2020/38 - E-Health - ET: 17.09.2020

suedwest.presse

17.09.2020

E-Health

DIE MEDIZIN VON MORGEN

BRANCHE

14,4 Prozent der Menschen in

Baden-Württemberg arbeiten im

Gesundheitssektor. Die Branche gilt

als Wachstumsmarkt Seite 2

APPS AUF REZEPT

Die Alltagskommunikation ist längst

digital – auch der medizinische

Bereich soll bald nachziehen.

Von Apps und E-Akten. Seite 4

PERSONALISIERTE MEDIZIN

Was Patient X hilft, bleibt bei Patient Y

wirkungslos. Und Patientin Z schadet

es sogar. Wie die Medizin individueller

wird. Seite 5


E-Health

SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Gesund und kräftig

Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft sind in der

Region Ulm besonders wichtig. Von Stefan Gokeler

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

GmbH & Co. KG

Frauenstr. 77

89073 Ulm

Projektleitung

Tobias Lehmann

Anzeigen

Stefan Schaumburg

(verantwortlich)

Redaktion

Stefanie Müller

(verantwortlich),

Kerstin Auernhammer,

Stephan Gokeler

SVH GmbH & Co. KG

Gestaltung

Nadine Spreng,

mediaservice ulm

Fotos

Shutterstock,

SVH, SWP-Archiv

Titelbild: © elenabsl/

Shutterstock.com

Datenschutz

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter der E-Mail:

datenschutz@swp.de

Druck

Druckhaus

Ulm-Oberschwaben

Siemensstraße 10

89079 Ulm

Händewaschen hat in Corona-Zeiten

Hochkonjunktur.

Dass es sich dabei um einen

Beitrag zur Hygiene handelt,

erscheint uns heute selbstverständlich.

Doch das war keineswegs

immer so. Es ist gerade

einmal 170 Jahre her,

dass ein gewisser Ignaz Semmelweis

sich den Zorn vieler

Kollegen zuzog. Der Arzt in

Wien stellte die Theorie auf,

dass weniger Frauen am

Kindbettfieber sterben müssten,

wenn die behandelnden

Krankenhausärzte sich nach

einer Operation vor dem

14,4 %

der Arbeitnehmer

waren im Jahr 2018 in Baden-

Württemberg im Gesundheitsbereich

beschäftigt.

Wissenschaft,

Erfindungsreichtum

und technischer

Fortschritt

sorgen

für medizinische

Meilensteine.

nächsten Patientenkontakt

zuerst die Hände waschen

würden.

Viele seiner Berufskollegen

fanden es ungeheuerlich,

dass Semmelweis damit ihnen

die Schuld am Tod ihrer Patientinnen

gebe. Händewaschen

sei Zeitverschwendung

und nutzlos, meinten sie.

Semmelweis galt als Nestbeschmutzer.

Später wurde

nach ihm der „Semmelweis-Reflex“

benannt. Er beschreibt

eine neue Erkenntnis,

die von der Fachwelt abgelehnt

wird, weil sie verbreiteten

Normen widerspricht.

Erst nach Semmelweis’ Tod

setzte sich die Desinfizierung

von Händen und chirurgischem

Besteck allmählich

durch. Noch einmal weitere

hundert Jahre dauerte es, bis

Händewaschen sich im Alltag

der Menschen fest etabliert

hatte.

Der Blick in die Medizingeschichte

macht deutlich,

mit welch ungeheurer Dynamik

sich Wissen und Möglichkeiten

innerhalb nur weniger

Generationen weiterentwickelt

haben.

Dazu haben neben

der wissenschaftlichen

Forschung auch Erfindungsreichtum

und technischer

Fortschritt beigetragen.

Heute ist die Gesundheitswirtschaft

in Baden-Württemberg

nicht nur ein besonders

innovativer Wirtschaftssektor,

sondern auch der

wichtigste überhaupt. 14,4

Prozent aller Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer im

Land waren 2018 im Gesundheitsbe-

Krankenhaus

reich tätig. Mit großem

Abstand folgen der Einzelhandel

(6,5 Prozent)

und der Maschinenbau

(5,6 Prozent).

Damit ist das Land

eine Hochburg der Gesundheitswirtschaft.

Zu

ihr zählen neben Kliniken,

niedergelassenen

Ärzte und Therapeuten,

Apotheken und immer

mehr Angeboten aus den

Bereichen Fitness, gesunde

Ernährung, Wellness und Gesundheitstourismus

auch Me-

ILLUSTRATIONEN: ©ALEXDNDZ/

SHUTTERSTOCK.COM

dizintechnik-Betriebe und

Hersteller von Arzneimitteln.

Sie sind in der Region Ulm

ganz besonders stark vertreten.

12 400 Beschäftigte arbeiten

nach aktuellen IHK-Zahlen

in diesen beiden Sektoren.

Der Anteil der Bereiche Medizintechnik

und Pharma an

der Gesundheitswirtschaft in

der Region beträgt mehr als

35 Prozent, was weit über dem

Durchschnitt liegt. Bundesweit

macht das produzierende

Gewerbe innerhalb der

Gesundheitswirtschaft nur

etwas mehr als 9 Prozent aus.

Die Medizintechnik-Branche

ist mittelständisch geprägt:

Mehr als 90 Prozent aller

Medizintechnik-Betriebe

im Land haben weniger als

250 Mitarbeiter. Pro Jahr erwirtschafteten

sie mit insgesamt

mehr als 50 000 Mitarbeitern

einen Umsatz von

mehr als 13 Milliarden Euro.


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PatientConcept – die App zur digitalen Therapiebegleitung

Die Smartphone-App „PatientConcept“ verbessert die Kommunikation zwischen Patient und Arzt – und dadurch die Therapiesicherheit.

entConcept“ allen Ärzten

frei zur Verfügung, da das

System Ärzten dabei hilft,

ihre Kapazitäten besser zu

planen und den Kontakt zu

den Patienten über ihr

Smartphone aufrecht zu erhalten.

So sollen den Patienten

unnötige Wege erspart

bleiben und damit auch die

Infektionsgefahr für die Patienten

verringert werden.

NeuroSys reagierte sofort

auf Corona-Pandemie

Darüber hinaus hat Neuro-

Sys ihr System zuletzt um ein

Corona-Dashboard erweitert,

welches Ärzten und Kliniken

ermöglichen soll, Patienten

im Home-Monitoring

zu betreuen. Der Zustand der

Patienten, die positiv auf das

Virus Covid-19 getestet wurden,

senden ihrem Arzt täglich

ihre Gesundheitswerte,

wie Temperatur und Puls per

App und der Arzt kann bei

einer Verschlechterung der

Werte schnell reagieren.

Die Verwendung digitaler

Systeme eröffnet auch der

Forschung neue Möglichkeiten

zur Durchführung von

medizinischen Studien.

Denn um bessere Behandlungen

und Medikamente

entwickeln zu können,

braucht die Forschung Informationen

zur Lebensrealität

der Patienten. Dabei kann

das digitale System der Ulmer

NeuroSys helfen.

NeuroSys kooperiert daher

mit den Forschungseinrichtungen

der Universität

Ulm und den regionalen

Hochschulen. Aber auch mit

den Forschungsinstituten

der Universitäten in Erlangen

und Heidelberg, wo das

System aus Ulm in Studien

zu unterschiedlichen Krankheitsbildern

eingesetzt wird.

NeuroSys wurde 2015 von

Martin Mayr und Dr. Michael

Lang gegründet. Das Ziel

von NeuroSys ist die Förderung

der digitalen Transformation

in der Medizin und

im Gesundheitsbereich. pm

Info NeuroSys GmbH

Hörvelsinger Weg 25

89081 Ulm

Tel.: 0731 14111990

E-Mail: info@neurosys.de

www.patientconcept.app

Die App „PatientConcept“ gibt chronisch Erkrankten neue Freiheiten.

Foto: NeuroSys

Die vom Startup-Unternehmen

NeuroSys mit Sitz in

Ulm entwickelte App „PatientConcept“

ist genau auf die

Bedürfnisse von chronisch

Kranken ausgerichtet – immerhin

leiden über 40 Prozent

aller Patienten in

Deutschland an chronischen

Erkrankungen: Ein Pillenwecker

erinnert an die Einnahme

der Medikamente, in

einem Tagebuch dokumentieren

die Patienten den Krankheitsverlauf.

Es können Termine

mit dem Arzt vereinbart

sowie Folgerezepte bestellt

werden. Zudem können Patienten

mit dem Arzt vereinbarte

Gesundheitswerte bequem

über die App direkt an

ihre behandelnde Praxis

übertragen. Voraussetzung

dafür ist, dass die Praxis in

der App „PatientConcept“ gelistet

ist. Auf Anfrage an NeuroSys

erhalten Ärzte einen

gesicherten Zugang zum System,

um Informationen zu ihrer

Praxis einzutragen, die in

der App „PatientConcept“ erscheinen.

Es bedarf keiner

Softwareinstallation. Über

das Online-Portal kann der

Arzt den Krankheitsverlauf

des Patienten mitverfolgen,

sofern dieser zustimmt.

Die App „PatientConcept“

ist absolut einzigartig

Das App-System „Patient-

Concept“ ist derzeit das einzige

Therapieassistenzsystem,

das für unterschiedliche

chronische Erkrankungen

eingesetzt werden kann, und

nicht nur auf ein Krankheitsbild

spezialisiert ist. Dazu

kann „PatientConcept“ vom

App-Nutzer vollständig anonym

eingesetzt werden, da

keine Registrierung unter

Angabe persönlicher Daten

notwendig ist.

Das adaptive Therapiebegleitsystem

besteht aus einer

– für Patienten kostenlosen –

mobilen App und einem

browsergestützten Portal in

der Arztpraxis oder im Studienzentrum.

Mit „Patient-

Concept“ gestaltet NeuroSys

Ärzten, Praxispersonal und

Patienten die Therapiebegleitung

vieler Erkrankungen, die

eine längerfristige Beobachtung

oder eine Dauertherapie

erfordern, einfacher, direkter

und vor allem sicherer. Anders

als viele Gesundheitsapps

hat „PatientConcept“ eine

CE-Kennzeichnung und ist

als Medizinprodukt zugelassen.

Derzeit arbeitet Neuro-

Sys an der Zulassung für „PatientConcept“

als „App auf

Rezept“ und rechnet damit,

dass das mobile Therapiebegleitsystem

schon im kommenden

Jahr von Ärzten verschrieben

werden kann.

Seit Beginn der Corona-

Krise stellt NeuroSys das

Therapiebegleitsystem „Pati-

Sie wohnen in der Region Ulm

/Neu-Ulm und leiden an Kopfschmerzen

oder Migräne?

Zur Entwicklung wirksamer Therapien,

schnellerer Diagnosen und für eine bessere

Patientenversorgung müssen Krankheiten

wie Migräne und Kopfschmerzen besser

erforscht werden. Dazu ist es nötig, die

Patientenrealität besser zu verstehen. Die

NeuroSys GmbH führt in Zusammenarbeit

mit der Teva GmbH im Oktober/November

2020 eine anonyme Befragung durch. Zweck

der Umfrage ist die Erhebung von Daten zu

Kopfschmerzen und ihrer Behandlung in der

Region Ulm/Neu-Ulm.

Teva GmbH in Kooperation mit NeuroSys GmbH

Sie sind auch betroffen?

Kopfschmerz und Migräne

in der Region Ulm / Neu-Ulm

Befragung zur Erforschung der

Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen

Auf einen Blick

Ziel

Wer

Wie

Warum

Erhebung von Daten zu

Kopfschmerzen und

Migräne in der Region Ulm

/ Neu-Ulm

Erwachsene ab 18 Jahren

Anonymer Fragebogen per

Smartphone-App

Verbesserung

der Diagnose und

Behandlung von

Kopfschmerz- oder

Migräneerkrankungen

Wann Oktober/November 2020

Machen Sie mit!

Mehr Informationen finden Sie unter:

www.neurosys.de/umfrage_kopfschmerzen

Die Teilnahme an der Erhebung erfolgt über

eine Smartphone-App und ist vollständig

anonym (keine Registrierung notwendig).

Dabei sein hilft dem Klimaschutz

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern der

Umfrage: Für jeden ausgefüllten Fragebogen

stiftet das Projekt einen Baum! Mit Ihrer

Teilnahme leisten Sie so auch einen aktiven

Beitrag zum Klimaschutz!


E-Health

SONDERVERÖFFENTLICHUNG

gerung für das Jahr 2020 erwarten.

Ihnen stehen mehr

als 70 Prozent der Betriebe

in der Gesundheitswirtschaft

gegenüber, die sich mit Umsatzausfällen

konfrontiert

sehen. Hier wirkt sich neben

der Störung der internationalen

Lieferketten vor allem

50%

der Betriebe im Gesundheitswesen

rechnet noch in diesem

Jahr mit einer Rückkehr zum

normalen Geschäft.


Quelle: DIHK

die bundesweite Verschiebung

aller planbaren Operationen,

Eingriffe und Krankenhausaufenthalte

aus.

blem. Sinkenden Schulabgängerzahlen

steht ein immer

höher werdender Anteil

älterer Arbeitnehmer gegenüber.

Zugleich verändert

der demografische Wandel

auch den Markt für Unternehmen

in der Gesundheitswirtschaft.

So wird der Anteil

der über 60- bis 85-Jährigen

in der IHK-Region Ulm bis

zum Jahr 2035 etwa 30 Prozent

betragen. Mit einer älter

werdenden Bevölkerung

steigt der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen

an.

Auf der anderen Seite bietet

die Digitalisierung der

Gesundheitswirtschaft neue

Möglichkeiten und Chancen.

Unter dem Schlagwort

E- Health eröffnen sich

Perspektiven in der

Behandlung und Betreuung

von Patienten unter Einsatz

moderner Informations- und

Kommunikationstechnologien.

Elektronisch verarbeitete

Daten unterstützen Diagnose,

Therapie und Rehabilitation.

Telemedizin, Videosprechstunden

und andere

internetgestützte Gesundheitsangebote

sind bereits

Realität und weisen gerade in

Corona-Zeiten hohe Wachstumsraten

auf. Doch E-Health

verändert nicht nur die

individuellen Möglichkeiten.

Experten erwarten, dass die

gewonnenen Daten zukünftig

die Gesundheitsversorgung

weltweit verbessern.

Schon deshalb wird die Gesundheitswirtschaft

auch

in Zukunft ein Wachstumsmarkt

bleiben. In vielen Fällen

wird sich allerdings das

Geschäftsmodell der Unternehmen

weiterentwickeln.

Wer früher vor allem Technik

für medizinisches Geräte

produzierte, wird in Zukunft

vermehrt Komplettlösungen

einschließlich digitaler Steuerungen

und Schnittstellen

anbieten müssen.

Innovation bleibt daher

der Schlüssel zum Erfolg

– und damit der Kampf gegen

den Semmelweis-Reflex,

neue Entdeckungen ohne

ausreichende Überprüfung

erst einmal abzulehnen.

Sie stellen Einmalprodukte

wie Verbandsmaterialien

und Klinikzubehör her,

aber auch Geräte für Telemedizin

und E-Health bis hin zu

hochtechnologischen Robotik-,

Bildgebungs-, Diagnostik-

und Lebenserhaltungssystemen.

Angesichts einer

Exportquote von fast 66 Prozent

kommt dem Auslandsgeschäft

eine hohe Bedeutung

zu. Über 40 Prozent der deutschen

Medizintechnikausfuhren

gehen in Länder der Europäischen

Union.

Unternehmen

mit großen Namen

Mit mehr als 5800 Mitarbeitenden

ist das Universitätsklinikum

in Ulm größter

Arbeitgeber im hiesigen

Gesundheitswesen. Bei der

Teva GmbH, bekannt für die

Marke Ratiopharm, arbeiten

in Ulm und Blaubeuren rund

2500 Menschen. In Laupheim

ist die Firma Rentschler Biopharma

mit 850 Mitarbeitenden

ansässig. Mit Boehringer

Ingelheim und Kavo

Dental haben in Biberach

weitere Größen der Pharmaund

Medizintechnikbranche

wichtige Standorte mit mehreren

Tausend Beschäftigten.

Seit 2008 nahm die Zahl Beschäftigten

in der Region um

21 Prozent zu. Zum Stichtag

30. Juni 2019 waren es in absoluten

Zahlen mehr als 35 000

Menschen, die in und um

Ulm in der Gesundheitswirtschaft

sozialversicherungspflichtige

Stellen innehatten.

Eine Blitzumfrage des

Deutschen Industrie- und

Handelskammertags zeigt

allerdings, dass die Auswirkungen

der Corona-Krise

auch vor der Gesundheitswirtschaft

nicht haltmachen.

Zwar gibt es Betriebe, die

vom stark gestiegenen Bedarf

an Produkten profitieren,

welche zur Bekämpfung

der Pandemie eingesetzt werden.

Dazu zählen unter anderem

Schutzausrüstung, Beatmungsgeräte

und diagnostische

Tests. Doch es sind nur

knapp 6 Prozent der Unternehmen,

die eine Umsatzstei-

Verschobene Operationen

werden nachgeholt

Immerhin: Rund die Hälfte

der Betriebe rechnet noch in

diesem Jahr mit einer Rückkehr

zum normalen Geschäft.

Die Branche ist damit

deutlich optimistischer

als die Gesamtwirtschaft. Es

wird damit gerechnet, dass

verschobene Operationen

und Krankenhausaufenthalte

rasch nachgeholt werden.

Zudem haben konjunkturelle

Schwankungen insgesamt

weniger Einfluss auf die Gesundheitswirtschaft

als auf

andere Wirtschaftsbereiche.

Damit sorgt sie für eine stabilisierende

Nachfrage und ist

Beschäftigungsmotor für den

deutschen Arbeitsmarkt insgesamt.

Wie in anderen Branchen

ist allerdings das Thema

Fachkräftemangel ein immer

wichtiger werdendes Pro-

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Zukunft App-otheke? Wie weit sind wir mit dem E-Rezept?

Obwohl alle Daten bereits digital vorliegen, ist der „Customer-Journey“ zwischen Arzt und Apotheke noch weitgehend analog.

Fast jeder kennt sie: kleine

rosa Zettel im DIN-A6-Format.

Vom Arzt ausgestellt,

trägt man sie in die Apotheke

und hofft, dass das Arzneimittel

vorrätig ist. Technikaffine

nutzen mittlerweile eine

App zur Vorbestellung.

Grundlage für die Belieferung

und die Abrechnung mit

der Krankenkasse ist aber das

sogenannte „Muster-16-Papierformular“.

Was bereits in 17 EU-Ländern

Standard ist, wird derzeit

bundesweit in über 50

Modellprojekten erprobt. Neben

der Umsetzung nach

höchsten Sicherheitsstandards

ist eine hohe Datenverfügbarkeit

und diskriminierungsfreie

Anbindung aller

Teilnehmer entscheidend.

Außerdem sind Datentransparenz

und Integration gefordert:

Patienten sollen möglichst

über eine App alle über

sie generierten Gesundheitsdaten

abrufen und Zugriffe

nachvollziehen können.

Das E-Rezept soll kommen

Laut Bundesministerium für

Gesundheit ermöglicht das

E-Rezept weitere neue digitale

Anwendungen. Von der

Medikationserinnerung bis

hin zum Medikationsplan mit

eingebautem Wechselwirkungscheck.

So kann einfach

überprüft werden, ob alle

Arzneimittel untereinander

verträglich sind.

Das Gesetz, mit dem Bundesgesundheitsminister

Jens

Spahn das E-Rezept im Gesundheitswesen

einführt, ist

das „Gesetz für mehr Sicherheit

in der Arzneimittelversorgung

(GSAV)“. Das Gesetz

trat im August 2019 in Kraft.

Neben einer Erprobung im

Rahmen von Modellprojekten

werden in absehbarer Zeit

die technischen Festlegungen

dafür getroffen, dass für die

Übermittlung des elektronischen

Rezepts zukünftig die

sichere Telematikinfrastruktur

im Gesundheitswesen

verwendet werden kann.

Neben dem E-Rezept für

verschreibungspflichtige

Arzneimittel sollen zukünftig

auch alle weiteren veranlassten

Leistungen wie etwa Heilmittel,

Hilfsmittel oder häusliche

Krankenpflege elektronisch

verordnet werden können.

Darum beauftragt das

Digitale-Versorgung-Gesetz

die Spitzenorganisationen

der Selbstverwaltung, bis

zum 31. Dezember die Voraussetzungen

dafür zu schaffen,

damit auch diese Leistungen

elektronisch verordnet

werde können. Um für die

Übermittlung der Verordnungen

die sichere Telematikinfrastruktur

nutzen zu können,

wird diese mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz

und

dem Patientendaten-Schutzgesetz

schrittweise ausgebaut.

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz

haben die Versicherten

einen neuen Anspruch

auf Versorgung mit digitalen

Gesundheitsanwendungen

erhalten. Damit

Verordnungen elektronisch

übermittelt werden können,

sieht das Zweite Gesetz zum

Schutz der Bevölkerung bei

einer epidemischen Lage von

nationaler Tragweite Regelungen

vor, die den Krankenkassen

die Erprobung der

elektronischen Übermittlung

von Verordnungen digitaler

Gesundheitsanwendungen

ermöglichen.

Für Patienten wird das

E-Rezept als QR-Code in Erscheinung

treten, der in einer

App verwaltet wird. Dieser

dient als Schlüssel, um die eigentliche

Rezeptinformation

auf einem zentralen Server

abzurufen. Aus der App heraus

wird der Code an die

Apotheke geschickt oder vor

Ort gescannt. Eine Übermittlung

vorab ermöglicht eine

automatische Verfügbarkeitsrückmeldung

oder in Kombination

mit dem regionalen

Botendienst der Apotheke

vor Ort die taggleiche Zustellung

des Arzneimittels.

Für alle, die das E-Rezept

nicht auf einer App empfangen

möchten, wird der QR-

Code einfach ausgedruckt –

vermutlich auf kleinen rosa

Zetteln …

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Das E-Rezept

kommt!

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Noch werden in der Hirsch-Apotheke kleine rosa Zettel gereicht …

Foto: Hirsch-Apotheke


E-Health

SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Apps auf Rezept

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet unaufhaltsam voran. Von Stephan Gokeler

Genau zu der Zeit, in der ein

Lockdown wegen der Corona-Pandemie

das öffentliche

Leben weitgehend zum

Erliegen brachte, lief eine

wichtige Frist aus. Alle Vertragsärzte

der Krankenkasssen

sollten bis Ende März

2020 an die sogenannte Telematik-Infrastruktur

angeschlossen

sein. So sieht es

das „Gesetz für eine bessere

Versorgung durch Digitalisierung

und Innovation“

vor. Und noch mehr steht

in diesem Gesetz: Impfausweis,

Mutterpass oder Zahn-

Bonus-Heft sollen künftig

digital abrufbar sein. Und

Ärzte können nun auch

sogenannte Apps verordnen,

auf Mobilgeräten

installierbare

kleine Programme.

Die Krankenkassen

übernehmen dann

die Kosten dafür.

Fitness-Apps

sind weit verbreitet

– doch

erfüllen sie

medizinische

Standards?

Die Digitalisierung

geht erst los

All das sind aber nur

Zwischenschritte auf dem

Weg zu einer noch viel weitergehenden

Digitalisierung

des Gesundheitswesens.

Die elektronische

Patientenakte (ePA) und

eine papierfreie Arztpraxis

sind erklärte Ziele der

aktuellen Gesundheitspolitik.

Dafür sollen alle Apotheken

im Land bis Ende

September und die etwa

2000 Krankenhäuser bis

Januar 2021 ans Datennetz

angeschlossen sein.

Pflegeheime, Rehabilitationseinrichtungen,

Hebammen,

Physiotherapeuten

und andere Gesundheitsdienstleister

können

zunächst freiwillig mitmachen.

Fernbehandlung per Videosprechstunde,

die elektronisch

übersandte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

und

elektronisch ausgestellte Rezepte

sollen dann zum Normalfall

werden.

Auf den ersten Blick erscheint

es im Internet-Zeitalter

selbstverständlich, Patienten

mit Diabetes oder Bluthochdruck,

schwangere Frauen

und alle, die etwas für den

Erhalt ihrer Gesundheit tun

möchten, mit digitalen Angeboten

zu unterstützen. Fitness-Apps

auf elektronischen

Armbändern, Smartphones

oder Tablets sind heute weit

verbreitet – auch solche, die

nicht von Krankenkassen bezahlt

werden.

Technik ist nur so gut wie der

Mensch, der sie bedient

Doch für medizinische Anwendungen

gilt, dass sie einen

nachgewiesenen Nutzen

für Patienten haben müssen.

Fehlbedienungen und daraus

resultierende negative Nebenwirkungen

müssen verhindert

werden, Datensicherheit

und Datenschutz

hingegen garantiert sein.

Der Gesetzgeber hat festgelegt,

dass das Bundesinstitut

für Arzneimittel und Medizinprodukte

ein „amtliches

Verzeichnis erstattungsfähiger

digitaler Gesundheitsanwendungen“

führen und diese

auch auf Datenschutz und

Datensicherheit prüfen. Im

ersten Jahr nach der Zulassung

muss der Hersteller

beim Bundesinstitut nachweisen,

dass seine App die

Versorgung der Patienten

verbessert. Mindestanforderung

ist, dass eine App als

Medizinprodukt eingestuft

wird. Das bedeutet, dass sie

zum Beispiel einen Patienten

dabei unterstützt, seine

Arzneimittel regelmäßig

einzunehmen oder die Blutzuckerwerte

zu dokumentieren.

Reine Schrittzähler und

Work out-Tracker erfüllen diese

Anforderung nicht. Kritiker

sehen in solchen elektronischen

Angeboten die Gefahr,

dass der persönliche

Kontakt zwischen Patient und

Arzt oder Therapeut leidet.

Ärzte und Krankenhausträger

befürchten zusätzlichen

Aufwand und hohe

Kosten für die elektronische

Infrastruktur. Technische

Hürden haben bereits

früher geplante Digitalisierungsschritte

um Jahre

zurückgeworfen. Doch nicht

zuletzt die Erfahrungen mit

dem Corona-Virus haben

deutlich gemacht, dass digitale

Angebote positive Wirkung

entfalten können.

So ist die Zahl der Arzt-Patienten-Kontakte

per Videosprechstunde

in den vergangenen

Monaten sprunghaft

angestiegen. Oft waren solche

sogenannten Telekonsile

sogar die einzige Möglichkeit

für einen Arztkontakt, wenn

Patienten einer Risikogruppe

angehören und das Infektionsrisiko

bei einem Besuch

in der Praxis zu hoch gewesen

wäre oder wenn Patienten

in vorsorglicher Quarantäne

medizinische Betreuung

benötigten.

ILLUSTRATION: ©INSPIRING/SHUTTERSTOCK.COM

Im Januar 2021 soll auch

die lange angekündigte elektronische

Patientenakte endlich

Wirklichkeit werden. Zu

diesem Zeitpunkt müssen

alle Krankenkassen ihren

Versicherten eine solche digitale

Akte anbieten. Für Patienten

ist die Nutzung freiwillig.

Sie sind nicht verpflichtet,

der elektronischen

Speicherung von Daten zuzustimmen.

Vorerst gibt es

jedoch nur die Möglichkeit,

generell zuzustimmen oder

abzulehnen. Erst zu Jahresbeginn

2022 soll es technisch

möglich sein, dass Versicherte

individuell festlegen können,

welche Daten gespeichert

werden und welche

2000

Krankenhäuser sollen bis Januar

2021 ans Datennetz angeschlossen

werden – der erste Schritt auf

dem Weg zur elektronischen Patientenakte.

Informationen für welchen

Arzt, Apotheker oder Therapeuten

einsehbar sind.

Noch ein Jahr später, also

ab 2023, sollen Patienten

dann entscheiden können,

ob und welche Daten

sie anonymisiert und

verschlüsselt zur Nutzung

in der medizinischen Forschung

freigeben.

Verbraucherschützer:

Ältere nicht vergessen

Auch Verbraucherschützer

begrüßen die neuen Möglichkeiten

der Digitalisierung

im Gesundheitswesen.

Sie weisen aber darauf hin,

dass älteren Menschen oder

solchen, die noch nicht über

die entsprechenden mobilen

Geräte oder die notwendigen

Kenntnisse zu deren Nutzung

verfügen, keine Nachteile

entstehen dürften. So

sieht der Verbraucherzentrale

Bundesverband die für

2022 angekündigte Pflicht,

Rezepte nur noch elektronisch

auszustellen, kritisch.

Ein Ausdruck eines Barcodes

sei „keinesfalls als adäquater

Ersatz für das Papierrezept

anzusehen“, das zumindest

die Bezeichnung des Wirkstoffs

oder Medikaments

sichtbar macht.

Auch wenn es noch viele

Diskussionen um die genaue

Ausgestaltung, um Datenschutz

und um Standards

geben wird, die alle Beteiligen

gemeinsam führen und

Kompromisse finden müssen

– fest steht: Die Digitalisierung

kommt auch im Gesundheitswesen

voran.

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testwochen@iffland-hoeren.de

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raumkontakt


E-Health

SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Einzigartig statt

durchschnittlich

Die personalisierte Medizin eröffnet neue Möglichkeiten

für Patienten. Vor allem in der Onkologie findet sie derzeit

Anwendung. Von Stephan Gokeler

Es gibt Medikamente, die vielen

Patienten helfen. Bei anderen,

die unter einer scheinbar

identischen Krankheit

leiden, entfalten sie aber

nicht die gewünschte Wirkung.

Schlimmer noch: Sie

können zu schwerwiegenden

unerwünschten Nebenwirkungen

führen. Bestimmte in

den Erbanlagen verankerte

Merkmale, aber auch Unterschiede

im Stoffwechsel oder

geschlechtsspezifische Wirkmechanismen

sind mögliche

Ursachen.

Krankheiten gezielter

bekämpfen

Ausprobieren, beobachten

und gegebenenfalls ein anderes

Medikament oder eine andere

Therapie verordnen –

das war lange Zeit die einzige

Möglichkeit, wie Ärzte auf

Nebenwirkungen reagieren

konnten. Ganz neue Ansätze

bietet nun die sogenannte

personalisierte Medizin. Mit

ihr kann im besten Fall unter

den verschiedenen Möglichkeiten,

eine bestimmte

Krankheit zu bekämpfen, von

vorneherein diejenige ausgewählt

werden, die beim jeweiligen

Patienten die größten

Erfolgsaussichten verspricht.

Am Ulmer Universitätsklinikum

wird dies bereits

seit einigen Jahren praktiziert.

Seit November 2019 ist

das Klinikum nun auch als eines

von vier Zentren für Personalisierte

Medizin (ZPM)

im Land ausgewiesen. „Im

Augenblick ist es vor allem

die Onkologie, in der es schon

praktische Ableitungen dieses

Ansatzes für die Behandlung

von Patienten gibt“, erläutert

Professor Thomas

Seufferlein.

Genveränderungen

an

einem Tumor kann

nutzen, um ihn zu

bekämpfen.

Prof. Thomas Seufferlein

Uniklinik Ulm

Er ist Ärztlicher Direktor

der Ulmer Universitätsklinik

für Innere

Medizin und Sprecher

des ZPM. Bei

bestimmten Tumorarten,

zum Beispiel bei

Lungen-, Dickdarmoder

Hautkrebs, werden

bereits in der Diagnostik

die spezifischen

genetischen Eigenschaften

ILLUSTRATION: ©GOLDEN SIKORKA/SHUTTERSTOCK.COM

Zur Person

Prof. Dr. Thomas Theodor

Werner Seufferlein ist

Ärztlicher Direktor der Klinik

für Innere Medizin am

Universitätsklinikum Ulm.

Dieses ist seit 15 November

2019 eins von vier „Zentren

für Personalisierte Medizin“

in Baden-Württemberg.

von Patient und Tumor untersucht.

Denn für bestimmte

Tumorvarianten gibt es

wirksame Medikamente, die

gezielt eingesetzt werden

können. Sie blockieren beispielsweise

bestimmte Rezeptoren

von Tumorzellen

und können so deren ungehemmtes

Wachstum stoppen.

„Bestimmte Genveränderungen

an einem Tumor lassen

sich phantastisch nutzen, um

ihn zu bekämpfen“, berichtet

Prof. Seufferlein.

In Baden-Württemberg

gibt es bereits eine Vereinbarung

mit den Krankenkassen.

Sie übernehmen in diesen

Fällen die Kosten für eine

personalisierte Therapie,

was bundesweit bisher

einmalig ist. Für die Patienten

ist dies entscheidend,

denn die

sogenannte Gensequenzierung

und auch

die darauf basierenden

Medikamente

sind heute häufig noch

sehr teuer. Das Erbgut

eines Menschen enthält

so viel Informationen, wie

es sieben Millionen gedruckten

Seiten entspricht.

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Das digitale KundenCenter „Meine AOK“

Neben dem dichten Netz von über 230 KundenCentern der AOK Baden-Württemberg gibt es auch das Online-Angebot „Meine AOK“.

denberater durchgeführt

werden kann. Die Zweifaktor-

Authentifizierung bietet dabei

einen sicheren und

schnellen Weg zur Datenübermittlung,

den man auch

vom Online-Banking kennt.

Nach der Registrierung können

dann persönliche Daten,

wie zum Beispiel Adresse, Telefonnummer

oder Bankverbindung,

geändert werden.

Auch Dokumente, wie Krankmeldungen

oder Anträge,

können Versicherte mit dem

Smartphone fotografieren

und bequem auf die Plattform

laden. Der Upload eines Bildes

oder die Bestellung einer

neuen elektronischen Gesundheitskarte

(eGK) sind

Funktionen, die von den Versicherten

ebenfalls gerne genutzt

werden und inzwischen

über alle Endgeräte zur Verfügung

stehen. Seit Anfang

April ist dies auch über die

App mit dem Smartphone

möglich.

Im persönlichen Postfach

auf „Meine AOK“ können

Kunden direkt Fragen stellen

und Kundenberater haben die

Möglichkeit, Dokumente mit

den Versicherten auszutauschen

und bereitzustellen,

wie zum Beispiel eine Ersatzbescheinigung

für die elektronische

Gesundheitskarte

(eGK). Digitale Anträge und

Bescheinigungen, wie zum

Beispiel die Befreiung von

der gesetzlichen Zuzahlung,

der Antrag zur Aufnahme von

Familienversicherten und die

Beitragsbescheinigung für

das Finanzamt sind weitere

Funktionen des Online-KundenCenters,

die Versicherte

häufig nutzen. „Meine AOK“

schafft zusätzliche Transparenz

durch die schnelle Einsicht

in Versicherungs- und

Entgeltzeiten und informiert

zu abgerechneten Leistungen

von Leistungserbringern.

Im letzten Jahr hat sich die

Zahl der registrierten Nutzer,

die das Online-KundenCenter

nutzen, nahezu verdoppelt.

Wöchentlich registrieren

sich rund 2800 Versicherte

neu im Internet über die

Website www.meine.aok.de

oder die gleichnamige App,

die kostenlos im Google Play

Store sowie im App-Store von

Apple verfügbar ist. pm

Die App „Meine AOK“ ist rund um die Uhr der direkte Kontakt zur AOK.

Foto: AOK

Mit „Meine AOK“ können

Versicherte rund um die Uhr

auf viele wichtige Services

der AOK Baden-Württemberg

zugreifen, Krankmeldungen

einreichen oder schnell und

sicher Unterlagen anfordern.

Ob unterwegs mit dem Smartphone

oder bequem von zu

Hause mit dem Laptop oder

PC. Selbstverständlich nach

den aktuellsten Sicherheitsstandards,

damit private Daten

auch privat bleiben.

Funktionen und

Anwendungen:

• Einfacher Dokumenten-

Upload: Krankmeldungen

oder Anträge per Foto einreichen

• 24-Stunden-Zugriff: Bescheinigungen

und Versicherungsnachweise

digital

abrufen.

• Volle Transparenz: Patientenquittung

und Leistungsübersicht

selbst online

prüfen.

• Sicheres Postfach: verschlüsselte

Kommunikation

nach aktuellen Sicherheitsstandards.

• Flexible Datenänderungen:

persönliche Angaben

wie Adresse oder Bankverbindung

selbst kinderleicht

aktualisieren.

• Schnelle Kontaktaufnahme:

alle Kontaktdaten Ihrer

AOK Baden-Württemberg

auf einen Blick.

• Via Foto zur elektronischen

Gesundheitskarte

(eGK): Passbild hochladen

und neue Karte beantragen.

Und so funktioniert’s:

Entweder „Meine AOK“ als

App downloaden und anmelden.

Oder online unter

meine.aok.de registrieren

und einloggen. Alternativ ist

auch eine telefonische oder

persönliche Registrierung

beim AOK-Kundenberater

möglich. Eine Schritt-für-

Schritt-Anleitung findet man

übrigens online unter www.

aok.de/bw/meineaok-app.

Ausblick:

Schon jetzt nutzen rund

175 000 Versicherte „Meine

AOK“. Damit noch mehr Kunden

erreicht werden, sind

weitere Features geplant.

Dazu gehört das Einmal-

PIN-Verfahren, mit dem die

Versicherten die erforderlichen

Angaben eines Antrages

mithilfe eines QR-Codes oder

eines Links online eingeben

können. Eine weitere Funktion

ist die Digitalisierung des

AOK-Prämienprogramms

„ProFit“ sowie das Prozesstracking

für Kinderkrankengeld,

bei dem die Versicherten

den Bearbeitungsstand

verfolgen können.

AOK reagiert

auf Corona-Krise

Um die Kommunikation mit

ihren Versicherten in der Corona-Krise

zu erleichtern, hat

die AOK Baden-Württemberg

die Kapazitäten bei der telefonischen

und Online-Beratung

ausgebaut. Mit dem Projekt

„Online-KundenCenter“

erweitert die Gesundheitskasse

die Möglichkeiten für

ihre Kunden und bietet online

neue Funktionalitäten.

Der erste Schritt zur Nutzung

des Online-KundenCenters

„Meine AOK“ erfolgt seit

April auch mit der vereinfachten

Sofortregistrierung,

die telefonisch mit dem Kun-

Bescheinigung

anfordern. Klick.

AOK Baden-Württemberg

Von überall und jederzeit auf

wichtige Dokumente zugreifen.

Jetzt downloaden!

Als App im App Store und auf Google Play.

Oder online unter meine.aok.de

ZGH 0078/26 · 09/2020 · Foto: Getty Images


E-Health

SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Darin muss die für eine

Krankheit relevante Information

entdeckt, die genaue

Wirkungsweise erforscht und

ein Medikament entwickelt

und in einem aufwendigen

Verfahren zur Zulassung

gebracht werden. Bisher

ist dies erst für einige

Krankheiten gelungen.

Häufiger ist bislang

noch der Fall, dass

die Wirksamkeit von ursprünglich

für ganz andere

Erkrankungen entwickelten

und zugelassenen

Medikamenten auf diesem

Weg entdeckt wird. Das

könnte ich allerdings ändern,

hofft Prof. Seufferlein, auch

dank der Fortschritte in der

Medizintechnik: „Die genetischen

Informationen, die wir

aus der Sequenzierung erhalten,

werden immer differenzierter.

Gleichzeitig wird

die Technik immer besser, so

dass wir hoffentlich bald viele

Informationen aus Blutproben

entnehmen können, die

wir bisher nur durch Untersuchung

von Gewebe bekommen.

Das würde uns ganz andere

diagnostische Möglichkeiten

eröffnen und macht

die Untersuchungen auch

günstiger.“ Wovor der Mediziner

allerdings warnt, sind

unseriöse Angebote für eine

Gensequenzierung: „Solche

Angebote nehmen ständig zu.

Jeder kann heute auf eigene

Faust seinen Tumor sequenzieren

lassen. Entscheidend

ist aber die Qualitätssicherung

und dass die entscheidenden

Informationen auch

tatsächlich geliefert werden.

Das ist in vielen Fällen nicht

gegeben.“

Noch werden vorwiegend

Patienten mit personalisierten

Therapien behandelt,

bei denen andere Methoden

der Krebsbekämpfung nicht

mehr zur Verfügung stehen

oder die von sehr seltenen

Tumoren betroffen sind.

Etwa 350 solcher Patienten

wurden in den vergangenen

zwei Jahren am Comprehensive

Cancer Center Ulm

(CCCU) vorstellig. „Bei rund

einem Drittel von ihnen kam

ein personalisierter Ansatz

grundsätzlich in Frage und

bei der Hälfte davon dann

auch tatsächlich zur Anwendung“,

berichtet Prof. Seufferlein.

In Zukunft könnte das

Konzept jedoch noch viel

mehr Patienten helfen. Nicht

nur bei der Suche nach genetischen

Dispositionen gibt es

laufend Fortschritte. In vielen

medizinischen Bereichen,

ILLUSTRATIONEN: ©MRVOBLERMAN, ©QUALIT DESIGN/SHUTTERSTOCK.COM

zum Beispiel in der Neurologie

und in der Kardiologie,

suchen Forscher und Mediziner

derzeit nach individuellen

Merkmalen, die einen

Schlüssel zu einer personalisierten

Therapie liefern.

Beispielsweise um das körpereigene

Immunsystem gezielt

gegen eine Erkrankung

zu stimulieren. Das Ziel ist

dabei stets, die Therapie so

passgenau wie möglich auf

den jeweiligen Patienten auszurichten

– für eine optimale

Wirkung, aber auch, um den

Einsatz von unwirksamen

Medikamenten und die damit

verbundenen Nebenwirkungen

zu vermeiden.

Eine weitere Aufgabe des

Ulmer ZPM besteht darin,

die Konzepte der personalisierten

Medizin flächendeckend

anwendbar zu machen.

Die komplexe Diagnostik und

Bestimmung der genetischen,

molekularen und zellulären

Besonderheiten eines Patienten

werde auf absehbare

Zeit noch hochspezialisierten

Zentren wie dem Universitätsklinikum

Ulm vorbehalten

bleiben, ist Prof. Seufferlein

überzeugt. Die Behandlung

selbst sei dann jedoch

in vielen Fällen wohnortnah

möglich. Hierzu arbeitet das

ZPM mit anderen Kliniken

und niedergelassenen Ärzten

zusammen, um die benötigten

Informationen weiterzugeben,

damit mittelfristig

alle Patienten in der Region

von Ulm bis an den Bodensee

davon profitieren können.

Medizinpionier:

der Schneider von Ulm

Albrecht Ludwig Berblinger ist vor allem als Flugpionier

bekannt. Doch er war auch medizinischer Vordenker.

Albrecht Berblingers Flugmaschine

mit den markanten

rot-weißen Flügeln steht im

Mittelpunkt seines 250. Geburtstages,

der in diesem Jahr

in seiner Heimatstadt Ulm

groß gefeiert wird. Dass er

sich mit seinem Fluggerät ordentlich

blamierte, als es im

Jahre 1811 vor den Augen des

Königs in der Donau statt am

gegenüberliegenden Ufer

landete, ist bekannt. Weniger

bekannt ist, dass Berblinger

ein Pionier der Medizintechnik

war. Er tüftelte nicht nur

an Fluggeräten, sondern erfand

auch die erste Beinprothese

mit Gelenk.

In den Napoleonischen

Kriegen Ende des 18. Jahrhunderts

waren Tausende Soldaten

schwer verwundet worden,

viele Gliedmaßen

wurden amputiert.

In den Nachkriegsjahren

prägten diese Kriegsversehrten

mit ihren Krückstöcken,

Holzbeinen und ihrem humpelnden

Gang das Stadtbild.

Und doch war es ein persönliches

Schicksal, das Albrecht

Berblinger zu seiner meisterhaften

Erfindung führte.

Finanzieller Erfolg

blieb ihm verwehrt

Der Stadtsoldat Elias Schlumperger

verlor im Jahr 1807

durch einen Unfall ein Bein.

Für ihn erfand der Schneidermeister

Berblinger, der in seiner

Freizeit mit Tüfteleien

versuchte, sein karges Gehalt

aufzubessern, eine neuartige

Prothese. Er nannte sie „Fußmaschine“.

Im Gegensatz zu

den damals üblichen steifen

Holzpflöcken besaß die Prothese

ein Kniegelenk.

Das verbesserte die Beweglichkeit

der Patienten erheblich.

Die Ärzteschaft in Ulm

war begeistert. Das Ulmer

Spital bat den bayerischen

König Maximilian I. Joseph

sogar, Berblinger nachträglich

dafür zu entlohnen. Doch

der lehnte das Gesuch ab,

ebenso wie eine Anfrage

Berblingers persönlich. Dieser

wollte für seine „Fußmaschine“

werben, um sich so

quasi ein zweites Standbein

aufzubauen.

Dermaßen entmutigt,

stoppte Berblinger die Prothesenproduktion

und widmete

sich in den nächsten

Jahren dem Bau seines Fluggleiters.

Dabei wären Geld

und Anerkennung durchaus

verdient gewesen: die grundlegende

Technik Berblingers

wird bis heute in Prothesen

verwendet.

ka

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Die Ried + Apotheken vereinigen das Beste aus zwei Welten

Die Ried + Apotheken: So schnell ist keine Versandapotheke, so günstig ist keine andere Apotheke vor Ort.

cher verschlüsselt hochgeladen

werden. Spätestens nach

drei Stunden ist die Bestellung

in der Wunschfiliale abholbereit

oder wird vom

hauseigenen Botendienst zugestellt.

Einfacher und

schneller geht es kaum. Mit

diesem Tempo können selbst

Online Apotheken nicht mithalten.

Per App bequem bestellen

Aber auch für das Smartphone

haben die Ried + Apotheken

eine richtig clevere Lösung

gefunden. Die „callmy

Apo”-App bietet zahlreiche

nützliche Anwendungen und

ist in der Handhabung intuitiv.

Mit Hilfe der App können

die Kunden Rezepte und Medikamente

rund um die Uhr

vorbestellen, mit der

Wunschfiliale chatten, den

Vorrat überwachen oder sich

an die Einnahme der Medikamente

erinnern lassen.

Das Beste aus zwei Welten

bedeutet jedoch auch eine

gute regionale Erreichbarkeit

zu gewährleisten. Mit sieben

Standorten stellen die Ried +

Apotheken die wohnortnahe

Versorgung mit Arzneimitteln

kompetent und zuverlässig

sicher.

pm

Info Ried + Apotheken

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Hafengasse 9

89073 Ulm

Tel.: 0731 63884

engel@ried-apotheken.de

»»

Hafenbad 19

89073 Ulm

Tel.: 0731 69940

hafenbad@ried-apotheken.de

»»

Stuttgarter Straße 155

89075 Ulm

Tel.: 0731 14055091

michelsberg@ried-apotheken.de

»»

Augsburger Straße 2

89231 Neu-Ulm

Tel.: 0731 75917

neu-ulm@ried-apotheken.de

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Rosengasse 17

89073 Ulm

Tel.: 0731 968560

rosengasse@ried-apotheken.de

»»

Magirusstraße 35/4

89077 Ulm

Tel.: 0731 93807733

soeflingen@ried-apotheken.de

»»

Stifterweg 7

89075 Ulm

Tel.: 0731 53136

stifterweg7@ried-apotheken.de

www.ried-apotheken.de

Das Ulmer Apotheker-Ehepaar Brigitte und Timo Ried.

Digitalisierung ist nicht alles,

aber ohne Digitalisierung ist

alles nichts. Die Ried + Apotheken

mit sieben Standorten

in Ulm und Neu-Ulm haben

dies bereits früh erkannt und

deshalb kräftig in digitale Lösungen

investiert. „Apotheken

stehen vor gewaltigen

Herausforderungen. Versandapotheken

einerseits, zunehmende

Konzentration der

Arztpraxen in Medizinischen

Versorgungszentren und Ärztehäusern

andererseits machen

das Überleben für viele

Apotheken nicht leicht“,

zieht Timo Ried Bilanz und

ist sich sicher, dass auch stationär

agierende Apotheken

ein starkes digitales Standbein

benötigen.

Nach Überzeugung des Ulmer

Apotheker-Ehepaars Brigitte

und Timo Ried gilt für

den stationären Handel ebenso

wie für den Internethandel,

die Wünsche der Kunden

immer in den Mittelpunkt zu

stellen. Das bedeutet in erster

Linie, stets die beste Arznei

zum besten Preis vorrätig

zu haben. Genauso wichtig ist

selbstverständlich eine persönliche

und kompetente Beratung.

Und drittens, Medikamente

dem Kunden zeitnah

zur Verfügung zu stellen.

„Unser Ziel ist es, das Beste

aus beiden Welten in einem

Angebot zu vereinen“ sagt

Brigitte Ried und sieht die

Ried + Apotheken dabei auf

einem guten Weg.

Foto: ubird.de

Derzeit ist das E-Rezept in

aller Munde, die Einführung

ist jedoch erst für 2021 geplant.

Bis es soweit ist, bieten

die Ried + Apotheken ihren

Kunden schon heute smarte

digitale Wege, um Rezepte

vorzubestellen oder ganz bequem

von zu Hause aus Produkte

zu reservieren.

Über 120 000 Artikel per

Click & Collect verfügbar

Im Online-Shop der Ried +

Apotheken sind derzeit über

120 000 Produkte erhältlich,

deren Verfügbarkeit in den

sieben Filialen in Echtzeit im

Shop angezeigt wird. Dies gilt

auch für rezeptpflichtige Medikamente.

Rezeptfotos können

kinderleicht im Shop si-

www.ried-apotheken.de

SHOP

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✔ binnen 3 Stunden verfügbar

✔ in jeder RIED APOTHEKE

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ENGEL APOTHEKE · Hafengasse 9 · 89073 Ulm

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