Storytelling AstroEdutainment

alfons.weissenbacher

Eine Nacherzählung eines potentiellen Teilnehmers einer Veranstaltung, die von Choros in Kooperation mit Amateurastronomen und dem Koch Rudi Pichler, so durchgeführt hätte werden können.

Eine unvergessliche Veranstaltung

mit Sonne, Mond & Sternen

Eine Nacherzählung


Der Tag der Entscheidung

Meine Firma hatte mich mit meinen Kollegen wieder einmal eingeladen um die

Message des Monats zu hören. Ein Pflichttermin, denn wer nicht dabei ist, den

erschlägt sozusagen das „Nichtanwesenheit-Schwert“ und das ist nicht gut.

Man kommt sich vor wie ein Geächteter, ein a-Sozialer…Nun gut, das Programm

gab bis zu diesem Tag auch nicht immer viel her.

Wir wurden über die Erfolge der Firma informiert, wie gut es uns eigentlich geht

und dass wir dafür die Corporate Behaviour im Rahmen unser Corporate ID

einhalten sollten.

Bis zu diesem Tag! Denn am diesem Donnerstag, vor 2 Jahren war alles anders.

Schon am Eingang des Saales begrüßten uns zwei Hostessen in modernem

Outfit und reichten uns eine Art Eintrittskarte. Es war mehr eine kleine Information

über das heutige Programm. Es war der Eintritt in einen Raum, in dem

6 große atemberaubend schöne Bilder von Galaxien aus dem Weltraum hingen.

Darunter jeweils eine Erklärung was diese Bilder bedeuten und ich wurde das

erste Mal wirklich auf das Mass „Lichtjahr“ aufmerksam.

Auf den Stehtischen standen Schnapsgläser mit einer lavaähnlichen Flüssigkeit

auf einer ovalen Scheibe mit dem Spruch: „Beamen Sie sich ins Weltall!“ - Ich

war mir nun nicht sicher ob das Spaß oder Ernst war. Denn Schnaps und Wegbeamen

hatte für mich eine bestimmte Bedeutung und die wird ja wohl nicht

jetzt und hier realisiert werden. Daneben stand schwarzes Brot, Lavabrot stand

geschrieben. Alles etwas skurril für mich, aber auch irgendwie interessant.

Nachdem ich mir an der Getränkebar einen Drink genommen hatte und mit ein

wenig Small Talk über die Galaxien mit den Kollegen die Zeit bis zum Beginn

vertrieben hatte, kam mein Chef auf die Bühne und verkündete, dass dieser Tag

ein Entscheidungstag sei. Seine Worte habe ich noch in Erinnerung: „Ab heute

werden Sie sich stets an jedes Ihrer Meetings erinnern können!“ Er meinte, dass

jedes Meeting mit begleitenden Emotionen stattfinden wird, im Kleinen wie im


Großen. Mit wissenschaftlichen Beiträgen sollten wir sogar einen zusätzlichen

Benefit haben, viel neues berührendes Wissen zu erlangen! Und, dass heute

unser Thema nicht die Erdkunde sei, wie man vielleicht bei einem Lava-Shot

und Lava-Brot vermuten könnte, sondern die Astronomie!

Schnick, Schnack, dachte ich mir und ein Versprechen. Aber irgendwie klang

das doch auch interessant. Er stellte Franz Mahnig vor, ein Astronom von der

in Salzburg 2018 installierten Sternwarte. Ein sympathischer Typ, der sich kurz

vorstellte und dann aber auch gleich Bilder sprechen lies! Nach der Verdunkelung

erschienen atemberaubende Bilder von Galaxien, vom Sternenhimmel und

vom Mond und Sonnenfinsternissen. Ich dachte mir: „Wow, was für schöne Bilder!“.

Nach dem ersten Durchlauf lies er die Bilder nochmals abspielen, erklärte

diese und hantierte mit Begriffen, die mir fremd waren. Kugelsternhaufen, Andromeda-nebel,

Milchstraße und Co. Ich meine ich weiß schon, dass wir in der

Milchstraße sind, aber der Rest; aber wie gesagt, es klang echt interessant und

mit Spannung erwartete ich, was jetzt noch kommt.

Nach diesen Bildern begann ein Vortrag vom Astronomen, der uns das Entstehen

eines Sterns, wie unserer Sonne, erklärte, wie lange Menschen auf der Erde

leben und wie es um uns in der Zukunft aussehen wird und damit meinte er

nicht den Morgen von „Fridays for Future“, sondern er sprach in 10 bis 100.000er

Einheiten - ich meine damit Jahren. Wie warm es werden wird und wer noch

überleben wird und wie sich die Menschen mit Robotern vereinen werden und

so. Wow, tja, darüber hatte ich mir noch keinen Kopf gemacht und irgendwie

kam diese Perspektive auch etwas überraschend. Da sieht man mal wie vergänglich

und im Grunde unbedeutend man eigentlich ist und doch bin ich und

meine Familie das wichtigste in der Welt, für mich das Wichtigste im Universum.

Er erzählte auch wie die Chancen stehen, dass wir aussiedeln, wenn’s zu

heiß wird und wie weit es wäre zum nächsten Stern und so. Ich kann mich an

die Zahl in 1 Sekunde 7 x um die Erde - das ist Lichtgeschwindigkeit und an die

3 Millionen Jahre in einem Jumbo-Jet zum nächsten Stern erinnern und prah-


le auch heute noch manches Mal mit diesem Wissen – weis ja nicht Jeder!

Mit imposanten Bildern zeigte er das Sterben von Sternen, die Ihre Hüllen abwerfen

und je nach Größe verschieden explodieren. Da gibt’s welche denen in

einer Woche das Licht ausgeblasen wird und andere die brauchen zum Sterben

100.000 Jahre. Echt krass! Und dann kam das Schärfste. Auf der Decke glitzerten

Sterne und mit seiner Software konnte er uns den heutigen Sternenhimmel

live zeigen. Auf dem Bildschirm zoomte er hinein und zeigte uns eine SuperNova,

das ist so eine Explosion von einem Stern. Stark war auch das Ende, indem

er so eine Art Zeitreise zurück zum hier und jetzt und nach Salzburg machte.

Finale. Stille im Saal. Applaus und dann mein Chef, der sich bedankte und uns

über die zwei neuen Projekte berichtete an denen die Firma gerade arbeitete.

Er nahm auch ein paar Anleihen am Vortrag des Astronomen und am Ende

stellte er Rudi Pichler vor, den Koch! Ein Koch und die Astronomie?

Auch Rudi Pichler erzählte kurz wie er auf diese Bühne kam und erklärte,

dass er in der Sternwarte das Universum kennen gelernt hätte und sein Blickwinkel

sich verändert hat. Er hat tatsächlich Gerichte gemacht, die immer eine

Brücke zum Universum in sich tragen. Jetzt war mir auch der Lava-Shot und

das Brot klar! Und er ließ einen Gang nach dem anderen auf metallenen Untersätzen

durch servieren; „Schließlich hat die Erde ja auch einen Eisenkern“,

meinte er süffisant!

Er erklärte jedes Gericht von seiner Küchenstation aus, die er mitgebracht hatte.

Im Hintergrund die Bilder der Gerichte auf der Leinwand. Ich kann mich

noch an den Stier erinnern, eine Fleischgericht das er dort live zubereitet hat

und so gab‘s auch eine kleine Kochlehre an diesem Abend. Übrigens gibt’s von

ihm auch einen Youtube Channel und eine eigenes Planeten-Koch Büchlein in

welchem diese Gerichte erklärt werden. Und dann kam für mich der kulinarische

Höhepunkt. Ich bin ja im Grunde ein Süsser ;), es wurden uns Planeten-


pralinen serviert. 8 Planeten von welchen jeder Einzelne extra für uns mit einem

besonderen Geschmack versehen wurde. Und die waren wirklich top. Ich

hab gerade den Geschmack der Haselnuss wieder im Mund, wenn ich daran

denke und diese Zeilen schreibe.

Außerdem weiß ich seither dass es Stein- und Gasplaneten gibt, denn beim

Rausgehen konnte sich jeder von uns eine 4er Box Planetenpralinen aussuchen.

Die inneren sind die Steinplaneten und die äußeren 4 die Gasplaneten! Bin sozusagen

schon eine Experte, was die Astronomie anlangt;) und hab die Pralinen

mittlerweile schon x-fach verschenkt.

Übrigens die beiden Projekte wurden nicht nur ein Erfolg, sie wurden zu einer

Stütze unseres Unternehmens.

Last but not least! Herzlichen Dank an meinen Chef, er hatte uns damals vor 2

Jahren nicht zu viel versprochen

Herbert Hubert

Abteilungsleiter

im November 2022


VOYAGER GOLDEN RECORD

u.a. mit Wolfgang Amadeus Mozart

„Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“

2. Arie der Königin der Nacht

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