La Juive – Die Jüdin - Oper Stuttgart
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Presseinformation<br />
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Presseassistentin<br />
Anne-Kathrin Peitz Birgit Meyer<br />
Fon +49 (0) 711.2032-515 Fon +49 (0) 711.2032-251<br />
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anne-kathrin.peitz@staatstheater-stuttgart.de birgit.meyer@staatstheater-stuttgart.de<br />
PREMIERE<br />
Fromental Halévy<br />
<strong>La</strong> <strong>Juive</strong> <strong>–</strong> <strong>Die</strong> <strong>Jüdin</strong><br />
<strong>Oper</strong> in fünf Akten<br />
Libretto von Eugène Scribe<br />
In französischer Sprache mit deutschen Untertiteln<br />
Sonntag, 16. März 2008, 16 Uhr, Staatsoper <strong>Stuttgart</strong>, <strong>Oper</strong>nhaus<br />
Weitere Aufführungen: 21. März, 13. April, 4., 12., 18. und 31. Mai, 8. und 21.<br />
Juni, 5. und 20. Juli 2008<br />
Vom 3. bis 5. Mai veranstaltet die Staatsoper <strong>Stuttgart</strong> zusammen mit und in der Akademie der<br />
Diözese Rottenburg-<strong>Stuttgart</strong> eine Tagung zur „<strong>Jüdin</strong>“. Anmeldung und Infos unter 0711. 164 07<br />
24.<br />
Am 19. März um 20 Uhr spricht Sergio Morabito im Literaturhaus <strong>Stuttgart</strong> mit dem<br />
Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik, eine der wichtigsten Stimmen im zeitgenössischen<br />
deutsch-jüdischen Dialog, sowie dem Übersetzer, Kritiker und Essayist Joachim Kalka. Ein<br />
musikalisches Rahmenprogramm bestreiten Mitglieder des <strong>La</strong> <strong>Juive</strong>-Ensembles.<br />
Musikalische Leitung Sébastien Rouland<br />
Regie und Dramaturgie Jossi Wieler und Sergio Morabito<br />
Bühne Bert Neumann<br />
Kostüm Nina von Mechow<br />
Chor Michael Alber<br />
Licht Lothar Baumgarte<br />
Choreografie Demis Volpi<br />
Besetzung<br />
<strong>La</strong> Princesse Eudoxie Catriona Smith<br />
Rachel Tatiana Pechnikova<br />
Eléazar Chris Merritt<br />
Le Cardinal de Brogni Liang Li<br />
Léopold Ferdinand von Bothmer<br />
Ruggerio Karl-Friedrich Dürr<br />
Albert Christoph Sökler<br />
Staatsorchester <strong>Stuttgart</strong><br />
Chor Staatsoper <strong>Stuttgart</strong><br />
Kinderballett der John Cranko-Schule
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Fromental Halévys „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“ <strong>–</strong> Das Versagen der Bilder<br />
Jossi Wieler und Sergio Morabito nehmen sich dieser lange zu Unrecht vergessenen<br />
Grand Opéra an der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong> an<br />
Sie wurde zum Welterfolg und ging als „jüdisches Symbol des 19. Jahrhunderts“ in die<br />
Geschichte ein. Sie verschwand während des Nationalsozialismus von den Bühnen und<br />
erlebt heute eine zaghafte Renaissance: „<strong>Die</strong> <strong>Jüdin</strong>“ von Fromental Halévy. <strong>Die</strong> Revision<br />
dieser <strong>Oper</strong> unternehmen am 16. März um 16 Uhr an der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong> Jossi<br />
Wieler und Sergio Morabito. Halévys glanzvolle Tableaus, die Momente hochgespannter<br />
Dramatik und berührender Intimität seiner ersten <strong>Oper</strong>, dirigiert in seinem <strong>Stuttgart</strong>-Debüt<br />
Sébastien Rouland und damit erstmals die kaum gekürzten Uraufführungsfassung.<br />
Der Komponist Halévy, Sohn eines nach Paris ausgewanderten deutsch-jüdischen Kantors,<br />
nutzte die Trennung von Staat und Kirche und die Aufhebung der Zensur in Frankreich<br />
nach der Juli-Revolution zur Darstellung des christlich-jüdischen Religionskonflikts: Zur<br />
Zeit des Konstanzer Konzils von 1414 sterben die von fanatisierten Katholiken verfolgten<br />
beiden Hauptfiguren den jüdischen Märtyrertod.<br />
Wieler und Morabito sehen sich bei dieser Arbeit mit einem spezifischen „Bilderverbot“<br />
konfrontiert: Ebenso wenig wie sie auf die historisierenden Bilder zurückgreifen wollen, die<br />
eine pittoreske Verharmlosung der Geschichte darstellen, möchten sie die antisemitischen<br />
Exzesse der Moderne illustrieren. Das Aufführungskonzept thematisiert daher genau die<br />
Flucht einer Gesellschaft in eine historisierende Ästhetik, und den Irrtum, der in der<br />
Annahme bestand, Gräuel wie die mittelalterlichen Judenpogrome seien unwiderruflich<br />
vergangen und als solche ästhetisch konsumierbar geworden.<br />
So skelettiert Bert Neumanns Bühne Versatzstücke einer historisierenden Film- oder<br />
Theaterkulisse, und Nina von Mechows Kostüme stellen eine Montage aus Moderne und<br />
Mittelalter dar: Während eines Volksfestes wird in mittelalterlicher Kostümierung eine alte<br />
Historie nachgespielt. Mit den Masken springt der Geist der alten Glaubensfanatismen auf<br />
die Feiernden über, kippt in eine Pogromstimmung gegen die Juden Eléazar und Rachel.<br />
Halévys Erzählweise enttarnt die genretypische historische Kostümierung von Identität und<br />
Geschichte, denn keine der Figuren passt in ihr Klischee: Der Kardinal (Ensemblemitglied<br />
Liang Li) war einst Ehemann und Vater, der jüdische Juwelier Eléazar (der amerikanische<br />
Tenor Chris Merritt) hat ein Kind christlicher Eltern angenommen, die <strong>Jüdin</strong> Rachel (die<br />
russische Sopranistin Tatiana Pechnikova) lebt eine heimliche Liebesbeziehung, und der<br />
Führer der christlichen Streitkräfte (Ferdinand von Bothmer als Gast) ist in der angenommenen<br />
Identität eines jüdischen Künstlers vor seiner gesellschaftlichen Rolle und<br />
seiner Ehe mit Eudoxie (Ensemblemitglied Catriona Smith) auf der Flucht. Gerade durch<br />
den Einsatz bestimmter Klischeevorstellungen gelingt es dem Vexierbild der „<strong>Jüdin</strong>“, das<br />
Versagen der Bilder vorzuführen, mit denen das christliche Abendland seinem Anderen zu<br />
begegnen oder <strong>–</strong> weitaus häufiger <strong>–</strong> es abzuwehren trachtete.
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Biographien<br />
Sébastien Rouland ist der Dirigent der Neuproduktion „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“. 1972 in Argenteuil geboren, erhielt er seine<br />
Ausbildung durch die Professoren Pierre Cao und Nicolas Brochot. Von 1995 bis 2001 war er musikalischer<br />
Assistent von Marc Minkowski und Leiter des Chores der Musiciens du Louvre, wo er an zahlreichen<br />
<strong>Oper</strong>nproduktionen teilnahm. Gastdirigate führten ihn u.a. an das Luzerner Theater („Rinaldo“), an die<br />
Nederlandse Reisopera („Der fliegende Holländer“), an die Opéra National de Lyon („Orpheus in der<br />
Unterwelt“) und an die Stadttheater in Grenoble und Saint-Etienne (UA von „Le Joueur de Flûte“ von Edouard<br />
<strong>La</strong>camp). In 2002/03 dirigierte er Rameaus „Platée“ am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und wurde als<br />
erster Gastdirigent am Luzerner Theater engagiert, wo er Lullys „Le Bourgeois Gentilhomme“, „Lucio Silla“,<br />
„<strong>Die</strong> Zauberflöte“, Glucks „Armide“, Rossinis „Mosé in Egitto“, „Der fliegende Holländer“ und „Carmen“<br />
dirigierte. Weiterhin gastierte er in Saint-Etienne mit „Marianne“ von Edouard <strong>La</strong>camp, in Marseille („<strong>Die</strong><br />
Zauberflöte“), an der Opéra Comique in Paris (Honeggers „Les aventures du Roi Pausole“) und in Wiesbaden<br />
mit „Armide“. In 2004/05 gastierte Sébastian Rouland am Théâtre du Châtelet Paris (Offenbachs „<strong>La</strong> Grande-<br />
Duchesse de Gérolstein“), an der <strong>Oper</strong> in Nantes-Angers mit „<strong>La</strong> Cenerentola“ und am Hessischen Staatstheater<br />
mit Bachs „Johannespassion“. Weitere Gastdirigate folgten in 2005/06 in Marseille („Dido and Aeneas“ sowie<br />
Brittens „Phèdre“), „L'Elisir d'amore“ in Nancy, Rennes und Reims, Kaisers „Croesus“ in Wiesbaden sowie<br />
Bachs „Profane Kantaten“ an der Opéra National du Rhin. In der Spielzeit 2006/07 folgten weitere Gastdirigate,<br />
u.a. „<strong>La</strong> Périchole“ in St Gallen, „Armide“ in Tel Aviv, „Idomeneo“ und „Werther“ in Freiburg sowie „<strong>Die</strong><br />
Entführung aus dem Serail“ an der Komischen <strong>Oper</strong> Berlin und beim Bergen Festival. In der laufenden Saison<br />
dirigiert Sébastian Rouland außerdem noch Purcells „The Fairy Queen“ an der Opéra Royal de Wallonie und<br />
Offenbachs „<strong>La</strong> Vie Parisienne“ an der Opéra National de Lyon.<br />
Jossi Wieler inszeniert zusammen mit Sergio Morabito die Neuproduktion von „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“. Der gebürtige<br />
Schweizer arbeitete nach seiner Theaterausbildung in Israel ab 1980 an Theatern in Deutschland und der<br />
Schweiz. Seine Schauspielinszenierungen wurden mehrfach zu internationalen Festivals und zum Theatertreffen<br />
nach Berlin eingeladen. 2002 erhielt Wieler den Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste und 2005<br />
den Preis der deutschen Kritik. An der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong> inszenierte er mit Sergio Morabito und meist in<br />
Zusammenarbeit mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock: „<strong>La</strong> clemenza di Tito“, „L’italiana in<br />
Algeri“, „Alcina“, „L’incoronazione di Poppea“, „Siegfried“, „Don Carlo“, „Norma“, „Moses und Aron“ und<br />
„Una cosa rara“. In Amsterdam erarbeitete das Regieduo Mozarts „Lucio Silla“ (2004) und einen Da Ponte-<br />
Zyklus (2006). Ihre Inszenierung von „Ariadne auf Naxos“ bei den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur<br />
„Aufführung des Jahres“ gekürt. In San Francisco und <strong>Stuttgart</strong> inszenierten sie die Koproduktion „Doktor<br />
Faust“, die 2005 als „Aufführung des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Ihre <strong>Stuttgart</strong>er „Alceste“ erhielt diese<br />
Auszeichnung 2006. Außerdem erarbeiteten sie zusammen Debussys <strong>Oper</strong> „Pelléas et Mélisande“ für die<br />
Staatsoper Hannover, eine Inszenierung, die bei den Wiener Festwochen und beim Edinburgh International<br />
Festival gastierte und in der Spielzeit 2006/07 in <strong>Stuttgart</strong> neu einstudiert wurde. Wieler/Morabito wurden 2002<br />
zum „Regieteam des Jahres“ gewählt und erhielten im Jahr 2006 den erstmalig vergebenen Deutschen<br />
Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie beste <strong>Oper</strong>nregie für die Inszenierung von „Doktor Faust“. Zuletzt<br />
brachte das Regieduo im Januar 2008 Verdis „Un ballo in maschera“ an der Staatsoper Unter den Linden auf<br />
die Bühne. Halévys Grand Opéra „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“ ist ihre 20. Zusammenarbeit.<br />
Sergio Morabito inszeniert zusammen mit Jossi Wieler „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“ sowie die „zeitoper IV <strong>–</strong> Pilotprojekt<br />
Wunderzeichen“. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen. Während seiner Studienzeit<br />
übernahm Sergio Morabito erste Regie- und Dramaturgie-Assistenzen an der <strong>Oper</strong> Frankfurt. An der Staatsoper<br />
<strong>Stuttgart</strong> inszenierte er mit Jossi Wieler und meist in Zusammenarbeit mit der Bühnen- und Kostümbildnerin<br />
Anna Viebrock: „<strong>La</strong> clemenza di Tito“, „L’italiana in Algeri“, „Alcina“, „L’incoronazione di Poppea“, „Siegfried“,<br />
„Don Carlo“, „Norma“, „Moses und Aron“ und „Una cosa rara“. In Amsterdam erarbeitete das Regieduo<br />
Mozarts „Lucio Silla“ (2004) und einen Da Ponte-Zyklus (2006). Ihre Inszenierung von „Ariadne auf Naxos“ bei<br />
den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur „Aufführung des Jahres“ gekürt. In San Francisco und <strong>Stuttgart</strong><br />
inszenierten sie die Koproduktion „Doktor Faust“, die 2005 als „Aufführung des Jahres“ ausgezeichnet wurde.<br />
Ihre <strong>Stuttgart</strong>er „Alceste“ erhielt diese Auszeichnung 2006. Im Sommer 2005 leitete Morabito eine<br />
Neueinstudierung der <strong>Stuttgart</strong>er „Norma“ mit dem Ensemble der Novaya <strong>Oper</strong>a in Moskau. Das Regieduo
erarbeitete zusammen Debussys <strong>Oper</strong> „Pelléas et Mélisande“ für die Staatsoper Hannover, eine Inszenierung,<br />
die bei den Wiener Festwochen und beim Edinburgh International Festival gastierte und in der Spielzeit<br />
2006/07 in <strong>Stuttgart</strong> neu einstudiert wurde. Wieler/Morabito wurden 2002 zum „Regieteam des Jahres“ gewählt<br />
und erhielten im Jahr 2006 den erstmalig vergebenen Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie<br />
beste <strong>Oper</strong>nregie für die Inszenierung von „Doktor Faust“. Zuletzt brachte das Regieduo im Januar 2008 Verdis<br />
„Un ballo in maschera“ an der Staatsoper Unter den Linden auf die Bühne. Halévys Grand Opéra „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“ ist<br />
ihre 20. Zusammenarbeit.<br />
Bert Neumann, Bühnen- und Kostümbildner für die Neuproduktion von Halévys "<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>", wurde 1960 in<br />
Magdeburg geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. Seit 1988 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Frank<br />
Castorf und der Volksbühne Berlin, wo er u.a. Bühne und Kostüme für Dostojewskis "Idiot" und Bulgakows "Der<br />
Meister und Margarita" schuf. 2005 stattete er Johann Simons Inszenierung von "Simon Boccanegra" an der<br />
Pariser Opéra Bastille aus. Neumann arbeitete auch regelmäßig mit René Pollesch, Alain Platel und Peter<br />
Konwitschny. Für letzteren stattete er u.a. "Hoffmanns Erzählungen" und "Ein Maskenball" an der Semperoper<br />
Dresden aus. Außerdem entwarf er die Kostüme für Leander Haußmanns Filmdebüt "Sonnenallee". 2008 schuf<br />
er das Bühnenbild für Mozarts "<strong>Die</strong> Entführung aus dem Serail" in der Regie von Johan Simons an der<br />
Nederlands <strong>Oper</strong>a Amsterdam. 1999 erhielt er die Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien, 2000 den Kritikerpreis<br />
der Berliner Zeitung, und viermal kürte ihn die Zeitschrift Theater der Zeit zum "Bühnen- und Kostümbildner<br />
des Jahres". <strong>Die</strong> Stiftung Preußische Seehandlung verlieh ihm den Theaterpreis Berlin 2003. In 2004 leitete er<br />
die Gesamtgestaltung der Ruhrfestspiele Recklinghausen. An der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong> waren schon seine<br />
Ausstattungen der "Götterdämmerung" und der "Zauberflöte" zu sehen.<br />
Nina von Mechow ist verantwortlich für die Kostüme bei der Neuproduktion von „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“. In Gießen geboren<br />
studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, an der Hochschule für Film und Fernsehen<br />
Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg sowie Bühnen- und Kostümbild an der Kunsthochschule Berlin. Zunächst<br />
arbeitete Nina von Mechow bei der Filmproduktion „Films etc.“, dann als Kostümassistentin an der Volksbühne<br />
am Rosa-Luxemburg-Platz sowie für Bert Neumann an der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong>. Seit 1999 erarbeitete sie die<br />
Kostümbilder für eine Reihe namhafter Regisseure, u. a. Peter Wittenberg, Karin Henkel, Leander Haußmann<br />
und Sebastian Hartmann. Sie war verantwortlich für die Kostüme im Kinofilm „Herr Lehmann“ von Leander<br />
Haußmann und in der Fernsehserie „24 Stunden sind kein Tag“ von René Pollesch. Seit 2003 arbeitete Nina von<br />
Mechow häufig mit dem Regisseur Johann Simons zusammen und erstellte für ihn die Kostümbilder zu „Titus“<br />
und „Zehn Gebote“ (Münchner Kammerspiele), „Zocker“ (Volksbühne), „Asielzoeker“ und „Plattform“<br />
(Niederländisches Theater in Gent) sowie für „Simon Boccanegra“ (Opéra Nationale de Paris). Für René<br />
Pollesch entwarf sie die Kostüme für „Pablo in der Plus Filiale“ (Ruhrfestspiele), „Live is the new hard“<br />
(Volksbühne) und derzeit für „Ragazzo del Europa“ am Theater in Warschau. Für Martin Wuttke erarbeitete sie<br />
Bühnen- und Kostümbild sowohl für dessen Flughafen Neuhardenberg-Produktionen „<strong>Die</strong> Perser“ und „Solaris“<br />
als auch für das Stück „Rolf <strong>Die</strong>ter Brinkmann“ am Schauspiel Köln. Nina von Mechow erarbeitete außerdem<br />
die Kostüme in Jonathan Meeses „De Frau“ an der Volksbühne in Berlin.<br />
Tatiana Pechnikova studierte an der Gnessins Academy of Music in Moskau unter Professor Obolenskaya und<br />
schloss ihr Gesangsstudium in 1998 ab. 1999 wurde sie Ensemblemitglied am Novaya <strong>Oper</strong>a Theatre in Moskau<br />
und hat seither ihr Repertoire mit vielen russischen Partien, aber auch bekannten Partien anderer Komponisten<br />
erweitert. So sang Tatiana Pechnikova u.a. die Ludmila in Glinka’s „Ruslan und Ludmila”, Tatjana in „Eugen<br />
Onegin” und Iolanta in „Yolanthe” von Tschaikovsky, Kupava in „Schneeflöckchen“ und Marfa in „<strong>Die</strong><br />
Zarenbraut“ von Rimsky-Korsakov sowie Pamina in „<strong>Die</strong> Zauberflöte”, die Titelpartie von Bellinis „Norma”,<br />
Leila in Bizets „<strong>Die</strong> Perlenfischer”, Lucrezia in „I due Foscari”, Violetta in „<strong>La</strong> Traviata”und Nedda in<br />
Leoncavallos „I Pagliacci“. Weitere Sopranpartien verkörperte Tatiana Pechnikova in den Produktionen „Welsh<br />
Songs“, „Polowezer Tänze“, „Rossini“, „Bravissimo!“, „Viva Verdi!“’, „Maria Callas“, „Music is my Soul“,<br />
„<strong>Oper</strong>a@Jazz“, and in Verdis „Requiem“. Neben anderen Auszeichnungen gewann Tatiana Pechnikova in 2006<br />
auch den ersten Preis beim Internationalen Forum „Music and Pedagogics” in Helsinki. Für ihre Darstellung der<br />
Norma in der Inszenierung von Wieler und Morabito in Moskau wurde sie mit den beiden Kritikerpreisen<br />
„Goldene Maske“ sowie „Casta Diva“ ausgezeichnet.<br />
Catriona Smith wird in dieser Spielzeit u.a. <strong>La</strong> princesse Eudoxie in „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“, Konstanze, Micaëla, Fiordiligi<br />
sowie die Mondkönigin in „<strong>Die</strong> Reise zum Mond“ verkörpern. Catriona Smith stammt aus Schottland und schloss<br />
ihr Studium 1986 an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow ab. Anschließend war sie für<br />
ein Jahr Mitglied am <strong>Oper</strong>nstudio der Universität Toronto. 1990 debütierte sie am Royal <strong>Oper</strong>a House Covent<br />
Garden in London. Seit 1991 ist sie Ensemblemitglied an der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong>, wo sie 2003 zur<br />
Kammersängerin ernannt wurde. Ihr Repertoire umfasst u.a. Partien wie Fiordiligi, Zerlina, Papagena, Pamina,<br />
Erste Dame, Micaëla, Gilda, Nanetta in „Falstaff“, Gretel, Ännchen und Najade in „Ariadne auf Naxos“. In<br />
<strong>Stuttgart</strong> sang sie darüber hinaus Norina in „<strong>Die</strong> Irren aus Vorsatz“, Colombina in Haydns „<strong>Die</strong> Feuersbrunst“,<br />
Coryphée in „Alceste“, Cleopatra in „Giulio Cesare in Egitto“, Morgana in „Alcina“, Susanne und Venus in<br />
„Aeneas in Karthago“, Konstanze, Olympia, Himmlische Stimme in „Don Carlo“, Sophie und Woglinde in „Das<br />
Rheingold“ und Lilla in „Una cosa rara“. Zu Gast war sie an der Scottish <strong>Oper</strong>a, an der Staatsoper Berlin sowie<br />
in San Francisco und Amsterdam.
Chris Merritt singt in dieser Spielzeit den Éléazar in der Neuproduktion von Halévys „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“. Der gebürtige<br />
Amerikaner absolvierte seine Ausbildung an der Oklahoma City University, die ihm einen Ehrendoktortitel im<br />
Fach Musik zuerkannte. Gastengagements führten ihn nach New York, London, San Francisco, Mailand, Tokio,<br />
Buenos Aires, Chicago, Jerusalem, Toronto, Amsterdam, Los Angeles, Wien, Barcelona, Santiago, Washington<br />
DC, Athen, Philadelphia und Kopenhagen. Zu seinen wichtigsten Partien gehören Herodes, Bacchus, Erik, Loge,<br />
Max, Idomeneo, Tito, Ödipus Rex, Schuisky, Benvenuto Cellini und Aeneas. Bei den Salzburger Festspielen war er<br />
in den letzten Jahren in „Moses und Aron“, „Oberon“, Busonis „Doktor Faust“ und Messiaens „St. Francois<br />
d`Assise“ zu hören. Er trat an der Bayerischen Staatsoper in München in der Welt-Uraufführung von Henzes<br />
„Venus und Adonis“ sowie in Dvorřáks „Dimitrij“ auf, sang an der Deutschen <strong>Oper</strong> Berlin in „<strong>Die</strong> Hugenotten“,<br />
an der Semperoper Dresden in „<strong>Die</strong> Csardasfürstin“ und an der Hamburgischen Staatsoper in „Wozzeck“,<br />
„Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“, „Kátja Kabanová“ und „Elektra“. In <strong>Stuttgart</strong> sang er bereits<br />
Flüchtling in „Intolleranza 1960“ und Aron in „Moses und Aron“. Im April 2008 wird er außerdem die Partien<br />
des Kerkermeisters und des Großinquisitors in Dallapiccolas „Il prigioniero“ an der <strong>Oper</strong>a National de Paris<br />
singen.<br />
Liang Li wird in der Spielzeit 2007/08 u. a. als Arkel und Cardinal de Brogni in „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“ zu erleben sein. Er<br />
wurde in Shanxi/China geboren, studierte Gesang am Konservatorium in Tianjin und an der Musikhochschule in<br />
Peking bei Han Baolin und Li Xinchang. Neben vielen Gesangswettbewerben gewann er u. a. auch den<br />
Förderpreis „Neue Stimmen“ in Gütersloh. In Deutschland debütierte er in Rostock und nach einer Spielzeit<br />
wechselte er an die Staatsoper Hannover. Dort erarbeitete sich der junge Künstler die großen Partien seines<br />
Fachs wie Curio in „Giulio Cesare in Egitto“, Masetto, Bartolo, Colline in „<strong>La</strong> Bohème“, Sarastro, König Marke,<br />
Arkel in „Pellèas et Mélisande“, Ramfis in „Aida“, Timur in „Turandot“ und Sparafucile in „Rigoletto“. Mit der<br />
Rolle des Arkel gastierte er auch bei den Wiener Festwochen und dem International Festival in Edinburgh.<br />
Große Triumphe feierte er ebenso als König Marke in Hannover, Basel und Montpellier. Außerdem führten ihn<br />
Gastspiele nach Italien, China, Holland und Japan. Der Bassist ist seit der Spielzeit 2006/07 Ensemblemitglied<br />
der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong>.<br />
Ferdinand von Bothmer, geboren in München, studierte Musiktheaterregie sowie Gesang an der<br />
Musikhochschule Wien. Nach Abschluss seines Hochschulstudiums begann er 2001 ein privates<br />
Gesangsstudium mit Nicolai Gedda, Michael Pabst und <strong>Die</strong>trich Fischer-<strong>Die</strong>skau. Seit 1999 ist Ferdinand von<br />
Bothmer Ensemblemitglied an der Wiener Volksoper, wo er u.a. Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ und Don<br />
Ottavio in „Don Giovanni“, Marquis de Chauteauneuf in Lortzings „Zar und Zimmermann“ sowie Alfred in „<strong>Die</strong><br />
Fledermaus“ gesungen hat. In der Spielzeit 2003/04 gestaltete er dort außer Tamino und Chateauneuf u.a. auch<br />
die Partien des Herzogs in „Eine Nacht in Venedig“ und Camille in „<strong>Die</strong> lustige Witwe“. In den Jahren 2006 und<br />
2007 hat er in Wien u.a. den Tito in „<strong>La</strong> clemenza di Tito“ und Ramiro in „<strong>La</strong> Cenerentola“ gesungen.<br />
Gastverträge führten ihn nach Innsbruck, Leipzig, an die Washington <strong>Oper</strong>a, die Mailänder Scala sowie nach<br />
Zürich und Rom. Zu den letzten wichtigen <strong>Oper</strong>nprojekten zählen Tamino am Theâtre de la Monnaie in Brüssel<br />
und Almaviva an der <strong>Oper</strong> in Tokyo im Herbst 2005. Im vergangenen Jahr sang er u.a. die Partie des Maler<br />
Mazal in einer Neuproduktion von „Broucek“ an der Volksoper Wien, er gastierte als Chateauneuf an den<br />
<strong>Oper</strong>nhäusern in Düsseldorf und Hamburg. Zuletzt sang er u.a. die Partie des Idomeneo am Staatsheater<br />
Wiesbaden unter Marc Piollet. Ferdinand von Bothmer gab außerdem diverse Liederabende in Deutschland und<br />
Polen mit ausgewählten Liedern von Brahms, Schumann, Schubert, Rachmaninoff und Strauss.<br />
Karl-Friedrich Dürr übernimmt in der Spielzeit 2007/08 u.a. den Ruggiero in der Neuproduktion „<strong>La</strong> <strong>Juive</strong>“. Er<br />
wurde in <strong>Stuttgart</strong> geboren und absolvierte sein Studium bei Günter Reich. Seit 1980 ist Karl-Friedrich Dürr<br />
Ensemblemitglied der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong>, wo er mit der Titelrolle in Wolfgang Rihms „Jakob Lenz“ debütierte.<br />
In <strong>Stuttgart</strong> sang er das zentrale Repertoire des Bass-Baritons. Seitdem war der Künstler in Rollen wie Leporello<br />
in „Don Giovanni“, Figaro, Klingsor in „Parsifal“, Tierbändiger/Athlet in „Lulu“, Faninal in „Der Rosenkavalier“,<br />
Vater in „Hänsel und Gretel“ und Don Alfonso in „Così fan tutte“, Bartolo in „Le nozze di Figaro“ und „Il<br />
barbiere di Siviglia“, Baculus in „Der Wildschütz“, Köchin in „<strong>Die</strong> Liebe zu den drei Orangen“, Lisargo in „Una<br />
cosa rara“, und Dr. Kolenaty in „<strong>Die</strong> Sache Makropulos“ zu sehen und zu hören. Er gastierte u. a. an der<br />
Dresdner Semperoper, in Berlin und München, an der Opéra de la Bastille in Paris, in Triest und in New York.<br />
1998 wurde er zum Kammersänger der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong> ernannt.<br />
Christoph Sökler wird in der Spielzeit 2007/08 u. a. als Yamadori, Der große Wagen in „<strong>Die</strong> Reise zum Mond“<br />
sowie als Happy in „<strong>La</strong> fanciulla del West“ zu hören sein. Er wurde in Ostfildern geboren und studierte in<br />
Karlsruhe, Leipzig, Berlin und London u. a. bei <strong>Die</strong>trich Fischer-<strong>Die</strong>skau, Elisabeth Schwarzkopf, dem Lied-Duo<br />
Mitsuko Shirai und Hartmut Höll, Rudolf Piernay, Roland Hermann und Hans-Joachim Beyer. 1998 debütierte er<br />
als Hans in „<strong>Die</strong> weiße Rose“ an der Jungen <strong>Oper</strong> der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong>, wo er auch als Bariton-Solo in<br />
„Cupid and Death“ auftrat. Seit der Spielzeit 2003/04 ist er Ensemblemitglied der Staatsoper <strong>Stuttgart</strong>. Hier<br />
sang er u. a. Un feaco in „Il ritorno d’Ulisse in patria“, Apollo in „L’Orfeo“, den Marchese d’Obigny in „<strong>La</strong><br />
traviata“, Hermann Ortel in „<strong>Die</strong> Meistersinger von Nürnberg“ und Schaunard in „<strong>La</strong> Bohème“. Ferner war er als<br />
Antonio in „Le nozze di Figaro“, Graf von Eberbach in „Der Wildschütz“ und als Listandre bei der Uraufführung<br />
„Pastorale“ zu erleben.