Liebes Publikum - Volksoper Wien

volksoper.at

Liebes Publikum - Volksoper Wien

18

zeitung

Okt 11

Nov 11

Sie sagen,

dass die Liebe

bitter schmecke ...

Die neue Salome der Volksoper, Annemarie Kremer,

vor Lucas Cranachs „Judith mit dem Haupt des

Holofernes” im Kunsthistorischen Museum


Wahlen zum Publikumsforum der

Österreichischen Bundestheater

am 29. September 2011

Bereits zum 5. Mal haben Besucher/Besucherinnen die

Möglichkeit, an den Wahlen zum Publikumsforum der

Österreichischen Bundestheater als Wähler/Wählerin

bzw. als Kandidat/Kandidatin teilzunehmen. Das

Publikumsforum vertritt die Interessen der Besucher/

Besucherinnen der Wiener Staatsoper, des Burgtheaters

und der Volksoper Wien. Es hält gemeinsam mit den

künstlerischen Direktoren der Theater pro Saison zwei

Publikumsgespräche ab, bei denen vor allem über

die Erfüllung des kulturpolitischen Auftrags, über

Kartenvertrieb und über Marketing diskutiert werden

kann. Der/Die Vorsitzende des Publikumsforums

ist mit seiner/ihrer Wahl (drei Jahre) gleichzeitig

Mitglied des Aufsichtsrates der Bundestheater-Holding

und nimmt daher auch an allen Sitzungen dieses

Aufsichtsrates teil. Dort werden auch die Ergebnisse der

Publikumsgespräche präsentiert und diskutiert.

Genauere Informationen über den Ablauf der Wahlen

sowie die näheren Voraussetzungen finden Sie auf jeder

Homepage der Österreichischen Bundestheater und mit

Beginn der neuen Spielzeit 2011/12 auch als Aushang in

den einzelnen Theatern.


Liebes Publikum,

Die Bebilderung der Saisonvorschau ist alljährlich eine spannende

Heraus forderung, bei der (kunst-)geschichtliche Korrektheit oft hinter

optischer Wirksamkeit zurückstehen muss. So fotografierten wir die

Titeldarstellerin der „Madame Pompadour“ in einem passenden Raum

des Stiftes Klosterneuburg (mit dem Figur und Operette gar nichts zu tun

haben), das Ensemble der Musical-Premiere „Die spinnen, die Römer!“ im

Kunsthistorischen Museum unter griechischen Porträtbüsten und unsere

neue Salome, Annemarie Kremer, ebenda vor Lucas Cranachs „Judith“.

Judith ist ohne Frage, trotz des abgeschlagenen Herrenkopfs, nicht Salome.

Almuth Spiegler bezog sich in der Tageszeitung „Die Presse“ unter dem

Titel „Judith oder Salome – Hauptsache Rübe ab!“ auf diesen Unterschied.

Gerne drucken wir einen Auszug aus der ikonografischen Nachhilfestunde

ab, welche die beiden Figuren gegeneinander abzu grenzen versucht:

„Die Ähnlichkeit der Darstellung ist ja auch frappant, seit dem 16. Jahrhundert

wird Judith mit Salome als Paar in den ‚Weiberlisten’ geführt.

Doch auch die Unterschiede sind deutlich: Judith wird mit Schwert,

Magd und Sack dargestellt, in dem sie das Haupt des Holofernes frei Haus

in die belagerte Israeliten-Stadt Betulia lieferte. Salome präsentiert den

abgeschlagenen Kopf des Johannes auf einer Scheibe.

In einigen wenigen Werken wird aber auch Salome mit Schwert dargestellt,

obwohl sie die Tat nicht selber beging. Noch verwirrender wird es

dann bei Klimt, der sich zwischen den darstellerischen Verlockungen der

beiden anscheinend selbst nicht entscheiden konnte und in gleich zwei

Versionen ein dekadentes ekstatisches Zwitter-Mordsweib schuf, das

heute seltsam ‚Judith (Salome)’ betitelt wird. Eine spannendere Kombination

fand seither nur die Sängerin der deutschen Pop-Band ‚Wir sind

Helden’, die sich gleich Judith Holofernes nennt.“

Es existiert im KHM übrigens auch eine „Salome“ von Joseph Heintz

d. Ä. (1564–1609), die Cranachs „Judith“ nachempfunden ist, ohne an das

ältere Gemälde heranzureichen.

Eine erlebnisreiche Volksopernsaison

wünscht Ihnen

Ihr

Christoph Wagner-Trenkwitz

Chefdramaturg

2_3

Inhalt

04

Premiere „Salome”

09

Fragebogen

Andreas Daum

10

Volksoper tierisch”

14

Wiederaufnahme

„Madama Butterfly”

16

Im Spiegel der Kritik

„Die lustige Witwe”

17

Volksopern-Repertoire

18

Ballett: „Max und Moritz”

„Marie Antoinette”

19

Konzert der Volksopern Big Band

„Heute im Foyer …”

Kinderworkshops

20

Schulprojekt „Die lustige Witwe”

22

Neu an der Volksoper

In Memoriam

24

Wahlabonnements

Impressum

Volksoper Wien, Saison 2011/12

Direktor: Robert Meyer, künstl. Geschäftsführer

Mag. Christoph Ladstätter, kaufm. Geschäftsführer

Zeitung Ausgabe 18, Oktober/November 2011

Erscheinungsweise: zweimonatlich

Redaktionsschluss: 31. August 2011

Herausgeber: Wiener Volksopernfreunde (VOF),

Goldschlagstraße 84, 1150 Wien

Medieninhaber: Volksoper Wien GmbH,

Währinger Straße 78, 1090 Wien

Volksopern Nachrichten Nr.: 5, 2011/12

Redaktionsleitung: Helene Sommer

Redaktion: Jürgen Bauer, Felix Brachetka, Eva

Koschuh, Nina Moebius, Alfred Oberzaucher, Prisca

Olbrich, Eva Ehgartner-Ruprecht, Gerald C. Stocker,

Christoph Wagner-Trenkwitz

Gestaltung: Elisabeth Mayr

Hersteller: Druckerei Walla

Bildnachweise: Dimo Dimov, Stefan Flament © Opéra de

Monte-Carlo, Rudolf Klaban, Agenturen, Archiv der

Volksoper Wien


Nicola Beller Carbone als Salome in Monte-Carlo 2011

„Sie sagen, dass die Liebe

bitter schmecke …“

Zur Neuproduktion von Richard Strauss’ „Salome“

„Eine ‚Salome’ der anderen, ja besonderen Art“ – so lobte die Kritik Marguérite Bories Inszenierung

der Strauss-Oper in Monte-Carlo im vergangenen Februar. Nun wird diese Produktion an

die Volksoper übernommen, als dritte „Salome“-Premiere unseres Hauses (nach 1910 und 1944)

und erste Wiener Neuinszenierung des Werkes seit fast vier Jahrzehnten.


Nähern wir uns dem ernsthaften Einakter über den

Umweg der Popularmusik. 1922 verwendete Pasquale

Mario Costa den Namen der Prinzessin von Judäa

für die Hauptfigur seiner Operette „Scugnizza“ um ein

neapolitanisches „Gassenmädchen“. Diesem wird das

hübsche Ständchen „Salomè, una rondine non fa primavera“

(„Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling“)

gebracht, das bis heute Schlagerqualität bei unserem

südlichen Nachbarn hat. Und zwei Jahre zuvor komponierte

Robert Stolz auf einen Text von Arthur Rebner

den „orientalischen Foxtrott“ „Salome, schönste Blume

des Morgenlands“. Einem anderen Meister der Unterhaltungsmusik

war Richard Strauss feindschaftlich

verbunden: Franz Lehár.

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Die bedrohliche Frau

Wenn die Antipoden Lehár und Strauss innerhalb eines

Jahres mit Neuproduktionen zweier Hauptwerke an der

Volksoper vertreten sind, muss man deren Gemeinsamkeiten

hervorheben. „Die lustige Witwe“ (der die letzte

Premiere vor dem Sommer gewidmet war) und „Salome“

teilen nicht nur Uraufführungsjahr und -monat (Dezember

1905), sondern beleuchten von musikstilistisch

grundverschiedenen Seiten einen neuen, „bedrohlichen“

Frauentyp, der im noch jungen 20. Jahrhundert heranwuchs.

1905 wurde es Frauen gesetzlich erlaubt, öffentlich Zigarren

zu rauchen, Demonstrationen für die Einführung

des Frauenwahlrechts erschütterten ganz Europa und

die Damenmode hatte (nicht zuletzt durch die Popularisierung

des Fahrrades) längst „freizügige“ Formen

angenommen. Eine erste sexuelle Revolution kündigte

sich durch die Thematisierung von Sexualität an: in

kühlen Analysen von Denkern wie Sigmund Freud und

in polemischen Schriften wie Richard von Krafft-Ebings

„Psychopathia sexualis“ (1886), der mit „Perversionen“

und „Abartigkeiten“ streng ins Gericht geht. Letztgenanntes

Werk war Oscar Wilde bei der Abfassung seines

„Salome“-Dramas (1891) wohl bekannt, „denn seine

Version lässt kaum Zweifel daran, dass Salomes Forderung

nach dem Kopf des Johannes eine Anspielung auf

‚sexuelle Perversionen’ war“ (Peter Watson). Es lässt tief

in die Künstlerseele des scheinbar (spieß-)bürgerlichen

Richard Strauss blicken, dass er ausgerechnet das

Skandalstück des wegen Homosexualität Verurteilten

irischen Schriftstellers als Vorlage für eine Oper wählte.

Auch Gustav Klimt trug zu Beginn des neuen Jahrhunderts

das Seine zur Öffnung des Horizontes bei. Nicht

nur sein (in diesem Heft bereits auf Seite 3 erwähntes)

Gemälde „Judith (Salome)“, sondern auch andere

Frauenporträts atmen eine laszive Erotik, die von einer

„Wiedererweckung des sinnlichen Lebens, das in der

Kunst erstarrt war“ (Carl Schorske) kündet.

Ein neuer Begriff von Moderne

Richard Strauss, der gegen Ende des 20. Jahrhunderts

schon die Symphonische Dichtung revolutioniert hatte,

„krempelte mit ‚Salome’ alle Begriffe der Moderne um“

(Kurt Wilhelm). Ihm selbst war wohl bewusst, dass

dieser Weg weder zur Nachahmung empfohlen noch von

ihm selbst bis zum Ende, der Auflösung der Tonalität,

beschritten werden konnte.

Strauss strebte nach eigenen Angaben „wirklich östliches

Kolorit und glühende Sonne“ an. „Das Bedürfnis

gab mir wirklich exotische Harmonik ein, die besonders

in fremdartigen Kadenzen schillerte, wie Changeant-

Seide. Der Wunsch nach stärkster Personencharakteristik

brachte mich auf die Bitonalität, da mir für die

Gegensätze Herodes–Nazarener eine bloß rhythmische


Charakterisierung, wie sie Mozart in genialster Weise

anwendet, nicht genug erschien.“

Hugo von Hofmannsthal, mit dem Strauss gemeinsam

den nächsten modernistischen Gipfel, „Elektra“, erklimmen

sollte, notierte im „Salome“-Jahr 1905 Zeilen, die

durchaus auf die verstörende Harmonik gemünzt sein

könnten, aber das gesamte Lebensgefühl des Jahrhundertbeginns

beschrieben, zu dem „Salome“ so gut

passte: „Das Wesen unserer Epoche ist Vieldeutigkeit

und Unbestimmtheit. Sie kann nur auf Gleitendem ausruhen

und ist sich bewusst, daß es Gleitendes ist, wo

andere Generationen an das Feste glaubten.“

„Das ist Wahnsinn!“

Die Dresdener „Salome“-Uraufführung löste ein Erdbeben

in der Kunstwelt aus, die Meinungen spalteten sich

in begeisterte Zustimmung und empörte Ablehnung –

kühl ließ diese Oper niemanden …

Während Cosima Wagner, die Witwe von Strauss’ Idol

schlichtweg meinte: „Das ist Wahnsinn … Nichtiger

Unfug, vermählt mit Unzucht!“, urteilte ein Dresdener

Kritiker: „Eine Sensation von ähnlicher Bedeutung

hat unsere Hofoper seit Wagners letztem Werke nicht

gehabt.“ Gustav Mahlers aufopfernder Kampf um die

Erstaufführung der „Salome“ an der von ihm geleiteten

Wiener Hofoper spricht Bände (während er mit der

„Elektra“, die in harmonischer Kühnheit noch einen

Schritt weiter ging, nach eigenem Bekunden nichts

mehr anfangen konnte). Karl Kraus hingegen übte sich

in spitzfedriger Spitzfindigkeit: „Die Musik des Herrn

Richard Strauss ist ein Frauenzimmer, das seine natürlichen

Mängel durch eine vollständige Beherrschung

des Sanskrit ausgleicht.“ Kaiser Wilhelm II. kannte die

Oper nicht vom Hören, nur vom Sagen. Die Ferndiagnose

des Monarchen zu Richard Strauss und dessen neuem

Stück lautete: „Tut mir leid, ich habe ihn sonst ganz

gern, aber damit wird er sich schaden.“ Der Komponist

konterte gelassen: „Von dem Schaden konnte ich mir die

Garmischer Villa bauen.“

Es ist bemerkenswert, dass schon zur Zeit der „Salome“,

also fast drei Jahrzehnte vor der „Machtergreifung“,

Strauss’ ambivalentes Verhältnis zum Nationalsozialismus

vorausgeahnt werden konnte: Im Publikum der

Grazer Erstaufführung 1906 saß – neben Persönlichkeiten

wie Puccini, Mahler und Peter Rosegger auch ein

Arbeitsloser aus Wien – namens Adolf Hitler. Als 1939

die Aufführung der „Judenoper“ in Graz verboten werden

sollte, meinte Strauss: „Daß ‚Salome’ eine jüdische

Ballade sein soll, ist sehr humoristisch. Der Führer und

Reichskanzler hat selbst in Bayreuth meinem Sohn erzählt,

dass ‚Salome’ eines seiner ersten Opernerlebnisse

gewesen sei und daß er sich das Geld, um zur ersten

Aufführung nach Graz zu reisen, von seinen Verwandten

erbeten habe. Wörtlich!!“

Salome … „von“ Jeritza?

Am 9. April 1911 gab Richard Strauss als „Salome“-Dirigent

sein Debüt an der Volksoper. Danach sollte er das

Werk nur noch an der Wiener Staatsoper dirigieren (die

ja zwischen 1919 und 1924 unter seiner künstlerischen

Leitung stand). Als Maria Jeritza 1922 die Partie an

der Staatsoper verkörperte, war der Komponist Zeuge

einer fragwürdigen „Neufassung“. „Wir Musiker waren

wenig von ihr begeistert“, erinnerte sich Philharmoniker-

Der Prophet erscheint

Szenenfoto aus „Salome”, Monte-Carlo 2011


Vorstand Otto Strasser, „weil sie die ‚Salome’ auf recht

persönliche Weise zu kürzen pflegte. In unseren Stimmen

gab es so viele Sprünge, daß uns die Oper wie ein

Torso erschien. Ich war daher neugierig, was Strauss

sagen würde. Aber er dirigierte mit Begeisterung die

halbe ‚Salome’ und meinte, als er am Schluß an uns vorbeiging,

bloß: ‚Ein Teufelsweib.’ Ich war enttäuscht, und

noch heute glaube ich, daß der Meister weniger an seine

Oper als an den Kassenrapport gedacht hat.“ Könnte es

auch eine diplomatische Umschreibung der Tatsache

gewesen sein, dass Strauss die Kürzungen zwar nicht

goutierte, die Wirkung der Diva aber respektierte?

Das Team der Neuproduktion

„Salome“ zu dirigieren bleibt eine besondere Herausforderung

für jeden Kapellmeister. Strauss selbst schrieb

an seine Frau Pauline 1906: „… höllisch anstrengend

zu dirigieren. Ich habe doch sonst kaltes Blut, aber

diese Partitur kann auch mir an.“ Über die Mailänder

„Salome“-Premiere, die von niemand geringerem als

Arturo Toscanini geleitet wurde, meinte der Komponist

hingegen abschätzig, hier „spielte der Kapellmeister

eine Symphonie ohne Sänger … mit erbarmungslos

wütendem Orchester“.

Die „höllische“ Anstrengung übernimmt nun bei der

Wiener Neuproduktion Roland Böer, der dem Volksopernpublikum

bereits von „Tiefland“-Aufführungen

her bekannt ist. Nach seinem überaus erfolgreichen

Debüt an der Mailänder Scala mit der „Zauberflöte“ im

März 2011 wurde er an dieses Haus für die Wiederaufnahme

der Strehler-Produktion „Die Entführung

aus dem Serail“ abermals eingeladen. Neben „Salome“

an der Volksoper wird er in dieser Saison u. a. die

„Fledermaus“-Neuproduktion an der Opéra National du

Rhin in Straßburg leiten und am Königlichen Opernhaus

in Kopenhagen Brittens „Albert Herring“ wiederaufnehmen.

Erstmals an unserem Hause wird nicht nur die Darstellerin

der Titelrolle, die niederländische Sopranistin

Annemarie Kremer (Biographie siehe S. 22), sondern

auch die Regisseurin Marguérite Borie arbeiten. Die

Deutschfranzösin hat an der Sorbonne und in Wien

Literatur und Musikwissenschaft studiert und ihre

Diplomarbeit über die Zusammenarbeit von Strauss und

Hofmannsthal verfasst. Als Regisseurin ist Marguérite

Borie seit mehreren Jahren in Paris, Monte-Carlo und

an der Opéra royal de Wallonie (Lüttich) tätig, wo im

vergangenen Juni nicht nur ihre „Salome“-Produktion,

sondern zuvor auch ihre Inszenierung der „Chouette

enrhumé“ von Bruno Montovani zu sehen war.

Christoph Wagner-Trenkwitz

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Richard Strauss

Salome

nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung

In deutscher Übersetzung von Hedwig Lachmann

Mit deutschen Übertiteln

Koproduktion mit der Opéra de Monte-Carlo

und der Opéra Royal de Wallonie Liège

Premiere am

Samstag, 15. Oktober 2011

Weitere Vorstellungen am 18. Oktober,

4., 8., 13., 16., 20., 23., 27. November 2011

Werkeinführung jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der

Vorstellung (Premiere ausgenommen) im Galerie-Foyer

Dirigent: Roland Böer/Gerrit Prießnitz

Regie: Marguérite Borie

Bühnenbild und Licht: Laurent Castaingt

Kostüme: Pieter Coene

Choreografie: Darren Ross

Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz

Herodes:

Wolfgang Ablinger-Sperrhacke/Otoniel Gonzaga

Herodias: Irmgard Vilsmaier/Alexandra Kloose

Salome: Annemarie Kremer/Morenike Fadayomi

Jochanaan: Sebastian Holecek/Morten Frank Larsen

Narraboth: Jörg Schneider/Vincent Schirrmacher

Page: Martina Mikelić /Lysianne Tremblay

Erster Jude: Stephen Chaundy

Zweiter Jude: Christian Drescher

Dritter Jude: JunHo You

Vierter Jude: Paul Schweinester/Anton Graner

Fünfter Jude: Andreas Daum/Karl Huml

Erster Nazarener: Stefan Cerny/Jan Martinik

Zweiter Nazarener:

Anton Graner/Wolfgang Gratschmaier

Erster Soldat: Florian Spiess

Zweiter Soldat: Karl Huml/Tamas Patrovics

Kappadozier: Yasushi Hirano

Stefan Mickisch spielt

und erklärt „Salome”

am 13. Oktober 2011, 19:30 Uhr


Klothilde Wenger, 1910

Von Wenger bis Welitsch:

Die Interpretinnen der Salome an der Volksoper

In Wien war Richard Strauss’ „Salome” zum ersten

Mal im Sommer 1907 im Rahmen eines Gastspiels der

Breslauer Oper am „Deutschen Volkstheater” zu sehen.

Aufgrund des Aufführungsverbotes der Hoftheater-

Zensurbehörde war es Hofoperndirektor Gustav Mahler

nicht gelungen, das Werk zeitgleich mit der Dresdner

Staatsoper an der Wiener Hofoper zur Uraufführung

zu bringen. Für das Privattheater „Kaiserjubiläums-

Stadttheater/Volksoper” galten diese Zensur-Auflagen

nicht. Direktor Rainer Simons nützte diesen Umstand

und präsentierte am 23. Dezember 1910 die erste

Wiener Eigenproduktion der „Salome”. Er führte

selbst Regie und legte die musikalische Leitung in die

Hände des Chefdirigenten Alexander von Zemlinsky.

Das Bühnenbild war – wenngleich nicht auf dem

Programmzettel vermerkt – nach den Entwürfen Alfred

Rollers angefertigt worden.

Klothilde Wenger (geb. vermutlich 1874, gest. 1954 in

Wien) aus dem Volksopern-Ensemble übernahm die

anspruchsvolle Titelpartie, die sie bereits 1906 in der

Österreichischen Erstaufführung der „Salome” an der

Grazer Oper gesungen hatte. Über ihre künstlerische

Leistung in der durchaus geglückten Vorstellung war

in der Neuen Freien Presse zu lesen: „Fräulein Wenger

ist für die Rolle der ‚Salome’ durch ihre musikalische

Sicherheit und leichte Höhe prädestiniert. Sie singt mit

bewundernswerter Kraft und überströmendem Ausdruck.

Die Momente krankhaften Trotzes und überhitzter

Sinnlichkeit gelangen ihr besonders gut. Es war ein

Abend des Triumphes für die geschätzte Künstlerin.” Die

Reichspost erwähnte ein nicht unwesentliches Detail:

„Frau Wenger … charakterisiert auch im Schleiertanz

die schwüle Sinnlichkeit des grausamen Weibes.” Bis

1917 blieb das Werk mit 33 Aufführungen im Spielplan

der Volksoper. Klothilde Wenger sang auch in der

denkwürdigen Aufführung des 9. April 1911, in der

Meister Strauss höchstpersönlich die musikalische

Leitung übernahm. Im Jänner 1911 gastierte für fünf

Vorstellungen Gemma Bellincioni (geb. 1864 in Como,

gest. 1950 in Neapel), die Salome der italienischen

Erstaufführung von 1906 in Turin. Bekannt geworden

war die „k. u. k. Kammersängerin” als Interpretin

veristischer Opern: 1890 war sie die Santuzza in der

Uraufführung von Mascagnis „Cavalleria rusticana” am

Teatro Costanzi in Rom und 1898 sang sie mit Enrico

Caruso in der Uraufführung von Giordanos „Fedora” am

Teatro Lirico in Mailand.

Im darauffolgenden Februar gastierte für zwei

Vorstellungen die Salome der englischen Erstaufführung

an der Covent Garden Opera von 1910, Aino Akté (geb.

1876 in Helsinki; gest. 1944 in Vihti). Unter Anleitung des

Komponisten hatte die einstige Diva der Pariser Oper die

Salome einstudiert, die fortan zu ihrer Lieblingspartie

wurde. 1912 gründete sie die Opernfestspiele in

Savonlinna.

Nach Auflösung der k. u. k. Hoftheater-Zensurbehörde

im Herbst 1918 wurde „Salome” auch im Haus am

Ring gespielt. An der Volksoper jedoch machte in den

Jahren des Zweiten Weltkrieges eine später auf den

internationalen Bühnen umjubelte Salome auf sich

aufmerksam: Ljuba Welitsch (geb. 1913 in Borisovo/

Bulgarien, gest. 1996 in Wien) feierte am 29. April 1944 in

der Partie ihren künstlerischen Durchbruch, nachdem sie

an der Volksoper – damals Opernhaus der Stadt Wien

bereits als Komponist in „Ariadne auf Naxos” aufgetreten

war. Kriegsbedingt fanden nur neun Aufführungen der

„Salome” statt, doch 1946 konnte die Künstlerin ihre

Erfolgsserie im Theater an der Wien fortsetzen.

In der aktuellen Produktion der „Salome” tritt

Annemarie Kremer am 15. Oktober 2011 erstmals

an der Volksoper auf und gibt damit zugleich ihr

Rollendebüt. Eine ausführliche Biographie der

Künstlerin finden Sie auf Seite 22.

fb


Andreas Daum

Der Bassist studierte an der Musikhochschule

seiner Heimatstadt Dresden bei Prof. Johannes

Kemter und in Trier bei Michael Rhodes Gesang.

Nach Engagements an der Staatsoper Dresden

und den Landesbühnen Sachsen sowie am

Theater der Stadt Heidelberg wurde er 2004 Ensemblemitglied

des Staatstheaters Darmstadt.

Sein dortiges Repertoire erstreckte sich von

Baculus in „Der Wildschütz”, Kecal in „Die verkaufte

Braut” über den Großinquisitor in „Don

Carlos” bis zu Pogner in „Die Meistersinger

von Nürnberg” und Klingsor in „Parsifal”. Im

Concertgebouw Amsterdam sang er unter Gerd

Albrecht in Hindemiths erotischer Komödie

„Das Nusch-Nuschi”. Neben der Oper widmet

sich Andreas Daum seit vielen Jahren einem

umfangreichen Lied- und Konzertrepertoire

und verbindet gelegentlich den Step-Tanz –

den er früher unterrichtete und selbst choreografierte

– mit der klassischen Musik. Seit der

Saison 2010/11 ist Andreas Daum Ensemblemitglied

der Volksoper. Hier war er seither u. a.

als Wassermann in „Rusalka”, Sir John Falstaff

in Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von

Windsor”, Sparafucile in Verdis „Rigoletto” und

als Simone in der Premiere „Gianni Schicchi”

zu erleben. In der Spielzeit 2011/12 ist er

u. a. als Fürst Ypsheim-Gindelbach in der

Neuproduktion „Wiener Blut” und als

Sarastro in Mozarts „Zauberflöte” zu hören.

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Robert Meyer liest den Schafen

des Landgut Wien Cobenzl vor.

Ein besiegter Wolf, ein sanfter Stier

und 4.791 animalische Zuschauer

Ab 9. November 2011 sind Hausherr Robert Meyer und das Orchester der Volksoper unter

Konzertmeisterin Bettina Gradinger mit einem neuen tierisch-heiteren Programm zu erleben.

Sergej Prokofjews musikalisches Märchen „Peter und der Wolf”, Alan Ridouts „Ferdinand

der Stier” für Sprecher und Violine sowie Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere” für

Kammerorchester sind zu hören, Robert Meyer gibt den Erzähler.


Ein mutiger kleiner Held

Ursprünglich als kleine Orchesterlehre für Kinder

gedacht, wurde Sergej Prokofjews „Peter und der

Wolf” zu einem absoluten Klassiker für Jung und

Alt. Entstanden ist das „musikalische Märchen”

kurz nach der Rückkehr des Komponisten aus den

Vereinigten Staaten in die Sowjetunion 1936, angeregt

von der künstlerischen Leiterin des Moskauer

Zentralen Kindertheaters, Natalija Saz. Sie war es

auch, die bei der Uraufführung die Erzählerin gab.

Prokofjew selbst schrieb die Geschichte vom mutigen

„Pionier Peter”, wie der Held Regime-konform im

Original heißt, dem es gelingt den gefährlichen

Wolf zu fangen. Jeder handelnden Figur – Peter,

Vogel, Ente, Katze, Großvater, Wolf und Jäger – ist

leitmotivisch ein eigenes musikalisches Thema und

eine Instrumentalfarbe zugeordnet. Peter verhindert,

dass die Jäger den angebundenen Wolf erschießen; in

einem abschließenden Triumphzug aller wird er in den

Zoo gebracht. In seinem Bauch quakt immer noch die

Ente, denn „der Wolf hatte sie in seiner Gier lebendig

hinuntergeschlungen”.

Ein höherer Geist

„Ein höherer Geist, ein Philosoph, der guten

Geschmack und Charakter beweist”, so beschrieb der

amerikanische Kinderbuchautor Munro Leaf den Stier

Ferdinand. Damit begegnete Ferdinands Schöpfer den

Vorwürfen, er würde „subversive kommunistische

Propaganda” betreiben. Stalin erlaubte das Buch, Hitler

ließ es verbrennen, Mahatma Gandhi bezeichnete es

als sein Lieblingsbuch. Die pazifistische Botschaft der

1935 entstandenen Geschichte von Ferdinand wurde in

aller Welt verstanden. Der friedliebende Stier möchte

– im Gegensatz zu seinen Altersgenossen – nicht in der

Stierkampfarena von Madrid kämpfen, sondern zieht

es vor, auf seinem Lieblingsplatz unter einer Korkeiche

zu sitzen und an den Blumen zu riechen. Seine Mutter,

eine „sehr weise Kuh”, lässt ihn gewähren, da sie sieht,

dass Ferdinand glücklich ist. Just an dem Tag, an dem

die Männer kommen, um den stärksten Stier für den

Kampf auszuwählen, wird Ferdinand von einer Hummel

gebissen und gebärdet sich so wild, dass er nach

Madrid mitgenommen wird. In der Arena ist Ferdinand

jedoch wieder so sanft, dass den Banderilleros, den

Picadores und dem Matador nichts

anderes übrigbleibt, als Ferdinand

wieder nach Hause zurückzubringen.

Im Jahr 1974 komponierte der

englische Komponist Alan Ridout seine

Version von „Ferdinand der Stier” für

Erzähler und Violine.

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Volksoper tierisch

Camille Saint-Saëns (1835–1921) Der Karneval der Tiere

Alan Ridout (1934–1996) Ferdinand der Stier

Sergej Prokofjew (1891–1953) Peter und der Wolf

Premiere am 9. November 2011

Weitere Vorstellungen am 17. November 2011,

22. Februar, 19. März, 11. April 2012

Erzähler: Robert Meyer

Solovioline: Bettina Gradinger

Klavier: Gabriele Andel und Eric Machanic

Orchester der Volksoper Wien

Diese Produktion widmet Ihnen

Große zoologische Fantasie

„Ein kulturelles Ereignis von erregender Einmaligkeit”,

das ist der Karneval der Tiere in der Textfassung des

jüngst verstorbenen, legendären Humoristen Loriot.

4.791 Tiere haben sich eingefunden, um auf den Sitzen

in der Arena Platz zu nehmen, ganz zu schweigen von

den unzähligen Vögeln und Affen, die sich in den Wipfeln

der Bäume drängen. Unter den Zuschauern finden

sich eine Waldameise und ein Erdferkel, außerdem ein

Fuchs samt Lebensgefährtin sowie ein auffällig nackter

Mehlwurm. Musikalisch tummeln sich in der Arena

nach dem königlichen Auftritt des Löwen und seiner

Verwandtschaft Hühner, Esel, Schildkröten, Uhus und –

als Höhepunkt – der anmutige Schwan. Mit einigen seiner

Tierporträts karikierte Camille Saint-Saëns prominente

Kollegen: Der lähmend langsame Tanz der Schildkröten

etwa parodiert den Cancan aus Jacques Offenbachs

„Orpheus in der Unterwelt”, der Elefant bewegt sich

behäbig zum Sylphentanz aus Hector Berlioz’ Oper

„Fausts Verdammnis”. In den Schlagern der Fossilien

ertönt das französische Lied „Ah, vous dirai-je, Maman”,

das nicht nur aus Mozarts Klaviervariationen KV 265,

sondern auch als „Morgen kommt der Weihnachtsmann”

bekannt ist, und es erklingt deutlich hörbar eine

Parodie auf eine Arie aus Gioachino Rossinis „Barbier

von Sevilla”. 1886 für ein privates Faschingskonzert

komponiert und zunächst nicht zur Veröffentlichung

vorgesehen, wurde die „große zoologische Fantasie”

Camille Saint-Saëns’ populärstes Werk. hs

wünscht Ihnen eine tierisch

amüsante Vorstellung.


Renée Schüttengruber, Boris Eder

Wiener Blut

012 Seite


Operette von Johann Strauß

Dirigent: Alfred Eschwé/Gerrit Prießnitz

Regie: Thomas Enzinger

Premiere am 9. September 2011

weitere Vorstellungen am 13., 16., 20., 25., 30. September,

4., 10., 17., 31. Oktober, 6. November 2011


Adrineh Simonian, Melba Ramos,

Kinderstatisterie

„Auf der Bühne

müssen wir dich töten”

„Madama Butterfly” in der Inszenierung Stefan Herheims

wieder auf dem Spielplan

„Liebe Butterfly, auf der Bühne müssen wir Dich zwar

töten, aber Du wirst mit Deiner großen und vollendeten

Kunst unserer Oper das wahre Leben schenken.” Mit

dieser Widmung versahen die Librettisten Giuseppe

Giacosa und Luigi Illica ihr Premierengeschenk an

die Sopranistin der Uraufführung, Rosina Storchio.

Die „japanische Tragödie” von Cio-Cio-San, die vom

amerikanischen Leutnant F. B. Pinkerton geheiratet

und anschließend verlassen wird und nach Jahren

endlosen Wartens ihre Liebe mit dem Freitod bezahlt,

ist die vierte Puccini-Oper, in der die Hauptfigur

gnadenlos getötet wird. Schon Manon Lescaut, Mimì in

der „Bohème” und Tosca sterben, ohne ihre Liebe leben

zu dürfen. Die Tötung der Hauptfigur gab Regisseur

Stefan Herheim den Impuls zu seiner aufregend neuen

Interpretation: „Es ist schon fast ein ritueller Mord, den

der Schöpfer in der Komposition und der Zuschauer

in der Rezeption vollbringt: Die Frau wird geopfert,

damit die Idee von Liebe erlebt werden kann.” Erst

durch das Töten der Liebe macht Puccini sie für uns

lebendig erfahrbar – ein paradoxes Erlebnis, auch

für uns als Zuschauer. Doch Stefan Herheim lässt den

Komponisten damit nicht davonkommen. So wie der

Schöpfer – beinahe gottgleich – seine Frauenfiguren

ausstellt, wird diesmal er selbst auf die Bühne gestellt

und in die Verantwortung genommen für das Schicksal

der Hauptfigur – und mit ihm ein sensationsgieriges

Publikum.

Desaströse Uraufführung und

nachfolgende Bearbeitungen

Die Premiere von „Madama Butterfly” an der Volksoper

fand 2004 statt, im hundertsten Jahr nach der bewegten

Uraufführung der Oper. Am 17. Februar 1904 wurde

sie an der Mailänder Scala zum ersten Mal gezeigt


und war ein eklatanter Misserfolg. Laute Zwischenrufe

und Unmutsbekundungen, provokant-demonstratives

Lachen störten die Vorstellung. Über die Gründe dafür

kann nur spekuliert werden, womöglich war eine

handfeste Intrige gegen Puccini Schuld an dem Fiasko.

Der Komponist nahm es dennoch zum Anlass, sein Werk

einer genauen Prüfung und einer größeren Umarbeitung

zu unterziehen. So teilte er etwa den zweiten Akt, dessen

Dauer von 90 Minuten das Uraufführungspublikum

überfordert haben dürfte, in zwei Teile. Außerdem

fügte er die Tenorarie „Addio, fiorito asil” in den neu

entstandenen 3. Akt ein und bewirkte dadurch eine

stärkere Differenzierung – vielleicht aber auch eine

Verharmlosung – des leichtsinnigen Charakters von

Pinkerton. Außerdem strich Puccini einige Genre-

Szenen, etwa mit dem betrunkenen Onkel Yakusidé, dem

etwas Dämonisches anhaftet, für die zweite Fassung

ersatzlos. Der Charakter der Cio-Cio-San wirkt in der

Urfassung genauer gezeichnet und selbstbewusster.

Und während in der ursprünglichen Konzeption Kate,

die amerikanische Ehefrau Pinkertons, Cio-Cio-San

auffordert, ihr Kind herzugeben, ist es in den späteren

Fassungen der Konsul Sharpless – eine Umarbeitung, die

die Dramatik der Szene mildert und damit abschwächt.

Obwohl sich nach der Erstaufführung der zweiten

Fassung am 28. Mai 1904 im Teatro Grande in Brescia

der triumphale Erfolg der Oper einstellte, bearbeitete

Puccini die „Madama Butterfly” weiter – vier Fassungen

existieren, in denen mit fortschreitender Umgestaltung

die Schärfe der gesellschaftlichen Tragödie verloren

geht. Eine vom Komponisten endgültig autorisierte

Version gibt es nicht.

Für die Neuinszenierung am 24. April 2004 griff die

Volksoper auf die zweiaktige Urfassung zurück, ohne

jedoch spätere Verbesserungen zu ignorieren. So wird

etwa das Hauptthema, zu dessen Klängen Cio-Cio-

San erscheint, in seiner nach der Uraufführung leicht

veränderten Gestalt aufgegriffen.

„Diese Butterfly setzt neue Maßstäbe!”

Die Presse zeigte sich nach der Premiere beeindruckt

von Herheims Regie: Sie halte „die Aufmerksamkeit des

Zuschauers mit immer neuen Ideen wach und macht

die Beziehungen zwischen den handelnden Personen

augenfällig”. „Frischer Wind am Gürtel”, resümierte

die Austria Presse Agentur und bescheinigte der

Volksoper einen „bestechenden künstlerischen Erfolg”.

Die Wiener Zeitung jubelte: „Diese Butterfly setzt völlig

neue Maßstäbe!” An Stefan Herheims Seite erarbeitete

Kathrin Brose die Ausstattung dieser Produktion.

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme 2011

übernimmt der japanische Dirigent Tetsuro Ban, derzeit

amtierender Generalmusikdirektor in Regensburg. Als

Cio-Cio-San ist Melba Ramos zu erleben, alternierend

14_15

mit der koreanischen Sopranistin Jee-Hye Han, die mit

dieser Partie ihr Volksoperndebüt gibt. Als Leutnant

F. B. Pinkerton sind alternierend Jenk Bieck und

Mehrzad Montazeri zu erleben. In der Rolle der Suzuki

wechseln einander Alexandra Kloose und Adrineh

Simonian ab. Den Konsul Sharpless geben Morten Frank

Larsen und Einar Th. Gudmundsson.

hs

Giacomo Puccini (1858-1924)

Madama Butterfly

Japanische Tragödie in zwei Akten

Libretto von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa

Nach der Urfassung von 1904

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Wiederaufnahme am

22. November 2011

Weitere Vorstellungen am 29. November,

2., 7., 9., 13., 16., 22. Dezember 2011

Dirigent: Tetsuro Ban

Regie: Stefan Herheim

Ausstattung: Kathrin Brose

Choreinstudierung: Thomas Böttcher

Cio-Cio-San, genannt Butterfly:

Melba Ramos/Jee-Hye Han

Suzuki, Cio-Cio-Sans Dienerin:

Alexandra Kloose/Adrineh Simonian

Kate Pinkerton:

Mara Mastalir/Manuela Leonhartsberger

F. B. Pinkerton: Jenk Bieck/Mehrzad Montazeri

Sharpless:

Morten Frank Larsen/Einar Th. Gudmundsson

Goro, Nakodo: Jeffrey Treganza/Karl-Michael Ebner

Der Fürst Yamadori: Josef Luftensteiner

Onkel Bonze: Peter Wimberger/Yasushi Hirano

Yakusidé: Karl Huml/Yasushi Hirano


Gyula Orendt, Alexandra Reinprecht,

Paul Schweinester, Chor der Volksoper Wien

Ohne jede Plüschhaftigkeit

„Die lustige Witwe” im Spiegel der Kritik

„Marellis Deutung von Lehárs Meisterwerk überzeugt.

Denn Marelli konzentriert sich ganz auf das Verhältnis

zwischen der ‚Witwe’ Hanna Glawari und ihrem Danilo.

Er seziert gekonnt die Emotionen dieser zwei einander

liebenden ‚Königskinder’, treibt in einem schönen Pariser

Fin-de-Siècle-Salon (Bühnenbild: Marelli) der Operette

jede Plüschhaftigkeit aus.” Kurier

„Mit Alexandra Reinprecht als Hanna und Daniel

Schmutzhard als Danilo stehen dafür zwei ausgezeichnete

junge Sänger bereit, die auch in den fein

gearbeiteten Dialogen überzeugen. Mit drallem Sopran

wirft sich Reinprecht in diesen Geschlechterkampf, ist

eine selbstbewusste und liebenswerte junge Frau, die

um ihr Glück kämpft, im Vilja-Lied berückend zarte Töne

anzustimmen weiß und herzhaft triumphieren kann,

wenn sie ihre widerspenstige Liebe endlich in der Falle

glaubt. Daniel Schmutzhard kraxelt für sein ‚O Vaterland’-

Auftrittslied noch ganz im Maxim-Rausch artistisch

auf einen Sessel. Mit seinem höhensicheren Bariton

versteht er einen famosen Danilo zu singen, fernab

jeden Klischees. Dieser Graf ist einsam, vernebelt seine

Glückssuche mit Frauen und Alkohol. Doch Marelli lässt

auch das Revuehafte, den Humor nicht zu kurz kommen.

Die Pointen, vor allem dank des ideal dosierten Njegus

von Robert Meyer, fliegen in geschmackvoll zielgenauen

Höhen. Mit Kurt Schreibmayer als Baron Zeta, Sophie

Marilley als Valencienne, Mehrzad Montazeri als

Rosillon und all den anderen kann sich der Abend auf ein

ausgezeichnetes Ensemble stützen.” Die Presse

„Erstmals hat Marco Arturo Marelli eine Operette

inszeniert. (…) In Erinnerung bleibt vor allem seine

opulente, flexible Ausstattung der Pariser Nobelwelt mit

schickem Art-déco-Prunk in einem flexiblen Raum mit

prachtvollem Paris-Ausblick. Kostümbildnerin Dagmar

Niefind hatte es quasi einfacher, als Dresscode herrscht in

der diplomatischen Gesellschaft des Staates Pontevedro

ohnehin: Frack und Robe. Und natürlich ein bisschen

dralle Erotik für die tanzenden Grisetten vom ‚Maxim’.

Auf Folklore wurde verzichtet. Das ergab sehr viel

Augenschmaus.“ Salzburger Nachrichten

„Das Publikum liebt ihn als Tausendsassa: als

Schauspieler, Regisseur, erfolgreicher Direktor und

gelegentlich als Sänger. Jetzt fügte Robert Meyer eine

neue Facette hinzu: den ‚Dirigenten’! Im Finale der

Premiere von Léhars ‚Lustiger Witwe’ übernahm Meyer

am Pult das Ruder und führte das Ensemble mit dem

‚Weibermarsch’ zum Triumph.“ Kronen Zeitung


Die Volksoper im Herbst

So vielseitig und bunt wie der Herbst präsentiert sich auch der Spielplan der

Volksoper im Oktober und November:

Neben der Operettenneuproduktion „Wiener Blut” stehen auch die absoluten Klassiker unseres Repertoires, „Die Fledermaus”

und „Die Csárdásfürstin”, wieder auf dem Programm. Musicalfans feiern ein Wiedersehen mit Sigrid Hauser und Robert

Meyer in dem Sensationserfolg „Hello, Dolly!”. Auf dem Herbstspielplan stehen außerdem die Opern „Die Zauberflöte”,

„Rigoletto” und „Carmen” sowie die Ballettabende „Max und Moritz” und „Marie Antoinette”.

Wir wünschen Ihnen abwechslungsreiche Stunden in der Volksoper!

Hello, Dolly!

Robert Meyer, Sigrid Hauser

Die Fledermaus

Annely Peebo, Thomas Sigwald,

Anja-Nina Bahrmann, Chor

Carmen

Michael Ende, Annely Peebo

16_17

Rigoletto

Olafur Sigurdarson, Jennifer O’Loughlin

Die Csárdásfürstin

Peter Matić, Maria Happel

Die Zauberflöte

Birgid Steinberger, Wiener Sängerknaben


Davide Dato (Moritz),

Richard Szabó (Max)

Choreografien nach Maß

Zu den Volksopern-Kreationen „Max und Moritz” und „Marie Antoinette”

Mit der Ballettkomödie „Max und Moritz”, humorvoll

gestaltet von Ferenc Barbay und Michael Kropf nach

der Bildergeschichte aus der Feder von Wilhelm Busch,

setzt das Wiener Staatsballett im Oktober ein Werk an,

das mit bisher 40 umjubelten Vorstellungen zu den am

häufigsten aufgeführten Ballettproduktionen zählt, die

im Haus am Währinger Gürtel zu sehen waren.

Zieht man in Betracht, dass das Kapitel „Ballett in der

Volksoper” (die erste tanztheatralische Aufführung

fand hier 1903 statt) nur wenige Jahre weniger umfasst

als die 1898 beginnende Geschichte des Hauses

selbst, so wiegt der durch die hohe Aufführungszahl

belegte Erfolg des zu Recht als „Familienballett”

bezeichneten „Max und Moritz” umso mehr. Die

sprühende, nach tänzerischer Umsetzung geradezu

verlangende Musik von Gioachino Rossini, die

phantasievolle Ausstattung von Manfred Waba (Bühne)

und Friederike Singer (Kostüme) tragen zu der gute

Laune stiftenden Aufführung ebenso bei wie die mit

Spielfreude und tänzerischer Virtuosität ausgestatteten

Rollengestaltungen durch die Tänzerinnen und

Tänzer des Staatsballetts – allen voran natürlich die

Interpreten der Titelpartien. Aber auch den Elevinnen

und Eleven der Ballettschule der Wiener Staatsoper

wird reichlich Gelegenheit geboten, ihre vom Publikum

immer wieder gerne gesehenen Künste darzubieten.

Was aber den besonderen Wert dieser Aufführung

ausmacht, ist die Tatsache, dass die Choreograie dieses

Balletts eigens für das Haus geschaffen wurde, in dieser

Form also nur hier und an keinem anderen Theater zu

sehen ist. Womit etwas angesprochen ist, das typisch

ist für die Ballettpflege an der Volksoper. Denn die

Spielplanpolitik des Hauses zeichnet sich dadurch aus,

dass von den jeweiligen Ballettschöpfern fast immer

„Originalchoreografien” für das Ensemble erarbeitet

wurden, also jeweils auf die spezifischen Talente der

Interpreten eingegangen wurde. Die Liste der solcherart

für das Haus tätig gewesenen Choreografen ist lang. Es

finden sich Namen wie Andrei Jerschik, Erika Hanka,

Dia Luca, Janine Charrat, Heinz Spoerli, Gerhard Senft,

Susanne Kirnbauer, Renato Zanella, Liz King, Giorgio

Madia oder Davide Bombana.

Auch das unter der Leitung von Manuel Legris nun an

der Volksoper Wien auftretende Wiener Staatsballett

pflegt diesen Brauch weiter: Die erste, im November

vorigen Jahres vom Staatsballett hier im Haus herausgebrachte

Produktion – Patrick de Banas „Marie

Antoinette” war eine Uraufführung. Das auf der Ebene

des zeitgenössischen Balletts angesiedelte, mit einer

entsprechenden Dramaturgie und Bewegungssprache

beeindruckende Werk eröffnet im September die

Ballettspielzeit am Währinger Gürtel und kann auch

im Oktober mehrfach – und in unterschiedlichen

Besetzungen – erlebt werden.

oz


Dienstag, 11. Oktober 2011

Konzert der Big Band

der Volksoper Wien

Some Like It Different

Wenn der Altweibersommer vorbei ist und der Herbst

sich von seiner kalt-nassen Seite zeigt, lassen Sie sich

von der neu gegründeten Volksopern-Big Band so

richtig einheizen!

Mit Sigrid Hauser, Sandra Pires,

Wolfgang Gratschmaier u. a.

Heute im Foyer …

Beginn jeweils 19:30 Uhr

Donnerstag, 22. September 2011

Alexander Girardi – Hommage

an einen großen Komödianten

Boris Eder (Gesang), Florian Schäfer (Klavier)

Dienstag, 27. September 2011

Musik und Literatur

Helmut Hödl (Klarinette, Komposition), Otto Brusatti

(Rezitation), Maria Vigilante (Klavier)

Montag, 28. November 2011

„Ach, du liebe Weihnachtszeit!”

Hans Dieter Knebel (Rezitation), Mario Schott-Zierotin

(Kontrabass), Georg Wagner (Klavier)

18_19

Die nächsten

Kinderworkshops

Maskenbildnerworkshop

am Samstag, 5. November 2011

Anmeldung am 1. und 2. Oktober 2011

NEU: Adventsingen und -basteln

am Samstag, 3. Dezember 2011

Anmeldung am 1. und 2. November 2011

Verbringt zwei besinnliche Stunden auf der Probebühne

der Volksoper mit Adventsingen, Weihnachtsbasteleien

und Keksen!

Ort: Probebühne der Volksoper Wien, Severingasse/

Ecke Wilhelm-Exner-Gasse, 1090 Wien

Anmeldung: NUR per Online-Anmeldeformular zum

angegebenen Zeitraum auf der Startseite von

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Aus den Anmeldungen werden nach dem Zufallsprinzip

die Plätze vergeben.

Weitere Informationen

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Kinder entdeckten die

erfolgreichste Operette aller Zeiten!

Schulprojekt der Volksoper zu „Die lustige Witwe” von Franz Lehár

Fünf Wiener Schulklassen begleiteten in der vergangenen

Spielzeit die Neuproduktion der Lehár-

Operette an der Volksoper in einem umfassenden Projekt.

Einmal miterleben, wie eine Musiktheaterproduktion

entsteht! Von der Anfertigung des Bühnenbilds in den

Werkstätten von ART for ART über die szenischen

Bühnenproben und Künstlergespräche bis zur

Voraufführung durften die aus über 100 Bewerbern

ausgewählten fünf Klassen die Entstehung der Operette

miterleben.

Dabei gab es viel über das Musiktheater und das

Theaterspielen zu erfahren. Die Solistinnen und Solisten

der Volksoper standen Rede und Antwort: „Wie geht ihr

mit Lampenfieber um?”, „Muss man als Hanna Glawari

Schülerinnen der 2c des Gymnasiums

Boerhaavegasse in den Werkstätten ART for ART

den Danilo wirklich küssen, auch wenn man ihn gar

nicht mag?”

In einer Schulstunde konnten die Schülerinnen und

Schüler selbst in diverse Rollen der Operette schlüpfen,

viel über Theaterberufe lernen und mit der Tanzlehrerin

einen Tanz einstudieren. Als Abschlussgeschenk gab es

einen original „Valencienne-Fächer” zum Selbstgestalten.


Die 3f des Bernoulligymnasiums

beim Theaterspielen

Alexandra Reinprecht stellt sich den vielen

Fragen der 2b der KMS Staudingergasse.

Die 4a der Volksschule Am Schöpfwerk

steht zum ersten Mal auf der Bühne.

Das Bühnenbild der „Lustigen Witwe” wird von

der 3b der Volksschule Köhlergasse begutachtet.

Beim Inspizieren des Bühnenbildmodells

Eine Schulstunde mit Theaterspielen

und Tanzen


Neu an der Volksoper

Eike Wilm Schulte

Der Bariton begann sein

Studium mit 19 Jahren an der

Staatlichen Hochschule für

Musik in Köln. 1966 gab er an

der Deutschen Oper am Rhein

sein Debüt als Sid in Brittens

„Albert Herring”. 1969 erhielt

er seinen ersten Fachvertrag

bei den Städtischen Bühnen

Bielefeld, wo er sich ein breites Repertoire in den

Fächern lyrischer Bariton und Charakterbariton

erarbeitete. In diese Zeit fällt auch seine Interpretation

des Alfred Ill in Gottfried von Einems „Besuch der alten

Dame” mit Martha Mödl als Partnerin. Weitere

Stationen waren das Staatstheater Wiesbaden und die

Bayerische Staatsoper München. Ab 1988 trat Eike Wilm

Schulte für mehrere Sommer bei den Bayreuther

Festspielen als Heerrufer in „Lohengrin” auf, später

kamen Wolfram in „Tannhäuser” und Gunther in „Die

Götterdämmerung” hinzu. Bei den Opernfestspielen der

Bayerischen Staatsoper München trat der Künstler

regelmäßig als Faninal in „Der Rosenkavalier”,

Beckmesser in „Die Meistersinger von Nürnberg”,

Musiklehrer in „Ariadne auf Naxos” und Alidoro in „La

Cenerentola” auf. Er sang den Klingsor in „Parsifal” u. a.

bei den Salzburger Osterfestspielen und im Rahmen des

Edinburgh Festivals sowie den Don Pizarro in „Fidelio”

auf der Bregenzer Seebühne. Seit vielen Jahren ist Eike

Wilm Schulte an den bedeutendsten Opernhäusern der

Welt beschäftigt. Auch im Konzertbereich hat sich der

Sänger international einen Namen gemacht.

Hausdebüt: 15. September 2011 als Rigoletto

Çigdem Soyarslan

Die Sopranistin wurde in

Ankara geboren und

absolvierte 2006 das

Opernstudium an der Mimar

Sinan Universität. Ab 2007

studierte sie an der

Universität für Musik und

darstellende Kunst in Wien.

Mit 23 Jahren debütierte sie

an der Staatsoper Istanbul als

Königin der Nacht in „Die

Zauberflöte”. Es folgte ein Engagement am

Schauspielhaus Wien als Konstanze und Blonde in „Die

Entführung aus dem Serail”. Sie gastierte mit dieser

Produktion auch im Grand Théâtre de la Ville

Luxembourg und im Het Toneelhuis in Antwerpen. Im

Rahmen ihres Hochschulstudiums hatte sie u. a.

Auftritte als Fiordiligi in „Così fan tutte” und Miss

Jessel in „The Turn of the Screw” im Schlosstheater

Schönbrunn. Bei den Opernfestspielen Jennersdorf sang

sie die Vespina in Josef Haydns „L’infedeltà delusa”. Im

Sommer 2010 debütierte die Sopranistin bei den Tiroler

Festspielen Erl als Königin der Nacht in „Die Zauberflöte”.

Am Stadttheater Klagenfurt sang sie in der

Uraufführung von Luigi Cherubinis Oper „Koukourgi”

die Zulima. Das Repertoire der jungen Künstlerin

umfasst außerdem Donna Anna in „Don Giovanni”,

Lucia in „Lucia di Lammermoor”, Marguérite in

Gounods „Faust” und Violetta in „La Traviata”.

Hausdebüt: 26. September 2011 Gilda in „Rigoletto”

Annemarie Kremer

Die niederländische

Sopranistin begann ihr

Klavier- und Tanzstudium

im Alter von 10 Jahren. Ihre

Gesangsausbildung machte

sie am Konservatorium in

Maastricht. Nach ihrem

Studium debütierte sie am

Stadttheater Aachen als Ilia

in Mozarts „Idomeneo”. Es folgten Einladungen an die

renommierten Opernhäuser Europas. Die Sopranistin

trat u. a. als Gilda in „Rigoletto”, als Maria in „West Side

Story” und als Donna Elvira in „Don Giovanni” auf. In

den Niederlanden singt sie regelmäßig in konzertanten

Opernaufführungen in der Concertgebouw Hall

Amsterdam. Weitere Auftritte hatte sie in den

Niederlanden u. a. in der Titelrolle in Dvorˇáks „Rusalka”,

als Marie in Donizettis „La Fille du Régiment” und

zuletzt als Norma in der gleichnamigen Oper Bellinis.

Annemarie Kremer konnte sich dank der vielen

Möglichkeiten ihrer Stimme ein breites Repertoire

aneignen, das Rollen wie Händels Agrippina, Gräfin in

„Le nozze di Figaro”, Micaëla in „Carmen”, Rosalinde in

„Die Fledermaus” oder Hanna Glawari in „Die lustige

Witwe” umfasst. Große internationale Anerkennung

fand im Sommer 2007 ihr Debüt in den USA als Cio-Cio-

San in „Madama Butterfly”. In dieser Partie begeisterte

sie auch an den Opernhäusern Dortmund und Stuttgart.

In Dortmund sang sie auch erstmals die Tosca, die

seither zu einer wichtigen Partie im Repertoire der

Künstlerin geworden ist. In der vergangenen Saison gab

Annemarie Kremer am Opernhaus Stuttgart ihr

Rollendebüt als Luisa Miller in Verdis gleichnamiger

Oper.

Hausdebüt: 15. Oktober 2011 Salome in „Salome”


Wolfgang

Ablinger-Sperrhacke

Der österreichische Tenor

wurde in Zell am See geboren

und studierte an der Musikhochschule

Wien. 1993 kam

der junge Tenor als Ensemblemitglied

an das Landestheater

Linz, bevor er 1995 an das

Theater Basel und später an

das Gärtnerplatztheater in München wechselte. Ab 1997

sang er an der Opéra National de Paris u. a. Goro in

„Madama Butterfly” und Mime in „Das Rheingold”. 1999

debütierte er als Wenzel in „Die verkaufte Braut” beim

Glyndebourne Festival, wo er bisher in über 100

Aufführungen u. a. als Reverend in „Peter Grimes”,

Arnalta in Monteverdis „L’incoronazione di Poppea” und

Knusperhexe in „Hänsel und Gretel” aufgetreten ist. Die

Partie des Mime in „Siegfried” gestaltete er am Théâtre

du Capitole de Toulouse, am Teatro Real in Madrid und

am Teatro La Fenice in Venedig. Den Pedrillo in „Die

Entführung aus dem Serail” sang er u. a. in Madrid und

am Teatro San Carlo in Neapel. Als Blaubart in

Offenbachs gleichnamiger Operette debütierte er bei

den Bregenzer Festspielen und an der Oper Leipzig. An

der Opéra National du Rhin und beim Lucerne Festival

ist der Künstler als Loge in „Das Rheingold” aufgetreten.

Zuletzt sang Wolfgang Ablinger-Sperrhacke den Aegisth

in „Elektra” in Straßburg und den Hauptmann in

„Wozzeck” an der Mailänder Scala.

Hausdebüt: 15. Oktober 2011 Herodes in „Salome”

Julian Orlishausen

Der Bariton erhielt seine

musikalische Grundausbildung

beim Windsbacher

Knabenchor. Er

studierte an der Musikhochschule

Würzburg, wo er erste

Bühnenerfahrungen als

Mozarts Don Giovanni

sammelte. Bereits während des

Studiums wirkte er in zahlreichen Studio produktionen

mit: Ariodate in Händels „Xerxes”, Hagen in „Die lustigen

Nibelungen”, Ottavio in Ermanno Wolf-Ferraris „Die

neugierigen Frauen” u. a. Beim Mozartfest Würzburg

sang Julian Orlishausen den Zweiten Geharnischten in

„Die Zauberflöte” und 2007 mit dem Bruckner-Sinfonie-

Orchester Stuttgart den Kurwenal in „Tristan und

Isolde”. Erste Engagements erhielt der Künstler an den

Opernhäusern Leipzig und Kassel. In Chemnitz ist er u. a.

22_23

als Marcello in „La Bohème” und Graf in „Der

Wildschütz” aufgetreten. Der Sänger verfügt über ein

umfangreiches Konzert repertoire, das die großen

Messen und Passionen von Bach, Haydn, Mozart,

Schubert und Bruckner umfasst.

Hausdebüt: 3. November 2011 Edwin in „Die

Csárdásfürstin”

In memoriam

Dietfried Bernet Am 23. Mai 2011 ist der

langjährige Dirigent der Volksoper im Alter von 71

Jahren in Hohenems verstorben. Der gebürtige Wiener

studierte bei Hans Swarowsky und Dimitri Mitropoulos.

Bereits im Alter von 18 Jahren dirigierte er erste

Konzerte im Wiener Musikverein, fünf Jahre später

übernahm er die musikalische Leitung von „La Traviata”

beim Spoleto Festival (Regie: Luchino Visconti). 1965

debütierte er mit „Rusalka” an der Volksoper. 1967 folgte

mit der „Zauberflöte” sein Debüt an der Wiener

Staatsoper. Dietfried Bernet dirigierte an der Volksoper

eine Reihe von Repertoirevorstellungen sowie 14

Premieren, u. a. „Die lustigen Weiber von Windsor”

(1966), „Tiefland” (1967), „Der Evangelimann” (1967), die

Uraufführung von Franz Salmhofers „Dreikönig” (1970),

„Der Opernball” (1970), „Hänsel und Gretel” (1972),

Hoffmanns Erzählungen” (1976), die österreichische

szenische Erstaufführung von Franz Schrekers

„Irrelohe” (2004) sowie Maurice Ravels „Die spanische

Stunde” und Carl Orffs „Die Kluge” (2007).

Heinz Reincke Der aus Kiel stammende Schauspieler

verstarb am 13. Juli 2011 im 87. Lebensjahr in

Purkersdorf bei Wien. Das langjährige Ensemble mitglied

des Burgtheaters war an der Wiener Volksoper als

Lothar im „Walzertraum“ (1974) sowie als Giesecke im

„Weißen Rössl“ (1976) sowie aufgetreten.

Loriot (alias Vicco von Bülow) Der vielseitige

deutsche Humorist ist am 22. August 87-jährig verstorben.

Im Juni 1993 und April 1994 war er bei den

Volksopern-Aufführungen von „Wagners Ring an einem

Abend“ in eigener Textfassung der Erzähler. Im Jänner

2012 wird an unserem Hause Loriots deutsche Fassung

des Bernstein-Musicals „Candide“ zu erleben sein.


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Information und Buchung:

Abonnementabteilung · Stadtbüro der Volksoper Wien · Goethegasse 1 · 1010 Wien

Tel.: 01/514 44-3678 · abonnement@volksoper.at · www.volksoper.at

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