Lesenzwert_September_2020

muehlacker.tagblatt

September – November 2020

Das Magazin

für Erlebnis und Genuss

Vorgestellt:

Sämann Stein- und Kieswerke

Im Portrait: Knittlingen

www.vkz.de

www.muehlacker-tagblatt.de


www.wiernsheim.de

... und darum können Sie im Kaffeemühlen-Museum

von Wiernsheim dieser Leidenschaft frönen,

indem Sie einen Rundgang durch die Geschichte

des Kaffeemahlens machen. Hier fi nden Sie weit

mehr als 1000 der schönsten Kaffeemühlen aus

den unterschiedlichsten Epochen und Regionen.

Selbstverständlich können Sie Ihren Kaffee auch

gleich im Museums-Café genießen oder im Museums-

Shop nach ausgefallenen Geschenken suchen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei.

Ihre Gemeindeverwaltung

Kaffee

ist das Lieblingsgetränk

der Deutschen ...

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« Lesen Sie alle Artikel auf unserer

Homepage.

« Enthalten sind alle MT-Artikel aus

unserer Region.

« Wir bieten Recherchemöglichkeiten –

auch nach älteren Artikeln.

« Lesen Sie die Eilmeldungen noch

vor der Veröffentlichung in der

Tageszeitung.

« Unsere Eilmeldungen kündigen wir in

Kurzform auf Facebook an.

« Monatlich kündbar.

Bestellung unter:

Telefon: 07041 805-37

E-Mail: vertrieb@muehlacker-tagblatt.de

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im Monat


| 03

Foto: Horst Lachstädter

Herbstzeit

Liebe Leserinnen und Leser,

der Sommer neigt sich dem

Ende entgegen und der Herbst

hält Einzug in diesem besonderen

Jahr mit dem Abstandsgebot,

den Hygieneregeln und Alltagsmasken.

Viele von diesen

neuen Regeln sind schon längst

zur Gewohnheit geworden. Was

nach wie vor ungewohnt ist, sind

die vielen Veranstaltungen, auf

die man in diesem Jahr – zum

Teil erstmals seit Jahrzehnten –

verzichten muss, das Fehlen geselliger

Feste und völlig ungezwungener

Abende.

Immerhin gab es in den vergangenen

Wochen hier und da

Impressum

Herausgeber:

Mühlacker Tagblatt

Karl Elser GmbH Buch- und Zeitungsverlag,

Kißlingweg 35, 75417 Mühlacker

Vaihinger Kreiszeitung

Marktplatz 15, 71665 Vaihingen an der Enz

Vorreiter, die dank ausgearbeiteter

Hygienekonzepte erste kulturelle

Angebote schaffen konnten.

Auch jetzt, im beginnenden

Herbst, wird es Veranstaltungen

geben. Drei Verantwortliche

kommen in dieser LesEnzwert-

Ausgabe zu Wort, erzählen, was

es für sie bedeutet, im Corona-

Jahr Kulturangebote auf die Beine

zu stellen.

Außerdem wird eine Stadtführung

in Vaihingen vorgestellt, bei

der mutige Frauen im Mittelpunkt

stehen. Diese Stadtführung

gibt es nicht nur zu Fuß auf

der Straße, sondern sie kann

auch auf digitalem Weg im Internet

erlebt werden.

Gestaltung:

Gestaltung/Technik (MT)

Zudem gibt es zwei Sonderseiten

zur Fauststadt Knittlingen:

Zum einen geht es um den historischen

Ortskernrundgang,

den man alleine oder in Gruppen

absolvieren kann, und zum anderen

um die Stille, die die Corona-Pandemie

mit sich bringt.

Außerdem lohnt es sich, jetzt

noch schnell an unserem Gewinnspiel

teilzunehmen. Noch

kann man mit etwas Glück ein

Wellnesswochenende für zwei

Personen gewinnen.

Wir wünschen viel Spaß beim

Lesen, Stöbern und Entdecken.

Ihre LesEnzwert Redaktion

Bildnachweis:

Tilo Keller (MT), Fotomoment, MT-Archiv,

VKZ-Archiv, privat, pixabay

JETZT BEI IHREM

SONITON-

HÖRAKUSTIKER

Verleger:

Brigitte Wetzel-Händle, Hans-Ulrich Wetzel,

Hartmut Villinger

Redaktionsleitung:

Thomas Eier (V.i.S.d.P.)

Redaktion:

Ramona Deeg,

Claudia Keller (MT),

Andrea Salig, Astrid Kniep (VKZ)

Anzeigen:

Jochen Elmer (verantwortlich MT),

Volker Blessing (verantwortlich VKZ),

Meilin Stieß, Pascal Adam, Walter Boch (MT)

Kathrin Bossert-Fröhle, Gabriela Walter (VKZ)

Auflage: 13.500 Exemplare

Druck:

Z-Druck GmbH & Co. KG

Böblinger Straße 70, 71065 Sindelfingen


04 |

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Jochen Sämann und Christiane Sämann-Welschenbach.

v.l. Vertriebsleiter Marcel Knodel und der Leiter Instandhaltung

Kfz-Meister Sven Schauer vor der neuen „Sicher mit System“

Wand mit Defibrillator.

Fotos: Tilo Keller

Laborleiter und Geologe Benjamin

Meier betreut die Coburger Fuchsschafe

auf dem Solarpark in Illingen.

Rohstoffabbau im Einklang mit der Natur

Summende Bienen und grasende

Schafe unter einer Photovoltaikanlage

– dieses Bild kommt

einem nicht gleich in den Sinn,

wenn man an das Unternehmen

Sämann Stein- und Kieswerke

denkt. Es ist aber passend,

wie man auf einem rekultivierten

Gelände am Rande des aktiven

Steinbruchs in Illingen sehen

kann. „Zuerst gewinnen wir den

Rohstoff und danach wird das

Gelände mit unbelasteter Erde

aufgefüllt, so dass am Ende wieder

wertvolle Ackerböden entstehen“,

erklärt Geschäftsführer

Jochen Sämann. „Ein Steinbruch

ist ein vorübergehender Eingriff

in die Natur. Mit der Rekultivierung

schließt sich der Kreislauf

des heimischen Rohstoffabbaus.“

Sämann berichtet, dass vor dem

Rohstoffabbau langwierige Genehmigungsverfahren

stehen, die

fünf bis zehn Jahre dauern können.

Aber da Stein ein Material

ist, das vielfältig eingesetzt und

in großen Mengen benötigt wird,

ist der regionale Abbau auch ökologisch

sinnvoll, um lange Lieferwege

zu vermeiden. Vor allem

wenn man bedenkt, dass statistisch

gesehen jeder Bürger pro

Stunde über ein Kilo Naturstein,

Sand, Kies, Gips oder Steinmehl

verbraucht - vom Hausbau oder

Straßenbau bis hin zur Zahnpasta.

„Das abgebaute Material landet

im Umkreis bis 50 Kilometer “,

sagt Sämann.

Im Werk in Illingen wird Muschelkalk

abgebaut, der sich vor etwa

240 Millionen Jahren hier abgelagert

hat. Das Schichtgestein wird

gesprengt, mit Hilfe von Brechern

zerkleinert und mit Siebmaschinen

nach Größe sortiert. Weiteren

Kalksteinabbau betreibt Sämann

in den Werken in Knittlingen

und in Ersingen. In Rastatt wird

nahe dem Rhein Kies und Edelsplitt

abgebaut. Hierbei holt ein

Schwimmgreifer das Material aus

bis zu 44 Metern Tiefe.

Nach Abschluss der Rohstoffgewinnung

folgen stets Rekultivierungsmaßnahmen,

damit neue

Biotope entstehen können oder

landwirtschaftliche oder forstliche

Nutzung möglich wird. So

Imker Gerhard Haffner

kümmert sich um

die Steinbruch-Bienen

und den Honig.

wurde beispielsweise der ehemalige

Standort bei Ettlingen inzwischen

vollständig rekultiviert

und bietet heute einen attraktiven

Rückzugsort für Tiere und

Pflanzen. Die Renaturierung einer

Teilfläche am Illinger Standort

wurde von Thomas Köberle vom

Landschaftserhaltungsverband

begleitet. Im Jahr 2012 entstand

auf 2,2 Hektar Fläche eine Photovoltaikanlage,

die Strom für

etwa 400 Haushalte erzeugt und

damit jährlich etwa 890 Tonnen

Kohlendioxid-Emissionen vermeidet.

Auf der Fläche wurden

außerdem insektenfreundliche

Am Standort Kämpfelbach-Ersingen wurden

ca. 4.500 m² Feldgehölze und Hecken angelegt

mit rund 2.000 Pflanzen.

Pflanzen angesiedelt, die vor allem

Bienen Nahrung geben. Der

Bezirksimkerverein Vaihingen/

Enz hat dort seine Bienenvölker

stehen. Damit das Grün nicht alles

überwuchert, werden Schafe

als Landschaftspfleger eingesetzt.

Ausgewählt wurde das

Coburger Fuchsschaf, eine vom

Aussterben bedrohte Nutztierrasse.

Ein fachkundiger Mitarbeiter

kümmert sich um die Tiere

und die nötigen Formalitäten mit

dem Veterinäramt. Sämann erinnert

sich gerne an einen Besuch

vom grünen Landtagsabgeordneten

Dr. Markus Rösler. „Wenn

alle Rohstoffabbaustätten in

Deutschland so arbeiten würden,

wäre das ein großer Gewinn für

die biologische Vielfalt“, lobte

der Politiker damals das Engagement

von Sämann. Inzwischen

ist die Erweiterung des Solarparks

für die Eigennutzung im

Blick, sowie die schrittweise Umstellung

auf erneuerbare Energien.

Selbstverständlich steht bei

Sämann nicht nur die Umwelt,

sondern auch der Mensch im

Mittelpunkt. Deutlich wird dies

unter anderem mit dem Gütesiegel

„Sicher mit System“, das

vorbildlichen Arbeitsschutz weit

über gesetzliche Forderungen hinaus

bestätigt. Betriebszugehörigkeiten

von 40 Jahren und mehrj

sind keine Seltenheit. Manche

Familien bleiben dem Unternehmen

sogar über mehrere Generationen

treu. Derzeit werden 75

Mitarbeiter beschäftigt, darunter

sieben Auszubildende. Regelmäßig

werden Kfz-Mechatroniker,

Baustoffprüfer, Baugeräteführer,

Aufbereitungsmechaniker oder

Bürokaufleute ausgebildet. Als A

Partner der Dualen Hochschule

Baden-Württemberg ist das

Unternehmen auch für BWL-

Studenten der Fachrichtungen

Industrie oder Bauwesen interessant.

Bei Sämann geht der Blick

aber auch über den Betrieb hinaus.

„Soziales Engagement ist

uns ein großes Anliegen“, sagt

Christiane Sämann-Welschenbach.

Regelmäßig werden zahlreiche

Initiativen und Vereine in

der Region und an den verschiedenen

Standortgemeinden unterstützt.

Claudia Keller


| 05

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Blick in den Steinbruch.

Der Kreislauf des Rohstoffabbaus schließt sich - wertvolle

Ackerböden entstehen durch die Verfüllung mit Erde.

90 Jahre Rock `n` Roll - Steine in Bewegung. SZ Logistik Flotte umfasst über 30 LKWs.

Im Kieswerk Wintersdorf: Teamwork am

Greifer, der beladen bis zu 20t wiegt.

90 Jahre Sämann Stein- und Kieswerke

Es war im Jahr 1930, als Kaufmann

Wilhelm Sämann den

Grundstein der heutigen Sämann

Stein & Kieswerke GmbH & Co.

KG mit Sitz in Mühlacker legte.

Zusammen mit seinem mittleren

Sohn Herbert baute er das Steinund

Kiesgeschäft stetig aus.

Teilweise wurden sechs Abbaustandorte

gleichzeitig betrieben.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1989

war der Gründer

dem Betrieb

stets eng verbunden.

Herbert

Sämann führte

das Unternehmen

weiter, bis

er im Jahr 2003 verstarb. Sein

jüngerer Bruder Ulrich Sämann

übernahm die Geschäftsführung

zusammen mit seinen Kindern

Jochen Sämann und Christiane

Sämann-Welschenbach. Im Laufe

der Zeit wurde das Natur- und

Umweltbewusstsein immer weiter

in den Vordergrund gerückt.

So wurde nicht nur Wert auf sensible

Rekultivierung ehemaliger

Abbauflächen gelegt, der Fokus

rückte auch auf den laufenden

Betrieb. Längst befasst man

sich mit effizienten Anlagen und

regenerativen Energien. So wird

90 Jahre

„Rock ‘n‘ Roll –

Steine in Bewegung“

beispielsweise beim Schwimmbaggergreifer

am Standort in

Wintersdorf aktive Energierückgewinnung

praktiziert und am

Standort in Illingen ist auf einer

Rekultivierungsfläche ein Solarpark

entstanden. In den letzten

Jahren hat sich das Unternehmen

außerdem breiter aufgestellt

und das Betätigungsfeld

über die reine Steingewinnung

hinaus erweitert.

Am Standort in

Knittlingen wurde

im Jahr 2010

ein 2.000 Quadratmeter

großes

Außenlager eingerichtet,

in dem zur Erzeugung

erneuerbarer Energien Biomasse

für die Biomethananlage in

Mühlacker gelagert und siliert

wird. 2010 erfolgte die Gründung

der SZ Steinwerke GmbH & Co.

KG gemeinsam mit der Gebr.

Zimmermann Kalk- und Schotterwerk

GmbH. Aus dieser Gemeinschaft

folgte 2015 die Baustoffprüfung

Roßwag GmbH, die

nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert

ist und die Qualitätssicherung

der Produktion sicherstellt. 2017

folgte die Gründung der SZ Logistik

GmbH & Co. KG, die sämtliche

Transporte der SZ Unternehmensgruppe

abwickelt – seit

einigen Jahren auch Transporte

im Agrarbereich. Im Jahr 2013

gründete Sämann mit Partnern

die RETROMIN GmbH & Co. KG

Entdecken Sie auch den prämierten

Film„Ein Kilogramm Steine pro

Stunde!“ Industrieverband Steine und

Erden Baden-Württemberg e.V.:

youtu.be/qKlR_sBA_WI oder Click auf

den QR Code.

Rheinsand und Kies werden aus 44m Tiefe gefördert.

mit Sitz in Illingen. Das Unternehmen

hat sich auf Recycling von

Baustoffen spezialisiert.

90 Jahre „Rock ‘n‘ Roll – Steine

in Bewegung“ – Sämann möchte

sich auch in Zukunft innovativ

und nachhaltig aufstellen, um

auch künftige Generationen mit

heimischen Rohstoffen zu versorgen.

Claudia Keller


06 |

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Unglaublich, aber wahr:

Die Eheleute Stadtmüller

lebten und arbeiteten

mit ihren 13 Kindern in

diesem winzigen Haus.

Große Geschichten im kleinsten

Haus der Bruchsaler Klosterstraße

Das Schumacher-Rill-Haus in

Bruchsal konnte auch Dank der

Mitarbeiter und der Stiftung der

Volksbank Bruchsal-Bretten erhalten

werden. Bis heute sind

die Angestellten dem kleinen,

einstigen Handwerkerhaus eng

verbunden und besuchen es regelmäßig

mit den Auszubildenden.

Ein Blick in die Räume lohnt

sich auch für Besucher von außerhalb.

Ein Einblick:

Das kleinste Haus der Klosterstraße

verbirgt sich eingebettet

zwischen zwei Wohnhäusern.

Öffnet man die blaue Tür,

steht man direkt im kleinen und

schmalen Flur des in der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts erbauten

Hauses, der schon einen

ersten Eindruck darüber gibt, wie

eng es für die im Haus lebende

Schuhmacherfamilie gewesen

sein muss. Biegt man links in

die Werkstatt ab, fi ndet man alles,

was das Herz eines Schuhmachers

begehrt – Ledergeruch

inklusive. Eine kleine Werkstatt

und ein ehemaliger Küchen-/Waschraum

ist alles, was im Erdgeschoss

zu fi nden ist. Klein aber

fein. Der Hinterhof ist grundsaniert.

Hier ist kaum noch etwas

von der alten, einsturzgefährdeten

Scheune zu sehen. Dennoch

wird einem bewusst, wie wenig

Platz auch hier für das Leben

und Arbeiten war. Das Haus,

dessen Gesamtfl äche sich auf

gerade einmal 54 Quadratmeter

beläuft, erzählt noch heute seine

Geschichten.

Als das Schuhmacher-Rill-Haus,

das bis vor zehn Jahren noch

von einem Schuhmacher genutzt

wurde, im Jahr 2010 verkauft

werden sollte, erwarb es

die Stadt Bruchsal und nahm

sich der großen Aufgabe an,

das stark sanierungsbedürftige

Gebäude zu erhalten. Dank

zahlreichen Helfern der Stadt,

des Bruchsaler Bauhofs, eines

Handwerkerkonsortiums sowie

dank der fi nanziellen Unterstützung

der Stiftung der Volksbank

Bruchsal-Bretten in Höhe von 35

000 Euro konnte die Herausforderung

gemeistert werden. Seit

2017 können Interessierte das

Haus besuchen.

Ein Stück Geschichte

bewahren:

Studenten und Führungskräfte

der Volksbank arbeiten tatkräftig

mit. Neben der fi nanziellen Beteiligung

der Stiftung engagierten

sich auch junge Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Volksbank

Bruchsal-Bretten am Bauprojekt.

Das kleine Team von Nachwuchsbankern

entwickelte im

Rahmen eines Ausbildungsprojektes

ein Konzept, wie das Haus

instandgesetzt und zukünftig genutzt

werden kann. Die Vorarbeiten

der Bank-Nachwuchskräfte

fl ossen letztlich in hohem Maße

in die Entwürfe des Bau- und

Vermessungsamtes der Stadt

Bruchsal ein.

Im Rahmen ihres Studienprojektes

beschäftigten sich drei Studentinnen

der Volksbank mit der

Geschichte der Genossenschaften

in der Region. Die Darstellung

der Verbindungen zwischen der

genossenschaftlichen Idee und

des Handwerks kann als Ausstellung

im Obergeschoss des

Schumacher-Rill-Haus – einem

der wohl kleinsten Museen in der

Region – besichtigt werden. Das

Ansprechpartner

Schuhmacher-Rill-Haus:

Tourist-Information Bruchsal

Telefon: 07252 50594-61

E-Mail: touristinformation@btmv.de

Schuhmacher-Rill-Haus kann

heute nach Abstimmung mit der

Stadt Bruchsal besucht werden

und wird an bestimmten Tagen

zur Besichtigung geöffnet.

„Tag des offenen Denkmals“ in

diesem Jahr digital

Normalerweise steht das Schuhmacher-Rill-Haus

auch am „Tag

des offenen Denkmals“ für Besucher

offen. Aufgrund der aktuellen

Corona-Situation wurde

dieser im Jahr 2020 in den digitalen

Raum verlegt. Das Schuhmacher-Rill-Haus

kann also am 13.

September 2020 digital besichtigt

werden. Weitere Informationen

gibt es bei der Stadt Bruchsal.

Sina Tagscherer/Ramona Deeg


| 07

Trinkmenge: Wie viel ist richtig?

Flüssigkeitsbedarf mit Mineralwasser decken

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Der menschliche Organismus

besteht bis zu 60 Prozent aus

Wasser, bei Säuglingen sind

es sogar 75 Prozent, bei

älteren Menschen sinkt der

Anteil auf etwa 50 Prozent.

Da der Körper täglich viel

Wasser durch Schwitzen,

Verdauungsprozesse und

Atmung verliert, muss

jeder Mensch ausreichend

Flüssigkeit über

Nahrung und Getränke

aufnehmen. Zur Regulierung

des Wasserhaushalts

bieten sich

insbesondere Heil- und

Mineralwässer an,

denn sie versorgen den

Körper zusätzlich mit

lebenswichtigen Mineralstoffen.

Diese haben

eine sehr hohe Bioverfügbarkeit

und können

deshalb - im Gegensatz

zu vielen verarbeiteten

Lebensmitteln

- vom Körper besonders

gut aufgenommen

werden. Ein besonders

reichhaltiges Mineralwasser ist

Ensinger Sport, das in einem Liter

124mg Magnesium und 528mg

Calcium enthält.

Wasser erfüllt lebenswichtige

Funktionen. Es ist Bestandteil von

Zellen und Körperflüssigkeiten, reguliert

den Blutfluss und die Körpertemperatur,

transportiert Nährstoffe

und Abbauprodukte und ist

unentbehrlich für chemische Reaktionen

im Organismus. Schon

bei einem Flüssigkeitsverlust von

drei bis fünf Prozent erhöht

sich die Körpertemperatur

und es können körperliche

Beschwerden wie Unwohlsein,

Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen

sowie

eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit

auftreten.

Deshalb ist es in jeder

Lebensphase wichtig,

genügend Flüssigkeit

aufzunehmen und Wassermangel

auszugleichen.

Für eine ausreichende

Flüssigkeitsversorgung

empfiehlt die Deutsche

Gesellschaft für Ernährung

DGE Erwachsenen

eine tägliche Flüssigkeitszufuhr

von etwa

2,5 Litern. Diese Menge

verliert jeder Mensch

täglich über Atmung,

Schweiß, Urin und Verdauung. Von

den 2,5 Litern sollten rund 1,5 Liter

als Flüssigkeit aufgenommen

werden, den Rest enthält normalerweise

die Nahrung. Bei körperlicher

und geistiger Belastung, etwa

durch sportliche Aktivitäten, sommerliche

Temperaturen, Krankheiten

oder Stress, kann der Bedarf

schnell steigen. Kinder sollten laut

DGE etwa einen Liter Flüssigkeit

pro Tag trinken, an heißen Tagen

mehr als doppelt soviel. Senioren

sollten täglich 1,3 bis 1,5 Liter Getränke

zu sich nehmen. Bei Hitze

sowie Krankheiten mit Durchfall

und Erbrechen ist der Bedarf bei

allen Menschen höher und muss

über zusätzliche Flüssigkeitszufuhr

ausgeglichen werden.

Durst ist ein Warnsignal des Körpers.

Was viele Menschen jedoch

nicht wissen: Wenn Durst auftritt,

besteht im Körper bereits ein Flüssigkeitsmangel.

Darüber hinaus

zeigt sich dieser an Symptomen

wie häufiger Müdigkeit und dunkel

gefärbtem Urin. Auch ein trockener

Mund, trockene Haut sowie

Verstopfung und Kopfschmerzen

weisen auf einen Wassermangel

hin. Dabei helfen schon einige

einfache Tipps und Regeln, um

sich vor Flüssigkeitsmangel zu

schützen. So hat es sich bewährt,

immer die benötigte Menge an

Flüssigkeit in Sicht- und Griffweite

bereitzustellen. Sei es am Schreibtisch,

beim Sport oder unterwegs:

Eine Flasche Mineralwasser sollte

immer dabei sein.

Da die geistige Leistungsfähigkeit

auf einer guten Durchblutung

und Versorgung des Gehirns

basiert, spielt die ausreichende

Flüssigkeitsversorgung auch hier

eine wichtige Rolle. Als Bestandteil

des Bluts transportiert das

Wasser Sauerstoff und Glucose

zu den Gehirnzellen und versorgt

sie mit Energie. Fehlt Flüssigkeit,

können die Durchblutung und die

Nährstoffversorgung des Gehirns

leiden. Die Folgen reichen von Müdigkeit

und verminderter Aufmerksamkeit

über Merk- und Konzentrationsstörungen

bis hin zu einer

Verlangsamung der Reaktionsfähigkeit.

Wer also klar denken und

Foto: Ensinger

die volle Leistung bringen möchte,

kann Mineralwasser gezielt als Mittel

der geistigen Fitness einsetzen.

In dem aktuellen Mineralwassertest

(Ausgabe 7/2020) von Öko-

Test erhielt Ensinger Sport Still in

der 0,75l Glasmehrwegflasche die

Note „sehr gut“. Ensinger ist für

die hohe Qualität seines natürlichen

Mineralwassers, den hohen

Mineralstoffgehalt und für sein

großes Engagement im Bereich

Nachhaltigkeit über die Grenzen

Baden-Württembergs hinaus bekannt.


08 |

Eine der letzten Veranstaltungen

vor dem Lockdown:

Kinderfasching des TSV Hohenklingen.

Foto: MT-Archiv

Soll nachgeholt werden: Die

Einweihung des Backhausplatzes

fiel der Corona-Pandemie

zum Opfer. Foto: Deeg

Ungewohnte Stille im Dorf

Am Beispiel von Freudenstein-Hohenklingen wird klar, was Corona für Dorfgemeinschaften bedeutet

Keine spanische Riesen-Paella,

kein Maibaumstellen und kein

Klingendes Dorf: Es ist still in

Freudenstein-Hohenklingen.

Und das gilt keineswegs nur für

den Knittlinger Stadtteil, sondern

zu großen Teilen für die ganze

Region. Schuld daran ist die Corona-Pandemie,

die Veranstaltungen

schlagartig zu Mangelware

werden ließ.

„Das erste, was nicht mehr

stattfinden konnte, waren die

Theaterabende des Turnvereins

Hohenklingen, die es normalerweise

alle zwei Jahre gibt“, sagt

Timo Steinhilper, Ortsvorsteher

von Freudenstein-Hohenklingen.

Danach hätten alle Vereine, die

Veranstaltungen im Dorf geplant

hatten, zwangsweise den Absagereigen

weitergespielt. Für

das Dorfleben war und ist die Situation

schwierig, wie Steinhilper

erklärt. Schließlich habe der

Knittlinger Stadtteil ein sehr reges

Vereinsleben, das wiederum

auch aus den vielen Veranstaltungen

besteht, die eigentlich

zum festen Bestandteil eines

Jahres gehören. Doch dieses

Jahr ist alles anders. Und ob

oder wann im nächsten Jahr

wieder mehr Normalität herrscht,

ist noch nicht absehbar.

Damit geht es dem 1800 Einwohner

zählenden Stadtteil wie

allen anderen Kommunen in der

Region. „Das ist bitter“, betont

Ortsvorsteher Timo Steinhilper.

Zumal in Freudenstein mit dem

neugestalteten Backhausplatz

ein kleines Schmuckstück entstanden

ist, das noch nicht einmal

richtig eingeweiht werden

konnte. „Das hier wäre also unsere

gute Stube“, sagt der Ortsvorsteher

mit Blick auf den als

Parkplatz mit sieben Stellplätzen

genutzten rückwärtigen Platz

des Backhauses an der Ortsdurchfahrt.

Dort, wo im Moment

die Autos stehen, könnten für

Veranstaltungen auch Bierbankgarnituren

oder Stehtische aufgestellt

werden. Doch die aktuellen

Auflagen lassen solche Gedanken

in weite Ferne rücken.

Immerhin: Der Bouleplatz, der

ebenfalls entstanden

ist,

werde gerne

bespielt. „Ich

habe auch von

Auswärtigen

die Rückmeldung

bekommen,

dass der

Platz schön

geworden ist“,

sagt Steinhilper und erinnert daran,

dass vor den Sanierungsarbeiten

lediglich grober Schotter

statt schöner Pflastersteine auf

dem Boden lag.

Doch bis man den neugestalteten

Platz so richtig genießen

kann, werden wohl noch ein

paar Wochen und Monate ins

Land ziehen. Dabei hätte Steinhilper

sich sehr gefreut, das Ende

der Sanierungsarbeiten gebührend

feiern zu können. „Bei

uns ist eigentlich immer etwas

los“, sagt der Ortsvorsteher, der

sehr bedauert, dass auch das

„Schwätzle auf der Gass‘“ unter

der Pandemie leidet. „So richtige

Treffpunkte haben wir gerade

nicht“, fasst er die Situation

im Dorf zusammen. Schließlich

dürfen auch beim Metzger nur

eine bestimmte Anzahl Kunden

gleichzeitig im Laden stehen.

Immerhin: Die Sportvereine

konnten inzwischen wieder in

den Trainingsbetrieb einsteigen.

Auch die Backhäuser dürfen

wieder befeuert werden. Somit

können sich einige Familien wieder

zum Backen treffen.

Der Ortsvorsteher weiß, dass

die Vereine ganz unterschiedlich

mit der aktuellen Pandemie umgehen.

Nicht alle würde die Absage

von Festen hart treffen. Anders

sehe es natürlich bei denen

aus, die auf Einnahmen aus Veranstaltungen

angewiesen sind,

weil sie beispielsweise Übungsleiter

oder Dirigenten bezahlen

müssen. „Immerhin scheint es

bis jetzt keine große Austrittswelle

zu geben“, so Steinhilper.

Was es hingegen gegeben

hat, sind Gelegenheiten, die man

durch die Corona-Pandemie ungenutzt

verstreichen lassen

musste: So konnte man sich

nicht in gebührender Weise bei

Bruno Gießer, ehemaliger Musikdirektor

des Musikvereins Freudenstein,

bedanken und die

langjährige Schulleiterin der

Grundschule musste unter Ausschluss

der Öffentlichkeit verabschiedet

werden. Auch die Kirche,

die im Ort eine große Rolle

spielt, musste mit Einschnitten

leben. „In der Karwoche war es

schrecklich still“, blickt Steinhilper

zurück, „an Weihnachten

möchte ich unter diesen Voraussetzungen

noch gar nicht denken.“

Ramona Deeg

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&


| 09

Von Cnudelingen, einer

Lateinschule und Faust

Beim historischen Ortskernrundgang in Knittlingen können

Interessierte unter freiem Himmel viel Wissenswertes lernen

Die Fauststadt zu Fuß erkunden

und dabei noch etwas über die

Geschichte der im Jahr 843 als

„Cnudelingen“ im Lorscher Codex

erwähnten Stadt erfahren?

Das ist durch einen Historischen

Ortskernrundgang möglich, den

das Forum Bau und Kultur gemeinsam

mit dem Faust-Museum/Archiv

initiiert hat. Unterstützt

wurde die Idee von der

Stadt Knittlingen und der Firma

Dürrwächter + Friedrich.

Der Historische Rundgang

durch das Herz der Fauststadt

ist unabhängig von Tag und Uhrzeit

möglich. Denn an 14 Gebäuden

in der Innenstadt weisen Infotafeln

auf ehemalige Funktionen

und interessante geschichtliche

Daten und Fakten hin. Kurzum:

eine einfache und kostengünstige

Möglichkeit, um im

Spätsommer oder Herbst ein

paar Stunden in Knittlingen zu

verbringen und sich dabei nicht

nur auf die Spuren des historischen

Faust zu begeben. Wobei

sowohl das Faust-Museum als

auch das Faust-Geburtshaus

Teil des Rundgangs sind.

Schließlich ist das Faust-Museum

im Alten Rathaus untergebracht.

Es lohnt sich, dieses Gebäude

von außen genauer unter

die Lupe zu nehmen: „Über der

Eingangstür des Gebäudes befindet

sich das Knittlinger Wappen:

In der Mitte der Abtstab als

Zeichen der Zugehörigkeit zum

Kloster Maulbronn, links- und

rechtsgekreuzt zwei Knüppel,

die auch Knittel genannt werden.

Davon abgeleitet wurde die

Ortsbezeichnung Knittlingen.“

Nur wenige Schritte entfernt

ist das heutige Faust-Archiv in

einer der ältesten erhaltenen Lateinschulen

untergebracht und

direkt daneben steht das Geburtshaus

des historischen

Faust: Dort wurde Georg Johann

Faust um 1480 geboren. Er starb

unter mysteriösen Umständen

um 1540 in Staufen im Breisgau.

„Inspiriert vom Alchemisten, Astrologen,

Magier und Heilkundigen

verfasste Goethe 1808 sein

Drama Faust I.“, heißt es unter

anderem auf einem Flyer zum

Rundgang, der auf der Internetseite

der Stadt unter www.knittlingen.de

heruntergeladen werden

kann.

Der historische Ortskernrundgang

bietet allerlei Wissenswertes

über Knittlingen, das heute

rund 8100 Einwohner zählt, mit

Freudenstein-Hohenklingen und

Kleinvillars zwei Stadtteile hat

und 2010 mit den langjährigen

spanischen Freunden aus Benaoján

und Montejaque offizielle

Partnerschaften eingegangen

ist.

Neben dem Rundgang an der

frischen Luft lohnt auch ein Besuch

im Faust-Museum, das

aktuell allerdings umgestaltet

wird und daher geschlossen

hat. Das Flipper-Museum Manfred

Durban (mit Voranmeldung)

und Walters Oldtimer-Museum

haben unter Corona-Auflagen

wieder geöffnet.

Ramona Deeg

Schwerpunkt des historischen Rundgangs sind die Faust-

Gebäude rund um die St. Leonhardskirche (Mitte).

Die Infotafeln punkten nicht nur mit historischen Fakten,

sondern auch mit alten Bildern.

Fotos: Deeg

Den Knittlinger Stadtkern anhand von Infotafeln zu Fuß erkunden

Folgende Gebäude und Straßen

sind im historischen Ortsrundgang

aufgenommen:

1. Thurn- und Taxissches

Postanwesen

und Neues Rathaus

2. Markstraße

3. Eichamt

4. Altes Rathaus/

Faust-Museum

5. St. Leonhardskirche

6. Alte Lateinschule/

Faust- Archiv

7. Faust-Geburtshaus

8. Kelter

9. Pfleghofareal

10. Steinhaus

11. Dekanatsgebäude

12. Seestraße,

„Rotes Meer“

13. Torstraße/

Spital

14. Grabenstraße/

Brechgraben.

(Quelle: www.knittlingen.de)

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10 |

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Der Traum vom Beautypark

Tugba Peker hat mit dem Salon „Viano Hair Crew“ an der Mühlacker Ziegeleistraße viel vor

Eine neue Inhaberin und große

Ziele: Mit Tugba Peker gibt es im

mehrfach ausgezeichneten Friseursalon

Viano Hair Crew an der

Mühlacker Ziegeleistraße 24 eine

neue Chefin. Die Corona-Pandemie,

der Lockdown und die

Folgen haben es Samuel Bahnan

fast unmöglich gemacht, sich bei

seinen bisherigen Kunden zu verabschieden.

„Ich möchte mich

für die Loyalität und Treue bedanken“,

sagt er, „und ich hoffe, dass

ich den einen oder die andere in

Mühlacker sehe oder auch hier im

Salon.“ Obwohl der ehemalige Inhaber

aus gesundheitlichen Gründen

den Beruf wechseln muss, will

er dem Salon als Berater weiterhin

zur Seite stehen. Zunächst wird er

jedoch als Lehrer an allgemeinbildenden

Schulen und als Unternehmensberater

im Friseurhandwerk

unterwegs sein.

Für Tugba Peker war es unerwartet

so schnell wieder an der Spitze

eines Salons zu stehen. Die dreifache

Mutter ist seit 2011 Friseurmeisterin

und war zuvor in Heilbronn

selbstständig. In Mühlacker

hat sie kurz vor dem Lockdown als

Teammitglied der Viano Hair Crew

angefangen und sollte eigentlich

erst einmal als Mit-Inhaberin Luft

schnuppern. Als klar war, dass Samuel

Bahnan den Salon nicht weiterführen

kann, hat sie sich entschlossen,

das Ruder in die Hand

zu nehmen.

An Ideen mangelt es ihr dabei

keineswegs: Neben dem klassischen

Geschäft – Waschen,

Schneiden, Legen – will sie den

Salon im rückwärtigen Bereich der

Ziegeleistraße Schritt für Schritt

zum Beautypark erweitern. Dabei

hat sie insbesondere Bräute als

Zielgruppe im Auge, die vor dem

Ja-Wort alles aus seiner Hand bekommen

können. Es gibt sogar

eine Leinwand, vor der Fotos als

Erinnerung an den schönsten Tag

Das Team der Viano Hair Crew: Julian Korn, Chiara Tasselli, Thomas Vogel, Samuel Bahnan (früherer

Inhaber und Berater), Inhaberin Tugba Peker, Larissa Kiene, Janina Eichorn.

Fotos: Deeg

im Leben gemacht werden können.

Da aber nicht nur heiratswillige

Frauen angesprochen werden

sollen, betont die neue Inhaberin,

dass ihr auch Männer am Herzen

liegen. Das stellt sie unter anderem

damit unter Beweis, dass sich

eine Mitarbeiterin zur Fachkraft für

Männer-Toupets weiterbildet. „Das

gibt es nirgends in der Region“,

betont Tugba Peker. Sie selbst hat

sich auf Blond-, Braut- und Hochsteckfrisuren

sowie den generellen

Schnittbereich spezialisiert. „Ich

habe aber auch Weiterbildungen in

den Bereichen Wimpern- und Augenbrauen-Styling

sowie Microblading

absolviert“, erklärt sie.

Das Friseur-Handwerk hat Tugba

Peker schon in jungen Jahren

interessiert. „Ich habe meinen

Schwestern immer Frisuren gemacht

und ihnen sogar die Haare

geschnitten”, plaudert sie aus dem

Nähkästchen. „Diese Leidenschaft

merkt man, wenn man sie beim Arbeiten

beobachtet“, verrät zudem

ihr Vorgänger Samuel Bahnan.

Ihr sei es wichtig, dass das Team

sich auch in Zukunft in vielen Bereichen

weiterbildet und somit das

Angebot im Salon stetig weiterwächst.

„Ich bin offen für Neues“,

betont Tugba Peker. So biete man

beispielsweise auch drei unterschiedliche

Varianten der Haarverlängerung

an. Für die männliche

Kundschaft habe man eine neue

Friseurmeisterin im Team, die sich

auch in puncto Bärte bestens auskennt.

Im ersten Stockwerk der ehemaligen

katholischen Kirche für Arbeiter

der Ziegelei gibt es zudem

einen Rückzugsraum, in dem

kosmetische Behandlungen angeboten

werden. Ab Oktober sollen

dort beispielsweise Fußpflege-Behandlungen

angeboten werden.

„Wir haben hier knapp 200 Quadratmeter

Platz“, erklärt die neue

Inhaberin über die Möglichkeiten

im Salon, der sich auf das Erdund

erste Obergeschoss erstreckt.

Ansprechpartner

Viano Hair Crew:

Ziegeleistraße 24

75417 Mühlacker

Telefon: 07041 861631

www.viano-crew.de

Und ein weiterer großer Pluspunkt

sei, dass man Parkplätze direkt vor

der Tür habe. „Bequemer können

es unsere Kunden nicht haben.“

Das wissen einige Kunden schon

seit vielen Jahren zu schätzen.

Immerhin hat Samuel Bahnan den

Salon vor zehn Jahren gegründet

und bis ins Frühjahr hineingeführt.

„Im Team selbst gibt es keine Veränderungen“,

betonen die beiden.

Wer bislang sein Können mit der

Schere unter Beweis gestellt hat,

ist auch weiterhin mit von der Partie:

Thomas Vogel, Janina Eichhorn,

Julian Korn und Chiara Tasselli. Wer

sich einen eigenen Eindruck von

der Viano Hair Crew verschaffen

möchte, kann das tun. „Wir haben

uns ein Angebot überlegt“, verrät

Tugba Peker, „wir bieten eine Aktion

an: Auf Balayage und Haarverlängerungen

bieten wir befristet

bis Ende Oktober 2020 einen Rabatt

von 25 Prozent an. Für weitere

Neuigkeiten und Aktionen können

uns die Kunden gerne auf unseren

Social-Media-Kanälen oder auf

unserer Seite www.viano-crew.de

folgen. Termine werden unter Tel.

07041 861631 gebucht.“ Deeg

Öffnungszeiten:

Montag geschlossen

Dienstag: 9.00 bis 18.00 Uhr

Mittwoch bis Freitag:

9.00 bis 18.30 Uhr

Samstag:

8.30 bis 14.30 Uhr

Einblicke in den mehrfach preisgekrönten Salon an der Ziegeleistraße.


Die wichtigsten Veranstaltungen

des Quartals

Erleb

wert

Let`s clean

Mühlacker!

Samstag, den 19. September

Bekanntgabe des Treffpunktes per Mail

Uhrzeit: 10 Uhr

Anmeldung und weitere Infos unter:

www.muehlacker-tagblatt.de/

anmeldung-world-cleanup-day/

oder telefonisch unter 07041 805 21

www.vkz.de

www.muehlacker-tagblatt.de


12 |

130 Zuschauer im Großen Haus

Das Theater Pforzheim startet mit einem reduzierten Spielbetrieb in die neue Saison

Sehnsucht nach einem geregelten

Kulturbetrieb haben nicht nur

Theaterliebhaber, sondern auch

die Schauspieler

am

Theater Pforzheim.

Gemeinsam

mit dem

Fotografen

Sebastian Seibel

setzen sie

daher eine Fotoserie

zum

Thema um, die

unter anderem auf der Internetseite

des Theaters und bei Facebook

zu sehen ist.

Damit wollen die Schauspieler

die Zeit bis zum 18. September

überbrücken. Dann startet das

Theater Pforzheim in eine Spielzeit

mit Einschnitten. Im September

werden die Oper „Fidelio“

und die beiden Schauspiele

„Shakespeare in Love“ und „Die

Zofen“ zu sehen sein. „Allerdings

können wir durch die Aufrechterhaltung

der Abstandsregel

im Großen Haus lediglich eine

maximale Zuschauerkapazität

von 25 Prozent realisieren.

Dies sind bei uns 130 Zuschauer“,

erklärt Verwaltungsdirektor

Uwe Dürigen auf Nachfrage.

Er gibt einen Einblick, was es

bedeutet, unter den derzeitigen

Bedingungen, die Spielzeit am

Theater Pforzheim einzuläuten:

„Grundsätzlich gibt es ein detailliertes

Hygienekonzept. Unsere

Zuschauer tragen bis zum Beginn

der Vorstellung einen

Mund-Nasenschutz. Das Foyer

öffnet 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn

und die Zuschauerströme

werden über verschiedene

Eingänge geleitet.“ Einschränkungen

bestehen beispielsweise

darin, dass keine

Foyerbewirtung stattfindet und

es auch keine Premierenfeiern

geben wird. Eine weitere Veränderung,

die die Corona-Pandemie

mit sich bringt, sei, dass das

beliebte „Sammel-Taxi“ momentan

nicht als Serviceleistung angeboten

werden könne, so der

Verwaltungsdirektor weiter.

Uwe Dürigen verdeutlicht zudem,

dass das Theater Pforzheim

nicht nur seinen Besuchern

gegenüber eine hohe Verantwortung

trägt. Schließlich sei man

auch Arbeitgeber und habe daher

mit dem Lockdown strikte

Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter

erarbeitet und umgesetzt.

Der zweite „fundamentale Eckpfeiler“,

auf den der momentane

Theaterbetrieb baue, seien die

Vorgaben der Corona-Verordnung

des Landes Baden-Württemberg

zum Schutze des Publikums.

„Die kurzen Vorlaufzeiten

des Gesetzgebers stehen jedoch

völlig entgegengesetzt zu den

Planungszeiträumen eines produzierenden

Theaterbetriebes“,

betont Uwe Dürigen. Konkret

mussten die Verantwortlichen

des Theaters Pforzheim daher

die Entscheidung treffen, alle

Abonnementserien bis zum

31. Dezember 2020 auszusetzen.

Angesichts der stark eingeschränkten

Kapazität blickt der

Verwaltungsdirektor mit Wehmut

auf die erfolgreich realisierte

Sitzplatzbelegung im Salzburger

Festspielhaus: Dort konnte in einer

„Schachbrettvariante“ jeder

zweite Sitzplatz besetzt werden.

Ramona Deeg

Foto: Andrea D’Aquino

Ticketvorverkauf

Der Kartenvorverkauf für den

Monat September hat bereits

begonnen. Tickets für die Vorstellungen

gibt es an der Theaterkasse

Am Waisenhausplatz

5 oder telefonisch unter

07231/392440. „Aufgrund der

derzeitigen Situation ist uns der

direkte Austausch mit unserem

Publikum besonders wichtig“,

teilt das Theater Pforzheim mit.

Die Mitarbeiterinnen würden

Kartenkäufer und Interessenten

über die „coronabedingt notwendigen

Verhaltensregeln in

Bezug auf den Vorstellungsbesuch“,

informieren.

Weitere Informationen – unter

anderem zur Spielzeit – gibt es

im Internet unter www.theaterpforzheim.de

(ram)

„Heitere Abende mit einem guten Viertele“

Spatzabrettle zieht vorübergehend von der Schützinger Festhalle in die Stromberhalle nach Illingen

Traditionell gut besucht und

nicht selten ausverkauft: So präsentiert

sich die Theater- und

Kabarettbühne „Spatzabrettle“

von Bernd Huber. Der Cateringund

Veranstaltungsfachmann

will seinem

Publikum

auch während

der Corona-

Pandemie heitere

Abende

bescheren.

„Die beiden

Staffeln des Spatzabrettle für

den Zeitraum September bis Dezember

20 und Januar bis April

21 waren ja bereits vor Corona

geplant und die Verträge mit den

Künstlern schon lange geschlossen“,

sagt er. Dennoch musste

er teilweise umplanen, denn seitens

der Gemeinde Illingen gab

es den Hinweis, dass die Festhalle

in Schützingen erst ab November

wieder geöffnet wird.

Doch aus der Not haben Huber

und sein Team eine Tugend gemacht:

„Wir haben uns entschlossen,

die beiden Staffeln

mit zehn Veranstaltungen in eine

komprimierte Veranstaltungsreihe

von November bis

April zu packen.“ Außerdem fiel

gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung

die Entscheidung,

mit der aktuellen Spatzabrettle-Staffel

komplett von der

Festhalle in Schützingen in die

größere Stromberghalle nach Illingen

umzuziehen.

Für diese neuen räumlichen

Möglichkeiten haben Huber und

sein Team, wie sie berichten, ein

umfangreiches Hygienekonzept

erarbeitet, „so dass unsere Gäste

kaum Einschränkungen erwarten

müssen und heitere Theaterund

Kabarettabende bei einem

leckeren Essen und einem guten

Viertele erleben können“.

Dennoch rechnet Bernd Huber

aktuell nicht damit, durchweg alle

Karten an den Mann oder die

Frau bringen zu können. Trotzdem

ist er guter Dinge, dass sein

Stammpublikum mitzieht – angesichts

des Ortswechsels nicht

nur im übertragenen, sondern

auch im wortwörtlichen Sinn.

„Ich gehe davon aus, dass uns

unsere Gäste gerne wieder besuchen

wollen“, sagt Huber. Diese

Erfahrung habe er auch beim

gerade zu Ende gegangenen

Open-Air-Sommer in Schützingen

gemacht.

Zu den Veranstaltung, die er

im April absagen musste, zählten

zwei Auftritte des Würzbacher

Bauerntheaters. Die Gruppe

aus dem Schwarzwald habe

Kultstatus, so Huber. Entsprechend

freue er sich, mitteilen zu

können, dass es schon die

nächsten Termine mit dem

Würzbacher Bauerntheater gibt:

Sie kommen laut aktueller Planungen

am Freitag und Samstag,

16. und 17. April, 2021 nach

Illingen.

Der Auftakt zur Spatzabrettle

Saison ist für den 7. November

geplant. Das Programm wird

zeitnah veröffentlicht – mit dabei

sind auf jeden Fall Bernd Kohlhepp

und das Duo „Dui do ond

de Sell“, wie Bernd Huber auf

Nachfrage vorab verrät. Petra

Binder und Doris Reichenauer

(„Dui do ond de Sell“) treten am

Samstag, 5. Dezember, um 20

Uhr mit ihrem Programm „Das

Zauberwort heißt Bitte!“ auf.

Auch für das beliebte Format

„Kino und Frühstück“ im Scala

Filmtheater in Mühlacker laufen

die Planungen. Erste Termine

würden schon bald veröffentlicht

werden.

Ramona Deeg

Kontakt

Wer die Veröffentlichung des

Programms für die Spatzabrettle-Saison

von November

bis April in der Illinger Stromberghalle

nicht verpassen will,

kann sich beispielsweise für

den Newsletter der Kultur- und

Kabarettbühne von Bernd und

Gabi Huber anmelden unter

www.spatzabrettle.de. Auf der

Internseite selbst wird das Programm

auch zu finden sein.

Außerdem gibt es online unter

anderem die Möglichkeit, Gutscheine

zu erwerben. (ram)

■ Innovative

Heizsysteme

■ Erneuerbare

Energien

■ Kreative

Bäder

■ Kundendienst

W. Efferenn GmbH

Bahnhofstr. 41 – 43 · 75443 Ötisheim · Telefon 07041 811048

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Kultur und Co.: Augen aufhalten lohnt sich!

Auf dieser Doppelseite haben

wir beispielhaft mit drei Veranstaltungsprofis

gesprochen,

die in den kommenden Wochen

und Monaten Kultur anbieten

und auf gute Besucherresonanz

hoffen. Während der

Sommermonate konnte der

Heißhunger auf Konzerte, Lesungen

und Theater zunehmend

unter freiem Himmel gestillt

werden. Mit dem beginnenden

Herbst müssen die

Kulturabende nach und nach

wieder in die Hallen der Region

verlegt werden. Noch ist völlig

unklar, ob die potenziellen Besucherinnen

und Besucher

mitziehen. Dennoch gibt es immer

mehr Veranstalter – darunter

auch Vereine – die sich Gedanken

machen, wie sie die

Auflagen erfüllen und somit sichere

Kulturmomente organisieren

können.

Halten Sie, liebe Leserinnen

und Leser, die Augen auf. Ihre

Tageszeitungen, das Mühlacker

Tagblatt und die Vaihinger

Kreiszeitung, machen auf

Veranstaltungen aufmerksam.

Und sollten Sie selbst eine planen:

Denken Sie daran, die

Redaktionen im Vorfeld rechtzeitig

und vollständig zu informieren:

Wer macht wann und

wo was?

Ihre LesEnzwert Redaktion


| 13

Die „medlz“ treten zum Abschuss der Saison im Uhlandbau

auf. Foto: Robert Jentzsch | www.rjphoto.de

Theatersaison

im Uhlandbau

Samstag: 26. September,

20 Uhr:

„Glück g’habt“: Italienischschwäbisches

Kabarett mit

Heinrich del Core – als Open-

Air-Veranstaltung auf dem Kelterplatz

vor dem Rathaus

Mühlacker

Samstag, 10. Oktober,

20 Uhr:

„Frida Kahlo“

Samstag, 17. Oktober,

20 Uhr:

„Die Mitwisser. Eine Idiotie“

Samstag, 14. November,

20 Uhr: „

„Berlin - Paris - San Francisco“

Freitag, 20. November,

20 Uhr:

„#Freundschaft“

Der Auftritt von Heinrich del Core wird auf den Kelterplatz

verlegt. Foto: Hubert_Braxmaier

„Wir geben nicht auf“

Theatersaison im Uhlandbau beginnt mit Open-Air-Abend auf dem Kelterplatz

Mit einer „Planung auf bester

Hoffnung“ arbeitet derzeit das

Team der Volkshochschule

Mühlacker, wenn es darum geht,

die Theatersaison im Uhlandbau

vorzubereiten.

Dabei ist es

vhs-Chefin

Martina Terp-

Schunter besonders

wichtig,

dass keineswegs

nur

ihre Mitarbeiterinnen

in der

Geschäftsstelle

auf diese Hoffnung setzen.

„Letztendlich geht es dabei um

alle Gewerke, die an einem Theaterabend

beteiligt sind: Wir als

Veranstalter, unsere Künstler, die

Techniker, der Caterer und natürlich

auch unsere Schüler und

Studenten, die beim Auf- und

Abbau helfen.“

Auf Dauer würde die Unsicherheit,

die die Corona-Pandemie

mit sich bringt, an den Nerven

aller zehren. Zwar habe man

bei den Open-Air-Veranstaltungen

auf der Burg durchaus gute

Erfahrungen gemacht – aber

das sei im Sommer gewesen.

Im Herbst könne man nicht

mehr soviel unter freiem Himmel

planen. Immerhin: Die

Abonnement-Kunden sind auch

für die anstehende Theatersaison

im Uhlandbau so gut wie

alle wieder mit von der Partie.

Mehrere Abende der zehn Veranstaltungen

umfassenden Theatersaison

2020/2021 gelten bereits

als „ausverkauft“. Allerdings

bedeutet „ausverkauft“ – bedingt

durch die einzuhaltenden

Abstandsregeln – zwischen 70

und maximal 130 Personen.

„Das hängt davon ab, wie viele

Theaterbesucher aus einem

Haushalt kommen und daher zusammensitzen

dürfen“, erläutert

Martina Terp-Schunter. Daher

sei es im Moment auch nicht

einfach machbar „mal eben“ eine

Karte zu kaufen. Schließlich

müssten die Kontaktdaten für

das Gesundheitsamt – Stichwort:

Nachverfolgung – erfasst

und beim Kauf mehrerer Tickets

abgeklärt werden, ob die Karteninhaber

während der Veranstaltung

nebeneinander sitzen dürfen.

„Der Aufwand ist mindestens

150 Prozent vom normalen“,

schätzt die vhs-Chefin mit Blick

auf das Hygienekonzept sowie

die Sitzpläne. die es ständig aktuell

zu halten gilt. Hinzu kommen

zudem Nachfragen von

Theater-Ensembles zum Thema

Sicherheit und Schutzmaßnahmen.

„Einige Ensembles haben

auch eigene Hygienekonzepte

erarbeitet“, gibt Martina Terp-

Schunter einen weiteren Einblick.

Die Auftaktveranstaltung mit

Heinrich del Core findet anders

als geplant am Samstag, 16.

September, nicht im Uhlandbau

sondern als Open-Air-Abend auf

dem Kelterplatz statt. Sollte dieser

Plan nicht aufgehen, wird die

Veranstaltung ins nächste Jahr

verlegt, wie die Verantwortlichen

ankündigen.

„Wir geben nicht auf“, betont

Martina Terp-Schunter, die sich

trotz des großen Aufwandes gemeinsam

mit ihrem Team auf die

bald beginnende Theatersaison

im Uhlandbau Mühlacker an der

Uhlandstraße freut.

Ramona Deeg

Samstag, 5. Dezember,

20 Uhr:

„The Living Paper Cartoon“

Freitag, 22. Januar,

20 Uhr:

„Realität kann jeder“

Freitag, 26. Februar:

20 Uhr:

„Meine Braut, sein Vater und

ich“

Samstag, 13. März,

20 Uhr:

„Tyll“

Samstag, 14. April,

20 Uhr:

„(Das) läuft bei uns! - der

Soundtrack unseres Lebens“

Kindertheatervorstellungen

finden am 13. Oktober, 14. Dezember,

23. Februar, 16. März,

13. April sowie am 4. und 18.

Mai jeweils um 15.30 Uhr

ebenfalls im Uhlandbau Mühlacker

statt.

Mehr Informationen zur Theatersaison

im Uhlandbau und

den jeweils geltenden Vorsichtsmaßnahmen

gibt es direkt

bei der Volkshochschule

Mühlacker unter der Telefonnummer

07041/876-300. (ram)


14 |

Zimperlich waren sie allesamt nicht

Vaihinger Alltagsheldinnen

Ruth Milling

(1901 bis 2006)

Groß sind sie, stark, edel und gut

und meist männlich. Sie vollbringen

außergewöhnliche Leistungen,

die Legenden und Sagen füllen. Die

Rede ist von Helden. Dabei gibt es

in der Geschichte zahlreiche außergewöhnliche

Frauengestalten,

die durchaus helden- und vorbildhaft

gewirkt haben. Die Vaihinger

Stadtarchivarin Andrea Majer hat

sich ihrer angenommen und erzählt

bei virtuellen und realen Stadtspaziergängen

von den großen und

kleinen Taten der „Vaihinger Alltagsheldinnen“.

Auf das Thema gestoßen wurde die

Archivarin vom Eine-Welt-Laden,

der zum Internationalen Frauentag

eine Vaihinger Heldin feiern wollte.

„Dabei habe ich verwundert

festgestellt, dass die Geschichtsschreibung

die Frauen außen vor

gelassen hat“, erzählt Majer. Also

begann sie selbst zu recherchieren.

Und stieß zunächst auf die

beiden Namensgeberinnen für Vaihinger

Kindergärten: Mina Lenges

und Martha Beitter. Am Ende ihrer

Arbeit kann sie nun bei ihren Führungen,

die sie auf Wunsch auch

in virtueller Form anbietet, in chronologischer

Reihenfolge zahlreiche

Alltagsheldinnen vorstellen, die in

und um Vaihingen Großes bewirkt

haben.

Zu Beginn lässt Andrea Majer jene

Frauengestalten aufleben, die im

Mittelalter in Ensingen und Enzweihingen

als Hexen gefoltert und

verfolgt wurden. Anna Beringer,

Elisabeth Zuber und Catharina Gilg

beispielsweise mussten sich vor

allem dafür verantworten, weil sie

kräuterkundig und selbstbewusst

waren.

Über eine gehörige Portion Selbstbewusstsein

verfügten wohl alle

Frauen, deren Namen und Taten

die Archivarin bewahren will. So

wie die charismatische Opernsängerin,

Pianistin und Tänzerin

Ruth Milling (1901 bis 2006). Die

ausgebildete, talentierte und europaweit

angesehene Künstlerin

besiedelte am Kriegsende 1944 mit

ihrem Mann ein einsames Weinberghäuschen

an der Enz zwischen

Unter- und Oberriexingen.

Als Selbstversorgerin überlebte sie

die schwere Zeit ohne Auftritte und

Einkommen. Und machte aus der

Not eine Tugend: Sie gab zunächst

Klavierunterricht und arbeitete als

Organistin. Dann aber wurde sie

zur Tanzlehrerin der ganzen Region.

Mit dem Fahrrad und später mit

einem Gogomobil fuhr sie durch

den gesamten Landkreis Vaihingen

und veranstaltete Kurse und Bälle

Minna Riegel

(1891 bis 1975)

für junge und nicht mehr ganz so

junge Erwachsene. Ihre Frühlingsbälle

im Tanzsaal des Gasthauses

„Rose“ (über der heutigen Pizzeria

Salento in der Vaihinger Innenstadt)

waren legendär. „Bei jeder

Führung erinnert sich noch jemand

daran“, sagt Majer. Man darf die

schöne, anmutige Tänzerin wohl als

Stifterin zahlreicher Ehen und Liebesbeziehungen

bezeichnen. Zur

Legendenbildung trägt auch diese

Geschichte bei: Nach einem Krankenhausaufenthalt

in den 70er-Jahren

kehrte Milling in ihr Haus an

der Enz zurück und entdeckte, so

erzählte sie selbst zu Lebzeiten,

dass während ihrer Abwesenheit

Mitglieder der RAF in dem einsamen

Anwesen Unterschlupf gefunden

hatten.

Die Früchte von Millings Ehestiftungen

durfte eine andere ernten:

Die Hebamme Minna Riegel (1891

bis 1975) brachte bis zu ihrem 40.

Dienstjubiläum rund 3.300 Kinder

zur Welt und zählte zu den stadtbekanntesten

Persönlichkeiten. In

ihrem Hanomag, der wegen seiner

Form im Volksmund „Kommissbrot“

genannt wurde, besuchte sie

Schwangere im gesamten Vaihinger

Kreis, der von Oberderdingen

bis Weissach reichte. Später arbeitete

die Geburtshelferin im Vaihinger

Krankenhaus, in dem zuletzt

der Waldorf-Kindergarten untergebracht

war.

Kinder lagen zeitlebens auch einer

weiteren Vaihingerin am Herzen:

Mina Lenges (1877 bis 1928)

wuchs als Schwester des Polizeiwachtmeisters

Karl Hecht in der

Stadt unterm Kaltenstein auf. Zwar

ging sie früh nach Amerika und heiratete

den reichen Philipp Lenges.

Doch ihrer Heimat und den hiesigen

Kindern blieb sie stets verbunden:

1922 schicke sie zum Maientag 20

Dollar. Umgerechnet waren das in

der Inflation 6057 Mark. Schon die

Hälfte des Geldes reichte aus, alle

Kinder beim Fest zu beschenken

und zu verköstigen. Später unterstützte

Lenges die Latein- und

Realschule.

Emanzipatorische Arbeit leistete

wohl die streng gläubige Martha

Beitter (1874 bis 1934). Als öffentliche

Treffpunkte für unverheiratete

junge Frauen noch tabu waren,

öffnete sie den großen Garten ihres

Anwesens auf dem heutigen

Kreishaus-Gelände für gesellige

Zusammenkünfte. Hier konnten

sich die Mädchen und Frauen ungestört

austauschen, lesen, singen,

vielleicht sogar tanzen. Nach

ihrem Tod vermachte Beitter ihr

Elternhaus der Stadt – die es mit

dem Landkreis gegen das Gelände

eintauschte, auf dem heute

der Martha-Beitter-Kindergarten

steht. Ihr Wunsch: Es möge für die

Kinder- und Jugendarbeit genutzt

werden.

Unvergessen soll eine weitere

Vaihingerin aus der jüngeren Geschichte

bleiben: Schwester Rose

Schwarz (1935 bis 2017). Sie durfte

Stadtarchivarin Majer persönlich

kennen lernen und war beeindruckt

von ihrem selbstlosen Wirken. Die

in Kleinglattbach geborene Missionarin

widmete ihr Leben afrikanischen

Kindern. Für ihr Diakonissenhaus

St. Chrischona baut sie

in Kenia unter schwersten Bedingungen

ein Heim für Aidsweisen

auf, in dem heute 600 Kinder versorgt

werden. 2014 erhielt sie das

Bundesverdienstkreuz für ihr Lebenswerk.

Ihre Erlebnisse schildert

Rose Schwarz in ihrer Biografie

„Ganz oder gar nicht – Ein Leben

unter Gottes Führung“.

Biografien, das würde sich Stadtarchivarin

Andrea Majer von oder

über viel mehr heldenhafte Vaihinger

Frauen wünschen. So bewahren

wenigstens ihre Führungen die

Erinnerung an die außergewöhnlichen

Persönlichkeiten, die etwas

gemeinsam hatten: „Zimperlich

waren sie wohl allesamt nicht!“

A. Kniep

Mina Lenges

(1877 bis 1928)

Schwester Rose Schwarz widmete ihr Leben afrikanischen Kindern.

Fotos: VKZ/Archiv

>>> Die nächste Stadtführung

„Vaihinger Alltagsheldinnen“ ist

am Sonntag (11. Oktober). Anmeldungen

bei der Tourist-Information

der Stadt Vaihingen,

Telefon (07042) 18-235. Hier

können auch virtuelle Gruppen-Führungen

mit Andrea

Majer zum Thema gebucht

werden.


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Sonntag, 25. Oktober

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