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werner.pfeifer

Magazin nr. 03/2020 des Alpenvereins Villach

Gletscher- und Hochtourenkurs

2020 INES SCHNABL

Der heurige Hochtourenkurs fiel Gott sei Dank der

Corona-Pandemie nicht zum Opfer. Unser Stützpunkt, die

Oberwalderhütte in der Glocknergruppe, öffnete Anfang Juni ihre

Türen und somit konnten wir wie geplant den Kurs abhalten.

Die Wetterprognose sah gut aus –

bis zum frühen Nachmittag stabil,

nachmittags Wärmegewitter

möglich. Der Wettergott meinte

es aber sehr gut mit uns. Freitag bis

Sonntag strahlender Sonnenschein,

kein Wind – fast so heiß wie im Tal.

Freitagmittag machten sich 17 Teilnehmer

und fünf Ausbildner auf den

Weg in Richtung Hütte. In Kleingruppen

ging es über den gemütlichen

Gamsgrubenweg hinauf. Nach dem

Abladen der schweren Sachen aus dem

Rucksack und einer kurzen Besprechung

ging es hinaus vor die Hütte.

Kennenlernen und Handhabung des

Materials standen im Vordergrund.

Knoten wurden geübt und somit war

für die nächsten zwei Tage der Grundstein

gelegt. Am Abend ein 3-Gänge-

Menü und ein Absacker, dann ging es

ins Lager, wo auf viele eine schlalose

Nacht wartete.

Samstagfrüh: 6:30 Tagwache

und 7:30 hinaus in die Gletscherwelt.

Heuer präsentierten

sich der Hufeisenbruch und Co.

noch in winterlichem Kleid.

Doch wir fanden genug Möglichkeiten,

um uns in Kolke,

Abbrüche und kleinere Spalten

hineinfallen zu lassen.

Wie seile ich mich in einer Gruppe am

Gletscher an? Wie verhalte ich mich in

einer Seilschaft und was mache ich

bei einem Spaltensturz? Auf all die

Fragen wissen die 17 Teilnehmer jetzt

die Antwort.

Prusiken, Münchhausentechnik und

lose Rolle sind keine Fremdwörter

mehr. Auch das Anziehen der Steigeisen

und die Benützung des Pickels gelingen.

Anfangs für alle etwas skurril,

nur mit einem Pickel einen Standplatz

zu bauen, doch nach Graben einiger

„Toter Männer“ kam das Vertrauen

zu dieser Sicherung.

Das abendliche 3-Gänge-Menü wurde

mit einer Kartenkunde-Lektion abgeschlossen.

Dank eines langen und

lehrreichen Tages war das Ein- und

Durchschlafen kein Problem mehr.

Am Sonntag wurde das Gelernte wiederholt

und gefestigt. Mit reichlich

neuem Wissen, leerer Sonnencremetube

und einem breiten Grinsen ging's

am Nachmittag zurück zur Kaiser-

Franz-Josef Höhe, wo der Kurs erfolgreich

und unfallfrei beendet wurde.

© Markus Fellner, Ines Schnabl (2), Erich Monsberger (2), Gunter Hiebler

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