Wort und Klang im Museumsschloss

BernerKammerorchester
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Das Abendprogramm des 1.ABO-Konzertes des Berner Kammerorchesters.

1. Abo-Konzert

Halle 1. OG

Erobertes Gut – Höfische Kunst in Bern

Für Einsteins Ohren dürfte wohl auch die Klangsprache Paul Hindemiths schon

zu avanciert gewesen sein. Dabei bezog sich der virtuose Geiger und Bratschist

oft auf Satztechniken und Kompositionsprinzipien des 17. und 18. Jahrhunderts,

um sich von der überkommenen spätromantischen Expressivität

zu befreien. Dieser neoklassizistische Ansatz bewahrte seine Musik jedoch

nicht davor von den Nationalsozialisten als kulturbolschewistisch abgetan

und verboten zu werden; und so wählte Hindemith den Gang ins Exil, über die

Schweiz in die Vereinigten Staaten. Kompositorisch blieb er seiner Linie treu,

auch wenn er sich dadurch von der musikalischen Avantgarde entfremdete.

Sein Septett für Bläser aus dem Jahre 1949 klingt wie ein munterer Nachhall

auf die musikalischen Experimente der Zwischenkriegszeit. Wenn im letzten

Satz die Trompete etwas deplatziert die Melodie des Berner Marsches in das

komplexe Fugato hineinschmettert, kann dies auch als verspielt-selbstironische

Geste gelesen werden. Nach Deutschland sollte Hindemith nach dem

Krieg nur noch für Konzerte zurückkehren. Er blieb bis ans Lebensende ein

reisender Weltbürger. (Text: Moritz Achermann)

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