Landkreis Ravensburg. Wo der Süden am schönsten ist.

neomedia

Wir stellen den Landkreis Ravensburg vor. Er bietet eine große Vielfalt unterschiedliche Landschafts- und Lebensräume mit urbaner Betriebsamkeit und malerische Natur. Neben dem Erholungswert ist es ein Wirtschaftsstandort mit besonderer Zukunftsperspektive.

Wo der Süden

am schönsten ist.

DER

LANDKREIS

AUF EINEN

BLICK

INFORMATIONEN,

DATEN UND FAKTEN


Der Landkreis

Wirtschaftsstandort

Bildungsregion

Energie und Klimaschutz

Mobilität

Landwirtschaft und Umwelt

Gesundheit und Soziales

Kultur und Tourismus


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LANDKREIS RAVENSBURG

Vorwort

3

Herzlich willkommen

im Landkreis Ravensburg

Der Landkreis Ravensburg ist in vielerlei Hinsicht eine besonders lebenswerte Region. Er bietet

eine große Vielfalt unterschiedlicher Landschafts- und Lebensräume mit urbaner Betriebsamkeit auf

der einen Seite und malerischer Natur auf der anderen. Im Süden reicht unser Landkreis fast bis an

den Bodensee heran, den Norden prägt eine voralpine Hügel- und Moorlandschaft, im östlichen Teil

erhebt sich das Hügelland des oberschwäbischen Allgäus. Im Südwesten wiederum findet man durch

das Bodenseeklima begünstigte Obst- und Weinbaugebiete.

Neben dem einzigartigen Erholungswert gibt es eine

Menge Faktoren, die den Landkreis Ravensburg auch als Arbeitsstätte

und Wirtschaftsstandort mit besonderen Zukunftsperspektiven

auszeichnen. Hier finden Sie traditionsbewusstes

oberschwäbisches Unternehmertum in Form von

klassischen Handwerksbetrieben und international agierenden

Unternehmen, darunter nicht selten sogenannte „Hidden

Champions“. Reizende Gemeinden und attraktive Städte mit

historischen Zentren überzeugen durch ihr Ambiente, einem

Mix aus kultureller Vielfalt und einem bunten Lifestyle-

Angebot.

Diese Lebensqualität verdanken wir dem Zusammenspiel

unterschiedlicher Kräfte, zu denen auch das Landrats amt gehört,

indem es bestimmte Prozesse steuert, begleitet und anstößt

oder dafür Rahmenbedingungen schafft. Nicht immer

ist das für die Bürgerinnen und Bürger auch ersichtlich. Wo

genau treten wir als öffentliche Verwaltung in den verschiedensten Bereichen Ihres täglichen Lebens

in Erscheinung, wo lenken und fördern wir und was können wir sichern und bewahren? Und – hätten

Sie es gewusst?

Die vielbeschworene Bürgernähe ist ein wichtiger Bestandteil unseres Selbstverständnisses! Wir

orientieren uns bei unserer Arbeit – neben den rechtlichen Vorgaben – an den Bedürfnissen und

Interessen der Menschen, die hier leben.

Auf den nun folgenden Seiten möchten wir Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern unserer Region,

aber auch anderen Interessierten, das Landratsamt und einige unserer Arbeitsfelder näher vorstellen.

Dabei konzentrieren wir uns auf Bereiche, mit denen Sie in Ihrem Alltag häufig in Berührung kommen.

Ergänzend finden Sie auf Seite 14 eine Übersicht über alle Ämter des Landratsamts.

Ich wünsche Ihnen einen interessanten „Rundgang“ durch die verschiedenen Lebensbereiche des

Landkreises Ravensburg und aufschlussreiche Einblicke in die Arbeit der Landkreisverwaltung.

(Harald Sievers)

Landrat


4 Inhalt LANDKREIS RAVENSBURG

Inhalt


Landkreis Ravensburg im Überblick

Urbane Lebendigkeit in ländlichem Idyll 7

Landschaft mit Profil 8

Das Wappen des Landkreises 9

Zur Geschichte des Kreisgebiets 10

Der Landkreis und seine Verwaltung 12

Organe des Landkreises – Landrat und Kreistag 15

Der Landkreis als Arbeitgeber 17

Bürgerbüro und Bürgerportal 19

Gleichstellungsbeauftragte und Kontaktstelle Frau und Beruf 20

Bürgerstiftung Kreis Ravensburg 22

Zahlen, Daten und Fakten 23

Wirtschaftsstandort Landkreis Ravensburg

Wirtschaftsregion mit Profil 26

Bewusstsein für Traditionen: Der Motor für Innovationen 27

Wirtschaft ist wichtig 28

Die WiR: Innovationskraft als Schlüsselkompetenz 30

IHK Bodensee-Oberschwaben: Interview mit Martin Buck 32

Vierländerregion Bodensee 34



Bildungsregion Landkreis Ravensburg

Impulsgeber in Sachen Bildung 46

Berufliche Schulen des Landkreises 47

Pflegeschule Wangen 48

Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben 49

Standortfaktor Hochschulen 50

Fachschule für Landwirtschaft 51

Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren 52

Medienzentrum des Landkreises 53

Projekt Digitalisierung von Schule und Unterricht 54

Energie und Klimaschutz im Landkreis Ravensburg

Energieagentur Ravensburg 55

European Energy Award 58

Der Landkreis Ravensburg wird elektrisch mobil 60

Leitstern Energieeffizienz 64


LANDKREIS RAVENSBURG

Inhalt

5

Mobilität im Landkreis Ravensburg

Mobil mit dem ÖPNV 66

Handlungsfeld Radverkehr 68

Kreisstraßen und Radwege 70





Landwirtschaft und Umwelt im Landkreis Ravensburg

Abfallwirtschaft 71

Zukunftsbranche Landwirtschaft 73

Ernährungszentrum Bodensee-Oberschwaben 75

Leitbild Umwelt- und Naturschutz 76

Bio-Musterregion Ravensburg 78

Biodiversitätsstrategie 79

Das Forstamt 81

Vermessung und Flurneuordnung 82

Gesundheit im Landkreis Ravensburg

Die Oberschwabenklinik 84

Das Gesundheitsamt 92

Tierwohl und Verbraucherschutz 93

Kur und Erholung 95

Soziales Leben im Landkreis Ravensburg

Jobcenter Landkreis Ravensburg 96

DiPers GmbH 98

Das Jugendamt 100

Stabsstelle Sozialplanung 101

Sozial- und Inklusionsamt 102

Amt für Migration und Integration 106

Übersicht über die Beratungsstellen 108

Kultur und Tourismus im Landkreis Ravensburg

Kulturarbeit im Landkreis Ravensburg 110

Kreiskulturzentrum Schloss Achberg 113

Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg 114

Denkmäler im Landkreis Ravensburg 116

Das Kreisarchiv 118

Naturschutzzentrum Wurzacher Ried 120

Oberschwaben-Tourismus GmbH 121

Impressum / Inserentenverzeichnis 122


6 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Der Wirtschaft im Herzen

Oberschwabens tut die Mischung

aus ländlicher Idylle und urbaner

Lebendigkeit keinen Abbruch. Sie

wächst und gedeiht und steht den

Ballungszentren an Rhein und

Neckar kaum nach.

Der Landkreis Ravensburg bietet mit seinen 39 Gemeinden – von der ländlichen

Mini gemeinde mit gerade mal einigen Hundert Bürgerinnen und Bürgern bis zum

pulsierenden Oberzentrum Ravensburg-Weingarten der Region Bodensee-

Oberschwaben mit über 75.000 Einwohnerinnen und Einwohnern – die besten

Bedingungen für jeden Anspruch.


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

7

Urbane Lebendigkeit

in ländlichem Idyll

Verteilt auf 39 Kommunen zwischen 200 und 50.000 Einwohner/innen leben in dem rund

163.200 Hektar großen Landkreis Ravensburg 285.424 Menschen. Das entspricht einer

Bevölkerungsdichte von 174 Einwohner/innen pro Quadratkilometer. So viel Lebensqualität

ist rar in Baden-Württemberg!

Im Vergleich mit dem Bundesland Baden-Württemberg ist

die Bevölkerungsdichte im Landkreis Ravensburg damit deutlich

niedriger. Landesweit drängen sich im Durchschnitt 310

Menschen auf einem Quadratkilometer. Rund um die Landeshauptstadt

liegt der Wert nach den Berechnungen der Statistiker

sogar mehr als 2,5-mal so hoch.

Der Wirtschaft im Herzen Oberschwabens tut die Mischung

aus ländlicher Idylle und urbaner Lebendigkeit keinen Abbruch.

Sie wächst und gedeiht und steht den Ballungszentren

an Rhein und Neckar kaum nach. Knapp zwei Drittel der Bruttowertschöpfung

erbringen im Landkreis Ravensburg die

Dienstleistungsbereiche. Sie erzielen laut Statistischem Landesamt

knapp 7,7 Milliarden Euro. Mehr als 3,1 Milliarden Euro

steuert das produzierende Gewerbe bei. Der Bereich Land- und

Forstwirtschaft und Fischerei ist zwar nur mit 134 Millionen

Euro beteiligt, sein Anteil an der Bruttowertschöpfung liegt im

Landkreis Ravensburg aber rund doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt.

Mit einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent liegt Oberschwaben

weit unter den Landes- und Bundeswerten von 3,2

beziehungsweise 5,1 Prozent. Bei der Agentur für Arbeit Ravensburg

kennt man den Grund: „Unser Landkreis ist Standort

für Unternehmen, die einerseits technisch sehr anspruchsvolle

Produkte entwickeln und herstellen und andererseits hochwertige

Dienstleistungen anbieten.“

Die gute Konjunkturentwicklung und die damit verbundene

stärkere Arbeitskräftenachfrage haben den oberschwäbischen

Arbeitsmarkt weiter beflügelt. Besonders gefragt waren

Metall- und Elektroberufe. Im Dienstleistungsbereich gab es

die meisten Angebote für Kaufleute sowie für Menschen mit

Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen.


8 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Von sanft bis schroff: eine

jugendliche Landschaft mit Profil

Der Besucher erlebt das Kreisgebiet als alte Kulturlandschaft. Auf Schritt und Tritt begegnet

er Schlössern, Kirchen und Stadtanlagen aus Barock, Renaissance und Mittelalter. Geschichte

und Tradition werden hier gepflegt, das kirchliche und weltliche Brauchtum mit all seinen

Festen bestimmt den Jahreslauf.

Die berühmten Barockkirchen in Weingarten und Ravensburg-Weißenau

versetzen die Besucher/innen in ihre Zeit zurück.

Die Erben einer alten Klosterhochkultur wissen aber nicht

nur das Geistige und das Geistliche zu schätzen: In zahlreichen

Gastwirtschaften wird ebenso hochwertig für das leibliche

Wohl gesorgt. Nicht von ungefähr besagt ein altes Sprichwort

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“.

Kultur ist aber nicht nur, was Baumeister/innen und Künstler/innen

kreiert haben. Die gesamte Landschaft mit ihren Feldern,

Wäldern, Weihern und Torfstichen gehört dazu, in Jahrhunderten

geschaffen und gepflegt vor allem von bäuerlichen

Familien – im Zeitalter des „Bauernsterbens“ und der Hightech-

Landwirtschaft ein allzu oft vergessener Aspekt.

Geschichte und Tradition

werden im Landkreis gepflegt.

Das kirchliche und

weltliche Brauchtum mit

all seinen Festen bestimmt

den Jahreslauf.

Gemessen an den Zeitläufen der Evolution ist das Gebiet

des heutigen Landkreises Ravensburg noch jung. Erst spät siedelten

sich hier die Alemannen an und noch heute bezeugen

viele Ortschaftsnamen mit den Endungen „-hofen“ und „-weiler“,

dass ihre Ursprünge „nur“ bis zur fränkischen Herrschaft in das 8.

Jahrhundert zurückreichen. Auch erdgeschichtlich gehört das

Kreisgebiet zu den allerjüngsten in Deutschland. Anders als beispielsweise

das 175 Millionen Jahre alte Kalkgestein der Schwäbischen

Alb oder die 70 Millionen Jahre alten Alpen entstand

das hier vorherrschende Moränenland erst während der letzten

beiden Eiszeiten vor rund 150.000 bzw. 10.000 Jahren.

SCHON GEWUSST? Schon im MERIAN-

Heft „Oberschwaben“ von 1957 steht

schwarz auf weiß: „Oberschwaben ist die

geheime europäische Mitte. Wenn man

sich einmal den Atlas vornimmt und

Verbindungslinien zieht zwischen den

Haupt- und Weltstädten unseres Kontinents,

etwa zwischen Paris und Istanbul,

Madrid und Moskau, London und Athen,

Rom und Amsterdam, Oslo und Mailand,

so kreuzen sich diese Linien wahrhaftig

alle ungefähr im schwäbischen Oberland.”


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

9

Sanft und schroff

Wasser und Eis waren es, die während der Riss- und der

Würmeiszeit die Oberfläche des Kreisgebiets im Wesentlichen

gestalteten. Die Gletschermassen hobelten alle größeren Erhebungen

des Alpenvorlands ab und sorgten so für den eher sanften,

ausgeglichenen Charakter dieser Landschaft. Der Rheingletscher

formte vor allem die weiten Tallandschaften des

Argenbeckens und der Schussenniederung als unmittelbare

Fortsetzung des Bodenseebeckens. Hier, südlich von Ravensburg,

wo die Schussen in den Bodenseekreis übergeht, befindet

sich auch die tiefste Stelle des Kreisgebiets (413 m über NN).

Nicht nur bei Föhn unübersehbar ist der Einfluss der Alpen,

welche die Bodengestalt und das Klima ebenso mitprägen

wie die Wirtschaft und die Kultur. Dies ist nicht weiter

verwunderlich, wenn man weiß, dass der 1.118 Meter hohe

Schwarze Grat bei Isny im Allgäu bereits zu den bewaldeten

Voralpen zählt. Eher verborgen und dementsprechend mühsam

aufzuspüren ist dagegen ein weiteres, schroffes Landschaftselement,

die sogenannten Tobel. Diese tief eingeschnittenen,

schluchtartigen Täler sind durch die mitreißende

Kraft des Wassers entstanden.

Das Schmelzwasser des Rheingletschers hat im Landkreis

aber auch noch weitere, typische Spuren hinterlassen: die

Schüttebenen des Wurzacher Beckens und der Leutkircher Heide,

die unruhige Hügellandschaft des Westallgäus mit ihren

zahllosen Drumlins und Seen. Kaum ein Landkreis in Baden-

Württemberg verfügt über eine so große Vielfalt stehender Gewässer.

Vom sogenannten Toteisloch, als dem letzten Relikt

gletscherzeitlicher „Eiswürfel“, über die großen natürlichen Seen

wie beispielsweise Rohrsee, Ursee und Schreckensee, die vielen,

zumeist im Mittelalter zur klösterlichen Fischzucht angelegten

Weiher (Altshauser Weiher, Guggenhauser Weiher, Wuhrmühleweiher)

bis hin zu den ehemaligen Torfstichen finden Sie im

Landkreis Ravensburg ein Drittel aller stehenden Gewässer des

gesamten Landes Baden-Württemberg.

Weit und eng

Die vielen Gegensätze, die die Natur bietet, setzen sich in

der Siedlungsstruktur fort. Die Statistik liefert dafür anschauliche

Beispiele. So steht der Großen Kreisstadt Ravensburg mit über

50.000 Einwohner/innen die selbstständige Gemeinde Guggenhausen

mit gerade mal rund 180 Einwohner/innen gegenüber.

Während zur Gemarkung Bad Wurzach 182,26 Quadratkilometer

gehören, was die Kurstadt zu einer der größten Flächengemeinden

in Baden-Württemberg macht, nennt die Gemeinde Unterwaldhausen

gerade mal 4,11 Quadratkilometer Fläche ihr Eigen.

Bemerkenswert ist auch eine weitere Zahl: Vom einzeln gelegenen

Gehöft bis zur großen Stadt finden sich rund 2.500 sogenannter

Wohnplätze im Landkreis Ravensburg (zum Vergleich:

Landkreis Biberach 500 Wohnplätze). Auch die Besiedlungsdichte

zeigt diese Extreme auf: Leben in Weingarten statistisch gesehen

mehr als 2.000 Menschen auf einem Quadratkilometer, sind

es in Guggenhausen gerade mal 22 Einwohner/innen.

So unterschiedlich wie die Besiedlungsstrukturen sind auch

die Anforderungen an die Kreispolitik: Im Ballungsraum stehen

soziale Aufgaben und das Verkehrswesen im Vordergrund, während

in den ländlichen Gebieten vor allem Themen wie Abwasserentsorgung,

Baurecht und die durch den Strukturwandel in

der Landwirtschaft ausgelösten Probleme anstehen.

Das Wappen des Landkreises

„Corporate Identity“ ist keine Erfindung der Neuzeit.

Seit dem Mittelalter sind Wappen die traditionellen

Kennzeichen von Adligen, freien Bürgern,

Ländern, Städten und Gemeinden. Als allgemein

anerkannte Symbole dienten sie zur Visualisierung

von Besitz- und Hoheitsrechten auf Grenztafeln und

Amtsschildern. Der aufgerichtete Löwe im Landkreiswappen

ist ursprünglich das Wappentier der

Welfen, deren oberschwäbische Herrschaft mit den Zentren

Ravensburg und Altdorf-Weingarten um das Jahr 1191 durch

Verkauf an die Hohenstaufen überging. Die im Landkreiswappen

gewählte Farbverbindung Gold und Blau ist als Hinweis

auf die Welfen zu verstehen. Ein sehr ähnliches

Wappen führt daher auch der niedersächsische

Landkreis Celle: „In Gold (Gelb) ein rot bezungter

blauer Löwe, zwischen den Vorderpranken ein

schwebendes rotes Herz.“ Bereits am 6. November

1952 hatte der frühere Kreis Ravensburg sein Wappen

durch Kreistagsbeschluss angenommen. Nach

der Kreisreform von 1973 wurde es dem neu gegründeten

heutigen Landkreis Ravensburg in gleicher Form,

aber leicht abgewandelter Stilisierung am 20. Januar 1975 erneut

verliehen. Das Recht zur Führung einer Kreisflagge in den

Farben Gelb/Blau besteht seit dem 24. November 1988.


10 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Zur Geschichte des Kreisgebiets

Welfen, Staufer, Waldburg, Württemberg

Die ersten geschichtlichen Zeugnisse im Landkreis Ravensburg reichen bis in die Stein- und

Bronzezeit zurück. Über Jahrhunderte – bis in die Gegenwart hinein – wurde die Region durch

den Adel geprägt.

In der Stein- und Bronzezeit war das Gebiet des heutigen

Landkreises nur wenig besiedelt. Aus der Hallstattzeit sind

Grabhügel um Altshausen und im Schussenbecken bei Ravensburg

erhalten. Unter römischer Herrschaft erlangte die

vom Bodensee über Ravensburg zur Donau führende Straße

große Bedeutung. Beim Rückzug der Römer hinter den Iller-Limes

entstand um 275 n. Chr. bei Isny im Allgäu das Kastell Vemania.

Ein Schwerpunkt der anschließenden alemannischen Besiedlung

lag, wie ein Friedhof mit über 800 Gräbern aus dieser

Zeit belegt, bei Altdorf-Weingarten. Nach der Unterwerfung der

Alemannen durch die Franken begann im Schussental die Herrschaft

der Welfen, die im 11. Jahrhundert als Hauptsitz die Ravensburg

erbauten. Dieser folgten später zahlreiche weitere Burgen

für den Dienstadel, wie beispielsweise die Burg Aulendorf,

die Waldburg und der Hatzenturm. Der reiche Welfenbesitz ging

zwar 1191 geschlossen an die Staufer über, nach deren Untergang

im 13. Jahrhundert gelang es jedoch keinem der nachfolgenden

Adelshäuser mehr, einen ähnlich großen Besitz aufzubauen.

Lediglich die Reichserbtruchsessen und späteren

Reichsgrafen von Waldburg konnten im Laufe der Zeit nochmals

ein größeres Herrschaftsgebiet aufbauen, das aber auf verschiedene

Linien aufgeteilt war. Charakteristisch für das südliche

Oberschwaben vom Mittelalter bis zur Barockzeit war deshalb

ein politischer „Fleckerl-Teppich“, auf dem mittlere, kleinere und

kleinste weltliche und kirchliche Herrscher, Klöster, die reichsunmittelbaren

Freien Reichsstädte Ravensburg, Wangen im Allgäu,

Leutkirch im Allgäu, lsny im Allgäu und die Reichsritterschaft

mit-, neben- und allzu oft auch gegeneinander lebten.

Die Leinenproduktion und der Fernhandel der „Großen Ravensburger

Handelsgesellschaft“ verhalfen den Reichsstädten

im späten Mittelalter zu Reichtum und Wohlstand, der aber

größtenteils den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs wieder zum

Opfer fiel. In der napoleonischen Zeit kam das gesamte heutige

Kreisgebiet mit Ausnahme von Achberg (Hohenzollern),

Adelsreute und Tepfenhardt (Baden) nach und nach an das Königreich

Württemberg.

Den Beginn einer grundlegenden Neuorganisation markierte

der Reichsdeputationshauptschluss von 1803, durch den

die Reichsstädte ihre Selbstständigkeit verloren und die Reichsklöster

säkularisiert wurden. Mit dem Frieden von Preßburg

1805 verlor Österreich seinen schwäbischen Besitz und die

Landvogtei Schwaben fiel mit Ausnahme des Amtes Gebrazhofen

an Württemberg, das damit erstmals im Kreisgebiet Fuß

fassen konnte. Bereits ein Jahr später konnte das zwischenzeitlich

zum Königreich ernannte Württemberg seinen Gebietsanteil

durch die Übertragung der Souveränität über die zahlreichen

Fürstentümer, Graf- und Herrschaften nochmals

erweitern. Die Verträge von Paris und Compiègne 1810 brachten

einen Gebietsaustausch vor allem mit Bayern, dessen Grenzen

im Wesentlichen noch heute gelten.

Vom Oberamt zum Landkreis

Mit dem „Königlichen Manifest, die neue Einteilung des Königreichs

betreffend“ gliederte König Friedrich von Württemberg

bereits am 27. Oktober 1810 sein Königreich in zwölf

Landvogteien mit einem Einzugsbereich von jeweils rund

100.000 Einwohner/innen. Ihnen nachgeordnet waren für jeweils

etwa 20.000 Einwohner/innen die sogenannten Oberämter.

Als Vorbild für diese Verwaltungsreform dienten die französischen

Departements, und wie diese wurden die Landvogteien

nach Flüssen und Seen benannt – nichts sollte mehr an die

früheren Herrschaften erinnern. Das Gebiet des heutigen Landkreises

Ravensburg gehörte zur Landvogtei Bodensee mit Sitz

im Schloss Weingarten. Der Landvogtei nachgeordnet waren

die Oberämter Tettnang, Ravensburg, Wangen im Allgäu, Leut-


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

11

kirch im Allgäu, Waldsee und Saulgau. Von diesen sind die Oberämter

Ravensburg und Wangen im Allgäu vollständig und die

Oberämter Leutkirch im Allgäu und Waldsee zum größten Teil

im heutigen Landkreis Ravensburg aufgegangen. Abgesehen

von einigen Grenzbegradigungen im Jahre 1842 bestanden die

Oberämter unverändert bis zum Jahr 1938, während die Mittelinstanz

der Landvogteien bald als überflüssiger Briefträger zwischen

Regierung und Oberamtsverwaltung empfunden und

deshalb am 1. Januar 1818 durch Kreise ersetzt wurde. Der heutige

Landkreis Ravensburg gehörte ab dieser Zeit zum Donaukreis,

dessen Regierung ihren Sitz bis zur Auflösung im Jahre

1924 in Ulm hatte.

Bereits nach dem Ende des Ersten Weltkriegs tauchten immer

wieder Pläne zur Zusammenlegung von Oberämtern auf,

die 1938 mit der Aufhebung von 27 Oberämtern realisiert wurden.

Im Gebiet des heutigen Landkreises Ravensburg waren

davon die Oberämter Leutkirch im Allgäu und Waldsee betroffen,

die im Wesentlichen in den Kreis Wangen bzw. den Kreis

Ravensburg eingegliedert wurden. Zusätzlich erhielt der Kreis

Ravensburg vom früheren Oberamt Saulgau die Gemeinden

Blönried und Pfrungen sowie der Kreis Wangen vom Oberamt

Tettnang die Gemeinde Schomburg. Die ehemals hohenzollerische

bzw. preußische Exklave Achberg ging 1969 vom Kreis

Sigmaringen an den Landkreis Wangen, im gleichen Jahr kam

auch die vormals badische Gemeinde Adelsreute vom Kreis

Überlingen zum Kreis Ravensburg.

Die letzte Kreisreform trat am 1. Januar 1973 in Kraft und

formte den heutigen Landkreis Ravensburg aus den Gemeinden

der Altkreise Ravensburg und Wangen, Teilen des aufgelösten

Kreises Saulgau (Altshausen, Boms, Ebenweiler, Ebersbach,

Eichstegen, Fleischwangen, Guggenhausen, Hoßkirch,

Königseggwald, Musbach, Riedhausen und Unterwaldhausen)

und des Altkreises Biberach (Dietmanns und Unterschwarzach).

Bei einer Grenzbereinigung 1976 wurden die Furtgemeinden

Herretsweiler, Geusenweiler, Hagnaufurt und Wattenweiler

an den Landkreis Biberach abgegeben.

Die Kreisreform von 1973 formte

den heutigen Landkreis Ravensburg

aus den Gemeinden der

ehemaligen Kreise Ravensburg

und Wangen, Teilen des aufgelösten

Kreises Saulgau und des

ehemaligen Kreises Biberach.


12 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Der Landkreis und

seine Verwaltung

Kommunal- und Staatsbehörde

Einerseits ist das Landratsamt als die kommunale Kreisbehörde des Landkreises Ravensburg

Teil der „kommunalen Familie“. Zugleich ist das Landratsamt aber auch eine staatliche

Einrichtung und in dieser Funktion als untere Verwaltungsbehörde der „verlängerte Arm“ der

Landesregierung von Baden-Württemberg.

Der Landrat leitet also genau genommen zwei Einrichtungen

unter einem Dach: Die Landkreisverwaltung wird bei bestimmten

Aufgaben als Kommunalbehörde unter Aufsicht des

Kreistages in eigener Sache aktiv. Bei anderen Aufgaben vertritt

sie als Staatsbehörde die Belange des Landes.

Auf kommunaler Ebene unterstützt das Landratsamt die

kreisangehörigen Gemeinden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben

und trägt zu einem gerechten Ausgleich der Lasten bei. Dabei

übernimmt es Aufgaben, für die die einzelnen Gemeinden zu

klein sind, wie etwa bei der Müllabfuhr oder den Berufsschulen.

So ist der Landkreis Ravensburg Träger von insgesamt fünf beruflichen

Schulen, zwei Sonderschulen und drei Fachschulen

für Landwirtschaft. Weiterhin obliegen dem Landkreis zum Beispiel

die Sicherstellung der stationären Krankenhausversorgung,

die Sozialhilfe sowie die Jugendhilfe und Unterhaltssicherung.

Der Landkreis stellt zudem sicher, dass das gesamte

Kreisgebiet möglichst flächendeckend mit öffentlichen Verkehrsmitteln

angefahren wird, und er sorgt für Bau und Unterhaltung

der Kreisstraßen.

Als untere Verwaltungsbehörde des Landes ist das Landratsamt

für die Einhaltung staatlicher Gesetze verantwortlich und

hat die Rechtsaufsicht über die Gemeinden im Kreisgebiet auszuüben.

Zu dem Aufgabenkomplex gehören beispielsweise

die Einbürgerung, das Waffenrecht, das Baurecht, der Naturund

Gewässerschutz, die Wohnraumförderung, das Gesundheits-

und Veterinärwesen mit Tier- und Verbraucherschutz

Freund

lichkeit

Bürger/innen

Gemeinden

Mitarbeiter/innen

und Lebensmittelüberwachung, die Landwirtschafts- und

Forstverwaltung, der Bundes- und Landesstraßenbetrieb, das

Vermessungswesen, die Flurbereinigung, die Inklusion von

Menschen mit Behinderung, die Verwaltung der Kreisschulen

und die Gewerbeaufsicht. Die Trennung in kommunale und

staatliche Aufgabenbereiche macht sich im organisatorischen

Aufbau des Landratsamts nicht bemerkbar – das Landratsamt

ist vielmehr nach funktionalen Zusammenhängen gegliedert

und dreistufig aufgebaut:

• Verwaltungsvorstand: Gesamtleitung

• Vorstandsbereiche (Dezernate): Zusammenfassung von

Ämtern

• Ämter: Zusammenfassung mehrerer Sachgebiete oder

Aufgabenbereiche

Der Landkreis Ravensburg ist nach dem Ortenaukreis mit

seinen 1.631,86 km² der zweitgrößte Landkreis in Baden-Württemberg.

Entsprechend weit sind die Wege. Um diese für die

Bürger/innen zu verkürzen, ist die Kreisverwaltung an mehreren

Standorten im Landkreis vertreten, sodass viele Angelegenheiten

in der Nähe ihres jeweiligen Wohnortes erledigt

Der Landkreis hat

derzeit ca. 1.640 Mitarbeitende

sowie rund

60 Auszubildende

(Stand Januar 2020).


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

13

werden können. Neben den Haupthäusern in Ravensburg

dem Kreishaus I und dem Kreishaus II – befinden sich entsprechende

Anlaufstellen, das Bürgerbüro des Landkreises, an den

Standorten in Bad Waldsee, Leutkirch im Allgäu und Wangen

im Allgäu.

Verwaltungsvorstand

Landratsamt Ravensburg

Dr. Andreas Honikel-Günther

Mobilität und Gesundheit

Diana E. Raedler

Recht, Migration und

Verbraucherschutz

Harald Sievers

Kommunalaufsicht und

große Tochterunternehmen

Franz Baur

Finanzen, Schulen

und Immobilien

N. N.

Organisationsentwicklung,

Personal und Kultur

N. N.

Soziales und Arbeit

Iris Steger

Kreisentwicklung Wirtschaft

und ländlicher Raum

Für eine funktionierende Verwaltung bedarf es zahlreicher

gut funktionierender Rädchen, die ineinandergreifen. Darunter

finden sich auch Ämter, mit denen die Bürger/innen im normalen

Alltag kaum oder gar nicht in Berührung kommt, die jedoch

für bestimmte Verfahren und reibungslose interne Abläufe

oder die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wichtige

Aufgaben übernehmen. Dazu gehören:

• die Stabsstelle des Landrats mit Pressestelle

• das Kommunal- und Prüfungsamt

• das Hauptamt

der Personalservice

• die Finanzverwaltung

• das Amt für Kreisschulen

der Eigenbetrieb Immobilien, Krankenhäuser und

Pflegeschule (IKP).

Ich verstehe uns als modernes

Dienstleistungsunternehmen mit

dem Ziel, den Bürgerinnen und

Bürgern und Unternehmen wie

auch den Kommunen im Landkreis

Ravensburg einen zeitgemäßen

und hervorragenden

Service an allen Standorten der

Kreisverwaltung zu bieten.

Landrat Harald Sievers

Geschäftsverteilung im Verwaltungsvorstand (Organisationsplan) – Stand: 01.11.2020

Verwaltungsvorstand

Dezernat

Landrat

Herr Sievers

ständiger allgemeiner Vertreter:

Hr. Dr. Honikel-Günther

Dezernat

Mobilität und

Gesundheit

Erster Landesbeamter

Hr. Dr. Honikel-Günther

Vertreter: N.N.

Dezernat

Organisationsentwicklung,

Personal und Kultur

N.N.

Vertreter: Hr. Dr. Honikel-

Günther

Dezernat

Finanzen, Schulen

und Immobilien

Kreiskämmerer

Herr Baur¹

Vertreterin: N.N.

Dezernat

Soziales und Arbeit

N.N.

Vertreter: Herr Baur

Dezernat

Kreisentwicklung,

Wirtschaft und ländl. Raum

Frau Dipl.-Ing. Steger

Vertreterin: Frau Raedler

Dezernat

Recht, Migration und

Verbraucherschutz

Frau Raedler

Vertreterin: Frau Steger

01 Stabsstelle

des Landrats

Herr Hirth (5)

VE Verkehrsamt

Frau Wucherer (16)

HA Hauptamt

Herr Pfau

(m.d.W.d.G.b.) (37)

FK Amt für Finanzen,

Beteiligungen und

Kreislaufwirtschaft

Hr. Weber (28)

02 Stabsstelle

Sozialplanung

N.N. (8)

03 Wirtschaftsbeauftragte

Fr. Kahle (1)

04 Stabsstelle

Regionales

Bildungsbüro ²

Herr Baum (6)

KP Kommunal- und

Prüfungsamt

Herr Hagg (13)

Gleichstellungsbeauftragte

Frau Fietz / N.N.

ST Straßenbauamt

Hr. Dipl.-Ing. Gehringer (145)

GE Gesundheitsamt

Herr Dr. Föll (36)

PE Personalservice

Herr Dreher (23)

BÜ Bürgerbüro

Frau Augsburger

(m.d.W.d.G.b.) (55)

KR Amt für

Kreisschulen

Herr Ebenhoch (27)

------------------------------

IKP Eigenbetrieb

Immobilien

Hr. Dipl.-Ing. Meßmer (60)

SI Sozial- und

Inklusionsamt

Herr Urbaniak (74)

JU Jugendamt

N.N. (86)

BU Bau- und

Umweltamt

Herr Dipl.-Ing. Neisecke (88)

LA Landwirtschaftsamt

Herr Dipl.-Ing. Siegel (58)

RO Rechts- und

Ordnungsamt

Herr Preisinger (24)

MI Amt für Migration

und Integration

Herr Bleicher (55)

Verwaltungsrat

Kreissparkasse

Verwaltungsrat

OEW

Aufsichtsrat

EnBW AG

Aufsichtsrat

OSK gGmbH

Aufsichtsrat

WIR GmbH

07 PG Neue Arbeitsformen

/ Digitalisierung

KH II

Herr Riesch

(Frau Schädler) (5)

Leitung

Energie- und

Klimaschutzteam LRA

Leitung

Steuerungsgruppe

Bildungsregion

Leitung

Kommunale

Gesundheitskonferenz

KU KULTUR!RV

Herr Dr. Eiden (25)

- Kulturförderung

und Archiv

- Schloß Achberg

- Bauernhaus-Museum

Allgäu-Oberschwaben

Wolfegg

05 PG Flächen- und

Standortkonzept

Frau Dipl.-Ing. Sigg

(Herr Riesch)

06 PG Digitalisierung

von Schule und

Unterricht

Frau Roßmann

JO Jobcenter

Frau Court (124)

Aufsichtsrat

Dipers GmbH

FO Forstamt

Herr Gogic (20)

VF Vermessungs- und

Flurneuordnungsamt

Hr. Dipl.-Ing. Obermeier (87)

Aufsichtsrat

OTG GmbH

VET Veterinär- und

Verbraucherschutzamt

Herr Dr. Gayer (40)

¹ außerdem ² Dezernatszuordnung vorläufig

Mitgeschäftsführer IKP


14 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Dezernat Landrat

– Stabsstelle des Landrats Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Kommunal- und Prüfungsamt Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Gleichstellungsbeauftragte Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

Dezernat Erster Landesbeamter

– Verkehrsamt Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Straßenbauamt Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Gesundheitsamt Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

Dezernat Organisationsentwicklung, Personal und Kultur

– Hauptamt Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Personalservice Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Bürgerbüro Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

Standort Robert-Koch-Straße 52, Bad Waldsee

Standort Liebigstraße 1, Wangen im Allgäu

Standort Wangener Straße 70, Leutkirch im Allgäu

– KULTUR!RV Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

Dezernat Finanzen, Schulen und Immobilien

– Finanzen, Beteiligungen und Kreislaufwirtschaft Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Amt für Kreisschulen Verwaltungsgebäude Am Engelberg 33a, Wangen im Allgäu

– Eigenbetrieb Immobilien Verwaltungsgebäude Am Engelberg 33b, Wangen im Allgäu

– Projektgruppe Flächen- und Standortkonzept Verwaltungsgebäude Am Engelberg 33a, Wangen im Allgäu

– Projektgruppe Digitalisierung von Schule und Unterricht Verwaltungsgebäude Am Engelberg 33a, Wangen im Allgäu

Dezernat Soziales und Arbeit

– Stabsstelle Sozialplanung Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

– Sozial- und Inklusionsamt Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

– Jugendamt Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

Standort Liebigstraße 1, Wangen im Allgäu

Standort Robert-Koch-Straße 52, Bad Waldsee

– Jobcenter Standort Sauterleutestraße 34, Weingarten

Standort Bahnhofstraße 50, Wangen im Allgäu

Standort Ottmannshofer Straße 44, Leutkirch im Allgäu

Dezernat Kreisentwicklung, Wirtschaft und ländlicher Raum

– Wirtschaftsbeauftragte Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

– Bau- und Umweltamt Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

– Landwirtschaftsamt Verwaltungsgebäude Frauenstraße 4, Ravensburg

Verwaltungsgebäude Schillerstraße 34, Bad Waldsee

Verwaltungsgebäude Wangener Straße 70, Leutkirch im Allgäu

– Forstamt Kreishaus II, Gartenstraße 107, Ravensburg

Verwaltungsgebäude Karlstraße 6, Leutkirch im Allgäu

– Vermessungs- und Flurneuordnungsamt Verwaltungsgebäude Friedhofstraße 3, Ravensburg

Dezernat Recht, Migration und Verbraucherschutz

– Stabsstelle Regionales Bildungsbüro Verwaltungsgebäude Schützenstraße 69, Ravensburg

– Rechts- und Ordnungsamt Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

– Amt für Migration und Integration Verwaltungsgebäude Schützenstraße 69, Ravensburg

Standort Ottmanshofer Straße, Leutkirch im Allgäu

– Veterinär- und Verbraucherschutzamt Kreishaus I, Friedenstraße 6, Ravensburg

Außenstelle Ottmannshofer Straße 44, Leutkirch im Allgäu


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

15

Organe des Landkreises

Landrat und Kreistag

Die Organe des Landkreises sind der Kreistag und der Landrat. Beide Organe wirken

partnerschaftlich zusammen. Sie entscheiden und handeln in gemeinsamer Verantwortung.

Der Landrat

Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter des Landkreises, Leiter

des Landratsamts und Vorsitzender des Kreistags und seiner

Ausschüsse. Damit ist für eine enge Verbindung zwischen den

beiden entscheidenden Organen des Landkreises gesorgt. Das

Landratsamt bereitet die Sitzungen des Kreistags und der Ausschüsse

vor und vollzieht deren Beschlüsse. Daneben ist der

Landrat als Leiter der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde

der Landesregierung für die ordnungsgemäße Erledigung der

Verwaltungsgeschäfte verantwortlich. Seit dem 1. Juni 2015 ist

Harald Sievers Landrat des Landkreises Ravensburg. Sein ständiger

allgemeiner Vertreter ist seit dem 15. Juni 2020 der Erste

Landesbeamte Dr. Andreas Honikel-Günther.

Harald Sievers

Landrat

Dr. Andreas Honikel-Günther

allgemeiner Vertreter

Dem Verwaltungsvorstand mit sieben Vorstandsbereichen

gehören neben Landrat Harald Sievers und Herrn Dr. Andreas

Honikel-Günther folgende weitere Mitglieder an:

• die Leitung des Dezernats „Organisationsentwicklung,

Personal und Kultur“, N.N.

der Leiter des Dezernats „Finanzen, Schulen und

Immobilien “, Franz Baur

• die Leitung des Dezernats „Soziales und Arbeit“,

N.N.

• die Leiterin des Dezernats „Kreisentwicklung, Wirtschaft

und ländlicher Raum“, Iris Steger

• die Leiterin des Dezernats „Recht, Migration und

Verbraucherschutz“, Diana E. Raedler

Der Kreistag

Als Kreis-Parlament bestimmt der Kreistag die Richtlinien

der Kreispolitik und trifft alle für die kommunalen Aufgaben

des Landkreises maßgeblichen Entscheidungen. Die auf fünf

Jahre gewählten Mitglieder des Kreistags haben die Aufgabe,

den Freiraum, den die Selbstverwaltung den Landkreisen bietet,

im Rahmen der Gesetze nach ihrer freien, nur durch das

öffentliche Wohl bestimmten Überzeugung auszufüllen.

Die „Gesetze“ auf Kreisebene nennt man Satzungen. Die

wichtigsten Satzungen, die der Kreistag zu verabschieden hat,

sind die Hauptsatzung und die jährliche Haushaltssatzung mit

dem dazugehörigen Haushaltsplan. In regelmäßigen Sitzungen

werden im Kreistag und in seinen Ausschüssen die entsprechenden

Beschlüsse gefasst. Die Mitglieder des Kreistags

stellen sich für diese umfangreiche Aufgabe ehrenamtlich zur

Verfügung. Der 2019 gewählte und bis 2024 amtierende Kreistag

des Landkreises Ravensburg umfasst 24 Mitglieder der

CDU, 17 Mitglieder der FWV, 15 Mitglieder der Grünen, sechs

Mitglieder der SPD, fünf Mitglieder der ÖDP sowie vier Mitglieder

der FDP und ein Mitglied der Linken, insgesamt also 72 Mitglieder.

Zur Vorbereitung ihrer Entscheidungen erhalten die ehrenamtlich

tätigen Mitglieder des Kreistags umfangreiche

Beratungsunterlagen. Über eine App stehen diese auch

jederzeit digital und ressourcenschonend zum Lesen und

Bearbeiten zur Verfügung. Auch die Bürger/innen können sich

online über die anstehenden Sitzungen des Kreistags und

seiner Ausschüsse informieren. Auf der Homepage des

Landkreises sind die öffentlichen Tagesordnungen sowie die

dazugehörigen Beratungsunterlagen abrufbar.

www.rv.de/KT


16 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Die Aufgaben des Kreistags

„Der Kreistag ist die Vertretung der Einwohner und das Hauptorgan

des Landkreises. Er legt die Grundsätze für die Verwaltung des

Landkreises fest und entscheidet über alle Angelegenheiten des

Landkreises, soweit nicht der Landrat kraft Gesetzes zuständig ist oder

ihm der Kreistag bestimmte Angelegenheiten überträgt. Der Kreistag

überwacht die Ausführung seiner Beschlüsse und sorgt beim Auftreten

von Mißständen in der Verwaltung des Landkreises für deren Beseitigung.“

(§ 19 I Landkreisordnung Baden-Württemberg)

19. Wahlperiode 2019 bis 2024 –

Sitzverteilung im Kreistag

Die Ausschüsse des Kreistags

- Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Kreisentwicklung

- Ausschuss für Umwelt und Mobilität

- Ausschuss für Bildung und Kultur

- Sozialausschuss

- Jugendhilfeausschuss

Die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag

Volker Restle

CDU

Oliver Spieß

Freie Wähler

Landkreis Ravensburg

Liv Pfluger

Bündnis 90

Die Grünen

Rudolf Bindig

SPD

Siegfried Scharpf

ÖDP

Daniel Gallasch

FDP

Mitglieder des Kreistags

CDU:

Buemann, Elmar

Bürkle, Roland

Eger, Margarete

Engler, Rolf

Forderer, Josef

Fuchs, Christa

Geiger, Alexander

Grieb, Helmut

Haser, Raimund

Henle, Hans-Jörg

Kellenberger, Thomas

Krattenmacher, Dieter

Moll, Clemens

Müller, Axel

Müller, Peter

Natterer, Christian

Rapp, Dr. Daniel

Restle, Volker

Sauter, Roland

Weitere Informationen unter: www.rv.de/KT

Schuler, August

Schweizer, Robert

Steiner, Daniel

Westermayer, Waldemar

Wild, Sonja

FWV:

Buschle, Karl-Heinz

Braun, Walter

Ewald, Markus

Fischinger, Jochen

Flucht, Sandra

Graf, Wilhelm

Haug, Roland

Lang, Michael

Liebmann, Katja

Magenreuter, Rainer

Radke, André

Schad, Dr. Hermann

Schmidinger, Roland

Schultes, Bernhard

Smigoc, Peter

Spieß, Oliver

Stierle, Christa

Bündnis 90/Die Grünen:

Fiegel-Hertrampf, Hildegard

Güldenberg, Gereon

Kolb, Dr. Andreas

Kremer, Carmen

Müller, Elke

Natalis, Dorothée

Önder, Ozan

Pfluger, Liv

Pohnert, Roswitha

Schauwecker, Tilman

Sing, Bruno

Strubel, Heinz

Weiß, Martin

Zintl, Roland

Zodel, Doris

SPD:

Bindig, Rudolf

Clement, Peter

Lang, Gerhard

Marquart, Rainer

Müller, Gisela

Rölli, Jürgen

ÖDP:

Aicher, Julian

Dieing, Prof. Dr. Wolfgang

Schmidt, Dr. Wolfgang

Scharpf, Max

Scharpf, Siegfried

FDP:

Dieterich, Dr. Roland

Gallasch, Daniel, M. A.

Schneider, Oliver

Strasser, Benjamin

Die Linke:

Raible, Lars


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

17

Der Landkreis als Arbeitgeber

Gute Arbeit! Gute Mitarbeitende!

Das Landratsamt sorgt durch ein ganzes Bündel von Angeboten, durch flexible Arbeitszeiten,

familienfreundliche Regelungen und eine den Menschen zugewandte Haltung für attraktive

Arbeitsbedingungen für die rund 1.600 Mitarbeitenden.

Gestaltungsräume

Das Landratsamt Ravensburg versteht sich als eine bürgerund

mitarbeiterfreundliche Verwaltung. Die Bedürfnisse von

Bürger/innen, Mitarbeitenden und Gemeinden versuchen wir

schnellstmöglich zu erkennen und bestmöglich zu erfüllen. Als

moderner Dienst- und Serviceleister ist es unser gemeinsames

Ziel, uns stetig weiterzuentwickeln. Dies gelingt uns durch die

Offenheit für Neues und hohe Lernbereitschaft. Wir wollen Dinge

einfach gestalten und wissen um den hohen Wert einer

funktionierenden Kommunikation auf Augenhöhe.

Vielfalt im Kreis

Wir schätzen den Wert unterschiedlicher Erfahrungen und

Fähigkeiten. Darum ermutigen wir unsere über 1.600 Mitarbeitenden

aus mehr als 13 Nationen, Verantwortung zu übernehmen

und ihre Ansichten zu teilen. Mit unseren 11 Ausbildungsund

Studienberufen, Nachwuchskräfte-, Qualifizierungs- und

Laufbahnprogrammen unterstützen und begleiten wir unterschiedlichste

Karrierewege. Wir stehen für ein gemeinsames

Arbeiten von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen

und begrüßen die Bewerbung von Menschen mit Behinderung,

deren Integration uns ein besonderes Anliegen ist. Wir

sind zertifiziert als familienbewusster und demografieorientierter

Arbeitgeber, da uns die Gesundheit und das Wohlbefinden

unserer Mitarbeitenden sowie attraktive Arbeitsbedingungen

wichtig sind.

Praktika und Ausbildung

Dem demografischen Wandel begegnen wir aktiv mit einer

breiten und qualitativ hochwertigen Ausbildung. Daher verstärken

wir uns Jahr für Jahr mit jungen Menschen und begeistern

sie mit unseren Aufgaben für das Gemeinwesen unseres

Landkreises. Schrittweise erlernen unsere Auszubildenden alles,

was für einen guten Berufsstart notwendig ist und erhalten

zunehmend mehr eigene Verantwortung. Praktika ermöglichen

ein erstes Schnuppern und Ausprobieren. Nicht selten

überraschen wir damit, wie vielfältig unsere Dienst- und Ser-


18 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

viceleistungen, wie modern unser Herangehen und wie spannend

unsere Herausforderungen sind.

Sich selbst und andere weiterentwickeln

Unser Einarbeitungsprogramm und unsere Feedbackinstrumente

sind modular aufgebaut und stellen sicher, dass es

gelingt, gut anzukommen und regelmäßige Rückmeldungen

zu erhalten. Als ein familienfreundlicher Arbeitgeber mit unterschiedlichsten

Arbeitszeitmodellen und der Möglichkeit von

Telearbeit fördern wir unsere Mitarbeitenden in allen Phasen

ihres Lebens. Neben Angeboten des Gesundheitsmanagements

bieten wir ein breites Angebot an Trainings und Seminaren

an, das zur fachlichen sowie methodischen und persönlichen

Weiterentwicklung genutzt werden kann.

Gute Arbeit durch gute Mitarbeitende

Ziel unserer Personalarbeit ist es, dass sich alle unsere neuen

und unsere erfahrenen Mitarbeitenden gut aufgehoben,

richtig eingesetzt und persönlich wertgeschätzt fühlen. Damit

dies gelingt, sorgt der Personalservice des Landratsamts Ravensburg

für ein professionelles, faires und zeitgemäßes Personalmanagement,

das die Grundlagen bildet und ein gutes Arbeiten

gewährleistet.

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LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

19

Viele Tausend Bürger/innen besuchen im Jahr das Bürgerbüro des Landkreises Ravensburg.

Verschiedene Dienstleistungen der Kreisverwaltung werden hier gebündelt und können aus

einer Hand und an einem Ort in Anspruch genommen werden.

Im Bürgerbüro sind die publikumsintensiven Bereiche wie

Kfz-Zulassung, Führerscheinstelle, Abfallwirtschaft, allgemeiner

Informationsschalter und Call-Center zusammengefasst, um

den Bürger/innen größtmöglichen Service zu bieten.

Um auch für Berufstätige besser erreichbar zu sein und um

die Wartezeiten zu verkürzen, gelten im Bürgerbüro erweiterte

Öffnungszeiten. Und sollte es doch einmal länger dauern, stehen

in den Wartebereichen des Bürgerbüros kostenloses WLAN,

eine Kinderspielecke sowie am Hauptstandort in Ravensburg

eine Cafeteria zur Verfügung. Damit die Bürger/innen ihr Anliegen

möglichst wohnortnah erledigen können, finden sich die

Bürgerbüros an mehreren Standorten im Landkreis. Neben der

Zentrale im Foyer des Kreishauses I in Ravensburg gibt es dieses

Serviceangebot auch in Bad Waldsee, Leutkirch im Allgäu und

Wangen im Allgäu. Für Anliegen der Kfz-Zulassung, der Führerscheinstelle

und rund um die Abfallwirtschaft können die Kunden

online ihre Termine am jeweiligen Standort selbst festlegen

– eine weitere Möglichkeit, Wartezeiten zu vermeiden.

Zur Bürgerfreundlichkeit gehört es auch, stets auf dem

neuesten Stand der Technik zu sein. Mit einem hochmodernen

Fototerminal im Bürgerbüro können die Kunden der Führerscheinstelle

in Ravensburg direkt vor Ort selbstständig ein elektronisches

Passbild anfertigen und zugleich ihre Unterschrift

erfassen. Die Daten werden von dem Terminal direkt ins Fachverfahren

übernommen. Der Start des Bürgerportals bedeutet

einen weiteren Schritt in Sachen Bürgernähe und E-Government.

Das Landratsamt Ravensburg ist damit virtuell rund um

die Uhr für seine Einwohner geöffnet. Unter der einprägsamen

Internetadresse www.onlinedienste.rv.de können ausgewählte

Verwaltungsdienstleistungen online genutzt werden – dies alles

selbstverständlich mittels verschlüsselter Datenübertragung.

Dass Bürgerbüro und Bürgerportal in vergleichsweise

kurzer Zeit realisiert werden konnten, hat einen einfachen

Grund: Bürgernähe und die Nutzung moderner Medien sind im

Ravensburger Landratsamt Chefsache. Landrat Harald Sievers

will den Menschen Zeit und kostenintensive Wege ersparen.

Das schont, so Sievers, nicht nur Nerven und Geldbeutel, sondern

ist auch ein intelligenter Beitrag zum Klimaschutz.

Die Dienstleistungen des Bürgerbüros im Überblick:

- Kfz-Zulassung

- Fahrerlaubniswesen

- Fahrschulwesen

- Kundenservice Abfallwirtschaft

- Besucherinformation

- Callcenter


20 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Gleichstellungsbeauftragte und

Kontaktstelle Frau und Beruf

Mehr Chancengleichheit – dafür setzen sich die Gleichstellungsbeauftragte

des Landkreises und die Kontaktstelle Frau und

Beruf Ravensburg - Bodensee-Oberschwaben ein.

Die Aufgabe einer Gleichstellungsbeauftragten

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte beraten über Ämter-

und Parteigrenzen hinweg, sind Ansprechpartnerinnen für

kommunale Beschäftigte und Bürger/innen in allen Fragen

rund um das Thema Chancengleichheit von Frauen und Männern.

Sie machen Öffentlichkeitsarbeit, organisieren Veranstaltungen

und Fortbildungen, bauen die Hilfestruktur für Frauen

und Mädchen aus, geben die eigenen Expertisen weiter in Arbeitskreise

und Lenkungsgruppen und unterstützen Vernetzungsstrukturen.

Überhaupt ist Vernetzung das Maß der Dinge,

wenn es gerade beim Thema Gleichstellung darum geht, aus

Theorie Praxis werden zu lassen. Chancengleichstellung kann

eben nur gelingen, wenn entsprechende Rahmenbedingungen

geschaffen werden und zugleich auch Chancengleichheit

eingefordert wird.

Kontaktstelle Frau und Beruf

Die Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg Bodensee-

Oberschwaben bietet Frauen eine individuelle und kostenfreie

Beratung zu allen beruflichen Fragen an: von der beruflichen

Orientierung über den Wiedereinstieg, die berufliche Weiterentwicklung,

Existenzgründung bis zur Vereinbarkeit von Beruf

und Familie.

Das Ziel ist klar: Die Kontaktstelle begleitet Frauen bei der

Erarbeitung von beruflichen Zielen und einer realistischen beruflichen

Planung und erarbeitet mit ihnen Umsetzungsmöglichkeiten

und weiterführende Schritte. Der Anspruch der Kontaktstelle

ist es, umfassend, neutral und in vertrauensvoller

Atmosphäre zu beraten, um die jeweils passende, persönliche

Lösung zu finden.

Das Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf wurde

1994 gestartet. Ziele des Programms sind die Gleichstellung

von Frauen im Beruf, die Erschließung des Fachkräftepotenzials

für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und die Vereinbarkeit

von Familie und Erwerbstätigkeit.

Seit 2006 ist die Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg

Bodensee-Oberschwaben bei der WiR- Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft

Landkreis Ravensburg mbH angesiedelt.

Zusätzlich wird sie vom Landkreis Ravensburg, der

Kreissparkasse Ravensburg und der IHK Bodensee-Oberschwaben

finanziell unterstützt. Kooperationspartner sind der Bodenseekreis

und der Landkreis Sigmaringen.

Wie sieht die Umsetzung konkret aus im

Landkreis Ravensburg?

Sabine Fietz, die Beauftragte für Chancengleichheit im

Landratsamt Ravensburg, sieht sich vor allem als Netzwerkerin

und Impulsgeberin.

Gleichstellungsbeauftragte

Sabine Fietz

Martina Schmidt, Leiterin

Kontaktstelle Frau und

Beruf

Ein wichtiges Projekt sind für sie die Veranstaltungen zu

„One Billion Rising“. Gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

21

wurde am 14. Februar 2020 auf dem Marienplatz

in Ravensburg ein Flashmob durchgeführt.

Mit diesem Flashmob und den Veranstaltungen

zu „One Billion Rising“ schließen

sich die Veranstalterinnen und die Teilnehmenden

der weltweiten Kampagne für ein

Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen

und für Gleichstellung an.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Arbeit

der Beauftragten für Chancengleichheit ist die

strukturelle Beseitigung der demografisch

überhaupt nicht legitimierten, viel zu geringen

Repräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik.

Um dieses Thema voranzutreiben,

ist die Gleichstellungsbeauftragte Kooperationspartnerin

bei „BoRa“. „BoRa“ steht für den

Bodenseekreis und den Landkreis Ravensburg.

Hier setzen sich politisch aktive Frauen parteiübergreifend

und regional dafür ein, Frauen

für die Kommunalpolitik zu gewinnen. Auch

nach den Kommunalwahlen bleibt „BoRa“ aktiv,

denn nach der Wahl ist bekanntlich immer

auch vor der Wahl. In den nächsten Jahren sollen

zudem verstärkt junge Menschen in den

Fokus von „BoRa“ rücken. Auf diese Zielgruppe

speziell zugeschnittene Angebote sollen Anreize

für ein stärkeres (kommunal-)politisches

Engagement schaffen.

Für die Umsetzung der Themen ist die Vernetzung

und Kooperation mit den Menschen,

die in den Städten und Gemeinden des Landkreises

aktiv sind, unerlässlich. Denn die Umsetzung

von Chancengleichstellung kann nur

gelingen, wenn auf der einen Seite entsprechende

Rahmenbedingungen geschaffen

werden und auf der anderen Seite von den

Betroffenen und den Unterstützern Chancengleichheit

eingefordert und ständig thematisiert

wird.


22 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Bürgerstiftung Kreis Ravensburg

Bürgerschaftliches Engagement

für den Kreis Ravensburg

Die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg ist eine gemeinnützige und rechtsfähige

Stiftung, politisch unabhängig und konfessionell ungebunden.

2005 gegründet, lebt die Stiftung von den Spenden und

Zustiftungen aller Art, sowie von dem persönlichen Engagement

vieler Bürger/innen.

Viele wichtige Projekte können heute nicht begonnen oder

nicht zu Ende geführt werden, weil die dazu erforderlichen Mittel

nicht ausreichen oder nicht regelmäßig fließen. Neben der

sofortigen Einzelfall-Nothilfe fördert die Bürgerstiftung Kreis

Ravensburg insbesondere Projekte in der Jugend- und Familienarbeit,

Kulturprojekte sowie die Hilfe zur Selbsthilfe (z. B. bei

der Hospizarbeit und in Kooperation mit der Schuldnerberatung

des Landkreises).

Daneben ist aber auch das persönliche Engagement der

Bürger/innen bei den vielfältigen Aufgaben und Projekten als

„Mitmach-Stiftung“ notwendig, im Sinne „Bürger engagieren

sich für Bürger“.

Haben Sie Interesse an unserer Arbeit? Melden Sie sich, wir

freuen uns auf Sie.

Bürgerstiftung Kreis Ravensburg

Stiftungsbüro

Meersburger Straße 1

88213 Ravensburg

Telefon 0751 84-1637

Telefax 0751 84-1104

www.buergerstiftung-kreis-rv.de

info@buergerstiftung-kreis-rv.de


LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

23

Zahlen, Daten und Fakten

über den Landkreis

Fläche und Einwohner/innen

Größe des Kreises

1.631,8 km²

Gemeinden

39 (davon 4 Große Kreisstädte)

tiefster Punkt ü. NN 413 m (Schussental südl. Ravensburg)

höchster Punkt ü. NN 1.118 m (Schwarzer Grat bei Isny im Allgäu)

Einwohner/innen (09/2019) 285.567

Bevölkerungsdichte

175 Einwohner/qkm

Ausländeranteil (09/2018) 16 %

Verkehr

Verkehrserschließung

– Bundesautobahnen 64 km

– Bundesstraßen 180,3 km

– Landesstraßen 433,6 km

– Kreisstraßen 641,4 km

Kraftfahrzeuge (31.12.2020)

– zugelassene Kraftfahrzeuge 272.661

– Kraftfahrzeugdichte 955/1.000 Einwohner

Natur- und Landschaftsschutz

– Landschaftsschutzgebiete 31.059 ha

– Wasserschutzgebiete 23.592 ha

– Naturschutzgebiete 6.338 ha

– Biotope 11.866 ha

– Flächenhafte Naturdenkmale 465 ha

Wirtschaft

Der Landkreis Ravensburg

erstreckt sich über 1.631,8 km²,

davon sind 901,9 km²

landwirtschaftlich genutzte

Fläche und 495 km²

Wald.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Stichtag 30.06.2019)

– Gesamt 120.794

– Produzierendes Gewerbe 44.035 (36,5 %)

– Handel, Gastgewerbe und Verkehr 24.151 (20 %)

– sonstige Dienstleistungen 51.753 (42,8 %)

Schienenstrecken

– 751 (Ulm –) Aulendorf – Ravensburg (– Friedrichshafen) (Südbahn)

– 752 Aulendorf – Bad Waldsee – Bad Wurzach (Moorbahn)

– 753 Aulendorf – Kißlegg – Wangen im Allgäu (– Hergatz)

– 754 Aulendorf – Altshausen (– Ostrach – Pfullendorf ) (Räuberbahn)

– 766 Aulendorf – Altshausen (– Sigmaringen – Tübingen)

– 971 (Augsburg – Memmingen –) Leutkirch im Allgäu –

Wangen im Allgäu – Kißlegg (– Lindau)

Öffentlicher Personennahverkehr

– Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (bodo)

(in Kooperation mit dem Bodenseekreis und dem

Landkreis Lindau)

Land- und Forstwirtschaft

– Betriebe 2.300

– landwirtschaftlich genutzte Fläche (in ha) 90.198

– Wald (in ha) 49.500

– Viehbestand

Rindvieh 112.757

davon Milchkühe 69.167

Bedienstete des Landkreises

(Stand 31.12.2019)

– Beamte 323

– Beschäftigte 1.156

– Auszubildende, Praktikanten, BFD, FSJ 116

– Bedienstete gesamt

(einschl. Landesbedienstete) 1.595


E=32525900

N= 5318300

Der schnelle Überblick

Landkreis Ravensburg

Landkreis Sigmaringen

Landkre

2

7

1

8

3

3

12

4

5

6

10

9

Landkreis

Ravensburg

21

22

2

6

1

11

ton Thurgau Bodenseekreis

8

7

13

17

16

15

14

18

19

5

20


is Biberach

27

34

zu LKR

Unterallgäu

BAYERN

E=32586900

N= 5318300

Stadtkreis Memmingen

1

Ravensburg

Kreishaus I

Friedenstraße 6

Gebäude A: Hauptgebäude

Gebäude B: Veterinär- und Verbraucherschutzamt

Gebäude C: Straßenbauamt

Kreishaus II

Gartenstraße 107

Verwaltungsgebäude Frauenstraße 4

Landwirtschaftsamt

Verwaltungsgebäude Schützenstraße 69

Amt für Migration und Integration, Regionales Bildungsbüro,

Kommunal- und Prüfungsamt

Verwaltungsgebäude Friedhofstraße 3

Vermessungs- und Flurneuordnungsamt

Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft

Landkreis Ravensburg, Parkstraße 40

Landkreis Unterallgäu

2

3

DiPers GmbH, Kanalstraße 17

Energieagentur Ravensburg, Zeppelinstraße 16

Weingarten

Außenstelle, Sauterleutestraße 34

Jobcenter

Straßenmeisterei Ravensburg, Sennhof 1

Bad Waldsee

Außenstelle, Robert-Koch-Straße 52

Bürgerbüro, Jugendamt, Pflegestützpunkt

23

26

4

4

Ernährungszentrum Bodensee-Oberschwaben, Schillerstraße 34

Straßenmeisterei Bad Waldsee, Frauenbergstraße 65

Leutkirch im Allgäu

Außenstelle, Ottmannshofer Straße 44

Amt für Migration und Integration, Jobcenter, Gesundheitsamt,

Veterinär- und Verbraucherschutzamt, DiPers GmbH,

Pflegestützpunkt

25

31

Verwaltungsgebäude Wangener Straße 70

Bürgerbüro, Landwirtschaftsamt, Forstamt

Straßenmeisterei Leutkirch, Memminger Straße 135

24

28

30

32

33

Landkreis Oberallgäu

5

6

7

8

Wangen im Allgäu

Außenstelle, Liebigstraße 1

Bürgerbüro, Jugendamt, Sozial- und Inklusionsamt

Verwaltungsgebäude Bahnhofstraße 50

Jobcenter, Pflegestützpunkt

Straßenmeisterei Wangen, Mühlweg 6

Wolfegg

Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben, Vogter Str. 4

Achberg

Kreiskulturzentrum Schloss Achberg, Achberg 2

Altshausen

Pflegestützpunkt, Hindenburgstr. 3

29

Badeseen

Straßennetzkarte

der Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg

Maßstab 1 : 100 000 - Ausgabe 2020-

Landkreis Ravensburg

1. Königseggsee

2. Alter Weiher

3. Ebenweiler See

4. Baggersee Möllenbronn

5. Bibersee

6. Häcklerweiher

7. Steeger See

8. Flappachweiher

9. Baindter Badeweiher

10. Egelsee

11. Rößlerweiher

12. Stadtsee Bad

Waldsee

13. Singenberger

Weiher

14. Neuravensburger

Weiher

15. Blausee

16. Baggersee Grenis

17. Holzmühlenweiher

18. Karsee

19. Elitzer See

20. Großweiher

21. Metzisweiler Weiher

22. Holzmühleweiher

23. Obersee

24. Oberer Schlossweiher

25. Argensee

26. Ellerazhofer

Weiher

27. Langweiher

28. Schloßweiher

29. Moorbad Argenbühl

30. Badsee

(Haldensee)

31. Hinter Weiher

32. Federholzweiher

33. Burkwanger

Baggersee

34. Aitrachsee

Herausgeber: © Regierungspräsidium Tübingen, Abt. 9 Landesstelle für Straßentechnik, Heilbronner Str. 300-302,

70469 Stuttgart, Telefon: 0711 8910-0, Telefax: 0711 8910-209, E-Mail: abteilung9@rpt.bwl.de,


24 Landkreis im Überblick LANDKREIS RAVENSBURG

Das Naheliegende wählen:

die Kreissparkasse Ravensburg

Kreissparkasse Ravensburg

Niedrigzinsen, Digitalisierung, Handelskriege, Klimawandel. Wohl

noch nie wurden wir täglich mit so viel Nachrichten aus aller Welt konfrontiert und noch nie

konnten wir unter so vielen Möglichkeiten wählen wie heute. Was macht das mit einem und

was bedeutet das für eine Sparkasse mit einer fast 200 Jahre alten Geschichte?

Die Psychologie sagt, dass wir pro Tag 20.000 Entscheidungen

treffen müssen. Das können ganz triviale Dinge wie grünes

T-Shirt oder schwarze Schuhe sein, aber auch weitreichendere

Entscheidungen wie Berufsausbildung oder Wohnort.

Als Kreissparkasse Ravensburg wissen wir, dass Menschen

einen Entscheidungsprozess durchlaufen, bevor wir sie als unsere

Kunden begrüßen dürfen. Viele Faktoren zählen und alles

sollte stimmen: das Angebot, der Service, die Konditionen und

last but not least auch das Zwischenmenschliche. Natürlich ist

es uns bewusst, dass einige unserer Angebote sich kaum von

denen anderer Finanzunternehmen unterscheiden. Aber...

Das Gemeinwohl macht den Unterschied

Gemeinsam für das Gemeinwohl der Region – den Landkreis

Ravensburg. So könnte man die DNA der Kreissparkasse

Ravensburg entschlüsseln. Damit unterscheiden wir uns von

allen anderen Wettbewerbern. Wir verfolgen in öffentlichrechtlicher

Trägerschaft nicht das Prinzip der Gewinnmaximierung.

Das ändert alles. So können wir uns auf alle Kunden gleichermaßen

konzentrieren. Auf den vermögenden Kunden so

wie auf den jungen Privatkunden. Auf Firmenkunden, auf den

Mittelständler und den Hidden Champion. Auf ganz junge

Menschen, unser jüngster ist übrigens gerade erst geboren


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LANDKREIS RAVENSBURG

Landkreis im Überblick

25

und unser ältester Kunde ist über hundert Jahre alt. Um die

bestmögliche Beratung zu garantieren, arbeiten wir mit echten

Spezialisten unserer Verbundpartner der Sparkassen-

Finanzgruppe zusammen. Davon profitieren unsere Firmen,

Kommunen und privaten Kunden bei Geldanlagen, Altersvorsorge,

Baufinanzierungen, Privatkrediten, Versicherungen oder

Immobilien. Sowie bei Existenzgründungen und Investitionen

in der Region.

Einmalig, weil vielfältig

Die Menschen erwarten von Unternehmen verantwortliches

Verhalten für eine nachhaltige Gesellschaft. Der Nachhaltigkeit

und nicht allein der Gewinnmaximierung dienen zu

können, eröffnet uns weitaus mehr Möglichkeiten. Einen Großteil

unseres Gewinns geben wir wieder an die Menschen zurück.

Von diesem nachhaltigen Geschäftsmodell profitieren

alle. Die Projekte, die wir unterstützen, sind so vielfältig wie unsere

Region. Die schützen Natur, wie das von uns geförderte

Naturschutzzentrum Bad Wurzach. Oder schaffen Gesundheit

mit konkreten finanziellen Hilfen, beispielsweise für das Deutsche

Rote Kreuz. Die können sportlich sein, wie der Ravensburger

Triathlon oder kulturell wertvoll wie die Veranstaltungen auf

Schloss Achberg. Die können die Förderung von heimischen

Traditionen, wie die Heimat- und Kinderfeste, bedeuten. Die

machen schlauer, wie unsere Bildungsinitiativen, z. B. der Schul-

Service, zeigen.

Vorausschauend nachhaltig

Wer sein Geld oder seine Fragen

rund um die persönliche und

geschäftliche Finanzplanung der

Kreissparkasse Ravensburg anvertraut,

macht mehrfachen Gewinn.

Er kann mit der ganzen Kompetenz

des Marktführers nur gewinnen und

profitiert gleichzeitig von dem

gemeinnützigen Engagement für

unsere Region.

Heinz Pumpmeier, Vorsitzender des Vorstandes

Nachhaltigkeit ist nichts anderes als Zukunftssicherung.

Denn Unternehmen, die heute keine soziale, wirtschaftliche

und ökologische Verantwortung tragen, werden den kommenden

Herausforderungen wie Klimaschutz oder dem demografischen

Wandel nicht gewachsen sein. Daher sind unsere

Aktivitäten am Deutschen Nachhaltigkeitskodex orientiert.

Das bedeutet konkret: barrierefreie Zugänge, energetische Sanierungsmaßnahmen,

CO 2

-neutraler und atomstromfreier

Energiebezug über Wasserkraft, Solarstromanlagen auf dem

Dach unserer Hauptfiliale, Vermittlung von Energieeffizienzdarlehen

der KfW oder unsere Spenden-Plattform „Herzensideen“.

Auch das aktive Gesundheitsmanagement für unsere Mitarbeiter

und die qualifizierte Ausbildung von 65 jungen Menschen

sorgen für Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen.

Vorausschauend sind wir bei unseren flexiblen Arbeitsplatzangeboten

und einem Frauenanteil von 63 Prozent.

Rund 800 Mitarbeitern tragen in 35 Filialen für rund 195.000

Kunden gerne Verantwortung. Zusammen machen sie es

möglich, dass im Jahr 2020 2.500.000 Euro Unterstützung für

das Gemeinwohl in unsere wunderbare Region zurückfließen.

Was liegt also näher als sich für die Kreissparkasse Ravensburg

zu entscheiden?

Kreissparkasse Ravensburg

Meersburger Straße 1 · 88213 Ravensburg

Tel. +49 751 84-0

info@ksk-rv.de

www.kreissparkasse-ravensburg.de


26 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsregion

mit Profil

Der Landkreis Ravensburg liegt zwar außerhalb der

Metropolregionen, gehört aber zu den interessantesten

Wirtschaftsräumen in Deutschland.

20.000

Die arbeitsintensivste Branche im

Landkreis Ravensburg ist der Gesundheitssektor.

20.000 Beschäftigte sind

im Landkreis Ravensburg in 1.250

verschiedenen Gesundheitseinrichtungen

tätig. Damit liegt die Branche noch

vor dem Handel (15.000 Beschäftigte)

oder dem Maschinenbau (7.600 Beschäftigte).

2,5 %

Mit einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent

liegt Oberschwaben weit unter den Landesund

Bundeswerten von 3,2 beziehungsweise

5,1 Prozent. Bei der Agentur für Arbeit

Ravensburg kennt man den Grund: „Unser

Landkreis ist Standort für Unternehmen, die

einerseits technisch sehr anspruchsvolle

Produkte entwickeln und herstellen

und andererseits hochwertige Dienstleistungen

anbieten.“

120

In der Prognos-Studie „Zukunftsatlas 2019 – Deutschlands Regionen im Zukunftswettbewerb“

wurde erneut bestätigt: Der Landkreis Ravensburg ist zukunftsfähig.

Der Landkreis Ravensburg landete auf Platz 120 von insgesamt 401 Landund

Stadtkreisen bzw. kreisfreien Städten in Deutschland. Er bietet eine hohe

Lebensqualität, attraktive Arbeitsplätze in der Industrie, bei unternehmensnahen

Dienstleistern oder im Gesundheitsbereich, ein gutes Bildungs- und Hochschulangebot

sowie vielfältige Freizeitmöglichkeiten.


LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

27

Bewusstsein für Traditionen

Der Motor für Innovationen

Das Nebeneinander von Innovationen und jahrhundertealten Traditionen steht im Landkreis

Ravensburg nicht in einem Widerspruch. Ganz im Gegenteil!

Erfindergeist und Forschungseifer entfalten sich im Landkreis

Ravensburg aus einer Mentalität heraus, die dank ihrer

Bodenständigkeit auch in besonderem Maße nachhaltig ist.

Zahlreiche mittelständische Unternehmen – oft bereits seit

mehreren Generationen – entwickeln inmitten der ländlichen

Idylle ihre Produkte, sei es im kleinen, aber feinen Handwerksbetrieb

oder in der Hightech-Firma mit weltweit einmaligem

Angebot. Bemerkenswert dabei ist das hohe Maß an Spezialisierung,

aufgrund derer viele Firmen in ihrer jeweiligen Branche

eine führende Rolle spielen und nicht selten zu den sogenannten

„Hidden Champions“ zählen.

Für das Gedeihen dieser Unternehmen sind ein idealer

Standort, nicht minder aber auch ein attraktives Wohn- und Arbeitsumfeld

die Grundvoraussetzungen. Hier bietet der Landkreis

Ravensburg mit seinen 39 Gemeinden – von der Minigemeinde

mit gerade mal einigen hundert Bürger/innen bis hin

zur pulsierenden Schussental-Metropole Ravensburg – für jeden

Anspruch hervorragende Bedingungen. Dazu zählen nicht

nur Gewerbe- und Industrieflächen zu günstigen Preisen. Hohe

Arbeitsqualität ist hier noch Ehrensache und gute Zusammenarbeit

Teil des Selbstverständnisses, sowohl zwischen den Unternehmen

selbst als auch zwischen den Unternehmen und

der Verwaltung.


28 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

Mehr als nur ein Wort

Wirtschaft ist wichtig!

Mit dem von Landrat Harald Sievers unmittelbar nach seinem Amtsantritt neu strukturierten

Dezernat für Kreisentwicklung, Wirtschaft und ländlichen Raum macht es sich die Landkreisverwaltung

zur Chefsache, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen und die Voraussetzungen

für hiesige Unternehmen stetig zu verbessern.

Vor allem heißt das, am Puls der Zeit und damit attraktiv zu

bleiben, sowohl als Wirtschaftsstandort wie auch als Lebensraum.

Die Kreisverwaltung versteht sich dabei als wichtiger Partner

für Wirtschaft und Kommunen. In dem alle zwei Jahre durchgeführten

„Zukunftsforum Landkreis Ravensburg“, bei dem es

um die Zukunft von Kommunen, Infrastruktur und Wirtschaft im

Kreis geht, befassen sich Experten mit einem jeweils aktuellen

Topthema der Kreisentwicklung. Auch erfolgreiche Pioniere/innen

und Vordenker/innen erhalten hier Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch

und zu wertvollen Impulsen. Partner des

Zukunftsforums sind der Gemeindetag Baden-Württemberg -

Kreisverband Ravensburg, die Kreissparkasse Ravensburg und

die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiR GmbH.

2. ZUKUNFTSFORUM

LANDKREIS

RAVENSBURG

Im „Zukunftsforum Landkreis

Ravensburg“ befassen sich Experten/

innen mit einem für Bürger/innen,

Wirtschaft und Kommunen relevanten

Topthema der Kreisentwicklung.

Zukunftsinvestition Breitbandausbau

Die Ansiedlung von Unternehmen und die Wahl des Wohnorts

werden in immer stärkerem Maße von einer Anbindung an

eine schnelle Datenautobahn abhängig gemacht. Die Zukunft

für leistungsfähige Internet- und Kommunikationstechnologien

kann nur mit Glasfasernetzen gewährleistet werden. Daher engagiert

sich der Landkreis Ravensburg mit hoher Priorität beim Thema

Breitbandausbau. Durch den Zusammenschluss mit sieben

weiteren Landkreisen in der Komm.Pakt.Net gewährleistet die

Kreisverwaltung eine bestmögliche Vernetzung mit allen anderen

Akteuren. Aber insbesondere die Gründung des Zweckverbandes

Breitbandausbau im Landkreis Ravensburg bereits im

Zweckverband

Breitbandversorgung

im Landkreis Ravensburg

Jahre 2010 trägt maßgeblich zur Erreichung des Ziels bei. Dieser

Zusammenschluss unterstützt die 37 Verbandsgemeinden im

Thema Breitbandausbau. Dies umfasst ca. 40 Millionen Gesamtinvestitionen,

davon 24 Millionen Fördervolumen, in mittlerweile

113 Förderprojekten. Mit einem Netz-Hauptstrang („Backbone“)

von ca. 400 km sind die Gemeinden miteinander verbunden. Der

Landkreis Ravensburg ist flächentechnisch der zweitgrößte Landkreis

in Baden-Württemberg und geprägt von ländlicher Idylle

mit entlegenen Weilern und Einzelgehöften. Damit einher geht

die Herausforderung: die Breitbandinfrastruktur so aufzubauen,

dass redundante Netze entstehen, welche auch für die Zukunft

genug Kapazitäten für steigendes Datenaufkommen aufweisen.

Zusätzlich zum Breitbandausbau gibt es in der Kreisverwaltung

auch noch eine Arbeitsgruppe, die sich um die Digitalisierung

der Schulen und Krankenhäuser kümmert. Alle unterversorgten

Schulen und Krankenhäuser sollen in den kommenden

Jahren mit Glasfaser angeschlossen werden – nicht nur bis zum

Gebäude, sondern auch innerhalb der Einrichtungen soll eine

sinnvolle Vernetzung die Grundlage schaffen, die Anforderungen

der Zukunft zu meistern.

www.zukunftsforum-rv.de


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

29

„Wir bereiten schon heute den

Weg in die Welt von morgen“

NetCom BW GmbH

Die NetCom BW GmbH vernetzt Menschen und sichert kritische Infrastruktur.

So fördert sie die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Ihr oberstes Anliegen ist

eine schnelle Datenkommunikation und ein hochleistungsfähiges Internet für die Region.

Vernetzt, zukunftsorientiert und verbunden – als zuverlässiger

Partner für modernste Kommunikationstechnik ebnet die

NetCom BW GmbH Privathaushalten, Unternehmen und

Kommunen den Weg in die digitale Zukunft. Ihr vielschichtiges

Leistungsspektrum umfasst Internet, Datenkommunikation,

Standortvernetzung, sowie Telefonie und Services. Sie betreibt

ein eigenes über 12.000 Kilometer langes Glasfasernetz und

hat Zugriff auf rund 28.000 Kilometer bundesweite Glasfaserinfrastruktur.

Die NetCom BW ist ein Unternehmen mit Sitz in Baden-

Württemberg, das aus der ODR Technologie Services GmbH

(ODR TSG), den Weitverkehrsnetzen der Netze BW, ehemals

EnBW Regional AG, und der NeckarCom entstanden ist. Das

Unternehmen wurde am 1. April 2014 gegründet und ist ein

Partner im starken Konstrukt des EnBW-Konzerns. Die NetCom

BW ist unter dem Dach der EnBW Telekommunikation GmbH

angesiedelt, die alle Telekommunikationsaktivitäten bündelt.

Durch die Anteilseigner Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke

(OEW) hat die NetCom BW eine besondere Nähe

zu den Kommunen in der Region, die ebenso wie Endkunden

und Nutzer von dem umfangreichen Know-how, das in der

NetCom BW zusammengeführt wurde, profitieren.

Für die Kommunen stellt ein schnelles und leistungsfähiges

Internet heutzutage einen entscheidenden Standortvorteil dar.

Um auch den Landkreis Ravensburg fit für die Gigabit-Zukunft

zu machen, haben sich insgesamt 37 Gemeinden zusammengeschlossen

und den Zweckverband Breitbandversorgung im

Landkreis Ravensburg gegründet. Ziel ist es, eine flächendeckende

und zukunftsfähige Breitbandversorgung zu errichten,

die alle Privatkunden, Gewerbetreibenden und umliegenden

sowie institutionellen Nachfrager im Zweckverbandsgebiet erreicht.

Nachdem der Zweckverband bereits das Backbonenetz

im Landkreis so gut wie fertiggestellt hat, wird dieser in Zusammenarbeit

mit dem Netzbetreiber NetCom BW den Breitbandausbau

in den Mitgliedsgemeinden vorantreiben.

NetCom BW GmbH

Unterer Brühl 2 · 73479 EllWangen im Allgäu

Tel. +49 800 3629 266

kontakt@netcom-bw.de

www.netcom-bw.de


30 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

Innovationskraft

als Schlüsselkompetenz

Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH

Vernetzen. Vermarkten. Vermitteln. Die WiR GmbH ist Ansprechpartner für Unternehmen,

Investoren und Gründer im Landkreis Ravensburg.

Wirtschaftlich steht er hervorragend da, der Landkreis

Ravens burg. Laut Fokus-Money Landkreis-Ranking aus dem

Jahr 2020 sogar auf Platz 20 der wirtschaftlich stärksten Regionen

in ganz Deutschland. Um die Botschaft vom „Spitzenstandort

Landkreis Ravensburg“ hinaus in die Welt zu tragen und die

kreisansässigen Unternehmen branchenübergreifend bei ihren

Innovationsvorhaben zu unterstützen, wurde 2001 die

Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis

Ravensburg, kurz WiR GmbH, gegründet. Die Bandbreite des

WiR-Unterstützungsangebots für kreisansässige Unternehmen

reicht dabei von technischen Entwicklungsproblematiken,

über Fördermittelinformationen bis hin zu betriebswirtschaftlichen

Fragestellungen.

Expertennetzwerk in Wirtschaft und Wissenschaft

WiR-Geschäftsführer Hans-Joachim Hölz und sein Team

könnten wohl den vielfältigen Anforderungen der regionalen

Betriebe nicht vollumfänglich nachkommen, hätten sie nicht

mit der Steinbeis-Stiftung und den Hochschulen im Landkreis

starke Netzwerkpartner an ihrer Seite, die in Sachen Technologietransfer

nicht nur landes- und bundesweit, sondern auch in

der Region Bodensee-Oberschwaben auf ein großes Expertennetzwerk

in Wissenschaft und Wirtschaft zurückgreifen können.

Die Frage „Wie können wir Sie unterstützen?“ stellt für Hölz

daher keine Höflichkeitsformel dar, sondern bringt seine Aufgabe

auf einen kurzen Nenner. In seiner täglichen Arbeit besucht

er die zahlreichen, überwiegend kleinen und mittleren

Betriebe und informiert sich über Produkte, Dienstleistungen,

Herstellungsverfahren oder Vertriebsstrukturen, um dann

gemeinsam mit den Betrieben auszuloten, welche Servicedienstleistung

oder welcher Experte aus dem WiR-Netzwerk im

jeweiligen Fall weiterhelfen kann.

„Viele unserer KMU haben häufig eingeschränkte oder gar

keine Möglichkeiten, Innovationen und technische Entwicklungen

mit eigenen Mitteln systematisch voranzutreiben“, beschreibt

Hölz die Situation. Mehr als 90 Prozent dieser Betriebe

haben weniger als 50 Mitarbeitende. Vor diesem Hintergrund

wird die WiR GmbH als Mittler aktiv und schafft Kontakte zu

Das Team der WiR GmbH und Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg – Bodensee-Oberschwaben


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

31

Hochschulen oder organisiert Unterstützung durch Experten/

innen. Mittlerweile sind auf diese Weise mehr als 800 aktive Firmenkontakte

mit weit über 11.000 Beratungsstunden zustande

gekommen. „Ohne die tatkräftige finanzielle Unterstützung

insbesondere durch die Kreissparkasse Ravensburg und den

Landkreis könnten wir das alles nicht leisten“, sagt Hölz, der mit

der Einwerbung von projektbezogenen Landes- und EU-Mitteln

über ein drittes finanzielles Standbein verfügt.

Netzwerke und Kooperationen

Projektorientiert arbeitet die WiR GmbH auf regionaler Ebene

mit anderen Institutionen, Wirtschaftsförderungen und

Kammern eng zusammen. Seit 2006 ist zudem die Kontaktstelle

Frau und Beruf Ravensburg – Bodensee-Oberschwaben bei der

WiR GmbH angesiedelt. Auftrag der vom Ministerium für

Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg geförderten

Kontaktstelle ist es, durch individuelle Beratung, Veranstaltungen,

Initiativen und Kooperationen die gleichberechtigte

Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben voranzubringen.

Sie ist Anlaufstelle sowohl für Frauen als auch für Unternehmen

bei Fragen zu Berufsorientierung, Weiterbildung, Vereinbarkeit

von Familie und Beruf, Karriereplanung, Existenzgründung und

vielem mehr. Mithilfe der regionalen Steinbeis Transfer GmbH

an der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten, deren operative

Geschäftsführung bei der WiR GmbH liegt, soll den Unternehmen

im Landkreis die Verfügbarkeit von praxisorientierten

Forschungsressourcen an der RWU Hochschule

Ravensburg-Weingarten noch transparenter dargestellt werden.

Andererseits bietet die Steinbeis Transfer GmbH jungen

Unternehmen eine einfach nutzbare Informationsplattform

für Technologietransferunterstützung für die ersten Unternehmensjahre.

Bewährte Konzepte

Über die einzelbetriebliche Förderung hinaus bildet die

WiR GmbH auch eine Plattform zur Umsetzung von städteund

gemeindeübergreifenden Wirtschaftsförderungsvorhaben.

Dabei stehen der Nutzen für die Unternehmen sowie die

Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen für die Bürger/innen

im Landkreis Ravensburg im Mittelpunkt.

Da der anhaltende Fachkräftemangel Unternehmen im

Landkreis weiterhin vor große Herausforderungen stellt, wirbt

die WiR GmbH gemeinsam mit ihren Projektpartnern unter

dem Slogan „Karriere im Süden“ mit dem Ziel, qualifizierte

Fachkräfte auf die attraktiven Arbeitsplätze in der Region aufmerksam

zu machen. Mit dem Projekt „Perspektive Erlebnis

Wirtschaft“ sollen schon heute die Fachkräfte von morgen für

die Unternehmen in der Region begeistert werden. Hierfür

öffnen Unternehmen am Veranstaltungstag ihre Türen, um

Jugendliche und Erwachsene über die diversen Berufsbilder

und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen zu informieren.

Zentral sind hierbei die vielfältigen Mitmachaktionen, die das

Event zum Erlebnis machen sollen.

Das Netzwerk „Forst und Holz Allgäu-Oberschwaben“ versteht

sich als freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen

entlang der Holzverwertungskette, die mit weiteren Einrichtungen

wie Verbänden, Vereinen, Hochschulen, Gemeinden,

Politik und Förderprogrammen kooperieren. Mit der Initiative

soll der innovative und nachhaltige Holzbau gefördert, die

Holzbereitstellung und -verwendung in der Region gestärkt

und eine ressourcenschonende Holzbaukultur entwickelt werden.

Zur Vermittlung von Gewerbeimmobilien in der Vierländerregion

Bodensee wurde die Internetplattform „Immoportal

Bodensee“ von der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis,

Wirtschaftsförderung Landkreis Sigmaringen und der WiR GmbH

ins Leben gerufen. Gewerbegrundstücke, Büro-, Produktions-,

Lager- und Ladenflächen können von privaten sowie gewerblichen

Anbietern kostenfrei inseriert werden. Neben der Immobiliensuche

stehen Unternehmen auf Standortsuche zudem Informationen

aus aktuellen Standortprofilen zur Verfügung.

WiR – Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft

Landkreis Ravensburg mbH

Parkstraße 40 · 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 3590660

info@wir-rv.de · www.wir-rv.de


32 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

IHK-Präsident Martin Buck:

„Ich wünsche mir mehr Mut“

IHK Bodensee-Oberschwaben

Interview mit Martin Buck, Präsident der IHK Bodensee-

Oberschwaben und Vorstandsvorsitzender der ifm Unternehmensgruppe in Tettnang

IHK-Präsident Martin Buck spricht über die größten anstehenden

Herausforderungen für die Wirtschaft und erklärt,

warum Oberschwaben diese eigentlich besonders gut

meistern kann. Vorausgesetzt, man bringt etwas Mut mit.

Herr Buck, wie geht es unserer Wirtschaft?

Gut. Aber es ging uns auch schon besser. Wir waren die

letzten rund zehn Jahre verwöhnt und dies auf einem sehr,

sehr hohen Niveau. Jetzt hat sich die Konjunktur abgekühlt.

Das bekommen auch viele unserer Unternehmen in der Region

zu spüren. Wir müssen uns anstrengen und jetzt wichtige

Weichen für die Zukunft stellen.

Mehr als sonst?

Ja, ich denke schon. Wir befinden uns nämlich in ganz entscheidenden

Umbruchsituationen. Denken Sie an die grundlegenden

Transformationen, die durch die Digitalisierung, die

Neugestaltung unserer Mobilitätskonzepte und ganz wichtig

auch den Klimawandel hervorgerufen sind. Da wird kaum ein

Stein auf dem anderen bleiben.


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

33

Sind die Transformationsprozesse gut oder schlecht?

Wenn wir es richtig angehen, dann werden sie gut. In jedem

Fall gehen sie uns alle an – ob als Unternehmer, als Arbeitnehmer,

als Konsument, als Bürger, Forscher oder als Politiker.

Ich glaube außerdem, dass wir auch nur gemeinsam diese Umwälzungen

meistern werden können. Am Ende wird sich zeigen,

ob wir gewonnen und was wir verloren haben auf dem

Weg dahin. Was wir brauchen, sind wirklich gute Lösungen,

neue Technologien, Produkte und die dafür passenden politischen

und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Und wir

brauchen den Mut, die Dinge ganz grundsätzlich anzugehen

und vor allem zu Ende zu denken.

Was heißt das: mutig sein?

Nehmen wir das Beispiel Klimaschutz und neue Mobilitätskonzepte.

Jedem von uns ist doch klar: Klimaschutz ist eine

globale Aufgabe. Will man spürbar etwas erreichen, dann muss

man zumindest europäisch denken. Wir müssen uns also vom

Klein-Klein lösen und nach Systemlösungen und umfassenden

Mobilitätskonzepten suchen. Wir brauchen zum Beispiel

Masterpläne für urbane Ballungszentren und müssen andere

von unseren Ideen und Innovationen begeistern. Dafür braucht

es Mut. Mut, Neues zu wagen.

Können wir das denn?

Ja. Wir sind doch hier bei den schwäbischen Tüftlern, Schaffern

und Denkern. Wir sind bekannt für unsere Ideen. Wir müssen uns

vielleicht nur wieder daran erinnern, aber wir haben es im Blut. Wir

müssen bei den Megathemen uns zu den Machern zählen. Wir

müssen Lösungen entwickeln, die europäische Exportschlager

werden. So können wir dann auch etwas bewegen. Mir geht es in

der öffentlichen Debatte gerade viel zu sehr um Verbote, Regularien,

Fristen und Strafen. Die bringen uns nicht wirklich weiter. Wir müssen

vielmehr technologieoffen denken. Deshalb ist auch zum Beispiel

der Vorstoß für eine Wasserstoffstrategie zu begrüßen. Damit

kann CO 2

-freies Gas für die Industrie und den Verkehr zum Einsatz

kommen. Hier steckt viel Potenzial für gute Ideen drin.

Welche Rolle hat da Europa?

Eine ganz große und eine ganz wichtige. Soviel vorweg: Ich

bin bekennender Europäer. Ich halte viel von dem Erreichten

und sehe für uns auch wirtschaftlich keinen anderen Weg als

über diese Gemeinschaft. Aber Europa ist in seinen Entscheidungsprozessen

oft zu langsam und auch zu kompliziert. Wir

müssen es schaffen, ein entscheidungsfähiges, schlagkräftiges

und agiles Europa zu etablieren. Trotz und wegen der derzeitigen

Europa-Krise und Europa-Kritik. Europa steht für Frieden,

Wohlstand und regelbasierten Wettbewerb und Handel. Darin

müssen wir Europa stärken. Und auch dafür brauchen wir ein

mutiges und beherztes Vorgehen aller beteiligten Akteure.

Die großen Veränderungen treffen auch unsere heimische

Wirtschaft. Was ist hier Ihre Prognose?

Ich bin zuversichtlich, dass unsere Unternehmer und Unternehmerinnen

kluge und zukunftsfähige Entscheidungen

treffen und sich so im zunehmend schärferen Wettbewerb

Der Weg geht über Innovationen, neue

Produkte und neue Technologien. Dafür

braucht es auch die Politik als starken

Partner, die über eine technologieoffene

und unbürokratische Forschungsförderung

viel Innovationskraft freisetzen kann.

werden behaupten können. Wie gesagt, es braucht Mut, aber

der ist auch vorhanden. Ich bin mir sicher: Der Weg geht über

Innovationen, neue Produkte und neue Technologien. Dafür

braucht es auch die Politik als starken Partner, die über eine

technologieoffene und unbürokratische Forschungsförderung

viel Innovationskraft freisetzen kann.

Setzen die Diskussionen um Klimaschutz und Nachhaltigkeit

die Unternehmen unter Druck?

Ich bin der Meinung, dass wir mit verantwortungsvollen,

durchdachten Konzepten überzeugen müssen und nicht mit

leichtfertigen Versprechungen oder populistischen Parolen.

Das Thema Nachhaltigkeit und CO 2

-Fußabdruck ist längst nicht

mehr nur bei den großen Konzernen angekommen, er wird

uns alle in den kommenden Jahren sehr beschäftigen. Unternehmen

haben ein starkes Eigeninteresse, hier voranzugehen

und sich durch innovative Lösungen abzuheben. Gerade die

Industriebranche – die ja gemeinhin eher im Ruf steht, klimaschädlich

zu sein – geht hier als positives Beispiel voran.

Wie kann man die Menschen bei diesen Prozessen besser

mitnehmen?

Bei Umbruchthemen ist die Rolle der öffentlichen Meinungsbildung

wichtig – gerade weil sie starke gesellschaftliche

Bewegungen auslösen kann. Das wird durch die sozialen Medien

sehr verstärkt. Ich finde, uns allen tut in diesen wichtigen

Transformationsprozessen eine möglichst ideologiefreie, sachliche

und faktenbasierte Diskussion gut. Für mich sind zivilgesellschaftliche

Bewegungen und gutes Wirtschaften kein

Widerspruch. Denn wir brauchen eine gut funktionierende

Wirtschaft, um Klimaschutz oder die anderen Herausforderungen

überhaupt bewältigen und auch bezahlen zu können.

Denn ohne ihre Innovationskraft, ohne das hier erwirtschaftete

Geld, ohne die Steuergelder wird es nicht gehen.

IHK Bodensee-Oberschwaben

Lindenstraße 2 · 88250 Weingarten

Tel. +49 751 409-0

info@weingarten.ihk.de

www.weingarten.ihk.de


34 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

Vierländerregion Bodensee

Eine starke Region im Herzen Europas

Die Welt hört jenseits des Landkreises Ravensburg nicht auf und auch die besten

Voraussetzungen können durch starke Partner und Synergieeffekte nur profitieren.

Daher gilt es, weit über die Kreisgrenzen hinauszublicken.

Regionen stehen heute in vielerlei Hinsicht im Wettbewerb

zueinander. Es geht um die Ansiedlung von Unternehmen, die

Anwerbung von Fachkräften und um die Attraktivität als Urlaubsdestination.

Die Region rund um den Bodensee punktet

in diesem Standortwettbewerb vor allem dann, wenn sie sich

als ganzheitliches Angebot und unverwechselbare Marke positioniert.

Erforderlich dafür sind ein hohes Maß an Identifikation

aller Beteiligten mit der gesamten Bodenseeregion sowie eine

grenzüberschreitende Zusammenarbeit der verschiedenen

Akteure aus Wirtschaft, Tourismus, Wissenschaft und Bildung,

Kunst und Kultur, Politik, Sport und Naturschutz.

Die Marke Vierländerregion Bodensee steht für das besondere

Potenzial eines Landstrichs, der sich über vier Nationalstaaten,

verschiedene Kantone, Landkreise und Bundesländer

erstreckt. Hier leben und arbeiten über drei Millionen Menschen.

Um auf die zahlreichen Vorzüge der Region als

Wirtschaftsstandort, Urlaubsziel und als Kulturraum

aufmerksam zu machen, arbeiten 15 Projektpartner

aus Deutschland, Österreich, der Schweiz

und Liechtenstein seit 2011 an einem starken

gemeinsamen Auftritt, um diese spannende

Vielfalt nach außen zu tragen und sie der Bevölkerung

ins Bewusstsein zu rufen. Der

Landkreis Ravensburg ist von Beginn an

einer der Partner des Projekts. Die Regionenmarke

„Vierländerregion Bodensee“

wird genutzt von Unternehmen, Kommunen

und Organisationen in der Region.

Gegen einen geringen Markenpflegebeitrag

kann die Marke von Firmen,

Gebietskörperschaften, Institutionen und

Organisationen aus der Region verwendet

werden.

www.vierlaenderregion-bodensee.info


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

35

Wasserkraftlösungen von ANDRITZ

Made in Germany

ANDRITZ HYDRO GmbH

Heutzutage werden aus Ravensburg hochmoderne Ausrüstung und Technologie

für Wasserkraftanlagen in alle Länder der Welt geliefert. Dienstleistungen und Produkte sowie die

in eigener Werkstätte gefertigten Turbinenkomponenten zählen zu den besten der Branche.

„Als einer der führenden Anbieter im Markt für Wasserkraftlösungen

sind unsere Fähigkeiten universell: Durch kompetentes

Projektmanagement und hervorragendes Engineering

beherrschen wir komplexe Neu- und Umbauprojekte und

bieten robuste Lösungen für kleinere Anlagen. Anwendungen

für die Meeresenergiegewinnung und Propeller für

Schiffsantriebe runden unser Programm ab“, so umreißt Frank

Mette, Geschäftsführer der ANDRITZ HYDRO GmbH, das Unternehmen.

Die Wasserkraftsparte der ANDRITZ ist ein globaler Anbieter

für elektromechanische Ausrüstungen und Serviceleistungen

“from water-to-wire” für Wasserkraftwerke und einer der

weltweit größten Anbieter im Markt für hydraulische Stromerzeugung.

Die Wurzeln des Ravensburger Standortes reichen bis in

die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Seit über 160

Jahren wird am Industriestandort Ravensburg Technologiegeschichte

geschrieben. „Heute haben viele unserer 450 Mitarbeiter

in Ravensburg unterschiedlichste Nationalitäten und

sprechen somit die Sprache unserer internationalen Kunden“,

sagt Frank Mette.

Kernkompetenzen der ANDRITZ HYDRO GmbH in Ravensburg

sind die Konstruktion und die Fertigung von Kaplan-,

Rohr- und Francisturbinen, Pumpturbinen für Speicherkraftwerke,

Turbinen für große und kleine Fallhöhen sowie von

Verstellpropellern für Marine- und Handelsschiffe. Zum Leistungsspektrum

zählen neben den Produkten und Services,

das Projektmanagement, Engineeringsleistungen im Bereich

der gesamten Anlage und die Automatisierung einschließlich

Montage und Inbetrieb nahme. „Unsere Dienstleistungen und

Produkte leisten einen wichtigen Beitrag zur umweltverträglichen,

regenerativen Energieerzeugung“, fasst der Geschäftsführer

zusammen.

ANDRITZ HYDRO GmbH

Escher-Wyss-Weg 1 · 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 29511-0

contact-hydro.de@andritz.com

www.andritz.com/hydro-de


36 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

Technologielösungen

für die Zukunft

Diehl Controls Beheimatet im Allgäu, erfolgreich in der Welt: Diehl Controls gehört zu den

international führenden Lieferanten in der Haushaltsgeräteindustrie. Darüber hinaus

kommen die innovativen Technologielösungen des Unternehmens in vielen technologieverwandten

Produkten zum Einsatz – mit großem Erfolg.

Vom kleinen Weidezaungeräte-Hersteller zum global agierenden

Technologieunternehmen – diesen Erfolg hat Diehl

Controls aus Wangen im Allgäu innerhalb von 75 Jahren erreicht.

Der Technologiepionier zählt zu den Weltmarktführern

in der Haushaltsgeräteindustrie, im Fachjargon Appliance-

Industrie genannt. Damit stecken seine Produktlösungen in

einer Vielzahl von Applikationen und Geräten, die selbstverständlich

zu unserem Alltag gehören – beispielsweise in

Waschmaschinen. „Motoren in Waschmaschinen müssen gesteuert

werden, um möglichst stromsparend zu arbeiten. Diese

Aufgabe übernehmen sogenannte Inverter. Wir haben diese

Steuerungstechnologie als eine der ersten Firmen überhaupt

vor über 25 Jahren entwickelt“, erläutert Martin Weinmann, der

seit über 30 Jahren im Entwicklungsbereich bei Diehl Controls

arbeitet und aktuell als High Power Drives Manager tätig ist.

Inzwischen zählt Diehl Controls zu den global führenden Spezialisten

in diesem Produktsegment.

Erfindergeist aus dem Allgäu

Die Erfolgsgeschichte von Diehl Controls beginnt im Jahr

1942, als Paul Kolb in Eisenharz im Allgäu ein Elektrozaungerät,

das aus dem Stromnetz gespeist wird, zum Patent anmeldet

und die Firma AKO – kurz für „Apparatebau Paul Kolb“ – gründet.

Auf dieser Basis entwickelt sich in den 1950er- und 1960er-

Jahren die Fertigung von Heizgeräten und Infrarotstrahlern

sowie Steuerungen und Regelungen für Hausgeräte. Das Unternehmen

wächst stetig weiter, verlegt 1968 den Hauptsitz

nach Wangen im Allgäu und gehört seit 1995 zur Diehl-Gruppe

aus Nürnberg. Im Kerngeschäft „Appliance“ produziert Diehl

Controls inzwischen Millionenstückzahlen an elektronischen

Systemlösungen und ist weltweit für die hervorragende Qualität

der Produkte bekannt. „Heute sind unsere Inverter in ganz

unterschiedlichen Produkten verbaut. Wir erschließen immer

wieder neue Produktwelten für Kunden auf der ganzen Welt“,

betont Martin Weinmann. Beispielweise realisiert Diehl Controls

im Bereich „Professional Appliances“ viele neuartige Produkte

für die Gastronomie – von Kühl- und Gefrierschränken bis hin

zu Dampfgarern. Darüber hinaus ist der Technologiepionier mit

seinen kreativen Lösungen seit Jahren in der HVAC/R-Branche

(auf Deutsch: Heizung/Lüftung/Klimatisierung/Kühlung) erfolgreich:

Hier realisiert Diehl Controls effiziente Elektronik in Wärmepumpen

und begeistert Kunden im Hinblick auf industrielle

Lüftungssysteme. Ebenso entwickeln die Mitarbeitenden von

Martin Weinmann arbeitet seit über 30 Jahren im

Entwicklungsbereich bei Diehl Controls. Aktuell

ist er als High Power Drives Manager tätig.

Eine Erfolgsgeschichte aus dem Allgäu:

Diehl Controls ist ein weltweit führender

Spezialist in der Appliance-Industrie.


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

37

Weltklasse in der Fertigung: Die Produktionslinien von Diehl Controls

entsprechen dem neuesten Stand der Technik.

Diehl Controls Lösungen für die Mobilität von morgen – in enger

Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus den Teilkonzernen

Diehl Metall und Diehl Aviation. Gemeinsam realisieren die

Spezialisten unter anderem innovative und effiziente Zellkontaktier-Systeme

für Autobatterien und hochmoderne elektronische

Systeme für die Flugzeugkabine. Darüber hinaus hat

sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren bei der

Vernetzung von Geräten im Internet der Dinge (auf Englisch:

Internet of Things (IoT)) einen Namen gemacht. Denn Diehl

Controls verfügt über eine breite Expertise, um Endgeräte mit

unterschiedlichen Funktechnologien zu vernetzen und deren

Daten sicher und zuverlässig in die Kundencloud zu bringen.

Arbeiten bei einem Global Player

Heute bietet Diehl Controls innovative Produktlösungen

für Kunden auf der ganzen Welt. Rund 3.800 Mitarbeitende erwirtschafteten

im Geschäftsjahr 2018 einem Umsatz von mehr

als 530 Millionen Euro. Am Standort Wangen im Allgäu sind

aktuell rund 650 Mitarbeitende beschäftigt, weiterhin gehören

21 Auszubildende und dual Studierende zum Team. Seit 2012

trägt Diehl Controls am Hauptsitz in Wangen im Allgäu das Zer-

tifikat „audit beruf undfamilie“ für die Vereinbarkeit von Beruf

und Familie, darüber hinaus wurde die Diehl-Gruppe in den

vergangenen Jahren wiederholt als einer der besten 100 Arbeitgeber

in Deutschland eingestuft. Zum Unternehmen gehören

weiterhin Standorte in Polen, China, Mexiko und den

Vereinigten Staaten. Weltweit haben die Mitarbeitenden eines

gemeinsam: Jeden Tag arbeiten sie mit viel Engagement daran,

die führende Position von Diehl Controls auf dem Weltmarkt

auszubauen und die Technologielösungen von morgen zu

entwickeln.

Diehl Controls

Diehl AKO Stiftung & Co. KG

Pfannerstraße 75-83 · 88239 Wangen im Allgäu

Tel. +49 7522 73-0

info.dc@diehl-controls.com

https://www.diehl.com/controls/de/


38 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

Vetter macht aus

Präzision eine Tugend

Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG

Das Ravensburger Familienunternehmen ist einer der

weltweit führenden Pharmadienstleister für die Entwicklung, keimfreie Abfüllung und

Verpackung von Spritzen und anderen Injektionssystemen und der größte Arbeitgeber in

Ravensburg.

Verlässlicher Partner

Bei der Medikamentenherstellung lautet das oberste Ziel:

Keine Einheit darf einen Fehler haben. Das verdeutlicht am besten,

warum die weltweite Pharma- und Biotechbranche sich

auf Vetter und seine Dienstleistungen verlässt. Außerdem

schätzen die Kunden Vetter als wichtigen Impulsgeber und

Partner, der sie von der frühen Entwicklung neuer Wirkstoffe bis

zur Marktzulassung und -versorgung unterstützt. Eine Erfolgsgeschichte,

die auch folgende Zahlen belegen: In den letzten

zehn Jahren haben sich sowohl der Umsatz als auch die Mitarbeiterzahl

des Unternehmens mehr als verdoppelt.

Regionale Stärke – regionale Verantwortung

Trotz eines kontinuierlichen Wachstums ist Vetter bodenständig

geblieben und stolz auf seine oberschwäbischen Wurzeln.

Als Unternehmen in Familienbesitz bietet Vetter ein stabiles

Umfeld – sowohl für seine Kunden als auch für seine

Mitarbeiter. In der Region Bodensee-Oberschwaben besitzt der

Pharmadienstleister insgesamt vier hochmoderne Fertigungsstätten

für die Abfüllung und Verpackung von Medikamenten,

in denen derzeit rund 4.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beschäftig sind. Tendenz stetig steigend. Das Stammwerk und

wichtige Bereiche der Entwicklung befinden sich direkt in Ravensburg.

Eine zweite Fertigungs- und Verpackungsstätte liegt

im südlichen Industriegebiet Ravensburg Mariatal, eine dritte

unmittelbar am Bodensee in Langenargen. Darüber hinaus

befindet sich in der Region auch ein Zentrum für optische Kontrolle

und Logistik. Das Unternehmen bekennt sich klar zu seinen

Standorten und den Menschen vor Ort. Dies zeigt sich

auch im schonenden Ressourceneinsatz und in der ausschließlichen

Versorgung aller Standorte mit CO 2 -neutralem Strom

aus nachweislich regenerativen Energiequellen.

Internationale Präsenz

Internationalisierung ist für den Pharmadienstleister keine

Vision, sondern Realität: Wichtigste Absatzmärkte sind neben

USA auch Europa und Asien. In Chicago verfügt Vetter über

einen Standort, in dem wichtige Entwicklungsschritte für die

spätere Abfüllung der Wirkstoffe in Ravensburg und Langenargen

stattfinden. In Japan, Singapur und Südkorea verfügt das

Unternehmen über Vertriebsbüros, um seine Präsenz sowie die

Wahrnehmung des Serviceportfolios auch auf dem asiatischen

Markt weiter zu stärken.


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

39

Spitzentechnologie aus der Region: In Ravensburg und Langenargen füllt Vetter für internationale Pharma- und

Biotechunternehmen teils hochkomplexe Wirkstoffe keimfrei in Spritzen und andere Injektionssysteme ab

Als der größte Arbeitgeber in Ravensburg

schafft Vetter zahlreiche Perspektiven.

Attraktives Arbeitsumfeld

Das Familienunternehmen lässt seine Mitarbeiter am

Wachstum teilhaben. Ob eigene Weiterbildungs-Academy,

Jobrad und Fitnessangebote, Betriebliche Altersvorsorge und

flexible Arbeitszeitmodelle, unternehmenseigene Ferienhäuser,

Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder natürlich

auch ein attraktives Vergütungssystem. Die Liste der Benefits ist

beträchtlich und das Unternehmen arbeitet kontinuierlich

daran, das Paket an Zusatzleistungen für seine Mitarbeiter zu

verbessern. So trägt es dazu bei, dass sie sich wohlfühlen und

motiviert und ausgeglichen arbeiten können. Dafür wurde

Vetter im Oktober 2019 vom F.A.Z Institut unter die begehrtesten

Arbeitgeber Deutschlands gewählt.

Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG

Schützenstraße 87 · 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 3700-0

info@vetter-pharma.com

www.vetter-pharma.com


40 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG Anzeige

Nummer eins

in der Premiumklasse

Carthago Reisemobilbau GmbH

Der europäische Marktführer für Reisemobile der Premium klasse

heißt Carthago. Seine Heimat ist Aulendorf in Oberschwaben. Hier werden Urlaubsträume

wahr: qualitativ hochwertige Reisemobile für anspruchsvolle Kunden in ganz Europa.

Vom Ein-Mann-Unternehmen im Jahr 1979 zu einer europaweit

agierenden Firmengruppe mit über 1.400 Mitarbeitern

– die Erfolgsgeschichte von Unternehmensgründer Karl-Heinz

Schuler und der Carthago Gruppe ist beeindruckend. Carthago

feierte sein 40-jähriges Jubiläum, ist durch die Erfahrung und

den Erfolg ein Aushängeschild der Branche und fertigt im Jahr

rund 5.000 Reisemobile. Das Unternehmen ist regional verwurzelt,

auch wenn jedes zweite Reisemobil exportiert wird.

Sichtbarer Meilenstein der Erfolgsstory ist der 2013 eröffnete

Firmensitz Carthago City in Aulendorf. Hier hat das Unternehmen

Produktionswerk, Service-Center, Verkaufsausstellung

und die Unternehmenszentrale komplett neu errichtet. Und

das Unternehmen wächst weiter: Das Verwaltungsgebäude

wird bis Ende 2020 erneut erweitert. Mit seiner hochmodernen

Infrastruktur ist Carthago ein attraktiver Arbeitgeber: In Carthago

City entwickeln, fertigen und vermarkten mehr als 500 Beschäftigte

die Reisemobile der Marke. Hier starten auch die Mitarbeiter

von morgen durch: Carthago pflegt Bildungspartnerschaften

mit Schulen, bildet Nachwuchskräfte in kaufmännischen und

gewerblichen Berufen aus, arbeitet eng mit der Dualen Hochschule

Baden-Württemberg zusammen.

Das Erfolgsrezept ist das Gespür für das richtige Reisemobil

zur richtigen Zeit und für die Interessen und Wünsche der Kunden.

Mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail entwickelt das

Unternehmen immer wieder neue und reisetaugliche Ideen.

Carthago ist ein beliebtes Ausflugsziel, das zeigen der gut frequentierte

Stellplatz für Besucher mit Reisemobil auf dem

Werksgelände und viele Aktionen. Und Carthago ist Dynamik:

Die Idee von heute wird morgen entschieden und umgesetzt.

So wird man Trendsetter. Im Mittelpunkt stehen immer die Produkte:

Premium-Reisemobile, qualitativ, komfortabel, sicher

und praktisch, für anspruchsvolle Kunden.

Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: Mit der jungen

Tochtermarke Malibu dringt die Firmengruppe in neue Marktsegmente

vor und bietet Reisemobile in der oberen Mittelklasse

und hochwertige Vans im boomenden Kastenwagenmarkt.

Carthago Reisemobilbau GmbH

Carthago Ring 1 · 88326 Aulendorf

Tel. +49 7525 92000

info@carthago.com

www.carthago.com


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

41

Mineralwasser mit

dem Geschmack des Allgäus

Mineralbrunnen Krumbach GmbH Seit 1831 ist bereits eine eisenhaltige Quelle des Weilers

Krumbach belegt, aus der sich die Menschen bedienten. Heute verlassen jährlich rund

150 Millionen Flaschen mit Mineralwasser und fruchthaltigen Erfrischungsgetränken das

Betriebs gelände der Mineralbrunnen Krumbach GmbH.

Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit – diesen Werten

hat sich die Mineralbrunnen Krumbach GmbH verschrieben.

„Mineralwasser, das schmeckt wie die Heimat und das Allgäu“,

so formuliert es Andreas Gaupp, der Geschäftsführer des Unternehmens.

Dort, wo viele kleine Wasserläufe der Wolfegger Ach zustreben,

entspringt die Krumbachquelle und verleiht dem Wasser

seinen ganz eigenen, ausgewogenen und milden Geschmack.

Insgesamt sprudelt das Mineralwasser heute aus 12 Quellen,

Hauptquelle ist aber immer noch der Brunnen, der 1924 entstand.

Insbesondere in den 1970er-Jahren und auch 2005 wurden

mit Bohrungen, die bis zu 1.000 Meter ins Erdinnere reichen,

weitere Quellen erschlossen. Mit ihrem Engagement und

Wissen sorgen die rund 140 Mitarbeiter in Kißlegg dafür, dass

die Qualität und Besonderheit des Krumbacher Wassers jederzeit

sichergestellt ist. Zuletzt wurden zudem 4,2 Millionen Euro

in eine moderne, vollautomatische Glasabfüllanlage investiert.

Insgesamt können so heute stündlich 88.000 Flaschen verschiedener

Gebindegrößen abgefüllt werden.

für das Bestreben der Mineralbrunnen Krumbach GmbH, nachhaltig,

regional, sozial und im Einklang mit Natur und Mensch

zu wirtschaften. Stolz ist Andreas Gaupp daher darauf, dass sein

Unternehmen den flachsblauen „Allgäuwürfel“ als Qualitätsmarke

für Regionalität und Nachhaltigkeit tragen darf.

Qualität, die man in den Produkten der Mineralbrunnen

Krumbach GmbH schmecken kann: in den vier Sorten Mineralwasser

– von Classic über Medium und Fein Perlend bis

Naturell, der Kisslegger Allgäuquelle, den acht Erfrischungsgetränken,

den drei Limonaden und Colagetränken sowie

den drei Schorlen, die ausschließlich vegane Inhaltsstoffe enthalten.

Mineralbrunnen Krumbach GmbH

Krumbach 1 · 88353 Kißlegg

Tel. +49 7563 9102-0

info@krumbach-mineralwasser.de

www.krumbach-mineralwasser.de

Investiert wurde auch in ein neues, effizientes Blockheizkraftwerk,

das dazu beiträgt, einen beträchtlichen Teil des benötigten

Stromes selbst zu erzeugen. Dies ist nur ein Beispiel


42 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG

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„Pumpen sind unsere Welt.

Und die Welt ist voller Pumpen.“

Pumpenfabrik Wangen GmbH

Man sieht sie selten, denn sie arbeiten häufig im Verborgenen.

Und doch sind die Pumpen der Pumpenfabrik Wangen GmbH oft ganz in der Nähe: weltweit

und in unterschiedlichsten Anwendungen und Lösungen.

Ohne Pumpen aus Wangen gelangen der Ketchup nicht in

die Flasche, die Farbe nicht in den Farbeimer, Kosmetika nicht in

die Tube. Aber nicht nur bei Lebensmitteln und Getränken,

Chemie-, Pharma- und Kosmetikprodukten kommen WANGEN

PUMPEN zum Einsatz, das mittelständische Unternehmen produziert

auch Förderlösungen und Pumpen für die Land-, Abwasserund

Klärtechnik, für Biogas und Gärprozesse, für den Berg- und

Tunnelbau sowie den Schiffbau. Technisch perfekt, variabel konstruiert

und servicefreundlich sind die Pumpen aus Wangen die

optimale Lösung für unterschiedlichste Anwendungen, schwierige

Fördermedien und individuelle Kundenanforderungen.

Die ersten Pumpen wurden von einer Handvoll Mitarbeiter

an der Simoniusstraße in Wangen im Allgäu im Jahr 1969 gebaut.

Heute beschäftigt die Pumpenfabrik Wangen rund 250

Mitarbeiter, besitzt Service-und Vertriebsstandorte in Schwerin

sowie in Illinois in den USA und ein weltweites Netz an Vertriebspartnern

in über 50 Ländern.

Die Mitarbeiter sind das „Kapital“ der Pumpenfabrik Wangen.

Mit ihrer Leidenschaft, Zuverlässigkeit, Präzision und ihrem

Teamgeist sorgen sie dafür, „dass immer alles läuft“. Stolze 15 Prozent

der Mitarbeiter sind Auszubildende. Damit ist gewährleistet,

dass das wertvolle Know-how weitergegeben wird und das

Unternehmen zukunftsfähig bleibt. Das Ausbildungsspektrum

reicht vom Dualen Studium BWL-Industrie und Maschinenbau

über die gewerbliche Ausbildung als Zerspanungsmechaniker,

Mechatroniker und Fachkraft für Metalltechnik bis zur Ausbildung

in den kaufmännischen Berufen als Industriekaufmann/-

frau auch mit Zusatzqualifikation internationales Wirtschaftsmanagement

und Fachkraft für Lagerlogistik. Ausbildung bei

WANGEN PUMPEN bedeutet „Spaß, Wissen und Erfolg für die

Zukunft“, betont die Geschäftsleitung, und die Aussicht auf einen

attraktiven Arbeitsplatz mit guten Perspektiven in einem

Unternehmen, in dem das Miteinander großgeschrieben wird.

Permanent wird in neue Maschinen und in neue Produkte

investiert, werden Abläufe und Strukturen optimiert; die Fortund

Weiterbildungen der Mitarbeiter genießen einen hohen

Stellenwert. Mit ihrem umfangreichen Produktportfolio deckt die

Pumpenfabrik Wangen ein breit gefächertes Branchenspektrum

ab und positioniert sich als ein innovatives Unternehmen, das für

zukünftige Herausforderungen bestens aufstellt ist. So können

die Pumpen aus Wangen auch weiterhin zuverlässige Arbeit leisten.

Qualität entsteht eben im Detail. Und in Wangen.

Pumpenfabrik Wangen GmbH

Simoniusstraße 17 · 88239 Wangen im Allgäu

Tel. +49 7522 997-0 · mail@wangen.com · www.wangen.com


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

43

Technik von ihrer

besten Seite

STADLER Anlagenbau GmbH

Die STADLER Anlagenbau GmbH zählt zu den Marktführern im

Bereich Sortieranlagen für die Entsorgungs- und Recyclingindustrie. Die eigens entwickelten

Technologien des Altshausener Unternehmens werden weltweit eingesetzt.

Was 1791 als Dorfschmiede in Altshausen begann, ist heute

zu einem internationalen Unternehmen mit ca. 430 Mitarbeitern

gewachsen. Die STADLER Anlagenbau GmbH plant, fertigt

und montiert Müllsortieranlagen und Komponenten für die

Entsorgungs- und Recyclingindustrie. Ganz gleich ob Hausmüll,

Papier, Kunststoff oder Gewerbemüll – mit umfassendem

Know-how und jahrelanger Branchenerfahrung entwickelt das

STADLER-Team passgenaue Anlagenkonzepte für die unterschiedlichsten

Anwendungsbereiche.

Effiziente Müllsortierung ist der erste Schritt im Recyclingkreislauf.

Damit leistet STADLER einen wichtigen Beitrag zur Senkung

von CO 2

-Emissionen und zur Schonung der natürlichen

Ressourcen. Eine neue zukunftsweisende Koopera tion von

STADLER im Bereich Plastikrecycling mit der Krones AG ermöglicht

es zudem, Komplettlösungen im Plastikrecycling anzubieten.

Durch die Bündelung der Fachexpertise der beiden Unternehmen

wird der Kreislaufwirtschaft ein neuer Schub gegeben.

Das nachhaltige Handeln des Unternehmens spiegelt sich

nicht nur in den Produkten wider. Die neue Firmenzentrale in

Altshausen wurde 2019 fertiggestellt. In drei Etappen wurden

hier, mit einer Gesamtinvestition von 30 Mio. Euro, eine neue

Produktions- und Logistikhalle sowie ein neues Verwaltungsgebäude

errichtet. Dabei wurden Nachhaltigkeitsaspekte stets

in die Planung einbezogen. Beispiele hierfür sind die Nutzung

der Abwärme aus der Produktionshalle für die Heizung des Verwaltungsgebäudes

sowie eine Photovol taikanlage.

2019 erhielt das Unternehmen für sein nachhaltiges Wirtschaften

sowie sein soziales Engagement eine Auszeichnung

der Oskar-Patzelt-Stiftung. Der Preis zeigt einmal mehr, dass die

Unternehmensphilosophie der Werthaltigkeit und der gegenseitigen

Wertschätzung das Fundament des Erfolgs von

STADLER ist. Das verdeutlicht auch die Auszeichnung „TOB-JOB

– Die besten Arbeitgeber im Mittelstand“, welche STADLER 2019

bereits zum dritten Mal verliehen wurde. Auch jungen

Menschen bietet STADLER beste Perspektiven: Die Ausbildungsquote

am Standort Altshausen liegt bei 11% – und alle

Auszubildenden erhalten in der Regel auch ein Jobangebot.

STADLER Anlagenbau GmbH

Max-Planck-Straße 21 · 88361 Altshausen

Tel. +49 7584 9226-0

info@w-stadler.de

www.w-stadler.de

Eine in Frankreich neu errichtete STADLER-Müllsortieranlage

Das neue Verwaltungsgebäude in Altshausen


44 Wirtschaftsstandort LANDKREIS RAVENSBURG Anzeige

Der Anfang

einer guten Verbindung

Zoller + Fröhlich GmbH

Das 1963 gegründete Wangener Familienunternehmen Zoller + Fröhlich GmbH

produziert heute Aderendhülsen, Werkzeuge und Maschinen für verschiedenste Anwendungen der

Kabelkonfektionierung sowie Produkte für die Bereiche Schaltschrankbau und Lasermesstechnik.

Der globale Wettbewerb im Schaltschrankbau und in der

Kabelkonfektion erfordert einerseits eine hocheffiziente Produktion,

um wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können.

Andererseits erhöhen technische Entwicklungen die Nachfrage

für anspruchsvollere Lösungen. Mit der neuen und prämierten

AM 04 Duomatic schließt Z+F eine Lücke zwischen Vollautomatisierung

und der manuellen Kabelkonfektionierung

und setzt einen neuen Meilenstein. Während deren Bedienung

in erster Linie durch angelernte Mitarbeiter erfolgt, konzentrieren

sich qualifizierte Fachkräfte tagtäglich mit ihrem Innovationsgeist

auf die Entwicklung neuer, vielversprechender Projekte.

Für Mitarbeiter, Auszubildende und Studenten bedeutet

das eine noch größere Spannbreite an Möglichkeiten. Im Rahmen

der Messe productronica 2019 konnte Zoller + Fröhlich

mit der AM 04 Duomatic den productronica Innovation Award

gewinnen. Der Award prämiert in sechs Kategorien die innovativsten

Produktneuheiten und Fertigungsverfahren am Markt.

Ausbildung bei Zoller + Fröhlich

gen zu entwickeln. Die Innovationskultur ist im Ausbildungskonzept

fest verankert. Außerdem werden die Ideen aller Mitarbeiter

gehört und bewertet. Eine solide Ausbildung soll den

Grundstein für eine gute Zukunft legen, darauf legt Zoller +

Fröhlich großen Wert. Das Unternehmen setzt darauf, junge

Menschen bestmöglich auf das Berufsleben vorzubereiten –

und im Idealfall eine anschließende Festanstellung im eigenen

Haus anzubieten. Aktuell sind 35 junge Menschen in verschiedenen

Bereichen in Ausbildung. Das sind die Fachkräfte von

morgen – und qualifizierte Mitarbeiter, die das Unternehmen

bereits in vielen Bereichen kennengelernt haben. So können

sie nahtlos von der Ausbildung ins Berufsleben wechseln.

Zoller + Fröhlich GmbH

Simoniusstra0e 22 · 88239 Wangen im Allgäu

Tel. +49 7522 9308-0

www. zofre.de · www.zf-laser.com

info@zofre.de · info@zf-laser.com

Doch wie entstehen überhaupt Innovationen bei Zoller +

Fröhlich? Es werden viele junge Menschen ins Unternehmen

geholt, die auch Zeit bekommen, zu tüfteln und neue Lösun-


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LANDKREIS RAVENSBURG

Wirtschaftsstandort

45

Ein vertrauensvoller Partner

für Unternehmer und Bewerber

Schmieder GmbH

Gute Leute in gute Firmen – Schmieder bringt seit über 30 Jahren die

richtigen Menschen in die richtigen Unternehmen. Nur eine Bewerbung reicht, um vom großen

Schmieder-Netzwerk mit mehr als 300 Partnerunternehmen zu profitieren.

Wenn auf der einen Seite Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter

und auf der anderen Seite Bewerber einen attraktiven Arbeitsplatz

suchen, dann kommt die Schmieder GmbH als Vermittler ins

Spiel. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung bringen die zertifizierten

Personalvermittler der Region Bodensee-Oberschwaben geeignete

Kandidaten mit Top-Unternehmen zusammen.

„Auf der Suche nach einer beruflichen Herausforderung oder

beim Einstieg in die Arbeitswelt – bei uns sind Bewerber immer

richtig“, betont Geschäftsführer Florian Schmieder. „Denn viele vakante

Positionen werden heute gar nicht mehr öffentlich ausgeschrieben.

Wir sind nah am Arbeitsmarkt, weil viele unserer Partnerunternehmen

ihr Personal ausschließlich über uns suchen.“

Die Vorteile einer Bewerbung bei Schmieder liegen auf der

Hand – für die Bewerber und für die Unternehmen. Erfahrene Personaldisponenten

betreuen und beraten die Bewerber individuell

und gleichen deren Profil mit offenen Stellen ab. Anschließend

unterbreiten sie dem Unternehmer eine Auswahl geeigneter Kandidaten,

die fachlich und persönlich zum Unternehmen passen.

Außerdem unterstützt die Firma Schmieder ihre Kunden im Rahmen

der Zeitarbeit mit Arbeitskräften, wenn kurzfristig ein erhöhter

Personalbedarf besteht oder für eine begrenzte Zeit „Lücken“

im Personal geschlossen werden müssen. In mehr als 80 Prozent

der Fälle entwickelt sich daraus ein festes Arbeitsverhältnis.

Darüber hinaus ist Schmieder in weiteren Geschäftsfeldern

aktiv. So übernimmt die Schmieder KKM GmbH & Co.KG im Auftrag

der Unternehmen serviceorientierte Dienstleistungen im Bereich

Kunden-Kontakt-Management. Dazu zählen die Bestelldatenannahme

auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten, eine

fachlich kompetente Telefonhotline, Betreuung des Frontoffice

mit klassischen Empfangstätigkeiten und die Reisekostenabrechnung.

Auch Übersetzungen und Sprachmanagement gehören

zum Leistungsspektrum von Schmieder. Die Schmieder Übersetzungen

GmbH übersetzt in alle Sprachen der Welt und managt

dank modernster Translation-Memory-Systeme die gesamte Unternehmenskommunikation

im Ausland.

Schmieder GmbH

Schussenstraße 14

88273 Fronreute

Tel. +49 7502 94490

www.schmiedergmbh.de

Alle Stellenangebote sind auf der Homepage aufgeführt.

Hier können sich Jobsuchende direkt bewerben:

www.stellen.schmieder-personal.de

Die Personalvermittler der Region Bodensee-Oberschwaben.

Geschäftsführer Florian Schmieder


46 Bildungsregion LANDKREIS RAVENSBURG

Bildungsregion Ravensburg

Impulsgeber in Sachen Bildung

„Für die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf.“ Was in diesem Sprichwort zum

Ausdruck kommt, beschreibt das Bildungsverständnis in der Bildungsregion Ravensburg: Vielfältigkeit,

Durchgängigkeit, Qualität, bereichsübergreifende Koordinierung, flächendeckende

Angebote, Multiprofessionalität und enge Zusammenarbeit sind die entscheidenden Stichworte.

Bildungsverständnis in der

Bildungsregion Ravensburg:

Vielfältigkeit, Durchgängigkeit,

Qualität, bereichsübergreifende

Koordinierung, flächendeckende

Angebote, Multiprofessionalität

und enge Zusammenarbeit

Was 2006 im Landkreis Ravensburg modellhaft für Baden-

Württemberg entstand, nämlich die Gründung einer Bildungsregion

als eine staatlich-kommunale Verantwortungsgemeinschaft,

ist inzwischen ein stabiles und allgemein anerkanntes

Programm im ganzen Bundesland. Das Regionale Bildungsbüro

im Landratsamt Ravensburg als „Geschäftsstelle“ der Bildungsregion

Ravensburg ist seitdem Impulsgeber für unterschiedliche

Entwicklungen in der regionalen Bildungslandschaft.

Hier werden zentrale Koordinierungsaufgaben verschiedener

Bildungsangebote zur Sprachförderung sichergestellt und Projekte

der Berufsorientierung an Schulen umgesetzt. Das Bildungsbüro

ist bei vielen Bildungsthemen Initiator und Moderator

übergreifender Netzwerkaktivitäten und Projekte.

Regelmäßig werden im Regionalen Bildungsbüro auch die Bildungsberichte

für den Landkreis erstellt.

Beauftragt durch die Regionale Steuergruppe – bestehend

aus Vertretern/innen der Stadt- und Gemeindeverwaltungen,

des Staatlichen Schulamts Markdorf, des Regierungspräsidiums

Tübingen, Schulleitern und des Landratsamtes – ist das

Regionale Bildungsbüro in unterschiedlichen Handlungsfeldern

aktiv. Diese sind: Abbau von Bildungsbenachteiligungen,

Förderung der Sprachbildung und Integration, Gestaltung guter

Übergänge, vor allem von der Kita in die Schule und von der

Schule in den Beruf, Förderung der Unterrichtsentwicklung in

allen Schularten, Unterstützungsangebote zum Schulmanagement

und zur Schulsozialarbeit sowie außerschulische und kulturelle

Bildung.

Die Bildung in der digitalen Welt ist das Bildungsthema, bei

dem schon jetzt und in Zukunft wichtige und übergreifende

Impulse, Projekte und Angebote des Regionalen Bildungsbüros

gefragt sind. Dabei nutzt das Regionale Bildungsbüro als

Einrichtung des Landkreises seine einmalige Möglichkeit, über

Schularten, Altersgruppen, Bildungsformen sowie Träger- und

Angebotslandschaft hinweg zu initiieren, zu vernetzen, zu koordinieren

und zu moderieren. Mit den Initiativen, die vom Bildungsbüro

heraus in die Bildungsregion streuen, werden sowohl

Kinder und Jugendliche, Eltern, pädagogische Fach- und

Führungskräfte in den Bildungseinrichtungen, Verantwortliche

in den Kommunen als auch Vertreter der Wirtschaft und der

Kammern erreicht.

www.rv.de/KR


LANDKREIS RAVENSBURG

Bildungsregion

47

Berufliche Schulen des Landkreises

Für die Zukunft der Jugend

Wer heute im Arbeitsprozess bestehen will, muss sich durch fachliche Qualifikation, umfassendes

Wissen und berufliches Können auszeichnen. Dieses Rüstzeug soll unsere Jugend vor allem

durch eine gute Ausbildung in den beruflichen Schulen erhalten.

Eine Schule kann aber Ausbildung nur so fortschrittlich gestalten,

wie Lehr- und Lernmittel es erlauben. Gut ausgestattete

Räume und Maschinen auf dem neuesten Stand der Technik

sind deshalb Grundvoraussetzung für eine zeitgemäße Ausbildung.

Der Kreistag hat diesem Umstand Rechnung getragen

und mit dem Investitionsprogramm „Schulbauprogramm

2020-2040“ die finanziellen Voraussetzungen für die Sanierung

und Modernisierung der kreiseigenen Schulgebäude geschaffen,

damit die Beruflichen Schulen an den vier Standorten im

Landkreis (Ravensburg, Aulendorf, Leutkirch im Allgäu und

Wangen im Allgäu) auch künftig eine aktuelle, breit angelegte

Ausbildung auf dem neuesten Stand der Technik in modernen

Gebäuden anbieten können. In den kommenden 15 bis 20 Jahren

sollen die Gebäude der kreiseigenen Schulen grundlegend

saniert sowie die Schulräume und Werkstätten für den zukünftigen

Bedarf ausgestattet werden. Dazu wurden zunächst die

Raumprogramme für die Schulstandorte aktualisiert und die

Schulliegenschaften eingehend analysiert. Auf dieser Basis hat

der Landkreis zusammen mit den Schulen einen Maßnahmenkatalog

entwickelt, der rund 60 Einzelmaßnahmen mit einem

Gesamtvolumen von bis zu 300 Millionen Euro umfasst.

Gerade die Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg bieten

wie kaum eine andere Schulform zahlreiche Möglichkeiten,

auf verschiedenen Wegen den angestrebten Bildungsabschluss

zu erreichen. Aktuell können beispielsweise in 16 verschiedenen

Fachrichtungen Ausbildungsberufe erlernt werden; das

Spektrum reicht dabei von der Elektro- und Metalltechnik über

das Gesundheitswesen bis zum kaufmännischen Bereich und

der Landwirtschaft. Auch im Vollzeitbereich gibt es ein breit gefächertes

und zugleich dezentrales Angebot. An den Standorten

in Ravensburg, Leutkirch im Allgäu und Wangen im Allgäu

können alle Bildungsabschlüsse – vom Hauptschulabschluss

über den Mittleren Bildungsabschluss und die Fachhochschulreife

bis zur Hochschulreife – und in Isny im Allgäu der Mittlere

Bildungsabschluss erworben werden. Die Jugendlichen haben

damit im gesamten Kreisgebiet die Möglichkeit, berufsbegleitenden

Unterricht in gut ausgestatteten Schulen zu besuchen.

Aber nicht nur für die geistige Ertüchtigung der Schüler bietet

der Landkreis ideale Bedingungen; auch der Sport kommt in

den beruflichen Schulen nicht zu kurz.

www.rv.de/KR

Edith – Stein – Schule Aulendorf und Ravensburg

Kompetenzzentrum Soziales West

Sozialwissenschaftliches Gymnasium Profil Sozial und Gesundheit

Berufskolleg Sozialpädagogik

Kreisweites Kompetenzzentrum Gesundheit

Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen (zum Beispiel Kaufleute im

Gesundheitswesen med. Fachangestellte, zahnmed. Fachangestellte)

Berufsfachschule Gesundheit und pflegen, Haus- und Familienpflege

Berufskolleg Ernährung und Erziehung, Gesundheit und Pflege

Kreisweites Kompetenzzentrum Ernährung und Hauswirtschaft

Ernährungs- und biotechnologisches Gymnasium Berufsfachschule

Hauswirtschaft und Ernährung

Humpisschule Ravensburg

Kompetenzzentrum Handel und Kaufleute West

Wirtschaftsgymnasium Ausbildungsberufe (Kaufmann Lager Logistik,

Steuerwesen, Spedition, Tourismus, Einzel- und Großhandel,

Industrie, Verwaltung und Kurierdienste) Berufskolleg

Gewerbliche Schule Ravensburg

Kompetenzzentrum Gewerbe West

Technisches Gymnasium (3- und 6- jähriges) Ausbildungsberufe

(Metall-, Elektro-, Fahrzeug-, Holz-, Druck- und Farbtechnik, Friseur)

Berufskolleg Meisterschule für Schreiner und Tischler

Gesundheitsakademie Bodensee – Oberschwaben GmbH

in Weingarten

Gesundheit und Pflege

Bachelor Pflege – Ausbildungsintegrierter Studiengang Pflege

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in

Operationstechnische/r Assistent/in (OTA) Anästhesietechnische/r

Assistent/in (ATA)

Berufliche Schulen des

Landkreises Ravensburg

im Überblick

Geschwister-Scholl-Schule Leutkirch

Kompetenzzentrum Gewerbe Allgäu

Technisches Gymnasium Profil Mechatronik, GMT, Informationstechnik

Ausbildungsberufe (Metall-, Fahrzeug- und Bautechnik) Berufsfachschule

Elektro (Grundstufe) und Elektro- und Metalltechnik (zur

Fachschulreife führend)

Kompetenzzentrum Soziales Allgäu

Sozialwissenschaftl. Gymnasium Profil Sozial Berufskolleg

Sozialpädagogik

Kreisweites Kompetenzzentrum Pflege

Berufsfachschule Altenpflege und Altenpflegehilfe, Gesundheit und

Pflege (zur Fachschulereife führend) Fachschule mit Schwerpunktleitung

und Pflege- und Funktionseinheit, Gerontopsychiatrie

Berufliches Schulzentrum Wangen und Isny

Gewerbe

Technisches Gymnasium Profil Technik/Management und Umwelttechnik

Ausbildungsberufe in Holztechnik Berufsfachschule Elektround

Metalltechnik (Grundstufe)

Kompetenzzentrum Handel und Kaufleute Allgäu

Wirtschaftsgymnasium Ausbildungsberufe (Bankkaufmann, Einzelund

Großhandel, Industrie) Berufskolleg

Kreis zweites Kompetenzzentrum Land- und Milchwirtschaft

Agrarwissenschaftliches Gymnasium Ausbildungsberufe mich

Technologie und Agrarwissenschaft Berufsfachschule Zusatzqualifikation

Agrar

Krankenpflegeschule Wangen

Pflege

Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin


48 Bildungsregion LANDKREIS RAVENSBURG

Pflegeschule Wangen

Fachwissen und soziale Kompetenz

Die Pflege kranker Menschen ist ein anspruchsvoller und vielseitiger Beruf und umfasst die

Pflege von Menschen aller Altersgruppen. Bei der Arbeit für und mit gesunden und kranken

Menschen werden hohe Ansprüche an das Fachwissen und die soziale Kompetenz gestellt.

Pflegefachkräfte sind erste Ansprechpartner der Patienten

und unentbehrlich für die Ärzte. Sie verantworten die Pflege der

Patienten/innen, assistieren bei Untersuchungen und übernehmen

Verwaltungsaufgaben. Das Spektrum der Einsatzbereiche

reicht von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bis hin

zum ambulanten Pflegedienst.

Die Pflegeschule des Landkreises hat ihren Sitz in Wangen

im Allgäu. Sie bietet 90 Ausbildungsplätze, verteilt auf vier Kurse.

In Anlehnung an das duale Ausbildungssystem findet die Ausbildung

in Theorie- und Praxisblöcken statt, dauert drei Jahre

und schließt mit einem Examen ab. Sie erfolgt am Westallgäu-

Klinikum der Oberschwabenklinik in Wangen im Allgäu und an

den Fachkliniken Wangen des Klinikverbundes Waldburg-Zeil.

Einsatzorte sind alle Fachbereiche der kurativen, stationären

Versorgung: Innere Medizin, Geriatrie, Neurologie, Chirurgie, Gynäkologie,

Pädiatrie, Wochen- und Neugeborenenpflege. Zudem

erfolgen externe Einsätze in den Bereichen der rehabilitativen

und palliativen Pflege sowie in der stationären

Langzeitpflege, der ambulanten Pflege und der Psychiatrie. Die

Auszubildenden haben weiterhin die Möglichkeit, einen vierwöchigen

Auslandseinsatz zu absolvieren.

Der theoretische Unterricht beinhaltet über das rein Fachliche

hinaus auch mehrtägige Seminare, etwa im Bereich „Teambildung“

oder „Begleitung in Krisensituationen und in der Endphase des Lebens“.

So werden Eigenverantwortung und soziale Kompetenz der

Auszubildenden gefördert. Exkursionen in verschiedene Einrichtungen

des Gesundheitswesens ermöglichen zudem immer wieder

Einblicke in das weite Feld der beruflichen Praxis.

Sowohl die Planung als auch die Durchführung der Ausbildung

erfolgt durch die Schule und in enger Zusammenarbeit

mit den Kliniken. Träger der Schule ist der Eigenbetrieb IKP des

Landkreises Ravensburg.

www.pflegeschule-wangen.de


Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule

Wangen

bietet 90 Ausbildungsplätze.

In Anlehnung an das duale

Ausbildungssystem findet

die Ausbildung in Theorieund

Praxisblöcken statt.


LANDKREIS RAVENSBURG

Bildungsregion

49

Gesundheitsakademie

Bodensee-Oberschwaben

Fachkräfte für eine Zukunftsbranche

Qualifikation und Qualität sind untrennbar miteinander verbunden. Was unser Gesundheitswesen

zu leisten vermag, hängt entscheidend vom Können seiner Beschäftigten ab. Eine

fundierte Ausbildung ist wichtig, aber längst noch nicht alles.

Beschäftigte in den Gesundheitseinrichtungen müssen ihr

Wissen ständig auf der Höhe der Zeit halten und offen sein für

den Fortschritt in Medizin und Pflege. Die Gesundheitsakademie

Bodensee-Oberschwaben in Weingarten ist eine im weiten

Umkreis gefragte Bildungseinrichtung speziell für die Gesundheitsberufe.

Sie bietet beide Säulen der beruflichen

Bildung, sowohl die Ausbildung – einschließlich der Möglichkeit

zum ausbildungsintegrierten Studium – als auch die Fortund

Weiterbildung.

Die beiden Gesellschafter der Akademie, die Oberschwabenklinik

gGmbH (Anteil: 74,8 %) und die Klinikum Friedrichshafen

GmbH (25,2 %), stellen sich einer der Zukunftsaufgaben

des Gesundheitswesens schlechthin. Fachkräfte sind gefragt

wie noch nie. Der hohe Stellenwert zeigt sich an der Liste der

kooperierenden Einrichtungen. Die Kliniken in den Landkreisen

Biberach, Sigmaringen, Alb-Donau, Konstanz und Oberallgäu

gehören genauso dazu wie das Klinikum Memmingen, das

Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg, die Waldburg-Zeil

Kliniken, die Asklepios-Klinik Lindau oder die Helios-Klinik in

Überlingen. Dazu kommen viele ambulante Dienste und Sozialstationen.

Rund 3.000 Teilnehmer/innen besuchen alljährlich die Seminare

des Fortbildungsprogramms. Großen Raum nimmt seit

Gründung der Akademie im Jahre 2009 das Fachwissen rund

um die Pflege ein: Wundmanagement, Hygiene, Schmerzmanagement,

Palliative Care und die Praxisanleiter-Weiterbildung

sowie Intensivpflege, Notfallpflege und Intermediate Care sind

hier in erster Linie zu nennen. Ethik, Recht, Kommunikation, Beratung

und vor allem die Persönlichkeitsbildung sowie pädagogische

Themen sind weitere Gebiete. Die Akademie veranstaltet

Kurse für Führungsaufgaben im Gesundheitswesen. Die

Resonanz ist hervorragend. Fast täglich brennt bis spätabends

das Licht in den Räumen in der Hähnlehofstraße 5 in Weingarten.

Tagsüber prägen junge Menschen das Bild. Die Akademie

unterrichtet rund 400 Schüler/innen im theoretischen Teil ihrer

Berufsausbildung. Insgesamt 2.100 Unterrichtsstunden verbringen

sie im Laufe ihrer dreijährigen Ausbildung an der Akademie.

Hinzu kommen 2.500 Stunden Praxis. Ab 2020 gilt in der

Pflegeausbildung ein neuer generalistischer Ansatz. Die praktische

Ausbildung umfasst dann alle Felder der Pflege. Pflegeschüler/innen

der Kliniken absolvieren künftig auch Praxisphasen

in Altenheimen oder bei Pflegediensten. Für die

Gesundheitsakademie geht die generalistische Pflegeausbildung

einher mit einem noch höheren Organisationsbedarf.

Die meisten Auszubildenden streben mit ihrem Examen

nach der dreijährigen Berufsausbildung eine Tätigkeit als Pflegefachkraft

an. Wer die Pflegeausbildung mit einem Studium

kombinieren will, liegt beim Bachelor „Pflege“ richtig. Das viereinhalbjährige

Studium mit integrierter beruflicher Ausbildung

bietet die Akademie in Kooperation mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten

an. Die einjährige Ausbildung zur Gesundheits-

und Krankenpflegehilfe stellt einen niederschwelligen

Einstieg in die Gesundheitsberufe dar. Neben den

Pflegeberufen werden Operationstechnische Assistenten (OTA)

und Anästhesietechnische Assistenten (ATA) unterrichtet. Diese

Spezialisten/innen sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt.

In der Gesundheitsakademie sind die Zukunftsthemen zu

Hause. Wer seine Chancen in den Gesundheitsberufen sucht,

ist hier an der richtigen Adresse. Und danach auf dem Arbeitsmarkt

hoch willkommen.

www.ga-gesundheitsakademie.de


50 Bildungsregion LANDKREIS RAVENSBURG


Standortfaktor Hochschulen

Der Landkreis Ravensburg verfügt mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten,

der Pädagogischen Hochschule Weingarten und der Dualen Hochschule

Baden-Württemberg Ravensburg über hervorragende tertiäre Bildungseinrichtungen.

Die hier aus- und weitergebildeten jungen Menschen bleiben der

Region oftmals treu, sie schätzen ihre Vorzüge und finden einen entspannten

Arbeitsmarkt mit qualifizierten Stellen vor.


LANDKREIS RAVENSBURG

Bildungsregion

51

Berufliche Fortbildung

Fachschule für Landwirtschaft

Die Fachschule für Landwirtschaft des Landkreises versteht sich als Unternehmerschule und

vermittelt entsprechende Fähigkeiten und Kenntnisse. Sie ist unterteilt in die Fachrichtungen

Landbau am Standort in Ravensburg und Hauswirtschaft an den Standorten in Bad

Waldsee und Leutkirch im Allgäu.

Fachrichtung Landbau

Die an der Fachschule vermittelten beruflichen Qualifikationen

orientieren sich sehr eng an den Erfordernissen der beruflichen

Praxis. Im Rahmen der 30-monatigen Fortbildung (drei

Winter- und zwei Sommerhalbjahre) werden die Studierenden

auf ihre Tätigkeit als Unternehmer und Betriebsleiter vorbereitet.

Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis und die direkte Anwendung

der gelehrten Inhalte auf die eigenen Betriebe stellen

dabei ein Alleinstellungsmerkmal der Fachschulen für Landwirtschaft

dar. Neben produktionstechnischen und ökonomischen

Kompetenzen gewinnt die Vermittlung ökologischer, landschaftspflegerischer

und sozialer Kompetenzen sowie die Förderung

des unternehmerischen Denkens und Handelns an Bedeutung.

Der erfolgreiche Fachschulbesuch führt zum Abschluss

„Staatlich geprüfte Wirtschafterin oder Staatlich geprüfter Wirtschafter

für Landbau“ und ist unter anderem Voraussetzung für

eine einzelbetriebliche Agrarinvestitionsförderung (AFP). Voraussetzung

für die Aufnahme ist der Abschluss im Ausbildungsberuf

Landwirt oder in einem der Landwirtschaft förderlichen

Berufe (sog. Quereinsteiger) in Verbindung mit einer nachzuweisenden

Praxiszeit (Berufserfahrung). Der Unterricht erfolgt in enger

Verzahnung mit der Vorbereitung auf die Meisterprüfung.

Der Einzugsbereich der Fachschule umfasst den Landkreis

Ravensburg und reicht darüber hinaus bis nach Bayern, in den

Bodenseekreis und einen Teil des Landkreises Sigmaringen. Im

Regierungsbezirk Tübingen gibt es für die Fachrichtung Landbau

neben Ravensburg noch einen weiteren Standort in Biberach

sowie eine Technikerschule für Landwirte (Vollzeit) in Sigmaringen.

Landesweit gibt es neun Fachschulstandorte im

Bereich Landbau.

Fachrichtung Hauswirtschaft

Die Fachschule mit der Fachrichtung Hauswirtschaft führt zur

Berufsabschlussprüfung „Staatlich geprüfte/-r Wirtschafter/-in

der Hauswirtschaft“. Damit eng verzahnt schließt sich die Vorbereitung

zur Meister/innenprüfung in der Hauswirtschaft an, sodass

die Studierenden innerhalb von zwei Jahren den Meisterbrief

erwerben können. Meister/innen der Hauswirtschaft sind in

Altenpflegeheimen, Tagungshäusern, Einrichtungen für Kinder

und Jugendliche oder Menschen mit Handicap, in Kurklinken, in

der Gastronomie und Hotellerie oder in gehobenen Privathaushalten

in verantwortlichen und leitenden Positionen in der Hauswirtschaft

tätig. Zulassungsvoraussetzungen sind die Berufsabschlussprüfung

in der Hauswirtschaft oder in einem anderen

verwandten Beruf sowie der Nachweis von einschlägiger Berufserfahrung.

Der Unterricht erfolgt als Teilzeit-Ausbildung mit zwei

Schultagen pro Woche, die Ausbildung ist also berufsbegleitend

möglich. Die Unterrichtsfächer sind Unternehmensführung und

Betriebswirtschaftslehre, Hauswirtschaftliche Versorgungs- und Betreuungsleistungen,

Betriebliche Kommunikation und Einkommenskombinationen.

Für die Meister/innenprüfung kommen noch

die Fächer Berufsausbildung und Mitarbeiter/innenführung hinzu.

Berufliche Qualifizierung zum/zur Hauswirtschafter/in

Die Qualifizierung zum/zur Hauswirtschafter/in nach § 45

Abs. 2 BBiG am Standort in Leutkirch im Allgäu richtet sich an

Frauen und Männer mit hauswirtschaftlicher Erfahrung in Familie

und Beruf. Der Unterrichtsbeginn ist jeweils im September. Im

Juli des darauffolgenden Jahres wird die Prüfung zum/zur staatlich

geprüfte/n Hauswirtschafter/in abgelegt. Die Unterrichtszeiten

sind jeweils donnerstags.

Hauswirtschafter/innen sind Profis im Bereich Haushaltsmanagement,

ausgewogene Ernährung, Vorratshaltung, Textil- und

Raumpflege sowie Raumgestaltung. Sie passen die Betreuung

und Versorgung auf die Bedürfnisse und Ansprüche von Menschen

in den unterschiedlichen Lebenslagen an.

www.rv.de/fachschule-landwirtschaft


52 Bildungsregion LANDKREIS RAVENSBURG

Sonderpädagogische

Bildungs- und Beratungszentren

Geistig behinderte Kinder mit ihren besonderen Lernvoraussetzungen sollten so früh wie

möglich sonderpädagogisch gefördert werden. Kompetente Gesprächspartner/innen können

hier den betroffenen Eltern in ihrer schwierigen Situation eine wichtige Hilfe sein.

Die beiden Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren

(mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung)

des Landkreises, die Martinusschule in Ravensburg und die Albert-Schweitzer-Schule

in Kißlegg, sind solche Partner im

Landkreis Ravensburg. Insgesamt werden hier rund 200 Kinder

und Jugendliche betreut.

Die Schulen bieten Beratungsstellen für Frühförderung an,

die sich um behinderte und entwicklungsverzögerte Kinder bis

zu sechs Jahren kümmern, und arbeiten mit Fachärzten/innen,

Universitätskliniken und anderen Spezialeinrichtungen zusammen.

Werden behinderte oder von einer Behinderung bedrohte

Kinder in allgemeine Kindergärten aufgenommen, werden

sie auf Wunsch sonderpädagogisch begleitet. Der Schulkindergarten

wird von entwicklungsverzögerten und geistig behinderten

Kindern ab dem dritten Lebensjahr besucht. Dort werden

sie in kleinen Gruppen spielerisch in allen Bereichen ihrer

Persönlichkeit gefördert.

Mit dem sechsten Lebensjahr beginnt für jedes Kind die

Schulpflicht, die im Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum

jeweils drei Jahre für den Besuch der Grundund

Hauptschulstufe vorsieht. Im Anschluss daran besuchen

die Jugendlichen mindestens drei Jahre die Berufsschulstufe.

Im Rahmen der Inklusion ist es das Ziel, einen Übergang in den

allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Gleichzeitig wechseln

aber natürlich viele der Schüler/innen nach wie vor in eine

Werkstatt für behinderte Menschen.

Soweit es die Fertigkeiten erlauben, wird in Zusammenarbeit

mit Fachdiensten und der Agentur für Arbeit versucht, sie

in den allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern. Beide Schulen

stellen sich der Herausforderung, Kinder mit und ohne Behinderung

gemeinsam zu unterrichten. Eine enge Zusammenarbeit

mit Nachbarschulen, Therapeuten, ärztlichen Diensten,

Freizeiteinrichtungen der Lebenshilfe, Werkstätten und Wohnheimen,

Integrationsfachdienst, Beratungsstellen, Gesundheitsamt

und Jugendamt, aber auch mit Ausbildungsstellen für

unterschiedliche pädagogische Berufe sowie Fortbildungseinrichtungen

gestalten das Schulleben lebendig und lassen die

Kinder gebender und nehmender Teil einer allgemeinen pädagogischen

Bemühung und Entwicklung sein.

www.martinusschule-rv.de

www.ass-kisslegg.schule

Die Martinusschule in Ravensburg

und die Albert-Schweitzer-Schule

in Kißlegg stellen

sich der Herausforderung,

Kinder mit und ohne

Behinderung gemeinsam zu

unterrichten.


LANDKREIS RAVENSBURG

Bildungsregion

53

Medienzentrum des Landkreises

Medienkompetenz vor Ort

Im Zeitalter der Digitalisierung haben die audio-visuellen Medien eine wichtige bildungs- und

gesellschaftspolitische Bedeutung. Auf diese sich ständig verändernden Anforderungen stellt

sich das Kreismedienzentrum Landkreis Ravensburg immer wieder aufs Neue ein.

Das Kreismedienzentrum ist in Fragen der Medienbildung

Ansprechpartner für die Schulen und Bildungseinrichtungen

im Landkreis. Es beschafft die erforderlichen digitalen Unterrichtsmedien

sowie die entsprechenden Produktions- und Präsentationsgeräte,

stellt diese bereit und erfüllt in Schulungen

die damit verbundenen Aufgaben. Zusätzlich begleitet das

Medienzentrum bei der Medienentwicklungsplanung.

Medienbildung bedarf sicherer, urheberrechtlich unbedenklicher

Medien, die möglichst genau auf die Bildungsplaninhalte

abgestimmt sind. Damit diese von Pädagogen nicht

selbst zusammengesucht werden müssen, stellt das Medienzentrum

Bildungsmedien und Unterrichtsmaterialien in seiner

Online-Mediathek zur Verfügung. Der Medienpool wird ständig

überprüft, erweitert und aktualisiert. Die Bildungsmedien

orientieren sich an den Lehrplänen. Damit ist sichergestellt,

dass der medial gestützte Unterricht im Landkreis stets aktuell,

fachlich richtig und altersgemäß ist.

Im Geräteverleih des Medienzentrums erhalten die Nutzer/

innen Geräte von A wie Audio bis Z wie Zubehör: Laptops, Tablets,

Smartphones, Wildkamera, Wärmebildkamera, Beamer,

Leinwände, Mikrofone, Headsets und vieles mehr. Die Techniker/

innen unterstützen sie gerne im Vorfeld bei Neuanschaffungen

und beim Einsatz von technischen Geräten im Bildungsbereich.

Das Lernen mit und über Medien prägt den zeitgemäßen

Unterricht. Deshalb bilden Schulnetz- und Medienpädagogische

Berater am Medienzentrum einen weiteren Schwerpunkt.

Diese beraten und begleiten Schulen sowie Schulträger aller

Schularten im Landkreis in der Medienentwicklungsplanung,

zu medienpädagogischen Fragestellungen, zur Neueinrichtung

und Konfiguration von Schulnetzwerken sowie zum Umbau

vorhandener pädagogischer Schulnetze.

Im Wissen, dass Medienverleih ohne Medienpädagogik nicht

zukunftsfähig ist, bietet das Medienzentrum im technisch gut

ausgestatteten Seminarraum regelmäßig Schulungen und Vorträge

zu unterschiedlichen Themen für wechselnde Zielgruppen

an. Aktuelle Informationen dazu finden sich auf der Homepage.

Im Wissen, dass Medienverleih ohne Medienpädagogik

nicht zukunftsfähig ist, bietet

das Medienzentrum im technisch gut ausgestatteten

Seminarraum regelmäßig Schulungen

und Vorträge zu unterschiedlichen

Themen für wechselnde Zielgruppen an.

Hörbücher, Musicals, Spiele und vieles mehr. Über die Homepage

des Kreismedienzentrums kann im reichhaltigen Angebot

online recherchiert werden. Die Schulbibliothek steht allen

Schüler/innen der Kreisschulen, Referendaren/innen, Studierenden

der pädagogischen Hochschule und allen Mitarbeitenden

von Bildungseinrichtungen im Landkreis kostenlos zur

Verfügung. Das Dienstleistungsangebot gilt nicht nur für Schulen,

sondern auch für Vereine und Organisationen der Bildungsarbeit.

www.kreismedienzentrum.de

Das Angebot wird durch die angeschlossene Schulbibliothek

abgerundet. Sie bietet ein umfangreiches Buch- und Zeitschriftenangebot

zu allen Schulfächern sowie Fachliteratur,


54 Bildungsregion LANDKREIS RAVENSBURG

Projekt Digitalisierung von

Schule und Unterricht

Gut gerüstet in die digitale Zukunft

Den beruflichen Schulen wie auch den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren

im Landkreis Ravensburg kommt eine wichtige Aufgabe zu: Sie bereiten junge Menschen auf

das (Berufs-)Leben in einer sich ständig verändernden Gesellschaft vor.

Ganz wesentliche Veränderungen ergeben sich aus der zunehmenden

Digitalisierung der Arbeitswelt, die in allen Branchen

unaufhaltsam voranschreitet. Diese Entwicklung bildet

sich auch in den kreiseigenen Schulen ab, denn der Landkreis

legt einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Digitalisierung

von Schule und Unterricht. So werden die Schüler/innen bestens

auf die künftigen Herausforderungen im immer digitaler

werdenden beruflichen Alltag vorbereitet.

Diese Verantwortung nimmt der Landkreis Ravensburg

nicht nur gegenüber den jungen Menschen wahr. In Zeiten

großen Fachkräftemangels müssen auch die Ausbildungsbetriebe

in der Region darauf vertrauen können, dass sich das

Angebot der kreiseigenen Schulen an den Bedürfnissen der

regionalen Wirtschaft orientiert und den digitalen Wandel parallel

vollzieht. Dafür müssen die Schulen zeitgemäß modernisiert

und ausgestattet werden. Das erfolgt zum einen im Rahmen

des vom Kreistag im Jahr 2019 verabschiedeten

Schulbauprogramms 2020 - 2040. Einen weiteren Baustein des

umfangreichen Modernisierungsprozesses stellt das Projekt

„Digitalisierung von Schule und Unterricht“ dar, das im Zuge

der bundesweiten Digitalisierungsoffensive „DigitalPakt Schule“

ebenfalls 2019 auf den Weg gebracht wurde.

Förderprogramm DigitalPakt Schule

Der Landkreis Ravensburg hat bereits in den vergangenen

Jahren die erforderlichen Mittel gestellt und kontinuierlich in

die technische und digitale Ausstattung an seinen Schulen investiert.

Entsprechend hat die Nutzung digitaler Medien in den

Unterricht längst Einzug gehalten und wird bereits vielfach im

Unterricht praktiziert. Aus dem Förderprogramm „DigitalPakt

Schule“, das Bund und Länder im Mai 2019 aufgelegt haben, erwartet

der Landkreis in den kommenden Jahren rund 4,5 Millionen

Euro Zuwendungen für die Schulen in seiner Trägerschaft.

Diese Fördermittel fließen vor allem in Maßnahmen für den Aufbau

und die Stärkung der IT-Infrastruktur sowohl innerhalb der

Schulen als auch gleichermaßen von außen kommend. Denn

eine ausreichende Breitbandanbindung ist heutzutage unerlässlich

für den Einsatz digitaler Lehrtechniken – zumal davon

auszugehen ist, dass sich der Digitalisierungsprozess weiterhin

beschleunigen und immer neue Anforderungen mit sich bringen

wird.

Konkret bedeutet das für die Schulen des Kreises, dass in

absehbarer Zeit jedes Klassenzimmer mit schnellem, leistungsfähigem

Internet versorgt sein wird. Daneben investiert der

Kreis umfangreich in die medientechnische Ausstattung von

Räumen, Lehrkräften sowie Schüler/innen. Sogenannte Tablet-

Klassen, wie sie bereits erfolgreich, aber nur vereinzelt existieren,

haben bald keinen Pilotcharakter mehr, sondern sollen

künftig in allen Schulen zum Standard gehören – eine von vielen

digitalen Entwicklungsperspektiven.

Verantwortlich für die Digitalisierung von Schule und

Unterricht im Landkreis Ravensburg: Simon Rauch,

Claudia Roßmann, Thomas Gabriel (v.l.n.r.)

Dank der Fördergelder aus dem „DigitalPakt Schule“ und

der erheblichen Mittel, die auch seitens der Kreisverwaltung

aufgebracht werden, kann der Landkreis Ravensburg den Prozess

der Digitalisierung an seinen Schulen bis zum Jahr 2024 in

einer konzertierten Aktion einen entscheidenden Schritt

voran bringen und sie damit in jeglicher Hinsicht zukunftsfähig

aufstellen.

www.rv.de/KR


LANDKREIS RAVENSBURG

Energie und Klimaschutz

55

Das Modell der Ravensburger Energieagentur gilt landesweit als vorbildlich

in Sachen Energie und Klimaschutz. Die Dienstleistungen der Energieagenturen

gehen weit über die Energieberatung hinaus: So bietet die

Energieagentur Fortbildungen und Informationsveranstaltungen an und

führt Schulprojekte durch, um Schüler/innen früh für Themen wie

Umweltschutz und Energiesparen zu interessieren.


56 Energie und Klimaschutz LANDKREIS RAVENSBURG

Neuer Schub für die

solare Energiewende

Vom Bodensee bis zum Odenwald – 12 regionale Netzwerke treiben

den Photovoltaikausbau in ganz Baden-Württemberg voran. Ziel ist,

die Hemmnisse beim Photovoltaik-Zubau zu überwinden.

„Gestalten Sie die lokale Energiewende mit! Und profitieren

Sie als Privatperson, Institution, Unternehmen oder Organisation

von den Informationen, den Beratungen und dem regelmäßigen

Wissens- und Erfahrungsaustausch.“ So lautet die Einladung

des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg.

Solaranlagen lohnen sich

Unter Hauseigentümern und Unternehmern kursiert seit

ein paar Jahren die Vorstellung, dass sich Solarstrom vom Dach

nicht mehr rechnet. Energieexperten widersprechen hier eindeutig.

Zwar wurde die Einspeisevergütung für Solaranlagen

seit Beginn des EEG von über 50 Cent pro eingespeister Kilowattstunde

auf nunmehr unter 10 Cent reduziert, im Gegenzug

sind jedoch auch die Kosten der Anlagen in ähnlicher Größenordnung

gesunken. Die Anlagen sind inzwischen so

günstig, dass der Sonnenstrom vom eigenen Dach nur rund

ein Drittel des Stromtarifs vom Energieversorger beträgt. Bei

Hausanlagen sind so bis zu fünf Prozent Rendite pro Jahr möglich.

Von der Balkon-PV bis zur großen PV-Anlage

Das Beratungsangebot richtet sich an alle PV-Interessierten:

vom Mieter mit seiner Balkon-PV, über den Unternehmer

mit 100 kWp bis zur großen Dach- oder Freiflächenanlage im

Megawatt-Bereich. Oberstes Ziel ist es, Informationsdefizite abzubauen.

Neben der Einzelberatung für Bürger, Unternehmen

und Kommunen erfolgt auch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit,

u. a. auf Messen, durch Vorträge und auch größere Veranstaltungen,

z. B. mit der IHK oder der Landwirtschaft. Auch

die Klärung von Fragen bezüglich Vergütung oder Genehmigungen

gehören zum Aufgabenbereich

Solaratlas macht Potenzial der Landkreise sichtbar

Mit bis zu 1.700 Sonnenstunden finden sich in der Region

Oberschwaben ideale Voraussetzungen, um eine PV-Anlage

wirtschaftlich zu betreiben. Eigenverbrauch führt dabei zur Unabhängigkeit

von der Einspeisevergütung: Nutzen Unternehmen

oder Hausbewohner den Strom selbst, muss dieser nicht

extern eingekauft werden. Hierdurch reduziert sich automatisch

die Bindung an Energieimporte und damit verbundene

Strompreisschwankungen. „Selbst erzeugter sauberer Strom

mittels Photovoltaik gilt heute als technisch ausgereift, effi zient

und in jedem Gebäude installierbar“, führt Walter Göppel,

Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg gGmbH, aus.

Das Thema PV-Ausbau ist Teil einer landesweiten „Solaroffensive“.

Nicht nur die Region Bodensee-Oberschwaben, ganz Baden-Württemberg

geht in die „Solaroffensive”. Zwölf regionale


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LANDKREIS RAVENSBURG

Energie und Klimaschutz

57

Netzwerke zielen darauf ab, den Photovoltaikausbau in Baden-

Württemberg voranzutreiben.

Ein tolles Werkzeug für eine erste Einschätzung des

Gebäude potenzials stellt der ganz aktuelle Solaratlas der

Energie agentur dar. Das für die Landkreise Sigmaringen und

Ravensburg bereits frei zugängliche digitale Kartentool beinhaltet

wichtige Informationen zum Solarpotenzial aller Häuser

der genannten Kreise. „Sonnenstrom ist für Hausbesitzer lohnenswert,

CO 2

-neutral, unendlich verfügbar und eine wesentliche

Komponente der Klimawende vor Ort. Es wäre nahezu

fahrlässig, z. B. bei anstehender Haus- und Dachsanierung,

nicht über die Installation einer Solaranlage nachzudenken“,

fordert Walter Göppel. Auch Harald Sievers, Landrat des Landkreises

Ravensburg, ist von dem neuen Solaratlas begeistert:

„Wir stehen voll hinter diesem Projekt. Das verhältnismäßig

leicht erschließbare Photovoltaikpotenzial im Landkreis überzeugt

uns und spornt uns zur Nutzung der Solarenergie an.

Diese Motivation wollen wir mit Hilfe des neuen Solaratlasses

an die Bürger weitergeben.“

Die benutzerfreundliche Oberfläche des Solaratlas und der

Internetseite erleichtern die Nutzung. Dachbesitzer können

über das Onlinetool einfach und kostenlos selbst herausfinden,

ob eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach in Frage

kommt. „Und das lässt sich in den meisten Fällen mit Ja beantworten“,

ergänzt Göppel. Die Solaratlanten für die Landkreise

Sigmaringen und Ravensburg sind online unter www.ea-sig.de/

solaratlas oder www.ea-rv.de/solaratlas verfügbar. Mit Hilfe der

Adresssuche lässt sich das Haus im Solaratlas schnell finden.

Wenige Klicks stellen dem Nutzer Informationen zu möglichen

Kosteneinsparungen durch die Energieerzeugung mit einer

Photovoltaik-Anlage, Investitionskosten, Wirtschaftlichkeit, usw.

zur Verfügung. „Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des

Solaratlas ist die produktneutrale Berechnung der Wirtschaftlichkeit“,

betont Göppel. Sie indiziert, wo und in welcher Größe

PV-Anlagen sinnvoll zu installieren sind. Die Erweiterung auf die

Landkreise Bodenseekreis und Biberach sind geplant.

Das Photovoltaik-Netzwerk Bodensee-Oberschwaben

ist eine Maßnahme im Rahmen der Solaroffensive

des Landes Baden-Württemberg.

Gefördert durch:

PV-Netzwerk Bodensee-Oberschwaben

c/o Energieagentur Ravensburg gGmbH

Zeppelinstraße 16, 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 76470-70

info@energieagentur-ravensburg.de

www.photovoltaik-bw.de/regionale-pv-netzwerke/

bodensee-oberschwaben/

Ravensburg


58 Energie und Klimaschutz LANDKREIS RAVENSBURG

European Energy Award

Klimaschutzmanagement im Landkreis

Der Landkreis Ravensburg erhielt 2016 mit 81,2 von 100 möglichen Punkten den „European

Energy Award (eea)“ in Gold und wurde damit als bester Landkreis in Baden-Württemberg

erfolgreich zertifiziert. 2020 erfolgt das nächste Audit, für das der Landkreis seine Aktivitäten

in den Bereichen Energie und Klimaschutz offenlegt.

Das Forum European Energy Award e. V. zeichnet Landkreise,

Städte und Gemeinden für herausragende Aktivitäten und

Maßnahmen in der kommunalen Energie- und Klimaschutzpolitik

aus. Bundesweit nehmen 34 Landkreise am European Energy

Award teil. Mit den bemerkenswerten 81,2 Prozentpunkten

erhielt der Landkreis beim internationalen Energie- und Klimaschutzwettbewerb

nicht nur die Auszeichnung in Gold, sondern

landete deutschlandweit auf dem zweiten Platz.

Bereits 2008 trat der Landkreis Ravensburg dem Qualifizierungsprozess

des European Energy Award bei und nahm somit

als einer der ersten Landkreise in Deutschland das europaweite

Energie- und Klimaschutzmanagement in Angriff. Seitdem

wurden die Ergebnisse kontinuierlich verbessert. Bei der ersten

Zertifizierung 2010 startete der Landkreis mit einer Erfüllungsquote

von 72 Prozent, im Jahr 2012 erfolgte mit 79,4 Prozent

bereits die Gold-Zertifizierung, die im Jahr 2016 trotz verschärfter

Bewertungskriterien erneut übertroffen wurde. Damit erreicht

der Landkreis Ravensburg im Bereich Energieeffizienz

und Klimaschutz sowohl in Baden-Württemberg als auch im

bundesweiten Vergleich ein Spitzenergebnis. Eine weitere Besonderheit:

22 der insgesamt 39 Städte und Gemeinden im


LANDKREIS RAVENSBURG

Energie und Klimaschutz

59

Landkreis Ravensburg nehmen selbst am eea teil und sind entsprechend

zertifiziert, fünf davon sogar ebenfalls mit der eea-

Auszeichnung in Gold. Somit ist der Landkreis Ravensburg

bundesweit der Landkreis mit der größten eea-Teilnahme.

Die einzelnen Maßnahmen, die während eines Audits vom

Forum European Energy Award e. V. bewertet werden, lassen

sich in die folgenden sechs Handlungsfelder gliedern:

• Entwicklungsplanung und Raumordnung

• Kommunale Gebäude und Anlagen

• Versorgung und Entsorgung

• Mobilität

• Interne Organisation

• Kommunikation und Kooperation

Die Handlungsfelder entsprechen dem Aufbau eines energiepolitischen

Arbeitsprogramms und wurden vom Landkreis

Ravensburg auch in das 2015 von der Kreisverwaltung ausgearbeitete

und vom Kreistag verabschiedete Energie- und Klimaschutzkonzept

übernommen. Insbesondere mit diesem

Konzept und mit dem Radwegenetzkonzept konnte der Landkreis

Ravensburg bei der aktuellen Gold-Zertifizierung punkten.

Des Weiteren wurde eine SWOT-Analyse* für den Landkreis

erstellt, um Stärken und Schwächen in den

Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz

und Energiewende aufzuzeigen. Das im

Zuge des European Energy Awards entstandene

Leitbild des Landkreises Ravensburg zielt

darauf ab, die aktuellen Klimaschutzziele der

Bundesregierung und des Landes Baden-

Württemberg zu übertreffen: Bis zum Jahr

2050 soll der Strom im Landkreis nahezu vollständig

aus erneuerbaren Energien abgedeckt

und dadurch die Treibhausgasemissionen um

80 bis 95 Prozent reduziert werden. Bereits

jetzt konnten die Treibhausgasemissionen im

Landkreis Ravensburg gegenüber dem Jahr

1995 um mehr als 20 Prozent und im Industriebereich

sogar um rund 35 Prozent verringert

werden. Dies ist der höchste Wert in ganz

Baden-Württemberg, und darauf darf der

Landkreis Ravensburg zu Recht stolz sein.

Erfolgreiches Klimaschutzmanagement

Um diesen Zielen gerecht zu werden, bedarf

es eines erfolgreichen Energie- und Klimaschutzmanagements,

das Bedarfe erkennt

und Verbesserungsmaßnahmen umsetzt. Der

European Energy Award

in Baden-Württemberg

Städte und Gemeinden

beteiligt

zertifiziert

gold-zertifiziert

Stadt- und Landkreise

beteiligt

zertifiziert

gold-zertifiziert

Stand 01/2020

Landkreis Ravensburg beschäftigt daher seit Dezember 2016

eine Klimaschutzmanagerin, welche das vom Kreistag im Jahr

2015 beschlossene Energie- und Klimaschutzkonzept sowie

die darin enthaltenen Maßnahmen begleitet. Beispielhaft seien

hier der weitere Ausbau des Radwegenetzes oder das Mobilitätsmarketing

genannt.

Ausblick

Klimaschutz und Energiewende hört nicht an den Kreisgrenzen

auf. Die Energieagentur Ravensburg erstellte 2019 einen

digitalen landkreisübergreifenden Klimaschutzmasterplan

für alle neun OEW-Landkreise, in dem Energieströme, industrielle

Abwärmepotenziale, erneuerbare Energien-Potenziale, Gewerbegebiete,

Wohnraumerweiterungen, Breitbandausbau,

eea-Indikatoren der einzelnen Handlungsfelder usw. abgebildet

werden. Der Klimaschutzmasterplan zeigt Schnittstellen zu

den Städten und Gemeinden auf und ist ein gutes Werkzeug

für deren Stadt-, Gemeinde- bzw. Quartiersentwicklungen.

*Die SWOT-Analyse ist ein Instrument der strategischen Planung.

SWOT steht für Strenghs (Stärken), Weakness (Schwächen),

Opportunities (Chancen) und Threats (Bedrohungen).

KA

Beteiligte S

Kreisfreie Stä

Karlsruhe

Ulm

Alb-Donau-Kr

Ehingen

Dornstadt

Bodenseekrei

Deggenhause

Frickingen

Friedrichshafe

Langenargen

Markdorf

Meckenbeure

Oberteuringen

Tettnang

Enzkreis

Engelsbrand

Niefern-Ösche

Landkreis Bib

Bad Schussen

Berkheim

Biberach an d

Dürmentingen

Ingoldingen

Laupheim

Maselheim

Mietingen

Ochsenhause

Riedlingen

Schemmerho

Ummendorf

Unlingen

Landkreis Bre

Hochschwarz

Neuenburg am

Landkreis Cal

Altensteig

Ebhausen

Landkreis Em

Emmendinge

Landkreis Ess

Dettingen unt

Landkreis Freu

Horb am Neck

Pfalzgrafenwe

© KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH


60 Energie und Klimaschutz LANDKREIS RAVENSBURG

Der Landkreis Ravensburg

wird elektrisch mobil

E-Autos und Pedelecs im Dienst, die flächendeckende Einrichtung von Ladestationen – der

Landkreis Ravensburg ist vielfältig aktiv, um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen.

Bereits seit einigen Jahren haben Mitarbeitende des Landratsamtes

Ravensburg die Möglichkeit, sich bei Dienstfahrten

elektrisch fortzubewegen. Seit 2013 ist ein Smart Fortwo Electric

im zentralen Fahrzeugpool, 2016 kamen zwei geleaste

BMW i3 dazu. Auch der überzeugte E-Autofahrer Landrat Harald

Sievers fährt seit 2018 mit einem Plug-in-Hybrid zu den

meisten seiner Termine. Dem Landkreis Ravensburg war das

jedoch noch nicht genug. Er holte deshalb dieses Jahr zu einem

großen Schritt in Richtung CO 2

-, Schadstoff- und Lärm-

Reduzierung aus. Seit März 2019 befinden sich zehn Elektrofahrzeuge

des Modells Nissan Leaf im landkreiseigenen

Fuhrpark und ersetzen die bisherigen benzinbetriebenen Fahrzeuge.

Sie wurden im Rahmen des Projektes „Energieversorgung

Schul- und Verwaltungsquartier Ravensburg“ angeschafft,

das durch den Europäischen Fonds für regionale

Entwicklung (EFRE) zu 50 Prozent gefördert wird. Mehrfache

Einweisungen und Testfahrten erhöhten in der Folge die Akzeptanz

bei den Mitarbeitenden. Zeitgleich wurde das benzinund

gasbetriebene Fahrzeug für den Postverkehr zwischen

den verschiedenen Gebäuden und Standorten der Kreisverwaltung

durch einen elektrisch angetriebenen Kleintransporter

ersetzt. Bei einer Gesamtjahresfahrleistung des Postfahrzeuges

von rund 11.500 Kilometern werden allein dadurch jährlich

künftig 1.541 Kilogramm CO 2

-Emissionen eingespart. Die Anschaffungskosten

wurden als „Ausgewählte Klimaschutzmaßnahme“

zur Hälfte durch Bundesmittel gefördert.

Doch im Landkreis ist man nicht nur auf vier Rädern elektrisch

unterwegs. Den Mitarbeitenden stehen auch zwei Pedelecs

und zwei E-Bikes für Dienstfahrten zur Verfügung. Ziel ist

Landrat Harald Sievers, Christian Ebner Autohaus Ebner, Thomas Riesch Leitung Hauptamt (v. l.)


LANDKREIS RAVENSBURG

Energie und Klimaschutz

61

es, die schrittweise Umrüstung des kommunalen Fuhrparks auf

einen elektrifizierten Fahrzeugpool fortzuführen und den Ausbau

der Elektromobilität im Landkreis zu unterstützen.

Da die Ökobilanz eines Elektrofahrzeuges nur dann deutlich

besser ist als bei konventionellen Fahrzeugen, wenn regenerativ

erzeugter Strom zum Laden verwendet wird, legt Landrat

Harald Sievers großen Wert darauf, dass die kreiseigenen

E-Fahrzeuge zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden.

Nicht minder wichtig ist ihm die flächendeckende Verdichtung

des Ladeinfrastrukturnetzes. Trotz der hohen Reichweite heutiger

E-Fahrzeugmodelle – der Nissan Leaf hat eine praxiserprobte

Reichweite von 285 Kilometern – ist die Angst vor dem Stehenbleiben

immer noch weit verbreitet. Ein ländlich orientierter

Flächenlandkreis wie der Landkreis Ravensburg mit seinen

rund 1.632 Quadratkilometern befördert dieses Gefühl. Deshalb

hat die Kreisverwaltung bereits Ende 2018 zwei öffentlich

zugängliche Schnellladestationen an seinen Standorten in

Wangen im Allgäu und Leutkirch im Allgäu eröffnet. Das Bundesministerium

für Verkehr und digitale Infrastruktur bewilligte

dafür einen Zuschuss von rund 40 Prozent der Kosten für Anschaffung

und Installation. Die Schnellladestationen bieten

zwei Gleichstrom-Anschlüsse mit je 50 Kilowatt sowie einen

Anschluss mit bis zu 43 Kilowatt für das Wechselstrom-Laden.

Bereits nach rund 20 Minuten „tanken“ lasse sich mit fast jedem

Doch im Landkreis ist man nicht nur auf vier

dern elektrisch unterwegs. Den Mitarbeitenden

stehen auch zwei Pedelecs und zwei

E-Bikes für Dienstfahrten zur Verfügung. Ziel

ist es, die schrittweise Umrüstung des kommunalen

Fuhrparks auf einen elektrifizierten

Fahrzeugpool fortzuführen und den

Ausbau der Elektromobilität im Landkreis zu

unterstützen.

modernen Elektromobil wieder eine ordentliche Strecke zurücklegen,

erläuterte Landrat Harald Sievers bei der Einweihung

der ersten kommunalen Schnellladesäulen der Region.

Für den Aufbau und den Betrieb wurde die EnBW engagiert.

Den eigenständigen Aufbau einer dritten öffentlichen Schnellladestation

hat das Landratsamt der EnBW vor ihrem Hauptgebäude

in Ravensburg gewährt. Für den Zugang stehen den E-

Mobilisten gleich mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: per

Ladekarte diverser Anbieter oder schnell und einfach mit der

EnBW mobility+ App.

Zugelassene Elektrofahrzeuge im Landkreis Ravensburg zum jeweiligen Stichtag

700

650

600

550

500

450

Unternehmen

Privatpersonen

Gesamt

435

400

350

300

250

200

150

100

50

0

10

30.06.2013

6

17 13

31.12.2013

25 25

30.06.2014

39 47

33 41

31.12.2014

30.06.2015

76

51 58 53

31.12.2015

30.06.2016

66

31.12.2016

115

87

30.06.2017

148

100

31.12.2017

199

115

30.06.2018

252

136

31.12.2018

297

192

30.06.2019

368

231

31.12.2019


62 Energie und Klimaschutz LANDKREIS RAVENSBURG

Ergänzt werden die Schnellladestationen durch sieben

neue Normalladestationen, die ebenfalls durch die EnBW betrieben

werden. Sie wurden im Rahmen eines groß angelegten

Projekts der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) im

Landkreis verteilt, drei davon an den Krankenhausstandorten

der Oberschwabenklinik in Bad Waldsee, Ravensburg und Wangen

im Allgäu. Die Idee dahinter: Mit Umkreisen von jeweils nur

etwa 50 Kilometern um jede Ladesäule soll ein dichtes Netz an

Lademöglichkeiten entstehen, um E-Mobilität auch im ländlichen

Raum voranzubringen. Die Normalladestationen verfügen

an je zwei Ladepunkten über einer Ladeleistung von 22

Kilowatt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit einem

„normalen“ Schutzkontakt-Stecker zu laden, dann allerdings

nur mit einer Leistung von 3,7 Kilowatt. Auch bei diesem Projekt

werden etwa 40 Prozent der Kosten vom Bundesministerium

für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Förderprogramms

für den Aufbau von Ladeinfrastruktur in

Deutschland übernommen.

Auch Pedelecs und E-Bikes müssen geladen werden. Deshalb

hat der Landkreis Ladesysteme für Elektrofahrräder an den

kreiseigenen Ausflugszielen Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben

Wolfegg und Schloss Achberg installiert. Diese bestehen

aus Schließfächern, in denen sich jeweils zwei Steckdosen

befinden. Besucherinnen und Besucher können darin

Akkus mit dem eigens mitgebrachten Ladegerät aufladen und

zusätzlich weitere Gegenstände wie Helm oder Gepäck sicher

verstauen. Der Zugang erfolgt über ein Geldstück als Pfand.

Mit seinen vielseitigen Bemühungen will der Landkreis Ravensburg

nicht nur selbst elektrisch mobil werden, sondern

auch als gutes Beispiel vorangehen und die Elektromobilität

stärker in den Fokus und die Wahrnehmung der Öffentlichkeit

rücken.

E-Ladesäulen Landkreis Ravensburg

Boms

Ebersbach-Musbach

5

Hoßkirch

Eichstegen

Königseggwald

Altshausen

Aulendorf

8

4

Aitrach

Riedhausen

Ebenweiler

Unterwaldhausen

Guggenhausen

Wolpertswende

Bad Waldsee

Bad Wurzach

Aichstetten

2

Fleischwangen Fronhofen

Baindt

Wilhelmsdorf

Bergatreute

4

2

Berg

3 Baienfurt Wolfegg

Horgenzell

Weingarten

2 2

Schlier

8

Vogt

Kißlegg

Ravensburg

Waldburg

Grünkraut

7

Leutkirch i.Allg.

2

Bodnegg

2

Amtzell

7

Argenbühl

Isny im Allgäu

E-Ladesäule

Wangen im Allgäu

Landkreisgrenze

Gemeindegrenze

Achberg


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LANDKREIS RAVENSBURG

Energie und Klimaschutz

63

Partner für Energie

und Infrastruktur

EnBW Energie Baden-Württemberg AG Die EnBW wandelt sich vom klassischen Energieunternehmen

zum starken Partner für Energie sowie nachhaltige und innovative Infrastruktur.

Dabei schaut sie über die Grenzen bestehender Geschäftsfelder hinaus und erschließt so

Wachstumschancen jenseits des Energiesektors.

Morgen. Heute. Gestern Die Energielandschaft verändert

sich – und mit ihr die EnBW. 2013 hat die EnBW den Kurs für die

Zukunft neu gesteckt und entwickelt sich von einem Energieunternehmen

traditioneller Prägung zu einem starken Partner

für Energie und Infrastruktur. Dabei verknüpft sie etwa im Rahmen

der Quartiersentwicklung den Sektor Verkehr mit der

Energiewelt – zukunftsweisend, nachhaltig und innovativ. Sie

stellt sich ihrer Verantwortung für das Klima und treibt als aktiver

Gestalter der Energiezukunft den Ausbau der erneuerbaren

Energien voran. Sie sorgt für ihre Integration in das Netz und

forciert gleichzeitig die Entwicklung intelligenter Netze.

Die EnBW macht die Energiewende international. Das

Ziel ist klar: Der Bereich Erneuerbare Energien soll zu einer tragenden

Säule der EnBW werden. Damit dies gelingt, wird die

EnBW aus ihrem Heimatmarkt heraus im Wege einer selektiven

Internationalisierung mit ausgewählten Partnern rund um den

Globus zusammenarbeiten, um neue Wachstumsmöglichkeiten

zu erschließen. Dabei bringt sie ihre Expertise im Bereich

Windkraft ein, die weltweit gefragt ist.

Vom Sonnenstrahl zum smarten Zuhause. Ihren Kunden

möchte die EnBW Antworten geben auf die drängenden Fragen

der Energiezukunft. Daran arbeitet sie täglich mit Kompetenz

und Leidenschaft. Mehr als 22.000 Mitarbeiter tragen dazu

bei, die Erwartungen der Kunden und Partner – Kommunen,

Unternehmen und Bürger – an eine moderne, dezentrale und

digitale Energiewelt zu erfüllen. Die EnBW hat den Anspruch,

alle ihre Geschäftsaktivitäten verantwortungsvoll zu gestalten

und einen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Mehrwert

für die gesamte Gesellschaft zu schaffen.

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Durlacher Allee 93 · 76131 Karlsruhe

Tel. +49 721 6300

kontakt@enbw.com

www.enbw.com

EnBW Shop Ravensburg

Eisenbahnstraße 8 · 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 977-14320

Die Mitarbeiter der Netzunternehmen der EnBW sorgen für Planung, Bau und den sicheren Betrieb der Strom-, Gas- und Wassernetze

(Bild links). Die EnBW will die erneuerbaren Energien zu einer wichtigen Säule ihres Geschäfts ausbauen (Bild rechts).


64 Energie und Klimaschutz LANDKREIS RAVENSBURG

Leitstern Energieeffizienz

Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit

Die vorbildlichen Ergebnisse seiner Energie- und Klimaschutzkonzepte brachten dem

Landkreis Ravensburg im Jahr 2016 und 2018 auch die Auszeichnung „Leitstern

Energieeffizienz Baden-Württemberg“ ein.

Als neuem Teilnehmer im Wettbewerb gelang es dem

Landkreis Ravensburg 2016 auf Anhieb, den ersten Platz von

insgesamt 27 teilnehmenden Landkreisen zu erreichen. 2018

landete der Landkreis knapp auf dem zweiten Rang. Mit diesem

Preis zeichnet das baden-württembergische Ministerium

für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Stadt- und Landkreise

für besondere Anstrengungen und Erfolge in den Sektoren

Wärme, Strom und Verkehr aus. Der Wettbewerb wurde im Jahr

2014 vom Beirat der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung

initiiert, in enger Zusammenarbeit mit den kommunalen

Landesverbänden entwickelt und im Auftrag des Umweltministeriums

vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-

Forschung Baden-Württemberg (ZSW) umgesetzt. Die guten

Ergebnisse erzielte der Landkreis Ravensburg vor allem aufgrund

seiner vorhandenen Energie-, Klimaschutz- und Radwegnetzkonzepte.

Auch das Energiemanagement des Land-


LANDKREIS RAVENSBURG

Energie und Klimaschutz

65

kreises wurde belohnt, das jährliche

Energieberichte, ein monatliches Energie-Controlling

für die eigenen Liegenschaften sowie

regelmäßige Schulungen umfasst. Bürger/innen,

die kleinen und mittelständischen Unternehmen

sowie die Industrie beeindruckten mit

einer regen Sanierungstätigkeit. Hervorgehoben

wurden zudem die energiepolitischen Konzepte

des Kreises und die Tatsache, dass Ravensburg

die Fahrleistung im ÖPNV je Einwohner/in

in den letzten Jahren von allen teilnehmenden

Kreisen am meisten steigern konnte.

Eine wichtige Funktion hat in diesem Zusammenhang

die Energieagentur Ravensburg,

die kostenlose und objektive Energieberatungen

für private Haushalte, Unternehmen und

Kommunen anbietet. Die Ergebnisse des Wettbewerbs

dienen allen Teilnehmenden als Diskussionsgrundlage

und Anregungen auf dem

Weg zu größerer Energieeffizienz. Stadt- und

Landkreise sollen darin bestärkt werden, bestehende

Aktivitäten in diesem Bereich weiterzuführen

und neue Projekte anzustoßen.

Die vorbildlichen Ergebnisse

seiner Energie- und Klimaschutzkonzepte

brachten dem

Landkreis Ravensburg auch

die Auszeichnung „Leitstern

Energieeffizienz Baden-

Württemberg“ ein.

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Ökologisch.

Regional. Richtig.

Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG

Die Werte Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben

die Technischen Werke Schussental (TWS) fest im Unternehmen

verankert. Die Entscheidung, selbst in regenerative

Energien zu investieren und ausschließlich Ökostrom anzubieten,

ist Teil der Philosophie – ebenso, wie die Bürger, Unternehmen

und Partner in ihrer ökologischen Lebens- und

Verhaltensweise bestmöglich zu unterstützen: mit einem eigenen

Förderprogramm oder innovativer, nachhaltiger Energie-

und Wärmeversorgung. Denn für einen Wandel braucht

es Mitstreiter, die nicht nur nachhaltig denken, sondern auch

danach handeln. Und obwohl der Energiedienstleister bundesweit

aktiv ist – verwurzelt ist die TWS regional: sozial engagiert

und bedacht auf die Wertschöpfung in der Region.

Aufträge vergibt das Unternehmen nach Möglichkeit vor

Ort. Die TWS Netz GmbH versorgt die Menschen im Schussental

verlässlich mit Strom, Erdgas, Trinkwasser und Wärme

und ist Dienstleister für Infrastruktur. Auch für das Gelingen

der Verkehrswende macht sich das Unternehmen stark. Ob

die überbetriebliche Vernetzung der Firmenflotte, der Ausbau

der regionalen Ladeinfrastruktur oder ein Verleihsystem

für Elektrofahrräder im Schussental – die TWS zeigt neue

Wege auf, wie man sich klimafreundlich bewegen kann.

Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG

Schussenstraße 22 · 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 804-0 · info@tws.de · www.tws.de


66 Mobilität LANDKREIS RAVENSBURG

Mobil mit dem ÖPNV: 22 Unternehmen,

über 70 Buslinien, ein Verbund

In einer überwiegend ländlich strukturierten Region mit über 2.000 Wohnplätzen wie dem Landkreis

Ravensburg ist es kein leichtes Unterfangen, einen einwandfrei funktionierenden öffentlichen

Personennahverkehr (ÖPNV) mit einem guten Angebot für alle Bürger/innen zu organisieren.

Insgesamt 22 Verkehrsunternehmen betreiben über 70

Buslinien im Landkreis Ravensburg. Aufgrund der Siedlungsstruktur

sind trotzdem einige Wohnorte lediglich durch Schülerbeförderungsverkehre

mit der nächstgrößeren Gemeinde

oder Stadt verbunden. Auf den Regionallinien mit Verbindungsfunktionen

zwischen den überörtlichen Zentren fährt

der ÖPNV dagegen zum Teil im Stundentakt. Wo große Fahrgastpotenziale

vorhanden sind, wie beispielsweise im Oberzentrum

Ravensburg-Weingarten, ist das Angebot entsprechend

noch dichter. Das Engagement des Landkreises

Ravensburg für den ÖPNV ist vielfaltig. Basis des gesamten Busverkehrs

ist der vom Kreistag beschlossene mehrjährige Nahverkehrsplan.

Der Landkreis ist zudem Mitgesellschafter der

„Bodensee-Oberschwaben-Bahn“ (BOB) sowie Initiator und

Geldgeber eines ganzen Bündels von ÖPNV-Fördermaßnahmen.

So wurden unter anderem über 400 Buswartehäuschen

gebaut und auch die Umrüstung auf barrierefreie Bushaltestellen

mit Zuschüssen des Landkreises unterstützt.

Zusammen mit dem Bodenseekreis, dem Landkreis Lindau

und den Verkehrsunternehmen ist der Landkreis Ravensburg

Gesellschafter der Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbundgesellschaft

mbH (bodo), die für ein Gebiet mit mehr als

576.000 Einwohnern einen einheitlichen Tarif mit vielen attraktiven

Fahrscheinangeboten bietet. Der Verkehrsverbund ist

auch die Plattform, auf der das Angebot des ÖPNV von den

beteiligten Gesellschaftern zukunftsgerichtet weiterentwickelt

wird. Zwar nicht in seiner eigenen Aufgabenträgerschaft, aber

dennoch wichtig ist dem Landkreis Ravensburg auch ein gutes

Schienenverkehrsangebot. Neben der Beteiligung an der Bodensee-Oberschwaben-Bahn

unterstützt der Landkreis die Erhaltung

von Schieneninfrastruktur nach deren Stilllegung

durch das Land auf der Bahnstrecke Roßberg-Bad Wurzach für

die „Moorbahn“ und auf der Strecke Altshausen-Pfullendorf für

die „Räuberbahn“. Neben dem Güterverkehr finden dort in der

warmen Jahreszeit Ausflugsfahrten statt, die zunehmend mehr

Fahrgäste anlocken.

Neue ÖPNV-Strategie für den Landkreis Ravensburg

Um den ÖPNV im Landkreis Ravensburg nachhaltig zu verbessern,

wurde Anfang 2018 vom Kreistag die Ausarbeitung

einer neuen ÖPNV-Strategie beschlossen.

Ausgehend von einer Nachfrage- und Potenzialanalyse sollen

durch den erfahrenen Gutachter PTV AG Konzepte zu Angebotsverbesserungen

im Busverkehr erarbeitet werden. Neben

der Stärkung von bedeutsamen Achsen sollen die Ziele

der Daseinsvorsorge und damit die Verbesserung der ÖPNV-

Verfügbarkeit auch in ländlich geprägten Gebieten des Landkreises

berücksichtigt werden. Gleichzeitig soll zehn Jahre nach

der Verabschiedung des letzten Nahverkehrsplans ein neuer

Nahverkehrsplan entstehen, in dem die Ergebnisse der ÖPNV-

Strategie festgeschrieben werden. Weitere wichtige Themen

des Nahverkehrsplans sollen der Ausbau der Barrierefreiheit

und Umweltaspekte des ÖPNVs sein.

In den vergangenen Monaten wurden die bisherigen ÖP-

NV-Strukturen überprüft und Verbesserungspotenziale herausgearbeitet.

Gleichzeitig wurden die Kosten für die verschiedenen

Verkehrsprojekte beziffert und eine Prioritätenliste erstellt.

Diese werden nun intensiv im Kreistag beraten. Im Anschluss

werden die Erkenntnisse in den neuen Nahverkehrsplan des

Landkreises übertragen.


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LANDKREIS RAVENSBURG

Mobilität

67

Verkehrswende

in Bodensee-Oberschwaben

Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund Nachhaltige Mobilität ist gefragter denn je. Vertreter

aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fordern inzwischen kurzfristige und wirkungsvolle

Maßnahmen, die den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs voranbringen.

Intelligente Mobilitätslösungen bieten Bus oder Bahn bereits

von jeher, die Fahrgäste und Kunden des Bodensee-Oberschwaben

Verkehrsverbunds (bodo) wissen das. Die im bodo

zusammengeschlossenen 23 Verkehrsunternehmen und drei

Landkreise Ravensburg, Bodenseekreis und Lindau bilden eine

starke Mobilitätspartnerschaft und stellen sich den Herausforderungen

der Zukunft.

Wegweisende und innovative Projekte stemmt der bodo-Verkehrsverbund

seit Anbeginn: verbundweit einheitliche Haltestellen,

elektronische Fahrplanauskunftssysteme und Applikationen –

inzwischen auch mit Echtzeit – oder die Einführung des

elektronischen Fahrgeldmanagements mit der eCard, dem eTicketing-Angebot

im bodo. Mit rund 15.000 Kunden seit Angebotsstart

in 2018 ist die eCard ein voller Erfolg und zukunftsweisend für

die Region. Zu weiteren Meilensteinen in der bodo-Geschichte

gehören der Ausbau von digitalen Medien und Infokanälen, Reaktivierungen

von stillgelegten Strecken oder auch tarifliche Verbundkooperationen

bis hin zur Verbunderweiterung in den Landkreis

Lindau. Nahverkehrspläne und Verkehrskonzepte wurden

intensiv begleitet, Tarifangebote stetig entwickelt.

Und nun, im Jahr 2020, befindet sich die gesamte ÖPNV-

Branche mehr denn je im Rampenlicht. Wenn der öffentliche

Nahverkehr mehr stemmen muss, braucht er eine Runderneuerung.

Dafür werden Bahnstrecken elektrifiziert, auf der Bodenseegürtelbahn

verkehren neue Züge und auf zahlreichen Linien

fahren mehr Busse, wie beispielsweise auf der RegioBus-Linie

Konstanz – Ravensburg. Auch „emma“, das bedarfsgerechte

ÖPNV-Angebot für die Fläche, kommt immer besser in Fahrt.

Das alles reicht noch nicht zur Verkehrswende, aber ein wichtiger

Anfang ist gemacht.

Und das alles kostet Geld. Die Verkehrs unternehmen finanzieren

den ÖPNV aus dem Verkauf von Fahrscheinen, von der

ganz normalen Einzelfahrt über Tageskarten bis hin zu Monatsund

Abokarten. Neben den klassischen Verkaufsmöglichkeiten

gibt es auch Handy- und Online-Tickets.

Probieren Sie es aus und seien Sie mobil zwischen Bodensee,

Oberschwaben und dem Westallgäu – passende Fahrplan-,

Ticket- und Vertriebsangebote sind vorhanden und werden stetig

weiterentwickelt. bodo gestaltet Mobilität – nachhaltig und

zukunftsorientiert.

Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund GmbH

Bahnhofplatz 5 · 88214 Ravensburg

Tel. +49 751 3614141

info@bodo.de

www.bodo.de


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Bad Saulgau

Haid

83

7375

Liniennetzplan

Legende

Bahnlinie mit Kursbuchnummer

Bahnlinie verkehrt nur an

bestimmten Tagen

Buslinie mit Liniennummer

Buslinie an Markt- oder

Messetagen

Linien (grau) außerhalb des

Tarifgebiets

Schiffsverkehr ab 10000.1

außerhalb des Tarifgebiets

Ort

Bürgerbus-, Stadtbusoder

Ortsbusverkehr

Tarifgebiet

bodo-

Geschäftsstelle

Mobilitätszentrale

Stockach

Espasingen

Hohenfels

Bonndorf

Kogenbach

Seelfingen

nach

Sentenhart

Mahlspüren

692

500

nach Sigmaringen

Ruhestetten

500

Owingen

5

6

5

5

Wald

106

500

Aach-Linz

Herdwangen

Bambergen

676

Deisendorf

Überlingen

Gewerbegebiet

500

500

UM-Mühlhofen

nach

Sigmaringen

Pfullendorf

676

Lippertsreute

Salem

Affenberg

731

500

Schönach

Taisersdorf

Salem

Mimmenhausen

Gebhardsweiler

682

640

Wattenreute

Frickingen

680

Heiligenberg

754

Burgweiler

Denkingen

Salem

Bermatingen

Daisendorf

7383

100

Salem

Beuren

Ahausen

Ostrach

449

700

7558

640

Illmensee

Spöck

Deggenhausen

Wittenhofen

731

40

449

Königseggwald

Markdorf

Ittendorf

Tafertsweiler

Riedhausen

Ruschweiler

7395

N1

696

685

449

Pfrungen

Kluftern

685

11

N4

12

731

45

700

16

16

9

Hoßkirch

754

638

640

Fleischwangen

Zußdorf

Rubacker

(Höchsten)

Hepbach

Raderach

Kinikum

Urnau

Ludwigshafen

Wilhelmsdorf

Ober-/Unterwaldhausen

Berg

Esenhausen

Hasenweiler

16

17

Boms

Eichstege

Kappel

Altsha

Danke

weiler

638

Bitzenhofen

Löwental

Oberteurin

We

Ettenkirch

Ailingen

Messe

MX

B

F

h

Mari

brun

Stahringen

700

Wallhausen

Staad-Fähre

nach Singen/

Offenburg

731

Radolfzell

Konstanz

Weit

1050

1050

1050

nach Kreuzlingen/Weinfelden

Romanshorn (Richtung Zürich

Liniennetzplan


1321; Stand 2020; © www.d-werk.com

754

15

Unterzeil

ere Schiffslinien:

0; 10501; 10502;

3; 10504; 10506;

7

751

752

111

111

111

752 / 753

753

752

753

74

74

74

75

700

634

229

626

626

227

18

N3

21

4

4

3

2

1

16

11

13

105

105

9795

9795

18

18

18

18

12

162

161

163

17

132

133

151

131

101

101

975/970

3

971

971

971

971

975

751

239

751

670

224

225

2240

N3

975

181

731

731

733

733

732

733

122

971

970

970

)

Bodensee

Gohren

Horgenzell

Schmalegg

Zogenweiler

Berg

Ebenweiler

Wolpertswende

Fronhofen

Blitzenreute

Weilerhalde

ts-

Aichach

Straß

n

Blönried

Ebersbach

usen

Aulendorf

Boos

nach

Bad Buchau

nach

Ulm/Biberach

Bad Schussenried

Bad

Waldsee

Bad

Wurzach

Unterschwarzach

Haisterkirch

Haidgau

Ziegelbach

Mochenwangen

Reute

Untermöllenbronn

Gaisbeuren

Kümmerazhofen

Baindt

Roßberg

Mittelurbach

Gaishaus

Eintürnen

Arnach

Gwigg

Ehrensberg

Michelwinnaden

Tannhausen

Zollenreute

Enzisreute

Gospoldshofen

Memmingen

Aichstetten

Altmannshofen

Marstetten-

Aitrach

Steinental

Mooshausen

Tannheim

nach

Kempten/

Oberstdorf

Hauerz

Baierz

Dietmanns

Ellwangen

Seibranz

Leutkirch

Kißlegg

Gebrazhofen

Herlazhofen

Adrazhofen

Hofs

Urlau

Niederhofen

Immenried

Rötenbach

Diepoldshofen

Starkenhofen

Reichenhofen

Isny

Staudach

Edelitz

Wolfertshofen

Meckatz

Mellatz

Maria

Thann

Siggen

Ratzenried

Deuchelried

Göttlishofen

Christazhofen

Beuren

Merazhofen

Waltershofen

Friesenhofen

Neutrauchburg

Großholzleute

Überruh

Rohrdorf

Dettishofen

Menelzhofen

Kleinhaslach

Ratzenhofen

Eisenbach

Hergatz

Wohmbrechts

Schwarzenberg

Kleinweilerhofen

Eglofstal

nach

Kempten

nach

Kempten

nach

Dornbirn

Wangen

Siggenweiler

Notzenhaus

Obereisenbach

Krumbach

Schomburg

Primisweiler

Neukirch

Esseratsweiler

Achberg

Oberreitnau

Enzisweiler

Unterreitnau

Doberatsweiler

Neuravensburg

Niederwangen

Engelitz

Gießenbrücke

Lindau

ZUP

Zech

Lindau

Reutin

Schlachters

Kinberg

Oberhochsteg

Bösenreutin

Rehlings

Berliner

Platz

Rothkreuz

Hiltensweiler

Laimnau

Oberdorf

Tannau

Tettnang

Haslach

Obereschach

Bodnegg

Grünkraut

Gullen

Schlier

Rotheidlen

Unterankenreute

Wetzisreute

Vogt

Karsee

Leupolz

Allewinden

Herfatz

Amtzell

Liebenau

(Ravensburger

Spieleland)

Gornhofen

Rosenharz

Geiselharz

Waldburg

Hannober

Mosisgreut

Weststadt

Weingarten

Wolfegg

Erbisreute

Baienfurt

Bergatreute

Alttann

Oberankenreute

Niederbiegen

Wilhelmskirch

Bavendorf

Oberzell

Weißenau

Untereschach

Meckenbeuren

Dürnast

Taldorf

gen

rochenzell

iler

lugafen

a-

n

Kehlen

nach Ulm

nach Buchloe

und München

Truilz

nach Biberach

Oberessendorf

Ravensburg

635

7587

N2

Schwarzensee

Weißensberg

Center Parcs Allgäu

Eisenharz

7547

Gattnau

Bodolz

Hattnau

Hengnau

Allwind

Aeschach

9796

9796

Scheffau

Bregenz

Immenstadt

Neuhaus

Bremenried

Lindenau

Geisgau

Sulzberg

Hinterschweinhöf

Oberstaufen

Steibis

Hochgratbahn

Talstation

Oberreute

Weiler

Ellhofen

Lindenberg

Grünenbach

Gestratz

Maierhöfen

Heimenkirch

Röthenbach

Bahnhof

Röthenbach

Ort

Riedhirsch

Simmerberg

Ebratshofen

Schüttentobel

Schönau

Harbatshofen

Stiefenhofen

Kalzhofen

Trabers

Scheidegg

Ried

Niederstaufen

Opfenbach

Hergensweiler


68 Mobilität LANDKREIS RAVENSBURG

Handlungsfeld Radverkehr

Starke Förderung im Landkreis

Die Förderung des Radverkehrs wurde 2017 als Handlungsfeld in der Kreisstrategie des Landkreises

etabliert, mit dem Ziel, nicht nur den Radwegebau, sondern auch weitere Bausteine

der Radverkehrsförderung zur Entlastung der Umwelt und der Menschen sowie für den

Tourismus zu berücksichtigen.

Als ersten Schritt trat der Landkreis 2018 der „Arbeitsgemeinschaft

Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen

in Baden-Württemberg“ (AGFK-BW) bei, ein Zusammenschluss

von über 70 Kommunen, die sich das Ziel gesetzt haben, den

Fahrradverkehr im Land systematisch zu fördern. Die AGFK-BW

berät, koordiniert, stellt aktuelle Informationen zur Verfügung

und bietet verschiedene Serviceleistungen. Davon konnte der

Landkreis 2019 in Form eines „Fachforums Radverkehr“ profitieren,

das in Zusammenarbeit mit der AGFK organisiert und

durchgeführt wurde. Das Fachforum bot lokalen Radakteur/innen

die Gelegenheit, über realisierte Radverkehrsprojekte aus

verschiedenen Regionen zu diskutieren und mit bundesweiten

und internationalen Experten in Dialog zu treten.

Der Landkreis unterstützt die Umsetzung des RadNETZ Baden-Württemberg

– ein flächendeckendes, durchgängiges

Netz alltagstauglicher Fahrradverbindungen entlang der wichtigsten

Siedlungsachsen im Land – durch Vermittlung von Informationen

zwischen dem Land und den 26 RadNETZ-Anrainer-Kommunen

im Landkreis. Im Rahmen der Veranstaltung

„RadNETZ vor Ort“ konnten zusammen mit dem Ministerium

für Verkehr Baden-Württemberg, dem Regierungspräsidium

Tübingen und dem zuständigen Planungsbüro, Erfahrungen

aller Akteure im Zuge der Planung und Realisierung der Rad-

NETZ-Maßnahmen ausgetauscht werden.

2018 nahm der Landkreis Ravensburg zum ersten Mal an

der bundesweiten Fahrradkampagne STADTRADELN teil. 1.045


LANDKREIS RAVENSBURG

Mobilität

69

Gemeinde Hoßkirch

Dorfladen

Hauptstraße 7/1

88374 Hoßkirch

Gemeinde Ebersbach-Musbach

Sportheim SVE

Altshauser Straße 22

88371 Ebersbach-Musbach

Fleischwangen Kirche

Bushaltestelle

Kirchstraße

88373 Fleischwangen

Bahnhof Aulendorf

Bahnhofsplatz

88326 Aulendorf

Schulzentrum Bad Waldsee

Döchtbühlweg

88339 Bad Waldsee

Grabenmühle Bad Waldsee

Grabenmühlweg

88339 Bad Waldsee

RadReiseRegion

Naturschatzkammern

Gemeinde Baindt

Bahnhof Leutkirch

Rathaus

88299 Leutkirch im Allgäu

Marsweilerstraße 4

88255 Baindt Bauernhaus-Museum

Allgäu-Oberschwaben Wolfegg

Vogter Straße 4

Bahnhof Ravensburg

88364 Wolfegg

Bahnhofplatz

(Fahrradabstellanlagen)

88214 Ravensburg

Bad Wurzach Info

Touristeninformation

Rosengarten 1

88410 Bad Wurzach

Bahnhof Kißlegg

Bahnhofstraße

88353 Kißlegg

Gemeinde Grünkraut

Turn- und Festhalle

Bodnegger Straße 25

88287 Grünkraut

Info-Punkt Bodnegg

Dorfstraße/Kreuzung Ravensburger Straße

88285 Bodnegg

Rathaus Waldburg

Dorfplatz

Hauptstraße 20

88289 Waldburg

Gemeinde Vogt Ortsmitte

Einmündung Kirchstraße

88267 Vogt

RadReiseRegion

Naturschatzkammern

Ortschaft Eglofs

Rastplatz für Wanderer und Radfahrer

Alpgaustraße 4

88260 Argenbühl

Übersicht

RadSERVICE-Punkte

Schloss Achberg

88147 Achberg

RadReiseRegion

Naturschatzkammern

Gästeamt Wangen (Innenhof)

Bindstraße 10

88239 Wangen im Allgäu

Quelle: Openstreetmap

Teilnehmer/innen legten in drei Wochen 248.890 Kilometer auf

dem Fahrrad zurück, womit die Erwartungen des Landkreises

deutlich übertroffen wurden. 2019 konnte die Anzahl der Teilnehmer/innen

sogar noch verdoppelt werden und die Anzahl

der Kommunen im Landkreis, die ebenfalls an der Kampagne

teilnahmen, stieg von drei auf zehn. Zum Auftakt der Aktion

wurde im Mai 2019 zu einer Radsternfahrt aus den teilnehmenden

Kommunen zum Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben

Wolfegg aufgerufen und vor Ort, in Zusammenarbeit

mit der Initiative RadKULTUR des Landes

Baden-Württemberg, der Fotowettbewerb RadSTAR und die

Reparaturaktion RadCHECK für die Radler/innen angeboten.

Neben Alltagsradlern/innen und Berufspendler/innen sind

auch Fahrradtouristen eine Zielgruppe der Förderung des Radverkehrs

im Landkreis Ravensburg. Zur Überwindung topografischer

Hindernisse im Landkreis und zur Stärkung neuer Nutzergruppen

wurden Ladesysteme für Elektrofahrräder an den

kreis eigenen Ausflugszielen Bauernhaus-Museum Allgäu-

Oberschwaben Wolfegg und Schloss Achberg installiert. Diese

bestehen aus Schließfächern, in denen sich jeweils zwei Steckdosen

befinden. Besucherinnen und Besucher können darin

Akkus mit dem eigens mitgebrachten Ladegerät aufladen und

zusätzlich weitere Gegenstände wie Helm oder Gepäck sicher

verstauen. Der Zugang erfolgt über ein Geldstück als Pfand.

Eine weitere vom Landkreis Ravensburg initiierte Infrastrukturmaßnahme

ist die Installation von Pump- und Reparaturstationen,

sogenannten RadSERVICE-Punkten. Durch eine

Förderung des Ministeriums für Verkehr als RadKULTUR-Kommune

2019 sowie aus eigenen Mitteln des Landratsamtes und

der beteiligten Kommunen konnten insgesamt 17 Stationen

für 16 Städte und Gemeinden im Landkreis erworben werden.

Zudem hat das Landratsamt selbst zwei Stationen am Bauernhaus-Museum

Allgäu-Oberschwaben Wolfegg und Schloss

Achberg aufgebaut.

Radwegebeschilderung stellt eine wichtige Informationsquelle

für Radfahrende dar und ist deshalb grundlegende Voraussetzung,

um den Radtourismus und die Radnutzung im

Landkreis zu stärken. Um eine einheitliche, kreisweit durchgängige

und zeitgemäße Beschilderung sicherzustellen, wird im

Landkreis derzeit die Radwegenetzbeschilderung optimiert

und das Radwegenetz auf Basis der vorhandenen Radwegenetzkonzeption

zusammen mit den Kommunen überplant.

Die Montage der neuen Schilder erfolgt im Herbst 2020 im

westlichen Landkreis (23 Kommunen) als Ergänzung zum Beschilderungsprojekt

im Osten des Landkreises durch den Tourismusverband

Württembergisches Allgäu.


70 Mobilität LANDKREIS RAVENSBURG

Kreisstraßen und Radwege

im Einklang mit Natur- und Landschaftsschutz

Im Landkreis Ravensburg umfasst das überörtliche Straßennetz 1.312 km. Neben 48 km

Bundesautobahn sind dies 147 km Bundes-, 472 km Landes- und 645 km Kreisstraßen. Damit

hat der Landkreis Ravensburg das zweitlängste Kreisstraßennetz in Baden-Württemberg.

Es ist Aufgabe des Landratsamtes, das Kreisstraßennetz zu

unterhalten und zu erhalten. Der Kreistag legt fest, welche Straßen

zu welchem Zeitpunkt saniert oder neu gebaut werden.

Nahezu 3 Millionen Euro werden jährlich in die Erhaltung und

weitere 1,5 bis 2 Millionen Euro in den Um-, Aus- und Neubau

von Straßen und Brücken investiert.

Der Landkreis Ravensburg ist daneben auch für den Betrieb

und die Unterhaltung der Bundes- und Landesstraßen sowie

teilweise für deren technische Verwaltung zuständig. Vier Straßenmeistereien

sorgen mit rund 100 Mitarbeitenden dafür,

dass die Straßen im Kreis ganzjährig den Bedürfnissen der Verkehrsteilnehmer

gerecht werden. Im hügeligen Oberschwaben

ist dies vor allem im Winter eine große Herausforderung.

Die Unterhaltung des gesamten Straßennetzes schlägt mit

rund 6,5 Millionen Euro zu Buche. Der Bund beteiligt sich mit

21 Prozent und das Land mit 41 Prozent an den anfallenden

Kosten. Die restlichen 38 Prozent trägt der Landkreis.

Neben der Straßenunterhaltung ist der Straßenbau eine

wichtige, aber auch kostspielige Aufgabe. Dafür erhält der

Landkreis jährliche Zuweisungen vom Land Baden-Württemberg.

Mit diesen und eigenen Geldern werden die Straßen im

Landkreis stetig und bedarfsgerecht ausgebaut.

Daneben spielt auch der Bau von Radwegen eine wichtige

Rolle. Eine im Jahr 2015 aufgestellte Radwegenetzkonzeption

wird regelmäßig fortgeschrieben. Ziel ist es, ein sicheres und

attraktives Radwegenetz im Landkreis Ravensburg zu schaffen.

Anfang des Jahres 2017 betrug die Streckenlänge der Radwege

entlang von Kreisstraßen 109 km, entlang der Bundes- und

Landesstraßen weitere 203 km. Um das sichere Radeln durch

den ganzen Landkreis zu ermöglichen, wird das Radwegenetz

auch zukünftig weiter ausgebaut. Ob Straßen- oder Radwegebau,

damit ist immer auch ein Eingriff in die Natur verbunden.

Der Landkreis Ravensburg ist sich seiner Verpflichtung zu einem

schonenden Umgang mit der Natur bewusst. Im Bereich

der Kreisstraßen und Radwege werden daher die Interessen

der Verkehrsteilnehmer und die des Natur- und Landschaftsschutzes

bei der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen

sorgfältig gegeneinander abgewogen.

www.rv.de/ST


LANDKREIS RAVENSBURG

Landwirtschaft und Umwelt

71

Abfallwirtschaft

Im Dienste der Umwelt

In seinen Städten und Gemeinden kümmert sich der Landkreis um die Abfallentsorgung. Ab

dem 1. Januar 2021 gilt dies auch für die Städte Isny im Allgäu und Wangen im Allgäu.

Vermeiden von Abfällen

Durch regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit informiert der

Landkreis Ravensburg die Bürger/innen, wie sie Abfall vermeiden

können. Wer zum Beispiel seine Garten- und Küchenabfälle

selbst kompostiert und auf Einwegerzeugnisse verzichtet,

reduziert den privaten Müllberg erheblich. Unter anderem

durch diese Aufklärungsarbeit ist das Abfallaufkommen auf

rund 26.000 Tonnen pro Jahr gesunken – nicht einmal mehr ein

Viertel der Menge Anfang der 90er-Jahre.

Verwerten von Abfällen

Trotz intensiver Bemühungen, Abfälle zu vermeiden, wird

stets noch ein Rest übrigbleiben. Vieles davon ist allerdings verwertbar,

wie etwa Bioabfälle, Altpapier, Altglas, Metalle und

Kunststoffe. Für private Haushalte wie auch für Handwerksund

Industriebetriebe gilt, dass Wertstoffe vom Müll getrennt

und separat erfasst werden. Wertstoffe aus Privathaushalten

werden über Containersysteme, die Papiertonne und Wertstoffhöfe

(kreisweit insgesamt 30) erfasst. An den Entsorgungszentren

des Landkreises, den Deponien Ravensburg-Gutenfurt

und Wangen-Obermooweiler, können Wertstoffe ebenfalls abgegeben

werden. Grünabfälle können kreisweit bei den Annahmestellen

der Gemeinden sowie bei den Entsorgungszentren

in Gutenfurt und Obermooweiler abgegeben werden.

Problemstoffe aus Haushaltungen

Zweimal im Jahr lässt der Landkreis eine Sammlung von

sogenannten „Problemstoffen“ durchführen. Darüber hinaus

gibt es monatlich stationäre Sammelstellen im Landkreis. Auch

hier können die Privathaushalte Stoffe wie Farben, Lacke und

Batterien kostenlos (bis 15 kg) abgeben.

AbfallApp Landkreis Ravensburg

Mit der AbfallApp Ravensburg kann sich jeder zuverlässig

über die Abfuhrtermine von Restmüll- bzw. Biotonne und über

die Termine der Altpapiertonne informieren und daran erinnern

lassen. Wer die App nutzt, hat automatisch auch Zugriff

auf die Termine der Papiertonne. Die AbfallApp Ravensburg

kann im Google Play Store sowie im App Store von Apple kostenlos

heruntergeladen werden. Ab dem 1. Januar 2021 kann

die AbfallApp zudem auch von Bürger/innen der Städte Isny im

Allgäu und Wangen im Allgäu genutzt werden, da die beiden

Städte ab diesem Zeitpunkt ebenfalls am landkreisweiten Abfallsystem

teilnehmen werden. Informationen über die AbfallApp

gibt es auch auf der Internetseite des Landkreises unter

www.rv.de in der Rubrik Abfallwirtschaft.

Zwei gute Freunde

für unterwegs!

Nach „Landkreis Ravensburg“ suchen

und App runterladen!

ABFALL APP

Landkreis

Ravensburg

Wir wollen es Ihnen einfach machen

NINA WARN-APP

Notfall-Informations-

und Nachrichten-App

Nach „nina - die warn-app des bbk“ suchen

und App runterladen!

Entsorgungszentrum Ravensburg-Gutenfurt

Die Entstehungsgeschichte des Entsorgungszentrums Gutenfurt

reicht bis in das Jahr 1975 zurück. Seitdem wurden bis

zum heutigen Tag über 22 Millionen Euro in das Entsorgungszentrum

investiert. Während der unmittelbare Mülleinbau – im

Schwerpunkt Schlacken aus der Hausmüllverbrennung – von

einem Tiefbauunternehmen bewerkstelligt wird, erfolgt die

Kontrolle der technischen Einrichtungen und die Betriebsleitung

durch ein privates Ingenieurbüro.


72 Landwirtschaft und Umwelt LANDKREIS RAVENSBURG

Entsorgungszentrum Wangen-Obermooweiler

Das Entsorgungszentrum Obermooweiler befindet sich

seit 1975 in der Obhut des Landkreises Ravensburg. Nahezu 15

Millionen Euro wurden bis heute in das Zentrum investiert. Seit

Juni 2005 befindet sich die Deponie in der Stilllegungsphase

und wurde zum 31.12.2018 mit einer endgültigen Oberflächenabdichtung

versehen.

Verwertungs- und Entsorgungsanlagen

Bioabfallvergärungsanlage in Vorarlberg

Der gesamte Biomüll aus dem Landkreis Ravensburg wird

in einer modernen Biogasanlage im benachbarten Österreich

verarbeitet. Vorausgegangen war dieser Beauftragung ein europaweites

Ausschreibungsverfahren. In einem Vergärungsprozess

entsteht dort Biogas. Die Power aus der Biotonne bietet

somit eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zu

herkömmlichen fossilen Energieträgern. Pro Jahr werden damit

mehrere Tausend Tonnen CO 2

eingespart.

Müllheizkraftwerk in Kempten

Der gesamte Restmüll aus dem Landkreis Ravensburg wird

im Müllheizkraftwerk des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft

Kempten (ZAK) energetisch verwertet. Die dabei erzeugte Wärme

versorgt im ZAK-Fernwärmenetz zahlreiche Industrie- und

Gewerbebetriebe, Kliniken und Wohnanlagen.

www.rv.de/FK

Entsorgungszentrum Gutenfurt


LANDKREIS RAVENSBURG

Landwirtschaft und Umwelt

73

Zukunftsbranche Landwirtschaft

Ein starker Wirtschaftsfaktor

Die Landwirtschaft hat im Landkreis Ravensburg einen hohen Stellenwert. Hier gibt es noch

etwa 2.300 landwirtschaftliche Betriebe, die vielfältig strukturiert sind und zu mehr als 60

Prozent im Haupterwerb bewirtschaftet werden. Der Landkreis nimmt damit im Land Baden-

Württemberg eine absolute Spitzenposition ein.

Obwohl die Zahl der Milchkühe auch hierzulande rückläufig

ist, ist die Milchviehhaltung im Landkreis von großer Bedeutung.

So steht jede fünfte baden-württembergische Milchkuh

im Landkreis Ravensburg und stellt damit auf vielen hiesigen

Höfen immer noch die Haupteinnahmequelle dar. Der Ackerbau

mit Mais, Getreide und Raps sowie der Anbau von Sonderkulturen

(Kern- und Beerenobst) spielen im Landkreis ebenfalls

eine wichtige Rolle. Einen Spitzenplatz im landesweiten Vergleich

nimmt der Landkreis Ravensburg auch im Bereich des

biologischen Anbaus mit etwa 360 Betrieben ein. In den vergangenen

Jahren hat die Erzeugung von Energie aus Biomasse

stark an Bedeutung gewonnen. So sind im Landkreis Ravensburg

derzeit (Stand Dezember 2019) rund 110 Biogasanlagen

in Betrieb, die pro Jahr etwa 250.000 MWh Strom erzeugen.

Zusätzlich werden zahlreiche Dächer auf Bauernhöfen über

Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung genutzt. Dank der

reizvollen Landschaft und des großen Freizeit- und Erholungswertes

bietet der Betriebszweig „Ferien auf dem Bauernhof“

einigen Familien ein weiteres Einkommensstandbein.

Das Landwirtschaftsamt

Die Anforderungen im Bereich der Landwirtschaftsverwaltung

sind einem ständigen Wandel unterworfen. Daher gilt es,

sich den Gegebenheiten laufend anzupassen. Denn neben

den immer umfangreicheren Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang

mit der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, ist auch

der Bedarf an Beratung weiterhin hoch. Ziel ist es, die bäuerlichen

Familienbetriebe zu unterstützen, die Standorte zu festigen,

die Umwelt durch fachgerechte Produktion zu schützen

und dabei die wirtschaftliche Existenz der Familien zu sichern,

damit die Landwirtschaft auch weiterhin ihren hohen Stellenwert

im Landkreis behält. Um das zu erreichen, bietet das Landwirtschaftsamt

den Landwirten eine zeitgemäße landwirtschaftliche

Beratung an. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte sind

die Aus- und Weiterbildung, die Ernährungsberatung und die

Fördermaßnahmen für die Landwirtschaft.

Förderung und Beratung der Landwirtschaft

Zur allgemeinen Förderung gehört in erster Linie die Umsetzung

von Fördermaßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen

Agrarpolitik der EU. Die Landwirte/innen werden bei der

Antragstellung unterstützt und beraten, um in den Genuss

der jährlichen EU-Ausgleichszahlungen zu kommen. Die EU-

Agrarreform hat durch die Kopplung an rechtliche Vorgaben

(Cross Compliance) eine Fülle von Kontrollen vorgeschrieben,

die vom Landwirtschaftsamt durchzuführen sind. Von diesen

Kontrollen hängt letztlich auch ab, ob ein Betrieb die beantragten

Fördergelder bekommt oder nicht. Auch im Bereich

der Investitionsförderung, insbesondere bei Stallbau- und

Modernisierungsmaßnahmen, steht das Landwirtschaftsamt

den Betrieben beratend zur Seite. Darüber hinaus ist das

Landwirtschaftsamt Ratgeber in den unterschiedlichsten

Sparten: von der Produktionstechnik, über den Pflanzenbau

bis hin zur Tierhaltung und der Betriebswirtschaft. Dabei sind

vor allem der Schutz von Wasser und Boden, die artgerechte

Tierhaltung und die wirtschaftliche Betriebsführung wichtige

Themen. Im Rahmen des Einzelbetrieblichen Förderprogramms

werden Betriebe auch bei Stallbaumaßnahmen oder

im Bereich der Diversifizierung beraten und durch staatliche

Zuschüsse unterstützt.


74 Landwirtschaft und Umwelt LANDKREIS RAVENSBURG

Hoheitliche Aufgaben

Das Landwirtschaftsamt hat daneben auch hoheitliche

Aufgaben, beispielsweise als Träger öffentlicher Belange im Bereich

der Bauleitplanung bei Bebauungsplänen, Flächennutzungsplänen

und Baugesuchen. Ferner ist es auch für Genehmigungen

nach dem Agrarstrukturverbesserungsgesetz, dem

Landpachtverkehrsgesetz, für Aufforstungsanträge und Genehmigungen

zum Umbruch von Dauergrünland zuständig.

Rahmen der Erwachsenenfortbildung bietet das Landwirtschaftsamt

Vorträge, Seminare und Lehrgänge zu verschiedenen Themen

an, wie etwa Sachkundelehrgänge im Pflanzenschutzbereich

und Fachwartekurse im Streuobstbau. Dabei arbeitet das

Landwirtschaftsamt eng mit den Vereinen Landwirtschaftlicher

Fachbildung und den Meistervereinen zusammen.

www.rv.de/LA

Aus- und Fortbildung

Beim Landwirtschaftsamt ist auch die Fachschule für Landwirtschaft

angesiedelt. Sie ist unterteilt in die Fachrichtungen

Landbau am Standort Ravensburg und Hauswirtschaft am

Standort Bad Waldsee. Die Fachschule bildet einen wichtigen

Baustein im Rahmen der Meisterprüfung (nähere Informationen

unter www.fachschule-ravensburg.de). Auch die berufliche

Ausbildung im „dualen System“ im Bereich der Land- und

Hauswirtschaft wird vom Landwirtschaftsamt über die Ausbildungsberatung

koordiniert. Neben der Fachpraxis auf den

landwirtschaftlichen Betrieben und der Theorie in den Berufsschulen

begleitet die Ausbildungsberatung die Ausbildung

und führt die Zwischen- und Abschlussprüfungen durch. Im

Zahlen und Fakten

Land- und Forstwirtschaft (2018)

Landwirtschaftliche Haupt- und

Nebenerwerbsbetriebe 2.300

Landwirtschaftlich genutzte Fläche

davon Grünland

Wald

90.198 ha

59.972 ha

49.500 ha

Rinderbestand 112.757

davon Milchkühe 69.167


LANDKREIS RAVENSBURG

Landwirtschaft und Umwelt

75

Ernährungszentrum

Bodensee-Oberschwaben

„Von der Lebensmittelqualität über die Nahrungsqualität zur Lebensqualität“. Unter diesem

Motto wurde am 25. November 1997 als Teil des Landratsamts Ravensburg das Ernährungszentrum

Bodensee-Oberschwaben zusammen mit vier weiteren Ernährungszentren in Baden-

Württemberg eröffnet.

Die Gründung war auch beeinflusst durch die seinerzeit

aufkommenden Lebensmittelskandale und das damit einhergehende

gestiegene Interesse an dem, was wirklich auf dem

Teller liegt. Aufgabe der Ernährungszentren war und ist es deshalb

bis heute, die Verbraucher/innen neutral und wissenschaftlich

fundiert über die Erzeugung, aber auch über die richtige

Lagerung und sachgerechte Verarbeitung insbesondere

von regionalen und saisonalen Lebensmitteln zu informieren.

Nicht zuletzt will das Ernährungszentrum auf diese Weise das

Vertrauen in die heimische Landwirtschaft stärken.

Mit den Standorten Bad Waldsee und Leutkirch im Allgäu

ist das Ernährungszentrum Bodensee-Oberschwaben der

kompetente und unabhängige Ansprechpartner für alle Verbraucher,

Fachkräfte und Multiplikatoren im Bereich der Ernährungsbildung

und -information sowie Schnittstelle zwischen

Landwirtschaft und Verbraucher/innen.

Mit Koch-Workshops und Vorträgen auf Messen und Aktionstagen

vermitteln die Ernährungsfachkräfte des Ernährungszentrums

Bodensee-Oberschwaben interessierten Verbraucher/innen

die notwendigen Kompetenzen im Umgang mit

Lebensmitteln und in der Ernährung. Mit dem bewussten Umgang

mit „Lebensmitteln“, also „Mitteln zum Leben“, will das Ernährungszentrum

Bodensee-Oberschwaben einen klaren Kontrapunkt

setzen zum zwar zeitgeistkonformen, aber

gedanken- und achtlosen „To go“-Essen aus Kartons und Bechern.

Bewusstes Essen wieder zu einem Erlebnis für alle Sinne

zu machen – in Amerika längst als „Soul Food“ weit verbreitet

– , das ist das erklärte Ziel der Fachfrauen in Bad Waldsee und

Leutkirch im Allgäu, das ganz beiläufig auch noch die Themen

Nachhaltigkeit, Frische und Regionalität gewissermaßen in einen

Topf bringt.

Das Ernährungszentrum ist zudem Bildungspartner für Kitas,

Schulen, die PH Weingarten und Impulsgeber der Region.

In Seminaren und Schulungen werden Multiplikatoren im Bereich

Ernährung und Hauswirtschaft weitergebildet und Schulklassen

lernen in Theorie und Praxis die spannende Welt der

Lebensmittel fernab von „Fast Food“ und Mikrowelle kennen.

Das Team des Ernährungszentrums setzt sich aus Ökotrophologen/innen,

Diatassisten/innen, Technischen Lehrern/innen

und Hauswirtschaftlichen Betriebsleitern/innen zusammen.

Unterstützt wird das Ernährungszentrum von

freiberuflichen Ernährungs- und BeKi-Referenten/innen (Landesinitiative

„Bewusste Kinderernährung“).

www.ernaehrung-oberschwaben.de


76 Landwirtschaft und Umwelt LANDKREIS RAVENSBURG

Leitbild Umwelt- und Naturschutz

Schutz unserer Lebensgrundlagen

Sauberes Trinkwasser, intakte Natur, unbelastete Böden zur Nahrungsmittelproduktion – das

sind elementare natürliche Lebensgrundlagen und wir brauchen sie nicht nur heute, sondern

auch noch morgen und übermorgen.

Um leben zu können, hat die Menschheit zu allen Zeiten

die Umwelt genutzt und dementsprechend verändert. Inzwischen

wissen wir um die Endlichkeit unserer natürlichen Ressourcen

und die damit verbundenen Folgen für die wirtschaftliche

und gesellschaftliche Entwicklung. Wir sind daher

aufgefordert, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um mit

diesen so sparsam und schonend wie möglich umzugehen,

denn auch unsere Kinder und Enkel sind darauf angewiesen.

Auf eine einfache Formel gebracht heißt dies: ohne Natur kein

menschliches Überleben.

Naturschutz

Unsere über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft

ist in besonderem Maß geprägt durch die Verzahnung der unterschiedlichsten

Lebensräume. Für unseren Landkreis typisch

sind vor allem inzwischen in Mitteleuropa selten gewordene

wasserbeeinflusste Lebensräume wie Riede und Moore sowie

Streuobstwiesen, naturbelassene Bäche und eine große Zahl

an Seen mit ihren speziell an die jeweiligen Lebensbedingungen

angepassten Tier- und Pflanzenarten. Ziel des Naturschut-

Im „Kreis“: Im Landkreis

gibt es 1.400 Seen und

Weiher. Das ist ein Drittel

aller baden-württembergischen

Seen!


LANDKREIS RAVENSBURG

Landwirtschaft und Umwelt

77

zes ist es, diese Lebensräume zu schützen und damit für nachfolgende

Generationen zu erhalten. Gleichzeitig engagiert sich

der Naturschutz im Rahmen des Leitbildes zur Landschaftsentwicklung

auch für eine naturverträgliche Entwicklung unserer

Kulturlandschaft. Im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzes

arbeitet das Landratsamt eng zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband

Landkreis Ravensburg (LEV). Mitglieder

des LEV sind neben den kreisangehörigen Gemeinden

auch der Bauernverband und die privaten Naturschutzverbände.

Aufgabe des LEV ist die Durchführung der Landschaftspflegemaßnahmen

im Landkreis, insbesondere in den NATURA

2000 Gebieten. Eine besondere Verantwortung hat der Naturschutz

für die rund 1.400 Seen und Weiher im Landkreis. Seit

mehr als 25 Jahren betreibt der Landkreis deshalb zusammen

mit den Gemeinden sehr erfolgreich das Programm zur Sanierung

Oberschwäbischer Seen.

Bodenschutz

Der Boden gehört neben Luft, Wasser und Sonnenlicht zu

den unverzichtbaren Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere

und Pflanzen. Aus diesem Grund verpflichtet das Bundesbodenschutz-

und Altlastengesetz jedermann, Bodenbelastungen

möglichst gering zu halten. Das Bau- und Umweltamt des

Landratsamtes überwacht die Einhaltung der Vorschriften zum

Schutz des Bodens, erfasst und bewertet die Lage und die

Schädlichkeit von Altlasten und koordiniert notwendige Sanierungsmaßnahmen.

Gewässerschutz

Sauberes Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Für 99

Prozent der Bevölkerung im Landkreis Ravensburg wird das

Trinkwasser durch 40 Unternehmen der öffentlichen Wasserversorgung

aus Grund- und Quellwasser aufbereitet; etwa 1

Prozent der Kreisbewohner/innen bezieht das Trinkwasser aus

eigenen Brunnen. Um die Qualität des Trinkwassers dauerhaft

gewährleisten zu können, wurden im Landkreis Ravensburg 78

Wasserschutzgebiete ausgewiesen, die rund 14 Prozent der

Landkreisfläche abdecken. Aber auch außerhalb der Wasserschutzgebiete

muss das Grundwasser vor Verunreinigungen

oder dem Eintrag von schädlichen Stoffen geschützt werden.

Chemikalien, Heizöl oder Abwasser gehören nicht in Gewässer

oder ins Grundwasser. Schließlich trägt auch eine moderne Abwasserentsorgung

zum Erhalt unserer Lebensgrundlage Wasser

bei. Im Landkreis Ravensburg werden derzeit 30 kommunale

Kläranlagen und knapp 1.000 private Kleinkläranlagen

betrieben. Saubere und ökologisch intakte Seen laden zum

Baden ein. Sie sind – ebenso wie die vielen Fließgewässer im

Landkreis – Lebensraum für zahlreiche Organismen. Auch diese

verdienen unser Interesse, nicht zuletzt deshalb, weil die

Oberflächengewässer mit dem Grundwasser in Verbindung

Zahlen und Fakten

Natur- und Landschaftsschutz

Landschaftsschutzgebiete

Wasserschutzgebiete

Naturschutzgebiete

Für 99 Prozent der Bevölkerung im

Landkreis Ravensburg wird das

Trinkwasser durch 40 Unternehmen

der öffentlichen Wasserversorgung

aus Grund- und Quellwasser aufbereitet;

etwa 1 Prozent der Kreisbewohner/innen

bezieht sein Trinkwasser

aus eigenen Brunnen.

stehen. Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben

gezeigt, dass es sehr wichtig ist, sich nicht nur um den

biologisch-chemischen, sondern auch um den ökologischen

Zustand der Bäche und Flüsse zu kümmern. So tragen natürliche

oder naturnah gestaltete Gewässer ebenso zur Vermeidung

von Hochwasserspitzen bei wie eine sachgerechte Ableitung

und Behandlung von Regenwasser.

www.rv.de/Umwelt

Biotope (nach § 32 NatSchG geschützt)

Flächenhafte Naturdenkmale

31.059 ha

23.592 ha

6.338 ha

11.866 ha

465 ha


78 Landwirtschaft und Umwelt LANDKREIS RAVENSBURG

Bio-Musterregion Ravensburg

Bio aus der Region für die Region

„Erst Regionalität macht Bio zu Öko.“ Nach diesem Motto arbeitet auch die Bio-Musterregion

Ravensburg. Der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten im Bio-Sektor ist dabei eines der

wichtigen Themengebiete.

Seit 2018 wird Ravensburg als eine von mittlerweile neun

Bio-Musterregionen vom Land Baden-Württemberg für vorerst

drei Jahre gefördert. Nach erfolgreicher Bewerbung und der

Ernennung zur Bio-Musterregion, arbeitet nun seit September

2018 das Regionalmanagement an der Initiierung und Umsetzung

verschiedener Projekte und begleitet insbesondere die

Vernetzung der verschiedenen Bio-Akteure/innen der Region.

Unterstützt wird es dabei von einer Lenkungsgruppe, bestehend

aus Vertretern der Bioverbände, der Öko-Landwirte/innen,

des Landwirtschaftsamtes, des Bauernverbandes, der Verarbeiter

und Vermarkter und des Landratsamtes.

Die Bio-Musterregion Ravensburg umfasst neben dem gesamten

Landkreis Ravensburg auch noch die drei Gemeinden

Neukirch, Tettnang und Meckenbeuren des Bodenseekreises.

Mit rund 370 Bio-Betrieben im Landkreis (12,7 Prozent aller Betriebe,

Stand 2018) spielt der Ökolandbau im Kreis Ravensburg

eine wichtige Rolle. So unterschiedlich die jeweiligen Landschaftsräume

sind, so vielfältig ist auch die Auswahl an heimischen

Bio-Produkten. So dominiert im württembergischen Allgäu

aufgrund seiner fruchtbaren Böden und der hohen

Niederschläge die Grünland- und Milchviehwirtschaft, im

westlichen Teil des Landkreises werden hingegen vermehrt

Ackerflächen bewirtschaftet und nicht zuletzt finden sich im

Schussental und seinen Nachbargemeinden aus dem Bodenseekreis

dank des milderen Klimas eine Vielzahl von Sonderkulturen

und Gemüsebau.

Begleiten, Unterstützen, Vernetzen für mehr Bio in der Region

– das sind die Hauptziele der Bio-Musterregion Ravensburg,

die sich als Kommunikationsschnittstelle und Ansprechpartner

für alle Akteure in der Bio-Musterregion Ravensburg versteht. Ob

Landwirt/in, Verarbeiter/in oder Händler/in, Gastronom/in oder

Gemeinschaftsverpfleger/in, Verbraucher/in, Pädagoge/in oder

anderweitig Interessierte, alle sind herzlich willkommen, unsere

Heimat im Sinne der Bio-Musterregion mitzugestalten und zu

stärken. Neben der Vernetzung spielen insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit,

die Außer-Haus-Verpflegung und die regionale

Vermarktung von Kälbern aus der Bio-Milchviehhaltung eine

wesentliche Rolle im Portfolio der Bio-Musterregion Ravensburg.

Begleiten, Unterstützen, Vernetzen

für mehr Bio in der Region – das sind

die Hauptziele der Bio-Musterregion

Ravensburg, die sich als Kommunikationsschnittstelle

und Ansprechpartnerin

für alle Akteure/innen in der

Bio-Musterregion Ravensburg

versteht.


LANDKREIS RAVENSBURG

Landwirtschaft und Umwelt

79

Biodiversitätsstrategie

Artenvielfalt im Landkreis stärken

Der Landkreis Ravensburg setzt einen Akzent und hat als erster Landkreis bundesweit

eine eigene Biodiversitätsstrategie entwickelt. Ziel ist es, einen konkreten Beitrag zur

Erhöhung der Artenvielfalt zu leisten und zugleich die Öffentlichkeit für das Thema zu

sensibilisieren.

burg setzt damit Impulse und übernimmt Verantwortung für

nachfolgende Generationen, um die wertvolle Vielfalt unserer

hiesigen Natur und Landschaft zu erhalten. Damit die Strategie

nicht ein bloßes Papierwerk bleibt, finanziert der Landkreis eine

Projektstelle, die beim Landschaftserhaltungsverband Landkreis

Ravensburg e. V. (LEV) angesiedelt ist.

Informieren, motivieren und einbinden: Alle soll(t)en

mitmachen können!

Wachtelweizen-Scheckenfalter

Wie vielfältig unsere Natur ist, lässt sich vor der eigenen

Haustüre bestaunen. Geformt von vergangenen Eiszeiten erstreckt

sich der Landkreis Ravensburg von der tiefsten Stelle,

dem Schussenbecken, über die Tallandschaften des Argenbeckens

und das Westallgäuer Hügelland bis zum höchsten Punkt

Baden-Württembergs, dem Schwarzen Grat bei Isny im Allgäu.

Unsere Region zeichnet sich durch zahlreiche Weiher, Seen,

Kleingewässer und Moore aus. Wussten Sie schon, dass das

Wurzacher Ried das größte intakte Hochmoor Mitteleuropas ist?

Keine Frage, die Strategie lebt nicht nur von den Aktivitäten

der Landkreisverwaltung. Um die biologische Vielfalt auf allen

Ebenen des Landkreises dauerhaft zu stärken, braucht es vielmehr

das Mitwirken und die Unterstützung der Bevölkerung,

der Kommunen, Verbände und Vereine vor Ort und nicht zuletzt

auch der großen und kleinen Unternehmen. Das zentrale

Ziel der Biodiversitätsstrategie Landkreis Ravensburg ist es deshalb,

möglichst viele Menschen und Institutionen im Landkreis

zu erreichen, sie für die biologische Vielfalt zu begeistern und

sie in die Umsetzung der Strategie einzubinden.

Gemeinsam mit der elobau Stiftung aus Leutkirch im Allgäu

verteilte die Landkreisverwaltung deshalb bereits zum zweiten

Mal im Frühjahr 2020 kostenloses Saatgut für artenreiche Blumenwiesen

an rund 3.700 Haushalte, „angereichert“ mit Infoveranstaltungen

über die Hintergründe und Möglichkeiten einer

naturnahen Gartengestaltung. Als Abschluss der Kampagne

wurde am 10. August 2019 der eindrucksvolle Naturfilm „Die

Bedrohte Vielfalt

Leider ist diese Vielfalt zunehmend bedroht. Etwa eine Million

Tier- und Pflanzenarten könnten in den nächsten Jahren

weltweit aussterben, so ein UN-Bericht zur Lage der Natur. Um

diesen dramatischen Verlust zu stoppen, bedarf es enormer

Anstrengungen. Jeder Einzelne von uns ist gefordert und kann

einen Beitrag leisten.

Im Auftrag der Biodiversität verabschiedete der Landkreis

Ravensburg 2019 eine Strategie zur Stärkung der biologischen

Vielfalt. Erklärtes Ziel ist, möglichst viele Flächen ökologisch

aufzuwerten und ein Netzwerk aus blühenden Flächen und

Strukturelementen entstehen zu lassen. Der Landkreis Ravens-

Der Landkreis Ravensburg

verabschiedete 2019 als

erster in Deutschland eine

Strategie zur Stärkung der

biologischen Vielfalt.


80 Landwirtschaft und Umwelt LANDKREIS RAVENSBURG

Ackerblühstreifen, Bild rechts: Untersaat im Getreide

Wiese – Ein Paradies von nebenan“ als Open Air-Kino mit einem

bunten Rahmenprogramm rund um das Thema Natur in Bad

Wurzach aufgeführt.

Kreisweite Initiative zu naturnahen Firmengeländen im

Landkreis Ravensburg

Das Projekt „Naturnahe Firmengelände“ unterstützt Unternehmen

in ihren Bestrebungen, einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität

zu leisten. Eine naturnahe Infrastruktur verbessert das Arbeitsklima

und leistet aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz. Durch

unterschiedlichste Maßnahmen wie Blühflächen, Nisthilfen, Gründächer

oder der Anlage von ökologischen Kleinstrukturen, wie

beispielsweise Lesesteinhaufen, wird aktiv dem Artenschwund

entgegengewirkt. In Zusammenarbeit mit der Bodensee-Stiftung

und dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ravensburg wird

das Projekt in den kommenden Jahren umgesetzt.

Ackerblühstreifenprojekt

Kräuterreiche Blühstreifen leisten einen Beitrag, die Biodiversität

in der Landschaft zu erhöhen und das Landschaftsbild aufzuwerten.

Blumen wie Klee, Malve, Mohn, Kornblume und Lein liefern

sowohl Pollen und Nektar für zahlreiche Insekten als auch

Sämereien für Vögel. Die bunten Blühstreifen vernetzen Lebensräume

und erfreuen auch Spaziergänger/in. Liegen sie idealerweise

zwischen zwei Ackerschlägen, bieten sie Brutmöglichkeiten

und Nahrung für bodenbrütende Vogelarten wie die

Feldlerche. Der LEV Ravensburg hat bereits im letzten Jahr gemeinsam

mit dem Bauernverband Allgäu-Oberschwaben und einer

Schüler/innengruppe des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums

der Edith-Stein-Schule Ravensburg ein Projekt ins Leben

gerufen, um Landwirte/innen bei der Schaffung dieser wertvollen

Strukturen zu unterstützen. Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig

und die Landwirte/innen bekommen für den Ertragsverlust keine

Entschädigung. Die Projektpartner versuchen jedoch, den zusätzlichen

Aufwand für die Betriebe möglichst gering zu halten. Bereits

im ersten Projektjahr wurden von über 35 Betrieben etwa 30

Hektar Ackerblühstreifen angelegt. 2019 konnten die Zahlen vom

Vorjahr nochmal deutlich gesteigert werden. Aktuell wurden von

130 Betrieben im Landkreis ca. 70 Hektar Blühflächen eingesät.

Strategie steht auf sicheren Füßen

Dank einer großzügigen Spende der Kreissparkasse Ravensburg

stehen ausreichend Mittel für die Finanzierung dieser Projekte

für die kommenden Jahre zur Verfügung. Weitere Projekte

sind in Vorbereitung, wie zum Beispiel das Projekt Wildpflanzenbiogas

als eine ökologisch ausgerichtete Alternative zum Maisanbau,

bestehend aus einjährigen, überjährigen und mehrjährigen

Arten. Projektpartner sind die AG Wildpflanzenbiogas aus

Kißlegg, die elobau Stiftung und der LEV Ravensburg.

Interessiert? Wollen Sie mehr über bereits laufende Projekte

erfahren oder gerne selbst aktiv werden? Dann informieren

Sie sich online unter www.naturvielfalt-rv.de oder über

unseren Instagram-Account naturvielfalt.ravensburg

Landschaftserhaltungsverband

Landkreis Ravensburg e.V.

Frauenstraße 4, 88212 Ravensburg

Ansprechpartner: Moritz Ott (Biodiversitätsmanager)

Tel. 0751/85-9668

E-Mail: moritz.ott@lev-ravensburg.de


LANDKREIS RAVENSBURG

Landwirtschaft und Umwelt

81

Das Forstamt

Wald erhalten, pflegen und nutzen

Fast ein Drittel der Fläche des Landkreises Ravensburg ist mit Wald bedeckt. 23 Prozent der

Waldfläche gehören dem Land Baden-Württemberg, weitere 10 Prozent den Städten und

Gemeinden. Damit sind 33 Prozent in öffentlichem Eigentum.

Der Großteil (67 Prozent) ist Privatwald, davon knapp die

Hälfte sogenannter Kleinprivatwald von zusammen rund 6.000

Waldeigentümern. Im Landkreis finden sich zwei große zusammenhängende

Waldgebiete: im Herzen des Landkreises der

„Altdorfer Wald“ zwischen Aulendorf und Vogt mit 8.000 Hektar

und im Allgäu die „Adelegg“ mit 3.000 Hektar. In der Region

überwiegt das Nadelholz. Zwei Drittel sind Nadelhölzer mit der

dominierenden Fichte, aber auch Tanne, Lärche und Douglasie

sind häufig anzutreffen. Ein Drittel sind Laubhölzer mit Buche,

Eiche, Esche, Ahorn und sonstigen Laubhölzern.

Der Wald erfüllt wichtige Funktionen für Boden, Grundwasser

und Klima sowie als Rückzugs- und Lebensraum für viele

Pflanzen- und Tierarten. Für den Menschen stellt der Wald eine

besondere Erholungs- und Ruhezone dar. Zugleich ist er Lieferant

für die örtlichen und regionalen holzverarbeitenden Betriebe

sowie für die Brennholzversorgung der Bevölkerung.

Zwischen diesen zahlreichen verschiedenen Ansprüchen an

den Wald sorgt das Forstamt des Landratsamtes für einen ausgewogenen

Interessenausgleich. Das Forstamt hat seinen Sitz

in Ravensburg. Der Landkreis ist in insgesamt 13 Forstreviere

für den Privat- und Kommunalwald aufgeteilt.

Waldpädagogik

Praktisches Erleben und Entdecken im Wald ist für eine verantwortungsbewusste

Umwelterziehung unserer Kinder von

besonderer Bedeutung. Über neugieriges Erkunden und bewusstes

„Natur-Erfahren“ können sie lernen, ökologische Zusammenhänge

und Abläufe der Natur zu erkennen, um so ein

Problembewusstsein und ein verantwortungsvolles Handeln

für unsere Umwelt zu entwickeln. In der Novellierung des Landeswaldgesetzes

wurde 1995 die „Waldpädagogik“ als Bildungsauftrag

erstmals gesetzlich verankert. Die Aufgabe der Forstverwaltung

liegt nun darin, in Kooperation mit den Schulen, den

Kindern und allen weiteren Interessierten das Ökosystem Wald

anschaulich zu vermitteln. Das Forstamt bietet nach Rücksprache

ein vielfältiges Wald pädagogik-Angebot rund um den Wald

für Schulklassen, Kindergärten, Vereine und Privatgruppen.

Zahlen und Fakten (2017)

Wald

49.500 ha

Baumartenverteilung

Fichte 60 %

Sonstige Nadelbäume 10 %

Buche 10 %

Ahorn / Esche 10 %

Sonstige Laubbäume 10 %

Holzvorrat

430 Kubikmeter je ha

www.rv.de/FO


82 Landwirtschaft und Umwelt LANDKREIS RAVENSBURG

Vermessung und Flurneuordnung

Partner für Landentwicklung

Eine zentrale Aufgabe im behördlichen Vermessungswesen ist die Führung des Liegenschaftskatasters,

denn Grund und Boden ist von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft. Das

Liegenschaftskataster ist neben dem Grundbuch für die Sicherung des Eigentums und für

einen geordneten Grundstücksverkehr notwendig.

200 Jahre Landesvermessung

Im Jahr 2018 wurde in Baden-Württemberg 200 Jahre Landesvermessung

gefeiert. War damals der Grund der Vermessung

eher die Erfassung der Liegenschaften für eine gerechte

Besteuerung, ist heute das Eigentum mit klar definierten Grenzen

in den Vordergrund getreten.

Moderne Messtechnik

In der heutigen Zeit wird im Vermessungswesen mit modernster

Technik gearbeitet. Neben der Katastervermessung

inklusive der Gebäudeaufnahme werden auch topografische

Objekte sehr schnell erfasst. Dabei kommt die Vermessung

bzw. Punktbestimmung über Satelliten (GPS, GLONASS und

Biberach

Sigmaringen

Boms

Eichstegen

Wolpertswende

Wilhelmsdorf-

Pfrungen

Wilhelmsdorf

(K7969)

Ebenweiler

Wolpertswende-

Mochenwangen

(Unterer Esch)

Horgenzell-

Zogenweiler

(Locherhof)

Ravensburg

Kißlegg-

Rempertshofen

Kißlegg-

Herrot

Ravensburg

(B 30)

Kißlegg-

Furtmühle

Bodenseekreis

Legende

Stand der Verfahren:

Flurneuordnungen im

Landkreis Ravensburg

Anordnung

Technischer Beginn

vorläufige Besitzeinweisung

Ausführungsanordnung

Technischer Abschluss

Bayern

Schlussfeststellung 2018

Arbeitsprogramm 2019

Vorschau 2020/2021

Maßstab 1:75 000

Datengrundlage:

FNO-Gebietsgrenzen, Stand 2/2019,

© Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung BW (LGL)

Hintergrundkarte: © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2019 Datenquellen:

http://sg.geodatenzentrum.de/web_public/Datenquellen_TopPlus_Open.pdf

Kartenherstellung: © LGL, (www.lgl-bw.de)

Stand:1.7.2019


LANDKREIS RAVENSBURG

Landwirtschaft und Umwelt

83

Galileo) zum Einsatz. Des Weiteren werden Laserscanner und

Drohnen mit optischen Sensoren eingesetzt, insbesondere in

schwer zugänglichem Gelände. Mit moderner Messtechnik

können heute sehr schnell geometrische Daten digital erfasst

werden.

Geoinformationssysteme

Die digitale Erfassung von geometrischen Daten ist die

Grundlage vieler raumbezogener Informationssysteme, die in

der Regel als Geoinformationssysteme (GIS) bezeichnet werden.

Das Amt für Vermessung und Flurneuordnung im Landratsamt

schafft somit die Grundlagen für ein GIS vieler weiterer

Anwender.

Die Agrarstruktur, die Kulturlandschaft und somit die Heimat

müssen sich ständig an neue, sich ändernde gesellschaftliche

Rahmenbedingungen anpassen. Behördlich geleitete

Landentwicklungsmaßnahmen nach dem Flurbereinigungsgesetz

begleiten diese Prozesse mit finanziellen Mitteln des

Landes und Bundes. Zentrale Aufgabe ist es, ländlichen Grundbesitz

nachhaltig weiterzuentwickeln, verbunden mit dem Erhalt

und der Förderung der Kulturlandschaft.

Grund und Boden als Lebensgrundlage

Der Landkreis Ravensburg ist in weiten Teilen sehr ländlich

geprägt. Die Landschaft bietet insbesondere den heimischen

Landwirten die Lebensgrundlage. Gleichzeitig erwächst diesen

durch zahlreiche unterschiedliche Entwicklungen, angefangen

bei der Zunahme des Verkehrs, dem Platzbedarf wachsender

Kommunen über die Energiewende und die Ansprüche moderner

Freizeit- und Erholungswelten bis hin zu ökologischen

Vorgaben, eine Konkurrenz um eben diese Flächen. Aufgabe

der Landentwicklung ist es, diese Entwicklungen ausgleichend

zu begleiten.

Flurneuordnung früher und heute

Im Württembergischen Allgäu fand bereits vor gut 150

Jahren die sogenannte „Vereinödung“ und damit eine erste

Variante der Flurneuordnung statt. Dabei wurden landwirtschaftliche

Betriebe aus den Dörfern herausgenommen und

direkt an den landwirtschaftlichen Nutzflächen angesiedelt.

Heute sind die Herausforderungen so unterschiedlich, dass

auch die Landentwicklungsmaßnahmen ganz unterschiedliche

Ziele haben. Dabei verstehen sich die Mitarbeitenden

des Vermessungs- und Flurneuordnungsamtes als Partner/in

im ländlichen Raum. Grundstückseigentümer/innen und

Bürger/innen werden bei den Planungsprozessen mit eingebunden,

um die Ziele der Landentwicklung sozialverträglich

und bürgernah umzusetzen. Neben der Verbesserung der

Agrarstruktur sind der Erhalt der ökologischen Vielfalt, die

Verbesserung der touristischen Infrastruktur und die Unterstützung

der Energiewende in den Fokus geraten. Gesellschaft

wie Grundbesitzer/innen können langfristig nur profitieren,

wenn Wachstum nachhaltig ist und Ökologie und

Ökonomie in Einklang gebracht werden können.

Der ländliche Wegebau

Eine zentrale Maßnahme in Flurneuordnungsverfahren bildet

der ländliche Wegebau. Wege machen landwirtschaftliche

Nutzflächen oft erst zugänglich, sie verbinden und teilen auch

die Kulturlandschaft ein. Der Wegebau im Rahmen der Flurneuordnung

wird mit mindestens 65 Prozent gefördert.

Beispiele aus aktuellen Flurneuordnungsverfahren

Unternehmensflurneuordnungen, z. B. „Ravensburg B 30“

und „Kisslegg-Herrot“: Zur Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen,

wie dem vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B 30

oder der Umgestaltung von Kreisstraßen in Zusammenhang

mit der Elektrifizierung von Zugstrecken, muss oft ländlicher

Grundbesitz neu geordnet werden. Ziel dabei ist, die landeskulturellen

Nachteile der Baumaßnahmen wieder auszugleichen.

Flurneuordnungsverfahren zur Förderung der Kulturlandschaft,

z. B. „Pfrungen-Burgweiler-Ried“ und „Altshausen (Alter

Weiher)“: Durch Bodenordnungsmaßnahmen werden Wiedervernässungen

im Pfrunger-Burgweiler-Ried oder Extensivierungsmaßnahmen

am Alten Weiher ermöglicht.

Flurneuordnungsverfahren zur Verbesserung der Agrarstruktur,

z. B. „Eichstegen“ und „Boms“: Durch die Modernisierung

des ländlichen Wegenetzes und die Neuordnung des

ländlichen Grundbesitzes wird die Agrarstruktur nachhaltig

verbessert, Maßnahmen von allgemeinem Interesse wie der

Bau von Radwegen oder die Anlage von Freiflächenphotovoltaikanlagen

werden ermöglicht.

Zahlen und Fakten

Im Vermessungs- und Flurneuordnungsamt des Landratsamtes

Ravensburg werden aktuell (Stand Februar 2020) 11

Flurneuordnungsverfahren bearbeitet mit einer Gesamtfläche

von rd. 4.400 ha und rd. 1.300 betroffenen Grundstückseigentümern.

Dafür stehen insgesamt ca. 6,1 Mio. € an Zuschüssen

des Bundes und des Landes zur Verfügung, die voraussichtlich

Investitionen in Höhe von insgesamt rd. 8 Mio. € generieren

werden.

Im Landratsamt Ravensburg ist daneben auch die gemeinsame

Dienststelle Flurneuordnung der Landkreise Bodenseekreis,

Sigmaringen und Ravensburg angesiedelt, die in

den genannten Landkreisen je nach Bedarf zum Einsatz kommen.


84 Gesundheit LANDKREIS RAVENSBURG

Die Oberschwabenklinik

Daseinsvorsorge aus kommunaler Hand

Gesundheitsversorgung ist ein elementares Stück Daseinsvorsorge. Mit der Oberschwabenklinik

(OSK) und ihren Einrichtungen nimmt der Landkreis Ravensburg diese Aufgabe auf

wichtigen Feldern, insbesondere der Notfallversorgung, selbst in die Hand.

Die OSK ist mit ihren Akuthäusern St. Elisabethen-Klinikum in

Ravensburg, Westallgäu-Klinikum in Wangen im Allgäu und

Krankenhaus Bad Waldsee leistungsstarker Partner in einem eng

geknüpften Gesundheitsnetzwerk. Mit den Medizinischen Versorgungszentren

(MVZ) in Ravensburg, Wangen im Allgäu und

Isny im Allgäu nimmt die OSK an der ambulanten Versorgung

teil. Hinzu kommt die Geriatrische Rehabilitation im historischen

Heilig-Geist-Spital im Herzen von Ravensburg. Die als gemeinnützige

GmbH geführte OSK mit ihren über 2.700 Beschäftigten

und einem Umsatz von über 200 Millionen Euro gehört zu 98,2

Prozent dem Landkreis und zu 1,8 Prozent der Stadt Ravensburg.

Die Krankenhäuser sind in der jüngeren Vergangenheit der

große Investitionsschwerpunkt des Landkreises gewesen. Das

St. Elisabethen-Klinikum (EK) in Ravensburg ist für rund 270 Millionen

Euro, davon 115 Millionen Euro Zuschuss vom Land

Baden-Württemberg, komplett neu strukturiert und in weiten

Teilen neu gebaut worden. Das neue EK ist das größte Projekt in

der Geschichte des Landkreises. Mit 542 Betten sowie dem umfangreichsten

Fächerspektrum zwischen Bodensee und Ulm ist

es Rückgrat der klinischen Versorgung in der Region.

Die OSK ist mit ihren Akuthäusern

St. Elisabethen-Klinikum in

Ravensburg, Westallgäu-Klinikum

in Wangen im Allgäu und

Krankenhaus Bad Waldsee leistungsstarker

Partner in einem

eng geknüpften Gesundheitsnetzwerk.

Über großformatiges helles Pflaster geht es auf der Magistrale

Richtung der gebäudehohen Glasfassade und des Haupteingangs.

Vorbei an einem kleinen Park mit einem Teich als

Mittelpunkt. Das Klinikum betritt man über die 20 Meter hohe

und rund 100 Meter lange Halle.


LANDKREIS RAVENSBURG

Gesundheit

85

Das EK entspricht so gar nicht mehr dem alten Krankenhausklischee.

Klar gegliedert liegt das Klinikum vor einem, wie

ein vierblättriges Kleeblatt. Überall in den Warte- und Gangbereichen

hängen oder stehen Kunstwerke, fast alle Originale von

Künstlern aus der Region. An den Wänden der Krankenzimmer

und gegenüber den Aufzügen des Hauses A schmücken großformatige

Aufnahmen der herrlichen Landschaften in Oberschwaben,

im Allgäu und am Bodensee die Wände. In den

2017 eröffneten Häusern C und D ist in vielen Formen der

Baum als ein Symbol des Lebens dargestellt. Die Patienten/innen

liegen ausschließlich in modernen Zwei- und Einbettzimmern.

Das Westallgäu-Klinikum in Wangen im Allgäu, mit 228 Betten

zweitgrößtes Haus im OSK-Verbund, hat der Landkreis in

mehreren Schritten auf den Stand der Zeit gebracht. Das Klinikum

gewährleistet für rund 100.000 Menschen die wohnortnahe

Versorgung im oberschwäbischen Allgäu. Durch den weitläufigen,

in den Abendstunden ansprechend illuminierten

Außenbereich geht es zum Eingang, dessen Vorplatz ein Zeltdach

überspannt. Foyer, Stationen und Außenfassade sind erst

jüngst renoviert worden. Intensivbereich, Labor, und zuletzt die

Geburtshilfe mit Notfallsectio sind nur einige Beispiele dafür,

wie umfassend erneuert oder neu gebaut wurde. Im 4. Obergeschoss

ist mit herrlichem Blick zum Hauptkamm der Alpen

eine Station eingerichtet, die auch gehobenen Ansprüchen

genügt.

Das Krankenhaus Bad Waldsee, das dritte Akutkrankenhaus

der OSK, genießt mit seiner Gelenkklinik Oberschwaben weithin

einen hervorragenden Ruf als Zentrum für den Gelenkersatz.

Mit der Neugestaltung von Foyer, Eingang und Vorplatz

hat der Landkreis auch dieses Haus aufgewertet. Es liegt idyllisch

in einer weitläufigen Parkanlage unweit des Stadtsees. Die

aus dem Gründungsjahr 1907 stammende Fassade ist Richtung

See vollständig erhalten.

Eine besondere Rolle im Verbund spielt schließlich das Heilig-Geist-Spital

in Ravensburg. Seit dem Jahre 1498 ist es für die

Gesundheitsversorgung in Stadt und Region von Bedeutung.

Heute ist es Sitz der Geriatrischen Rehabilitation der OSK mit 44

Betten.

Auch hinter den Kulissen haben die OSK-Häuser Vorbildcharakter.

Zum Beispiel bei der Energieversorgung. Im Westallgäu-Klinikum

erzeugt eine Hackschnitzelanlage Wärme und

Dampf. Im St. Elisabethen-Klinikum setzt man auf die Geothermie.

In beiden großen Häusern laufen Blockheizkraftwerke. Der

Landkreis investiert in seinen Krankenhäusern in jeder Hinsicht

in die Zukunft.


86 Gesundheit LANDKREIS RAVENSBURG

Mit innovativen Konzepten

Garant für medizinischen Fortschritt

Oberschwabenklinik gGmbH

Persönlich. Innovativ. Kommunal. Die drei Begriffe umschreiben

Selbstverständnis und Anspruch der Oberschwabenklinik gleichermaßen.

Im Mittelpunkt stehen die jährlich über 170.000 stationären

wie ambulanten Patienten/innen. Nicht irgendwelche Nummern

in einem anonymen System, sondern jeder einzelne ein

ganz persönlicher Fall. Die OSK sorgt mit innovativen Konzepten

dafür, dass der medizinische Fortschritt auch in einer ländlich

geprägten Region bei den Menschen ankommt. Die kommunale

Trägerschaft setzt den Rahmen, innerhalb dessen die

OSK zu wirtschaftlich tragbaren Bedingungen die Gesundheitslandschaft

der Region wohnortnah mitgestaltet.

„Notfallstufenkonzept“ ist eines der aktuellen Stichworte.

Der Gesetzgeber setzt den Kliniken, die daran teilnehmen, anspruchsvolle

Vorgaben. Das St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg

erfüllt die höchste Stufe, die „umfassende Notfallversorgung“.

Zugleich ist das EK überregionales Traumazentrum zur

Versorgung Schwer- und Schwerstverletzter sowie von den

Berufsgenossenschaften zugelassen für deren höchste Stufe,

das Schwerstverletztenartenverfahren (VAV).

So reicht die Bedeutung des EK weit über die Grenzen von

Stadt und Kreis Ravensburg hinaus. Möglich macht es das umfangreichste

Fächerspektrum zwischen Bodensee und Ulm

einschließlich Neuro-, Hand- und Kieferchirurgie. Eine hervorragende

technische Ausstattung mit digitalem Röntgenaufnahmeplatz

und einem Notfall-CT direkt am Schockraum sowie ein

fächerübergreifendes Team aus Ärzten/innen und besonders

qualifizierten Pflegekräften sind weitere unverzichtbare Voraussetzungen

für den hohen Stellenwert des EK in der Notfallversorgung.

Das Westallgäu-Klinikum in Wangen im Allgäu, zweitgrößtes

Haus der OSK, erfüllt im bundesweiten Stufenkonzept die

Bedingungen für die Stufe der Basis-Notfallversorgung sowie

für ein lokales Traumazentrum. In enger Kooperation mit dem

EK ist so eine flächendeckende und hoch qualifizierte Notfallversorgung

für die Menschen im Landkreis Ravensburg gewährleistet.

Im Krankenhaus Bad Waldsee werden Notfälle gesehen

und je nach Bedarf an eines der größeren Häuser verlegt.

Insgesamt versorgen die drei OSK-Akuthäuser in einem abgestuften

Notfallkonzept pro Jahr rund 60.000 Notfallpatienten.

Vollständig geknüpft ist das Netz der Notfallversorgung

jedoch erst unter Einbezug der ambulanten medizinischen Einrichtungen.

Sowohl am EK Ravensburg als auch am West allgäu-

Klinikum arbeiten an Wochenenden und Feiertagen Notfallpraxen

der Kassenärztlichen Vereinigung Tür an Tür mit den

Krankenhausnotaufnahmen. Mit ihren Medizinischen Versorgungszentren

in Ravensburg, Wangen im Allgäu und Isny im Allgäu

nimmt die OSK unter der Woche auch selbst zu den üblichen

Praxisöffnungszeiten an der ambulanten Notfallversorgung teil.

Vom Dachlandeplatz des St. Elisabethen-Klinikums in

Ravensburg führt ein Aufzug direkt vor den Schockraum der

Notaufnahme, wo die Schwerverletzten versorgt werden

Für den Transport Frühgeborener auf dem

Luftweg steht im EK Ravensburg ein

Transportinkubator bereit


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LANDKREIS RAVENSBURG

Gesundheit

87

„Zentrenmedizin“ ist ein weiterer Begriff, der für Qualität in

der Oberschwabenklinik steht. Die Patienten begeben sich in

die Hand nicht nur einer einzelnen medizinischen Fach disziplin.

In einer Zentrumsstruktur steht vielmehr ein ganzes Netzwerk

an Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Klinik zur Verfügung

und führt die Kranken über einen genau vorgezeichneten

Therapieweg zur Genesung.

Medizinische Zentren gibt es in großer fachlicher Vielfalt an

allen drei OSK-Kliniken. Als Endoprothetikzentrum für den

Gelenk ersatz sind alle drei Akuthäuser zertifiziert. Insbesondere

am Krankenhaus Bad Waldsee ist die Endoprothetik in der

„Gelenk klinik Oberschwaben“ ein Schwerpunkt mit Bedeutung

weit in die Region hinein. Spezialisiert auf diesem Gebiet sind

aber auch das Westallgäu-Klinikum und das EK, Letzteres insbesondere

auch für Patienten mit komplexen Begleiterkrankungen.

Verschiedene Zentren, wie zum Beispiel das Schlaganfallzentrum,

das Frühgeborenenzentrum der höchsten Stufe oder

das Gefäßzentrum, sind erst in der jüngeren Vergangenheit entstanden.

Die Wurzeln des zertifizierten Onkologischen Zentrums

am EK reichen aber Jahrzehnte bis in die 80er-Jahre zurück. Unter

seinem Dach arbeiten das Brustzentrum Oberschwaben mit

Standort auch in Wangen im Allgäu, das Darmzentrum, das gynäkologische

Krebszentrum und das Prostatakarzinomzentrum.

Zu dem übergreifenden Onkologischen Zentrum gehören zahlreiche

weitere Kliniken und Einrichtungen, unter anderem eine

Krebsberatungsstelle sowohl in Ravensburg als auch in Wangen

im Allgäu. Im Westallgäu ist in den letzten Jahren die Betreuung

Krebskranker wesentlich verbessert worden. Auch dafür liegt der

Schlüssel in der Kooperation. Die OSK arbeitet sowohl in Wangen

im Allgäu als auch in Ravensburg sehr eng mit der niedergelassenen

onkologischen Gemeinschaftspraxis zusammen.

Innovative Modelle praktiziert die OSK auch in der Altersmedizin.

Die Geriatrische Rehabiliation am Heilig-Geist-Spital

Im Mittelpunkt stehen die jährlich

über 170.000 stationären wie ambulanten

Patienten/innen. Nicht irgendwelche

Nummern in einem anonymen

System, sondern jeder einzelne ein

ganz persönlicher Fall.

in Ravensburg gibt es seit zwei Jahrzehnten. Neuerdings

verfügt das EK Ravensburg über eine auf demenziell erkrankte

Patienten ausgerichtete Station sowie über eine eigene Palliativstation.

In Wangen im Allgäu wurde ein eigener Palliativbereich

eingerichtet.

Nicht allein der medizinische Fortschritt, sondern auch der

demografische Wandel verlangt von einem Klinikunternehmen

innovative Antworten. Die OSK stellt sich dieser Herausforderung.

Oberschwabenklinik gGmbH

Elisabethenstraße 17 · 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 87-0

info@@oberschwabenklinik.de

www.oberschwabenklinik.de

Der Gelenkersatz durch das Team um Prof. Dr. Andreas

Suckel ist ein medizinischer Schwerpunkt am Krankenhaus

Bad Waldsee

Am Westallgäu-Klinikum in Wangen im Allgäu greift

Chefarzt Dr. Günther Waßmer auf den Ortho-Piloten

bei der Platzierung künstlicher Gelenke zurück


88 Gesundheit LANDKREIS RAVENSBURG

Ein starker Gesundheitspartner

für ein Stück Leben

Waldburg-Zeil Kliniken Wer in einem der baden-württembergischen oder bayerischen Krankenhäuser

behandelt oder operiert wird, kommt oft in eine Waldburg-Zeil Rehabilitationsklinik

zur weiteren Therapie. Auf 60 Jahre Kompetenz in der medizinischen Rehabilitation können die

„Waldburg-Zeiler“ zurückblicken.

In mehreren Fachkliniken behandeln und operieren Waldburg-Zeil

Spezialisten außerdem seit mehreren Jahrzehnten

mit dem Schwerpunkt auf Lungenerkrankungen und Rheumaorthopädie.

Räumliche Nähe ist eine wesentliche Stärke, gepaart

mit medizinischem Know-how. Denn alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter wissen, welchen Stellenwert die Familie

für den Genesungsprozess hat, und setzen deshalb auf die

wohnortnahe Betreuung von Patienten in der wohltuenden

Umgebung des Allgäus. Diese schätzen auch Gäste und Patienten,

die von weiter her extra ins Allgäu kommen.

Die Waldburg-Zeil Kliniken nehmen sich Zeit für die Gesundheit.

Als privater Klinikverbund mit Schwerpunkt in Oberschwaben

arbeitet man Hand in Hand, wenn es darum geht,

die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen

und weiterzuentwickeln. Schwerpunkte sind Orthopädie,

Innere Medizin, Kardiologie, Onkologie, Pneumologie, Neurologie,

Psychosomatik für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Entscheidend für den Gesundheitsverbund ist dabei, dass private

und öffentlich-rechtliche Strukturen für die Genesung der

Patienten wohltuend miteinanderwirken.

Partnerschaften wie mit dem Klinikum Friedrichshafen oder

der Oberschwabenklinik, Allianzen und Kooperationen mit

Universitätskliniken, zum Beispiel in Ulm, nutzen die Waldburg-

Zeil Kliniken, um hier vor Ort auf höchstem Niveau behandeln

zu können. Viele Auszeichnungen der Fachgesellschaften unterstreichen

den Erfolg der medizinischen Arbeit. Entlastung

und Distanzierung vom Alltag bieten den richtigen Rahmen,

dass sich Menschen erholen und Kräfte tanken, damit sie beruflich

und privat ihr Leben wieder genießen können. Das sehen

Patienten, Selbsthilfegruppen und Krankenhäuser auch so. Sie

haben die Waldburg-Zeil Kliniken deshalb 2019 wieder unter

die besten deutschen Rehakliniken des „Focus Gesundheit“ gewählt.

Zu den Waldburg-Zeil Kliniken gehören zwei Fachkliniken,

neun Rehabilitationskliniken und ein Therapeutisches Bewegungszentrum.

Nimmt man alle zwölf Einrichtungen zusammen,

dann stellen sie 2.875 Klinikbetten bereit. Insgesamt beschäftigen

sie rund 3.000 Mitarbeiter. Auszeichnungen wie „Focus TOP

Nationaler Arbeitgeber“ zeigen, dass sich Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter im Waldburg-Zeil Klinikverbund wohlfühlen. Hier

In Fachkliniken, zum Beispiel in Wangen im Allgäu,

werden Patienten auf universitärem Niveau wohnortnah

behandelt. Dabei kooperieren die Waldburg-Zeil

Kliniken mit allen umliegenden Krankenhäusern.

Den Waldburg-Zeil Kliniken ist

eine ausgeglichene Work-Life-

Balance wichtig.


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LANDKREIS RAVENSBURG

Gesundheit

89

Eine stationäre Rehabilitation bringt Entlastung und Distanzierung vom Alltag –

das richtige Umfeld, um gesund zu werden.

zu arbeiten, bedeutet regelmäßige Arbeitszeiten mit (in Rehakliniken)

überwiegend freien Wochenenden, flexible Zeiteinteilung,

intensive Betreuung von Patienten und genügend Zeit

dafür. Menschen, die bei den Waldburg-Zeil Kliniken tätig sind,

haben ausreichend Zeit, ihre Arbeit sorgfältig zu verrichten. Die

unternehmensweite psychische Gefährdungsbeurteilung des

Institutes Dr. Gulmo ergab, dass die Waldburg-Zeil Kliniken

deutschlandweit auch da zu den vorbildlichen Arbeitgebern

gehören.

Mitarbeiter aller Gesundheitsberufe, ob aus dem medizinischen

Bereich, in der Therapie, Pflege oder auch aus dem pädagogischen,

kaufmännischen bzw. hauswirtschaftlichen Umfeld,

sind daran beteiligt, dass die den Kliniken anvertrauten

Menschen bestmöglich behandelt werden. Sie haben den notwendigen

Freiraum, um ihre Potenziale voll entfalten zu können.

Zielgerichtete Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen

unterstützen Mitarbeiter dabei, den wachsenden Anforderungen

gerecht zu werden. Denn: Sich um kranke Menschen zu

kümmern, ist eine besondere und erfüllende Aufgabe, die mitunter

sehr fordernd sein kann. Mit betrieblichem Gesundheitsmanagement

und einer Vielzahl von Angeboten wie beispielsweise

der Heimatcard, der betrieblichen Altersvorsorge oder

Unterstützung bei Zahnersatz bieten die Waldburg-Zeil

Kliniken ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein anspruchsvolles,

inspirierendes und „gesundes“ Umfeld.

Waldburg-Zeil Kliniken in Zahlen

Standorte: Isny im Allgäu-Neutrauchburg, Wangen im Allgäu,

Bad Wurzach, Bad Waldsee, Bad Saulgau, Aulendorf,

Oberammergau, Bad Füssing, Bad Salzelmen

Versorgte Patienten: 64.080

Betten: 2.875

Mitarbeiter: rund 3.000

Ausbildungsberufe m/w: Koch, Hotelfachkraft,

Gesundheits- und Krankenpfleger, Heilerziehungspfleger

Weiterbildung: Praktika für Ergo-, Physio- und

Sporttherapeuten, Ernährungsberater, FSJ/Bufdi,

(Angehende) Ärzte in verschiedenen Fachrichtungen

Waldburg-Zeil Kliniken

Riedstraße 16 · 88316 Isny im Allgäu

Tel. + 49 7562 71 1135

info@wz-kliniken.de

www.wz-kliniken.de


90 Gesundheit LANDKREIS RAVENSBURG

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Erstklassige Diagnostik

dank innovativer Labormedizin

MVZ Labor Ravensburg, Labor Dr. Gärtner

Als medizinisches Labor zählt das MVZ Labor

Ravensburg mit dem kompletten Spektrum der modernen Diagnostik zu Deutschlands

führenden Privatlaboratorien. Mit über 70 Jahren Unternehmensgeschichte ist es heute so

innovativ wie am ersten Tag.

Mitte des 20. Jahrhunderts war das Thema Labormedizin

vielerorts noch Neuland, als Dr. med. Kurt Gärtner den Schritt

wagte und abseits der Universitätslabore im Jahr 1947 in einer

Einzimmerwohnung in Weingarten das erste Privatlabor

Deutschlands gründete. Heute ist das MVZ Labor Ravensburg

auf dem Campus der Oberschwabenkliniken in Ravensburg

angesiedelt. Mit seinen über 400 Mitarbeitern präsentiert es

sich als modernes Institut und als führende labormedizinische

Einrichtung, die für erstklassige Diagnostik und breite Vernetzung

der gesamten Region steht.

Damals wie heute steht das Wohl des Patienten im Mittelpunkt.

Mehr als 3.000 niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen

sowie über 100 Krankenhäuser vertrauen auf die Labordiagnostik

des MVZ Labor Ravensburg. Der hervorragende Ruf

des Labors basiert auf der erfolgreichen Kombination von

höchster analytischer Qualität, kompetenter Beratung und innovativer

Diagnostikverfahren in den Feldern Labormedizin,

Mikrobiologie und Hygiene – dies wissen die Kunden weit über

die Grenzen Oberschwabens hinaus zu schätzen.

Die Labordiagnostik ist ein wesentlicher Bestandteil der ärztlichen

Diagnosefindung sowie der Verlaufs- und Behandlungskontrolle.

Viele Krankheiten können durch Laboruntersuchungen

erkannt werden. Ein gut funktionierendes EDV- gestütztes

Logistiknetz sorgt beim MVZ Labor Ravensburg darüber hinaus

dafür, dass Laborwerte umgehend übermittelt werden. Die täglich

eingehenden Untersuchungsanfragen und Proben werden

in kürzester Zeit bearbeitet, sodass die Befunde den behandelnden

Ärzten schnellstmöglich zur Verfügung stehen.

Seit seiner Gründung fühlt sich das Labor der Region und

ihren Menschen verbunden. Mit dem Anspruch an eine zeitgemäße

medizinische Analytik findet das MVZ Labor Ravensburg

hier die besten Voraussetzungen, den zukünftigen Aufgaben

und Herausforderungen bestens gerüstet entgegenzutreten.

Und als beständiger Arbeitgeber ist es stetig auf der Suche

nach engagierten Mitarbeitern aus Medizin und Naturwissenschaft,

die das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt ihrer Arbeit

stellen.

MVZ Labor Ravensburg GbR

Elisabethenstraße 11 · 88212 Ravensburg

Tel. +49 751 502-0

info@labor-gaertner.de

www.labor-gaertner.de


Anzeige

LANDKREIS RAVENSBURG

Gesundheit

91

Bei der Gesundheit auf die

Expertise von Spezialisten vertrauen

Dreiländerklinik Ravensburg

In der Dreiländerklinik Ravensburg leistet ein spezialisiertes

Fachärzteteam einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit. Bei der optimalen medizinischen

Versorgung hat die vertrauensvolle Nähe zum Patienten oberste Priorität.

Bestmögliche medizinische Versorgung, ausgezeichnete

fachliche Beratung und Betreuung sowie kompetente Informationen

rund um das Thema Gesundheit – das gewährleistet die

Dreiländerklinik Ravensburg Praxis Dr. Kretschmer & Kollegen.

Mit der Übernahme der früheren Dreiländerklinik durch das

kompetente Expertenteam unter der Leitung von Dr. Ralf

Kretschmer am 1. Januar 2017 befinden sich die Praxis und das

ambulante OP-Zentrum nun wieder unter einem Dach.

Die Dreiländerklinik steht für ein breit gefächertes Spektrum

an klinischen Leistungen. Das umfassende medizinische

Angebot des hochspezialisierten Kompetenzzentrums reicht

von der Allgemein-, Enddarm- und Venenchirurgie über die

operative und konservative Orthopädie, wie zum Beispiel die

Fuß- und Handchirurgie oder Osteoporose-Behandlung, bis

hin zur Unfallchirurgie. Der hohe Spezialisierungsgrad der Ärzte

garantiert bestmögliche medizinische Kompetenz in jedem

der angebotenen Fachbereiche.

In der Dreiländerklinik Praxis Dr. Kretschmer & Kollegen

steht der Mensch im Mittelpunkt. Die qualifizierten und sehr

erfahrenen Fachärzte begeistern ihre Patienten mit überdurchschnittlicher

Leistung, hohem Engagement, bestmöglichen

Therapieerfolgen, freundlicher Atmosphäre, umfassender und

ausführlicher Betreuung und so wenig Bürokratie wie möglich.

„Wir beraten, betreuen und behandeln unsere Patienten fachlich

auf höchstem Niveau, ohne den Menschen und seine individuelle

Gesundheitsgeschichte zu vergessen. Das ist unsere

Maxime im klinischen Alltag“, betont Dr. Ralf Kretschmer.

Das Team der Dreiländerklinik besteht aus sieben Ärzten

und mehr als 30 festen und externen Mitarbeitern. Jährlich

werden hier rund 15.000 Patienten behandelt und 2.500 ambulante

Operationen durchgeführt. Somit ist die Dreiländerklinik

Ravensburg Praxis Dr. Kretschmer & Kollegen ein wichtiger Bestandteil

des lokalen Gesundheitswesens der Region. „Unser

Team ist für Sie da, mit Rat und Tat und mit dem Herz an der

richtigen Stelle“, unterstreicht Dr. Ralf Kretschmer, „lassen Sie

sich von uns begeistern und erleben Sie bei uns in der Dreiländerklinik

Kompetenz mit Herz.“

Dreiländerklinik Ravensburg

Wilhelm-Hauff-Straße 41 · 88214 Ravensburg

Tel. +49 751 366500

info@dreilaenderklinik.de

www.dreilaenderklinik.de

Praxisinhaber Dr. med. Ralf Kretschmer


92 Gesundheit LANDKREIS RAVENSBURG

Das Gesundheitsamt

Von Aidsberatung bis Wasserüberwachung

Gesundheitsförderung und Prävention haben die Aufgabe, Gesundheit zu erhalten,

Krankheiten zu verhüten oder vorhandene Krankheiten zu mildern. Neben Impfaufklärung

und Schuluntersuchungen ist dabei der Schutz des Einzelnen und der Allgemeinheit

vor Infektionen eine zentrale Aufgabe.

Das Gesundheitsamt ist neben den Haus- und Fachärzten/

innen Ansprechpartner bei allen Fragen rund um das Thema

Impfungen und deren Nutzen. Ein weiteres Angebot ist die Beratungsstelle

für sexuelle Gesundheit/HIV-Beratung, die alle

Bürger/innen anonym und kostenfrei in Anspruch nehmen

können. Der Gesundheits- und Infektionsschutz des Gesundheitsamtes

umfasst

• die Prävention durch Information und Aufklärung

• die Beobachtung der epidemiologischen Situation, insbesondere

durch das Meldewesen

• die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten

• die Erfassung und Bewertung von Krankheiten

• die Überwachung von Wasserversorgungsanlagen, Hallenbädern

und Badegewässern.

Das Gesundheitsamt überwacht zudem die Hygiene von

Krankenhäusern, (Kur-)Kliniken, ambulanten OP-Zentren, Praxen,

Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen

sowie Camping- und Zeltlagerplätzen. Es ist weiterhin Aufsichtsbehörde

über Alten-, Pflege- und Behindertenheime.

Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst ist neben den

Praxen und Kliniken die „dritte Säule“ des Gesundheitswesens

für Kinder und Jugendliche. Hierunter fallen vor allem die Einschulungsuntersuchungen

(ESU) und das Angebot der Zahngesundheitsförderung.

Des Weiteren führt der amts- und gerichtsärztliche Dienst

Untersuchungen und Gutachten im öffentlichen Interesse

durch. Die Zuständigkeit ist durch Gesetze und Rechtsverordnungen

gegeben. Die Ärzte/innen am Gesundheitsamt sind

unabhängige Gutachter/innen im Auftrag von Behörden und

Gerichten. Amtsärztliche Zeugnisse werden unparteiisch, interessenunabhängig,

objektiv und neutral erstellt.

Das Gesundheitsamt Ravensburg gehört seit 1992 zu den

vier speziellen Beobachtungsgesundheitsämtern in Baden-

Württemberg, die Informationen über die Auswirkungen der

Umweltbelastung auf die menschliche Gesundheit sammeln.

Neben den genannten „klassischen“ Aufgaben gewinnen neue

Herausforderungen zunehmend Bedeutung. So erstellt das Gesundheitsamt

Gesundheitsberichte, koordiniert und moderiert

die Zusammenarbeit der gesundheitlich relevanten Akteure im

Landkreis in der Kommunalen Gesundheitskonferenz und bekämpft

die Gefahr multiresistenter Erreger (MRE) in einem

Netzwerk.

Auch in Fragen der Gesundheitsförderung und Prävention

spielt Zusammenarbeit, insbesondere überregionale Zusammenarbeit,

eine immer größere Rolle. Das Gesundheitsamt engagiert

sich hier als internationaler Projektkoordinator im Rahmen

von EU-Förderungen. Ein aktuelles Beispiel ist das Projekt

„Kinder im seelischen Gleichgewicht“ mit dem Ziel, in der Bodenseeregion

die psychische Gesundheit von Kindern zu fördern,

psychischen Erkrankungen bei Kindern entgegenzuwirken,

bestehende Angebote über die Grenzen hinweg zu

vernetzen und die Zusammenarbeit im Bereich psychische Gesundheit

zu verbessern. Im Rahmen des „Siegels Gesunde Schule“

setzt sich das Gesundheitsamt zusammen mit verschiedensten

Akteuren und in enger Kooperation mit dem Bodenseekreis

für eine gesundheitsförderliche Schulentwicklung ein.

www.rv.de/GE


LANDKREIS RAVENSBURG

Gesundheit

93

Tierwohl und Verbraucherschutz

Gesunde Tiere – sichere Lebensmittel

Die Einsatzbereiche der Amtstierärzte/innen sowie Veterinärhygiene- und Lebensmittelkontrolleure/innen

des Veterinär- und Verbraucherschutzamtes des Landratsamtes sind vielfältig

und anspruchsvoll. Regelmäßige amtliche Kontrollen und Probenahmen garantieren höchste

Sicherheit in Bezug auf Tiergesundheit, Tierschutz und Lebensmittel.

Für Tiere und Lebensmittel gelten sowohl enge nationale

als auch umfangreiche europäische Regelungen. Ihre Einhaltung

zum Wohl von Mensch und Tier sicherzustellen, ist Aufgabe

des Veterinäramtes.

Im größten Veterinäramt Baden-Württembergs haben die

Kontrolleure/innen im Veterinärdienst und in der Lebensmittelüberwachung

aktuell etwa 10.000 Betriebe zu überprüfen. Neben

der Aufsicht über mehr als 6.000 Tierhaltungen ist das Veterinäramt

im Landkreis auch wichtiger Ansprechpartner

insbesondere für die lokalen exportorientierten Molkerei- und

Fleischbetriebe. Gerade die Käsereien im oberschwäbischen

Allgäu erfreuen sich einer starken regionalen und internationalen

Nachfrage. Da die Rinder- und Milchviehhaltungen den

Schwerpunkt der Nutztierhaltungen im Landkreis bilden, kümmern

sich auch zahlreiche Viehhandels- und Transportunternehmen

um die Vermarktung von Zucht- und Nutzrindern.

Überregionaler Viehverkehr, Tierausstellungen und Viehmärkte

müssen angezeigt werden und unterliegen der amtstierärztlichen

Überwachung. Gerade im Tiertransport sind hohe Tierschutzstandards

zu erfüllen, deren Einhaltung von den Mitarbeitenden

der Veterinärbehörde überwacht wird.

Gesunde Tiere, artgemäße Tierhaltung und einwandfreies

Tierwohl im Blick

Zur Verhütung übertragbarer Tierkrankheiten hat das Veterinäramt

zahlreiche Tiergesundheitsprogramme zu überwachen,

wie z. B. die Bekämpfung der Blauzungenkrankheit, des

Herpesvirus und der Virusdiarrhoe beim Rind (BTV, BHV1, BVD),

der Geflügelpest oder der Tollwut. Amtstierärzte/innen müssen

ständig gegen Bedrohungen durch Tierseuchen wie Afrikanische

Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche gerüstet

sein und im Seuchenfall rasch Sanierungsmaßnahmen einleiten.

Als berufene Tierschützer/innen kümmern sich die

Amtstierärzte/innen des Veterinäramtes um das Wohlbefinden

der Tiere durch regelmäßige oder außerplanmäßige Betriebsbesuche

bei gewerblichen, landwirtschaftlichen und privaten

Tierhalter/innen. Das Veterinäramt berät über artgerechte Tierhaltung,

erstellt Stellungnahmen für den Bau von Ställen und

wirkt darüber hinaus regelmäßig bei Sachkunde-Schulungen

für Landwirte/innen, Heimtierhalter/innen, Zoofachverkäufer/

innen und Tiertransporteure/innen mit. Neben diesen Aufgaben

wacht die Behörde auch darüber, dass alle Vorschriften, die

mit Tierverkehr, Tierarzneimitteln und tierischen Produkten zusammenhängen,

eingehalten werden. Dazu gehören u. a. die

Zulassung und Überwachung von Biogasanlagen und der

Schutz der Umwelt vor schädigenden Einflüssen durch Tiere,

tierische Erzeugnisse oder Abfälle. Bei Bedarf werden auch eigene

Kontrolleure/innen und Hygienefachkräfte ausgebildet.

Qualität und Sicherheit für Verbraucher/innen –

Anlaufstelle für Beschwerden

Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nehmen in

der breiten Öffentlichkeit einen sehr hohen Stellenwert ein.

Das Veterinär- und Verbraucherschutzamt sorgt als untere Lebensmittelüberwachungsbehörde

dafür, dass die Anforderungen

einer modernen Gesellschaft an unbedenkliche Nahrungsund

Genussmittel, aber auch an kosmetische Mittel und

Bedarfsgegenstände eingehalten werden. Hierzu müssen nicht

nur Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetriebe laufend überwacht

und die Genuss tauglichkeit des Fleisches beurteilt werden.

In regelmäßigen Abständen sind alle Betriebe, die Lebensmittel

herstellen, verarbeiten oder verkaufen, unangemeldet

zu kontrollieren. Um möglichst hohe Sicherheitsstandards für

Verbraucher/innen zu gewährleisten, sind risikoorientierte

Hygienekontrollen von großer Bedeutung. Diese Kontrollen

werden von Lebensmittelkontrolleuren/innen und tierärztli-


94 Gesundheit LANDKREIS RAVENSBURG

chen Sachverständigen durchgeführt. Besonderes Augenmerk

legen die Inspekteure/innen auf etwaige Täuschungen

und Irreführungen der Verbraucher/innen, beispielsweise

durch falsch gekennzeichnete, wertgeminderte oder verdorbene

Erzeugnisse. Die Lebensmittelkontrolleure/innen nehmen

amtliche Proben, gehen dabei auch Verbraucherbeschwerden

nach und gewährleisten – speziell bei

lebensmittelbedingten Erkrankungen – durch Einleitung fachspezifischer

Untersuchungen den Gesundheitsschutz der Verbraucher/innen.

Beschwerden über Hygienemängel in Lebensmittelbetrieben,

Verstöße gegen lebensmittelrechtliche

Bestimmungen oder gesundheitliche Beschwerden nach dem

Verzehr eines Lebensmittels können telefonisch, persönlich

oder schriftlich erfolgen. Vor diesem Hintergrund ist ein hoch

qualifiziertes Personal für das breit gefächerte und anspruchsvolle

Tätigkeitsgebiet erforderlich. Die Qualifikationen der Lebensmittelkontrolleur/innen

und der tierärztlichen Sachverständigen

garantieren durch regelmäßige Fortbildung ein

hohes Niveau in der amtlichen Überwachung.

Eine Veröffentlichung auffälliger Betriebe kann auf der

Website des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

abgerufen werden: www.verbraucherinfo.ua-bw.de

www.rv.de/VET


LANDKREIS RAVENSBURG

Gesundheit

95

Kur und Erholung

Ein bisschen wie im Paradies

Es ist kein Geheimnis, dass der Landkreis Ravensburg zu den besonders reizvollen und erlebnisreichen

Kur- und Erholungslandschaften im Land gehört. Das zeigt die Zahl der jährlichen

Übernachtungen von derzeit rund 1,95 Millionen.

Traditionsgemäß entfällt der größere Teil dieser Übernachtungen

auf die Heilbäder und Kurorte Bad Waldsee, Bad Wurzach,

Isny im Allgäu, Aulendorf und Wolfegg. Doch die steigende

Zahl der Urlauber/innen in Luftkur- und Erholungsorten wie

Wangen im Allgäu, Kißlegg oder Waldburg beweist, dass der

Landkreis Ravensburg immer mehr zum beliebten Reise- und

Erholungsziel wird. Kein Wunder, denn die abwechslungsreiche

Landschaft Oberschwabens und des Allgäus hat – als unmittelbarer

Nachbar des Bodensees und der Alpen sowie als

Heimat der „Oberschwäbischen Barockstraße“ – auch einiges

zu bieten. Wo sonst findet man so viele Burgen, Schlösser, barocke

Kirchen und Klöster, so viele liebevoll renovierte mittelalterliche

Städte auf so engem und leicht „erfahrbarem“ und erwanderbarem

Raum? Dazu die unzähligen romantisch und

versteckt liegenden Seen, Flüsse und Bäche mit ihren vielseitigen

Möglichkeiten für die Freizeitbetätigung. Gerade für Familienferien

bietet der Landkreis Ravensburg einen idealen Ausgangsort,

der seine Attraktivität aus dem bekannten

Ravensburger Spieleland“ ebenso bezieht, wie aus dem vielfältigen

Besichtigungs- und Betätigungsangebot und den nicht

minder breit gefächerten kulturellen Angeboten.

www.schwaebische-baederstrasse.de

Fünf Heilbäder und

Kurorte bieten beste Voraussetzungen

für Rehabilitation,

Gesundheitsvorsorge

und Erholung.

Zur Gesundheit trägt nicht nur die

medizinische Behandlung, sondern

bereits im Vorfeld von Erkrankungen

oder im Rahmen von Vorsorge und

Rehabilitationsmaßnahmen eine

positive Lebenseinstellung bei. Sie

wird durch die Vielfalt der oftmals

gesundheitsorientierten Freizeitangebote

in den Heilbädern und

Kurorten vermittelt.


96 Soziales Leben LANDKREIS RAVENSBURG

Jobcenter Landkreis Ravensburg

Leistungen für Arbeitsuchende

Der Landkreis Ravensburg ist als kommunaler Träger für die Leistungen der Grundsicherung für

Arbeitsuchende (SGB II) zuständig. Das Jobcenter bietet sämtliche Leistungen nach dem SGB II

aus einer Hand an.

Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II

Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende

haben alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die das 15.

Lebensjahr vollendet, die Altersgrenze nach § 7a noch nicht erreicht

und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik

Deutschland haben. Leistungen können auch Personen erhalten,

die mit einem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen im gleichen

Haushalt zusammenleben und den Haushalt wirtschaftlich gemeinsam

betreiben. Man spricht dann von einer sogenannten

Bedarfsgemeinschaft.

eine einheitliche Grundsicherung. Sie umfasst die Regelbedarfe,

etwaige Mehrbedarfszuschläge sowie angemessene Kosten für

die Unterkunft.

Regelbedarfe

Die Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts umfasst

Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Haushaltsenergie,

Bedarfe des täglichen Lebens sowie Beziehungen zur Umwelt

und Teilhabe am kulturellen Leben.

Erwerbsfähigkeit

Erwerbsfähig ist, wer unter den üblichen Bedingungen des

allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig

sein kann und nicht wegen Krankheit oder Behinderung

auf absehbare Zeit daran gehindert ist.

Mehrbedarfszuschläge

Bei Schwangerschaft, für Alleinerziehende, für Menschen mit

Behinderung sowie für Menschen, die aus medizinischen Gründen

einer kostenaufwendigen Ernährung bedürfen, kann monatlich

ein Mehrbedarf zusätzlich zum Regelsatz gewährt werden.

Hilfebedürftigkeit

Hilfebedürftig ist, wer seinen Lebensunterhalt oder den der

Mitglieder seiner Bedarfsgemeinschaft nicht oder nicht ausreichend

aus eigenen Kräften und Mitteln, vor allem durch Einsatz

der Arbeitskraft oder durch anrechenbares Einkommen oder Vermögen

bestreiten kann bzw. die erforderliche Hilfe nicht durch

Dritte oder von Trägern anderer Sozialleistungen erhält.

Ausländische Mitbürger/innen

Ausländische Mitbürger/innen können Leistungen erhalten,

wenn ihnen die Aufnahme einer Beschäftigung in der Bundesrepublik

Deutschland erlaubt ist oder diese Erlaubnis möglich wäre.

Geldleistungen

Alle erwerbsfähigen Menschen, die ihren Lebensunterhalt

nicht aus eigenen Mitteln und Kräften decken können, erhalten

Kosten der Unterkunft

Leistungen für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der

tatsächlichen Aufwendungen erbracht, soweit diese angemessen

sind. Die Höhe der angemessenen Unterkunftskosten richtet sich

nach dem Wohnort und der Anzahl der Haushaltsmitglieder.

Einmalige Beihilfen

Bei Bedarf können einmalige Leistungen zur Erstausstattung

der Wohnung und für Bekleidung sowie zur Miete und Reparatur

von therapeutischen Geräten und Ausrüstungen gewährt werden.

Bildungs- und Teilhabepaket

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Arbeitslosengeld

II, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

erhalten oder deren Eltern den Kinderzuschlag

oder Wohngeld beziehen, haben einen Rechtsanspruch

auf Leistungen des Bildungspakets. Das Bildungs- und Teilhabe-


LANDKREIS RAVENSBURG

Soziales Leben

97

paket umfasst die Mehraufwendungen für Mittagessen in Kindertagesstätte,

Schule und Kindertagespflege, die Lernförderung, die

Bereiche Kultur, Sport und Mitmachen (z. B. Mitgliedschaft im

Sportverein), den persönlichen Schulbedarf, die ein- und mehrtägigen

Ausflüge sowie die Schülerbeförderung.

Ziel der Eingliederung in Arbeit. Darüber hinaus müssen erwerbsfähige

Leistungsberechtigte alle Möglichkeiten zur Beendigung

oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen.

Arbeitgeberservice

Unterstützung bei der Integration in Arbeit

Für die Beratung und Unterstützung bei der Integration in

Arbeit sind Fallmanager/innen verantwortlich. Die Kernelemente

des Fallmanagements sind „Fördern und Fordern“. Das Jobcenter

unterstützt dabei erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit dem

Der Arbeitgeberservice unterstützt die Unternehmen bei der

Stellenbesetzung und bietet eine schnelle und passgenaue Vermittlung

qualifizierter Bewerber/innen sowie eine Beratung über

mögliche Eingliederungsleistungen an.

www.rv.de/JO

Positives Menschenbild

Jobcenter Ravensburg

Motivation

Dialogkultur

Ermutigung

Perspektivenentwicklung

Individualität

Ausbildungsvermittlung

Arbeitsvermittlung

Sozialer Arbeitsmarkt

Qualifizierung

Werte

Transparenz

Beteiligung

Zielgruppenorientierung

Ressourcenfokussierung

Fordern

und

Fördern

Rechtskreisübergreifende

Zusammenarbeit

Jugendamt

Sozial- und Inklusionsamt

Migrationsamt

Bundesagentur für Arbeit

Sozialraumorientierung

150 Mitarbeitende

7 Sachgebiete

4 Standorte

Bedarfsorientierung

Einzelcoaching

Soziale Teilhabe

Gesundheitsorientierung

Aufsuchende Sozialarbeit

Finanzielle Leistungen

Regelbedarfe

Kosten der Unterkunft

Mehrbedarfszuschläge

Einmalige Beihilfen

Bildungs- und Teilhabepaket

www.rv.de/JO

Alle Leistungen im Überblick + Kontaktdaten + Erklärvideos


98 Soziales Leben LANDKREIS RAVENSBURG

Perspektiven für

Arbeitssuchende in der Region

DiPers GmbH

Arbeitsuchende Menschen, vor allem diejenigen, die bereits von längerer

Erwerbslosigkeit betroffen sind, benötigen Hilfe und Unterstützung. Ihnen neue Perspektiven

zu eröffnen und den Weg zurück in den ersten Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu ermöglichen,

das ist die Kernaufgabe der DiPers GmbH.

Das Bildungs- und Beschäftigungsunternehmen wurde

ursprünglich als Verein gegründet und im Jahr 1998 in eine gemeinnützige

GmbH mit dem Landkreis Ravensburg als alleinigem

Gesellschafter umgewandelt. Im Fokus der DiPers GmbH

stehen heute die Durchführung von sozial- und arbeitsmarktpolitischen

Maßnahmen für langzeitarbeitslose Menschen sowie

Schülerinnen und Schüler in den Vorbereitungsklassen der

Beruflichen Schulen.

Angefangen hat die Geschichte der DiPers bereits im Jahr

1995, als Mitarbeiter des Landratsamtes und andere sozial

engagierte Personen den Verein DiPers – „Die Perspektive“

gründeten. Ziel des Vereins war es, damalige Bezieher von Sozialhilfeleistungen

möglichst dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu

integrieren. Es folgte im Jahr 1998, im Zuge der Ausweitung

des Angebots der Hilfe zur Arbeit, die Gründung einer gemeinnützigen

GmbH in der alleinigen Trägerschaft des Landkreises

als Gesellschafter, um die erfolgreiche Arbeit für und mit Arbeitslosen

im Landkreis Ravensburg zu intensivieren. Das Bistro

im Foyer des Landratsamtes und ein Bekleidungsservice für

Asylbewerber und Flüchtlinge etablierten sich in dieser Zeit als

innovative Sozialprojekte.

Mit der Einführung des Sozialgesetzbuches II, der Grundsicherung

für Arbeitsuchende, erweiterten sich die Tätigkeitsfelder

der DiPers GmbH. Wichtige Zielgruppen am Arbeitsmarkt,

wie Jugendliche oder Alleinerziehende, werden seitdem

besonders gefördert, ebenso wurden Arbeitsgelegenheiten

(1-Euro-Jobs) geschaffen und betreut.

Als der Landkreis Ravensburg am 1. Januar 2012 die Zuständigkeit

als kommunaler Träger für die Leistungen der

Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II erhielt

und zur Aufgabenwahrnehmung das Jobcenter Landkreis Ravensburg

einrichtete, änderte sich auch das Firmenportfolio.

Im Rahmen einer bürgerfreundlichen und wirksamen Arbeitsvermittlung

wurde die Gesellschaft in die strategische arbeitsmarktpolitische

Neuausrichtung des Jobcenters konzeptionell

mit eingebunden und entwickelte sich zum Beschäftigungsund

Maßnahmenträger, der sich am arbeitsmarkt- und sozialpolitischen

Auftrag des Landkreises Ravensburg orientiert und

zusätzlich in der freiwilligen Jugendhilfe tätig ist. Die DiPers

GmbH ist seither ein nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung

Arbeitsförderung zertifizierter Bildungs-


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LANDKREIS RAVENSBURG

Soziales Leben

99

träger, dessen Unternehmensfelder die Standards der neusten

Norm ISO 9001 erfüllen.

Am Standort Weingarten und der Außenstelle Leutkirch im

Allgäu finden in ansprechenden Schulungsräumen arbeitsmarktpolitische

Maßnahmen zur Hinführung auf den allgemeinen

Arbeitsmarkt statt. Beispielhaft zu nennen sind die im

Gruppenverbund durchgeführten Maßnahmen JobTrain, die

alle Fragen und Bedarfe rund um den Bewerbungsprozess abdecken

und mittels Matchingstrategien und gesundheitspräventiven

Trainings unmittelbare Vermittlungen in Arbeitsverhältnisse

generieren oder die Maßnahme MoVe (Motivation

und Veränderung), die Arbeitstugenden auffrischt und langzeitarbeitslosen

Menschen zielführende Qualifikationselemente

vermittelt. Im Einzelcoaching werden gravierende Vermittlungshemmnisse

aufgedeckt und bearbeitet. Zudem wird eine

zukunftsgerichtete Integrationsstrategie entwickelt und mittels

Profiling und Stärkenanalysen ein objektives Leistungsbild

erstellt, welches den Einzelnen befähigt, die erfolgversprechenden

Schritte in Richtung Arbeitsmarkt gehen zu können.

Als Beschäftigungsträger bietet die Gesellschaft langzeitarbeitslosen

Menschen in begrenztem Umfang Arbeitsverhältnisse

im Dienstleistungsbereich an, um deren Chancen auf

eine dauerhafte Anstellung signifikant zu erhöhen. Flankierende

Leistungen in Form der aufsuchenden Sozialarbeit und der

Unterstützung bei der Suche nach kostengünstigem Wohnraum

bei drohender Obdachlosigkeit ergänzen das Leistungsspektrum.

Der Leitgedanke, dass Betroffene aus eigener Kraft und

ohne Transferleistungen ihr Erwerbsleben selbst gestalten können,

steht für Peter Kneisel, Geschäftsführer der DiPers GmbH,

und seine Mannschaft immer im Vordergrund des täglichen

Handelns und überzeugt mit hohen Vermittlungsquoten: Jährlich

können rund 200 bis 300 Personen ihre Arbeitslosigkeit

unmittelbar beenden und für viele andere Personen steigen

die Eingliederungschancen nachhaltig.

Alle Programme und Maßnahmen tragen den unterschiedlichen

Zielgruppen Rechnung und sind jeweils speziell für Jugendliche

und junge Erwachsene (U25), Alleinerziehende,

Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund, Langzeitleistungsbezieher

oder Ältere konzipiert.

Darüber hinaus ist die DiPers GmbH seit dem Jahr 2015 Träger

der freiwilligen Jugendhilfe und betreut benachteiligte

Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Jugendberufshilfe

und der neuen Schulform AVdual an den Beruflichen Schulen

des Landkreises Ravensburg mit dem Ziel, diese in eine Ausbildungsstelle

oder ein Beschäftigungsverhältnis zu integrieren

und präventiv Schulabbrüche zu vermeiden.

DiPers GmbH

Sauterleutestraße 34 · 88250 Weingarten

Tel. +49 751 35450-0

info@dipers.de

www.dipers.de


100 Soziales Leben LANDKREIS RAVENSBURG

Das Jugendamt: Unterstützung

für Kinder, Jugend und Familie

Das Jugendamt des Landratsamtes fördert positive Lebensbedingungen für junge

Menschen und Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt. Die

Aufgaben des Jugendamts sind dabei sehr vielfältig.

Soziale Dienste

Die Sozialen Dienste beraten bei Fragen zu Erziehung, Trennung

und Scheidung, bei Familienproblemen und bei der Entwicklung

eines einvernehmlichen Konzepts für die Wahrnehmung

der gemeinsamen elterlichen Sorge nach einer

Trennung. Sie unterstützen die Familiengerichte bei der Regelung

der elterlichen Sorge. Weiterhin beraten sie Jugendliche

bei Problemen und schützen Kinder und Jugendliche vor Kindeswohlgefährdungen.

Sollten mit dem Ziel, dass die Erziehung

in der Familie wieder gelingen kann, Hilfen zur Erziehung

notwendig sein, werden diese gemeinsam mit den Familien

geplant und umgesetzt. Weitere Aufgaben der Sozialen Dienste

sind die Beratung und Begleitung bei einer Adoption, die

Beratung und Begleitung von Jugendlichen in der Jugendgerichtshilfe,

die Kindergartenfachberatung, die Unterstützung

von Alleinerziehenden und Patchworkfamilien im Programm

„Tandem“, die frühen Hilfen in den ersten Lebensjahren, die Familienbildung

zur Stärkung der Erziehungskompetenz sowie

die Unterstützung von Familien, bei denen die Eltern psychisch

belastet sind im Projekt „KiP – Kinder psychisch kranker Eltern“.

Förderung positiver Lebensbedingungen für Kinder,

Jugendliche und ihre Familien

Die Jugendhilfe im Landkreis Ravensburg setzt auf die präventive

Nutzung von Ressourcen im Sozialraum der Familien.

Dementsprechend fördert das Jugendamt über Programme

wie „Kinder, Jugend und Familie“ und „Förderrichtlinie Schulsozialarbeit“

verschiedene Projekte, Angebote und die Schulsozialarbeit

im Landkreis Ravensburg.

www.rv.de/JU

Beistandschaften – Pflegschaften – Vormundschaften

Fragen zur Abstammungsklärung, Unterhaltsansprüche

von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie

Fragen rund um das Thema Sorgerecht stehen im Mittelpunkt

dieser Angebote.

Wirtschaftliche Jugendhilfe

Finanzielle Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien, wie

beispielsweise die finanzielle Umsetzung von Jugendhilfemaßnahmen

und Beiträge für die Kindergärten, Kindertageseinrichtungen

und Kindertagespflege, wenn das eigene Einkommen

nicht ausreicht.

Unterhaltsvorschusskasse

Das Jugendamt gewährt minderjährigen Kindern von alleinerziehenden

Eltern Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz,

wenn vom anderen Elternteil kein oder zu wenig

Unterhalt gezahlt wird.

Die Förderung der Kinderund

Jugendarbeit durch

den Zukunftsplan Jugend

eröffnet neue Chancen für

junge Menschen.


LANDKREIS RAVENSBURG

Soziales Leben

101

Stabsstelle Sozialplanung

Planung kommunaler Sozialpolitik

Sozialplanung ist eine kommunale Querschnittsaufgabe, die sich mit der sozialen

Infrastrukturplanung und der kommunalen Sozialpolitik befasst.

Altenhilfefachberatung und -planung

Schwerpunkte der Altenhilfefachberatung und -planung

sind die Koordination, Vernetzung und Zusammenarbeit mit

allen gesellschaftlichen Kräften auf dem Gebiet der Altenhilfe,

die Mitwirkung bei der Kreisseniorenplanung bzw. bei der Erstellung

eines seniorenpolitischen Konzeptes sowie die Förderung

von Einrichtungen und Diensten in der Altenhilfe und des

Bürgerengagements.

Pflegestützpunkt

Der Schwerpunkt der Arbeit des Pflegestützpunktes im

Landkreis Ravensburg liegt in der umfassenden und unabhängigen

Auskunft und Beratung zur Auswahl und Inanspruchnahme

von Sozialleistungen und sonstigen Hilfsangeboten.

Bei der Erledigung dieser Aufgaben wird er durch Kooperationspartner,

die Zuhause Leben-Stellen der Caritas Bodensee-

Oberschwaben, unterstützt. Der Pflegestützpunkt koordiniert

auch alle für die wohnortnahe Versorgung und Betreuung in

Betracht kommenden gesundheitsfördernden, präventiven,

kurativen, rehabilitativen und sonstigen medizinischen sowie

pflegerischen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangebote.

Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung

Eine zentrale Aufgabe der Teilhabeplanung ist die Bestandserhebung

und Fortschreibung von Einrichtungen, Diensten

und Angeboten in der Region sowie die Bedarfsermittlung und

Entwicklung von Maßnahmen und Empfehlungen. Ziel der

Teilhabeplanung ist die Schaffung personenzentrierter Hilfen

für Menschen mit Behinderung. Neben einer Flexibilisierung

der Eingliederungshilfe und der Ambulantisierung der Versorgung

von Menschen mit Behinderung im Landkreis Ravensburg

steht die Gewährleistung einer flächendeckenden Versorgung

durch Dezentralisierung im Mittelpunkt der Kreisplanung.

Psychiatriekoordination

Im Rahmen der Psychiatrieplanung übernimmt der Landkreis

Ravensburg die Koordination der Hilfsangebote für Menschen

mit psychischen Erkrankungen in seiner Region. Ziel ist

es, möglichst bedarfsorientierte, wohnortnahe, flexible und

personenzentrierte Hilfen vorzuhalten. Dazu hat der Landkreis

Ravensburg gemeinsam mit den Trägern der gemeindepsychiatrischen

Versorgung der Region den Gemeindepsychiatrischen

Verbund (GPV) im Landkreis Ravensburg gegründet.

Suchthilfe und Suchtprävention

Hauptaufgabe im Bereich Sucht ist die Planung und Erarbeitung

von landkreisweiten Konzepten zur Suchtprävention

mit Schwerpunkt Primärprävention, die Koordination aller Initiativen

in diesem Bereich und die Mitwirkung bei kommunalen

und überregionalen Konferenzen und Arbeitsgruppen.

Zusätzliches Aufgabenfeld ist die Koordinierung des Suchthilfesystems

und die landkreisübergreifende Suchthilfeplanung.

Kontaktstelle für Selbsthilfe und Bürgerschaftliches

Engagement

Die Kontaktstelle informiert und berät interessierte Personen

sowie bestehende Selbsthilfegruppen über die Themen

Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement. Sofern im

Landkreis Ravensburg noch keine Selbsthilfegruppen zu einer

besonderen Lebenslage bestehen oder die Bildung einer zusätzlichen

Gruppe notwendig wird, bietet die Kontaktstelle

umfassende Unterstützung bei einer Neugründung an.

Kommunale Behindertenbeauftragte

Seit April 2018 üben zwei ehrenamtliche Kommunale Behindertenbeauftragte

dieses Amt gemeinsam aus. Zu ihren

Aufgaben gehören u. a. die Beratung des Landkreises in Fragen

der Politik für Menschen mit Behinderung sowie die Zusammenarbeit

mit der Landkreisverwaltung. Sie üben auch die

Funktion einer Ombudsfrau/eines Ombudsmannes aus.


102 Soziales Leben LANDKREIS RAVENSBURG

Sozial- und Inklusionsamt

Individuelle Hilfen für die Menschen

Mit dem Bundesteilhabegesetz wurde die Eingliederungshilfe am 1. Januar 2020 aus dem

„Fürsorgesystem“ der Sozialhilfe herausgeführt und ermöglicht dadurch jetzt mehr individuelle

Selbstbestimmung, ein modernes Recht auf Teilhabe und die dafür notwendigen

Unterstützungen.

Aufgabe der Sozialhilfe ist, nicht nur Armut zu verhindern,

sondern dem Empfänger eine Lebensführung zu ermöglichen,

die der Würde des Menschen entspricht. Sie ist eine Hilfe der

Gemeinschaft für jeden, der sich nicht selbst helfen und auch

nicht auf andere Unterstützung zählen kann. Sie soll ihn aber

auch in die Lage versetzen, sein Leben möglichst bald wieder

aus eigener Kraft zu gestalten. Grundsätzlich spielt es keine Rolle,

ob die Notlage selbst verursacht worden ist oder nicht. Wer

in Not geraten ist, erhält individuelle Hilfe, bei der die persönlichen

und wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt werden.

Sozialhilfe kann in Form von persönlicher Hilfe, als Geldleistung

oder als Sachleistung geleistet werden.

Die Sozialhilfe umfasst:

• Hilfe zum Lebensunterhalt

• Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

• Hilfen zur Gesundheit

• Hilfe zur Pflege

• Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten

• Hilfe in anderen Lebenslagen.

Hilfe zum Lebensunterhalt bzw. Grundsicherung im Alter

und bei Erwerbsminderung ist Personen zu leisten, die ihren

notwendigen Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend

aus eigenen Kräften und Mitteln, insbesondere aus ihrem Einkommen

und Vermögen, bestreiten können. Der Umfang der

Leistungen umfasst den Regelbedarf der Leistungsberechtigten,

die angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und

Heizung sowie in vertretbarem Umfang eine Teilhabe am sozialen

und kulturellen Leben in der Gemeinschaft.

Hilfe zur Pflege wird den Personen gewährt, die pflegebedürftig

sind, soweit ihnen nicht zuzumuten ist, dass sie die für

die Hilfe zur Pflege benötigten Mittel aus dem Einkommen und

Vermögen aufbringen und die gedeckelten Leistungen der

Pflegeversicherung nicht ausreichen, um ihren Bedarf zu decken.

Menschen mit Behinderung erhalten zusätzlich zu den allgemeinen

Sozialleistungen besondere Leistungen, um Benachteiligungen

im Arbeitsleben und bei der Teilhabe am Leben

in der Gesellschaft möglichst gar nicht erst entstehen zu

lassen, sie jedenfalls so schnell wie möglich zu überwinden

oder zumindest abzubauen.

Neben der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe werden

vom Sozial- und Inklusionsamt des Landratsamtes folgende

Sozialleistungen gewährt:

Wohngeld

Das Wohngeld dient der wirtschaftlichen Sicherung angemessenen

und familiengerechten Wohnens. Das Wohngeld

wird als Mietzuschuss oder als Lastenzuschuss für den selbst

genutzten Wohnraum geleistet und ist abhängig von der Familiengröße,

der Miethöhe und dem Einkommen.


LANDKREIS RAVENSBURG

Soziales Leben

103

Bundesausbildungsförderungsgesetz und Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

Das BAföG bzw. das AFBG sichert durch eine finanzielle Unterstützung

der Schüler/innen, Studierenden und Personen in

Meister/innenvorbereitung eine individuelle Ausbildungsförderung

bzw. eine berufliche Aufstiegsfortbildung.

Weitere Aufgabenbereiche

Im Rahmen des Schwerbehindertenrechts erfolgen insbesondere

auf Antrag die Feststellung über das Vorliegen einer

Behinderung und des Grades der Behinderung sowie die Ausstellung

und Verlängerung von Schwerbehindertenausweisen

ab einem Grad der Behinderung von wenigstens 50.

Das Soziale Entschädigungsrecht gewährt Menschen finanzielle

Unterstützung als Ausgleich für gesundheitsbedingte

Nachteile auf der Grundlage des Bundesversorgungs- und

Opferentschädigungsgesetzes sowie der Landesblindenhilfe.

Zuwendungen an Träger der Wohlfahrtspflege

Das Sozial- und Inklusionsamt fördert eine Vielzahl von

Leistungsangeboten anderer Träger, von der Fachberatungsstelle

des Dornahofs in Altshausen über die Ravensburger Tagesstätten

der Arkade e. V. bis zu den rechtlichen Betreuungen

des Betreuungsvereins St. Martin im Kreis Ravensburg e. V.

www.rv.de/SI

Schuldnerberatung

Die Schuldnerberatung berät Menschen mit Schuldenproblemen

oder in einer Situation der Überschuldung. Die persönliche

Beratung ist kostenlos und vertraulich.

Betreuungsbehörde

Die Betreuungsbehörde führt ehrenamtliche Betreuer/innen

und Familienangehörige in ihre Aufgaben ein. Sie berät

und unterstützt diese Personen auch bei der Durchführung ihrer

Aufgaben.

Zentrale Aufgabe der Sozialhilfe

ist es, alten oder behinderten

Menschen sowie

Menschen, die nicht mehr

erwerbstätig sein können, ein

menschenwürdiges Dasein zu

ermöglichen.


104 Soziales Leben LANDKREIS RAVENSBURG Anzeige

„Wir sind da und helfen,

wenn Menschen uns brauchen“

St. Elisabeth-Stiftung

Die St. Elisabeth-Stiftung bietet mit ihren Einrichtungen und

sozialen Diensten in Baden-Württemberg in vielen Lebensbereichen Unterstützung.

Rund 2.500 Mitarbeitende betreuen und fördern circa 4.500 hilfebedürftige Menschen.

„Wir sind da und helfen, wenn Menschen uns brauchen“ –

unter diesem Leitsatz sind 2.500 Mitarbeitende der St. Elisabeth-

Stiftung für Kinder und Jugendliche, für alte und kranke Menschen

und für Menschen mit Behinderung da. Die Wurzeln der

Stiftung liegen im Landkreis Ravensburg bei Bad Waldsee auf

dem Klosterberg in Reute: Dort haben die Franziskanerinnen

von Reute im Jahr 2000 ihre karitativen Werke in weltliche Hände

gegeben.

Heute gehören ganz unterschiedliche soziale Einrichtungen

und Dienste zwischen Ulm und dem Bodensee – und

darüber hinaus – zur St. Elisabeth-Stiftung: Wohn-, Qualifizierungs-,

Arbeits- und Freizeitangebote für Menschen mit Behinderungen

im Heggbacher Wohnverbund und im Heggbacher

Werkstattverbund, Wohnen mit Service, Pflegeheime und

Hospize in der Altenhilfe, eine Schule und Wohnangebote für

Kinder und Jugendliche mit Behinderung sowie mehrere

Kindertagesstätten im Bereich Kinder-Jugend-Familie. Teil der

Stiftung ist auch das von den Franziskanerinnen gegründete

Jordanbad mit seinen vielfältigen Angeboten. Außerdem ist

die Stiftung an weiteren Einrichtungen beteiligt, unter anderem

an drei Sozialstationen.

Innovativ ist die St. Elisabeth-Stiftung nicht nur fachlich, sondern

auch in der Personalpolitik. Ihr Lebensarbeitszeitmodell

zeitWERT haben sich zahlreiche andere Unternehmen zum

Vorbild genommen. Die Stiftung ist als familienfreundlicher

Arbeitgeber ausgezeichnet und bietet ihren Mitarbeitenden das

Tarifsystem des Deutschen Caritasverbands mit zahlreichen Sozialleistungen

wie einer Zusatzrente. Außerdem bietet die St.

Elisabeth-Stiftung eine große Bandbreite an Ausbildungsberufen

und Studienmöglichkeiten. Mit ihrer Ausbildungsinitiative

social4you verfolgt sie das Ziel, junge Menschen für einen sozialen

Beruf zu begeistern. Näheres dazu unter www.social4you.de

St. Elisabeth-Stiftung

Steinacher Straße 70 · 88339 Bad Waldsee

Tel.: +49 7524 906-100

service@st-elisabeth-stiftung.de

www.st-elisabeth-stiftung.de


Anzeige

LANDKREIS RAVENSBURG

Soziales Leben

105

Sozialunternehmen

mit Zukunft

Die Zieglerschen

Vor etwa 185 Jahren begann die diakonische Arbeit der Zieglerschen in

Wilhelmsdorf mit einer „Taubstummenanstalt“. Heute beschäftigt das moderne Sozialunternehmen

mehr als 3.300 Mitarbeitende an fast 60 Standorten. Rund 7.800 Menschen nehmen

pro Jahr die sozialen Dienstleistungen in Anspruch.

Mehr als 2.000 Arbeitsplätze im Landkreis Ravensburg sind

„erfüllt mit Leben“. Denn bei den Zieglerschen arbeiten

Menschen für Menschen: Sie betreuen Kinder, Erwachsene und

Senioren mit Behinderungen. Sie fördern Kinder mit Hör- und

Sprachproblemen. Sie pflegen Seniorinnen und Senioren. Sie

helfen Menschen mit einer Suchterkrankung. Sie unterstützen

Jugendliche in schwierigen Situationen. Die Zieglerschen, das

sind: Pflegefachkräfte und Sonderschullehrer, Gebäudereinigerinnen

und Psychologen, Erzieherinnen und Hauswirtschaftskräfte

und noch viele Berufsgruppen mehr. Unterstützt werden

sie von Freiwilligen, Auszubildenden und Ehrenamtlichen.

An fast 60 Standorten in Baden-Württemberg nehmen

rund 7.800 Menschen jedes Jahr die diakonischen Dienstleistungen

der Zieglerschen in Anspruch. Doch nur im Landkreis

Ravensburg sind die Zieglerschen mit allen fünf Hilfearten vertreten:

zum Beispiel mit der Behindertenhilfe, zu der auch die

bundesweit bekannte Haslachmühle bei Horgenzell gehört.

Die Altenhilfe der Zieglerschen betreibt im Landkreis insgesamt

vier Seniorenzentren und eine Diakonie-Sozialstation. Bekannt

sind auch die Hör-Sprachzentren in Ravensburg, Wilhelmsdorf

und Altshausen. Die Jugendhilfe bietet in Kleintobel

bei Ravensburg – zum Teil bundesweit einmalige – Bildungsangebote

der Erziehungshilfe an. Und auch die Suchthilfe ist

hier verwurzelt: Die Fachklinik Ringgenhof in Wilhelmsdorf

blickt auf eine 115-jährige Tradition zurück.

Wilhelmsdorf, der Stammsitz der Zieglerschen, wird von

den örtlichen Akteuren gerne als „Inklusionsgemeinde“ bezeichnet.

Denn hier gelingt, wie an kaum einem anderen Ort,

ganz selbstverständlich das Miteinander von Menschen mit

und ohne Behinderung, Senioren, Suchtpatienten, Asylbewerbern

und vielen anderen.

Das diakonische Fundament ihrer Arbeit haben die Zieglerschen

in ihrem Leitbild, das unter intensiver Mitarbeiterbeteiligung

erarbeitet wurde, benannt: „Diakonie ist gelebte Nächstenliebe

im Sinne Jesu. Wir vertrauen auf sein Wirken in

unserem Handeln.“ Auf Grundlage dieser Gewissheit haben

sich die Zieglerschen aus einer langen Tradition zu einem modernen,

dynamischen Sozialunternehmen entwickelt.

Die Zieglerschen e. V.

Pfrunger Straße 2, 88271 Wilhelmsdorf

Tel. +49 7503 929-0

info@zieglersche.de

www.zieglersche.de


106 Soziales Leben LANDKREIS RAVENSBURG

Amt für Migration und Integration

Anlaufstelle für Ausländer und Flüchtlinge

Im Amt für Migration und Integration des Landratsamtes sind die Bereiche Aufenthalt,

Beschäftigung und Integration für alle Ausländer sowie Leistungsgewährung, Unterbringung

und soziale Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen zusammengefasst.

Ausländerrecht

Alle ausländischen Mitbürger/innen, die außerhalb der dafür

selbst zuständigen Großen Kreisstädte Ravensburg, Weingarten,

Leutkirch im Allgäu und Wangen im Allgäu im Landkreis

Ravensburg leben, haben mit der Ausländerbehörde des

Amtes für Migration und Integration Kontakt. Hier werden Entscheidungen

zur Einreise, zum Aufenthalt und zur Erwerbstätigkeit

von Ausländern, die in den Gemeinden im Landkreis

Ravensburg leben, getroffen.

Unterbringung von Asylbewerbern/innen und Flüchtlingen

Unterstützt wird die

Sozialarbeit durch zahlreiche

Ehrenamtliche. Ihre

Unterstützung als Brückenbauer

zu den Bürgern und

Unternehmen ist unverzichtbar.

Asylbewerber/innen, die in Deutschland ankommen, werden

von den Erstaufnahmestellen des Landes auf die einzelnen

Landkreise verteilt. Zunächst benötigen die Menschen ein

Dach über dem Kopf. Im Landkreis Ravensburg ist die sogenannte

vorläufige („erste“) Unterbringung dezentral organisiert.

In acht Städten und Gemeinden werden derzeit vom Amt

für Migration und Integration Unterkünfte betrieben und betreut.

Asylbewerber/innen können nach Abschluss des Asylverfahrens

aus den landkreiseigenen Unterkünften der vorläufigen

Unterbringung ausziehen und im Landkreis eine eigene

Wohnung anmieten. Sollte das Asylverfahren länger dauern, ist

ein Auszug aus der vorläufigen Unterbringung nach zwei Jahren

möglich. Wer keine Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt

findet, wird nach einem festgesetzten Schlüssel auf die

Städte und Gemeinden des Landkreises verteilt, die für die sogenannte

Anschlussunterbringung zuständig sind.

Leistungsgewährung an Asylbewerber/innen

Asylbewerber/innen, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst

sicherstellen können, erhalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Soziale Betreuung von Asylbewerber/innen und Ehrenamt

Die neuzugewanderten Menschen, die in der vorläufigen

Unterbringung leben, benötigen weitere Unterstützung, damit

sie sich an ihrem neuen Wohnort und in einer ihnen fremden

Gesellschaft zurechtfinden können. Daher stehen ihnen Sozialarbeiter/innen

des Landkreises bei vielen Fragen des Alltags

zur Seite. Unterstützt wird die Sozialarbeit durch zahlreiche Ehrenamtliche.

Ihre Unterstützung als Brückenbauer zu den Bürgern/innen,

den Unternehmen, den örtlichen Vereinen und als

Integrationspaten ist unverzichtbar. In der sogenannten Anschlussunterbringung

wird die soziale Betreuung und Begleitung

von Neuzugewanderten durch meist kommunale Integrationsmanager/innen

erbracht. So wird die Inte gration auf

örtlicher Ebene fortgesetzt.

Integration im Landkreis Ravensburg

Neben den oben beschriebenen Bereichen hat das Amt für

Migration und Integration die Aufgabe, die Integration aller


LANDKREIS RAVENSBURG

Soziales Leben

107

Menschen mit Migrationshintergrund im Landkreis Ravensburg

zu fördern und zu unterstützen. Hierfür gibt es im Amt

eine Integrationsbeauftragte. Sie koordiniert die Integrationsarbeit

im Landkreis und vernetzt alle relevanten Partner der

Integrationsarbeit. Damit sorgt sie für Transparenz und sichert

den Zugang der Neuzugewanderten zu Hilfsangeboten, Bildungsmaßnahmen

und zum Arbeitsmarkt.

Bereits im Jahr 2008 wurde erstmals ein Integrationsplan

erstellt. Auf diesem aufbauend wurde 2017 unter Beteiligung

vieler Partner ein Integrationskonzept erstellt, das für die wichtigen

Handlungsfelder wie Sprache, Arbeit, Wohnen, Gesundheit,

Gesellschaft und Beratung Handlungsempfehlungen und

Maßnahmen aufzeigt. Helferkreise in der Migrantenarbeit, Initiativen

und Institutionen können für Integrationsprojekte eine

finanzielle Förderung erhalten; insbesondere für Engagierte in

der Asylbewerberarbeit werden Fortbildungen und Supervision

angeboten. Über einen Sprach- und Kulturmittlerpool können

Institutionen, Behörden und Ärzte/innen beim Landratsamt

ehrenamtliche Übersetzer/innen anfordern.

Förderung der deutschen Sprache

Wesentlich für die Integration in Bildung, Ausbildung, Beschäftigung

und Gesellschaft ist die Sprachförderung für alle

Neuzugewanderten. Weil die Voraussetzungen, aber auch die

Umstände des Erlernens und des Gebrauchs der deutschen

Sprache sehr unterschiedlich sind, werden vom Regionalen Bildungsbüro

des Landkreises angepasste Förderangebote zur

Verfügung gestellt. Mittel des Landkreises und des Landes

Baden-Württemberg werden sowohl für spezifische Kurse als

auch für passgenaue Bildungsmaßnahmen eingesetzt. Mehr

als 1.000 Teilnehmenden profitieren jährlich davon, sei es in geschlossenen

Kursen, als schul- und ausbildungsbegleitende

Angebote oder auch als integrierte Sprachbildung am Arbeitsplatz.

www.rv.de/MI


108 Soziales Leben LANDKREIS RAVENSBURG

Übersicht über die Beratungsstellen

im Landkreis Ravensburg

Beratungsstelle Zielgruppe Kontakt

Adoptionsberatung Personen mit Adoptionswunsch Jugendamt

Telefon 0751 / 85-3213

Freiwilliger Wohnungssuchdienst Benachteiligte Wohnungssuchende, DiPers GmbH

Kunden des Dezernates für Soziales und Arbeit Telefon 0751 / 35450-16

der Landkreisverwaltung

Jugendberufshilfe Beratung und Betreuung von Schülern DiPers GmbH

der beruflichen Schulen im Telefon 0751 / 35450-27

Landkreis Ravensburg

Kindergartenfachberatung Kommunen und Träger von Kindergärten Jugendamt

Telefon 0751 / 85-3214

KiP - Hilfe und Unterstützung für Kinder Kinder mit psychisch erkrankten Jugendamt

mit psychisch erkrankten oder oder belasteten Eltern Telefon 0751 / 85-3216

belasteten Eltern

Kontaktstelle für Selbsthilfe Selbsthilfegruppen Stabsstelle Sozialplanung

Telefon 0751 / 85-3119

Pflegestützpunkt Hilfe- und pflegebedürftige Menschen aller Stabsstelle Sozialplanung

Altersgruppen und deren Angehörige Telefon Ravensburg: 0751 / 85-3318 oder -3319

Wangen im Allgäu: 07522 / 996-3667

Bad Waldsee: 07524 / 97483317

Schuldnerberatung Überschuldete Privatpersonen und Sozial- und Inklusionsamt

Haushalte Telefon 0751 / 85-3181 oder -3182

Tagesmüttervermittlungsstelle Eltern, die eine flexible Jugendamt

Kinderbetreuung suchen Telefon 0751 / 85-3217

Pflegeeltern Beratung und Begleitung bei Jugendamt

Pflegeverhältnissen Schussental Süd: Telefon 0751 / 85-3233

Schussental Nord: Telefon 0751 / 85-3213

Landkreis RV-Nordwest: Telefon 07524 / 9748-3423

Allgäu-Süd: Telefon 07522 / 996-3725

Allgäu-Nord: Telefon 07522 / 996-3747


LANDKREIS RAVENSBURG

Soziales Leben

109

Vom Kreis geförderte Beratungsstellen

Beratungsstelle Zielgruppe Kontakt

Beratungsstelle gegen sexuellen Sexuell Missbrauchte und Betroffene Brennessel e.V.

Missbrauch „Brennessel“ Telefon 0751 / 3978

Beratungsstelle Grüner Turm Frauen, Paare, Jugendliche (Beratung pro familia Ortsverband Ravensburg

in Schwangerschaft und Elternzeit, Telefon 0751 / 24343

psycho-soziale Begleitung, Schwangerschafts-

Konfliktberatung, Sexualberatung, sexuelle Bildung)

Betreuungsverein St. Martin Privatpersonen und Betreuungsgerichte Betreuungsverein St. Martin im Kreis Ravensburg e. V.

Telefon 0751 / 17870

Betreuungsverein Wilhelmsdorf Privatpersonen und Betreuungsgerichte Die Zieglerschen

Telefon 07503 / 929-522

Erziehungsberatung Eltern und Kinder Caritas Bodensee-Oberschwaben: Telefon 0751 / 3590150

Diakonisches Werk: Telefon 0751 / 29590410

Fachberatungsstelle für Wohnungslose Obdachlose Dornahof, Württemberger Hof

Telefon 0751 / 35962-0

Familienentlastende Dienste Eltern von behinderten Kindern Liebenau Teilhabe gem. GmbH

Körperbehindertenzentrum Oberschwaben (KBZO)

Die Zieglerschen – Süd – gem. GmbH

Oberschwäbische Werkstätten für Behinderte (OWB)

St. Jakobus Behindertenhilfe gem. GmbH

Stephanuswerk Isny im Allgäu

Lebenshilfe Ravensburg e.V.

Lebenshilfe Württembergisches Allgäu e. V.

Frauenhaus und Beratungsstelle Frauen mit Gewalterfahrung Frauen und Kinder in Not e.V.

Frauenhaus: Telefon 0751 / 16365

Beratungsstelle: Telefon 0751 / 23323

Interdisziplinäre Frühförderstelle Eltern von Kindern Mobile gGmbH

mit Entwicklungsdefiziten Standort Ravensburg: Telefon 0751 / 33413

Standort Kisslegg: Telefon 07563 / 92055

Kontaktladen „Die Insel“ Anlaufstelle für Abhängige illegaler Drogen ZfP Südwürttemberg

Telefon 0751 / 17859

Kontaktstelle Frau und Beruf Frauen, die den Wiedereinstieg in den Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg-

Beruf oder die Selbstständigkeit planen

Bodensee-Oberschwaben, c/o WiR GmbH

Telefon 0751 / 35906-63

Ökumenische Telefonseelsorge Personen in seelischer Notlage Katholisches Verwaltungszentrum Allgäu-Oberschwaben

Telefon 0800 / 1110-111 oder -222

Opferberatung Weißer Ring Opfer von Gewalt und Missbrauch Weisser Ring e. V.

Telefon 0172 / 2582400

Psychologische Beratungsstelle (PBS) Personen mit Fragen zur Erziehung und Diakonisches Werk Oberschwaben Allgäu Bodensee

Entwicklung ihrer Kinder, ihrer Partnerschaft Telefon 0751 / 295904-10

und Familie

Suchtberatung Personen mit Suchterkrankung oder Caritas Bodensee-Oberschwaben

Suchttendenzen Telefon 0751 / 36256-80

Wohnberatung Alle Personen im Landkreis Ravensburg Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Ravensburg e. V.

Telefon 0751 / 56061-0

Kommunale Behindertenbeauftragte Menschen mit Behinderungen und deren Ehrenamtliche kommunale Behindertenbeauftragte

Angehörige Telefon: 0170 / 3723781 oder 0171 / 2986057

Patientenfürsprecher Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Ehrenamtliche Patientenfürsprecher

deren Angehörige Telefon 0751 / 7601-2709 oder 0160 / 7074250

IBB-Stelle Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Stabsstelle Sozialplanung

deren Angehörige Telefon 0751 / 85-909959


110 Kultur und Tourismus LANDKREIS RAVENSBURG

Kulturarbeit im Landkreis Ravensburg

Impulse für ein vielfältiges Kulturleben

Über Jahrhunderte hinweg war Oberschwaben und mittendrin der Landkreis Ravensburg von

kleinen und kleinsten Herrschaftssitzen beeinflusst. Kultivierte Klöster, stolze Adelshäuser

und vier selbstbewusste Reichsstädte prägen bis heute diese geschichtsträchtige Landschaft

und ihr kulturelles Leben.

Heute bietet der Landkreis Ravensburg eine Vielzahl kultureller

Einrichtungen und Kulturdenkmale, die es zu unterstützen

und zu pflegen gilt. Kulturarbeit, Heimatpflege und Denkmalschutz

haben deshalb einen zentralen Platz im

Aufgabenspektrum des Landratsamtes. Der Landkreis garantiert

mit seiner Kulturarbeit im Zusammenwirken mit und ergänzend

zu den Städten und Gemeinden die Teilhabe an einem

vielfältigen Kulturangebot, das einen wichtigen

Standortfaktor und einen Beitrag zur sozialen Integration darstellt.

Er verstärkt damit die Attraktivität der Region, unterstützt

den öffentlichen Bildungsauftrag und sichert ein menschliches

Grundbedürfnis seiner Bürger. KULTUR!RV, der Kulturbetrieb

des Landkreises Ravensburg, unterhält zwei eigene Kultureinrichtungen

zur Entwicklung und Erhaltung regionaler

Identität mit überregionaler Wirkung: das Bauernhaus-Museum

Allgäu-Oberschwaben Wolfegg und das Schloss Achberg.

Es sind viel besuchte und lebendige Orte, an denen Kultur und

Geschichte nicht nur mit hohem Anspruch gesammelt und

erforscht, sondern insbesondere über weithin wahrgenommene

Ausstellungen, Veranstaltungen und pädagogische Angebote

einem breiten Publikum vermittelt werden.

Ohne Musik in ihren unterschiedlichsten

Spielarten

wäre das Leben im Landkreis

kaum vorstellbar. An die

9.000 Musiker/innen spielen

allein in den 114 Blasmusikkapellen

mit.

Die Kulturlandschaft Oberschwabens und des Allgäus ist

außergewöhnlich reich an sakralen Kunstwerken wie Skulpturen,

Gemälden und Altartafeln. Viele von ihnen haben einen

besonderen künstlerischen oder kulturgeschichtlichen Wert.

Sie finden sich in den Pfarr- und Filialkirchen, an Hausfassaden,

in den Hunderten von kleinen Kapellen und in Bildstöcken. Oft

können die Pfarrgemeinden, Kapellengemeinschaften oder

Privatleute, die diese Schätze hüten, Restaurierung, Erhaltung

oder Sicherung nicht alleine bezahlen. Soweit die Kleinode sich

im Landkreis Ravensburg befinden und öffentlich zugänglich

sind, bemüht sich der „Verein zur Erhaltung sakraler Kulturgüter

e. V.“, im Volksmund „Heiligenverein“ genannt, auf Antrag, einen

Zuschuss zu leisten. Er wird seit seiner Gründung von der Kreissparkasse

großzügig unterstützt. Die Entscheidung hängt von

der Bedeutung des Objekts, der Dringlichkeit der Maßnahme

und der Streuung der geförderten Projekte im Landkreis ab;

eine gewisse Eigenleistung und die Ausführung durch Fachleute

sind Bedingung.

Weitere eigene Akzente setzt der Landkreis mit seiner

Kunstsammlung zur Dokumentation und Förderung regionalen

Kunstschaffens und dem Kreisarchiv als öffentlichem Infor-


LANDKREIS RAVENSBURG

Kultur und Tourismus

111

mationsspeicher. Das Kreismagazin „Oberland“ als Plattform der

Regionalkunde bietet zweimal im Jahr ein Kaleidoskop aus Geschichte,

Kultur und Naturkunde. Nicht minder aktiv ist der

Landkreis bei der Förderung des ehrenamtlichen Engagements

gerade im Bereich von Kultur und kultureller Bildung. Der Ausbau

der vielfältigen Musikarbeit im hiesigen Raum gehört dazu.

2011 bis 2016 wurde durch eine Qualitätsoffensive die Arbeit

der vier vom Landkreis mitgetragenen Musikschulen auf eine

zukunftsfähige Grundlage gestellt. Auch erhält etwa der Blasmusikkreisverband,

der über 114 Musikkapellen repräsentiert,

finanzielle Unterstützung für seine Jugendarbeit. Musikvereine,

Chöre, Bands und nicht zuletzt die vier großen Jugendmusikschulen

leisten Jugendarbeit auf hohem Niveau und sorgen für

aktive Gemeinschaften in Stadt und Land, seit Jahrzehnten

vom Landkreis stark gefördert.

Landkreis einen Partner für finanzielle Unterstützung und öffentliche

Sichtbarkeit. Mit seiner Projektförderung unterstützt

er kulturelle Vorhaben und Ereignisse von überörtlicher Bedeutung

und herausgehobener Qualität. Flaggschiff ist der 2017

von Landrat Harald Sievers ins Leben gerufene „OEW-Kultursommer

im Landkreis Ravensburg“, bei dem vier überregional

ausstrahlende, ehrenamtlich getragene sommerliche Kulturhöhepunkte

gemeinsam unterstützt und beworben werden;

ein fünftes Highlight wird jährlich über einen Wettbewerb ermittelt.

www.rv.de/KU

Zahlreiche weitere, oft von großem bürgerschaftlichem Engagement

getragene Initiativen und Projekte, haben mit dem


112 Kultur und Tourismus LANDKREIS RAVENSBURG

Freilichtschauspiele wie

die Wangener Festspiele

und 42 Museen sind Teil

des umfangreichen

kulturellen Angebots im

Landkreis Ravensburg.

Isny Opernfestival

Einhaldenfestival

in Fronreute

Schirmherr

Landrat Harald Sievers

?

Jährlicher Wettbewerb – gleich bewerben!

Internationale Wolfegger Konzerte

Brass im Gras

www.kultursommer.rv.de


LANDKREIS RAVENSBURG

Kultur und Tourismus

113

Kreiskulturzentrum Schloss

Achberg: Das „Heute“ in den

Mauern des „Gestern“

Hoch über dem Argental, eingebettet in die Bilderbuchlandschaft des

Voralpenlandes zwischen Wangen im Allgäu und Lindau im Bodensee,

liegt das ehemalige Deutschordensschloss Achberg.

Ein Blick in das stattliche Gebäude lohnt sich: Von Etage zu

Etage steigert sich die Pracht der barocken Stuckdecken und findet

ihren Höhepunkt im Rittersaal. Um das Jahr 1700 ließ der

damalige Schlossbesitzer, Deutschordens-Landkomtur Franz Benedikt

von Baden, den Festsaal mit einer der aufwendigsten und

detailfreudigsten Stuckdecken in Süddeutschland schmücken.

Nachfolger des Deutschen Ordens als Herr auf Schloss Achberg

wurde in der Napoleonischen Zeit das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen.

Im Besitz des Fürstenhauses verblieb

Schloss Achberg bis 1982. Es folgte eine mehr als sechsjährige

Phase der Bauspekulationen, bis der Landkreis Ravensburg 1988

das vom Verfall bedrohte Schloss erwarb und es in sechs Jahren

nach den Vorgaben des Landesdenkmalamtes sanierte. Seit

dem Frühjahr 1995 ist das barocke Schloss für die Öffentlichkeit

zugänglich.

In diesen 25 Jahren ist Schloss Achberg nicht nur ein attraktives

Ausflugsziel für Wandernde und Radfahrende geworden,

sondern dient als Kulturzentrum des Landkreises den Bürgern/

innen und Gästen als Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Lernort.

Jährlich rund 15.000 Besucher/innen aus nah und fern finden

hier von Mitte April bis Mitte Oktober ein abwechslungsreiches

und interessantes Angebot: Ausstellungen, Konzerte, Lesungen,

standesamtliche Trauungen und ein buntes Programm für Familien,

Kinder, Jugendliche und Schulklassen beleben das anmutige

Gebäude.


114 Kultur und Tourismus LANDKREIS RAVENSBURG

Bauernhaus-Museum

Allgäu-Oberschwaben Wolfegg

Geschichte und Natur hautnah

Seit der Gründung im Jahr 1978 hat sich das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben der

Erhaltung des ländlichen Kulturguts und der lebendigen Vermittlung von regionaler

Geschichte und Kultur verschrieben.

geführt. Ein fester Stamm an Angestellten, etwa 50 freie Mitarbeitende,

mehr als 100 Ehrenamtliche und zahlreiche lokale

Vereine tragen dazu bei, eine große Bandbreite des ländlichen

Kulturguts erlebbar zu machen:

Schauen, Lernen und Erleben

Die 12 Hektar umfassende Kulturlandschaft, sorgsam angelegte

Bauerngärten und eine ganze Menge Tiere – Rinder,

Schafe, Ziegen, Schweine, Gänse und Hühner – begeistern große

und kleine Besucher/innen. Die Dauerausstellung über die

„Schwabenkinder“, wechselnde Sonderausstellungen und ein

umfangreiches pädagogisches Angebot vermitteln regionale

und länderübergreifende Geschichte.

Der Kerngedanke des Bauernhaus-Museums Allgäu-Oberschwaben

war und bleibt, Bauernhäuser, die an ihrem ursprünglichen

Ort nicht mehr zu erhalten waren, zu retten und

in einen neuen, lebendigen Zusammenhang zu bringen.

Alte Häuser erzählen Geschichte

Diese Denkmäler wurden vorsichtig abgebaut und auf

dem Museumsgelände originalgetreu wiedererrichtet. 19 größere

Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus Oberschwaben und

dem württembergischen Allgäu stehen derzeit auf dem Museumsgelände;

dazu kommen Kleinbauten wie Spritzenhäuschen

und Viehwaage. Die originalgetreu eingerichteten Stuben,

Kammern, Ställe und Werkstätten geben einen

authentischen Einblick in die Lebens- und Arbeitsumstände

der Landbevölkerung.

Auf wissenschaftlicher Grundlage wird im Bauernhaus-Museum

die Geschichte der Häuser und Objekte recherchiert und

den Besuchern/innen anschaulich und lebendig vor Augen

Auch mit einem vielfältigen Veranstaltungskalender, Führungen

und vor allem den Mitmachaktionen für Kinder und

Erwachsene bietet das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben

Wolfegg zahlreiche Möglichkeiten, sich mit den früheren

Lebensumständen der Menschen in der Region auseinanderzusetzen.

Spezielle Angebote für Familien ermöglichen

generationenübergreifend, diese vor dem eigenen Lebenshintergrund

zu betrachten. Derzeit nehmen jährlich etwa 80.000

Besucher/innen dieses Angebot wahr.

Begegnung mit Menschen und ihrer Geschichte

Das Bauernhaus-Museum ist ein Ort, an dem Menschen ihrer

Geschichte und einander begegnen können. Einerseits sind

es die alteingesessenen Bewohner Oberschwabens und des

Allgäus, die in Wolfegg einen Teil der Geschichte ihrer Vorfahren

oder teilweise auch ihrer eigenen Zeitgenossen wiederfinden

konnten. Spätestens seit der 2012 eröffneten Dauerausstellung

zu den „Schwabenkindern“ finden aber auch immer

mehr Menschen von weiter her den Weg nach Wolfegg: Die

Ausstellung hat zum grenzüberschreitenden Austausch mit

Menschen aus Österreich, der Schweiz, Italien und Liechtenstein

geführt. Von dort kamen seit Anfang des 17. Jahrhunderts

die sogenannten „Schwabenkinder“, um sich im wohlhabende-


LANDKREIS RAVENSBURG

Kultur und Tourismus

115

ren Oberschwaben als Hütekinder zu verdingen. 2020 erfolgt

mit dem Wiederaufbau des Hofes Beck eine wichtige Erweiterung

und Weiterentwicklung des Museums, die den museumspädagogischen

Angeboten rund um die Landwirtschaft gute

räumliche Möglichkeiten bietet und auch bessere Angebote

für Menschen mit Behinderungen erlaubt. 2021 wird die aktuelle,

mit vielen Zeitzeugenbefragungen verbundene Arbeit

zum Thema „‚Gastarbeiterinnen‘ und ‚Gastarbeiter‘ auf dem

Land“ sich in einer neuen Dauerausstellung im Fischerhaus

wiederfinden.

www.bauernhaus-museum.de

Das Bauernhaus-Museum

ist ein Ort, an dem

Menschen ihrer Geschichte

und einander begegnen

können.


116 Kultur und Tourismus LANDKREIS RAVENSBURG

Denkmäler im Landkreis Ravensburg

Ausgedient, unnütz und doch wertvoll

Kirchen, Kapellen, Schlösser, Bauernhöfe, Zehntscheuern, Mühlen, Schmieden, Backhäuser,

Brücken und Brunnen, aber auch Kleindenkmale wie Feldkreuze, Wegkapellen und Sühnezeichen

prägen das Bild oberschwäbischer Städte und Dörfer.

2.268 dieser Bau- und Kulturdenkmale finden sich im Landkreis

Ravensburg und dokumentieren die Entwicklung von vorund

frühgeschichtlicher Zeit bis zur Gegenwart. Diese sehr heterogene

Denkmallandschaft ist geprägt durch die zahlreichen

Klöster und Adelsgeschlechter, die Reichsstädte Ravensburg,

Wangen im Allgäu, Leutkirch im Allgäu und Isny im Allgäu, aber

auch die Landwirtschaft, die in Oberschwaben noch gelebte

Volksfrömmigkeit, das Handwerk und die im 19. Jahrhundert

aufkommende industrielle Entwicklung. So gibt es ca. 140 Kirchen,

darunter gotische und vor allem barocke Gotteshäuser,

aber auch Kirchen des Historismus und Kirchenräume aus den

1950er-Jahren. Unter den 391 Kapellen finden sich herrschaftliche

Kapellen, von Klöstern oder Adel gestiftet, aber auch

schlichte Hofkapellen als Zeichen der Volksfrömmigkeit. Rund


LANDKREIS RAVENSBURG

Kultur und Tourismus

117

1.500 Kleindenkmale (Feldkreuze, Bildstöcke) prägen die Kulturlandschaft

des Landkreises genauso wie die rund 300 Burgen,

Burgstellen und 20 Schlösser.

Neben zahlreichen landwirtschaftlichen Gebäuden wie

Scheuern, Zehntscheuern, Eindachhöfen, Bauernhäusern, Backhäusern

und Brennereien gehören die stattlichen Bürgerhäuser

in den ehemaligen freien Reichsstädten Ravensburg, Wangen

im Allgäu, Leutkirch im Allgäu und Isny im Allgäu untrennbar

zur heimischen Denkmallandschaft. Mühlen, Brücken und historische

Industrieareale als technische Denkmale, zwei Wohnhäuser

im Bauhausstil und Kulturdenkmale aus den 1950er-Jahren,

wie die Neuwiesenschule in Ravensburg oder die

Verlagsbauten Rieck von Rolf Gutbrod in Aulendorf runden das

Bild ab. Die vielen baulichen und kulturellen Schmuckstücke am

Wegesrand werden im Landkreis Ravensburg ergänzt durch die

überregional bekannten Denkmäler Schloss Achberg, Schloss

Aulendorf und das Humpisquartier in Ravensburg, die nach

mustergültigen Sanierungen heute alle wieder besichtigt werden

können und die Vergangenheit erlebbar machen.

All diese Denkmale sind wertvolle, erhaltenswerte Zeugen

der Vergangenheit, verlangen vom Besitzer aber oft auch einen

beträchtlichen Sanierungsaufwand. Der Landkreis unterstützt

die Erhaltung und die Pflege von Kulturlandschaft prägenden

Bauwerken, die von überörtlicher und heimatgeschichtlicher

Bedeutung sind. Dabei können auch Objekte unterstützt werden,

die nicht unter Denkmalschutz stehen. Bereits 1979 beschloss

der Kreistag das sogenannte „Kapellenprogramm“, seit

2004 weitergeführt unter dem Namen „Kreisdenkmalprogramm“

zur Erhaltung dieser Kulturgüter. Im Rahmen dieses

damals bundesweit einzigartigen Programms werden bis heute

Sanierungszuschüsse für Denkmale gewährt, die besonders

Der Landkreis unterstützt

die Erhaltung und Pflege

von Kulturlandschaft prägenden

Bauwerken, die von

überörtlicher und heimatgeschichtlicher

Bedeutung

sind.

landschaftstypisch sind. Dazu zählen insbesondere Kapellen,

Backhäuser und Schmieden, aber auch Feldkreuze, Brücken

und Brunnen. So wurden dafür bisher Zuschüsse in Höhe von

mehr als 1,5 Millionen Euro bereitgestellt. Damit konnten bislang

rund 400 Objekte gefördert und ein Investitionsvolumen

von ca. 15 Millionen Euro unterstützt werden. Eine weitere Besonderheit

im Landkreis Ravensburg als möglicher Zuschussgeber

ist der „Verein zur Erhaltung sakraler Kulturgüter“ der

Kreissparkasse Ravensburg. Der Verein fördert seit rund 36 Jahren

die Restaurierung von sakralen Skulpturen, Ausstattungsgegenständen

in Kapellen und Kirchen, aber auch verstärkt

von Feld- und Wegkreuzen und Bildstöcken.

Weitere Unterstützung dürfen die Eigentümer/innen solcher

Kleinodien aus entsprechenden Programmen der Landesregierung

und durch eine erhöhte steuerliche Abschreibung

erwarten. In besonderen Fällen gewähren auch die Deutsche

Denkmalstiftung oder die Denkmalstiftung Baden-Württemberg

entsprechende Zuschüsse.


118 Kultur und Tourismus LANDKREIS RAVENSBURG

Das Kreisarchiv

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Archive sind Fundgruben mit historischen Schätzen und erfüllen einen kommunal- und kulturpolitischen

Auftrag. Die Kreisarchivare sorgen dafür, dass historische Quellen gepflegt, die Orts- und

Kreisgeschichte aufgearbeitet und das historische Interesse der Bevölkerung geweckt wird.

Als Informations- und Kommunikationszentrum für Geschichte

nimmt das Archiv von KULTUR!RV zudem Dienstleistungsfunktionen

wahr. Es steht jedem Bürger nach vorheriger

Anmeldung offen und ist Anlaufstelle für Schüler/innen, Studierende,

Wissenschaftler/innen und Privatforscher/innen

ebenso wie für Vereine, Redaktionen und Verwaltungen. Entsprechend

breit gefächert ist das Fragespektrum, das heimatkundliche,

familiengeschichtliche und wissenschaftliche Themen

umfasst. Zum Kreisarchiv Ravensburg gehören rund 3.900

laufende Meter Schriftgut von 1513 bis heute, 29 Sammlungen,

darunter herausragende Sammlungen zur Volksfrömmigkeit in

Oberschwaben und eine große Sammlung historischer Ansichten

aus dem Landkreis sowie eine Handbibliothek mit rund

10.000 Bänden.

Neben Lexika, Handbüchern und Zeitschriften stehen für

Besucher/innen grundlegende Veröffentlichungen zur Orts-,

Kreis- und Landesgeschichte bereit. Die Nutzung des Archivs

ist in der Regel gebührenfrei. Neben der Betreuung des Landratsamtarchivs

ist das Kreisarchiv Ravensburg auch zuständig

für alle nicht von eigenen Archivaren verwalteten Stadt- und

Gemeindearchive des Landkreises. Etwa 70 Gemeindearchive

gehören zu seinem Sprengel. Derzeit teilen sich eine Mitarbeiterin

und ein Mitarbeiter die Stelle der Gemeindearchivpflege

und sind Ansprechpartner der Kommunen. Darüber hinaus betreut

das Kreisarchiv auch einzelne Adelsarchive im Landkreis

Ravensburg.


LANDKREIS RAVENSBURG

Kultur und Tourismus

119

Die abwechslungsreiche Landschaft Oberschwabens und des Allgäus hat – als unmittelbarer

Nachbar des Bodensees und der Alpen sowie als Heimat der „Oberschwäbischen Barockstraße“ –

einiges zu bieten. Wo sonst findet man so viele Burgen, Schlösser, barocke Kirchen und Klöster,

so viele liebevoll renovierte mittelalterliche Städte auf so engem und leicht „erfahrbarem“ und

erwanderbarem Raum?


120 Kultur und Tourismus LANDKREIS RAVENSBURG

Bad Wurzach punktet mit seinem europa-diplomierten Ried, dem

größten intakten Hochmoor Mitteleuropas und dem dazugehörigen

Naturschutzzentrum MOOR EXTREM. Während im Naturschutzzentrum

die Geologie der von den Eiszeiten geformten voralpinen Landschaft

anschaulich vermittelt wird, informiert das von einer Bürgergemeinschaft

initiierte und betriebene Torfmuseum mit seinem

Torfbähnle über die früher wirtschaftlich und für Gesundheitszwecke

genutzten Torfvorkommen.

www.wurzacher-ried.de


LANDKREIS RAVENSBURG

Kultur und Tourismus

121

Oberschwaben-Tourismus GmbH

Tourismusmarketing für die Region

Erlebnisräume aktiv gestalten, touristische Angebote und Services nach Urlaubsmotiven und

Gästewünschen aufeinander abgestimmt zusammenführen – dies ist das Ziel einer starken

touristischen Destinationsmarke.

Eine Destination wird als geografischer Raum definiert, den

ein Gast als sein Reiseziel auswählt. Politische Grenzen spielen dabei

kaum eine Rolle. Im Dreieck Bodensee-Allgäu-Donau, in den

drei Landkreisen Ravensburg, Biberach und Sigmaringen, hat die

Oberschwaben Tourismus GmbH (OTG) als Destinationsmanagement-Organisation

für das Reisegebiet Oberschwaben-Allgäu das

Tourismusmarketing übernommen. Unter der Marke „Oberschwaben-Allgäu“

wird erfolgreich touristische Arbeit für das Ferienland

zwischen Donau und Bodensee geleistet.

Die Gesellschaft mit Sitz in Bad Schussenried hat insgesamt 69

Gesellschafter (drei Landkreise, Zweckverband Tourismus Württembergisches

Allgäu, 65 Städte und Gemeinden). Sie ist ihrerseits

als Gesellschafterin mit der IBT GmbH und der Allgäu GmbH verbunden

und arbeitet eng mit Tourismus-Marketing Baden-Württemberg

(TMBW) sowie anderen benachbarten Tourismusorganisationen

zusammen.

Arbeitsgrundlage ist ein touristischer Masterplan für die Jahre

2016 bis 2021 mit insgesamt fünf strategischen Geschäfts- und

Entwicklungsfeldern: Kultur & Barock, Gesundheit & Wellness, Natur

& Aktiv, Familienferien sowie Reisemobil & Camping.

Markenleitprodukte und damit überregional bekannte touristische

Produktlinien von besonderem Rang sind beispielsweise die

„Oberschwäbische Barockstraße“ und die beiden zertifizierten

Radfernwege „Donau-Bodensee Radweg“ und „Oberschwaben-

Allgäu Radweg“. Die vielfältige Thermen- und Bäderlandschaft sowie

einzigartige Moorgebiete prägen die Säule „Gesundheit &

Wellness“ und das „Ravensburger Spieleland“ ist ein Highlight für

das Geschäftsfeld „Familienferien“.

Immer größere Bedeutung erfährt auch das strategische Entwicklungsfeld

„Reisemobil & Camping“. Das sanfte Hügelland zwischen

Donau und Bodensee im Süden Deutschlands gilt als eine

Wiege des mobilen Reisens. Kein Wunder: Drei der großen, traditionsreichen

Wohnmobil- und Caravanhersteller Europas und zugleich

echte Pioniere des Freizeitfahrzeugbaues haben hier ihre

Wurzeln und sind mit ihren Produktionsstandorten bis heute in

der Region beheimatet.

Die OTG ist kompetenter Ansprechpartner für alle touristischen

Anfragen, präsentiert die Ferienregion Oberschwaben-Allgäu

auf den wichtigsten Touristikmessen und online u. a. über einen

Webauftritt, initiiert neue touristische Projekte und

verantwortet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie tritt außerdem

über neue digitale Plattformen und Kommunikationsräume

sowie etablierte Fachtagungen und Netzwerker-Treffen in engen

inhaltlichen und fachlichen Austausch mit den beteiligten Akteuren

und schafft es so, die Zusammenarbeit auf allen Ebenen zu

optimieren und zugleich die Identifikation als einheitliche Reiseregion

zu fördern.

Für die Destination Württembergisches Allgäu und Oberschwaben

wurden 2018 über das Statistische Landesamt Baden-

Württemberg 3,2 Millionen touristische Übernachtungen erfasst.

Das Württembergische Allgäu war 2018 in Baden-Württemberg

mit einem Plus von 9,7 Prozent Spitzenreiter bei der Steigerung

der Übernachtungen. Besonders erwähnenswert ist auch die Steigerung

der Übernachtungszahlen der Gäste aus dem Ausland mit

einem Plus von 19 Prozent auf knapp 300.000 Übernachtungen.

Deutschland ist mit rund 80 Prozent weiterhin Hauptquellgebiet.

Der stärkste ausländische Quellmarkt ist die Schweiz, gefolgt von

den Niederlanden, Österreich, Frankreich und Italien.

Die Tourismusbranche ist mit einem Bruttoumsatzvolumen

von 24,8 Milliarden Euro für Baden-Württemberg zur Leitökonomie

geworden und sichert inzwischen rund 390.000 Menschen

eine Beschäftigung.* Diesen starken Wirtschaftsfaktor gilt es auch

für die Zukunft in Oberschwaben-Allgäu weiter auszubauen.

*dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für das Bundesland

Baden-Württemberg 2017“

Oberschwaben Tourismus GmbH

Neues Kloster 1, 88427 Bad Schussenried

Tel. +49 7583 92638-0

info@oberschwaben-tourismus.de

www.oberschwaben-tourismus.de

www.facebook.com/oberschwabenallgaeu

www.instagram.com/oberschwabenallgaeu


122 LANDKREIS RAVENSBURG

Impressum

HERAUSGEBER + VERLAG

neomediaVerlag GmbH

In der Bredenau 24

28870 Fischerhude

Tel.: +49 4293 68437-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

REDAKTION

Landratsamt Ravensburg,

Stabsstelle Landrat Franz Hirth

Friedenstraße 6

88212 Ravensburg

Tel.: +49 751 85-0

www.rv.de

In Zusammenarbeit mit dem

neomediaVerlag, Günter Poggemann

BILDNACHWEIS

Landratsamt Ravensburg

Franz Hirth: S. 3, 15 (links), 100 und 117

Landratsamt: S. 15 (rechts), S. 54, S. 60, S. 68, S. 72

Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg Bodensee-

Oberschwaben: S. 20 (rechts)

IHK Bodensee-Oberschwaben/Derek Schuh: S. 32

Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund GmbH:S. 66

TWS/Felix Kästle: S. 65, 85

MLR BW/Jan Potente: S. 78

Ingo Reimer: S. 105 links

Rolf Schultes: S. 105 rechts

Blasmusikkreisverband Ravensburg, Rudolf

Hämmerle: S. 111

© AYAimages – Fotolia: S. 108, Titel (rechts)

© karelnoppe – Fotolia: S. 53

© Robert Kneschke – Fotolia: S. 6 (links unten)

© Christian Schwier – Fotolia: S. 55

©YakobchukOlena – Fotolia: Titel (oben)

©Africa Studio – AdobeStock: S. 107

Die beteiligten Unternehmen und Einrichtungen

PROJEKTLEITUNG

Matthias Kurz

LAYOUT + DRUCK

SATZDRUCK GmbH

48653 Coesfeld-Lette

Die photomechanische und elektronische

Wiedergabe bedarf der ausdrücklichen Genehmigung

des Verlages. Die Gesamtherstellung der

Druckauflage erfolgt mit der gebotenen

Sorgfaltspflicht, jedoch ohne Gewähr. Der Verlag

kann keine Haftung für etwaige Fehler oder

Differenzen übernehmen.

Alle Rechte vorbehalten

Auflage 2020

Artikel Nr. 1220

Unternehmensporträts und Inserenten

ANDRITZ HYDRO GmbH 35

Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund GmbH 67

Carthago Reisemobilbau GmbH 40

Diehl Controls 36 - 37

DiPers GmbH 98 - 99

Dreiländerklinik Ravensburg 91

St. Elisabeth-Stiftung 104

EnBW Energie Baden-Württemberg AG 63

Energieagentur Ravensburg gGmbH 56 - 57

IHK Bodensee-Oberschwaben 32 - 33

Kreissparkasse Ravensburg 24 - 25, 123

Mineralbrunnen Krumbach GmbH 41

MVZ Labor Ravensburg GbR 90

NetCom BW GmbH 29

Oberschwabenklinik gGmbH 86 - 87

Schmieder GmbH 45

STADLER Anlagenbau GmbH 43

Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG 65

Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG 38 - 39

WALDNER Unternehmensgruppe 2

Pumpenfabrik Wangen GmbH 42

WiR Ravensburg mbH 30 - 31

Waldburg-Zeil Kliniken 88 - 89

Die Zieglerschen e. V. 105

Zoller + Fröhlich GmbH 44


Geld sparen

ist einfach.

Jeder Einkauf zahlt sich aus.

So viel Geld könnten Sie zum

Beispiel zurückerhalten:

AUSGABEN:

Blumen...40€

Friseur... 80€

Outfit... 100€

Essen... 50€

CASHBACK:

3% = 1,20€

2% = 1,60€

2% = 2,00€

2% = 1,00€

Geld zurück: 5,80€

wird 1x im Monat gesammelt zurückbezahlt

Bei jedem Kauf mit

Ihrer Sparkassen-Card*

bei regionalen Partnern

der S-Vorteilswelt.

*Debitkarte

ksk-rv.s-vorteile.de


In unserem Landkreis steht mit

fast 70.000 Kühen die größte

„Milchviehherde“ Baden-

Württembergs.

Die Basilika St. Martin in

Weingarten ist die größte

Barockkirche nördlich der

Alpen.

Der Blasmusikkreisverband

Ravensburg hat mit

114 Mitgliedern die

meisten Musikkapellen

im Land.

Wissenschaft³: In der

Hochschulstadt Ravensburg /

Weingarten studieren über 10.000

junge Menschen an drei Hochschulen

in 77 Studiengängen.

Nach den Bewertungskriterien des

„European Energy Award“ sind wir in

Sachen kommunaler Klimaschutz bester

Landkreis in Baden-Württemberg – und

sogar auf Platz zwei in

Deutschland!

Ein Drittel aller Seen und Weiher,

die es in Baden-Württemberg

gibt, liegt bei uns im Landkreis.

Viele dieser 1.300 Gewässer

bieten wunderbare Bademöglichkeiten.

Der neue Park Allgäu

von Center Parcs in Leutkirch ist

die größte Tourismus investition,

die es in Deutschland in den

letzten Jahren gegeben hat.

SCHON

GEWUSST?

Mit dem Stammsitz der

Erwin-Hymer-Gruppe sowie

den Unternehmen Carthago und

Dethleffs ist unser Landkreis

das Zentrum der deutschen

Reisemobil- und

Wohnwagenindustrie.

Der Ritt zu Ehren der

Heilig-Blut-Reliquie in Wein garten

am Freitag nach Christi Himmelfahrt

ist die größte Reiterprozession

Europas.

Die intensive Deutschsprachförderung

für Neuzugewanderte,

die unser Landkreis

betreibt, sucht bundesweit

Ihresgleichen.

Das Wurzacher Ried mit seiner

wunderschönen Landschaft ist

das größte intakte Hochmoor

Mitteleuropas.

Unsere Kreissparkasse

Ravensburg mit ihren 190.000

Kunden ist die eigenkapitalstärkste

in ganz Baden-Württemberg und

damit wirtschaftlich bestens

gerüstet.

Unsere bäuerlichen Familienbetriebe

treiben die meisten ökologisch

bewirtschafteten Flächen in

Baden-Württemberg um. Die Biolandund

Biolebensmittelwirtschaft bei uns

im Landkreis wurde als erste Bio-Musterregion

im Land ausgezeichnet.

In der ZDF-Deutschlandstudie

2018 „Wo lebt es sich

am besten?“ belegt unser Landkreis

in der Kategorie „Gesundheit und

Sicherheit“ Platz drei von allen 401

Land- und Stadtkreisen.

www.rv.de

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