22.09.2020 Aufrufe

BLATTWERK AUSGABE No.14 – Oktober bis Dezember 2020

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

P. b.b. GZ 03Z034.973 M Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, 7400 Oberwart Josef 3/2020 WERKAUSSCHNITT: RENATE HOLPFER

BLATTWERK

ZEITSCHRIFT FÜR KUNST UND KULTUR AM ORT

+ OHO-PROGRAMM OKTOBER BIS DEZEMBER 2020

No. 14

VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Ein Artikel von Isolde Charim

DAS BÜCHERHAUS

Buchwochen 2020 im Offenen Haus Oberwart

DIE DRUCKWERKSTATT

Kunst-Weihnachtsbasar im OHO

6

8

19


Mehr WIND –

mehr am

KONTO

Einfach, genial: Sie profitieren

von der Windstromproduktion im

Burgenland und erhöhen so Ihren

persönlichen Ökostromanteil. Eine

garantierte Menge an sauberer

Windenergie wird Ihrer Jahresrechnung

gutgeschrieben. Bei weniger

Wind ändert sich nichts, bei mehr

Wind erhöht sich Ihre Gutschrift!

www.energieburgenland.at

WindKonto_2020_Junge_200x135_3.indd 1 05.02.20 16:23

Mit Ihrer Mitgliedschaft und Ihren Spenden können Sie uns

natürlich auch tatkräftig unterstützen, gerade in Zeiten wie

diesen und durch die Corona-Maßnahmen entstehenden

Mehrkosten sind wir auf diese Ihre Unterstützung in höchstem

Maße angewiesen. Also freuen wir uns über jeden

zusätzlichen Beitrag zu unserem Budget.

WERDEN SIE

OHO–MITGLIED!

Das OHO ist ein gemeinnütziger Verein, der nicht gewinnorientiert

arbeitet. Die Mitglieder unterstützen durch ihren

Beitrag eine Arbeit im Kunst- und Kulturbereich, die ohne

öffentliche, aber auch private Förderung nicht denkbar ist.

KARTENVORVERKAUF

IM OFFENEN HAUS OBERWART:

Telefon 03352-38555 / info@oho.at

Kartenreservierungen/-bestellungen bis einen

Werktag vor gewünschter Veranstaltung im

Büro unter 03352 38555, wobei Karten auch über

das Internet bestellt werden können (Den Link

dazu finden sie auf www.oho.at).

Für reservierte, aber nicht abgeholte Karten

gilt der Abendkassapreis!

Ermäßigte Kartenpreise gelten für: OHO-Mitglieder,

Ö1-Club-Mitglieder, Schülerinnen und Schüler,

Lehrlinge, Studentinnen und Studenten,

Zivil- & Präsenzdiener.

Mitglieder erhalten bei allen Veranstaltungen ermäßigten

Eintritt. Der Mitgliedsbeitrag beträgt € 30,– im Jahr.

Sie möchten Mitglied werden? Dann überweisen

Sie den Mitgliedsbeitrag unter Angabe Ihres

Namens und Ihrer Adresse auf folgendes Konto:

BANKVERBINDUNG: BANK BURGENLAND,

IBAN: AT 84 51000 902 1421 5900, BIC: EHBBAT2E

Wenn Sie die OHO-Zeitschrift BLATTWERK

kostenlos zugeschickt bekommen oder den

OHO-Newsletter abonnieren möchten, dann

kontaktieren Sie uns bitte telefonisch oder per

E-Mail: Telefon +43 (0)3352 -38555, info@oho.at


Liebe Freundinnen

und Freunde

DES OFFENEN HAUSES OBERWART

VERANSTALTEN IN ZEITEN VON CORONA

Wer von uns hätte gedacht, dass in unserer Hochgeschwindigkeitszeit, des

„mehr und mehr“, „höher, größer, schneller, besser“ etc., so eine Bremsung

eingelegt werden muss? Für uns alle ist das eine schwierige Zeit, natürlich

auch für uns VeranstalterInnen. Aber deswegen den Kopf in den Sand stecken?

Nein! Schon mit unserer Theaterproduktion „Bleib mir vom Leibe“ in

der Inszenierung von Peter Wagner haben wir gezeigt, was das Haus auch

in diesen Zeiten zu leisten fähig ist. Also wagen wir ein Herbstprogramm,

natürlich immer unter den Vorzeichen der aktuellen Pandemie-Schutzmaßnahmen

laut den geltenden Verordnungen.

In den Buchwochen präsentieren wir aufgeteilt auf drei Wochen AutorInnen

des Burgenlandes und freuen uns, dabei eine Ausstellung der experimentellen

digitalen Gedichte des heurigen Teilnehmers des Bachmann-Preises,

Jörg Piringer, zeigen zu dürfen. Neben Konzerten im November, Veranstaltungen,

die wir vom Frühjahr auf den Herbst verschieben mussten, werden

wir im Dezember eine Ausstellung unter dem Titel „Druckwerkstatt OHO“

präsentieren, bei der Sie zu leistbaren Preisen künstlerische Werke kaufen

können. Hier lohnt sich natürlich auch der Einsatz des vom Land beworbenen

Kulturgutscheins. Da Veranstalten im Moment die Quadratur des Kreises

ist, brauchen wir ganz dringend die Solidarität und Aufmerksamkeit unseres

Publikums, also Ihre Unterstützung! Und dafür möchten wir uns schon im

Voraus bedanken.

INHALT

04 OHO-Programm

06 Verschwörungstheorien –

ein Artikel von Isolde Charim

07 Interview mit Clemens Berger

08 Das Bücherhaus – Buchwochen

2020 im OHO

09 Interview mit Anria Reicher

13 Interview mit Lisz Hirn

14 „Es gibt nur die Kategorien gute

Musik und nicht gute Musik ...“

Musiker Achim Kirchmair im Gespräch

18 Weintipp

18 Buchtipps

19 Kunstweihnachtsbasar im OHO

Um Absagen oder eine Gefährdung unseres Publikums zu verhindern, haben

wir ein klares und umfangreiches Sicherheitskonzept für Sie erarbeitet.

Zusätzlich bemühen wir uns die Maßnahmen nicht überschießen zu lassen,

um Sie in Ihrem Kunstgenuss nicht spürbar einzuschränken. Der Maßnahmenkatalog

besteht aus 19 Punkten. Das Wichtigste daraus:

• Bei künstlerischen Darbietungen mit Gesang oder Blasinstrumenten

müssen die darbietenden KünstlerInnen einen zeitlich gültigen PCR-Test

aufweisen.

• Für alle Veranstaltungen ist eine großräumige Aufteilung im ganzen Haus

vorgesehen, dies gilt für Konzerte ebenso wie für Ausstellungen. Wir

schaffen also Raum für den notwenigen Abstand! Raum, an dem es seit

dem Ausbau des OHO-Clubs im OHO nicht mangelt.

• Abstand ist auch eine wichtige Regel bei der Bestuhlung. Um hier wirklich

Sicherheit zu schaffen, sind wir sehr großzügig mit dem Abstand bei der

Aufstellung der Stühle.

• Neben der Registrierung im Eingangsbereich werden den BesucherInnen

auch Sitzplätze zugeordnet.

• Wir haben eine ausgezeichnete Lüftung mit 100 % Frischluftzufuhr, um

für genügend Luftaustausch zu sorgen.

• Auch für die Hygiene ist in vollem Umfang gesorgt.

Kontakt zu unserer Redaktion: blattwerk@oho.at

Impressum: Medieninhaber und Verleger: Offenes Haus Oberwart,

A-7400 Oberwart, Lisztgasse 12, Telefon +43 (0)3352– 38555; DVR 0648281; ZVR

387081290; Verlagspostamt: 1230 Wien; Zulassungsnr.: GZ 03Z034973 M;

Druck: Druckerei Schmidbauer, Oberwart;

Fotos: zVg, Shutterstock; Gestaltung: RABOLD UND CO. / www.rabold.at;

Redaktionelle Mitarbeit: Isolde Charim, Alfred Masal, Katharina Tiwald;

Lektorat: Sandra Grosz-Jusinger

Stand bei Drucklegung, Änderungen und Ergänzungen vorbehalten.

Wir würden uns also deshalb freuen, Sie auch in diesen Zeiten in unserem

Haus begrüßen zu dürfen, und bitten Sie, sich auch immer wieder im Veranstaltungskalender

auf www.oho.at oder auf der OHO-Facebookseite über

die neuesten Entwicklungen zu informieren.

Für das OHO-Team , Alfred Masal

3


DETAILLIERTE Informationen

zu DIESEN UND WEITEREN

Veranstaltungen auf

www.OHO.at

ODER telefonisch unter

+43 (0)3352 – 38555

Falls nicht anders angegeben, finden

alle Veranstaltungen im OHO statt.

* Ermäßigte Kartenpreise gelten für: OHO-Mitglieder,

Ö1-Club-Mitglieder, Schülerinnen und Schüler, Lehrlinge,

Studentinnen und Studenten, Zivil- & Präsenzdiener.

sa., 10.10.

19:30 Uhr

MACBETH MELANIA

Lesung von Katharina Tiwald

So., 4.10.

17:00 Uhr

ERÖFFNUNG DER BUCHWOCHEN 2020

Lesung von Clemens Berger

aus „Der Präsident“

Musik: Hakan Gürses

Vernissage der Ausstellung

„Interactive Poetry“ von Jörg Piringer

Eintritt frei

FR., 9.10.

19:30 Uhr

DAS HAYDN-PENTAGRAMM

Lesung von Anria Reicher

Eintritt: freie Spende

Eintritt: freie Spende

sa., 17.10.

19:30 Uhr

WER BRAUCHT SUPERHELDEN:

WAS WIRKLICH NÖTIG IST,

UM UNSERE WELT ZU RETTEN

Lesung von Lisz Hirn mit anschließender Diskussion

Eintritt: freie Spende

do., 22.10.

18:00 Uhr * AK Bücherei Oberwart

ICH REDE IN DEN ZUNGEN DER SPRACHLOSEN

Traude Veran

Hörbuch-CD-Präsentation

Eintritt: freie Spende

Veranstaltung der AK-Bücherei Oberwart in Kooperation

mit edition lexliszt 12, Verein Frauen für Frauen Burgenland,

OMAS GEGEN RECHTS und dem Offenen Haus Oberwart

Die vorgesehene Ausstellung von Gudrun

Schüler muss auf Grund der aktuellen Situation

auf das Frühjahr verschoben werden. Mit dem

Werkausschnitt im Mittelaufschlag wollen wir

Ihnen die Künstlerin bereits jetzt vorstellen.

BUCHWOCHEN IM OHO

4


OKTOBER BIS DEZEMBER 2020

FR., 23.10.

19:30 Uhr

MORDBUBEN

Lesung von Raimung Keinrath aus

seinem Geschriebenstein-Krimi

Eintritt: freie Spende

Eine Kooperation der „edition lex liszt 12“

mit dem Offenen Haus Oberwart

fr., 30.10.

SA., 31.10.*

20:00 Uhr

PSYCHO TOASTER

SUPPORT: TEA AT PENNY‘S

Konzert: Stoner Rock, Alternative Rock, Funk

Eintritt nur mit schon gekauften Karten möglich!

* Zusatztermin bei Platzbeschränkung

Fr., 6.11.

20:00 Uhr

CHRIS MAGERL AND THE BURNING FLAGS

Napaea, Nathan Jane & the Oilchange Trio

Konzert: Indie Punk, Indiefolk, Bluegrass

Eintritt: VVK 12.- / AK 15.-

sa., 7.11.

20:00 Uhr

ACHIM KIRCHMAIR TRIO

feat. David Jarh – „Sunkeeper“

Konzert

Eintritt: VVK 18.- / AK 20.- (ermäßigt VVK 16.- / AK 18.-)

fr., 13.11.

20:00 Uhr

BLUE SUPPER, BLUESPUNKT, GROOVE DISTILLERY

Konzert: Blues

HARALD POMPER

sa., 21.11.

20:00 Uhr

„DAS WIRD MAN WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN“

Kabarett Harald Pomper

Eintritt: VVK 18.- / AK 20.- (ermäßigt VVK 16.- / AK 18.-)

FR., 27.11.

19:30 Uhr

ROMA-FEST – ROMA-KULTUR

Buchpräsentationen, Ausstellung,

Musik & Roma-Küche

Eintritt: freie Spende

so., 6.12.

17:00 Uhr

DIE DRUCKWERKSTATT

Vernissage des Kunst-Weihnachtsbasars im OHO

Eintritt frei

Werden Sie Fan unserer Facebook-Seite und erhalten Sie so aktuelle Infos zu Veranstaltungen und vielem mehr. www.facebook.com / offeneshausoberwart

Eintritt: VVK 12.- / AK 15.-

5


VERSCHWÖRUNGS

THEORIEN

Von Isolde Charim

Falter & Meinung, FALTER 22/20 vom 27.05.2020

Die deutsche taz hatte dieser Tage einen besonderen

Teil: zwölf Seiten zum Thema „Entschwörung“. In Reaktion

auf die Kritik von Lesern, denen ihre Corona-Berichterstattung

zu regierungsfreundlich war. Und auch in Reaktion

auf das, was derzeit unter dem Stichwort „Hygiene-Demos“

auf deutschen Straßen in Erscheinung tritt. Die Übereinstimmung

wird brüchig. Auch innerhalb des eigenen

Milieus.

Es ist also nötig, legitime Corona-Kritik von deren „düsteren

Anteilen“ zu unterscheiden. Anders gesagt: Es geht um den

Gegensatz von Kritik und Verschwörungstheorie.

Verschwörungstheorie – ein Begriff mit zwei Funktionen.

Er ist sowohl ein analytischer als auch ein Kampfbegriff.

Weshalb sich jetzt viele in die Brust werfen und meinen:

„Verschwörungstheorie“ – das sei diffamierend. Das diene

nur dazu, abweichende Meinungen zu diskreditieren. Kritik

abzuwürgen.

Genau da muss man intervenieren. Genau da muss man

dagegenhalten und sagen: Nein! Verschwörungstheorien

sind keine Kritik. Sie sind kein Heroismus der abweichenden

Meinung. Kein mutiger Einspruch gegen den vorherrschenden

Mainstream. Man muss sich vielmehr wehren.

Denn die Verschwörungstheorien usurpieren, untergraben

die Kritik. Die Grenze zwischen beiden ist fließend. Umso

wichtiger ist es, diese Grenze zu befestigen.

Die Grenze zwischen berechtigtem und verallgemeinertem

Misstrauen. Die Grenze zwischen Wissen und Vermutungen.

Die Grenze zwischen Belegen und Behauptungen.

Ist das Coronavirus in einem Labor in Wuhan gezüchtet

worden? Eine unbelegte Behauptung ist ein Gerücht.

6


CLEMENS BERGER

Es gab und gibt natürlich tatsächliche Verschwörungen. Keine

Frage. Deshalb unterscheidet die Forschung zwischen

Verschwörungs-Hypothesen – das sind überprüfbare und

auch falsifizierbare Aussagen – und Verschwörungs-Ideologien.

Letztere sind mit Verschwörungstheorie falsch benannt.

Denn hier werden Gerüchte zu Verschwörungs-Fantasien.

Ja, mehr noch: zu einem Verschwörungs-Glauben.

Paradebeispiel dafür ist Bill Gates (an dieser Stelle kürzlich

thematisiert): Da gibt es die umstrittene Kritik, die globale

Gesundheitswirtschaft sei in den Händen von privaten

Spendern, die damit eine politisch nicht legitimierte Entscheidungsgewalt

haben. Und da gibt es Gerüchte, dass Bill

Gates für das Coronavirus verantwortlich sei und Zwangsimpfungen

plane. Hier zeigt sich genau: Der Verschwörungs-Glaube

nährt sich aus einem Überschuss. Einem

Überschuss an Kritik. Einem Überschuss an unterstelltem

Willen, an fantasierter Kausalität. Kritik verkehrt sich da in

ihr Gegenteil: in einen Mythos. In einen Verschwörungs-Mythos.

Der Glaube daran, der Verschwörungs-Glaube, funktioniert

wie jeder Glaube: Er ist immun gegen das Dementi

der Realität (wie es bei Freud heißt).

Warum hat solches gerade derzeit Konjunktur? Derzeit –

das ist das Zwischenstadium, wo nach einer massiven Ausnahmesituation

der Deckel der Einschränkungen gelockert

wurde. Da bricht ein zentrales Moment hervor: die Affekte.

Ein Überschuss an Affekten sucht ein Ventil. Heftet sich

an Vorstellungen, an politische Inhalte zu seiner Abfuhr.

Verschwörungs-Fantasien leben von ihrer emotionalen Aufladung.

Das zeigt sich nicht zuletzt daran, wie ideologisch

diffus diese „Hygiene-Demos“ sind. Dieselben Parolen werden

von Neonazis, Antifas und bürgerlichen Honoratioren

bejubelt. Vorlage für Instrumentalisierungen aller Art.

Und der narzisstische Lustgewinn der Vernünftigen gegen

die Verschwörungs-Gläubigen? Ja, den gibt es. Und der

„Meinungsimperialismus“? Heißt Verschwörungs-Ideologien

benennen andere Meinungen nicht zulassen? Nein.

Denn damit wird keine legitime Kritik diffamiert. Es verhält

sich vielmehr genau umgekehrt: Verschwörungs-Fantasien

– die ebenso wenig Meinung wie tatsächliche Kritik sind

– desavouieren Kritik. Ihr Überschuss entzieht der Kritik

ihren Boden.

Die Autorin ist Philosophin, Publizistin und wissenschaftliche

Kuratorin. charim@falter.at

INTERVIEW MIT

CLEMENS BERGER

Blattwerk: Du beschreibst in deinem neuen Buch „Der Präsident“

das Leben von Jay Koch, einem bekannten Doppelgänger von

Ronald Reagan, und bringst es mit den ausgewanderten BurgenländerInnen

in den USA in Verbindung. Was ist in diesem Buch

Wahrheit und Dichtung?

Clemens Berger: Wahr ist natürlich alles – innerhalb meiner Geschichte,

die so nicht passiert ist, aber passieren hätte können und

sollen. Jay Koch, geboren 1926 als Julius Koch in Rechnitz, wanderte

1929 mit seiner Familie in die USA aus, wurde Polizist, sah wie Reagan

aus, wurde zu dessen Doppelgänger und spielte in Zurück in

die Zukunft 2 und Hot Shots 2 mit. Das ist wirklich geschehen, der

Rest ist meine Geschichte.

Ein Polizist wird zum Imitator des Präsidenten Reagan, eines ehemaligen

Westerndarstellers. Da drängt sich die Frage auf: zwei

Cowboys im Wilden Westen, der Amerika heißt?

Jay ist ein gutmütiger Polizist mit einer klaren Vorstellung von Gut

und Böse, aber später, als er seinen Dienst in Chicago versieht, freut

er sich nach dem anfänglichen Schock, dass ihm jetzt ein gänzlich

anderes Leben geboten wird, darüber, in Zukunft nicht mehr von all

dem Elend, der Gewalt und den Drogen umgeben zu sein.

In dem Roman verwickelst du den Doppelgänger auch in politische

Machenschaften. Du hast die Hauptfigur deines Romans Jay

Koch in Amerika selbst persönlich getroffen, hat er sich jemals

zu Politik geäußert?

Ich habe Jay Koch nie getroffen, aber es ist schön, dass das auch in

Rezensionen steht, weil es für mich heißt, dass meine Konstruktion,

in der ein Ich-Erzähler gegen Ende hin auftaucht und den alten

Jay Immer kennenlernt und sich mit ihm anfreundet, so stark und

überzeugend ist, dass es für bare Münze gehalten wird.

Als ich das erste Mal den Titel deines neuen Romans „Der Präsident“

hörte, dachte ich natürlich sofort an Trump. Du warst ja

öfters in Amerika, wie siehst du selbst die politische Entwicklung

dort?

Trump kommt ja auch vor, aber in einer Rolle, die ihm alles andere

als lieb ist: Er wird von Jays Freund, einem Gorbatschow-Doppelgänger,

an der Nase herumgeführt. In den USA kann sich nur dann etwas

zum Guten verändern, wenn die Schreckgespenster, die Trump an

die Wand malt, Wirklichkeit würden – also radikale Umverteilung,

Vergesellschaftung der großen erdzerstörenden Industrien, Green

New Deal, ein Verbot der Waffen etc.

7


DAS

BÜCHER

HAUS

So., 4.10.

17:00 Uhr

ERÖFFNUNG DER BUCHWOCHEN 2020

mit Lesung und Ausstellungseröffnung

Eröffnung: Bgm. Georg Rosner

Begrüßung: KulturStR Ewald Hasler

Musik: Hakan Gürses

Eintritt frei

Detailliertes Programm

auf den nächsten Seiten!

LESUNG VON CLEMENS BERGER AUS „DER PRÄSIDENT“

Jay Immer, Sohn burgenländischer Einwanderer, liebender Ehemann und

rechtschaffener Polizist in Chicago, ist 55 Jahre alt, als der amerikanische

Traum ihn ereilt. Er wird zum 40. Präsidenten der USA gewählt, genauer

gesagt: zu dessen Doppelgänger. Fortan vertritt er Ronald Reagan überall

dort, wo dieser nicht sein kann: bei Shopping-Mall-Eröffnungen und Burger-Wettessen,

auf Partys und bei Fototerminen. Doch als Jay seine eigene

Stimme entdeckt und sich für die Umweltbewegung engagiert, bekommt

die Idylle einen Riss.

VERNISSAGE DER AUSSTELLUNG

„INTERACTIVE POETRY“ VON JÖRG PIRINGER

Schon seit vielen Jahren experimentiert der Schriftsteller, Aktionskünstler

und Informatiker Jörg Piringer mit digitalen Formen künstlerischen Ausdrucks

– in den Bereichen elektronische Musik, Radiokunst, Lautpoesie,

visuelle Poesie, interaktive kollaborative Systeme, Online-Communities,

Performance, Klanginstallation, Computerspiele, Videokunst und poetische

Software. Außerdem ist er Mitbegründer und Mitglied des Instituts für

transakustische Forschung sowie des Gemüseorchesters und lehrt an der

Schule für Dichtung in Wien. Im OHO präsentiert der heurige Teilnehmer

beim Bachmannpreis visuelle, interaktive Poesie – auf Bildschirmen und

Screens. Ein Beispiel für neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten im

digitalen Zeitalter.

8


INTERVIEW

MIT ANRIA REICHER

Blattwerk: Du schreibst mit „Das Haydn-Pentagramm“

deinen ersten Roman. Ein Schelm, wer hier Querverbindungen

sieht, wenn man bedenkt, dass dein Vater 30 Jahre

Intendant der Haydn Festspiele war und sicher viel über

den Kulturbetrieb erzählt hat. Ist dieser Thriller davon

beeinflusst?

Anria Reicher: Ja, absolut! Haydn war mein ganzes Leben

lang omnipräsent, an ihm gab es kein Vorbei. Dennoch

habe ich ehrlich gesagt nie daran gedacht, einen Kriminalroman

oder Thriller zu schreiben. Und schon gar

keinen, in dem Haydn eine tragende Rolle spielt. Die Idee

stammte von meinem Vater, der während seiner jahrzehntelangen

Forschungsarbeit auf etliche Rätsel und

Ungereimtheiten gestoßen ist.

FR., 9.10.

19:30 Uhr

DAS HAYDN-PENTAGRAMM

Lesung von Anria Reicher

Eintritt: freie Spende

Moderation: Alfred Masal

Ein fremder Mann überreicht der jungen Cellistin Estrella im Flugzeug einen

Umschlag und nimmt ihr das Versprechen ab, niemandem davon zu erzählen.

Darin findet sie eine originale Notenskizze von Joseph Haydn – eine

Sensation! Doch umgehend werden Estrella die Noten unter rätselhaften

Umständen gestohlen. Als sie Kontakt zu dem Mann aufnehmen will, der sie

ihr anvertraut hat, erfährt sie, dass es der Literaturnobelpreisträger Manuel

Maria Gomez war, der ermordet wurde und als Botschaft ein Pentagramm

aus Blut hinterlassen hat. Wer versucht, an die verlorenen Noten zu gelangen?

Plötzlich ist Estrella in höchster Gefahr – denn sie ist die Einzige, die

deren Inhalt kennt. Eine atemlose Jagd nach Haydns Vermächtnis beginnt.

Für die Lesung hat Anria Reicher-Brandstätter ein eigenes Musikprogramm

zusammengestellt, welches die Lesung ergänzen wird.

In Rezensionen wird dein Buch entweder als Kriminalroman

oder Thriller bezeichnet. Zwischen beiden Formen ist

doch ein großer Unterschied. Wie siehst du das selbst?

Meiner Ansicht nach vereint „Das Haydn-Pentagramm“

Aspekte beider Genres, denn Estrella, meine Hauptfigur,

gerät ungewollt in einen Strudel aus Verbrechen und Intrigen

und ihr Überleben ist direkt mit der Lösung dieser

vielen musikhistorischen Rätseln und Verschwörungen

verknüpft. Ich wollte nie einen Psychothriller schreiben,

der brutal, schockierend oder nervenaufreibend ist.

Mein Ziel war es, zu fesseln und zu unterhalten. Mit dem

„Haydn-Pentagramm“ wollte ich ein packendes, kluges

Buch schreiben.

Einen historischen Stoff zu bearbeiten hat für viele

AutorInnen einen besonderen Reiz. Wo lag für dich hier

die Faszination?

Ganz klar in den Fakten. Der Roman ist Fiktion, basiert

aber auf realen Ereignissen und Personen der Vergangenheit,

die von mir neu interpretiert und zusammengeführt

wurden. Das „Haydn-Pentagramm“ ist voller Rätsel und

Fragen, die ihren Ursprung in der (Musik-)Geschichte:

Wieso wurde 1785 in einer britischen Zeitung dazu aufgerufen,

Haydn „vom Schicksal zu befreien, am Hofe eines

miesen, deutschen Fürsten zu leben“?

Auch die Freimaurer kommen in deinem Roman vor.

Über diesen Geheimbund kursieren immer wieder wilde

Gerüchte der Weltverschwörung. Wie geht man als

Autorin damit um, wenn man das Klischee nicht einfach

bedienen will?

Geheime Bruderschaften, Geheimbünde und Orden üben

eine berechtige Faszination aus. Ich habe mich in Bezug

auf die Freimaurer dennoch an die Fakten gehalten, erzähle

von Tatsachen und überlasse den Rest der Fantasie

der LeserInnen. Zu Haydns Lebzeit waren ja fast alle

bedeutenden Persönlichkeiten Freimaurer. Der Mensch

sollte aus seiner selbstverschuldeten Unwissenheit heraus

ans Licht geführt werden.

9



WERKAUSSCHNITT: GUDRUN SCHÜLER


DAS

BÜCHER

HAUS

FOTO: HARALD EISENBERGER

sa., 10.10.

19:30 Uhr

MACBETH MELANIA

Lesung von Katharina Tiwald

Eintritt: freie Spende

Katharina Tiwalds beschwingter Roman

verknüpft Fakten mit Fiktion und beschreibt

lustvoll das Theatralische an der Politik.

2017, als gerade der Wahlkampf in Österreich

tobt, heuert Mike Knutkovsky, ein krisengebeutelter

deutscher PR-Berater, bei

der SPÖ an. Er bekommt den Auftrag, aus einer

alten Eisenhandlung ein Bezirkstheater

zu zaubern, und landet schlussendlich bei

der Autorin Tiwald, die ihm vorschlägt, aus

Macbeth per Überschreibung ein Trump-

Stück zu machen. Aus Melania wird Lady

Macbeth, am Schluss spielt Reinhold Mitterlehner

König Duncan, und Fatima, der neue

Star, hüpft als Melania Trump im Fatsuit

über die Bühne. Dazu: Tal Silberstein, Fokusgruppen,

ein gewisser Sebastian und

entzückende NMS-SchülerInnen, die aus

dem echten Leben der Autorin stammen.

Mehr zum Buch siehe Buchtipp auf Seite 18!

FOTO: DESSISLAW PAJAKOFF

SA., 17.10.

19:30 Uhr

WER BRAUCHT SUPERHELDEN:

WAS WIRKLICH NÖTIG IST,

UM UNSERE WELT ZU RETTEN

Lesung von Lisz Hirn mit

anschließender Diskussion

Eintritt: freie Spende

Von Herakles bis Batman, von Boris Johnson

bis Donald Trump: Superhelden stehen

hoch im Kurs, und die Erzählung über sie ist

fester Bestandteil aller Kulturen. Für unsere

verweichlichte Gesellschaft, die weder Unsicherheit

noch Schmerzen aushält, gleichzeitig

aber dem Selbstoptimierungswahn

verfallen ist, scheinen sie besonders wichtig

zu sein. Sollen sie uns doch aus dem Schlamassel

retten, in das wir uns durch unser

Komfortdenken und übertriebenes Sicherheitsbedürfnis

hineingeritten haben. Ist der

Superheld überhaupt noch ein taugliches

Rolemodel? Sogenannte „starke Männer“

zeigen heute, wie es sicher nicht gehen wird.

Do., 22.10.

18:00 Uhr

AK-Bücherei Oberwart

ICH REDE IN DEN ZUNGEN

DER SPRACHLOSEN

Traude Veran

Hörbuch-CD-Präsentation

Eintritt: freie Spende

Traude Veran – auch bekannt unter dem

früheren Namen Gertraud Schleichert – seziert

in ihren Texten Erlebtes und Erfühltes,

private Empfindungen, alltägliche Begebenheiten

und öffentliche Ereignisse. Sie richtet

die Aufmerksamkeit gern auf die Randfiguren

und die Benachteiligten, zeigt Widersprüche

und Absurditäten im menschlichen

Verhalten auf.

Veranstaltung der AK-Bücherei Oberwart in

Kooperation mit edition lexliszt 12, Verein Frauen

für Frauen Burgenland, OMAS GEGEN RECHTS

und dem Offenen Haus Oberwart

FR., 23.10.

19:30 Uhr

MORDBUBEN

Lesung von Raimung Keinrath

aus seinem Geschriebenstein-

Krimi

Eintritt: freie Spende

Ein brutaler Banküberfall bringt Major

Pollak hart an seine physischen Grenzen.

Eigentlich ist er ja nur Leiter einer kleinen

Polizeistation in der niederösterreichischen

Provinz. Außerdem steht er kurz vor seiner

Pensionierung, könnte sich also einfach zurücklehnen

und auf das Geschick der Spezialisten

des Landeskriminalamtes vertrauen.

Aber Pollak hat schon immer ein Faible für

außergewöhnliche Fälle gehabt und sich

dabei auch meistens auf seinen eigenen

Spürsinn verlassen. Und außergewöhnlich

ist dieser Fall fürwahr. Verbissen folgt Pollak

also der noch frischen Fährte der flüchtigen

Verbrecher und heftet sich dicht an deren

Fersen. Unfreiwillig komische Szenen geben

auch Anlass zum Schmunzeln – Täter sind

schließlich auch nicht nur perfekt. Letztlich

führen alle Spuren – Autoreifen, Motorrad,

Fußabdruck – den gewieften Kriminalisten

Pollak in den Wald am Fuß des „Geschriebenstein“

...

Raimund Keinrath wurde 1961 im Burgenland

geboren und lebt in Langeck. Seit

einigen Jahren sind Kurzgeschichten, aber

auch umfangreiche Erzählungen in Romanform

entstanden. Mordbuben ist Raimund

Keinraths Debüt-Krimi.

Eine Kooperation der „edition lex liszt 12“ und

dem Offenen Haus Oberwart

12


INTERVIEW

MIT LISZ HIRN

Blattwerk: Was macht den Superhelden, ein Figursujet aus Zeitschriften

und Comics des 20. Jahrhunderts, heute am Beginn des 21. Jahrhunderts als

Filmfigur wieder so attraktiv?

Lisz Hirn: Die „Supermännlichkeit“ drückt sich dadurch aus, dass sie weder

physischen Begrenzungen unterliegt noch von irgendeiner erotischen oder

zwischenmenschlichen Bindung korrumpiert werden kann. Superhelden

müssen sich beispielsweise nicht mit den moralischen Dilemmata von uns

menschlichen Normalos herumschlagen. Dank ihrer Superkräfte müssen sie

sich nie entscheiden, sondern können alle retten.

Bei all den Allmachtsfantasien, die diese Filme transportieren, bleibt doch

eine Beklemmung, eine Leere bei der Betrachtung der Filme zurück? Warum

eigentlich, wenn doch alles gut ausgegangen ist?

Ist es das? Die Strukturen werden in diesen Filmen nicht dauerhaft angegriffen,

auch nicht das ungerechte System verändert. Ich werde immer mal wieder

gefragt, ob wir noch Helden und Heldinnen brauchen. Ich hoffe nicht. In

dem Moment, wo wir das tun, ist schon etwas im Argen. Ich würde sagen, wir

brauchen Vorbilder. Der Begriff „Held“ wurde strapaziert und tut der Sache

nicht gut, weil er historisch meist mit einer Gewaltgeschichte verbunden ist.

Die Geschichte bietet mit ihren Helden- und Göttersagen die Grundlage für

diese Superhelden-Geschichten. Gibt es einen wesentlichen Unterschied

zwischen diesen beiden Genres?

Hirn: Die Superhelden sind eine Weiterentwicklung der antiken Helden. Helden

wie Achilles und Herakles wären den technologischen und ökologischen

Herausforderungen unserer Zeit ja auch gar nicht mehr gewachsen. Die Superhelden

verraten viel über den Zeitgeist. Während allerdings die klassischen

Helden die Ordnung und die Herrschaft bedrohten, für ihren Stamm oder ihre

Nation kämpften, halten die Superhelden die Ordnung aufrecht. Ihnen geht

es um nichts mehr als um die Rettung der gesamten Menschheit. In gewissem

Sinne sind die Superhelden die perfekten Untertanen.

Du stellst eine Verbindung zwischen autoritären Führungspersönlichkeiten

und der Idee des Superhelden her. Warum ist dieser Vergleich für dich

berechtigt bzw. zutreffend?

Hirn: Die Idee des „Helden“ zu einer der wirkmächtigsten Fantasien der

Menschheitsgeschichte. Seit bald 100 Jahren träumen Buben davon, Superhelden

zu sein. Macho-Politiker wie Donald Trump, Wladimir Putin, Recep Tayyip

Erdoğan oder Jair Bolsonaro bedienen sich dieser Fantasie recht erfolgreich.

Das ist allerdings nichts Neues. Schon Heinrich Manns Literaturklassiker „Der

Untertan“ schrieb unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg darüber und Adolf

Hitler schwadronierte darüber, dass nun Krieg sein wird und er endlich seine

Männlichkeit unter Beweis stellen kann. Jetzt hätte er die Chance, ein Held zu

werden. Die Geschichte belegt, dass diese Fantasie mit äußerster Vorsicht zu

genießen ist.

Fr., 30.10.

Sa., 31.10.*

20:00 Uhr

PSYCHO TOASTER

SUPPORT: TEA AT PENNY‘S

Konzert: Stoner Rock,

Alternative Rock, Funk

Eintritt nur mit schon gekauften Karten möglich!

* Zusatztermin bei Platzbeschränkung

So, wir gehen es an und hoffen, dass wir die

Veranstaltung jetzt doch noch durchführen

können. Wir bitten alle KartenbesitzerInnen sich

zu melden und vorzureservieren.

Psycho Toaster aus dem wunderschönen Südburgenland

spielen selbstgeschriebenen Heavy-Stoner-Rock

– also schwer, düster & psycho – à la

Black Sabbath, CoC, Zeppelin. 2018 haben sie den

zweiten Platz beim burgenländischen Bandwettbewerb

gewonnen. Ihr primäres Publikum findet sich

in Kneipen & Rockbars. Diesmal stellen sie ihre

neue CD vor, wo, wenn nicht im OHO.

TEA AT PENNY‘S (ehemals MoSt) wurde im April

2014 ins Leben gerufen, um ein studentisches

Event an der JKU zu umrahmen – seitdem rockt das

ins Leben zurückgerufene Ministerium die Bühnen

von Admont bis zur Josefstädterstraße. Spontan,

Inspiration in Musik zu verwandeln, ist die Spezialität

dieser Band, die sich aufgrund ihres breiten

Spektrums nicht ganz leicht einordnen lässt.

13


fr., 6.11.

20:00 Uhr

CHRIS MAGERL AND THE BURNING FLAGS

Napaea, Nathan Jane & the

Oilchange Trio

Konzert: Indie Punk, Indiefolk, Bluegrass

Eintritt: VVK 12.- / AK 15.-

Chris Magerl gehört mit unterschiedlichen Projekten schon

seit vielen Jahren zum Fixbestandteil der heimischen

Indiepunk- und Singer-Songwriter-Szene. In diversen internationalen

Medien wurden seine Projekte als „Versprechen

für die Zukunft“ bezeichnet.

Im Frühjahr 2019 ging aus dem ursprünglich als Soloprojekt

konzipierten Act die Band Chris Magerl and the Burning Flags

hervor. Die Musik bekam damit eine vielschichtigere

Facette, besticht aber auch weiterhin mit viel Authentizität

und Dynamik.

Nathan Jane & The Oilchange Trio: Das Oilchange Trio

kannte sich schon seit der Kindheit. Später stießen sie auf

einen waschechten Amerikaner, Nathan Jane. Nun wollen die

vier traditionelle, amerikanische Bluegrass Musik mit

neueren und eigenen Ideen, in die oft von Synthesizern

dominierte Musikszene bringen.

NAPAEA ist die 5-köpfige Folk-Pop Band rund um die

oststeirische Singer-Songwriterin Katharina Milchrahm.

Mal laut, mal leise erzählen sie mit erdiger Stimme und

erfrischendem Folk von der Heimat und vom Fernweh, vom

Altwerden und vom Feiern in Irish Pubs.

NAPAEA

ES GIBT NUR

DIE KATEGORIEN ...

... gute M

nicht gute

ACHIM KIRCHMAIR IM GESPRÄCH

Blattwerk: Der Jazz ist nach dem Hype der 90er-Jahre wieder

in die Defensive geraten und durch einen Hype der Worldmusic

verdrängt worden.

Achim Kirchmair: Nun ja, ich habe mir abgewöhnt in musikalischen

Kategorien zu denken. Für mich steht die Musik im Vordergrund,

ob das nun POP JAZZ WORLD BLUES ROCK oder sonst wie heißt, ist

mir egal. Es gibt nur die Kategorien „gute Musik“ und „eben nicht

gute Musik“.

Wie siehst du, der du ja von der Worldmusic in den Jazz zurückgehkehrt

bist, die österreichische Jazzlandschaft? Gibt es wieder

eine Entwicklung im Jazz oder hier auch einen Stillstand wie in der

popkulturellen Rockmusik?

Der Jazz war und ist in der Musikbranche ein kleiner wirtschaftlicher

Bereich, der aus meiner Sicht nicht sehr geschrumpft ist. Bis auf ganz

wenige Ausnahmen (Miles Davis u. Co.) verdienen die Jazzmusiker

natürlich nicht so viel wie bekannte Pop-Musiker.

Ich persönlich habe heuer 58 Plays in diversen Radios (Ö1, Ö2, Ö3

und BR2 usw.) Das sind mehr Radioauftritte als in den letzten zehn

Jahren und in den iTunes-Jazzcharts sind wir in Österreich auf Platz

3. Keine Ahnung, warum das so ist, aber ich freue mich sehr darüber!

Der ORF hat auf jeden Fall meine Musik heuer sehr gefördert.

Warum hast du eine Tuba statt einen Bass in deinem Trio? Ist das

eine Referenz auf die starken Volksmusikwurzeln eines Tirolers?

Die Tuba ist mir so wie Ali Angerer ans Herz gewachsen. Es sind der

Klang und die Möglichkeit Töne lange zu halten, die mich an der

Tuba faszinieren. Wir arbeiten nun schon seit 2001 miteinander und

jeder, der Musik macht, weiß, dass in einer Band neben dem guten

persönlichen Verständnis das Zusammenspiel am wichtigsten ist.

14


usik und

Musik

Die Kompositionen und Improvisationen fließen nahtlos ineinander,

das lebendige Hin und Her zwischen den Musikern sorgt für

wunderbare Abwechslung, die ruhigen, in Momenten sogar sphärisch

anmutenden Passagen entfalten genauso eine Anziehungskraft,

wie es die kraftvollen und experimentellen tun. Es ist die

unkonventionelle Mischung gepaart mit einer außerordentlichen

musikalischen Leidenschaft, die hier den Unterschied ausmachen.

Die Art, mit der die vier Instrumentalisten die einzelnen Elemente

miteinander verweben, ihre Melodien und rhythmischen Strukturen

in spannungsgeladene und sich stetig verdichtende Bögen

fassen und wie sie geschickt an der Intensitätsschraube drehen,

zeugt von einem breiten Verständnis dafür, wie man mit Musik

eine Stimmung erzeugt, die einen sofort einfängt. „Sunkeeper“

ist ein Album geworden, das den Geist ebenso anspricht wie die

Seele, das ebenso zum intensiven Hinhören auffordert wie auch

auf aufregende Weise unterhält. (Michael Ternai)

Dass der Jazz moderner Ausrichtung nicht notwendigerweise

immer in einem schwierigen und komplexen Klang münden

muss, sondern er sehrwohl auch in seiner zugänglicheren Form

mehr als nur aufregend sein kann, das beweisen der Tiroler Gitarrist

Achim Kirchmair und seine Band auf ihrem neuen Album

„Sunkeeper“ (O-Tone Music) auf wirklich eindrucksvolle Art und

Weise. […]

SA., 7.11.

20:00 Uhr

ACHIM KIRCHMAIR TRIO

feat. David Jarh - „Sunkeeper“

Konzert

Eintritt: VVK 18.- / AK 20.- (ermäßigt VVK 16.- / AK 18.-)

Achim Kirchmair – guitar / Ali Angerer – tuba

Andjelko Stupar – drums / David Jarh – trumpet

15


Fr., 13.11.

20:00 Uhr

BLUE SUPPER, BLUESPUNKT, GROOVE DISTILLERY

Konzert: Blues

Eintritt: VVK 12.- / AK 15.-

BLUESPUNKT BLUESPUNKT ist eine Band bestehend aus fünf

Musikern aus dem Bezirk Oberwart, die sich dem modernen

Blues-/Rock (Joe Bonamassa, Jonny Lang, Gov’t Mulme ...) und

Klassikern des Genres (Cream, Gary Moore, Deep Purple ,

Allman Brothers …) verschrieben haben. Intention der Band

aber ist es, die Songs nicht 1:1 zu covern, sondern auf

eigene Art zu interpretieren.

Martin Bauer – guit. und voc., Gerald Jelosics – guit. und voc.,

Sepp Schneller – bass, Jürgen Wagner – keyb.,

Volker Weyse: drums und voc.

BLUE SUPPER

GROOVE DISTILLERY: Die Band mit Musikern aus Oberwart

spielt vor allem Songs der Genres Blues, Rock, Jazz, Funk und

Soul. Ihr Sound ist ein variantenreicher erdig destillierter

Bluesjazzrock, ganz südburgenländische Tradition.

Matthias Gangoly – bass, Otto Irsic – drums, Helmut Lang –

guit. und voc., Johannes Molnar – keyb. und voc.,

Claus Peter Steflitsch – guit., Alex Pongracz – sax

BLUESPUNKT

„Reinigend wie Schnaps und schnörkellos wie die Pyramiden“ …

das ist BLUE SUPPER – ein Blues Rock Powertrio, dessen stilistische

Wurzeln in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren liegen.

Peter Taucher – guit. und voc., Walter Kreinz – bass und voc.,

Jörg Haberl – drums und voc.

GROOVE DISTILLERY

SA., 21.11.

20:00 Uhr

„DAS WIRD MAN WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN“

Kabarett von und mit Harald Pomper

Eintritt: VVK € 18.- / AK €20.- (ermäßigt VVK € 16.- / AK € 18.-)

FOTO: SILVIA GRÖSSWANG

Eine süffisant-ironische Abrechnung mit der Wachstums- & Shoppingwelt

Mit bösem Schmäh und „hand‘gmochtn“ Liedern nimmt der Kabarettist die täglichen Werbeversprechen

auf die Schaufel und geht er der Frage nach, ob das ständige Streben nach Wachstum

nicht längst zu einer neuen Religion geworden ist. Nominiert für zahlreiche Kleinkunstpreise

(aktuell für den Fränkischen Kabarettpreis), gilt Pomper als einer der schärfsten Zungen der

heimischen Kabarettszene. Er fragt sich, ob uns der allerorts herrschende Shoppingwahn

wirklich mehr Zufriedenheit beschert, und macht in seinem aktuellen Programm auch vor

der heimischen Politik nicht Halt. Harald Pomper gilt als „Spätberufener“ in Sachen Kabarett

& Kleinkunst. Als junger Schlosserlehrling in Fabrikhallen tätig, holte er neben seinem Job die

Matura nach und war für viele Jahre in einem „normalen“ Beruf tätig. Erst mit 35 wagte er

den vollständigen Wechsel auf die Bühne. Seine Meinung dazu: „Man muss ja nicht das ganze

Leben so führen, wie man es eher durch Zufall irgendwann begonnen hat.“

16


SAMERBANDA

KATHERINA JANOSKA

KENVAKERI PRESENTACIJA

BUCHPRÄSENTATIONEN

„Einfach weg!“ Verschwundene Roma-Siedlungen im Burgenland

Mag. Dr. Gerhard Baumgartner und Mag. Dr. Herbert Brettl

Bis zu ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten bestanden auf dem

Gebiet des Burgenlandes über 120 Roma-Siedlungen, deren historische

Wurzeln in zahlreichen Fällen bis ins 18. Jahrhundert zurück reichen. Nur

einige wenige dieser Siedlungen sind heute noch existent.

Im Rahmen des Buchprojektes werden zahlreiche historische Bildquellen

und archivalische Quellen zusammengetragen, um die Gründung und Existenz

dieser Siedlungen, das Schicksal ihrer Bewohner, insbesondere die

Verfolgung und Zerstörung zwischen 1938 und 1945, und die Situation in

der Nachkriegszeit zu dokumentieren.

KriegsROMAn.Die Geschichte einer Familie.

Katharina Janoska

Die 31-jährige Literaturwissenschafterin und Journalistin Katharina Janoska

aus Neusiedl am See hat ihre Familiengeschichte(n) erforscht und ein bemerkenswertes

Buch vorgelegt. In KriegsROMAn zeichnet sie ein facettenreiches

Bild jener slowakisch-burgenländischen Roma- und Musikerfamilie, der ihr

Vater entstammt, und der Tiroler Nicht-Roma-Familie ihrer Mutter. Während

die eine zu den von den Nazis verfolgten Gruppen gehörte, gab es in der

anderen Familie Menschen (Großvater NSDAP-Mitglied und hochdekorierter

Soldat), die Hitlers Krieg mittrugen. Eine Erkenntnis, die der Autorin, die sich

heute als Romni versteht, schwer zu schaffen macht.

ROASINIPESKERO ARTSCHIJIPE

WANDERAUSSTELLUNG

des Vereins HANGO Roma

FERRY JANOSKA

fr., 27.11.

19:30 Uhr

ROMA-FEST – ROMA-KULTUR

Buchpräsentationen, Ausstellung,

Musik & Roma-Küche

Eintritt: freie Spende

Muschika – Musik: Ferry Janoska, SAMERBANDA

Zum Abschluss laden wir zu einem

Buffet aus der Roma Küche.

Eine Veranstaltung der Roma Volkshochschule Burgenland

und dem Verein ROMA HANGO, in Kooperation mit dem

DÖW-Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstandes

und dem Offenen Haus Oberwart. Unterstützt vom Bundeskanzleramt

Österreich, Zukunftsfonds der Republik Österreich,

Land Burgenland und Kultur Burgenland.

„GEJNG O POBISTERIPE! – GEGEN DAS VERGESSEN“

Anlässlich 75 Jahre Holocaust präsentiert der Verein HANGO ROMA im Jahr

2020 gemeinsam mit dem Roma-Fotokünstler Julius Horvath und dem Verein

Roma-Service die Wanderausstellung „GEGEN DAS VERGESSEN - GEJNG

OPOBISTERIPE!“ – in welcher der Holocaust an der Volksgruppe der Roma mit

Fotos sowie Portraits von Holocaust- Überlebenden Roma aus dem Burgenland

„Mri Historija - Lebensgeschichten burgenländischer Roma“ gezeigt wird.

Die Ausstellung ist nur an diesem Tag

während der Veranstaltungen

zu besichtigen!

17


WEINHOF ZIEGER

Erlesenes aus den südlichst gelegenen

Weinbergen Burgenlands

In der Blattwerk-Bücherecke

haben wir wieder interessante

Bücher für Sie zusammengestellt.

Viel Spaß beim Lesen!

Alle Bücher sind im gut sortieren

Buchhandel erhältlich

MACBETH

MELANIA

Katharina Tiwald

Katharina Tiwalds temporeiches

Romandebüt erzählt

von Theater, von Politik, und von

den Akteurinnen und Regisseuren,

die beide Welten bestimmen.

Hellwach und beschwingt

geht es um viel, geht es um alles,

mit diesen Lettern, die die Welt

bedeuten.

WELSCHRIESLING JERRY 2019

Selektive Handlese, danach spezielle Vinikation mit

ca.8 Monate gekühlter, kontrollierter Gärung und

biologischem Säureabbau im Edelstahltank, mit

regelmäßigem aufrühren der Feinhefe. Das ergibt

im Glas ein helles Goldgelb sowie in der Nase und

am Gaumen eine intensive, facettenreiche Frucht

mit mineralischer Ader. Am Gaumen beflügelt mit

zart, schmelziger, geschmeidiger und harmonischer

Säure und im Abgang mit einem lang anhaltendem

fruchtigen Nachhall.

Preis Ab Hof € 10,60

Sprachlich souverän führt uns Katharina Tiwald durch ein Universum

voller Anspielungen, sogar die slowenische Heimatstadt

von Melania Trump samt Führung an die Stätten des früheren

Lebens der First Lady dürfen wir mit ihr erleben

… ein schräger, lustvoller Roman über unsere

Gegenwart.

01 MACBETH MELANIA

Roman

143 Seiten, gebunden mit

Schutzumschlag, Fadenheftung

€ 22,00

ISBN 978-3-903184-48-0

TIPP:

Auch als E-Book in allen einschlägigen Stores erhältlich.

Milena Verlag

Lesung aus dem

Buch am 10.10.

um 19:30 Uhr

TERMINE 2020

7. & 8.11.2020 MARTINILOBEN

WEINGUT

KELLERSTÖCKLVERMIETUNG

BUSCHENSCHANK

Dietlinde & Reinhard Koch

7471 Rechnitz, Mitterbergweg

Telefon +43 664 4215308, +43 664 9340686

office@koch-weine.at

www.koch-weine.at

www.urlaubambauernhof.at/weingut-koch

https://www.facebook.com/WeingutKochRechnitz/#

02 FLÜCHTIG

Hubert Achleitner

Roman-Erzählung-

Antholog.

Zsolnay-Verlag 2020

€ 23,70

03 EINSAMKEIT -

DIE UNERKANNTE

KRANKHEIT

Droemer/Knaur

2018

€ 20,60

04 VIELLEICHT

Kobi von Yamada

Adrian Verlag 2019

€ 13,40

18


so., 6.12.

17:00 Uhr

DIE DRUCKWERKSTATT

Vernissage des Kunst-Weihnachtsbasars im OHO

Eintritt frei

Mit dieser Ausstellung wollen wir nicht nur das Schaffen burgenländischer

KünstlerInnen und Druckarbeiten präsentieren,

sondern sie mit einer Verkaufsausstellung unterstützen. Wir

bieten die Möglichkeit Werke und hier besonders Drucke zu einem

leistbaren Preis zwischen € 100.- und 400.- zu verkaufen.

Je nach der aktueller Corona-Situation werden wir dazu ein kleines

feines Programm mit kurzen Lesungen und Mikrokonzerten

anbieten.

WERK: RENATE HOLPFER

Nähere Informationen zu diesem Programm erhalten Sie in

einer eigenen Einladung, über unseren Newsletter, auf unserer

Website www.oho.at und im Veranstaltungskalender der

OHO-Facebookseite.

PROJEKT:

SABULTURO 1920

Die Grundidee des Projektes war, MusikerInnen untereinander zu

vernetzen und gemeinsam einen „COVID 19“-Sampler im Lockdown

entstehen zu lassen. Dies geschah ganz bewusst in einer DIY (Do it

Yourself)-Manier. Jede Musikerin, jeder Musiker hat die Musik, die

sie oder er in dieser Krise geschaffen hat, mit den jeweils möglichen

Mitteln selber aufgenommen. Das heißt: unterschiedlichste Formate,

unterschiedlichste Herangehensweisen und unterschiedlichste

Rahmenbedingungen. Ganz egal, ob mit dem Handy recorded wurde,

mit einem längst vergessenen Kassettenrecorder oder jemand

das Glück hatte, im eigenen Homestudio aufzunehmen. Dieser

„LoFi“ (simples technische Equipment) Ansatz sprengte Barrieren

und macht die entstandene Musik greifbar nahe.

13 unterschiedliche Musikstücke aus verschiedensten Genres

wurden somit gebündelt, um ihnen eine Sampler-Tauglichkeit

zu geben. Das sogenannte „Mastering“ gestaltete sich hier als

selbstbestimmter Prozess, wobei der „Mastering Engineer“ eng

mit der/dem jeweiligen KünstlerIn zusammengearbeitet hat, um

Eigenheiten des Songs zu bewahren.

Dieses Projekt förderte nicht nur Acts, die auch außerhalb der

Krise wenig Gehör fanden, es zeigt auch auf, dass in schwierigen

Zeiten etwas wertvolles entstehen kann. Durch die Unterstützung

seitens des Offenen Hauses Oberwart konnte das Projekt

verwirklicht werden.

Eine limitierte Auflage von 180 Stück wurde auf Vinyl gepresst,

davon sind noch einige Platten erhältlich und können im OHO

oder auf Anfrage käuflich erworben werden.

KONTAKT: info@oho.at oder

hasn.music@hotmail.com

19


ReUse-Shops:

Retro, Vintage & Oldie but Goldie

Neulich war ich wieder in einem dieser ReUse-

Shops – gibt’s eh im ganzen Burgenland. Ich sage

euch, das ist eine wahre Fundgrube für Second-

Hand-Freaks. Coole Sachen zum unschlagbaren

Preis – von Kleidung über Technik bis zu Original

LPs. Wo gibt’s denn das sonst noch?

HITS

80 ‘ s

Und alle Sachen sind tip-top und in einem super

Zustand. Ich finde die ReUse-Shops echt stark und

die Idee very nachhaltig.

Weitere Infos findest du unter:

www.reuse-burgenland.at

European Regional Development Fund

www.bmv.at

Follow us!

02682 740 | bgld.arbeiterkammer.at

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert !

Leider ist etwas schief gelaufen !