23.09.2020 Aufrufe

FITNESS SOCIETY 1

88 Seiten sportlicher Lesespaß: Die neue FITNESS SOCIETY - das Lifestyle-Magazin für Fitness- und Gesundheitsmacher.

88 Seiten sportlicher Lesespaß: Die neue FITNESS SOCIETY - das Lifestyle-Magazin für Fitness- und Gesundheitsmacher.

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11 Euro<br />

Ausgabe 1 / Oktober 2020<br />

Das Lifestyle-Magazin für Fitness- und Gesundheitsmacher<br />

MisterFit<br />

Das Imperium des<br />

Rainer Schaller


DER NEUE<br />

BMW ALPINA B5 TOURING<br />

Sprintzeit (0 auf 100 km/h): 3,6 Sekunden. Top Speed: 322 km/h. Paradedisziplin: Langstrecke.<br />

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• CO 2 -Emission NEFZkorr kombiniert: 256 g / km* • Effizienzklasse (Deutschland): F<br />

• Kraftstoffverbrauch WLTP kombiniert 12,0 l/100 km* • CO 2 -Emission WLTP kombiniert 272 g/km*<br />

* Die Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO 2 -Emissionen wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren VO (EU) 715/2007 in ihrer aktuellen Fassung ermittelt. Die<br />

Angaben sind bereits auf Basis des neuen WLTP-Testzyklus ermittelt und zur Vergleichbarkeit auf NEFZ zurückgerechnet. Bei diesen Fahrzeugen können für die Bemessung<br />

von Steuern und anderen fahrzeugbezogenen Abgaben, die (auch) auf den CO 2 -Ausstoß abstellen, andere als die hier angegebenen Werte gelten.<br />

WWW.ALPINA.DE<br />

| WWW.ALPINA-CONFIGURATOR.DE<br />

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unserer aktuellen Situation.<br />

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EDITORIAL<br />

„Nur wer groß denkt,<br />

kann Großes erreichen“<br />

Jetzt geht’s richtig rund: Unser limitiertes Heft 0 war im August die<br />

Generalprobe. Mit der vorliegenden Oktober-Ausgabe starten wir<br />

endgültig durch. Wir haben uns viel vorgenommen: Mit der <strong>FITNESS</strong><br />

<strong>SOCIETY</strong> möchten wir die Fitnesswelt durcheinanderwirbeln und<br />

von ihrer allerbesten Seite zeigen, ihre Protagonisten porträtieren, ihre Geschichten<br />

erzählen, ihre Triumphe zelebrieren. Wir wollen den Geist und<br />

den Lifestyle der Branche ganz tief inhalieren und in Form faszinierender<br />

Storys wieder aushusten.<br />

Mich persönlich fasziniert, wieviel taffe Typen in dieser Branche unterwegs<br />

sind. Die sich ihren Platz an der Sonne wacker erkämpft haben – oder alles<br />

tun, um dorthin zu gelangen. Derlei Alphatier-Attitüde kommt nicht von ungefähr:<br />

Aus körperlicher Power erwächst mentale und unternehmerische<br />

Kraft. Genau das ist es, was diese Szene ausmacht: Der Wille, jede Chance,<br />

jede Idee, jedes Potential zu erkennen, zu nutzen und in Erfolg umzumünzen.<br />

Hart zu arbeiten und hart an sich zu arbeiten.<br />

Das beste Beispiel für eine entsprechende Karriere ist Rainer Schaller. Den<br />

haben wir zum Interview getroffen (ab Seite 14). Offen und ehrlich hat er<br />

uns Einblick gewährt in seine Denke und die weitverzweigte Welt der RSG<br />

Group. Mit der Übernahme von Gold‘s Gym, der bekanntesten Studiokette<br />

der Welt, hat er sich selbst das Denkmal errichtet, das ihm die Szene schon<br />

längst hätte zimmern sollen. Schließlich gelingt es keinem so gut wie ihm,<br />

dem Thema Fitness Gewicht, Relevanz und Öffentlichkeit zu verschaffen.<br />

Der Schritt nach USA, dem Mutterland des Fitnesssports, ist zweifelsohne<br />

gewagt. Aber nur wer groß denkt, kann auch Großes erreichen.<br />

Klotzen statt kleckern ist auch unsere Devise. Aber natürlich wollen auch<br />

wir besser werden, statt uns auszuruhen. Teilen Sie mir via redaktion@<br />

fitness-society.de deshalb gerne mit, was Ihnen an unserem Heft gefällt –<br />

und was nicht.<br />

Foto: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

Chefredakteur <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 5


INHALT<br />

62<br />

Die sehen nett aus – aber sind sie es<br />

auch? Austausch mit drei Aggregatoren,<br />

darunter Benjamin Roth (links) und<br />

Moritz Kreppel vom Urban Sports Club<br />

LIFESTYLE<br />

Was trägt der Fitnessmacher von heute?<br />

Wie wohnt er, wohin reist er mit welchem<br />

Auto? Alle Must-haves im Überblick.<br />

42 Travel: Westtirol<br />

44 Cars: Aston Martin DBX<br />

46 Living: Schloss Pullach<br />

48 Gadgets: iPhone 12<br />

50 Fashion: BOSS-Wintermode<br />

52 Watches: HUBLOT BING BANG<br />

54 Crazy Stuff: Flipperautomat<br />

SUCCESS STORY<br />

Unsere Titelgeschichte porträtiert Fitness-<br />

Macher, die es nach ganz oben geschafft<br />

haben. Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?<br />

14 Rainer Schaller<br />

KOLUMNE<br />

Der Insider weiß Bescheid: Er blickt in seiner<br />

Kolumne hinter die Kulissen - und und teilt die<br />

heißesten Branchen-Interna.<br />

35 Der Insider<br />

NEWS<br />

Was gibt es Neues im Fitness-Bereich? Was<br />

tut sich wo? Was ist wichtig – und wer? Wer<br />

unsere News-Rubrik liest, der weiß Bescheid.<br />

28 PUMA-Gym Herzogenaurach<br />

30 Neueröffnung Sports Club<br />

32 Interview mit Inkasso-Profi<br />

FACTS<br />

Fachartikel: Von A wie Ausbildungskonzept bis<br />

Z wie Zirkeltraining. Renommierte Gastautoren<br />

vermitteln Vorsprung durch Wissen.<br />

36 Dr. Michèl Gleich: Eine Anleitung<br />

56<br />

Will‘s Fitness aus Shanghai:<br />

zum geschäftlichen Erfolg und Der chinesische Fitnessmarkt<br />

erfülltem Leben in zehn Kapiteln hat seine eigenen Gesetze<br />

LEUTE IM HEFT<br />

Seite 29 Gazi Avakhti, 9 Frank Böhme, 29 Usain Bolt, 61 Ulfert Böhme, 35 Torsten Boorberg, 28 Benjamin Compaoré, 48 Tim Cook, 29 Dr. Dr. Michael Despeghel,<br />

42 Albert Ehrenreich, 52 Lapo Elkann, 76 Achim Elster, 8 Alfred Enzensberger, 11 Jörg Euteneuer, 23 Lou Ferrigno, 28 Sebastian Friedrich, 11 Eckbert Ganns, 32 Wolfgang<br />

Gehrer, 69 Ronald Gill, 36 Dr. Michèl Gleich, 23 Joe Gold, 8 Regina Halmich, 82 Wolf Harwath, 29 Daniel Haymann, 46 Oliver Herbst, 13 Steven Hermeling, 11 Renate<br />

Holland, 84 Carsten Höppner, 70 Marco+Yasmin Klein, 20 Wladimir Klitschko, 70 Björn Krämer, 66 Moritz Kreppel, 76 Thomas Langthaler, 13 André Laux, 61 Andreas Mayer,<br />

52 Kylian Mbappé, 45 Tobias Moers, 64 Robert Moren, 67 Fabian Neuen, 11 Christian Rapior, 77 Markus Rau, 28 Pamela Reif, 69 Marc Römermann, 66 Benjamin Roth,<br />

78 George Saloustros, 18 Vito Scavo, 14 Rainer Schaller, 23 Arnold Schwarzenegger, 21 Christiane Schikorsky, 31 Florian Schmitt, 76 Nicole Schoch, 9 Dr. Björn Schultheiss,<br />

20 Til Schweiger, 64 Markus Sigl, 13 Stephan Sinner, 30 Alexander Sosa, 67 Nicolas Stadtelmeyer, 24 Tamer Trasoglu, 28 Jimmy Vicaut, 56 Will Wang, 6 Simal Yilmaz<br />

6<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


IMPRESSUM<br />

78<br />

Hausbesuch bei George<br />

Saloustros. Der Fitness-<br />

Consultant gibt seinen Job<br />

auf und probiert etwas<br />

ganz Neues<br />

Verlag<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> – eine Marke der<br />

FED Fitness Events Deutschland GmbH<br />

Otto-Bayer-Str. 19, 73730 Esslingen<br />

Herausgeber und Geschäftsführer<br />

Torsten Boorberg, Björn Krämer<br />

Chefredaktion<br />

Ben Arnold<br />

Art Direktion und Layout<br />

Carola Burg<br />

GOING ABROAD<br />

Wir reisen für Sie um die Welt - auf der<br />

Suche nach dem ultimativen Fitnessstudio<br />

und den allerneuesten Trends und Hypes.<br />

56 Will‘s Fitness aus China<br />

WHAT ABOUT?<br />

Neues Unternehmen, neuer Job, neues<br />

Leben? Wir spüren Fitnessmacher auf, die<br />

neue Wege gehen.<br />

78 George Saloustros<br />

Vertrieb und Anzeigen<br />

Heike Sandhof, Cerstin Spinger<br />

Redaktionelle Mitarbeit<br />

Svenja Conrad, Konstantin Erb,<br />

Thomas Geiger, Heinrich Heimann,<br />

Sandy Milbrandt, Rebecka Möller,<br />

Sandra Piotrowski, Nico Rau<br />

IN THE TEST<br />

Wir suchen die besten Marken: Anwender<br />

küren via Online-Voting ihre Favoriten. Was<br />

funktioniert super – und was kann weg?<br />

EVENTS & SAVE THE DATE<br />

Hier trifft sich die Fitness Society: Wir<br />

berichten von Partys, Events, Kongressen,<br />

Messen – und vom roten Teppich.<br />

Kontakt<br />

Telefon 0711-21728610<br />

E-Mail info@fitness-society.de<br />

Webseite<br />

www.fitness-society.de<br />

60 Die besten Krafttrainingsgeräte<br />

VISION<br />

Wir beleuchten die Tools, die Technik und<br />

die Trendsetter, die die Branche weiterentwickeln<br />

und revolutionieren.<br />

62 Die Rolle der Aggregatoren<br />

VOTING<br />

Wir wollen wissen: Wie geht es Fitnessindustrie<br />

und Betreibern heute und morgen?<br />

Leser-Befragung mit O-Tönen.<br />

68 Aktueller <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />

82 Schwarzwald-Ausfahrt<br />

84 Fitness meets Food<br />

SONSTIGES<br />

1 Cover. Foto: Steffen Roth<br />

5 Editorial<br />

7 Impressum<br />

8 Statements zum Heft<br />

86 Vorschau + Abo<br />

SPECIAL<br />

100 Standorte in vier Jahren: Wir lüften das<br />

Erfolgsgeheimnis von fit+ auf 8 Extra-Seiten<br />

70 Im Fokus: Fitnesskette fit+<br />

Versand<br />

Deutschland, Österreich, Schweiz<br />

Lieferbedingungen<br />

Einzelheftpreis 11 Euro*<br />

Jahresabo Inland 66 Euro*<br />

Jahresabo Ausland 99 Euro*<br />

*inklusive MwSt. und Versandkosten<br />

Kündigungsfrist<br />

1 Monat vor Ablauf des Bezugsjahres<br />

Produktion<br />

Offizin Scheufele Druck und Medien<br />

GmbH & Co. KG<br />

Tränkestr. 19, 70597 Stuttgart<br />

Registereintragung<br />

Amtsgericht Stuttgart, HRB 745796<br />

Fotos: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />

UNTERNEHMEN IM HEFT<br />

Seite 48 Apple, 44 Aston Martin, 53 Audemars Piguet, 45 Audi, 31 BECO, 62 Benefit Systems, 53 Blancpain, 50 BOSS, 42 Boutique Apartment Sonnenhang,<br />

53 Breitling, 33 Buildering Spots, 32 CashControl, 47 ClassiCon, 8 Clever Fit, 49 Core, 25 Cyberobics, 43 Dior, 43 Disneyland, 29 EGYM, 11 Euteneuer Consult,<br />

33 extrafit, 70 Ferrari, 70 fit+, 49 Fitbit, 9 fitbox, 64 <strong>FITNESS</strong>LOFT, 64 Five, 29 GA11 Sports, 60 gym80, 67 Hansefit, 52 HUBLOT, 46 Immovision, 18 JOHN REED,<br />

9 Just Fit, 12 Lady Fitness, 12 LFF Gruppe, 11 Life Fitness, 45 Maserati, 45 Mansory, 25 Marcell von Berlin, 61 Matrix, 14 McFIT, 49 Microsoft, 82 milon,<br />

69 Move On Neumarkt, 47 Nolte, 78 Position Consulting, 67 qualitrain, 28 PUMA, 24 Qi 2 , 11 Speedfitness, 47 Rolf Benz, 24 Ron Miller, 14 RSG Group, 43 Rimowa,<br />

53 Rolex, 43 Rutz, 12 Sauna & Fitnessinsel, 53 Sinn, 11 Speedfitness, 49 SONY, 30 Sports Club, 33 Terra Art, 61 Technogym, 21 THE MIRAI, 31 Twinsbar,<br />

66 Urban Sports Club, 69 Vitalis Varel, 33 Wellyou, 56 Will‘s Fitness<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 7


STATEMENTS<br />

Willkommensgruß<br />

Jetzt geht‘s richtig los: Die erste reguläre Ausgabe der <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

will unterhalten, berühren, aufrütteln, stimulieren. Das zuvor erschienene<br />

Heft 0 haben wir an ausgewählte Szenekenner verschickt und sie nach<br />

ihrer Meinung zu unserem Projekt befragt. Resultat: Ein großes Hallo!<br />

„<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> ist wie ein gutes<br />

Date: Ansprechend, interessant,<br />

unterhaltsam & sexy“<br />

Regina Halmich (43), Boxweltmeisterin<br />

„Die <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> finde ich<br />

sehr gut gemacht. Das ist mal<br />

was Neues, gefällt mir sehr“<br />

Alfred Enzensberger (51), Geschäftsführer Clever Fit<br />

„Tolle Zeitschrift, tolle Truppe: Mit Eurem Heft<br />

beweist Ihr Mut und Kreativität – ich wünsche<br />

Euch viel Glück“<br />

Rainer Schaller (51), Geschäftsführer RSG Group<br />

8<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


„Euer Heft ist ein Geschenk<br />

für die Branche – ein<br />

wunderschön verpacktes“<br />

Lena Strohmaier (27), Fitnessmodel und Marathonläuferin<br />

„Ich bin gespannt, welche Impulse vom neuen<br />

Magazin ausgehen werden – und inwiefern es<br />

die Branche durcheinanderwirbelt“<br />

Frank Böhme (59), Geschäftsführer Just Fit<br />

Fotos: © Steffen Roth, Aleksander Perkovic, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />

„In Summe überragend<br />

– das habt<br />

ihr wirklich sauber<br />

hinbekommen“<br />

Dr. Björn Schultheiss (44),<br />

Geschäftsführer fitbox<br />

„Lese ich meinen<br />

Kindern ungern zum<br />

Einschlafen vor –<br />

viel zu spannend“<br />

George Saloustros (42),<br />

Geschäftsführer Position<br />

Consulting<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 9


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STATEMENTS<br />

Ein richtiges Lifestyle-Magazin für<br />

die Fitnessbranche – wunderbar!“<br />

Jörg Euteneuer (41), Euteneuer Consult<br />

„Das Beste aus allen Welten in einem<br />

Heft – ich liebe eure Zeitschrift“<br />

Christian Rapior (41), Geschäftsleiter Wellyou Fitness<br />

„Die <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

verknüpft Lifestyle und<br />

FItness und bietet so ein<br />

vollkommen neues Format<br />

für Studiobetreiber“<br />

Eckbert Ganns (55), Geschäftsführer<br />

Life Fitness Europe<br />

Fotos: © Steffen Roth, Aleksander Perkovic, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />

„Endlich ein Titel, der hinter<br />

die Kulissen schaut – und die<br />

Menschen porträtiert, von deren<br />

Herzblut die Branche lebt“<br />

Renate Holland (68), Geschäftsführerin Speedfitness<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 11


STATEMENTS<br />

„Hochwertig und edel –<br />

und anders als<br />

alle anderen“<br />

Stephan Sinner (50),<br />

Geschäftsführer Sauna- & Fitnessinsel<br />

„Einfach top: Die<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

liefert Branchennews<br />

und Insiderwissen“<br />

André Laux (46),<br />

Inhaber LFF Gruppe<br />

„Grandioses Gefühl,<br />

von der ersten Sekunde<br />

mit an Bord<br />

zu sein“<br />

Carola Burg (53),<br />

Artdirektion <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

„Solche Medien brauchen wir:<br />

Eure Zeitschrift verkörpert den Spirit<br />

der Branche wie keine zweite“<br />

Steven Hermeling (22),<br />

Geschäftsführer Lady Fitness<br />

Fotos: © Steffen Roth, Aleksander Perkovic, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, Hersteller<br />

12<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


SUCCESS STORY<br />

Der Weg<br />

Die Gelehrten sind sich nicht einig:<br />

Ist Rainer Schaller nun der größte oder der<br />

allergrößte Fitnessmacher des Landes –<br />

oder gar des Planeten?<br />

Im exklusiven Interview klären wir<br />

diese und alle anderen Fragen<br />

Text: Ben Arnold, Fotos: Steffen Roth<br />

Wir treffen den 51-jährigen Gründer von<br />

McFIT und Geschätsführer der RSG Group in<br />

Berlin im THE REED, einem Szenerestaurant,<br />

Club und Deli. Gehört ihm natürlich selbst –<br />

wem sonst?


nach<br />

oben


SUCCESS STORY<br />

Ein Herz für Kunst: Rainer<br />

Schaller vor einem Gemälde<br />

des Berliner Street Art<br />

Künstlers El Bocho<br />

Rainer Schaller begegnet uns<br />

entspannt und freundlich – obwohl<br />

sich in seinem Unternehmen die<br />

Ereignisse derzeit überschlagen.<br />

Natürlich befragen wir ihn zuerst zu den jüngsten<br />

Entwicklungen.<br />

Geht mit dem Kauf von Gold’s Gym für dich<br />

ein Traum in Erfüllung?<br />

Rainer Schaller: Definitiv. Ich liebe die USA,<br />

bin oft dort. Im ersten Gold’s Gym in Venice<br />

Beach wurde Fitness erfunden. Bis heute gehen<br />

alle wesentlichen Fitness-Impulse und<br />

-Trends von Amerika aus. Die Dynamik des<br />

dortigen Marktes ist faszinierend: Nirgends<br />

sonst findet ein so brutaler Verdrängungswettbewerb<br />

statt. Aber wir gehen nicht blauäugig<br />

über den großen Teich: 20 Jahre lang haben<br />

wir auf diesen Schritt hingearbeitet. Aber es<br />

war natürlich nicht vorauszusehen, dass wir<br />

jetzt gleich derart groß einsteigen.<br />

Habt ihr ein Schnäppchen gemacht?<br />

100 Millionen Dollar für eine ikonische und<br />

globale Marke wie Gold’s Gym sind sicher ein<br />

guter Preis, wenn man bedenkt, dass Gold’s<br />

Gym beim letzten Eigentümerwechsel im<br />

Jahr 2004 158 Millionen Dollar kostete. Trotzdem<br />

ist es der größte Deal in unserer Unternehmensgeschichte.<br />

Mit dem Kauf haben wir<br />

uns die Markenrechte, 61 Gold’s Gym-eigene<br />

sowie mehr als 600 Franchise-betriebene<br />

Studios gesichert.<br />

MEILENSTEINE<br />

RAINER SCHALLER<br />

1969<br />

Am 4. Januar erblickt Rainer<br />

Schaller in Bamberg das Licht<br />

der Welt<br />

1997<br />

In einem alten Möbelhaus in<br />

Würzburg eröffnet Rainer Schaller<br />

das allererste McFIT<br />

2008<br />

Rainer Schaller macht mit McFIT<br />

erstmals mehr als 100 Millionen<br />

Euro Umsatz<br />

2019<br />

Das Unternehmen wird von Mc-<br />

FIT Global Group in RSG Group<br />

umbenannt<br />

2020<br />

Rainer Schaller kauft die bekannteste<br />

Fitnesskette der Welt<br />

- Gold’s Gym<br />

Ihr bekamt den Zuschlag für die insolvente<br />

Kette im Rahmen eines Bieterverfahrens.<br />

War das kompliziert?<br />

Der gesamte Übernahmeprozess war ein<br />

Kraftakt, da wir alle Unterlagen in einem<br />

engen Zeitfenster sichten, vorbereiten und<br />

einreichen mussten, um ins Bieterverfahren<br />

einsteigen zu können. Zum Glück hatten<br />

wir bereits ein Team in den USA, das<br />

mit der dortigen Rechtslage bestens vertraut<br />

ist und umgehend loslegen konnte.<br />

Welche strategischen Fehler von Gold’s<br />

Gym gilt es zu korrigieren?<br />

Man merkt, dass der Markenkern und die<br />

Markenwerte ein wenig verwässert wurden.<br />

Auch lassen manche der Standorte<br />

ein bisschen Herz und Seele vermissen.<br />

Das Franchisesystem ist neu für McFIT…<br />

Ich bin seit über 30 Jahren Franchise-Nehmer<br />

im Lebensmittel-Einzelhandel. Ich<br />

weiß daher, wie wichtig es ist, mit den<br />

Franchisenehmern zu sprechen und sie<br />

eng in alle Prozesse einzubinden, da sie<br />

ihre Kundschaft am besten kennen.<br />

16<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Bleibt das Führungsteam von Gold’s Gym an Bord?<br />

Unsere Taskforce hat sich genau mit dieser Frage intensiv<br />

beschäftigt. Dabei sind wir zu dem Entschluss gekommen,<br />

dass wir mit der aktuellen Gold’s Gym Geschäftsführung<br />

nicht mehr weiterarbeiten werden. Unser President der RSG<br />

Group North America, Sebastian Schoepe, wird diese Funktion<br />

künftig übernehmen.<br />

Befruchten sich die RSG Group und Gold’s Gym gegenseitig?<br />

Total! Gold’s Gym hat eine Historie von 55 Jahren und eine<br />

weltweite Präsenz vorzuweisen, wir werfen 25 Jahre Erfahrung<br />

in Europa in die Waagschale. Derzeit ist eine Management-Unit<br />

von uns in den USA, um das dortige Team<br />

von Gold’s Gym kennenzulernen und den weiteren Wissenstransfer<br />

anzustoßen.<br />

Gestern<br />

Vor 23 Jahren wurde der<br />

Grundstein gelegt - die<br />

Anfänge waren<br />

bescheiden<br />

Sind mit der Übernahme von Gold’s Gym alle anderen<br />

USA-Pläne der RSG Group hinfällig?<br />

Nein, ganz gewiss nicht. Im Gegenteil. Wir bleiben weiter auf<br />

Wachstumskurs und werden noch in diesem Jahr mit JOHN<br />

REED und einer neuen Premiummarke in die USA expandieren.<br />

Kommt Gold’s Gym nach Deutschland?<br />

Gold’s Gym spricht eine komplett andere Zielgruppe an, als<br />

unsere bestehenden Marken. Eine Einführung in Deutschland<br />

würde deshalb durchaus Sinn machen.<br />

Das Mittagessen wird serviert – es gibt Sushi. Und noch so<br />

viele Fragen abseits des Gold’s Gym-Themas. Wir schweifen<br />

von der Gegenwart in die Vergangenheit.<br />

Rainer Schaller im Gespräch mit<br />

Herausgeber Björn Krämer (links)<br />

und Chefredakteur Ben Arnold<br />

1997 eröffnete Rainer Schaller im unterfränkischen Würzburg sein erstes Mc-<br />

FIT-Studio. Fitness hieß damals noch Bodybuilding<br />

Anfangs sieht es gar nicht gut aus: In der Schule<br />

ist Rainer Schaller faul, bleibt in der 9. Klasse sitzen.<br />

Während sein Bruder gleichzeitig Musik und<br />

Medizin studiert, betreibt er lieber Kraftsport, geht<br />

nach der 10. Klasse ab und absolviert bei Edeka eine Lehre<br />

als Einzelhandelskaufmann. Plötzlich bienenfleißig, rackert<br />

er sich ab. 100 Arbeitsstunden pro Woche sind die Regel,<br />

statt die Ausnahme. 10 Jahre später, inzwischen 27 Jahre alt,<br />

gehören ihm vier Supermärkte. Längst ist ihm klar, welcher<br />

Faktor entscheidend ist für geschäftlichen Erfolg: zufriedene<br />

Käufer.<br />

DIE ERSTEN SCHRITTE<br />

Nebenher sammelt er erste Erfahrungen in der Fitnessbranche:<br />

Frank “The Bank” Pfraumer, dem damaligen Weltmeister<br />

im Bankdrücken, kauft er für 15 000 Mark ein paar<br />

Krafttrainingsgeräte ab und stellt sie bei seinen Eltern auf den<br />

Dachboden. Für 15 Mark pro Monat dürfen seine Kumpels<br />

dort trainieren, es gibt weder Umkleiden noch Toiletten. Gewissenhaft<br />

lotet er zu dieser Zeit aus, wie viel oder wenig man<br />

dem Mitglied bieten muss, damit es wiederkommt..<br />

Fotos: © RSG Group<br />

GRUNDSTEIN DES ERFOLGS<br />

1997 macht er ernst: In einer alten Möbelhalle in Würzburg eröffnet<br />

er sein erstes richtiges Studio. Die dafür nötigen 150 000<br />

Mark erlöst er durch den Verkauf eines Supermarkts. Er will<br />

es Schottenburg nennen, entscheidet sich dann aber für den<br />

Vorschlag einer Freundin: McFIT. Von vornherein ist ihm klar,<br />

dass es bei diesem Studio nicht bleiben wird – er will der Aldi<br />

der Fitness-Branche werden. Vorbilder für eine Expansion gibt<br />

es kaum – Kieser ist zu diesem Zeitpunkt die einzige existierende<br />

Kette. Rainer Schaller verkauft Fitness statt Bodybuilding.<br />

Sein Credo: Sport ist Spaß, keine Qual. Und muss für<br />

jeden erschwinglich sein. Mit großen Schritten gehts voran....<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 17


SUCCESS STORY<br />

„Die Schnellen<br />

fressen die<br />

Langsamen“<br />

Blickst du manchmal mit verklärtem Blick in die Vergangenheit<br />

– als du nur ein Studio hattest? Und alles noch ganz<br />

einfach schien?<br />

Nein, es ist gut und richtig wie es ist. Aber die Ursprünge sind<br />

und bleiben Teil unserer DNA. Weshalb wir die Türe, die damals<br />

in mein erstes, provisorisches Studio auf dem Dachboden meiner<br />

Eltern führte, jetzt restaurieren, konservieren und ausstellen<br />

wollen. Auch gym80 wird mich mein Leben lang begleiten, der<br />

Hersteller der allerersten Geräte, die ich damals für 15 000 Mark<br />

gebraucht erworben habe. Sie waren schon zum Zeitpunkt des<br />

Kaufs unglaublich strapaziert – und trotzdem unkaputtbar. Mit<br />

meinem Kauf von 35 Prozent der Firmenanteile wächst jetzt<br />

zusammen, was zusammengehört.<br />

Wast du damals ein guter Trainer?<br />

Ja, ich denke schon, dass ich ein guter Trainer war – und immer<br />

noch wäre. Seit meinem 15. Lebensjahr beschäftige ich mich<br />

mit Fitness. Es gibt keinen Sport, der den Körper so individuell<br />

formt wie Bodybuilding. In meinem ersten McFIT Studio in<br />

Würzburg habe ich mich um alles persönlich gekümmert und<br />

konnte den Kunden genau erklären, wie du deine Muskeln<br />

wachsen lässt, Gewicht verlierst und welchen Anteil deine Ernährung<br />

an allem hat – und welche Übungen du dafür machen<br />

musst und welchen Plan du brauchst.<br />

Wann war der entscheidende Punkt erreicht, als klar wurde,<br />

dass der Plan mit McFIT aufgeht?<br />

Im Jahr 2000. Wir hatten damals zwei Studios in Bochum und<br />

Oberhausen eröffnet – und direkt im Anschluss weitere im<br />

Ruhrgebiet. Die Entscheidung, McFIT in ein Ballungsgebiet mit<br />

knapp 20 Millionen Menschen zu bringen, brachte uns viele<br />

neue Mitglieder und damit Fans und Bekanntheit der Marke.<br />

Alle sind satt. Kaffee wird serviert. Wir kommen thematisch wieder<br />

im hier und jetzt an.<br />

Was ist das Geheimnis deines Erfolgs?<br />

Aus kleinen Fehlern zu lernen – und diese zu korrigieren. Sonst<br />

wird aus einem kleinen Fehler ein großer. Und daraus dann ein<br />

mächtiges Problem. Wir sind aus kleinen Fehlern groß geworden.<br />

Und dank Geschwindigkeit: Nicht die Schlauen fressen<br />

die dummen, sondern die Schnellen die Langsamen.<br />

Was war der größte der kleinen Fehler?<br />

Ich wollte Verleger werden, mit LOOX. War früher die Mc-<br />

FIT-Kundenzeitschrift. Wir wollten daraus ein richtiges Magazin<br />

machen – und entsprechend verkaufen. War ein phantastisches<br />

Produkt – hat aber wirtschaftlich nicht funktioniert, obwohl wir<br />

dafür 25 Leute engagiert hatten.<br />

Heute<br />

Die hohe Kunst: Aufbau<br />

und Erhalt einer international<br />

bekannten Fitness-<br />

studiokette<br />

As autem qui simpe lignam<br />

doloribus. Ducid mincto et<br />

labor autem<br />

Bereits 10 Jahre nach Eröffnung des ersten Studios<br />

ist McFIT ein richtig großer Laden: Für<br />

2007 meldet das Unternehmen 83 Millionen<br />

Umsatz, weitere 10 Iahre später 314 Millionen.<br />

In guten Jahren liegt die Gewinnmarge bei über 20<br />

Prozent. Rainer Schaller dreht jetzt endgültig das ganz<br />

große Rad – und ist längst auch außerhalb der Fitnesswelt<br />

hoch angesehen.<br />

REINVESTIEREN STATT SPAREN<br />

Ein Großteil des Gewinns fließt direkt zurück ins Unternehmen.<br />

Prämisse: Wenn der Kunde für sein Geld<br />

eine tolle Leistung erhält, kommt er wieder. Wenn nicht,<br />

dann nicht. Jede Investition wird dabei gründlich geprüft.<br />

Wie Aldi selbst, hat sich auch der Aldi der Fitnessbranche<br />

im Lauf der Jahre vom Billigheimer zum Premium-Discounter<br />

entwickelt. Dem passenden Ambiente<br />

wird ein immer größerer Stellenwert zugeschrieben:<br />

Ausgemustere Lagerräume sind längst passé. Neue<br />

McFITs werden nur noch in Gebäuden mit Charme und<br />

Charakter eröffnet: alten Fabrikhallen oder Villen. Die<br />

sind jedoch alles andere als leicht zu finden - schließlich<br />

sind 2000 bis 4000 Quadratmeter Fläche nötig.<br />

STADT STATT PROVINZ<br />

Bezüglich eines Punktes ist sich McFIT immer treu geblieben:<br />

Nur urbane Lagen kommen als Standorte in<br />

Fragen, kaum eine Stadt mit McFIT-Studio hat unter<br />

100 000 Einwohner. Eine Metropole wie Berlin hingegen<br />

verfügt über stolze 18 Anlagen. 2000 bis 5000 Mitglieder<br />

sind nötig, um die Rentabilität eines Studios zu<br />

sichern. Der Mitgliederdurchschnitt liegt weit darüber<br />

– bei rund 6700. Das operative Geschäft leitet seit 2018<br />

der xx-jährige Vito Scavo, ein rühriger Italiener. Rainer<br />

Schaller hat unverändert die Geschäftsführung inne.<br />

EINFACH UND GÜNSTIG<br />

McFIT will das Netflix der Fitnessbranche sein. Es gibt<br />

lediglich drei verschiedene Tarife – Basis, Classic und<br />

Premium – zum Preis von 20 bis 35 Euro. Die Vertragslaufzeit<br />

beträgt 12 Monate, wer monatlich kündigen<br />

18<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


können will, zahlt fünf Euro Aufschlag und 39 statt 29<br />

Euro Aktivierungsgebühr. Schon ab 25 Euro im Monat<br />

kann das Mitglied unbegrenzt in jedem McFIT Europas<br />

trainieren. Trainerbetreuung und Kurse sind im Preis<br />

enthalten, nur Personal Training kostet extra. Duschen<br />

ist seit 2013 inkludiert. Konkurrenzlos ist McFIT damit<br />

aber nicht mehr - günstig und gut können inzwischen<br />

auch andere: Bei Fit X zum Beispiel gibt es nur einen<br />

einzigen Tarif. Der kostet 20 Euro - inklusive Getränkeflat<br />

und Nutzung aller 90 Studios.<br />

Fotos: © RSG Group<br />

DIFFERENZIERUNG<br />

Mit keinem Fitnesskonzept erreicht man heuzutage alle<br />

Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. Weshalb<br />

McFIT mit Studio-Modellen experimentiert, die sich unter<br />

und über der Kernmarke ansiedeln. 2015 ging High5<br />

an den Start - mit einem Schwerpunkt auf Functional<br />

Training und einer Kalkulation, die auch in kleineren<br />

Städten und auf weniger Fläche funktioniert, JOHN<br />

REED (seit 2016) bietet neben Fitness auch Wellness<br />

und verfügt über die Boutique-Studio-Subbrand JOHN<br />

& JANE‘S. Selbst ein Big Player wie McFIT tut sich mit<br />

der Etablierung neuer Marken aber schwer: Eigentlich<br />

sollten schon bis Ende 2015 30 HIGH5 entstehen. Aktuell<br />

sind es aber nur 14. Um sämtliche Marken in der Außendarstellung<br />

unter einen Hut zu bringen, wurde die<br />

McFIT Global Group 2019 in RSG Group umbenannt.<br />

Das jüngste Gruppenmitglied heißt Gold‘ Gym.<br />

Bild oben: Standard war gestern, alle neuen<br />

Studios haben das gewisse Etwas.<br />

Bild rechts: Vito Scavo (45) ist seit 2018 COO.<br />

Bild unten: JOHN REED ist eines von<br />

inzwischen vier Studiolabels<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 19


SUCCESS STORY<br />

auch… Auch von Marketing<br />

hatte ich keine Ahnung.<br />

Freunde fürs Leben:<br />

Wladimir Klitschko,<br />

Til Schweiger<br />

und Rainer Schaller<br />

Trotzdem hast du ein gutes Gespür für Trends.<br />

Wie bewahrst du dir das?<br />

Durch Reisen. Man lernt Menschen, Lebensstile,<br />

Philosophien und Sprachen kennen. An jeder<br />

Ecke warten Inspirationen, die unser Gehirn fordern<br />

und Fantasie und Kreativität fördern. Wenn<br />

ich von meinen Reisen zurückkehre, fließen meine<br />

Eindrücke in unsere Projekte und vervollständigen<br />

diese wie ein Puzzle.<br />

Hast du einen anderen Blick aufs Geschäft, seitdem<br />

Vito Scavo der Mann fürs Operative ist?<br />

Seit Vito zu uns ins Unternehmen gekommen ist,<br />

habe ich mehr Zeit, um mich um visionäre Themen<br />

zu kümmern und die Markenentwicklungen<br />

im Konzern weiter voranzutreiben.<br />

Inwiefern hat sich die Person Rainer Schaller<br />

im Lauf der Jahre weiterentwickelt?<br />

Die Entwicklung hin zu einer öffentlichen Person<br />

war schon ein Lernprozess. Frei vor Publikum<br />

reden war früher zum Beispiel nie mein Ding.<br />

Aber das kann man lernen. Wie so vieles andere<br />

Was verändert sich, wenn<br />

man statt 10 Studios 1000<br />

leitet?<br />

Viele Effekte lassen sich<br />

hochskalieren. Wenn du für<br />

etwas brennst und regelmäßig<br />

evaluierst, welche Dinge<br />

gut laufen und an welchen<br />

Stellen noch Handlungsbedarf<br />

besteht, wirst du permanent<br />

besser. Bei 1000<br />

Studios ist die Verantwortung natürlich größer,<br />

da mehr Mitarbeiter dranhängen. Ebenso wird<br />

die Führung über die Distanz zu einer Herausforderung.<br />

Aber auch dafür gibt es Lösungen –<br />

man muss sich nur tief damit beschäftigen und<br />

es ernst nehmen.<br />

Die Branche hat sich zuletzt geändert, weil<br />

der Markt mit neuem Kapital geflutet wurde.<br />

Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn du jemanden<br />

zerstören willst, dann schenke ihm fünf<br />

Jahre Erfolg. Aus der Zeit vor der Jahrtausendwende<br />

sind fast nur noch Kieser, die übrigens<br />

einen super Job machen, und wir gelieben – alle<br />

anderen sind weg. Früher war das Business einfacher:<br />

Wer als Bodybuilder Erfolg hatte, hat mit<br />

diesem Rückenwind ein Studio eröffnet und mit<br />

200 Mitgliedern ein gutes Auskommen gehabt.<br />

Das funktioniert heute nicht mehr. Wer nicht mit<br />

der Zeit geht, geht mit der Zeit.<br />

Welche neuen Konzepte überzeugen dich,<br />

welchen stehst du kritisch gegenüber?<br />

5 FAKTEN.....<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

17<br />

BRANDS<br />

41.000<br />

MITARBEITER<br />

WELTWEIT<br />

6,4<br />

MILLIONEN<br />

MITGLIEDER<br />

AKTIV IN<br />

48<br />

LÄNDERN<br />

CA.<br />

1.000<br />

STUDIOS<br />

WELTWEIT<br />

20<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


doloribus. mincto et Ducid<br />

mincto<br />

abor autem<br />

Morgen<br />

Ein Mann und seine Vision:<br />

2022 eröffnet die RSG Group<br />

das weltweit erste<br />

Megazentrum für<br />

Fitness<br />

Geld ist nicht alles: Mit seinem tollkühnsten Projekt<br />

will Rainer Schaller keine Kohle verdienen.<br />

Eine schwarze Null genügt ihm. THE MIRAI soll<br />

das weltweit erste Zentrum für den Fitnessspor<br />

werden. Der Clou daran: Zutritt und Training sind kostenlos.<br />

Geplant ist ein Fitness- und Technologiecluster – über 90 Firmen<br />

wollen sich beteiligen. Schaller denkt dabei weit über<br />

den Fitness-Tellerrand hinaus – und zitiert in diesem Zusammenhang<br />

gerne den Chef der Deutschen Fußball-Liga, Christian<br />

Seifert: “Das wäre so, als wenn der FC Barcelona, Bayern<br />

München und Manchester United an einem gemeinsamen<br />

Ort ihr Trainingsgelände hätten, Aus- und Weiterbildung<br />

machen, gemeinsam forschen und entwickeln.”<br />

Fotos: © Franziska Krug /getty Images Europe, Brian Dowling /getty Images Europe, RSG Group<br />

An seiner Seite: Rainer Schallers langjährige Lebensgefährtin Christiane Schikorsky<br />

Jedes neue Konzept bringt Aufmerksamkeit, frischen Wind,<br />

neue Klientel. Dauerhaft durchsetzen können sich nur wenige.<br />

Der Trend zu Boutique Studios ist spannend – und drückt<br />

aus, wie vielfältig die Szene geworden ist. In der Anfangszeit<br />

war mein Slogan „Die Fitnesshalle für alle“ – die gibt es<br />

heute noch viel weniger als früher. Viele suchen heutzutage<br />

nicht die Nische – sondern die Nische in der Nische.<br />

Welche langfristigen Änderungen in der Branche wird<br />

Corona verursachen?<br />

Der Trend zur 360-Grad-Betreuung beschleunigt sich: Man<br />

trainiert nicht nur im Studio, sondern auch zu Hause, im Hotelzimmer,<br />

im Park. Zudem wollen die Leute flexibler sein,<br />

was die Verträge anbelangt – weshalb wir seit Corona den<br />

monatlich kündbaren Flex-Tarif anbieten.<br />

Inwiefern muss sich McFIT darüber hinaus weiterentwickeln<br />

und neu erfinden?<br />

Wir bleiben niemals stehen. Lange vor Corona haben wir<br />

zahlreiche Häutungen vollzogen: Der Slogan „Einfach gut<br />

aussehen“ war ein Gamechanger. Er hat dazu geführt, dass<br />

wir uns als Anlaufstelle für Menschen positioniert haben, die<br />

ihrem Körper etwas Gutes tun wollen, um sich attraktiver zu<br />

fühlen und zu sein. Ein weiterer Step war, dass wir Einflüsse<br />

von außerhalb zugelassen haben. Michael Michalsky hat<br />

uns geholfen, aus einem Fitnessstudio ein Fitnesszuhause<br />

zu machen - das sogenannte „Home of Fitness“. Die Einführung<br />

zusätzlicher Studiolabels war auch elementar – und<br />

ZENTRUM FÜR SPORT UND GESUNDHEIT<br />

THE MIRAI soll das gesamte Wissen der Fitnessbranche<br />

bündeln und weiterentwickeln. Als Leuchtturmprojekt angelegt,<br />

soll es mit Unterstützung der Politik dem ganzen<br />

Land, der ganzen Welt aufzeigen, welchen wichtigen Stellenwert<br />

das Thema Fitness für die Volksgesundheit hat.<br />

PHYSISCHE UND DIGITALE PLATTFORM<br />

Bei der konzeptionellen Ausrichtung von THE MIRAI wird<br />

der Fokus verstärkt auf digitalen Angeboten liegen. THE<br />

MIRAI ist damit eine einzigartige Plattform, die sowohl die<br />

Fitness- und Gesundheitsbranche, als auch Forschungsund<br />

Entwicklungsinstitute in diesen Bereichen maßgeblich<br />

vorantreibt und so eine perfekte Symbiose aus Digitalisierung<br />

und Fitness schafft.<br />

Mit THE MIRAI in Oberhausen setzt sich Rainer Schaller ein Denkmal<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 21


SUCCESS STORY<br />

„Wir werden<br />

immer günstig<br />

bleiben“<br />

Seit<br />

Kurzem<br />

die daraus resultierende Diversifizierung: McFIT als Allzweckwaffe, High5<br />

für Functional Training, JOHN REED als Marke, die Fitness-Lifestyle verknüpft<br />

mit Kunst, Design, Musik, JOHN & JANE‘S als Boutique-Konzept.<br />

Die Einführung von Live-Kursen war ebenfalls wichtig.<br />

Die gibt es seit wann?<br />

Genaugenommen seit dem McFIT in Würzburg. Dort habe ich Kurse eingeführt.<br />

Hat sich aber nicht gerechnet. Weswegen wir dann 15 Jahre ohne<br />

ausgekommen sind. Seit 2012 haben wir jetzt aber wieder welche im Programm<br />

– geht heute einfach nicht mehr ohne.<br />

Hat die Konkurrenz diesen Trend schneller und besser adaptiert?<br />

Ja, tatsächlich. Wir waren in anderer Hinsicht weiter. Ich habe das Thema<br />

Digitalkurse schon vor 10 Jahren forciert. Damals waren wir zu früh dran –<br />

heute liegen wir damit vorn. Damals dachte ich, dass die virtuellen Kurse<br />

die analogen ersetzen werden. Heute bin ich überzeugt, dass beide Varianten<br />

eine Zukunft haben. Alles entwickelt sich eben weiter – permanent.<br />

Gibt es auch Konstanten in eurem Konzept?<br />

Wir waren und werden immer auch die Heimat für die klassischen Pumper<br />

sein – die nicht Sport machen, um zu leben, sondern leben, um Sport<br />

zu machen. Diese Szene ist uns ganz wichtig – und wird auch niemals<br />

sterben. Und wird werden immer günstig bleiben.<br />

Welche Rolle werden die Discounter in Zukunft spielen?<br />

Eine sehr wichtige. Aber auch Premium wird wachsen. Schwer wird es<br />

die Mitte haben. Im Preissegment von 30 bis 80 Euro hat das Mitglied ein<br />

hohes Anspruchsdenken – und das Studio keinen grenzenlosen Spielraum<br />

für Investitionen. Für die Mitte geht es darum, die Mitglieder anders<br />

abzuholen und zu binden – mit Hilfe von Storytelling und Entertainment.<br />

Sind die Aggregatoren hilfreich oder eine Gefahr?<br />

Je kleiner und spezieller mein Konzept ist, desto hilfreicher sind die Aggregatoren<br />

bei der Akquise. Aber auch die klassischen Fitnessstudios<br />

werden ohne in Zukunft nicht mehr auskommen. Mit der Prognose „in<br />

fünf Jahren gibt es keine Live-Kurse mehr“ habe ich mich 2010 getäuscht.<br />

Ich wage aber trotzdem noch mal eine Vorhersage: In fünf Jahren wird es<br />

kein Studio mehr geben, das ohne Aggregatoren auskommt. Die werden<br />

in unserer Branche so selbstverständlich werden, wie Booking.com im<br />

Hotelbereich. Die Rechnung geht aber nur auf, solange der Aggregator<br />

dem Studio mehr Umsatz generiert. In dem Moment, wo er zu mächtig<br />

wird, wird es problematisch – siehe Benefit in Polen.<br />

Bleibt neben den aktuellen Herausforderungen überhaupt noch Zeit<br />

THE MIRAI fertigzustellen, das weltweit erste Megazentrum für Fitness?<br />

Durch Corona ist das Thema ein bisschen eingebremst worden – geht jetzt<br />

aber mit Vollgas weiter. Als Anhänger des FC Bayern München bekomme<br />

ich mit, welche Aufmerksamkeit Fußball international bekommt – obwohl<br />

viel mehr Leute Fitness betreiben. Diesen Abstand können wir verkürzen,<br />

22<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Gold‘s Gym ist die berühmteste Fitnessstudiokette<br />

der Welt. Ihr Fortbestehen sichert jetzt<br />

der neue Besitzer Rainer Schaller<br />

Corona ist gnadenlos – und deckt jede Schwäche<br />

auf. Unternehmen, die schlampig und planlos<br />

gewirtschaftet haben, zieht das Virus zielsicher<br />

den Stecker. Und macht dabei auch vor großen<br />

Namen nicht halt: Obwohl prominente Mitglieder wie Arnold<br />

Schwarzenegger Gold’s Gym, gegründet 1965 vom<br />

Bodybuilder Joe Gold, zur bekanntesten Fitness-Big Brand<br />

der ganzen Welt gemacht haben, musste die Kette dieses<br />

Jahr Insolvenz anmelden. Im Rahmen eines richterlichen<br />

Auktionsverfahrens bekam die RSG Group am 13. Juli 2020<br />

den Zuschlag. 661 Studios mit drei Millionen Mitgliedern gilt<br />

es jetzt zu koordinieren, die über sämtliche Kontinente des<br />

Erdballs verteilt sind. Mit der Übernahme bedient Schaller<br />

nicht nur sämtliche Altschulden sondern betritt auch ungewohntes<br />

Terrain – ein Großteil der bestehenden Studios<br />

werden von Franchise-Nehmern betrieben.<br />

Alles begann in Venice Beach. Dort<br />

eröffnete Joe Gold (links) 1965 sein erstes<br />

Fitnessstudio (ganz links). Arnold Schwarzenegger<br />

(oben) und Hulk Lou Ferrigno<br />

(Gruppenbild) waren berühmte Kunden.<br />

Inzwischen gibt es in der ganzen Welt 661<br />

Studios – unter anderem in Kairo (großes<br />

Bild). Puma hat der Marke einen eigenen<br />

Schuh gewidmet (rechts)<br />

Fotos: © Gold‘s Gym<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 23


Außerdem<br />

McFIT ist nur ein Bestandteil der RSG<br />

Group. Die streckt ihre Finger krakenähnlich<br />

längst in alle denkbaren<br />

Richtungen aus. Nur Pessimisten<br />

sehen die Gefahr einer Überdehnung,<br />

alle anderen erfreuen sich an dem<br />

unendlich weiten Spektrum des<br />

Unternehmens, das Künstler, Bäcker<br />

und Models für sich vereinnahmt. 17<br />

Brands gehören zum firmeneigenen<br />

Universum – sowohl analoger als<br />

auch digitaler Natur. Wir präsentieren<br />

eine Auswahl<br />

2<br />

1 QI² SPORTS NUTRITION<br />

Das Label steht für Premium-Sportnahrung. Die<br />

vier Produktlinien Man, Woman, Pro und Vegan<br />

sollen Trainierende bei der Erreichung ihrer Trainingsziele<br />

unterstützen<br />

2 MASTER OF ENTHUSIASM<br />

Tamer Trasoglu ist nicht nur Schauspieler, sondern<br />

auch ein Live-Coach, der ganze Konzerthallen<br />

füllt. Unter seiner Anleitung haben sich<br />

schon Tausende enthusiastischer Teilnehmer<br />

nachhaltig ausgepowert<br />

3<br />

3 RON MILLER<br />

Das Künstlerduo Markus Klüh und Ronny Kindt<br />

sind RON MILLER. Hugh Jackmann und Kate Hudson<br />

sind zwei von vielen prominenten Besitzern<br />

der Geisha-fixierten Werken und Installationen<br />

4 STEVEN BAKER<br />

Im Rahmen der Berlinale 2019 feierte die Marke<br />

Steven Baker Premiere. Die Kuchenmanufaktur<br />

des deutschen Bodybuilding-Meisters hat sich<br />

auf Genuss ohne Reue spezialisiert<br />

4<br />

5 CYBEROBICS<br />

Für das Online-Workout hat die RSG Group die<br />

besten Trainer Amerikas versammelt und abgefilmt.<br />

Per App oder Smart TV kommt das digitale<br />

Fitnesserlebnis nach Hause<br />

6 MARCELL VON BERLIN<br />

2012 gegründet steht das Modelabel aus der<br />

Hauptstadt für urbane Designermode. Im Flagship<br />

Store in LA kaufen auch Robbie Williams<br />

und Jennifer Lopez ein<br />

Fotos: © RSG Group<br />

7 McFIT MODELS<br />

Die größte Sportmodelagentur Europas ermöglicht<br />

fitten Mitgliedern eine Karriere auf dem<br />

Catwalk. Aus der Auswahl von 2000 Models bedienen<br />

sich BMW, Deutsche Bank und Zalando<br />

24<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


1<br />

SUCCESS STORY<br />

indem wir mit einem Leuchtturmprojekt wie THE MIRAI Kooperationspartner<br />

von außerhalb mit an Bord bekommen: Bosch, AOK, Bundeswehr,<br />

Adidas – alle wollen mit Fitness eine Schnittmenge bekommen.<br />

Wie kann die Relevanz von Fitness davon abgesehen erhöht werden?<br />

Die größte Aufgabe ist die Schaffung eines Wettbewerbsformats. Sportler<br />

wollen sich immer und überall mit anderen messen. Formate wie Ninja<br />

Warriors gehen in die richtige Richtung. Wir müssen Helden generieren.<br />

5<br />

Was rätst du einem Neugründer, der 2020 mit eigenem Fitnessthema<br />

durchstarten will?<br />

Es ist wichtig, viele Meinungen einzuholen, um verschiedene Perspektiven<br />

zu verstehen und diese nachvollziehen zu können. Wenn man sich<br />

dann entscheidet, einen Weg einzuschlagen, sollte man ihn zu Ende gehen.<br />

Oft ist es klug, nach links zu gehen, wenn alle anderen nach rechts<br />

schwenken. Angst ist im Allgemeinen kein guter Begleiter, Respekt dagegen<br />

das Wichtigste und Wertvollste in allem, was man tut.<br />

Die Geschichte von Rainer Schaller kennt auch einen absoluten Tiefpunkt.<br />

Bei der von ihm veranstalteten Loveparade in Duisburg starben 2010 21<br />

Menschen. Im Mai 2020 wurde das Verfahren eingestellt – ergebnislos,<br />

ohne Urteil, wegen Verjährung und Corona. Er gibt zu dem Thema bereitwillig<br />

Auskunft. Bittet aber darum, die Fragen am Ende des Gesprächs zu<br />

stellen. Weil es ihm danach unmöglich sei, nach diesem Thema einfach<br />

wieder in den Modus des erfolgsbesessenen Fitnessmachers zu wechseln.<br />

Hilft diese Ende auch dir, mit dem Thema abzuschließen?<br />

Es wird für mich immer präsent bleiben. Bis heute stehe ich als Ansprechpartner<br />

für die Angehörigen von Toten und den Verletzten zur Verfügung.<br />

6<br />

Verstehst du die Justiz?<br />

Ich hatte auf ein klares Ende gehofft. Jetzt sind einfach zu viele Fragen offen<br />

geblieben – das enttäuscht mich sehr. Es bleiben bei allen Beteiligten<br />

Narben zurück, die niemals heilen werden.<br />

Hast du dich bezüglich der Katastrophe als Sündenbock gefühlt?<br />

Ich bin nie angeklagt worden – aber fühle mich trotzdem moralisch verantwortlich.<br />

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Rainer.<br />

7<br />

Um die Eingangsfrage zu klären:<br />

Rainer Schaller ist 1,91 Meter groß<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 25


SUCCESS STORY<br />

Was wäre von<br />

Rainer Schaller<br />

wohl zu erwarten,<br />

wenn es ihn<br />

zweimal gäbe?<br />

„Zeit für Fitness? Drei bis vier Mal die Woche“<br />

Rainer Schaller<br />

KURZ<br />

gefragt<br />

Der ganz persönliche Fragebogen: Rainer Schaller verrät<br />

uns sein ganz persönliches Fitnessprogramm<br />

Wo trainiert der Chef?<br />

Zu Hause.<br />

Zu welcher Musik?<br />

Querbeet, momentan zu französischem Hiphop.<br />

Fitness-Ernährung?<br />

Hauptsache, es schmeckt.<br />

Wieviel Zeit für Fitness?<br />

Drei bis vier Mal die Woche.<br />

Lieber allein trainieren, oder in Gesellschaft<br />

Ich will trainieren, wann ich will, ganz spontan. Deshalb allein.<br />

Aktueller Trainingsschwerpunkt<br />

2er-Split ohne Beine.<br />

In welchen Klamotten?<br />

Billige Jogginghose.<br />

Welcher Sport außer Fitness?<br />

Keiner.<br />

Größter sportlicher Erfolg<br />

150 Kilogramm gedrückt.<br />

Das letzte Mal komplett ausgepowert?<br />

Beim Rennradfahren. Nicht beim Fitness – zu gefährlich.<br />

26<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


LIMITED EDITION<br />

‚1 OF 125‘<br />

ABT RSQ8-R – 544 kW (740 PS), 920 Nm<br />

Verbrauchswerte nach WLTP in l/100 km (die angegebenen Verbrauchswerte beziehen sich auf das Serienfahrzeug):<br />

niedrig 23,6, mittel 14,0, hoch 11,2, extra hoch 11,9, kombiniert 13,7; CO2-Emissionen kombiniert: 311 g/km.<br />

Abbildung zeigt Individualisierungsmaßnahmen nach den Regelungen der StVZO für Änderungen an in Verkehr befindlichen Fahrzeugen.<br />

WWW.ABT-SPORTSLINE.DE


NEWS<br />

Bei der Eröffnung 2018 war Fitnessmodel<br />

Pamela Reif der Stargast – eingerahmt von<br />

den französischen Leichtahleten Benjamin<br />

Compaoré (links) und Jimmy Vicaut<br />

Unser Guide vor Ort: PUMA-Mann Sebastian<br />

Friedrich (39), Head of Central Services<br />

Verwöhnprogramm<br />

Fitte Mitarbeiter sind produktiver und besser gelaunt:<br />

Weshalb PUMA seinen ein eigenes Gym gebaut<br />

hat, klein, aber mit allen Schikanen. Wir waren in<br />

Herzogenaurach – und erhielten eine exklusive Führung<br />

Die Chancen standen durchaus<br />

gut: Dass PUMA-Boss Bjørn<br />

Gulden im Gym pumpt,<br />

während wir es inspizieren.<br />

“Der trainiert regelmäßig hier,” erklärt<br />

uns Sebastian Friedrich, Head of Central<br />

Services beim fränkischen Unternehmen.<br />

Leider bekommen wir ihn nicht zu Gesicht.<br />

Möglicherweise hat sich der Norweger<br />

zu sehr ausgepowert, im Rahmen<br />

eines Tennismatches mit Boris Becker<br />

am Vortag. Mit dem hat sich der Manager<br />

auf dem frisch eingeweihten Tenniscourt<br />

duelliert. Ausgeloste Mitarbeiter durften<br />

ebenfalls gegen die Wimbledon-Legende<br />

mit PUMA-Vertrag antreten. Auf dem<br />

Firmengelände gibt es zudem einen<br />

Fußball- und einen Basketballplatz.<br />

Entsprechend durchtrainiert und lebendig<br />

wirkt die Belegschaft, die wir vor Ort<br />

in Augenschein nehmen – ohne jegliche<br />

adipöse Tendenzen.<br />

Alles für den Mitarbeiter, lautet die Devise<br />

bei PUMA. In der Hoffnung, dass dieser im<br />

Gegenzug alles für die Firma gibt. Bei Sebastian<br />

Friedrich besteht daran kein Zweifel.<br />

Der Mann ist seit 15 Jahren in Herzogenaurach<br />

und so auf das Unternehmen<br />

eingeschworen, dass wir bei gründlicher<br />

Suche vermutlich ein Raubkatzen-Tattoo<br />

auf seinem Körper entdecken würden.<br />

Er zeichnet für Konzeption und Einrichtung<br />

des Studios verantwortlich, das<br />

Montag bis Freitag bis 22 Uhr geöffnet hat<br />

und sogar Samstags Zutritt gewährt: „Wir<br />

hatten vorher ein Fitnesszimmer – mit 150<br />

28<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


PUMA-Sportler Usain Bolt<br />

überwacht mit scharfem<br />

Auge den Trainingserfolg<br />

GEBRAUCHTGEGENSTAND<br />

EGYM bietet ab sofort Gebrauchtgeräte<br />

an – ab 999<br />

Euro pro Monat. Die Refurbished<br />

Machines sind sorgfältig<br />

generalüberholt und mit Garantie<br />

und neuester Software<br />

versehen. Letzere stellt sicher,<br />

dass die Vernetzung mit den<br />

firmeneigenen Apps funktioniert.<br />

Aufgrund der begrenzten<br />

Verfügbarkeit richtet sich das<br />

Programm ausschließlich an<br />

Physiopraxen. Denen verspricht<br />

EGYM eine Refinanzierung<br />

schon ab 21 Selbstzahlern.<br />

Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

Quadratmetern und fünf Geräten.“ Abhilfe tat<br />

not. Friedrich besichtigte hochwertige Hotelfitnessanlagen<br />

und Fit/One-Studios. „Wir wollten<br />

keinen sterilen Kraftraum haben, sondern<br />

einen Ort der Begegnung, des Austauschs, der<br />

Zusammengehörigkeit schaffen,“ erklärt er mit<br />

mildem Pathos in der Stimme. Das Konzept geht<br />

auf: „Viele verabreden sich zum gemeinsamen<br />

Sport, teilweise haben sich ganze Trainingsgruppen<br />

gebildet – über Abteilungsgrenzen hinweg.“<br />

Mit 500 Quadratmetern ist das Studio unverändert<br />

recht kompakt. Hat aber alles, was man<br />

braucht: Kraft- und Cardiogeräte, Functional<br />

Area mit Hammerstrength-Box, zwei Kursräume.<br />

Ausstatter Life Fitness darf sich über Folgeaufträge<br />

freuen: „Unser Gym dient als Blaupause für<br />

Studios, die wir an weiteren PUMA-Standorten<br />

eröffnen. Das nächste entsteht in Boston..“<br />

Eines darf bei einem Besuch bei einem fränkischen<br />

Sportartikelhersteller natürlich nicht<br />

fehlen: ein Seitenhieb gegen den heißgeliebten<br />

Rivalen und Nachbarn auf der anderen<br />

Straßenseite. „Nur für Kurse entrichten unsere<br />

Mitarbeiter einen kleinen Obolus, die Nutzung<br />

des Gyms und des täglich anwesenden<br />

Trainers ist hingegen kostenfrei. Im Gym von<br />

Adidas hingegen müssen die Angestellten<br />

grundsätzlich zahlen.“ Wie es dort aussieht,<br />

werden wir demnächst eruieren, Herzogenaurach<br />

sieht uns also bald wieder...<br />

FLASCHE VOLL<br />

Ex-Fußballer Gazi Avakhti startet mit seiner Multifunktionsflasche, dem<br />

GA Shaker+ 2.0, durch. Bei einem Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen,<br />

dem Ösi-Pendant zur Höhle der Löwen, konnte er gleich drei namhafte<br />

Investoren mit seinem Qualitätsversprechen begeistern: „Unser<br />

in Deutschland gefertigtes Produkt ist die Alternative zu billiger China-Ware.“<br />

Ausgestattet mit frischem Kapital sollen 2021 etliche Innovationen<br />

erfolgen. Neben dem Einzelhandel sind Fitnessstudios die<br />

Kernzielgruppe für die Alleskönner-Flasche mit Smartphonehalterung.<br />

FORSCHUNGSPROJEKT<br />

Fitnessstudiobetreiber Daniel<br />

Haymann (rechts) und<br />

Sportwissenschaftler Dr. Dr.<br />

Michael Despeghel haben<br />

bei der Uni Gießen eine Studie<br />

in Auftrag gegeben, die<br />

den positiven Effekt von Fitnesstraining<br />

auf die Gesundheit<br />

belegen soll – um damit<br />

dessen Relevanz zu unterstreichen.<br />

Die Studie kostet<br />

50 000 Euro, Spendenbeiträge<br />

sind willkommen. Ergebnisse<br />

werden im November<br />

ewartet.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 29


NEWS<br />

Die Ausstatterliste ist namhaft:<br />

Life Fitness, Five, EGYM, Power<br />

Plate, Magicline, Les Mills,<br />

Gantner, Reichel, Aschenbach<br />

Ein perfekter<br />

Alexander Sosa entwickelt sich zur Branchengröße:<br />

In Schenefeld hat der Superstratege jetzt seinen<br />

achten Sports Club eröffnet. Satt ist<br />

er deshalb noch lange nicht...<br />

Alexander Sosa hat gut lachen: Der ehemalige Werbefachmann<br />

hat 2010 sein erstes Premium-Studio aufgemacht. Im Zentrum<br />

von Hamburg entsteht gerade das neunte, direkt neben namhaften<br />

Wettbewerbern. Schreckt ihn nicht: „Die haben einen<br />

Pool – aber wir die viel günstigeren Preise.“<br />

Der Mann glaubt nicht an Zufälle. Oder Schicksal. Oder Glück.<br />

An die Wirksamkeit klarer Strukturen hingegen schon. „Erfolg<br />

ist kalkulierbar,” sagt der Mittvierziger selbstbewusst. Mit<br />

seinen Sports Clubs hat er eine gut geölte Fitnessmaschinerie<br />

entwickelt, die regelmäßig neue Studios ausspuckt. Die sind sich alle sehr<br />

ähnlich – Skalierbarkeit ist Trumpf: „Wir eröffnen ausschließlich in stark<br />

frequentierten Einkaufszentren und benötigen eine Grundfläche von mindestens<br />

2000 Quadratmetern.” Der Platzbedarf kommt nicht von ungefähr:<br />

„Wir bieten Premiumfitness zum Discounttarif von 29,90 Euro. Die zwei Millionen,<br />

die uns jedes Studio kostet, holen wir über Auslastung wieder rein.“<br />

Der erfolgreichste Sports Club verzeichnet folgerichtig 6500 Trainierende.<br />

Sosa investiert viel Geld in Marketing. Damit kennt er sich aus – er kommt<br />

aus der Werbebranche. „Unsere hauseigenen Handwerker brauchen drei<br />

Monate, um ein Studio einzurichten. Diese Zeitspanne nutzen wir, um via<br />

Social Media Kunden zu akquirieren. So starten wir bereits zur Eröffnung<br />

mit mindestens 1500 Mitglieder durch – und sind damit schon in den ersten<br />

Monaten rentabel.“ Sagt er ganz beiläufig, freut sich dabei aber sichtlich.<br />

Er mag es einfach, wenn ein Plan funktioniert.<br />

30<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Auf ein Bier in<br />

Nürnberg mit<br />

Florian Schmitt<br />

(46). Beilage:<br />

Twinsbar-Riegel in<br />

vier Geschmacksrichtungen<br />

Plan<br />

3 FRAGEN AN <strong>FITNESS</strong>-UNTERNEHMER FLORIAN SCHMITT<br />

Wie geht‘s?<br />

Super. Meine Freundin Susann hat mir gerade einen Sohn geschenkt,<br />

den kleinen Luca. Er wurde in der Berliner Charité geboren, inzwischen<br />

sind wir wieder zurück in Salzburg. Sie hat sich eine Auszeit von ihrem<br />

Job bei Red Bull genommen, kann sich deshalb perfekt kümmern. Darüber<br />

bin ich sehr froh: Ich habe aktuell nämlich wenig Zeit.<br />

Warum?<br />

Zusammen mit meinem Zwillingsbruder Karl will ich mit Spaß, Power<br />

und Leidenschaft den Schokoriegel-Markt aufmischen. Der wird bisher<br />

dominiert von internationalen Großunternehmen. Unser Twinsbar-Riegel<br />

ist zuckerfrei, vegan, habhaft. Und natürlich superlecker. Wir verkaufen<br />

B2C. Vertrieb über Fitnessstudios ist aber ebenfalls denkbar.<br />

Und sonst so?<br />

Fitnessclubs betreiben wir wie gehabt: Im Bodyinvestment in Grafing<br />

verbinden wir effektives Training mit modernster Diagnostik. Zudem<br />

sind wir Fit+-Hauptlizenznehmer für Österreich, noch dieses Jahr eröffnen<br />

wir dort zwei Anlagen. Viele weitere werden folgen. Ich kann<br />

diesbezüglich sehr langfristig planen: Dank meines #100werden-Longlife-Projekts<br />

ist mit meinem Ableben nicht vor 2073 zu rechnen.<br />

Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

Entertainmentfaktor:<br />

„Das Mitglied muss<br />

sich schon beim<br />

Eintreten unterhalten<br />

fühlen. Alle unsere Life<br />

Fitness-Geräte haben<br />

Netflix. Kostet GEMA<br />

ohne Ende, aber egal...“<br />

INS WASSER MARSCH!<br />

Die Aquafitnessexperten von BECO präsentieren mit der BEbell eine<br />

neue Hantel für Wassertraining – für das Training von Schulter-, Armund<br />

Rumpfmuskulatur. Ihr ergonomisch geformter Griff soll perfekt in<br />

der Hand liegen, ein Schild erhöht den Widerstand. Die aus einem einzigen<br />

Stück gefertigte Hantel besteht aus EPP, einem Kunststoff-Luft-Gemisch,<br />

das robust und langlebig ist und kaum Flüssigkeit aufnimmt.<br />

Dadurch verspricht der Hersteller maximalen Auftrieb. Die komplett in<br />

Deutschland gefertigte BEbell ist in zwei verschiedenen Größen ab 27<br />

Euro pro Paar erhältlich.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 31


NEWS<br />

Geld her!<br />

Nicht erst seit Corona ist ein gut organisiertes Forderungsmanagement<br />

wichtig, um auf ausstehenden Beiträgen<br />

nicht sitzenzubleiben. Wolfgang Gehrer von CashControl<br />

informiert uns über die aktuellsten Entwicklungen<br />

Wolfgang Gehrer (55),<br />

Senior Consultant bei<br />

CashControl, arbeitet seit<br />

15 Jahren im Forderungsmanagement<br />

Wie funktioniert Inkasso im<br />

Jahr 2020?<br />

Wolfgang Gehrer: Die Auswirkungen<br />

der Digitalisierung<br />

sind heute in jedem<br />

Bereich sichtbar, so auch<br />

im Inkasso. Abläufe werden<br />

automatisiert, Software<br />

unterstützt in praktisch jedem<br />

Bereich, das macht uns<br />

schneller und erfolgreicher. Fern<br />

aller Klischees sind wir damit<br />

ein Finanzdienstleister in einem<br />

sehr speziellen Bereich. Modernes<br />

Forderungsmanagement<br />

hat mit breiten, Baseballschläger-bewehrten<br />

Jungs nichts<br />

zu tun. Es ist vielmehr ein<br />

psychologischer Prozess, der<br />

sicherstellen soll, dass unsere<br />

Auftraggeber ihr Geld zurückbekommen.<br />

Trotzdem gibt es schwarze<br />

Schafe, die fragwürdige<br />

Methoden einsetzen.<br />

Böse Jungs gibt es<br />

überall, aber sie<br />

sind sehr selten.<br />

Wir dürfen nicht<br />

übersehen, dass<br />

offene Forderungen auf einer erbrachten Leistung<br />

basieren, denen hart arbeitende Menschen<br />

hinterherlaufen müssen. Wir<br />

helfen dabei, wir sind die Guten.<br />

2019 wurden branchenübergreifend<br />

über 5 Mrd. Euro durch<br />

Inkasso-Unternehmen wieder<br />

in die Wirtschaft zurückgeführt,<br />

das entspricht dem gesamten<br />

Umsatz der Fitnessbranche.<br />

Wie sollen speziell Fitnessstudios<br />

offene Beiträge angehen?<br />

Zunächst wäre meine Empfehlung, einen<br />

fixen internen Prozess zu installieren. Mindestens<br />

einmal sollte man persönlich nachhaken,<br />

danach zwei Mahnungen senden mit einer Frist<br />

von jeweils zehn Tagen. Wenn bis hierher nichts<br />

passiert ist, direkt Abgabe an uns.<br />

Hat sich der Ablauf seit Corona geändert?<br />

Ich unterscheide seitdem zwischen Forderungen,<br />

die tatsächlich mit Corona zu tun haben<br />

und solchen, die vorher schon offen waren. Für<br />

erstere ist ein flexibleres Vorgehen sinnvoll. Hier<br />

gilt es abzuwägen, zwischen berechtigten Ansprüchen<br />

und angemessenem Verhalten seinen<br />

Mitgliedern gegenüber. Wer die Krise aber nur<br />

nutzt, um seine Schulden weiter vor sich her zu<br />

schieben, der hat wenig Verständnis verdient.<br />

Für unsere Kunden haben wir darüber hinaus einen<br />

„Care-Retainer“ installiert. Das bedeutet, sie<br />

bekommen von uns einen Vorschuss auf eingereichte<br />

Forderungen, um ihnen über die Coronabedingten<br />

Ausfälle hinwegzuhelfen.<br />

Was ist mit den Regelungen rund um das<br />

„Gutschein-Gesetz“? Wie geht ihr damit um?<br />

In erster Linie handhaben unsere Auftraggeber<br />

das selbst, wir sind hier nur beratend tätig. Gerade<br />

jetzt in Zeiten der Krise ist es wichtig, nicht<br />

nur die offene Forderung, sondern auch die gemeinsame<br />

Zukunft mit seinen Mitgliedern zu<br />

sehen. Natürlich könnte man die Möglichkeiten<br />

ausnutzen, die das Gutschein-Gesetz einem eröffnet.<br />

Ich bezweifle aber, dass damit eine langfristige<br />

Kundenbindung erreicht wird. Du kannst<br />

nicht monatelang Solidarität fordern und dann<br />

draufhauen. Corona hat viele Menschen<br />

wirklich hart getroffen. Wir bieten<br />

Schuldnern zum Beispiel an, die<br />

monatlichen Ratenzahlungen zu<br />

stunden.<br />

Das ist eine unerwartet verständnisvolle<br />

Haltung für einen<br />

Inkasso-Mann...<br />

Wie Al Capone einmal sagte:<br />

„Verwechsle Güte nicht mit<br />

Schwäche“. Letztendlich wird jede<br />

offene Forderung, die uns übergeben<br />

wird, mit einer hohen Erfolgsquote eingetrieben.<br />

Wir reden hier nur über das „Wie“ und<br />

„Wann“, nicht über das „ob überhaupt“.<br />

32<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


NORDDEUTSCHE BEWEGUNG<br />

Unter Ägide von Geschäftsleiter Chris Rapior (links) und Regionalmanager<br />

Lars Bönisch hat die norddeutsche Fitnessstudiokette Wellyou jetzt<br />

ein neues Studio in Emden eröffnet. Die 2350 Quadratmeter große Anlage<br />

punktet mit den neuesten Hammer Strength-Geräten, einem Life<br />

Fitness Synergy 360 Trainingsturm, Ladies Corner inklusive Power Plate<br />

und einem Cardio-Park mit Matrix-Geräten. Der komplette Um- und<br />

Ausbau wurde von Ausstatter BB-Fitness durchgeführt. Gestillt sind die<br />

Expansionsgelüste von Wellyou damit aber noch nicht: „Am 3. Oktober<br />

machen wir in Aurich unser 23. Studio auf,“ umreißt Rapior (41) die weiteren<br />

Pläne. Weitere Standorte sind vorrangig in Niedersachsen geplant<br />

– unter anderem in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg.<br />

KLETTERN MACHT SPASS<br />

Studio-Mitglieder sind zunehmend an Outdoor-Aktivitäten<br />

interessiert. Buildering-Spots<br />

trägt diesem Bedürfnis Rechnung und baut<br />

Gebäudefassaden zu funktionellen Kletterund<br />

Boulderwänden um. Das Sortiment umfasst<br />

verschiedene Strukturen in variablen<br />

Schwierigkeitsstufen und Designs – von Klettergriffen<br />

über Natursteinnachbildungen bis<br />

hin zu Stahlbeton. Das Unternehmen übernimmt<br />

die komplette Projektierung oder liefert<br />

Teilbereiche zu.<br />

Fotos: © Hersteller, Bigstock<br />

STEHEN<br />

BLEIBEN!<br />

Extrafit bietet jetzt einen<br />

neuen Standzirkel für<br />

Muskellängenwachstum<br />

an, der mit Schuhen<br />

genutzt werden kann.<br />

Anwender nutzen ihn<br />

optimalwerweise als<br />

Zwischenstation beim<br />

Absolvieren eines elektronischen<br />

Kraft- oder<br />

Kraft-Ausdauer-Zirkels.<br />

Der platzsparende Zirkel<br />

deckt alle elementaren<br />

Muskelgruppen ab, die<br />

für ein effektives Ganzkörpertraining<br />

benötigt<br />

werden. Er besteht aus<br />

fünf Stationen für Brust,<br />

Hüfte, Wade, Po und Rücken.<br />

Entwicklung und<br />

Herstellung finden in<br />

Deutschland statt. Der<br />

Preis liegt bei 6000 Euro.<br />

STRAFFES PROGRAMM<br />

Neuigkeiten aus der Rubrik Bodyforming:<br />

Der 2018 in USA eingeführte EM-ShapeX<br />

verspricht jetzt auch hierzulande nicht-invasive<br />

Köpferstraffung für Po, Hüfte und Bauch.<br />

Hochintensive elektromagnetische Energie<br />

soll die Muskeln stimulieren und Fett verbrennen<br />

– einfach, schnell und schmerzfrei.<br />

Generalimporteur Terra Art empfiehlt vier<br />

30-minütige Anwendungen pro Behandlungsareal,<br />

verteilt auf zwei Wochen.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 33


KOLUMNE<br />

Der Insider<br />

„Ich bemühe mich total – aber komme nicht<br />

voran. Was muss ich ändern?“ Diese Frage<br />

stellen mir Betreiber immer wieder. Meine<br />

Antwort: Nachhaltiger Unternehmenserfolg<br />

braucht klare Strukturen – sonst wird das nichts<br />

Der Insider: Torsten Boorberg (48) ist erfolgreicher Fitness-Unternehmer<br />

und Herausgeber von <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>. An dieser Stelle berichtet<br />

er regelmäßig aus dem Innenleben einer spannenden Branche<br />

Foto: © Lena Willgalis<br />

Fitness ist und bleibt eine Dienstleistungsbranche.<br />

Wir Fitnessstudiobetreiber bieten<br />

unseren Kunden die Möglichkeit, ihre persönlichen<br />

Ziele zu erreichen – und tragen dazu<br />

Ausstattung und Knowhow bei. Ein gesundes und langes<br />

Leben scheint damit für jedermann in greifbare Nähe<br />

zu rücken. Nötig ist hierfür lediglich ausreichend großes<br />

Engagement in Form von Kraft- und Ausdauertraining,<br />

Beweglichkeitsübungen, eine richtige Ernährung und etwas<br />

Regeneration. Zumindest ist das das Versprechen,<br />

das wir unserer Kundschaft geben.<br />

Viele Unternehmerkarrieren in der Fitness- und Gesundheitsbranche<br />

sind mit einer derartigen Motivation gestartet<br />

und sehr erfolgreich geworden. Noch viel mehr<br />

sind daran zugrunde gegangen. An der Idee und der<br />

Überzeugung nämlich, dass eine profunde Dienstleistung<br />

in Form eines kompetenten Lehrers und eines<br />

strukturierten Trainingsplans dazu führen wird, dass die<br />

Mitglieder erfolgreich sind. Und dadurch, mit scheinbar<br />

folgerichtiger Zwangsläufigkeit, auch das Unternehmen<br />

floriert.<br />

Regelmäßig geht es vielversprechend los: Der erste eröffnete<br />

Club brummt. Euphorisch wird der zweite aufgemacht.<br />

Spätestens beim dritten treten Probleme auf: Es<br />

gelingt plötzlich nicht mehr, die gewohnt hohe Dienstleistungsqualität<br />

über den Erfinder und Inhaber hinaus,<br />

auf Personal, Strukturen und Organisation zu übertragen.<br />

Es fehlt an klaren Prozessen und Vorgaben, deren Implementierung<br />

eine Arbeitsteilung überhaupt erst ermöglicht.<br />

Resultat sind Unstimmigkeiten und Unfrieden – und<br />

im schlimmsten Fall geschäftlicher Misserfolg.<br />

Viele Fitnessmacher überschätzen sich selbst und unterschätzen<br />

die Gnadenlosigkeit des Marktes: Mittlerweile<br />

denkt jeder 23-jährige Sport- und Fitnesskaufmann,<br />

dass er mit seiner abgeschlossenen Ausbildung und<br />

den erworbenen<br />

Kompetenzen in<br />

Trainingslehre,<br />

Gerätewartung,<br />

frühem Aufstehen,<br />

Putzen und<br />

Mitgliederwerbung,<br />

die Befähigung<br />

hat, mit<br />

einem eigenen<br />

„Oft geht es gut<br />

los – dann aber<br />

schlecht weiter“<br />

Fitnesskonzept die Welt zu erobern. Im ersten Schritt will er<br />

seine Heilslehren aus einem Angestelltenverhältnis heraus<br />

unters Volk bringen – oftmals auf Kosten des Inhabers.<br />

Wer kennt ihn nicht? Den Trainer Paul, der mit seiner B-Lizenz<br />

und seinem durch unzählige Weiterbildungen gesammelten<br />

Erfahrungsschatz, Mitglieder mit exklusiven Geheiminformationen<br />

und Mehrwissen beglückt: „Low carb<br />

ist total out“ verkündet er seit Neuestem. Dass sein Club<br />

eigentlich ein ganz anderes Ernährungskonzept propagiert,<br />

ignoriert er geflissentlich.<br />

Derlei Wildwuchs magt im Kleinen harmlos und verzeihlich<br />

sein - ohne robuste Leitplanken wächst er sich schnell zur<br />

existenzgefährdenden Plage aus. Deshalb gilt: Einfache,<br />

multiplizierbare Prozesse und klare Vorgaben für die zu erbringende<br />

Dienstleistungsqualität – sowohl in der Abgrenzung<br />

nach oben als auch nach untern– sind der Schlüssel zu<br />

nachhaltigem Geschäftserfolg. Der Kunde muss eine konstante,<br />

nachvollziehbare und reproduzierbare Gegenleistung<br />

für seinen Mitgliedsbeitrag erhalten – sonst wird er sich heute<br />

besser und morgen schlechter betreut fühlen. Und übermorgen<br />

abspringen.<br />

Gewinner sind deshalb die Unternehmen, die in ihrer Kommunikation<br />

ein klares System darstellen und vermitteln und<br />

dieses jeden Tag aufs Neue konsequent, vergleichbar und<br />

transparent umsetzen.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 35


FACTS<br />

Gleich<br />

geht los<br />

Das Leben im Allgemeinen und der Sport im Besonderen sind<br />

geprägt durch viele Herausforderungen. Das ist gut so. Denn<br />

es sind die Hindernisse, die uns stärker, reifer und weiser machen.<br />

Es ist der Glaube, das Unmögliche möglich zu machen.<br />

Auf dem Weg zum Erfolg, werden Sie möglicherweise zweifeln.<br />

Bedenken haben. Fluchen. Ich behaupte nicht, dass es einfach<br />

ist. Aber wenn es einfach wäre, würde es jeder machen. Eine<br />

Anleitung zum Erfolg in zehn Kapiteln von Dr. Michèl Gleich<br />

Was unterscheidet erfolgreiche Menschen von weniger erfolgreichen<br />

Menschen? Sie lernen vor allem aus den Niederlagen und Phasen<br />

ihres Lebens, in denen es gerade mal nicht so rund lief. Haben Sie etwa<br />

gewusst, dass Albert Einstein erst mit vier Jahren das Sprechen lernte,<br />

später von der Schule flog und von einer Universität abgewiesen wurde? Seine Lehrer<br />

beschrieben ihn als „geistig langsam, ungesellig und stets in seinen törichten Träumen<br />

abschweifend“. Walt Disney wurde wegen Mangels an Ideen von einem Zeitungsherausgeber<br />

gefeuert. Beethoven spielte nur seine eigenen Kompositionen, weil er mit der<br />

Violine überhaupt nicht zurecht kam. Für seinen Lehrer war er ein hoffnungsloser Fall.<br />

Ich bin der festen Überzeugung, dass mit Leidenschaft und Disziplin vieles im Leben<br />

erreicht werden kann - um nicht zu sagen alles. Zurückblickend kann ich sagen, dass<br />

ich aus meinen Rückschlägen oft mehr gelernt habe als aus meinen Erfolgen. Ich möchte<br />

deshalb keine Erfahrung der Vergangenheit missen – auch wenn viele schmerzhafte<br />

dabei waren.<br />

Für mein eigenes Unternehmen und meine Tätigkeit als professioneller Athletik- und<br />

Personal Trainer haben sich verschiedene Regeln als erfolgsversprechend herauskristallisiert,<br />

die ich fortwährend hinterfrage und neu erörtere, um mich stets der aktuellen<br />

Lage anpassen zu können.


„Ich behaupte nicht,<br />

dass es einfach ist“<br />

Dr. Michèl Gleich<br />

Trainer und Autor Dr. Michèl Gleich<br />

lebt und läuft mit seinem Belgischen<br />

Schäferhund Manolo in Berlin<br />

Fotos: © XXXXXXXXXX


FACTS<br />

DEFINIEREN SIE IHRE MARKE<br />

Ein Ziel Ihres beruflichen Erfolgs sollte eine starke Kundenbindung<br />

sein. Dies erreichen Sie durch einen regelmäßigen Austausch<br />

mit Ihrer Zielgruppe. Gehen Sie auf die Anliegen, Fragen<br />

und Wünsche Ihrer Kunden ein. Bauen Sie nicht nur über das<br />

Internet eine Markenbekanntheit auf. Versuchen Sie Ihren „Followern“<br />

einen ehrlichen und authentischen Grund zu geben,<br />

überzeugend über Sie und Ihre Marke zu reden und im besten<br />

Fall Empfehlungen dafür auszusprechen. Es ist nicht immer<br />

das Ergebnis, das zählt, sondern vor allem der Prozess dorthin.<br />

Was bedeutet es überhaupt, erfolgreich zu sein? Diese Antwort<br />

können nur Sie ganz alleine geben. In meinem Beruf als<br />

Trainer und Unternehmer werde ich mit den verschiedensten<br />

beruflichen und sportlichen Zielen konfrontiert. Der Sport und<br />

die Leidenschaft, mit Disziplin und Ehrgeiz alles erreichen zu<br />

können, war und wird dabei immer ein Anker sein. Ich versuche<br />

in jedem Training und in jeder beruflichen Aufgabe das Beste<br />

aus mir und für mein Umfeld herauszuholen. Jede einzelne Trainingseinheit<br />

und jedes Projekt ist wie ein Sieg und der Beweis,<br />

dass ich es schaffen kann. Das gute, positive Gefühl nehme ich<br />

dann mit in den nächsten Tag, damit es mir Kraft, Mut und Zuversicht<br />

für die weiteren Herausforderungen des Lebens gibt.<br />

Der tagtägliche Kampf gegen<br />

den inneren Schweinehund:<br />

Grenzen müssen überwunden,<br />

Fesseln gesprengt werden<br />

Beherzigen Sie diese zehn Regeln – und<br />

gehen Sie entschlossen und unnachgiebig<br />

Ihren Weg hin zu einem erfüllteren,<br />

glücklicheren und ergiebigeren Leben.<br />

MACHEN SIE SICH EINEN PLAN<br />

Skizzieren Sie zunächst ein Bild Ihrer aktuellen Lage, um Ihre<br />

berufliche Strategie festlegen zu können. Was ist Ihnen wichtig?<br />

Ein Grundpfeiler Ihrer Außenwirkung ist vor allem Ihre<br />

unternehmerische Kommunikationsstrategie. Überlegen Sie<br />

sich daher genau, auf welche Werte Sie in der Vergangenheit<br />

im Rahmen Ihrer Kundenbeziehungen sowie Produkte den<br />

Fokus gesetzt haben. Was ist das Besondere an Ihnen und<br />

Ihrem Service? Versuchen Sie dann diesen „unique selling<br />

point“ gezielt in Ihre Unternehmensstrategie zu integrieren. Ja,<br />

auch ein Blick auf die Konkurrenz kann helfen, ist aber meines<br />

Erachtens nicht zwingend notwendig, da jeder von uns<br />

einzigartig ist. Fokussieren Sie sich auf die persönlichen und<br />

individuellen Stärken.<br />

LEGEN SIE SICH AUF EINE ZIELGRUPPE FEST<br />

Um erfolgreich zu sein, sollten Sie sich detailliert Gedanken darüber<br />

machen, wie Sie Ihre Zielgruppe definieren und wen Sie<br />

mit Ihrem individuellen Service ansprechen möchten. Es wird<br />

immer Menschen geben, die begeistert von Ihrer Person und<br />

Ihren Leistungen sind. Aber auch gegenteilige Einstellungen<br />

sind oft auch zu gleichen Teilen vertreten. Es ist daher wichtig,<br />

dass Sie sich genau überlegen, wo die von Ihnen definierte<br />

Zielgruppe aktiv ist und auf welche Art und Weise Sie diese<br />

ansprechen möchten. Das Internet bietet hierbei sicherlich die<br />

schnellste und vermeintlich einfachste Variante. Aber ist diese<br />

auch effektiv? Ich bin der festen Überzeugung, dass nichts den<br />

direkten Kundenkontakt ersetzen sollte, den hier werden persönliche<br />

und ehrliche Meinungen gebildet, die über den weiteren<br />

beruflichen Erfolg entscheiden werden.<br />

Im Bereich der Internetkommunikation können Sie einerseits<br />

auf Ihre eigenen, praktischen Erfahrungswerte zurückgreifen,<br />

aber ebenso auch durch Recherche von Studien oder Analysen<br />

herausfinden, wo „Ihre“ Nutzer im Netz unterwegs sind. Je<br />

genauer Sie Ihre Zielgruppe kennen – egal ob in der virtuellen<br />

oder der realen Welt – desto besser können Sie diese mit gezieltem<br />

Inhalt erreichen und eine authentische Kommunikation<br />

und guten Service gewährleisten.<br />

UMGEBEN SIE SICH - WENN MÖGLICH - IMMER<br />

MIT POSITIVEN MENSCHEN<br />

Überlegen Sie einmal: Fühlen Sie sich nicht auch gleich motivierter<br />

und energiegeladener, wenn Sie sich mit optimistischen<br />

und rundum positiv eingestellten Menschen umgeben? Gute<br />

Laune im Alltag und am Arbeitsplatz färbt ab und hebt die<br />

Stimmung, hat darüber hinaus jedoch noch einen weiteren<br />

Vorteil – die Chancen auf beruflichen Erfolg steigen enorm,<br />

wenn Sie Ihre Zeit mit inspirierenden und unterstützenden Kollegen<br />

und Mitmenschen verbringen. Verabschieden Sie sich<br />

also von lästigen Energievampiren, permanenten Neinsagern<br />

und übellaunigen Miesepetern und verschwenden Sie nicht<br />

Ihre wertvolle Zeit an schlechte und demotivierende Gefühle.<br />

38<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


LERNEN SIE ETWAS NEUES<br />

Einer der häufigsten Gründe für Unzufriedenheit ist das Gefühl,<br />

im Hamsterrad gefangen zu sein. Jeden Tag automatisiert<br />

das gleiche Programm abspulen – das schlaucht. Brechen Sie<br />

aus Ihren Gewohnheiten und Ihrem Trott aus und laden Sie<br />

Vielfalt und Abwechslung in Ihr Leben ein. Fordern Sie sich<br />

selbst mit neuen Rezepten heraus, probieren Sie eine neue<br />

Sportart oder lernen Sie die Grundlagen einer<br />

neuen Sprache für den nächsten Urlaub.<br />

Schon kleine Änderungen können ganz<br />

viel Farbe in Ihr Leben bringen. Abwechslung<br />

ist der Schlüssel zum<br />

Erfolg!<br />

SEIEN SIE DANKBAR UND FOLGEN SIE IHREM HERZEN<br />

Halten Sie ganz bewusst inne und seien Sie dankbar für Ihre<br />

bisherigen Erfolge. In unserer Leistungsgesellschaft streben<br />

wir immer nach dem nächsten Ziel und vergessen dabei viel<br />

zu oft, was wir alles schon erreicht haben. Schauen Sie auf<br />

Ihre bereits gegangenen Schritte zurück und klopfen Sie sich<br />

selbst stolz auf die Schulter. Wenn es um Ihre Wünsche<br />

und Ziele geht, stellen Sie sich und Ihre ganz<br />

individuelle Persönlichkeit in den Mittelpunkt:<br />

Wie definieren Sie Erfolg? Folgen<br />

Sie Ihrer Eingebung und Ihrem<br />

Herzen – und eifern Sie nicht anderen<br />

nach.<br />

BLEIBEN SIE MIT BEIDEN<br />

BEINEN AUF DEM BODEN<br />

Schätzen Sie Ihre Fähigkeiten<br />

richtig ein und bleiben<br />

Sie geerdet. Wenn Sie etwas<br />

in Ihrem Leben ändern möchten,<br />

tun Sie es – aber fangen<br />

Sie mit kleinen Schritten an!<br />

Der große Erfolg kommt nur selten<br />

über Nacht und auch die Gründer<br />

bekannter Unternehmen haben<br />

mit ihrer Businessidee irgendwann mal<br />

bei Null angefangen. Seien Sie also geduldig<br />

mit sich und ihrem Tempo und genießen Sie den<br />

Prozess des Wachsens – haben Sie sich erst für Veränderung<br />

entschieden, ist der wichtigste Schritt ohnehin<br />

schon getan.<br />

„Mit Leidenschaft und<br />

Disziplin können Sie alles<br />

erreichen“<br />

SETZEN SIE SICH NEUEN<br />

REIZEN AUS<br />

Ein Leben ohne (neue)<br />

Reize bedeutet Stillstand.<br />

Wenn Sie sich weiterentwickeln<br />

wollen, setzen Sie<br />

sich regelmäßig frischen<br />

Reizen aus. Fangen Sie dabei<br />

klein an, um Geist und Körper<br />

gleichermaßen auf neue Erfahrungen<br />

einzustimmen: Integrieren<br />

Sie ein Morgen- oder ein Feierabendritual<br />

in Ihren Alltag, gehen Sie einfach mal<br />

einen anderen Weg zur Arbeit oder wechseln<br />

vom Fahrrad auf das Auto. Schon kleine neue<br />

Eindrücke stimulieren unser Gehirn, lassen uns<br />

lernen, wachsen und vorankommen.<br />

VERGESSEN SIE NIE WOHER SIE KOMMEN UND<br />

WO IHRE WURZELN LIEGEN<br />

Vergessen Sie bei allen privaten oder beruflichen Meilensteinen<br />

niemals, dass auch Sie einmal ganz klein angefangen<br />

haben und oft auf die Hilfe anderer angewiesen waren.<br />

Anstatt sich also auf Ihrem Erfolg auszuruhen, überlegen Sie<br />

stattdessen, wie Sie Ihren Erfolg an andere weitergeben können<br />

– vielleicht, indem Sie nun selbst den Nachwuchs fördern<br />

oder sich als Mentor zur Verfügung stellen? Indem Sie Ihre<br />

Mitmenschen unterstützen, verhelfen Sie sich selbst zu einem<br />

glücklicheren und damit erfolgreicheren Leben.<br />

GLAUBEN SIE AN DAS GUTE UND POSITIVE IM LEBEN –<br />

AUCH, WENN ES MANCHMAL SCHWERFÄLLT<br />

Nicht immer ist es angesichts der täglichen negativen Nachrichtenflut<br />

einfach, eine positive Grundstimmung aufrechtzuerhalten.<br />

Probieren Sie bewusst, sich auf das Gute zu konzentrieren.<br />

Überlegen Sie auch, welche stärkenden Rituale Sie in<br />

Ihren Tag bringen können: Ob Meditationen, Fitnesseinheiten,<br />

ein Spaziergang an der frischen Luft, um den Kopf freizubekommen.<br />

Sie werden merken, dass sich der Fokus auf<br />

Positivität, auf Wohlbefinden, Gesundheit und Arbeitsklima<br />

auswirkt. Ziehen Sie Gutes an, indem Sie Gutes ausstrahlen.<br />

Fotos: © Hersteller<br />

Sein erfolgreiches Buch „Gestern<br />

hast Du morgen gesagt“ ist eine<br />

Anleitung zum konsequenten und<br />

nachhaltigen Fitnesstraining<br />

DR. MICHÈL GLEICH, ATHLETIK- UND PERSONAL TRAINER, NEOS-AWARD-GEWINNER 2015<br />

Dr. Michèl Gleich (40) ist preisgekrönter Athletik- und Personal Trainer, international<br />

erfolgreicher Athlet, Extremsportler, Unternehmer, Kolumnist und Buchautor. Seine<br />

Beiträge sind unter anderem erschienen in Focus, Welt, Fit for Fun und Men‘s Health.<br />

Mehr als zwölf Jahre war er als Infanterieoffizier und Hauptmann für die fordernde<br />

und schwierige Ausbildung der Bundeswehrsoldaten verantwortlich. In einem Weltkonzern<br />

bereitete er anschließend die angehenden Führungskräfte und Manager auf<br />

die vielen wirtschaftlichen aber auch menschlichen Herausforderungen vor, bevor<br />

er von heute auf morgen kündigte, um vollends seiner Leidenschaft zu folgen: dem<br />

Sport. Die Kombination aus fundiertem akademischen Wissen und umfassender<br />

beruflicher Erfahrung sowie einer großen Portion Authentizität, Disziplin und Motivation<br />

sind sein Markenzeichen. Er betreut und trainiert mit viel Herz und Einsatz<br />

Hobbysportler, Olympiasieger und Eliteeinheiten – und bietet darüber hinaus auch<br />

ein gemeinsames Workout für Mensch und Hund an!<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 39


LIFESTYLE: XXXXXXXXXXX


LIFESTYLE<br />

Schalten Sie ab – und tauchen Sie mit uns ein: in die Welt der schönen Dinge. Wir präsentieren<br />

die schönsten Reiseziele, die dicksten Schlitten, die imposantesten Häuser, die abgefahrensten<br />

Gadgets, die angesagteste Mode, die neuesten Uhren und etwas ganz Verrücktes<br />

50<br />

Nicht nur Boxweltmeister<br />

Anthony Joshua fährt auf<br />

die neue Kollektion von<br />

BOSS ab<br />

TRAVEL42<br />

Refugien abseits des Massentourismus:<br />

Reisetipp Westtirol<br />

CARS44<br />

Jetzt hat auch Aston Martin sein eigenes<br />

SUV: Fahrbericht vom DBX<br />

LIVING46<br />

Schloss Pullach: Historischer Prachtbau<br />

in unberührter Natur<br />

GADGETS48<br />

Apple präsentiert das neue iPhone 12 –<br />

und die Welt steht Kopf<br />

FASHION50<br />

Gedeckte Farben, kein Firlefanz: Die<br />

neue Winterkollektion von BOSS<br />

LIFESTYLE<br />

WATCHES52<br />

HUBLOT präsentiert die neueste Ausbaustufe<br />

der legendären BIG BANG<br />

46<br />

Oberbayrischer Prachtbau:<br />

Wir präsentieren<br />

Schloss Pullach<br />

CRAZY STUFF 54<br />

Neuer Flipperautomat lässt Playstation<br />

& Co. ganz schön alt aussehen<br />

Unterwegs im neuen Luxus-SUV<br />

Aston Martin DBX<br />

Fotos: © Hersteller, BOSS x AJBXNG<br />

44<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 41


TRAVEL<br />

Nah dran<br />

Tirol, Tirol, wir fahren nach Tirol: Im österreichischen<br />

Fließ gibt es nicht nur 1A-Urlaubs-Appartements,<br />

sondern auch maximalen Herbst- und Winterspaß.<br />

Vom Süden Deutschlands aus ist der Weg nicht weit<br />

Apres-Ski in Ischgl fällt diesen Winter flach. Stattdessen<br />

boomen Orte abseits der Touri-Hotspots, die viel Gelegenheit<br />

bieten für Ruhe, Relaxen und innere Einkehr. Herzlich willkommen<br />

in Fließ. Hier passiert so wenig, dass Lokalreporter brennende<br />

Hühnerställe oder umgefallene Baugerüste zu Newsmeldungen<br />

verwursten müssen, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen.<br />

Das 3000-Seelen-Bergdorf liegt im nur wenige Autostunden entfernten<br />

Westtirol. Die Genussregion hat viel mehr zu bieten als Schlutzkrapfen<br />

und Kaspressknödel. Neben der hervorragenden Küche lockt sie Reisende<br />

mit spektakulärer Natur und aufgeschlossenen Gastgebern.<br />

Albert Ehrenreich ist so einer: Mit Gattin Doris und Tochter Emelie hat<br />

er in Fließ die Boutique-Appartement-Anlage Sonnenhang eingerichtet,<br />

die höchsten Ansprüchen genügt. Im Sonnenhang ist man unter<br />

sich – fünf Ferienwohungen beherbergen maximal 18 Gäste: „Gemütlich<br />

soll es sein – und individuell“ erklärt Ehrenreich sein Konzept. Besucher<br />

dürfen sich nicht nur über ein handgefertigtes Frühstück freuen,<br />

sondern auch über einen beheizten Infinity-Pool. Von dieser Wohlfühl-Location<br />

aus können Wanderer, Kletterer, Mountain-Biker und Motorradfahrer<br />

zu Tagestouren ins Umland starten. Skifahrer haben die<br />

Qual der Wahl zwischen einem der zahlreichen nahe gelegenen Hänge.<br />

Wer sich dabei den Knöchel verstaucht, muss allerdings damit rechnen,<br />

am nächsten Tag in der Zeitung zu stehen.<br />

Die Gäste von Albert<br />

Ehrenreich und Gattin<br />

Doris sind handverlesen:<br />

Ihre Ferienanlage<br />

Sonnenhang verfügt<br />

über lediglich fünf luxuriöse<br />

Appartements<br />

für 2 bis 7 Personen<br />

42<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Wanderer erkunden im Naturpark<br />

Kaunergrat den Rifflsee<br />

oder wagen den Aufstieg zur<br />

Kronburg. An einem Ausflug zu<br />

den Swarovski Kristallwelten<br />

Wattens hat die ganze Familie<br />

Spaß – nicht nur wegen des<br />

klassischen Kinderkarussells<br />

SPITZENKLASSE<br />

Der Guide Michelin hat dem Rutz den dritten Stern verliehen.<br />

Es ist damit das einzige derart dekorierte Restaurant<br />

in Berlin und eines von lediglich zehn in ganz<br />

Deutschland. Die von Restaurantchef Marco Müller<br />

arrangierten Gaumenfreuden punkten mit regionalen<br />

Zutaten und kosten als Menü 180 bis 220 Euro. Dazu gibt<br />

es eine 850 Posten umfassende Auswahl edler Weine.<br />

VIEL VERGNÜGEN!<br />

Das Spektakel geht weiter: Disneyland Paris hat seine<br />

Schlosstore unter strengen Sicherheits- und Gesundheitsauflagen<br />

ab sofort wieder für große und kleine<br />

Fans geöffnet. Jeden Tag von 10 bis 20 Uhr, ohne Winterpause.<br />

Das Ticketkontingent für den 2230 Hektar<br />

großen Freizeitkomplex ist jedoch begrenzt, Eintrittskarten<br />

müssen vorab online gebucht werden.<br />

LIFESTYLE<br />

Fotos: © Hersteller<br />

SKI TIP<br />

Von Fließ aus lässt sich das abgebildete<br />

Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis erfahren.<br />

Es verfügt über insgesamt 214 Pisten-<br />

Kilometer, die sich aus einer Höhe<br />

von bis zu 2820 Metern<br />

ins Tal schlängeln<br />

REISEBEGLEITER<br />

Haute Couture trifft deutsche Wertarbeit: Ob als Clutch,<br />

Etui oder Koffer – die neue Capsule-Kollektion von Dior<br />

und Rimowa aus leichtem, aber robustem Aluminium<br />

ist dank des eleganten und futuristischen Designs ein<br />

stilvoller Begleiter für alle Zwecke. Besonderer Blickfang<br />

sind die schimmernden Farbeffekte und die auffälligen<br />

Signaturen.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 43


CARS<br />

Sakrileg?<br />

Puristen müssen jetzt ganz<br />

stark sein: Nach 107 Jahren<br />

Sportwagenbau stellen die<br />

Briten jetzt ihr erstes SUV vor.<br />

Wir sind den DBX gefahren<br />

Porsche hat angefangen und längst sind alle anderen auf<br />

den Zug aufgesprungen: Ohne SUV keine Zukunft, so<br />

scheint das Motto der Luxusmarken zu lauten, dem jetzt<br />

auch Aston Martin folgt: Die Briten bauen ihren ersten<br />

Geländegänger und wollen einen Spagat meistern: Der DBX<br />

muss eng am Markenkern bleiben und gleichzeitig all das bieten,<br />

was die Kundschaft von einem Luxus-SUV erwartet.<br />

Anders als die Konkurrenz entfernt sich Aston Martin deshalb<br />

beim Styling nicht von seinen Wurzeln. Auch wenn der DBX<br />

stolze 5,04 Meter misst, ist er flach gezeichnet und simuliert<br />

mit rahmenlosen Seitenscheiben Coupé-Verwandtschaft.<br />

Dabei wickeln die Briten vor allem den Fahrer geschickt ein.<br />

Denn hat sich der in den hüftschonenden hohen Sitz fallen<br />

lassen, wähnt er sich tatsächlich in einem Coupé: Das gilt im<br />

Guten für die fordernde Position hinter dem fahrerorientierten<br />

Cockpit, für den Seitenhalt der Sitze und für die vornehme<br />

Materialauswahl. Und im Schlechten für die Übersicht.<br />

Wo sich der Fahrer also in einer vertrauten Welt wähnt, erleben<br />

die Hinterbänkler einen Aston Martin, wie es ihn so<br />

noch nicht gegeben hat. Selbst der wenig erfolgreiche Rapide<br />

ist eng und ungemütlich im Vergleich zum DBX, der bei<br />

3,06 Metern Radstand auch dann noch als Familienkutsche<br />

durchgeht, wenn der Nachwuchs aufs Diplom zusteuert. Und<br />

632 Liter Kofferraum hat es in einem Aston Martin auch noch<br />

nicht gegeben, geschweige denn umklappbare Rückbank<br />

oder elektrische Heckklappe.<br />

So neu das Raumerlebnis, so vertraut das Fahrgefühl. Das<br />

liegt nicht zuletzt am AMG-Antrieb. Der V8 leistet 550 PS und<br />

ist kultiviert und kolossal: Von den 2,2 Tonnen unbeeindruckt,<br />

katapultiert er den Brocken in 4,5 Sekunden auf 100 km/h und<br />

stürmt danach weiter bis 291 km/h.<br />

Kombiniert mit 9-Gang-Automatik, und einem halben Dutzend<br />

Fahrprogrammen wird der DBX zum vielseitigsten<br />

Modell von Aston Martin, der auf der Rennstrecke durchaus<br />

zu bestehen vermag. Falls es einen dabei ins Kiesbett trägt,<br />

wechselt man in den Offroad-Modus und sucht sich seinen<br />

eigenen Weg: Mit aufgebockten Luftfedern wühlt sich der Allradler<br />

nämlich tapfer über Stock und Stein. Thomas Geiger<br />

V8-Biturbo<br />

Leistung 405 kW/550 PS<br />

0-100 km/h 4,5 s<br />

Vmax 291 km/h<br />

Verbrauch 14,3 l<br />

Preis 193 744 Euro<br />

44<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Aston Martin-CEO<br />

Tobias Moers ist seit<br />

1. August im Amt.<br />

Davor war er sieben<br />

Jahre AMG-Boss.<br />

Ein recht nahtloser<br />

Übergang – die<br />

Schwaben sind mit<br />

den Briten eng<br />

verbandelt<br />

KOMPAKTER KRACHER<br />

Endlich ist das Ingolstädter Erfolgsmodell A3<br />

in einer S-Variante erhältlich. Der aggressive<br />

Look verspricht nicht zu viel: Ein Vierzylinder-Turbo<br />

mit 310 PS macht dem als Limousine<br />

und Hot Hatch erhältlichen Bayern Beine.<br />

Handschaltung war gestern, der Allradler ist<br />

nur mit Doppelkupplungsgetriebe verfügbar –<br />

ab 46 303 Euro.<br />

SELTENHEITSWERT<br />

Nobeltuner Mansory baut den Ford GT zum<br />

LeMansory um. Dessen Karosserie wird mit<br />

Carbonteilen großflächig umgebaut und ist<br />

kaum wiederzuerkennen. Die Leistung steigt<br />

von 656 auf 710 PS, ausreichend für eine<br />

Höchstgeschwindigkeit von 354 km/h. Nur<br />

drei Stück des veredelten Supersportlers sollen<br />

entstehen.<br />

LIFESTYLE<br />

Fotos: © Hersteller<br />

Der DBX präsentiert<br />

sich so edel und<br />

individuell wie jedes<br />

andere Modell des<br />

Herstellers. Ist nur<br />

viel luftiger und<br />

geräumiger<br />

POWER-LIMO<br />

Haben die Italiener endlich ein Rezept gefunden<br />

gegen AMG E 63, M5 und RS 6? Der Maserati<br />

Ghibli Trofeo greift die deutschen Platzhirsche<br />

mit seinem 580 PS starken Biturbo-V8<br />

frontal an. Mit seinen 326 km/h Spitze fährt er<br />

ihnen sogar eiskalt davon. Ist mit einem Kaufpreis<br />

von 127 415 Euro aber alles andere als ein<br />

Sonderangebot.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 45


LIVING<br />

Stilmix: Das oberbayrische Schloss vermengt<br />

in seinen 15 Räumen historische Substanz mit<br />

modernen Elementen<br />

Märchenschloss<br />

Die Gebrüder Grimm würden sich<br />

in dieser Behausung fühlen, wie<br />

in einer ihrer Geschichten. Das<br />

Schloss Pullach wartet auf einen<br />

Prinzen, der es wachküsst. Die<br />

Geschichte des alten Gemäuers<br />

ist turbulent und wechselvoll<br />

Schlossverwalter:<br />

Immobilienvermittler<br />

Oliver Herbst (52)<br />

von Immovision<br />

Wer am zwölf Meter hohen Turm des Schlosses im oberbayrischen<br />

Kolbermoor hinaufblickt, erwartet fast, Rapunzel<br />

am Fenster zu erblicken. Dessen großzügige Verglasung ist<br />

nicht wirklich historisch - aber schön. Ab 1997 wurde das<br />

Schloss mit einer Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, zwei<br />

Jahre lang komplett saniert und restauriert. Jetzt genügt das 40 Autominuten<br />

von München entfernte Anwesen modernsten Ansprüchen: Angefangen<br />

beim sanft öffnenden, elektrisch betriebenen Schmiedetor, noch lange<br />

nicht endend bei der Wellnessanlage mit Schwimmbad, Whirlpool und<br />

Sauna. Ein weiteres Herzstück des Schlosses ist der Innenhof mit Säulen,<br />

Arkaden, Wandbrunnen und Sonnenuhr. Um ihn herum sortieren sich die<br />

15 Räume, Flure und Treppenhäuser. Neben Wohnräumen, Bädern und Küche<br />

stehen auch Büros zur Verfügung. Das Obergeschoss mit historischem<br />

Salon präsentiert sich komplett umlaufend in makelloser Symmetrie. Dazu<br />

gesellt sich eine riesenhafte Parkanlage, deren Pflege von einem Gärtner<br />

allein fast nicht zu schaffen ist. Ab 1949 diente das Schloss als Flüchtlingsheim,<br />

später als bulgarisch-orthodoxe Kapelle, dann als Hauptsitz eines<br />

Automobilzulieferers. Jetzt ist das Gemäuer bereit, für das nächste Kapitel<br />

– 4,5 Millionen muss der neue Besitzer mitbringen..<br />

46<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


KONTRASTREICH<br />

Bei dem Bell High Table von ClassiCon ziehen<br />

sich die Gegensätze an: Auf dem massiven,<br />

mundgeblasenen Glasfuß thront ein graziler<br />

Metallkörper. Sebastian Herkner, frisch ausgezeichnet<br />

mit dem German Design Award, hat<br />

das imposante Stück designt. Als Beistelltisch<br />

gibt es das Möbelstück schon länger, die neue<br />

„High“-Variante steht jetzt auch für sich allein.<br />

LIFESTYLE<br />

KÜCHE UND BAD<br />

Inhaberin Maren Schmitt-Nolte und Geschäftsführer<br />

Eckhard Wefing haben allen Grund zur<br />

Freude: Nolte baut ab sofort nicht mehr nur<br />

„Deutschlands beliebteste Küchen“ – sondern<br />

auch Bäder. Ähnlichkeiten sind dabei voll und<br />

ganz beabsichtigt: Die neue Abteilung Nolte<br />

Spa verfügt über die gleichen Fronten wie der<br />

Küchenbereich.<br />

Fotos: © Hersteller, classicon.com<br />

Weitläufig: Die Parklandschaft<br />

mit alten Bäumen,<br />

Sträuchern, Seenlandschaft<br />

und einer Insel erstreckt<br />

sich über fast 42 000<br />

Quadratmeter<br />

WIE MAN SICH BETTET…<br />

Rolf Benz hat ein neues Massivholzbett im Programm.<br />

Das Modell Jara in Eiche oder Nussbaum<br />

verbindet robuste Bauweise mit graziler<br />

Anmutung. Dank des nach hinten gewinkelten,<br />

gepolsterten Kopfteils kann man darin nicht<br />

nur liegen, sondern auch sitzen. Die bezogene<br />

Rückseite erlaubt eine freie Positionierung im<br />

Raum, diverse Beimöbel lassen sich ergänzen.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 47


GADGETS<br />

Apples<br />

neuester<br />

Coup<br />

Apples iPhone 12 erscheint<br />

Ende 2020 in vier Varianten<br />

Das iPhone 12 kommt – und mit ihm viele<br />

Erwartungen und große Hoffnungen.<br />

Schnittiger und kantiger soll es werden,<br />

ein breiteres Display haben und schärfere<br />

Fotos knipsen können. Klingt gut<br />

– und kostet wie gehabt gutes Geld<br />

Apple-Chef Tim Cook präsentiert<br />

das neue iPhone 12 wie<br />

gewohnt mit großer Farbvielfalt<br />

Die Welt wartet auf das neue iPhone<br />

– wie immer, wenn Tech-Gigant Apple<br />

das nächste Modell der schnell<br />

wachsenden iPhone-Familie ankündigt.<br />

Je näher der sehnsüchtig erwartete Erscheinungstermin<br />

rückt, desto mehr Fakten und<br />

Features kommen ans Licht. Das Wichtigste zuerst:<br />

Im Herbst wird es gleich vier neue Modelle<br />

des Neuzugangs geben: Zwei sich in der Größe<br />

unterscheidende iPhone-12-Modelle (wie auch<br />

beim Vorgänger wird es hier ein 6,1-Zoll-Gerät sowie<br />

erstmals ein 5,4-Zoll-Gerät geben) und zwei<br />

iPhone-12-Pro-Varianten. Kleiner Wehmutstropfen<br />

für alle, die sich in diesem Jahr nach einem<br />

etwas handlicheren Modell gesehnt haben: Tatsächlich<br />

besitzt eines der neuen Exemplare<br />

mit einer Diagonale von 6,1 Zoll sogar<br />

das bisher größte iPhone-Display<br />

… Allerdings greift Apple mit der<br />

neuen Reihe den Trend des<br />

schmaleren und filigraneren<br />

Displayrahmen auf, was also<br />

die enormen Größen(unterschiede)<br />

zumindest optisch<br />

etwas schmälert. Die Notch<br />

bleibt jedoch allen Modellen erhalten.<br />

Ebenfalls gute Nachrichten<br />

im Hinblick auf das Display: Verfügten<br />

nur die Pro-Modellen des letzten Jahres<br />

über OLED-Technik, so werden mit der 12er-Reihe<br />

ausnahmslos alle Modelle mit der bewährten<br />

Variante ausgestattet. Allerdings gilt auch hier:<br />

Für wirklich volle Strahlkraft, ultimative Schärfe<br />

und ultraintensive Brillanz muss es auch diesmal<br />

der Griff zum Pro-Modell sein. Aufgestockt wurde<br />

auch im Bereich der Kamera: Zwar bleiben<br />

die Modelle, den bisherigen Einschätzungen<br />

nach, bei der bekannten Weitwinkel-Linse, der<br />

Tele-Linse und der Ultraweitwinkel-Linse, doch<br />

wurde hier noch mal verstärkt und auf dreifachen<br />

Zoom erweitert. Rein optisch wird die gesamte<br />

neue iPhone 12er-Serie etwas klarer und<br />

kantiger ausfallen, doch nur die Pro-Varianten<br />

sind mit einem richtigen Edelstahlrahmen<br />

ausgestattet. Fröhlich-bunt bleibt es<br />

weiterhin – mit Black, Navy Blue,<br />

Space Grey, White und Gold hat<br />

man beim iPhone 12 wie so oft<br />

die Qual der Wahl. Und was<br />

soll der Spaß kosten? Das<br />

neue iPhone 12 in der großen<br />

Pro-Version kommt in<br />

den USA für zunächst knapp<br />

1000 $ auf den Markt, die günstigeren<br />

Modelle für 650 $. Wir<br />

sind gespannt …<br />

48<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Kampf der Giganten:<br />

PS5 gegen Xbox Series X/S<br />

Wie gewohnt ein Kopf-an-Kopf-<br />

Rennen von SONY und Microsoft:<br />

die neue PlayStation 5 und die<br />

Xbox Series S<br />

Die Konsolenlieblinge PlayStation und Xbox bekommen Zuwachs: Ende des Jahres kommen<br />

mit der PS 5 und der Xbox Series X und S insgesamt gleich drei neue Modelle auf den Markt<br />

Für Gamer entpuppt sich 2020 als ein ziemlich gutes<br />

Jahr: mit der PlayStation 5 und der Xbox Series X (bzw.<br />

der Schwesternserie S) erscheinen zum Herbst/Winter<br />

nämlich gleich zwei neue Modelle der Konsolen-Kontrahenten.<br />

Wie schon so oft wird es also auch in diesem Jahr<br />

ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Konzernriesen SONY und<br />

Microsoft geben – die genauen Erscheinungstermine sind<br />

allerdings noch geheim und unveröffentlicht. Glaubt man jedoch<br />

den Insiderportalen, so wird wohl Microsoft mit dem Erscheinen<br />

der neuen Xbox Series X im November den Anfang<br />

machen. Besonders spannend: Mit der zeitgleich erscheinenden<br />

Series S soll eine kostengünstigere und handlichere Variante<br />

auf den Markt kommen. Worin sich die Modelle sonst<br />

unterscheiden, ist allerdings noch unklar. Auch die Fans der<br />

PlayStation dürfen sich auf das Jahresende freuen – zwar gibt<br />

es hier noch nicht mal einen ungefähren Erscheinungstermin,<br />

doch soll die neue Konsole aus dem Hause SONY nicht nur<br />

mit einem schickeren Design und noch ausgeklügelteren<br />

Features, sondern auch mit jeder Menge neuem Zubehör daherkommen.<br />

LIFESTYLE<br />

Fotos: © Jonas Dähnert, Hersteller<br />

CORE MEDITATION TRAINER<br />

Kommt wie gerufen im Jahr 2020! Für alle, die sich nach<br />

Ruhe, innerem Frieden, Erholung und mehr Gelassenheit<br />

im Alltag und nach Feierabend sehnen, die hohe Kunst der<br />

Meditation aber noch nicht so richtig gut umsetzen können,<br />

ist endlich Hilfe da! Der kompakte Core Meditation Trainer<br />

unterstützt Sie bei ihrer Meditationspraxis<br />

und leitet Sie mithilfe<br />

sanfter Vibrationen und klarer Atemanweisungen<br />

durch deine Achtsamkeitsübungen.<br />

Und weil der<br />

smarte Trainer die Herzfrequenz<br />

misst und abspeichert, kann der<br />

positive Effekt auf den Körper direkt<br />

kontrolliert werden! Kostenpunkt:<br />

rund 145 €.<br />

FITBIT CHARGE 4 – <strong>FITNESS</strong>TRACKER MIT GPS<br />

Der neue clevere Fitnesstracker Fitbit Charge 4 mit eingebautem<br />

GPS misst und speichert nicht nur alle wichtigen Daten<br />

unterwegs und während<br />

der Sport-Sessions, sondern<br />

ist auch interaktiver<br />

Begleiter, Motivator und<br />

Fitness-Coach in einem!<br />

Außerdem erinnert er Sie in<br />

Ihrem Alltag an die nächste<br />

Power- und auch Entspannungs-Einheit<br />

und fährt mithilfe<br />

geführter Atemübungen<br />

den Puls nach einer<br />

intensiven Fitness wieder<br />

nach unten. Preis: ab 146 €.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 49


FASHION<br />

Bosstransformation<br />

Es wird ungemütlich da draußen – höchste Zeit, den<br />

Kleiderschrank mit Style, Komfort und Eleganz aufzustocken!<br />

Ob kuschelige Kaschmirmützen, praktische<br />

Windbreaker oder wärmende Chinos, der klassisch zeitlose<br />

Stil der brandneuen BOSS Herbst- und Winterkollektion<br />

bringt mit feinen Stoffen und eleganten Schnitten<br />

eine moderne Garderobe in die dunkle Jahreszeit.<br />

UNVERWECHSELBAR<br />

Der zeitgemäße Longsleeve mit kontrastfarbenem<br />

Monogram am Stehkragen<br />

hält schön warm – und ist dazu<br />

noch ultra-stylish. Dunkelblau, 200 €.<br />

Moderner Look: Peppen<br />

Sie Klassiker wie den<br />

eleganten Wollmantel mit<br />

einem kontrastfarbenen<br />

It-Piece auf<br />

STURMFEST<br />

Mit dem markanten BOSS-Windbreaker<br />

ist Mann allzeit wind- und<br />

wetterfest unterwegs. Gerade Passform,<br />

Reißverschlusstaschen. Dunkelblau,<br />

399 €.<br />

GUT ZU FUSS<br />

Ciao, bella Italia! Die atmungsaktiven<br />

Desert Boots sind die perfekten<br />

herbstlichen Herren-Schnürer – und<br />

wunderbar soft. Braun, 330 €.<br />

SCHWERELOS<br />

Gehört in jeden Kleiderschrank:<br />

Die elegante<br />

Übergangshose aus wärmender<br />

Baumwolle und<br />

Twill-Webstruktur zaubert<br />

eine schmale Silhouette.<br />

Grau, 149 €.<br />

FEST VERSTAUT<br />

Modisch unterwegs und alles dabei?<br />

Die Gürteltasche aus genarbtem Leder<br />

bietet viel Platz und trägt sich<br />

über der Schulter oder um die Hüfte.<br />

Dunkelblau, 299 €.<br />

50<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Das klassische Ton-in-<br />

Ton-Outfit wirkt edel –<br />

und ist dank des warmen<br />

Teddy-Mantels ein<br />

komfortabler Winter-Style<br />

WENDEMANÖVER<br />

Nichts geht über Kaschmir! Die Wendemütze<br />

mit kontrastfarbenem Rand ist weich, warm<br />

und ganz schön praktisch: Je nach Outfit einfach<br />

selbst die passende Farbe wählen – fertig!<br />

Gemustert, 80 €.<br />

SCHICKER ALLROUNDER<br />

Das elegante Hemdblusenkleid<br />

aus Schurwolle zaubert eine<br />

feminine Silhouette – die<br />

Kunstlederelemente sind zum<br />

Verlieben! Grau, 449 €.<br />

Winterwunder<br />

LIFESTYLE<br />

Mit der kalten Jahreszeit<br />

wird es elegant im<br />

Kleiderschrank<br />

WOLL WARM<br />

Der Rolli hält den Hals schön warm, zaubert<br />

mit weicher Merinowolle die nötige<br />

Eleganz ins Outfit und sitzt dank gerippter<br />

Bündchen perfekt. Schwarz, 160 €.<br />

FARBRAUSCH<br />

Die elegante Damentasche ist ein<br />

kleines Raumwunder – und dank der<br />

Statements-Details am Schulterriemen<br />

außerdem ein echter Hingucker!<br />

Verschiedene Designs, 799 €.<br />

Fotos: © Hersteller<br />

PASST IMMER<br />

Toll zur Jeans, elegant zum Kleid: Die<br />

Boots aus genarbtem Leder bestechen<br />

durch den gebogenen Absatz und den<br />

Fesselriemen mit hübsch-zartem Monogramm-Detail.<br />

Schwarz, 599 €.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 51


WATCHES<br />

Der große Knall<br />

Markenbotschafter: Paris St.<br />

Germain-Star Kylian Mbappé<br />

Modellvielfalt (von oben nach unten):<br />

BIG BANG GMT ALL BLACK YOHJI YAMAMOTO,<br />

SPIRIT OF BIG BANG MECA-10 und die<br />

Smartwatch BIG BANG E<br />

Promis lieben sie: Seit 15 Jahren ist die BIG BANG eine<br />

elementare Säule im HUBLOT-Sortiment. Jetzt wird die<br />

Serie um eine ganz besondere Ausführung ergänzt<br />

Lapo Elkann mit der neuen<br />

BIG BANG MILLENIAL PINK<br />

Fiat-Erbe Lapo Elkann hat nicht nur eine Faible für schnelle Autos –<br />

sondern auch für transsexuelle Callgirls. Da liegt es nahe, dem Designer<br />

die Gestaltung der genderneutralen BIG BANG MILLENIAL<br />

PINK anzuvertrauen, die sich mit ihrer Farbgebung über althergebrachte<br />

Geschlechterrollen hinwegsetzt. „Wir wollten etwas schaffen, das<br />

eine positive Veränderung auslöst“, lässt sich Elkann zitieren. Auch Markenbotschafter<br />

Kylian Mbappé hat sie bereits in seine BIG BANG-Sammlung<br />

aufgenommen und wurde mit dem neuen Modell schon gesichtet, natürlich<br />

nur abseits des Fußballplatzes. Zu feiern gibt es für HUBLOT in diesem Jahr<br />

aber noch mehr: Anlässlich des 40. Geburtstags der Marke hat in Tokio ein<br />

gertenschlanker und repräsentativer Flagshipstore eröffnet.<br />

Blickfang: Die neue Hublot Boutique<br />

in der japanischen Hauptstadt<br />

52<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


ROLEX OYSTER<br />

PERPETUAL SUBMARINER<br />

Nichts geht über Rolex – und<br />

mit dem Oyster Perpetual<br />

Submariner bringt der Uhrengigant<br />

jetzt einen Nachfolger<br />

des Klassikers von 1953 heraus.<br />

Die neue Generation vereint<br />

altbewährte Qualität mit<br />

modernen Features und der<br />

patentierten Chronergy-Hemmung.<br />

Herausragendste Neuerung<br />

ist das stoßfeste und<br />

unempfindliche Uhrwerk Kaliber<br />

3230. Kosten: 13.000 €.<br />

BLANCPAIN BATHYSCAPHE<br />

FIFTY FATHOMS<br />

Neuzugang für die legendäre Fifty<br />

Fathoms Bathyscaphe-Kollektion:<br />

Die erstmals in den 1950er-Jahren<br />

erschienenen Profitaucheruhren stehen<br />

wie kaum ein anderes Modell für<br />

verlässliche Qualität, klare Lesbarkeit<br />

und ein robustes Uhrwerk. Besondere<br />

Hingucker sind die markant-maskuline<br />

Linienführung sowie die seidenschimmernde<br />

Keramikverarbeitung. Das hat<br />

seinen Preis: 11.570 €.<br />

Fotos: © Hersteller<br />

SINN U1 DE<br />

Pünktlich zum 30. Jahrestag der<br />

Deutschen Einheit bringt die<br />

Frankfurter Uhrenmanufaktur<br />

SINN eine auf 300 Exemplare<br />

limitierte Sonderedition heraus!<br />

Die kunstvoll aus hochfestem,<br />

seewasserbeständigen U-Boot-<br />

Stahl und Saphirglas gefertigte<br />

Uhr verfügt über hochglänzende<br />

vergoldete sowie mit Leuchtfarbe<br />

belegte Zeiger und Indices<br />

und ist in den drei Landesfarben<br />

der Bundesrepublik erhältlich.<br />

Preis: ab 2.350 €.<br />

BREITLING TOP TIME LIMITED EDITION<br />

Frisches Design trifft auf unverkennbare Qualität:<br />

Die Breitling Top Time ist seit den 1960er-Jahren<br />

der Klassiker unter den Chronographen. Die<br />

moderne Limited Edition interpretiert die stilvolle<br />

Top Time nun als zeitgemäßes Meisterwerk<br />

mit unverwechselbarem „Zorro-Zifferblatt“. Das<br />

auf 2000 Stück limitierte Modell verfügt über<br />

ein 41-mm-Edelstahlgehäuse und wird von dem<br />

COSC-zertifizierten Chronographenwerk Breitling-Kaliber<br />

B23 angetrieben. Preis: 4.750 €.<br />

AUDEMARS PIGUET FLYING<br />

TOURBILLON CHRONOGRAPH<br />

Purer Luxus am Handgelenk – der Chronograph<br />

mit seinem doppelt entwölbtem,<br />

entspiegeltem Saphirglas, dem bombierten<br />

Profil und dem aus Saphir gearbeiteten<br />

Glasboden vereint simple Eleganz<br />

mit der Finesse der traditionellen Uhrmacherkunst.<br />

Den Preis des edlen Schmuckstücks<br />

gibt es nur auf Anfrage.<br />

LIFESTYLE<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 53


CRAZY STUFF<br />

Flipper<br />

lebt<br />

Ich dachte, du wärst längst<br />

tot: Wie Schreibmaschinen,<br />

Videorekorder oder Telefone<br />

mit Wählscheibe schienen auch<br />

Pinball-Automaten längst final<br />

dahingerafft. Stimmt aber nicht:<br />

Das amerikanische Unternehmen<br />

Stern baut noch welche, Paul<br />

Zubec verkauft sie in Deutschland<br />

Der Avenger-Flipper ist brandneu, wird<br />

gerade von USA nach Deutschland geschippert.<br />

Das abgebildete Modell kostet<br />

6174, die Premium-Variante 8087 Euro<br />

Robuste Mechanik in bonbonbunten Farben:<br />

Was früher zum Standard-Inventar jeder<br />

Kneipe gehörte, lässt juvenile Digital Natives<br />

in sprachlosem Staunen verharren<br />

Wie man einen 16-Jährigen<br />

dazu bringt, Smartphone<br />

oder Konsolen-Controller<br />

aus der Hand zu legen? Indem<br />

man ihm einen Flipperautomaten<br />

vor die Nase stellt – und ihm kurz erklärt,<br />

was das sein soll. Gewisse Reize stimulieren<br />

jung & alt nämlich gleichermaßen.<br />

Und mit dem Unterhaltungsfaktor eines<br />

blinkenden, vibrierenden, dröhnenden<br />

Kastens aus Blech, Federn, Schrauben<br />

und Lampen kann kein modernes<br />

Gadget auch nur ansatzweise<br />

mithalten. Stern Pinball baut<br />

die Höllenspaßmaschinen<br />

auch in 2020 mit großem<br />

Engagement und Erfolg in<br />

Illinois, USA. Der 56-jährige<br />

Paul Zubec handelt mit seinem<br />

Unternehmen Paul‘s 50‘s<br />

seit 25 Jahren mit den Geräten,<br />

dealt außerdem mit Jukeboxen, historischen<br />

Blechschildern und Zapfsäulen: „Jeder<br />

Flipper ist ein in sich abgeschlossenes<br />

Mikrouniversum, einzigartig und unvergleichlich,“<br />

umreißt er die zeitlose Faszination<br />

der Apparate. Neuestes Modell ist der<br />

Flipper Avengers: Infinitiy Quest Pro. Name<br />

und Gestaltung beziehen sich natürlich auf<br />

das Superheldencomic von Marvel. Der<br />

Spieler muss mit drei Flipperfingern den<br />

Schurken Thanos in die Schranken weisen<br />

und dessen Weltherrschafts-Ambitionen<br />

vereiteln. Unterstützt wird<br />

der Benutzer dabei von einem<br />

Thor-Captive-Ball, einer kinetischen<br />

Schleuderringscheibe,<br />

einer Magnetverriegelungsrampe<br />

und einem<br />

Hulk-Target. Was das alles<br />

sein soll, versteht man erst,<br />

wenn man selbst gespielt hat.<br />

Paul Zubec (l.) und Gary Stern<br />

Fotos: © Hersteller<br />

54<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


WERBUNG<br />

Wie Fitnessclubs in der „neuen<br />

Normalität“ wieder Geld verdienen<br />

Mit Hightech-Lösungen das Personal entlasten, gesetzliche Bestimmungen<br />

automatisiert umsetzen und Mitglieder schützen.<br />

Obwohl nun alle Clubs wieder geöffnet<br />

haben und es strenge gesetzliche<br />

Auflagen zur Bekämpfung<br />

von Covid-19 gibt, ist die<br />

Unsicherheit von (potenziellen<br />

neuen) Mitgliedern noch immer<br />

sehr groß. Die Einnahmen der<br />

Clubs sind längst nicht mit der<br />

Vor-Corona-Zeit vergleichbar.<br />

Hinzu kommen kostspielige, gesetzliche<br />

Auflagen. Gerade jetzt<br />

sind Clubbetreiber gut beraten,<br />

sich durch Automatisierung und<br />

neueste Technologie optimal auf<br />

die aktuellen Gegebenheiten sowie<br />

die Zukunft vorzubereiten.<br />

Schließlich ist davon auszugehen,<br />

dass uns das Virus noch eine längere<br />

Zeit begleiten wird.<br />

Entlastung für Betreiber<br />

durch Hightech-Lösungen<br />

Wenn es um Hightech-Lösungen<br />

im Fitnessbereich geht, kommt<br />

man an GANTNER kaum vorbei.<br />

Gerade in dieser Zeit beweist der<br />

NFC-Spezialist eindrucksvoll, wie<br />

umfassend seine Systemlösung<br />

Clubs entlasten kann. Die neue<br />

Terminalgeneration GT7 sorgt<br />

automatisiert dafür, dass nur<br />

berechtigte Personen mit Armband,<br />

Mitgliedsausweis oder dem<br />

eigenen Smartphone den Club<br />

betreten können – berührungslos.<br />

Zudem weiß der Betreiber<br />

jederzeit, wie viele Personen anwesend<br />

sind und welches Mitglied<br />

sich im Club aufhält, was bei<br />

einem Erkrankungsfall eine Komplettschließung<br />

verhindern kann.<br />

Über die Farbdisplays der Terminals<br />

können auch Botschaften,<br />

wie etwa Hygienebestimmungen<br />

oder Clubangebote, eingeblendet<br />

und Umfragen durchgeführt werden.<br />

„Gerade im Garderobenbereich<br />

gilt nun besondere Sorgfalt.<br />

Achten Sie darauf, dass Ihre<br />

Spind-Türen keine vorstehenden<br />

Schlosskomponenten wie Pin-<br />

Code oder Schlüssel haben, sodass<br />

die Reinigung mühelos und<br />

sicher ist. Im Idealfall sollte die<br />

Schranktür berührungslos versperrt<br />

und geöffnet werden können.<br />

Sind Ihre Schlösser am PC<br />

verwaltbar, können Sie per Mausklick<br />

jeden zweiten Schrank sperren,<br />

und wissen Sie, wer welchen<br />

Schrank in Verwendung hat? Nur<br />

wenn Sie diese Fragen mit Ja<br />

beantworten können, haben Sie<br />

ein Schrankschließsystem, das<br />

ihre Mitglieder und Mitarbeiter<br />

gleichermaßen schützt. Abgerundet<br />

durch ein bargeldloses<br />

Bezahlsystem sorgen Sie dafür,<br />

dass Hygienemaßnahmen ohne<br />

Personaleinsatz eingehalten und<br />

gleichzeitig Ihre Umsätze gesteigert<br />

werden“, weiß Dirk Thomas<br />

Geschäftsführer von GANTNER.<br />

Kontakt<br />

Gantner Electronic GmbH<br />

Industriestr. 40F<br />

44894 Bochum<br />

Tel. + 49 234 5889610 27<br />

E-Mail: info-de@gantner.com<br />

Web: www.gantner.com


GOING ABROAD<br />

Will<br />

will‘s<br />

wissen<br />

Digitaler, persönlicher, geselliger:<br />

Fitness in China ist anders. Will<br />

Wang, ehemaliger Gewichtheber,<br />

rollt mit seiner Studiokette Will‘s<br />

Fitness seit 1996 den Markt auf.<br />

Sieht sich aber starker, einheimischer<br />

Konkurrenz ausgesetzt<br />

Qi Xie ist studierter Stadtplaner und arbeitet heute<br />

als erfolgreicher Kosmetikunternehmer. Der zweifache<br />

Vater war einige Jahre für die chinesische<br />

Regierung tätig, bevor er sich in der Gastronomie<br />

selbstständig machte und zwei Restaurants in einem der internationalen<br />

Viertel Shanghais erfolgreich führte. Während<br />

seines Studiums in Berlin besuchte der passionierte Hobbysportler<br />

das erste Mal in seinem Leben ein Fitnessstudio.<br />

Beeindruckt von den Möglichkeiten kehrte er zurück nach<br />

Shanghai und wurde Mitglied bei Will’s Fitness, mit mehr als<br />

einer halben Millionen Mitgliedern und mittlerweile 148 Clubs<br />

eine der erfolgreichsten Fitnessketten Chinas.<br />

GEMEINSCHAFTERLEBNIS <strong>FITNESS</strong><br />

Spricht man mit Qi Xie über die Unterschiede<br />

von deutschen und chinesischen<br />

Fitnessstudios an, kommt schnell der<br />

Stadtplaner in ihm heraus. Anders als<br />

in Deutschland seien Fitnessanlagen in<br />

China vor allem in großen Wohnkomplexen<br />

beheimatet, nicht in Gewerbegebieten.<br />

Wohnen, Freizeit und Sport<br />

fallen somit zusammen und bilden eine<br />

Schnittmenge. Das Studio wird zum Ort<br />

eines gemeinschaftlichen Erlebnisses mit<br />

Familie, Nachbarn und Freunden. Taucht man<br />

tiefer in die chinesische Kultur ein, ist dies nicht verwunderlich.<br />

Denn seit jeher treiben Chinesen gemeinsam Sport.<br />

Insbesondere an Wochenenden und in den Morgen- und<br />

Abendstunden füllen sich vielerorts die Parks und Menschen<br />

tanzen und meditieren gemeinsam oder machen Gymnastik.<br />

IMMOBILIENMANAGEMENT ALS SCHLÜSSELFAKTOR<br />

Auch auf die Frage, wie Will’s so groß geworden sei, hat Qi<br />

Xie eine Antwort: „Ganz klar über die langjährigen Kooperationen<br />

mit der Immobilienbranche. Will’s Fitness bekommt im<br />

Vergleich zu anderen Fitnessketten ein einer Mega-City wie<br />

Shanghai mit 25 Mio. Einwohnern immer die niedrigste<br />

Miete, da Immobilienentwickler wissen, dass<br />

Will’s mit seinem Konzept vor Ort erfolgreich<br />

sein wird.“ So hätten sie nur ein geringes<br />

Risiko und über Jahre sichere Mieteinnahmen.<br />

Ein Blick auf die Insolvenzquote<br />

von Fitnessneugründungen in China<br />

offenbart, dass in dieser Aussage viel<br />

Wahrheit stecken muss Aktuelle Marktstatistiken<br />

zur Konkursquote von Fitnessanlagen<br />

sagen sogar, dass es nur<br />

jede dritte Neugründung überhaupt ins<br />

zweite Jahr schafft und jede fünfte nicht<br />

Will Wang, Gründer und CEO von Will’s Fitness<br />

mal das erste halbe Jahr übersteht. Bevor<br />

Mitglieder eine langfristige Mitgliedschaft ein-<br />

56<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Die Nobelstudios von Will‘s, die VIP<br />

Clubs, finden sich in exklusiven<br />

Shoppingsmalls, regierungsnahen<br />

Unternehmen oder dem 600 Meter<br />

hohen Shanghai Tower<br />

Fotos: © Hersteller<br />

gehen, sei in China eine Probephase üblich, was den schnellen<br />

Exitus erst ermöglicht.<br />

Recherchiert man weiter zu dem Thema, findet man tatsächlich<br />

im Partnernetzwerk von Will’s Fitness eine Vielzahl von<br />

Immobilienentwicklern, teils mit staatlichem Hintergrund.<br />

So ist es nicht verwunderlich, dass Will Wang, Gründer und<br />

Eigentümer von Will’s Fitness kürzlich bei einem Investmentkongress<br />

mit stolzer Brust seine Strategie verkündete und forderte:<br />

„In jeder neu entwickelte Wohnsiedlung Chinas sollte<br />

es ein Will’s Fitness geben.“<br />

Alles nur gute Lobbyarbeit oder was steckt hinter dem Erfolg?<br />

Getrieben von Private Equity Kapital der L Catterton<br />

Asia scheint der Expansionswille von Will’s Fitness besonders<br />

in Großstädten ungebremst. So hat sich die Kette vorgenommen,<br />

trotz Corona im Jahr 2020 40 neue Fitnessstudios zu<br />

eröffnen. Ein ambitioniertes Ziel.<br />

PERSONAL TRAINING TRÄGT ZUM GESCHÄFTSERFOLG BEI<br />

Wir lernen Hoya über Wechat, dem chinesischen WhatsApp<br />

kennen. Hoya arbeitet seit einigen Jahren im Clubmanagement<br />

von Will’s Fitness und erklärt uns das Geschäftsmodell.<br />

„Will’s Fitness hat insgesamt drei Submarken. Will’s als Basismarke<br />

mit 123 Clubs, W Fitness als Premiummarke mit 21<br />

Clubs und Will’s VIP mit immerhin vier Clubs.“<br />

Befinden sich die Basisclubs und ein Großteil der Premiumclubs<br />

hauptsächlich in Wohngebieten und haben einen Einzugsradius<br />

von 3-5 Kilometern, sind einige der Premiumclubs<br />

und alle VIP Clubs an prestigeträchtigen Orten zu finden.<br />

Weitere Unterschiede gibt es in der Ausstattung. So haben<br />

die Premium- und VIP-Clubs in der Regel ein Schwimmbad,<br />

die Basisstudios nicht. Zudem gibt es eine Unterscheidung<br />

bei den Gerätetypen.<br />

Jahresverträge sind bei Will’s die Seltenheit. In der Regel werden<br />

nach der Probephase bei Will’s Verträge über zwei oder<br />

besser über drei Jahre geschlossen. Neben den Mitgliedsbeiträgen<br />

ist das Personal Training die entscheidende Einnahmequelle<br />

für Wíll´s Fitness. So gibt es in jedem Club eine<br />

Vielzahl von Personal Trainern, die im Vergleich zu Deutschland<br />

immer festangestellt sind und einen geringen Fixlohn<br />

erhalten. Diese haben die Aufgabe, Mitgliedern Kurse für<br />

Einzeltrainings zu verkaufen. Je nach Intensität des Einzeltrainings<br />

kosten diese Kurse umgerechnet zwischen 60 und<br />

90 Euro die Stunde. Pro verkauftem Kurs erhält der Trainer<br />

eine Provision von 4 bis 15 Prozent. Führt der Personal Trainer<br />

das Training eigenständig durch, kann er seine Einnahmen<br />

um weitere 25 bis 30 Prozent steigern. „Ein Will’s Basis-Studio<br />

erlöst somit in einem Jahr umgerechnet 2,4-3,7 Mio. Euro<br />

allein über Personal Training. „Nur über Membercards kann<br />

heute kein chinesisches Studio mehr leben“, so Hoya. Will’s<br />

Fitness habe in den vergangenen Jahren seinen Verkaufsprozess<br />

für Personal Training stark professionalisiert und sei damit<br />

im Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen klassischen<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 57


GOING ABROAD<br />

Die Austtattung von<br />

Will‘s kann mit jedem<br />

deutschen Fitnessclub<br />

mithalten<br />

Fitnessstudioketten. Betrachtet man den Gesamtmarkt ist<br />

tatsächlich in diesem Marktsegment die Konkursquote aktuell<br />

am höchsten. Besonders kleinere Ketten geben auf und<br />

auch inhabergeführte Studios haben nur wenig Chancen zu<br />

Überleben. Doch warum sind gerade Studios im klassischen<br />

Segment auf dem Rückzug?<br />

KLASSISCHE <strong>FITNESS</strong>ANLAGEN STERBEN<br />

Ein Faktor sind sicherlich die gestiegenen Investitionskosten.<br />

Steigende Immobilienpreise und Löhne in den Städten verteuern<br />

das Geschäft und bringen viele Studiobetreiber in eine<br />

Abhängigkeit von<br />

Fremdkapitalgebern.<br />

Die Fremdkapitalquote<br />

der Branche<br />

liegt weit über 90<br />

Prozent. Kündigen<br />

Mitglieder noch in<br />

der Probephase und<br />

kann das nicht über<br />

„Wer braucht<br />

schon Geräte?“<br />

Gruppenfitness-Anbieter Keepland<br />

Personal Trainings<br />

und neue Mitgliedschaften<br />

aufgefangen<br />

werden, bringt<br />

das viele Betreiber<br />

schnell an den Rand<br />

ihrer Existenz.<br />

Trotzdem gibt es in China ein riesiges Marktpotential von 1,4<br />

Mrd. Bürgerinnen und Bürgern: Bisher trainieren nur drei Prozent<br />

der Chinesen in Fitness-Studios. Dieses Potenzial schöpfen<br />

aktuell besonders innovative Fitnesskonzepte geschickt<br />

aus.<br />

GRUPPEN<strong>FITNESS</strong>-CLUBS ALS TREND<br />

Supermonkey zum Beispiel ist ein Microstudio-Konzept, das<br />

voll auf Gruppenfitness setzt und damit die Entwicklung von<br />

steigenden Investitionen intelligent umschifft. Auf kleinen<br />

Flächen von maximal 200 bis 300 Quadratmeter gibt es hier<br />

keine teuren Geräte und auch keine Duschen. Lediglich ein<br />

bis zwei Kursräume und Umkleiden gehören dazu. Trotzdem<br />

oder gerade deshalb ist das Konzept sehr beliebt. Pro Studio<br />

bietet Supermonkey um die 300 Kurse im Monat an. Ein Kurs<br />

hat durchschnittlich 15 Teilnehmer. Es gibt Yoga, Boxen, Tanzen,<br />

Cardio, Muskelaufbau und auch klassische chinesische<br />

Regenerationstechniken. Die Kette ist mittlerweile in fast allen<br />

großen chinesischen Städten mit gleich mehreren Studios<br />

vertreten und getrieben von einem großen Expansionsdrang.<br />

DIGITALISIERUNG IST TRUMPF<br />

LEFIT gehört mit knapp 500 Studios und 3.2 Millionen Mitgliedern<br />

zu den Riesen des chinesischen Fitnessmarktes. Positioniert<br />

im Niedrigpreissegment zieht die Studiokette junge Chinesen mit<br />

ihrem Lifestyle-Faktor an. Schon seit der Gründung 2015 bietet<br />

die Kette über eine eigene App Video-Trainings für zu Hause an.<br />

Kurz danach folgten die ersten LEFIT Livekurse und der neueste<br />

Launch bringt nun auch Personal Training über das Smartphone<br />

ins eigene Wohnzimmer. LEFIT schafft somit die optimale Verknüpfung<br />

zwischen analoger und virtueller Trainingswelt.<br />

58<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Gruppenfitness hat in China einen deutlich höheren Stellenwert als bei uns. Ketten<br />

wie Keepland und Supermonkey konzentrieren sich komplett darauf – und verzichten<br />

auf Geräte<br />

Ein anderer Player und hoffnungsvoller Neueinsteiger im chinesischen<br />

Markt ist Keepland. Gestartet als Trainings App<br />

mit einer riesigen Nutzerbasis wagt das Tech-Unternehmen<br />

gerade den Sprung in die analoge Fitnesswelt und hat jetzt<br />

das erste Studio mit rund 125 qm eröffnet. Ähnlich wie Supermonkey<br />

setzt Keepland auf Gruppenkurse, um das bisher<br />

digitale Gruppenfitness-Erlebnis nun auch in der realen Welt<br />

stattfinden zu lassen: „Wer braucht schon Geräte?“ Alles voll<br />

vernetzt über ein eigenes kleines soziales Netzwerk innerhalb<br />

der App zum Teilen von Trainingsergebnissen und Austausch<br />

in Chatgruppen mit anderen Teilnehmern. Somit lässt sich<br />

Studioalltag 24/7 weiterleben. Keepland bietet aktuell nur<br />

Monatskarten an und besetzt zunächst die großen Metropolen<br />

mit eigenen Studios. Keepland könnte in der Fitnessbranche<br />

ein neues Zeitalter einläuten und die Machtverhältnisse<br />

umkehren. Weg vom realen Studio und hin in eine virtuell getriebene<br />

Fitnesswelt.<br />

BIG PLAYER IM HINTERGRUND<br />

Das Besondere an dieser Entwicklung ist, dass das chinesische<br />

Internet-Unternehmen Tencent die Markenerweiterung<br />

von Keepland in die analoge Fitnessbranche mit frischem Geld<br />

maßgeblich vorantreibt. Der Tech-Riese bezuschusst den Newcomer<br />

mit Risiko-Kapital. Tencent hält mit Wechat immerhin<br />

Chinas Kommunikationskanal Nummer 1 in den Händen und<br />

ist zudem der Branchen-Primus in der dortigen Musikindustrie.<br />

Tech-Experten von Tencent sind überzeugt, dass das Smartphone<br />

das Fitnessgerät der Zukunft sein wird. Nicht zuletzt<br />

dank der unglaublichen Möglichkeiten, Fitness- und Gesundheitsdaten<br />

zu sammeln und mit Trainings zu verknüpfen.<br />

China sei hier viel weiter entwickelt. So gibt es erste Gehversuche<br />

der chinesischen Tech-Industrie, DNA-Daten von<br />

Fitnesssportlern zur Optimierung von Trainingsplänen und<br />

-Leistungen zu nutzen.<br />

DER WETTBEWERB SPITZT SICH ZU<br />

Der chinesische Fitnessmarkt ist also unter Druck: Auf der<br />

einen Seite finanzstarke, schlagkräftige und bestens vernetzte<br />

Fitnessketten mit großem Platzbedarf, wie Will‘s oder<br />

LEFIT. Auf der anderen innovative Gruppenfitnesskonzepte<br />

mit stark digitaler Ausprägung. Es wird ein harter Kampf für<br />

Will Wang.<br />

DER CHINESISCHE <strong>FITNESS</strong>MARKT*<br />

Fotos: © Hersteller<br />

Einwohner<br />

1,4 Milliarden<br />

Durchschnittliches Jahreseinkommen 17.035 $<br />

Clubs 1.765<br />

Marktkonzentration (Top 5) 45 %<br />

Mitglieder<br />

4,52 Millionen<br />

Mitglieder pro Club 2.679<br />

Penetrationsrate 3 %<br />

Durchschnittlicher Preis pro Monat 41 $<br />

Geschätzte Marktgröße pro Jahr 3,95 Milliarden $<br />

* Zahlen aus dem IHRSA Marktbericht 2017<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 59


IN THE TEST<br />

Fragerunde<br />

Im Rahmen unserer jüngsten Abstimmung haben wir die Fitnessmacher des Landes über den<br />

besten Hersteller von Krafttrainingsgeräten abstimmen lassen. Wir präsentieren die Top 3<br />

Wir fahnden nach den herausragenden Big<br />

Brands der Branche. In der letzten Ausgabe haben<br />

wir Magicline zur besten Mitgliederverwaltungssoftware<br />

gekürt, jetzt haben wir 11561 Fitnessmacher<br />

nach dem besten Krafttrainingsgerät befragt. Die<br />

durften zehn namhafte Hersteller mit Schulnoten von 1-6 bewerten.<br />

Auf den ersten Plätzen sind gym80, Matrix und Technogym<br />

gelandet. Alle drei Anbieter sind seit vielen Jahren auf dem<br />

Markt und haben in der Zeit Ihres Bestehens den Fitnessmarkt<br />

auf ihre individuelle Art und Weise geprägt. Haben es mit gym80<br />

und Technogym zwei Anbieter aus Europa unter die Top 3 geschafft,<br />

ist mit Matrix auch eine Marke mit amerikanisch-asiatischem<br />

Background auf dem Siegertreppchen. Aufgrund der<br />

digitalen Revolution ist aktuell viel Dynamik im Markt. Es bleibt<br />

spannend, wie sich die Branche in Zukunft entwickeln wird und<br />

welche Hersteller zum Toptrio aufschließen.<br />

Note 1-2<br />

Platz1<br />

QUALITÄT AUS DEUTSCHLAND<br />

1980 gegründet und seither dem Ruhrgebiet treu geblieben: Das gym80-Headquarter samt<br />

Produktion befindet sich in Gelsenkirchen! Dort startete eine deutsche Erfolgsgeschichte,<br />

die bis heute anhält. gym80 entwickelt und produziert Kraftgeräte mit besonderer Qualität<br />

und Haltbarkeit. Der Fertigungsprozess kombiniert moderne Technik mit traditioneller<br />

Handwerksarbeit. Über 95% Fertigungstiefe zeichnet das Prädikat „Made in Germany“ aus<br />

und macht gym80 zu einem der Top-Hersteller für Krafttrainings-, Fitness-, Medical-, und<br />

Performance-Geräte. Erst kürzlich hat sich Branchengröße Rainer Schaller über seine RSG<br />

Group mit 35 Prozent an gym80 beteiligt. Das verspricht eine starke Marktposition und neue<br />

Aufträge für den deutschen Geräte-Hersteller. Eventuell sehen wir nun bald auch gym80-Geräte<br />

beim Fitnessriesen Gold‘s Gym in den USA.<br />

„Unser Motto: 40 Jahre<br />

KING OF MACHINES<br />

– von Stahl bis digital!<br />

Unsere Geräte haben<br />

eine Seele, die durch die<br />

Geschichte des Unternehmens<br />

maßgeblich<br />

geprägt wurde. Auch in<br />

Zukunft werden wir nicht<br />

stehen bleiben und uns<br />

kontinuierlich auch auf<br />

neue Wege begeben.“<br />

Simal Yilmaz, Geschäftsführer<br />

von gym80<br />

60<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Platz2<br />

Note 2<br />

INTERNATIONALE KLASSE<br />

Im Jahr 2001 lancierte Johnson Health Tech<br />

die Marke Matrix, um professionelle Fitnessund<br />

Gesundheitsgeräte auf den internationalen<br />

Markt zu bringen. Seitdem steht Matrix für<br />

Leistung, Design, Technologie und Langlebigkeit,<br />

die anspruchsvollen Studioumgebungen<br />

standhält. Neben 250 Ingenieuren, die sich allein<br />

der Forschung und Entwicklung widmen,<br />

umfasst der Entwicklungsprozess ein User<br />

Feedback-Gremium mit mehr als 600 Personen.<br />

Auch die Deutsche Nationalmannschaft<br />

setzt auf die Marke. So trainieren Neuer, Werner,<br />

Goretzka und Co. in der Vorbereitung auf<br />

große Turniere wie WM und EM auf Matrixgeräten.<br />

Studiobetreiber können sich mit Matrix also<br />

Profisport-Feeling ins Studio holen, was der<br />

Neukundengewinnung und Mitgliederbindung<br />

sicher nicht schadet.<br />

„Unsere Kraftgeräte<br />

haben eine hervorragende<br />

Biomechanik, sind<br />

robust und ansprechend<br />

im Design. Mit unserem<br />

umfangreichen Portfolio<br />

von Magnum mit<br />

Benches, Racks, Plate<br />

Loaded und patentierter<br />

Funktionalität über effiziente<br />

Dual-Kraftstationen,<br />

bis hin zu niedrigen<br />

Gewichtsblöcken mit<br />

smarten digitalen Lösungen,<br />

entsprechen wir<br />

den Anforderungen<br />

unserer Kunden optimal.“<br />

Ulfert Böhme,<br />

Geschäftsführer Johnson<br />

Helth Tech.GmbH<br />

Platz3<br />

Note 2-<br />

MIT LIEBE ZUM DETAIL<br />

Neben der neuen Plattform Technogym Live, die ein revolutionäres<br />

Trainingserlebnis mit umfangreichem Content<br />

bietet, sowohl live als auch on-demand und über die<br />

mywellness App, hat sich das italienische Unternehmen in<br />

diesem Jahr dazu entschlossen, die traditionelle plate-loaded<br />

PURE Serie um fünf Kultstücke zu erweitern. Darunter<br />

auch der Hack Squat, mit dem Anfang der 80er Jahre die<br />

Erfolgsgeschichte begann.<br />

Fotos: © Hersteller<br />

„Seit der Gründung im Jahr 1983 hat sich Technogym<br />

als ein weltweit führender Anbieter von Produkten<br />

und Dienstleistungen im Wellness- und Fitnessmarkt<br />

etabliert, die höchsten technologischen Ansprüchen<br />

genügen und für herausragendes Design stehen.“<br />

Andreas Mayer, Country Manager, Technogym Germany<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 61


VISION<br />

Im<br />

Land<br />

des<br />

Riesen<br />

Benefit Systems residiert<br />

im Warsaw Spire, dem<br />

mit 220 Meter höchsten<br />

Bürogebäude Polens


Zirkusartist Michał<br />

Nowosadko<br />

nutzt mehrmals<br />

wöchentlich seine<br />

Multisport Card<br />

4600 Sportangebote sind ein Wort: Aggregator Benefit Systems dominiert den<br />

polnischen Fitnessmarkt nach Belieben und zwingt den Studios erbarmungslos<br />

seine Spielregeln auf. Die deutschen Vermittlungsportale Urban Sports Club,<br />

Qualifit und Hansetrain geben sich vergleichsweise zahm – noch. Ein Blick nach<br />

Warschau genügt, um zu sehen, wie schnell sich der Wind drehen kann<br />

Fotos: © Bigstock, Nowosadko, Hersteller<br />

Michał Nowosadko ist Zirkusartist, Stuntman und<br />

Fitnessenthusiast. Der 28-Jährige lebt in Warschau<br />

und ist berufsbedingt viele Wochen im<br />

Jahr unterwegs. „Ich treibe Sport seitdem ich<br />

neun Jahre alt bin. Aktuell besuche ich vier mal in der Woche<br />

ein Fitness-Studio und absolviere mein Trainingsprogramm.<br />

Ich trainiere wirklich sehr hart für meinen Job.“ Sein Körper ist<br />

sein Kapital. Um fit zu bleiben, ist Michał (Instagram: @mike.<br />

nowosadko) auf abwechslunsgreiche Trainingsmöglichkeiten<br />

und hochwertiges Equipment angewiesen. Egal, wo er sich<br />

gerade aufhält. Denn neben Kraft sind als Artist auch Flexibilität<br />

und Ausdauer gefragt. Wie Millionen andere Mitglieder<br />

setzt Michał auf MultiSport, die Fitness-Marke von Benefit<br />

Systems.<br />

Mit der Karte erhalten Mitglieder des Fitness-Aggregators<br />

mittlerweile Zugang zu über 4600 Sportangeboten in 650<br />

Städten in Polen. Das Portfolio ist riesig. Es reicht von klassischen<br />

Fitness- und Wellnessanlagen, über Kampfsport- und<br />

Tanzschulen bis hin zu Raquetcentern, Schwimmbädern und<br />

Kletterhallen. In kürzester Zeit hat sich Benefit Systems zum<br />

Primus der Fitnessbranche in Osteuropa gemausert. Neben<br />

Polen ist Multisport mittlerweile auch in Tschechien, der<br />

Slovakei, Bulgarien, Kroatien und Griechenland vertreten und<br />

plant seinen Markteintritt in weiteren europäischen Märkten.<br />

Angefangen hat alles 2003 mit der Einführung der MultiSport<br />

Firmenfitness Card. Aktuell hat Multisport ca. 60 Prozent aller<br />

Mitgliedschaften in polnischen Städten unter Kontrolle und<br />

will diese in den nächsten Jahren noch ausbauen. Neben dem<br />

klassischen Firmen-Fitnessmodell, mit dem Benefit Systems<br />

groß geworden ist, setzt MultiSport heute zunehmend auf<br />

das Endkundengeschäft und betreibt sogar eigene Studios.<br />

Möglich gemacht hat diesen unaufhörlichen Wachstumskurs<br />

eine intelligente Mischung aus Portfoliomanagement,<br />

Finanzierungen und der starke Wille, der größte Player im<br />

osteuropäischen Fitnessmarkt zu werden. So entschied sich<br />

Benefit Systems sehr früh dafür, sein im Sportbereich erfolgreich<br />

erprobtes Aggregatorenmodell in den Gastronomie-,<br />

Kultur- und Tourismusbereich zu übertragen und seinen Kunden<br />

somit ein unvergleichbares All-in-One Freizeitangebot<br />

anzubieten. Das kam gut an und brachte immer mehr Unternehmen<br />

dazu, sich Benefit Systems anzuschließen und ihren<br />

Mitarbeitern Zugang zum einzigartigen Angebotsportfolio zu<br />

ermöglichen.<br />

Ein Börsengang 2011 spülte frisches Geld in die Kriegskasse<br />

und ermöglichte Benefit Systems die Investition in eigene Studios<br />

sowie die Expansion in ausländische Märkte.<br />

Experten in Polen sprechen schon seit Längerem von einer<br />

Abhängigkeit inhabergeführter Studios von MultiSport.<br />

„Für viele Betreiber ist eine Zugehörigkeit zu<br />

MultiSport wirtschaftlich existientiell. Besonders<br />

in Städten zeigt sich mittlerweile<br />

die Abhängigkeit“,<br />

so ein Insider.<br />

Auf den ersten Blick tut<br />

ein Fitness-Aggregator<br />

Gutes: Er ermöglicht die<br />

Erschließung neuer Zielgruppen,<br />

erhöht die Auslastung und<br />

ermöglicht zusätzliche Einnahmen.<br />

Trotzdem ist das Modell für<br />

Studios weit weniger lukrativ, als<br />

es eigene Mitglieder sind. Schon<br />

allein dadurch, dass die Kunden<br />

des Vermittlers im Regelfall<br />

www.benefitsystems.pl infolinia: 22 242 42 42<br />

Kartenspiel: MultiSport bietet<br />

verschiedene Tarife an<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 63


VISION<br />

Die Führungsriege von<br />

Benefit ist öffentlichkeitsscheu.<br />

Zumindest der Communication<br />

Director Robert Moren lässt<br />

sich ausnahmsweise bei einer<br />

Preisverleihung blicken (ganz<br />

links)<br />

„Wir kooperieren<br />

mit mehreren<br />

Aggregatoren“<br />

Markus Sigl<br />

Markus Sigl (32) von <strong>FITNESS</strong>-<br />

LOFT sieht Aggregatoren als<br />

Partner<br />

mehrere Sportangebote innerhalb eines Monats<br />

nutzen und die Fitnessstudiobetreiber sich den<br />

Mitgliedschaftsbeitrag gewissermaßen untereinander<br />

aufteilen müssen. Zudem verbleibt je nach<br />

Geschäftsmodell immer eine Provision beim<br />

Aggregator. Doch wann dreht sich ein<br />

Markt eigentlich wie in Polen und wie<br />

schnell geht das?<br />

SITUATION IN DEUTSCHLAND<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> hat sich im deutschen<br />

Markt umgehört und besonders<br />

in Großstädten eine ähnliche Tendenz<br />

wie in Polen festgestellt. Jedoch noch<br />

auf einem viel kleineren Level. Zunächst<br />

einmal ist festzuhalten, dass<br />

sich auf dem deutschen Markt viel<br />

mehr Aggregatoren tummeln und es<br />

bisher noch keiner von ihnen geschafft<br />

hat, eine auch nur annähernd marktbeherrschende<br />

Stellung zu erreichen.<br />

Aktuell gibt es rund zehn relevante Fitness-Aggregatoren,<br />

die sich den Markt in die Segmente<br />

Firmen-Fitness und Endkundengeschäft aufteilen.<br />

Positiv festzuhalten ist zudem, dass bisher<br />

kein Aggregator über eigene Studios verfügt<br />

und es auch noch keine bekannten Tendenzen<br />

in diese Richtung gibt. Damit treten Fitness-Aggregatoren<br />

hierzulande aktuell eher als Partner,<br />

statt als direkter Wettbewerber auf.<br />

B2B-AGGREGATOREN KOMMEN BESSER AN<br />

Spricht man mit Fitnessstudio-Betreibern, kommen<br />

Aggregatoren im Firmenfitness-Segment<br />

meist besser weg als diejenigen, die im Endkundenmarkt<br />

auftreten. Insbesondere Hansefit<br />

scheint im Markt ein sehr hohes Vertrauen zu genießen.<br />

So gibt es Studios, wie etwa den Physical<br />

Park und die Elan Studios aus Hannover, die ihre<br />

Hansefitpartnerschaft bewusst auf ihren Websites<br />

kommunizieren. Im Segment der Fitness-Aggregatoren<br />

mit Endkundenbezug sucht man<br />

solche Integrationen vergebens. Spricht man<br />

inhabergeführte Studios auf diese B2C-Unternehmen<br />

an, bekommt man wenig euphorisches<br />

Feedback. Ein Inhaber einer kleinen regionalen<br />

Kette in der Metropolregion Hannover, Braunschweig,<br />

Göttingen, Wolfsburg, der anonym bleiben<br />

möchte, bringt es auf den Punkt:<br />

„Ich habe schlechte Erfahrungen mit Fitness-Aggregatoren<br />

gemacht. Sie rauben mir Kunden. Die<br />

melden sich da an und nicht bei mir. Außerdem<br />

kommt da an Zusatzeinnahmen nicht viel bei rum.<br />

Die kommen rein, machen ihr Training, kaufen nie<br />

etwas am Tresen und nutzen auch andere kostenpflichtige<br />

Angebote wie Massage oder Solarium<br />

nicht. Irgendwann sind sie dann weg und<br />

kommen nie mehr wieder. Ich bin enttäuscht.“ Er<br />

habe zudem gehört, dass der Wegfall der Aggregatoren-Einnahmen<br />

während des Corona-Lockdows<br />

einen befreundeten Betreiber in wirtschaftliche<br />

Schwierigkeiten gebracht habe. Erst als die<br />

Aggregatoren über hurtig aufgelegte Solidaritätsfonds<br />

den Kapitalfluss wieder öffneten, habe sich<br />

die Situation wieder einigermaßen normalisiert.<br />

Auch andere Fitnesstudio-Betreiber reagieren<br />

eher abweisend, wenn man sie auf Fitness-Aggregatoren<br />

im Endkundensegment anspricht.<br />

Vor allem Betreiber im Premium-Segment versprechen<br />

sich wenig von einer Zugehörigkeit.<br />

„Gefahren sehe ich vor allem in der Schwächung<br />

der eigenen Marke und im Bezahlsystem“, so ein<br />

Betreiber einer Premium-Anlage in einer niedersächsischen<br />

Großstadt, der ebenfalls anonym<br />

bleiben will. Vom Aggregator bekomme er „nie<br />

im Leben den wahren Wert der High-Quality<br />

Dienstleistung bezahlt“, die er seinen Kunden<br />

anbiete. Die Fitness-Aggregatoren kennen die-<br />

64<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


B2C-Aggregator URBAN<br />

SPORTS CLUB punktet<br />

mit cleverem Marketing<br />

und überzeugender<br />

digitaler Umsetzung<br />

Fotos: © Hersteller<br />

ses Problem und haben schon vor einiger Zeit<br />

darauf reagiert, indem sie Premium-Karten zu<br />

höheren Preisen eingeführt haben, Damit bleibt<br />

auch mehr beim Studio hängen. Bisher mit relativ<br />

geringem Erfolg. Je nach Anbieter ist das Angebot<br />

in diesem Segment noch sehr überschaubar<br />

und ausbaufähig.<br />

EINFACH MAL AUSPROBIEREN<br />

Ein Anbieter aus dem gehobenen mittleren Segment<br />

ist <strong>FITNESS</strong>LOFT mit mehr als 35 eigenen<br />

Studios in Nord- und Ostdeutschland. Markus<br />

Sigl, Head of Sales ist Fitness-Aggregatoren<br />

gegenüber sehr aufgeschlossen und steht der<br />

Entwicklung positiv gegenüber. Die Fitnesskette<br />

mit Ursprung in Braunschweig nutzt gleich<br />

eine Vielzahl von Aggregatoren im B2B- und<br />

B2C-Segment.<br />

„Über Fitness-Aggregatoren<br />

steigern wir unsere Check-Ins<br />

und erzielen Reichweite und<br />

Umsätze in Zielgruppen, die<br />

wir mit unserem Kernprodukt<br />

Fitness nicht langfristig an uns<br />

binden könnten. Gäste, die über<br />

Aggregatoren zu uns kommen,<br />

sind häufig sehr ambitionierte<br />

Sportler, sehr kursaffin und wenig<br />

betreuungsintensiv. Häufig<br />

sehen Sie das Fitnessstudio als<br />

Ergänzung zu ihrem eigentlichen<br />

Trainingsprogramm, das<br />

eher außerhalb des Studios<br />

liegt. Etwa im Outdoorbereich,<br />

im Schwimmbecken oder woanders.“<br />

Mitglieder von Fitness-Aggregatoren<br />

suchten<br />

sich das Studio häufig wegen<br />

der Ausstattung vor Ort aus,<br />

TOP 3<br />

VOR- UND NACHTEILE<br />

FÜR STUDIOBETREIBER<br />

VORTEILE<br />

Generierung neuer<br />

Umsatzpotenziale<br />

Erreichen von neuen<br />

Zielgruppen<br />

Steigerung der Check-Ins<br />

NACHTEILE<br />

Geringe Kundenbindung<br />

Wenig Wandlung in klassische<br />

Mitgliedschaften<br />

Rentabilität im Vergleich zu<br />

klassischer Mitgliedschaft<br />

so Sigl weiter. Seine Gäste schätzten vor allem<br />

eine gute Infrastruktur, hochwertige Geräte mit<br />

Schnittstellen zu Training-Apps, einen ordentlichen<br />

Freihantelbereich sowie die Wellnessangebote.<br />

<strong>FITNESS</strong>LOFT sei es wichtig, früh an der Entwicklung<br />

im Markt zu partizipieren. Deshalb<br />

habe man sich dafür entschieden, möglichst<br />

viele Partnerschaften mit Aggregatoren einzugehen,<br />

auch wenn es sich aktuell noch nicht<br />

zu einer relevanten Einnahmequelle entwickelt<br />

habe. Die Partnerschaften stelle man regelmäßig<br />

auf den Prüfstand und schaue, welche davon<br />

sich lohnen. Sigl glaubt, dass sich der Aggregatoren-Markt<br />

in Deutschland ähnlich entwickeln<br />

wird wie im osteuropäischen Ausland. Jedoch<br />

sei <strong>FITNESS</strong>LOFT immer darauf bedacht, in<br />

seinen Studios ein attraktives<br />

und unverwechselbares Produkt<br />

auf die Beine zu stellen.<br />

So habe man bisher immer aus<br />

eigener Kraft wachsen können<br />

und sei auch für die Zukunft<br />

zuversichtlich, selbst wenn der<br />

Markt sich, insbesondere in<br />

Großstädten, verändern sollte.<br />

Blick zurück nach Polen: Bald<br />

endet die Zirkus-Zwangspause<br />

für Artist Michał Nowosadko.<br />

Bald geht er wieder auf Tour<br />

und wird in einer nach der anderen<br />

Stadt gastieren. Immer<br />

dabei: seine MultiSport-Card.<br />

Der Nutzer hat durch sie nur<br />

Vorteile und erfeut sich an der<br />

schier endlosen Auswahl. Die<br />

Gefahren, die dadurch auf die<br />

Branche zukommen, müssen<br />

ihn nicht kümmern.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 65


VISION<br />

DER VIELSEITIGE<br />

zu Bewegung motiviert. Mit der Kampagne #activetogether<br />

haben wir zur Solidarität aufgerufen<br />

und versprochen, während der Lockdown-Zeit<br />

80 Prozent aller verbleibenden Mitgliedsbeiträge<br />

an Partner auszuzahlen. Nach der Vergütung<br />

der Online-Check-ins haben wir nun den<br />

verbleibenden Betrag von 1,4 Millionen Euro als<br />

Solidaritätsfonds ausgeschüttet.<br />

Neues Headquarter in Berlin<br />

mit schnieker Einrichtung<br />

Gründer und CEOs : Moritz Kreppel<br />

(links) und Benjamin Roth<br />

1. Wie ist die aktuelle Situation beim Urban<br />

Sports Club?<br />

Mit unseren 12000 Partnern in Deutschland und<br />

Europa mussten wir im März sehr schnell reagieren<br />

und unser Geschäftsmodell anpassen.<br />

Wir haben uns bewusst gegen vorproduzierte<br />

Videos und für Beiträge aus unseren Partnerstudios<br />

entschieden. Viele von unseren<br />

Partnern konnten dadurch über die neuen<br />

Online-Kurse per Livestream trotz der<br />

Schließungen Einnahmen generieren.<br />

Wir hatten unsere flexible Sport- und Fitnessmitgliedschaft<br />

mit mehr als 50 Sportarten<br />

zeitweise rein auf die neuen Online-Kurse<br />

per Livestream umgestellt. Jetzt bieten wir<br />

mit unseren Partnern ein Hybrid-Modell: Eine<br />

Mitgliedschaft, die sowohl Sport in Studios und<br />

im Freien als auch zu Hause ermöglicht. Es geht<br />

darum, sicheres Training anzubieten, das allen<br />

Bedürfnissen entspricht und unsere Mitglieder<br />

„Unser Ziel für die nächsten Monate? Die Menschen<br />

gemeinsam mit unseren Partnerstudios wieder in<br />

Bewegung zu versetzen.”<br />

2. Weckt der Erfolg von Benefit bei euch Begehrlichkeiten?<br />

Der polnische Markt ist an vielen Stellen mit dem<br />

deutschen Markt nicht vergleichbar. Wir haben<br />

keine Studios gekauft. Dies ist auch nicht geplant.<br />

Unser Modell basiert auf einer Situation,<br />

von der alle Seiten gleichermaßen profitieren:<br />

Wir arbeiten ausschließlich auf Erfolgsbasis:<br />

jeder Check-in jedes Mitglieds<br />

wird bezahlt<br />

Die Platzierung auf unserer Plattform ist<br />

für Partner kostenfrei<br />

Wir sind immer teurer als eine Mitgliedschaft<br />

direkt im Studio<br />

Wir haben unter 1% Abwanderung bei<br />

Partnern<br />

Unsere Plattform ist eine Marketing- und<br />

Sales-Maschine für Partner.<br />

Wir haben einen lokalen Ansatz und Teams<br />

vor Ort in den großen Städten, wir haben<br />

kleine und große Studios auf der Plattform<br />

Wir bieten ein Produkt für eine Zielgruppe,<br />

die mehrere Sportarten ausübt<br />

Über die Hälfte unserer Mitglieder sind<br />

Firmenkunden, die die Gesundheit ihrer<br />

Mitarbeiter aktiv fördern<br />

3: Wie ist die weitere Planung?<br />

Wir werden Mitglieder mit einer großen Marketingkampagne<br />

motivieren, ihre Trainingsroutine<br />

wieder oder neu zu entdecken und bei den<br />

Partnern vor Ort unter Einhaltung der geltenden<br />

Hygienevorschriften zu trainieren. Online-Angebote<br />

werden als Ergänzung beibehalten. Alle<br />

Mitglieder aus Firmen sowie Privatkkunden haben<br />

unterschiedliche Bedürfnisse. Sie finden mit<br />

Indoor-, Outdoor- und Online-Training ein ganzheitliches<br />

und flexibles Konzept.<br />

Wir sind mit Verbänden, Experten und Partnern<br />

im täglichen Austausch. Wir wollen in einer Welt<br />

leben, in der alle die gerne Sport machen, wirklich<br />

jede einzelne Person, etwas Passendes bei<br />

unseren 50 Sportarten findet, das ihr Spaß macht<br />

und sie motiviert. Alle sollen jederzeit über Sport<br />

und Bewegung etwas für ihre Gesundheit tun<br />

können. Das ist wichtig nach den letzten Monaten,<br />

in denen die meisten Menschen sehr lange<br />

im Homeoffice saßen.<br />

66<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


DER TECHNOLOGIEFÜHRER<br />

1. Wie ist die aktuelle Situation bei qualitrain?<br />

qualitrain ist auf dem Weg, der führende Anbieter<br />

für Mitarbeitergesundheit zu werden. Wir transformieren<br />

das Verständnis von Firmensport als<br />

Mehrwert hin zum wesentlichen Bestandteil der<br />

Produktivitätssteuerung in jedem Unternehmen.<br />

Denn nur gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähige<br />

Mitarbeiter.<br />

Seit der Übernahme vor zwei Jahren durch<br />

EGYM sind ambitionierte Ziele verfolgt worden.<br />

Das Business hat sich nach Plan von einem<br />

regionalen Anbieter zu einer der national führenden<br />

Lösung für Mitarbeitergesundheit entwickelt.<br />

Diese stark positive Entwicklung kann<br />

durch eine Vielzahl an Kennzahlen bestätigt<br />

werden: Beispielsweise hat sich der Umsatz<br />

über die letzten beiden Jahre mehr als verdoppelt,<br />

die Anzahl an Sportpartnern ist von 1500<br />

auf über 3500 gewachsen und Ende des Jahres<br />

werden wir den Meilenstein von 2000 Firmenkunden<br />

erreichen. Durch die Zugehörigkeit zur<br />

EGYM-Gruppe haben wir unser Produktangebot<br />

stark differenziert.<br />

2. Weckt der Erfolg von Benefit bei Euch Begehrlichkeiten?<br />

Fitnessstudios haben in meinen Augen die Verantwortung<br />

zu überlegen, welche Modelle Ihnen<br />

langfristig helfen werden. Insbesondere B2C-Aggregatoren<br />

sehe ich persönlich auch kritisch, da<br />

die Interessen von Aggregator und Studio nicht<br />

übereinander liegen. Im Kern sind es 2 Dinge, die<br />

wir wichtig finden für eine gute Balance:<br />

1) Wir verfolgen ein partnerschaftliches Modell<br />

mit allen Sportpartnern.<br />

2) Wir betreiben kein direktes Endkundengeschäft.<br />

Unser Ausschüttungsmodell wurde vor<br />

vielen Jahren von Markus Begerow, selbst Studiobesitzer,<br />

entwickelt, um die Interessen aller<br />

Beteiligten in Einklang zu bringen. Anstatt<br />

feste Beträge pro Besuch zu vergüten, wird<br />

ein fester Anteil der Umsätze an die Studios<br />

weitergegeben, entsprechend dem Verhältnis<br />

ihrer Mitgliederbesuche. Wir fokussieren<br />

uns auf Firmenvertrieb und erzielen<br />

dadurch eine Vergrößerung des Marktes.<br />

Dies belegen unsere Aktivierungsraten. Während<br />

ca. 10% der Deutschen eine Mitgliedschaft<br />

in Fitnessstudios aufweisen, erreichen wir in Unternehmen<br />

mehr als doppelt so viele Menschen.<br />

Dieser Fokus vergrößert den Markt, anstatt in einem<br />

Preiskampf Mitglieder von Gym-Mitgliedern<br />

zu Aggregatoren-Mitgliedern zu wandeln.<br />

3. Wie ist die weitere Planung?<br />

EGYM als Hardware- und Software Powerhouse<br />

ermöglicht eine digitalgestützte Trainingssteuerung<br />

und Erfolgsmessung. Diese Kernkompetenz<br />

wird qualitrain einsetzen, um den Firmen die<br />

Messbarkeit von Firmensport zu ermöglichen.<br />

Studien zeigen heute schon, welchen Einfluss<br />

körperliche Fitness auf die Entwicklung von Produktivität<br />

und Krankheitstage im Unternehmen<br />

hat. Unser Ziel ist es, Firmensport als essenziellen<br />

Bestandteil des geschäftlichen Erfolgs für alle<br />

Unternehmen zu etablieren.<br />

Nicolas Stadtelmeyer, General<br />

Manager Corporate Fitness<br />

DER VERTRAUTE<br />

Fotos: © Hersteller<br />

Wie ist die aktuelle Situation bei Hansefit?<br />

Wir haben das Hansefit-Team in den letzten 18<br />

Monaten massiv aufgebaut, um deutschlandweit<br />

und in den Niederlanden präsent sein zu<br />

können. Dazu haben wir viel Energie in digitale<br />

Lösungen gesteckt, die wir nun Schritt für<br />

Schritt präsentieren, um unsere Verbundpartner<br />

und Firmenkunden künftig noch mehr begeistern<br />

zu können.<br />

2. Weckt der Erfolg von Benefit bei Euch Begehrlichkeiten?<br />

Wir haben verstanden, dass der Erfolg von Hansefit<br />

aus einer engen Symbiose mit seinen Verbundpartnern<br />

entsteht. Zum Erfolg der Studios<br />

beizutragen ist unsere Daseinsberechtigung.<br />

Wir setzen auf langfristige Partnerschaften<br />

auf Augenhöhe. Seit über 15 Jahren!<br />

3: Wie ist die weitere Planung?<br />

Wir wollen weiterhin der Maßstab sein,<br />

wenn es darum geht, mit Firmenfitness<br />

auch fitnessferne Zielgruppen für Sport zu<br />

begeistern. Damit sorgen wir für Zusatzerlöse<br />

bei unseren Verbundpartnern und helfen<br />

unseren angeschlossenen Firmen. Zudem<br />

möchten wir trotz des Wachstums unsere traditionellen<br />

Werte bewahren.<br />

Fabian Neuen, COO bei Hansefit<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 67


VOTING<br />

Aufwärtstrend<br />

120 Der grüne Strich markiert die aktuelle<br />

Geschäftslage, der pinkfarbene die<br />

Erwartung. Der <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />

setzt sich aus dem Mittelwert dieser<br />

beiden Kennziffern zusammen<br />

Gegenwärtige Geschäftslage<br />

Erwartung<br />

<strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />

100<br />

80<br />

August 20 Oktober 20<br />

<strong>FITNESS</strong>-<br />

KLIMA-INDEX<br />

Wir wollen wissen, wie es Ihnen geht,<br />

liebe Fitnessmacher: Per Mail bitten wir<br />

Sie regelmäßig, uns Ihre gegenwärtige<br />

Geschäftslage und Ihre Erwartungen für<br />

die kommenden Monate mitzuteilen. Die<br />

Erkenntnisse bilden das Gerüst für unseren<br />

<strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX<br />

Der von Pessimisten heraufbeschworene zweite<br />

Lockdown rückt in immer weitere Ferne. Die Fitnessmacher<br />

des Landes sind diesbezüglich ebenfalls<br />

relativ zuversichtlich und gehen davon aus,<br />

dass keine weitere Zwangsschließung droht. Trotzdem lecken<br />

immer noch viele ihre Wunden und sind bemüht, die Auswirkungen<br />

von Corona zu verarbeiten.<br />

Ihre gegenwärtige Situation bewerten sie deshalb eher kritisch:<br />

Nur eine Minderheit von 21,3 Prozent kategorisieren sie<br />

als „gut“. 24,2 Prozent empfinden sie als schlecht. Die überwiegende<br />

Mehrheit der Teilnehmer stimmt mit „befriedigend“<br />

ab. Damit verschlechtert sich die aktuelle Stimmung im Vergleich<br />

zur letzten Umfrage minimal von 100 auf 99.<br />

Beim Blick nach vorne hellt sich die Stimmung auf: Zwar ist<br />

auch hier die Mehrheit der Meinung, die Lage bleibe so, wie<br />

sie ist. Stolze 45,5 Prozent sind allerdings der Ansicht, es werde<br />

sich „günstiger“ entwickeln. Nur sechs Prozent befürchten,<br />

dass es weiter bergab geht. Die positive Erwartungshaltung<br />

trägt dazu bei, dass die Kurve von 100 auf 113 schnellt. Der<br />

Mittelwert aus beide Kurven, die entscheidende Kennzahl für<br />

unseren <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX, steigt damit von 100 auf<br />

106.<br />

Interessant ist die Verknüpfung der Antworten auf beide Fragen:<br />

Wer die aktuelle Situation mit „schlecht“ bewertet, hat<br />

wenig Hoffnung auf Besserung oder rechnet sogar mit einer<br />

weiteren Verschlechterung. Wer sie als „befriedigend“ empfindet,<br />

kalkuliert größtenteils damit, dass es dabei bleibt. Und<br />

wer jetzt schon guter Dinge ist, erwartet überwiegend, dass<br />

die Situation sich weiter verbessert.<br />

Vergleicht man unseren <strong>FITNESS</strong>-KLIMA-INDEX mit dem<br />

Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts, fällt ins Auge, dass sich<br />

der Dienstleistungssektor im Allgemeinen deutlich schneller<br />

erholt, als die Fitnessbranche. Es wird also offensichtlich noch<br />

dauern, bis wirklich wieder Normalität einkehrt.<br />

68<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Umfrageergebnisse<br />

WIE BEURTEILEN SIE IHRE GEGENWÄRTIGE<br />

GESCHÄFTSLAGE?<br />

54,5<br />

24,2<br />

21,2<br />

O-Töne<br />

RONALD GILL (38),<br />

INHABER MOVE ON NEUMARKT<br />

Bei mir ist Ausnahmezustand, wir ertrinken<br />

in einer Flut von Terminen. Unsere<br />

Kunden müssen deshalb aktuell mit<br />

Wartezeiten rechnen. Wir bieten nicht nur einen klassischen<br />

Fitnessbereich, sondern sind zudem ein Gesundheits- und<br />

Bewegungszentrum mit den neuesten Digital-Geräten und<br />

Konzepten wie next level.running. Damit sind wir offensichtlich<br />

goldrichtig positioniert – obwohl wir in Neumarkt etliche<br />

Mitbewerber haben. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir<br />

rund 50 Prozent mehr Check-Ins. Zum September stellen<br />

wir neues Personal ein, um unsere 500 Mitglieder weiterhin<br />

auf Premium-Niveau betreuen zu können, vor Corona waren<br />

wir bei 470. Durch eine engmaschige Kommunikation konnten<br />

wir die meisten während Corona bei der Stange halten.<br />

Die Mitgliedsbeiträge, die wir trotz Schließung abgebucht<br />

haben, sind bereits fast komplett kompensiert, nahezu alle<br />

Kunden haben wir mit Zusatzleistungen und -angeboten zufriedenstellen<br />

können. Für die Zukunft bin ich sehr positiv<br />

gestimmt, wir bekommen aktuell viel Zuspruch von unseren<br />

Mitgliedern, die uns auch fleißig weiterempfehlen.<br />

gut<br />

befriedigend<br />

schlecht<br />

Fotos: © shutterstock, Hersteller<br />

WIE SIND IHRE ERWARTUNGEN FÜR DIE<br />

NÄCHSTEN SECHS MONATE?<br />

48,5<br />

6,0<br />

45,5<br />

günstiger gleichbleibend<br />

ungünstiger<br />

MARC RÖMERMANN +<br />

SIMONE ALTIG (46+51),<br />

INHABER VITALIS VAREL<br />

Die Situation ist unverändert schwierig:<br />

Zwar kommen wieder mehr Trainierende,<br />

wir sind vom Vor-Corona-Stand aber noch meilenweit entfernt.<br />

Immerhin halten sich Kündigungen und Regressforderungen<br />

im Rahmen – die meisten unserer Mitglieder sind uns<br />

treu geblieben. Neuabschlüsse sind allerdings Mangelware.<br />

Zudem wird über die Aggregatoren aktuell kaum Traffic generiert.<br />

Eigentlich wollten wir 2020 umziehen – und auf deutlich<br />

größerer Fläche unser Angebot erweitern. Das haben wir erst<br />

mal auf Eis gelegt, zumal die Banken bei der Kreditvergabe<br />

momentan sehr zögerlich sind. Generell wollen wir uns zukünftig<br />

weniger als Fitnessstudio und noch mehr als Gesundheitszentrum<br />

positionieren. Die Krise hat nämlich gezeigt,<br />

wie gering die Wertschätzung für unsere abfällig Muckibuden<br />

genannten Einrichtungen und wie gering der Rückhalt<br />

in großen Teilen von Bevölkerung und Politik ist. Die nächsten<br />

sechs Monate werden deshalb alles in allem sicherlich<br />

knackig und herausfordernd. Aufgeben ist aber keine Option:<br />

Langfristig sind wir zuversichtlich, trotzdem alle unsere Ziele<br />

zu erreichen. Es dauert halt alles nur deutlich länger, als ursprünglich<br />

geplant.<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 69


OPENING<br />

Von Null auf 100<br />

in 4 Jahren<br />

fit+Geschäftsführer<br />

Björn Krämer durchschneidet<br />

das rote<br />

Band, Studiochefin<br />

Yasmin Klein und<br />

Mann Marco freuts<br />

Oktober 2016: Zwei rührige Geschäftsmänner<br />

eröffnen unter dem Namen fit+<br />

ein personalloses Fitnesstudio in der<br />

schwäbischen Provinz. Keine vier Jahre<br />

später sind es 100 in ganz Deutschland.<br />

Wir beleuchten die komplette Erfolgsgeschichte<br />

auf acht Extra-Seiten<br />

70<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


OPENING70<br />

In Gosbach hat fit+<br />

Chef Björn Krämer das<br />

100. Studio eröffnet.<br />

OVERVIEW72<br />

Alle 100 Standorte in<br />

Deutschland auf der<br />

goßen Übersichstkarte<br />

„Alles was du<br />

brauchst.“ Der Claim<br />

bringt es auf den Punkt:<br />

Ein fit+Studio verfügt<br />

über die nötige Ausstattung<br />

für ein effektives<br />

Training – nicht<br />

mehr, nicht weniger<br />

INTERVIEW74<br />

Wir befragen fit+Boss<br />

Torsten Boorberg zur zukünftigen<br />

Expansion<br />

BEST PRACTICE 76<br />

Zufriedene Betreiber geben<br />

Auskunft + in fünf Schritten<br />

zum eigenen fit+Studio<br />

Yasmin Klein (33) ist ihrem Mann Marco (30) eine<br />

tolle Ehefrau – und fürsorgende Mutter einer<br />

einjährigen Tochter. Trotzdem will sie arbeiten,<br />

ohne dass die Familie zu kurz kommt. Ins Unternehmen<br />

ihres Mannes einzusteigen, kommt nicht in<br />

Frage: “Ich will mein eigenes Ding machen,” erklärt die<br />

ehemalige Stewardess. Bar jeglicher Fitness-Erfahrung<br />

hat sie sich entschlossen, im schwäbischen Gosbach<br />

ein Studio zu eröffnen, fit+ Nummer 100.<br />

Bei der Eröffnung treffen wir Björn Krämer, einen von<br />

zwei fit+Geschäftsführern. Mit Partner Torsten Boorberg<br />

hat er die Kette erfunden und gegründet. Die<br />

zwei ergänzen sich perfekt – Krämer ist der Stratege,<br />

Boorberg der Kreative. Ihr erstes personalloses Studio<br />

hätten sie gerne Jahre früher eröffnet. „Die Technik war<br />

noch nicht so weit.“ 2016 dann der Start – und Expansion<br />

in Überschallgeschwindigkeit: „Unser Umsatz<br />

liegt bei acht Millionen Euro – mit 12 Mitarbeitern.“<br />

Beide Chefs betreiben selbst fit+Studios, insgesamt 17<br />

an der Zahl. „Damit wir uns vom Alltagsgeschäft nicht<br />

entfernen und um Neuerungen zu erproben, bevor<br />

wir sie einführen.“ Maximale Expertise in Theorie und<br />

Praxis ist das Ziel: „Kein Mensch auf der Welt weiß<br />

über personallose Fitnesstudios besser Bescheid, als<br />

wir beide.“<br />

Er zweifelt keine Sekunde daran, dass Yasmin Erfolg<br />

haben wird: „80 Prozent der fit+Neulinge sind komplett<br />

branchenfremd oder mit dem Fitnessthema nur<br />

aus Trainersicht vertraut. Fast alle kommen wunderbar<br />

klar.“ Er steht jedem Neugründer mit Rat und Tat zur<br />

Seite – jederzeit: „Nur wenn unsere Lizenznehmer Erfolg<br />

haben und expandieren können und wollen, hat<br />

auch unser Unternehmen Erfolg.“ Hat Yasmin Klein<br />

also alles richtig gemacht mit ihrem ersten Studio?<br />

fragen wir ihn. „Mit ihrer Entscheidung für fit+ definitiv.“<br />

Dann setzt er grinsend hinzu: „Das Studio hat sie<br />

wirklich piekfein eingerichtet – mit toller Beleuchtung,<br />

großzügigen Umkleidekabinen und aufwändiger<br />

Lichttechnik. Das freut die Mitglieder<br />

– aber ist fast mehr als man braucht.“<br />

FIT+ SPECIAL<br />

100<br />

80<br />

STANDORTE fit+<br />

Deutschland<br />

100<br />

60<br />

45<br />

Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

40<br />

20<br />

0<br />

25<br />

14<br />

4<br />

2016 2017 2018 2019 2020<br />

Exponentielles Wachstum: Je<br />

größer Marktdurchdringung<br />

und Bekanntheitsgrad, desto<br />

schneller geht‘s voran<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 71


OVERVIEW<br />

Überall<br />

im Nirgendwo<br />

100 fit+ gibt es in Deutschland inzwischen.<br />

Die sind in Orten, die kein<br />

Mensch kennt: Gosen, Gerstetten,<br />

Grimme, seit neuestem Gosbach. Muss<br />

so ein: Das personallose Konzept zielt<br />

speziell auf den ländlichen Raum<br />

Das lauteste Studio<br />

Hier brüllen die Motoren: Das Studio in Adenau<br />

liegt direkt an der legendären Nordschleife<br />

BELGIEN<br />

NIEDERLANDE<br />

Gosbach hat einen Bäcker, eine Tankstelle,<br />

zwei Gasthöfe und ein Stück<br />

denkmalgeschützte Autobahn. Ein<br />

Fitnessstudio hat es nicht. Lohnt sich<br />

nicht bei 1646 Einwohnern, würde jeder Unternehmensberater<br />

wohl konstatieren.<br />

Lohnt sich doch, sagt Björn Krämer: Der Geschäftsführer<br />

von fit+ fahndet in ganz Deutschland<br />

nach Gebieten, die Fitnessstudio-technisch<br />

hoffnungslos unterversorgt sind. Einzige Voraussetzung<br />

ist ein Einzugsgebiet von mindestens<br />

600 Personen. Davon betreiben statistisch gesehen<br />

13 % Fitness und nehmen bis dato teilweise<br />

lange Wege in Kauf, um zum Trainingsort<br />

zu gelangen. Alles potentielle Kunden. Dankbare<br />

Kunden.<br />

„Durch das personallose Konzept sind die Fixkosten<br />

im Vergleich zu einer konventionellen<br />

Anlage deutlich geringer,“ erklärt Björn Krämer.<br />

„Dadurch kann ein fit+Studio schon ab 150 Mitgliedern<br />

rentabel sein.“ Hinzu kommt, dass passende<br />

Räumlichkeiten auf dem Land für deutlich<br />

weniger Geld zu mieten sind.<br />

Dieses Modell funktioniert nicht nur in Deutschland<br />

fast überall, sondern im Prinzip auch im<br />

Rest der Welt. Lediglich ein paar weiße Flecken<br />

werden bleiben: „Die umkämpften und überversorgten<br />

Metropolen dieser Welt sollen andere<br />

beackern, wir bleiben in der Provinz,“ erklärt<br />

Krämer. Er weiß, was er will – und vor allem wo.<br />

72<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

Das kleinste Studio<br />

In Neuhausen versammelt sich auf 112<br />

Quadratmetern ein kompletter Gerätepark<br />

Das erste Studio im Ausland<br />

Die Anlage in Buttikon markierte den Anfang<br />

der Expansion nach ganz Europa<br />

SCHWEIZ


Das abgelegenste Studio<br />

Luizhausen vermeldet stolze 342 Einwohner –<br />

und ein eigenens Fitnessstudio<br />

POLEN<br />

DEUTSCHLAND<br />

FIT+ SPECIAL<br />

Das größte Studio<br />

In Elchingen können sich die Athleten auf 600<br />

Quadratmetern richtig austoben<br />

ÖSTERREICH<br />

Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

Das erste Studio<br />

2016 öffnete in Weißenhorn das allererste fit+.<br />

Läuft bis heute wie geschmiert<br />

In Deutschland gibt es 100<br />

Standorte, geplant sind bis Ende<br />

2020 weitere 33. In Österreich,<br />

Schweiz, Holland, Belgien, Polen<br />

geht’s jetzt erst richtig los<br />

fit+ Standort<br />

fit+ in Planung<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 73


INTERVIEW<br />

Wachstumsprogramm<br />

Der fit+Zug hat Fahrt aufgenommen – und legt keine Stopps ein:<br />

Torsten Boorberg ist einer von zwei Geschäftsführern von fit+. Im Unternehmen<br />

ist er zuständig für das Marketing und die internationale<br />

Expansion. Diesbezüglich hat er konkrete und ambitionierte Pläne –<br />

und ein klares Ziel vor Augen. Wir haben ihm auf den Zahn gefühlt<br />

Mit Auto und Laptop: Torsten Boorberg auf Europatour<br />

Fit+ hat jetzt 100 personallose Studios in Deutschland<br />

und die ersten im Ausland eröffnet. Wie geht‘s weiter?<br />

Ende des Jahres wollen wir bei 150 Studios ingesamt landen<br />

– im In- und Ausland. Neben unserem Heimatland starten<br />

wir jetzt in Österreich, Holland, Belgien, Schweiz und Polen<br />

durch. In 2021 sind 250 Studios geplant, in 2022 400 Studios,<br />

verteilt auf 10 europäische Länder. Corona hat uns leicht eingebremst,<br />

aber nicht aufgehalten. Die Zeit, die wir durch den<br />

Lockdown verloren haben, holen wir gerade wieder auf.<br />

Was ist das Geheimnis eurer Raketengeschwindigkeit?<br />

Jedes Studio ist am Tag der Eröffnung schon im Break-even,<br />

die Lizennehmer sind hochzufrieden und erreichen ihre wirtschaftlichen<br />

Ziele. Kern unseres Konzept ist das Multistore-System:<br />

Jeder Betreiber hat das Ziel, nicht nur ein, sondern<br />

mindestens drei bis vier Studios zu betreiben. Und drückt deshalb<br />

aus eigenem Antrieb auf die Tube.<br />

Mit einem allein kommt man nicht über die Runden?<br />

Das hängt davon ab, wie hoch die Ansprüche sind. Bereits mit<br />

nur einem fit+ werde ich viel mehr verdienen, als wenn ich in<br />

einem Fitnessstudio als Trainer arbeiten würde. Die Umsatzrendite<br />

stimmt in jedem Fall: Bis zu 35% sind möglich.<br />

Aber der Schritt aus der Festanstellung in die Selbständigkeit<br />

erfordert ja schon viel Befähigung und Mut, oder?<br />

Wir haben alle Prozesse in Richtung minimale Komplexität<br />

entwickelt. Deshalb ist die Quote an Neueinsteigern sehr<br />

hoch. Weil der Zeitaufwand so gering ist, können die das Studio<br />

sogar nebenher betreiben. Manche benötigen dafür nur<br />

eine Stunde pro Woche.<br />

Das Potential scheint hierzulande noch nicht ausgeschöpft<br />

– im Norden und Osten sind noch weiße Flächen.<br />

Wir haben im Südwesten Deutschlands angefangen, sind inzwischen<br />

aber auch in Bayern und Hessen bärenstark. Und<br />

der Erfolg unseres Konzepts strahlt immer weiter ab. Wir sind<br />

zeitnah in allen Bundesländern vertreten, aktuell fehlen nur<br />

noch Thüringen und das Saarland. Nur die Stadtstaaten lassen<br />

wir außen vor, der urbane Raum interessiert uns nicht.<br />

Gibt es keine Kannibalisierungeffekte – manche Studios<br />

liegen laut Karte ja ziemlich nahe beisammen?<br />

Da unser System sehr lokal ist, reichen 10 bis 15 Kilometer Abstand<br />

in der Regel aus. Weswegen wir im ganzen Land noch<br />

mehr als 2500 Standortmöglichkeiten für uns sehen, von denen<br />

wir mittelfristig mindestens 800 besetzen wollen.<br />

74<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


TOP 20 <strong>FITNESS</strong>KETTEN IN D<br />

PLATZ<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

11<br />

12<br />

13<br />

14<br />

15<br />

16<br />

17<br />

18<br />

19<br />

20<br />

STUDIOANZAHL<br />

CLEVERFIT 407<br />

MRS SPORTY 285<br />

BODYSTREET 257<br />

KÖRPERFORMEN 220<br />

MCFIT 165<br />

PHYSIO AKTIV 143<br />

EASY<strong>FITNESS</strong> 124<br />

INJOY 120<br />

KIESER TRAINING 115<br />

FIT+ 100<br />

FITX 91<br />

FITBOX 88<br />

<strong>FITNESS</strong> FIRST 63<br />

TERRA SPORTS 54<br />

PFITZENMEIER GRUPPE 47<br />

JUMPERS <strong>FITNESS</strong> 36<br />

<strong>FITNESS</strong>LOFT 35<br />

NOVOTERGUM 33<br />

FT-CLUB 32<br />

FIT/ONE 28<br />

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, wie wollt ihr in so<br />

kurzer Zeit so viel erreichen?<br />

Durch cleveres Marketing erhöhen wir Markenbekanntheit<br />

und -wahrnehmung im Rekordtempo. Aktuell läuft unsere<br />

Trainforatattoo-Aktion: Wir verlosen 100 lebenslängliche<br />

fit+Mitgliedschaften. Die Gewinner müssen sich lediglich<br />

einen fit+Einlasscode tätowieren lassen. Die Resonanz ist<br />

Wahnsinn: Das Thema ist momentan in TV, Rundfunk und<br />

Internet in aller Munde. Und wir haben noch so viel weitere<br />

Ideen.<br />

„Wir bringen Fitness zu<br />

den Menschen – statt<br />

Menschen zum Fitness“<br />

Was ist das finale Ziel?<br />

Bis 2027 wollen wir Europas größte Fitnessstudiokette mit weit<br />

mehr als 1000 Studios sein. Holland ist gut für 100 fit+, Polen<br />

für 80. Österreich und Schweiz für jeweils 60. In jeder dieser<br />

Nationen haben wir Masterlizenznehmer, die unser System im<br />

ganzen Land ausrollen. Und Italien, Spanien, Portugal, England,<br />

Irland, Dänemark und Tschechien kommen erst noch.<br />

Bisher keine kulturellen Hürden in Sicht, die euch verzweifeln<br />

lassen?<br />

Man wächst mit seinen Aufgaben: Schweiz war anfangs<br />

komplex – allein wegen der anderen Währung. Holland<br />

nicht einfach – erstes Ausland mit anderer Sprache. Aber<br />

alles machbar, alles bewältigt.<br />

Wie geht‘s danach weiter?<br />

Ich bin davon überzeugt, dass sich unser Konzept auf der<br />

ganzen Welt durchzusetzen vermag. Weil das Bedürfnis<br />

nach körperlicher Ertüchtigung im Allgemeinen und Fitness<br />

im Speziellen überall zunimmt. Und weil wir mit unserem hyperlokalen<br />

Konzept Fitness zu den Menschen bringen – statt<br />

Menschen zum Fitness. Das funktioniert nicht nur in Europa<br />

– sondern auch in USA, Asien, Afrika und Australien. Oder<br />

Feuerland.<br />

FIT+ SPECIAL<br />

Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

Lebenslang freier Studioeintritt<br />

mit tätowiertem QR-Code: Die<br />

fit+Aktion Trainforatattoo schlägt<br />

granatenmäßig ein<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 75


BEST PRACTICE<br />

Dieser Weg wird ein<br />

In<br />

5<br />

Schritten<br />

zum Studioinhaber<br />

Keine bürokratischen Hürden, keine langwierigen<br />

Genehmigungsverfahren: Auf dem Weg zum<br />

eigenen Club gilt das Motto „Keep it simple“<br />

fit+Studiobetreiber Achim Elster (51):<br />

Im Oktober 2018 habe ich mein<br />

erstes fit+ in Brackenheim eröffnet.<br />

Inzwischen sind es zehn, weitere zehn<br />

sind denkbar, auch im Ausland.<br />

1 KONTAKTAUFNAHME<br />

Einfach fit+ anschreiben oder anrufen. Nach Check der persönlichen<br />

Daten und des Eigenkapitals von 5000 Euro findet ein erstes Treffen<br />

in einem Referenzstudio statt – das anschließend als Vorlage für das<br />

eigene dient.<br />

2 LIZENZVERTRAG<br />

Der Vertrag ist denkbar schlicht aufgebaut und verzichtet darauf, die<br />

Lizennehmer mit ungebührlichen Abgaben zu knebeln: Es müssen lediglich<br />

zwei Prozent vom Umsatz an fit+ abgeführt werden.<br />

3 IMMOBILIE<br />

fit+ hilt bei der Suche nach Ort und Räumlichkeiten. Optimalerweise<br />

stellt der Vermieter die Immobilie mit der nötigen Infrastruktur zur Verfügung:<br />

Boden, Wände in fit+Farbe, Licht und Toiletten.<br />

4 FINANZIERUNG<br />

Die Studioeinrichtung kostet 99 000 Euro, die Finanzierung wird über<br />

fit+ abgewickelt. Was es dafür gibt? So viel man braucht: Hochwertige<br />

Cardio- und Krafttrainingsgeräte von Matrix, einen Freihantelbereich<br />

und einen aus Holz gefertigten Extrafit-Beweglichkeitszirkel – alles<br />

standardisiert und praxiserprobt. Powerplate und Functionaltower sind<br />

optional. Nach der finalen Unterschrift setzt sich der Apparat in Bewegung.<br />

5 ERÖFFNUNG<br />

15 Wochen später ist das Studio komplett und kann seine Pforten öffnen.<br />

Neben dem Gerätepark ist auch für das Drumherum gesorgt: fit+<br />

stellt kostenfreies WLAN und einen Wasserspender zur Verfügung,<br />

GEMA-freie Hintergrundbeschallung und virtuelle Fitnesskurse werden<br />

über gymsound.de bezogen. facebookfuerfitness.de bestückt die<br />

lokalen fit+-Social-Media-Präsenzen mit Content. Jedes Mitglied hat<br />

Zugriff auf einen Trainingsplan, das Ernährungsportal fitatall und Anleitungsclips<br />

zur richtigen Gerätebedienung.<br />

fit+Betreiberin Nicole Schoch (36):<br />

„Ich habe mein Frauenfitnesstudio 2019<br />

umgestellt auf fit+. Resultat: Mehr Flexibilität,<br />

weniger Aufwand und mehr Zeit<br />

für meine vier Kinder und den Hund.“<br />

fit+Betreiber Thomas Langthaler (52):<br />

„Neben meinem konventionellen<br />

Fitnessclub betreibe ich inzwischen<br />

fünf fit+Studios nebenher.<br />

Weitere sind geplant.“<br />

76<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


leichter sein<br />

Noch<br />

nie war es so einfach, ein<br />

Fitnessstudio zu eröffnen: Mit fit+<br />

kann sich jetzt jeder den Traum vom<br />

eigenen Club erfüllen – personallos<br />

und komplett durchdigitalisiert<br />

Bei einem Bier hat Torsten Boorberg mir 2015 das<br />

Konzept für personallose Fitnessstudios auf dem<br />

Land unterbreitet. Die Idee war für mich anfangs<br />

nicht wirklich greifbar, deshalb stand ich dem Thema<br />

wohlwollend, aber skeptisch gegenüber. Inzwischen bin<br />

ich beeindruckt, mit welcher Geschwindigkeit fit+ wächst und<br />

fortwährend professionalisert wird. Und mit welchem Tempo<br />

die teils unbedarften Lizenznehmer im fit+Verbund zu wiefen<br />

Unternehmerpersönlichkeiten reifen. Als Haus- und Hoflieferant<br />

profitieren wir von dieser Entwicklung natürlich enorm.”<br />

Matrix-Mann Markus Rau hat fit+ von Anfang an begleitet –<br />

und bringt die Win-Win-Win-Situation auf den Punkt:<br />

Das Unternehmen boomt, weil es niemanden<br />

übervorteilt und allen Beteiligten ausreichend<br />

Spielraum lässt, um sich ihren<br />

Teil vom Kuchen zu sichern.<br />

Größter Vorzug sind die schlanken<br />

und effizienten Strukturen. Die Studios<br />

sind nämlich nicht nur von außen<br />

betrachtet personallos. Auch der<br />

komplette Verwaltungsapparat ist<br />

mit viel Hirnschmalz so konsequent<br />

automatisiert worden, dass auch im<br />

Hintergrund keinerlei versteckter Aufwand<br />

lautert: Die komplette Customer<br />

Experience ist digitalisiert - vom Türöffnungssystem<br />

per QR-Code über das Mitgliedsmanagement<br />

bis hin zur Abbuchung des Geldes, vom Instant Access für<br />

Interessenten über den Vertragsabschluss bis hin zur Kündigungsbestätigung.<br />

Dank des personallosen Konzepts braucht es ab dem Tag der<br />

Eröffnung nicht mehr als eine Putzfrau vor Ort und einen freien<br />

Trainer, der kontaktiert werden kann, wenn ein Kunde eine<br />

kostenpflichtige Übungseinheit buchen will.<br />

Das System gewährt dem Betreiber damit den nötigen Freiraum,<br />

um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die<br />

Kundengewinnung vor Ort. Der lokale Vertrieb ist der entscheidende<br />

Erfolgsfaktor, es gilt die Werbetrommel zu rühren,<br />

Kooperationen mit lokalen Vereinen und Firmen<br />

anzuschieben.<br />

Wer sich reinhängt, wird belohnt: „Viele Lizenznehmer<br />

sind durch persönlichen Einsatz<br />

viel erfolgreicher, als von uns vorgesehen,“<br />

erläutert Torsten Boorberg.<br />

„Unser Businessplan sieht pro Standort<br />

450 Mitglieder nach drei Jahren vor –<br />

manche haben dann aber schon 750.“<br />

Markus Rau (47) ist Key Account<br />

Manager bei Matrix, dem Hauptausstatter<br />

von fit+<br />

FIT+ SPECIAL<br />

Fotos: © Hersteller, <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

So schnell kann‘s gehen:<br />

Das fertige Studio ist nur<br />

fünf Schritte und maximal<br />

sechs Monate entfernt<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 77


WHAT ABOUT?<br />

Fitnessmann George<br />

Saloustros (42) sattelt<br />

um auf Immobilien.<br />

Davon hat er ganz<br />

schön viele<br />

78<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Aufbauhelfer<br />

Man kennt und schätzt ihn: 16 Jahre lang hat George Saloustros in<br />

der Fitnessbranche gewirbelt – und als Berater unzählige Unternehmen<br />

in die Spur gebracht. Jetzt startet er in einer komplett anderen<br />

Branche durch: Ab 2021 widmet er sich voll und ganz dem Thema<br />

Immobilien. Wir haben ihn in seinem Anwesen in Hilden besucht<br />

und über seine Zukunft gesprochen – und die Vergangenheit<br />

Fotos: © XXXXXXXXXX<br />

Sein Haus ist eine Baustelle. Der Garten<br />

ist metertief aufgepflügt, Berge<br />

aus Schutt und Erde laden zu alpinen<br />

Entdeckungstouren ein. Verwirklicht<br />

George Saloustros hier sein erstes ganz großes<br />

Bauprojekt? “Nein, ich behebe nur einen Wasserschaden<br />

– der ganze Keller war überflutet”,<br />

klärt er uns auf und grinst breit.<br />

Nach einem Kaffee lädt er auf eine Tour in seinem<br />

Porsche Panamera ein: „Kommt, ich zeige<br />

euch mein neues Leben.“ Wir wollen erst mehr<br />

über das alte wissen – und über den Menschen,<br />

der die Branche über Jahre geprägt hat.<br />

Vor 20 Jahren deutet bei Saloustros nichts auf<br />

einen steilen Aufstieg hin. Als zweiter Sohn einer<br />

Gastarbeiterfamilie hat er eine glückliche,<br />

aber einfache Kindheit. Ratlos, was er mit sich<br />

anfangen soll, geht er nach der 10. Klasse von<br />

der Schule und beginnt<br />

eine Ausbildung zum Systemgastronom.<br />

Nebenher<br />

jobbt er in einer Bar – als<br />

Cocktailmixer mit Entertainerqualitäten.<br />

„Damals<br />

erkannte ich mein Talent,<br />

Leute abholen und unterhalten<br />

zu können.“ Hilft<br />

ihm aber nichts: Der Job<br />

macht ihn krank, rheumatische<br />

Beschwerden beenden<br />

die Gastro-Karriere,<br />

die vielleicht gar keine geworden<br />

wäre.<br />

Um seine angeschlagene<br />

Gesundheit in den Griff<br />

zu bekommen, fängt er an, im Fitnessstudio zu<br />

trainieren. Schnell geht es ihm besser, er beginnt<br />

im Club zu arbeiten. Bei der Fitness Company<br />

schließt er mehr Neumitgliedschaften ab, als jeder<br />

vor und nach ihm. Schnell steigt er auf.<br />

Schließlich wird Paul Underberg auf ihn aufmerksam.<br />

Die graue Eminenz der Beraterbranche<br />

sieht das Potential im jungen George und holt<br />

ihn 2007 zu Inline Consulting. Es ist eine Phase<br />

gegenseitiger Befruchtung: Saloustros klotzt für<br />

Underberg ran, der entwickelt ihn vom Referenten<br />

zum Unternehmer und hält ihm den Rücken<br />

frei. Saloustros zieht sich ein Team aus High-Performern<br />

heran, die für ihn durchs Feuer gehen.<br />

Die Zahl der Fitnessstudios die er berät, ist Legion.<br />

„Dass ich auf dem richtigen Weg war, bestätigte<br />

mir das Agieren mancher Mitbewewerber,<br />

die meine Konzepte kopierten – bis hin zu den<br />

Rechtschreibfehlern. Den<br />

Kunden war aber immer<br />

klar, wer das Original ist.“<br />

Seine Botschaft ist stets<br />

klar und prägnant: „Nicht<br />

die Ausstattung unterscheidet<br />

das inhabergeführte<br />

Studio vom<br />

Discounter – die ist inzwischen<br />

überall ähnlich.<br />

Vielmehr macht die<br />

emotionale Bindung den<br />

Unterschied, der persönliche<br />

Kontakt, die Qualität<br />

High-Speed-Renovierung: Farbe<br />

kommt per Expressfracht<br />

der Kommunikation. Man<br />

muss seine Mitglieder<br />

ehrlich und fürsorglich be-<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 79


Das neue Leben des George Saloustros: „Hier<br />

wächst demnächst ein Mehrfamilienhaus in<br />

die Höhe – unter mir heben wir eine große<br />

Tiefgarage aus<br />

„Geld ist wichtig – aber ich<br />

bin nicht fixiert darauf“<br />

handeln, ihnen glaubwürdig vermitteln,<br />

dass man nur das Allerbeste für sie will<br />

und alles dafür tun wird, um gemeinsam<br />

die gesteckten Ziele zu erreichen. Mache<br />

ein Markenversprechen – und halte<br />

es ein. Wer stattdessen sein Heil in<br />

marktschreierischen Lockvogelangeboten<br />

sucht, wird nicht bestehen können.<br />

Qualität ist leise – niemals schrill.“<br />

2017 verkauft Underberg Inline und zieht<br />

sich zurück. Migros übernimmt. Die neuen<br />

Eigentümer versuchen, Saloustros in<br />

ein Konzernkorsett zu zwängen. Das<br />

passt ihm nicht. Die Differenzen werden<br />

größer, schließlich kündigt er. Genug hat<br />

er noch lange nicht: Zusammen mit den<br />

langjährigen Weggefährten, Thomas<br />

Pöter und Yannik Hoenig, wagt er einen<br />

Neuanfang. Sein gesamtes altes Team<br />

folgt ihm. Position Consulting wächst in<br />

Rekordzeit zu einem der ganz großen<br />

Beratungsunternehmen heran. Der Rest<br />

ist Geschichte.<br />

RICHTUNGSWECHSEL<br />

Sein Partner und Freund Thomas<br />

Pöter, gelernter Immobilienkaufmann,<br />

bringt ihn 2010 auf<br />

den Immobilientrichter. Selbst<br />

Besitzer mehrerer Objekte, vermittelt<br />

er Saloustros die Grundlagen<br />

des Geschäfts. Der hört<br />

zu, lernt, speichert ab. Er kauft<br />

ein altes Mietshaus. „Gebäude<br />

aus den 70ern und 80ern sind<br />

meist in gutem Zustand, in der<br />

Regel komplett vermietet und in<br />

der Anschaffung deutlich günstiger als<br />

neuere.“ Brav stottert er den aufgenommenen<br />

Kredit ab. Trotzdem bleibt jeden<br />

Monat deutlich mehr Geld übrig, als die<br />

Bank von ihm haben will. Gefällt ihm!<br />

2011 setzt er alles auf eine Karte: „Ich<br />

habe mein komplettes Vermögen genommen<br />

und in Häuser investiert, bis<br />

auf den letzten Cent.“ Saloustros berät<br />

Vollzeit, nach Feierabend arbeitet er an<br />

seiner zweiten Karriere. Mit den zweigleisig<br />

sprudelnden Einnahmen erwirbt<br />

er zielstrebig weitere Häuser – immer<br />

neuere, immer größere, immer teurere.<br />

Der Wert seines Portfolios liegt inzwischen<br />

bei 30 Millionen Euro.<br />

ERFOLGSGEHEIMINS<br />

In derart große Dimensionen ist er dank<br />

seiner wesentlichen Charaktereigenschaften<br />

vorgestoßen: Einem messerscharfen<br />

Geschäftssinn, verpackt hinter<br />

einer dicken Schicht gnadenloser<br />

Freundlichkeit und dem Drang, immer<br />

groß zu planen, statt sich in Kleinkram<br />

Strukturen schaffen:<br />

Ordnung muss<br />

sein – auch im<br />

Kinderzimmer<br />

80<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


zu verzetteln. Sein Perfektionismus<br />

treibt ihn an, bisweilen geht der<br />

Kontrollfreak mit ihm durch. „Ich<br />

checke alles. Alles muss funktionieren,<br />

Nachlässigkeit ist der Tod. Was<br />

nicht passt, wird passend gemacht.<br />

So mühsam der Weg zum Ziel auch<br />

sein mag: Es wird erreicht. Immer.“<br />

Mit dieser Strategie erobert er auch<br />

seine Frau. Die stammt aus Kreta,<br />

genau wie er. Beim ersten Aufeinandertreffen<br />

funkt es sofort. Aber<br />

nur bei ihm. Sie lässt ihn abblitzen.<br />

Er fühlt sich angespornt. Sie hat<br />

kein Interesse. Er will erst recht.<br />

Zwei Jahre geht das so. Dann hat er<br />

sie für sich gewonnen. Sie wird seine<br />

Ehefrau. Seit sechs Jahren sind<br />

sie inzwischen verheiratet.<br />

BESICHTIGUNGSTOUR<br />

Die Tour beginnt. In den folgenden<br />

Stunden zieht eine endlose Serie<br />

von Mietshäusern an uns vorbei –<br />

alle im Einzugsgebiet Düsseldorf<br />

gelegen. „Urbane Lage ist Pflicht -<br />

nur dann hat man solvente Mieter.“<br />

Einmal im Jahr macht Saloustros<br />

die große Runde. Mit einem riesigen<br />

Schlüsselbund in der Hand klappert<br />

er seinen Besitz ab. „Das ist mir<br />

wichtig – damit ich nicht den Bezug<br />

dazu verliere.“ In jedem Haus liest<br />

er persönlich den Zählerstand ab.<br />

Zwei Tage dauert diese Tour. „2010<br />

habe ich den richtigen Zeitpunkt<br />

zum Einstieg erwischt. Inzwischen<br />

sind die Preise von Bestandsimmobilien<br />

viel zu hoch.“ Deshalb fängt<br />

er an zu bauen. Wir besichtigen<br />

die Fläche, auf der demnächst der<br />

Grundstein gelegt wird: „Bald gehts<br />

los - wir planen mit drei Stockwerken<br />

und einer großen Tiefgarage.“<br />

MOTIVATION<br />

Ist es der Profit, der ihn antreibt?<br />

„Geld ist wichtig – ohne Geld bist<br />

du nichts. Trotzdem bin ich nicht<br />

geldfixiert. Vielmehr ist es mir ein<br />

Anliegen, Werte zu schaffen und zu<br />

hinterlassen. Meine Eltern haben<br />

so hart geschuftet. Denen will ich<br />

etwas zurückgeben. Und meinen<br />

beiden Söhnen etwas hinterlassen,<br />

auf dem sie aufbauen können. Sie<br />

sollen es nicht so schwer haben<br />

wie ich.“ Die Familie ist ihm heilig.<br />

Mit der ist er am liebsten auf dem<br />

Wasser unterwegs. Angeln hilft ihm<br />

abzuschalten. „Ich fange Raubfische.<br />

Die beißen nicht einfach an,<br />

die muss man jagen.“ Auf den 1,70<br />

Meter goßen Wels, den er gefischt<br />

hat, bildet er sich wenig ein. „Nichts<br />

Besonderes,“ sagt er lapidar. Der 98<br />

Zentimeter große Zander hingegen<br />

macht ihn stolz. „Ein kapitaler Fang,<br />

fast nicht zu toppen.“<br />

Sagt Saloustros unwiderruflich<br />

Goodbye? „Bei Immobilien alleine<br />

wird es nicht bleiben – ich plane<br />

noch ein weiteres ganz großes<br />

Ding in einem komplett anderen<br />

Bereich. Aber Fitness ist tatsächlich<br />

endgültig abgehakt, die Anteile<br />

an Position habe ich an meine beiden<br />

Geschäftspartner verkauft.“ Im<br />

Abschied schwingt Wehmut mit:<br />

„Alles was ich bin, bin ich wegen<br />

Fitness. Ich habe dieser Branche so<br />

viel zu verdanken.“<br />

Familienmensch: Saloustros mit<br />

Frau Nicole und Kindern<br />

PRIVATE<br />

EINBLICKE<br />

George Saloustros macht keinen Hehl aus<br />

seinem Erfolg – und lässt via Social Media<br />

die ganze Welt daran teilhaben. „Ich komme<br />

aus kleinen Verhältnissen und habe<br />

mir alles hart erarbeitet,“ erklärt der Selfmademillionär.<br />

„Warum soll ich das nicht<br />

zeigen dürfen?“ Beweisen will er aber nur<br />

zwei Personen etwas: „Meinen Eltern – die<br />

sollen stolz auf mich sein und sehen, dass<br />

es ihrem Sohn gut geht.“ Auszüge aus einem<br />

Leben auf der Überholspur..<br />

Mit seinem Ferrari hat sich Saloustros einen Traum erfüllt.<br />

„Ist aber leider viel zu unkomfortabel...“<br />

Sein erstes Mietshaus hat er noch immer. Schwester Maria<br />

arbeitet ebenfalls als Beraterin bei Position Consulting<br />

Fotos: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>, George Saloustros<br />

Raubfisch-Angeln ist<br />

seine große Leidenschaft.<br />

Der geht er auch<br />

im Winter nach – mit<br />

eigenem Boot<br />

Sohn Ioannis fischt<br />

inzwischen mit dem<br />

Papa – und hat schon<br />

manch dicken Brummer<br />

gefangen<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> 81


EVENTS<br />

Mehr als 40 Sportwagen versammelten<br />

sich auf der Straße.<br />

Auf die große Ausfahrt folgte<br />

eine kleine: in der Karthalle.<br />

Geschäftsführer Wolf Harwath<br />

(ganz unten) war zufrieden<br />

Siegerparade<br />

Am 31. Juli fand die zweite<br />

Schwarzwald-Ausfahrt<br />

von milon und Five statt.<br />

Zielsetzung wie gehabt:<br />

maximaler Autospaß und<br />

erquicklicher Austausch<br />

Die Affinität zu schnellen Autos ist<br />

in der Branche so ausgeprägt wie<br />

die zu dicken Muskeln: Weshalb<br />

das bei 35 Grad Sommerhitze<br />

ausgetragene Netzwerk-Event von milon und<br />

Five großen Anklang fand.<br />

40 Kunden, Partner und Branchenkollegen<br />

waren eingeladen, mit auf Tour zu gehen.<br />

Die nutzten gerne die Gelegenheit, ihren<br />

PS-starken Schätzen Auslauf zu gewähren.<br />

Vor dem Ritt über anspruchsvolles<br />

Straßengeschlängel gab es eine Führung<br />

durch die Five-Produktion in Hüfingen.<br />

Anschließend ging‘s auf ein Terrain, wo<br />

Anrempeln ausdrücklich erlaubt ist – die<br />

Kartbahn: Nach einem spannenden Rennen<br />

stand am Ende das Team von Wolf Harwath,<br />

dem Geschäftsführer von milon Industries,<br />

auf dem Siegertreppchen ganz oben. Ob<br />

dafür seine gute Tagesform oder die angemessene<br />

Demut seiner Gäste verantwortlich<br />

war, wird momentan noch ermittelt.<br />

Aufgrund der guten Resonanz geht die Ausfahrt<br />

2021 in Runde Drei.<br />

Fotos: © Hersteller<br />

82<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


SAVE THE DATE<br />

Fitness<br />

meets Food<br />

22. 10. 2020, Grillfabrik Augsburg<br />

Genussraucher:<br />

Grillmeister Carsten Höppner (40)<br />

in seinem Element<br />

Da geht keiner hungrig nach Hause: Starkoch Carsten<br />

Höppner grillt und isst mit ausgewählten Fitness-VIPs<br />

und vermittelt die entscheidenden Tipps & Tricks<br />

Die Wurst verbrannt, das Fleisch zäh, der Fisch trocken: Grillen<br />

macht Spaß, die Resultate sind jedoch oftmals bescheiden.<br />

Das wird jetzt anders: Grillmeister Carsten Höppner vermittelt<br />

in einem eintägigen Grill-Crashkurs relevante Grundlagen<br />

und wertvolles Fachwissen. Graue Theorie hat bei ihm keine Chance,<br />

hier wird direkt angeschürt und mit Feuer & Flamme gearbeitet. Neben<br />

Spaß & Schlemmerei geht’s bei Fitness meets Food natürlich auch um<br />

den zwischenmenschlichen Austausch zwischen Fitnessindustrie und Betreibern.<br />

So entstehen wertvolle Verbindungen auch weit über das Gechäft<br />

hinaus. Appetit bekommen? Dann jetzt direkt bewerben bei FED Fitness<br />

Events Deutschland und am 22. Oktober in der Grillfabrik dabei sein.<br />

Football meets Food: Auch das Team<br />

des FC Bayern München war schon<br />

in der Grillfabrik zu Gast, Thomas<br />

Müller hatte sichtlich Spaß<br />

<strong>FITNESS</strong> FUTURE DAYS<br />

08.10.: Fitness Future Days Düsseldorf<br />

15.10.: Fitness Future Days Stuttgart<br />

29.10.: Fitness Future Days München<br />

12.11.: Fitness Future Days Frankfurt<br />

26.11.: Fitness Future Days Leipzig<br />

10 Minuten müssen reichen: Soviel Zeit hat jeder der 18 Vertreter<br />

der Fitness- und Gesundheitsbranche um bei den Fitness<br />

Future Days 50 Studiobetreibern sein Produkt vorzustellen. Vor<br />

Ort wird nicht nur präsentiert, sondern auch fleißig genetzwerkt.<br />

Jetzt buchen – und einen der letzten Plätze sichern.<br />

Fotos: © Hersteller, freepik<br />

08.10.<br />

Fitness Future Days<br />

Stuttgart<br />

22.10.<br />

Fitness Future Days<br />

München<br />

12.11.<br />

Fitness Future Days<br />

Leipzig<br />

Fitness Future Days<br />

Düsseldorf<br />

15.10.<br />

Fitness meets Food<br />

Augsburg<br />

29.10.<br />

Fitness Future Days<br />

Frankfurt<br />

26.11.<br />

84<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


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VORSCHAU<br />

<strong>SOCIETY</strong><br />

In unserer Dezember-Ausgabe erwarten Sie erneut Menschen, Trainierende, Sensationen:<br />

In Frechen haben wir Frank Böhme besucht und einen Tag begleitet. Studioleiter Michael<br />

Küpper hat uns im Kölner Neptunbad empfangen, Simon Dellner im Quest Club in Rosenheim<br />

BEST PRACTICE<br />

Aus dem Quest<br />

Club berichten wir<br />

über das neue Life<br />

Fitness On Demand<br />

IN THE CLUB<br />

Ist das der schönste<br />

Fitnessclub<br />

Deutschlands? Zu<br />

Gast im Neptunbad<br />

SUCCESS STORY<br />

Just Fit-Boss Frank Böhme gibt Auskunft: Über<br />

sein Leben, sein Wirken, Höhen und Tiefen<br />

Die nächste Ausgabe der <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong> erscheint am 20. November 2020<br />

6x<br />

jährlich<br />

online bestellen unter:<br />

www.fitness-society.de<br />

oder per Mail:<br />

bestellung@fitness-society.de<br />

Auf unserer Homepage können Sie nicht nur Hefte ordern –<br />

sondern auch in allen Ausgaben schmökern und direkt mit<br />

Redaktion, Vertrieb und Vermarktung in Kontakt treten.<br />

Fotos: © <strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong><br />

86<br />

<strong>FITNESS</strong> <strong>SOCIETY</strong>


Hi,<br />

<strong>SOCIETY</strong><br />

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Wechseljahre<br />

Libido<br />

MÄNNER<br />

Vitalität<br />

Potenz<br />

JUNGE MÜTTER<br />

Rückbildung<br />

nach der Geburt<br />

INKONTINENZ<br />

Blasenschwäche<br />

Tröpfeln<br />

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