BAUFIBEL ALTES LAND - Elbberg

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BAUFIBEL ALTES LAND - Elbberg

Abb. 60: „Wilde“ Anordnung von unterschiedlichen Formaten / liegende Fensterformate /

Nur-Glas-Fassaden

Fassaden mit vielen unterschiedlichen großen Öffnungen wirken dagegen

unruhig.

Fassaden im Alten Land sollten auch sog. „Lochfassaden“ sein, d. h.

der Wandanteil ist größer als der Fensteranteil. Waagerechte Fensterbänder

oder Stahl-/Glasfassaden sind zu vermeiden.

2.2.5 Fassadenmaterialien

Die ältesten existierenden Wohnhäuser haben in der Regel Fachwerkfassaden.

Die Ausfachungen bestehen aus rotem Ziegelmauerwerk.

Das war nicht immer so. In vielen Fällen waren sie ursprünglich

mit einer Lehmstakung geschlossen (Geflecht aus Weidenruten, das

mit einer Mischung aus Stroh und Lehm ausgefüllt und verputzt wird).

Die Dachdeckung bestand aus Reet.

Es wurden also immer Materialen verwendet, die in der unmittelbaren

Umgebung vorzufinden waren. Ziegel wurden im 19. und 20. Jahrhundert

in vielen Ziegeleien im Alten Land hergestellt und in großem

Umfang auch exportiert (Hamburger Speicherstadt). Der Wandel der

Baumaterialien wurde ermöglicht durch die Entwicklung der Transportmittel.

Erst mit der Entwicklung der Eisenbahn war es möglich,

Baustoffe über lange Wege in großen Mengen zu transportieren. So

tauchen im Alten Land ab etwa 1870 die ersten Schieferdächer auf.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Fassaden zunehmend

prunkvoller. Es werden vermehrt historisierende Putz- und Stuckgliederungen

verwendet. Der Eingang wird als zurückliegende Eingangsloggia

mit Eingangssäulen gestaltet. Auch Putzbauten werden errichtet.

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Baufibel Altes Land

Früher: Niederdeutsches Hallenhaus Heute: Einfamilienhaus Haus in geschlossener

Bauweise

(in den Ortskernen)

Abb. 59: Gliederungsprinzipien der Fassaden

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