Stadtcasino_Leseprobe
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Hrsg. Casino-Gesellschaft Basel<br />
STADT<br />
CASINO<br />
BASEL<br />
Gesellschaft, Musik und Kultur<br />
Esther<br />
KELLER<br />
Sigfried<br />
SCHIBLI
Impressum<br />
Alle Rechte vorbehalten<br />
© 2020 Friedrich Reinhardt Verlag<br />
Projektleitung: Michael Martin, Friedrich Reinhardt Verlag<br />
Redaktionskommission: Christoph Gloor, Danilo Tondelli, Urs Giger, Tobit Schäfer<br />
Texte: Esther Keller, Sigfried Schibli et al.<br />
Grafik: Franziska Scheibler<br />
Korrektorat: Daniel Lüthi<br />
ISBN: 978-3-7245-2436-6<br />
www.stadtcasino-basel.ch<br />
Der Friedrich Reinhardt Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Struktur-<br />
beitrag für die Jahre 2016–2020 unterstützt.
HANS HUBER-SAAL UND ORGEL<br />
Das mithilfe von Hans Huber geweckte Interesse der Basler Bevölkerung an der Musik liess<br />
die Casino-Gesellschaft über die Erweiterung des <strong>Stadtcasino</strong>s nachdenken. Schon während<br />
der Planung für die Norderweiterung des <strong>Stadtcasino</strong>s prüfte die Casino-Kommission<br />
eine Erweiterung gen Osten, also in Richtung des Steinenbergs. Nun zeigten die Erfahrungen<br />
des laufenden Betriebs, dass es im <strong>Stadtcasino</strong> auch an ergänzenden Räumlichkeiten<br />
fehlte. Die Musikerinnen und Musiker sowie die Vereine, die das <strong>Stadtcasino</strong> nutzten,<br />
hatten Bedarf nach einem Stimmzimmer, nach Künstlerzimmern, einer Bibliothek sowie<br />
zusätzlichen sanitären Anlagen. Zudem wünschte man sich einen Saal, der sich für Proben<br />
und Kammermusik-Konzerte besser eignete.<br />
Um die Jahrhundertwende findet man – in Zusammenhang mit der Planung einer neuen<br />
Heizungsanlage – in den Protokollen wieder Hinweise auf diese «längst gehegten Pläne<br />
eines Anbaues an den Musiksaal auf dem uns gehörenden Land am Steinenberg». Die Pläne<br />
für den «Anbau mit Diensträumlichkeiten und Saal im 1. Stock» trugen wiederum die<br />
Handschrift von Johann Jakob Stehlin. Die Kommission liess sie von Fritz Stehlin überarbeiten<br />
und kam zum Schluss, dass ein Anbau in sinnvollen Dimensionen nur möglich<br />
war, wenn die Stadt Basel bereit war, die geltende Baubeschränkung auf dem Grundstück<br />
zu löschen. Diese sah vor, dass die Bauhöhe auf das Niveau des Musiksaales limitiert war.<br />
Die Kommission argumentierte, dass «diese Servitut seinerzeit aus dem Grunde errichtet<br />
werden musste, damit nicht dem Historischen Museum allzuviel Licht entzogen würde»<br />
und dass dieser Grund heute nicht mehr bestehe. Die Regierung liess dies abklären und<br />
Der Steinenberg mit dem neuen Anbau ganz rechts im Bild.<br />
90
Steinenberg und <strong>Stadtcasino</strong> vom Kohlenberg aus, links zum Barfüsserplatz. Das alte Casino (1824-1938) wurde von<br />
Architekt Melchior Berri erbaut. An der vorderen Ecke einer der berühmten Baslerdybli-Briefkästen (auch M. Berri).<br />
empfahl in der Folge im Ratschlag zuhanden des Grossen Rats die Löschung der Baubeschränkung:<br />
«Die Beschränkung war der Gesellschaft auferlegt worden, um den untern<br />
Räumen der Barfüsserkirche, in der das Historische Museum untergebracht werden sollte,<br />
genügende Beleuchtung zu sichern. Die Prüfung der Angelegenheit hat nun ergeben, dass<br />
der projektierte Anbau die Beleuchtung des Museums nicht in bedenklicher Weise beeinträchtigen<br />
würde. (…) Die Altertümer (des Historischen Museum) sollen in dem Hof zwischen<br />
Musiksaal und Kirche neu aufgestellt werden. Von diesem Hof, der zur Allmend<br />
gehört, würde dann längs dem Musiksaal ein Streifen von 4–5 m als Ausgangsweg durch<br />
ein Gitter abgetrennt.» Der Grosse Rat folgte der Empfehlung der Regierung und bewilligte<br />
im Juni 1903 den Vertrag für die Vergrösserung des Musiksaalgebäudes.<br />
Im März 1904 begannen die Bauarbeiten. Nur ein Jahr später, im Oktober 1905, rechtzeitig<br />
für die Saison 1905/1906, wurde der Anbau eröffnet. Die Casino-Gesellschaft verzichtete<br />
auf ein grosses Einweihungsfest. Dies lag offensichtlich nicht daran, dass man mit dem<br />
Resultat des Anbaus nicht zufrieden war – im Gegenteil. Das äussere Erscheinungsbild war<br />
auf das bestehende Casino abgestimmt, angefangen beim Fensterbankgesims, das weitergeführt<br />
wurde, bis hin zur Bedachung in denselben Materialien (Schiefer und Blech). Die<br />
innere Gliederung trennte die Funktionsräume im Erdgeschoss vom Saal mit Galerie im<br />
Obergeschoss. Im Parkett fanden rund 450 Besucherinnen und Besucher Platz, auf der<br />
Galerie rund 100. Im Jahresbericht 1904/1905 hält die Casino-Gesellschaft fest: «Nun nach<br />
Vollendung aller Arbeiten dürfen wir mit Genugtuung und Freude konstatieren, dass das<br />
grosse Werk gelungen ist. (…) Wohl keiner, der durch die festlich erleuchteten Räume gewandert<br />
ist, wird sich der Einsicht verschlossen haben, dass Gutes und Schönes geschaffen<br />
worden ist. (…) Niemand wird den neuen Konzertsaal betreten haben, ohne über die eines<br />
intimen Reizes nicht entbehrende Schönheit des Raumes erfreut gewesen zu sein, froh er-<br />
91
«NACH VOLLENDUNG ALLER<br />
ARBEITEN DÜRFEN WIR MIT<br />
FREUDE KONSTATIEREN,<br />
DASS DAS GROSSE WERK<br />
GELUNGEN IST.»<br />
wähnen wir, dass die wichtige Frage der Akustik<br />
durchaus richtig gelöst.» Um die beiden Musiksäle<br />
zu unterscheiden, sprach man vom neuen und alten<br />
Saal. Seinen heutigen Namen – Hans Huber-<br />
Saal – erhielt der neue Musiksaal erst knappe zwei<br />
Jahrzehnte später, 1922, ein Jahr nach dem Tod<br />
des bekannten Dirigenten und Komponisten.<br />
Die Zeit der Bauarbeiten am Anbau Ost nützte die<br />
Casino-Gesellschaft für einen Umbau und die gestalterische<br />
Vollendung des Musiksaals. Die Durchgangssituation musste angepasst werden,<br />
unter anderem mit einer Verbindung zwischen dem Musiksaal und dem Hans Huber-<br />
Saal im Obergeschoss sowie den Zugängen im Erdgeschoss. Des Weiteren hatte man wieder<br />
genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, um eine Renovation und darüber hinaus<br />
die ursprünglich gewünschte Ausschmückung des Musiksaals in Auftrag zu geben. Stuckdekorationen<br />
nach Motiven von J. J. Stehlin-Burckhardt, neue Kronleuchter sowie ein<br />
grösseres Podium liessen den Musiksaal in neuem Glanz erstrahlen.<br />
Nicht ganz gemäss den Plänen von Stehlin wurde die von der Allgemeinen Musikgesellschaft<br />
lang ersehnte Orgel umgesetzt. Dem Einbau ging ein längeres Hin und Her voraus,<br />
bei dem sich die Casino-Gesellschaft mit den Vereinen um die Notwendigkeit der Orgel<br />
und deren Finanzierung stritt. Die Allgemeine Musikgesellschaft hatte schon 1899 ein<br />
Gesuch «um Erstellung einer Orgel» gestellt, welches jedoch ad acta gelegt wurde. In der<br />
Folge bildete sich unter der Leitung von Ernst Reiter eine Orgel-Kommission, welche das<br />
Projekt weiterverfolgte. Diese sammelte in geneigten Kreisen Geld für das neue Instrument,<br />
dessen Kosten auf rund 18 000 Franken geschätzt wurden. Die Orgel-Kommission<br />
stellte zudem 1905 der Casino-Gesellschaft den Antrag, zumindest die Kosten für das<br />
Gehäuse und den Einbau zu übernehmen – insgesamt über 4000 Franken. Der Vorschlag<br />
Der Hans Huber-Saal auf einer Fotografie aus dem Jahr 2012.<br />
92
Frisch renovierter Musiksaal mit Orgel und vergrössertem Podium.<br />
stiess auf mässige Begeisterung. So schrieb Fritz Stehlin an den damaligen Präsidenten<br />
Ernst Koechlin, es scheine ihm geradezu unverschämt, dass die Casino-Kommission<br />
irgendwie an das Instrument beitragen solle: «Wir haben weiss Gott schon mit dem Podium,<br />
der für die Orgel nothwendigen Verstärkung des Riesenthales etc.etc. ganz genügend<br />
Ausgaben für eine Einrichtung, die uns nur hinderlich ist.» Die Diskussion innerhalb der<br />
Kommission fiel gemäss Protokoll ähnlich emotional aus. Man einigte sich schliesslich<br />
darauf, einen Beitrag von 1000 Franken an die Orgel zu sprechen, sowie einen Garantiebeitrag<br />
von 2500 Franken. Bedingung war, dass die Casino-Gesellschaft die äussere Gestalt<br />
der Orgel bestimmen durfte, dass diese in ihr Eigentum überging und vorab die<br />
Konditionen bezüglich Benützung und Unterhalt geklärt wurden. In ihrem Brief an die<br />
Orgel-Kommission begründet die Casino-Gesellschaft ihren Entscheid damit, dass die<br />
<strong>Stadtcasino</strong>-Gesellschaft ihre Mittel im Interesse des musikalischen Lebens der Stadt Basel<br />
in letzter Zeit «aufs Äusserste» in Anspruch genommen habe, für die Anbauten und<br />
die Erneuerung des Musiksaals. Ferner war man der Meinung, dass eine solche Anschaffung<br />
von Kreisen von Musikfreunden ermöglicht werden sollte: «Wie von altersher Basler<br />
Sitte ist, sollte auch die Orgel im Musiksaal aus Gaben aller derer gebaut werden, welche<br />
den Bau als nötig und wünschenswert werteten.» Die Orgel-Kommission erklärte sich mit<br />
dem Vorschlag einverstanden.<br />
93
HERMANN SUTER (1870–1926)<br />
Hermann Suter, 1870 in Kaiserstuhl geboren,<br />
wuchs in einer musikbegeisterten Familie auf.<br />
Sein Talent und Fleiss wurden früh sichtbar,<br />
weshalb sein Vater ihn ans Gymnasium in Basel<br />
schickte. Hier unterrichtete ihn Hans Huber am<br />
Klavier und in der Komposition, zudem erlernte er<br />
das Orgelspiel. Dank der Unterstützung von Basler<br />
Mäzenen konnte Hermann Suter einige Semester<br />
in Deutschland studieren. Danach leitete er in<br />
verschiedenen Schweizer Städten Chöre, gab<br />
Musikstunden und trat als Organist auf. Ab 1896<br />
durfte er sich vermehrt dem Dirigieren widmen.<br />
1902 folgte er dem Ruf nach Basel und wurde<br />
Leiter des Basler Gesangvereins und der Liedertafel.<br />
Zudem dirigierte er die Konzerte der<br />
Allgemeinen Musikgesellschaft. Dabei habe er<br />
«dem künstlerischen Leben der Stadt seinen<br />
Stempel aufgedrückt und ihren Namen weithin<br />
mit Ruhm bedeckt», heisst es in einem Nachruf.<br />
Unter seiner Leitung haben «Reger und Strauss<br />
bei uns Heimatrecht erworben, dass er uns das<br />
ganze Schaffen Anton Bruckners vermittelt, dass<br />
er Berlioz, Wagner und Liszt, endlich auch die Modernen<br />
uns näher gebracht, dass er die Klassiker<br />
und Romantiker bis hinauf zu Brahms nach<br />
Etwas Aufregung gab es kurz vor Saisonbeginn<br />
1905/1906, als sich abzeichnete, dass es mit der<br />
Fertigstellung des Orgelgehäuses knapp wurde. «Es<br />
wäre eine rechte Schweinerei, wenn das erste Concert<br />
mit einem verhängten Monstrum stattfinden<br />
müsste, nachdem nun alles so schön wieder hergestellt<br />
ist», schrieb Fritz Stehlin am 10. Oktober<br />
1905 an Ernst Koechlin. Einige Tage später musste<br />
der Architekt sogar selbst Hand anlegen, damit das<br />
Werk rechtzeitig vollendet war: «Heute war ich<br />
von 2 bis 5 Uhr mit Bulffer im Musiksaal und habe<br />
an der katholischen Protzerei des Orgelkastens<br />
Remedur geschaffen. Wir haben beide selbst anstreichen<br />
helfen!»<br />
Für Aussenstehende war diese eilige Fertigstellung<br />
nicht sichtbar, wie es scheint. Die Basler Nachrichten<br />
sind voll des Lobs über das Werk des Basler<br />
Orgelbauers Jakob Zimmermann (1860–1929) sowie<br />
das Gehäuse von Altarschnitzer Josef Eigenmann<br />
(1852–1931). Die Orgel sei mit ihren 43 klingenden<br />
Registern «fürs Auge ein schöner Anblick,<br />
ein krönender Abschluss des amphitheatralisch<br />
emporsteigenden Orchesterpodiums». Als Wermutstropfen<br />
ist zu nennen, dass sich die Orgel für<br />
das Zusammenspiel mit Orchester und Chor besser<br />
eignete denn als Soloinstrument. Die Akustik des<br />
Musiksaals war nicht mit derjenigen einer Kirche<br />
vergleichbar, welche einer Orgel das volle Klangpotential<br />
entlocken konnte.<br />
Gebühr berücksichtigt hat». Drei Jahre lang war Der Anbau im Osten, die Renovation und Ausschmückung<br />
des Musiksaals, die Vergrösserung<br />
er Direktor des Basler Konservatoriums. Hermann<br />
Suter zählt zudem zu den wichtigsten Schweizer des Podiums sowie der Einbau der Orgel: Mit dem<br />
Beginn der Konzertsaison 1905/06 ging hinsichtlich<br />
baulicher Veränderungen eine ereignisreiche<br />
Komponisten der Jahrhundertwende. Den Baslern<br />
bestens bekannt ist sein Wettsteinmarsch. Suter<br />
Zeit zu Ende. Der Jahresbericht der Casino-Gesellschaft<br />
bilanziert: «Was bei Erbauung des Musik-<br />
blieb bis zu seinem Tod 1926 in Basel.<br />
saals der Kostenersparnis wegen an Ausschmückungsarbeiten<br />
hatte unausgeführt bleiben müssen, ist nun nachgeholt worden. Hohlkehle<br />
und Wände zieren schöne Stuckaturen, die Felder der Wände sind mit büstentragenden<br />
Postamenten ausgeschmückt, die Beleuchtung besorgen der Electrizität angepasste mächtige<br />
Leuchter.» Und: «Mit diesen Arbeiten hat nun unser ganzes Gebäude eine durchgreifende<br />
Erneuerung und Auffrischung erfahren, und es ist die Periode der grossen Um- und<br />
Ausbauten vorläufig abgeschlossen. (…) Wenn die Ausgaben auch hohe sind, so können<br />
wir doch mit grosser Befriedigung auf das vollendete Werk blicken und dürfen überzeugt<br />
sein, dass es mit Recht allseitig volle Anerkennung gefunden hat.»<br />
94
Gruppenbild vor der neu eingebauten Orgel.<br />
95
DIE ENTSTEHUNG DER KULTURMEILE<br />
Am südlichen Rande der Basler Innenstadt entstand mit der Schleifung der inneren Stadtbefestigung<br />
und dem Abbruch der angrenzenden Areale des Barfüsser- und St. Magdalenenklosters<br />
im Verlaufe des 19. Jahrhunderts entlang des neu angelegten Steinenbergs<br />
eine eigentliche Kulturmeile, die stark von den städtebaulichen und architektonischen<br />
Visionen der damaligen Zeit geprägt war.<br />
Der Errichtung des Casinos (1826) und des Blömleintheaters (1831) nach Plänen von Melchior<br />
Berri folgten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwischen Barfüsserplatz und<br />
St. Alban-Graben weitere Grossbauten in neubarockem Stil von Johann Jakob Stehlin: Die<br />
Kunsthalle (1872), das Stadttheater (1875), der Musiksaal (1876), das Steinenschulhaus<br />
(1877) und schliesslich die Skulpturenhalle (1887).<br />
Das alte Casino wich 1939 dem heutigen Bau der Architekten Kehlstadt & Brodtbeck, und<br />
1975 entstand mit dem Abbruch des alten Stadttheaters eine Lücke als Vorplatz des neu<br />
errichteten Stadttheaters, womit die städtebauliche Einheit der ehemaligen Kulturmeile<br />
endgültig auseinanderfiel. Von den ursprünglichen Gebäuden sind nur noch die Kunstund<br />
Skulpturenhalle sowie der Musiksaal erhalten.<br />
172
Stadtansicht von Matthäus Merian<br />
(«Merian Nord») 1617.<br />
Historische Stadtmauer im Bereich des<br />
heutigen <strong>Stadtcasino</strong>s.<br />
Barfüsserplatz mit der Barfüsserkirche<br />
und der Klosteranlage 1788.<br />
Erstes Casino von 1826.<br />
Steinenberg mit dem alten Casino und dem<br />
Kaufhaus Mitte der 1840er-Jahre.<br />
Barfüsserplatz mit der Barfüsserkirche und<br />
dem Kaufhaus Mitte der 1840er-Jahre.<br />
Musiksaal am Anfang des 20. Jahrhunderts.<br />
Abbruch des alten Casinos im Jahr 1938.<br />
Neubau des <strong>Stadtcasino</strong>s von 1939.<br />
Barfüsserplatz in den 1960er-Jahren.<br />
Altes Stadttheater und Bau des neuen<br />
Theaters im Hintergrund 1975.<br />
Abbruch des alten Stadttheaters 1975.<br />
173
NEUORDNUNG DES RAUMANGEBOTS<br />
2007 wurde in einer Volksabstimmung ein Neubauprojekt, welches den Casinosaal von<br />
1939 ersetzen sollte, abgelehnt. Das abgelehnte Projekt von Zaha Hadid war als Siegerprojekt<br />
aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen, fand beim Volk aber – vor allem<br />
wegen seiner mächtigen Kubatur – keine Akzeptanz. Ein paar Jahre später – 2012 –<br />
wurden wir mit einer städtebaulichen Studie beauftragt für eine Neuordnung des knappen<br />
und qualitativ ungenügenden Raumangebots, welches dem historischen Musiksaal vom<br />
1876 infrastrukturell zudienen soll.<br />
Diese Anstrengungen sollten sich in einem ersten Schritt auf den eigentlichen Musiksaal<br />
konzentrieren, der heute zu den ältesten und bedeutendsten Musiksälen Europas zählt. Er<br />
ist Stammhaus des Sinfonieorchesters Basel, und auch das renommierte Kammerorchester<br />
Basel und die Basel Sinfonietta veranstalten dort ihre Konzerte. Der Saal mit seinen 1400<br />
Plätzen wird für seine hervorragende Akustik international gerühmt. Beim Bau mussten<br />
1876 jedoch aus Kostengründen erhebliche Abstriche bei den Servicebereichen in Kauf<br />
genommen werden, was 1939 teilweise durch den Saal umschliessende Anbauten behoben<br />
werden konnte. Diese verknorzten Anbauten mit ihrer in die Jahren gekommenen Atmosphäre<br />
vermögen aber die sich in den letzten 80 Jahren stark veränderten Anforderungen<br />
an ein zeitgemässes Konzerthaus bei Weitem nicht mehr zu erfüllen. Neben der dringend<br />
erforderlichen baulichen Sanierung war also insbesondere eine Erweiterung mit grosszügigen<br />
Foyers, Künstlerbereichen und Serviceräumen für das künftige Fortbestehen dieses<br />
wertvollen Musiksaales unumgänglich.<br />
Die Situation Barfüsserplatz vor der Erweiterung.<br />
174
Raum zwischen der Barfüsserkirche und dem Musiksaal mit den Anbauten von 1939.<br />
Ehemaliger Haupteingang des Musiksaals vom Steinenberg her.<br />
Foyers und Garderoben in den Anbauten von 1939.<br />
Stimmzimmer, Toiletten und Technikräume im Zustand vor dem Umbau.<br />
175
DIE ERWEITERUNG<br />
Um dem bestehenden Musiksaal mehr Freiraum für die benötigte Raumerweiterung zu verschaffen,<br />
wurden diverse Möglichkeiten und Varianten untersucht. Dazu konzentrierten<br />
wir uns auf den Raum zwischen dem Musiksaal und der Barfüsserkirche, der im Mittelalter<br />
mit Klosteranlagen verbaut war und deshalb aus der Sicht des Denkmalpflegers für bauliche<br />
Veränderungen freigegeben wurde.<br />
In Analogie zu diesen ehemaligen Klosteranlagen haben wir in ersten Studien kreuzgangartige<br />
Anbauten zwischen Barfüsserkirche und Musiksaal geprüft. Aus städtebaulichen,<br />
architektonischen und betrieblichen Gründen haben wir diese jedoch bald schon verworfen.<br />
Der Stehlinsche Musiksaal war als souveräner Palazzo konzipiert und sämtliche Versuche,<br />
Aufbauten anzudocken, wirkten wie eine lächerliche Bastelarbeit. Wie schon die<br />
Zubauten von 1939 wurden die kirchenseitigen Anbauten als Rückseiten wahrgenommen,<br />
minderwertig im Vergleich zur Schaufassade am Steinenberg. Die einzige Lösung, die uns<br />
überzeugte, war, den Musiksaal als autonomen, vom Casinobau von 1939 frei gespielten<br />
Baukörper zu begreifen.<br />
Die Situation Barfüsserplatz mit der geplanten und realisierten Erweiterung.<br />
176
Volumenstudie für die Erweiterung des <strong>Stadtcasino</strong>s: «Kreuzgang», «Monolith» und «Palazzo».<br />
Querschnitt durch die Erweiterung und den Musiksaal sowie Grundriss des Erd- und Obergeschosses.<br />
Blick vom Barfüsserplatz auf die Erweiterung des <strong>Stadtcasino</strong>s.<br />
ZU AKTUALISIEREN<br />
Blick vom Steinenberg auf den Musiksaal mit der neu entstandenen Gasse.<br />
177
EIN PALAZZO<br />
Der Musiksaal als eigenständiger Baukörper musste natürlich grösser werden als der bestehende<br />
Kernbau von 1876. Er musste sozusagen aus dem Altbau herauswachsen, so als<br />
sei es schon immer so gewesen. Darum war es wichtig, den zu ergänzenden Teil, welcher<br />
die Räume für Foyers, Service und Künstleraufenthalt enthält, in der zumindest für den<br />
flüchtigen Blick gleichen neobarocken Architektursprache zu gestalten. Als Modell dazu<br />
diente uns die bestehende, durch Anbauten über die Jahre weitgehend verdeckte Stehlinsche<br />
Rückfassade, welche wir mit digitaler Technologie erfassten und in originaler Grösse<br />
nachgebaut haben.<br />
Während es sich bei der historischen Fassade um ein massives Gemäuer handelt, ist die<br />
Fassade des Neubaus aus bautechnischen und energetischen Gründen als gedämmte Stahlbetonwand<br />
mit einer hinterlüfteten Verkleidung ausgebildet. Entsprechend entschieden<br />
wir uns, für diese Verkleidung Holz als das geeignetste Material zu verwenden. Die von der<br />
Originalfassade übernommenen Geometrien haben wir hierbei leicht verändert, um den<br />
konstruktiven Anforderungen des Werkstoffs Holz gerecht zu werden. Bereits bei der Erstellung<br />
des Musiksaals im 19. Jahrhundert wurden gewisse Bauteile entgegen ihrer eigentlichen<br />
Erscheinung in Holz ausgeführt und dem beabsichtigen gestalterischen Ausdruck<br />
entsprechend angestrichen. Beispielsweise wurde das massiv erscheinende Dachgesims<br />
damals zur konstruktiven Vereinfachung vollständig in Holz ausgeführt und im<br />
selben Farbton wie die steinerne Fassade gestrichen, und aus akustischen Gründen wurden<br />
die Säulen des Musiksaals in Holz bzw. Gips erbaut und mit einer steinern anmutenden<br />
Bemalung verziert.<br />
178
Originalzeichnung der Nordfassade<br />
von Johann Jakob Stehlin.<br />
Übersetzung der Geometrien der historischen<br />
Fassade in eine Holzfassade.<br />
Detail der ursprünglichen Nordfassade nach<br />
dem Abbruch der Anbauten von 1939.<br />
Originalzeichnung des Dachgesimses als<br />
Holzkonstruktion.<br />
Stützen des Musiksaals in Holz und Gips mit<br />
steinern anmutender Bemalung.<br />
Kapelle der Rosentalanlage von Melchior<br />
Berri als gestrichener Holzbau.<br />
Modell der Fassade.<br />
Muster und Mockup der Fassade zur gestalterischen<br />
und konstruktiven Überprüfung der gewählten Detaillierung.<br />
Details der Fassade in Holz mit einem mineralischen Anstrich.<br />
179
VIEL WIEN UND WENIG MODERNE<br />
Basel bereitete dem nicht zuletzt durch seine Beethoven-Interpretationen weltberühmten<br />
Dirigenten Felix Weingartner einen begeisterten Empfang; 1929 erhielt er von der Universität<br />
den Ehrendoktortitel. Im Unterschied zu späteren Chefdirigenten nahm Weingartner<br />
Wohnsitz in Basel und dirigierte nahezu alle AMG-Konzerte im Musiksaal selbst. Ausserdem<br />
zeigte er starke Präsenz als Operndirigent im Stadttheater. Zu seinem Siebzigsten<br />
widmete ihm die AMG 1933 eine umfangreiche, luxuriös ausgestattete Festschrift. Nachdem<br />
in den Anfangsjahren die AMG-Konzerte unter Weingartner stets ausabonniert waren,<br />
ging das Publikum in den Dreissigerjahren etwas<br />
zurück, und es mehrten sich kritische Stimmen. Max F.<br />
EXTRAPROBE Schneider sprach 1944 im Rückblick von einem «Alters-<br />
FÜR EINEN ROUTINIER asyl für einen weltmüde gewordenen Meister des Taktstocks»<br />
und erinnerte nostalgisch an die Zeiten, in denen<br />
Nicht nur ausnahmsweise, sondern regelmässig<br />
wirkte der aus Polen stammende ker Affinität zur Moderne – «dem Basler Publikum mo-<br />
Hermann Suter – ein komponierender Dirigent mit star-<br />
Paul Klecki (Kletzki) (1900–1973) als derne Musik aufzwang».<br />
Gastdirigent im Basler Musiksaal. Nach<br />
Stationen in Deutschland, Russland, Italien Nach der «Ära Weingartner» gab es mit Moshe Atzmon,<br />
und Amerika dirigierte er nach dem Horst Stein, Mario Venzago, Dennis Russell Davies und<br />
Ivor Bolton noch weitere Basler Chefdirigenten von internationalem<br />
Renommee, aber keiner hatte eine ver-<br />
Zweiten Weltkrieg häufig in der Schweiz.<br />
Seit 1947 war er Schweizer Bürger. Als<br />
gleichbare Macht über das Basler Musikleben. Häufig<br />
Klecki einmal mit dem Orchester der BOG waren Gastdirigate internationaler Pultstars. Genannt<br />
im Musiksaal Beethovens fünfte Symphonie seien nur Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, der<br />
einstudierte, fragte er das Orchester, wer 1959 mit seinen New Yorker Philharmonikern nach<br />
von den Musikerinnen und Musikern dieses Basel kam, der mit Paul Sacher befreundete Pierre Boulez,<br />
der manchen konservativen Musikfreunden den Reiz<br />
Werk noch nie dirigiert habe. Da hob der in<br />
der modernen Musik vermittelte, und in den letzten<br />
Ehren ergraute Cellist Louis Fest den Bogen<br />
Jahren Valery Gergiev, die – oft auf Tournee mit ihren<br />
und rief keck: «Ich!» Offenbar wollte er<br />
eigenen Orchestern – den Hauch der grossen Musikwelt<br />
die Frage des Dirigenten ins Lächerliche ins Basler <strong>Stadtcasino</strong> brachten.<br />
ziehen, denn selbstverständlich hatte jeder<br />
erfahrene Orchestermusiker dieses Werk Mit Felix Weingartner, der ausgezeichnet vernetzt war<br />
schon gespielt. «Sie Ärmster», entgegnete und bedeutende Solisten engagierte, erhielten die Orchesterkonzerte<br />
in Basel noch mehr internationalen<br />
Klecki, «ich werde Sie morgen für eine<br />
Glanz als zuvor. Allerdings verstärkte sich durch ihn<br />
Extraprobe aufbieten!»<br />
auch die Tendenz zum Konservativ-Musealen. Zeitgenössische<br />
Werke von Claude Debussy, Igor Strawinsky,<br />
Béla Bartók oder Arnold Schönberg waren in der «Ära Weingartner» in Basel kaum zu<br />
hören, jedenfalls nicht in den Abonnementskonzerten der AMG im <strong>Stadtcasino</strong>. Wenn in<br />
den damaligen Orchesterkonzerten zeitgenössische Musik erklang, dann war es zumeist<br />
Weingartners eigene, denn der Stardirigent komponierte auch fleissig (das Wort «Kapellmeistermusik»<br />
hat hier wohl seine Berechtigung). Das heisst nicht, dass in jenen Jahren<br />
zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg keine Musik der Gegenwart aufgeführt<br />
worden wäre. Auf dem Feld der Moderne profilierte sich zunehmend ein Mann, der Basel<br />
bis zum Ende des Jahrhunderts zur «Stadt der modernen Musik» machen sollte: Paul<br />
244
Konzert des New York Philharmonic Orchestra<br />
unter Leonard Bernstein am 21.9.1959.<br />
245
Paul Sacher während einer Probe für das BKO-Konzert vom 19./20. Januar 1984 im Musiksaal des <strong>Stadtcasino</strong>s Basel.<br />
Sacher. Der 1906 geborene Dirigent und Gründer des Basler Kammerorchesters (BKO) war<br />
ursprünglich Geiger und hatte bei Weingartner am Konservatorium dirigieren gelernt.<br />
Durch die Heirat mit Maja Hoffmann geborene Stehlin – sie war die Tochter des Architekten<br />
Fritz Stehlin, des Erbauers des Hans Huber-Saals – war ihm ein grosses Vermögen<br />
zugefallen, das er mäzenatisch für die zeitgenössische wie für die alte Musik einsetzte.<br />
Dabei gelang es Sacher immer wieder, Spitzeninterpreten der klassischen Musikszene für<br />
zeitgenössische Musik zu begeistern. Dass die Geigerin Anne-Sophie Mutter im Musiksaal<br />
Musik von Wolfgang Rihm und Witold Lutoslawski spielte und dass der Pianist Krystian<br />
Zimerman sich dem Klavierkonzert seines Landsmanns Witold Lutoslawski zuwandte, war<br />
Paul Sachers Verdienst. Die von ihm begründete Schola Cantorum Basiliensis und die seinen<br />
musikalischen Nachlass verwaltende Paul Sacher Stiftung legen bis heute Zeugnis von<br />
seinem Pioniergeist ab.<br />
SCHWERE GLOCKEN<br />
Die Tramschienen am Steinenberg waren lange Zeit ein chronisches Problem für den Basler Musiksaal,<br />
weil die schweren Tramzüge «Körperschall» erzeugten und manches Konzert störten. Doch es<br />
gibt auch eine andere Geschichte, die mit den Schienen zu tun hat. Als die Basler AMG in den späten<br />
Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts eine Aufführung der «Symphonie fantastique» von Hector<br />
Berlioz plante, wollte sie den «Traum einer Sabbatnacht» (5. Satz) möglichst authentisch realisieren.<br />
Dafür braucht es zwei Glocken, eine in C und eine tiefere in G. Solche Glocken hatte man in<br />
einer Aarauer Glockengiesserei eigens giessen lassen, denn natürlich gehören sie nicht zum normalen<br />
Bestand eines Orchesters. Die von Paul Sacher gestifteten Glocken, erzählt der frühere Orchester-Schlagzeuger<br />
Siegfried Kutterer, wurden im Stadttheater gelagert und mussten für die Proben<br />
und Aufführungen ins <strong>Stadtcasino</strong> transportiert werden. Und da passierte ein Malheur: Das Gestell<br />
mit der schwereren, 1200 Kilo wiegenden Glocke blieb in den Tramschienen am Steinenberg<br />
stecken, was ein nervöses Gebimmel der blockierten Trams nach sich zog.<br />
246
Der Musiksaal im <strong>Stadtcasino</strong> war<br />
Austragungsort zahlreicher Orchesterkonzerte<br />
mit dem Basler<br />
Kammerorchester unter Paul Sacher<br />
(1906–1999). Hier fanden<br />
bedeutende Uraufführungen von<br />
Werken statt, die Sacher in Auftrag<br />
gegeben hatte und die er fast<br />
ausnahmslos selbst dirigierte. Die<br />
Werkliste umfasst über 200 Kompositionen<br />
und enthält, um nur<br />
wenige Beispiele zu nennen, die<br />
«Musik für Saiteninstrumente,<br />
Schlagzeug und Celesta» sowie<br />
das «Divertimento» von Béla Bartók,<br />
die Symphonie «Die Harmonie<br />
der Welt» von Paul Hindemith<br />
und das «Concerto en ré» von Igor<br />
Strawinsky. Selbstverständlich<br />
waren auch Basler Komponisten<br />
wie Conrad Beck, Albert Moeschinger,<br />
Robert Suter, Rudolf<br />
BITTE EINEN ESELSKOPF!<br />
Die Neue Musik bietet Stoff für so manche Anekdote. Ebenfalls<br />
Siegfried Kutterer verdanken wir die hübsche Geschichte um ein<br />
ganz und gar exotisches Musikinstrument: einen Eselskopf. Einen<br />
solchen verlangt der mexikanische Komponist Carlos Chávez in einer<br />
seiner Kompositionen, die auf dem Programm eines Konzerts der<br />
Schlagzeuggruppe des damaligen Basler Sinfonieorchesters in den<br />
frühen Siebzigerjahren im <strong>Stadtcasino</strong> stand. Dieses Instrument<br />
wird dadurch zum Klingen gebracht, dass der Spieler mit einem<br />
Holzstab über die Zähne des Tierkopfes fährt, was einen ähnlichen<br />
Klang erzeugt wie ein Guiro, ein sogenanntes Schrapinstrument. Was<br />
tun, wenn ein solches Instrument nicht verfügbar ist? Die Basler<br />
Schlagzeuger behalfen sich damit, dass sie in einer Pferdemetzgerei<br />
einen Pferdekopf orderten und diesen ablaugen liessen, bis nur noch<br />
die Knochen übrig blieben. Als der zum Eselskopf mutierte Pferdeschädel<br />
in der Garderobe des Casinos lagerte, müssen fürchterliche<br />
Duftschwaden davon ausgegangen sein.<br />
Kelterborn, Heinz Holliger und Jürg Wyttenbach dabei. Dank seinem Charisma und seiner<br />
Verwurzelung in der lokalen Mentalität gelang es Sacher, das Publikum auch für schwierige,<br />
sperrige Werke der «Musica nova» zu gewinnen. Während die zeitgenössische Musik<br />
in vielen Städten eine Angelegenheit spezialisierter Kreise blieb, waren Aufführungen mit<br />
Sacher und dem BKO im Basler Musiksaal bis zuletzt – Sacher löste das Orchester 1987<br />
auf – allgemein hoch geschätzt.<br />
Paul Sacher im Gespräch mit Pierre Boulez, 1986.<br />
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Im Februar 1824 wurde die Basler Casino-<br />
Gesellschaft gegründet. Ihr ursprüngliches Ziel<br />
war es, die Geselligkeit zu fördern - und<br />
dies in einer Zeit, in der es noch kaum kulturelle<br />
Angebote oder öffentliche Versammlungsorte<br />
gab. Mit dem Bau des bedeutenden Musiksaals im<br />
Jahre 1876 und des für kleinere Konzerte<br />
konzipierten Hans Huber-Saals im Jahre 1905<br />
entwickelte sich das <strong>Stadtcasino</strong> am Barfüsserplatz<br />
zum führenden Konzerthaus in Basel.<br />
Die im August 2020 fertiggestellte, aufwendige<br />
Erweiterung und Modernisierung des Gebäudes durch<br />
Herzog & de Meuron ist ein weiterer Meilenstein<br />
in der Geschichte der Casino-Gesellschaft. Die Recherchen<br />
für das Bauprojekt brachten unzählige interessante<br />
und in Vergessenheit geratene Anekdoten und Bilder<br />
zutage, die in diesem Buch zusammengetragen wurden.<br />
Ergänzt durch Gast beiträge bietet das Buch eine<br />
spannende Zeitreise durch die Gesellschafts-, Musik-,<br />
Kultur- und Baugeschichte der Stadt Basel.<br />
ISBN 978-3-7245-2436-6