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Rahlstedter Leben September 2020

Das Stadtteilmagazin im Hamburg

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4 x pro Jahr<br />

Ausgabe <strong>September</strong> <strong>2020</strong><br />

Das Stadtteilmagazin im Hamburger Osten<br />

<strong>Rahlstedter</strong><br />

<strong>Leben</strong><br />

Makler<br />

Lambert<br />

Ihr Partner<br />

in Rahlstedt<br />

seit 35 Jahren<br />

Persönliche<br />

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<strong>Rahlstedter</strong> Bahnhofstraße 11<br />

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Hurra!<br />

10 Jahre<br />

Editorial<br />

Wir sind wieder da!<br />

Liebe Leserinnen und leser,<br />

das Jahr <strong>2020</strong> wird uns allen, ähnlich wie der elfte <strong>September</strong>, ewig in<br />

Erinnerung bleiben. Manche Ereignisse überlagern noch die größten<br />

Katastrophen. In unserem zehnten Jahr, in dem wir feiern wollten, kam<br />

schließlich alles anders als geplant. Uns ist es wie den Corona-Überlebenskünstlern<br />

von Seite 8-9 ergangen. Wir haben einige Wochen innegehalten,<br />

aufgetankt und sind zurückgekehrt – mit Maske und Abstand, ohne Feierlichkeiten.<br />

Nun knüpfen wir wieder an die Themen an, die Anfang des Jahres wichtig<br />

waren bzw. heute noch sind: die Klimaziele und die Energiewende. In dem<br />

Zusammenhang haben wir für Sie recherchiert, was es mit der Kritik an<br />

der neuen Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage in Stapelfeld auf<br />

sich hat. Auf unserer Doppelseite „Drehmoment“ zeigen wir, wieviel ein<br />

Einzelner bereits für den Umweltschutz unternehmen kann: Friedhofsleiter<br />

Matthias Habel verfolgt das Ziel, den Friedhof klimaneutral zu<br />

betreiben. Lesen Sie auf Seite 18-19, was er bereits möglich gemacht hat.<br />

Zum Klimawandel hat sich nun also noch Corona gesellt – zwei üble<br />

Gesellen, die uns künftig begleiten werden. Ich hoffe, Sie können neben<br />

den düsteren Themen auch die kleinen Lichtblicke im Heft entdecken<br />

und genießen.<br />

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!<br />

Virginie Siems<br />

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<strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

3


03 | <strong>2020</strong><br />

35<br />

Glückwunsch zum 35-jährigen Jubiläum!<br />

Makler Lambert, juko dojo und Antiquitäten Rusch<br />

1985 – Das Jahr als Boris Becker Wimbledon gewann.<br />

10<br />

06 30 32 18<br />

Top Thema<br />

KLIMASCHUTZ<br />

Rahlstedt pur<br />

Ortsgespräch<br />

Rubriken<br />

Lesestoff<br />

Neue Serie<br />

Drehmoment<br />

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Di. bis Fr. von 12- 15 Uhr<br />

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Politikum<br />

Klärschlammverbrennungsanlage<br />

am<br />

Naturschutzgebiet _6<br />

Den Corona-Lockdown<br />

überstanden!<br />

Sechs <strong>Rahlstedter</strong><br />

berichten _8<br />

Erziehung ist super!<br />

"Mut tut gut!"<br />

Teil 2 von<br />

Jessica Rother_10<br />

Klimawandel<br />

Think global -<br />

act local _18<br />

Alles Schule<br />

Schulleben_12<br />

Landleben<br />

Ich wollt, ich<br />

wär ein Huhn_14<br />

<strong>Rahlstedter</strong> Kosmos<br />

Dit & Dat ab Seite_20<br />

Impressum_26<br />

<strong>Leben</strong>swerk<br />

Günter Rusch<br />

feiert 35-jähriges<br />

Jubiläum_30<br />

Ausstellung<br />

Die Magie der<br />

Cyanoypie_34<br />

Veranstaltungen<br />

Nicht verpassen:<br />

Highlights im<br />

Herbst _35<br />

Wettbewerbsgewinner<br />

2019<br />

Thomas Wedemeyer<br />

stellt im Kultur-<br />

Werk aus: Seite 34<br />

4<br />

Kolumne<br />

"Die Anomalie<br />

in der Pandemie"<br />

von Jasmin Bühler_16<br />

Zwiegespräch<br />

mit einem Pastor<br />

"Ist Corona eine Strafe<br />

Gottes?" Fragen an<br />

Matthias Marks_28<br />

Literatur<br />

"Schwimmen gehen"<br />

von Alexander<br />

Posch_32<br />

Rezept:<br />

Gebackene<br />

Hähnchen mit<br />

Ofengemüse<br />

auf Seite<br />

26<br />

Schlippes Momente<br />

auf Seite 11<br />

Was tut Matthias<br />

Habel am <strong>Rahlstedter</strong><br />

Friedhof<br />

gegen den<br />

Klimawandel?<br />

Seite 19<br />

Leckere Steaks<br />

im edlen Ambiente<br />

Wir sind stolz auf unsere argentinischen<br />

Premiumsteaks, die wir exklusiv<br />

von der traditionellen, deutschen<br />

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Sie sich selbst von der hervorragenden<br />

Qualität und genießen Sie dabei<br />

unser neues, gemütliches Mobiliar<br />

– drinnen und draußen. Unsere weitläufige<br />

Terrasse lädt Sie zudem bei<br />

Wind und Wetter zum Verweilen ein,<br />

– für Wolldecken und Heizstrahler ist<br />

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22143 Hamburg<br />

Tel. 040 67 58 61 33


Politikum<br />

In der Kritik<br />

Klärschlammverbrennungs anlage<br />

am Naturschutzgebiet<br />

Deutschland hat die Energiewende eingeläutet und verfolgt große Ziele. Es<br />

geht um den Ausstieg aus der Atomkraft und den Kohleausstieg – zeitgleich.<br />

Es müssen Alternativen zur Stromerzeugung gefunden werden, wie zum<br />

Beispiel die Müll- und Klärschlamm-Verbrennungsanlage in Stapelfeld.<br />

Mit der beim Verbrennungsprozess entstehenden Hitze, lässt sich Strom<br />

erzeugen und ins Fernwärmenetz einspeisen.<br />

Text: Virginie Siems Fotos: Jens Wehde<br />

Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie an<br />

v.siems@rahlstedter-leben.de<br />

Halbierung der<br />

Schornsteinhöhe von 113 m<br />

2.KRITIK:<br />

auf 63 m bei Tallage<br />

Antwort EEW: Kurze Schornsteine sind Ausdruck<br />

strenger immissionsschutzrechtlicher Regelungen<br />

und modernster Rauchgasreinigungstechnik.<br />

Baute man früher hohe Schornsteine, um damit für<br />

eine hohe Verdünnung der Abgase zu sorgen, filtert<br />

man etwaige Schadstoffe heute aus dem Abgas heraus,<br />

bevor sie in den Schornstein gelangen. Mit anderen Worten:<br />

Heute ist der Grenzwert an der Quelle einzuhalten,<br />

noch bevor das Abgas in den Schornstein gelangt.<br />

Panikmache oder berechtigte Kritik?<br />

Die GEsetzeslage<br />

2017 Die Bundesregierung bringt neue<br />

Klärschlammverordnung auf den Weg. Dank<br />

dieser Verordnung gelangt der Klärschlamm<br />

nicht mehr als Dünger auf die Felder.<br />

2019 Eine EU Richtlinie fordert den<br />

Einsatz der „Besten verfügbaren Technik“<br />

<strong>2020</strong> Die Bundesregierung beschließt<br />

Abschied von der Kohleverstromung.<br />

Spätestens 2038 wird in Deutschland das<br />

letzte Kohlekraftwerk stillgelegt, wodurch<br />

der CO 2 -Ausstoß erheblich reduziert wird.<br />

<strong>2020</strong> Rot-Grün in Rahlstedt vertraut Fachgutachten<br />

von Müller-BBM und entscheidet<br />

sich gegen eine Luftmessung in Rahlstedt,<br />

fordert aber regelmäßige Einsicht in<br />

Messdaten aus Schleswig-Holstein.<br />

BIG! Stapelfeld<br />

Die Bürgerinitiative BIG! Stapelfeld<br />

sowie der Verein „Das bessere Müllkonzept“<br />

zählen zu den Gegnern der<br />

neuen kombinierten Hausmüll- und<br />

Klärschlamm-Verbrennungsanlage.<br />

Die widerstandleistenden Umweltschützer<br />

können bereits zwei Punkte<br />

für sich verbuchen:<br />

n Staatsanwaltschaft prüfte den<br />

Korruptionsverdacht beim Verkauf<br />

der Müllerbrennungsanlage als<br />

400.000 Euro vom Betreiber EEW an<br />

die Kreisverwaltung gezahlt wurde.<br />

n Die EEW muss die strengeren<br />

Emissionswerte nach dem bestverfügbaren<br />

Stand der Technik<br />

umsetzen und infolgedessen die<br />

Anlagentechnik und den Flächenbedarf<br />

ändern. Das heißt, der<br />

Neubau verzögert sich.<br />

www.bigstapelfeld.de<br />

Antworten der Energy from Waste<br />

Im Folgenden geht Morten Holpert, Technischer Geschäftsführer<br />

der EEW Stapelfeld, auf weitere Kritikpunkte der BIG! ein:<br />

Abgaszunahme um mindestens 15 % sowie<br />

Zunahme von hochgiftigen Dioxinen mit höheren<br />

1.KRITIK:<br />

Belastungen für die direkten Anwohner<br />

Antwort EEW: Thermische Abfallverwertungsanlagen sind Schadstoffsenken,<br />

entziehen also der Umwelt Schadstoffe und sind damit das Gegenteil von Schadstoffquellen.<br />

Gelangen über den Abfallstrom Schadstoffe in die Anlage, werden<br />

sie im Verbrennungsprozess bei Temperaturen um die 1.000° Celsius sicher zerstört<br />

und der Biosphäre dauerhaft entzogen, auch Dioxine. Thermische Abfallverwertungsanlagen<br />

emittieren sie nicht, sondern zerstören sie sicher und leisten<br />

so einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Künftig werden in Stapelfeld –<br />

vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung – das neue MHKW und die Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage<br />

betrieben. Durch den Betrieb einer effizienteren<br />

Neuanlage als Ersatz für die MVA und einer weiteren, im Verhältnis deutlich<br />

kleineren Anlage für die Klärschlammverwertung, wird lediglich das Abgasvolumen<br />

um 15 % zunehmen. Die Filter durchströmt also lediglich mehr Abgas zur Reinigung.<br />

Mehr Abgas zu reinigen heißt aber nicht, mehr zu emittieren. Mit der Klärschlamm-Monoverbrennung<br />

werden künftig zudem 100 % der Immissionen von<br />

bisher landwirtschaftlich verwerteten Klärschlämmen entfallen. Klärschlamm ist<br />

der Abfall der Abwassereinigung. Sämtliche in diesem Abfall enthaltenen Schadstoffe<br />

wie Medikamentenrückstände, Hormone und Mikroplastik gelangen nicht<br />

mehr über Böden und Grundwasser in die Nahrungskette, sondern werden in der<br />

Verbrennung sicher zerstört. Ein Zugewinn für Mensch, Tier und Umwelt.<br />

Mülltourismus aus anderen<br />

Bundesländern aufgrund von Überkapazitäten<br />

3.KRITIK:<br />

in Schleswig-Holstein und Hamburg<br />

Antwort EEW: Das Land Schleswig-Holstein hat frühzeitig erkannt,<br />

dass die gesetzlichen Änderungen der Klärschlamm- und<br />

Düngeverordnung Auswirkungen auf die Klärschlammentsorgung<br />

haben werden und gemeinsam mit Partnern nach einer Lösung gesucht.<br />

EEW war von Anfang an Teil dieser Lösung und sowohl Gesprächspartner<br />

im sogenannten Markterkundungsverfahren 2017<br />

als auch im später gegründeten Klärschlammbeirat. EEW hat in der<br />

Folge Verantwortung übernommen, ist in die Genehmigungsplanung<br />

eingetreten, hat die am weitesten fortgeschrittene Planung und wird<br />

– vorbehaltlich der Erteilung einer Genehmigung – die erste KVA in<br />

Schleswig-Holstein in Betrieb nehmen. Hinzu kommt, dass die Kapazität<br />

der künftigen Anlage am Standort Stapelfeld schon heute vertraglich zu<br />

mehr als 80 % ausgelastet ist.<br />

www.eew-energyfromwaste.com<br />

FAZIT<br />

Vertrauen ist gut –<br />

Kontrolle ist besser<br />

Das Thema rundum die Klärschlammverbrennung<br />

ist hoch komplex. Was auf der<br />

übergeordneten Ebene in der Theorie<br />

plausibel erscheint, ist in der Praxis bei<br />

näherer Betrachtung nicht einfach zu<br />

lösen. Der Teufel steckt bekanntlich im<br />

Detail, denn die einzelnenn Akteure<br />

verfolgen unterschiedliche, hehre<br />

Ziele: wirtschaftliche, ökologische<br />

und gesundheitliche Aspekte laufen<br />

sich gegenseitig den Rang ab. So<br />

sind die Kraftanstrengungen der<br />

Bürgerinitiative ein gesunder<br />

Gegenpol in diesem hochpolitischen<br />

Konstrukt. Auch wenn wir<br />

vornehmlich Südwest-Winde<br />

haben, so sind das Naturschutzgebiet<br />

und Rahlstedt zwar selten<br />

betroffen, aber dennoch<br />

nicht aus dem Schneider.<br />

Wir bleiben dran!<br />

Weitere Fragen<br />

Woher beziehen Sie<br />

den Klärschlamm?<br />

Klärschlämme der Kreise Stormarn<br />

und Hzgt. Lauenburg<br />

werden vorrangig behandelt.<br />

Darüber hinaus liegt der<br />

Fokus auf Schleswig-Holstein<br />

und der Region Hamburg.<br />

Mit wieviel LKW pro Tag<br />

wird bei Vollauslastung<br />

zu rechnen sein?<br />

Genehmigungsrechtlich<br />

werden beide Anlagen<br />

mit einer Auslastung von<br />

110% bzw. 115% betrachtet.<br />

Davon ausgehend können<br />

beide Anlagen zusammen<br />

rein rechnerisch von bis<br />

zu 215 LKW pro Werktag<br />

angefahren werden.<br />

Diese unwahrscheinlichen<br />

Lastfälle als Maximum angenommen,<br />

würde durch die<br />

Neubauprojekte das bestehende<br />

Verkehrsaufkommen<br />

auf der L 222 um knapp 0,3 %<br />

angehoben. Im tatsächlichen<br />

Betrieb rechnet EEW mit 160<br />

bis 180 LKW pro Werktag,<br />

was einer Steigerung von<br />

0,2 % entspräche.<br />

6 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

7


<strong>Rahlstedter</strong> Netzwerk<br />

Den Corona-Lockdown<br />

überstanden!<br />

Viele <strong>Rahlstedter</strong> Unternehmer wurden von den<br />

Corona-Maßnahmen hart getroffen. Doch sie<br />

haben gekämpft und sich nicht unterkriegen<br />

lassen. Hier beschreiben sie kurz, wie sie den<br />

Stillstand erlebt und genutzt haben...<br />

Kapitän Werner Reisen<br />

Nicola Ivankovic<br />

Unser kleines, aber zum Glück unabhängiges Reisebüro (also wir<br />

gehören keiner Kette an), hat natürlich starke Einbußen hinnehmen<br />

müssen. Leider ist der Spuk in unserer Branche wohl noch<br />

lange nicht vorbei, aber wir haben so viele aufmunternde Worte<br />

unserer lieben Kunden erhalten, dass wir gar nicht anders können,<br />

als positiv in die Zukunft zu schauen. Dafür möchten wir uns<br />

einfach mal bedanken.<br />

Glücklicherweise gibt es ja auch noch Ziele, in die unsere<br />

Kunden unbeschwert reisen können. Wir haben eigentlich<br />

immer eine Idee...<br />

Dwenger Catering<br />

Aufgrund der behördlichen<br />

Bestimmungen<br />

dass während der<br />

Corona-Pandemie<br />

keine Feierlichkeiten,<br />

wie wir sie bislang<br />

kannten, stattfinden<br />

dürfen, ist unser Geschäft<br />

natürlich noch<br />

Jörg Dwenger<br />

bis heute sehr stark<br />

eingeschränkt. Wir sind aber stolz darauf,<br />

dass unser gesamtes Team sich dieser<br />

Herausforderung stellt – trotz Kurzarbeit.<br />

Wir sehen diese Krise als eine Art „kreative<br />

Phase“ an, so haben wir u.a. einen<br />

kompletten neuen Hauptkatalog mit vielen<br />

neuen pfiffigen Speisen und raffinierten<br />

Auswahlmöglichkeiten geschaffen,<br />

mit allem, was die Küche so bieten kann.<br />

Auch unser Verleih-Service hat sich mit<br />

Zelten, Mobiliar und Geschirr komplett<br />

neu aufgestellt. Dank unserer Neuausrichtung<br />

erleben wir in den letzten Wochen<br />

wieder ein wachsendes Auftragsvolumen.<br />

Die Kunden verlassen sich auf Kontinuität<br />

und Qualität die man vom Dwenger<br />

Catering & Events gewohnt ist.<br />

Bleiben Sie gesund, und denken Sie<br />

daran … mit Dwenger feiern, genießen<br />

und erleben.<br />

Gibt Dir das<br />

<strong>Leben</strong> Zitronen,<br />

dann mach'<br />

Limonade<br />

daraus!<br />

MAKARA Sports<br />

Die Corona bedingte<br />

Schließung meines<br />

Dojos kam zu einem<br />

denkbar schlechten<br />

Zeitpunkt. Ich hatte<br />

zum 1. April meine<br />

erste Mitarbeiterin<br />

eingestellt und wollte<br />

richtig durchstarten<br />

Maximilian Baden … was tun?<br />

Wir haben ein<br />

Online-Konzept entwickelt,<br />

um während des Lockdowns mit<br />

unseren Schülern in Kontakt zu bleiben.<br />

Plötzlich waren wir live und interaktiv<br />

in den Wohnzimmern, wo nicht nur<br />

die Kinder, sondern auch ihre Familien<br />

mitgemacht haben. Als wir uns draußen<br />

mit viel Abstand wieder treffen konnten,<br />

haben die Eltern weiterhin teilgenommen.<br />

Daraus hat sich ein neues Angebot<br />

entwickelt. Wir bieten ab sofort Eltern-<br />

Kind-Kurse im Dojo an.<br />

Zu meinem Programm gehört mehr<br />

als nur Karate – nämlich werteorientierte<br />

Geschichten, Japanisch,<br />

Respekt und Ernährung – und das<br />

kommt gut an bei Jung und Alt, im<br />

Dojo, Zuhause und jetzt neu:<br />

auch in der Kita.<br />

Tonndorfer Hauptstraße 132<br />

www.makarasports.de<br />

Jens WEHDE<br />

Jens Wehde<br />

CopyFuchs<br />

Nach immer wiederkehrenden<br />

Baustellen<br />

seit 2015 hat die<br />

Corona-Pandemie<br />

die Geschäfte in der<br />

<strong>Rahlstedter</strong> Straße<br />

besonders getroffen.<br />

Wir durften die<br />

ersten Wochen keine<br />

Kunden empfangen,<br />

haben aber Aufträge<br />

per Mail oder telefonisch entgegengenommen<br />

und ausgeführt. Dann hat der<br />

Kunde es zugeschickt bekommen oder<br />

wir haben es vor die Tür zum Abholen<br />

gestellt. Die Kunden haben sich ganz toll<br />

verhalten und waren sehr dankbar dafür.<br />

Größere Aufträge wie Beschriftungen<br />

von Fahrzeugen und Schaufenstern konnten<br />

wir dann aber nach vier Wochen<br />

wieder ausführen. Wir danken den<br />

<strong>Rahlstedter</strong>n, dass sie in so schwierigen<br />

Zeiten vor Ort die Geschäfte<br />

aufsuchen und nicht online bestellen.<br />

<strong>Rahlstedter</strong> Straße 67<br />

www.copyfuchs-hamburg.de<br />

Corona, Corona, Co…..das wird mit Sicherheit das Unwort des Jahres<br />

<strong>2020</strong>. Aber wie heißt es: in jeder Krise steckt auch eine Chance. Für<br />

mich als Fotograf waren meine potentiellen Opfer erst einmal tabu,<br />

obwohl ich mit dem geeigneten Teleobjektiv den erforderlichen<br />

Mindestabstand locker einhalten kann. Nun ja, mit Maske fehlt dem<br />

besten Porträt das Lächeln und abgesagte Hochzeiten, Feiern und<br />

Events tun ihr Übriges, um die maskierten Mundwinkel nach unten<br />

sinken zu lassen. Um die Laune nicht ganz im Keller zu versenken,<br />

hat aber der Staat den gebeutelten Künstlern einen finanziellen<br />

Rettungsring entgegengeworfen. Glücklicherweise gab es dazu einige Arbeiten im<br />

Grafik Design, was ich ursprünglich einmal studiert habe. Und für die lichten Momente<br />

der Freizeit habe ich ein dickes Kunststoff-Ei, das ich als Kunstobjekt durch die Landschaft<br />

rolle. eieiei…. munter bleiben und Hände waschen. www.wehde.de<br />

Conny<br />

Zander-Olofsson<br />

Optiker Höcker<br />

Zusammen mit<br />

Abstand stark sein!<br />

Der Lockdown hieß<br />

für uns vor allem<br />

Veränderung. In<br />

kürzester Zeit<br />

änderte sich alles.<br />

Altgewohntes wurde<br />

Sven Höcker zurücklassen, um<br />

neue Wege zu gehen.<br />

Ein Hygienekonzept wurde entwickelt.<br />

Der Schutz der Kunden und Mitarbeiter<br />

war wichtiger denn je. Wir alle musst en<br />

uns auf neue Gegebenheiten einstellen.<br />

Der größte Dank gilt unseren Kunden,<br />

die in der ungewissen Zeit mit viel<br />

Verständnis zu uns gehalten haben.<br />

Durch unseren hohen Sicherheitsstandart,<br />

können Sie auch weiterhin unbesorgt<br />

zu uns kommen.<br />

Wir behalten den Durchblick in einer<br />

ungewissen Zeit.<br />

Ihr Team von Höcker Optik<br />

<strong>Rahlstedter</strong> Bahnhofstraße 19<br />

www.hoecker-optik.de<br />

Anzeigen<br />

<strong>Rahlstedter</strong> Str. 48, www.kapitaen-werner-reisen.de<br />

www.dwenger.de<br />

8 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

9


Erziehung ist super!<br />

Besonders in den ersten <strong>Leben</strong>sjahren werden<br />

die Ansichten über sich selbst und die Welt<br />

gebildet. In dieser Zeit ist Ermutigung besonders<br />

bedeutsam, damit Kinder selbstbewusst und<br />

positiv durchs <strong>Leben</strong> gehen können.<br />

Text: Jessica Rother Foto: Ulrike Mai auf Pixabay<br />

Mut tut gut (Teil<br />

Im ersten Teil (Ausgabe März <strong>2020</strong>) ging es darum,<br />

Entmutigungssituationen zu erkennen<br />

und zu vermindern. In dieser Ausgabe<br />

möchte ich ein paar Impulse geben, was<br />

Eltern tun können, um Kinder gezielt<br />

zu ermutigen.<br />

n Kinder fühlen sich angenommen und<br />

wertvoll, wenn sie das Gefühl haben, dass<br />

Eltern gerne Zeit mit ihnen verbringen.<br />

Ein Satz wie „Ich habe Lust, etwas mit dir<br />

zu unternehmen. Hast du eine Idee?“ bringt<br />

ihre Augen zum Strahlen. Besonders für<br />

Kinder mit Geschwistern ist es wertvoll,<br />

wenn sie regelmäßig Alleinzeit mit Mama<br />

oder Papa verbringen können, selbst wenn<br />

es nur 15 Minuten am Tag sind. Kinder<br />

spüren: Ich bin wertvoll und wichtig.<br />

n Erwachsene richten sich oft an Kinder,<br />

um etwas zu erreichen oder in Erfahrung<br />

zu bringen. Stellen Eltern dann noch „verhörende“<br />

Fragen, wie „Wie war es in der<br />

Schule? Was habt ihr gemacht? Habt ihr<br />

Hausaufgaben?“ machen Kinder und Jugendliche<br />

oft zu. In einem wirklichen Ge-<br />

JEssica Rother<br />

2)<br />

spräch sollte es darum gehen, die Sicht,<br />

Gedanken und Ideen des Kindes zu hören.<br />

Um ein Verhör zu vermeiden, könnten<br />

wir zunächst von uns berichten: „Heute<br />

war schönes Wetter, da habe ich mein<br />

Brot im Park gegessen.“ Vielleicht steigt<br />

das Kind ein: „Ich war heute auch draußen.“<br />

Daraus kann ein echtes Gespräch<br />

entstehen. Für eine gute Verbindung ist<br />

es wichtig, die volle Aufmerksamkeit zu<br />

geben: Die Arbeit kurz ruhen lassen, das<br />

Smartphone weglegen, zeigt: Ich bin ganz<br />

bei dir und höre dir zu. Ein schönes Gefühl.<br />

n Kinder wollen zur Gemeinschaft gehören<br />

und etwas beitragen. Zwar dauert<br />

bei den Kleinen alles etwas länger, dafür<br />

fühlen sie sich gesehen und wertvoll,<br />

wenn sie mitmachen dürfen. Manchmal<br />

müssen wir etwas unterstützen: Ist die<br />

Schublade zu hoch, legen wir den Besteckkasten<br />

auf den Boden. Wird das Besteck<br />

anders einsortiert als wir es gerne hätten,<br />

halten wir das aus und richten den<br />

Blick auf den Beitrag, den das Kind leistet.<br />

Größere Kinder können Aufgaben über-<br />

Jessica Rother ist Diplom-Pädagogin, individualpsychologische<br />

Beraterin und Logopädin. Sie bietet<br />

Kurse, Coachings und Supervision zu erzieherischen,<br />

beruflichen oder persönlichen Themen für Fachkräfte<br />

und Eltern an. Mit ihrer Familie lebt sie in Rahlstedt.<br />

Infos: www.Jessica-Rother.de<br />

Facebook: Jessica Rother –Erziehungscoaching.<br />

Kontakt: Mail@Jessica-Rother.det.<br />

nehmen, die für die ganze Familie wichtig<br />

sind. Das eigene Zimmer aufräumen<br />

gehört nicht dazu, wohl aber den Hund<br />

füttern, die Blumen gießen, den Müll rausbringen,<br />

fegen oder Tisch decken. Jedes<br />

Familienmitglied hat eine Aufgabe und<br />

Geschwister wechseln sich ab, damit nicht<br />

immer das gleiche Kind sich um den Hund<br />

kümmern darf.<br />

n Die Meinung von Kindern wichtig<br />

nehmen/ Mitbestimmen lassen. Welchen<br />

Kuchen wollen wir backen? Wohin<br />

soll der Ausflug gehen? Was machen wir<br />

in den Ferien? Die Vorschläge der Kinder<br />

haben genauso viel Wert, wie die der Erwachsenen.<br />

Dann wird diskutiert und abgestimmt.Das<br />

Kind spürt: Deine Meinung<br />

ist wichtig und wird gehört, egal wie alt du<br />

bist. Zugehörigkeitsgefühl und demokratisches<br />

Verständnis werden damit gefördert.<br />

n Bei den ersten Worten und Schritten<br />

sind Eltern geduldige Begleiter*innen.<br />

Je älter die Kinder werden, desto mehr<br />

Druck entsteht: Erfüllt mein Kind die Voraussetzungen<br />

für die Schule? Gibt es Entwicklungsfenster,<br />

die wir nicht verpassen<br />

dürfen? Diesen Druck spüren auch die<br />

Kinder. Druck rausnehmen und darauf<br />

vertrauen, dass das Kind seinen Weg<br />

machen wird, kann beide Seiten entspannen.<br />

Besonders ermutigend ist es, wenn<br />

wir das selbständige Lernen unterstützen.<br />

Zwei Beispiele:<br />

-Ein Kind versucht sich die Hose anzuziehen<br />

und landet dabei immer mit beiden<br />

Füßen im gleichen Bein. Frust entsteht.<br />

Wenn Papa sagt: „Schau mal, den Fuß,<br />

den ich kitzle, nimmst du zurück und tust<br />

ihn ins andere Bein. Genau. Du hast es geschafft<br />

und ich musste kaum helfen.“ wirkt<br />

das ermutigend.<br />

-Ein Kind arbeitet ewig an den Knöpfen<br />

der Jacke und kriegt sie endlich alle zusammen.<br />

Wenn Papa sagt: „So schief geknöpft<br />

kann ich mit dir nicht einkaufen gehen.“<br />

ist es entmutigend. Stattdessen kann<br />

Papa sich selbst sagen: „Doch, ich gehe so<br />

mit dir in den Laden. Ich halte das aus, weil<br />

mir Ermutigung wichtig ist.“ und den tollen<br />

Entwicklungsschritt des Kindes sehen, das<br />

gerade übt, selbständig zu werden.<br />

n Häufig versuchen Erwachsene, negative<br />

Gefühle vor Kindern zu verbergen. Da<br />

kleine Menschen jedoch sensible Antennen<br />

haben, merken sie, dass etwas nicht<br />

stimmt. Ohne Erklärung beziehen sie es<br />

auf sich und werden unsicher. Vielleicht<br />

testen sie dann stärker unsere Grenzen,<br />

weil sie Klarheit brauchen. Gut ist es,<br />

Kindern Gefühle zuzutrauen. Ehrlich<br />

zu sagen, wenn wir schlecht geschlafen<br />

haben, uns der Job stresst oder der Kopf<br />

Schlippes Momente<br />

Illustrator, Kartonkünstler und Cartoonist<br />

Besonders ermutigend<br />

ist es, wenn wir<br />

das selbständige Lernen<br />

unterstützen.<br />

schmerzt. So weiß das Kind was los ist und<br />

dass es nicht schuld ist. Vielleicht hat es<br />

sogar Verständnis und nimmt Rücksicht.<br />

Ein weiterer Pluspunkt: Kinder lernen<br />

über eigene Gefühle zu sprechen, wenn<br />

Erwachsene es ihnen vorleben.<br />

Was haben Eltern davon,<br />

Kinder zu ermutigen?<br />

n Ermutigte Kinder haben eine gute<br />

Chance, eine positive Meinung über sich<br />

selbst zu bilden und trauen sich mehr zu.<br />

Kindern, die sich etwas zutrauen, können<br />

Eltern mehr Eigenverantwortung übertragen,<br />

sie mehr loslassen. Das verhilft zu<br />

mehr Gelassenheit im Alltag.<br />

Noch mehr von Schlippe? „Mehr als Unsinn"<br />

Eine kleine Erkenntnistheorie des Witzes. Auf 133 Seiten erschüttert der Unsinn<br />

sanft und humorvoll die gewohnte Weise, wie wir die Welt sehen. Die beiden Brüder<br />

– Arist ist Psychologe und Björn ist Illustrator – ergänzen sich hervorragend.<br />

www.b-vonschlippe.de n www.kartonismus.com<br />

Kolumne<br />

n Kinder, die sich zugehörig fühlen, leisten<br />

oft freiwillig einen Beitrag zur Gemeinschaft.<br />

Das kann den Familienalltag<br />

entlasten.<br />

n Ermutigte Kinder brauchen seltener negative<br />

Strategien, um Aufmerksamkeit zu<br />

bekommen, weil sie sich gesehen fühlen<br />

und nicht um ihren Platz in der Familie<br />

kämpfen müssen. Sie sind also weniger<br />

„schwierig“.<br />

n Das gilt auch umgekehrt. Kinder, die<br />

gerade „schwierig“ sind, brauchen Ermutigung<br />

besonders, denn sie fühlen sich<br />

nicht ausreichend gesehen. Ihr Selbstwertgefühl<br />

ist ins Wanken geraten. Hier kann<br />

Ermutigung ein Weg sein, um die Verbindung<br />

wieder herzustellen und ins Gleichgewichtzu<br />

kommen.<br />

n Nicht zuletzt können wir Kinder, die<br />

fähig sind, die Herausforderungen des <strong>Leben</strong>s<br />

zu meistern, guten Gewissens irgendwann<br />

ihren eigenen Weg gehen lassen.<br />

Mut tut einfach gut,<br />

Kindern und Erwachsenen! n<br />

10 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

11


Alles Schule<br />

Gymnasium rahlstedt<br />

Grundschule <strong>Rahlstedter</strong> Höhe<br />

Die Schul-CD ist fertig!<br />

Singen ist im Moment in der Schule nur mit besonderen<br />

Hygiene- und erhöhten Abstandsregeln möglich. Deshalb kann<br />

unser Pausensingen, bei dem normalerweise täglich 5 Klassen aus<br />

unterschiedlichen Jahrgängen gemeinsam in der Pause singen,<br />

nicht wie gewohnt stattfinden. Umso schöner ist es, dass in diesen<br />

stürmischen Corona-Zeiten die Schul-CD „Singen ist stark!“<br />

fertiggestellt werden konnte. Sie enthält 12 neu komponierte<br />

Songs zum Mitsingen, Tanzen und Bewegen, aber auch zum<br />

Zuhören und Nachdenken. So können die Lieder des Pausensingens<br />

auch zu Hause in der Familie gesungen werden und das eigene<br />

Kinderzimmer wird zur Live-Bühne.<br />

Alle interessierten Kinder der Schule konnten die CD dank verschiedener<br />

Unterstützungen für einen geringen Preis erwerben.<br />

Wer außerhalb der Schulöffentlichkeit Interesse an den neuen<br />

Liedern hat, schreibt eine e-Mail an:<br />

oliver.ehmsen@bsb.hamburg.de<br />

www.schule-rahlstedter-hoehe.de<br />

Schul<strong>Leben</strong><br />

Viel mehr als nur Mathe,<br />

Deutsch und Englisch!!!<br />

GemüseAckerdemie<br />

am GyRa Text: Hür Oluz/ Anja Heiligtag<br />

Die „GemüseAckerdemie“, geleitet von Herrn Oluz, ist ein ganzjähriges<br />

theorie- und praxisbasiertes Bildungsprogramm, das mit Mitteln des<br />

#moinzukunft – Hamburger Klimafonds gefördert wird. Um Wertschätzung<br />

und Herkunft von <strong>Leben</strong>smitteln zu steigern, wurde ein Gemüseacker<br />

errichtet, der allen Klassen zu Verfügung steht. Langfristiges Ziel<br />

ist die Integration des Ackers in den Unterricht.<br />

Der Schulgarten ist in zwei Bereiche geteilt: der große Bereich<br />

mit einem Ahorn, hier gibt es auch einen Geräteschuppen<br />

mit allen erforderlichen Gartengeräten, acht regionale<br />

Apfelbäume, ein Insekten Hotel, Hochbeete, Vogelhäuser,<br />

Komposthaufen und eine Regentonne. Der zweite<br />

Bereich ist unser 100qm großer Gemüseacker, der in<br />

Kooperation mit der GemüseAckerdemie entstanden<br />

ist. 16 Gemüsesorten, werden dort bewirtschaftet.<br />

Dies erfolgt mit der AG: Pirates of Nature.<br />

Alle 5. und 6. Klassen erhalten zu Beginn des Schuljahres<br />

die Patenschaften für ihre Hochbeete. So kann das neue<br />

Schuljahr naturnah und erlebnisorientiert starten.<br />

www.gymnasium-rahlstedt.de<br />

Im Schatten eines<br />

Ahorns befinden sich<br />

30 Sitzplätze auf Holzstämmen<br />

- ideal für<br />

Unterricht auch unter<br />

Coronabedingungen.<br />

· Karate<br />

· Kickboxen<br />

· Bo Jutsu<br />

· Fitness<br />

· Kindergeburtstage<br />

· Meditation<br />

· Tradition<br />

· <strong>Leben</strong>skompetenzen<br />

· Respekt<br />

Saša Stanišic am GyRa<br />

12 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

13<br />

´<br />

´<br />

Tonndorfer Hauptstraße 132, 22045 Hamburg<br />

Info-Hotline: 040 - 209 125 88 oder Mobil: 0160 / 991 221 21<br />

E-Mail: info@makarasports.de<br />

www.MakaraSports.de<br />

Alles Schule<br />

Schnupperangebot<br />

Entweder<br />

nachmittags<br />

im Dojo...<br />

für 3-5jährige<br />

...oder<br />

vormittags<br />

in der Kita<br />

MAKARA Sports – Mehr als nur Sport<br />

Abrechnung<br />

über<br />

Teilhabeleistung<br />

im Rahmen<br />

des Hamburger<br />

Bildungspakets<br />

möglich<br />

Jede Kita, die sich<br />

meldet, erhält für alle<br />

Kinder eine kleine<br />

Überraschung.


Landleben<br />

Wenn man nach Stapelfeld reinfährt, wird man seit zwei Jahren von<br />

auffälligen Plakaten mit kessen Sprüchen der Delfs Farm begrüßt. Aktuell<br />

ist zu lesen: „Sei schlauer, kauf beim Bauern“ oder „Hühnerhotel – Luxuseier“.<br />

Doch was hat dieser Container mitten auf dem Feld mit Luxus zu<br />

tun? Wir besuchen das Hühnerhotel der Familie Delfs.<br />

Ich wollt, ich wär<br />

ein Huhn<br />

Text: Virginie Siems Fotos: Jens Wehde<br />

K<br />

atrin Delfs erklärt uns, dass es<br />

sich um einen sogenannten mobilen<br />

Stall für eine artgerechte und<br />

nachhaltige Hühnerhaltung handelt. Ich<br />

muss schmunzeln und denke: „Nach den<br />

Flüchtlingsunterkünften und den Schulklassen,<br />

jetzt also Hühnerställe im Container.“<br />

Doch die Idee dahinter ist denkbar<br />

genial. Vorab sei gesagt: Wer noch glaubt,<br />

ein Hühnerleben im Holzstall sei der ideale<br />

<strong>Leben</strong>sraum, der muss wissen, dass<br />

sich im Holz Milben und andere Schädlinge<br />

einnisten, wodurch die Hühner erkranken.<br />

Nur mit aufwendigen Maßnahmen<br />

und/oder dem Versprühen von Gift ist<br />

den Krankheitserregern Einhalt zu gebieten.<br />

Der große Vorteil der mobilen Hühnerställe<br />

liegt in der computergesteuerten<br />

Unterstützung zur naturnahen und artgerechten<br />

Hühnerhaltung. Katrin Delfs<br />

beschreibt die Vollautomatisierung ganz<br />

charmant: „Wie in einem all inclusive Hotel<br />

geht es während des ganzen Tages nur<br />

um das Wohlergehen und Wohlbefinden<br />

seiner Gäste.“<br />

Die Delfsfamilie betreibt inzwischen<br />

drei mobile Hühnerställe. Der kleine Stall<br />

Vater und Sohn inmitten ihrer gackernden<br />

Hühnerherde auf der Delfsfarm.<br />

mit rund 300 Hühnern steht hinterm Haus<br />

und die beiden größeren Ställe mit rund<br />

400 Hühnern stehen auf dem Feld an der<br />

Stapelfelder Straße. Die Auslaufflächen<br />

betragen sechs Quadratmeter pro Huhn.<br />

In jeder Hühnerherde leben drei bis fünf<br />

Hähne, die die Hühner in Schach halten.<br />

Pro Tag werden insgesamt 1.000 Eier<br />

So viel Technik wie nötig,<br />

so viel Natur wie möglich.<br />

gelegt und über den Hofeigenen Stand<br />

verkauft – 4 Euro gehen dann für eine<br />

Zehnerpackung in die Vertrauenskasse –<br />

sowohl an Wochentagen als auch an Sonnund<br />

Feiertagen.<br />

Zur Wahrheit der artgerechten Hühnerhaltung<br />

gehört auch das Thema Schlachtung.<br />

Nach eineinhalb Jahren kommt der<br />

Schlachter und schlachtet die gesamte<br />

Herde noch vor Ort auf dem Hof und die<br />

Hühner werden als Suppenhühner verkauft.<br />

Immerhin bleibt ihnen der Schlachttransport<br />

erspart.<br />

Danach erfolgt eine Reinigungsphase<br />

des mobilen Hühnerstalls von ca. 14 Tagen.<br />

In dieser Zeit werden auch Reparaturen<br />

und Instandsetzungsmaßnahmen<br />

erledigt und Neugierige dürfen das Hühnerhotel<br />

von innen besichtigen. Sobald<br />

der Stall wieder bezugsfertig ist, wird er<br />

an seinem neuen Stellplatz aufgestellt und<br />

eine neue fröhliche Hühnerherde zieht<br />

dort ein. n<br />

www.facebook.<br />

com/Delfsfarm<br />

Ein Tag im Hühnerhotel Auf der Delfsfarm sieht der luxuriöse Hühneralltag folgendermaßen aus:<br />

5:00<br />

Die Hühner werden von einem<br />

warmen Dämmerlicht sanft geweckt.<br />

Während sich die ersten Hühner<br />

bereits am frischen Frühstücksbuffet<br />

bedienen und sich die leckersten<br />

Körner herauspicken, drehen sich<br />

andere noch mal um.<br />

7:00<br />

Wenn die Spätaufsteher kommen,<br />

steht auch für sie die volle Futtermischung<br />

wieder bereit. Eine computergesteuerte<br />

Futter- und Wasserlinie,<br />

die durch den gesamten Stall<br />

laufen, machen es möglich.<br />

9:00<br />

Nach dem Frühstück begeben sich<br />

die Hühner in ihre Nester und legen<br />

ein Ei. Es handelt sich um automatische<br />

Abrollnester mit Kippboden<br />

und Eiersammelband, so dass die<br />

gelegten Eier sauber und heile im<br />

Eiersammelraum ankommen. Die<br />

Eier aus den oberen Nestern werden<br />

mit einem Spezialaufzug nach unten<br />

befördert. Für Sauberkeit sorgen<br />

elektrisch angetriebene Kotbänder,<br />

die unter den Hühnerstangen<br />

entlanglaufen und nach draußen<br />

entmistet werden. Am Boden gibt es<br />

genug Auslauf zum Scharren, wo die<br />

Hühner schließlich vor der Öffnung<br />

der Luke ins Freiland warten.<br />

10:00<br />

Pünktlich um 10 Uhr wird sie<br />

geöffnet und die Hühner begeben<br />

sich laut gackernd nach draußen.<br />

Dort können sie den ganzen Tag<br />

zwischen Roggenähren und<br />

Kartoffeln scharren und picken.<br />

So manches Huhn schaut auch<br />

gerne mal durchs Küchenfenster<br />

rein, andere büchsen aus und scheinen<br />

an der Bushaltestelle auf den<br />

Bus nach Hamburg zu warten.<br />

˜18:00<br />

Zur Dämmerung wird das<br />

Abendessen serviert und alle<br />

Hühner gehen schnurstracks<br />

zurück in ihren Stall.<br />

22:00<br />

Das Licht wird gedimmt und<br />

danach herrscht Nachtruhe.<br />

14 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

15


Anzeigen<br />

Kolumne<br />

Die Anomalie<br />

in der Pandemie...<br />

...oder wie Social Distancing<br />

unsere Sexualität befreit text: Jasmin Bühler<br />

Es ist Sonntag morgen. Ich sitze im<br />

Gras am Ufer eines Flusses. Ich genieße<br />

die warmen Sonnenstrahlen<br />

auf meiner Haut. Ich schaue aufs Wasser<br />

und denke nach. Ich soll diesen Artikel<br />

schreiben und es will einfach nicht so<br />

richtig fließen. Ich habe meine ganz eigene<br />

Meinung über die Anomalie in der Pandemie<br />

und meine ganz eigenen Gedanken<br />

und Theorien, wie sich Social Distancing<br />

auf Körperlichkeit und Körperbewusstsein,<br />

auf unsere Lust, auf Nähe und Sexualität<br />

auswirkt.<br />

Und ich bin nicht sicher, wie viel ich dir<br />

davon zumuten kann und will. Schließlich<br />

Anzeige<br />

stehe ich für Offenheit und Neugierde. Für<br />

gegenseitige Akzeptanz und Annahme.<br />

Und ich wünsche mir, dass jeder Mensch<br />

sich aufmacht, seine ganz eigene Wahrheit<br />

zu entdecken und zu entwickeln. Und ich<br />

wünsche mir, dass wir alle jedem seine/<br />

ihre ganz eigene Wahrheit zugestehen.<br />

Deshalb ist es mir wichtig, dass du weißt,<br />

dass ich dich nicht von meiner Wahrheit<br />

überzeugen möchte. Vielmehr geht es mir<br />

darum, dass du in der Begegnung mit mir,<br />

mit diesem Text, dir selbst begegnest, und<br />

deine ganz eigene Wahrheit findest. In<br />

meiner Welt geht es nicht mehr um richtig<br />

Jasmin Bühler<br />

Jasmin Bühler schreibt über sexy<br />

Themen, weil es sonst keiner macht.<br />

jcb@jasmin-buehler.com<br />

0171.715 49 16<br />

www.jasmin-buehler.com<br />

oder falsch. Es geht um mehr. Es geht darum,<br />

sich selbst zu entdecken, anzunehmen<br />

und zu akzeptieren. Mit allen Ängsten, Herausforderungen<br />

und Sorgen. Aber auch<br />

mit aller Lust, Freude und <strong>Leben</strong>digkeit.<br />

Mir geht es darum eine Projektionsfläche<br />

zu bieten, um sich selbst zu erkennen. Ich<br />

will keine Zustimmung. Und ich will dich<br />

nicht überzeugen. Ich möchte lediglich<br />

eine Sichtweise aufzeigen, damit du dich<br />

selbst findest. Klarheit für dich bekommen<br />

kannst, um schließlich liebevoll und<br />

friedlich mit dir und anderen zu sein.<br />

Renommierte Astrologen hatten es für<br />

dieses Jahr vorausgesagt: <strong>2020</strong> wird ein<br />

ganz besonderes Jahr. Wie sich diese Besonderheit<br />

bemerkbar machen würde,<br />

konnte keiner ahnen. Doch heute wissen<br />

wir mehr. Wir haben erlebt, wie ein unsichtbares<br />

Etwas in kürzester Zeit die Welt<br />

lahm legt und gleichzeitig auf den Kopf<br />

stellt. Und wir erleben immer noch, wie<br />

sich die Welt seitdem verändert und wie<br />

Menschen tief bewegt sind. Plötzlich erleben<br />

wir die Auswirkung fehlender (sozialer)<br />

Kontakte und erkennen deren wahre<br />

Bedeutung. Wir spüren am eigenen Leib,<br />

wie es ist, allein zu sein. Oder sich nur mit<br />

einer begrenzten Anzahl von Menschen<br />

zu treffen. Wir erleben wie essentiell persönliche<br />

Nähe und Körperkontakt sind.<br />

Für alle. Egal ob Jung oder Alt. Frau oder<br />

Mann. Anders als beim HIV Virus sind<br />

nicht nur vermeintliche Randgruppen betroffen.<br />

Jetzt geht es wirklich alle etwas an.<br />

Entgegen vieler Meinungen glaube ich,<br />

dass die Gefahr, die von diesem Virus ausgehen<br />

soll, ein Teiler unserer Befreiung<br />

ist. Der Mensch, die Lust und die Sexualität,<br />

werden Coronagewinner sein oder<br />

sind es längst. Denn Menschen müssen<br />

äußerlich auf Abstand gehen und rücken<br />

innerlich wieder näher zusammen. Wir<br />

Menschen erkennen, was wirklich wichtig<br />

ist und kommen zurück zum Kern. Zu<br />

uns. Zum Menschen. Denn der Mensch ist<br />

ein Mensch, ist ein Mensch ist ein Mensch.<br />

Und was macht uns zum Menschen? Unser<br />

Körper, unsere Sinne, unsere Sinnlichkeit<br />

und die damit verbundene Freude und<br />

<strong>Leben</strong>digkeit. Der Körper macht uns Menschen<br />

zu Menschen, er ermöglicht uns, mit<br />

uns selbst und anderen in Kontakt zu sein.<br />

Du kannst dich weiterhin<br />

mit deiner Angst beschäftigen<br />

oder dich deiner Lust<br />

und Freude zuwenden.<br />

Und der Körper ist das, was bleibt, wenn<br />

alles im Außen wegfällt. Wenn du alleine<br />

zu Hause sitzt, bleibst du mit deinem<br />

Körper zurück. Und mit dir, dein größtes<br />

Lustzentrum. Freihaus. Immer dabei. Du<br />

kannst es weiter ignorieren oder dich ihm<br />

endlich zuwenden. Ob du einen Partner<br />

hast oder nicht. Du kannst dich weiterhin<br />

mit deiner Angst beschäftigen oder dich<br />

deiner Lust und Freude zuwenden. Sie<br />

ist dir angeboren und du hast sie immer<br />

dabei. Du trägst sie in dir. Manchmal tief<br />

vergraben, manchmal sehr offensichtlich.<br />

In einer Zeit in der Körperlichkeit im<br />

Außen plötzlich eine Gefahr ist und die<br />

Menschheit lähmt, hat sie die Chance sich<br />

innerlich selbst zu befreien. Menschen<br />

werden sich im Außen fern. Doch was passiert<br />

im Innen? Schwindet die Lust, nur<br />

weil wir uns nicht mehr berühren dürfen?<br />

Haben wir weniger Verlangen, nur weil<br />

wir weniger Menschen treffen? Sind wir<br />

keine sexuellen Wesen mehr, nur weil wir<br />

Abstand halten müssen? Oder spüren wir<br />

endlich, was uns wirklich fehlt?<br />

In meinem Umfeld erwachen viele Menschen,<br />

spüren ihr Verlangen. Sie beginnen<br />

offen darüber zu sprechen. Sie öffnen<br />

sich mehr und mehr. Sie teilen sich mit.<br />

Tauschen sich aus. Sie suchen alternative<br />

Wege, verbinden sich mit Menschen, die<br />

ihre Sehnsucht teilen. Mehr und mehr<br />

Menschen entdecken die Möglichkeit<br />

sich energetisch zu verbinden, anstatt nur<br />

körperlich. Dadurch erhält Verbindung<br />

eine neue Dimension. Cybersex wird gesellschaftsfähig<br />

und definiert safer sex<br />

neu. Junge Mädchen öffnen sich für die<br />

Normalität von weiblicher Masturbation,<br />

probieren sich selbst aus, anstatt sich zur<br />

Verfügung zu stellen. Sie sehen die Chance,<br />

endlich zu sich und ihren Körpern und<br />

ihrer Lust zu stehen, sie zu erforschen und<br />

zu genießen. Freudvoll. Schamlos. Befreit.<br />

Sich selbst entdecken. Die Zeit nutzen. Die<br />

Möglichkeiten nutzen, anstatt sich einzuschränken<br />

und sich weiter hinter Masken<br />

zu verstecken. Das Kontaktverbot ermöglicht<br />

die Befreiung der eigenen Lust und<br />

Sexualität in einer neuen Form und bringt<br />

sie auf eine höhere Stufe. Durch das Kontaktverbot<br />

hat der Mensch die Chance,<br />

seine körperlichen Bedürfnisse und seine<br />

Sinnlichkeit noch intensiver wahrzunehmen,<br />

zu entdecken und neu zu leben.<br />

Nutzt du schon die Zeit, um nach innen zu<br />

spüren und dich und die Unschuld deiner<br />

wahren Lust zu entdecken?<br />

Die Sonnenstrahlen werden stärker<br />

und wärmen meinen Oberarm. Mit der<br />

kleinen Pfeife in meinem Mund töne ich<br />

eine 528hz Frequenz. Dadurch lande ich<br />

mehr und mehr hier bei mir und verbinde<br />

mich mit meiner Liebesenergie. Ich stelle<br />

mir vor, wie ich durch meinen Atem ein<br />

Stück meiner Liebe in die Welt sende und<br />

dich und dich und dich, und vielleicht einen<br />

kleinen Teil deiner unschuldigen Lust<br />

streife und erreiche. Mein Stück Anomalie<br />

in der Pandemie. n<br />

Herzlichst,<br />

Jasmin Christina Bühler<br />

16 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

17


Drehmoment<br />

Der Klimawandel ist überall auf der Welt sichtbar. Umweltexperten warnen uns bereits seit Jahrzehnten vor dem großen<br />

Kollaps. Doch die Menschen sprechen zurzeit nur über die Corona-Pandemie. Wissenschaftler klären über das<br />

Virus auf und sprechen sich für Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen und Maskenpflicht aus. Die Welt vertraut ihnen<br />

und lässt sich sogar auf einen Lockdown und Ausgehverbote ein – alles extreme politische und wirtschaftliche Einschnitte,<br />

die man unserer Gesellschaft bislang in diesem Maße nicht zumuten konnte oder wollte … zumindest nicht<br />

für ökologische Ziele. Warum haben Virologen mehr Einfluss als Umweltexperten? Weil uns der Tod von morgen bedrohlicher<br />

als der Tod von übermorgen erscheint? Ausgerechnet der <strong>Rahlstedter</strong> Friedhof hat den Kampf gegen den<br />

CO2 Ausstoß noch nicht begraben – ein echtes Vorbild, das zum Nachahmen anregt. text: Virginie Siems Fotos: Jens Wehde<br />

Klimawandel<br />

Think global – act local!<br />

Das Ziel: Klimaneutral Wo ein Wille ist, ist ein Weg!<br />

Die Photovoltaikanlage ist ein Gewinn für<br />

den Umweltschutz.<br />

Rainos, der Gießroboter mit 200l Wassertank Matthias Habel zeigt die Tankanlage,<br />

wo Rainos automatisch auftankt.<br />

Blühende Beete: ein Paradies für Insekten<br />

Er verfolgt eine klare Mission: Sein Friedhof soll klimaneutral<br />

werden. Bis 2015 hat er das CO2 Aufkommen<br />

um 50 % reduziert. Bis <strong>2020</strong> wollte er die 100%<br />

erreichen. Er hat auf Ökostrom umgestellt, eine Fotovoltaikanlage<br />

auf dem Kapellendach installiert, die Kapelle<br />

gedämmt, neue Fenster eingesetzt und heizt mit Ökogas.<br />

Danach hat er sich seinen Fuhrpark vorgeknöpft und auf<br />

E-Fahrzeuge umgestellt. Bei 13 von 16 ist es ihm gelungen,<br />

doch der Bagger und zwei Aufsitzmäher trüben die CO2-<br />

Matthias Habel, 42 Jahre,<br />

verheiratet, zwei Kinder,<br />

Fahrradfahrer, ist<br />

Friedhofsleiter des <strong>Rahlstedter</strong><br />

Friedhofs und<br />

engagiert sich täglich für<br />

den Umweltschutz.<br />

Illustration: Shutterstock<br />

Der CO 2 -Ausstoß ist die Hauptursache<br />

für die globale Klimaerwärmung. Dadurch<br />

schmilzt das Eis an den Polen und die<br />

Meeresspiegel steigen. Auch Hamburg<br />

wird davon eines Tages betroffen sein.<br />

Was lehrt uns der Coronabedingte<br />

Umweltschutz?*<br />

Was wird in Sachen Klimawandel<br />

aktiv unternommen?*<br />

Bilanz. Für diese verbleibenden CO2 Emissionen gibt es<br />

zurzeit keine realistische Alternative, daher hat er sich entschlossen<br />

eine CO2-Kompensationsleistung zu bezahlen. Er<br />

unterstützt Projekte von atmosfair, die erneuerbare Energien<br />

in Entwicklungsländern ausbauen.<br />

Angespornt noch mehr CO2 zu vermeiden, setzt er auf Innovation<br />

statt auf weitere Kompensation. Er investiert daher<br />

in einen Prototypen zur Bewässerung der Gräber, den<br />

Gießroboter Rainos. Er arbeitet Hand in Hand mit dem Hersteller<br />

und teilt sein Knowhow. Anhand von zahlreichen<br />

Messpunkten kann sich Rainos bereits selbständig auf dem<br />

Friedhof orientieren und die Gräber auf beiden Seiten zeitgleich<br />

bewässern. Sobald der 200 Liter Tank leer ist, tankt<br />

er automatisch an der Wasserstelle wieder auf. Rainos arbeitet<br />

nur nachts, wenn keine Fußgänger unterwegs sind.<br />

Dank des unermüdlichen Einsatzes von Matthias Habel ist<br />

der <strong>Rahlstedter</strong> Friedhof fast klimaneutral. Er zeigt, dass<br />

wir nicht auf Gesetze warten müssen,<br />

sondern dass wir alle unseren<br />

Beitrag zum Klimaschutz in unseren<br />

Reihen bereits heute leisten können.<br />

n<br />

n Auch im Deutschlandurlaub<br />

war es heiß.<br />

n Die Luft zum Atmen war<br />

besser und klarer.<br />

n Das können wir uns wirtschaftlich<br />

nicht leisten.<br />

n Diskutieren<br />

n Demonstrieren<br />

n Greta Thunberg<br />

auf Instagram folgen<br />

n Umwelt-Katastrophen<br />

in den Medien verfolgen<br />

n Ängste schüren<br />

P.S. Übrigens, Erdbestattungen sind<br />

klimaneutral, Urnenbestattungen hingegen<br />

belasten die Umwelt. Bei der<br />

Verbrennung werden in etwa zwei<br />

SUV-Tankfüllungen verbraucht.<br />

*Gefühlte Wahrheiten der Redaktion<br />

www.<strong>Rahlstedter</strong>Friedhof.de<br />

Verkleinern Sie Ihren CO2 FuSSabdruck.<br />

Altbekannte ökologisch wertvolle Handlungsempfehlungen sind auch mit Maske und Abstand machbar.<br />

Plastikmüll und<br />

Elektroschrott<br />

vermeiden<br />

1 2 3 4 5<br />

Öffentliche<br />

Verkehrsmittel<br />

nutzen, Fahrrad<br />

fahren und zu<br />

Fuß gehen<br />

Flugreisen und<br />

Kreuzfahrten<br />

wegen hoher<br />

CO2 Bilanz<br />

vermeiden<br />

Fleischkonsum<br />

reduzieren, wegen<br />

hoher CO2 Emissionen<br />

bei Haltung<br />

und Verarbeitung<br />

Regionales Obst<br />

und Gemüse<br />

einkaufen, um<br />

Transportwege<br />

zu reduzieren


Anzeige<br />

<strong>Rahlstedter</strong><br />

Buchtipp<br />

Der Hamburger<br />

Hafen wimmelt<br />

Zwischen Hafenkante und<br />

Speicherstadt gibt es viel<br />

zu sehen, zu entdecken<br />

und zu bewundern.<br />

Björn von Schlippe,<br />

www.suttonverlag.de<br />

ISBN: 978-3-96303-168-7<br />

ZITAT<br />

„Lieber Gott, kannst du bitte<br />

<strong>2020</strong> löschen und neu<br />

installieren? Es hat einen Virus“<br />

Hamsterkäufe<br />

USA<br />

Italien<br />

Frankreich<br />

Holland<br />

Deutschland<br />

Medikamente und Waffen<br />

Zigaretten und Grappa<br />

Kondome und Rotwein<br />

Haschisch und Käse<br />

Klopapier und Mehl<br />

Sketching<br />

Stefan Zörnig zeichnet unser Rahlstedt, hier eine Jugendstilvilla aus dem Weddinger Weg.<br />

Juka Dojo<br />

Vor 35 Jahren prägte der<br />

Begriff Bodybuilding die<br />

Fitnessbranche. Man<br />

hat automatisch die muskelbepackten<br />

Bodybuilder vor<br />

Augen, wenn man an die Clubs<br />

der 80er Jahre denkt. So war<br />

es auch im juka dojo. Dies hat<br />

aber nichts mehr mit dem<br />

heutigen, markführenden Premiumclub<br />

zu tun: Heute geht<br />

es vielen Kunden darum, fit zu<br />

bleiben, das Immunsystem zu<br />

stärken oder Krankheiten wie<br />

Bluthochdruck oder Diabetes<br />

zu beheben. Besonders erfolgreich<br />

ist das Team des juka<br />

dojo, wenn es um Gewichtsreduktion<br />

oder Hilfe bei<br />

Rückenbeschwerden geht.<br />

Die Menschen heute sind<br />

bewusster geworden, sie wissen,<br />

wie wichtig gezieltes und<br />

angeleitetes Training ist.<br />

Die Mitgliederspanne beginnt<br />

mit den 5-jährigen (Karate)<br />

und geht bis hin zu 90-jährigen<br />

Mitgliedern, die in den zahlreichen<br />

Kursen und/oder an den<br />

Geräten aktiv sind. Besonders<br />

stolz ist das Team des juka dojo<br />

Fitness Clubs auf zahlreiche<br />

Gründungsmitglieder, die auch<br />

nach 35 Jahren regelmäßig<br />

zum Training kommen.<br />

Im Verhältnis zu anderen<br />

Clubs wird mit viel Personal<br />

Manfred Kartheuser<br />

und sein Partner<br />

Ralf Trierweiler<br />

gearbeitet: „Das juka dojo<br />

stand immer für herzliche und<br />

leidenschaftliche Mitarbeiter.<br />

Auch in der Zeit, in der in den<br />

sogenannten Fitness-Discountern<br />

immer mehr am Personal<br />

gespart wird, haben wir uns<br />

auf die Menschen spezialisiert,<br />

die die persönliche Atmosphäre<br />

wollen. Für diese Menschen<br />

haben wir Konzepte, sie zu motivieren<br />

und mit ihnen gemeinsam<br />

ihre Ziele zu erreichen,“ so<br />

Inhaber Ralf Trierweiler<br />

Vor über 50 Jahren gründete<br />

Manfred Kartheuser seine erste<br />

Kampfsportschule, daraus<br />

entstanden dann die juka dojo<br />

Fitness Clubs. Das Geheimnis<br />

des langjährigen Erfolges<br />

liegt im Prinzip, welches von<br />

Anfang an und bis heute lebt:<br />

Das juka dojo lebt von Erneuerungen.<br />

„Unsere Altmitglieder<br />

erinnern sich gut, an den<br />

Die ersten<br />

Fitnessgeräte<br />

verschiffte<br />

Manfred<br />

Kartheuser<br />

noch selbst<br />

aus den USA.<br />

1985<br />

sierten<br />

35-jähriges Jubiläum in Rahlstedt<br />

Der juka dojo Fitness Club ist seit 35 Jahren im<br />

Rahlstedt Center, eine lange Zeit, in der sich im<br />

Bereich des Fitnesstrainings viel verändert hat.<br />

einen oder anderen Umbau.<br />

Man muss immer mit der Zeit<br />

gehen. Auch heute haben wir<br />

die modernsten Trainingssysteme,<br />

die verfügbar sind. Dieses<br />

gepaart mit den qualifizierten<br />

und kompetenten Mitarbeitern<br />

bringt den Erfolg“, so Manfred<br />

Kartheuser<br />

Eigentlich wollte das Team des<br />

juka dojo mit seinen Mitgliedern,<br />

wie alle fünf Jahre, groß<br />

feiern, aber diese Feier muss<br />

aufgrund der besonderen Zeit<br />

verschoben werden. „Wir feiern<br />

dann eben unseren 36.“, so Ralf<br />

Trierweiler. „Allerdings haben<br />

wir natürlich für alle Interesein<br />

Jubiläumsangebot:<br />

Jetzt einsteigen und bis Weihnachten<br />

nur 50% zahlen. Wir freuen uns auf alle,<br />

die uns testen möchten. Rufen Sie uns an!<br />

Tel. 677 50 44<br />

<strong>2020</strong><br />

20 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

21


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Vom Entwurf zur Realität.<br />

Ein Neubau für die<br />

Standortentwicklung<br />

BRUNATA-METRONA<br />

Ein Zeichen für<br />

Arbeitsplatzsicherung<br />

und Nachhaltigkeit<br />

vor Ort.<br />

ir fragen Maximilian Müller-Hagen,<br />

W den geschäftsführenden Gesellschafter<br />

von BRUNATA-METRONA Hamburg,<br />

wie Nachhaltigkeit realisiert wird:<br />

Wie lange wird der Platz durch den Neubau<br />

für Ihre Mitarbeiter ausreichen?<br />

Mit dem Neubau schaffen wir einen wichtigen<br />

Beitrag zur nachhaltigen Arbeitsplatzsicherung<br />

bei BRUNATA-METRONA.<br />

Die durch den Neubau frei gewordenen<br />

Räumlichkeiten in den Bestandsgebäuden<br />

reichen für absehbare Zeit aus. Insbesondere<br />

durch eine flexible und moderne<br />

Arbeitsplatzgestaltung wird es keinen<br />

Engpass geben.<br />

Wie sind die Arbeitsplätze in den neuen<br />

Räumen ausgestattet?<br />

Unsere Büroräume verfügen über große<br />

Fenster, einen Sonnenschutz in Form<br />

elektrischer Jalousien und LED-Leuchten.<br />

Zudem sind alle Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren<br />

Schreibtischen und ergonomischen<br />

Bürostühlen ausgestattet.<br />

Wie organisieren Sie bei so vielen Mitarbeitern,<br />

dass ausreichend Parkflächen<br />

vorhanden sind?<br />

Aufgrund unseres stetigen Wachstums<br />

Maximilian<br />

Müller-Hagen<br />

und den damit einhergehenden Herausforderungen,<br />

wie etwa Parkplatzmangel, haben<br />

wir ein Mobilitätskonzept entwickelt:<br />

Es stehen sowohl einige PKW-Parkplätze<br />

auf unserem Gelände, als auch im Park &<br />

Ride Parkhaus zur Verfügung.<br />

Mitarbeitern/innen, die öffentliche Verkehrsmittel<br />

nutzen, bieten wir mit dem<br />

HVV-ProfiTicket eine bezuschusste und<br />

kostengünstige Möglichkeit zur Arbeit<br />

zu kommen. Daneben haben unsere Mitarbeiter/innen<br />

seit August <strong>2020</strong> die Möglichkeit<br />

ein neues Fahrrad oder E-Bike zu<br />

sehr günstigen Konditionen zu beziehen.<br />

BRUNATA-METRONA bezuschusst dieses<br />

Angebot monatlich und übernimmt zusätzlich<br />

die Kosten für Versicherung und eine<br />

jährliche Inspektion. Selbstverständlich<br />

können diese Fahrräder oder E-Bikes auch<br />

in der Freizeit genutzt werden. Diese Alternative<br />

zum Auto ist ein wertvoller Beitrag<br />

zum Umwelt- und Klimaschutz.<br />

Werden Sie auch zukünftig der Adresse<br />

am Doberaner Weg treu bleiben können<br />

oder erwägen Sie bei weiterem Wachstum<br />

an den Stadtrand zu expandieren?<br />

Wir sind in Rahlstedt fest verwurzelt und<br />

werden dem Doberaner Weg treu bleiben.<br />

Ein Ausweichen an den Stadtrand kommt<br />

für uns nicht in Frage. Wir möchten<br />

den Standort und den Ortskern stärken.<br />

Mit dem Neubau haben wir dies erneut<br />

bewiesen.<br />

Über welche nachhaltige Ausstattung<br />

verfügt der Neubau?<br />

Der Neubau wurde nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard<br />

55 gebaut. Außerdem<br />

erfolgt die Versorgung der Heizung über<br />

Holzpellets und eine Solaranlage gewinnt<br />

Strom. Ein weiteres Highlight stellt die<br />

Dachbegrünung dar, die eine zusätzliche<br />

Dämmwirkung erzielt und so den Energieverbrauch<br />

reduziert.<br />

Werden Sie den neu entwickelten Eingangsbereich<br />

an der Straße noch begrünen<br />

oder Bäume pflanzen?<br />

Ja, der Neubau soll sich harmonisch in<br />

das Stadtbild von Rahlstedt einfügen. In<br />

Zusammenarbeit mit einem Gartenlandschaftsarchitekten<br />

agieren wir auch hier<br />

mit Liebe zum Detail.<br />

Wie hoch ist der Anteil an Mitarbeitern,<br />

aus Rahlstedt? (Neu- und Alt-Rahlstedt sowie<br />

Meiendorf und Oldenfelde)<br />

Circa die Hälfte der Mitarbeiter/innen des<br />

Standortes Hamburg-Rahlstedt wohnen<br />

auch in Rahlstedt.<br />

Wie schaffen Sie es immer wieder als einer<br />

der beliebtesten Ausbildungsbetriebe<br />

Hamburgs ausgezeichnet zu werden?<br />

Wir haben die Qualität unserer Ausbildung<br />

in den letzten Jahren laufend verbessert.<br />

In allen Ausbildungsbereichen<br />

arbeiten wir mit festgelegten Ausbildungsverantwortlichen<br />

und -zielen sowie<br />

mit regelmäßigen Feedbackgesprächen.<br />

Besonders erwähnenswert ist, dass unsere<br />

Auszubildenden viele Freiheiten und<br />

Gestaltungsmöglichkeiten während der<br />

Ausbildung genießen. So haben unsere<br />

Auszubildenden in der Vergangenheit<br />

die BRUNATA-Metrona-Häuser in Köln<br />

und München besucht und unser letztes<br />

Betriebsfest mit ca. 350 Teilnehmern mit<br />

großem Erfolg eigenständig organisiert.<br />

Dass unsere Auszubildenden sich bei<br />

BRUNATA-METRONA wohl fühlen und<br />

die Ausbildung als qualitativ hochwertig<br />

bewerten, ist der Verdienst aller Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter unseres Hauses,<br />

worauf wir sehr stolz sind. n<br />

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DOREAFAMILIE Hamburg-Rahlstedt<br />

Therapie in der Kurzzeitpflege<br />

Was versteht man unter einer Kurzzeitpflege (KZP)? Wie das Wort schon sagt:<br />

„Pflege auf kurze Zeit.“ Im Laufe unseres <strong>Leben</strong>s können wir aufgrund von<br />

Unfällen, Stürzen oder Erkrankungen in ein Krankenhaus kommen. Besonders<br />

ältere Menschen benötigen hier oftmals eine längere Genesungszeit als Jüngere, wie es<br />

aus ärztlicher Sicht vorgesehen ist.<br />

Durch die KZP, auf die jeder Erkrankte Anspruch hat, kann es unter einer betreuten<br />

Umgebung gewährleistet werden. Sowohl im Ambulanten als auch im stationären<br />

Bereich. Ziel der KZP ist es, die vorhandenen Ressourcen unter therapeutischer und<br />

pflegerischer Sicht zu stärken und die Wiedereingliederung in die Häuslichkeit zu ermöglichen.<br />

Mit Übungen am Handlauf<br />

die Selbstständigkeit<br />

wiedergewinnen<br />

Im Fall von Fr. K. war dies möglich: Sie<br />

befand sich vor einiger Zeit in der DOREA<br />

FAMILIE Hamburg-Rahlstedt zur KZP und<br />

hatte ein großes Ziel:<br />

„Ich möchte wieder ganz<br />

schnell nach Hause!“<br />

Wie gehen wir aus Sicht der Therapeuten<br />

vor? Zunächst wird zusammen mit dem<br />

Bewohner der Ist-Zustand ermittelt. Auf dieser<br />

Grundlage arbeiten die hauseigenen Therapeuten<br />

zusammen mit den Externen Physio-<br />

und Ergotherapeuten.<br />

Gemeinsam werden die therapeutischen<br />

Ziele und Maßnahmen besprochen, um die<br />

therapeutischen Behandlungen so effektiv<br />

wie möglich gestalten zu können. Bei der Behandlungsgestaltung<br />

legen wir viel Wert auf<br />

Selbstständigkeit im Bereich der Mobilität<br />

und Stärkung der eigenen Sicherheit.<br />

Im Fall von Fr K. ist es uns in kurzer Zeit<br />

gelungen, ihr die Unsicherheiten im Alltag<br />

zu nehmen und ihre Selbstständigkeit durch<br />

wiederholte Übungen am Handlauf und Spaziergänge<br />

am Hilfsmittel, zu stärken. „Durch<br />

die umfassende therapeutische Behandlung<br />

und die Übungen, die mir mit auf dem Weg<br />

gegeben wurden, konnte ich meine Selbstständigkeit<br />

zurückerlangen und fühle mich<br />

sicher.“<br />

Somit wurde die Rückkehr in die Häuslichkeit<br />

mit gutem Gewissen gesichert und die<br />

Selbstständigkeit konnte gewährleistet werden.<br />

Sollten die vier Wochen der Kurzzeitpflege<br />

nicht für die vollständige Genesung<br />

ausreichen, ist es möglich, eine Verlängerung<br />

(Verhinderungspflege) zu beantragen. Diese<br />

kann bis zu weiteren vier Wochen erfolgen.<br />

Uns als Einrichtung der DOREAFAMILIE<br />

Hamburg-Rahlstedt liegt es am Herzen, jedem<br />

die Möglichkeit zu geben, sich zeitlich<br />

und individuell auf die Rückkehr in die Häuslichkeit<br />

vorzubereiten und die Selbstständigkeit<br />

zurück in den Mittelpunkt des <strong>Leben</strong>s zu<br />

stellen.<br />

www.seniorensitz-am-hegen.de<br />

22 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

23


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<strong>Rahlstedter</strong> Kosmos<br />

Kunst und Kochen<br />

Frau B. regt sich aB Ode an den Klettenstieg: Statt der üblichen, mahnenden Worte an die<br />

Politiker - sie hören ja sowieso nicht auf mich - preise ich diesmal eine Besonderheit<br />

Rahlstedts: Wäre Rahlstedt eine Galaxis, der Klettenstieg wäre das Wurmloch.<br />

Kaum gestartet an der Hauptschlagader ,<strong>Rahlstedter</strong> Straße', schon ist man im<br />

Idyll. Auch wenn die Wegesbreite nichts für Coronabesorgte ist (meine Begleitung<br />

hielt neulich die Luft an) und schon gar nicht für sich begegnende Besitzer von<br />

Terriern jedweder Größe und Farbe, so freut sich doch der angesäuselte Radfahrer,<br />

der nachts auf dem Heimweg sachte schlingert - weiß er doch, die weichen,<br />

hohen Hecken des Klettenstiegs würden ihn auffangen. Frau B. Name der Redaktion bekannt<br />

Olé Restaurant<br />

Endlich richtig gut essen in Rahlstedt!<br />

Nach einer aufwendigen Sanierung<br />

erscheint das Olé im neuen<br />

Glanz auf der Ecke Schweriner<br />

und Parchimer Straße. Das ehemalige<br />

Café besticht heute durch<br />

sein exquisites Restaurant mit<br />

edlem Ambiente und hervorragender<br />

Küche. Es ist eine wahre<br />

Freude, dass Rahlstedt jetzt eine<br />

top Adresse für Premium Steaks<br />

hat. Das Olé wird exklusiv von<br />

Vita Beef, einem traditionellen,<br />

hanseatischen Familienbetrieb<br />

in siebter Generation, mit erstklassigem<br />

Fleisch beliefert. Auch<br />

alle weiteren Waren kommen<br />

aus der Umgebung, wie z.B. das<br />

prämierte Elvis Eis aus Bargteheide,<br />

das 2015 den Europapreis<br />

gewonnen hat. Ihre ehrliche<br />

Verbundenheit mit der Region<br />

zeigen die Unternehmer auch im<br />

Entrée mit in Holz eingefassten<br />

schwarz-weiß Bildern vom historischen<br />

Rahlstedt.<br />

Der Einladung der neuen Ter-<br />

rasse kann inzwischen kaum<br />

einer mehr wiederstehen: Unter<br />

der großräumigen Markise mit<br />

ihren Heizstrahlern lässt es<br />

sich bei Sonne oder Hamburger<br />

Schmuddelwetter gut aushalten.<br />

Die meisten <strong>Rahlstedter</strong> genießen<br />

hier die gute Stimmung<br />

und das Treffen von bekannten<br />

Gesichtern. Bei einem Gläschen<br />

Bier oder Wein dazu Tapas oder<br />

Steaks kann man hier das rege<br />

Treiben genießen. Dank der moderaten<br />

Preise und der freundlichen<br />

Bedienung kommen<br />

auch gerne Familien mit ihren<br />

Kindern zum Essen. Der Mittagstisch<br />

ist preislich besonders attraktiv,<br />

zumal zu allen Gerichten<br />

immer eine kleine Vorspeise und<br />

ein Nachtisch serviert werden.<br />

Die Abendkarte bietet eine breite<br />

Auswahl an saftigen Steaks und<br />

Burgern sowie eine Vielzahl an<br />

leckeren Kleinigkeiten wie Bruschetta,<br />

Nachos und Tapas.<br />

Steaks, Kathi Burger xxxxxxx oder doch Tapas?<br />

dfäskd+fgporin Wer die Wahl Q8 hat, hat die Qual.<br />

Guten Am Groering Appetit! 49<br />

Das neue Konzept wird durch<br />

einen Seminar- bzw. Veranstaltungsraum<br />

sowie ein stilvolles<br />

Hotel abgerundet.<br />

www.ole-hamburg.de<br />

Die Restaurant-Öffnungszeiten<br />

Dienstag<br />

Mittwoch<br />

Donnerstag<br />

Freitag<br />

Samstag<br />

Sonntag<br />

Montag<br />

12-15 und 17:30-22 Uhr<br />

12-15 und 17:30-22 Uhr<br />

12-15 und 17:30-22 Uhr<br />

12-15 und 17:30-23 Uhr<br />

12-15 und 17:30-23 Uhr<br />

12-22 Uhr<br />

Ruhetag<br />

12/<strong>2020</strong><br />

Bäderland Pressesprecher Michael Dietel zeigt sich zuversichtlich: Das neue Außenbecken hinter dem<br />

Hallenbad soll Anfang Dezember <strong>2020</strong> eröffnet werden. Das 25 Meter Becken erstreckt sich in der Breite<br />

über fünf Bahnen und wird ganzjährig auf 28° beheizt. Die große Liegewiese wird im Frühjahr fertiggestellt.<br />

Uwe Wulff, Geschäftsführer<br />

Schöner wohnen<br />

mit neuen<br />

Böden und Türen<br />

Hereinspaziert!<br />

Zeit für<br />

den Innenausbau<br />

Bei uns finden Sie<br />

Ihre Lieblingstüren und<br />

den passenden Boden!<br />

Helmar Schröder,<br />

Fachverkäufer<br />

für Türen<br />

in nur 10 Minuten<br />

von Rahlstedt zu<br />

HolzLand H. Wulf<br />

☞<br />

Spüren Sie den Unterschied<br />

der verschiedenen Fußböden<br />

HolzLand H. Wulf in Ahrensburg<br />

Bei HolzLand H. Wulf in Ahrensburg gibt es<br />

pures Holz aber auch eine große Fußboden-<br />

Ausstellung im Tiefgeschoss und eine Türenausstellung<br />

auf 300 Quadratmetern im ersten<br />

Stock – Böden und Türen zum Anfassen und Ausprobieren.<br />

In der Bodenausstellung gibt es eine umfangreiche<br />

Auswahl an Parkett, Massivholzdielen, Laminat<br />

und Kork bis hin zu trendigem Vinyl. Die Ent-<br />

Axel Golde,<br />

Fachverkäufer<br />

für Böden<br />

scheidung ist nicht einfach, denn der Bodenbelag<br />

beeinflusst den Stil eines Raumes. Axel Golde ist<br />

bei HolzLand H. Wulf der Experte für die verschiedenen<br />

Bodenbeläge und berät, mit welchen<br />

Böden man das gewünschte Ambiente schaffen<br />

kann – ganz gleich welchen Einrichtungsstil<br />

der Kunde hat, er findet für jeden individuellen<br />

Wohlfühlwunsch eine passende Lösung.<br />

Helmar Schröder ist in der Türenausstellung der<br />

Mann vom Fach. Auch er berät jeden Kunden<br />

individuell, denn Türen haben in der heutigen<br />

Zeit mehr Aufgaben als nur Räume zu trennen.<br />

Auch sie sind wie der Boden ein wichtiges Stilelement<br />

der Einrichtung und wollen daher gut<br />

ausgesucht werden. Die Auswahl ist riesig, sei es<br />

für die Renovierung, den modernen Neubau oder<br />

die klassische Villa – selbst für jede Raumhöhe<br />

gibt es passende Türen von 1,98 m bis 2,50 m.<br />

Auch die Auswahl an Glastüren, die Räume verbinden<br />

und das Tageslicht in alle Winkel dringen<br />

lassen, ist groß. Für jede Stilrichtung finden sich<br />

unterschiedliche Elemente in jeder Qualität und<br />

Preisklasse.<br />

Der Weg lohnt sich. Sie werden begeistert von<br />

der Auswahl und beeindruckt von der Beratung<br />

sein. Schauen Sie vorbei!<br />

Wer Holz von seiner schönsten Seite erleben<br />

möchte, wird bei HolzLand H. Wulf in<br />

Ahrensburg auf über 12.000 m 2 seine helle<br />

Freude haben.<br />

HolzLand H. Wulf n www.holzlandwulf.de<br />

Bahnhofstraße 19, 22926 Ahrensburg, Tel. 04102/45550<br />

24 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

25


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<strong>Rahlstedter</strong> Kosmos<br />

Kunst und Kochen<br />

Folge 2 - Regina Lieske<br />

Gebackenes Hühnchen<br />

mit Ingwer & Ofengemüse<br />

Rezepte<br />

aus dem<br />

Kochbuch<br />

Ma(h)lzeit<br />

Makler Lambert<br />

Wir lieben Rahlstedt<br />

Interview mit Dipl.-Immobilienwirtin Carola Lambert<br />

Kunst & Kochen<br />

ZUtaten für 4 Personen<br />

n 2 – 4 Hühnerbrustfilets<br />

(aus biologischer Haltung)<br />

n 1 Stange Ingwer (ca. 30 g)<br />

n 2 – 4 EL flüssige Butter,<br />

n Salz, Pfeffer, Rosmarin<br />

n 500 g Kartoffeln,<br />

n Rapsöl<br />

n 4 (rote) Zwiebeln<br />

n 1 Bund Lauchzwiebeln<br />

n 250 g Kirschtomaten<br />

n 100 g getrocknete Datteln<br />

n 1 Zucchini, 250 g<br />

n ca. 200 ml Pflaumenwein (nach Belieben)<br />

n 2 EL flüssiger Honig<br />

n 3 EL Sojasoße<br />

Anzeige<br />

n Ingwer schälen, fein reiben und mit<br />

der flüssigen Butter verrühren. Hühnerbrustfilets<br />

waschen und trockentupfen,<br />

mehrmals längs einschneiden und die<br />

Ingwer-Butter-Mischung in und über das<br />

Hühnerbrustfilet verteilen. Mit Salz und<br />

Pfeffer würzen.<br />

n Hühnerbrustfilet mittig auf ein tiefes<br />

Backblech legen. Kartoffeln schälen, waschen,<br />

in Spalten schneiden und mit Rosmarin<br />

würzen und mit Rapsöl mischen.<br />

Ebenfalls auf dem Backblech verteilen.<br />

n Zwiebeln schälen und vierteln. Datteln<br />

ebenfalls vierteln. Kirschtomaten, Lauchzwiebeln<br />

und Zucchini waschen. Kirsch-<br />

Impressum<br />

Herausgeber (v.i.S.d.P.)<br />

Virginie Siems<br />

Eutiner Str. 2<br />

22143 Hamburg<br />

Tel. 88 17 06 55<br />

Fotos: Jens Wehde<br />

www.wehde.de<br />

Titelfoto: Jens Wehde<br />

Art Direction: Mone Beeck<br />

Freie Autoren: Frau B.,<br />

Jasmin Bühler, Dr. Matthias<br />

Marks, Alexander Posch,<br />

Jessica Rother<br />

n v.siems@rahlstedter-leben.de<br />

tomaten und Lauchzwiebeln nicht weiter<br />

klein schneiden. Zucchini in Streifen<br />

schneiden.<br />

n Alles ebenfalls auf dem Backblech<br />

verteilen (nach Belieben das Gemüse ein<br />

wenig mit Salz und Pfeffer würzen) und<br />

im vorgeheizten Ofen (E-Herd 160°C) für<br />

ca. 30 Minuten (mittlere Schiene) backen.<br />

n Danach den Pflaumenwein über das<br />

Fleisch gießen und weitere 20 Minuten<br />

backen. Eventuell überschüssige Flüssigkeit<br />

abgießen und den Honig-Soja-Mix<br />

über das Fleisch verteilen und nochmals<br />

ca. 10 bis 15 Minuten überbacken.<br />

Da ich nach „Gefühl“ koche, dienen die Mengenangaben<br />

und die Backzeit nur der Orientierung!<br />

Druck: GK Druck, Gerth und<br />

Klaas GmbH & Co.KG,<br />

Auflage: 25.000<br />

Verbreitungsgebiet: Privathaushalte<br />

in Rahlstedt. Veranstaltungstermine<br />

werden<br />

kostenlos abgedruckt, aber<br />

ohne Gewähr für die Richtigkeit<br />

und Vollständigkeit. Orte,<br />

Zeiten und Preise können<br />

sich ändern. Das gesamte<br />

Magazin, alle enthaltenen Beiträge<br />

und Abbildungen sind<br />

urheberrechtlich geschützt.<br />

Jeglicher Nachdruck, auch<br />

auszugsweise, ist nur mit<br />

schriftlicher Genehmigung<br />

der Herausgeberin und mit<br />

Quellenangabe gestattet.<br />

Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte und Fotos kann<br />

keine Haftung übernommen<br />

werden. Eine Veröffentlichungsgarantie<br />

kann nicht<br />

gegeben werden.<br />

Die nächste Ausgabe<br />

erscheint im<br />

November <strong>2020</strong><br />

n www.rahlstedter-leben.de<br />

<strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong>: Guten Tag Frau Lambert, heute schon ein<br />

Haus verkauft?<br />

Carola Lambert (lacht): Nein, aber vorgestern. Eine Jugendstilvilla<br />

in Alt Rahlstedt.<br />

Sie haben in Ihrem Schaufenster zwei weitere Jugendstilvillen<br />

zum Verkauf. Haben Sie sich auf hochpreisige Immobilien spezialisiert?<br />

Nein, wir verkaufen alle Arten von Immobilien, von der kleinen<br />

Eigentumswohnung bis zum großen Anlageobjekt. Wir haben<br />

eine große Käuferkartei speziell für Rahlstedt. So könnten wir<br />

zum Beispiel eine Jugendstilvilla in Rahlstedt ohne Veröffentlichung<br />

vermarkten, weil wir so viele Kaufinteressenten in unserer<br />

Datei haben. Wir empfehlen dennoch, jede Immobilie auf dem<br />

Markt zu präsentieren. Wir beschäftigen einen professionellen<br />

Architektur-Fotografen und platzieren unsere Anzeigen auf der<br />

ersten Seite aller gängigen Immobilienportale. Dadurch bekommen<br />

wir eine immense Nachfrage. Eine Immobilie verkauft sich<br />

ganz anders, wenn ich weiß, dass jeden Tag weitere Anfragen<br />

kommen und die Interessenten regelrecht darauf warten, das<br />

Haus zu besichtigen. Wir erzielen dadurch Preise, die selbst die<br />

Vorstellungen der Verkäufer noch übertreffen.<br />

Das heißt, die Kunden überbieten sich?<br />

Nein, das passiert äußerst selten. Ich mag das auch nicht. Es zeigt<br />

letztlich nur, dass der aufgerufene Preis zu niedrig war. Die Kunst<br />

der Makelei ist es ja gerade, den höchstmöglichen Preis vorab<br />

einzuschätzen und diesen dann auch zu erzielen. Das gelingt uns<br />

dank unserer Erfahrung und unserer Ortskenntnis sehr gut.<br />

Können Kunden die Preise über Bewertungssysteme nicht<br />

selbst ermitteln?<br />

Theoretisch ja. Es gibt diverse frei zugängliche Bewertungssysteme.<br />

Die Zahlen auf dem Papier können unsere Erfahrung aber<br />

nicht ersetzen. Durch unsere Ortskenntnis und unser Fachwissen<br />

können wir die Nachfrage wesentlich individueller einschätzen.<br />

Unser Familienunternehmen sitzt seit 35 Jahren in Rahlstedt.<br />

Ich bin selbst hier aufgewachsen und zur Schule gegangen und<br />

arbeite jeden Tag hier. Wir können mit Fug und Recht behaupten,<br />

diesen Stadtteil und seinen Immobilienmarkt wirklich gut<br />

zu kennen. So kommen wir oft auf wesentlich höhere Kaufpreise,<br />

als ein rein datenbasiertes Bewertungssystem.<br />

Das Familienunternehmen Makler Lambert ist seit 35 Jahren<br />

in Rahlstedt zu Hause. Sie selbst arbeiten seit 20 Jahren in der<br />

Branche. Was zeichnet Ihre Firma aus?<br />

Schon mein Vater hat sich 1985 bei der Firmengründung auf den<br />

Stadtteil Rahlstedt spezialisiert, daher auch unser Slogan „Makler<br />

Lambert- Ihr Partner in Rahlstedt“. Inzwischen gibt es einige<br />

Makler hier im Stadtteil, aber ich kenne keinen, der sich seit so<br />

vielen Jahren auf den lokalen Markt konzentriert, wie wir. Zudem<br />

bin ich Diplom-Immobilienwirtin und habe Erfahrung in der<br />

Wohnungseigentumsverwaltung. Das ist ein großes Plus, wenn es<br />

um den Verkauf von Eigentumswohnungen geht. Ich betreue die<br />

Verkäufer persönlich. Sie bekommen meine Handynummer und<br />

erreichen mich auch abends und am Wochenende. Ich pflege einen<br />

ehrlichen und offenen Austausch mit meinen Auftraggebern,<br />

das ist ganz wichtig. Außerdem können uns die Kunden jederzeit<br />

in unserem Ladenbüro in der Fußgängerzone besuchen. Und die<br />

Exposés im Schaufenster werden von wahnsinnig vielen Menschen<br />

gesehen. Der Wochenmarkt mittwochs und samstags findet<br />

ja wirklich direkt vor unserer Tür statt. Das ist für mich und<br />

mein Team auch immer eine gute Gelegenheit, mit den <strong>Rahlstedter</strong>n<br />

ins Gespräch zu kommen und Neuigkeiten zu erfahren, die<br />

die Menschen hier im Stadtteil bewegen.. 2<br />

www.makler-lambert.de<br />

26 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

27


Zwiegespräch mit einem Pastor<br />

Matthias Marks: Corona hat ja viele existenzielle<br />

Fragen aufgeworfen. Interessant<br />

finde ich, dass dazu auch diese Frage gehört,<br />

und zwar nicht nur in frommen Kreisen.<br />

Auch Menschen, die von sich selber<br />

sagen, dass sie mit Kirche und Religion<br />

nicht viel am Hut haben, machen sich<br />

Gedanken darüber. Das zeigt: Religion –<br />

oder wie auch immer wir den Bezug zum<br />

Göttlichen nennen wollen – ist keine Sonderwelt,<br />

die man hat oder nicht hat. Wenn<br />

es im <strong>Leben</strong> um die Wurst geht, kommen<br />

unsere elementarsten Anliegen zum Vorschein<br />

und wir fragen nach einer höheren<br />

Macht: „Ist da jemand, der es gut mit mir<br />

meint? Der uns in dieser Krise beschützt?<br />

Der Corona die Stirn bieten kann?“ Aber<br />

dieses Ausgreifen über uns selbst hinaus<br />

kann auch noch andere Gründe haben.<br />

Wir Menschen tun uns leichter, mit einer<br />

solchen Krise klarzukommen, wenn es<br />

einen Schuldigen gibt, der dafür bestraft<br />

werden kann. Corona ist unsichtbar. Wem<br />

soll die Strafe gelten? Und dann kommen<br />

archaische Bewältigungsmuster ins Spiel:<br />

Gott als Richter schickt Corona, um die<br />

Anzeige<br />

Ist Corona<br />

eine Strafe Gottes?<br />

Fragen: Virginie Siems Antworten: Matthias Marks<br />

Bosheit der Menschen abzustrafen. Eine<br />

gereifte Religiosität sieht anders aus.<br />

Virginie Siems: Naturereignisse als Strafe<br />

Gottes zu verstehen – dafür liefert die<br />

Bibel ja schon grauenvolle Beispiele.<br />

M.M.: Vielleicht denken Sie an die Sintflutgeschichte<br />

(1. Mose 7). Sie wird so erzählt,<br />

dass Gott die Bosheiten, die die Menschen<br />

auf der Erde anrichten, nicht länger<br />

ertragen will. Er bereut sogar, dass er die<br />

Menschen überhaupt geschaffen hat. Und<br />

weil er keine Chance sieht, dass sie sich<br />

bessern, macht er Tabula Rasa. Nur Noah<br />

mit seiner Familie bleibt bewahrt und mit<br />

ihm auf seiner Arche jeweils ein Paar von<br />

allen Tieren. So ist wenigstens die Möglichkeit<br />

gegeben, dass das <strong>Leben</strong> neu weitergehen<br />

kann.<br />

Aus dem Konfirmandenunterricht weiß<br />

ich noch, dass in der Bibel von Plagen die<br />

Rede ist.<br />

Wow, gut aufgepasst! Ja, diese Geschichte<br />

(2. Mose 7-11) ist ein Beispiel dafür, wie lebensbedrohliche<br />

Naturereignisse als Got-<br />

Fragen<br />

an Matthias<br />

Marks<br />

Pastor seit 2019<br />

in der<br />

Ev. Kirchengemeinde<br />

Alt-Rahlstedt<br />

tes Machtwerkzeuge verstanden werden.<br />

Gott hatte Mose berufen, das Volk Israel<br />

aus der ägyptischen Sklaverei in die Freiheit<br />

zu führen. Der Pharao weigerte sich,<br />

Gottes Plan zu unterstützen. Dann kam<br />

die erste Plage: Alle Gewässer wurden zu<br />

Blut, die Trinkwasserversorgung brach<br />

zusammen. Aber der Pharao „nahm's<br />

nicht zu Herzen“. Auch nicht, als die Daumenschraube<br />

mit weiteren Plagen immer<br />

weiter angezogen wurde: Frösche, Stechmücken,<br />

Stechfliegen, Viehpest, Blattern,<br />

Hagel, Heuschrecken, Finsternis. Erst zum<br />

Schluss, als es dem Pharao persönlich ans<br />

Leder ging und sein Sohn, der Thronnachfolger,<br />

starb, knickte er ein. Die 10 Plagen<br />

werden also nicht im Sinne einer Strafe,<br />

sondern eher als Druckmittel von oben<br />

verstanden.<br />

Wenn heute Menschen fragen, ob Corona<br />

eine Strafe Gottes ist, dann meinen sie<br />

das vielleicht auch so: ob Gott uns etwas<br />

damit sagen will; ob er uns damit ein<br />

Zeichen geben will, dass in der Welt etwas<br />

schief läuft; ob Corona uns wachrütteln<br />

soll, damit wir einsehen, was nicht<br />

stimmt?<br />

Dann wäre Corona aber kein Justizakt<br />

eines strafenden Gottes, sondern der Rettungsversuch<br />

eines liebenden Gottes. So<br />

gesehen macht es Sinn zu schauen, was<br />

Corona auch an Gutem gebracht hat. „Entschleunigung“<br />

ist so ein Stichwort. Wenn<br />

man bedenkt, wie rasant und hektisch das<br />

normale <strong>Leben</strong> für viele geworden war,<br />

wirkt Corona vielleicht heilsam. Kennen<br />

Sie die Geschichte: Eine Reisegruppe will<br />

den Dschungel erkunden. Ihr Gepäck wird<br />

von Ureinwohnern getragen. Am ersten<br />

Tag geht es zügig voran. Aber schon am<br />

zweiten Tag bleiben die Ureinwohner<br />

immer weiter hinter der Gruppe zurück.<br />

Schließlich bleiben sie sitzen. Auf die Frage,<br />

ob das ein Streik sei, ob sie vielleicht<br />

mehr Geld wollen, lautet die Antwort: Uns<br />

ist die Seele abhandengekommen und nun<br />

müssen wir warten, bis sie uns wieder eingeholt<br />

hat.<br />

Corona – die nötige Handbremse, damit<br />

wir Menschen mal wieder mehr zu uns<br />

selbst kommen?<br />

„Die Entdeckung der Langsamkeit“ heißt<br />

ein Roman von Sten Nadolny aus den<br />

80ern. Den könnte man mal wieder lesen.<br />

Natürlich ist eine selbst gewählte<br />

Entschleunigung, wie z.B. Urlaub, etwas<br />

anderes als eine erzwungene. Viele sind<br />

durch Corona in ein Loch gefallen, wissen<br />

mit der vielen freien Zeit nichts anzufangen,<br />

leiden unter Beziehungskonflikten<br />

oder Einsamkeit. Aber das zeigt eigentlich,<br />

dass da im Grunde etwas nicht stimmt,<br />

was durch Corona auf den Tisch gekommen<br />

ist. Das ungeheure Tempo kann das<br />

<strong>Leben</strong> im Großen und im Kleinen aus dem<br />

Gleichgewicht bringen, wir verlieren die<br />

Aufmerksamkeit für uns selbst und füreinander<br />

und das muss irgendwann zum<br />

Kollaps führen (vgl. Hartmut Rosa, Beschleunigung<br />

und Entfremdung, 2013). Insofern<br />

kann man nur hoffen, dass die Corona-Handbremse<br />

heilsam wirkt. Und wer<br />

das dann mit Gott in Verbindung bringen<br />

möchte, in dem Sinne, dass die abhandengekommene<br />

Seele die Chance bekommt,<br />

uns wieder einzuholen – warum nicht?<br />

Aus verschiedenen Ecken hört man ja die<br />

Worte, dass die Zeit nach Corona eine andere<br />

sein wird als vor Corona.<br />

Corona ist ein Einschnitt. Die ganze Welt<br />

ist betroffen und dank der Medien weiß<br />

auch die ganze Welt, dass wir damit alle<br />

in einem Boot sitzen. Aber das heißt nicht,<br />

dass darauf nur Gleichgesinnte versammelt<br />

sind. Was löst Corona in uns aus?<br />

Einerseits hat die Krise zu mehr Solidarität<br />

geführt. Es ist doch genial, wie Wissenschaftler<br />

weltweit zusammenarbeiten,<br />

um einen Impfstoff zu entwickeln, wie<br />

viel Hilfsbereitschaft überall sichtbar<br />

wird, auch in unserer Gemeinde, wie viel<br />

Die Krise bringt ans Licht,<br />

was für Menschen wir sind.<br />

Gutes in dieser Zeit überall entstanden ist.<br />

Großartig! Aber es gibt leider auch andere<br />

Beispiele, die zeigen, dass Corona zu mehr<br />

Egoismus und Abschottung führt. Die Krise<br />

bringt ans Licht, was für Menschen wir<br />

sind: ob unterm Strich in unserem <strong>Leben</strong><br />

die Liebe oder die Angst das Sagen hat.<br />

Ich bin sehr gewiss, dass Gott mit uns das<br />

erste will.<br />

Wie haben Sie die Corona-Krise bisher<br />

erlebt – persönlich und als Pastor in der<br />

Gemeinde?<br />

Im persönlichen <strong>Leben</strong> hat sich dadurch<br />

nicht viel verändert. Wir – meine Frau und<br />

ich – haben uns an die Hygiene-Regeln gehalten.<br />

Corona hat, Gott sei´s gedankt – einen<br />

Bogen um uns, unsere Familien und<br />

Freunde herum gemacht. Umso mehr waren<br />

wir in unseren Gedanken und Gebeten<br />

bei den Betroffenen. Die Freiräume im<br />

beruflichen Bereich konnten wir sinnvoll<br />

nutzen. In der Kirchengemeinde mussten<br />

wir natürlich vieles bedenken und den<br />

Corona-Bedingungen anpassen. Wie überall,<br />

durften die Gruppen und Kreise sich<br />

nicht treffen. Aber dass wir Pastor/innen<br />

deshalb nichts zu tun gehabt hätten, kann<br />

man nicht gerade sagen. Wir haben uns<br />

erfinderisch gezeigt, haben auf andere<br />

Weise Kontakt zu den Menschen gehalten<br />

und dabei viele kreative Dinge und neue<br />

Ideen verwirklicht. Ganz wichtig war uns,<br />

weiter regelmäßig Gottesdienste zu feiern.<br />

Weil das gemeinsam in der Kirche nicht<br />

möglich war, haben wir für jeden Sonntag<br />

und alle Festtage in der Passions- und<br />

Osterzeit Gottesdienste aufgezeichnet und<br />

über youtube gesendet. Dieses Angebot<br />

wurde von sehr vielen Menschen, auch<br />

von denen, die sonst kaum in der Kirche<br />

sind, dankbar angenommen, sogar auf<br />

Mallorca wurden unsere Gottesdienste regelmäßig<br />

angeschaut. Corona hat frischen<br />

Wind in die Gemeinde gebracht. Und das<br />

kann nun wirklich keine Strafe sein, sondern<br />

vielleicht sogar der Pfingstgeist. n<br />

www.kirche-alt-rahlstedt.de<br />

Kirche in Rahlstedt trotz Corona<br />

Seit Pfingsten feiern wir an jedem Sonn- und Feiertag wieder Präsenzgottesdienste.<br />

Damit möglichst viele Menschen daran teilnehmen können, finden bis auf weiteres<br />

alle Gottesdienste in unserer größten Kirche, der Martinskirche statt. Herzliche<br />

Einladung!<br />

Besonders laden wir zum Open-Air-Gottesdienst am Erntedankfest ein. Am<br />

27. <strong>September</strong> um 11 Uhr auf einem Bauernhof. Ein festlicher Gottesdienst unter<br />

Mitwirkung vieler Ehrenamtlicher, Landwirte aus der Gemeinde, musikalischen<br />

Akteuren und Ihrer Pastorinnen und Pastoren. „Kommet zuhauf …!“<br />

Thema der Kolumne mit Pastor Marks in der nächsten Ausgabe:<br />

Spiritualität, Mystik und die Zukunft der Kirchengemeinde.<br />

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28 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

29


<strong>Leben</strong>swerk<br />

Günter Rusch<br />

feiert sein<br />

35-jähriges<br />

Jubiläum<br />

www.ruschantik.de<br />

Einer der nicht sein<br />

<strong>Leben</strong> träumt, sondern<br />

seinen Traum lebt.<br />

Text: Virginie Siems Fotos: Jens Wehde<br />

Günter Rusch hatte sich in jungen<br />

Jahren für den vernünftigen und<br />

sicheren Weg entschieden: Er arbeitete<br />

als Betriebswirt bei Otto. In seinem<br />

Privatleben schien auch alles glatt zu laufen:<br />

eine Frau und schließlich ein Sohn.<br />

Doch irgendwie war es nicht das <strong>Leben</strong>,<br />

das er führen wollte und er brach aus.<br />

Er heiratete seine neue Liebe und bekam<br />

eine Tochter und einen zweiten Sohn. Sie<br />

wohnten in Eppendorf und waren zu der<br />

Zeit gut mit einem Flohmarktbetreiber<br />

befreundet. Günter Rusch staunte nicht<br />

Antiquitätenbusiness im neuen<br />

Zeitalter: Mindestens 3.000<br />

Objekte sollen online stehen<br />

schlecht, als dieser einen Sekretär für 600<br />

DM kaufte und ihn schließlich für 1.500<br />

DM wieder verkaufte. Den Transport erledigten<br />

sie zusammen, etwas abenteuerlich,<br />

mit einem hellblauen Kadett. Diesen Deal<br />

feierten sie ausgiebig an der Ostsee. Damit<br />

war der Startschuss gefallen. Ab diesem<br />

Augenblick interessierte auch er sich für<br />

Antiquitäten bzw. für dieses lukrative Ge-<br />

nEin Ritter blickt aus dem<br />

Eckgebäude auf die Kreuzung<br />

Amtsstraße/<strong>Rahlstedter</strong> Straße –<br />

ein Laden, der zum Stöbern<br />

und Träumen einlädt.<br />

schäftsmodell. Nach dem Sekretär kamen<br />

noch viele einzelne Objekte hinzu bis er<br />

1979 ein Gewerbe anmeldete, allerdings<br />

noch ohne Ladengeschäft. Sein Haupteinkommen<br />

bezog er weiterhin von Otto.<br />

Seine Frau verstand seine Lust, Dinge<br />

anzupacken und voranzutreiben und unterstützte<br />

ihn 1985 schließlich bei seiner<br />

Idee, das alte Amtsgebäude in der Amtsstraße<br />

zu erwerben und zu sanieren – ein<br />

Mammutprojekt wie sich herausstellen<br />

sollte. Das Ziel war, einen Antiquitätenladen<br />

im Erdgeschoss zu betreiben, darüber<br />

zu wohnen und von den Mieteinnahmen<br />

aus den anderen Wohnungen die laufenden<br />

Kosten zu finanzieren. Die Rechnung<br />

ging fast auf. Günter Rusch hat Tag und<br />

Nacht an sieben Tagen die Woche gearbeitet<br />

– montags bis freitags bei Otto und<br />

die übrige Zeit auf der Baustelle. Endlich<br />

war die eigene Wohnung bezugsfertig<br />

und auch der Laden konnte eröffnen, d.h.<br />

neben der Familie, der Baustelle und seinem<br />

Job bei Otto hatte er nun auch noch<br />

ein Antiquitätengeschäft, in dem er sich<br />

Freitagnachmittag sowie Samstag und<br />

Sonntag verwirklichte. Indessen geriet<br />

die Sanierung der anderen Wohnungen<br />

ins Stocken, denn dafür fehlten ihm nun<br />

die Kraft, die Zeit und das Geld. Die Überlastung<br />

und Erschöpfung gipfelten 1988<br />

in einer schweren Lungenentzündung als<br />

Symptom eines Burn Outs. Er stieg daraufhin<br />

bei Otto aus und konzentrierte sich<br />

fortan nur noch auf sein altes Amtshaus.<br />

Mit frischem Schwung führte er seinen<br />

Antiquitätenladen, der inzwischen über<br />

zwei Etagen ging, mit angeschlossener<br />

Werkstatt und Lagerräumen, zum Erfolg.<br />

1989 wurde das Haus gegenüber, wo sich<br />

der heutige Antiquitätenladen befindet,<br />

zwangsversteigert und er sah darin die<br />

Chance seine Lagerflächen zu erweitern.<br />

Nun besaß er also zwei Sanierungsobjekte<br />

… doch das Geschäft boomte und er schaffte<br />

es, beide Gebäude fertigzustellen. Mitte<br />

der 90er Jahre hatte er schließlich 22 Festangestellte<br />

und sechs Lehrlinge - darunter<br />

einen Werkstattbetrieb in Polen.<br />

Mit dem Internetzeitalter gingen die<br />

Geschäfte allerdings zurück und er entschied<br />

sich die Ladenflächen und alle<br />

Wohnungen im Amtshaus zu vermieten,<br />

als sichere Einnahmequelle. Er wohnt inzwischen<br />

in einer Altbauvilla in Altrahlstedt<br />

und betreibt seinen Laden seitdem<br />

auf der kleineren Fläche, Frau Leverenz<br />

und Herr Bornemann halten ihm im Geschäft<br />

die Treue und auch sein polnischer<br />

Weggefährte steht ihm weiterhin in der<br />

Werkstatt zur Seite. Die meisten Kunden<br />

gewinnt er heutzutage über Ebay. Das ist<br />

aber nicht mehr seine Baustelle, sondern<br />

die seines zweiten Sohnes, der das digitale<br />

Antiquitätenbusiness ins neue Zeitalter<br />

überführen will: Minimum 3.000 Objekte<br />

sollen online stehen. Günter Rusch kümmert<br />

sich weiterhin um den Einkauf. Sein<br />

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Einbau von Fenstern und Haustüren<br />

aus Holz, Alu oder Kunststoff<br />

und anderen Bauelementen<br />

Individuell und zuverlässig<br />

Yvonne Fieg<br />

Bargteheider Straße 111 · 22143 Hamburg<br />

Tel. 398 711 29 oder 0172 48 48 804<br />

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www.a-bis-z-montageservice.com<br />

jüngster Coup war der Erwerb einer großen<br />

Spielzeugsammlung eines verstorbenen<br />

Spielzeugliebhabers. Er konnte die<br />

gesamte Ware an einen namhaften Auktionator<br />

weiter verkaufen, der daraus einen<br />

umfangreichen Katalog erstellte. Seinem<br />

verschmitzten Lächeln nach zu urteilen,<br />

hat Günter Rusch hier und da noch weitere<br />

Eisen im Feuer – von Ruhestand ist<br />

keine Rede. Herzlichen Glückwunsch zum<br />

35-jährigen Jubiläum! n<br />

30 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

31


Literatur<br />

gehen<br />

LeseTERMINE<br />

oper und punk<br />

freitag, 4. september<br />

20 Uhr, Konzertmuschel<br />

Planten&Blomen:<br />

Sopranistin Katharina Kagel<br />

singt klassische Lieder und Opernarien<br />

begleitet von der<br />

Pianistin Karolina Trojok,<br />

Alexander Posch liest seine<br />

musischen Geschichten vor.<br />

bei hilde<br />

dienstag 29. september<br />

20 Uhr, Brakula:<br />

Lesebühne mit Sarah Brunotte,<br />

Nina Dobrot, Julia Jessen und<br />

Alexander Posch<br />

sibirien<br />

dienstag 13. oktober,<br />

20 Uhr, Brakula:<br />

Sascha Preiß stellt seinen<br />

Erzählband „Sibirien" vor,<br />

singt dazu einige Lieder;<br />

Alexander Posch liest eigene<br />

Russlandgeschichten<br />

Das Seehundblut, so ein kräftiges Rot auf dem Weiß, das konnte<br />

man noch wochenlang auf den Eisschollen sehen.“<br />

„Seehundblut“, murmelt mein Sohn. „Wie hieß denn der Seehund,<br />

Papa?“<br />

„Na, das ist ja eine alte Geschichte“, sage ich, „Da war ich<br />

noch ein kleiner Junge. Vielleicht hieß der Seehund Wolfgang,<br />

so wie Opa?“<br />

Mein Sohn sieht mich an und schüttelt den Kopf. „Nein“, sagt<br />

er. „Nicht Wolfgang - ich glaube, der Seehund hieß Fuchsgang.“<br />

„Ja, dann eben Fuchsgang. Kann schon sein“, sage ich. Und in<br />

diesem Moment merke ich, dass ich mich schon unendlich weit<br />

vom Kindsein entfernt habe.<br />

„Erzähl noch mehr von früher, Papa!“, drängelt mein Sohn.<br />

„Na gut“, sage ich. „Wenn ich in den Sommerferien bei meiner<br />

Oma zu Besuch war, musste ich sie überallhin begleiten. Sie<br />

ging mit mir zur Post, zum Supermarkt, überallhin. Und sie ging<br />

in etwa so.“ Ich gehe nun so zügig, dass mein Sohn neben mir<br />

hergaloppieren muss.<br />

Er lacht. Höre ich auf, so schnell zu gehen, sagt er: „Мach wieder<br />

so, wie die Oma geht!“<br />

„Ihr seid aber schnell wieder da“, wundert sich meine Frau<br />

als wir zur Haustür hereinkommen. Wir waren keine Stunde weg.<br />

„Im Freibad – da war zu viel Seehundblut“, sagt mein Sohn.<br />

Ich nicke. n<br />

a.posch@rahlstedter-leben.de<br />

Alexander Posch<br />

Alexander<br />

Posch<br />

gebührtiger Hamburger,<br />

Jahrgang '68, Autor<br />

und Familienvater<br />

aus Rahlstedt<br />

Geschichten aus Rahlstedt<br />

Anzeige<br />

Text: Alexander Posch Foto: Nadine Asfour auf pixabay<br />

Meine Frau arbeitet zu Hause: Homeoffice. Wir stören<br />

und sollen den Nachmittag im Freibad verbringen.<br />

Also gehe ich mit meinem fünfjährigen Sohn in das<br />

Freibad meiner Jugend. Das Bad liegt direkt neben dem Friedhof.<br />

Auf einer großen Reklametafel, die zwischen den beiden öffentlichen<br />

Orten steht, wirbt der Stadtteil-Konditor mit dem Slogan:<br />

'So gut, dass die Toten auferstehen!'. Auf dem Plakat steigt eine<br />

lachende Frau im Bikini aus einer rosafarbenen Torte. Hier in<br />

Rahlstedt sind die Wege kurz. Alles liegt nah beieinander: Vergnügen<br />

und Tod, gestern und heute.<br />

Schwimmt man zu weit hinaus, kitzelt er<br />

einen zunächst mit seinen Barteln,<br />

dann beißt er dem Schwimmer in die<br />

Füße und zieht ihn ins Dunkel hinab.<br />

Als ich jung war, war das Bad nur eine mit Regenwasser vollgelaufene<br />

Tongrube. Vor einiger Zeit hat die Stadt weißen Sand<br />

aufgeschüttet. Die Tongrube heißt jetzt 'Kupa piti' und ist ein<br />

Beach Club, wo die Leute in Liegestühlen am Wasser sitzen und<br />

Cocktails trinken. Alles wirkt noch provinzieller als zu meiner<br />

Zeit.<br />

Am Strand breiten wir unsere Handtücher aus. Mein Sohn<br />

stupst mich an, als wir uns umziehen: „Papa, erzähl von früher,<br />

als du hier schwimmen warst!“ Also erzähle ich von der Eisenbahn,<br />

die auf dem Seegrund verrostet. Und ich erwähne das Flug-<br />

zeug, das im 2.Weltkrieg notlanden wollte, aber im See versank.<br />

Ich berichte von dem riesigen Wels, der tief unten im Schwarzwasser<br />

lebt. Schwimmt man zu weit hinaus, kitzelt er einen zunächst<br />

mit seinen Barteln, dann beißt er dem Schwimmer in die<br />

Füße und zieht ihn ins Dunkel hinab. Und ich erzähle von den<br />

eiskalten Strömungen, die dem See unterirdisch zufließen, so<br />

dass man augenblicklich schockgefrieren und ertrinken kann,<br />

hat man das Pech, in eine solche Strömung zu geraten.<br />

Mein Sohn steht in seiner Badehose direkt am Ufer. Das Wasser<br />

ist zehn Zentimeter von seinen Zehenspitzen entfernt, aber<br />

er macht keine Anstalten sich weiter nach vorne zu bewegen.<br />

„Willst du nicht reingehen?“, frage ich. Mein Sohn schüttelt<br />

den Kopf. Er will ein Eis.<br />

Ich schwimme eine kleine Runde. Mein Sohn bleibt mit seinem<br />

Eis auf dem Handtuch sitzen.<br />

Nach einer Viertelstunde bin ich zurück und trockne mich<br />

ab. Wir packen zusammen.<br />

„Gibt es denn keine guten Geschichten von dem See?“, fragt<br />

mein Sohn, als wir aus dem Freibad gehen. „Etwas mit Tieren?<br />

Aber mit netten Tieren?“<br />

„Doch“, sage ich. „Es gibt eine Seehundgeschichte. Denn einmal<br />

hatte sich ein Seehund ins Freibad verirrt“, erzähle ich. „Das<br />

war ein extremer Winter, als sogar die ins Freibad einfließende<br />

Wandse zugefroren war. Und der See selbst war natürlich auch<br />

zugefroren. Niemand wusste, woher der Seehund kam. Das Tier<br />

lag ganz gemütlich auf den Eisschollen. Und von Zeit zu Zeit<br />

schlüpfte der Seehund durch ein Loch im Eis und fing sich einen<br />

Fisch. Aber dann hat ihn ein verrückter Angler erschossen.<br />

32 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

33


Ausstellung<br />

Die Magie<br />

der Cyanotypie<br />

Eine berührende<br />

Art der Fotografie<br />

Text: Virginie Siems<br />

Seit 25 Jahren widmet sich Thomas<br />

Wedemeyer der Fotografie. Davor<br />

war er Fotoallergiker, doch durch<br />

den Familienzuwachs hat er seine alten<br />

Prinzipien umgestoßen und sich der Fotografie<br />

gewidmet. Angefangen hat er<br />

mit Familienschnappschüssen, Natur-,<br />

Architektur- und Portraitfotografie bis er<br />

schließlich seine eigene Konzeptfotografie<br />

entwickelt hat. Darin nimmt er den<br />

Betrachter, wie in einer Art optischen<br />

Kurzgeschichte, zu verschiedenen Themen<br />

und Ideen an die Hand.<br />

Als Autodidakt hat er sich mit vielen<br />

Techniken und Stilen anderer Fotografen<br />

beschäftigt. Am stärksten geprägt<br />

hat ihn der Fotograf Martin Pudenz aus<br />

Frankfurt, von dem er den Unterschied<br />

zwischen Foto und Bild gelernt hat: Er<br />

hat ihn inspiriert, wie man spielerisch zu<br />

Bildaussagen kommt, die man im Moment<br />

der Aufnahme erreichen wollte und wie<br />

man Stimmungen und Gefühle mit einem<br />

Bild an die Betrachter weiterreicht.<br />

Vor rund vier Jahren begann Thomas<br />

Wedemeyer mit dem alten Edeldruckverfahren<br />

der sogenannten Cyanotypie aus<br />

dem 19. Jahrhundert zu experimentieren<br />

und diese mit der Digitalfotografie zu<br />

kombinieren – zunächst auf Papier, dann<br />

auf Gipsplatten, für die er eine eigene<br />

Technik entwickelt hat. Er verrät uns nur<br />

so viel, als dass es sich um eine geheime,<br />

chemische Rezeptur handelt, die es möglich<br />

macht, dass die Farbe auf der Gipsoberfläche<br />

hält und nicht verschwimmt.<br />

Die Cyanotypie hat Thomas Wedemeyer<br />

begeistert und elektrisiert, denn sie<br />

erzeugt eine Distanz, die zeitgleich eine<br />

enorme Ausdruckskraft versprüht. Damit<br />

hatte er das i-Tüpfelchen entdeckt,<br />

wodurch seine Fotos mit dem Betrachter<br />

in eine starke Verbindung gehen können.<br />

Seine Werke berühren unweigerlich, man<br />

kann sich der Magie nicht entziehen. Das<br />

ist ihm beim Kunstwettbewerb des Kultur-<br />

Werks Rahlstedt im letzten Jahr geglückt.<br />

Die Jury verlieh ihm den ersten Preis für<br />

diese Cyanotypie eines in die Luft springenden<br />

Mädchens, das pure <strong>Leben</strong>sfreude<br />

und Zuversicht ausstrahlt:<br />

Die Gipskachel<br />

– Spezialanwendung<br />

von Thomas Wedemeyer<br />

Ein zeitintensiver Prozess,<br />

weil er aus mehreren<br />

Schleif- und Trocknungsphasen<br />

besteht.<br />

Insgesamt elf Schichten:<br />

u.a. Kachel, Quarzsandklebemischung,<br />

mehrere<br />

Gipslagen, Chemiecocktail<br />

für haltbare Farboberfläche,<br />

eisenhaltige<br />

Farbmischung sowie<br />

eine abschließende<br />

Wachsschicht.<br />

Ausstellung<br />

5. <strong>September</strong><br />

bis 2. Oktober<br />

KulturWerk,<br />

Boizenburger<br />

Weg 7<br />

Die Faszination der Bilder von Thomas<br />

Wedemeyer zieht aber weitere Kreise. Er<br />

hat im Laufe der Zeit gespürt, dass sich<br />

beim Erstellen der Cyanotypien für ihn<br />

ein Ventil öffnet, das Belastungen aus seinem<br />

Berufsalltag nach außen befördert.<br />

Wie so viele Künstler kann auch er damit<br />

die Last, die er auf seinen Schultern trägt,<br />

verarbeiten. So hat sein Hobby eine heilende<br />

Komponente erhalten.<br />

Im KulturWerk Rahlstedt zeigt er eine<br />

Bilderserie, die den Umgang und die Verarbeitung<br />

von Traumatisierungen aufgreift.<br />

Diese Serie ist in den vergangenen<br />

acht Jahren entstanden. Trotz der Schwere<br />

der Thematik ermöglicht die Cyanotypie<br />

den Betrachtern Distanz zu bewahren und<br />

trotzdem eine innere Auseinandersetzung<br />

anzustoßen. Der überwiegende Teil der<br />

Bilder wird als klassische Cyanotypien<br />

auf Aquarellpaper gezeigt, ein kleinerer<br />

Teil als Bilder auf Gipsplatten.<br />

Kürzlich waren seine Werke noch in<br />

der Ausstellung „Verbindungen“ im<br />

Husumer Speicher zu sehen, nun sind<br />

sie gemeinsam mit Werken der <strong>Rahlstedter</strong><br />

Künstlerin Sabine Kisvari im<br />

KulturWerk zu bestaunen.<br />

www.kulturwerk-rahlstedt.de<br />

Was ist Cyanotypie?<br />

n Negativ-Positiv-Kopierverfahren<br />

n Edeldruckverfahren von 1842, erfunden<br />

von: Naturwissenschaftler Sir<br />

John Herschel n Chemiecocktail, der<br />

zitronensaures Eisen enthält und in<br />

der Reaktion auf UV-Licht die tiefblaue<br />

Farbe erzeugtn Objektträger: Papier<br />

Nicht verpassen:<br />

Aktuelle Termine unter www. <strong>Rahlstedter</strong>-leben.de<br />

Unsere Top Five im <strong>September</strong>, Oktober, November<br />

Samstag, 12.9.<br />

Live Zeichnen und<br />

Autogrammstunde<br />

Der Künstler Björn von<br />

Schlippe stellt seine<br />

neuesten Bücher vor.<br />

11 - 13 Uhr n Heymann<br />

im Rahlstedt Center<br />

Samstag, 10.10.<br />

Ausstellung "Ordnungsliebe",<br />

10. bis 20. Oktober<br />

von Katharina Joanowitsch<br />

und Sabine Adam.<br />

Eröffnung um 12 Uhr<br />

n KulturWerk Rahlstedt<br />

*<br />

6.-22.<br />

Sonntag, 13.9.<br />

Schlager und Evergreens<br />

aus den 1920er -<br />

1940er Jahren. Mit<br />

Opernsänger Josef Wendelin<br />

Schäfer und Svetlana<br />

Bisjakova am Klavier<br />

15 - 16:30 Uhr n BiM<br />

Dienstag, 20.10.<br />

Wir sind alle Spinner<br />

Kindertheater ab 5 J. mit<br />

dem „Theater Triebwerk“<br />

Kinder 3 €, Erw. 4 €<br />

bitte reservieren *<br />

15:30 - 16:30 Uhr n BiM<br />

Freitag, 18.9.<br />

Wilde Zeiten<br />

Musik und Geschichten<br />

aus den 1920er Jahren<br />

mit Roland Prakken und<br />

den Ukulele Alley Cats<br />

19 - 21:30 Uhr n BiM<br />

Donnerstag, 22.10.<br />

Björn von Schlippe<br />

Live Zeichnen und<br />

Eröffnung der<br />

Cartoonausstellung<br />

(bis zum 5. November)<br />

n KulturWerk Rahlstedt<br />

Dienstag, 22.9.<br />

Monster & Gesponster<br />

Kindertheater mit dem<br />

„Theater Wolkenschieber“<br />

für Kinder ab 4 Jahren-<br />

Kinder 3 €, Erw. 4 €<br />

bitte reservieren *<br />

15:30 - 16:30 Uhr n BiM<br />

Freitag, 23.10.<br />

Selfies für Blindschleichen<br />

mit Kerim Pamuk<br />

Kabarettprogramm<br />

über unsere wunderbare<br />

postmoderne Welt!<br />

12 €, 20 - 22 Uhr n BiM<br />

Veranstaltungen<br />

Freitag, 30.9.<br />

Waldbaden – Shinrin<br />

Yoku, Eintauchen in die<br />

Atmosphäre des Waldes<br />

mit Naturpädagogin<br />

Angela von der Geest,<br />

bitte anmelden *<br />

16 - 19 Uhr n Höltigbaum<br />

Samstag, 24.10.<br />

Musikalische Lesung<br />

The Legend of Sleepy<br />

Hollow von W. Irving mit<br />

Marlena Voigts, Sylvia Zarnack<br />

und Helmut Stuarnig<br />

19:30 Uhr n KulturWerk<br />

Kulturwerk Rahlstedt n Boizenburger Weg 7 n www.kulturwerk-rahlstedt.de<br />

BiM n Saseler Str. 21 n Tel. 040.678 91 22 n kontakt@bim-hamburg.de n www.bim-hamburg.de<br />

Haus der Wilden Weiden n Anmeldung: Info@Haus-der-Wilden-Weiden.de n Tel. 040.18 04 48 60 11 n www.hoeltigbaum.de<br />

NEU:<br />

www.rahlstedter-leben.de<br />

Auf unserer Website<br />

können Sie selbständig<br />

und kostenfrei<br />

Ihre Veranstaltung<br />

ganzjährig eintragen!<br />

Die „Säule der<br />

Verbundenheit"<br />

wird bald in der<br />

Dankeskirche<br />

ausgestellt.<br />

November Support your local artist<br />

K u n s t d a t i n g i m K ü n s t l e r h a u s O h l e n d o r f f t u r m<br />

Das Künstlerhaus Ohlendorffturm erweitert dieses Jahr die<br />

Offenen Ateliers zu einer Ausstellung. Kunstinteressierte können sich<br />

in diesem Zeitraum zu einem Atelierbesuch und persönlicher Begegnung<br />

mit den Künstler*innen, telefonisch oder online anmelden.<br />

Ein virtueller Rundgang durch die Ausstellungen ist in Vorbereitung.<br />

www.kuenstlerhaus-ohlendorffturm.de<br />

Telefon (v.l.n.r.)<br />

Björn von Schlippe_0179 3909233<br />

Barbara Koch_0162 1001179<br />

Hans Heller_0172 4126095<br />

Tomasz Paczewski_0171 9238885<br />

Olav Schmidt_0171 5440420<br />

Jens Wehde_0179 9960799<br />

34 <strong>Rahlstedter</strong> <strong>Leben</strong> 03/<strong>2020</strong><br />

35

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