BAUFIBEL ALTES LAND - Elbberg

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BAUFIBEL ALTES LAND - Elbberg

Auf dem Altländer Wasserwegenetz wurden Waren, vornehmlich

Obst zu den kleineren Häfen an den Fluss- und Prielmündungen gebracht.

Hier wurden sie auf größere Ewer und Jollen umgeladen und

auf der Elbe weitertransportiert. Bald entwickelte sich eine vitale

Schifffahrt mit großen Fahrtgebieten, die größere Ewer gingen bis

nach Grönland. Die Seefahrtschule in Grünendeich bildete unzählige

Kapitäne für die Große und die Kleine Fahrt aus. Heute hat dort die

Maritime Landschaft Unterelbe ihr Domizil.

Die Verlagerung vieler Transporte auf den Lkw verringerte die Zahl

der Schiffseigner, einige Familien entwickelten sich zu bekannten

Reedern, die auf eine wechselvolle traditionsreiche Geschichte zurückblicken.

In der Blütezeit des Schiffbaus zählte das Alte Land über 15 Werften.

Heute existiert nur noch die Sietas-Werft in Neuenfelde (www.tourismusaltesland.de).

In der Nähe dieser Werft wurden in den 50er Jahren als

Teil der Seehof-Siedlung in zwei Bereichen Werkssiedlungen für die

Werftarbeiter angelegt (Liedenkummer Bogen sowie Seehof). Die

Seehofsiedlung wurde bis in die 80er Jahre hinein erweitert und später

durch ein Einfamilienhausgebiet ergänzt.

1.5.5 Interessenkonflikte

Seite 32

Baufibel Altes Land

Abb. 44: v.l.n.r.: Hochspannungsleitung und Autobahnbaustelle in Horneburg, Windkraftanlagen mit

Hafenkränen in der Ferne (Francop), Hafenschlickdeponie als neues Landschaftselement

(Francop)

Das Alte Land ist Teil der der dynamischen Metropolregion Hamburg

und auf die Bundesländer Hamburg und Niedersachsen aufgeteilt.

Dies erschwert eine gemeinsame Planung für den Gesamtraum.

Grundsätzlich ist im Umfeld aller Großstädte die Tendenz zum Flächenverbrauch

für Siedlungserweiterungen ein Problem. Für das Alte

Land sind Flächenverluste besonders schmerzlich, da es seinen Wert

aus dem ganzheitlichen Zusammenwirken aller seiner Elemente bezieht

und nur der Erhalt isolierter Einzelelemente nicht ausreichend

ist.

Als Interessenkonflikte in jüngster Zeit und in Zukunft sind zu nennen:

Flächeninanspruchnahme durch Verkehrsbauten

� Autobahn 26 in Dammlage.

� Ortsumgehung Jork.

Flächeninanspruchnahme durch Gewerbe- und Hafennutzungen

� Verlängerung der Landebahn des Airbus-Werks in Finkenwerder

(Verlust des Ringdeiches Rosengarten und von Obstbauflächen,

weiterer Bebauungsplan für eine neues Westtor

und Mitarbeiterstellplätze im Verfahren).

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