Informationen hast: Datum,

Uhrzeit, Ort und mit welchen Personen du das

Gespräch führen wirst.

Vorbereitung

− Recherchiere über das Unternehmen: Wie viel

Umsatz hat es in den letzten Jahren gemacht, wie

viele Mitarbeitende sind dort beschäftigt, in welchen

Branchen ist es tätig? Das Wissen über alle

Informationen, die auf der Firmenwebsite publiziert

sind, wird vom Bewerbenden vorausgesetzt.

Zudem spannend: Wer ist dein Gegenüber am Vorstellungsgespräch?

Auf LinkedIn und Xing finden

sich vielleicht Gemeinsamkeiten, mit denen du im

Vorstellungsgespräch punkten kannst.

− Kleidung: Auf der Website kannst du dir häufig

ein Bild von Unternehmen und gelebtem Dresscode

machen. Du findest keine Bilder? Dann gehe

in einer Mittagspause zum Firmensitz und beobachte

die Personen, die ein und aus gehen.

− Anfahrt: Zu spät kommen ist ein absolutes No-Go.

Plane deshalb genügend Zeit für die Reise ein,

egal, ob mit dem Zug oder Auto. Solltest du dich

wirklich verspäten, informiere deine Ansprechperson

rechtzeitig von unterwegs.

Im Vorstellungsgespräch

− Das Gespräch beginnt mit dem Eintritt ins Firmengebäude.

Es gibt Recruiter, die ihre Bewerbenden

bereits vor dem eigentlichen Vorstellungsgespräch

beobachten. Wie verhältst du dich an der Rezeption?

Was machst du während der Wartezeit? Bist

du ständig am Mobiltelefon oder liest du interessiert

in den Unternehmensbroschüren? Sei dir bewusst,

welches Verhalten welche Wirkung auf dein

Gegenüber hat.

− Die Begrüssung: Du weisst es sicher schon – dein

Händedruck sollte kräftig, aber nicht zu kräftig

sein. Einen «nassen Fisch» findet auch der Recruiter

uncool.

− Sitzordnung: Vielfach lässt dich der Recruiter

wählen, wo du sitzen möchtest. Manchmal ist die

Sitzposition (aus strategischen Gründen) bereits

vorgegeben.

− Augenkontakt: Versuche immer alle anwesenden

Personen mit einzubeziehen und beispielsweise

nicht nur den Recruiter anzuschauen, sondern alle

anwesenden Personen im Raum.

− Du bist nervös? Keine Panik, das ist ganz menschlich;

du kannst es gerne im Gespräch erwähnen.

Das wirkt beruhigend.


− Fragen zu dir und zu deiner Person werden sehr

häufig zu Anfang des Gesprächs gestellt. Versuche

bei deiner Selbstpräsentation nicht einfach nur

dein CV zu wiederholen. Verpackst du deine

USPs in eine Geschichte, verankern sich Bilder

bei den Recruitern.

− Weitere Fragen solltest du nach der STAR-Methode

beantworten. Wie das funktioniert, erfährst du

auf hsgcareer.ch:

− Welche Fragen auf dich zukommen können?

Schau hier:

− Am Ende des Gesprächs hast du die Chance,

eigene Fragen zu stellen. Halte hier einige parat.

Mit welchen du punkten kannst, erfährst du hier:

Nach dem

Vorstellungsgespräch

− Nach dem Vorstellungsgespräch kannst du dich

bei den Verantwortlichen noch einmal für das

Gespräch bedanken und deine Highlights, was dir

besonders zum Gespräch, zur Stelle oder zum

Unternehmen gefallen hat, hervorheben.

− Am Ende des Gesprächs sollte dich der Recruiter

über das weitere Vorgehen informieren, also wer

meldet sich mit einem Feedback bei wem und bis

wann.

Zeige beim Vorstellungsgespräch mehr

als nur dein CV.

Dos

+ gepflegte Erscheinung

+ 5 bis 10 Minuten vorher

vor Ort sein (nicht früher,

nicht später)

+ Kontaktpersonen mit richtigem

Namen ansprechen

+ informiert sein über das

Unternehmen

+ Fragen aufschreiben, die man

am Ende stellen möchte

+ bedanken für das

Vorstellungsgespräch

«Bleibe authentisch. Sei du

selbst. Und du wirst überzeugen.»

EXTRA-TIPP

Streiche deinen persönlichen USP im

Gespräch heraus. Du kennst ihn noch

nicht? Dann vereinbare einen Termin für

eine individuelle Karriereberatung und

finde deinen USP: my.hsgcareer.ch.

my HSG Career GET HIRED

45


Publireportage

Equipped with an entrepreneurial mindset, we are an

industrial holding company focusing on direct equity

investments in privately-held, medium-sized “Mittelstand”

businesses in Germany, Austria and Switzerland. Armira

engages in established, profitable companies offering high

potential for sustainable value enhancement typically

generating between EUR 50 m and EUR 500 m in sales.

With capital from entrepreneurs and family offices

sharing our long-term investment horizon, we have the

flexibility to take both majority as well as minority

ownership stakes. We see ourselves as responsible

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the acquired businesses.

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We always look to the future. That means you.

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Auftreten

4/6

Dein Auftritt

PERSÖNLICH

VIRTUELL

Im Interview überzeugst du dein

Gegenüber von dir. Damit das gelingt, gilt

es ein paar Punkte zu beachten.

Nie vergessen: Auch die nonverbale

Kommunikation spielt eine wesentliche Rolle.

Blickkontakt

Blick allen Personen direkt in

die Augen. Das zeigt Interesse und

sorgt für gute Aufmerksamkeit.

Körperhaltung

Nutze die gesamte Sitzfläche des

Stuhls und achte darauf, dass du eine

offene Körperhaltung einnimmst.

kleidung

Pass dich deinem potenziell zukünftigen

Arbeitgeber an. Der Dresscode

bei einem Start-up ist anders als etwa

bei einer Bank. Im Zweifel kannst du

beim Unternehmen anrufen.

Authentizität

Sei, wer du bist. Spiele keine Rolle

und antworte ehrlich und offen

auf die Fragen deines Gegenübers.

Übung

Trainiere dein Videointerview

oder deinen persönlichen Auftritt –

am besten mit unseren Career

Coaches.

Technik

Stelle sicher, dass die Technik

funktioniert: Übertragungsgeschwindigkeit,

Kamera und

Mikrofon.

Hintergrund

Platziere dich vor einen

neutralen Hintergrund. So

kann sich dein Gegenüber

auf dich konzentrieren.

Stimme und Tonalität

Setze deine Stimme gezielt ein und sprich

langsam und deutlich.

GET HIRED

47

my HSG Career


Entscheiden

5/6

Mit 6 Fragen zum

richtigen Job

my HSG Career GET HIRED

48

Drei Unternehmen, drei Positionen, eine Wahl. Du hast verschiedene

Bewerbungsprozesse durchlaufen, verschiedene Personen kennengelernt

und mehrere Zusagen erhalten? Jetzt geht’s um die richtige Entscheidung.

Beantworte diese Fragen und du weisst mehr.

Text: Djulijana Kilic

FRAGE 1

Welche Vor- und Nachteile

haben die einzelnen Jobs?

Wäge die Pros und Kontras pro

Stelle und Unternehmen ab.

FRAGE 2

Wie korrespondieren die

Jobs mit deinen Werten und

Vorstellungen?

Überlege dir, was dir wichtig ist:

schnelle Karriere, hoher Lohn,

familiäres Umfeld oder etwas

ganz anderes.

FRAGE 3

Wie kannst du deine Kompetenzen,

Stärken und Interessen

einbringen?

Mach dir Gedanken, wie dein

Arbeitsalltag genau aussehen wird;

auch, wie der Mix zwischen

Daily Business und Projekten ist.

EXTRA-TIPP

− Frage dich, was du liebst, worin du gut bist

und wo du eine Veränderung bewirken kannst.

− Wenn du mehr über das Arbeitsumfeld erfahren

möchtest, suchst du dir am besten Personen,

die in dem Unternehmen ihre Karriere gestartet

haben, z. B. HSG-Alumni.

FRAGE 4

Wie sehen deine Zukunftschancen

aus?

Vergewissere dich über die jeweiligen

Karrieremodelle und wie

du während der Einarbeitungszeit

unterstützt wirst.

FRAGE 5

Wie hast du die Unternehmenskultur

wahrgenommen?

Rekonstruiere noch einmal den

Bewerbungsprozess: Wie ist

der Umgangston, wie die Atmosphäre

und wie dein Gefühl

dabei? Vielleicht hat dich auch

etwas irritiert?

FRAGE 6

Wie könnte dein Arbeitsalltag

konkret aussehen?

Versuche dich gedanklich in die

Zukunft zu versetzen. Wie sind

Arbeitsweg, Arbeitsumgebung,

Arbeit, wie die Kolleginnen und

Kollegen?

Alle Fragen beantwortet und

trotzdem nicht geschlafen?

Wir helfen dir weiter. Komm zu

einem unverbindlichen Beratungsgespräch

ins Career Center:

Gut beraten

+ Werte priorisieren

+ Pros und Kontras abwägen

+ eine Nacht drüber schlafen

+ Bauchgefühl beachten

+ entscheiden


Einsteigen

6/6

Der erste Arbeitstag:

Fluch und Segen

Der Vertrag ist unterschrieben, die Freude gross.

Du hast es geschafft. Dein nächster Karriereschritt ist getan.

Jetzt heisst es abwarten, bis endlich der erste Arbeitstag kommt.

Und der hat es in sich.

Text: Nadine Leemann

Die Zeit bis zum Start ist wichtig. Du solltest sie nutzen und

dich mit dem Unternehmen vertraut machen. Besuch die

Website regelmässig, schau dir die Abteilungen und Teammitglieder

genauer an. Versuche, mehr über Vision

und Mission raus zufinden. Was deckt sich mit

deinen Stärken und Werten?

Was anziehen?

Bei den Interviews konntest

du dir bereits ein Bild vom

Dresscode machen. Überlege

dir bereits ein paar Tage vor

deinem Starttermin, was du

anziehen möchtest. Wichtig

ist, dass du dich wohlfühlst und

alles sauber und gebügelt ist.

Eine gute Vorbereitung ist die

halbe Miete. 100 Prozent ready kann

man nie sein. Eine gewisse Unsicherheit,

spätestens am Tag vor dem Start, ist absolut

normal – beim ersten oder 15. Mal.

Fragen, fragen, fragen

Am ersten Tag gilt es, mit voller Konzentration dein ganzes

Potenzial abzurufen. Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit

und Offenheit sind absolut wichtig. Der Notizblock

ist dein stetiger Begleiter. Benutze ihn für Namen, Tätigkeiten,

Prozesse.

Ein neuer Job ist auch immer ein

neues Abenteuer. Geniesse es.

Das Wichtigste ist jedoch, dass du Fragen stellst: zu deinem

Arbeitsbereich und auch zu den Abläufen. Wann soll ich am

Morgen während meiner Einführung jeweils da sein? Wie

läuft es mit den Pausen ab? Welche Feierabendzeit

ist üblich? Geht das Team

gemeinsam zum Mittagessen? Versuche,

über die ersten paar Tage

hinweg bei dem Rhythmus

des Teams mitzumachen.

Und weisst du was?

Es wird kleine Missgeschicke

geben, zum

Beispiel ein falsch ausgesprochener

Name oder

dass du dich beim Meeting

versehentlich auf den

Chefsessel setzt. Sie sind

völlig okay und gehören dazu.

Solltest du dich in den ersten

Tagen etwas verloren fühlen, ruf dir

in Erinnerung, dass genau DU aus

sämtlichen Kandidatinnen und Kandidaten das

Rennen für diese Position, dieses Team, dieses Unternehmen

gemacht hast. Du kannst das und wirst nach

wenigen Wochen über deine anfänglichen Unsicherheiten,

kleinen Fauxpas und Bedenken zusammen mit deinen

neuen Kolleginnen und Kollegen schmunzeln können.

«Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit,

Freundlichkeit und Offenheit sind in den

ersten Arbeitstagen absolut wichtig.»

Viel Erfolg in deinem neuen Job.

Fotografie: Simon Migaj on Unsplash

my HSG Career GET HIRED

49


CSC Stimmen

«Kenne deine Ressourcen

und nutze sie Was mich weitergebracht hat, ist

der gezielte Einsatz meiner Ressourcen. Sich seiner eigenen

Stärken bewusst zu sein und zu wissen, worin man Kraft

schöpft, führt einen zum Erfolg. Dies hilft nicht nur bei der

eigenen Motivation, sondern auch bei Arbeiten in Teams.

Gleichzeitig erachte ich es als äusserst wertvoll, von meinen

Mitmenschen Feedback zu erhalten und auf diese Weise

po tenziell neue Qualitäten aufzudecken. Zudem ist es mir

wichtig, authentisch zu sein und mit einer gewissen Portion

Humor auf meine Ressourcen zu blicken.»

Catherine Kha, Business Developer

“Know your

resources.”

my HSG Career INSIGHT

50

“To me purpose

means being

passionate and

committed about

what you do.”

«Sinn mit Leidenschaft

und Engagement

Sinn bedeutet für mich, leidenschaftlich

und engagiert einer Aufgabe nachgehen zu

können, die bedeutungsvolle und abwechslungsreiche

Inhalte bietet. Wenn du damit

deine persönlichen Ziele verfolgen kannst,

umso besser. Solltest du darin dich selbst

verwirklichen können – Jackpot. Gib 100 Prozent,

verfolge deine Ziele konsequent, und

dir werden alle Türen für ein sinnerfülltes

Leben offenstehen.»

Gilles Walz, Verantwortlicher Application

Management

«Flexibel, offen und neugierig

bleiben ‹Nichts ändert sich so schnell wie die Lage.› Das

pflegte ein ehemaliger Chef zu sagen. An der HSG bekommen

wir täglich viele Inputs von Studierenden wie von Unternehmen.

Wir sind am Puls der Zeit. Das verlangt nach Flexibilität,

Offenheit und Neugierde. Mir persönlich macht es grossen

Spass, Trends und Entwicklungen zu erkennen und diese Erkenntnisse

in meine tägliche Arbeit einfliessen zu lassen.»

Gerd Winandi-Martin, Leiter Career & Corporate Services

“Nothing

changes as

fast as the

situation.”


Angebot

CSC:

3 Buchstaben für

die beste Karriereunterstützung

my HSG Career

Studierst du an der HSG und bist aktive Karrieregestalterin respektive selbstbewusster

Karriereplaner? Dann bist du beim CSC goldrichtig. Wir sind deine Anlaufstelle für alle Fragen

rund um deine Karriere. Auf den nächsten Seiten erfährst du, wer wir sind, was wir

anbieten und wie du am besten profitieren kannst. Tauche ein. Viel Spass.

hsgcareer.ch

Bilder: Universität St.Gallen

INSIGHT

51


Angebot

Mission? Studierende

und Unternehmen

zusammenbringen.

Standortfindung

Erarbeite deinen USP als idealen Startpunkt für deine

Karriereplanung.

my HSG Career INSIGHT

52

CV und Motivationsschreiben

Lebenslauf und Motivationsschreiben stehen im

Fokus; wir geben dir entscheidende Inputs.

Interview

Trainiere dein Jobinterview mit uns; wir geben dir

wertvolles Feedback.

Zeitversetztes Videointerview

Zeichne zu Hause deine Antworten via Webcam

auf; wir besprechen die Aufzeichnungen danach

gemeinsam.

CSC-Partner

Assessment-Center

Trainiere knifflige Online-Übungen und optimiere

deine Selbstpräsentation.

Wie können wir dich unterstützen?

Wähle das für dich passende Angebot und vereinbare

am besten heute noch einen individuellen Beratungstermin

bei uns im Career Center (01-U110) oder

unter 071 224 31 00. Wir sind gerne für dich da – während

des Semesters und auch in den Semesterferien.

Deine Career Coaches


Eindrücklich?

Eindrücklich!

29’592

4’572

1’587

1’373

1’000+

210

2’050

87×

48

4.9

Unique User hatten wir 2019 auf

hsgcareer.ch.

Studierende sind auf my.hsgcareer.ch

registriert.

Unternehmen sind auf my.hsgcareer.ch

registriert.

Einzelberatungen haben unsere Career

Coaches im Jahr 2019 gemacht.

Mitglieder umfassen unsere Career

Communities auf my.hsgcareer.ch.

User haben wir täglich auf unserer

Plattform.

Stelleninserate wurden im Jahr 2019

publiziert.

wird ein Stellenangebot durchschnittlich

aufgerufen.

Karriereworkshops mit 958 Teilnehmenden

führten wir im Jahr 2019 durch.

ist der durchschnittliche Zufriedenheitswert

im Jahr 2019 (Skala von 1 bis 5). Wir sind stolz

und sagen: Danke, liebe Studierende.

my HSG Career INSIGHT

53


Angebot

In Workshops

und Online-Sessions

zum Profi werden

Karriererelevante Informationen erhalten und über deine Karrierepläne reflektieren

– darum geht’s in unseren Workshops und Online-Sessions. Du kannst

ausprobieren, üben und deine Kompetenzen weiterentwickeln – alles in einem geschützten

Rahmen. 6 Formate und die wesentlichen Take-aways im Überblick.

my HSG Career INSIGHT

54

Your takeaways –

presented by Career Coach

Patricia Heemskerk

1. Career Input:

get ready for

your job interview

You did it! Your application

documents appealed to the

recruiter, and you have been

invited to an interview.

Now, preparation is key.

You will know

– how a typical job interview is

structured;

– how and what you can

prepare; and

– which questions you may expect.

Available as a recording on hsgcareer.ch

and as a live online session

2. Career Input:

CV und Motivationsschreiben

CV und Motivationsschreiben

sind das Handwerkszeug,

wenn du dich bewirbst, und der

Schlüssel für eine Einladung

zum Interview.

Deine Take-aways –

präsentiert von Career Coach

Andrea Wirth

Du erhältst Antworten auf folgende

Fragen:

– Wodurch unterscheiden sich Motivationsschreiben

und CV?

– Welche Elemente und Struktur haben

die beiden Dokumente typischerweise?

– Wie schneidet man seine Bewerbungsunterlagen

individuell auf die Stellenausschreibung

zu?

Gibt’s als Aufnahme auf hsgcareer.ch


3. Career Input:

LinkedIn und

Social Media

Heutzutage sind LinkedIn

und die sozialen Medien übliche

Rekrutierungsinstrumente. Aus

diesem Grund ist ein starker

Auftritt auf den entsprechenden

Plattformen wichtig.

4. Wie weiter

nach der Diss?

Der Abschluss deines Doktorats ist in Sichtweite.

Und dann? In der Forschung bleiben

oder doch lieber in die Privatwirtschaft

wechseln? Welche Karriereoptionen gibt es

für promovierte HSG-Absolventinnen und

HSG-Absolventen?

Deine Take-aways –

präsentiert von Career Coach

Imera Crietee

In dieser einstündigen Veranstaltung lernst du, wie

– du ein aussagekräftiges LinkedIn-Profil

schrittweise aufbaust

– du LinkedIn in deiner Karriereplanung

integrierst

– Personalverantwortliche die sozialen Medien

in ihren Rekrutierungsprozess integrieren

5. Virtual Q & A:

#asktherecruiter

In this session you can ask

questions directly to recruiters

from well-known companies.

This is a great opportunity to

find out how to apply, learn

about dos and don’ts and get

first-hand information.

Your takeaways –

presented by Career Coach

Christina Sandau-Jensen

Gibt’s als Aufnahme auf hsgcareer.ch

und als Live-Online-Session

The main topics include

- how to apply correctly to get your dream job;

- what activities should you list on your

CV vs. what is not important; and

- the differences between industries and

talents they are looking for.

Deine Take-aways –

präsentiert von Career Coach

Ines Danuser

Nach diesem Workshop weisst du,

– welche Möglichkeiten der Arbeitsmarkt für

Promovierte bereithält

– welche Anforderungen das akademische bzw. privatwirtschaftliche

Arbeitsumfeld an dich stellt

– wie dein persönlicher USP (Unique Selling Proposition)

für den jeweiligen Karrierepfad aussieht

Deine Take-aways –

präsentiert von Career Coach

Elke Wüst

6. Career Input:

Vorstellungsgespräch

Ein Interview ist häufig eine grosse

Herausforderung, und für viele

ist selbst der Gedanke daran unangenehm.

Gute Vorbereitung hilft,

gelassen und selbstbewusst mit

dieser Situation umzugehen.

In dieser einstündigen Session

– zeigen wir dir, wie ein typisches Interview abläuft

– erfährst du, welche Arten von Interviews und

Trends es gibt

– erhältst du Informationen, mit denen du dich auf

ein Interview vorbereiten kannst

Gibt’s als Aufnahme auf hsgcareer.ch

my HSG Career INSIGHT

55

Available as a live online session

und als Live-Online-Session


Purpose

Sinnhaftigkeit

als Turbo-Driver

für deinen

Karriereweg

my HSG Career SPOTLIGHT

56

In welchen beruflichen Tätigkeitsfeldern kann ich meine Fähigkeiten

einbringen? Welche Branche passt zu mir? Welchen Karriereweg sollte

ich einschlagen? Drei wichtige Fragen, welche die Studierenden im

Rahmen unseres CSC-Beratungsformats «Standortfindung» oft beschäftigen.

Wir helfen, sie zu klären.

Text: Elke Wüst

Allem voran gilt: Neben den «Hard Facts» wie Kompetenzen

und Interessen sind auch «Soft Skills» wie

persönliche Stärken und Werte bei der Auslotung

möglicher Karriereoptionen einzubeziehen. Die Auswertung

des Career Profilers (s. S. 10) fliesst dabei in

die Beratungen ein. Dieser «Test» basiert auf wissenschaftlich

validen Konzepten, die für sämtliche Be -

rufsfelder entwickelt wurden, um mit möglichst breiter

Perspektive Impulse für passende Karrierewege

zu geben. Wichtig ist, auch die individuellen Motivatoren

bei der Karriereplanung zu berücksichtigen.

Klassische Karriere als Auslaufmodell

In den Beratungen kristallisiert

sich oft heraus, dass Studierende in

ihrer Tätigkeit eine Sinnhaftigkeit

erkennen möchten, um nachhaltig

motiviert und «mit Herzblut» ihre

Stärken und ihr Potenzial mobilisieren

zu können. Auch in der Xing-Gehaltsstudie

2019 1 wird deutlich, dass die «klassische

Karriere» mit einem zentralen monetären Ansporn

«ein Auslaufmodell» ist. Vielmehr verfolgen Arbeitnehmende

zunehmend das Ziel, einen Job auszuüben,

der «erfüllt und fordert – und darüber hinaus

mit dem Leben im Sinne der viel zitierten Work-Life-

Balance harmoniert».

Gemäss dieser Studie sind in der Schweiz 62 Pro -

zent der Befragten bereit, für eine erfüllende Tätigkeit

oder eine gesellschaftlich verantwortungsvolle

Aufgabe Verdiensteinbussen zu akzeptieren; in

Deutschland liegt dieser Wert bei 50, in Österreich

«Wahrgenommene

Sinnhaftigkeit

bei der Arbeit dient

aus meiner Sicht

als natürliche

Energiequelle für die

Potenzialentfaltung.»


bei 49 Prozent. Im Kontext der Fragestellung, welche

beruflichen Tätigkeitsfelder oder Branchen passen,

lohnt es sich – in Anlehnung an Tatjana Schnell,

Sinnforscherin, Universität Innsbruck –, die jeweilige

Relevanz der «Sinnhaftigkeit» individuell im Hinblick

auf folgende vier Punkte zu beleuchten:

1. Orientierung: Ich kann mich mit den Zielen der

Unternehmung identifizieren. Wie sehr ist dir in

hoch arbeitsteilig und spezialisiert organisierten

Wertschöpfungssystemen der direkte Einfluss auf

die Produkte oder Dienstleistungen wichtig? Wie

sehr schliesst du nicht nachhaltige Betätigungsfelder

aufgrund der möglichen Ziel- und Rollenkonflikte

aus? Analysierst du also deine persönlichen

Voraussetzungen für Sinnstiftung und damit für

eine Identifikation mit dem Arbeitgebenden bzw.

eine intrinsische Motivation? Hieraus ergibt sich

in der Folge die Frage der Bedeutsamkeit.

2. Bedeutsamkeit: Meine Tätigkeit hat positive

Konsequenzen. Frag dich, wie sehr du erfüllt bist,

wenn du ein Kundenproblem lösen oder allgemein

Menschen fördern bzw. unterstützen kannst.

Hier kann auch die im Folgenden erwähnte Kohärenz

eine wichtige Rolle spielen.

3. Kohärenz: Was ich tue, passt zu mir und meinem

Lebensstil. Hinterfrage gezielt deine Interessen.

Hat deine Naturverbundenheit eine tiefere Bedeutung

im Sinne von Nachhaltigkeitsbeiträgen auf

gesellschaftlicher Ebene oder dient sie dir lediglich

als Ausgleich zu kognitiven Herausforderungen?

4. Zugehörigkeit: Ich fühle mich wertgeschätzt,

eingebunden und bekomme Verantwortung. Hier

angesprochen sind die höheren Zieldimensionen

nach Maslow, die über die reinen Existenzsicherungsbedürfnisse

oder die blosse Zugehörigkeit

zu einer Organisation hinausgehen.

Wahrgenommene Sinnhaftigkeit bei der Arbeit dient

aus meiner Sicht als natürliche Energiequelle für

den persönlichen Drive, die Potenzialentfaltung, das

Über-sich-Hinauswachsen und damit nicht zuletzt

auch für die Zufriedenheit bei der Arbeit.

Dies besagt auch die aktuelle Studie «Global Human

Capital Trends 2019» von Deloitte 2 : «Meaning

is an aspirational driver», das heisst, ein individuell

empfundener Sinngehalt ist eine Conditio sine qua

non für eine erfolgreiche Karriere.

Meine Empfehlung: Kläre möglichst tief gehend

die Bedeutung der Sinnhaftigkeit für dich persönlich

und hinterfrage diese regelmässig.

my HSG Career SPOTLIGHT

57

ZUR PERSON

Elke Wüst ist CSC-Karriereberaterin.

Sie gilt als passionierte menschenorientierte

Brückenbauerin mit langjähriger

Vertriebs-, Führungs- und HR-

Erfahrung in der Finanzbranche; ist

erprobt in Sprüngen ins kalte Wasser

und in der nötigen Gelassenheit –

sollten die Ereignisse einmal höhere

Wellen schlagen. Mit Mut, geduldiger

Willensstärke und ansteckender Begeisterung

zum Ziel.

Mehr Infos

Brauchst du Navigation durch die

vielfältigen Karriereoptionen, damit du

mit dem richtigen Drive den passenden

Weg findest? Wir sind gerne für

dich da: hsgcareer.ch.

1

https://gehaltsstudie.xing.com

2

https://www2.deloitte.com/uk/en/pages/human-capital/articles/introduction-human-capital-trends.html#qr=sense%20is%20an%20aspirational%20driver


Termine

Für die Agenda –

bereits

jetzt vormerken

HSG

CAREER

DAYS

my HSG Career INSIGHT

58

HSG Banking Days

The HSG Banking Days is the biggest career

event at the University of St.Gallen (HSG) in

the autumn semester and serves as a bridge

between the world’s most prestigious financial

services firms and our talented students.

Students and company representatives have

the opportunity to find their match during

the different get-togethers. We offer you the

exciting opportunity to meet decision-makers

from all over the world face to face.

hsgbankingdays.ch/for-students

HSG Career Days

An den HSG Career Days (mit Fokus FMCG, Industry,

Legal und Luxury) sind viele Unternehmen und

potenzielle Arbeitgeber vor Ort. Selbst wenn du noch

kein konkretes berufliches Ziel vor Augen hast, lohnt

es sich, Karriereevents zu besuchen. Weshalb?

– Wichtige Kontakte für künftige Praktika oder

den Berufseinstieg knüpfen

– Im Austausch das Thema deiner Abschlussarbeit

finden

– Einen ersten Eindruck von Unternehmen gewinnen

– Einen guten ersten Eindruck hinterlassen

hsgcareerdays.ch

Watch the video here

bit.ly/hsg-bankingdays

Hier Video ansehen

bit.ly/hsg-careerdays

Weshalb du unbedingt dabei sein solltest: «Mach deinen

ersten Karriereschritt und nimm an den branchenspezifischen

Events teil. Lerne Unternehmen aus den Bereichen Banking, FMCG,

Industry, Legal und Luxury kennen. Das ist deine Chance, direkt

mit Fachpersonen in Kontakt zu treten und Türen zu deinem

zukünftigen Arbeitgeber zu öffnen. Die verschiedenen Eventformate

finden bei uns am Campus oder in einer ausgewählten, zum Thema

passenden Location statt.»

Nadine Leemann, Projektleiterin HSG Career Days und HSG Banking Days


HSG TALENTS Conference

Die HSG TALENTS Conference ist eine studentische Initiative

und bringt als der offizielle Karriereevent der Universität

St.Gallen jedes Jahr über 100 Unternehmen und mehr als

1’700 Studierende in Kontakt. Organisiert wird die Conference

von einem sechsköpfigen Studierendenteam unter der

Leitung des Bereichs Career & Corporate Services (CSC).

Die HSG TALENTS Conference bietet den Studierenden

der Universität St.Gallen eine einzigartige Möglichkeit,

Unternehmensvertreterinnen und -vertreter hautnah kennenzulernen

und erste Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern

zu knüpfen. Gleichzeitig gibt sie den Unternehmen

die Möglichkeit, im Rahmen des Events neue talentierte

Studentinnen und Studenten für ihre Firma zu rekrutieren.

Das Opening Panel bildet den Einstieg zur Conference, die

sich über drei Wochen erstreckt und mit den verschiedenen

Modulen zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten zwischen

Studierenden und Unternehmen bietet.

hsgtalents.ch

Hier Video ansehen

bit.ly/hsg-talents

my HSG Career INSIGHT

59

Weshalb du unbedingt dabei sein solltest:

«Du kannst dich für keine Branche entscheiden und möchtest gleich die gesamte

Bandbreite kennenlernen? An der HSG TALENTS Conference kannst du genau

das tun. Du lernst zukünftige Arbeitgeber in ungezwungener Atmosphäre kennen

und kannst wertvolle Kontakte an der Messe knüpfen. Hier findest du das, was

zu dir passt.»

Simon Mächler, Projektleiter HSG TALENTS Conference


Erster Arbeitstag

So war's

Eine fancy

Jobbezeichnung?

Könnte ein

Fallstrick sein.

my HSG Career BEST PRACTICE

60

Jessica Eberle-Gubser studierte BWL und Marketing

an der Universität St.Gallen und ist seit Januar 2020

National Sales Trainerin bei der Hilti Schweiz AG.

Jessica begann ihre Karriere nach dem Masterstudium

als Marketing und Sales Career

Starter bei der Hilti AG.

«Ich erinnere mich sehr gut an meinen ersten

Arbeitstag nach meinem Masterabschluss. Verkaufserfahrung

hatte ich bereits zwischen Bachelor- und

Masterstudium bei Manor sammeln können; durch

den Branchenwechsel fing ich, was das Fachwissen

anbelangt, wieder bei null an. Dies zwang mich,

meine Komfortzone zu verlassen. Ich brachte die

notwendige Offenheit und den entsprechenden Einsatzwillen

mit.

Als Marketing und Sales Career Starter beginnt

man als Aussendienstmitarbeiterin/-mitarbeiter mit

voller Umsatzverantwortung in einer bestimmten

Branche und arbeitet ab dem zweiten Jahr gleichzeitig

an einem Marketingprojekt. Der Verkauf von Dübeln

und Bohrhämmern erfüllt mich – in einem Masse,

wie ich es davor noch nie erlebte. Dass man für den

Verkauf ein Studium benötigt, ist für viele nicht klar

oder nachvollziehbar. ‹Du mit deinen Fähigkeiten

«Der Verkauf

von Dübeln und

Bohrhämmern

erfüllt mich –

in einem Masse,

wie ich es

davor noch nie

erlebte.»

und Kompetenzen

bist doch

zu Höherem

berufen›, hörte

ich oft aus dem

eigenen Umfeld.

Zu dieser

Aussage passt,

dass man von

vielen Berufen

eine bestimmte

Vorstellung hat, die mit der Realität jedoch vielfach

nicht übereinstimmt. Vorsicht, denke ich, ist

bei fancy Jobbezeichnungen geboten. Sie könnten

einen langweiligen und wenig erfüllenden Jobinhalt

bedeuten, während andere, weniger fancy klingende

sehr erfüllend sein können.»

TIPP

Damit du im Verkauf erfolgreich bist,

benötigst du eine positive Einstel-

lung sowie gesundes Selbstvertrauen,

gepaart mit einem authentischen

Auftreten, einem starken Willen zum

Erfolg und mit dem Ansporn, dich

ständig zu verbessern.


So war's

Von Anfang an

das Wissen im

Arbeitsumfeld

nutzen

Livia studierte Quantitative

Economics and Finance an der

Universität St.Gallen. Sie arbeitete

während des Studiums

bei Unisport und als freischaffende

Fotografin. Heute ist sie

Consultant Data Science bei

STATWORX GmbH.

«Bereits beim Vorstellungsgespräch

in Frankfurt sagten mir die Start-up-

Kultur und das Open-Space-Office

bei STATWORX zu. Als ich den Vertrag

unterschrieben hatte, konnte

ich meinen ersten Arbeitstag kaum

erwarten. Gross vorbereitet habe

ich mich nicht; musste ich auch

nicht. Denn der erste Arbeitstag war

perfekt durchgeplant: Mir wurde

alles Organisatorische gezeigt, ich

hatte Introsessions mit verschiedenen

Livia Eichenberger absolvierte den Master in Quantitative

Economics and Finance (MiQE/F) und arbeitet seit

September 2019 bei STATWORX GmbH als Consultant

Data Science.

Abteilungen und Personen, wie beispielsweise dem

Marketing oder unserem Head of Data Science, und

lernte meine Kolleginnen und Kollegen bei einem

gemeinsamen Mittagessen kennen.

Die ersten sechs Monate war ich im Hauptsitz in

Frankfurt tätig. Seit März 2020 arbeite ich in Zürich,

wo wir zurzeit noch ein kleineres Team sind. Mir

war von Anfang an wichtig, Mehrwert zu generieren.

Ich suchte – unter Berücksichtigung interner

Guidelines – nach Lösungen, auch wenn ich mir

im Voraus nicht immer zu 100 Prozent sicher war.

Bereits nach wenigen Wochen war ich Teil von Projektteams.

Ich konnte beispielsweise Unternehmen

beraten, Datenanalysen erstellen oder Produkte wie

Machine-Learning-Algorithmen oder Dashboards

erarbeiten. Ich kann allen Studierenden nur raten:

Probiert aus, setzt euer gelerntes Wissen bestmöglich

im Arbeitsumfeld ein

«Probiert aus, setzt

euer gelerntes

Wissen bestmöglich

ein und bleibt

neugierig.»

und bleibt neugierig.»

my HSG Career BEST PRACTICE

61


Muntermacher

Karriere hat

viele Gesichter …

Welcher Karrieretyp bist du? Falls du (noch) keine Antwort auf diese Frage hast –

deine USPs verraten dir viel über deine berufliche Zukunft. Wer bist du, was

ist dir wichtig, was interessiert dich, worin bist du gut? Vielleicht ist unter unseren

Vorschlägen etwas für dich dabei. Lass dich inspirieren.

Büsinesstalent

my HSG Career SNACK IT

62

Träume? Träume sind für Träumer.

Wünsche sind da, um in Erfüllung zu

gehen. Du wartest nicht, du holst dir,

was du willst. Zielsicher und effizient.

So läuft das im Business.

Haarmonicer

Lieber cooles Team statt steile Karriere –

und die Work-Life-Balance im Griff. Du

wägst ab, akzeptierst Kompromisse und

suchst in allen Lebenslagen nach dem

Win-win.

Foundeer

Lange Businesspläne sind nicht so

dein Ding. Viel lieber lässt du Taten

sprechen. Du steckst voller Ideen

und Möglichkeiten und willst jeden

Tag die Welt bewegen.


Haiclimber

Dein Denken und Handeln ist auf

Resultate getrimmt. Immer steil nach

oben. Hindernisse überwindest du

spielerisch oder manövrierst dich

geschickt drumherum.

Teeoretiker

Veränderungen schön und gut, aber

bitte in Ruhe. Und gefälligst ordentlich.

Bevor du dich entscheidest,

gehst du den Fakten auf den Grund

und prüfst jedes Detail.

my HSG Career SNACK IT

63

Bärsonaler

Du bist kommunikativ und interessierst

dich für Menschen und deren

Geschichten. Soft Skills sind für dich

die Hard Facts – schliesslich geht es

im Leben immer um Personality.

Beeliever

Was für eine Power! Du vertraust

auf dich und deine Fähigkeiten. Diese

Stärke ist eine grosse Gabe – nutze

sie zu deinem Vorteil, und dir stehen

alle Türen offen.


Liebe Studierende, wie

denkt ihr über das CSC?

INSIGHT

64

my HSG Career

«Der Berufseinstieg nach dem

Studium ist für jeden Studierenden

ein grosser Schritt. Das

CSC-Team hat mich bei diesem

Prozess ausgezeichnet unterstützt.

Die Career Coaches halfen

mir, meinen persönlichen USP

bei den Bewerbungsunterlagen

besser hervorzuheben, und sie

bereiteten mich auf schwierige

Fragen im Jobinterview vor.»

Anita Gierbl, M.A. HSG Accounting

and Finance, Ph.D. Candidate

«Auf das CSC aufmerksam geworden

bin ich an den Kick-off

Days. Ich besuchte Beratungen

und nahm an Workshops teil.

Danach konnte ich viel besser

einordnen, wodurch ich in der

Vergangenheit geprägt wurde,

welches meine wahren Ziele

für die Zukunft sind und wie

ich diese erreichen kann. Die

persönliche Beziehung zu den

Coaches erhöht die Qualität und

den Tiefgang der Beratung – ein

eindeutiger Grund, das CSC allen

Studierenden der HSG weiterzuempfehlen.»

Felix Prinz, M.A. HSG Unternehmensführung

und CEMS

«Eine massgeschneiderte Strategie,

die meine Persönlichkeit

widerspiegelt und gleichzeitig auf

das Unternehmen abgestimmt ist –

das ist mir wichtig, wenn’s um

meine Karriereplanung geht. Das

CSC-Team hat mich als wertvoller

Mentor während des gesamten

Bewerbungsprozesses unterstützt,

mich in meinem bereits

eingeschlagenen Karriereweg

bestätigt und mit den Fähigkeiten

ausgestattet, um diese Ziele auch

tatsächlich zu erreichen.»

Kathrin Brandstätter, M.A. HSG

Accounting and Finance

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ist nur ein paar Klicks entfernt.

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und profitier von unseren

vielfältigen Angeboten.

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Muntermacher

Alles für den

Karrierekick

2

Wenn alle anderen die schönen Sommertage geniessen, sitzt

du in deinem Kämmerchen und lernst. Niemand hat gesagt,

dass die Studienzeit ein Zuckerschlecken wird. Wie’s trotzdem

etwas leichter wird? Mit diesen 6 Helfern.

Let’s translate

Was haben wir nur gemacht,

als es «DeepL» noch nicht gab?

Das war einmal. Tschüss,

Sprachbarriere.

4

1

Ruhe, bitte

Für einmal heisst es nicht «Augen zu und durch»,

sondern «Kopfhörer aufsetzen und los». Am besten

Run for it

Immer nur lernen? Geht doch gar nicht.

Pack deine Sportsachen und lass mal kurz

die Sau raus. Kopf lüften, Körper aktivieren,

weiter geht’s.

die mit Noise Cancelling. Einfach brillant.

6

3Gehirndoping

Es heisst nicht umsonst Student(inn)en-

futter. Nüsse sind kleine Super-

heroes: gut für Gedächtnis und Konzentration.

5

Battery low?

Bloss nicht! Was wären wir heute nur

ohne unsere elektronischen Begleiter.

Bleib connected. Immer. Überall.

my HSG Career SNACK IT

65

Es hät, solang’s hät!

Unlock your career

Und der Erfolg ist gesichert. Alles andere

übrigens auch. Du willst eines unserer

HSG-Schlösser? Besuche uns im

Career Center, und wir schenken dir das

praktische Gadget.


Green Work

my HSG Career TRENDSETTER

66

The changes,

chances and challenges

of sustainability

Photography: Steve Walls

Climate change, Greta, Fridays for Future – we are constantly surrounded

by those words and events. But what does “Green Work” mean and how

will it change our personal daily lives and careers in the future? We had

the opportunity to speak to Dr. Judith Walls, Professor and Chair

for Sustainability Management at the Institute for Economy and the

Environment, University of St.Gallen (HSG).

Interview: Nadine Leemann


What is meant by green work?

There is not really a standard or set definition. In the

past, the term “green collar jobs”, like the standard

blue collar or white collar, was used for people

working in the agriculture sector. Nowadays, green

collar refers to anybody that works in the sustainable

world. This could include many things, from

clean tech companies to renewable energies, but it

could also mean people or companies that work in

the sustainability department or have some kind of

mandate in their job with regard to sustainability. I

think it is a very broad definition.

“If a company

does greenwash,

they lose

legitimacy

which is risky

for them.”

Don’t you think that all the talk about sustainability

and climate debates are just a trend?

Definitely not. The idea has bounced around

since the 1970s. The problem is, the environmental

damage we are causing is not temporary. We have

climate change; the world’s global temperatures are

rising. We have an increase in pollution especially in

developing nations. We have problems with carbon

cycles, we have huge issues with biodiversity. These

are things we need to address and we need to do it

urgently. All the movements are highlighting how

important this is, especially for the younger generation.

Someone born after 2012 has only ever known

a world with climate change and that is something

that affects them negatively.

It is everywhere. Companies cannot get around

the topic.

There is obviously a lot of talk about greenwashing,

which means that companies say they will do one

thing and in reality they are doing something else.

But my feeling is that companies are doing more and

more. It is an overwhelming issue to face. But once

they have started, they are also held accountable

by their stakeholders and staff. If a company does

greenwash, they lose legitimacy which is risky for

them.

How will this change affect us in our daily life?

We need to move towards a fully circular, green

collar economy. We have no choice. We must adopt

a more sustainable way of doing business and a sustainable

way of life. And we have to do it fast. This

is of course affecting the type of jobs that are available

within companies and therefore also for people. We

can also see that millennials want jobs with purpose

and that includes environmental and social sustainability.

In fact, they want this so much that they are

willing to take a cut in salary – as long as they have

a job with purpose.

But actually, pay cuts may not be necessary. Looking

at statistics from the US, you will see that the

median annual wage of a green job is actually higher

my HSG Career TRENDSETTER

67


Green Work

my HSG Career TRENDSETTER

68

than the median for all jobs generally. This I find

interesting. I am no expert in this field, but what I

suspect is that it has to do with the particular skills

that are required for this field. It certainly changes

how we train people, for example in business schools.

I would say here at the HSG, a big driver is still

wanting to earn a lot of money and pursue a

successful, well-paid career. Has the trend you

just mentioned arrived at the HSG yet?

We have to take the background of the HSG into

account. We are positioned purely as a business

school, located in a conservative part of Switzerland.

This might be a reason why it is taking a little bit

longer for some of our students to take an interest

in this issue. The good news is that at the HSG we

have ten student-driven organizations that focus

on sustainability. There is a lot of general interest,

but we can still do more, especially when it comes

to teaching. The university also signed the UN

Climate Emergency letter in 2019. One goal of this

initiative is to integrate sustainability across the

curriculum. That means students will start to become

more exposed to the topic.

As a student, why should I take a course in

sustainability?

The students who have a bit more foresight of

where the world is going in the next few years

would see a reason why. Mark Carney, former

governor of the Bank of England, recently stated

that the transformation to corporate sustainability

must involve the financial industry. In fact, it plays a

hugely critical role. Companies that are not addressing

climate change will eventually lose market

value. It is already happening and companies that

are less active when it comes to sustainability are

valued lower. Actually, I think firms in the financial

sector are especially looking for students who are

going beyond – thinking 30 years ahead. The current

Covid-19 crisis presents another opportunity. Many

politicians are already talking about a Green Recovery

from the current economic downturn.

So, the growth continues?

Even though we are currently in an economic

downturn, there are signs that green jobs will be

important – also during our recovery. The United

“… millennials want

jobs with purpose

and that includes

environmental and

social sustainability.

In fact, they want

this so much that they

are willing to take a

cut in salary – as

long as they have a

job with purpose.”


“The United

Nations estimates

that by 2030

there will be

24 million new

green jobs.”

ABOUT

Professor Judith Walls is Chair for Sustainability

Management, Professor at the School of Management

and Co-Director of the Institute for Economy and the

Environment (IWÖ) at the University of St.Gallen (HSG).

Her research focuses on sustainability governance, in

particular the aspects of leaders at the top of the

organization. She has a special interest in biodiversity and

land use issues. Prof. Walls has published her work

in top academic journals as well as practitioner-oriented

outlets, and also serves on several editorial boards.

She is currently the Chair of the Organizations and the

Natural Environment (ONE) division at the Academy

of Management. Prior to her academic career, Dr. Walls

worked in investor relations consulting in Europe and

Asia-Pacific. She has also volunteered extensively with

conservation organizations in Namibia, Botswana, and

Mongolia, working on topics related to human-wildlife

conflict at the local community level.

Nations estimates

that by

2030 there will be

24 million new

green jobs. In the

European Union

green jobs have been the fastest growing area of all

jobs; the number of green jobs has grown by about

50% in the last 15 years, compared to the normal job

growth of about five to six percent across Europe. It

is an area that will increase very fast – at the same

time we will see some job losses in less desirable

industries such as in the brown sector*. This trend

means that we need a retraining of skillsets. I think

from a policy perspective these kinds of things are

important to think about. How do we transition to a

green economy and how does it affect people? It is a

huge change which is very interesting and necessary.

Den Green-Work-Puls gefühlt

Carbon-free Mobility, Plastic-free

Working und Energy Reduction – das

sind drei Ansätze, wie junge Menschen

einen Green-Work-Beitrag in

ihrem Arbeitsalltag leisten wollen.

Die Antworten stammen aus einer

Umfrage mit 96 Teilnehmenden,

die wir im Rahmen dieser Publikation

erstellt haben. Wir picken 5 Ergebnisse

heraus.

7.8 So wichtig ist das Thema Green

Work im Kontext «neuer

Arbeitsplatz» auf einer Skala von

1 bis 10.

> 50% Für mehr als die Hälfte ist der

ökologische Fussabdruck eines

Unternehmens ein entscheidungsrelevanter

Faktor bei der

Wahl des Arbeitsplatzes.

Velo Der 2-Räder kommt vor dem

Auto.

Sinnhaftigkeit Purpose ist wichtiger als Geld.

Bringschuld? Nicht nur. Es geht um Hol- und

Bringschuld, wenn man etwas

bewegen möchte.

Energy Reduction

Plastic-free Recycling

Working Stromsparmodus

Wiederbenutzbare

Wasserflasche

Meal Prep

my HSG Career TRENDSETTER

69

*Brown sector: Companies which operate in the oil or coal sector.


Future Jobs

Sinnhafter, fitter,

sicherer … dank dir?

Heute hier, morgen dort. Die Welt ist in einem Wettrennen mit sich selbst. Neue

Technologien, demografischer Wandel und Umweltthemen sind tägliche Begleiter.

Die Berufswelt verändert sich mit. Neue Berufsbilder entstehen. 3 Jobs der Zukunft.

Text: Anne-Lea Marte

TRENDSETTER

Fitness Commitment Counselor

70

Chief Purpose Planner

Welchen Purpose verfolgen die Firmen mit

ihrer Geschäftstätigkeit? Welchen Beitrag

zur Gesellschaft leisten sie? Genau hier

setzt der Chief Purpose Planner an. Er berät

Firmen bei der «Sinnentwicklung» und

kommuniziert diesen Sinn nach aussen. Im

Fokus: die Anspruchsgruppen des Unternehmens.

Genug Sinn für dich?

Wir kennen sie alle, die kleinen Fitnessbegleiter im

Alltag. Sie erinnern uns, wenn wir uns zu wenig bewegen,

oder gratulieren bei erreichten Tageszielen.

Was wir daraus machen, ist unsere Sache. Der Fitness

Commitment Counselor überwacht die körperlichen

Aktivitäten seiner Kundschaft, fungiert

als Coach aus der Ferne und motiviert sie auf dem

Weg zu einer besseren Gesundheit. Selbst fit genug?

Genug Sinn für dich?

Virtual Identity Defender

Schon einmal etwas von «Deepfakes» gehört? Mit den

enormen Fortschritten der künstlichen Intelligenz dürfte es

bald möglich sein, so überzeugende Audio- und Videofälschungen

zu erstellen, dass kaum mehr zwischen echt und

unecht zu unterscheiden ist. Der Virtual Identity Defender

hilft dabei, virtuelle Identitäten anhand eines digitalen Prüfzeichens

vor Verfälschungen zu schützen. Liegt hier deine

Passion? Genug Sinn für dich?


CSC Stimmen

«Gönn dir ab und zu eine

schwedische Pause. Wünschen wir uns nicht

alle eine erfüllende und sinnvolle Arbeit? Erstrebenswert ist es

allemal. Mir erscheint wichtig, dass neben dem Arbeitsinhalt

vor allem auch der Teamspirit nicht zu kurz kommen darf.

Eine gute Möglichkeit, diesen zu fördern, ist ‹Fika›: die schwedische

Kaffeepause. Hier einen Kaffee trinken mit Kolleginnen

und Kollegen, dort etwas Kleines essen, immer dann, wenn

man es braucht. Ungezwungen und locker zusammen sein,

den Kopf frei bekommen und wieder Energie tanken – das

macht Lust auf mehr; auch auf mehr ‹Fika›.»

Christina Merri-Madsen, Assistentin Career & Corporate

Services

“Swedish break:

‘Fika’ is a short

break, giving a

chance to ‘air’

our brains and

refuel with

inspiration from

others.”

“Our deepest

fear is not

that we are

inadequate, it

is that we are

powerful beyond

measure.”

Nelson Mandela

«Das Beste, was du werden

kannst, bist du. Oft sagen Studierende, sie

wissen nicht, was sie wollen. Wenn wir allerdings über

Fähigkeiten, Interessen und Werte sprechen, sind die

Vorstellungen häufig sehr klar. Viel eher steht die Frage

im Zentrum, ob es gut genug ist, was sie vorhaben, oder

ob sie nicht besser so oder so sein sollten. Meine wertvollsten

Erfahrungen machte ich, wenn ich tat, was für

mich richtig war, und nicht unbedingt das, was andere für

gut befanden. Letzteres sagt oft mehr über die Ängste und

Überzeugungen des Gegenübers aus als über dich selbst

oder deine Idee.»

Imera Crietee, Career Coach

my HSG Career INSIGHT

71

«Keep moving – mentally

and physically. Während meiner langen und

vielseitigen Karriere waren mir stets drei Dinge besonders

wichtig: Mut, Lernbegeisterung und Bewegung.

Geh mutig deinen eigenen Weg, traue dich, unbekanntes

Terrain zu entdecken. Lerne jeden Tag aus Situationen, von

Aufgaben und von Menschen. Wachse an den Herausforderungen

des Lebens und trau dich, Fehler zu machen.

Nicht alles ist planbar. Du kannst nur gewinnen oder

lernen. Bewege dich körperlich, mental und emotional.

Bleib situationselastisch.»

Ines Danuser, Senior Career Coach

“To do what

I love and to

love what I do –

that’s purpose

for me.”


Career & Corporate Services

Universität St.Gallen (HSG)

Gatterstrasse 1

9000 St.Gallen

+41 71 224 31 00

csc@unisg.ch

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