physikgeschichte - Austrian Physical Society

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physikgeschichte - Austrian Physical Society

PHYSIK IN ÖSTERREICH

Nach meiner zweiten zweijährigen

Amtszeit als Vorsitzender der Österreichischen

Physikalischen Gesellschaft

sollen in einem kurzen Rückblick

die wesentlichsten Erfolge und

einige aktuelle Bemerkungen zur Situation

und zur Zukunft der Gesellschaft

gemacht werden.

Fest überzeugt

bin ich

davon, dass

sich der Stellenwert

der

Physik in den

beiden letzten

Jahren

deutlich erhöht

hat, was

durch einige

Fakten belegt

werden soll.

· Das “Weltjahr

der Physik

2005“ hat

viele Gesellschaftsgruppen

motiviert,

sich mit Fragen

und Anliegen

der

Physik zu beschäftigen.

Die Jahrestagung in Wien,

verbunden mit der öffentlichen Show

“spiel.raum.physik“ hat tausende Besucher

angelockt. Auch in anderen Universitätsstädten

haben viel besuchte

Veranstaltungen stattgefunden, die

auch in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit

erregt haben. Der Geschäftsführer

unserer Gesellschaft, Max Lippitsch,

hat bei der Organisation dieser weltweiten

Aktivitäten nicht nur in Österreich,

sondern auch im internationalen Bereich

eine bedeutende Rolle gespielt

und dabei Dank und Anerkennung verdient.

Die Wiener Veranstaltungen aus

diesem Anlass wurden von Gero Vogl,

und seinem Team mit großem Einsatz

gestaltet, wofür an dieser Stelle

ebenfalls herzlich gedankt sei.

· In den beiden Jahren wurden etliche

nationale und internationale Preise an

österreichische Physiker vergeben:

4 N R. 4/2006

RÜCKBLICK - AUSBLICK

HELMUT RAUCH

Max Planck Medaille 2005: Peter Zoller,

Universität Innsbruck

Wittgenstein Preis 2005: Rudi Grimm,

Universität Innsbruck

Wilhelm Leibnitz Preis 2005: Ferenc

Krausz, nun MPI-Quantenoptik, Garching

Dirac Medaille 2006: Peter Zoller, Universität

Innsbruck

King Faisal Preis 2006: Anton Zeilinger,

Universität Wien

Wittgenstein Preis 2006: Jörg

Schmiedmayer, TU Wien

Schrödinger Preis 2006: Rainer Blatt,

Universität Innsbruck

Ludwig Wittgenstein Preis 2006: Helmut

Rauch, TU Wien

Ignaz L. Lieben Award 2006: Andrius

Baltuska, TU Wien

START Preise: H. Häffner und P.

Schmidt, beide Universität Innsbruck

· Auch einige zum Teil spektakulär wirkende

Berufungen sollen Erwähnung

finden:

R. Alkofer: Universität Graz

A. Baltuska: TU Wien

S. Bühler-Paschen: TU Wien

C. Gattringer: Universität Graz

J. Schmiedmayer: TU Wien

F. Verstraete: Universität Wien

· Die bei der heurigen Generalversammlung

neu verabschiedeten Statuten

der Gesellschaft tragen den neueren

Entwicklungen im Vereinsrecht

Rechnung und gestatten so eine weitere

positive Entwicklung der ÖPG.

Allerdings sind nicht alle Vorgänge um

die Physik so positiv zu bewerten wie

die eben erwähnten und es verbleiben

eine Menge unerledigter Probleme für

das neue ÖPG Präsidium:

- Die Einführung des Bakkalaureatund

Master-Studiums, welches speziell

der Harmonisierung der Ausbildung

in Europa dienen soll, erfolgte und erfolgt

im wesentlichen unter Ausschaltung

der Fachgesellschaften. Das

scheint auch der Grund dafür zu sein,

dass bisher keine Harmonisierung der

Ausbildung innerhalb Österreichs erkennbar

ist. Hier wäre wohl ein Pendant

zur deutschen “Konferenz der

Fachbereiche Physik“ wünschenswert,

um zu gewährleisten, dass ein Wechsel

des Studienortes innerhalb eines

Landes nicht schwieriger wird als ein

solcher ins europäische Ausland.

- Auch die Diskussion und Entscheidungsfindung

über eine Elite-Universität

(ISTA - Institute for Science and

Technology Austria) ist weitgehend

ohne Einschaltung der Fachgesellschaften

erfolgt, und die Frage der speziell

für Forschung im Bereich der Physik

notwendigen Infrastruktur blieb

bisher völlig unbeantwortet. Es bleibt

zu hoffen, dass auch in Österreich bestehende

Exzellenz-Cluster, die sich im

wesentlichen aus Schwerpunktprogrammen

und Spezialforschungsbereichen

des FWF entwickelt haben,

verstärkt Beachtung finden und rationale

Gründe für eine Standortwahl Gehör

finden.

· In der Bundesrepublik wurden in den

letzten Wochen entscheidende Schritte

in Richtung „Eliteuniversitäten“ (Zukunftskonzepte)

gesetzt wodurch der

Wettbewerb um die besten Köpfe auch

mit österreichischen Universitäten angeheizt

werden wird. Beachtenswert

ist, dass bei der Festlegung dieser Eliteuniversitäten

die bereits bestehenden

Exzellenz-Cluster und Doktorandenkollegs

eine entscheidende Rolle

spielten, aber auch die Professionalität

der Universitätsgremien in die Bewertung

einging. Auch in Österreich

sollte man sich fragen, ob derartige

Qualitätsmerkmale nicht generell einzufordern

wären.

Zum Schluss sei nochmals auf sehr

erfreuliche Aspekte im Vereinsleben

Bezug genommen. Die Wahl von Frau

Monika Ritsch-Marte zur Präsidentin

der ÖPG und die weitere Verfügbarkeit

des Geschäftsführer, Max Lippitsch,

signalisieren neuen Aufbruch und Kontinuität

in einem durchaus positiven

Sinn. Allen, die sich für die Belange der

Physik in Österreich in den letzten Jahren

eingesetzt haben, gebührt mein

besonderer Dank.

Helmut Rauch, Präsident der ÖPG

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