Freigeister verändern die Welt. Mit neuem Bewusstsein aus der Krise

zeitenwende

Leseprobe des Buches "Freigeister verändern die Welt. Mit neuem Bewusstsein aus der Krise" von Petra Pliester und Jürgen Bräscher.
Weitere Infos: www.verlag-zeitenwende.de/Freigeister-veraendern-die-Welt


Über die Autoren

Petra Pliester, geboren 1973, ist Diplom-Kauffrau

(FH) und seit 2000

als Marketing- und Projektmanagerin

tätig. Aus Überzeugung hat sie

sich für eine berufliche Laufbahn in

der alternativen Wirtschaft entschieden

und arbeitet derzeit in einem

Zentrum für Ayurveda-Medizin. Es

ist ihr gelungen, energetische Prinzipien

in das moderne Berufs- und

Alltagsleben einzubringen.

Jürgen Bräscher (Jg. 1970) ist selbständiger

Physiotherapeut und Feldenkrais-Lehrer.

Seit 1997 gibt er

Seminare und Fortbildungen. Persönliche

Freiheit schätzt er über

alles. Das spiegelt sich in seiner Leidenschaft

für das Reisen ebenso

wider wie in seinem Unterricht:

Hier erfahren die Kursteilnehmer

einen Rahmen ganz ohne Leistungsdruck

und werden in ihrer Selbstentfaltung

gefördert.

(Infos auf: www.feldenkrais-main-kinzig.de)


Petra Pliester & Jürgen Bräscher: Freigeister verändern die Welt

Mit neuem Bewusstsein aus der Krise

© Verlag Zeitenwende

Steigerstraße 64

01705 Freital OT Kleinnaundorf

www.verlag-zeitenwende.de

buecher@verlag-zeitenwende.de

1. Auflage 2020

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der

fotomechanischen und multimedialen Wiedergabe sowie der

Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten.

Umschlaggestaltung: Verlag Zeitenwende / Susann Adam / Das Cover

wurde mit Ressourcen von Freepik.com erstellt.

Satz: Verlag Zeitenwende

Illustrationen: Susann Adam, nach Ideen von Jürgen Bräscher

ISBN 978-3-945701-29-4

Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Ein Titelsatz für diese Publikation

ist bei der Deutschen Bibliothek erhältlich.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Jeder kann ein Freigeist sein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Scheinwelt pur: Leben im Spielcasino . . . . . . . . . . 13

Utopie vom Neubeginn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Kollektiv in den Burnout . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

Raum zur Genesung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Der Wert der Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39

Vom Glauben abgefallen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

Das Grundeinkommen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

Von Mensch zu Mensch . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59

Wann ist ein Mann ein Mann? . . . . . . . . . . . . . 67

Paarenergie ist Magie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76

Mit neuem Bewusstsein aus der Krise . . . . . . . . . . . . . 85

Literatur und Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89

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„Die Welt ist im Wandel.“

Gandalf in „Der Herr der Ringe“


Vorwort

Ein Leben lang träumen wir von einer anderen, einer besseren

Welt. Aus diesem Grund sind seit 2016 die Freigeist-

Bücher entstanden. Es sind Bücher, die Mut machen

wollen, das Richtige zu tun, dem eigenen Herzen zu folgen.

Jetzt, das heißt während und nach der Corona-Krise, bietet

sich die gewaltige Chance, die Welt tatsächlich neu zu gestalten.

Dafür ist es wichtig, eine Vision zu haben, wie diese

Welt aussehen kann. Denn wer keine Vision hat, wird auch

nichts Neues erschaffen.

Was diese Welt ausmacht und wie wir dorthin gelangen,

haben wir schon 2018 in einer Utopie niedergeschrieben,

als Teil unseres Buches „Vom Kopfkino zum Freigeist. Selbstbestimmt

statt voll im Stress“. Die aktuelle Situation rund um

die Corona-Pandemie ist Grund genug, dieses Gedankengut,

das vor zwei Jahren noch utopisch erschien, in einem

separaten, wenn auch kleinen Werk zu veröffentlichen,

diesmal als Ausblick in eine mögliche Zukunft.

Damals wie heute sehen wir kollektiven Stress als einen

wichtigen Auslöser der Veränderung. Wir leben in einer

Gesellschaft, in der alles und alle am Limit sind. Die Menschen,

die Wirtschaft, die Umwelt leiden unter dem Burnout-Syndrom.

Und weil die Gemeinschaft sprichwörtlich

auf dem letzten Loch pfeift, war es nur noch eine Frage

der Zeit, bis der Kollaps drohte. Nun ist er also da. Corona

war lediglich die letzte Belastungsprobe, die das sensible

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Gleichgewicht kippen ließ, der berühmte Tropfen, der das

Fass zum Überlaufen brachte.

Doch: Der kollektive Burnout bleibt bestehen, daran

ändert auch die Tatsache nichts, dass der Lockdown vielen

Menschen vorübergehend eine Entschleunigung beschert

hat. Für andere ist die Arbeitslast massiv angestiegen. Ob

so oder so: Existenzielle Sorgen ziehen sich quer durch die

Bevölkerung. Wir alle stehen als Gesellschaft vor einer Entscheidung:

Wollen wir wirklich die Wirtschaft wieder so

aufbauen wie zuvor? Die bittere Wahrheit ist, dass aus unserer

ganzen Arbeit und dem Stress nichts Nachhaltiges

entstanden ist, nichts, das Stabilität hat. Wenige Wochen,

in denen die Wirtschaft nicht rund lief, haben genügt, um

die bisherigen Strukturen ins Wanken zu bringen. Lohnt

es sich, erneut unsere ganze Kraft zu investieren, um genau

dasselbe wieder zu erreichen?

Ein milliardenschweres Finanzpaket in noch nie dagewesenem

Umfang soll die Rettung bringen. Die Wirtschaft,

allen voran die Großunternehmen, verlangt nach Fördergeldern

und argumentiert damit, sie schaffe Arbeitsplätze.

Dadurch entsteht ein fragiles Geflecht aus Abhängigkeiten.

Schafft der Staat am Ende nicht selbst die Arbeitsplätze in

einem Wirtschaftssystem, das allein nicht lebensfähig ist?

Einem Schiff, das versinkt, helfen keine Finanzspritzen,

der Kurs ist vorgegeben. Nur wer um keinen Preis etwas

verändern möchte, hält sich noch fest entschlossen an der

Titanic fest. Es ist nicht nur die Autoindustrie, die mit veralteten

Technologien einen Markt bedienen will, der längst

nicht mehr da ist. Halb Deutschland liegt im Dornröschen-

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schlaf und träumt davon, den Glanz vergangener Zeiten

wiederherzustellen, während der Zeitgeist etwas völlig anderes

vorgibt.

Deshalb vermeiden wir in dieser Utopie ganz bewusst

den Begriff „Wiederaufbau“. Viele Menschen können und

möchten nicht mehr weitermachen wie bisher. Sie wollen

die defekte Sprosse im Hamsterrad nicht mehr ausbessern,

sondern werfen es ein für alle Mal weg. Denn ganz schleichend,

während wir jahrelang einfach nur Stress hatten,

haben andere unseren Lebensraum umgestaltet. Damit

wohlgefühlt haben wir uns schon lange nicht mehr. Wenn

wir sinnbildlich über eine neue Wohnung oder ein neues

Haus sprechen, wird deutlich: Wer richtet es denn so ein,

dass er sich darin nicht wohlfühlt?

Es ist an der Zeit, für uns alle passende Lebensstrukturen

zu schaffen, anstatt diese von der Industrie und dem

Staat gestalten zu lassen. Die Zeichen stehen auf Selbstbestimmung.

Wie wertvoll unsere Freiheit ist, haben wir

jüngst erlebt, als sie uns von heute auf morgen genommen

wurde. Während der Krise haben wir erlebt, welche Berufe

wir tatsächlich benötigen und welche Menschen da sind,

wenn wir sie brauchen. Genau diese Menschen haben

einen unglaublichen Einsatz für andere erbracht, sie standen

ganz vorn, während die Mächtigen auf Abstand gegangen

sind.

Andere haben im Job die Erfahrung gemacht, dass

Dinge, die vorher unmöglich schienen, plötzlich doch

möglich waren, sei es im Homeoffice zu arbeiten oder Online-Konferenzen

abzuhalten, statt seine Zeit auf der Au-

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tobahn zu verbringen. Und siehe da: Viele dieser Dinge

haben sich sogar bewährt.

Es ist nicht leicht, unsere Gewohnheiten abzulegen, das

fängt mit den Stressmustern an. Ist es dann aber soweit,

können wir über uns selbst hinauswachsen. Es ist unser

Verhalten, es sind die eigenen Handlungen, die wir jetzt

auf den Prüfstand stellen müssen, die es zu verändern oder

anzupassen gilt. Wir selbst müssen entscheiden, ob wir eine

Lüge oder die Wahrheit leben wollen, ob wir unsere Mitmenschen

übervorteilen oder gerecht und wohlwollend behandeln

möchten. Dieses Mal fängt die Veränderung bei

uns an, indem wir beginnen, Werte, die uns wichtig sind,

die uns authentisch, lebendig und frei machen, anderen

Menschen vorzuleben.

Der Physiker und Verhaltensforscher Moshé Feldenkrais

sagte einmal: „Jeder Mensch handelt nach dem Bild, das er

sich von sich selbst macht.“ – Um unsere Handlungen zu verändern,

ist es demnach nötig, das Bild, das wir von uns

haben, zu verändern. Dafür brauchen wir nur in einen

Spiegel zu blicken – und schauen wir genau hin, sehen wir

vielleicht Dinge, die uns nicht gefallen. So versteht sich dieses

Buch, das sich mit uns und dem gesellschaftlichen Wandel

beschäftigt. Es gibt Ideen, die als Inspiration dienen,

was anders sein könnte, oder Gedanken, die weitergedacht

werden können. Gleichzeitig konfrontiert es uns mit unserem

Verhalten, mit Eigenheiten, die wir lieber verbergen

möchten. Vielleicht denken wir, sie fallen niemandem auf,

doch das tun sie. Derzeit kommen Wahrheiten ans Licht

und werden für alle deutlich sichtbar. Es ist das, auf das

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wir während der Krise die ganze Zeit warten beziehungsweise

gewartet haben: Die Masken dürfen fallen.

Die Zeit ist reif, um sich selbst zu entdecken, um die

Freiheit nicht nur außerhalb der eigenen vier Wände, sondern

auch in sich selbst zu finden.

Wir müssen die Veränderung sein!!!

Petra Pliester und Jürgen Bräscher

Juni 2020

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Jeder kann ein Freigeist sein

Gerade in der Corona-Krise erleben wir einen deutlichen

Trend zum Rückschritt, zur Bewahrung und Wiederherstellung

der alten Struktur, statt einer Neugestaltung. Der

Gedanke, dass sich die alten Strukturen in Gesellschaft und

Wirtschaft grundlegend ändern werden, macht vielen Menschen

Angst. Dank des bisherigen Systems sind sie dahin

gelangt, wo sie heute sind, haben gesellschaftliche Anerkennung,

Einfluss und materiellen Besitz erworben. Diesen

Besitzstand möchten sie um jeden Preis wahren. Sie haben

Sorge, alles zu verlieren, was sie erreicht haben, wenn es

zu Veränderungen kommt.

Um die Kontrolle zu behalten und den Fortschritt zu

blockieren, halten sie andere Menschen davon ab, sich weiterzuentwickeln.

Ein neues Bewusstsein wird im Keim erstickt,

es ist Stillstand angesagt. Denn wenn zu viele

Personen auf die Idee kommen, Dinge zu hinterfragen,

und beginnen, ihre Talente und Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen,

wird genau die Veränderung eintreffen, die sie

fürchten. Unser System funktioniert nur so lange, wie es

ein Fußvolk gibt, das mitspielt. 1

1

Pliester, Petra und Bräscher, Jürgen: „Leben als Freigeist. Manipulationen

durchschauen und selbstbestimmt handeln“. Dohna, 2016.

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!

Der

Zeitgeist gibt uns ein neues Bewusstsein

vor, das von Selbstbestimmung und

Freiheit geprägt ist.

Das gegenwärtige Gesellschafts- und Wirtschaftssystem

wird gern als „alternativlos“ hingestellt. Doch ist das wirklich

so oder fehlt uns bislang schlicht die Vision, wie es anders

sein könnte?

Wir sind in der Welt, wie wir sie kennen, aufgewachsen.

Oft fühlen wir uns gar nicht besonders wohl in ihr. Trotzdem

haben wir sie weitgehend akzeptiert und uns mit den

Umständen arrangiert. Es kommt uns gar nicht erst der

Gedanke, dass es Alternativen geben könnte. Doch jede

gesellschaftliche Ordnung ist ein Konsens, auf den sich die

Mehrheit der Menschen geeinigt hat, sie ist nichts anderes

als ein künstliches Konstrukt. Und wo Künste am Werk

sind, gibt es Gestaltungsspielraum. Keine Konstruktion,

so alt sie auch sein mag, kann für alle Zeit taugen. Da das

Modell, das wir gegenwärtig leben, von Menschenhand geschaffen

ist, lässt es sich auch von Grund auf erneuern,

um Platz zu schaffen für Freigeister und ihre zeitgemäßen

Träume.

Scheinwelt pur: Leben im Spielcasino

In kollektivem Einvernehmen haben wir uns eine Scheinwelt

geschaffen. Es ist, als lebten wir in einem riesigen

Spielcasino. Über allem schwebt das Bild des großen Er-

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folgs. Herren im feinen Anzug und Damen in edlen Roben

sitzen um den Spieltisch herum und jeder hat hohe Stapel

mit Chips vor sich aufgetürmt. Da wollen wir alle hin.

Es gibt tatsächlich nur einen Tisch, an dem unsere Idole

mit den vielen Chips zu finden sind. Diese Leute sitzen

hier schon sehr lange und spielen ihr Spiel, garniert mit

reichlich Imponiergehabe. Sie bleiben unter sich und werden

dabei allmählich immer älter. Die Jüngeren schauen

voller Ehrfurcht zu ihnen auf. „Wenn man dort so sitzt,

weiß man, wo es im Leben langgeht“, denken sie. Wir

sehen Reichtum – und das allein reicht aus, um uns zu beeindrucken.

Und schon versuchen wir ebenfalls, das Spiel

zu spielen, nach den Regeln des Wettkampfes, die uns alle

in Gewinner und Verlierer einteilen.

Auf dem Weg zu diesem Ziel lernen wir, unser Blatt

auszureizen, zu pokern und Schulden zu machen. Wir erleben

Hochphasen, in denen wir ein paar Chips übrig

haben. Ein anderes Mal leben wir über unsere Verhältnisse,

wir schwitzen vor Angst, haben Stress und verlieren am

Ende vielleicht Haus und Hof. Doch weil hier alle zocken,

ist es wohl normal, dass es immer auf und nieder geht.

Schauen wir uns die Masse der Mitspieler um uns

herum genauer an, vermissen wir gerade die strahlenden

Persönlichkeiten, die wir uns vor unserem inneren Auge

vorgestellt haben. Kein James Bond kommt zur Tür herein,

umgeben von schönen und klugen Frauen. Im wahren

Leben sind es doch eher die Eindrücke von Frust, Traurigkeit

und Sucht, die uns begegnen.

Wenn wir genug Zeit an den Pokertischen verbracht

haben, stellen wir fest, dass wir über die scheinbar erfolg-

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reichen Personen gar nichts wissen. Was sie auszeichnet,

sind ihre vielen Chips und die Kleidung. Doch sehen wir

starke Persönlichkeiten mit Ausdruck, echter Weisheit und

einem inneren Leuchten?

Was wir von den „Reichen und Schönen“ gelernt

haben, ist zu bluffen und andere mit miesen Tricks zu

übervorteilen. Dabei wissen wir weder, ob es ihnen damit

gut geht, noch, ob sie es gut mit uns meinen. Ist das große

Glück etwa nur ein schöner Schein, den es um jeden Preis

zu wahren gilt?

Nur weil jemand schon sehr lange am Spieltisch sitzt,

ist das kein Grund, ehrfürchtig zu ihm aufzuschauen. Allmählich

kommt uns der Gedanke, dass es im Leben etwas

anderes gibt als die Pokerrunde und das ewige Spiel um

den Mammon. Wir erkennen, dass wir ein Spiel, das nicht

unseres ist, so lange gespielt haben, dass wir unsere eigenen

Träume auf dem Weg verdrängt haben.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Genau

aus diesem Grund gibt es das Casino. Denn wie wir alle

wissen, gibt es im Spielcasino nur eines, das ganz sicher ist:

Die Bank gewinnt immer.

Zwischen Hoffnung und Schmerzen werden nur Spiele

gespielt. Um das große Spiel für sich zu beenden, ist es essentiell,

nicht nur den Spieltisch, sondern das Casino zu

verlassen. Unter Menschen, die in ihrem Leben nichts anderes

getan haben, als ihre Chips festzuhalten, können wir

uns nicht weiterentwickeln. Den Pokertisch wird es vielleicht

noch lange geben, doch indem wir ihm den Rücken

kehren, ist er für uns aus den Augen und damit aus dem

Sinn. Wir sind frei.

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