FITNESS SOCIETY 1
88 Seiten sportlicher Lesespaß: Die neue FITNESS SOCIETY - das Lifestyle-Magazin für Fitness- und Gesundheitsmacher.
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Ausgabe 1 / Oktober 2020<br />
Das Lifestyle-Magazin für Fitness- und Gesundheitsmacher<br />
MisterFit<br />
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Rainer Schaller
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* Die Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO 2 -Emissionen wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren VO (EU) 715/2007 in ihrer aktuellen Fassung ermittelt. Die<br />
Angaben sind bereits auf Basis des neuen WLTP-Testzyklus ermittelt und zur Vergleichbarkeit auf NEFZ zurückgerechnet. Bei diesen Fahrzeugen können für die Bemessung<br />
von Steuern und anderen fahrzeugbezogenen Abgaben, die (auch) auf den CO 2 -Ausstoß abstellen, andere als die hier angegebenen Werte gelten.<br />
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EDITORIAL<br />
„Nur wer groß denkt,<br />
kann Großes erreichen“<br />
Jetzt geht’s richtig rund: Unser limitiertes Heft 0 war im August die<br />
Generalprobe. Mit der vorliegenden Oktober-Ausgabe starten wir<br />
endgültig durch. Wir haben uns viel vorgenommen: Mit der <strong>FITNESS</strong><br />
<strong>SOCIETY</strong> möchten wir die Fitnesswelt durcheinanderwirbeln und<br />
von ihrer allerbesten Seite zeigen, ihre Protagonisten porträtieren, ihre Geschichten<br />
erzählen, ihre Triumphe zelebrieren. Wir wollen den Geist und<br />
den Lifestyle der Branche ganz tief inhalieren und in Form faszinierender<br />
Storys wieder aushusten.<br />
Mich persönlich fasziniert, wieviel taffe Typen in dieser Branche unterwegs<br />
sind. Die sich ihren Platz an der Sonne wacker erkämpft haben – oder alles<br />
tun, um dorthin zu gelangen. Derlei Alphatier-Attitüde kommt nicht von ungefähr:<br />
Aus körperlicher Power erwächst mentale und unternehmerische<br />
Kraft. Genau das ist es, was diese Szene ausmacht: Der Wille, jede Chance,<br />
jede Idee, jedes Potential zu erkennen, zu nutzen und in Erfolg umzumünzen.<br />
Hart zu arbeiten und hart an sich zu arbeiten.<br />
Das beste Beispiel für eine entsprechende Karriere ist Rainer Schaller. Den<br />
haben wir zum Interview getroffen (ab Seite 14). Offen und ehrlich hat er<br />
uns Einblick gewährt in seine Denke und die weitverzweigte Welt der RSG<br />
Group. Mit der Übernahme von Gold‘s Gym, der bekanntesten Studiokette<br />
der Welt, hat er sich selbst das Denkmal errichtet, das ihm die Szene schon<br />
längst hätte zimmern sollen. Schließlich gelingt es keinem so gut wie ihm,<br />
dem Thema Fitness Gewicht, Relevanz und Öffentlichkeit zu verschaffen.<br />
Der Schritt nach USA, dem Mutterland des Fitnesssports, ist zweifelsohne<br />
gewagt. Aber nur wer groß denkt, kann auch Großes erreichen.<br />
Klotzen statt kleckern ist auch unsere Devise. Aber natürlich wollen auch<br />
wir besser werden, statt uns auszuruhen. Teilen Sie mir via redaktion@<br />
fitness-society.de deshalb gerne mit, was Ihnen an unserem Heft gefällt –<br />
und was nicht.<br />
Foto: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
Chefredakteur <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 5
INHALT<br />
62<br />
Die sehen nett aus – aber sind sie es<br />
auch? Austausch mit drei Aggregatoren,<br />
darunter Benjamin Roth (links) und<br />
Moritz Kreppel vom Urban Sports Club<br />
LIFESTYLE<br />
Was trägt der Fitnessmacher von heute?<br />
Wie wohnt er, wohin reist er mit welchem<br />
Auto? Alle Must-haves im Überblick.<br />
42 Travel: Westtirol<br />
44 Cars: Aston Martin DBX<br />
46 Living: Schloss Pullach<br />
48 Gadgets: iPhone 12<br />
50 Fashion: BOSS-Wintermode<br />
52 Watches: HUBLOT BING BANG<br />
54 Crazy Stuff: Flipperautomat<br />
SUCCESS STORY<br />
Unsere Titelgeschichte porträtiert Fitness-<br />
Macher, die es nach ganz oben geschafft<br />
haben. Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?<br />
14 Rainer Schaller<br />
KOLUMNE<br />
Der Insider weiß Bescheid: Er blickt in seiner<br />
Kolumne hinter die Kulissen - und und teilt die<br />
heißesten Branchen-Interna.<br />
35 Der Insider<br />
NEWS<br />
Was gibt es Neues im Fitness-Bereich? Was<br />
tut sich wo? Was ist wichtig – und wer? Wer<br />
unsere News-Rubrik liest, der weiß Bescheid.<br />
28 PUMA-Gym Herzogenaurach<br />
30 Neueröffnung Sports Club<br />
32 Interview mit Inkasso-Profi<br />
FACTS<br />
Fachartikel: Von A wie Ausbildungskonzept bis<br />
Z wie Zirkeltraining. Renommierte Gastautoren<br />
vermitteln Vorsprung durch Wissen.<br />
36 Dr. Michèl Gleich: Eine Anleitung<br />
56<br />
Will‘s Fitness aus Shanghai:<br />
zum geschäftlichen Erfolg und Der chinesische Fitnessmarkt<br />
erfülltem Leben in zehn Kapiteln hat seine eigenen Gesetze<br />
LEUTE IM HEFT<br />
Seite 29 Gazi Avakhti, 9 Frank Böhme, 29 Usain Bolt, 61 Ulfert Böhme, 35 Torsten Boorberg, 28 Benjamin Compaoré, 48 Tim Cook, 29 Dr. Dr. Michael Despeghel,<br />
42 Albert Ehrenreich, 52 Lapo Elkann, 76 Achim Elster, 8 Alfred Enzensberger, 11 Jörg Euteneuer, 23 Lou Ferrigno, 28 Sebastian Friedrich, 11 Eckbert Ganns, 32 Wolfgang<br />
Gehrer, 69 Ronald Gill, 36 Dr. Michèl Gleich, 23 Joe Gold, 8 Regina Halmich, 82 Wolf Harwath, 29 Daniel Haymann, 46 Oliver Herbst, 13 Steven Hermeling, 11 Renate<br />
Holland, 84 Carsten Höppner, 70 Marco+Yasmin Klein, 20 Wladimir Klitschko, 70 Björn Krämer, 66 Moritz Kreppel, 76 Thomas Langthaler, 13 André Laux, 61 Andreas Mayer,<br />
52 Kylian Mbappé, 45 Tobias Moers, 64 Robert Moren, 67 Fabian Neuen, 11 Christian Rapior, 77 Markus Rau, 28 Pamela Reif, 69 Marc Römermann, 66 Benjamin Roth,<br />
78 George Saloustros, 18 Vito Scavo, 14 Rainer Schaller, 23 Arnold Schwarzenegger, 21 Christiane Schikorsky, 31 Florian Schmitt, 76 Nicole Schoch, 9 Dr. Björn Schultheiss,<br />
20 Til Schweiger, 64 Markus Sigl, 13 Stephan Sinner, 30 Alexander Sosa, 67 Nicolas Stadtelmeyer, 24 Tamer Trasoglu, 28 Jimmy Vicaut, 56 Will Wang, 6 Simal Yilmaz<br />
6<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
IMPRESSUM<br />
78<br />
Hausbesuch bei George<br />
Saloustros. Der Fitness-<br />
Consultant gibt seinen Job<br />
auf und probiert etwas<br />
ganz Neues<br />
Verlag<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> – eine Marke der<br />
FED Fitness Events Deutschland GmbH<br />
Otto-Bayer-Str. 19, 73730 Esslingen<br />
Herausgeber und Geschäftsführer<br />
Torsten Boorberg, Björn Krämer<br />
Chefredaktion<br />
Ben Arnold<br />
Art Direktion und Layout<br />
Carola Burg<br />
GOING ABROAD<br />
Wir reisen für Sie um die Welt - auf der<br />
Suche nach dem ultimativen Fitnessstudio<br />
und den allerneuesten Trends und Hypes.<br />
56 Will‘s Fitness aus China<br />
WHAT ABOUT?<br />
Neues Unternehmen, neuer Job, neues<br />
Leben? Wir spüren Fitnessmacher auf, die<br />
neue Wege gehen.<br />
78 George Saloustros<br />
Vertrieb und Anzeigen<br />
Heike Sandhof, Cerstin Spinger<br />
Redaktionelle Mitarbeit<br />
Svenja Conrad, Konstantin Erb,<br />
Thomas Geiger, Heinrich Heimann,<br />
Sandy Milbrandt, Rebecka Möller,<br />
Sandra Piotrowski, Nico Rau<br />
IN THE TEST<br />
Wir suchen die besten Marken: Anwender<br />
küren via Online-Voting ihre Favoriten. Was<br />
funktioniert super – und was kann weg?<br />
EVENTS & SAVE THE DATE<br />
Hier trifft sich die Fitness Society: Wir<br />
berichten von Partys, Events, Kongressen,<br />
Messen – und vom roten Teppich.<br />
Kontakt<br />
Telefon 0711-21728610<br />
E-Mail info@fitness-society.de<br />
Webseite<br />
www.fitness-society.de<br />
60 Die besten Krafttrainingsgeräte<br />
VISION<br />
Wir beleuchten die Tools, die Technik und<br />
die Trendsetter, die die Branche weiterentwickeln<br />
und revolutionieren.<br />
62 Die Rolle der Aggregatoren<br />
VOTING<br />
Wir wollen wissen: Wie geht es Fitnessindustrie<br />
und Betreibern heute und morgen?<br />
Leser-Befragung mit O-Tönen.<br />
68 Aktueller <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />
82 Schwarzwald-Ausfahrt<br />
84 Fitness meets Food<br />
SONSTIGES<br />
1 Cover. Foto: Steffen Roth<br />
5 Editorial<br />
7 Impressum<br />
8 Statements zum Heft<br />
86 Vorschau + Abo<br />
SPECIAL<br />
100 Standorte in vier Jahren: Wir lüften das<br />
Erfolgsgeheimnis von fit+ auf 8 Extra-Seiten<br />
70 Im Fokus: Fitnesskette fit+<br />
Versand<br />
Deutschland, Österreich, Schweiz<br />
Lieferbedingungen<br />
Einzelheftpreis 11 Euro*<br />
Jahresabo Inland 66 Euro*<br />
Jahresabo Ausland 99 Euro*<br />
*inklusive MwSt. und Versandkosten<br />
Kündigungsfrist<br />
1 Monat vor Ablauf des Bezugsjahres<br />
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Offizin Scheufele Druck und Medien<br />
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Tränkestr. 19, 70597 Stuttgart<br />
Registereintragung<br />
Amtsgericht Stuttgart, HRB 745796<br />
Fotos: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />
UNTERNEHMEN IM HEFT<br />
Seite 48 Apple, 44 Aston Martin, 53 Audemars Piguet, 45 Audi, 31 BECO, 62 Benefit Systems, 53 Blancpain, 50 BOSS, 42 Boutique Apartment Sonnenhang,<br />
53 Breitling, 33 Buildering Spots, 32 CashControl, 47 ClassiCon, 8 Clever Fit, 49 Core, 25 Cyberobics, 43 Dior, 43 Disneyland, 29 EGYM, 11 Euteneuer Consult,<br />
33 extrafit, 70 Ferrari, 70 fit+, 49 Fitbit, 9 fitbox, 64 <strong>FITNESS</strong>LOFT, 64 Five, 29 GA11 Sports, 60 gym80, 67 Hansefit, 52 HUBLOT, 46 Immovision, 18 JOHN REED,<br />
9 Just Fit, 12 Lady Fitness, 12 LFF Gruppe, 11 Life Fitness, 45 Maserati, 45 Mansory, 25 Marcell von Berlin, 61 Matrix, 14 McFIT, 49 Microsoft, 82 milon,<br />
69 Move On Neumarkt, 47 Nolte, 78 Position Consulting, 67 qualitrain, 28 PUMA, 24 Qi 2 , 11 Speedfitness, 47 Rolf Benz, 24 Ron Miller, 14 RSG Group, 43 Rimowa,<br />
53 Rolex, 43 Rutz, 12 Sauna & Fitnessinsel, 53 Sinn, 11 Speedfitness, 49 SONY, 30 Sports Club, 33 Terra Art, 61 Technogym, 21 THE MIRAI, 31 Twinsbar,<br />
66 Urban Sports Club, 69 Vitalis Varel, 33 Wellyou, 56 Will‘s Fitness<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 7
STATEMENTS<br />
Willkommensgruß<br />
Jetzt geht‘s richtig los: Die erste reguläre Ausgabe der <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
will unterhalten, berühren, aufrütteln, stimulieren. Das zuvor erschienene<br />
Heft 0 haben wir an ausgewählte Szenekenner verschickt und sie nach<br />
ihrer Meinung zu unserem Projekt befragt. Resultat: Ein großes Hallo!<br />
„<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> ist wie ein gutes<br />
Date: Ansprechend, interessant,<br />
unterhaltsam & sexy“<br />
Regina Halmich (43), Boxweltmeisterin<br />
„Die <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> finde ich<br />
sehr gut gemacht. Das ist mal<br />
was Neues, gefällt mir sehr“<br />
Alfred Enzensberger (51), Geschäftsführer Clever Fit<br />
„Tolle Zeitschrift, tolle Truppe: Mit Eurem Heft<br />
beweist Ihr Mut und Kreativität – ich wünsche<br />
Euch viel Glück“<br />
Rainer Schaller (51), Geschäftsführer RSG Group<br />
8<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
„Euer Heft ist ein Geschenk<br />
für die Branche – ein<br />
wunderschön verpacktes“<br />
Lena Strohmaier (27), Fitnessmodel und Marathonläuferin<br />
„Ich bin gespannt, welche Impulse vom neuen<br />
Magazin ausgehen werden – und inwiefern es<br />
die Branche durcheinanderwirbelt“<br />
Frank Böhme (59), Geschäftsführer Just Fit<br />
Fotos: © Steffen Roth, Aleksander Perkovic, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />
„In Summe überragend<br />
– das habt<br />
ihr wirklich sauber<br />
hinbekommen“<br />
Dr. Björn Schultheiss (44),<br />
Geschäftsführer fitbox<br />
„Lese ich meinen<br />
Kindern ungern zum<br />
Einschlafen vor –<br />
viel zu spannend“<br />
George Saloustros (42),<br />
Geschäftsführer Position<br />
Consulting<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 9
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Ein richtiges Lifestyle-Magazin für<br />
die Fitnessbranche – wunderbar!“<br />
Jörg Euteneuer (41), Euteneuer Consult<br />
„Das Beste aus allen Welten in einem<br />
Heft – ich liebe eure Zeitschrift“<br />
Christian Rapior (41), Geschäftsleiter Wellyou Fitness<br />
„Die <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
verknüpft Lifestyle und<br />
FItness und bietet so ein<br />
vollkommen neues Format<br />
für Studiobetreiber“<br />
Eckbert Ganns (55), Geschäftsführer<br />
Life Fitness Europe<br />
Fotos: © Steffen Roth, Aleksander Perkovic, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />
„Endlich ein Titel, der hinter<br />
die Kulissen schaut – und die<br />
Menschen porträtiert, von deren<br />
Herzblut die Branche lebt“<br />
Renate Holland (68), Geschäftsführerin Speedfitness<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 11
STATEMENTS<br />
„Hochwertig und edel –<br />
und anders als<br />
alle anderen“<br />
Stephan Sinner (50),<br />
Geschäftsführer Sauna- & Fitnessinsel<br />
„Einfach top: Die<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
liefert Branchennews<br />
und Insiderwissen“<br />
André Laux (46),<br />
Inhaber LFF Gruppe<br />
„Grandioses Gefühl,<br />
von der ersten Sekunde<br />
mit an Bord<br />
zu sein“<br />
Carola Burg (53),<br />
Artdirektion <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
„Solche Medien brauchen wir:<br />
Eure Zeitschrift verkörpert den Spirit<br />
der Branche wie keine zweite“<br />
Steven Hermeling (22),<br />
Geschäftsführer Lady Fitness<br />
Fotos: © Steffen Roth, Aleksander Perkovic, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />
12<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
SUCCESS STORY<br />
Der Weg<br />
Die Gelehrten sind sich nicht einig:<br />
Ist Rainer Schaller nun der größte oder der<br />
allergrößte Fitnessmacher des Landes –<br />
oder gar des Planeten?<br />
Im exklusiven Interview klären wir<br />
diese und alle anderen Fragen<br />
Text: Ben Arnold, Fotos: Steffen Roth<br />
Wir treffen den 51-jährigen Gründer von<br />
McFIT und Geschätsführer der RSG Group in<br />
Berlin im THE REED, einem Szenerestaurant,<br />
Club und Deli. Gehört ihm natürlich selbst –<br />
wem sonst?
nach<br />
oben
SUCCESS STORY<br />
Ein Herz für Kunst: Rainer<br />
Schaller vor einem Gemälde<br />
des Berliner Street Art<br />
Künstlers El Bocho<br />
Rainer Schaller begegnet uns<br />
entspannt und freundlich – obwohl<br />
sich in seinem Unternehmen die<br />
Ereignisse derzeit überschlagen.<br />
Natürlich befragen wir ihn zuerst zu den jüngsten<br />
Entwicklungen.<br />
Geht mit dem Kauf von Gold’s Gym für dich<br />
ein Traum in Erfüllung?<br />
Rainer Schaller: Definitiv. Ich liebe die USA,<br />
bin oft dort. Im ersten Gold’s Gym in Venice<br />
Beach wurde Fitness erfunden. Bis heute gehen<br />
alle wesentlichen Fitness-Impulse und<br />
-Trends von Amerika aus. Die Dynamik des<br />
dortigen Marktes ist faszinierend: Nirgends<br />
sonst findet ein so brutaler Verdrängungswettbewerb<br />
statt. Aber wir gehen nicht blauäugig<br />
über den großen Teich: 20 Jahre lang haben<br />
wir auf diesen Schritt hingearbeitet. Aber es<br />
war natürlich nicht vorauszusehen, dass wir<br />
jetzt gleich derart groß einsteigen.<br />
Habt ihr ein Schnäppchen gemacht?<br />
100 Millionen Dollar für eine ikonische und<br />
globale Marke wie Gold’s Gym sind sicher ein<br />
guter Preis, wenn man bedenkt, dass Gold’s<br />
Gym beim letzten Eigentümerwechsel im<br />
Jahr 2004 158 Millionen Dollar kostete. Trotzdem<br />
ist es der größte Deal in unserer Unternehmensgeschichte.<br />
Mit dem Kauf haben wir<br />
uns die Markenrechte, 61 Gold’s Gym-eigene<br />
sowie mehr als 600 Franchise-betriebene<br />
Studios gesichert.<br />
MEILENSTEINE<br />
RAINER SCHALLER<br />
1969<br />
Am 4. Januar erblickt Rainer<br />
Schaller in Bamberg das Licht<br />
der Welt<br />
1997<br />
In einem alten Möbelhaus in<br />
Würzburg eröffnet Rainer Schaller<br />
das allererste McFIT<br />
2008<br />
Rainer Schaller macht mit McFIT<br />
erstmals mehr als 100 Millionen<br />
Euro Umsatz<br />
2019<br />
Das Unternehmen wird von Mc-<br />
FIT Global Group in RSG Group<br />
umbenannt<br />
2020<br />
Rainer Schaller kauft die bekannteste<br />
Fitnesskette der Welt<br />
- Gold’s Gym<br />
Ihr bekamt den Zuschlag für die insolvente<br />
Kette im Rahmen eines Bieterverfahrens.<br />
War das kompliziert?<br />
Der gesamte Übernahmeprozess war ein<br />
Kraftakt, da wir alle Unterlagen in einem<br />
engen Zeitfenster sichten, vorbereiten und<br />
einreichen mussten, um ins Bieterverfahren<br />
einsteigen zu können. Zum Glück hatten<br />
wir bereits ein Team in den USA, das<br />
mit der dortigen Rechtslage bestens vertraut<br />
ist und umgehend loslegen konnte.<br />
Welche strategischen Fehler von Gold’s<br />
Gym gilt es zu korrigieren?<br />
Man merkt, dass der Markenkern und die<br />
Markenwerte ein wenig verwässert wurden.<br />
Auch lassen manche der Standorte<br />
ein bisschen Herz und Seele vermissen.<br />
Das Franchisesystem ist neu für McFIT…<br />
Ich bin seit über 30 Jahren Franchise-Nehmer<br />
im Lebensmittel-Einzelhandel. Ich<br />
weiß daher, wie wichtig es ist, mit den<br />
Franchisenehmern zu sprechen und sie<br />
eng in alle Prozesse einzubinden, da sie<br />
ihre Kundschaft am besten kennen.<br />
16<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Bleibt das Führungsteam von Gold’s Gym an Bord?<br />
Unsere Taskforce hat sich genau mit dieser Frage intensiv<br />
beschäftigt. Dabei sind wir zu dem Entschluss gekommen,<br />
dass wir mit der aktuellen Gold’s Gym Geschäftsführung<br />
nicht mehr weiterarbeiten werden. Unser President der RSG<br />
Group North America, Sebastian Schoepe, wird diese Funktion<br />
künftig übernehmen.<br />
Befruchten sich die RSG Group und Gold’s Gym gegenseitig?<br />
Total! Gold’s Gym hat eine Historie von 55 Jahren und eine<br />
weltweite Präsenz vorzuweisen, wir werfen 25 Jahre Erfahrung<br />
in Europa in die Waagschale. Derzeit ist eine Management-Unit<br />
von uns in den USA, um das dortige Team<br />
von Gold’s Gym kennenzulernen und den weiteren Wissenstransfer<br />
anzustoßen.<br />
Gestern<br />
Vor 23 Jahren wurde der<br />
Grundstein gelegt - die<br />
Anfänge waren<br />
bescheiden<br />
Sind mit der Übernahme von Gold’s Gym alle anderen<br />
USA-Pläne der RSG Group hinfällig?<br />
Nein, ganz gewiss nicht. Im Gegenteil. Wir bleiben weiter auf<br />
Wachstumskurs und werden noch in diesem Jahr mit JOHN<br />
REED und einer neuen Premiummarke in die USA expandieren.<br />
Kommt Gold’s Gym nach Deutschland?<br />
Gold’s Gym spricht eine komplett andere Zielgruppe an, als<br />
unsere bestehenden Marken. Eine Einführung in Deutschland<br />
würde deshalb durchaus Sinn machen.<br />
Das Mittagessen wird serviert – es gibt Sushi. Und noch so<br />
viele Fragen abseits des Gold’s Gym-Themas. Wir schweifen<br />
von der Gegenwart in die Vergangenheit.<br />
Rainer Schaller im Gespräch mit<br />
Herausgeber Björn Krämer (links)<br />
und Chefredakteur Ben Arnold<br />
1997 eröffnete Rainer Schaller im unterfränkischen Würzburg sein erstes Mc-<br />
FIT-Studio. Fitness hieß damals noch Bodybuilding<br />
Anfangs sieht es gar nicht gut aus: In der Schule<br />
ist Rainer Schaller faul, bleibt in der 9. Klasse sitzen.<br />
Während sein Bruder gleichzeitig Musik und<br />
Medizin studiert, betreibt er lieber Kraftsport, geht<br />
nach der 10. Klasse ab und absolviert bei Edeka eine Lehre<br />
als Einzelhandelskaufmann. Plötzlich bienenfleißig, rackert<br />
er sich ab. 100 Arbeitsstunden pro Woche sind die Regel,<br />
statt die Ausnahme. 10 Jahre später, inzwischen 27 Jahre alt,<br />
gehören ihm vier Supermärkte. Längst ist ihm klar, welcher<br />
Faktor entscheidend ist für geschäftlichen Erfolg: zufriedene<br />
Käufer.<br />
DIE ERSTEN SCHRITTE<br />
Nebenher sammelt er erste Erfahrungen in der Fitnessbranche:<br />
Frank “The Bank” Pfraumer, dem damaligen Weltmeister<br />
im Bankdrücken, kauft er für 15 000 Mark ein paar<br />
Krafttrainingsgeräte ab und stellt sie bei seinen Eltern auf den<br />
Dachboden. Für 15 Mark pro Monat dürfen seine Kumpels<br />
dort trainieren, es gibt weder Umkleiden noch Toiletten. Gewissenhaft<br />
lotet er zu dieser Zeit aus, wie viel oder wenig man<br />
dem Mitglied bieten muss, damit es wiederkommt..<br />
Fotos: © RSG Group<br />
GRUNDSTEIN DES ERFOLGS<br />
1997 macht er ernst: In einer alten Möbelhalle in Würzburg eröffnet<br />
er sein erstes richtiges Studio. Die dafür nötigen 150 000<br />
Mark erlöst er durch den Verkauf eines Supermarkts. Er will<br />
es Schottenburg nennen, entscheidet sich dann aber für den<br />
Vorschlag einer Freundin: McFIT. Von vornherein ist ihm klar,<br />
dass es bei diesem Studio nicht bleiben wird – er will der Aldi<br />
der Fitness-Branche werden. Vorbilder für eine Expansion gibt<br />
es kaum – Kieser ist zu diesem Zeitpunkt die einzige existierende<br />
Kette. Rainer Schaller verkauft Fitness statt Bodybuilding.<br />
Sein Credo: Sport ist Spaß, keine Qual. Und muss für<br />
jeden erschwinglich sein. Mit großen Schritten gehts voran....<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 17
SUCCESS STORY<br />
„Die Schnellen<br />
fressen die<br />
Langsamen“<br />
Blickst du manchmal mit verklärtem Blick in die Vergangenheit<br />
– als du nur ein Studio hattest? Und alles noch ganz<br />
einfach schien?<br />
Nein, es ist gut und richtig wie es ist. Aber die Ursprünge sind<br />
und bleiben Teil unserer DNA. Weshalb wir die Türe, die damals<br />
in mein erstes, provisorisches Studio auf dem Dachboden meiner<br />
Eltern führte, jetzt restaurieren, konservieren und ausstellen<br />
wollen. Auch gym80 wird mich mein Leben lang begleiten, der<br />
Hersteller der allerersten Geräte, die ich damals für 15 000 Mark<br />
gebraucht erworben habe. Sie waren schon zum Zeitpunkt des<br />
Kaufs unglaublich strapaziert – und trotzdem unkaputtbar. Mit<br />
meinem Kauf von 35 Prozent der Firmenanteile wächst jetzt<br />
zusammen, was zusammengehört.<br />
Wast du damals ein guter Trainer?<br />
Ja, ich denke schon, dass ich ein guter Trainer war – und immer<br />
noch wäre. Seit meinem 15. Lebensjahr beschäftige ich mich<br />
mit Fitness. Es gibt keinen Sport, der den Körper so individuell<br />
formt wie Bodybuilding. In meinem ersten McFIT Studio in<br />
Würzburg habe ich mich um alles persönlich gekümmert und<br />
konnte den Kunden genau erklären, wie du deine Muskeln<br />
wachsen lässt, Gewicht verlierst und welchen Anteil deine Ernährung<br />
an allem hat – und welche Übungen du dafür machen<br />
musst und welchen Plan du brauchst.<br />
Wann war der entscheidende Punkt erreicht, als klar wurde,<br />
dass der Plan mit McFIT aufgeht?<br />
Im Jahr 2000. Wir hatten damals zwei Studios in Bochum und<br />
Oberhausen eröffnet – und direkt im Anschluss weitere im<br />
Ruhrgebiet. Die Entscheidung, McFIT in ein Ballungsgebiet mit<br />
knapp 20 Millionen Menschen zu bringen, brachte uns viele<br />
neue Mitglieder und damit Fans und Bekanntheit der Marke.<br />
Alle sind satt. Kaffee wird serviert. Wir kommen thematisch wieder<br />
im hier und jetzt an.<br />
Was ist das Geheimnis deines Erfolgs?<br />
Aus kleinen Fehlern zu lernen – und diese zu korrigieren. Sonst<br />
wird aus einem kleinen Fehler ein großer. Und daraus dann ein<br />
mächtiges Problem. Wir sind aus kleinen Fehlern groß geworden.<br />
Und dank Geschwindigkeit: Nicht die Schlauen fressen<br />
die dummen, sondern die Schnellen die Langsamen.<br />
Was war der größte der kleinen Fehler?<br />
Ich wollte Verleger werden, mit LOOX. War früher die Mc-<br />
FIT-Kundenzeitschrift. Wir wollten daraus ein richtiges Magazin<br />
machen – und entsprechend verkaufen. War ein phantastisches<br />
Produkt – hat aber wirtschaftlich nicht funktioniert, obwohl wir<br />
dafür 25 Leute engagiert hatten.<br />
Heute<br />
Die hohe Kunst: Aufbau<br />
und Erhalt einer international<br />
bekannten Fitness-<br />
studiokette<br />
As autem qui simpe lignam<br />
doloribus. Ducid mincto et<br />
labor autem<br />
Bereits 10 Jahre nach Eröffnung des ersten Studios<br />
ist McFIT ein richtig großer Laden: Für<br />
2007 meldet das Unternehmen 83 Millionen<br />
Umsatz, weitere 10 Iahre später 314 Millionen.<br />
In guten Jahren liegt die Gewinnmarge bei über 20<br />
Prozent. Rainer Schaller dreht jetzt endgültig das ganz<br />
große Rad – und ist längst auch außerhalb der Fitnesswelt<br />
hoch angesehen.<br />
REINVESTIEREN STATT SPAREN<br />
Ein Großteil des Gewinns fließt direkt zurück ins Unternehmen.<br />
Prämisse: Wenn der Kunde für sein Geld<br />
eine tolle Leistung erhält, kommt er wieder. Wenn nicht,<br />
dann nicht. Jede Investition wird dabei gründlich geprüft.<br />
Wie Aldi selbst, hat sich auch der Aldi der Fitnessbranche<br />
im Lauf der Jahre vom Billigheimer zum Premium-Discounter<br />
entwickelt. Dem passenden Ambiente<br />
wird ein immer größerer Stellenwert zugeschrieben:<br />
Ausgemustere Lagerräume sind längst passé. Neue<br />
McFITs werden nur noch in Gebäuden mit Charme und<br />
Charakter eröffnet: alten Fabrikhallen oder Villen. Die<br />
sind jedoch alles andere als leicht zu finden - schließlich<br />
sind 2000 bis 4000 Quadratmeter Fläche nötig.<br />
STADT STATT PROVINZ<br />
Bezüglich eines Punktes ist sich McFIT immer treu geblieben:<br />
Nur urbane Lagen kommen als Standorte in<br />
Fragen, kaum eine Stadt mit McFIT-Studio hat unter<br />
100 000 Einwohner. Eine Metropole wie Berlin hingegen<br />
verfügt über stolze 18 Anlagen. 2000 bis 5000 Mitglieder<br />
sind nötig, um die Rentabilität eines Studios zu<br />
sichern. Der Mitgliederdurchschnitt liegt weit darüber<br />
– bei rund 6700. Das operative Geschäft leitet seit 2018<br />
der xx-jährige Vito Scavo, ein rühriger Italiener. Rainer<br />
Schaller hat unverändert die Geschäftsführung inne.<br />
EINFACH UND GÜNSTIG<br />
McFIT will das Netflix der Fitnessbranche sein. Es gibt<br />
lediglich drei verschiedene Tarife – Basis, Classic und<br />
Premium – zum Preis von 20 bis 35 Euro. Die Vertragslaufzeit<br />
beträgt 12 Monate, wer monatlich kündigen<br />
18<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
können will, zahlt fünf Euro Aufschlag und 39 statt 29<br />
Euro Aktivierungsgebühr. Schon ab 25 Euro im Monat<br />
kann das Mitglied unbegrenzt in jedem McFIT Europas<br />
trainieren. Trainerbetreuung und Kurse sind im Preis<br />
enthalten, nur Personal Training kostet extra. Duschen<br />
ist seit 2013 inkludiert. Konkurrenzlos ist McFIT damit<br />
aber nicht mehr - günstig und gut können inzwischen<br />
auch andere: Bei Fit X zum Beispiel gibt es nur einen<br />
einzigen Tarif. Der kostet 20 Euro - inklusive Getränkeflat<br />
und Nutzung aller 90 Studios.<br />
Fotos: © RSG Group<br />
DIFFERENZIERUNG<br />
Mit keinem Fitnesskonzept erreicht man heuzutage alle<br />
Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. Weshalb<br />
McFIT mit Studio-Modellen experimentiert, die sich unter<br />
und über der Kernmarke ansiedeln. 2015 ging High5<br />
an den Start - mit einem Schwerpunkt auf Functional<br />
Training und einer Kalkulation, die auch in kleineren<br />
Städten und auf weniger Fläche funktioniert, JOHN<br />
REED (seit 2016) bietet neben Fitness auch Wellness<br />
und verfügt über die Boutique-Studio-Subbrand JOHN<br />
& JANE‘S. Selbst ein Big Player wie McFIT tut sich mit<br />
der Etablierung neuer Marken aber schwer: Eigentlich<br />
sollten schon bis Ende 2015 30 HIGH5 entstehen. Aktuell<br />
sind es aber nur 14. Um sämtliche Marken in der Außendarstellung<br />
unter einen Hut zu bringen, wurde die<br />
McFIT Global Group 2019 in RSG Group umbenannt.<br />
Das jüngste Gruppenmitglied heißt Gold‘ Gym.<br />
Bild oben: Standard war gestern, alle neuen<br />
Studios haben das gewisse Etwas.<br />
Bild rechts: Vito Scavo (45) ist seit 2018 COO.<br />
Bild unten: JOHN REED ist eines von<br />
inzwischen vier Studiolabels<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 19
SUCCESS STORY<br />
auch… Auch von Marketing<br />
hatte ich keine Ahnung.<br />
Freunde fürs Leben:<br />
Wladimir Klitschko,<br />
Til Schweiger<br />
und Rainer Schaller<br />
Trotzdem hast du ein gutes Gespür für Trends.<br />
Wie bewahrst du dir das?<br />
Durch Reisen. Man lernt Menschen, Lebensstile,<br />
Philosophien und Sprachen kennen. An jeder<br />
Ecke warten Inspirationen, die unser Gehirn fordern<br />
und Fantasie und Kreativität fördern. Wenn<br />
ich von meinen Reisen zurückkehre, fließen meine<br />
Eindrücke in unsere Projekte und vervollständigen<br />
diese wie ein Puzzle.<br />
Hast du einen anderen Blick aufs Geschäft, seitdem<br />
Vito Scavo der Mann fürs Operative ist?<br />
Seit Vito zu uns ins Unternehmen gekommen ist,<br />
habe ich mehr Zeit, um mich um visionäre Themen<br />
zu kümmern und die Markenentwicklungen<br />
im Konzern weiter voranzutreiben.<br />
Inwiefern hat sich die Person Rainer Schaller<br />
im Lauf der Jahre weiterentwickelt?<br />
Die Entwicklung hin zu einer öffentlichen Person<br />
war schon ein Lernprozess. Frei vor Publikum<br />
reden war früher zum Beispiel nie mein Ding.<br />
Aber das kann man lernen. Wie so vieles andere<br />
Was verändert sich, wenn<br />
man statt 10 Studios 1000<br />
leitet?<br />
Viele Effekte lassen sich<br />
hochskalieren. Wenn du für<br />
etwas brennst und regelmäßig<br />
evaluierst, welche Dinge<br />
gut laufen und an welchen<br />
Stellen noch Handlungsbedarf<br />
besteht, wirst du permanent<br />
besser. Bei 1000<br />
Studios ist die Verantwortung natürlich größer,<br />
da mehr Mitarbeiter dranhängen. Ebenso wird<br />
die Führung über die Distanz zu einer Herausforderung.<br />
Aber auch dafür gibt es Lösungen –<br />
man muss sich nur tief damit beschäftigen und<br />
es ernst nehmen.<br />
Die Branche hat sich zuletzt geändert, weil<br />
der Markt mit neuem Kapital geflutet wurde.<br />
Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn du jemanden<br />
zerstören willst, dann schenke ihm fünf<br />
Jahre Erfolg. Aus der Zeit vor der Jahrtausendwende<br />
sind fast nur noch Kieser, die übrigens<br />
einen super Job machen, und wir gelieben – alle<br />
anderen sind weg. Früher war das Business einfacher:<br />
Wer als Bodybuilder Erfolg hatte, hat mit<br />
diesem Rückenwind ein Studio eröffnet und mit<br />
200 Mitgliedern ein gutes Auskommen gehabt.<br />
Das funktioniert heute nicht mehr. Wer nicht mit<br />
der Zeit geht, geht mit der Zeit.<br />
Welche neuen Konzepte überzeugen dich,<br />
welchen stehst du kritisch gegenüber?<br />
5 FAKTEN.....<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
17<br />
BRANDS<br />
41.000<br />
MITARBEITER<br />
WELTWEIT<br />
6,4<br />
MILLIONEN<br />
MITGLIEDER<br />
AKTIV IN<br />
48<br />
LÄNDERN<br />
CA.<br />
1.000<br />
STUDIOS<br />
WELTWEIT<br />
20<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
doloribus. mincto et Ducid<br />
mincto<br />
abor autem<br />
Morgen<br />
Ein Mann und seine Vision:<br />
2022 eröffnet die RSG Group<br />
das weltweit erste<br />
Megazentrum für<br />
Fitness<br />
Geld ist nicht alles: Mit seinem tollkühnsten Projekt<br />
will Rainer Schaller keine Kohle verdienen.<br />
Eine schwarze Null genügt ihm. THE MIRAI soll<br />
das weltweit erste Zentrum für den Fitnessspor<br />
werden. Der Clou daran: Zutritt und Training sind kostenlos.<br />
Geplant ist ein Fitness- und Technologiecluster – über 90 Firmen<br />
wollen sich beteiligen. Schaller denkt dabei weit über<br />
den Fitness-Tellerrand hinaus – und zitiert in diesem Zusammenhang<br />
gerne den Chef der Deutschen Fußball-Liga, Christian<br />
Seifert: “Das wäre so, als wenn der FC Barcelona, Bayern<br />
München und Manchester United an einem gemeinsamen<br />
Ort ihr Trainingsgelände hätten, Aus- und Weiterbildung<br />
machen, gemeinsam forschen und entwickeln.”<br />
Fotos: © Franziska Krug /getty Images Europe, Brian Dowling /getty Images Europe, RSG Group<br />
An seiner Seite: Rainer Schallers langjährige Lebensgefährtin Christiane Schikorsky<br />
Jedes neue Konzept bringt Aufmerksamkeit, frischen Wind,<br />
neue Klientel. Dauerhaft durchsetzen können sich nur wenige.<br />
Der Trend zu Boutique Studios ist spannend – und drückt<br />
aus, wie vielfältig die Szene geworden ist. In der Anfangszeit<br />
war mein Slogan „Die Fitnesshalle für alle“ – die gibt es<br />
heute noch viel weniger als früher. Viele suchen heutzutage<br />
nicht die Nische – sondern die Nische in der Nische.<br />
Welche langfristigen Änderungen in der Branche wird<br />
Corona verursachen?<br />
Der Trend zur 360-Grad-Betreuung beschleunigt sich: Man<br />
trainiert nicht nur im Studio, sondern auch zu Hause, im Hotelzimmer,<br />
im Park. Zudem wollen die Leute flexibler sein,<br />
was die Verträge anbelangt – weshalb wir seit Corona den<br />
monatlich kündbaren Flex-Tarif anbieten.<br />
Inwiefern muss sich McFIT darüber hinaus weiterentwickeln<br />
und neu erfinden?<br />
Wir bleiben niemals stehen. Lange vor Corona haben wir<br />
zahlreiche Häutungen vollzogen: Der Slogan „Einfach gut<br />
aussehen“ war ein Gamechanger. Er hat dazu geführt, dass<br />
wir uns als Anlaufstelle für Menschen positioniert haben, die<br />
ihrem Körper etwas Gutes tun wollen, um sich attraktiver zu<br />
fühlen und zu sein. Ein weiterer Step war, dass wir Einflüsse<br />
von außerhalb zugelassen haben. Michael Michalsky hat<br />
uns geholfen, aus einem Fitnessstudio ein Fitnesszuhause<br />
zu machen - das sogenannte „Home of Fitness“. Die Einführung<br />
zusätzlicher Studiolabels war auch elementar – und<br />
ZENTRUM FÜR SPORT UND GESUNDHEIT<br />
THE MIRAI soll das gesamte Wissen der Fitnessbranche<br />
bündeln und weiterentwickeln. Als Leuchtturmprojekt angelegt,<br />
soll es mit Unterstützung der Politik dem ganzen<br />
Land, der ganzen Welt aufzeigen, welchen wichtigen Stellenwert<br />
das Thema Fitness für die Volksgesundheit hat.<br />
PHYSISCHE UND DIGITALE PLATTFORM<br />
Bei der konzeptionellen Ausrichtung von THE MIRAI wird<br />
der Fokus verstärkt auf digitalen Angeboten liegen. THE<br />
MIRAI ist damit eine einzigartige Plattform, die sowohl die<br />
Fitness- und Gesundheitsbranche, als auch Forschungsund<br />
Entwicklungsinstitute in diesen Bereichen maßgeblich<br />
vorantreibt und so eine perfekte Symbiose aus Digitalisierung<br />
und Fitness schafft.<br />
Mit THE MIRAI in Oberhausen setzt sich Rainer Schaller ein Denkmal<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 21
SUCCESS STORY<br />
„Wir werden<br />
immer günstig<br />
bleiben“<br />
Seit<br />
Kurzem<br />
die daraus resultierende Diversifizierung: McFIT als Allzweckwaffe, High5<br />
für Functional Training, JOHN REED als Marke, die Fitness-Lifestyle verknüpft<br />
mit Kunst, Design, Musik, JOHN & JANE‘S als Boutique-Konzept.<br />
Die Einführung von Live-Kursen war ebenfalls wichtig.<br />
Die gibt es seit wann?<br />
Genaugenommen seit dem McFIT in Würzburg. Dort habe ich Kurse eingeführt.<br />
Hat sich aber nicht gerechnet. Weswegen wir dann 15 Jahre ohne<br />
ausgekommen sind. Seit 2012 haben wir jetzt aber wieder welche im Programm<br />
– geht heute einfach nicht mehr ohne.<br />
Hat die Konkurrenz diesen Trend schneller und besser adaptiert?<br />
Ja, tatsächlich. Wir waren in anderer Hinsicht weiter. Ich habe das Thema<br />
Digitalkurse schon vor 10 Jahren forciert. Damals waren wir zu früh dran –<br />
heute liegen wir damit vorn. Damals dachte ich, dass die virtuellen Kurse<br />
die analogen ersetzen werden. Heute bin ich überzeugt, dass beide Varianten<br />
eine Zukunft haben. Alles entwickelt sich eben weiter – permanent.<br />
Gibt es auch Konstanten in eurem Konzept?<br />
Wir waren und werden immer auch die Heimat für die klassischen Pumper<br />
sein – die nicht Sport machen, um zu leben, sondern leben, um Sport<br />
zu machen. Diese Szene ist uns ganz wichtig – und wird auch niemals<br />
sterben. Und wird werden immer günstig bleiben.<br />
Welche Rolle werden die Discounter in Zukunft spielen?<br />
Eine sehr wichtige. Aber auch Premium wird wachsen. Schwer wird es<br />
die Mitte haben. Im Preissegment von 30 bis 80 Euro hat das Mitglied ein<br />
hohes Anspruchsdenken – und das Studio keinen grenzenlosen Spielraum<br />
für Investitionen. Für die Mitte geht es darum, die Mitglieder anders<br />
abzuholen und zu binden – mit Hilfe von Storytelling und Entertainment.<br />
Sind die Aggregatoren hilfreich oder eine Gefahr?<br />
Je kleiner und spezieller mein Konzept ist, desto hilfreicher sind die Aggregatoren<br />
bei der Akquise. Aber auch die klassischen Fitnessstudios<br />
werden ohne in Zukunft nicht mehr auskommen. Mit der Prognose „in<br />
fünf Jahren gibt es keine Live-Kurse mehr“ habe ich mich 2010 getäuscht.<br />
Ich wage aber trotzdem noch mal eine Vorhersage: In fünf Jahren wird es<br />
kein Studio mehr geben, das ohne Aggregatoren auskommt. Die werden<br />
in unserer Branche so selbstverständlich werden, wie Booking.com im<br />
Hotelbereich. Die Rechnung geht aber nur auf, solange der Aggregator<br />
dem Studio mehr Umsatz generiert. In dem Moment, wo er zu mächtig<br />
wird, wird es problematisch – siehe Benefit in Polen.<br />
Bleibt neben den aktuellen Herausforderungen überhaupt noch Zeit<br />
THE MIRAI fertigzustellen, das weltweit erste Megazentrum für Fitness?<br />
Durch Corona ist das Thema ein bisschen eingebremst worden – geht jetzt<br />
aber mit Vollgas weiter. Als Anhänger des FC Bayern München bekomme<br />
ich mit, welche Aufmerksamkeit Fußball international bekommt – obwohl<br />
viel mehr Leute Fitness betreiben. Diesen Abstand können wir verkürzen,<br />
22<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Gold‘s Gym ist die berühmteste Fitnessstudiokette<br />
der Welt. Ihr Fortbestehen sichert jetzt<br />
der neue Besitzer Rainer Schaller<br />
Corona ist gnadenlos – und deckt jede Schwäche<br />
auf. Unternehmen, die schlampig und planlos<br />
gewirtschaftet haben, zieht das Virus zielsicher<br />
den Stecker. Und macht dabei auch vor großen<br />
Namen nicht halt: Obwohl prominente Mitglieder wie Arnold<br />
Schwarzenegger Gold’s Gym, gegründet 1965 vom<br />
Bodybuilder Joe Gold, zur bekanntesten Fitness-Big Brand<br />
der ganzen Welt gemacht haben, musste die Kette dieses<br />
Jahr Insolvenz anmelden. Im Rahmen eines richterlichen<br />
Auktionsverfahrens bekam die RSG Group am 13. Juli 2020<br />
den Zuschlag. 661 Studios mit drei Millionen Mitgliedern gilt<br />
es jetzt zu koordinieren, die über sämtliche Kontinente des<br />
Erdballs verteilt sind. Mit der Übernahme bedient Schaller<br />
nicht nur sämtliche Altschulden sondern betritt auch ungewohntes<br />
Terrain – ein Großteil der bestehenden Studios<br />
werden von Franchise-Nehmern betrieben.<br />
Alles begann in Venice Beach. Dort<br />
eröffnete Joe Gold (links) 1965 sein erstes<br />
Fitnessstudio (ganz links). Arnold Schwarzenegger<br />
(oben) und Hulk Lou Ferrigno<br />
(Gruppenbild) waren berühmte Kunden.<br />
Inzwischen gibt es in der ganzen Welt 661<br />
Studios – unter anderem in Kairo (großes<br />
Bild). Puma hat der Marke einen eigenen<br />
Schuh gewidmet (rechts)<br />
Fotos: © Gold‘s Gym<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 23
Außerdem<br />
McFIT ist nur ein Bestandteil der RSG<br />
Group. Die streckt ihre Finger krakenähnlich<br />
längst in alle denkbaren<br />
Richtungen aus. Nur Pessimisten<br />
sehen die Gefahr einer Überdehnung,<br />
alle anderen erfreuen sich an dem<br />
unendlich weiten Spektrum des<br />
Unternehmens, das Künstler, Bäcker<br />
und Models für sich vereinnahmt. 17<br />
Brands gehören zum firmeneigenen<br />
Universum – sowohl analoger als<br />
auch digitaler Natur. Wir präsentieren<br />
eine Auswahl<br />
2<br />
1 QI² SPORTS NUTRITION<br />
Das Label steht für Premium-Sportnahrung. Die<br />
vier Produktlinien Man, Woman, Pro und Vegan<br />
sollen Trainierende bei der Erreichung ihrer Trainingsziele<br />
unterstützen<br />
2 MASTER OF ENTHUSIASM<br />
Tamer Trasoglu ist nicht nur Schauspieler, sondern<br />
auch ein Live-Coach, der ganze Konzerthallen<br />
füllt. Unter seiner Anleitung haben sich<br />
schon Tausende enthusiastischer Teilnehmer<br />
nachhaltig ausgepowert<br />
3<br />
3 RON MILLER<br />
Das Künstlerduo Markus Klüh und Ronny Kindt<br />
sind RON MILLER. Hugh Jackmann und Kate Hudson<br />
sind zwei von vielen prominenten Besitzern<br />
der Geisha-fixierten Werken und Installationen<br />
4 STEVEN BAKER<br />
Im Rahmen der Berlinale 2019 feierte die Marke<br />
Steven Baker Premiere. Die Kuchenmanufaktur<br />
des deutschen Bodybuilding-Meisters hat sich<br />
auf Genuss ohne Reue spezialisiert<br />
4<br />
5 CYBEROBICS<br />
Für das Online-Workout hat die RSG Group die<br />
besten Trainer Amerikas versammelt und abgefilmt.<br />
Per App oder Smart TV kommt das digitale<br />
Fitnesserlebnis nach Hause<br />
6 MARCELL VON BERLIN<br />
2012 gegründet steht das Modelabel aus der<br />
Hauptstadt für urbane Designermode. Im Flagship<br />
Store in LA kaufen auch Robbie Williams<br />
und Jennifer Lopez ein<br />
Fotos: © RSG Group<br />
7 McFIT MODELS<br />
Die größte Sportmodelagentur Europas ermöglicht<br />
fitten Mitgliedern eine Karriere auf dem<br />
Catwalk. Aus der Auswahl von 2000 Models bedienen<br />
sich BMW, Deutsche Bank und Zalando<br />
24<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
1<br />
SUCCESS STORY<br />
indem wir mit einem Leuchtturmprojekt wie THE MIRAI Kooperationspartner<br />
von außerhalb mit an Bord bekommen: Bosch, AOK, Bundeswehr,<br />
Adidas – alle wollen mit Fitness eine Schnittmenge bekommen.<br />
Wie kann die Relevanz von Fitness davon abgesehen erhöht werden?<br />
Die größte Aufgabe ist die Schaffung eines Wettbewerbsformats. Sportler<br />
wollen sich immer und überall mit anderen messen. Formate wie Ninja<br />
Warriors gehen in die richtige Richtung. Wir müssen Helden generieren.<br />
5<br />
Was rätst du einem Neugründer, der 2020 mit eigenem Fitnessthema<br />
durchstarten will?<br />
Es ist wichtig, viele Meinungen einzuholen, um verschiedene Perspektiven<br />
zu verstehen und diese nachvollziehen zu können. Wenn man sich<br />
dann entscheidet, einen Weg einzuschlagen, sollte man ihn zu Ende gehen.<br />
Oft ist es klug, nach links zu gehen, wenn alle anderen nach rechts<br />
schwenken. Angst ist im Allgemeinen kein guter Begleiter, Respekt dagegen<br />
das Wichtigste und Wertvollste in allem, was man tut.<br />
Die Geschichte von Rainer Schaller kennt auch einen absoluten Tiefpunkt.<br />
Bei der von ihm veranstalteten Loveparade in Duisburg starben 2010 21<br />
Menschen. Im Mai 2020 wurde das Verfahren eingestellt – ergebnislos,<br />
ohne Urteil, wegen Verjährung und Corona. Er gibt zu dem Thema bereitwillig<br />
Auskunft. Bittet aber darum, die Fragen am Ende des Gesprächs zu<br />
stellen. Weil es ihm danach unmöglich sei, nach diesem Thema einfach<br />
wieder in den Modus des erfolgsbesessenen Fitnessmachers zu wechseln.<br />
Hilft diese Ende auch dir, mit dem Thema abzuschließen?<br />
Es wird für mich immer präsent bleiben. Bis heute stehe ich als Ansprechpartner<br />
für die Angehörigen von Toten und den Verletzten zur Verfügung.<br />
6<br />
Verstehst du die Justiz?<br />
Ich hatte auf ein klares Ende gehofft. Jetzt sind einfach zu viele Fragen offen<br />
geblieben – das enttäuscht mich sehr. Es bleiben bei allen Beteiligten<br />
Narben zurück, die niemals heilen werden.<br />
Hast du dich bezüglich der Katastrophe als Sündenbock gefühlt?<br />
Ich bin nie angeklagt worden – aber fühle mich trotzdem moralisch verantwortlich.<br />
Vielen Dank für das Gespräch, lieber Rainer.<br />
7<br />
Um die Eingangsfrage zu klären:<br />
Rainer Schaller ist 1,91 Meter groß<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 25
SUCCESS STORY<br />
Was wäre von<br />
Rainer Schaller<br />
wohl zu erwarten,<br />
wenn es ihn<br />
zweimal gäbe?<br />
„Zeit für Fitness? Drei bis vier Mal die Woche“<br />
Rainer Schaller<br />
KURZ<br />
gefragt<br />
Der ganz persönliche Fragebogen: Rainer Schaller verrät<br />
uns sein ganz persönliches Fitnessprogramm<br />
Wo trainiert der Chef?<br />
Zu Hause.<br />
Zu welcher Musik?<br />
Querbeet, momentan zu französischem Hiphop.<br />
Fitness-Ernährung?<br />
Hauptsache, es schmeckt.<br />
Wieviel Zeit für Fitness?<br />
Drei bis vier Mal die Woche.<br />
Lieber allein trainieren, oder in Gesellschaft<br />
Ich will trainieren, wann ich will, ganz spontan. Deshalb allein.<br />
Aktueller Trainingsschwerpunkt<br />
2er-Split ohne Beine.<br />
In welchen Klamotten?<br />
Billige Jogginghose.<br />
Welcher Sport außer Fitness?<br />
Keiner.<br />
Größter sportlicher Erfolg<br />
150 Kilogramm gedrückt.<br />
Das letzte Mal komplett ausgepowert?<br />
Beim Rennradfahren. Nicht beim Fitness – zu gefährlich.<br />
26<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
LIMITED EDITION<br />
‚1 OF 125‘<br />
ABT RSQ8-R – 544 kW (740 PS), 920 Nm<br />
Verbrauchswerte nach WLTP in l/100 km (die angegebenen Verbrauchswerte beziehen sich auf das Serienfahrzeug):<br />
niedrig 23,6, mittel 14,0, hoch 11,2, extra hoch 11,9, kombiniert 13,7; CO2-Emissionen kombiniert: 311 g/km.<br />
Abbildung zeigt Individualisierungsmaßnahmen nach den Regelungen der StVZO für Änderungen an in Verkehr befindlichen Fahrzeugen.<br />
WWW.ABT-SPORTSLINE.DE
NEWS<br />
Bei der Eröffnung 2018 war Fitnessmodel<br />
Pamela Reif der Stargast – eingerahmt von<br />
den französischen Leichtahleten Benjamin<br />
Compaoré (links) und Jimmy Vicaut<br />
Unser Guide vor Ort: PUMA-Mann Sebastian<br />
Friedrich (39), Head of Central Services<br />
Verwöhnprogramm<br />
Fitte Mitarbeiter sind produktiver und besser gelaunt:<br />
Weshalb PUMA seinen ein eigenes Gym gebaut<br />
hat, klein, aber mit allen Schikanen. Wir waren in<br />
Herzogenaurach – und erhielten eine exklusive Führung<br />
Die Chancen standen durchaus<br />
gut: Dass PUMA-Boss Bjørn<br />
Gulden im Gym pumpt,<br />
während wir es inspizieren.<br />
“Der trainiert regelmäßig hier,” erklärt<br />
uns Sebastian Friedrich, Head of Central<br />
Services beim fränkischen Unternehmen.<br />
Leider bekommen wir ihn nicht zu Gesicht.<br />
Möglicherweise hat sich der Norweger<br />
zu sehr ausgepowert, im Rahmen<br />
eines Tennismatches mit Boris Becker<br />
am Vortag. Mit dem hat sich der Manager<br />
auf dem frisch eingeweihten Tenniscourt<br />
duelliert. Ausgeloste Mitarbeiter durften<br />
ebenfalls gegen die Wimbledon-Legende<br />
mit PUMA-Vertrag antreten. Auf dem<br />
Firmengelände gibt es zudem einen<br />
Fußball- und einen Basketballplatz.<br />
Entsprechend durchtrainiert und lebendig<br />
wirkt die Belegschaft, die wir vor Ort<br />
in Augenschein nehmen – ohne jegliche<br />
adipöse Tendenzen.<br />
Alles für den Mitarbeiter, lautet die Devise<br />
bei PUMA. In der Hoffnung, dass dieser im<br />
Gegenzug alles für die Firma gibt. Bei Sebastian<br />
Friedrich besteht daran kein Zweifel.<br />
Der Mann ist seit 15 Jahren in Herzogenaurach<br />
und so auf das Unternehmen<br />
eingeschworen, dass wir bei gründlicher<br />
Suche vermutlich ein Raubkatzen-Tattoo<br />
auf seinem Körper entdecken würden.<br />
Er zeichnet für Konzeption und Einrichtung<br />
des Studios verantwortlich, das<br />
Montag bis Freitag bis 22 Uhr geöffnet hat<br />
und sogar Samstags Zutritt gewährt: „Wir<br />
hatten vorher ein Fitnesszimmer – mit 150<br />
28<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
PUMA-Sportler Usain Bolt<br />
überwacht mit scharfem<br />
Auge den Trainingserfolg<br />
GEBRAUCHTGEGENSTAND<br />
EGYM bietet ab sofort Gebrauchtgeräte<br />
an – ab 999<br />
Euro pro Monat. Die Refurbished<br />
Machines sind sorgfältig<br />
generalüberholt und mit Garantie<br />
und neuester Software<br />
versehen. Letzere stellt sicher,<br />
dass die Vernetzung mit den<br />
firmeneigenen Apps funktioniert.<br />
Aufgrund der begrenzten<br />
Verfügbarkeit richtet sich das<br />
Programm ausschließlich an<br />
Physiopraxen. Denen verspricht<br />
EGYM eine Refinanzierung<br />
schon ab 21 Selbstzahlern.<br />
Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
Quadratmetern und fünf Geräten.“ Abhilfe tat<br />
not. Friedrich besichtigte hochwertige Hotelfitnessanlagen<br />
und Fit/One-Studios. „Wir wollten<br />
keinen sterilen Kraftraum haben, sondern<br />
einen Ort der Begegnung, des Austauschs, der<br />
Zusammengehörigkeit schaffen,“ erklärt er mit<br />
mildem Pathos in der Stimme. Das Konzept geht<br />
auf: „Viele verabreden sich zum gemeinsamen<br />
Sport, teilweise haben sich ganze Trainingsgruppen<br />
gebildet – über Abteilungsgrenzen hinweg.“<br />
Mit 500 Quadratmetern ist das Studio unverändert<br />
recht kompakt. Hat aber alles, was man<br />
braucht: Kraft- und Cardiogeräte, Functional<br />
Area mit Hammerstrength-Box, zwei Kursräume.<br />
Ausstatter Life Fitness darf sich über Folgeaufträge<br />
freuen: „Unser Gym dient als Blaupause für<br />
Studios, die wir an weiteren PUMA-Standorten<br />
eröffnen. Das nächste entsteht in Boston..“<br />
Eines darf bei einem Besuch bei einem fränkischen<br />
Sportartikelhersteller natürlich nicht<br />
fehlen: ein Seitenhieb gegen den heißgeliebten<br />
Rivalen und Nachbarn auf der anderen<br />
Straßenseite. „Nur für Kurse entrichten unsere<br />
Mitarbeiter einen kleinen Obolus, die Nutzung<br />
des Gyms und des täglich anwesenden<br />
Trainers ist hingegen kostenfrei. Im Gym von<br />
Adidas hingegen müssen die Angestellten<br />
grundsätzlich zahlen.“ Wie es dort aussieht,<br />
werden wir demnächst eruieren, Herzogenaurach<br />
sieht uns also bald wieder...<br />
FLASCHE VOLL<br />
Ex-Fußballer Gazi Avakhti startet mit seiner Multifunktionsflasche, dem<br />
GA Shaker+ 2.0, durch. Bei einem Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen,<br />
dem Ösi-Pendant zur Höhle der Löwen, konnte er gleich drei namhafte<br />
Investoren mit seinem Qualitätsversprechen begeistern: „Unser<br />
in Deutschland gefertigtes Produkt ist die Alternative zu billiger China-Ware.“<br />
Ausgestattet mit frischem Kapital sollen 2021 etliche Innovationen<br />
erfolgen. Neben dem Einzelhandel sind Fitnessstudios die<br />
Kernzielgruppe für die Alleskönner-Flasche mit Smartphonehalterung.<br />
FORSCHUNGSPROJEKT<br />
Fitnessstudiobetreiber Daniel<br />
Haymann (rechts) und<br />
Sportwissenschaftler Dr. Dr.<br />
Michael Despeghel haben<br />
bei der Uni Gießen eine Studie<br />
in Auftrag gegeben, die<br />
den positiven Effekt von Fitnesstraining<br />
auf die Gesundheit<br />
belegen soll – um damit<br />
dessen Relevanz zu unterstreichen.<br />
Die Studie kostet<br />
50 000 Euro, Spendenbeiträge<br />
sind willkommen. Ergebnisse<br />
werden im November<br />
ewartet.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 29
NEWS<br />
Die Ausstatterliste ist namhaft:<br />
Life Fitness, Five, EGYM, Power<br />
Plate, Magicline, Les Mills,<br />
Gantner, Reichel, Aschenbach<br />
Ein perfekter<br />
Alexander Sosa entwickelt sich zur Branchengröße:<br />
In Schenefeld hat der Superstratege jetzt seinen<br />
achten Sports Club eröffnet. Satt ist<br />
er deshalb noch lange nicht...<br />
Alexander Sosa hat gut lachen: Der ehemalige Werbefachmann<br />
hat 2010 sein erstes Premium-Studio aufgemacht. Im Zentrum<br />
von Hamburg entsteht gerade das neunte, direkt neben namhaften<br />
Wettbewerbern. Schreckt ihn nicht: „Die haben einen<br />
Pool – aber wir die viel günstigeren Preise.“<br />
Der Mann glaubt nicht an Zufälle. Oder Schicksal. Oder Glück.<br />
An die Wirksamkeit klarer Strukturen hingegen schon. „Erfolg<br />
ist kalkulierbar,” sagt der Mittvierziger selbstbewusst. Mit<br />
seinen Sports Clubs hat er eine gut geölte Fitnessmaschinerie<br />
entwickelt, die regelmäßig neue Studios ausspuckt. Die sind sich alle sehr<br />
ähnlich – Skalierbarkeit ist Trumpf: „Wir eröffnen ausschließlich in stark<br />
frequentierten Einkaufszentren und benötigen eine Grundfläche von mindestens<br />
2000 Quadratmetern.” Der Platzbedarf kommt nicht von ungefähr:<br />
„Wir bieten Premiumfitness zum Discounttarif von 29,90 Euro. Die zwei Millionen,<br />
die uns jedes Studio kostet, holen wir über Auslastung wieder rein.“<br />
Der erfolgreichste Sports Club verzeichnet folgerichtig 6500 Trainierende.<br />
Sosa investiert viel Geld in Marketing. Damit kennt er sich aus – er kommt<br />
aus der Werbebranche. „Unsere hauseigenen Handwerker brauchen drei<br />
Monate, um ein Studio einzurichten. Diese Zeitspanne nutzen wir, um via<br />
Social Media Kunden zu akquirieren. So starten wir bereits zur Eröffnung<br />
mit mindestens 1500 Mitglieder durch – und sind damit schon in den ersten<br />
Monaten rentabel.“ Sagt er ganz beiläufig, freut sich dabei aber sichtlich.<br />
Er mag es einfach, wenn ein Plan funktioniert.<br />
30<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Auf ein Bier in<br />
Nürnberg mit<br />
Florian Schmitt<br />
(46). Beilage:<br />
Twinsbar-Riegel in<br />
vier Geschmacksrichtungen<br />
Plan<br />
3 FRAGEN AN <strong>FITNESS</strong>-UNTERNEHMER FLORIAN SCHMITT<br />
Wie geht‘s?<br />
Super. Meine Freundin Susann hat mir gerade einen Sohn geschenkt,<br />
den kleinen Luca. Er wurde in der Berliner Charité geboren, inzwischen<br />
sind wir wieder zurück in Salzburg. Sie hat sich eine Auszeit von ihrem<br />
Job bei Red Bull genommen, kann sich deshalb perfekt kümmern. Darüber<br />
bin ich sehr froh: Ich habe aktuell nämlich wenig Zeit.<br />
Warum?<br />
Zusammen mit meinem Zwillingsbruder Karl will ich mit Spaß, Power<br />
und Leidenschaft den Schokoriegel-Markt aufmischen. Der wird bisher<br />
dominiert von internationalen Großunternehmen. Unser Twinsbar-Riegel<br />
ist zuckerfrei, vegan, habhaft. Und natürlich superlecker. Wir verkaufen<br />
B2C. Vertrieb über Fitnessstudios ist aber ebenfalls denkbar.<br />
Und sonst so?<br />
Fitnessclubs betreiben wir wie gehabt: Im Bodyinvestment in Grafing<br />
verbinden wir effektives Training mit modernster Diagnostik. Zudem<br />
sind wir Fit+-Hauptlizenznehmer für Österreich, noch dieses Jahr eröffnen<br />
wir dort zwei Anlagen. Viele weitere werden folgen. Ich kann<br />
diesbezüglich sehr langfristig planen: Dank meines #100werden-Longlife-Projekts<br />
ist mit meinem Ableben nicht vor 2073 zu rechnen.<br />
Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
Entertainmentfaktor:<br />
„Das Mitglied muss<br />
sich schon beim<br />
Eintreten unterhalten<br />
fühlen. Alle unsere Life<br />
Fitness-Geräte haben<br />
Netflix. Kostet GEMA<br />
ohne Ende, aber egal...“<br />
INS WASSER MARSCH!<br />
Die Aquafitnessexperten von BECO präsentieren mit der BEbell eine<br />
neue Hantel für Wassertraining – für das Training von Schulter-, Armund<br />
Rumpfmuskulatur. Ihr ergonomisch geformter Griff soll perfekt in<br />
der Hand liegen, ein Schild erhöht den Widerstand. Die aus einem einzigen<br />
Stück gefertigte Hantel besteht aus EPP, einem Kunststoff-Luft-Gemisch,<br />
das robust und langlebig ist und kaum Flüssigkeit aufnimmt.<br />
Dadurch verspricht der Hersteller maximalen Auftrieb. Die komplett in<br />
Deutschland gefertigte BEbell ist in zwei verschiedenen Größen ab 27<br />
Euro pro Paar erhältlich.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 31
NEWS<br />
Geld her!<br />
Nicht erst seit Corona ist ein gut organisiertes Forderungsmanagement<br />
wichtig, um auf ausstehenden Beiträgen<br />
nicht sitzenzubleiben. Wolfgang Gehrer von CashControl<br />
informiert uns über die aktuellsten Entwicklungen<br />
Wolfgang Gehrer (55),<br />
Senior Consultant bei<br />
CashControl, arbeitet seit<br />
15 Jahren im Forderungsmanagement<br />
Wie funktioniert Inkasso im<br />
Jahr 2020?<br />
Wolfgang Gehrer: Die Auswirkungen<br />
der Digitalisierung<br />
sind heute in jedem<br />
Bereich sichtbar, so auch<br />
im Inkasso. Abläufe werden<br />
automatisiert, Software<br />
unterstützt in praktisch jedem<br />
Bereich, das macht uns<br />
schneller und erfolgreicher. Fern<br />
aller Klischees sind wir damit<br />
ein Finanzdienstleister in einem<br />
sehr speziellen Bereich. Modernes<br />
Forderungsmanagement<br />
hat mit breiten, Baseballschläger-bewehrten<br />
Jungs nichts<br />
zu tun. Es ist vielmehr ein<br />
psychologischer Prozess, der<br />
sicherstellen soll, dass unsere<br />
Auftraggeber ihr Geld zurückbekommen.<br />
Trotzdem gibt es schwarze<br />
Schafe, die fragwürdige<br />
Methoden einsetzen.<br />
Böse Jungs gibt es<br />
überall, aber sie<br />
sind sehr selten.<br />
Wir dürfen nicht<br />
übersehen, dass<br />
offene Forderungen auf einer erbrachten Leistung<br />
basieren, denen hart arbeitende Menschen<br />
hinterherlaufen müssen. Wir<br />
helfen dabei, wir sind die Guten.<br />
2019 wurden branchenübergreifend<br />
über 5 Mrd. Euro durch<br />
Inkasso-Unternehmen wieder<br />
in die Wirtschaft zurückgeführt,<br />
das entspricht dem gesamten<br />
Umsatz der Fitnessbranche.<br />
Wie sollen speziell Fitnessstudios<br />
offene Beiträge angehen?<br />
Zunächst wäre meine Empfehlung, einen<br />
fixen internen Prozess zu installieren. Mindestens<br />
einmal sollte man persönlich nachhaken,<br />
danach zwei Mahnungen senden mit einer Frist<br />
von jeweils zehn Tagen. Wenn bis hierher nichts<br />
passiert ist, direkt Abgabe an uns.<br />
Hat sich der Ablauf seit Corona geändert?<br />
Ich unterscheide seitdem zwischen Forderungen,<br />
die tatsächlich mit Corona zu tun haben<br />
und solchen, die vorher schon offen waren. Für<br />
erstere ist ein flexibleres Vorgehen sinnvoll. Hier<br />
gilt es abzuwägen, zwischen berechtigten Ansprüchen<br />
und angemessenem Verhalten seinen<br />
Mitgliedern gegenüber. Wer die Krise aber nur<br />
nutzt, um seine Schulden weiter vor sich her zu<br />
schieben, der hat wenig Verständnis verdient.<br />
Für unsere Kunden haben wir darüber hinaus einen<br />
„Care-Retainer“ installiert. Das bedeutet, sie<br />
bekommen von uns einen Vorschuss auf eingereichte<br />
Forderungen, um ihnen über die Coronabedingten<br />
Ausfälle hinwegzuhelfen.<br />
Was ist mit den Regelungen rund um das<br />
„Gutschein-Gesetz“? Wie geht ihr damit um?<br />
In erster Linie handhaben unsere Auftraggeber<br />
das selbst, wir sind hier nur beratend tätig. Gerade<br />
jetzt in Zeiten der Krise ist es wichtig, nicht<br />
nur die offene Forderung, sondern auch die gemeinsame<br />
Zukunft mit seinen Mitgliedern zu<br />
sehen. Natürlich könnte man die Möglichkeiten<br />
ausnutzen, die das Gutschein-Gesetz einem eröffnet.<br />
Ich bezweifle aber, dass damit eine langfristige<br />
Kundenbindung erreicht wird. Du kannst<br />
nicht monatelang Solidarität fordern und dann<br />
draufhauen. Corona hat viele Menschen<br />
wirklich hart getroffen. Wir bieten<br />
Schuldnern zum Beispiel an, die<br />
monatlichen Ratenzahlungen zu<br />
stunden.<br />
Das ist eine unerwartet verständnisvolle<br />
Haltung für einen<br />
Inkasso-Mann...<br />
Wie Al Capone einmal sagte:<br />
„Verwechsle Güte nicht mit<br />
Schwäche“. Letztendlich wird jede<br />
offene Forderung, die uns übergeben<br />
wird, mit einer hohen Erfolgsquote eingetrieben.<br />
Wir reden hier nur über das „Wie“ und<br />
„Wann“, nicht über das „ob überhaupt“.<br />
32<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
NORDDEUTSCHE BEWEGUNG<br />
Unter Ägide von Geschäftsleiter Chris Rapior (links) und Regionalmanager<br />
Lars Bönisch hat die norddeutsche Fitnessstudiokette Wellyou jetzt<br />
ein neues Studio in Emden eröffnet. Die 2350 Quadratmeter große Anlage<br />
punktet mit den neuesten Hammer Strength-Geräten, einem Life<br />
Fitness Synergy 360 Trainingsturm, Ladies Corner inklusive Power Plate<br />
und einem Cardio-Park mit Matrix-Geräten. Der komplette Um- und<br />
Ausbau wurde von Ausstatter BB-Fitness durchgeführt. Gestillt sind die<br />
Expansionsgelüste von Wellyou damit aber noch nicht: „Am 3. Oktober<br />
machen wir in Aurich unser 23. Studio auf,“ umreißt Rapior (41) die weiteren<br />
Pläne. Weitere Standorte sind vorrangig in Niedersachsen geplant<br />
– unter anderem in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg.<br />
KLETTERN MACHT SPASS<br />
Studio-Mitglieder sind zunehmend an Outdoor-Aktivitäten<br />
interessiert. Buildering-Spots<br />
trägt diesem Bedürfnis Rechnung und baut<br />
Gebäudefassaden zu funktionellen Kletterund<br />
Boulderwänden um. Das Sortiment umfasst<br />
verschiedene Strukturen in variablen<br />
Schwierigkeitsstufen und Designs – von Klettergriffen<br />
über Natursteinnachbildungen bis<br />
hin zu Stahlbeton. Das Unternehmen übernimmt<br />
die komplette Projektierung oder liefert<br />
Teilbereiche zu.<br />
Fotos: © Hersteller, Bigstock<br />
STEHEN<br />
BLEIBEN!<br />
Extrafit bietet jetzt einen<br />
neuen Standzirkel für<br />
Muskellängenwachstum<br />
an, der mit Schuhen<br />
genutzt werden kann.<br />
Anwender nutzen ihn<br />
optimalwerweise als<br />
Zwischenstation beim<br />
Absolvieren eines elektronischen<br />
Kraft- oder<br />
Kraft-Ausdauer-Zirkels.<br />
Der platzsparende Zirkel<br />
deckt alle elementaren<br />
Muskelgruppen ab, die<br />
für ein effektives Ganzkörpertraining<br />
benötigt<br />
werden. Er besteht aus<br />
fünf Stationen für Brust,<br />
Hüfte, Wade, Po und Rücken.<br />
Entwicklung und<br />
Herstellung finden in<br />
Deutschland statt. Der<br />
Preis liegt bei 6000 Euro.<br />
STRAFFES PROGRAMM<br />
Neuigkeiten aus der Rubrik Bodyforming:<br />
Der 2018 in USA eingeführte EM-ShapeX<br />
verspricht jetzt auch hierzulande nicht-invasive<br />
Köpferstraffung für Po, Hüfte und Bauch.<br />
Hochintensive elektromagnetische Energie<br />
soll die Muskeln stimulieren und Fett verbrennen<br />
– einfach, schnell und schmerzfrei.<br />
Generalimporteur Terra Art empfiehlt vier<br />
30-minütige Anwendungen pro Behandlungsareal,<br />
verteilt auf zwei Wochen.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 33
KOLUMNE<br />
Der Insider<br />
„Ich bemühe mich total – aber komme nicht<br />
voran. Was muss ich ändern?“ Diese Frage<br />
stellen mir Betreiber immer wieder. Meine<br />
Antwort: Nachhaltiger Unternehmenserfolg<br />
braucht klare Strukturen – sonst wird das nichts<br />
Der Insider: Torsten Boorberg (48) ist erfolgreicher Fitness-Unternehmer<br />
und Herausgeber von <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>. An dieser Stelle berichtet<br />
er regelmäßig aus dem Innenleben einer spannenden Branche<br />
Foto: © Lena Willgalis<br />
Fitness ist und bleibt eine Dienstleistungsbranche.<br />
Wir Fitnessstudiobetreiber bieten<br />
unseren Kunden die Möglichkeit, ihre persönlichen<br />
Ziele zu erreichen – und tragen dazu<br />
Ausstattung und Knowhow bei. Ein gesundes und langes<br />
Leben scheint damit für jedermann in greifbare Nähe<br />
zu rücken. Nötig ist hierfür lediglich ausreichend großes<br />
Engagement in Form von Kraft- und Ausdauertraining,<br />
Beweglichkeitsübungen, eine richtige Ernährung und etwas<br />
Regeneration. Zumindest ist das das Versprechen,<br />
das wir unserer Kundschaft geben.<br />
Viele Unternehmerkarrieren in der Fitness- und Gesundheitsbranche<br />
sind mit einer derartigen Motivation gestartet<br />
und sehr erfolgreich geworden. Noch viel mehr<br />
sind daran zugrunde gegangen. An der Idee und der<br />
Überzeugung nämlich, dass eine profunde Dienstleistung<br />
in Form eines kompetenten Lehrers und eines<br />
strukturierten Trainingsplans dazu führen wird, dass die<br />
Mitglieder erfolgreich sind. Und dadurch, mit scheinbar<br />
folgerichtiger Zwangsläufigkeit, auch das Unternehmen<br />
floriert.<br />
Regelmäßig geht es vielversprechend los: Der erste eröffnete<br />
Club brummt. Euphorisch wird der zweite aufgemacht.<br />
Spätestens beim dritten treten Probleme auf: Es<br />
gelingt plötzlich nicht mehr, die gewohnt hohe Dienstleistungsqualität<br />
über den Erfinder und Inhaber hinaus,<br />
auf Personal, Strukturen und Organisation zu übertragen.<br />
Es fehlt an klaren Prozessen und Vorgaben, deren Implementierung<br />
eine Arbeitsteilung überhaupt erst ermöglicht.<br />
Resultat sind Unstimmigkeiten und Unfrieden – und<br />
im schlimmsten Fall geschäftlicher Misserfolg.<br />
Viele Fitnessmacher überschätzen sich selbst und unterschätzen<br />
die Gnadenlosigkeit des Marktes: Mittlerweile<br />
denkt jeder 23-jährige Sport- und Fitnesskaufmann,<br />
dass er mit seiner abgeschlossenen Ausbildung und<br />
den erworbenen<br />
Kompetenzen in<br />
Trainingslehre,<br />
Gerätewartung,<br />
frühem Aufstehen,<br />
Putzen und<br />
Mitgliederwerbung,<br />
die Befähigung<br />
hat, mit<br />
einem eigenen<br />
„Oft geht es gut<br />
los – dann aber<br />
schlecht weiter“<br />
Fitnesskonzept die Welt zu erobern. Im ersten Schritt will er<br />
seine Heilslehren aus einem Angestelltenverhältnis heraus<br />
unters Volk bringen – oftmals auf Kosten des Inhabers.<br />
Wer kennt ihn nicht? Den Trainer Paul, der mit seiner B-Lizenz<br />
und seinem durch unzählige Weiterbildungen gesammelten<br />
Erfahrungsschatz, Mitglieder mit exklusiven Geheiminformationen<br />
und Mehrwissen beglückt: „Low carb<br />
ist total out“ verkündet er seit Neuestem. Dass sein Club<br />
eigentlich ein ganz anderes Ernährungskonzept propagiert,<br />
ignoriert er geflissentlich.<br />
Derlei Wildwuchs magt im Kleinen harmlos und verzeihlich<br />
sein - ohne robuste Leitplanken wächst er sich schnell zur<br />
existenzgefährdenden Plage aus. Deshalb gilt: Einfache,<br />
multiplizierbare Prozesse und klare Vorgaben für die zu erbringende<br />
Dienstleistungsqualität – sowohl in der Abgrenzung<br />
nach oben als auch nach untern– sind der Schlüssel zu<br />
nachhaltigem Geschäftserfolg. Der Kunde muss eine konstante,<br />
nachvollziehbare und reproduzierbare Gegenleistung<br />
für seinen Mitgliedsbeitrag erhalten – sonst wird er sich heute<br />
besser und morgen schlechter betreut fühlen. Und übermorgen<br />
abspringen.<br />
Gewinner sind deshalb die Unternehmen, die in ihrer Kommunikation<br />
ein klares System darstellen und vermitteln und<br />
dieses jeden Tag aufs Neue konsequent, vergleichbar und<br />
transparent umsetzen.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 35
FACTS<br />
Gleich<br />
geht los<br />
Das Leben im Allgemeinen und der Sport im Besonderen sind<br />
geprägt durch viele Herausforderungen. Das ist gut so. Denn<br />
es sind die Hindernisse, die uns stärker, reifer und weiser machen.<br />
Es ist der Glaube, das Unmögliche möglich zu machen.<br />
Auf dem Weg zum Erfolg, werden Sie möglicherweise zweifeln.<br />
Bedenken haben. Fluchen. Ich behaupte nicht, dass es einfach<br />
ist. Aber wenn es einfach wäre, würde es jeder machen. Eine<br />
Anleitung zum Erfolg in zehn Kapiteln von Dr. Michèl Gleich<br />
Was unterscheidet erfolgreiche Menschen von weniger erfolgreichen<br />
Menschen? Sie lernen vor allem aus den Niederlagen und Phasen<br />
ihres Lebens, in denen es gerade mal nicht so rund lief. Haben Sie etwa<br />
gewusst, dass Albert Einstein erst mit vier Jahren das Sprechen lernte,<br />
später von der Schule flog und von einer Universität abgewiesen wurde? Seine Lehrer<br />
beschrieben ihn als „geistig langsam, ungesellig und stets in seinen törichten Träumen<br />
abschweifend“. Walt Disney wurde wegen Mangels an Ideen von einem Zeitungsherausgeber<br />
gefeuert. Beethoven spielte nur seine eigenen Kompositionen, weil er mit der<br />
Violine überhaupt nicht zurecht kam. Für seinen Lehrer war er ein hoffnungsloser Fall.<br />
Ich bin der festen Überzeugung, dass mit Leidenschaft und Disziplin vieles im Leben<br />
erreicht werden kann - um nicht zu sagen alles. Zurückblickend kann ich sagen, dass<br />
ich aus meinen Rückschlägen oft mehr gelernt habe als aus meinen Erfolgen. Ich möchte<br />
deshalb keine Erfahrung der Vergangenheit missen – auch wenn viele schmerzhafte<br />
dabei waren.<br />
Für mein eigenes Unternehmen und meine Tätigkeit als professioneller Athletik- und<br />
Personal Trainer haben sich verschiedene Regeln als erfolgsversprechend herauskristallisiert,<br />
die ich fortwährend hinterfrage und neu erörtere, um mich stets der aktuellen<br />
Lage anpassen zu können.
„Ich behaupte nicht,<br />
dass es einfach ist“<br />
Dr. Michèl Gleich<br />
Trainer und Autor Dr. Michèl Gleich<br />
lebt und läuft mit seinem Belgischen<br />
Schäferhund Manolo in Berlin<br />
Fotos: © XXXXXXXXXX
FACTS<br />
DEFINIEREN SIE IHRE MARKE<br />
Ein Ziel Ihres beruflichen Erfolgs sollte eine starke Kundenbindung<br />
sein. Dies erreichen Sie durch einen regelmäßigen Austausch<br />
mit Ihrer Zielgruppe. Gehen Sie auf die Anliegen, Fragen<br />
und Wünsche Ihrer Kunden ein. Bauen Sie nicht nur über das<br />
Internet eine Markenbekanntheit auf. Versuchen Sie Ihren „Followern“<br />
einen ehrlichen und authentischen Grund zu geben,<br />
überzeugend über Sie und Ihre Marke zu reden und im besten<br />
Fall Empfehlungen dafür auszusprechen. Es ist nicht immer<br />
das Ergebnis, das zählt, sondern vor allem der Prozess dorthin.<br />
Was bedeutet es überhaupt, erfolgreich zu sein? Diese Antwort<br />
können nur Sie ganz alleine geben. In meinem Beruf als<br />
Trainer und Unternehmer werde ich mit den verschiedensten<br />
beruflichen und sportlichen Zielen konfrontiert. Der Sport und<br />
die Leidenschaft, mit Disziplin und Ehrgeiz alles erreichen zu<br />
können, war und wird dabei immer ein Anker sein. Ich versuche<br />
in jedem Training und in jeder beruflichen Aufgabe das Beste<br />
aus mir und für mein Umfeld herauszuholen. Jede einzelne Trainingseinheit<br />
und jedes Projekt ist wie ein Sieg und der Beweis,<br />
dass ich es schaffen kann. Das gute, positive Gefühl nehme ich<br />
dann mit in den nächsten Tag, damit es mir Kraft, Mut und Zuversicht<br />
für die weiteren Herausforderungen des Lebens gibt.<br />
Der tagtägliche Kampf gegen<br />
den inneren Schweinehund:<br />
Grenzen müssen überwunden,<br />
Fesseln gesprengt werden<br />
Beherzigen Sie diese zehn Regeln – und<br />
gehen Sie entschlossen und unnachgiebig<br />
Ihren Weg hin zu einem erfüllteren,<br />
glücklicheren und ergiebigeren Leben.<br />
MACHEN SIE SICH EINEN PLAN<br />
Skizzieren Sie zunächst ein Bild Ihrer aktuellen Lage, um Ihre<br />
berufliche Strategie festlegen zu können. Was ist Ihnen wichtig?<br />
Ein Grundpfeiler Ihrer Außenwirkung ist vor allem Ihre<br />
unternehmerische Kommunikationsstrategie. Überlegen Sie<br />
sich daher genau, auf welche Werte Sie in der Vergangenheit<br />
im Rahmen Ihrer Kundenbeziehungen sowie Produkte den<br />
Fokus gesetzt haben. Was ist das Besondere an Ihnen und<br />
Ihrem Service? Versuchen Sie dann diesen „unique selling<br />
point“ gezielt in Ihre Unternehmensstrategie zu integrieren. Ja,<br />
auch ein Blick auf die Konkurrenz kann helfen, ist aber meines<br />
Erachtens nicht zwingend notwendig, da jeder von uns<br />
einzigartig ist. Fokussieren Sie sich auf die persönlichen und<br />
individuellen Stärken.<br />
LEGEN SIE SICH AUF EINE ZIELGRUPPE FEST<br />
Um erfolgreich zu sein, sollten Sie sich detailliert Gedanken darüber<br />
machen, wie Sie Ihre Zielgruppe definieren und wen Sie<br />
mit Ihrem individuellen Service ansprechen möchten. Es wird<br />
immer Menschen geben, die begeistert von Ihrer Person und<br />
Ihren Leistungen sind. Aber auch gegenteilige Einstellungen<br />
sind oft auch zu gleichen Teilen vertreten. Es ist daher wichtig,<br />
dass Sie sich genau überlegen, wo die von Ihnen definierte<br />
Zielgruppe aktiv ist und auf welche Art und Weise Sie diese<br />
ansprechen möchten. Das Internet bietet hierbei sicherlich die<br />
schnellste und vermeintlich einfachste Variante. Aber ist diese<br />
auch effektiv? Ich bin der festen Überzeugung, dass nichts den<br />
direkten Kundenkontakt ersetzen sollte, den hier werden persönliche<br />
und ehrliche Meinungen gebildet, die über den weiteren<br />
beruflichen Erfolg entscheiden werden.<br />
Im Bereich der Internetkommunikation können Sie einerseits<br />
auf Ihre eigenen, praktischen Erfahrungswerte zurückgreifen,<br />
aber ebenso auch durch Recherche von Studien oder Analysen<br />
herausfinden, wo „Ihre“ Nutzer im Netz unterwegs sind. Je<br />
genauer Sie Ihre Zielgruppe kennen – egal ob in der virtuellen<br />
oder der realen Welt – desto besser können Sie diese mit gezieltem<br />
Inhalt erreichen und eine authentische Kommunikation<br />
und guten Service gewährleisten.<br />
UMGEBEN SIE SICH - WENN MÖGLICH - IMMER<br />
MIT POSITIVEN MENSCHEN<br />
Überlegen Sie einmal: Fühlen Sie sich nicht auch gleich motivierter<br />
und energiegeladener, wenn Sie sich mit optimistischen<br />
und rundum positiv eingestellten Menschen umgeben? Gute<br />
Laune im Alltag und am Arbeitsplatz färbt ab und hebt die<br />
Stimmung, hat darüber hinaus jedoch noch einen weiteren<br />
Vorteil – die Chancen auf beruflichen Erfolg steigen enorm,<br />
wenn Sie Ihre Zeit mit inspirierenden und unterstützenden Kollegen<br />
und Mitmenschen verbringen. Verabschieden Sie sich<br />
also von lästigen Energievampiren, permanenten Neinsagern<br />
und übellaunigen Miesepetern und verschwenden Sie nicht<br />
Ihre wertvolle Zeit an schlechte und demotivierende Gefühle.<br />
38<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
LERNEN SIE ETWAS NEUES<br />
Einer der häufigsten Gründe für Unzufriedenheit ist das Gefühl,<br />
im Hamsterrad gefangen zu sein. Jeden Tag automatisiert<br />
das gleiche Programm abspulen – das schlaucht. Brechen Sie<br />
aus Ihren Gewohnheiten und Ihrem Trott aus und laden Sie<br />
Vielfalt und Abwechslung in Ihr Leben ein. Fordern Sie sich<br />
selbst mit neuen Rezepten heraus, probieren Sie eine neue<br />
Sportart oder lernen Sie die Grundlagen einer<br />
neuen Sprache für den nächsten Urlaub.<br />
Schon kleine Änderungen können ganz<br />
viel Farbe in Ihr Leben bringen. Abwechslung<br />
ist der Schlüssel zum<br />
Erfolg!<br />
SEIEN SIE DANKBAR UND FOLGEN SIE IHREM HERZEN<br />
Halten Sie ganz bewusst inne und seien Sie dankbar für Ihre<br />
bisherigen Erfolge. In unserer Leistungsgesellschaft streben<br />
wir immer nach dem nächsten Ziel und vergessen dabei viel<br />
zu oft, was wir alles schon erreicht haben. Schauen Sie auf<br />
Ihre bereits gegangenen Schritte zurück und klopfen Sie sich<br />
selbst stolz auf die Schulter. Wenn es um Ihre Wünsche<br />
und Ziele geht, stellen Sie sich und Ihre ganz<br />
individuelle Persönlichkeit in den Mittelpunkt:<br />
Wie definieren Sie Erfolg? Folgen<br />
Sie Ihrer Eingebung und Ihrem<br />
Herzen – und eifern Sie nicht anderen<br />
nach.<br />
BLEIBEN SIE MIT BEIDEN<br />
BEINEN AUF DEM BODEN<br />
Schätzen Sie Ihre Fähigkeiten<br />
richtig ein und bleiben<br />
Sie geerdet. Wenn Sie etwas<br />
in Ihrem Leben ändern möchten,<br />
tun Sie es – aber fangen<br />
Sie mit kleinen Schritten an!<br />
Der große Erfolg kommt nur selten<br />
über Nacht und auch die Gründer<br />
bekannter Unternehmen haben<br />
mit ihrer Businessidee irgendwann mal<br />
bei Null angefangen. Seien Sie also geduldig<br />
mit sich und ihrem Tempo und genießen Sie den<br />
Prozess des Wachsens – haben Sie sich erst für Veränderung<br />
entschieden, ist der wichtigste Schritt ohnehin<br />
schon getan.<br />
„Mit Leidenschaft und<br />
Disziplin können Sie alles<br />
erreichen“<br />
SETZEN SIE SICH NEUEN<br />
REIZEN AUS<br />
Ein Leben ohne (neue)<br />
Reize bedeutet Stillstand.<br />
Wenn Sie sich weiterentwickeln<br />
wollen, setzen Sie<br />
sich regelmäßig frischen<br />
Reizen aus. Fangen Sie dabei<br />
klein an, um Geist und Körper<br />
gleichermaßen auf neue Erfahrungen<br />
einzustimmen: Integrieren<br />
Sie ein Morgen- oder ein Feierabendritual<br />
in Ihren Alltag, gehen Sie einfach mal<br />
einen anderen Weg zur Arbeit oder wechseln<br />
vom Fahrrad auf das Auto. Schon kleine neue<br />
Eindrücke stimulieren unser Gehirn, lassen uns<br />
lernen, wachsen und vorankommen.<br />
VERGESSEN SIE NIE WOHER SIE KOMMEN UND<br />
WO IHRE WURZELN LIEGEN<br />
Vergessen Sie bei allen privaten oder beruflichen Meilensteinen<br />
niemals, dass auch Sie einmal ganz klein angefangen<br />
haben und oft auf die Hilfe anderer angewiesen waren.<br />
Anstatt sich also auf Ihrem Erfolg auszuruhen, überlegen Sie<br />
stattdessen, wie Sie Ihren Erfolg an andere weitergeben können<br />
– vielleicht, indem Sie nun selbst den Nachwuchs fördern<br />
oder sich als Mentor zur Verfügung stellen? Indem Sie Ihre<br />
Mitmenschen unterstützen, verhelfen Sie sich selbst zu einem<br />
glücklicheren und damit erfolgreicheren Leben.<br />
GLAUBEN SIE AN DAS GUTE UND POSITIVE IM LEBEN –<br />
AUCH, WENN ES MANCHMAL SCHWERFÄLLT<br />
Nicht immer ist es angesichts der täglichen negativen Nachrichtenflut<br />
einfach, eine positive Grundstimmung aufrechtzuerhalten.<br />
Probieren Sie bewusst, sich auf das Gute zu konzentrieren.<br />
Überlegen Sie auch, welche stärkenden Rituale Sie in<br />
Ihren Tag bringen können: Ob Meditationen, Fitnesseinheiten,<br />
ein Spaziergang an der frischen Luft, um den Kopf freizubekommen.<br />
Sie werden merken, dass sich der Fokus auf<br />
Positivität, auf Wohlbefinden, Gesundheit und Arbeitsklima<br />
auswirkt. Ziehen Sie Gutes an, indem Sie Gutes ausstrahlen.<br />
Fotos: © Hersteller<br />
Sein erfolgreiches Buch „Gestern<br />
hast Du morgen gesagt“ ist eine<br />
Anleitung zum konsequenten und<br />
nachhaltigen Fitnesstraining<br />
DR. MICHÈL GLEICH, ATHLETIK- UND PERSONAL TRAINER, NEOS-AWARD-GEWINNER 2015<br />
Dr. Michèl Gleich (40) ist preisgekrönter Athletik- und Personal Trainer, international<br />
erfolgreicher Athlet, Extremsportler, Unternehmer, Kolumnist und Buchautor. Seine<br />
Beiträge sind unter anderem erschienen in Focus, Welt, Fit for Fun und Men‘s Health.<br />
Mehr als zwölf Jahre war er als Infanterieoffizier und Hauptmann für die fordernde<br />
und schwierige Ausbildung der Bundeswehrsoldaten verantwortlich. In einem Weltkonzern<br />
bereitete er anschließend die angehenden Führungskräfte und Manager auf<br />
die vielen wirtschaftlichen aber auch menschlichen Herausforderungen vor, bevor<br />
er von heute auf morgen kündigte, um vollends seiner Leidenschaft zu folgen: dem<br />
Sport. Die Kombination aus fundiertem akademischen Wissen und umfassender<br />
beruflicher Erfahrung sowie einer großen Portion Authentizität, Disziplin und Motivation<br />
sind sein Markenzeichen. Er betreut und trainiert mit viel Herz und Einsatz<br />
Hobbysportler, Olympiasieger und Eliteeinheiten – und bietet darüber hinaus auch<br />
ein gemeinsames Workout für Mensch und Hund an!<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 39
LIFESTYLE: XXXXXXXXXXX
LIFESTYLE<br />
Schalten Sie ab – und tauchen Sie mit uns ein: in die Welt der schönen Dinge. Wir präsentieren<br />
die schönsten Reiseziele, die dicksten Schlitten, die imposantesten Häuser, die abgefahrensten<br />
Gadgets, die angesagteste Mode, die neuesten Uhren und etwas ganz Verrücktes<br />
50<br />
Nicht nur Boxweltmeister<br />
Anthony Joshua fährt auf<br />
die neue Kollektion von<br />
BOSS ab<br />
TRAVEL42<br />
Refugien abseits des Massentourismus:<br />
Reisetipp Westtirol<br />
CARS44<br />
Jetzt hat auch Aston Martin sein eigenes<br />
SUV: Fahrbericht vom DBX<br />
LIVING46<br />
Schloss Pullach: Historischer Prachtbau<br />
in unberührter Natur<br />
GADGETS48<br />
Apple präsentiert das neue iPhone 12 –<br />
und die Welt steht Kopf<br />
FASHION50<br />
Gedeckte Farben, kein Firlefanz: Die<br />
neue Winterkollektion von BOSS<br />
LIFESTYLE<br />
WATCHES52<br />
HUBLOT präsentiert die neueste Ausbaustufe<br />
der legendären BIG BANG<br />
46<br />
Oberbayrischer Prachtbau:<br />
Wir präsentieren<br />
Schloss Pullach<br />
CRAZY STUFF 54<br />
Neuer Flipperautomat lässt Playstation<br />
& Co. ganz schön alt aussehen<br />
Unterwegs im neuen Luxus-SUV<br />
Aston Martin DBX<br />
Fotos: © Hersteller, BOSS x AJBXNG<br />
44<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 41
TRAVEL<br />
Nah dran<br />
Tirol, Tirol, wir fahren nach Tirol: Im österreichischen<br />
Fließ gibt es nicht nur 1A-Urlaubs-Appartements,<br />
sondern auch maximalen Herbst- und Winterspaß.<br />
Vom Süden Deutschlands aus ist der Weg nicht weit<br />
Apres-Ski in Ischgl fällt diesen Winter flach. Stattdessen<br />
boomen Orte abseits der Touri-Hotspots, die viel Gelegenheit<br />
bieten für Ruhe, Relaxen und innere Einkehr. Herzlich willkommen<br />
in Fließ. Hier passiert so wenig, dass Lokalreporter brennende<br />
Hühnerställe oder umgefallene Baugerüste zu Newsmeldungen<br />
verwursten müssen, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen.<br />
Das 3000-Seelen-Bergdorf liegt im nur wenige Autostunden entfernten<br />
Westtirol. Die Genussregion hat viel mehr zu bieten als Schlutzkrapfen<br />
und Kaspressknödel. Neben der hervorragenden Küche lockt sie Reisende<br />
mit spektakulärer Natur und aufgeschlossenen Gastgebern.<br />
Albert Ehrenreich ist so einer: Mit Gattin Doris und Tochter Emelie hat<br />
er in Fließ die Boutique-Appartement-Anlage Sonnenhang eingerichtet,<br />
die höchsten Ansprüchen genügt. Im Sonnenhang ist man unter<br />
sich – fünf Ferienwohungen beherbergen maximal 18 Gäste: „Gemütlich<br />
soll es sein – und individuell“ erklärt Ehrenreich sein Konzept. Besucher<br />
dürfen sich nicht nur über ein handgefertigtes Frühstück freuen,<br />
sondern auch über einen beheizten Infinity-Pool. Von dieser Wohlfühl-Location<br />
aus können Wanderer, Kletterer, Mountain-Biker und Motorradfahrer<br />
zu Tagestouren ins Umland starten. Skifahrer haben die<br />
Qual der Wahl zwischen einem der zahlreichen nahe gelegenen Hänge.<br />
Wer sich dabei den Knöchel verstaucht, muss allerdings damit rechnen,<br />
am nächsten Tag in der Zeitung zu stehen.<br />
Die Gäste von Albert<br />
Ehrenreich und Gattin<br />
Doris sind handverlesen:<br />
Ihre Ferienanlage<br />
Sonnenhang verfügt<br />
über lediglich fünf luxuriöse<br />
Appartements<br />
für 2 bis 7 Personen<br />
42<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Wanderer erkunden im Naturpark<br />
Kaunergrat den Rifflsee<br />
oder wagen den Aufstieg zur<br />
Kronburg. An einem Ausflug zu<br />
den Swarovski Kristallwelten<br />
Wattens hat die ganze Familie<br />
Spaß – nicht nur wegen des<br />
klassischen Kinderkarussells<br />
SPITZENKLASSE<br />
Der Guide Michelin hat dem Rutz den dritten Stern verliehen.<br />
Es ist damit das einzige derart dekorierte Restaurant<br />
in Berlin und eines von lediglich zehn in ganz<br />
Deutschland. Die von Restaurantchef Marco Müller<br />
arrangierten Gaumenfreuden punkten mit regionalen<br />
Zutaten und kosten als Menü 180 bis 220 Euro. Dazu gibt<br />
es eine 850 Posten umfassende Auswahl edler Weine.<br />
VIEL VERGNÜGEN!<br />
Das Spektakel geht weiter: Disneyland Paris hat seine<br />
Schlosstore unter strengen Sicherheits- und Gesundheitsauflagen<br />
ab sofort wieder für große und kleine<br />
Fans geöffnet. Jeden Tag von 10 bis 20 Uhr, ohne Winterpause.<br />
Das Ticketkontingent für den 2230 Hektar<br />
großen Freizeitkomplex ist jedoch begrenzt, Eintrittskarten<br />
müssen vorab online gebucht werden.<br />
LIFESTYLE<br />
Fotos: © Hersteller<br />
SKI TIP<br />
Von Fließ aus lässt sich das abgebildete<br />
Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis erfahren.<br />
Es verfügt über insgesamt 214 Pisten-<br />
Kilometer, die sich aus einer Höhe<br />
von bis zu 2820 Metern<br />
ins Tal schlängeln<br />
REISEBEGLEITER<br />
Haute Couture trifft deutsche Wertarbeit: Ob als Clutch,<br />
Etui oder Koffer – die neue Capsule-Kollektion von Dior<br />
und Rimowa aus leichtem, aber robustem Aluminium<br />
ist dank des eleganten und futuristischen Designs ein<br />
stilvoller Begleiter für alle Zwecke. Besonderer Blickfang<br />
sind die schimmernden Farbeffekte und die auffälligen<br />
Signaturen.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 43
CARS<br />
Sakrileg?<br />
Puristen müssen jetzt ganz<br />
stark sein: Nach 107 Jahren<br />
Sportwagenbau stellen die<br />
Briten jetzt ihr erstes SUV vor.<br />
Wir sind den DBX gefahren<br />
Porsche hat angefangen und längst sind alle anderen auf<br />
den Zug aufgesprungen: Ohne SUV keine Zukunft, so<br />
scheint das Motto der Luxusmarken zu lauten, dem jetzt<br />
auch Aston Martin folgt: Die Briten bauen ihren ersten<br />
Geländegänger und wollen einen Spagat meistern: Der DBX<br />
muss eng am Markenkern bleiben und gleichzeitig all das bieten,<br />
was die Kundschaft von einem Luxus-SUV erwartet.<br />
Anders als die Konkurrenz entfernt sich Aston Martin deshalb<br />
beim Styling nicht von seinen Wurzeln. Auch wenn der DBX<br />
stolze 5,04 Meter misst, ist er flach gezeichnet und simuliert<br />
mit rahmenlosen Seitenscheiben Coupé-Verwandtschaft.<br />
Dabei wickeln die Briten vor allem den Fahrer geschickt ein.<br />
Denn hat sich der in den hüftschonenden hohen Sitz fallen<br />
lassen, wähnt er sich tatsächlich in einem Coupé: Das gilt im<br />
Guten für die fordernde Position hinter dem fahrerorientierten<br />
Cockpit, für den Seitenhalt der Sitze und für die vornehme<br />
Materialauswahl. Und im Schlechten für die Übersicht.<br />
Wo sich der Fahrer also in einer vertrauten Welt wähnt, erleben<br />
die Hinterbänkler einen Aston Martin, wie es ihn so<br />
noch nicht gegeben hat. Selbst der wenig erfolgreiche Rapide<br />
ist eng und ungemütlich im Vergleich zum DBX, der bei<br />
3,06 Metern Radstand auch dann noch als Familienkutsche<br />
durchgeht, wenn der Nachwuchs aufs Diplom zusteuert. Und<br />
632 Liter Kofferraum hat es in einem Aston Martin auch noch<br />
nicht gegeben, geschweige denn umklappbare Rückbank<br />
oder elektrische Heckklappe.<br />
So neu das Raumerlebnis, so vertraut das Fahrgefühl. Das<br />
liegt nicht zuletzt am AMG-Antrieb. Der V8 leistet 550 PS und<br />
ist kultiviert und kolossal: Von den 2,2 Tonnen unbeeindruckt,<br />
katapultiert er den Brocken in 4,5 Sekunden auf 100 km/h und<br />
stürmt danach weiter bis 291 km/h.<br />
Kombiniert mit 9-Gang-Automatik, und einem halben Dutzend<br />
Fahrprogrammen wird der DBX zum vielseitigsten<br />
Modell von Aston Martin, der auf der Rennstrecke durchaus<br />
zu bestehen vermag. Falls es einen dabei ins Kiesbett trägt,<br />
wechselt man in den Offroad-Modus und sucht sich seinen<br />
eigenen Weg: Mit aufgebockten Luftfedern wühlt sich der Allradler<br />
nämlich tapfer über Stock und Stein. Thomas Geiger<br />
V8-Biturbo<br />
Leistung 405 kW/550 PS<br />
0-100 km/h 4,5 s<br />
Vmax 291 km/h<br />
Verbrauch 14,3 l<br />
Preis 193 744 Euro<br />
44<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Aston Martin-CEO<br />
Tobias Moers ist seit<br />
1. August im Amt.<br />
Davor war er sieben<br />
Jahre AMG-Boss.<br />
Ein recht nahtloser<br />
Übergang – die<br />
Schwaben sind mit<br />
den Briten eng<br />
verbandelt<br />
KOMPAKTER KRACHER<br />
Endlich ist das Ingolstädter Erfolgsmodell A3<br />
in einer S-Variante erhältlich. Der aggressive<br />
Look verspricht nicht zu viel: Ein Vierzylinder-Turbo<br />
mit 310 PS macht dem als Limousine<br />
und Hot Hatch erhältlichen Bayern Beine.<br />
Handschaltung war gestern, der Allradler ist<br />
nur mit Doppelkupplungsgetriebe verfügbar –<br />
ab 46 303 Euro.<br />
SELTENHEITSWERT<br />
Nobeltuner Mansory baut den Ford GT zum<br />
LeMansory um. Dessen Karosserie wird mit<br />
Carbonteilen großflächig umgebaut und ist<br />
kaum wiederzuerkennen. Die Leistung steigt<br />
von 656 auf 710 PS, ausreichend für eine<br />
Höchstgeschwindigkeit von 354 km/h. Nur<br />
drei Stück des veredelten Supersportlers sollen<br />
entstehen.<br />
LIFESTYLE<br />
Fotos: © Hersteller<br />
Der DBX präsentiert<br />
sich so edel und<br />
individuell wie jedes<br />
andere Modell des<br />
Herstellers. Ist nur<br />
viel luftiger und<br />
geräumiger<br />
POWER-LIMO<br />
Haben die Italiener endlich ein Rezept gefunden<br />
gegen AMG E 63, M5 und RS 6? Der Maserati<br />
Ghibli Trofeo greift die deutschen Platzhirsche<br />
mit seinem 580 PS starken Biturbo-V8<br />
frontal an. Mit seinen 326 km/h Spitze fährt er<br />
ihnen sogar eiskalt davon. Ist mit einem Kaufpreis<br />
von 127 415 Euro aber alles andere als ein<br />
Sonderangebot.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 45
LIVING<br />
Stilmix: Das oberbayrische Schloss vermengt<br />
in seinen 15 Räumen historische Substanz mit<br />
modernen Elementen<br />
Märchenschloss<br />
Die Gebrüder Grimm würden sich<br />
in dieser Behausung fühlen, wie<br />
in einer ihrer Geschichten. Das<br />
Schloss Pullach wartet auf einen<br />
Prinzen, der es wachküsst. Die<br />
Geschichte des alten Gemäuers<br />
ist turbulent und wechselvoll<br />
Schlossverwalter:<br />
Immobilienvermittler<br />
Oliver Herbst (52)<br />
von Immovision<br />
Wer am zwölf Meter hohen Turm des Schlosses im oberbayrischen<br />
Kolbermoor hinaufblickt, erwartet fast, Rapunzel<br />
am Fenster zu erblicken. Dessen großzügige Verglasung ist<br />
nicht wirklich historisch - aber schön. Ab 1997 wurde das<br />
Schloss mit einer Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, zwei<br />
Jahre lang komplett saniert und restauriert. Jetzt genügt das 40 Autominuten<br />
von München entfernte Anwesen modernsten Ansprüchen: Angefangen<br />
beim sanft öffnenden, elektrisch betriebenen Schmiedetor, noch lange<br />
nicht endend bei der Wellnessanlage mit Schwimmbad, Whirlpool und<br />
Sauna. Ein weiteres Herzstück des Schlosses ist der Innenhof mit Säulen,<br />
Arkaden, Wandbrunnen und Sonnenuhr. Um ihn herum sortieren sich die<br />
15 Räume, Flure und Treppenhäuser. Neben Wohnräumen, Bädern und Küche<br />
stehen auch Büros zur Verfügung. Das Obergeschoss mit historischem<br />
Salon präsentiert sich komplett umlaufend in makelloser Symmetrie. Dazu<br />
gesellt sich eine riesenhafte Parkanlage, deren Pflege von einem Gärtner<br />
allein fast nicht zu schaffen ist. Ab 1949 diente das Schloss als Flüchtlingsheim,<br />
später als bulgarisch-orthodoxe Kapelle, dann als Hauptsitz eines<br />
Automobilzulieferers. Jetzt ist das Gemäuer bereit, für das nächste Kapitel<br />
– 4,5 Millionen muss der neue Besitzer mitbringen..<br />
46<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
KONTRASTREICH<br />
Bei dem Bell High Table von ClassiCon ziehen<br />
sich die Gegensätze an: Auf dem massiven,<br />
mundgeblasenen Glasfuß thront ein graziler<br />
Metallkörper. Sebastian Herkner, frisch ausgezeichnet<br />
mit dem German Design Award, hat<br />
das imposante Stück designt. Als Beistelltisch<br />
gibt es das Möbelstück schon länger, die neue<br />
„High“-Variante steht jetzt auch für sich allein.<br />
LIFESTYLE<br />
KÜCHE UND BAD<br />
Inhaberin Maren Schmitt-Nolte und Geschäftsführer<br />
Eckhard Wefing haben allen Grund zur<br />
Freude: Nolte baut ab sofort nicht mehr nur<br />
„Deutschlands beliebteste Küchen“ – sondern<br />
auch Bäder. Ähnlichkeiten sind dabei voll und<br />
ganz beabsichtigt: Die neue Abteilung Nolte<br />
Spa verfügt über die gleichen Fronten wie der<br />
Küchenbereich.<br />
Fotos: © Hersteller, classicon.com<br />
Weitläufig: Die Parklandschaft<br />
mit alten Bäumen,<br />
Sträuchern, Seenlandschaft<br />
und einer Insel erstreckt<br />
sich über fast 42 000<br />
Quadratmeter<br />
WIE MAN SICH BETTET…<br />
Rolf Benz hat ein neues Massivholzbett im Programm.<br />
Das Modell Jara in Eiche oder Nussbaum<br />
verbindet robuste Bauweise mit graziler<br />
Anmutung. Dank des nach hinten gewinkelten,<br />
gepolsterten Kopfteils kann man darin nicht<br />
nur liegen, sondern auch sitzen. Die bezogene<br />
Rückseite erlaubt eine freie Positionierung im<br />
Raum, diverse Beimöbel lassen sich ergänzen.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 47
GADGETS<br />
Apples<br />
neuester<br />
Coup<br />
Apples iPhone 12 erscheint<br />
Ende 2020 in vier Varianten<br />
Das iPhone 12 kommt – und mit ihm viele<br />
Erwartungen und große Hoffnungen.<br />
Schnittiger und kantiger soll es werden,<br />
ein breiteres Display haben und schärfere<br />
Fotos knipsen können. Klingt gut<br />
– und kostet wie gehabt gutes Geld<br />
Apple-Chef Tim Cook präsentiert<br />
das neue iPhone 12 wie<br />
gewohnt mit großer Farbvielfalt<br />
Die Welt wartet auf das neue iPhone<br />
– wie immer, wenn Tech-Gigant Apple<br />
das nächste Modell der schnell<br />
wachsenden iPhone-Familie ankündigt.<br />
Je näher der sehnsüchtig erwartete Erscheinungstermin<br />
rückt, desto mehr Fakten und<br />
Features kommen ans Licht. Das Wichtigste zuerst:<br />
Im Herbst wird es gleich vier neue Modelle<br />
des Neuzugangs geben: Zwei sich in der Größe<br />
unterscheidende iPhone-12-Modelle (wie auch<br />
beim Vorgänger wird es hier ein 6,1-Zoll-Gerät sowie<br />
erstmals ein 5,4-Zoll-Gerät geben) und zwei<br />
iPhone-12-Pro-Varianten. Kleiner Wehmutstropfen<br />
für alle, die sich in diesem Jahr nach einem<br />
etwas handlicheren Modell gesehnt haben: Tatsächlich<br />
besitzt eines der neuen Exemplare<br />
mit einer Diagonale von 6,1 Zoll sogar<br />
das bisher größte iPhone-Display<br />
… Allerdings greift Apple mit der<br />
neuen Reihe den Trend des<br />
schmaleren und filigraneren<br />
Displayrahmen auf, was also<br />
die enormen Größen(unterschiede)<br />
zumindest optisch<br />
etwas schmälert. Die Notch<br />
bleibt jedoch allen Modellen erhalten.<br />
Ebenfalls gute Nachrichten<br />
im Hinblick auf das Display: Verfügten<br />
nur die Pro-Modellen des letzten Jahres<br />
über OLED-Technik, so werden mit der 12er-Reihe<br />
ausnahmslos alle Modelle mit der bewährten<br />
Variante ausgestattet. Allerdings gilt auch hier:<br />
Für wirklich volle Strahlkraft, ultimative Schärfe<br />
und ultraintensive Brillanz muss es auch diesmal<br />
der Griff zum Pro-Modell sein. Aufgestockt wurde<br />
auch im Bereich der Kamera: Zwar bleiben<br />
die Modelle, den bisherigen Einschätzungen<br />
nach, bei der bekannten Weitwinkel-Linse, der<br />
Tele-Linse und der Ultraweitwinkel-Linse, doch<br />
wurde hier noch mal verstärkt und auf dreifachen<br />
Zoom erweitert. Rein optisch wird die gesamte<br />
neue iPhone 12er-Serie etwas klarer und<br />
kantiger ausfallen, doch nur die Pro-Varianten<br />
sind mit einem richtigen Edelstahlrahmen<br />
ausgestattet. Fröhlich-bunt bleibt es<br />
weiterhin – mit Black, Navy Blue,<br />
Space Grey, White und Gold hat<br />
man beim iPhone 12 wie so oft<br />
die Qual der Wahl. Und was<br />
soll der Spaß kosten? Das<br />
neue iPhone 12 in der großen<br />
Pro-Version kommt in<br />
den USA für zunächst knapp<br />
1000 $ auf den Markt, die günstigeren<br />
Modelle für 650 $. Wir<br />
sind gespannt …<br />
48<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Kampf der Giganten:<br />
PS5 gegen Xbox Series X/S<br />
Wie gewohnt ein Kopf-an-Kopf-<br />
Rennen von SONY und Microsoft:<br />
die neue PlayStation 5 und die<br />
Xbox Series S<br />
Die Konsolenlieblinge PlayStation und Xbox bekommen Zuwachs: Ende des Jahres kommen<br />
mit der PS 5 und der Xbox Series X und S insgesamt gleich drei neue Modelle auf den Markt<br />
Für Gamer entpuppt sich 2020 als ein ziemlich gutes<br />
Jahr: mit der PlayStation 5 und der Xbox Series X (bzw.<br />
der Schwesternserie S) erscheinen zum Herbst/Winter<br />
nämlich gleich zwei neue Modelle der Konsolen-Kontrahenten.<br />
Wie schon so oft wird es also auch in diesem Jahr<br />
ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Konzernriesen SONY und<br />
Microsoft geben – die genauen Erscheinungstermine sind<br />
allerdings noch geheim und unveröffentlicht. Glaubt man jedoch<br />
den Insiderportalen, so wird wohl Microsoft mit dem Erscheinen<br />
der neuen Xbox Series X im November den Anfang<br />
machen. Besonders spannend: Mit der zeitgleich erscheinenden<br />
Series S soll eine kostengünstigere und handlichere Variante<br />
auf den Markt kommen. Worin sich die Modelle sonst<br />
unterscheiden, ist allerdings noch unklar. Auch die Fans der<br />
PlayStation dürfen sich auf das Jahresende freuen – zwar gibt<br />
es hier noch nicht mal einen ungefähren Erscheinungstermin,<br />
doch soll die neue Konsole aus dem Hause SONY nicht nur<br />
mit einem schickeren Design und noch ausgeklügelteren<br />
Features, sondern auch mit jeder Menge neuem Zubehör daherkommen.<br />
LIFESTYLE<br />
Fotos: © Jonas Dähnert, Hersteller<br />
CORE MEDITATION TRAINER<br />
Kommt wie gerufen im Jahr 2020! Für alle, die sich nach<br />
Ruhe, innerem Frieden, Erholung und mehr Gelassenheit<br />
im Alltag und nach Feierabend sehnen, die hohe Kunst der<br />
Meditation aber noch nicht so richtig gut umsetzen können,<br />
ist endlich Hilfe da! Der kompakte Core Meditation Trainer<br />
unterstützt Sie bei ihrer Meditationspraxis<br />
und leitet Sie mithilfe<br />
sanfter Vibrationen und klarer Atemanweisungen<br />
durch deine Achtsamkeitsübungen.<br />
Und weil der<br />
smarte Trainer die Herzfrequenz<br />
misst und abspeichert, kann der<br />
positive Effekt auf den Körper direkt<br />
kontrolliert werden! Kostenpunkt:<br />
rund 145 €.<br />
FITBIT CHARGE 4 – <strong>FITNESS</strong>TRACKER MIT GPS<br />
Der neue clevere Fitnesstracker Fitbit Charge 4 mit eingebautem<br />
GPS misst und speichert nicht nur alle wichtigen Daten<br />
unterwegs und während<br />
der Sport-Sessions, sondern<br />
ist auch interaktiver<br />
Begleiter, Motivator und<br />
Fitness-Coach in einem!<br />
Außerdem erinnert er Sie in<br />
Ihrem Alltag an die nächste<br />
Power- und auch Entspannungs-Einheit<br />
und fährt mithilfe<br />
geführter Atemübungen<br />
den Puls nach einer<br />
intensiven Fitness wieder<br />
nach unten. Preis: ab 146 €.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 49
FASHION<br />
Bosstransformation<br />
Es wird ungemütlich da draußen – höchste Zeit, den<br />
Kleiderschrank mit Style, Komfort und Eleganz aufzustocken!<br />
Ob kuschelige Kaschmirmützen, praktische<br />
Windbreaker oder wärmende Chinos, der klassisch zeitlose<br />
Stil der brandneuen BOSS Herbst- und Winterkollektion<br />
bringt mit feinen Stoffen und eleganten Schnitten<br />
eine moderne Garderobe in die dunkle Jahreszeit.<br />
UNVERWECHSELBAR<br />
Der zeitgemäße Longsleeve mit kontrastfarbenem<br />
Monogram am Stehkragen<br />
hält schön warm – und ist dazu<br />
noch ultra-stylish. Dunkelblau, 200 €.<br />
Moderner Look: Peppen<br />
Sie Klassiker wie den<br />
eleganten Wollmantel mit<br />
einem kontrastfarbenen<br />
It-Piece auf<br />
STURMFEST<br />
Mit dem markanten BOSS-Windbreaker<br />
ist Mann allzeit wind- und<br />
wetterfest unterwegs. Gerade Passform,<br />
Reißverschlusstaschen. Dunkelblau,<br />
399 €.<br />
GUT ZU FUSS<br />
Ciao, bella Italia! Die atmungsaktiven<br />
Desert Boots sind die perfekten<br />
herbstlichen Herren-Schnürer – und<br />
wunderbar soft. Braun, 330 €.<br />
SCHWERELOS<br />
Gehört in jeden Kleiderschrank:<br />
Die elegante<br />
Übergangshose aus wärmender<br />
Baumwolle und<br />
Twill-Webstruktur zaubert<br />
eine schmale Silhouette.<br />
Grau, 149 €.<br />
FEST VERSTAUT<br />
Modisch unterwegs und alles dabei?<br />
Die Gürteltasche aus genarbtem Leder<br />
bietet viel Platz und trägt sich<br />
über der Schulter oder um die Hüfte.<br />
Dunkelblau, 299 €.<br />
50<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Das klassische Ton-in-<br />
Ton-Outfit wirkt edel –<br />
und ist dank des warmen<br />
Teddy-Mantels ein<br />
komfortabler Winter-Style<br />
WENDEMANÖVER<br />
Nichts geht über Kaschmir! Die Wendemütze<br />
mit kontrastfarbenem Rand ist weich, warm<br />
und ganz schön praktisch: Je nach Outfit einfach<br />
selbst die passende Farbe wählen – fertig!<br />
Gemustert, 80 €.<br />
SCHICKER ALLROUNDER<br />
Das elegante Hemdblusenkleid<br />
aus Schurwolle zaubert eine<br />
feminine Silhouette – die<br />
Kunstlederelemente sind zum<br />
Verlieben! Grau, 449 €.<br />
Winterwunder<br />
LIFESTYLE<br />
Mit der kalten Jahreszeit<br />
wird es elegant im<br />
Kleiderschrank<br />
WOLL WARM<br />
Der Rolli hält den Hals schön warm, zaubert<br />
mit weicher Merinowolle die nötige<br />
Eleganz ins Outfit und sitzt dank gerippter<br />
Bündchen perfekt. Schwarz, 160 €.<br />
FARBRAUSCH<br />
Die elegante Damentasche ist ein<br />
kleines Raumwunder – und dank der<br />
Statements-Details am Schulterriemen<br />
außerdem ein echter Hingucker!<br />
Verschiedene Designs, 799 €.<br />
Fotos: © Hersteller<br />
PASST IMMER<br />
Toll zur Jeans, elegant zum Kleid: Die<br />
Boots aus genarbtem Leder bestechen<br />
durch den gebogenen Absatz und den<br />
Fesselriemen mit hübsch-zartem Monogramm-Detail.<br />
Schwarz, 599 €.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 51
WATCHES<br />
Der große Knall<br />
Markenbotschafter: Paris St.<br />
Germain-Star Kylian Mbappé<br />
Modellvielfalt (von oben nach unten):<br />
BIG BANG GMT ALL BLACK YOHJI YAMAMOTO,<br />
SPIRIT OF BIG BANG MECA-10 und die<br />
Smartwatch BIG BANG E<br />
Promis lieben sie: Seit 15 Jahren ist die BIG BANG eine<br />
elementare Säule im HUBLOT-Sortiment. Jetzt wird die<br />
Serie um eine ganz besondere Ausführung ergänzt<br />
Lapo Elkann mit der neuen<br />
BIG BANG MILLENIAL PINK<br />
Fiat-Erbe Lapo Elkann hat nicht nur eine Faible für schnelle Autos –<br />
sondern auch für transsexuelle Callgirls. Da liegt es nahe, dem Designer<br />
die Gestaltung der genderneutralen BIG BANG MILLENIAL<br />
PINK anzuvertrauen, die sich mit ihrer Farbgebung über althergebrachte<br />
Geschlechterrollen hinwegsetzt. „Wir wollten etwas schaffen, das<br />
eine positive Veränderung auslöst“, lässt sich Elkann zitieren. Auch Markenbotschafter<br />
Kylian Mbappé hat sie bereits in seine BIG BANG-Sammlung<br />
aufgenommen und wurde mit dem neuen Modell schon gesichtet, natürlich<br />
nur abseits des Fußballplatzes. Zu feiern gibt es für HUBLOT in diesem Jahr<br />
aber noch mehr: Anlässlich des 40. Geburtstags der Marke hat in Tokio ein<br />
gertenschlanker und repräsentativer Flagshipstore eröffnet.<br />
Blickfang: Die neue Hublot Boutique<br />
in der japanischen Hauptstadt<br />
52<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
ROLEX OYSTER<br />
PERPETUAL SUBMARINER<br />
Nichts geht über Rolex – und<br />
mit dem Oyster Perpetual<br />
Submariner bringt der Uhrengigant<br />
jetzt einen Nachfolger<br />
des Klassikers von 1953 heraus.<br />
Die neue Generation vereint<br />
altbewährte Qualität mit<br />
modernen Features und der<br />
patentierten Chronergy-Hemmung.<br />
Herausragendste Neuerung<br />
ist das stoßfeste und<br />
unempfindliche Uhrwerk Kaliber<br />
3230. Kosten: 13.000 €.<br />
BLANCPAIN BATHYSCAPHE<br />
FIFTY FATHOMS<br />
Neuzugang für die legendäre Fifty<br />
Fathoms Bathyscaphe-Kollektion:<br />
Die erstmals in den 1950er-Jahren<br />
erschienenen Profitaucheruhren stehen<br />
wie kaum ein anderes Modell für<br />
verlässliche Qualität, klare Lesbarkeit<br />
und ein robustes Uhrwerk. Besondere<br />
Hingucker sind die markant-maskuline<br />
Linienführung sowie die seidenschimmernde<br />
Keramikverarbeitung. Das hat<br />
seinen Preis: 11.570 €.<br />
Fotos: © Hersteller<br />
SINN U1 DE<br />
Pünktlich zum 30. Jahrestag der<br />
Deutschen Einheit bringt die<br />
Frankfurter Uhrenmanufaktur<br />
SINN eine auf 300 Exemplare<br />
limitierte Sonderedition heraus!<br />
Die kunstvoll aus hochfestem,<br />
seewasserbeständigen U-Boot-<br />
Stahl und Saphirglas gefertigte<br />
Uhr verfügt über hochglänzende<br />
vergoldete sowie mit Leuchtfarbe<br />
belegte Zeiger und Indices<br />
und ist in den drei Landesfarben<br />
der Bundesrepublik erhältlich.<br />
Preis: ab 2.350 €.<br />
BREITLING TOP TIME LIMITED EDITION<br />
Frisches Design trifft auf unverkennbare Qualität:<br />
Die Breitling Top Time ist seit den 1960er-Jahren<br />
der Klassiker unter den Chronographen. Die<br />
moderne Limited Edition interpretiert die stilvolle<br />
Top Time nun als zeitgemäßes Meisterwerk<br />
mit unverwechselbarem „Zorro-Zifferblatt“. Das<br />
auf 2000 Stück limitierte Modell verfügt über<br />
ein 41-mm-Edelstahlgehäuse und wird von dem<br />
COSC-zertifizierten Chronographenwerk Breitling-Kaliber<br />
B23 angetrieben. Preis: 4.750 €.<br />
AUDEMARS PIGUET FLYING<br />
TOURBILLON CHRONOGRAPH<br />
Purer Luxus am Handgelenk – der Chronograph<br />
mit seinem doppelt entwölbtem,<br />
entspiegeltem Saphirglas, dem bombierten<br />
Profil und dem aus Saphir gearbeiteten<br />
Glasboden vereint simple Eleganz<br />
mit der Finesse der traditionellen Uhrmacherkunst.<br />
Den Preis des edlen Schmuckstücks<br />
gibt es nur auf Anfrage.<br />
LIFESTYLE<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 53
CRAZY STUFF<br />
Flipper<br />
lebt<br />
Ich dachte, du wärst längst<br />
tot: Wie Schreibmaschinen,<br />
Videorekorder oder Telefone<br />
mit Wählscheibe schienen auch<br />
Pinball-Automaten längst final<br />
dahingerafft. Stimmt aber nicht:<br />
Das amerikanische Unternehmen<br />
Stern baut noch welche, Paul<br />
Zubec verkauft sie in Deutschland<br />
Der Avenger-Flipper ist brandneu, wird<br />
gerade von USA nach Deutschland geschippert.<br />
Das abgebildete Modell kostet<br />
6174, die Premium-Variante 8087 Euro<br />
Robuste Mechanik in bonbonbunten Farben:<br />
Was früher zum Standard-Inventar jeder<br />
Kneipe gehörte, lässt juvenile Digital Natives<br />
in sprachlosem Staunen verharren<br />
Wie man einen 16-Jährigen<br />
dazu bringt, Smartphone<br />
oder Konsolen-Controller<br />
aus der Hand zu legen? Indem<br />
man ihm einen Flipperautomaten<br />
vor die Nase stellt – und ihm kurz erklärt,<br />
was das sein soll. Gewisse Reize stimulieren<br />
jung & alt nämlich gleichermaßen.<br />
Und mit dem Unterhaltungsfaktor eines<br />
blinkenden, vibrierenden, dröhnenden<br />
Kastens aus Blech, Federn, Schrauben<br />
und Lampen kann kein modernes<br />
Gadget auch nur ansatzweise<br />
mithalten. Stern Pinball baut<br />
die Höllenspaßmaschinen<br />
auch in 2020 mit großem<br />
Engagement und Erfolg in<br />
Illinois, USA. Der 56-jährige<br />
Paul Zubec handelt mit seinem<br />
Unternehmen Paul‘s 50‘s<br />
seit 25 Jahren mit den Geräten,<br />
dealt außerdem mit Jukeboxen, historischen<br />
Blechschildern und Zapfsäulen: „Jeder<br />
Flipper ist ein in sich abgeschlossenes<br />
Mikrouniversum, einzigartig und unvergleichlich,“<br />
umreißt er die zeitlose Faszination<br />
der Apparate. Neuestes Modell ist der<br />
Flipper Avengers: Infinitiy Quest Pro. Name<br />
und Gestaltung beziehen sich natürlich auf<br />
das Superheldencomic von Marvel. Der<br />
Spieler muss mit drei Flipperfingern den<br />
Schurken Thanos in die Schranken weisen<br />
und dessen Weltherrschafts-Ambitionen<br />
vereiteln. Unterstützt wird<br />
der Benutzer dabei von einem<br />
Thor-Captive-Ball, einer kinetischen<br />
Schleuderringscheibe,<br />
einer Magnetverriegelungsrampe<br />
und einem<br />
Hulk-Target. Was das alles<br />
sein soll, versteht man erst,<br />
wenn man selbst gespielt hat.<br />
Paul Zubec (l.) und Gary Stern<br />
Fotos: © Hersteller<br />
54<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
WERBUNG<br />
Wie Fitnessclubs in der „neuen<br />
Normalität“ wieder Geld verdienen<br />
Mit Hightech-Lösungen das Personal entlasten, gesetzliche Bestimmungen<br />
automatisiert umsetzen und Mitglieder schützen.<br />
Obwohl nun alle Clubs wieder geöffnet<br />
haben und es strenge gesetzliche<br />
Auflagen zur Bekämpfung<br />
von Covid-19 gibt, ist die<br />
Unsicherheit von (potenziellen<br />
neuen) Mitgliedern noch immer<br />
sehr groß. Die Einnahmen der<br />
Clubs sind längst nicht mit der<br />
Vor-Corona-Zeit vergleichbar.<br />
Hinzu kommen kostspielige, gesetzliche<br />
Auflagen. Gerade jetzt<br />
sind Clubbetreiber gut beraten,<br />
sich durch Automatisierung und<br />
neueste Technologie optimal auf<br />
die aktuellen Gegebenheiten sowie<br />
die Zukunft vorzubereiten.<br />
Schließlich ist davon auszugehen,<br />
dass uns das Virus noch eine längere<br />
Zeit begleiten wird.<br />
Entlastung für Betreiber<br />
durch Hightech-Lösungen<br />
Wenn es um Hightech-Lösungen<br />
im Fitnessbereich geht, kommt<br />
man an GANTNER kaum vorbei.<br />
Gerade in dieser Zeit beweist der<br />
NFC-Spezialist eindrucksvoll, wie<br />
umfassend seine Systemlösung<br />
Clubs entlasten kann. Die neue<br />
Terminalgeneration GT7 sorgt<br />
automatisiert dafür, dass nur<br />
berechtigte Personen mit Armband,<br />
Mitgliedsausweis oder dem<br />
eigenen Smartphone den Club<br />
betreten können – berührungslos.<br />
Zudem weiß der Betreiber<br />
jederzeit, wie viele Personen anwesend<br />
sind und welches Mitglied<br />
sich im Club aufhält, was bei<br />
einem Erkrankungsfall eine Komplettschließung<br />
verhindern kann.<br />
Über die Farbdisplays der Terminals<br />
können auch Botschaften,<br />
wie etwa Hygienebestimmungen<br />
oder Clubangebote, eingeblendet<br />
und Umfragen durchgeführt werden.<br />
„Gerade im Garderobenbereich<br />
gilt nun besondere Sorgfalt.<br />
Achten Sie darauf, dass Ihre<br />
Spind-Türen keine vorstehenden<br />
Schlosskomponenten wie Pin-<br />
Code oder Schlüssel haben, sodass<br />
die Reinigung mühelos und<br />
sicher ist. Im Idealfall sollte die<br />
Schranktür berührungslos versperrt<br />
und geöffnet werden können.<br />
Sind Ihre Schlösser am PC<br />
verwaltbar, können Sie per Mausklick<br />
jeden zweiten Schrank sperren,<br />
und wissen Sie, wer welchen<br />
Schrank in Verwendung hat? Nur<br />
wenn Sie diese Fragen mit Ja<br />
beantworten können, haben Sie<br />
ein Schrankschließsystem, das<br />
ihre Mitglieder und Mitarbeiter<br />
gleichermaßen schützt. Abgerundet<br />
durch ein bargeldloses<br />
Bezahlsystem sorgen Sie dafür,<br />
dass Hygienemaßnahmen ohne<br />
Personaleinsatz eingehalten und<br />
gleichzeitig Ihre Umsätze gesteigert<br />
werden“, weiß Dirk Thomas<br />
Geschäftsführer von GANTNER.<br />
Kontakt<br />
Gantner Electronic GmbH<br />
Industriestr. 40F<br />
44894 Bochum<br />
Tel. + 49 234 5889610 27<br />
E-Mail: info-de@gantner.com<br />
Web: www.gantner.com
GOING ABROAD<br />
Will<br />
will‘s<br />
wissen<br />
Digitaler, persönlicher, geselliger:<br />
Fitness in China ist anders. Will<br />
Wang, ehemaliger Gewichtheber,<br />
rollt mit seiner Studiokette Will‘s<br />
Fitness seit 1996 den Markt auf.<br />
Sieht sich aber starker, einheimischer<br />
Konkurrenz ausgesetzt<br />
Qi Xie ist studierter Stadtplaner und arbeitet heute<br />
als erfolgreicher Kosmetikunternehmer. Der zweifache<br />
Vater war einige Jahre für die chinesische<br />
Regierung tätig, bevor er sich in der Gastronomie<br />
selbstständig machte und zwei Restaurants in einem der internationalen<br />
Viertel Shanghais erfolgreich führte. Während<br />
seines Studiums in Berlin besuchte der passionierte Hobbysportler<br />
das erste Mal in seinem Leben ein Fitnessstudio.<br />
Beeindruckt von den Möglichkeiten kehrte er zurück nach<br />
Shanghai und wurde Mitglied bei Will’s Fitness, mit mehr als<br />
einer halben Millionen Mitgliedern und mittlerweile 148 Clubs<br />
eine der erfolgreichsten Fitnessketten Chinas.<br />
GEMEINSCHAFTERLEBNIS <strong>FITNESS</strong><br />
Spricht man mit Qi Xie über die Unterschiede<br />
von deutschen und chinesischen<br />
Fitnessstudios an, kommt schnell der<br />
Stadtplaner in ihm heraus. Anders als<br />
in Deutschland seien Fitnessanlagen in<br />
China vor allem in großen Wohnkomplexen<br />
beheimatet, nicht in Gewerbegebieten.<br />
Wohnen, Freizeit und Sport<br />
fallen somit zusammen und bilden eine<br />
Schnittmenge. Das Studio wird zum Ort<br />
eines gemeinschaftlichen Erlebnisses mit<br />
Familie, Nachbarn und Freunden. Taucht man<br />
tiefer in die chinesische Kultur ein, ist dies nicht verwunderlich.<br />
Denn seit jeher treiben Chinesen gemeinsam Sport.<br />
Insbesondere an Wochenenden und in den Morgen- und<br />
Abendstunden füllen sich vielerorts die Parks und Menschen<br />
tanzen und meditieren gemeinsam oder machen Gymnastik.<br />
IMMOBILIENMANAGEMENT ALS SCHLÜSSELFAKTOR<br />
Auch auf die Frage, wie Will’s so groß geworden sei, hat Qi<br />
Xie eine Antwort: „Ganz klar über die langjährigen Kooperationen<br />
mit der Immobilienbranche. Will’s Fitness bekommt im<br />
Vergleich zu anderen Fitnessketten ein einer Mega-City wie<br />
Shanghai mit 25 Mio. Einwohnern immer die niedrigste<br />
Miete, da Immobilienentwickler wissen, dass<br />
Will’s mit seinem Konzept vor Ort erfolgreich<br />
sein wird.“ So hätten sie nur ein geringes<br />
Risiko und über Jahre sichere Mieteinnahmen.<br />
Ein Blick auf die Insolvenzquote<br />
von Fitnessneugründungen in China<br />
offenbart, dass in dieser Aussage viel<br />
Wahrheit stecken muss Aktuelle Marktstatistiken<br />
zur Konkursquote von Fitnessanlagen<br />
sagen sogar, dass es nur<br />
jede dritte Neugründung überhaupt ins<br />
zweite Jahr schafft und jede fünfte nicht<br />
Will Wang, Gründer und CEO von Will’s Fitness<br />
mal das erste halbe Jahr übersteht. Bevor<br />
Mitglieder eine langfristige Mitgliedschaft ein-<br />
56<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Die Nobelstudios von Will‘s, die VIP<br />
Clubs, finden sich in exklusiven<br />
Shoppingsmalls, regierungsnahen<br />
Unternehmen oder dem 600 Meter<br />
hohen Shanghai Tower<br />
Fotos: © Hersteller<br />
gehen, sei in China eine Probephase üblich, was den schnellen<br />
Exitus erst ermöglicht.<br />
Recherchiert man weiter zu dem Thema, findet man tatsächlich<br />
im Partnernetzwerk von Will’s Fitness eine Vielzahl von<br />
Immobilienentwicklern, teils mit staatlichem Hintergrund.<br />
So ist es nicht verwunderlich, dass Will Wang, Gründer und<br />
Eigentümer von Will’s Fitness kürzlich bei einem Investmentkongress<br />
mit stolzer Brust seine Strategie verkündete und forderte:<br />
„In jeder neu entwickelte Wohnsiedlung Chinas sollte<br />
es ein Will’s Fitness geben.“<br />
Alles nur gute Lobbyarbeit oder was steckt hinter dem Erfolg?<br />
Getrieben von Private Equity Kapital der L Catterton<br />
Asia scheint der Expansionswille von Will’s Fitness besonders<br />
in Großstädten ungebremst. So hat sich die Kette vorgenommen,<br />
trotz Corona im Jahr 2020 40 neue Fitnessstudios zu<br />
eröffnen. Ein ambitioniertes Ziel.<br />
PERSONAL TRAINING TRÄGT ZUM GESCHÄFTSERFOLG BEI<br />
Wir lernen Hoya über Wechat, dem chinesischen WhatsApp<br />
kennen. Hoya arbeitet seit einigen Jahren im Clubmanagement<br />
von Will’s Fitness und erklärt uns das Geschäftsmodell.<br />
„Will’s Fitness hat insgesamt drei Submarken. Will’s als Basismarke<br />
mit 123 Clubs, W Fitness als Premiummarke mit 21<br />
Clubs und Will’s VIP mit immerhin vier Clubs.“<br />
Befinden sich die Basisclubs und ein Großteil der Premiumclubs<br />
hauptsächlich in Wohngebieten und haben einen Einzugsradius<br />
von 3-5 Kilometern, sind einige der Premiumclubs<br />
und alle VIP Clubs an prestigeträchtigen Orten zu finden.<br />
Weitere Unterschiede gibt es in der Ausstattung. So haben<br />
die Premium- und VIP-Clubs in der Regel ein Schwimmbad,<br />
die Basisstudios nicht. Zudem gibt es eine Unterscheidung<br />
bei den Gerätetypen.<br />
Jahresverträge sind bei Will’s die Seltenheit. In der Regel werden<br />
nach der Probephase bei Will’s Verträge über zwei oder<br />
besser über drei Jahre geschlossen. Neben den Mitgliedsbeiträgen<br />
ist das Personal Training die entscheidende Einnahmequelle<br />
für Wíll´s Fitness. So gibt es in jedem Club eine<br />
Vielzahl von Personal Trainern, die im Vergleich zu Deutschland<br />
immer festangestellt sind und einen geringen Fixlohn<br />
erhalten. Diese haben die Aufgabe, Mitgliedern Kurse für<br />
Einzeltrainings zu verkaufen. Je nach Intensität des Einzeltrainings<br />
kosten diese Kurse umgerechnet zwischen 60 und<br />
90 Euro die Stunde. Pro verkauftem Kurs erhält der Trainer<br />
eine Provision von 4 bis 15 Prozent. Führt der Personal Trainer<br />
das Training eigenständig durch, kann er seine Einnahmen<br />
um weitere 25 bis 30 Prozent steigern. „Ein Will’s Basis-Studio<br />
erlöst somit in einem Jahr umgerechnet 2,4-3,7 Mio. Euro<br />
allein über Personal Training. „Nur über Membercards kann<br />
heute kein chinesisches Studio mehr leben“, so Hoya. Will’s<br />
Fitness habe in den vergangenen Jahren seinen Verkaufsprozess<br />
für Personal Training stark professionalisiert und sei damit<br />
im Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen klassischen<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 57
GOING ABROAD<br />
Die Austtattung von<br />
Will‘s kann mit jedem<br />
deutschen Fitnessclub<br />
mithalten<br />
Fitnessstudioketten. Betrachtet man den Gesamtmarkt ist<br />
tatsächlich in diesem Marktsegment die Konkursquote aktuell<br />
am höchsten. Besonders kleinere Ketten geben auf und<br />
auch inhabergeführte Studios haben nur wenig Chancen zu<br />
Überleben. Doch warum sind gerade Studios im klassischen<br />
Segment auf dem Rückzug?<br />
KLASSISCHE <strong>FITNESS</strong>ANLAGEN STERBEN<br />
Ein Faktor sind sicherlich die gestiegenen Investitionskosten.<br />
Steigende Immobilienpreise und Löhne in den Städten verteuern<br />
das Geschäft und bringen viele Studiobetreiber in eine<br />
Abhängigkeit von<br />
Fremdkapitalgebern.<br />
Die Fremdkapitalquote<br />
der Branche<br />
liegt weit über 90<br />
Prozent. Kündigen<br />
Mitglieder noch in<br />
der Probephase und<br />
kann das nicht über<br />
„Wer braucht<br />
schon Geräte?“<br />
Gruppenfitness-Anbieter Keepland<br />
Personal Trainings<br />
und neue Mitgliedschaften<br />
aufgefangen<br />
werden, bringt<br />
das viele Betreiber<br />
schnell an den Rand<br />
ihrer Existenz.<br />
Trotzdem gibt es in China ein riesiges Marktpotential von 1,4<br />
Mrd. Bürgerinnen und Bürgern: Bisher trainieren nur drei Prozent<br />
der Chinesen in Fitness-Studios. Dieses Potenzial schöpfen<br />
aktuell besonders innovative Fitnesskonzepte geschickt<br />
aus.<br />
GRUPPEN<strong>FITNESS</strong>-CLUBS ALS TREND<br />
Supermonkey zum Beispiel ist ein Microstudio-Konzept, das<br />
voll auf Gruppenfitness setzt und damit die Entwicklung von<br />
steigenden Investitionen intelligent umschifft. Auf kleinen<br />
Flächen von maximal 200 bis 300 Quadratmeter gibt es hier<br />
keine teuren Geräte und auch keine Duschen. Lediglich ein<br />
bis zwei Kursräume und Umkleiden gehören dazu. Trotzdem<br />
oder gerade deshalb ist das Konzept sehr beliebt. Pro Studio<br />
bietet Supermonkey um die 300 Kurse im Monat an. Ein Kurs<br />
hat durchschnittlich 15 Teilnehmer. Es gibt Yoga, Boxen, Tanzen,<br />
Cardio, Muskelaufbau und auch klassische chinesische<br />
Regenerationstechniken. Die Kette ist mittlerweile in fast allen<br />
großen chinesischen Städten mit gleich mehreren Studios<br />
vertreten und getrieben von einem großen Expansionsdrang.<br />
DIGITALISIERUNG IST TRUMPF<br />
LEFIT gehört mit knapp 500 Studios und 3.2 Millionen Mitgliedern<br />
zu den Riesen des chinesischen Fitnessmarktes. Positioniert<br />
im Niedrigpreissegment zieht die Studiokette junge Chinesen mit<br />
ihrem Lifestyle-Faktor an. Schon seit der Gründung 2015 bietet<br />
die Kette über eine eigene App Video-Trainings für zu Hause an.<br />
Kurz danach folgten die ersten LEFIT Livekurse und der neueste<br />
Launch bringt nun auch Personal Training über das Smartphone<br />
ins eigene Wohnzimmer. LEFIT schafft somit die optimale Verknüpfung<br />
zwischen analoger und virtueller Trainingswelt.<br />
58<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Gruppenfitness hat in China einen deutlich höheren Stellenwert als bei uns. Ketten<br />
wie Keepland und Supermonkey konzentrieren sich komplett darauf – und verzichten<br />
auf Geräte<br />
Ein anderer Player und hoffnungsvoller Neueinsteiger im chinesischen<br />
Markt ist Keepland. Gestartet als Trainings App<br />
mit einer riesigen Nutzerbasis wagt das Tech-Unternehmen<br />
gerade den Sprung in die analoge Fitnesswelt und hat jetzt<br />
das erste Studio mit rund 125 qm eröffnet. Ähnlich wie Supermonkey<br />
setzt Keepland auf Gruppenkurse, um das bisher<br />
digitale Gruppenfitness-Erlebnis nun auch in der realen Welt<br />
stattfinden zu lassen: „Wer braucht schon Geräte?“ Alles voll<br />
vernetzt über ein eigenes kleines soziales Netzwerk innerhalb<br />
der App zum Teilen von Trainingsergebnissen und Austausch<br />
in Chatgruppen mit anderen Teilnehmern. Somit lässt sich<br />
Studioalltag 24/7 weiterleben. Keepland bietet aktuell nur<br />
Monatskarten an und besetzt zunächst die großen Metropolen<br />
mit eigenen Studios. Keepland könnte in der Fitnessbranche<br />
ein neues Zeitalter einläuten und die Machtverhältnisse<br />
umkehren. Weg vom realen Studio und hin in eine virtuell getriebene<br />
Fitnesswelt.<br />
BIG PLAYER IM HINTERGRUND<br />
Das Besondere an dieser Entwicklung ist, dass das chinesische<br />
Internet-Unternehmen Tencent die Markenerweiterung<br />
von Keepland in die analoge Fitnessbranche mit frischem Geld<br />
maßgeblich vorantreibt. Der Tech-Riese bezuschusst den Newcomer<br />
mit Risiko-Kapital. Tencent hält mit Wechat immerhin<br />
Chinas Kommunikationskanal Nummer 1 in den Händen und<br />
ist zudem der Branchen-Primus in der dortigen Musikindustrie.<br />
Tech-Experten von Tencent sind überzeugt, dass das Smartphone<br />
das Fitnessgerät der Zukunft sein wird. Nicht zuletzt<br />
dank der unglaublichen Möglichkeiten, Fitness- und Gesundheitsdaten<br />
zu sammeln und mit Trainings zu verknüpfen.<br />
China sei hier viel weiter entwickelt. So gibt es erste Gehversuche<br />
der chinesischen Tech-Industrie, DNA-Daten von<br />
Fitnesssportlern zur Optimierung von Trainingsplänen und<br />
-Leistungen zu nutzen.<br />
DER WETTBEWERB SPITZT SICH ZU<br />
Der chinesische Fitnessmarkt ist also unter Druck: Auf der<br />
einen Seite finanzstarke, schlagkräftige und bestens vernetzte<br />
Fitnessketten mit großem Platzbedarf, wie Will‘s oder<br />
LEFIT. Auf der anderen innovative Gruppenfitnesskonzepte<br />
mit stark digitaler Ausprägung. Es wird ein harter Kampf für<br />
Will Wang.<br />
DER CHINESISCHE <strong>FITNESS</strong>MARKT*<br />
Fotos: © Hersteller<br />
Einwohner<br />
1,4 Milliarden<br />
Durchschnittliches Jahreseinkommen 17.035 $<br />
Clubs 1.765<br />
Marktkonzentration (Top 5) 45 %<br />
Mitglieder<br />
4,52 Millionen<br />
Mitglieder pro Club 2.679<br />
Penetrationsrate 3 %<br />
Durchschnittlicher Preis pro Monat 41 $<br />
Geschätzte Marktgröße pro Jahr 3,95 Milliarden $<br />
* Zahlen aus dem IHRSA Marktbericht 2017<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 59
IN THE TEST<br />
Fragerunde<br />
Im Rahmen unserer jüngsten Abstimmung haben wir die Fitnessmacher des Landes über den<br />
besten Hersteller von Krafttrainingsgeräten abstimmen lassen. Wir präsentieren die Top 3<br />
Wir fahnden nach den herausragenden Big<br />
Brands der Branche. In der letzten Ausgabe haben<br />
wir Magicline zur besten Mitgliederverwaltungssoftware<br />
gekürt, jetzt haben wir 11561 Fitnessmacher<br />
nach dem besten Krafttrainingsgerät befragt. Die<br />
durften zehn namhafte Hersteller mit Schulnoten von 1-6 bewerten.<br />
Auf den ersten Plätzen sind gym80, Matrix und Technogym<br />
gelandet. Alle drei Anbieter sind seit vielen Jahren auf dem<br />
Markt und haben in der Zeit Ihres Bestehens den Fitnessmarkt<br />
auf ihre individuelle Art und Weise geprägt. Haben es mit gym80<br />
und Technogym zwei Anbieter aus Europa unter die Top 3 geschafft,<br />
ist mit Matrix auch eine Marke mit amerikanisch-asiatischem<br />
Background auf dem Siegertreppchen. Aufgrund der<br />
digitalen Revolution ist aktuell viel Dynamik im Markt. Es bleibt<br />
spannend, wie sich die Branche in Zukunft entwickeln wird und<br />
welche Hersteller zum Toptrio aufschließen.<br />
Note 1-2<br />
Platz1<br />
QUALITÄT AUS DEUTSCHLAND<br />
1980 gegründet und seither dem Ruhrgebiet treu geblieben: Das gym80-Headquarter samt<br />
Produktion befindet sich in Gelsenkirchen! Dort startete eine deutsche Erfolgsgeschichte,<br />
die bis heute anhält. gym80 entwickelt und produziert Kraftgeräte mit besonderer Qualität<br />
und Haltbarkeit. Der Fertigungsprozess kombiniert moderne Technik mit traditioneller<br />
Handwerksarbeit. Über 95% Fertigungstiefe zeichnet das Prädikat „Made in Germany“ aus<br />
und macht gym80 zu einem der Top-Hersteller für Krafttrainings-, Fitness-, Medical-, und<br />
Performance-Geräte. Erst kürzlich hat sich Branchengröße Rainer Schaller über seine RSG<br />
Group mit 35 Prozent an gym80 beteiligt. Das verspricht eine starke Marktposition und neue<br />
Aufträge für den deutschen Geräte-Hersteller. Eventuell sehen wir nun bald auch gym80-Geräte<br />
beim Fitnessriesen Gold‘s Gym in den USA.<br />
„Unser Motto: 40 Jahre<br />
KING OF MACHINES<br />
– von Stahl bis digital!<br />
Unsere Geräte haben<br />
eine Seele, die durch die<br />
Geschichte des Unternehmens<br />
maßgeblich<br />
geprägt wurde. Auch in<br />
Zukunft werden wir nicht<br />
stehen bleiben und uns<br />
kontinuierlich auch auf<br />
neue Wege begeben.“<br />
Simal Yilmaz, Geschäftsführer<br />
von gym80<br />
60<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Platz2<br />
Note 2<br />
INTERNATIONALE KLASSE<br />
Im Jahr 2001 lancierte Johnson Health Tech<br />
die Marke Matrix, um professionelle Fitnessund<br />
Gesundheitsgeräte auf den internationalen<br />
Markt zu bringen. Seitdem steht Matrix für<br />
Leistung, Design, Technologie und Langlebigkeit,<br />
die anspruchsvollen Studioumgebungen<br />
standhält. Neben 250 Ingenieuren, die sich allein<br />
der Forschung und Entwicklung widmen,<br />
umfasst der Entwicklungsprozess ein User<br />
Feedback-Gremium mit mehr als 600 Personen.<br />
Auch die Deutsche Nationalmannschaft<br />
setzt auf die Marke. So trainieren Neuer, Werner,<br />
Goretzka und Co. in der Vorbereitung auf<br />
große Turniere wie WM und EM auf Matrixgeräten.<br />
Studiobetreiber können sich mit Matrix also<br />
Profisport-Feeling ins Studio holen, was der<br />
Neukundengewinnung und Mitgliederbindung<br />
sicher nicht schadet.<br />
„Unsere Kraftgeräte<br />
haben eine hervorragende<br />
Biomechanik, sind<br />
robust und ansprechend<br />
im Design. Mit unserem<br />
umfangreichen Portfolio<br />
von Magnum mit<br />
Benches, Racks, Plate<br />
Loaded und patentierter<br />
Funktionalität über effiziente<br />
Dual-Kraftstationen,<br />
bis hin zu niedrigen<br />
Gewichtsblöcken mit<br />
smarten digitalen Lösungen,<br />
entsprechen wir<br />
den Anforderungen<br />
unserer Kunden optimal.“<br />
Ulfert Böhme,<br />
Geschäftsführer Johnson<br />
Helth Tech.GmbH<br />
Platz3<br />
Note 2-<br />
MIT LIEBE ZUM DETAIL<br />
Neben der neuen Plattform Technogym Live, die ein revolutionäres<br />
Trainingserlebnis mit umfangreichem Content<br />
bietet, sowohl live als auch on-demand und über die<br />
mywellness App, hat sich das italienische Unternehmen in<br />
diesem Jahr dazu entschlossen, die traditionelle plate-loaded<br />
PURE Serie um fünf Kultstücke zu erweitern. Darunter<br />
auch der Hack Squat, mit dem Anfang der 80er Jahre die<br />
Erfolgsgeschichte begann.<br />
Fotos: © Hersteller<br />
„Seit der Gründung im Jahr 1983 hat sich Technogym<br />
als ein weltweit führender Anbieter von Produkten<br />
und Dienstleistungen im Wellness- und Fitnessmarkt<br />
etabliert, die höchsten technologischen Ansprüchen<br />
genügen und für herausragendes Design stehen.“<br />
Andreas Mayer, Country Manager, Technogym Germany<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 61
VISION<br />
Im<br />
Land<br />
des<br />
Riesen<br />
Benefit Systems residiert<br />
im Warsaw Spire, dem<br />
mit 220 Meter höchsten<br />
Bürogebäude Polens
Zirkusartist Michał<br />
Nowosadko<br />
nutzt mehrmals<br />
wöchentlich seine<br />
Multisport Card<br />
4600 Sportangebote sind ein Wort: Aggregator Benefit Systems dominiert den<br />
polnischen Fitnessmarkt nach Belieben und zwingt den Studios erbarmungslos<br />
seine Spielregeln auf. Die deutschen Vermittlungsportale Urban Sports Club,<br />
Qualifit und Hansetrain geben sich vergleichsweise zahm – noch. Ein Blick nach<br />
Warschau genügt, um zu sehen, wie schnell sich der Wind drehen kann<br />
Fotos: © Bigstock, Nowosadko, Hersteller<br />
Michał Nowosadko ist Zirkusartist, Stuntman und<br />
Fitnessenthusiast. Der 28-Jährige lebt in Warschau<br />
und ist berufsbedingt viele Wochen im<br />
Jahr unterwegs. „Ich treibe Sport seitdem ich<br />
neun Jahre alt bin. Aktuell besuche ich vier mal in der Woche<br />
ein Fitness-Studio und absolviere mein Trainingsprogramm.<br />
Ich trainiere wirklich sehr hart für meinen Job.“ Sein Körper ist<br />
sein Kapital. Um fit zu bleiben, ist Michał (Instagram: @mike.<br />
nowosadko) auf abwechslunsgreiche Trainingsmöglichkeiten<br />
und hochwertiges Equipment angewiesen. Egal, wo er sich<br />
gerade aufhält. Denn neben Kraft sind als Artist auch Flexibilität<br />
und Ausdauer gefragt. Wie Millionen andere Mitglieder<br />
setzt Michał auf MultiSport, die Fitness-Marke von Benefit<br />
Systems.<br />
Mit der Karte erhalten Mitglieder des Fitness-Aggregators<br />
mittlerweile Zugang zu über 4600 Sportangeboten in 650<br />
Städten in Polen. Das Portfolio ist riesig. Es reicht von klassischen<br />
Fitness- und Wellnessanlagen, über Kampfsport- und<br />
Tanzschulen bis hin zu Raquetcentern, Schwimmbädern und<br />
Kletterhallen. In kürzester Zeit hat sich Benefit Systems zum<br />
Primus der Fitnessbranche in Osteuropa gemausert. Neben<br />
Polen ist Multisport mittlerweile auch in Tschechien, der<br />
Slovakei, Bulgarien, Kroatien und Griechenland vertreten und<br />
plant seinen Markteintritt in weiteren europäischen Märkten.<br />
Angefangen hat alles 2003 mit der Einführung der MultiSport<br />
Firmenfitness Card. Aktuell hat Multisport ca. 60 Prozent aller<br />
Mitgliedschaften in polnischen Städten unter Kontrolle und<br />
will diese in den nächsten Jahren noch ausbauen. Neben dem<br />
klassischen Firmen-Fitnessmodell, mit dem Benefit Systems<br />
groß geworden ist, setzt MultiSport heute zunehmend auf<br />
das Endkundengeschäft und betreibt sogar eigene Studios.<br />
Möglich gemacht hat diesen unaufhörlichen Wachstumskurs<br />
eine intelligente Mischung aus Portfoliomanagement,<br />
Finanzierungen und der starke Wille, der größte Player im<br />
osteuropäischen Fitnessmarkt zu werden. So entschied sich<br />
Benefit Systems sehr früh dafür, sein im Sportbereich erfolgreich<br />
erprobtes Aggregatorenmodell in den Gastronomie-,<br />
Kultur- und Tourismusbereich zu übertragen und seinen Kunden<br />
somit ein unvergleichbares All-in-One Freizeitangebot<br />
anzubieten. Das kam gut an und brachte immer mehr Unternehmen<br />
dazu, sich Benefit Systems anzuschließen und ihren<br />
Mitarbeitern Zugang zum einzigartigen Angebotsportfolio zu<br />
ermöglichen.<br />
Ein Börsengang 2011 spülte frisches Geld in die Kriegskasse<br />
und ermöglichte Benefit Systems die Investition in eigene Studios<br />
sowie die Expansion in ausländische Märkte.<br />
Experten in Polen sprechen schon seit Längerem von einer<br />
Abhängigkeit inhabergeführter Studios von MultiSport.<br />
„Für viele Betreiber ist eine Zugehörigkeit zu<br />
MultiSport wirtschaftlich existientiell. Besonders<br />
in Städten zeigt sich mittlerweile<br />
die Abhängigkeit“,<br />
so ein Insider.<br />
Auf den ersten Blick tut<br />
ein Fitness-Aggregator<br />
Gutes: Er ermöglicht die<br />
Erschließung neuer Zielgruppen,<br />
erhöht die Auslastung und<br />
ermöglicht zusätzliche Einnahmen.<br />
Trotzdem ist das Modell für<br />
Studios weit weniger lukrativ, als<br />
es eigene Mitglieder sind. Schon<br />
allein dadurch, dass die Kunden<br />
des Vermittlers im Regelfall<br />
www.benefitsystems.pl infolinia: 22 242 42 42<br />
Kartenspiel: MultiSport bietet<br />
verschiedene Tarife an<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 63
VISION<br />
Die Führungsriege von<br />
Benefit ist öffentlichkeitsscheu.<br />
Zumindest der Communication<br />
Director Robert Moren lässt<br />
sich ausnahmsweise bei einer<br />
Preisverleihung blicken (ganz<br />
links)<br />
„Wir kooperieren<br />
mit mehreren<br />
Aggregatoren“<br />
Markus Sigl<br />
Markus Sigl (32) von <strong>FITNESS</strong>-<br />
LOFT sieht Aggregatoren als<br />
Partner<br />
mehrere Sportangebote innerhalb eines Monats<br />
nutzen und die Fitnessstudiobetreiber sich den<br />
Mitgliedschaftsbeitrag gewissermaßen untereinander<br />
aufteilen müssen. Zudem verbleibt je nach<br />
Geschäftsmodell immer eine Provision beim<br />
Aggregator. Doch wann dreht sich ein<br />
Markt eigentlich wie in Polen und wie<br />
schnell geht das?<br />
SITUATION IN DEUTSCHLAND<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> hat sich im deutschen<br />
Markt umgehört und besonders<br />
in Großstädten eine ähnliche Tendenz<br />
wie in Polen festgestellt. Jedoch noch<br />
auf einem viel kleineren Level. Zunächst<br />
einmal ist festzuhalten, dass<br />
sich auf dem deutschen Markt viel<br />
mehr Aggregatoren tummeln und es<br />
bisher noch keiner von ihnen geschafft<br />
hat, eine auch nur annähernd marktbeherrschende<br />
Stellung zu erreichen.<br />
Aktuell gibt es rund zehn relevante Fitness-Aggregatoren,<br />
die sich den Markt in die Segmente<br />
Firmen-Fitness und Endkundengeschäft aufteilen.<br />
Positiv festzuhalten ist zudem, dass bisher<br />
kein Aggregator über eigene Studios verfügt<br />
und es auch noch keine bekannten Tendenzen<br />
in diese Richtung gibt. Damit treten Fitness-Aggregatoren<br />
hierzulande aktuell eher als Partner,<br />
statt als direkter Wettbewerber auf.<br />
B2B-AGGREGATOREN KOMMEN BESSER AN<br />
Spricht man mit Fitnessstudio-Betreibern, kommen<br />
Aggregatoren im Firmenfitness-Segment<br />
meist besser weg als diejenigen, die im Endkundenmarkt<br />
auftreten. Insbesondere Hansefit<br />
scheint im Markt ein sehr hohes Vertrauen zu genießen.<br />
So gibt es Studios, wie etwa den Physical<br />
Park und die Elan Studios aus Hannover, die ihre<br />
Hansefitpartnerschaft bewusst auf ihren Websites<br />
kommunizieren. Im Segment der Fitness-Aggregatoren<br />
mit Endkundenbezug sucht man<br />
solche Integrationen vergebens. Spricht man<br />
inhabergeführte Studios auf diese B2C-Unternehmen<br />
an, bekommt man wenig euphorisches<br />
Feedback. Ein Inhaber einer kleinen regionalen<br />
Kette in der Metropolregion Hannover, Braunschweig,<br />
Göttingen, Wolfsburg, der anonym bleiben<br />
möchte, bringt es auf den Punkt:<br />
„Ich habe schlechte Erfahrungen mit Fitness-Aggregatoren<br />
gemacht. Sie rauben mir Kunden. Die<br />
melden sich da an und nicht bei mir. Außerdem<br />
kommt da an Zusatzeinnahmen nicht viel bei rum.<br />
Die kommen rein, machen ihr Training, kaufen nie<br />
etwas am Tresen und nutzen auch andere kostenpflichtige<br />
Angebote wie Massage oder Solarium<br />
nicht. Irgendwann sind sie dann weg und<br />
kommen nie mehr wieder. Ich bin enttäuscht.“ Er<br />
habe zudem gehört, dass der Wegfall der Aggregatoren-Einnahmen<br />
während des Corona-Lockdows<br />
einen befreundeten Betreiber in wirtschaftliche<br />
Schwierigkeiten gebracht habe. Erst als die<br />
Aggregatoren über hurtig aufgelegte Solidaritätsfonds<br />
den Kapitalfluss wieder öffneten, habe sich<br />
die Situation wieder einigermaßen normalisiert.<br />
Auch andere Fitnesstudio-Betreiber reagieren<br />
eher abweisend, wenn man sie auf Fitness-Aggregatoren<br />
im Endkundensegment anspricht.<br />
Vor allem Betreiber im Premium-Segment versprechen<br />
sich wenig von einer Zugehörigkeit.<br />
„Gefahren sehe ich vor allem in der Schwächung<br />
der eigenen Marke und im Bezahlsystem“, so ein<br />
Betreiber einer Premium-Anlage in einer niedersächsischen<br />
Großstadt, der ebenfalls anonym<br />
bleiben will. Vom Aggregator bekomme er „nie<br />
im Leben den wahren Wert der High-Quality<br />
Dienstleistung bezahlt“, die er seinen Kunden<br />
anbiete. Die Fitness-Aggregatoren kennen die-<br />
64<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
B2C-Aggregator URBAN<br />
SPORTS CLUB punktet<br />
mit cleverem Marketing<br />
und überzeugender<br />
digitaler Umsetzung<br />
Fotos: © Hersteller<br />
ses Problem und haben schon vor einiger Zeit<br />
darauf reagiert, indem sie Premium-Karten zu<br />
höheren Preisen eingeführt haben, Damit bleibt<br />
auch mehr beim Studio hängen. Bisher mit relativ<br />
geringem Erfolg. Je nach Anbieter ist das Angebot<br />
in diesem Segment noch sehr überschaubar<br />
und ausbaufähig.<br />
EINFACH MAL AUSPROBIEREN<br />
Ein Anbieter aus dem gehobenen mittleren Segment<br />
ist <strong>FITNESS</strong>LOFT mit mehr als 35 eigenen<br />
Studios in Nord- und Ostdeutschland. Markus<br />
Sigl, Head of Sales ist Fitness-Aggregatoren<br />
gegenüber sehr aufgeschlossen und steht der<br />
Entwicklung positiv gegenüber. Die Fitnesskette<br />
mit Ursprung in Braunschweig nutzt gleich<br />
eine Vielzahl von Aggregatoren im B2B- und<br />
B2C-Segment.<br />
„Über Fitness-Aggregatoren<br />
steigern wir unsere Check-Ins<br />
und erzielen Reichweite und<br />
Umsätze in Zielgruppen, die<br />
wir mit unserem Kernprodukt<br />
Fitness nicht langfristig an uns<br />
binden könnten. Gäste, die über<br />
Aggregatoren zu uns kommen,<br />
sind häufig sehr ambitionierte<br />
Sportler, sehr kursaffin und wenig<br />
betreuungsintensiv. Häufig<br />
sehen Sie das Fitnessstudio als<br />
Ergänzung zu ihrem eigentlichen<br />
Trainingsprogramm, das<br />
eher außerhalb des Studios<br />
liegt. Etwa im Outdoorbereich,<br />
im Schwimmbecken oder woanders.“<br />
Mitglieder von Fitness-Aggregatoren<br />
suchten<br />
sich das Studio häufig wegen<br />
der Ausstattung vor Ort aus,<br />
TOP 3<br />
VOR- UND NACHTEILE<br />
FÜR STUDIOBETREIBER<br />
VORTEILE<br />
Generierung neuer<br />
Umsatzpotenziale<br />
Erreichen von neuen<br />
Zielgruppen<br />
Steigerung der Check-Ins<br />
NACHTEILE<br />
Geringe Kundenbindung<br />
Wenig Wandlung in klassische<br />
Mitgliedschaften<br />
Rentabilität im Vergleich zu<br />
klassischer Mitgliedschaft<br />
so Sigl weiter. Seine Gäste schätzten vor allem<br />
eine gute Infrastruktur, hochwertige Geräte mit<br />
Schnittstellen zu Training-Apps, einen ordentlichen<br />
Freihantelbereich sowie die Wellnessangebote.<br />
<strong>FITNESS</strong>LOFT sei es wichtig, früh an der Entwicklung<br />
im Markt zu partizipieren. Deshalb<br />
habe man sich dafür entschieden, möglichst<br />
viele Partnerschaften mit Aggregatoren einzugehen,<br />
auch wenn es sich aktuell noch nicht<br />
zu einer relevanten Einnahmequelle entwickelt<br />
habe. Die Partnerschaften stelle man regelmäßig<br />
auf den Prüfstand und schaue, welche davon<br />
sich lohnen. Sigl glaubt, dass sich der Aggregatoren-Markt<br />
in Deutschland ähnlich entwickeln<br />
wird wie im osteuropäischen Ausland. Jedoch<br />
sei <strong>FITNESS</strong>LOFT immer darauf bedacht, in<br />
seinen Studios ein attraktives<br />
und unverwechselbares Produkt<br />
auf die Beine zu stellen.<br />
So habe man bisher immer aus<br />
eigener Kraft wachsen können<br />
und sei auch für die Zukunft<br />
zuversichtlich, selbst wenn der<br />
Markt sich, insbesondere in<br />
Großstädten, verändern sollte.<br />
Blick zurück nach Polen: Bald<br />
endet die Zirkus-Zwangspause<br />
für Artist Michał Nowosadko.<br />
Bald geht er wieder auf Tour<br />
und wird in einer nach der anderen<br />
Stadt gastieren. Immer<br />
dabei: seine MultiSport-Card.<br />
Der Nutzer hat durch sie nur<br />
Vorteile und erfeut sich an der<br />
schier endlosen Auswahl. Die<br />
Gefahren, die dadurch auf die<br />
Branche zukommen, müssen<br />
ihn nicht kümmern.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 65
VISION<br />
DER VIELSEITIGE<br />
zu Bewegung motiviert. Mit der Kampagne #activetogether<br />
haben wir zur Solidarität aufgerufen<br />
und versprochen, während der Lockdown-Zeit<br />
80 Prozent aller verbleibenden Mitgliedsbeiträge<br />
an Partner auszuzahlen. Nach der Vergütung<br />
der Online-Check-ins haben wir nun den<br />
verbleibenden Betrag von 1,4 Millionen Euro als<br />
Solidaritätsfonds ausgeschüttet.<br />
Neues Headquarter in Berlin<br />
mit schnieker Einrichtung<br />
Gründer und CEOs : Moritz Kreppel<br />
(links) und Benjamin Roth<br />
1. Wie ist die aktuelle Situation beim Urban<br />
Sports Club?<br />
Mit unseren 12000 Partnern in Deutschland und<br />
Europa mussten wir im März sehr schnell reagieren<br />
und unser Geschäftsmodell anpassen.<br />
Wir haben uns bewusst gegen vorproduzierte<br />
Videos und für Beiträge aus unseren Partnerstudios<br />
entschieden. Viele von unseren<br />
Partnern konnten dadurch über die neuen<br />
Online-Kurse per Livestream trotz der<br />
Schließungen Einnahmen generieren.<br />
Wir hatten unsere flexible Sport- und Fitnessmitgliedschaft<br />
mit mehr als 50 Sportarten<br />
zeitweise rein auf die neuen Online-Kurse<br />
per Livestream umgestellt. Jetzt bieten wir<br />
mit unseren Partnern ein Hybrid-Modell: Eine<br />
Mitgliedschaft, die sowohl Sport in Studios und<br />
im Freien als auch zu Hause ermöglicht. Es geht<br />
darum, sicheres Training anzubieten, das allen<br />
Bedürfnissen entspricht und unsere Mitglieder<br />
„Unser Ziel für die nächsten Monate? Die Menschen<br />
gemeinsam mit unseren Partnerstudios wieder in<br />
Bewegung zu versetzen.”<br />
2. Weckt der Erfolg von Benefit bei euch Begehrlichkeiten?<br />
Der polnische Markt ist an vielen Stellen mit dem<br />
deutschen Markt nicht vergleichbar. Wir haben<br />
keine Studios gekauft. Dies ist auch nicht geplant.<br />
Unser Modell basiert auf einer Situation,<br />
von der alle Seiten gleichermaßen profitieren:<br />
Wir arbeiten ausschließlich auf Erfolgsbasis:<br />
jeder Check-in jedes Mitglieds<br />
wird bezahlt<br />
Die Platzierung auf unserer Plattform ist<br />
für Partner kostenfrei<br />
Wir sind immer teurer als eine Mitgliedschaft<br />
direkt im Studio<br />
Wir haben unter 1% Abwanderung bei<br />
Partnern<br />
Unsere Plattform ist eine Marketing- und<br />
Sales-Maschine für Partner.<br />
Wir haben einen lokalen Ansatz und Teams<br />
vor Ort in den großen Städten, wir haben<br />
kleine und große Studios auf der Plattform<br />
Wir bieten ein Produkt für eine Zielgruppe,<br />
die mehrere Sportarten ausübt<br />
Über die Hälfte unserer Mitglieder sind<br />
Firmenkunden, die die Gesundheit ihrer<br />
Mitarbeiter aktiv fördern<br />
3: Wie ist die weitere Planung?<br />
Wir werden Mitglieder mit einer großen Marketingkampagne<br />
motivieren, ihre Trainingsroutine<br />
wieder oder neu zu entdecken und bei den<br />
Partnern vor Ort unter Einhaltung der geltenden<br />
Hygienevorschriften zu trainieren. Online-Angebote<br />
werden als Ergänzung beibehalten. Alle<br />
Mitglieder aus Firmen sowie Privatkkunden haben<br />
unterschiedliche Bedürfnisse. Sie finden mit<br />
Indoor-, Outdoor- und Online-Training ein ganzheitliches<br />
und flexibles Konzept.<br />
Wir sind mit Verbänden, Experten und Partnern<br />
im täglichen Austausch. Wir wollen in einer Welt<br />
leben, in der alle die gerne Sport machen, wirklich<br />
jede einzelne Person, etwas Passendes bei<br />
unseren 50 Sportarten findet, das ihr Spaß macht<br />
und sie motiviert. Alle sollen jederzeit über Sport<br />
und Bewegung etwas für ihre Gesundheit tun<br />
können. Das ist wichtig nach den letzten Monaten,<br />
in denen die meisten Menschen sehr lange<br />
im Homeoffice saßen.<br />
66<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
DER TECHNOLOGIEFÜHRER<br />
1. Wie ist die aktuelle Situation bei qualitrain?<br />
qualitrain ist auf dem Weg, der führende Anbieter<br />
für Mitarbeitergesundheit zu werden. Wir transformieren<br />
das Verständnis von Firmensport als<br />
Mehrwert hin zum wesentlichen Bestandteil der<br />
Produktivitätssteuerung in jedem Unternehmen.<br />
Denn nur gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähige<br />
Mitarbeiter.<br />
Seit der Übernahme vor zwei Jahren durch<br />
EGYM sind ambitionierte Ziele verfolgt worden.<br />
Das Business hat sich nach Plan von einem<br />
regionalen Anbieter zu einer der national führenden<br />
Lösung für Mitarbeitergesundheit entwickelt.<br />
Diese stark positive Entwicklung kann<br />
durch eine Vielzahl an Kennzahlen bestätigt<br />
werden: Beispielsweise hat sich der Umsatz<br />
über die letzten beiden Jahre mehr als verdoppelt,<br />
die Anzahl an Sportpartnern ist von 1500<br />
auf über 3500 gewachsen und Ende des Jahres<br />
werden wir den Meilenstein von 2000 Firmenkunden<br />
erreichen. Durch die Zugehörigkeit zur<br />
EGYM-Gruppe haben wir unser Produktangebot<br />
stark differenziert.<br />
2. Weckt der Erfolg von Benefit bei Euch Begehrlichkeiten?<br />
Fitnessstudios haben in meinen Augen die Verantwortung<br />
zu überlegen, welche Modelle Ihnen<br />
langfristig helfen werden. Insbesondere B2C-Aggregatoren<br />
sehe ich persönlich auch kritisch, da<br />
die Interessen von Aggregator und Studio nicht<br />
übereinander liegen. Im Kern sind es 2 Dinge, die<br />
wir wichtig finden für eine gute Balance:<br />
1) Wir verfolgen ein partnerschaftliches Modell<br />
mit allen Sportpartnern.<br />
2) Wir betreiben kein direktes Endkundengeschäft.<br />
Unser Ausschüttungsmodell wurde vor<br />
vielen Jahren von Markus Begerow, selbst Studiobesitzer,<br />
entwickelt, um die Interessen aller<br />
Beteiligten in Einklang zu bringen. Anstatt<br />
feste Beträge pro Besuch zu vergüten, wird<br />
ein fester Anteil der Umsätze an die Studios<br />
weitergegeben, entsprechend dem Verhältnis<br />
ihrer Mitgliederbesuche. Wir fokussieren<br />
uns auf Firmenvertrieb und erzielen<br />
dadurch eine Vergrößerung des Marktes.<br />
Dies belegen unsere Aktivierungsraten. Während<br />
ca. 10% der Deutschen eine Mitgliedschaft<br />
in Fitnessstudios aufweisen, erreichen wir in Unternehmen<br />
mehr als doppelt so viele Menschen.<br />
Dieser Fokus vergrößert den Markt, anstatt in einem<br />
Preiskampf Mitglieder von Gym-Mitgliedern<br />
zu Aggregatoren-Mitgliedern zu wandeln.<br />
3. Wie ist die weitere Planung?<br />
EGYM als Hardware- und Software Powerhouse<br />
ermöglicht eine digitalgestützte Trainingssteuerung<br />
und Erfolgsmessung. Diese Kernkompetenz<br />
wird qualitrain einsetzen, um den Firmen die<br />
Messbarkeit von Firmensport zu ermöglichen.<br />
Studien zeigen heute schon, welchen Einfluss<br />
körperliche Fitness auf die Entwicklung von Produktivität<br />
und Krankheitstage im Unternehmen<br />
hat. Unser Ziel ist es, Firmensport als essenziellen<br />
Bestandteil des geschäftlichen Erfolgs für alle<br />
Unternehmen zu etablieren.<br />
Nicolas Stadtelmeyer, General<br />
Manager Corporate Fitness<br />
DER VERTRAUTE<br />
Fotos: © Hersteller<br />
Wie ist die aktuelle Situation bei Hansefit?<br />
Wir haben das Hansefit-Team in den letzten 18<br />
Monaten massiv aufgebaut, um deutschlandweit<br />
und in den Niederlanden präsent sein zu<br />
können. Dazu haben wir viel Energie in digitale<br />
Lösungen gesteckt, die wir nun Schritt für<br />
Schritt präsentieren, um unsere Verbundpartner<br />
und Firmenkunden künftig noch mehr begeistern<br />
zu können.<br />
2. Weckt der Erfolg von Benefit bei Euch Begehrlichkeiten?<br />
Wir haben verstanden, dass der Erfolg von Hansefit<br />
aus einer engen Symbiose mit seinen Verbundpartnern<br />
entsteht. Zum Erfolg der Studios<br />
beizutragen ist unsere Daseinsberechtigung.<br />
Wir setzen auf langfristige Partnerschaften<br />
auf Augenhöhe. Seit über 15 Jahren!<br />
3: Wie ist die weitere Planung?<br />
Wir wollen weiterhin der Maßstab sein,<br />
wenn es darum geht, mit Firmenfitness<br />
auch fitnessferne Zielgruppen für Sport zu<br />
begeistern. Damit sorgen wir für Zusatzerlöse<br />
bei unseren Verbundpartnern und helfen<br />
unseren angeschlossenen Firmen. Zudem<br />
möchten wir trotz des Wachstums unsere traditionellen<br />
Werte bewahren.<br />
Fabian Neuen, COO bei Hansefit<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 67
VOTING<br />
Aufwärtstrend<br />
120 Der grüne Strich markiert die aktuelle<br />
Geschäftslage, der pinkfarbene die<br />
Erwartung. Der <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />
setzt sich aus dem Mittelwert dieser<br />
beiden Kennziffern zusammen<br />
Gegenwärtige Geschäftslage<br />
Erwartung<br />
<strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />
100<br />
80<br />
August 20 Oktober 20<br />
<strong>FITNESS</strong>-<br />
KLIMA-INDEX<br />
Wir wollen wissen, wie es Ihnen geht,<br />
liebe Fitnessmacher: Per Mail bitten wir<br />
Sie regelmäßig, uns Ihre gegenwärtige<br />
Geschäftslage und Ihre Erwartungen für<br />
die kommenden Monate mitzuteilen. Die<br />
Erkenntnisse bilden das Gerüst für unseren<br />
<strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />
Der von Pessimisten heraufbeschworene zweite<br />
Lockdown rückt in immer weitere Ferne. Die Fitnessmacher<br />
des Landes sind diesbezüglich ebenfalls<br />
relativ zuversichtlich und gehen davon aus,<br />
dass keine weitere Zwangsschließung droht. Trotzdem lecken<br />
immer noch viele ihre Wunden und sind bemüht, die Auswirkungen<br />
von Corona zu verarbeiten.<br />
Ihre gegenwärtige Situation bewerten sie deshalb eher kritisch:<br />
Nur eine Minderheit von 21,3 Prozent kategorisieren sie<br />
als „gut“. 24,2 Prozent empfinden sie als schlecht. Die überwiegende<br />
Mehrheit der Teilnehmer stimmt mit „befriedigend“<br />
ab. Damit verschlechtert sich die aktuelle Stimmung im Vergleich<br />
zur letzten Umfrage minimal von 100 auf 99.<br />
Beim Blick nach vorne hellt sich die Stimmung auf: Zwar ist<br />
auch hier die Mehrheit der Meinung, die Lage bleibe so, wie<br />
sie ist. Stolze 45,5 Prozent sind allerdings der Ansicht, es werde<br />
sich „günstiger“ entwickeln. Nur sechs Prozent befürchten,<br />
dass es weiter bergab geht. Die positive Erwartungshaltung<br />
trägt dazu bei, dass die Kurve von 100 auf 113 schnellt. Der<br />
Mittelwert aus beide Kurven, die entscheidende Kennzahl für<br />
unseren <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX, steigt damit von 100 auf<br />
106.<br />
Interessant ist die Verknüpfung der Antworten auf beide Fragen:<br />
Wer die aktuelle Situation mit „schlecht“ bewertet, hat<br />
wenig Hoffnung auf Besserung oder rechnet sogar mit einer<br />
weiteren Verschlechterung. Wer sie als „befriedigend“ empfindet,<br />
kalkuliert größtenteils damit, dass es dabei bleibt. Und<br />
wer jetzt schon guter Dinge ist, erwartet überwiegend, dass<br />
die Situation sich weiter verbessert.<br />
Vergleicht man unseren <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX mit dem<br />
Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts, fällt ins Auge, dass sich<br />
der Dienstleistungssektor im Allgemeinen deutlich schneller<br />
erholt, als die Fitnessbranche. Es wird also offensichtlich noch<br />
dauern, bis wirklich wieder Normalität einkehrt.<br />
68<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Umfrageergebnisse<br />
WIE BEURTEILEN SIE IHRE GEGENWÄRTIGE<br />
GESCHÄFTSLAGE?<br />
54,5<br />
24,2<br />
21,2<br />
O-Töne<br />
RONALD GILL (38),<br />
INHABER MOVE ON NEUMARKT<br />
Bei mir ist Ausnahmezustand, wir ertrinken<br />
in einer Flut von Terminen. Unsere<br />
Kunden müssen deshalb aktuell mit<br />
Wartezeiten rechnen. Wir bieten nicht nur einen klassischen<br />
Fitnessbereich, sondern sind zudem ein Gesundheits- und<br />
Bewegungszentrum mit den neuesten Digital-Geräten und<br />
Konzepten wie next level.running. Damit sind wir offensichtlich<br />
goldrichtig positioniert – obwohl wir in Neumarkt etliche<br />
Mitbewerber haben. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir<br />
rund 50 Prozent mehr Check-Ins. Zum September stellen<br />
wir neues Personal ein, um unsere 500 Mitglieder weiterhin<br />
auf Premium-Niveau betreuen zu können, vor Corona waren<br />
wir bei 470. Durch eine engmaschige Kommunikation konnten<br />
wir die meisten während Corona bei der Stange halten.<br />
Die Mitgliedsbeiträge, die wir trotz Schließung abgebucht<br />
haben, sind bereits fast komplett kompensiert, nahezu alle<br />
Kunden haben wir mit Zusatzleistungen und -angeboten zufriedenstellen<br />
können. Für die Zukunft bin ich sehr positiv<br />
gestimmt, wir bekommen aktuell viel Zuspruch von unseren<br />
Mitgliedern, die uns auch fleißig weiterempfehlen.<br />
gut<br />
befriedigend<br />
schlecht<br />
Fotos: © shutterstock, Hersteller<br />
WIE SIND IHRE ERWARTUNGEN FÜR DIE<br />
NÄCHSTEN SECHS MONATE?<br />
48,5<br />
6,0<br />
45,5<br />
günstiger gleichbleibend<br />
ungünstiger<br />
MARC RÖMERMANN +<br />
SIMONE ALTIG (46+51),<br />
INHABER VITALIS VAREL<br />
Die Situation ist unverändert schwierig:<br />
Zwar kommen wieder mehr Trainierende,<br />
wir sind vom Vor-Corona-Stand aber noch meilenweit entfernt.<br />
Immerhin halten sich Kündigungen und Regressforderungen<br />
im Rahmen – die meisten unserer Mitglieder sind uns<br />
treu geblieben. Neuabschlüsse sind allerdings Mangelware.<br />
Zudem wird über die Aggregatoren aktuell kaum Traffic generiert.<br />
Eigentlich wollten wir 2020 umziehen – und auf deutlich<br />
größerer Fläche unser Angebot erweitern. Das haben wir erst<br />
mal auf Eis gelegt, zumal die Banken bei der Kreditvergabe<br />
momentan sehr zögerlich sind. Generell wollen wir uns zukünftig<br />
weniger als Fitnessstudio und noch mehr als Gesundheitszentrum<br />
positionieren. Die Krise hat nämlich gezeigt,<br />
wie gering die Wertschätzung für unsere abfällig Muckibuden<br />
genannten Einrichtungen und wie gering der Rückhalt<br />
in großen Teilen von Bevölkerung und Politik ist. Die nächsten<br />
sechs Monate werden deshalb alles in allem sicherlich<br />
knackig und herausfordernd. Aufgeben ist aber keine Option:<br />
Langfristig sind wir zuversichtlich, trotzdem alle unsere Ziele<br />
zu erreichen. Es dauert halt alles nur deutlich länger, als ursprünglich<br />
geplant.<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 69
OPENING<br />
Von Null auf 100<br />
in 4 Jahren<br />
fit+Geschäftsführer<br />
Björn Krämer durchschneidet<br />
das rote<br />
Band, Studiochefin<br />
Yasmin Klein und<br />
Mann Marco freuts<br />
Oktober 2016: Zwei rührige Geschäftsmänner<br />
eröffnen unter dem Namen fit+<br />
ein personalloses Fitnesstudio in der<br />
schwäbischen Provinz. Keine vier Jahre<br />
später sind es 100 in ganz Deutschland.<br />
Wir beleuchten die komplette Erfolgsgeschichte<br />
auf acht Extra-Seiten<br />
70<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
OPENING70<br />
In Gosbach hat fit+<br />
Chef Björn Krämer das<br />
100. Studio eröffnet.<br />
OVERVIEW72<br />
Alle 100 Standorte in<br />
Deutschland auf der<br />
goßen Übersichstkarte<br />
„Alles was du<br />
brauchst.“ Der Claim<br />
bringt es auf den Punkt:<br />
Ein fit+Studio verfügt<br />
über die nötige Ausstattung<br />
für ein effektives<br />
Training – nicht<br />
mehr, nicht weniger<br />
INTERVIEW74<br />
Wir befragen fit+Boss<br />
Torsten Boorberg zur zukünftigen<br />
Expansion<br />
BEST PRACTICE 76<br />
Zufriedene Betreiber geben<br />
Auskunft + in fünf Schritten<br />
zum eigenen fit+Studio<br />
Yasmin Klein (33) ist ihrem Mann Marco (30) eine<br />
tolle Ehefrau – und fürsorgende Mutter einer<br />
einjährigen Tochter. Trotzdem will sie arbeiten,<br />
ohne dass die Familie zu kurz kommt. Ins Unternehmen<br />
ihres Mannes einzusteigen, kommt nicht in<br />
Frage: “Ich will mein eigenes Ding machen,” erklärt die<br />
ehemalige Stewardess. Bar jeglicher Fitness-Erfahrung<br />
hat sie sich entschlossen, im schwäbischen Gosbach<br />
ein Studio zu eröffnen, fit+ Nummer 100.<br />
Bei der Eröffnung treffen wir Björn Krämer, einen von<br />
zwei fit+Geschäftsführern. Mit Partner Torsten Boorberg<br />
hat er die Kette erfunden und gegründet. Die<br />
zwei ergänzen sich perfekt – Krämer ist der Stratege,<br />
Boorberg der Kreative. Ihr erstes personalloses Studio<br />
hätten sie gerne Jahre früher eröffnet. „Die Technik war<br />
noch nicht so weit.“ 2016 dann der Start – und Expansion<br />
in Überschallgeschwindigkeit: „Unser Umsatz<br />
liegt bei acht Millionen Euro – mit 12 Mitarbeitern.“<br />
Beide Chefs betreiben selbst fit+Studios, insgesamt 17<br />
an der Zahl. „Damit wir uns vom Alltagsgeschäft nicht<br />
entfernen und um Neuerungen zu erproben, bevor<br />
wir sie einführen.“ Maximale Expertise in Theorie und<br />
Praxis ist das Ziel: „Kein Mensch auf der Welt weiß<br />
über personallose Fitnesstudios besser Bescheid, als<br />
wir beide.“<br />
Er zweifelt keine Sekunde daran, dass Yasmin Erfolg<br />
haben wird: „80 Prozent der fit+Neulinge sind komplett<br />
branchenfremd oder mit dem Fitnessthema nur<br />
aus Trainersicht vertraut. Fast alle kommen wunderbar<br />
klar.“ Er steht jedem Neugründer mit Rat und Tat zur<br />
Seite – jederzeit: „Nur wenn unsere Lizenznehmer Erfolg<br />
haben und expandieren können und wollen, hat<br />
auch unser Unternehmen Erfolg.“ Hat Yasmin Klein<br />
also alles richtig gemacht mit ihrem ersten Studio?<br />
fragen wir ihn. „Mit ihrer Entscheidung für fit+ definitiv.“<br />
Dann setzt er grinsend hinzu: „Das Studio hat sie<br />
wirklich piekfein eingerichtet – mit toller Beleuchtung,<br />
großzügigen Umkleidekabinen und aufwändiger<br />
Lichttechnik. Das freut die Mitglieder<br />
– aber ist fast mehr als man braucht.“<br />
FIT+ SPECIAL<br />
100<br />
80<br />
STANDORTE fit+<br />
Deutschland<br />
100<br />
60<br />
45<br />
Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
40<br />
20<br />
0<br />
25<br />
14<br />
4<br />
2016 2017 2018 2019 2020<br />
Exponentielles Wachstum: Je<br />
größer Marktdurchdringung<br />
und Bekanntheitsgrad, desto<br />
schneller geht‘s voran<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 71
OVERVIEW<br />
Überall<br />
im Nirgendwo<br />
100 fit+ gibt es in Deutschland inzwischen.<br />
Die sind in Orten, die kein<br />
Mensch kennt: Gosen, Gerstetten,<br />
Grimme, seit neuestem Gosbach. Muss<br />
so ein: Das personallose Konzept zielt<br />
speziell auf den ländlichen Raum<br />
Das lauteste Studio<br />
Hier brüllen die Motoren: Das Studio in Adenau<br />
liegt direkt an der legendären Nordschleife<br />
BELGIEN<br />
NIEDERLANDE<br />
Gosbach hat einen Bäcker, eine Tankstelle,<br />
zwei Gasthöfe und ein Stück<br />
denkmalgeschützte Autobahn. Ein<br />
Fitnessstudio hat es nicht. Lohnt sich<br />
nicht bei 1646 Einwohnern, würde jeder Unternehmensberater<br />
wohl konstatieren.<br />
Lohnt sich doch, sagt Björn Krämer: Der Geschäftsführer<br />
von fit+ fahndet in ganz Deutschland<br />
nach Gebieten, die Fitnessstudio-technisch<br />
hoffnungslos unterversorgt sind. Einzige Voraussetzung<br />
ist ein Einzugsgebiet von mindestens<br />
600 Personen. Davon betreiben statistisch gesehen<br />
13 % Fitness und nehmen bis dato teilweise<br />
lange Wege in Kauf, um zum Trainingsort<br />
zu gelangen. Alles potentielle Kunden. Dankbare<br />
Kunden.<br />
„Durch das personallose Konzept sind die Fixkosten<br />
im Vergleich zu einer konventionellen<br />
Anlage deutlich geringer,“ erklärt Björn Krämer.<br />
„Dadurch kann ein fit+Studio schon ab 150 Mitgliedern<br />
rentabel sein.“ Hinzu kommt, dass passende<br />
Räumlichkeiten auf dem Land für deutlich<br />
weniger Geld zu mieten sind.<br />
Dieses Modell funktioniert nicht nur in Deutschland<br />
fast überall, sondern im Prinzip auch im<br />
Rest der Welt. Lediglich ein paar weiße Flecken<br />
werden bleiben: „Die umkämpften und überversorgten<br />
Metropolen dieser Welt sollen andere<br />
beackern, wir bleiben in der Provinz,“ erklärt<br />
Krämer. Er weiß, was er will – und vor allem wo.<br />
72<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
Das kleinste Studio<br />
In Neuhausen versammelt sich auf 112<br />
Quadratmetern ein kompletter Gerätepark<br />
Das erste Studio im Ausland<br />
Die Anlage in Buttikon markierte den Anfang<br />
der Expansion nach ganz Europa<br />
SCHWEIZ
Das abgelegenste Studio<br />
Luizhausen vermeldet stolze 342 Einwohner –<br />
und ein eigenens Fitnessstudio<br />
POLEN<br />
DEUTSCHLAND<br />
FIT+ SPECIAL<br />
Das größte Studio<br />
In Elchingen können sich die Athleten auf 600<br />
Quadratmetern richtig austoben<br />
ÖSTERREICH<br />
Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
Das erste Studio<br />
2016 öffnete in Weißenhorn das allererste fit+.<br />
Läuft bis heute wie geschmiert<br />
In Deutschland gibt es 100<br />
Standorte, geplant sind bis Ende<br />
2020 weitere 33. In Österreich,<br />
Schweiz, Holland, Belgien, Polen<br />
geht’s jetzt erst richtig los<br />
fit+ Standort<br />
fit+ in Planung<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 73
INTERVIEW<br />
Wachstumsprogramm<br />
Der fit+Zug hat Fahrt aufgenommen – und legt keine Stopps ein:<br />
Torsten Boorberg ist einer von zwei Geschäftsführern von fit+. Im Unternehmen<br />
ist er zuständig für das Marketing und die internationale<br />
Expansion. Diesbezüglich hat er konkrete und ambitionierte Pläne –<br />
und ein klares Ziel vor Augen. Wir haben ihm auf den Zahn gefühlt<br />
Mit Auto und Laptop: Torsten Boorberg auf Europatour<br />
Fit+ hat jetzt 100 personallose Studios in Deutschland<br />
und die ersten im Ausland eröffnet. Wie geht‘s weiter?<br />
Ende des Jahres wollen wir bei 150 Studios ingesamt landen<br />
– im In- und Ausland. Neben unserem Heimatland starten<br />
wir jetzt in Österreich, Holland, Belgien, Schweiz und Polen<br />
durch. In 2021 sind 250 Studios geplant, in 2022 400 Studios,<br />
verteilt auf 10 europäische Länder. Corona hat uns leicht eingebremst,<br />
aber nicht aufgehalten. Die Zeit, die wir durch den<br />
Lockdown verloren haben, holen wir gerade wieder auf.<br />
Was ist das Geheimnis eurer Raketengeschwindigkeit?<br />
Jedes Studio ist am Tag der Eröffnung schon im Break-even,<br />
die Lizennehmer sind hochzufrieden und erreichen ihre wirtschaftlichen<br />
Ziele. Kern unseres Konzept ist das Multistore-System:<br />
Jeder Betreiber hat das Ziel, nicht nur ein, sondern<br />
mindestens drei bis vier Studios zu betreiben. Und drückt deshalb<br />
aus eigenem Antrieb auf die Tube.<br />
Mit einem allein kommt man nicht über die Runden?<br />
Das hängt davon ab, wie hoch die Ansprüche sind. Bereits mit<br />
nur einem fit+ werde ich viel mehr verdienen, als wenn ich in<br />
einem Fitnessstudio als Trainer arbeiten würde. Die Umsatzrendite<br />
stimmt in jedem Fall: Bis zu 35% sind möglich.<br />
Aber der Schritt aus der Festanstellung in die Selbständigkeit<br />
erfordert ja schon viel Befähigung und Mut, oder?<br />
Wir haben alle Prozesse in Richtung minimale Komplexität<br />
entwickelt. Deshalb ist die Quote an Neueinsteigern sehr<br />
hoch. Weil der Zeitaufwand so gering ist, können die das Studio<br />
sogar nebenher betreiben. Manche benötigen dafür nur<br />
eine Stunde pro Woche.<br />
Das Potential scheint hierzulande noch nicht ausgeschöpft<br />
– im Norden und Osten sind noch weiße Flächen.<br />
Wir haben im Südwesten Deutschlands angefangen, sind inzwischen<br />
aber auch in Bayern und Hessen bärenstark. Und<br />
der Erfolg unseres Konzepts strahlt immer weiter ab. Wir sind<br />
zeitnah in allen Bundesländern vertreten, aktuell fehlen nur<br />
noch Thüringen und das Saarland. Nur die Stadtstaaten lassen<br />
wir außen vor, der urbane Raum interessiert uns nicht.<br />
Gibt es keine Kannibalisierungeffekte – manche Studios<br />
liegen laut Karte ja ziemlich nahe beisammen?<br />
Da unser System sehr lokal ist, reichen 10 bis 15 Kilometer Abstand<br />
in der Regel aus. Weswegen wir im ganzen Land noch<br />
mehr als 2500 Standortmöglichkeiten für uns sehen, von denen<br />
wir mittelfristig mindestens 800 besetzen wollen.<br />
74<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
TOP 20 <strong>FITNESS</strong>KETTEN IN D<br />
PLATZ<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
7<br />
8<br />
9<br />
10<br />
11<br />
12<br />
13<br />
14<br />
15<br />
16<br />
17<br />
18<br />
19<br />
20<br />
STUDIOANZAHL<br />
CLEVERFIT 407<br />
MRS SPORTY 285<br />
BODYSTREET 257<br />
KÖRPERFORMEN 220<br />
MCFIT 165<br />
PHYSIO AKTIV 143<br />
EASY<strong>FITNESS</strong> 124<br />
INJOY 120<br />
KIESER TRAINING 115<br />
FIT+ 100<br />
FITX 91<br />
FITBOX 88<br />
<strong>FITNESS</strong> FIRST 63<br />
TERRA SPORTS 54<br />
PFITZENMEIER GRUPPE 47<br />
JUMPERS <strong>FITNESS</strong> 36<br />
<strong>FITNESS</strong>LOFT 35<br />
NOVOTERGUM 33<br />
FT-CLUB 32<br />
FIT/ONE 28<br />
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, wie wollt ihr in so<br />
kurzer Zeit so viel erreichen?<br />
Durch cleveres Marketing erhöhen wir Markenbekanntheit<br />
und -wahrnehmung im Rekordtempo. Aktuell läuft unsere<br />
Trainforatattoo-Aktion: Wir verlosen 100 lebenslängliche<br />
fit+Mitgliedschaften. Die Gewinner müssen sich lediglich<br />
einen fit+Einlasscode tätowieren lassen. Die Resonanz ist<br />
Wahnsinn: Das Thema ist momentan in TV, Rundfunk und<br />
Internet in aller Munde. Und wir haben noch so viel weitere<br />
Ideen.<br />
„Wir bringen Fitness zu<br />
den Menschen – statt<br />
Menschen zum Fitness“<br />
Was ist das finale Ziel?<br />
Bis 2027 wollen wir Europas größte Fitnessstudiokette mit weit<br />
mehr als 1000 Studios sein. Holland ist gut für 100 fit+, Polen<br />
für 80. Österreich und Schweiz für jeweils 60. In jeder dieser<br />
Nationen haben wir Masterlizenznehmer, die unser System im<br />
ganzen Land ausrollen. Und Italien, Spanien, Portugal, England,<br />
Irland, Dänemark und Tschechien kommen erst noch.<br />
Bisher keine kulturellen Hürden in Sicht, die euch verzweifeln<br />
lassen?<br />
Man wächst mit seinen Aufgaben: Schweiz war anfangs<br />
komplex – allein wegen der anderen Währung. Holland<br />
nicht einfach – erstes Ausland mit anderer Sprache. Aber<br />
alles machbar, alles bewältigt.<br />
Wie geht‘s danach weiter?<br />
Ich bin davon überzeugt, dass sich unser Konzept auf der<br />
ganzen Welt durchzusetzen vermag. Weil das Bedürfnis<br />
nach körperlicher Ertüchtigung im Allgemeinen und Fitness<br />
im Speziellen überall zunimmt. Und weil wir mit unserem hyperlokalen<br />
Konzept Fitness zu den Menschen bringen – statt<br />
Menschen zum Fitness. Das funktioniert nicht nur in Europa<br />
– sondern auch in USA, Asien, Afrika und Australien. Oder<br />
Feuerland.<br />
FIT+ SPECIAL<br />
Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
Lebenslang freier Studioeintritt<br />
mit tätowiertem QR-Code: Die<br />
fit+Aktion Trainforatattoo schlägt<br />
granatenmäßig ein<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 75
BEST PRACTICE<br />
Dieser Weg wird ein<br />
In<br />
5<br />
Schritten<br />
zum Studioinhaber<br />
Keine bürokratischen Hürden, keine langwierigen<br />
Genehmigungsverfahren: Auf dem Weg zum<br />
eigenen Club gilt das Motto „Keep it simple“<br />
fit+Studiobetreiber Achim Elster (51):<br />
Im Oktober 2018 habe ich mein<br />
erstes fit+ in Brackenheim eröffnet.<br />
Inzwischen sind es zehn, weitere zehn<br />
sind denkbar, auch im Ausland.<br />
1 KONTAKTAUFNAHME<br />
Einfach fit+ anschreiben oder anrufen. Nach Check der persönlichen<br />
Daten und des Eigenkapitals von 5000 Euro findet ein erstes Treffen<br />
in einem Referenzstudio statt – das anschließend als Vorlage für das<br />
eigene dient.<br />
2 LIZENZVERTRAG<br />
Der Vertrag ist denkbar schlicht aufgebaut und verzichtet darauf, die<br />
Lizennehmer mit ungebührlichen Abgaben zu knebeln: Es müssen lediglich<br />
zwei Prozent vom Umsatz an fit+ abgeführt werden.<br />
3 IMMOBILIE<br />
fit+ hilt bei der Suche nach Ort und Räumlichkeiten. Optimalerweise<br />
stellt der Vermieter die Immobilie mit der nötigen Infrastruktur zur Verfügung:<br />
Boden, Wände in fit+Farbe, Licht und Toiletten.<br />
4 FINANZIERUNG<br />
Die Studioeinrichtung kostet 99 000 Euro, die Finanzierung wird über<br />
fit+ abgewickelt. Was es dafür gibt? So viel man braucht: Hochwertige<br />
Cardio- und Krafttrainingsgeräte von Matrix, einen Freihantelbereich<br />
und einen aus Holz gefertigten Extrafit-Beweglichkeitszirkel – alles<br />
standardisiert und praxiserprobt. Powerplate und Functionaltower sind<br />
optional. Nach der finalen Unterschrift setzt sich der Apparat in Bewegung.<br />
5 ERÖFFNUNG<br />
15 Wochen später ist das Studio komplett und kann seine Pforten öffnen.<br />
Neben dem Gerätepark ist auch für das Drumherum gesorgt: fit+<br />
stellt kostenfreies WLAN und einen Wasserspender zur Verfügung,<br />
GEMA-freie Hintergrundbeschallung und virtuelle Fitnesskurse werden<br />
über gymsound.de bezogen. facebookfuerfitness.de bestückt die<br />
lokalen fit+-Social-Media-Präsenzen mit Content. Jedes Mitglied hat<br />
Zugriff auf einen Trainingsplan, das Ernährungsportal fitatall und Anleitungsclips<br />
zur richtigen Gerätebedienung.<br />
fit+Betreiberin Nicole Schoch (36):<br />
„Ich habe mein Frauenfitnesstudio 2019<br />
umgestellt auf fit+. Resultat: Mehr Flexibilität,<br />
weniger Aufwand und mehr Zeit<br />
für meine vier Kinder und den Hund.“<br />
fit+Betreiber Thomas Langthaler (52):<br />
„Neben meinem konventionellen<br />
Fitnessclub betreibe ich inzwischen<br />
fünf fit+Studios nebenher.<br />
Weitere sind geplant.“<br />
76<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
leichter sein<br />
Noch<br />
nie war es so einfach, ein<br />
Fitnessstudio zu eröffnen: Mit fit+<br />
kann sich jetzt jeder den Traum vom<br />
eigenen Club erfüllen – personallos<br />
und komplett durchdigitalisiert<br />
Bei einem Bier hat Torsten Boorberg mir 2015 das<br />
Konzept für personallose Fitnessstudios auf dem<br />
Land unterbreitet. Die Idee war für mich anfangs<br />
nicht wirklich greifbar, deshalb stand ich dem Thema<br />
wohlwollend, aber skeptisch gegenüber. Inzwischen bin<br />
ich beeindruckt, mit welcher Geschwindigkeit fit+ wächst und<br />
fortwährend professionalisert wird. Und mit welchem Tempo<br />
die teils unbedarften Lizenznehmer im fit+Verbund zu wiefen<br />
Unternehmerpersönlichkeiten reifen. Als Haus- und Hoflieferant<br />
profitieren wir von dieser Entwicklung natürlich enorm.”<br />
Matrix-Mann Markus Rau hat fit+ von Anfang an begleitet –<br />
und bringt die Win-Win-Win-Situation auf den Punkt:<br />
Das Unternehmen boomt, weil es niemanden<br />
übervorteilt und allen Beteiligten ausreichend<br />
Spielraum lässt, um sich ihren<br />
Teil vom Kuchen zu sichern.<br />
Größter Vorzug sind die schlanken<br />
und effizienten Strukturen. Die Studios<br />
sind nämlich nicht nur von außen<br />
betrachtet personallos. Auch der<br />
komplette Verwaltungsapparat ist<br />
mit viel Hirnschmalz so konsequent<br />
automatisiert worden, dass auch im<br />
Hintergrund keinerlei versteckter Aufwand<br />
lautert: Die komplette Customer<br />
Experience ist digitalisiert - vom Türöffnungssystem<br />
per QR-Code über das Mitgliedsmanagement<br />
bis hin zur Abbuchung des Geldes, vom Instant Access für<br />
Interessenten über den Vertragsabschluss bis hin zur Kündigungsbestätigung.<br />
Dank des personallosen Konzepts braucht es ab dem Tag der<br />
Eröffnung nicht mehr als eine Putzfrau vor Ort und einen freien<br />
Trainer, der kontaktiert werden kann, wenn ein Kunde eine<br />
kostenpflichtige Übungseinheit buchen will.<br />
Das System gewährt dem Betreiber damit den nötigen Freiraum,<br />
um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die<br />
Kundengewinnung vor Ort. Der lokale Vertrieb ist der entscheidende<br />
Erfolgsfaktor, es gilt die Werbetrommel zu rühren,<br />
Kooperationen mit lokalen Vereinen und Firmen<br />
anzuschieben.<br />
Wer sich reinhängt, wird belohnt: „Viele Lizenznehmer<br />
sind durch persönlichen Einsatz<br />
viel erfolgreicher, als von uns vorgesehen,“<br />
erläutert Torsten Boorberg.<br />
„Unser Businessplan sieht pro Standort<br />
450 Mitglieder nach drei Jahren vor –<br />
manche haben dann aber schon 750.“<br />
Markus Rau (47) ist Key Account<br />
Manager bei Matrix, dem Hauptausstatter<br />
von fit+<br />
FIT+ SPECIAL<br />
Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
So schnell kann‘s gehen:<br />
Das fertige Studio ist nur<br />
fünf Schritte und maximal<br />
sechs Monate entfernt<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 77
WHAT ABOUT?<br />
Fitnessmann George<br />
Saloustros (42) sattelt<br />
um auf Immobilien.<br />
Davon hat er ganz<br />
schön viele<br />
78<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
Aufbauhelfer<br />
Man kennt und schätzt ihn: 16 Jahre lang hat George Saloustros in<br />
der Fitnessbranche gewirbelt – und als Berater unzählige Unternehmen<br />
in die Spur gebracht. Jetzt startet er in einer komplett anderen<br />
Branche durch: Ab 2021 widmet er sich voll und ganz dem Thema<br />
Immobilien. Wir haben ihn in seinem Anwesen in Hilden besucht<br />
und über seine Zukunft gesprochen – und die Vergangenheit<br />
Fotos: © XXXXXXXXXX<br />
Sein Haus ist eine Baustelle. Der Garten<br />
ist metertief aufgepflügt, Berge<br />
aus Schutt und Erde laden zu alpinen<br />
Entdeckungstouren ein. Verwirklicht<br />
George Saloustros hier sein erstes ganz großes<br />
Bauprojekt? “Nein, ich behebe nur einen Wasserschaden<br />
– der ganze Keller war überflutet”,<br />
klärt er uns auf und grinst breit.<br />
Nach einem Kaffee lädt er auf eine Tour in seinem<br />
Porsche Panamera ein: „Kommt, ich zeige<br />
euch mein neues Leben.“ Wir wollen erst mehr<br />
über das alte wissen – und über den Menschen,<br />
der die Branche über Jahre geprägt hat.<br />
Vor 20 Jahren deutet bei Saloustros nichts auf<br />
einen steilen Aufstieg hin. Als zweiter Sohn einer<br />
Gastarbeiterfamilie hat er eine glückliche,<br />
aber einfache Kindheit. Ratlos, was er mit sich<br />
anfangen soll, geht er nach der 10. Klasse von<br />
der Schule und beginnt<br />
eine Ausbildung zum Systemgastronom.<br />
Nebenher<br />
jobbt er in einer Bar – als<br />
Cocktailmixer mit Entertainerqualitäten.<br />
„Damals<br />
erkannte ich mein Talent,<br />
Leute abholen und unterhalten<br />
zu können.“ Hilft<br />
ihm aber nichts: Der Job<br />
macht ihn krank, rheumatische<br />
Beschwerden beenden<br />
die Gastro-Karriere,<br />
die vielleicht gar keine geworden<br />
wäre.<br />
Um seine angeschlagene<br />
Gesundheit in den Griff<br />
zu bekommen, fängt er an, im Fitnessstudio zu<br />
trainieren. Schnell geht es ihm besser, er beginnt<br />
im Club zu arbeiten. Bei der Fitness Company<br />
schließt er mehr Neumitgliedschaften ab, als jeder<br />
vor und nach ihm. Schnell steigt er auf.<br />
Schließlich wird Paul Underberg auf ihn aufmerksam.<br />
Die graue Eminenz der Beraterbranche<br />
sieht das Potential im jungen George und holt<br />
ihn 2007 zu Inline Consulting. Es ist eine Phase<br />
gegenseitiger Befruchtung: Saloustros klotzt für<br />
Underberg ran, der entwickelt ihn vom Referenten<br />
zum Unternehmer und hält ihm den Rücken<br />
frei. Saloustros zieht sich ein Team aus High-Performern<br />
heran, die für ihn durchs Feuer gehen.<br />
Die Zahl der Fitnessstudios die er berät, ist Legion.<br />
„Dass ich auf dem richtigen Weg war, bestätigte<br />
mir das Agieren mancher Mitbewewerber,<br />
die meine Konzepte kopierten – bis hin zu den<br />
Rechtschreibfehlern. Den<br />
Kunden war aber immer<br />
klar, wer das Original ist.“<br />
Seine Botschaft ist stets<br />
klar und prägnant: „Nicht<br />
die Ausstattung unterscheidet<br />
das inhabergeführte<br />
Studio vom<br />
Discounter – die ist inzwischen<br />
überall ähnlich.<br />
Vielmehr macht die<br />
emotionale Bindung den<br />
Unterschied, der persönliche<br />
Kontakt, die Qualität<br />
High-Speed-Renovierung: Farbe<br />
kommt per Expressfracht<br />
der Kommunikation. Man<br />
muss seine Mitglieder<br />
ehrlich und fürsorglich be-<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 79
Das neue Leben des George Saloustros: „Hier<br />
wächst demnächst ein Mehrfamilienhaus in<br />
die Höhe – unter mir heben wir eine große<br />
Tiefgarage aus<br />
„Geld ist wichtig – aber ich<br />
bin nicht fixiert darauf“<br />
handeln, ihnen glaubwürdig vermitteln,<br />
dass man nur das Allerbeste für sie will<br />
und alles dafür tun wird, um gemeinsam<br />
die gesteckten Ziele zu erreichen. Mache<br />
ein Markenversprechen – und halte<br />
es ein. Wer stattdessen sein Heil in<br />
marktschreierischen Lockvogelangeboten<br />
sucht, wird nicht bestehen können.<br />
Qualität ist leise – niemals schrill.“<br />
2017 verkauft Underberg Inline und zieht<br />
sich zurück. Migros übernimmt. Die neuen<br />
Eigentümer versuchen, Saloustros in<br />
ein Konzernkorsett zu zwängen. Das<br />
passt ihm nicht. Die Differenzen werden<br />
größer, schließlich kündigt er. Genug hat<br />
er noch lange nicht: Zusammen mit den<br />
langjährigen Weggefährten, Thomas<br />
Pöter und Yannik Hoenig, wagt er einen<br />
Neuanfang. Sein gesamtes altes Team<br />
folgt ihm. Position Consulting wächst in<br />
Rekordzeit zu einem der ganz großen<br />
Beratungsunternehmen heran. Der Rest<br />
ist Geschichte.<br />
RICHTUNGSWECHSEL<br />
Sein Partner und Freund Thomas<br />
Pöter, gelernter Immobilienkaufmann,<br />
bringt ihn 2010 auf<br />
den Immobilientrichter. Selbst<br />
Besitzer mehrerer Objekte, vermittelt<br />
er Saloustros die Grundlagen<br />
des Geschäfts. Der hört<br />
zu, lernt, speichert ab. Er kauft<br />
ein altes Mietshaus. „Gebäude<br />
aus den 70ern und 80ern sind<br />
meist in gutem Zustand, in der<br />
Regel komplett vermietet und in<br />
der Anschaffung deutlich günstiger als<br />
neuere.“ Brav stottert er den aufgenommenen<br />
Kredit ab. Trotzdem bleibt jeden<br />
Monat deutlich mehr Geld übrig, als die<br />
Bank von ihm haben will. Gefällt ihm!<br />
2011 setzt er alles auf eine Karte: „Ich<br />
habe mein komplettes Vermögen genommen<br />
und in Häuser investiert, bis<br />
auf den letzten Cent.“ Saloustros berät<br />
Vollzeit, nach Feierabend arbeitet er an<br />
seiner zweiten Karriere. Mit den zweigleisig<br />
sprudelnden Einnahmen erwirbt<br />
er zielstrebig weitere Häuser – immer<br />
neuere, immer größere, immer teurere.<br />
Der Wert seines Portfolios liegt inzwischen<br />
bei 30 Millionen Euro.<br />
ERFOLGSGEHEIMINS<br />
In derart große Dimensionen ist er dank<br />
seiner wesentlichen Charaktereigenschaften<br />
vorgestoßen: Einem messerscharfen<br />
Geschäftssinn, verpackt hinter<br />
einer dicken Schicht gnadenloser<br />
Freundlichkeit und dem Drang, immer<br />
groß zu planen, statt sich in Kleinkram<br />
Strukturen schaffen:<br />
Ordnung muss<br />
sein – auch im<br />
Kinderzimmer<br />
80<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
zu verzetteln. Sein Perfektionismus<br />
treibt ihn an, bisweilen geht der<br />
Kontrollfreak mit ihm durch. „Ich<br />
checke alles. Alles muss funktionieren,<br />
Nachlässigkeit ist der Tod. Was<br />
nicht passt, wird passend gemacht.<br />
So mühsam der Weg zum Ziel auch<br />
sein mag: Es wird erreicht. Immer.“<br />
Mit dieser Strategie erobert er auch<br />
seine Frau. Die stammt aus Kreta,<br />
genau wie er. Beim ersten Aufeinandertreffen<br />
funkt es sofort. Aber<br />
nur bei ihm. Sie lässt ihn abblitzen.<br />
Er fühlt sich angespornt. Sie hat<br />
kein Interesse. Er will erst recht.<br />
Zwei Jahre geht das so. Dann hat er<br />
sie für sich gewonnen. Sie wird seine<br />
Ehefrau. Seit sechs Jahren sind<br />
sie inzwischen verheiratet.<br />
BESICHTIGUNGSTOUR<br />
Die Tour beginnt. In den folgenden<br />
Stunden zieht eine endlose Serie<br />
von Mietshäusern an uns vorbei –<br />
alle im Einzugsgebiet Düsseldorf<br />
gelegen. „Urbane Lage ist Pflicht -<br />
nur dann hat man solvente Mieter.“<br />
Einmal im Jahr macht Saloustros<br />
die große Runde. Mit einem riesigen<br />
Schlüsselbund in der Hand klappert<br />
er seinen Besitz ab. „Das ist mir<br />
wichtig – damit ich nicht den Bezug<br />
dazu verliere.“ In jedem Haus liest<br />
er persönlich den Zählerstand ab.<br />
Zwei Tage dauert diese Tour. „2010<br />
habe ich den richtigen Zeitpunkt<br />
zum Einstieg erwischt. Inzwischen<br />
sind die Preise von Bestandsimmobilien<br />
viel zu hoch.“ Deshalb fängt<br />
er an zu bauen. Wir besichtigen<br />
die Fläche, auf der demnächst der<br />
Grundstein gelegt wird: „Bald gehts<br />
los - wir planen mit drei Stockwerken<br />
und einer großen Tiefgarage.“<br />
MOTIVATION<br />
Ist es der Profit, der ihn antreibt?<br />
„Geld ist wichtig – ohne Geld bist<br />
du nichts. Trotzdem bin ich nicht<br />
geldfixiert. Vielmehr ist es mir ein<br />
Anliegen, Werte zu schaffen und zu<br />
hinterlassen. Meine Eltern haben<br />
so hart geschuftet. Denen will ich<br />
etwas zurückgeben. Und meinen<br />
beiden Söhnen etwas hinterlassen,<br />
auf dem sie aufbauen können. Sie<br />
sollen es nicht so schwer haben<br />
wie ich.“ Die Familie ist ihm heilig.<br />
Mit der ist er am liebsten auf dem<br />
Wasser unterwegs. Angeln hilft ihm<br />
abzuschalten. „Ich fange Raubfische.<br />
Die beißen nicht einfach an,<br />
die muss man jagen.“ Auf den 1,70<br />
Meter goßen Wels, den er gefischt<br />
hat, bildet er sich wenig ein. „Nichts<br />
Besonderes,“ sagt er lapidar. Der 98<br />
Zentimeter große Zander hingegen<br />
macht ihn stolz. „Ein kapitaler Fang,<br />
fast nicht zu toppen.“<br />
Sagt Saloustros unwiderruflich<br />
Goodbye? „Bei Immobilien alleine<br />
wird es nicht bleiben – ich plane<br />
noch ein weiteres ganz großes<br />
Ding in einem komplett anderen<br />
Bereich. Aber Fitness ist tatsächlich<br />
endgültig abgehakt, die Anteile<br />
an Position habe ich an meine beiden<br />
Geschäftspartner verkauft.“ Im<br />
Abschied schwingt Wehmut mit:<br />
„Alles was ich bin, bin ich wegen<br />
Fitness. Ich habe dieser Branche so<br />
viel zu verdanken.“<br />
Familienmensch: Saloustros mit<br />
Frau Nicole und Kindern<br />
PRIVATE<br />
EINBLICKE<br />
George Saloustros macht keinen Hehl aus<br />
seinem Erfolg – und lässt via Social Media<br />
die ganze Welt daran teilhaben. „Ich komme<br />
aus kleinen Verhältnissen und habe<br />
mir alles hart erarbeitet,“ erklärt der Selfmademillionär.<br />
„Warum soll ich das nicht<br />
zeigen dürfen?“ Beweisen will er aber nur<br />
zwei Personen etwas: „Meinen Eltern – die<br />
sollen stolz auf mich sein und sehen, dass<br />
es ihrem Sohn gut geht.“ Auszüge aus einem<br />
Leben auf der Überholspur..<br />
Mit seinem Ferrari hat sich Saloustros einen Traum erfüllt.<br />
„Ist aber leider viel zu unkomfortabel...“<br />
Sein erstes Mietshaus hat er noch immer. Schwester Maria<br />
arbeitet ebenfalls als Beraterin bei Position Consulting<br />
Fotos: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, George Saloustros<br />
Raubfisch-Angeln ist<br />
seine große Leidenschaft.<br />
Der geht er auch<br />
im Winter nach – mit<br />
eigenem Boot<br />
Sohn Ioannis fischt<br />
inzwischen mit dem<br />
Papa – und hat schon<br />
manch dicken Brummer<br />
gefangen<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 81
EVENTS<br />
Mehr als 40 Sportwagen versammelten<br />
sich auf der Straße.<br />
Auf die große Ausfahrt folgte<br />
eine kleine: in der Karthalle.<br />
Geschäftsführer Wolf Harwath<br />
(ganz unten) war zufrieden<br />
Siegerparade<br />
Am 31. Juli fand die zweite<br />
Schwarzwald-Ausfahrt<br />
von milon und Five statt.<br />
Zielsetzung wie gehabt:<br />
maximaler Autospaß und<br />
erquicklicher Austausch<br />
Die Affinität zu schnellen Autos ist<br />
in der Branche so ausgeprägt wie<br />
die zu dicken Muskeln: Weshalb<br />
das bei 35 Grad Sommerhitze<br />
ausgetragene Netzwerk-Event von milon und<br />
Five großen Anklang fand.<br />
40 Kunden, Partner und Branchenkollegen<br />
waren eingeladen, mit auf Tour zu gehen.<br />
Die nutzten gerne die Gelegenheit, ihren<br />
PS-starken Schätzen Auslauf zu gewähren.<br />
Vor dem Ritt über anspruchsvolles<br />
Straßengeschlängel gab es eine Führung<br />
durch die Five-Produktion in Hüfingen.<br />
Anschließend ging‘s auf ein Terrain, wo<br />
Anrempeln ausdrücklich erlaubt ist – die<br />
Kartbahn: Nach einem spannenden Rennen<br />
stand am Ende das Team von Wolf Harwath,<br />
dem Geschäftsführer von milon Industries,<br />
auf dem Siegertreppchen ganz oben. Ob<br />
dafür seine gute Tagesform oder die angemessene<br />
Demut seiner Gäste verantwortlich<br />
war, wird momentan noch ermittelt.<br />
Aufgrund der guten Resonanz geht die Ausfahrt<br />
2021 in Runde Drei.<br />
Fotos: © Hersteller<br />
82<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
SAVE THE DATE<br />
Fitness<br />
meets Food<br />
22. 10. 2020, Grillfabrik Augsburg<br />
Genussraucher:<br />
Grillmeister Carsten Höppner (40)<br />
in seinem Element<br />
Da geht keiner hungrig nach Hause: Starkoch Carsten<br />
Höppner grillt und isst mit ausgewählten Fitness-VIPs<br />
und vermittelt die entscheidenden Tipps & Tricks<br />
Die Wurst verbrannt, das Fleisch zäh, der Fisch trocken: Grillen<br />
macht Spaß, die Resultate sind jedoch oftmals bescheiden.<br />
Das wird jetzt anders: Grillmeister Carsten Höppner vermittelt<br />
in einem eintägigen Grill-Crashkurs relevante Grundlagen<br />
und wertvolles Fachwissen. Graue Theorie hat bei ihm keine Chance,<br />
hier wird direkt angeschürt und mit Feuer & Flamme gearbeitet. Neben<br />
Spaß & Schlemmerei geht’s bei Fitness meets Food natürlich auch um<br />
den zwischenmenschlichen Austausch zwischen Fitnessindustrie und Betreibern.<br />
So entstehen wertvolle Verbindungen auch weit über das Gechäft<br />
hinaus. Appetit bekommen? Dann jetzt direkt bewerben bei FED Fitness<br />
Events Deutschland und am 22. Oktober in der Grillfabrik dabei sein.<br />
Football meets Food: Auch das Team<br />
des FC Bayern München war schon<br />
in der Grillfabrik zu Gast, Thomas<br />
Müller hatte sichtlich Spaß<br />
<strong>FITNESS</strong> FUTURE DAYS<br />
08.10.: Fitness Future Days Düsseldorf<br />
15.10.: Fitness Future Days Stuttgart<br />
29.10.: Fitness Future Days München<br />
12.11.: Fitness Future Days Frankfurt<br />
26.11.: Fitness Future Days Leipzig<br />
10 Minuten müssen reichen: Soviel Zeit hat jeder der 18 Vertreter<br />
der Fitness- und Gesundheitsbranche um bei den Fitness<br />
Future Days 50 Studiobetreibern sein Produkt vorzustellen. Vor<br />
Ort wird nicht nur präsentiert, sondern auch fleißig genetzwerkt.<br />
Jetzt buchen – und einen der letzten Plätze sichern.<br />
Fotos: © Hersteller, freepik<br />
08.10.<br />
Fitness Future Days<br />
Stuttgart<br />
22.10.<br />
Fitness Future Days<br />
München<br />
12.11.<br />
Fitness Future Days<br />
Leipzig<br />
Fitness Future Days<br />
Düsseldorf<br />
15.10.<br />
Fitness meets Food<br />
Augsburg<br />
29.10.<br />
Fitness Future Days<br />
Frankfurt<br />
26.11.<br />
84<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
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VORSCHAU<br />
<strong>SOCIETY</strong><br />
In unserer Dezember-Ausgabe erwarten Sie erneut Menschen, Trainierende, Sensationen:<br />
In Frechen haben wir Frank Böhme besucht und einen Tag begleitet. Studioleiter Michael<br />
Küpper hat uns im Kölner Neptunbad empfangen, Simon Dellner im Quest Club in Rosenheim<br />
BEST PRACTICE<br />
Aus dem Quest<br />
Club berichten wir<br />
über das neue Life<br />
Fitness On Demand<br />
IN THE CLUB<br />
Ist das der schönste<br />
Fitnessclub<br />
Deutschlands? Zu<br />
Gast im Neptunbad<br />
SUCCESS STORY<br />
Just Fit-Boss Frank Böhme gibt Auskunft: Über<br />
sein Leben, sein Wirken, Höhen und Tiefen<br />
Die nächste Ausgabe der <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> erscheint am 20. November 2020<br />
6x<br />
jährlich<br />
online bestellen unter:<br />
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oder per Mail:<br />
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Auf unserer Homepage können Sie nicht nur Hefte ordern –<br />
sondern auch in allen Ausgaben schmökern und direkt mit<br />
Redaktion, Vertrieb und Vermarktung in Kontakt treten.<br />
Fotos: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />
86<br />
<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>
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<strong>SOCIETY</strong><br />
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nach der Geburt<br />
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