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werner.pfeifer

Magazin nr. 03/2020 des Alpenvereins Villach

Feuchter Sommer –

trockener Winter?

Immer wieder hört man in Gesprächsrunden, dass auf einen

feuchten Sommer ein trockener Winter oder auf einen heißen

Sommer ein kalter Winter folgen würde. Hier gibt es verschiedenste

Hypothesen. Aber ist eine davon auch zutreffend? Eine Auswertung der

Wetterstationen in Villach und am Dobratsch gibt darüber Auskunft.

Besonders nach heißen oder trockenen

Sommern hört man immer wieder

die Aussage, dass der kommende

Winter kalt oder niederschlagsreich

werden wird. Denn irgendwann muss

sich ja alles ausgleichen. Aber muss

es das wirklich? Ist nicht oftmals der

Wunsch Vater des Gedanken?

Ein kurzer Blick in die Klimastatistik

zeigt, dass man vom Sommer keinerlei

Rückschlüsse auf den kommenden

Winter ziehen kann. Weder was die

Temperatur-, noch was die Niederschlagsverhältnisse

betrifft. So folgte

z.B. auf den Hitzesommer 2003 ein

etwas zu kühler Bergwinter. Nach

dem ebenfalls außergewöhnlich warmen

Sommer 2019 kam hingegen der

deutlich zu warme Winter 2019/20.

Geht man in der Hitliste der wärmsten

Sommer (welche an den ersten sechs

Stellen übrigens ausnahmslos Sommer

der letzten 10 Jahre aufweisen)

weiter nach unten, so lässt sich ebenfalls

kein Zusammenhang zwischen

heißem Sommer und kaltem Winter

festmachen.

Auch am anderen Ende der Temperaturskala

lässt sich kein Zusammenhang

zwischen kaltem Sommer und

warmem Winter herstellen.

Genauso verhält es sich auch bei den

Niederschlägen. Auf einen regnerischen

Sommer kann sowohl ein

niederschlagsarmer als auch ein niederschlagsreicher

Winter folgen. So

folgte der in Villach niederschlagsreichste

Winter der letzten Jahrzehnte,

nämlich der Winter 2013/14, auf

einen ausgesprochen trockenen Sommer.

Einer der trockensten Winter

(1974/75) trat nach dem sehr niederschlagsreichen

Sommer 1974 auf.

An dieser Stelle sei auch nochmals mit

der Aussage aufgeräumt, dass die

Winter früher immer schneereich waren.

Der Unterschied zu den letzten,

manchmal auch sehr schneearmen

BERGWETTER | GERHARD HOHENWARTER

Jahren: Früher es war einfach deutlich

kälter!

Der heurige über weite Strecken

durchschnittlich temperierte und relativ

niederschlagsreiche Sommer

lässt also keinerlei Rückschlüsse auf

den kommenden Winter zu. Selbst im

Herbst wird man erst einen groben

Trend für die winterliche Entwicklung

abschätzen können.

Damit eine Jahreszeit im Vergleich zum

Mittel 1981-2010 aber durchschnittlich

temperiert verläuft, muss sie

mittlerweile schon um rund 1 °C kühler

als das Mittel der letzten 10 Jahre

sein. Denn der Klimawandel treibt die

Temperaturen stetig nach oben. Was

vor 20 Jahren noch „normal“ war, wird

heute schon als deutlich zu kühl wahrgenommen.

Ein zu kalter Winter wird

also immer unwahrscheinlicher.

Warme Luft kann aber mehr Feuchtigkeit

aufnehmen und dementsprechend

auch wieder mehr abgeben als

kalte Luft. Ein „zu feuchter“ Winter ist

hingegen durch den Klimawandel vorerst

nicht unwahrscheinlicher geworden.

© Andreas Knittel, Gerhard Hohenwarter

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