Löbau Erleben - Ausgabe 01 / 2020

MediaLight

Die diesjährige Ausgabe der Löbau Erleben ist nun endlich erschienen und zeigt den Leser und Leserinnen wieder interessante Facetten aus dem Löbauer Leben. Seid gespannt - wir wünschen viel Freude beim lesen!

Die schönsten Seiten der Stadt

Tschüß piefig!

Die Parzelle

im Trend

HO und Co.

Löbau’s ehemalige

Gastronomie

GRATIS!

zum Mitnehmen

Ausgabe 01 | 2020

Traditionsfirmen

vorgestellt

Löbauer

Traditionsfirmen

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um sich über unsere aktuellen Angebote und Aktionen zu informieren.

LÖBAUERLEBEN

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Liebe Leserinnen

und Leser,

Die Mehrheit unserer aufmerksamen Leserinnen und

Leser hat sicherlich bereits gemerkt, dass unser neues

Magazin nicht wie gewohnt im Juni erschienen ist. Leider,

durch die Coronapandemie bedingt, war es uns

nicht möglich, die 1. Ausgabe dieses Jahres eher erscheinen

zu lassen. Aber nun im September ist es soweit

und das Magazin liegt Ihnen hiermit frischgedruckt

vor. Dennoch, so glaube ich freut Sie, das unser Magazin,

wenn auch verspätet, nun erscheint.

Die Dezember-Ausgabe 2019 ist wieder von unseren

Lesern gut angenommen worden, so das innerhalb von

eineinhalb Wochen alle Magazine „an den Mann und

die Frau gebracht“ waren. Wir bedanken uns bei den

Lesern dieser Lektüre und freuen uns natürlich über

ihr positives Feedback. Gern nehmen wir von Ihnen

auch Anregungen für inhaltliche Themen oder gestalterische

Wünsche entgegen.

Lassen Sie sich nun von unserem neuen Magazin in den

Bann der interessanten, anregenden und unterhaltsamen

Beiträge ziehen. Wir und die Autoren wünschen

Ihnen viel Spaß dabei.

Hans-Henner Niese

und das Team von Media-Light

Grußwort von LÖBAULEBT e.V.

Aus dem Inhalt

Löbauer Traditionsfirmen vorgestellt

Hotel Stadt Löbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 4–5

Wendler Drogerie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 6–7

STL-Bau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8–9

ACO Autohaus Zeidler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10–11

Wie Löbau bisher die Corona-Zeit erlebt . . . . Seite 18–19

Vereinsleben, Traditionspflege und Sport . . . . Seite 28–29

bei der Privilegierten Schützengesellschaft

zu Löbau e.V.

Das Denkmal am Brücknerring . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 30–31

Der große Traum vom kleinen Raum – . . . . . . Seite 38–39

Ein Tinyhaus aus Löbau

Von einem, der auszog, die perfekte. . . . . . . . . . Seite 40–43

Stimmung einzufangen

Unsere Redaktion ist offen für Ihre Meinung zum neuen

Magazin. Schicken Sie uns Ihr Lob oder auch konstruktive

Kritik an: post@media-light-loebau.de

Sie haben Ideen für neue Beiträge, Themen oder möchten

Ihren Beitrag der Öffentlichkeit vorstellen? Dann schreiben

Sie uns an und erläutern Sie uns kurz, prägnant und

informativ Ihre Geschichte!

Wir hoffen, dass der Sommer noch ein bisschen bleibt

und der Herbst sehr mild wird. Die Corona-Einschränkungen

haben auch uns ausgebremst und so

konnten wir Ihnen unser Sommerheft leider nicht wie

geplant im Juni 2020 präsentieren. Die Freude an sommerlichen

Themen ist nun, Anfang September, ungeschmälert

und größer denn je. Wir waren im blühenden

Kleingarten, haben das fantastischste Sommer-Dessert

aller Zeiten zubereitet und wohnten mitten im Grünen,

in direkter Nähe zum Freibad ein bisschen Probe im

tiny house. Wir wünschen sehr viel Spaß beim Lesen

unserer neuen Ausgabe. Holen Sie sich dafür auch

ruhig noch ein Eis aus dem Gefrierschrank.

Herzliche Grüße,

Bettina Hennig

Impressum

Herausgeber: Werbeagentur Media-Light Löbau,

Ziegeleiweg 7c, 02708 Großschweidnitz

post@media-light-loebau.de, www.media-light-loebau.de

Projektleitung: Hans-Henner Niese, Werbeagentur Media-Light

Konzept & Idee: Bettina Hennig, Hans-Henner Niese

Verantwortlich für Satz & Gestaltung: Sharon Hille, Druckpol

Autoren: Redaktion, Arnd Krenz, Bettina Hennig, Vereine, Werbepartner

Texte: siehe Texturheber

Bildnachweis: Titelbild: Nora alias Nora Nilpferd, siehe Bildurheber

Anzeigenakquise: Roswitha Beil, Bettina Hennig, Hans-Henner Niese, Werbeagentur

Media-Light

Verteilung: Kostenlos an kommunale Einrichtungen der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaften

von Löbau, sowie Einrichtungen in Löbau und Umgebung. An

alle mitwirkenden Vereine, Verbände, Firmen und Hilfsorganisationen und publikumswirksamen

Auslagestellen.

Für die Richtigkeit der Werbeaussagen übernimmt die Werbeagentur Media-Light

Löbau keine Gewähr. Haftungsausschluss besteht auch für redaktionelle und technische

Fehler. Der Nachdruck, auch auszugsweise, ist untersagt.

Copyright: Werbeagentur Media-Light Löbau, 2020, all rights reserved

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LÖBAUERLEBEN


von Arnd Krenz

Geht es um das Thema Tradition, ist

das Hotel Stadt Löbau im Stadtgebiet

sicher eines der nennenswertesten

Objekte. Was die Wenigsten

wissen: Das heute an der Ecke Weißenberger-

/ Elisenstraße gelegene

Gasthaus stand früher an anderer

Stelle. Bereits im 18. Jahrhundert

gab es ein Stück die Elisenstraße

hinunter, an der heutigen Walter-

Vetter-Straße ein Feldschlösschen,

das später jedoch abbrannte. Der

Wirt baute es anschließend an der

Staatsstraße nach Kittlitz als zweistöckiges

Haus wieder auf. Viele

Jahre verblieb es unter gleichem

Namen am Ort, bis sein Besitzer

Max Fritsche es 1913 aufstocken

ließ und in Gasthaus zum Reichshof

umbenannte. Selbst als das Hotel in

der DDR längst Stadt Löbau hieß,

blieb diese Bezeichnung noch über

Jahre im Sprachgebrauch der Löbauer

erhalten.

Nach der Wiedervereinigung führte

Günter Zimmerling das Hotel

durch zugegebenermaßen bisweilen

schwierige Zeiten. Doch er war

erfolgreich und konnte das Haus

auf hohem Niveau halten. Im April

2020 hat er den Staffelstab aber

endgültig an seinen Nachfolger

Sascha Ehlert weitergegeben. Mit

ihm hat er eine gute Wahl getroffen,

denn Sascha Ehlert ist bei Weitem

kein Neuling in der Branche. Der

aus Hessen stammende Hotelier

war vorher 10 Jahre als angestellter

Hoteldirektor in renommierten

Häusern, wie u. a. einem Schlosshotel

an der Mecklenburgischen

Seenplatte und einem Best Western

Hotel in Brandenburg tätig, bevor

er sich zur Selbstständigkeit entschloss.

Durch Erfahrung sowie das

Studium örtlicher Gegebenheiten

erkannte er, dass fundamentale

Umbrüche hier sicher fehl am Platz

wären. „Moderne trifft Tradition“

heißt deshalb seine Maxime, mit

der er Altbewährtes und neue Features

unter einen Hut bringen will.

Daher hat er beispielsweise nichts

an der Außen- und Innengestaltung

verändert, ebenso bleibt das Speisenangebot

grundlegend erhalten.

Das Team um Sascha Ehlert setzt

vor allem auf einheimische Küche,

bei der die Oberlausitzer Festtagssuppe

natürlich nicht fehlen darf.

Die meisten Produkte kommen

dabei aus der Region. So auch das

Bier: Frisch gezapft vom Fass bekommen

die Gäste im Stadt Löbau

Bergquell-Pilsner sowie das beliebte

dunkle Porter der hiesigen Brauerei

eingeschenkt. Und selbst beim Personal

brauchen Stamm- und Hotelgäste

nicht auf vertraute Anblicke

verzichten. Erfreulicherweise blieb

André Prochno dem Haus erhalten.

Seit 29 Jahren arbeitet er hier als

Ober, der es ausgezeichnet versteht,

auf Menschen einzugehen. Seine

zuvorkommende, charmante und

kompetente Art macht ihn beliebt

Feldschlösschen 1868

LÖBAUERLEBEN

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(links) Gasthaus zum

Reichshof um 1913

(unten) das heutige Hotel

Stadt Löbau

und hat so manchen schon zum Wiederkommen veranlasst.

Auf der anderen Seite, der Modernen, wartet das Lokal

mit einer exklusiven Cocktailkarte auf. Die darauf angebotenen

Drinks sind trendy und enthalten durchweg

hochwertige Produkte. Mit Gin, Wodka, Whiskey oder

alkoholfrei just in time gemixt, werden sie fantasievoll

angerichtet serviert. Und das von einem barerfahrenen

Mann, denn seit Juni 2020 steht u. a. Thomas Streubel

hinter dem Tresen des Hotel Stadt Löbau. Erfahrung in

diesem Bereich hat er bereits bei Hotelketten wie Hilton

und bei Radisson gesammelt. Er stellt eine echte Bereicherung

für das Team des Hotels dar. Besonders an

Donnerstagen geht unter seinen Händen die Post ab. In

der sogenannten „Cocktail happy hour“ bietet das Hotel

Stadt Löbau die Drinks mit 20 Prozent Rabatt an. Auch

für Kurzentschlossene eine gute Gelegenheit, sich einmal

quer durch die Cocktailkarte zu trinken.

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„Moderne trifft Tradition“ – getreu diesem Leitspruch

freut sich die Besatzung des Hotels Stadt Löbau auf seine

Gäste. Sie hofft, damit den richtigen Nerv getroffen

zu haben und sagt Danke für das ihr bereits jetzt entgegengebrachte

Vertrauen.

Ab sofort!

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Cocktails

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LÖBAUERLEBEN


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

1.) 2.)

3.)

1 - Wendler Drogerie um 1910

2 - Wendler Drogerie heute

3 - Wendler Drogerie um 1915

Die Wendler-Drogerie –

ein traditionsreiches Geschäft mitten in Löbau

von Arnd Krenz

Wie sich gezeigt hat, prangt Merkur bereits jahrzehntelang

erfolgreich als Schutzpatron hoch über dem Eck

Bahnhof- / Brunnenstraße. Hier befindet sich nämlich

nicht nur ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus,

sondern auch ein traditionsreiches Handelsunternehmen.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts stand an

der Stelle noch ein einstöckiges Häuschen. Unmittelbar

am Görlitzer Tor gelegen, reihte es sich unauffällig ins

Straßenbild der Görlitzer Vorstadt ein. Seinen buchstäblichen

Aufstieg nahm es, nachdem 1869 Ernst Wendler

in ihm ein „Colonial-Waren und Producten Geschäft“

eröffnete. In den Folgejahren haben es die Besitzer dann

mehrfach ausgebaut und aufgestockt, bis es die heutige

Form annahm. Später kam im Innenhof noch ein dreistöckiges

Lagerhaus dazu, das heute für Büro- sowie

Vereinszwecke genutzt wird.

Als Arno Krumbiegel, der Urgroßvater des jetzigen Inhabers

Ingo Seiler, 1897 das Geschäft übernahm, beließ

er es beim alten Namen Wendler. Vielleicht war auch

das mit ein Grund, weshalb er gemeinsam mit seinen

Kindern Charlotte, Rudolf und Erhard ein gutgehendes

Lebensmittelgeschäft nebst angeschlossener Drogerie

und Fotohandlung aufbauen konnte. Altbekanntes zu

bewahren kann ja mitunter Wunder bewirken. Solche

allerdings durfte die Kaufmannsfamilie nach dem Zweiten

Weltkrieg nicht erwarten. Zu groß war die gesellschaftliche

Zäsur und so mussten sie den Lebensmittelhandel

aufgeben. Insbesondere Charlotte Seiler ist es

zu verdanken, dass wenigstens der Drogeriehandel die

DDR in Form eines Kommissionsgeschäftes erfolgreich

überlebte. Unterstützt wurde sie dabei von ihren Kindern

Christa und Hans-Ullrich. Gleich nach der Wiedervereinigung

begannen sie, das Geschäft weg von der

klassischen Drogerie in Richtung Parfümerie, Kosmetik

und Geschenkartikel zu spezialisieren.

LÖBAUERLEBEN

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Seit 1992 führt Ingo Seiler die Drogerie Wendler in

vierter Generation. Er kaufte von seiner Großmutter das

stark sanierungsbedürftige Anwesen und setzt nunmehr

alles daran, Haus und Geschäft weiter in Schuss zu halten.

Tatkräftig unterstützt von Ehefrau Peggy sowie dem

Mitarbeiter Jörg Pehta, legt er großen Wert auf Kundennähe

und Service. Die Angebotspalette ist dabei breit

gefächert. Viele Löbauer wissen das und kaufen gerne in

der Wendler-Drogerie ein. Wo sonst bekommen sie eine

so gründliche und freundliche Beratung, beispielsweise

zu edlen Düften, Kameras und speziellen Bilderrahmen.

Selbst wer schnell ein Pass- bzw. Bewerbungsfoto oder

ein Ticket für Bus und Bahn braucht, erhält hier das

Gewünschte. Geführt mit Unternehmergeist und Engagement,

hat Schutzpatron Merkur hier wohl genau den

‚gold‘richtigen Platz gefunden.

Auflösung des Preisrätsels in der

Dezemberausgabe 2019

In der letzten Ausgabe des Magazins LöbauErleben

fragten wir, welche Figur von welchem

Gebäude gen Himmel blickt. Eingefleischte Löbauer

haben es natürlich gewusst: Es handelt

sich um den römischen Götterboten Merkur

– den Gott der Händler und Diebe. Gleichgesetzt

wird er allgemein mit Hermes. Wie sein

‚Kollege‘ begleitete er dieselben Funktionen,

allerdings nicht bei den Römern, sondern den

alten Griechen.

Auch den zweiten Teil der

Frage konnten alle Einsender

richtig beantworten.

Der goldene Merkur ziert

sozusagen als Wahrzeichen

und Schutzpatron

die Eckfassade des Hauses

der Wendler-Drogerie.

Die Gewinner der Gutscheine zum Einkauf in

der Wendler-Drogerie in Höhe von 30 €, 20 €

und 10 € haben wir auf dem Postwege benachrichtigt.

Bahnhofstraße 8 um 1870

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Preisrätsel

An welcher Stelle

befindet sich diese

Säule mit den Entfernungsangaben

in

Meilen?

Unter den Einsendungen

der richtigen Lösung

verlosen wir wieder drei Gutscheine für

einen Einkauf in der Drogerie Wendler. Bitte

senden Sie eine Postkarte an:

Inhaber: Ingo Seiler; Bahnhofstr. 8; 02708 Löbau; Tel.: 03585-402300;

Inhaber: Ingo Seiler; Bahnhofstr.

E-Mail: Inhaber: seilerloebau@web.de

8; Ingo 02708 Seiler Löbau; Tel.: 03585-402300;

E-Mail: seilerloebau@web.de

Bahnhofstraße 8, 02708 Löbau

Telefon: 03585 - 40 23 00, E-Mail: seilerloebau@web.de

Werbeagentur Media-Light Löbau,

Ziegeleiweg 7C, 02708 Großschweidnitz

Per E-Mail eingesendete Anworten können

nicht berücksichtigt werden.

Einsendeschluss ist der 15. Februar 2021

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LÖBAUERLEBEN


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

Für eine gute Infrastruktur in der Region –

STL Bau stellt sich vor

von Bettina Hennig / STL

Die STL Bau GmbH & Co. KG ist eines der größten

mittelständischen Bauunternehmen für

Straßen-, Tief- und Ingenieurbau in der Region

STL

Bau

Jungen Menschen bieten wir eine gute und zukunftsorientierte

Ausbildung in folgenden Berufen

(m/w/d) an:

Aus den Wurzeln der frühen 70er Jahren wurde 1990

die STL Bau in Löbau gegründet, einem Teil der BHS

Bau- und Handelsgruppe mit Sitz in Dresden. Dies

ermöglicht uns optimales Netzwerken, um unsere Auftraggeber

mit handgemachten und maßgeschneiderten

Lösungen zu überzeugen.

Besonders stolz sind wir auf unsere 150 Mitarbeiter, die

uns zum Teil schon seit der Gründung begleiten und zur

positiven Entwicklung der STL Bau beigetragen haben.

• Straßenbauer

• Baugeräteführer

• Beton- und Stahlbetonbauer

• Rohrleitungsbauer

• Land- und Baumaschinenmechatroniker

• Industriekaufmann /-frau

Durch unsere Arbeit leisten wir einen großen Beitrag

zu Erhaltung und zum Ausbau der Infrastruktur. Weiterhin

tragen wir gern als zuverlässiger Arbeitgeber die

soziale Verantwortung für unsere Mitarbeiter. Damit

stärken wir die Region Ostsachsen nachhaltig.

Folgende spannende Projekte sind zurzeit in

Arbeit:

• Straßen- und Tiefbau: B 178 Ortsumfahrung Löbau,

B 96, S 128 und S 129

• Breitbandausbau in der Region

• Straßeninstandsetzungen in der Region

Wir sind immer auf der Suche nach Mitarbeitern

(m/w/d), die gern für unsere Region arbeiten und in folgenden

Berufsfeldern tätig werden möchten:

• Straßen- und Tiefbauer, Asphaltbauer,

Pflasterer

• Beton- und Stahlbetonbauer

• Rohrleitungsbauer

• Baumaschinenführer und Maschinisten

• Schlosser, Land- und Baumaschinenmechatroniker

• Kaufmännische Berufe im Bereich der Buchhaltung,

Einkauf, Kalkulation usw.

• Bauleiter und Bauleiterassistenten

Weiterhin stehen wir als Praxispartner für ein duales

Studium zur Verfügung.

Die Personalsuche hat sich in den letzten Jahren stark

verändert und wird zukünftig eine immer größere

Herausforderung. Der demographische Wandel ist im

ländlichen Raum besonders stark zu spüren. Die jungen

Menschen gehen für ihre Ausbildung in Großstädte, wie

Dresden und Leipzig, oder in die alten Bundesländer

und nur ein Bruchteil kommt wieder zurück. Wir beobachten

ebenfalls, dass handwerkliche Berufe bei vielen

jungen Menschen an Attraktivität verloren haben. Viele

bevorzugen das Büro und wollen sich nicht „die Hände

dreckig“ machen.

Um aber genau für diese Berufe zu werben und die Jugendlichen

anzusprechen, wie toll es ist, etwas mit den

eigenen Händen geschaffen zu haben, sind wir jetzt auch

in den sozialen Netzwerken unterwegs. Besuchen Sie

uns einfach mal auf Instagram: #stlbau und facebook:

STL Bau GmbH & Co KG für spannende Blicke hinter die

Kulissen der schweren Maschinen.

LÖBAUERLEBEN

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– Anzeige –

Für einen sofortigen Einsatz haben wir aktuell

folgende Stellen (m/w/d) ausgeschrieben:

• Bauleiter

• Bauleiterassistent / Abrechner

• Kraftfahrer

• Polier für Asphalteinbau

Weitere Infos finden Sie auf: www.stl-bau.de

Wir freuen uns auf interessierte und engagierte neue

Mitarbeiter, die Freude daran haben, sich als Teil der

STL Bau zu sehen und diese Freude auch nach außen

transportieren. Wir haben in der Vergangenheit sehr

gute Erfahrung mit Quereinsteigern und Absolventen

gemacht und freuen uns auf Bewerbungen.

Unsere Baustellen befinden sich in der Region. Damit

entfallen weite Anfahrtswege oder Montagetätigkeiten.

Die Arbeitszeiten sind geregelt und wir unterstützen

Sie bei der Gesundheits- und Altersvorsorge sowie den

Kita-Gebühren.

Seit 30 Jahren sind wir ein sicherer und zuverlässiger

Arbeitgeber in Löbau – und freuen uns auf die nächsten

30 Jahre mit Ihnen!

Löbau hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Hier

vereinen sich die Vorzüge einer Stadt mit dem ländlichen

Leben. Durch die gute Anbindung an den ÖPNV ist man

schnell in Bautzen, Görlitz oder Dresden, auch ohne Auto.

Inmitten der wunderschönen Oberlausitz besticht

Löbau durch die Nähe zur Natur, in 15 Minuten ist man

raus aus der Stadt und drin im Erholungsgefühl. Ob zu

Fuß oder mit dem Rad – auch touristisch wurde die Region

mittlerweile gut erschlossen.

Auch wir wurden von der Redaktion gefragt, welche drei

Wünsche wir für Löbau hätten. Schön wäre es, wenn

die Fertigstellung der B178 bis zur Autobahn zeitnah

realisiert werden würde, die Innenstadt mit mehr Geschäften,

Bars, Kneipen, Restaurants, Cafés, Clubs belebt

und die Ansiedlung von mehr jungen Familien, die

langfristig das Stadtbild mitgestalten und die Region

damit attraktiver machen und stärken, gelingen würde.

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LÖBAUERLEBEN


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

HERZLICH WILLKOMMEN IM ACO AUTOHAUS ZEIDLER IN LÖBAU!

Opel spielt eine große Rolle in der europäischen Automobilindustrie.

Mit viel Herzblut, Leidenschaft, Knowhow

und deutscher Ingenieurskunst führt das Unternehmen

die Traditionsmarke Opel erfolgreich in die

Zukunft. Opel wird Sie jetzt und in Zukunft mit Design,

Technologie sowie Innovationen weiter begeistern und

überraschen.

Das hätten Sie Opel nicht zugetraut? Vielleicht wollen

auch Sie einen zweiten Blick auf Opel werfen und entdecken,

was sich in unserem Opel Autohaus in Löbau in

den letzten Jahren getan hat: Viele unserer Kunden sind

begeisterte Opel-Fahrer und haben uns beim Umzug vor

nunmehr 25 Jahren von der Sachsenstraße auf die Rumburger

Straße neben dem Kaufland in Löbau die Treue

gehalten.

Im Jahr 2000 schlossen wir uns mit 4 weiteren Opelhändlern

der Region zur heutigen ACO AutoCenter

Oberlausitz AG zusammen und sind mit den Marken

Opel, Mazda und Isuzu an insgesamt 8 Standorten in

der Oberlausitz vertreten. Neben unserer umfassenden

Palette an Neu- und Gebrauchtwagen bieten wir die

Reparatur aller Fahrzeugmarken, Fahrzeugpflege, Versicherungsschutz

sowie alternative Angebote wie z. Bsp.

(Busvermietung für Ihre Familien- oder Unternehmensfeier,

Transporter für Umzug oder einen Besuch

im Möbelhaus).

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Dann überzeugen Sie sich bei einem Besuch in

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LÖBAUERLEBEN

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Ausstattungsmerkmale ggf. nicht Bestandteil des Angebots.

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flService-Assistent(in)

Jahr): 10.000.

* Summe aus Leasingsonderzahlung und monatlichen Leasingraten sowie gesonderter

Abrechnung von Mehr- und Minderkilometern nach Vertragsende (Freigrenze

flKfz-Mechatroniker

2.500 km). Händler-Überführungskosten in Höhe von 700,– € sind nicht enthalten und

flMitarbeiter müssen an das ACO Autohaus Zeidler Teile separat entrichtet & Zubehör

werden.

Ein Angebot der Opel Leasing GmbH, Mainzer Straße 190, 65428 Rüsselsheim, für die

flAutomobilverkäufer(in) (m/w/d)

ACO AutoCenter Oberlausitz AG als ungebundener Vermittler tätig ist. Nach

Vertragsabschluss steht Ihnen ein gesetzliches Widerrufsrecht zu. Alle Preisangaben

verstehen sich inkl. MwSt.

² Die angegebenen Verbrauchs- und CO 2

-Emissionswerte wurden nach dem vorgeschrie­

Kraftstoffverbrauch² in l/100 km, innerorts: 4,9-4,8;

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Alte Löbauer Gaststättenwelt – das waren noch Zeiten!

von Arnd Krenz

Beim Thema Gaststätten runzeln manche Leute

die Stirn. Den Enthusiasmus nach der Wende

vor Augen, sehen sie, dass viele Gastwirte inzwischen

das Handtuch geworfen haben. Ebenso

kennen einige noch die DDR-Gastronomie

und fragen sich: Wie eigentlich war es denn

anno dunnemals um die Löbauer Kneipenwelt

bestellt? Hier ein kleiner Ausflug in längst vergangene

Zeiten.

Der Begriff Gaststätte, im Sinne der gewerbsmäßigen

Abgabe von Speisen und Getränken, war unseren Vorfahren

vor mehr als 200 Jahren weitgehend unbekannt.

Wenn sie einen Schnaps bzw. ein Bier trinken wollten,

gingen sie entweder zu einem Branntweinbrenner oder

in ein brauberechtigtes Haus. Damals gab es den sogenannten

Reihenschank. Das heißt, die Besitzer der betreffenden

Gebäude durften, wie der Name schon sagt,

der Reihe nach in einem der Löbauer Brauhäuser ihr

eigenes Bier herstellen. Danach konnten sie es zu Hause

verkaufen. Anders die Branntweinbrenner. Sie destillierten

das ganze Jahr über. Wer zu ihnen kam, trank

entweder vor Ort einen ‚Kurzen‘ oder trug sein Quantum

in einem mitgebrachten Gefäß heim. Genauso verhielt

es sich beim Biertrinken. Abends saß man gemütlich im

Bierhaus oder Vater drückte seinem Filius ein paar Groschen

in die Hand und schickte ihn mit einem Krug über

die Straße. Ihn zu füllen war offenbar jederzeit genug

Bier vorhanden. Im Jahre 1604 zum Beispiel gab es in

Löbau 104 brauberechtigte Häuser, die in 12 Monaten

insgesamt 518 Biere herstellten. Ein Bier entsprach dabei

einer Braupfanne, aus der rund 4,5 Hektoliter Gerstensaft

entstanden. Die allerdings waren nicht allein für

die Bürger bestimmt. Auch in den umliegenden Orten

schenkte der Dorfrichter im Kretscham Löbauer Biere

aus.

Ganz ohne Gasthöfe ging es jedoch in der Zeit des Reihenschankes

nicht. Schließlich mussten zum Beispiel

Kaufleute samt ihren Fuhrwerken irgendwo unterkommen.

Einheimische hatten in diesen Wirtschaften nichts

verloren. Die ältesten Höfe in der Innenstadt waren

der „Goldene Hirsch“ und der Gasthof „Zum goldenen

Löwen“. Der „Goldene Hirsch“ befand sich im Eckhaus

Altmarkt / Innere-Zittauer-Straße und der „Goldene

Löwe“ im heutigen NKD-Kaufhaus. Hier übrigens saßen

an Konventtagen oft Vertreter des Oberlausitzer Sechsstädtebundes

beisammen, um ihre Angelegenheiten

zu besprechen. Nachdem der Gasthof 1853 abgebrannt

war, benannte ihn sein Besitzer nach dem Wiederaufbau

in „Hotel Stadt Leipzig“ um. Parallel existierten

noch zwei weitere Gasthöfe außerhalb des damaligen

Stadtgebietes: das „Schwarze Lamm“ unmittelbar vor

dem Bautzener Tor sowie das „Tschaketal“ zwischen

dem Engel- und Zittauer Tor. Ab 1825 nannte sich dieser

heute abgerissene Gasthof „Zum blauen Hecht“ und

24 Jahre später „Zum deutschen Haus“. Im Volksmund

blieb er aber immer das Tschaketal. Der Begriff kommt

aus dem Slawischen und bezeichnet einen Wartegasthof

(vgl. warten = Obersorbisch: čakać, Slowakisch: čaka).

Der Reihenschank lief ab 1846 langsam aus. In dem

Jahr vereinigten sich die brauberechtigten Hausbesitzer

zur Löbauer Braukommune und bauten am Theaterplatz

ein gemeinsames Brauhaus. Von da an wurde der Biervertrieb

neu organisiert. Sukzessive entstanden in dem

Zuge neben den alten Gasthöfen Restaurants, deren

Besitzer die Konzessions-Verwaltung gehoben als Restaurateure

(lat. restaurabo – ich will euch erquicken)

bezeichnete. Sie verabreichten Speisen, Wein, Bier und

andere Getränke, mit Ausnahme von Branntwein. Den

nämlich durften Wirte bis Ende des 19. Jahrhunderts

zusammen mit Bier nicht ausschenken. Nichtsdestotrotz

kehrten die Löbauer gerne ein. Rund um den Marktplatz

entstanden Lokale wie das bereits 1822 eröffnete Goldene

Schiff, der Stadtkeller im Rathaus, der Jägerhof, der

Trunk, Anickes Weinstuben, die Hopfenblüte, Morgenstern

und Kerns Gaststätte (die spätere Marktschänke),

um nur einige zu nennen.

Löbauer-Braukommune-Schild

Die meisten von ihnen hielten sich bis 1945. Ein paar

überlebten bis in die DDR-Zeit und schlossen erst

dann ihre Pforten. Bisweilen unfreiwillig, wie die 1869

LÖBAUERLEBEN

12


1.) 2.)

3.)

1.) Pension Morgenstern

2.) Weinstuben Theodor-

Anicke

3.) Hotel-Goldenes-Schiff

4.) Anickes-Weinstuben

heute

4.)

eröffnete „Garküche“ auf

der Johannisstraße 9. Sehr

unsittliche Dinge müssen

in der vom Volksmund

„Christkindel“ genannten

Kneipe vorgefallen sein,

denn im Jahre 1955 entzogen die Behörden der Wirtin

die Konzession wegen, wie es hieß, „moralischer und

politischer Bedenklichkeit“. Am längsten mit altem

Besitzer und Namen hielt bis 1966 das Restaurant „Zur

Post“ des Gastwirtes Otto Brecheis aus. Der nahe am

Markt gelegene „Alte Krug“ war, allerdings unter anderen

Bezeichnungen, sogar noch bis vor wenigen Jahren

auf. Wie ihn sein Gründer Julius Gärtner 1899 als „Krug

zum grünen Kranze“ eröffnete, ließ er sich etwas Besonderes

einfallen. Rund um die Eingangstür brachte er

eine Stuckarbeit an. Obenauf einen mit §§ 11 beschrifteten

Bierkrug. Der Paragraph entstammt einer alten Burschenschaftsregel

und bedeutet nichts anderes als: „Es

wird weitergesoffen“ – und zwar nach der Polizeistunde

im Hinterzimmer!

Gaststätte „Alter Krug“ –

gegenwärtig nicht geöffnet

Cafe Rutsch

Hinsichtlich historischer Löbauer Gaststätten ist auch

die Bahnhofstraße ein lohnenswertes Betrachtungsobjekt.

Gleich los ging dort die Einkehrtour im Haus der

heutigen Drogerie Wendler. Vom Eingang Brunnenstraße

aus gelangte das Publikum direkt in den „Mercur“.

Dem Namen nach ein römischer Gott, der dem Gebäude

mit seinem goldenen Abbild noch heute ein markantes

Gepräge verleiht. Weiter verlief der Weg in Richtung

Norden rechterhand vorbei an der Imbisshalle, bis man

13

LÖBAUERLEBEN


„Wettiner Hof“ – später „Oberlausitzer Hof“ vor einigen Jahren wurde das Gebäude abgerissen

an der Bahnhofstraße 19 am 1889 gegründeten Café

Schnabel anhielt. Richtig berühmt wurde dieses Lokal

allerdings erst 1935, nachdem es der aus Neusalz an

der Oder stammende Paul Rutsch zum Tanzcafé mit

Glastanzdiele umgestaltet hatte. Ihn selber zog die

Wehrmacht 1942 ein, sodass bis 1950 seine Frau die

Geschäfte weiterführen musste. Danach war das Café

Rutsch nur noch eine Legende.

Länger ausgehalten haben es dagegen die Gaststätten

auf dem angrenzenden Wettiner Platz. Unmittelbar

hinter dem Springbrunnen an der Ecke Blumenstraße

befand sich der Eingang zum Hackerbräu. Einstmals

nannte sich das Lokal „Kaiserkeller“, anschließend

„Stübnersche Restauration“ und ab 1897 „Alberthof“.

Allein dieses Haus könnte mit Geschichten und Skandälchen

ganze Bücher füllen. Ebenso der früher schräg

gegenüber gelegene „Wettiner (Oberlausitzer) Hof“.

Schon vor seinem Entstehen sorgte er für Riesenwirbel.

Doch um das alles zu erzählen, reicht der Platz im Magazin

nicht aus. Der Altstadtverein hatte sich deshalb

Gaststätte „Hackerbräu“ – seit einigen

Jahren geschlossen

vorgenommen, im Juni 2020 live eine Gaststättenführung

durch Löbau anzubieten. Leider hat Corona dem

Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Aber was nicht war, kann ja noch werden ...

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aus „Juhl Immobilien GmbH“ wird

„VR-Immobilien Löbau GmbH“

Seit nunmehr 10 Jahren sind wir eine Tochtergesellschaft der Volksbank Löbau-Zittau eG.

Diese Verbundenheit bringen wir nun auch mit unserem Namen zum Ausdruck. Der Name

ändert sich, unsere Leistungen und die Anschrift bleibt gleich. Wir sind gern für Sie da,

wenn Sie darüber nachdenken Ihre Immobilie professionell verwalten zu lassen, wenn Sie

Mieter oder Käufer suchen.

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LÖBAUERLEBEN

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SEPTEMBER 2020 – STIFTUNG HAUS SCHMINKE

startet partizipatives Ausstellungsprojekt

In wenigen Jahren wird das Haus Schminke in Löbau

sage und schreibe 90 Jahre alt. In dieser Zeit hat es so

einiges erlebt. 1933 gebaut als Wohnhaus für den Nudelfabrikanten

Fritz Schminke und seine Familie, wird

der „Nudeldampfer“ nach 1945 Militärkommandantur,

Erholungsheim für Kinder aus dem zerstörten Dresden,

Kindergarten, Klubhaus der FDJ, Kreispionierhaus, Jugend-

und Freizeitzentrum und Architekturikone. Den

größten Teil seiner Zeit ist das Haus vor allem ein Ort

der Freizeit und der Gemeinschaft und für viele Menschen

mit sehr persönlichen Erinnerungen verbunden.

Erzählen Sie Ihre Haus-Schminke-Geschichte

und werden Sie Teil der Ausstellung!

Mit einem öffentlichen Aufruf möchte die Stiftung Haus

Schminke möglichst viele Menschen aus Löbau und Umgebung

erreichen, um gemeinsam die großen und kleinen

Geschichten des „Nudeldampfers“ zu erforschen,

zu sammeln und in Form einer wachsenden Ausstellung

weiterzuerzählen. Persönliche Erinnerungen und

Anekdoten, Fotos, Postkarten, Briefe oder andere

Erinnerungsstücke können per E-Mail an info@stiftung-hausschminke.eu

oder per Post an Stiftung Haus

Schminke, Kirschallee 1b, 02708 Löbau eingesendet

werden. Gerne können Fundstücke auch persönlich zu

den regulären Öffnungszeiten von Donnerstag bis Sonntag

von 12-17 Uhr direkt im Haus Schminke vorbeigebracht

werden. Auch Leihgaben sind willkommen.

Kontakt:

Stiftung Haus Schminke

Kirschallee 1 b

D - 02708 Löbau

Tel: +49 3585 862133

E-Mail: info@stiftung-hausschminke.eu

http://www.stiftung-hausschminke.eu

Foto: Stiftung Haus Schminke / Ralf Ganter

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LÖBAUERLEBEN


von Bettina Hennig

100 Jahre Kleingarten

Friedrichshain in Löbau

Es waren 15 Parzellen, die im

März 1920 vergeben wurden. Da

es mehr Interessenten als Land

gab, musste schließlich das Los

entscheiden. Das Glück meinte

es gut mit dem Großvater von

Gisela Lasch, er war einer der

ersten Gartenpächter. Heute ist

der Garten immer noch im Familienbesitz.

Aus 15 Parzellen wurden 34

Kleingärten in der Anlage Friedrichshain

entlang der Äußeren

Zittauer Straße gegenüber dem

Wohngebiet Löbau Süd 2. Leerstand

in der Anlage gibt es kaum.

bis auf einen Garten sind alle Flächen

vergeben. Die Gärten sind

zwischen 150 qm und 300 qm

groß und die Anlage ist insgesamt

sehr gepflegt.

Auch beim Thema Kleingarten ist

die Zeit weiter gegangen. Den typischen

Kleingärtner gibt es heute

nicht mehr. „Unsere Mitglieder

sind gut durchmischt, vom rüstigen

Ruheständler bis zur jungen

Familie, die einen Platz für einen

Pool für ihre Kinder suchte. Die

Atmosphäre ist freundlich und

entspannt.

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LÖBAUERLEBEN

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Beim Bewirtschaften der Gärten gibt es zwar eine

Faustregel, die besagt, dass etwa 30% der Fläche für

Gemüse- und Blumenanbau genutzt werden sollten. Im

Vordergrund steht aber die allgemeine Pflege der Parzellen“

verrät Konrad Lasch.

Erlaubt ist im Kleingarten einiges. Im Sommer können

die Gartenbesitzer auch mal in ihrer Laube übernachten.

Es können Zelte aufgebaut werden, das ist sehr

beliebt für Ferienabenteuer von Kindern oder Enkeln.

Im normalen Rahmen kann gefeiert werden. Renovierungs-

oder Umbauarbeiten an einer Laube können

vorgenommen werden oder ein Gewächshaus errichtet

werden. Kleine Lagerfeuer oder eine Feuer in einer Feuerschale

sind erlaubt, sofern von den Behörden kein Verbot

für offenes Feuer ausgesprochen wird. Jede Parzelle

verfügt über einen Stromanschluss und Wasser. Eine

Toilette steht zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung.

Die Pacht ist sehr günstig. Sie beträgt einen Cent für

2 qm. Hinzu kommen Strom- und Wasserkosten nach

Verbrauch sowie die Umlage von 50 EUR/Jahr für die

Gemeinschaftskosten.

Das Vereinsheim kann auch von Nichtmitgliedern für

Feiern für bis zu 30 Personen von April bis Oktober gemietet

werden.

„Wir können nur jedem, der darüber nachdenkt, das

Gärtnern empfehlen. Es ist eine äußerst lohnende und

gesunde Freizeitbeschäftigung, sogar im Winter. Da

zählt dann natürlich mehr die Gemeinschaft bei Treffen

im Vereinshaus als die Pflanzenpflege“ sagt Konrad

Lasch und verweist noch einmal mal auf die eine Parzelle,

die auf Neugärtner warten.

Kontakt:

Kleingartenverein Friedrichshain Löbau e.V.

Herr Jähne

+49 (0)3585 40 06 76

Sommerrezept

Mit diesem leckeren Nachtisch wollen wir den Sommer noch ganz lange festhalten.

Zutaten

250 g Quark

250 g griechischer Joghurt

2 Bio Zitronen

1/2 Lemon Curd

8 Löffelbisquits

1 Ei

60 g Zucker

z.B. Pistazien für die Deko

Zuerst das Ei trennen und

das weiße vom Ei sehr steif

schlagen. Dann das Eigelb

mit dem Zucker zu einer

cremigen Masse verrühren.

Nun wird der der Quark

esslöffelweise untergerührt,

dann der Joghurt. Den Abrieb

der zwei Bio-Zitronen

dazugeben und danach

vorsichtig den Eischnee

unterheben. Zum Schluss

den Lemon Curd vor Verwendung

einmal gut durchrühren

und danach nur kurz

unter die Masse ziehen, so

dass eine Marmorierung

entsteht.

Mit dem Zitronensaft werden

in einem tiefen Teller

die Löffelbisquits getränkt.

Löffelbisquit und Zitronenmasse

in Dessertgläser

füllen und nach belieben

garnieren.

Fotos: mit freundlicher Genehmigung

von Rebecca Buscema

(instagram: verlockendes)

17

LÖBAUERLEBEN


Wie Löbauer bisher die Corona-Zeit erlebten –

drei persönliche Rückblicke

Ab März war auch Löbau und Umgebung coronabedingt

im Ausnahmezustand. Das öffentliche und soziale Leben

stand still, wie überall im Land waren Schulen und

Kitas, Restaurants und Geschäfte geschlossen. In der

Krise halten die Menschen zusammen, heißt es. In Löbau

wurde schnell und unkompliziert eine Corona Hilfe

auf Initiative der evangelischen Kirche, des CVJM und

von Privatpersonen ins Leben gerufen. In unserem kleinen

Rückblick lassen wir Menschen zu Wort kommen,

die über ihre persönliche Corona-Zeit berichten.

von Bettina Hennig

gerade und schon war ich ein Teil des Nähteams.“ Insgesamt

wurden ca. 2.000 Masken genäht, zu Spitzenzeiten

waren 25 MitarbeiterInnen im Einsatz. Auch Bewohner

der vom DRK betriebenen Gemeinschaftsunterkunft

in Friedersdorf beteiligten sich am Maskennähen. Die

Masken wurden an Menschen verteilt, deren Beschäftigung

während des Lockdown nicht ausgesetzt werden

konnte, wie MitarbeiterInnen der Polizei, der Feuerwehr

oder verschiedener Pflegedienste. Neben der Akutversorgung

hat das DRK auch vielen Bedürftigen Masken

zur Verfügung gestellt.

Von Männern und Maschinen

Sebastian Seidel vom Löbauer DRK tauchte kurz vor

und während des Corona-Lockdown in eine nicht ganz

so klassische Männerbeschäftigung ein.

Normalerweise hält er beim DRK Löbau Erste-Hilfe-

Kurse für Erwachsene und betreut Kinder und Jugendliche

in Grund- und Oberschulen als Mitarbeiter des Jugendrotkreuzes.

Im Rahmen von Ganztagesangeboten

oder als Abwechslung auch mal im Unterricht vermittelt

er dort altersgerecht die Grundlagen der Ersten Hilfe.

Die Stoffe für die Masken kamen hauptsächlich durch

Spenden zum DRK. Die Koordination dafür erfolgte

über eine facebook Seite, die eigens für die Coronahilfe

in Löbau ins Leben gerufen wurde. Der Bitte nach

Stoffspenden von Jörg Krause, dem Initiator der Seite,

folgten zahlreiche Menschen aus dem gesamten Landkreis.

„Uns hat die sofortige Mithilfe der Bevölkerung

sehr an den Zusammenhalt nach dem Hochwasser im

Jahr 2002 erinnert“ sagt Mike Schnitter vom DRK.

Es kamen sogar Menschen aus entfernteren Orten des

Landkreises wie zum Beispiel Olbersdorf oder Niesky in

unsere Kleiderkammer und brachten ihre Stoffspenden.

Von den Näherinnen hat Sebastian Seidel großes Talent

bescheinigt bekommen und die Qualität der von

ihm genähten Masken war auch sehr gut. „Männer und

Nähmaschinen, eine Sache die wunderbar funktioniert.

Auch wenn es keine schwere Maschine war, Gas geben

für den guten Zweck konnte ich allemal.“ erinnert sich

Sebastian.

Viele Polylux-Folien trotz Unterrichtspause

Normalerweise sind Polylux-Folien ein Arbeitsmittel für

Lehrer. Während des Corona Lockdowns war aber alles

„Als die ersten Infektionen im Landkreis auftraten übergab

mir unser Hygienebeauftragter ein Schnittmuster

für eine Mund-und Nasenbedeckung. Zusammen mit

zwei weiteren Kolleginnen begannen wir Mitte März mit

dem Nähen der ersten Masken. Eine Kollegin übernahm

den Zuschnitt, ich bereitete die Masken zum Nähen

vor und meine andere Kollegin saß an der Nähmaschine“.

Bald wurden weitere Nähmaschinen aus privaten

Spenden in der geschlossenen DRK Kleiderkammer des

aufgestellt. Mit einem Zwinkern sagt Sebastian „Wahrscheinlich

habe ich mich am Anfang nicht ungeschickt

genug angestellt, die zweite Naht war bereits ziemlich

LÖBAUERLEBEN

18


ein wenig anders. Diese durchsichtigen Folien aus Plastik,

die Lehrer normalerweise beschreiben um damit

Unterrichtsstoff für alle Schüler lesbar an die Wand zu

bringen, bestimmten Hannahs Alltag in der Zeit ohne

Unterricht von März bis Mai. Hannah (16) ist Schülerin

am Gymnasium Löbau und Mitglied in der Löbauer

Makerspace Gruppe Geistesblitz. „In der Bahnhofstraße

26 in den Räumen vom LöbauLebt e.V. haben wir unseren

Makerspace. Das ist eine Art Experimentierlabor,

in dem wir uns vor allem mit 3-D Druck ausprobieren

können. In der Corona-Zeit haben wir dort unter der

Beachtung der Ausgangssperrregelung Face-Shields

hergestellt. Meine Mitstreiter haben die Halterung

für das Plastikvisier am Computer entworfen und mit

dem 3-D Drucker produziert. Ich habe die Visiere aus

den Polylux-Folien zugeschnitten und an der Halterung

befestigt. Wir haben ca. 200 Visiere verteilen können,

dankbare Abnehmer waren Geschäfte, Pflegeeinrichtungen,

Privatpersonen und Museen“ erklärt Hannah.

Die Herstellung der Visiere war eine willkommene Abwechslung

zum Lernen im häuslichen Umfeld während

der Ausgangsbeschränkung. Das Lernen zu Hause war

eine echte Herausforderung, der Stoff musste selbst

erarbeitet werden. Für die Bearbeitung der Aufgaben,

die in nahezu allen Fächern vergeben wurden, hatten

die Schüler jeweils eine Woche Zeit. Der Austausch von

Aufgaben und Lösungen bzw. Lernergebnissen erfolgte

über eine digitale Plattform. Der Kontakt zu den Lehrern

erfolgte ebenfalls über diese Plattform. Jeden Freitag

gab es einen Rückblick per E-Mail von ihrer Klassenlehrerin.

„Diese E-Mail war für uns Schüler immer eine

gute Motivation durchzuhalten“, sagt Hannah. Denn

auch nach den Lockerungen der Ausgangssperre musste

weiter zu Hause gelernt werden. Bis zu den Sommerferien

wurden dann die Klassen in drei Teile aufgeteilt

und bis Ende Juni hatte Hannah nur einmal die Woche

Unterricht in ihrer Schule, danach aller drei Tage. Die

Notenvergabe erfolgte bis zur 10. Klasse auf freiwilliger

Basis. Hannah hat sie sich überwiegend eintragen

lassen und auch mit dem Zeugnis zum Schuljahresende

war sie sehr zufrieden. Eine zweite Homeschoolingzeit

möchte sie allerdings nicht mehr, zu sehr haben ihr ihre

Freunde, der Geigenunterricht und die persönliche Vermittlung

des Unterrichtsstoffes gefehlt.

Die erste Wahl, der Zweitwohnsitz

Andrew Allen und sein Partner pendeln normalerweise

aus der deutschen Hauptstadt oder England in die beschauliche

Oberlausitz. In idyllischer Umgebung haben

die Briten in den letzten Jahren ein altes Bauernhaus

liebevoll saniert und den Garten in ein Refugium umgestaltet.

Bis zum Ausbruch der Corona Welle haben sie in

Andrew Allen in der historischen Kirche seines

Heimatdorfes Obercunnersdorf

ihrem Haus die Ferien verbracht oder sind auch nur mal

eben zum Rasenmähen oder für die Abnahme von Handwerkerleistungen

in die Oberlausitz gekommen. „Es gab

Wochen, da saß ich an drei verschiedenen Tagen der Woche

im Flieger nach oder aus Prag, dem Flughafen, der

für mich am günstigsten für die Aufenthalte in unserem

Haus ist“, erinnert sich Andrew. „Kurz vor den allgemeinen

Reisebeschränkungen hatte ich einen Kurzbesuch

in der Oberlausitz geplant, sagt der 35jährige Oxforddozent.

Der Rückflug war nicht mehr möglich, die Airline

blieb am Boden. Die Universität hatte alle Veranstaltungen

abgesagt, der Campus war leer. Die Verbreitung des

Virus’ schritt in England wesentlich drastischer voran

als hier im Landkreis Görlitz. Für mich lag es auf der

Hand erst einmal zu bleiben und abzuwarten. Meine

Arbeit als Dozent, Seelsorger und Pfarrer wurde in den

digitalen Bereich verlegt, Meetings fanden am Rechner

statt, Gottesdienste wurden mittels podcasts und youtube

der Gemeinde zugänglich gemacht. Vieles wurde

im Arbeitsalltag zu einer zusätzlichen Herausforderung,

da ja gerade die Arbeit als Pfarrer viele persönliche

Kontakte und Einfühlungsvermögen vor Ort braucht.

Auf der anderen Seite gab es mir aber die Möglichkeit,

vollkommen in das Dorfleben einzutauchen. Ich habe

hier die Natur im Frühjahr erwachen gesehen und dann

den Übergang in den Sommer beobachten können. Das

war für mich eine wunderbare Erfahrung und gute Entschädigung

für das Fehlen der sozialen Kontakte. Die

Wochenenden haben wir für weitere Renovierungen im

Haus genutzt und endlich unsere Küche fertig gestellt.

Wir haben uns sehr an das Leben hier gewöhnt, denn

die Natur ist purer Luxus für uns. Ein dauerhaftes Leben

hier konnten wir uns für den Ruhestand vorstellen,

jetzt haben wir den Alltag in einem kleinen Dorf nahe

Löbau schon viel eher erfahren dürfen.“

19

LÖBAUERLEBEN


Ein kräftiges Horrido –

der Jägertag vor 90 Jahren

von Arnd Krenz

Genau 90 Jahre sind es her, da erlebte Löbau ein

Fest, von dem die Leute noch lange sprachen.

Mit jetzigen Events ist es sicher nicht zu vergleichen.

Dennoch könnte man sagen, es käme dem

Miniformat eines Erntedankfestes oder Tages

der Sachsen nahe. Heute jedoch ist das damalige

Ereignis gänzlich vergessen. Deshalb hier

eine kleine Reminiszenz.

Anfang September 1930 fieberten die Löbauer Festtagen

entgegen, auf die sie schon lange gewartet hatten.

Monate liefen die Vorbereitungen und nun, am Sonnabend,

dem 6. September, war es endlich soweit: Aus

ganz Sachsen reisten ehemalige und aktive Jäger zum

4. Sächsischen Jägertag an. Bis einschließlich Montag

wartete ein umfangreiches Programm auf sie, an dem

sich die Bevölkerung rege beteiligte. Wer jetzt denkt,

diese Jäger waren rüstige Weidgenossen, irrt. Sie alle

gehörten einstmals den Königlich-Sächsischen Jägerbataillonen

Nr. 12 und 13, sowie den im 1. Weltkrieg mobil

gemachten Reserve-Jägerbataillonen Nr. 15, 25 und 26

an. Seite an Seite hatten sie an den Fronten des Krieges

gekämpft und trafen sich nun, um in Erinnerungen zu

schwelgen und Spaß zu haben. Aus allen Ecken der Stadt

schallte an diesem Wochenende ein kräftiges „Horrido“.

Das kam nicht von Ungefähr, denn im Grunde standen

die Jäger sehr wohl im engen Verwandtschaftsverhältnis

mit ihren Wald- und Flurkollegen. Im Jahre 1809 nämlich

hatte Friedrich August I. Letztere aus ganz Sachsen

zusammengeholt und sie unter Oberst Thielemann in

einem sächsischen Jägerkorps vereint. Geblieben waren

ihr Gruß und auch das Motto für diese drei Tage:

„Wo wahre Jäger Helfer sind,

da ist es wohl bestellet.“

Für die Löbauer stand der Jägertag unter einem besonderen

Stern. Hörten sie den Namen Jägerbataillon

Nr. 12, hatte so mancher von ihnen Wehmut im Herzen,

denn vor über 17 Jahren sollte diese Einheit von

Freiberg nach Löbau verlegt werden. Am 1. April 1913

legten sie den Grundstein für ihre neue Kaserne, aber

der Krieg machte alle Pläne zunichte. Sie hatten sich so

sehr gefreut, sammelten für ‚ihre‘ Jäger und schickten

Hilfspakete, sogenannte Liebesgaben, an die Front –

doch vergeblich! Mit den Bestimmungen des Versailler

Vertrages lösten die Siegermächte die alte kaiserliche

Armee und somit die Jägerbataillone auf. Zwar standen

die Löbauer Bürger 1919 noch zu Tausenden auf dem

Altmarkt und protestierten gegen das Versailler Diktat

Jägerkaserne 1915

(siehe Bild), niemand jedoch hörte auf sie. Gerade deshalb

wollten sie an diesem Wochenende mit den Jägern

feiern – vereint in der Sehnsucht nach den ‚guten alten

Zeiten‘ des Kaiserreiches. Sie hatten die Nase gestrichen

voll! Noch kein Jahr war es her, als im Oktober 1929 der

Crash an der New Yorker Börse die Welt in eine schwere

Krise stürzte. Arbeitslosigkeit und soziales Elend grassierten

im Land. Die Politiker von SPD, Zentrum sowie

den liberalen Parteien DVP und DDP brachten unter

der Führung ihres Reichskanzlers Heinrich Brüning

nichts mehr auf die Reihe. Zunehmend regierten sie mit

Notverordnungen und schränkten bürgerliche Rechte

drastisch ein.

In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft begrüßte der

1. Bürgermeister Dr. Ungethüm die Jäger am Sonnabend

mit den Grußworten:

„... dass für sie alle die Löbauer Tage zu einem Erlebnis

echter Kameradschaft und eines wahrhaften, innerlichen

Volksgemeinschaftsgeistes werden möchten.“

Ab 08:00 Uhr trafen die Jäger Zug um Zug am Bahnhof

ein. Gegenüber im Landmannsheim nahmen Mitarbeiter

der Stadtverwaltung die Ankommenden in Empfang

und wiesen ihnen sogenannte ‚Standquartiere‘ zu.

Streng getrennt, damit jeder seine Kameraden gleich

wiederfand, hatte die Stadt pro Kompanie eine Kneipe

reserviert. An Örtlichkeiten dazu mangelte es nicht

(Siehe Artikel „Alte Löbauer Gaststättenwelt“). So kamen

die Veteranen der 12er und 26er zum Beispiel im

Reichshof, Reichsadler sowie Ratskeller und die der

13er, 15er und 25er im Alten Krug, Goldenen Hirsch,

Schwarzen Lamm und vielen anderen Gaststätten unter.

Die Offiziere residierten getrennt und standesgemäß

im Wettiner Hof. Verständlich, dass angesichts dieses

LÖBAUERLEBEN

20


Gruppenbild Jaegerbataillon Nr. 13-1917

Publikums das Geschäft der Löbauer Wirte bereits am

Vormittag auf Hochtouren lief. Alle Neuankömmlinge

wurden bejubelt. Tränen kullerten aus Männeraugen,

man lag sich in den Armen, Bierhumpen krachten beim

Prosit aneinander und bei jeder Runde Schnaps ertönte

ein kräftiges Horrido. Gleichlaufend wurde am Mittag

das Landesverbandsschießen am Schützenhaus eröffnet

und abends gab es parallel zueinander zwei Kommerse

(offizielle Feiern). Auf den Sälen des Schützenhauses

und der Tonhalle hörten die Teilnehmer Festansprachen

und sahen Tanz- sowie Sportvorführungen der Vereinigung

Turnvater Jahn aus Löbau. Dazu spielte im Schützenhaus

die Kapelle des hiesigen Infanterieregiments

und in der Tonhalle die Schmidt’sche Kapelle aus Löbau.

Protestkundgebung 1919 gegen den Versailler

Vertrag

Die Feierlichkeiten gingen bis in den frühen Morgen.

Ein Ausschlafen gab es am Sonntag aber weder für die

Löbauer noch die alten Kameraden. Pünktlich um 07:00

Uhr marschierte eine Gruppe mit Jagdhörnern vom Restaurant

Quelle bis zum Schützenhaus und blies quer

durch die Stadt ihren Weckruf. Niemand wollte im Bett

bleiben, schließlich gab es an diesem Tag für Jung und

Alt eine Menge zu erleben. Schon ab 08:00 Uhr knallten

auf dem Schießplatz die Büchsen der Landesschützen.

Preisschießen war angesagt! Aber nicht nur für sie, denn

heute durfte jedermann mitmachen. Wer Glück hatte,

konnte am Abend in der Schützenhalle sogar einen Preis

abfassen. Leute, denen nicht danach war, brauchten nur

ein paar Meter weitergehen. Auf dem Sportplatz hinter

dem Schützenhaus hielt ab 09:00 Uhr Pfarrer Teichgräber

einen großen Feld- und Gedächtnisgottesdienst ab,

untermalt von der Reichswehrkapelle und dem Löbauer

Liederbund. Neben vielen kleineren Veranstaltungen

folgte ein Platzkonzert auf dem Altmarkt, bevor es

zum Höhepunkt des Jägertages kam. Punkt 13:30 Uhr

formierten sich Löbauer und Veteranen entlang der

Äußeren Bautzener Straße und liefen in einem großen

Festumzug quer durch die Stadt. Am Schützenhaus angekommen,

luden die Organisatoren zu einem Familienfest

und abends zum Ball ein.

Für die Bevölkerung ging damit das Fest zu Ende. Am

Montag unternahmen die ehemaligen Jäger noch eine

Ausfahrt ins Zittauer Gebirge, dann reisten sie ab. Vergessen

aber waren sie nicht. Der Jägertag blieb lange im

Gedächtnis der Löbauer. Nicht etwa, weil sie sich nach

dem Militär sehnten, ganz im Gegenteil: Frieden sollte

sein und wieder Ordnung sowie Wohlstand eintreten –

in einem Deutschland, das sich endlich von seinen Ketten

befreit. Ihr (un)vermein(d)tlicher Heilsbringer stand

schon an der Startlinie ...

21

LÖBAUERLEBEN


Es ist nicht falsch Geld zu verdienen,

sondern wichtig was du damit machst.

Arbeitswelt im Wandel -

Working Evolutions Oberlausitz

von Bettina Hennig

Arbeitswelten, Märkte und unsere Gesellschaft unterliegen

derzeit einem großen Wandel. Sind stark hierarchisch

geführte Unternehmen noch zeitgemäß? Wie

fühlen und arbeiten Menschen in einem Unternehmen,

welches auf reine Gewinnmaximierung ausgerichtet ist?

Welchen Einfluss haben die persönlichen Lebenswelten

auf die Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitszeiten?

Sollte Achtsamkeit in den Arbeitsalltag integriert werden

und wenn ja, wie kann das erfolgen? Solche und

ähnliche Fragen für eine ressourcenschonende Arbeitswelt

untersucht das junge Team der Working Evolutions

GmbH.

Beneidenswert ist er, der Arbeitsplatz von Juliane Wünsche,

Anne Wilhelm und Reno Rössel auf dem Lebens-

Gut Pommritz, idyllisch zwischen Löbau und Bautzen

gelegen. Das Kräuterbeet, das frisches Grün für den

Pausenbrotaufstrich liefert, liegt direkt vor dem Bürofenster.

Zum Gedanken ordnen kann man eine Runde

durch das parkähnliche Gelände laufen und auch sonst

steht viel Raum für Workshops und Seminare zur Verfügung.

Das ist eine ideale Umgebung für das Büro von

Working Evolutions, welches sich seit Dezember 2019

mit Themen des ‚Neues Arbeiten‘, im englischen als New

Work bezeichnet, beschäftigt.

Die GmbH, in welcher Juliane, Anne und Reno beschäftigt

sind, gehört sich selbst und wird entsprechend ohne

Geschäftsführung geführt. Für sämtliche strategische,

administrative und finanzielle Belange gilt eine vollkommene

Transparenz. Das bedeutet, jeder weiß um die

arbeitsvertraglichen Vereinbarungen der Kollegen und

ist im Bilde, was Umsatz, Ausgaben und Ergebnis der

GmbH betreffen. Tantieme, Boni oder ähnliches gibt es

nicht. Das Geld welches die GmbH verdient, wird nach

Abzug der Kosten wieder in sinnvolle und nachhaltige

Projekte investiert. So die Kurzbeschreibung einer

selbstverwalteten Firma.

Eine strikte Jobbeschreibung mit starren Aufgaben gibt

es für niemanden im Team. „Wir arbeiten in Rollen. Jeder

kann Themen einbringen, für die er brennt und auch

die jeweiligen Kompetenzen besitzt. Für die Arbeitsergebnisse

trägt natürlich der Rolleninhaber die Verantwortung,

im Projektverlauf kann er oder sie sich aber

gerne die Beratung von Mitgliedern des Teams holen.

Diese Art zu arbeiten ist ein System, welches auf Vertrauen,

Verbundenheit und Verantwortung basiert. Eine

Geschäftsführung als Instanz gibt es nicht. Die Kompetenzen,

sowie die Handlungs- und Entscheidungsmacht

der traditionellen Geschäftsführung liegen bei jedem

einzelnen im Team“ erklärt uns Juliane. Damit diese Arbeitsweise

ohne Know-how Verlust funktioniert, kommt

LÖBAUERLEBEN

22


gänzlich zu transformieren. Gemeinsam möchten wir

mit unseren Ansprechpartnern einzelne Themen und

Ansätze finden, um Unternehmen zukunftsfähiger, ressourcenschonender

und werteorientierter zu machen“

betont Juliane. „Bei der Ausrichtung der Unternehmen,

für die neue Prozesse, Strukturen oder Methoden interessant

sein können, gibt es keinerlei Einschränkungen,

sogar Verwaltungen zeigen Interesse“ ergänzt sie.

Die Tools und Routinen, mit denen wir arbeiten, testen

wir für längere Zeiträume an unserer Organisation, ehe

wir sie mit etablierten Unternehmen und Firmen, die

werteorientiert arbeiten und wirtschaften möchten, diskutieren.

Derzeit ist Working Evolutions schon mit einer

Reihe von Unternehmen im Gespräch, hören sich deren

Erfahrungen an, machen eine Bestandsaufnahme um

darauf folgend zusammen mit den Ansprechpartnern

Ableitungen für Innovationsprozesse z.B. in der Mitarbeiterführung

oder -entwicklung zu erarbeiten.

ein onlinebasiertes Projektmanagment-Tool zum Einsatz,

das als Produkt auf die jeweiligen Bedürfnisse der

Nutzer angepasst werden kann. „Damit können wir garantieren,

dass wir alle den gleichen Wissensstand haben.

Ein Arbeiten von der Basis Pommritz aus ist somit

nicht zwingend nötig. Das ist ein großer Vorteil, wenn es

um die Vereinbarung von privater Lebenssituation und

Karriere geht“, so Reno.

„Unsere Methoden sind am ganz obersten Ende der Möglichkeiten

von New Work, unser Unternehmen ist nach

diesen Prinzipien aufgebaut worden. Das bedeutet aber

nicht, dass wir anderen Unternehmen empfehlen, sich

New Work Oberlausitz ist das Hauptprojekt von Working

Evolutions. Um noch erfolgreicher Arbeiten zu

können entstehen derzeit auf dem LebensGut Pommritz

Räume, die als Co-Working Plätze oder Workshop-

Locations genutzt werden können. Die Entwürfe zielen

darauf ab, Potenziale, Kreativität, Muse und Freude im

Arbeitsprozess freizusetzen. Die Um- und Ausbauten

in den ehemaligen Stallungen des Gutes haben bereits

begonnen.

Ziele haben die Pommritzer natürlich auch. Im nächsten

Schritt möchten sie Unternehmen ermutigen, sich

mehr und positiver nach außen zu präsentieren, vor allem

wenn es um gelebtes, wertebasiertes Arbeiten geht.

Das braucht die Region ganz sehr, vor allem, für die

Fachkräftegewinnung und -bindung. „Wir wünschen

uns zahlreiche Entscheider und Inhaber, die den Mut

haben, sich mit dem Erfahrungsschatz ihrer Vergangenheit,

auf eine neue, werteorientierte Wirtschafts- und

Arbeitsform einzulassen“ lautet das Fazit von Working

Evolutions.

Kontaktdaten

www.working-evolutions.de

Working Evolutions GmbH

Pommritz 1

02627 Hochkirch

23

LÖBAUERLEBEN


Aufregende Geschichte hautnah erleben

Alte Mauern erzahlen eine

..

Sucht jemand einen Ort, der

spannende Geschichten erzählen

kann, wird er in diesen

Mauern mit Sicherheit fündig.

Der Hof, zu dem sie gehören,

steht nördlich von Löbau, genauer

gesagt, in Spittel. Er

zählt zu den ältesten aus Stein

gebauten Bauernlegen unserer

Heimat. Gute und schlechte

Zeiten hat das Anwesen erlebt,

und ja – es birgt auch ein Geheimnis.

Zu traurigem, dennoch historisch

bedeutsamen Ruhm gelangte das

Gehöft am 5. September 1813. Am

Vortage verteidigte ein preußisches

Bataillon Infanterie unter dem

Kommando des Majors Hiller von

Gärtingen heldenhaft den Wohlaer

Berg bei Löbau. Die Einheit sollte

den Rückzug Blüchers und die

Überwindung des Löbauer Wassers

mittels dreier Feldbrücken an der

gemauerten Mühle Bellwitz decken.

Napoleon selbst übernehm gegen 19

Uhr die Führung seiner Truppen,

doch es war zwecklos. Um 21 Uhr

musste er unverrichteter Dinge

die Kampfhandlungen einstellen.

Major Hiller zog sein Bataillon im

Schutz der Dunkelheit ab und folgte

(gleichfalls über die Brücken) den

Gemälde Lazarett 1813, Michael Franke, Ebersbach

eigenen Hauptstreitkräften. Am

nächsten Tag, dem 5. September,

ritt Kaiser Napoleon persönlich auf

den Berg, um die preußischen Stellungen

zu besichtigen. Vorher hatte

er für die Verwundeten eilig ein

Lazarett im vorgenannten Spitteler

Gut aufschlagen lassen. Nachdem er

mit der Bergvisite fertig war, galoppierte

er dorthin und besuchte seine

verletzten Soldaten.

Zu diesem Zeitpunkt hatte das an

einer Wegekreuzung gelegene Anwesen

schon weit über 500 Jahre

auf dem Buckel. Wann ein Bauer

ein Haus aus Stein darauf baute,

kann keiner mehr sagen. Sicher

und aktenkundig belegt ist, dass

die Grundherren von Spittel 1348

Untervasallen derer von Kittlitz

gewesen sein mussten. Unter den

Ältesten des Weichbildes tauchte

damals ein gewisser Hermann von

Tillichhof - verfallene Stallungen

LÖBAUERLEBEN

24


spannende Geschichte

von Arnd Krenz

Tillichhof 2020

dem Spital auf. Mit Siegel und Unterschrift

zeichnete er als S. Hermani

de Hospitali. Nach Hermann

Knothe (Geschichte des Oberlausitzer

Adels und seiner Güter) stammte

er aus der Linie des Hauses von

Gersdorff. Und geht man davon

aus, dass die nahe gelegene Stadt

Löbau erstmals im Jahre 1221 urkundlich

erwähnt wurde, dürften

deutsche Siedler das Umland, also

auch Spittel, bereits davor in Besitz

genommen haben. Interessant in

diesem Zusammenhang ist, dass

das Bauernhaus inklusive der Stallungen

und Scheunen ursprünglich

einstöckig gebaut war. Deutlich zu

erkennen ist das an den Feldsteinen

der unteren Etage. Das zweite und

Dachgeschoss dagegen bestehen aus

Ziegeln. Auf einem Stein am Nebengebäude

hat der damalige Bauherr

die (noch erkennbaren) Zeichen MB

d. 800 eingemeißelt. Möglicherweise

weisen sie auf dessen Namen und

das Jahr 1800 hin. Das aber ist reine

Spekulation.

Sicher und belegt dagegen ist, dass

in der neueren Geschichte des Hofes

im Jahre 1930 Karl Tillich, der

Großvater des späteren sächsischen

Ministerpräsidenten, das Gehöft

erwarb. Seinen angestammten Hof

im Norden der Oberlausitz musste

er der Braunkohle opfern. Dafür

Napoleonstein am Tillichhof

25

LÖBAUERLEBEN


von Arnd Krenz

bekam er eine Entschädigung, für die er billig das zu

jener Zeit insolvent stehende Spitteler Gut kaufte. Als

Ortsbauernführer brachte er es in den darauffolgenden

Jahren zu nachhaltiger Bekanntheit, weshalb Insider

das Grundstück bis heute als Tillichhof bezeichnen. In

der DDR allerdings verfiel dieser zusehends. An einen

Großteil der Stallungen und Scheunen, in denen 1813

verwundete französische Soldaten lagen, erinnern nur

noch einige aus Feldsteinen bestehende Mauern. Gegenwärtig

ist das Gehöft im Besitz eines Engländers.

Er möchte die Gebäude sichern und sie (vielleicht) zu

seinem Alters- bzw. Zweitwohnsitz ausbauen.

Diesbezüglich könnte ihm ein Umstand jedoch die Freude

verhageln:

Denn auf dem Gelände geht ein Gespenst um!

Das jedenfalls wusste ihm der Vorbesitzer mit ernster

Miene zu berichten. Und wer weiß, eventuell hatte

er ja Recht. Abgesehen von unzähligen erfundenen

Spukgeschichten, gibt es hier und da durchaus belegte

„paranormale“ Erscheinungen. Vornehmlich treten

diese in uralten Gemäuern und dort auf, wo Verbrechen

geschahen, wo Menschen Leid erfuhren und qualvoll

verstarben. Solche Geschichten voreingenommen von

der Hand zu weisen wäre überheblich! Wir Erdenwesen

sind weder wissenschaftlich noch intuitiv in der Lage,

unsere komplexe, vielschichtige sowie unendliche Welt

in all ihren Facetten zu erfassen. Bei allem, was wir uns

(auch historisch gesehen) anmaßen zu beurteilen, sollten

wir stets die Weisheit Isaak Newtons im Hinterkopf

behalten:

„Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen,

ein Ozean.“

In diesem Sinne bleiben Sie stets kritisch! Hinterfragen

Sie, was Ihnen andere weismachen wollen. Besonders in

Geschichtsangelegenheiten gilt: Versetzen Sie sich immer

in die Menschen jener Zeit und glauben keiner vorgefertigten

Meinung. Auch wenn es bestimmten Leuten

nicht passt: Sehen, hören, lesen und vor allem – denken

Sie selbst!

Die Post ist da!

Wie Löbau zu seinem

Postamt kam

Irgendwie macht es nachdenklich, geht man an

diesem markanten Haus zwischen Kreisverkehr

und August Bebel Straße vorüber. Betrieb

herrscht hier keiner mehr. Lediglich am Straßennamen

erahnen viele, dass es früher das

Postamt war. Einstmals sogar das „Kaiserliche“

– für die Löbauer eine Verbindung in die ganze

Welt und heute vergessene Geschichte.

Postmeister Bschorer und die Löbauer Post

Will jemand über die Löbauer Postgeschichte erzählen,

steht er vor der Frage, wo anfangen? Bereits Ende des

15. Jahrhunderts gab es hier eine Poststation. Sie erfreute

sich regen Zuspruchs, zuerst unter Regie derer

von Thurn und Taxis, später unter der des Königreiches

Sachsen. Aber machen wir einfach einen Schnitt und

beginnen mit unserem Bericht Anfang der 1830er Jahre.

In dieser Zeit hatte der Postmeister Friedrich Wilhelm

Bschorer seinen Dienst in Löbau aufgenommen.

Eine Funktion, die er ganze 37 Jahre ausüben und so

ein gewichtigen Teil Löbauer Postgeschichte mitbestimmen

sollte. Zunächst arbeitete unter ihm ein Posthalter,

dessen Station in der Zittauer Gasse (Innere Zittauer

Straße) lag. Noch heute ist sein Pferdestall hinten am

Katzenturmensemble zu sehen. Gegenwärtig befindet

sich hier eine Gaststätte, die bis vor wenigen Jahren

sogar namentlich auf die „Alte Posthalterei“ hinwies.

Von hier aus gingen Pakete und Briefe in die ganze Welt

sowie Postwagenlinien in Richtung Dresden, Breslau,

Zittau, Rumburg und weiter bis Prag.

Die Posthalterei am Neumarkt

Bald jedoch hielt die Industrie in Löbau Einzug. 1846

kam die Eisenbahn dazu und der Stadtrat wollte die

LÖBAUERLEBEN

26


ehem. Gasthaus „zum Stern“, jetztiges Gebäude Neumarkt 11

Poststation vergrößern. Zudem sollte sie näher an den

Bahnhof rücken. Doch dieser Traum platzte zunächst.

Einige Jahre nachdem Karl Ernst Döring unter Leitung

Bschorers die Posthalterei übernahm, verlegte er sie

zwar in größere Räumlichkeiten, aber keineswegs dichter

an die Bahn. Seit 1859 befand sich seine Expedition

auf dem Neumarkt, im heutigen Haus Nr. 9. Als wenig

später der Wirt des daneben liegenden Gasthauses

„Zum Stern“ Posthalter wurde, bildeten beide Anwesen

sozusagen eine ‚postalische Einheit‘. Geöffnet hatte sie

täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) von 7 bis 12 und

von 14 bis 19 Uhr. Das blieb so bis 1878. Dann endlich

war es soweit! Das mit der Löbauer Telegrafenstation

zusammengelegte Postamt mietete hellere und größere

Räume im Ostteil des „Wettiner Hofes“ (heute Parkplatz

Diska) an. Direkt am Bahnhof konnte es, ausgestattet

mit modernen Schaltern und Schreibvorrichtungen,

besser seinen Aufgaben nachkommen. Vor allem waren

die Postbediensteten jetzt in der Lage, Briefe und Pakete

schneller in die Eisenbahn-Postwaggons zu laden.

Alte Posthalterei Pferdestall

Das Postamt kommt auf den Viehmarkt

Den Mietvertrag mit Zeitschel, dem Gastwirt des Wettiner

Hofes, hatte die kaiserliche Postverwaltung allerdings

nur auf 8 Jahre abgeschlossen. Eine Verlängerung

hatte sie nicht vorgesehen. Der Post- sowie Telegraphen-

Neumarkt 9 die damalige „postalische“ Einheit

aktuelle Postfiliale Löbau auf der Sachsenstraße

verkehr nahm rasch zu und die Räume genügten den

Anforderungen schon lange nicht mehr. Also stellte die

Oberpostdirektion an den Rat der Stadt Löbau den Antrag,

sie möge bitte nach Zeichnungen des Reiches ein

Haus bauen, in das sich die Post einmieten würde. Am 1.

Mai anno 1885 war dieses Ansinnen einziger Tagesordnungspunkt

der Ratssitzung. Die Herren diskutierten

eine geraume Zeit, bis sie letzten Endes beschlossen,

das zukünftige Postamt für 85 bis 90.000 Mark nördlich

des Stadtkerns, auf dem Viehmarkt zu errichten.

Dazu war ein Darlehen bei der städtischen Sparkasse

aufzunehmen und dem Mieter 6 Prozent Mietzins von

27

LÖBAUERLEBEN


der Bausumme sowie 4 Prozent vom Wert des Grund

und Bodens zu berechnen. Am 23. August 1886 schloss

Löbau mit der Post einen entsprechenden Kontrakt. Den

Generalauftrag zur Errichtung des Gebäudes erhielt

Baumeister Moritz John. Bereits 13 Tage später ließ die

Stadt Bäume am Viehmarkt fällen – die Bauvorbereitungen

begannen.

von Bettina Hennig

Pünktlich fertig und kräftig begossen

Im Januar 1888 mahnte die kaiserliche Oberpostdirektion

an, den Postbau bis zum 1. Juli bezugsfertig zu

übergeben. Zwar hatte sie den Mietvertrag mit Zeitschel

noch einmal verlängert, aber spätestens bis zu diesem

Tag musste sie den Wettiner Hof endgültig räumen. Die

Bauarbeiter Johns legten eine Schippe drauf, klotzten

ordentlich ran und schafften es tatsächlich! Alle waren

glücklich! Auch Bürgermeister Damm, als ein Schreiben

der Oberpostdirektion ihn, die Ratsmitglieder sowie

Stadtverordneten für den 7. Juli, um 9 Uhr in die Schalterhalle

des neuen Postamtes einlud. An diesem Sonnabend

war es soweit. Die Vertreter der Stadt konnten

aufatmen und stolz verkünden:

„Die Post ist da!“

Allerdings sollte es nach dem Willen der kaiserlichen

Verwaltung keine große Eröffnungsfeier werden.

Zwanglos, ohne Formalitäten, besichtigte man die neuen

Räume. Bürgermeister Damm ließ es sich trotzdem

nicht nehmen und hielt eine Dankesrede. Anschließend

lud er die Anwesenden in seine Privatwohnung ein, um

bei einem ‚Frühstück‘ auf das künftige Postamt anzustoßen.

Und da selbst ein Postbote nicht auf einem Bein

stehen konnte, rückte die ganze Gesellschaft am Nachmittag

noch zum Forsthaus Strahwalde, wo es bis in die

Abendstunden feucht-fröhlich weiterging.

Was so kräftig befeiert wurde, dem blieb nichts anderes

übrig, als lange zu halten. Und so war es auch. Bei den

Löbauern erfreute sich das Postamt höchster Beliebtheit.

1922 ließ es die Stadt auf Verfügung des Reichspostministeriums

am linken und rechten Flügel noch

einmal erweitern. Danach tat es weitere 75 Jahre seinen

Dienst, bis es am 11.11.1997 endgültig den öffentlichen

Schalterbetrieb einstellte. Wer Postdiensleistungen

braucht, sucht hier leider vergeblich. Er muss sich in die

nahegelegene Sachsenstraße begeben. Und in der Tat –

irgendwie macht das nachdenklich ...

Bedanken möchten wir uns besonders bei Wolfgang

Gebel (†), der sich intensiv mit der Postgeschichte Löbaus

beschäftigt hat. Seine Forschungsergebnisse sind

in den 1990er Jahren in mehreren Heften der Löbauer

Museumsgesellschaft e. V. erschienen. Die Geschichte

des Löbauer Postamtes ist ein kleiner Ausschnitt davon.

Vereinsleben, Traditionsp

Privilegierten Schützenge

In Deutschland betreiben ungefähr drei Millionen Menschen

den Schießsport als Hobby- oder Leistungssport.

Beim Sportschießen stehen Konzentration und Körperbeherrschung

im Vordergrund, um mit größter Präzision

einen bestimmten Punkt auf der Papierzielscheibe

zu treffen. Wer ein Sportschütze werden möchte, muss

bestimmte Bedingungen erfüllen. Dabei geht es vor allem

um die Eignung, eigenverantwortlich eine Waffe zu

besitzen und mit dieser Waffe den Schießsport zu betreiben.

Zunächst muss eine umfangreiche Waffensachkundeprüfung

abgelegt werden. Eignung bedeutet unter

anderem weder Vorstrafen, Alkohol- oder Drogenprobleme

oder geistige Einschränkungen zu haben. Kleinste

Konflikte mit dem Gesetz würden zum Widerruf der

waffenrechtlichen Erlaubnis führen. Zudem muss eine

Mindestanzahl an Trainingstagen pro Jahr absolviert

werden.

Der Löbauer Schützenverein, die Privilegierte Schützengesellschaft

Löbau e.V. wurde im Jahr 1993 neu gegründet.

Bei den Löbauer Sportschützen um Vereinsvorstand

Günter Nentwig trainieren ca. 70 Sportschützen. Ihr

Domizil ist die große Schießsportanlage in der Georgewitzer

Straße. Dort stehen den Schützen zwei Schießanlagen

mit 25 Metern, zwei Schießanlagen mit 50 Metern

und eine Luftdruckhalle mit 20 Bahnen zur Verfügung.

Anfänger starten in der Regel mit Luftdruckwaffen,

das heißt mit einem Luftgewehr oder der Luftpistole.

„Irgendwo hieß es mal, mit dem Sportschießen ist es

wie mit den motorisierten Zweirädern, fährt man erst

mal Mofa, möchte man bald auf ein richtiges Motorrad

umsteigen. Beherrscht man die Technik mit den

Luftdruckwaffen, kommt schnell der Wunsch nach

klein- und dann nach großkalibrigen Waffen“ erklärt

LÖBAUERLEBEN

28


flege und Sport bei der

sellschaft zu Löbau e.V.

Günter Nentwig. In der Löbauer Schießsportanlage

kann man mit allen drei Waffentypen trainieren.

Die sportliche Ausbildung und das Wettkampf- sowie

Pokaltraining erfolgt im Bewusstsein von Tradition und

Geschichte. Neben der sportlichen Aktivität sollten sich

unsere Mitglieder auch der Brauchtumspflege widmen,

wie zum Beispiel bei der Durchführung unseres jährlichen

traditionellen Schützenfestes im Sommer sowie

die Teilnahme an Umzügen von befreundeten Schützenvereinen.

Was ist eigentlich das Adlerschießen genau

Das größte und älteste Brauchtumselement auf den

Schützenfesten ist das traditionelle Vogelschießen oder

Adlerschießen, bei dem der jährliche Schützenkönig

ermittelt wird. Die Ursprünge gehen bis in die Germanische

Zeit zurück, in der Vögel auch als Opfergaben

galten. Bereits im Mittelalter fand das Vogelschießen

als Schießübung auf Festen statt. Seit Anfang des 19.

Jahrhunderts spricht man eher vom Adlerschießen als

vom Vogelschießen. Noch heute ist es eine sehr beliebte

Veranstaltung, da man nicht unbedingt ein sehr guter

Schütze sein muss. Zum erfolgreichen Adlerschießen

gehört ebenso eine gute Portion Glück. Die Schützen haben

eine bestimmte Anzahl von Schießversuchen, zuerst

werden die Federn getroffen, dann gilt es das Herz des

Adlers herauszuschießen. Wem dies glückt wird Schützenkönig.

Aber auch andere getroffene Teile werden

mit einem Titel prämiert, man kann ebenso Ritter oder

Marschall werden.

Als Gastschütze bei der Privilegierten

Schützengesellschaft Löbau

Auf der Schießsportanlage in Löbau werden auch gern

Gäste begrüßt, die den Schießsport unter fachkundiger

Anleitung einmal ausprobieren möchten. „Unsere Gastschützen

können entweder mit Luftdruckwaffen oder

mit scharfer Munition schießen. Zudem können unsere

Anlagen gern von Firmenteams oder Feiergesellschaften

wie z.B. Junggesellenabschiede angemietet werden.

Für Feiern und Gesellschaften stehen zudem auch unsere

Vereinsräume für ca. 30 Personen zur Verfügung“

erklärt Günter Nentwig.

Die Schießanlagen sind ganzjährig regelmäßig geöffnet.

Unsere derzeitigen Öffnungszeiten- und Trainingszeiten

sind:

Mittwoch von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr und

jeden 2. und 4. Samstag, des Monats von

13.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Zu diesen Zeiten können Interessierte ohne Voranmeldung

vorbeikommen und einen ersten Eindruck vom

Sportschießen bekommen. Termine für ein Schießtraining

erfolgen nach vorheriger Absprache.

Die Privilegierte Schützengesellschaft Löbau e.V. ist Mitglied

im Dachverband des Schießsports, dem Deutschen

Schützenbund sowie im sächsischen Schützenbund.

INFO

Privilegierte Schützengesellschaft Löbau e.V.

Telefon +49 (0)3585 86 23 46

www.psgloebau.de

Mitgliedschaft ab 12 Jahren möglich

Als Sportschütze trainiert man neben der Treffsicherheit vor allem

wichtige soziale Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein,

Disziplin, Teamgeist, Ruhe und Ausgeglichenheit.

29

LÖBAUERLEBEN


von Arnd Krenz

Man könnte fast sagen unbemerkt,

auf jeden Fall ohne größeres Aufsehen,

hat Löbau wieder ein saniertes

Haus mehr bekommen. Da es etwas

abgelegen vom Theaterplatz aus

gesehen am Anfang des Brücknerringes

steht, haben viele Leute die

Baumaßnahme nicht registriert.

Nichtsdestotrotz gehört das nunmehr

im neuen Glanz erstrahlende

Gebäude zu den geschichtsträchtigsten

unserer Stadt. Rekonstruiert

hat es die Löbauer Druckhaus

GmbH und im Mai 2020 auch als

Bürogebäude in Besitz genommen.

Mitfinanziert vom Land Sachsen,

wurde den Löbauern damit ein

Denkmal erhalten, das wie kaum ein

anderes als Symbol für das Ansehen

der Stadt steht. Mehr als 106 Jahre

wirkte hier eine Druckerdynastie,

von der Historiker mit Recht sagen:

Sie hat die Geschicke der Oberlausitz

mitbestimmt. Unter der Firmierung

Hohlfeld & Witte gab das Unternehmen

die bekannte Zeitung

„Sächsischer Postillon“ heraus.

Ihr wohl bedeutendster Redakteur

und Verleger war Johann Friedrich

Hohlfeld. Ein Demokrat und Patriot

durch und durch. Vehement setzte

er sich für die Heimat sowie freie Berichterstattung

ein. Herrschaftliche

Meinungsdiktatur lehnte er, ebenso

wie heuchlerische Frömmigkeit und

Liebedienerei, kategorisch ab. Allen

freiheitsliebenden Menschen gilt er,

auch wegen seines Mutes und bis

zur Selbstaufopferung gehenden

Das Denkmal

am Brücknerring

Engagements, bis heute als Vorbild.

Und egal ob er es war oder seine

Nachkommen: Sie brachten den

„Sächsischen Postillon“ mit Geschick

und Unternehmergeist auch

durch schlechte Zeiten. Der Zweite

Weltkrieg war aber dann doch zu

heftig. Am 7. Mai 1945 erschien die

letzte Ausgabe des Blattes. In ihr

bedankten sich Verlag und Redaktion

für die jahrelang gehaltene Treue

und wünschten den Löbauern alles

erdenklich Gute für ihr weiteres

Leben sowie das Wohlergehen der

Stadt. Ihr Besitzer und viele seiner

Mitarbeiter verließen Löbau. Die

Anordnung zwecks Evakuierung

der Stadt, nebst den dazugehörigen

Anweisungen, hatten sie an den Tagen

zuvor selbst veröffentlicht – nun

sprangen auch sie vom sinkenden

Schiff. Sie ahnten, dass ihre Zeitung

unter den kommenden Verhältnissen

kaum eine Chance haben wird.

Eine 160 Jahre alte Tradition ging

damit zu Ende. Begonnen hatte sie

im 1785. In jenem Jahr brachte Carl

Friedrich Völkel den „Sächsischen

Postillon“ als monatlich erscheinendes

Blatt heraus. Wo damals seine

Druckerei lag, darüber streiten die

Geister. Klar dagegen ist, wie der

Name Hohlfeld ins Unternehmen

kam. 1793 heiratete Völkel nämlich

die Witwe des früheren Bürgermeisters

von Neusalza, Johanna

Christiane Eleonore Hohlfeld. Da

er bereits zu diesem Zeitpunkt ein

betagter Mann war, starb er drei

Jahre später und der Besitz fiel an

die Frau. Die wiederum hatte ihren

ältesten Sohn Carl Heinrich Hohlfeld

zum Erben bestimmt. Als auch

sie 1831 das Zeitliche segnete, wollte

Letzterer weder Hab und Gut noch

Stellung im entfernten Posen aufgeben

und schickte stattdessen den

Sohn nach Löbau.

Damit begann hier die Ära des legendären

Johann Friedrich Hohlfeld.

Unter seiner Leitung blühten

Druckerei und Zeitung förmlich

auf. Gut geschriebene und den Nerv

der Zeit treffende Artikel, brachten

ihm zwar immer wieder Ärger mit

der Zensur, aber gleichzeitig auch

Abonnenten ein. Die Auflage des

mittlerweile zweimal wöchentlich

erscheinenden Postillons stieg

auf rund 4.000 und erreichte die

in seiner Geschichte höchste Verbreitung.

Sowohl in der südlichen

als auch östlichen Oberlausitz, im

Bautzener Bezirk, in der preußischen

Oberlausitz bis Nordböhmen

rissen sich Leser um das Blatt.

Doch nicht nur in geschäftlicher

Hinsicht war Johann Friedrich ein

Ass. Auch in Liebesdingen ließ er

nichts anbrennen. Schon ein Jahr

nach seiner Ankunft heiratete er

Ernestine Müller aus Kamenz. Bald

jedoch trennte er sich von ihr und

ehelichte 1838 die Tochter Auguste

Emilie des wohlhabenden Löbauer

Kaufmannes Karl Friedrich August

May. Von ihm erwarb er das besagte

Haus am Brücknerring und machte

es zum Sitz seiner Druckerei.

In die Dresdner Barrikadenkämpfe

1849 verwickelt und in der Eigenschaft

als Abgeordneter des Frankfurter

Parlaments, musste er jedoch

im selben Jahr in die Schweiz fliehen.

Ein Zurück gab es angesichts

der drohenden Todesstrafe nicht.

Und da ihn auch die Schweiz nicht

behalten wollte, floh er 1850 über

den großen Teich nach Amerika.

Dort absolvierte er mit 45 Jahren

noch ein Arztstudium und verlor

im August 1861 als Teilnehmer an

den Sezessionskriegen sein Leben.

Tapfer hielt indes seine Frau Auguste

in Löbau die Stellung. Sie

wehrte sich gegen alle Anfeindungen,

bezahlte unter großen Opfern

LÖBAUERLEBEN

30


Druckerei Ende 19. Jahrhundert

sämtliche Forderungen und führte

geschickt sowie mit eiserner Hand

die Druckerei weiter. Im Jahre 1857

stellte sie den jungen Redakteur

Johann Georg Witte ein. Der fand

prompt Gefallen an ihrer 17-jährigen

Tochter Therese und heiratete

das Mädchen vom Fleck weg. Mit

ihrem neugebackenen Schwiegersohn

gründete sie schließlich eine

offene Handelsgesellschaft, welche

Zeitungsdruckmaschine für Sächsischen

Postillon

von da an Hohlfeld & Witte hieß.

Die aus der Familie Witte nachfolgenden

Söhne, zuerst Hans und

danach dessen Sohn Dr. Georg Witte,

führten die Druckerei und den

mittlerweile zur Tageszeitung gewordenen

„Sächsischen Postillon“

weiter. Stück für Stück bauten sie

das Grundstück aus, bis es 1926 die

heutige Form annahm.

Nach der Wiedervereinigung

Deutschlands stand die während

der DDR-Zeit im Kombinat Graphischer

Großbetrieb Völkerfreundschaft

Dresden eingegliederte Löbauer

Druckerei unter Verwaltung

Alte Druckerei Hohlfeld

der Treuhand. Zum Glück stellten

die Nachkommen der Wittes keine

Ansprüche auf ihren ehemaligen

Besitz. So konnte ihn der gelernte

Drucker Jürgen Stephan 1990 übernehmen

und weiterführen. Mit Erfolg,

wie man heute feststellen kann.

Selbstverständlich ist das freilich

nicht, denn das Druckergewerbe

steht, wie schon bei Hohlfeld & Witte,

unter einem stetig wachsenden

Konkurrenzdruck. Viele gleichartige

Betriebe mussten deshalb bereits

aufgeben. Doch genau wie seine Vorgänger

bis 1945, hat sich Jürgen Stephan

durchgebissen und vor rund 7

Jahren sogar seine Söhne Uwe und

Jens als Teilhaber mit ins Geschäft

genommen. Eine unabhängige Tageszeitung

machen sie – obwohl

für die Oberlausitz vielleicht wünschenswert

– nicht mehr. Dafür haben

sie und ihre 16 Mitarbeiter sich

auf die Industriedruckerei spezialisiert.

Im klassischen Offsetdruck

stellen sie

zum Beispiel

Bedienungsanleitungen,

Beipackzettel

und Ähnliches

her. Darüber

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Sachsen und die Stadt Löbau konnte

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Bürgerinnen und Bürger, Mütter

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mit Kindern, die von Behinderung

bedroht oder betroffen sind,

die Gelegenheit, sich zu vielfältigen

Themen des Lebens beraten und bei

besonderen Lebenserschwernissen

unterstützen zu lassen. Häufig ging

es dabei um die Beantragung von

unterschiedlichsten Sozialleistungen.

Das Familienbüro „Satellit“ gilt als

eine kostenfreie Anlaufstelle

und versteht sich „Brücken bauend“

zwischen Ratsuchenden & Interessierten

sowie Ratgebern & Ver-

antwortlichen in den zuständigen

Ämtern/Behörden, spezialisierten

Beratungsstellen/Diensten, ortsansässigen

Wohnungsunternehmen

und Kindereinrichtungen.

Viele Bürgerinnen und Bürger richteten

wiederholt Anfragen an das

SATELLIT, mit der Bitte um rechtssichere

Auskünfte in verschiedenen

Rechtsgebieten. Dies war Anlass

dafür, im Rahmen der integrierten

Rechtsberatung mit professioneller

Unterstützung durch den Zittauer

Rechtsanwalt Torsten Wildner

an den Start zu gehen. Seit Beginn

des Jahres 2019 ist es jeden zweiten

Donnerstag im Monat möglich,

eine Erstberatung durch den Rechtsanwalt

kostenlos in Anspruch zu

nehmen.

Neben der Beratung steht das SA-

TELLIT auf zwei weiteren Standbeinen.

Eins gehört dem familienbildenden

Zirkusprojekt „Flick,

Flack … der Eltern-Kind-Zirkus

ist auf Zack“, welches mit viel

Engagement gemeinsam mit dem

Kinder- und Jugendzirkus APPLAU-

DINO und den Vorschulgruppen des

Kinderhauses „Am Löbauer Berg“

im Herbst 2019 umgesetzt werden

konnte. Insgesamt 17 Familien

beteiligten sich und folgten dem Ruf

in die Zirkuswelt. Damit ging der

Traum der Veranstalter, Eltern mit

ihren Kindern eine gemeinsame erlebnisreiche

Zeit zu verschaffen, in

der sie sich zusammen ausprobieren,

ihre Begabungen, Talente und Stärken

entdecken und viel Spaß und

Freude haben können, in Erfüllung.

Nach relativ kurzer Übungsphase

LÖBAUERLEBEN

34


Satellit kreist offziell

seit 2018 über Löbau

konnten Eltern und Kinder mit Stolz

und viel Freude präsentieren, was

in der Gemeinschaft möglich ist. Im

wahrsten Sinne sind alle Beteiligten

ein Stück zusammengerückt, um

die Verantwortung für einen gelungenen

Abschluss zu übernehmen

und auf mehrere Arme oder Beine zu

verteilen.

Weil es so schön war, ist im nächsten

Jahr eine Neuauflage des familienbildenden

Zirkusprojektes „Flick,

Flack … der Eltern-Kind-Zirkus ist

wieder auf Zack“ geplant.

Das zweite Standbein macht ein einzigartiges

bürgerbildendes Angebot

aus. Der Letzte-Hilfe-Kurs, der

in Kooperation mit der Regionalen

Hospiz- und Palliativberatungsstelle

Zittau veranstaltet wurde, fand 2019

erstmalig in Löbau statt. Während

des Letzte-Hilfe-Kurses haben die

teilnehmenden Frauen von der

Normalität des Sterbens als Teil

des Lebens erfahren. Sie erhielten

einen Einblick, wie man Leid am

Lebensende lindern und dass die

Inanspruchnahme möglicher Unterstützungsangebote

hilfreich sein

kann. Man muss nur wissen, bei

wem man Hilfe und Unterstützung

erfährt.

Im Dialog haben die Kursteilnehmerinnen

mit großem Interesse,

einer tiefberührenden Offenheit und

spürbaren Dankbarkeit die Veranstalter

überzeugt, dass dem ersten

Letzte-Hilfe-Kurs ein weiterer folgen

wird.

Jetzt ist es soweit … in die nächste

Runde geht‘s am 18. September

2020. Bei Interesse an einer Teilnahme

am zweiten „Letzte-Hilfe-

Kurs“ in der Oberlausitz melden Sie

sich bitte im Familienbüro „Satellit“.

Nach dem gelungenen Abschluss des

ersten Letzte-Hilfe-Kurses wurde

der Wunsch geäußert, sich auch

weiterhin zu treffen, um gemeinsam

im persönlichen Kontakt und im

Austausch bleiben zu können.

Die Idee, zum Erzählcafé einzuladen,

wurde geboren, um buchstäblich

den Faden noch einmal aufzugreifen,

und verloren geglaubtes

Wissen und längst vergessenes

Brauchtum ansatzweise bekanntzumachen.

Mit einem Augenzwinkern sind

wir in die Zeit unserer Ahnen abgetaucht

und haben von deren

Umgang mit dem Tod, fernab von

Dienstleistern wie Bestattern und

Trauerbegleitern, Institutionen wie

Krankenhäusern und Pflegeheimen

gehört, gelesen und erzählt. Aufgrund

der Vielzahl von wissenswerten

Fakten, aufschlussreichen

Überlie-ferungen und ausgemachten

Parallelen zur heutigen Vorsorgeplanung

hinsichtlich der letzten Lebensphase

haben wir uns zu einem

zweiten Erzählcafé am 31. August

2020 verabredet.

Auch dieses Mal wird uns die Lesung

aus dem Sachbuch „Friedhofsgeflüster“

von Dr. Anja Kretschmer

durch einen amüsanten, kurzweiligen

Nachmittag begleiten.

Mit der Beantragung einer weiteren

ESF-Förderung ist es meine und die

Herzensangelegenheit aller Unterstützer

des Familienbüros, dass das

SATELLIT noch weitere zwei Jahre

über Löbaus Dächern „kreisen“

kann.

Alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig

von ihrem Lebensalter,

ihrer familiären Situation, ob allein,

getrennt, in Ehe oder Partnerschaft,

mit oder ohne Kinder lebend,

sind herzlich eingeladen, das Familienbüro

„Satellit“ in Anspruch zu

nehmen.

Auf Ihren Besuch freut sich Sozialarbeiterin

Carina Schindler-Meusel.

Das Familienbüro „Satellit“ ist ein

gefördertes Projekt der Europäischen

Union, des Freistaates Sachsen

und der Stadt Löbau.

Kontaktdaten:

Sporgasse 1 in 02708 Löbau

Telefon (03585) 45 21 905

E-Mail: satellit@awo-oberlausitz.de

www.awo-oberlausitz.de

35

LÖBAUERLEBEN


Hinter hohen Mauern – Der Seifertsche

Garten in Löbau in der Pflege der Naturfreunde

e.V.

von Bettina Hennig

Es ist ein sehr heißer Sommer. Besorgt

wendet sich der Landschaftsgärtner

Otto Willhelm Stein aus

Dresden-Loschwitz per Post an

seinen Löbauer Auftraggeber. Die

Blutbuche mache ihm Sorgen. Der

kostbare Baum hat noch nicht die

Kraft erreicht, um diese anhaltende

Trockenheit unbeschadet zu überstehen.

Der Mann vom Fach aus der

Landeshauptstadt empfiehlt einen

schützenden Kalkanstrich gegen die

Austrocknung für dieses heikle Objekt.

Der Gartenbesitzer verbringt

derweil mit seiner Familie Urlaubstage

am Wörther See in Kärnten

Auf seinen Dienstleister im fernen

Sachsen kann er sich verlassen. Dieser

kündigt vor dem ergeben Gruß

noch seinen persönlichen Besuch

im Garten wo die Blutbuche steht

an. Vielleicht haben wir es dieser

beispielhaften Gründlichkeit zu

verdanken, dass heute, mehr als

100 Jahre später, im kleinen Löbauer

Arboretum eine riesige Blutbuche

mit bis zum Boden reichenden Ästen

zu bestaunen ist.

Familie Rönsch und Seifert

Viele kennen dieses Kleinod, den

Seifertschen Garten, hinter den hohen

Mauern in der Görlitzer Straße

gar nicht. Leider ist dieser im Moment

auch nicht für regelmäßige

Besuche geöffnet, wie es vor einigen

Jahren durch den Verein Seifertscher

Garten e.V. angeboten werden

konnte. Diesen Verein gibt es heute

nicht mehr. Der Verein der Natur-

Seifertscher Garten ehemaliger Pool

mit Badehäuschen

freunde e.V. in Löbau kümmert sich

nun um die Pflege und Erhaltung

des historischen Areals, welches

der Stadt Löbau gehört. „Seit 2012

sind unsere Aktivitäten eng mit

dem Gelände der Landesgartenschau

verbunden. Die Ortsgruppe

Löbau war an den Ideenfindungen

zur Nachnutzung beteilig und

übernahm zunächst die Pflege des

Heidegartens und des sogenannte

Kalkwäldchens und seit 2018 engagieren

wir uns für den Seifertschen

Garten“ sagt Heinz Pingel, Vorstand

der Löbauer Ortsgruppe.

Angelegt wurde der Garten im Jahr

1928 als Familiengarten des Löbauer

Textilfabrikanten Walter Seifert.

Seifert ließ den Garten von besagtem

Dresdner Gartengestalter planen

und anlegen. Von seinen Reisen

brachte der Löbauer Unternehmer

seltene Bäume mit, die kühlenden

Schatten spenden sollten, während

sich die Familie am oder im kleinen

Pool erholte. Die Umrandung des

Beckens und das kleine Badehäuschen

gibt es heute immer noch. Weitere

alte Zeitzeugen sind steinerne

Wege, Treppen oder Einfassungen

von alten Rabatten und Treppen. Der

Gartenplaner hatte dieses Stückchen

Erde als Nutz- und Erholungsgarten

geplant. Darin fanden sich Beerensträucherhecken

und eine kleine

Obstwiese. Der Rasen des kleinen

Parks wurde als Futter für die Kleintiere

der Familie Seifert verwendet.

Die Ortsgruppe der Naturfreunde

organisiert mehrmals im Jahr Arbeitseinsätze

auf dem Gelände. Angekündigt

werden diese mit gutem

Vorlauf im Löbauer Stadtjournal.

Rotbuche in den 20er Jahren

Jeder ist herzlich eingeladen, mitzuhelfen.

Auf Anfrage können grüne

Klassenzimmer organisiert werden.

Im Moment wird das Gelände

regelmäßig vom Internationalen

Bund für Sozialarbeit für therapeutische

Angebote genutzt. Anfragen

für eine individuelle Besichtigung

können gern per Telefon an Heinz

Pingel gerichtet werden.

INFO

Die Naturfreunde e.V. sind eine internationale

Bewegung, die im 19. Jahrhundert ursprünglich

als Alternative zum Alpenverein mit dem

Bestreben, die Natur als Quelle von Kraft und

Erholung wahrzunehmen und preisgünstige, sehr

einfache Unterkünfte für Wanderer zu betreiben.

(www.naturfreunde.de)

Ortsgruppe der Naturfreunde Löbau e.V.

ca. 62 Mitglieder

gegründet 1990

Ziele der Löbauer Ortsgruppe: naturnahe Freizeitgestaltung

Organisation von Wanderungen und Ausflügen,

wie z.B. die Löbauer Bergwanderung Pflege von

Partnerschaften zu Naturfreunden in der Löbauer

Partnerstadt Ettlingen und nach Jablonec nad Nisou

in Tschechien

Kontakt: Heinz Pingel: +49 (0)151 11729316

Die nächste Herberge der Naturfreunde ist in

Wilthen zu finden.

LÖBAUERLEBEN

36


von Mike Schnitter - DRK

Was gibts neues im Treffpunkt

„Hand-in-Hand-Kaffee“

Nachdem die Corona-Krise auch unseren Treffpunkt

kurzzeitig ausgenockt hatte (nein, nicht durch Krankheit,

sondern nur die Sicherheitsmaßnahmen), mussten

wir auch etwas umdenken. Wir wollten trotz der Beschränkungen

für unsere Besucher erreichbar sein und

haben daher viel mit Einzelterminen, Telefonkontakten

oder auf dem digitalen Weg erledigt. Genauso haben

wir die Zeit genutzt, um uns mit neuen Ideen und deren

Umsetzung zu beschäftigen.

Daraus entstanden ist nun ein PC-Arbeitsplatz, der von

unseren Besuchern für Recherche- und Bewerbungsarbeiten

genutzt werden kann. Wir können uns nun auch

über neue Dekoration und einen umgestalteten Eingangsbereich

freuen, sodass die Leseecke noch mehr zu

Geltung kommt.

Ein großer Schwerpunkt war auch die Vorbereitung einer

von hoffentlich mehreren Themenwochen. Im Bereich

der „Sozialen Arbeit“ gibt es in und um Löbau so viel zu

tun, dass wir diese spannenden Themen gern Interessenten

nahebringen wollten. Als Partner konnten wir die

BAO, das Deutsche Rote Kreuz und die Berufsfachschule

der Diakonie gewinnen und so zum Anfang des Julis

mit 10 Teilnehmern ganz unterschiedliche Bereiche im

sozialen Sektor erkunden. Altenpflege, Erziehung oder

Heilerziehungspflege waren

nur einige Berufe, in die

hineingeschnuppert werden

konnte.

Die Rückmeldung der Teilnehmer

war insgesamt sehr

positiv und macht uns schon

jetzt Mut für die nächste Themenwoche.

Vielleicht im Handwerk oder in

Verwaltungsberufen? Lassen Sie sich überraschen.

Ansonsten stehen wir gern für unsere Besucher rund

um die Themen Bewerbungen, Antragsstellung und Co.

im normalen Betrieb zur Verfügung. Auch und vielleicht

gerade in dieser komplizierten Zeit helfen wir Ihnen, soweit

wir es mit Ihrem Willen können.

H. Köpp und E. Fritsch aus dem Treffpunkt

„Hand-in-Hand-Kaffee“

Wir sind

ein Anlaufpunkt

für interessierte

Löbauer zu

verschiedenen

Anliegen

ANZEIGE

T R EFFPUNKT

Hand-in-Hand-Kaffee

Innere Zittauer Straße 28

Löbau - Innenstadt

kostenlose Teilnahme

• Unterstützung bei Bewerbungen

„jobs on the rocks“

• Vermittlung von sozialen, kulturellen und

sportlichen Vereinskontakten

• Hilfe beim Ausfüllen von Formularen

• interkulturelle Förderung

• gemütlicher Frauen-Kaffee-Klatsch

Telefon:

213 98 81

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Kontakt:

Innere Zittauer Str. 28 in Löbau

Tel.: 03585 – 213 98 81

Email: hihk@drk-loebau.de

nach Vereinbarung

09.00 – 12.00 u. 13.00 – 18.00 Uhr

09.00 – 12.00 Uhr

09.00 – 12.00 u. 13.00 – 18.00 Uhr

nach Vereinbarung

37 LÖBAUERLEBEN


von Bettina Hennig

Der große Traum vom kleinen Raum

ein tinyhouse aus Löbau

Der Besuch in Andreas Grafs ‚Eigenheim’ ist ein ganz

besonderes Erlebnis. Anklopfen, warten bis man

freundlich herein gebeten wird, einen Meter weiter

gehen, stehen bleiben und staunen. Bereits aus dieser

Position kann man den größten Teil des Wohnraums

der Villa Larix, so hat der Tischler Andreas Graf sein

Haus genannt, überblicken. Garderobe, Einbauküche,

Esstisch, Bett, Stauraum, Schränke und Regale, großes

Terrassenfenster und eine Tür, die ins Badezimmer

führt. Alles auf diesen ca. 15 qm macht einen sehr hochwertigen

Eindruck, die Liebe zum Detail und zur Qualität

erkennt auch der Laie sofort. Im Moment steht sein

Haus auf der für Wohnmobile reservierten Fläche des

Freibades in Obercunnersdorf, sehr idyllisch, am Fuße

des Kottmars inmitten von viel Grün.

Es ist vor allem die Natur und der kulturelle Reichtum,

den Andreas so sehr an seiner Heimat faszinieren. Von

der Welt hat er schon einiges gesehen. Das Tischlerhandwerk

führte ihn sogar nach Abu Dhabi. Dort arbeite er

für seinen Ausbildungsbetrieb am Innenausbau an der

weltweit größten Privat-Yacht, der Azzam von Scheich

Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Premierminister

der Vereinigten Arabischen Emirate und Gewalthaber

der Emirate von Dubai, mit. Einige Jahre verbrachte

er in Rosenheim, dort befindet sich eine renommierte

Hochschule für Holztechnik und er war für ein Praktikum

nach Österreich gegangen. Und trotzdem, in Bezug

auf die Lebensqualität siegte Löbau und seine Heimat.

„Hier bin ich verwurzelt, arbeite mit dem vielseitigsten

und zugleich auch einfachsten Werkstoff, dem Holz. Ich

übe das Tischlerhandwerk in der siebenten Generation

aus. Hier bin ich glücklich. Ich kann nur jedem empfehlen,

der sich mit einer Geschäftsidee trägt, zu versuchen,

sie auch hier in unserer Region umzusetzen. Hier gibt es

viel Potenzial und es werden Leute mit Mut gebraucht.“

Andreas Graf, Tischler und Baubiologe ist wohl der erste

Löbauer, der in einem sogenannten tinyhouse lebt und

ist überzeugt von seinem Konzept. Seit mehr als drei

Jahren entwickelte er die Pläne für den Bau des kleinen,

mobilen Hauses. Er tausche sich viel mit Menschen aus,

die ähnliche Projekte vorantreiben, sein Minihaus war

sogar Modelprojekt an seiner ehemaligen Hochschule in

Rosenheim. Zahlreiche Studenten nutzen die Gelegenheit

und arbeiteten an verschiedenen Fragestellungen

LÖBAUERLEBEN

38


im Bad und Granit für den Eingangs- und den Duschbereich.

„Mal höhere Gewalt ausgenommen, wollte ich

ein mobiles, kleines Haus ohne Komfortverzicht bauen,

welches problemlos meine Generation überlebt und ich

es an die nächste zur Weiternutzung geben könnte.“ So

Andreas Graf. Er ist 24 Jahre. „Nachhaltiges Leben und

Wirtschaften sind zwei seiner absoluten Grundüberzeugungen.

„In der heutigen Gesellschaft bestimmen

so viele unnötigen Dinge unser Leben. Oft bleibt Raum

in konventionellen Häusern ungenutzt und ist nur lästig

wenn es um die Reinigung oder den Erhalt geht. Ein

Haus soll dem Menschen Schutz und Wärme bieten und

ihm als Kraftort dienen. Nach diesen Maßgaben habe

ich mein Haus geplant.“

zu Raumkonzept, Materialien oder Gebäudetechnik

mit. Am Ende war es aber einer seiner ersten Entwürfe,

der schließlich für den Bau herangezogen wurde.

Die für den Bau verwendeten Materialien, mit Ausnahme

der Haustechnik, sind ausschließlich natürlichen

Ursprungs. An erster Stelle steht natürlich das Holz.

Die Außenverkleidung ist aus Lärche, alle Flächen, die

einer stärkeren Beanspruchung ausgesetzt sind, wie Böden,

Tischplatte oder Arbeitsfläche der Küche wurden

aus Eiche gefertigt, die Innenverkleidung ist aus Fichte.

Und auch die Wände des Hause sind komplett aus Holz,

mit einer Wandstärke von 20 cm. Die Schlafnische ist

mit Holz der Zirbelkiefer verkleidet. Insgesamt wurden

10 Kubikmeter Holz verbaut. Dazu kommt Lehmputz

Der Praxistest läuft gut, Andreas bewohnt das Haus seit

Weihnachten 2019 und fühlt sich rundum wohl. „Das

Interesse an meinem Haus ist enorm. Ich habe unzählige

Gespräche mit interessierten Menschen geführt.

Vielleicht gelingt es mir ja, die tinyhouse Bewegung

auch hier bei uns in der Oberlausitz zu etablieren.“

Mobile Häuser, die technisch auf dem höchsten Stand

sind und optisch sehr ansprechend, liegen im Trend.

Das Besondere an der Villa Larix ist, dass man keinerlei

Fundament braucht. Das massive Haus steht auf einer

Container-Wechselbrücke und ist mit einem LKW versetzbar.

So bietet es, gegenüber Leichtbauten, entscheidende

wohnklimatische Vorteile, was man beim Betreten

sofort spürt. Die reine Bauzeit gibt Andreas Graf

mit ca. ein bis zwei Monaten an, je nach dem wie lange

bestimmte Partner von Material und Ausstattung benötigen.

Die Frage nach den Kosten ist auch schnell beantwortet.

Andreas Graf formuliert es so: „Es ist wie beim

Autokauf, jeder der ernsthaft die Anschaffung eines

Autos in Erwägung zieht, wird am Ende den passenden

Wagen finden. Es gibt einen großen Von-Bis-Bereich, je

nach gewünschten Sonderausstattungen. Für den mittleren

5-stelligen Bereich finde ich es für ein Wohnhaus

recht preiswert.“ Wer mal probewohnen möchte, kann

sich über airbnb für ein paar Nächte einmieten.

Für weitere Infos zur „Villa Larix“, lädt Andreas Graf auf

seine Internetseite ein. Dort findet man viele interessante

Details zum Holzhaus. www.villa-larix.de

Larix ist übrigens die lateinische Bezeichnung für Lärche,

die früher als lebenslanger Schutzpatron für Almenhütten

gepflanzt wurde. Villa Larix wurde bewusst

als Bezeichnung für das Haus gewählt. Das gute Karma

für eine lange Beständigkeit des Löbauer tinyhouse

stimmt also schon mal.

Bettina: Vielen Dank Andreas für deine tolle Unterstützung

unseres Magazins!

Andreas: Ich habe zu Danken!

39

LÖBAUERLEBEN


Von einem, der auszog, die perfekte

Stimmung einzufangen

von Bettina Henning

Die Community der Freizeit- und Hobbyfotografen

ist groß in der Oberlausitz. Es sind Menschen,

die einen besonderen Blick für den Reiz

unserer Landschaft haben und denen es gelingt,

bekannte Motive immer wieder neu festzuhalten.

Nicht selten erzeugt das fertige Bild dann

beim Betrachter ein Gefühl, eigentlich Bekanntes

ganz neu präsentiert zu bekommen, meist in

den Sozialen Medien. Sei es in einem bestimmten

Licht, zu einer bestimmten Jahreszeit oder

mal von einer ganz anderen Perspektive.

Für Jörg sind likes und lobende Kommentare nicht das

Wichtigste. „Ich bin nicht auf der Jagd nach solcher Anerkennung

in diesen Portalen. „Ich möchte einfach nur

schöne Fotos zeigen und den Blick für die wunderbaren

Details der Natur und unserer Umgebung öffnen. Das

ist meine größte Motivation“.

Hobbyfotografen haben die vollkommene Freiheit der

Motivwahl. Sie können ohne wirtschaftlichen Druck sehr

viel herum experimentieren. Und das braucht seine Zeit.

Wer schon einmal mit einem Hobbyfotografen unterwegs

war, weiß wie sich das anfühlt. Da kann ein kleiner

Familienspaziergang schon mal einige Zeit dauern.

Denn Hobbyfotografen haben große Ausdauer, wenn es

um ihr Hobby und das perfekte Foto geht.

Zu ihnen zählt nun schon seit über zehn Jahren Jörg

Krause. „Ja, meine Familie muss geduldig sein, wenn

wir Zusammen etwas unternehmen“ bestätigt Jörg.

„Immer wieder eröffnen sich Perspektiven oder ich

entdecke kleine Details in einem schönen Kontext und

das möchte ich einfach perfekt festhalten.“ Wer dieses

Fotografen-Gen nicht hat, empfindet das langsame Vorwärtskommen

in der Natur als ziemlich große Geduldsprobe.

Deshalb möchte er am liebsten alleine mit der

Kamera unterwegs sein. Er fährt oft an Orte, an denen

er schon einmal eher zufällig vorbei gekommen ist, die

ihm aber im Gedächtnis geblieben sind. Mit der Kamera

widmet er sich diesen Orten dann ganz eingehend. Das

ist für ihn, berufstätiger Familienvater von vier Kin-

LÖBAUERLEBEN

40


von Bettina Hennig

Jörg Krause, Jahrgang 1972, wohnt in Löbau

Hobbyfotograf seit seiner Kindheit,

mit professioneller Technik seit 2005 unterwegs.

Sein persönliches Lebensmotto:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns

beschützt und der uns hilft zu leben

(Hermann Hesse)

dern, eine große Entspannung zum sonst eher vollgepackten

Alltag. Beim Fotografieren steht die Zeit

irgendwie still, meint Jörg. „Das Motiv läuft ja nicht

weg und an den Einstellungen feilen wirkt ähnlich

wie eine Meditation. Vor allen in Krisenzeiten habe

ich die Hobbyfotografie als sehr positiv und beruhigend

empfunden.“

Es gibt Orte, an die er immer wieder gern zurückkehrt.

Dazu zählt natürlich der Löbauer Berg, mit

den beiden Türmen kann man wunderbar spielen.

In Löbau haben es ihm zudem die kleinen, versteckten

Details angetan. Und selbst Jörg entdeckt immer

wieder Neues. Fotografiert hat Jörg schon immer

gern. Mit dem gewinnbringenden Verkauf von nur

einer einzigen Briefmarke aber (Philatelie ist ein

weiteres Hobby von Jörg), ist ihm der Einstieg in die

Profitechnik gelungen. „Damit habe ich seit nunmehr

fünf Jahren eine wirklich tolle Spiegelreflexkamera,

für mich war das damals wie ein Sechser im Lotto

und Weihnachten an einem Tag.“ Die Bilder sind von

41

LÖBAUERLEBEN


der Qualität immer besser geworden. Nicht selten wird

Jörg von Vereinen oder Institutionen gefragt, ob seine

Bilder für Druckerzeugnisse verwendet werden dürfen.

„Für das Ehrenamt ist mir das eine Ehrensache“ sagt er.

An kommerzieller Auftragsfotografie hatte Jörg trotzdem

nie Interesse gehabt. Da Jörg ein Mensch mit großer

sozialer Verantwortung und im ehrenamtlichen Bereich

stark engagiert ist, war es nur eine Frage der Zeit bis

er beides, die Fotografie und ehrenamtliches Arbeiten,

miteinander verbinden würde. Seit gut einem Jahr ist

Jörg für den Verein „Dein Sternenkind“ registrierter

Fotograf. Diese Einsätze gehen extrem unter die Haut.

Aber für Eltern sind die Fotos von ihrem Kind, das nicht

leben durfte, eine hilfreiche Erinnerung in ihrem langen

Trauerprozess. Den Eltern von Sternenkindern fehlt oft

die Kraft, in den schmerzhaften Momenten selber Fotos

zu machen. Sie sind dankbar über das Angebot des

Vereins. Krankenhäuser oder Hebammen stehen mittels

einer App in Kontakt mit den registrierten Fotografen,

die auf Wunsch der Eltern kostenfrei angefordert werden

können. „Mit meinem Können, anderen zu helfen,

ist mir ein großes Bedürfnis in meinem Leben, beruflich

als auch privat“, so begründet Jörg seinen Entschluss

für die Einsätze für Dein Sternenkind.

Von der Fotografie geht eine sehr starke Kraft aus, Fotos

lösen Prozesse aus, sie bewegen uns, versetzen uns

in andere Stimmungen. Das verbindet viele Menschen,

auch hier in der Oberlausitz. Jörg Krause könnte sogar

Zahlen nennen, denn er ist unter anderem Admin der

gefragten Facebook Gruppe Oberlausitz. Für Löbau erleben

hat Jörg seine eigenen Speichermedien durchforstet

und teilt hier mit uns seine absoluten Lieblingsbilder.

Vielen Dank Jörg, wir sind sehr begeistert!

LÖBAUERLEBEN

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1.160 Wohnungen bieten wir eine Auswahl, die

den unterschiedlichsten Wohnwünschen entgegen

kommt.

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