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Ein Tag im Leben von…

Sigrid Reiling

Von Sigrid Reiling*

Ein Dienstag im Januar

2005

Der Tag beginnt für mich mit den 3 F:

Frühsport auf dem Hometrainer,

Früchte, vorzugsweise Orangen,

Mangos oder Ananas und Frühnachrichten

im Fernsehen während des

Radfahrens. Die Hauptmeldung heute

um sieben Uhr ist der neue Airbus

380 mit seinen technischen Superlativen.

Ob im Laufe des Tages das Thema

von jemandem erwähnt wird?

Viertel vor acht bin ich im zeka Zentrum

Dättwil, dann routinemässig der

Griff ins Postfach, der Blick auf Infotafel

über Absenzen, aktuelle Anlässe

etc., Checken meiner E-Mails.

Fazit: Alles im grünen Bereich, keine

besonderen Vorkommnisse, also

noch Zeit für einen ersten Nespresso

und einen kleinen Schwatz mit den

Kolleginnen im Mitarbeiterraum. Der

Airbus 380 ist kein Thema!

Meine Mittelstufenklasse, 2 Mädchen

und 3 Jungen, erwartet mich

gut gelaunt im Schulzimmer. Auf

meinem Tisch liegt ein verschlossener

Briefumschlag. Ein Schüler hat

offensichtlich seinen Namen auf

dem PC geschrieben, gedruckt und

ausgeschnitten auf den Umschlag

geklebt. Ich werde später den Brief

öffnen.

Zuerst gilt meine Aufmerksamkeit

der ganzen Klasse. Wir begrüssen

uns, erkundigen uns nach dem Befinden,

erzählen kurz von wichtigen

persönlichen Erlebnissen und singen

das aktuelle Lieblingslied «Ich bin ich

26 1/05

und du bist du». Der Refrain wird

fröhlich geschmettert, die Hände

zeigen zum Ich und zum Du.

Danach stelle ich der Klasse den Tagesplan

vor und frage nach, ob es

noch Ergänzungen und Wünsche

von ihrer Seite gibt.

Dann steht dem Arbeitsbeginn

nichts mehr im Wege. Zwei Stunden

Mathematik, zwei Stunden Sprache.

Die Blockzeiten von je 90 Minuten

Arbeitszeit haben den Vorteil, dass

sich der Schüler mit seinem Lernstoff

gründlich beschäftigen kann. Der

Aufbau folgt den Stationen eines

Sporttrainings. Nach einer Aufwärmphase

folgt die intensive Auseinandersetzung,

dann die Kontrolle

und das Feedback, zum Schluss die

Überlegung, womit mache ich morgen

weiter.

In Mathematik sieht das für jeden

Schüler inhaltlich anders aus, so wie

es die Leistungsunterschiede und

das individuelle Arbeitsverhalten erfordern.

Die Arbeitsmittel sind vielfältig;

manche Schüler benutzen Materialien

aus dem Alltagsbereich, um

konkret handelnd mathematische

Überlegungen anzustellen. Andere

arbeiten mit Zeichnungen und Symbolen,

mit Büchern, PC-Programmen

oder speziellen Rechenspielen.

Viele Schüler entwickeln eine Abneigung

gegenüber der Mathematik,

wenn ihnen der Stoff über den Kopf

wächst. Gerade dies möchte ich vermeiden

helfen. Mit gezielter Vorbereitung

und hoher Präsenz im Unterricht

unterstütze ich meine Schüler,

mathematische Grundkenntnisse zu

erwerben. Mit dem Lernerfolg stellt

sich meistens auch eine positive Haltung

ein, die das Selbstvertrauen

stärkt.

Heute habe ich Pausenaufsicht, d.h.

ich schliesse die Unterrichtsstunde

fünf Minuten früher, sodass ich den

Kindern noch beim Anziehen der

Jacken helfen kann und pünktlich

auf dem Schulhof stehe. Auf dem

Pausenplatz treffe ich meine Kollegin

A. K. von der Nachbarschule, die

ebenfalls eine dritte Klasse führt und

nach den Weihnachtsferien eine

meiner Schülerinnen zum Schnuppern

für drei Tage aufgenommen

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