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Carrossier_2020_06

carrosserie suisse - Fachzeitschrift

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Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong><br />

offizielle Zeitschrift<br />

Vom Handwerker zum Unternehmer<br />

Ein neues, attraktives Kursangebot<br />

SwissSkills und SwissSkills Connect<br />

Berufs-Champions informieren digital<br />

Unter der Lupe<br />

Maier Carrosserie GmbH in Stilli AG<br />

Schneller ans Ziel –<br />

mit der richtigen Taktik.<br />

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Inhalt<br />

Themen<br />

6/<strong>2020</strong><br />

Oktober <strong>2020</strong><br />

49. Jahrgang<br />

Offizielle Zeitschrift von carrosserie suisse<br />

Organe officiel de carrosserie suisse<br />

Erscheint 8-mal jährlich<br />

Paraît 8 fois par an<br />

Druckauflage 2500 Expl.<br />

Tirage 2500 exemplaires<br />

Abonnemente /Abonnements:<br />

Jahresabonnement CHF 72.–<br />

Lehrlinge / Studenten CHF 36.–<br />

Ausland CHF 99.–<br />

Einzelnummer CHF 12.–<br />

Abonnement annuel CHF 72.–<br />

Apprentis / Étudiants CHF 36.–<br />

Étranger CHF 99.–<br />

Le numéro CHF 12.–<br />

Bestellungen / Commandes:<br />

T 058 344 95 46<br />

F 058 344 97 83<br />

abo.carrossier@galledia.ch<br />

Herausgeber /Éditeur responsable:<br />

carrosserie suisse<br />

Forstackerstrasse 2B, 4800 Zofingen<br />

T <strong>06</strong>2 745 90 80, F <strong>06</strong>2 745 90 81<br />

info@carrosseriesuisse.ch<br />

www.carrosseriesuisse.ch<br />

Redaktion / Rédaction:<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Henrik Petro, Chefredaktor<br />

T 058 344 98 02<br />

henrik.petro@galledia.ch<br />

Herstellung / Production:<br />

Galledia Print AG, 9230 Flawil<br />

www.galledia.ch<br />

Anzeigenverwaltung und Verlag:<br />

Régie des annonces et édition:<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Fabian Simon, Leitung Medienberatung<br />

T 058 344 98 <strong>06</strong><br />

fabian.simon@galledia.ch<br />

Uschi Imhof, Support<br />

T 058 344 98 63<br />

uschi.imhof@galledia.ch<br />

Inhalt<br />

Editorial<br />

5 Jeder Einzelne zählt<br />

Verbandsnachrichten<br />

6 Mitgliederbefragung<br />

8 Lehrstellenmarketing<br />

10 GV und QV carrosserie suisse aargau<br />

12 QV carrosserie suisse zentralschweiz<br />

13 QV carrosserie suisse tessin<br />

Reportage<br />

14 AXA-Crashtest mit SUV<br />

16 Publireportage Informaticon AG<br />

18 Publireportage auto-i-dat<br />

Rechtshilfe<br />

19 Umzug während Kündigungsfrist<br />

Technik<br />

20 Porsche Taycan<br />

Aktive Branche<br />

26 SATAjet X 5500 Bionic<br />

27 Desinfektion aus der Spraydose<br />

28 R-M Mobile Order App<br />

Bildung<br />

29 Vom Handwerker zum Unternehmer<br />

30 Manuel Lipp über Weiterbildung<br />

31 Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

32 Regionalmeisterschaften Romandie<br />

34 Ersatzformat für SwissSkills<br />

Unter der Lupe<br />

40 Maier Carrosserie GmbH<br />

Redaktionsschluss:<br />

Bouclage:<br />

Nr. 7/<strong>2020</strong><br />

27. Oktober <strong>2020</strong><br />

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carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>3


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bringt die Automatisierung<br />

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mit und für den Lackierer!


Editorial<br />

Mitgliederbefragung, Corona und Fusion<br />

Im Kampf gegen Corona und einen<br />

zweiten Lockdown zählt jeder<br />

Thomas Rentsch<br />

Termine und Veranstaltungen<br />

28. – 29.11.<strong>2020</strong><br />

Schweizer Meisterschaften<br />

Carrosserie lackierer und -spengler,<br />

carrosserie suisse Academy Bern<br />

28. – 29.11.<strong>2020</strong><br />

Schweizer Meisterschaften Fahrzeugschlosser,<br />

Ausbildungszentrum<br />

carrosserie suisse Zentralschweiz,<br />

Ebikon<br />

Unsere Gespräche mit Betrieben zeigen<br />

ebenso wie die im Heft vorgestellten Resultate<br />

der Mitgliederbefragung, dass die<br />

Carrosseriebranche mit einem blauen<br />

Auge aus der ersten Corona-Welle davongekommen<br />

ist. Bei Redaktionsschluss zu<br />

dieser Ausgabe beginnen nun diverse Länder<br />

infolge steigender positiver Tests über<br />

einen zweiten Lockdown nachzudenken,<br />

einzelne haben ihn bereits umgesetzt.<br />

Glücklicherweise ist man sich in der<br />

Schweiz grossmehrheitlich einig, dass genau<br />

das bei uns nicht passieren darf. Nicht<br />

nur für die Wirtschaft, nein, auch für den<br />

Staat und gar für die Gesellschaft wäre<br />

das mit fatalen Kollateralschäden verbunden.<br />

Dabei kann es fast nur Verlierer geben.<br />

Es ist zu hoffen, dass die Politik andere<br />

Wege findet, um die Risikogruppen zu<br />

schützen. Die Statistiken zeigen klar, dass<br />

im Verhältnis zur Zahl der positiven Tests<br />

nur wenige Menschen harte Verläufe zeigen<br />

und hospitalisiert werden. Die Wirtschaftsverbände<br />

jedenfalls sind strikt<br />

gegen ein zweites Herunterfahren der<br />

Wirtschaft.<br />

Um drastischen Massnahmen nicht noch<br />

mehr Nahrung zu geben, kann der Einzelne<br />

vor allem Folgendes tun: die Sicherheits-<br />

und Hygieneregeln strikt einhalten.<br />

Lassen wir nicht nach, denn so tragen wir<br />

dazu bei, dass die Fallzahlen nicht stark<br />

steigen und keine unverhältnismässigen<br />

Massnahmen ergriffen werden. Im Verhältnis<br />

zu einem Teillockdown und einem<br />

massiven Eingriff der Politik in die freie<br />

Marktwirtschaft tun uns die Hygieneregeln<br />

nicht weh. Deshalb sollten sich<br />

auch Menschen an diese Regeln halten,<br />

welche aus gesundheitlichen Gründen<br />

nicht Angst vor dem Virus haben. Aus wirtschaftlichen<br />

Gründen müssen wir in jedem<br />

Fall Respekt zeigen.<br />

Gerade das Coronavirus im Frühling war<br />

der Anlass, dass wir in diesem Heft nicht<br />

die letzten Informationen zum Branchenevent<br />

in Thun, der im Oktober hätte stattfinden<br />

sollen, publizieren. Immerhin ist nun<br />

klar, dass der Event im Herbst 2021 in Bern<br />

zusammen mit der transport.ch stattfinden<br />

wird. Wir werden bald näher über das neue<br />

Konzept informieren können.<br />

Kurz vor Redaktionsschluss hat die Sektion<br />

Fribourg ihre ausserordentliche Generalversammlung<br />

abgehalten und erfreulicherweise<br />

ohne Gegenstimme den<br />

Beitritt zu carrosserie suisse beschlossen.<br />

Nun fehlt einzig noch Genf, mit welchem<br />

aber «Verlobungsgespräche» laufen. Damit<br />

wird die Vision vom starken nationalen<br />

Einheitsverband Realität. Herzlichen Dank<br />

an Guy Romanens, der als Interimspräsident<br />

von Fribourg keinen Aufwand scheute,<br />

um seine Mitglieder mit guten Argumenten<br />

nach dem Negativentscheid vor<br />

einem Jahr zugunsten der Fusion umzustimmen.<br />

carrosserie suisse wird Wort<br />

halten und den voll zahlenden Romands<br />

gute Dienstleistungen anbieten. So wurden<br />

letzthin die Weichen für den zweisprachigen<br />

«carrossier» gestellt, die Homepage<br />

ist intern in Überarbeitung, in Moudon<br />

sind die Bagger kürzlich aufgefahren und<br />

die Funktionäre aus der Romandie konnten<br />

rekrutiert werden. Bonjour, les Romands!<br />

Thomas Rentsch<br />

Geschäftsführer<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>5


Verbandsnachrichten<br />

Mitgliederbefragung<br />

carrosserie suisse<br />

Ein wertvolles Stimmungsbild aus<br />

Sicht der Mitglieder<br />

Die von carrosserie suisse im Juli durchgeführte Mitgliederbefragung zeigt interessante Resultate. Diese<br />

teils überraschenden Erkenntnisse fliessen in die zukünftige Verbandsstrategie ein.<br />

Von Mitte Juni bis Anfang Juli <strong>2020</strong> hat<br />

carrosserie suisse zum ersten Mal seit<br />

mehreren Jahren eine umfassende Mitgliederbefragung<br />

durchgeführt. Die Beteiligung<br />

war mit 27,5 Prozent hoch und<br />

zeigt das grosse Interesse der Mitglieder<br />

an der Verbandsentwicklung und ihre<br />

starke Identifikation mit carrosserie<br />

suisse. Auch die Westschweizer Sektionen<br />

wurden bereits befragt.<br />

Was wurde erhoben?<br />

Die Verbandsumfrage gliederte sich in<br />

Themen wie Berufsaus- und -weiterbildung,<br />

allgemeine Zufriedenheit (mit<br />

dem Verband, Sektionen, Dienstleistungen<br />

etc.); generelle Ausrichtung des<br />

Verbandes für die Zukunft, Erhebung<br />

der Betriebsstrukturen und Entwicklung<br />

des Marktes, der Branche und der Unternehmen.<br />

Zur Umfrage eingeladen<br />

wurden gut 600 Mitgliedsfirmen. An der<br />

Umfrage beteiligten sich insgesamt 302<br />

Mitglieder, davon haben 222 Mitglieder<br />

die Umfrage abgeschlossen.<br />

Betriebsgrösse<br />

80<br />

70<br />

73 75<br />

60<br />

65<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

21<br />

10<br />

20<br />

9 1 1<br />

0<br />

1–5 6–9 10–15 16–25 26–50 51–100 101–250 > 250<br />

Über 80 Prozent der Betriebe haben zwischen 1 und 15 Mitarbeitende, davon sind knapp 30 Prozent<br />

Kleinstbetriebe mit 1–5 Mitarbeitenden und knapp 30 Prozent Kleinbetriebe mit 6–9 Mitarbeitenden.<br />

Alter Firmeninhaber<br />

16.9%<br />

18%<br />

21–30 Jahre<br />

31–40 Jahre<br />

41–50 Jahre<br />

51–60 Jahre<br />

älter als 60 Jahre<br />

Einige erste Resultate<br />

Die Angaben zu den Betriebsstrukturen<br />

stimmen mit den regelmässig erhobenen<br />

Mitgliederdaten überein und bestätigen<br />

damit die Zuverlässigkeit der Umfragedaten:<br />

60 Prozent der Betriebe sind Kleinbis<br />

Kleinstbetriebe und beschäftigen unter<br />

9 Mitarbeitende. Mittelgrosse<br />

Betriebe mit bis zu 15 Mitarbeitenden<br />

machen knapp 20 Prozent aus. Bei ebenfalls<br />

20 Prozent der Befragten handelt es<br />

sich um Grossbetriebe mit über 15 Mitarbeitenden.<br />

Die Altersverteilung der Mitarbeiter<br />

über alle Betriebsgrössen und<br />

Altersstufen ist ziemlich ausgewogen,<br />

jedoch mit einer signifikanten Abnahme<br />

bei den über 60-Jährigen. Mit über 50<br />

Prozent sind eine beachtlich hohe Anzahl<br />

34.5%<br />

Über die Hälfte der Inhaber ist im Alter von 51+.<br />

27.6%<br />

der Inhaber im Alter von 51+.<br />

Insbesondere die letzte Zahl zeigt auf, dass<br />

in den nächsten Jahren das Thema Nachfolgeregelung<br />

von grosser Bedeutung<br />

sein wird. Hier setzt zum Beispiel das neue<br />

Kurskonzept von carrosserie suisse mit<br />

den zusätzlichen betriebswirtschaftlichen<br />

Kursen an. Gute Fachkräfte sollen so befähigt<br />

werden, ein Unternehmen zu übernehmen<br />

und auch erfolgreich zu führen.<br />

Verhalten optimistisches Stimmungsbild<br />

zu Branche und Betrieb<br />

Erstaunlich optimistisch ist das Stimmungsbild<br />

zur Branche und zum eigenen<br />

Betrieb. Themen, die die Mitglieder aktuell<br />

beschäftigen, sind:<br />

››<br />

Finden von qualifiziertem Personal;<br />

6 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

Mitgliederbefragung<br />

››<br />

Schadenssteuerung;<br />

››<br />

Preisentwicklung bei Ersatzteilen;<br />

››<br />

die zunehmende Digitalisierung und<br />

››<br />

die Veränderungen in der Mobilität;<br />

››<br />

der Wirtschaftseinbruch wegen Corona<br />

wird zwar wahrgenommen, macht<br />

aber weniger stark Sorgen.<br />

Beurteilung der Leistungen des Verbands<br />

Die Mitglieder sind mehrheitlich zufrieden<br />

oder eher zufrieden sowohl mit carrosserie<br />

suisse (81 Prozent) als auch mit den Sektionen<br />

(84 Prozent). Dieses auf den ersten<br />

Blick erfreuliche Bild muss allerdings relativiert<br />

werden. Denn der verhältnismässig<br />

hohe Anteil von einem Drittel der Mitglieder,<br />

die eher zufrieden sind, lässt durchaus noch<br />

Raum für Verbesserungen. Der Verband<br />

bietet eine gute Mischung an Dienstleistungen<br />

an, deren Wert geschätzt wird. Optimierungspotenzial<br />

besteht in der Bekanntheit<br />

der angebotenen Dienstleistungen. Mit verstärkten<br />

Kommunikationsmassnahmen<br />

sollen die Mitglieder daher zukünftig über<br />

die breite Palette an Beratungs- und sonstigen<br />

Dienstleistungen informiert werden.<br />

Das Ergebnis kompakt<br />

Zusammenfassend kann gesagt werden,<br />

dass sich die Mitglieder mehrheitlich einen<br />

starken Verband mit einem hohen Qualitätsanspruch<br />

wünschen, der Dienstleistungen<br />

zentral anbietet, sich in der Bildung<br />

engagiert, als innovativer Unternehmerverband<br />

die Branchenentwicklung beeinflusst<br />

und sich auf politischer Ebene einbringt.<br />

Rund zwei Drittel der Befragten befürwortet<br />

auch die engere Zusammenarbeit mit weiteren<br />

Mobilitätsverbänden und wünscht<br />

eine aktive Prüfung der Möglichkeiten.<br />

Wie weiter?<br />

Die Resultate der Umfrage vermitteln ein<br />

wertvolles Stimmungsbild und die Wahrnehmung<br />

des Verbandes aus Sicht der Mitglieder.<br />

Wir bedanken uns an dieser Stelle<br />

bei unseren engagierten Mitgliedern, die<br />

sich an der Umfrage beteiligt haben. Die Ergebnisse<br />

dieser Befragung, in Kombination<br />

mit den bereits erarbeiteten Daten und Erkenntnissen,<br />

fliessen in die Ausarbeitung<br />

der Verbandsstrategie ein und geben Hinweise<br />

für das zukünftige Angebot von<br />

Dienstleistungen. Der Zentralvorstand wird<br />

sich in den kommenden Monaten vertiefter<br />

mit den Resultaten auseinandersetzen. ●<br />

Isabel Suter<br />

Zukunftseinschätzung Branche<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

7<br />

62<br />

118<br />

3 3<br />

sehr positiv positiv eher positiv eher negativ negativ sehr negativ<br />

Die Zukunftseinschätzung der Branche ist eher positiv.<br />

Zukunftseinschätzung Betrieb<br />

43.1%<br />

8.8%<br />

11.3%<br />

57<br />

36.4%<br />

Auswirkungen der Wirtschaftlichen Situation durch Corona<br />

Auswirkungen der Wirtschaftlichen Situation durch Corona<br />

63.9%<br />

36.1% 36.1%<br />

sehr positiv<br />

positiv<br />

eher positiv<br />

eher negativ<br />

anderes<br />

Über 90 Prozent der Betriebe sind von eher bis sehr positiv zur Zukunft eingestellt.<br />

Über 60 Prozent der Fachbetriebe sehen kein Risiko!<br />

ja<br />

ja nein<br />

nein<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>7


Verbandsnachrichten<br />

Lehrstellenmarketing<br />

Lehrstellensuchende richtig abholen<br />

Wer sich bewegt, gewinnt<br />

Keine Gewerbeschauen, keine Berufsmessen – während des Lockdowns war es schwieriger denn je,<br />

Schulabgänger auf die Carrosserieberufe aufmerksam zu machen. Auch wenn jetzt Berufsinformations-Events<br />

wieder anlaufen, so wird es immer wichtiger, direkt auf die Jugend zuzugehen.<br />

Im August erhob das Lehrstellen-<br />

Puls-Team der ETH Zürich in Kooperation<br />

mit der Lehrstellenplattform Yousty die<br />

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf<br />

die Lehrbetriebe und die Jugendlichen vor,<br />

in und am Ende einer Berufslehre. Am<br />

meisten betroffen seien die Lehrabgänger:<br />

«Die Jugendlichen beim Übertritt in<br />

den Arbeitsmarkt sind stark gefordert, da<br />

16 Prozent der Berufslernenden in Lehrbetrieben<br />

sind, die vermutlich weniger<br />

Lehrabgänger/-innen weiterbeschäftigen,<br />

als sie dies normalerweise tun würden.»<br />

Carrosseriebranche zurückhaltend<br />

Auch die Mitglieder von carrosserie suisse<br />

seien im Moment eher zurückhaltend mit<br />

Anstellungen, berichtet carrosserie-suisse-Aussendienstmitarbeiter<br />

Bruno Moser:<br />

«Die Arbeit nimmt zwar langsam wieder<br />

zu, ist aber noch nicht auf dem Niveau vor<br />

dem Lockdown. Die Betriebe beobachten<br />

zuerst die Entwicklung.»<br />

Besser zeigt sich die Situation bei den zukünftigen<br />

Lernenden <strong>2020</strong> und 2021, also<br />

jenen, die in einem Jahr ihre Ausbildung<br />

beginnen. So schreibt LehrstellenPuls:<br />

«Der Rekrutierungsprozess für neue Berufslernende<br />

ist auf hohem Niveau stabil:<br />

89 Prozent der durch die befragten Lehrbetriebe<br />

angebotenen Lehrstellen mit<br />

Lehrstart im Herbst <strong>2020</strong> waren im August<br />

bereits besetzt. Und 84 Prozent der<br />

befragten Betriebe planen 2021 gleich<br />

viele oder mehr Lehrstellen anzubieten.»<br />

Laut Task Force «Perspektive Berufslehre<br />

<strong>2020</strong>» vom Staatssekretariat für Wirtschaft,<br />

Bildung und Innovation SWBI Mitte<br />

August wurden gegenüber 2019 bis Ende<br />

Juli <strong>2020</strong> in einzelnen Kantonen sogar<br />

Eine der Möglichkeiten von carrosserie suisse, die Jugendlichen direkt zu erreichen, ist der<br />

Future Day der Abteilung Automobil- und Fahrzeugtechnik der Berner Fachhochschule (BFH) in<br />

Vauffelin für Automobil-, Fahrzeug-, Motorrad- und Landtechnik Berufslernende im dritten<br />

Lehrjahr. Nächste Durchführung: 21.–25. Juni 2021.<br />

mehr Lehrverträge abgeschlossen. Aufgrund<br />

der späteren Rekrutierungsphase in<br />

der lateinischen Schweiz, die mit dem Corona-Lockdown<br />

zusammenfiel, ist die Anzahl<br />

abgeschlossener Lehrverträge in den<br />

Kantonen Waadt, Genf und Tessin im Vergleich<br />

zur Vorjahresperiode aber immer<br />

noch deutlich tiefer als auf gesamtschweizerischer<br />

Ebene. Auf dem Portal berufsberatung.ch<br />

findet sich der offizielle Lehrstellennachweis<br />

der Kantone. Für den<br />

Lehrbeginn <strong>2020</strong> waren am 30. Juli <strong>2020</strong><br />

noch 12 622 Lehrstellen ausgeschrieben.<br />

Die Frist der Lehrvertragsabschlüsse wurde<br />

daher bis Ende September verlängert.<br />

Der Bewerberpool dünnt aus<br />

Laut Bruno Moser würden die Mitgliederbetriebe<br />

gesamthaft immer weniger Bewerbungen<br />

erhalten – darunter selbst<br />

jene, die aktiv Lehrstellenmarketing betreiben<br />

würden. In Randgebieten wie in<br />

Teilen Graubündens oder im Simmental sei<br />

die Lage besonders prekär. Gleichzeitig<br />

steige die Zahl an Bewerbern, welche die<br />

Anforderungen nicht erfüllen würden.<br />

«Der Weg der Schüler wird nicht nur zu<br />

Hause durch die Eltern beeinflusst, sondern<br />

auch in der Schule von den Lehrern.<br />

Man motiviert heute lieber zum Studieren<br />

als zu einem handwerklichen Beruf», so<br />

Mosers Beobachtung. Zudem habe man<br />

festgestellt, dass höhere Schulen heute<br />

den Markt «tiefer abgraben und den Handwerksberufen<br />

die guten Leute wegnehmen»<br />

würden. «Vor allem bei den Spenglern<br />

sind die Bewerber ganz dünn gesät»,<br />

warnt Moser. Bei Lackierern kompensieren<br />

die immer zahlreicheren Frauen den<br />

Rückgang. Zudem vergrös sere der/die<br />

Lackierassistent/-in EBA den Radius. Man<br />

hoffe daher, dass die neue Grundbildung<br />

Carrosseriereparateur/-in EFZ bei den<br />

Carrosseriespenglern eine ähnliche Wirkung<br />

entfalte. Der Lackierassistent EBA<br />

sei dafür gut für Spätzünder: Wer eine<br />

8 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

Lehrstellenmarketing<br />

Seinen Mitgliedern stellt carrosserie suisse auf Anfrage verschiedenes Material für Events und Messen zur Verfügung. Für dieses und weitere<br />

Anliegen sowie Fragen rund ums Lehrstellenmarketing darf man sich gerne direkt an Aussendienstmitarbeiter Bruno Moser wenden.<br />

Zweitlehre mache, sei schon viel weiter,<br />

und man habe oft die Probleme nicht, die<br />

man mit jüngeren Lernenden hat.<br />

Ohne Engagement des Lehrstellenanbieters<br />

keine Bewerber<br />

Eine Ursache für den spürbaren Rückgang<br />

an Bewerbern verortet Moser aktuell<br />

in der Corona-Pandemie: «Zusätzlich<br />

dazu, dass sich deswegen weniger Lehrstellensuchende<br />

in den Betrieben gemeldet<br />

hatten und weniger Schnupperlehren<br />

stattgefunden haben, konnte man auch<br />

nicht Schulklassen besuchen, um dort mit<br />

den Schülern zu reden. So blieb ihnen am<br />

Ende nur, was sie im Schulunterricht und<br />

zu Hause gehört hatten.»<br />

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Jene<br />

Betriebe, die aus Bewerbern auswählen<br />

können, seien meist auch jene, die sich<br />

aktiv im Gewerbeverband engagieren und<br />

daher ein ganz anderes Spektrum zur<br />

Verfügung haben, um auf sich aufmerksam<br />

zu machen. Andere präsentieren sich<br />

wiederum an Schulen und über Anlässe,<br />

wie etwa Lehrlingsschnuppermorgen<br />

oder Lehrlingsparcours, die zusammen<br />

mit anderen Branchen organisiert werden.<br />

Aber dazu müssen die Betriebe einladen.<br />

«Man sieht, das kommt je länger, je<br />

mehr», so Moser. «Wichtig dabei ist, dass<br />

dann Lernende die Jungen durch den Betrieb<br />

führen und betreuen. Denn gegenüber<br />

den fast Gleichaltrigen würden die<br />

Interessierten viel eher die für sie relevanten<br />

Fragen stellen.»<br />

Ein wichtiger Baustein:<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb<br />

Thomas Rentsch, Leiter Berufsbildung<br />

bei carrosserie suisse, sieht die Aufgabe<br />

des Verbands auch in der Unterstützung<br />

der Berufsbildenden. «Hier setzt TOP-<br />

Ausbildungsbetrieb (TAB) an. Gute Berufsbildner<br />

in den Betrieben sind entscheidend,<br />

um die Qualität der Ausbildung<br />

sicherzustellen und um eine hohe Zufriedenheit<br />

der Lernenden zu erreichen. Dies<br />

schafft auch ein positives Image des Berufes.<br />

Insbesondere die Carrosseriespengler<br />

leiden unter einer sehr hohen<br />

Lehrabbruchsquote. Die langfristige<br />

Sicherstellung der Fachkräfte ist daher<br />

entscheidend. TAB, also die Aus- und<br />

Weiterbildung der Berufsbildner, ist ein<br />

wichtiges Element dazu, das von carrosserie<br />

suisse entwickelt wurde.»<br />

Von über 600 Mitgliedern bilden heute<br />

rund 400 aus, davon sind bereits sehr<br />

viele auf TAB-Stufe 2 zertifiziert. Die Vision<br />

eines Kompetenznetzwerks für Berufsbildner<br />

rückt damit in greifbare Nähe.<br />

Hilfsmittel für Mitglieder<br />

››<br />

Auf der Verbands-Webseite findet sich<br />

eine eigene Rubrik mit Hilfsmitteln zum<br />

Lehrlingsmarketing: carrosseriesuisse.<br />

ch/de/marketing/lehrlingsmarketing<br />

››<br />

Auf carrosserieberufe.ch werden die<br />

Schüler zielgruppengerecht direkt informiert.<br />

››<br />

Ausstellungsmaterial wie Roll-ups, Theken,<br />

Broschüren oder Flyer für Events,<br />

aber auch Videoclips und Banner für<br />

Online-Werbung werden zur Verfügung<br />

gestellt.<br />

››<br />

Ebenfalls angeboten werden Schnuppersets<br />

pro Beruf mit Unterlagen für<br />

die Betriebe und Schnupperlehrlinge.<br />

Dazu gehören ein Eignungstest sowie<br />

ein Dossier für den Betrieb mit praktischen<br />

Arbeiten.<br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bilder: Archiv<br />

carrosserie suisse<br />

Was macht der Verband?<br />

Carrosserie suisse ist als Verband mit allen<br />

Grundbildungsberufen auf den einschlägigen<br />

Informationsplattformen für<br />

Berufsin formationen präsent. Im Berufswahlprozess<br />

ist es heute Standard, mit<br />

diesen Plattformen zu arbeiten, sie werden<br />

auch von den Lehrern aktiv im Unterricht<br />

eingesetzt.<br />

Dazu zählen:<br />

››<br />

Berufsberatung.ch<br />

››<br />

Gateway.one<br />

››<br />

Yousty.ch<br />

Yousty führt im Auftrag von carrosserie<br />

suisse auch Kampagnen durch, in denen<br />

unsere Berufe den Schülern direkt auf Instagram,<br />

Facebook oder per Newsletter<br />

vorgestellt werden.<br />

Mitglieder von carrosserie suisse profitieren<br />

von Sonderkonditionen bei Yousty<br />

und Gateway.one (mehr dazu auf unserer<br />

Webseite).<br />

Informationsveranstaltungen<br />

für Schüler<br />

Carrosserie suisse unterstützt die Messepräsenz<br />

und weitere Massnahmen der<br />

Sektionen, aber auch einzelne Mitglieder<br />

bei der Präsenz an Stellenbörsen mit Plakaten,<br />

Broschüren, Ausstellungsmaterial.<br />

Dazu wurden auch Plakatvorlagen mit<br />

Platzhaltern erstellt, wo eigene Logos<br />

und Kontaktdaten ergänzt werden können.<br />

Kommende Veranstaltungen mit Präsenz<br />

des Verbandes:<br />

30.10.<strong>2020</strong> – 02.11.<strong>2020</strong><br />

BAM – Ausbildungsmesse in Bern<br />

(Sektion Bern)<br />

31.10.<strong>2020</strong><br />

Lehrlingstag an der STFW Winterthur<br />

5.11.<strong>2020</strong> – 08.11.<strong>2020</strong><br />

ZEBI Luzern – Ausbildungsmesse Luzern<br />

(Sektion Zentralschweiz)<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>9


Verbandsnachrichten<br />

Lehrabschlussprüfungen <strong>2020</strong><br />

carrosserie suisse aargau<br />

Aargauer feiern 37 neue Fachkräfte<br />

und einen Ex-Präsidenten<br />

«Wir legen Generalversammlung und QV-Feier einfach zusammen – zeitlich und örtlich», lautete die<br />

zündende Idee, die dem Brainstorming im Vorstand entsprang. So kam es, dass sich am 17. September<br />

<strong>2020</strong> gegen 120 Personen im Gasthof zum Schützen in Aarau einfanden.<br />

einfach so sausen lassen. «Es war uns ein extragrosses Bedürfnis,<br />

die Leistungen der Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger wenigstens<br />

ansatzweise zu honorieren und sie mit einer kleinen Feier zu<br />

belohnen – trotz der besonderen Situation, in der wir uns alle befinden»,<br />

sagte der scheidende Sektionspräsident Felix Wyss.<br />

Der neue Vorstand (v.l.): Martin Leiser (Geschäftsführer), Stefan Gloor,<br />

Thomas Gloor, Michael Hallauer (neuer Präsident), Christian Bürgin und<br />

Markus Moser. Auf dem Bild fehlt Pascal Lehmann. (Foto: PSI)<br />

Schwierige Zeiten fordern spezielle Massnahmen. Und die haben<br />

im Fall von carrosserie suisse aargau das besondere Improvisationstalent<br />

der Sektionsverantwortlichen bewiesen. Denn der<br />

Vorstand wollte auf keinen Fall locker lassen, weder die wegen<br />

Corona verschobene 55. Generalversammlung noch die QV-Feier<br />

Würdigung der besten Absolventen<br />

Unter den rund 120 Personen, die sich im Gasthof zum Schützen<br />

in Aarau einfanden, waren also einerseits die Verbandsmitglieder<br />

von carrosserie suisse aargau – 31 Stimm berechtigte, einige<br />

Sponsoren und Ehrengäste – und andererseits rund 20 Lehrabgängerinnen<br />

und Lehrabgänger mit Freunden, Freundinnen und<br />

Familienangehörigen. Begrüsst wurden sie alle offiziell von<br />

Noch-Sektionspräsident Felix Wyss: Er bat die jungen Berufsleute<br />

zur Diplomübergabe und zum anschliessenden Fotoshooting<br />

einzeln nach vorne.<br />

GV in bewährter Routine<br />

Die Generalversammlung an sich versprach, von der Traktandenliste<br />

her gesehen, keine turbulenten Diskussionen oder Abstimmungen.<br />

Deshalb waren sich die 31 Stimmberechtigten denn<br />

auch schnell einig: Sowohl das Protokoll der 54. Generalversammlung<br />

vom 2. Mai 2019, die Jahresberichte, Mutationen (ein<br />

Austritt, vier Eintritte B-Mitglieder) und die Wahl der sieben De-<br />

Haben die Abschlussprüfung<br />

mit Erfolg<br />

bestanden: Die beiden<br />

Fahrzeugschlosser<br />

Ciril Dick (links) und<br />

Sebastian Oswald.<br />

Zwei treten an, einer zurück (v.l.):<br />

Vizepräsident Thomas Gloor,<br />

Präsident Michael Hallauer und<br />

sein Vorgänger Felix Wyss.<br />

Neun von fünfzehn sind zur QV-Feier gekommen:<br />

Die erfolgreichen Lehr abgänger der Berufssparte «Carrosseriespengler/-in<br />

EFZ».<br />

10 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

Lehrabschlussprüfungen <strong>2020</strong><br />

Lehrabschlussprüfungen <strong>2020</strong><br />

legierten für die Versammlung von carrosserie suisse im Jahre<br />

2021 wurden einstimmig angenommen. Auch das Budget <strong>2020</strong><br />

und die Jahresrechnung 2019 – beide weisen ein kleines Minus<br />

auf – werden ohne Einwände durchgewunken. Nachdem sich<br />

Spengler und Lackierer Andreas Arnold – Nachfolger von Jürg<br />

Zimmermann als üK-Leiter in Zofingen – kurz vorgestellt hatte,<br />

war es dann punkt 19.38 Uhr so weit: Michael Hallauer wurde<br />

offiziell und ohne Veto zum Nachfolger von Felix Wyss und somit<br />

zum neuen Präsidenten von carrosserie suisse aargau gewählt.<br />

Hundertprozentige Unterstützung gab es auch für Thomas<br />

Gloor: Er amtet künftig als Vizepräsident.<br />

Emotionaler Abschied<br />

Traktandum 10 – Ehrungen und Verabschiedung von Felix Wyss<br />

– war an diesem Abend mit Sicherheit das emotionalste Geschäft<br />

in der Agenda. Als Erstes wurden die langjährigen Leistungen<br />

von gleich vier verdienstvollen Fachleuten aus dem Bereich<br />

«Lehrabschlussprüfungen/Experten» gewürdigt: Urs Gottesleben<br />

(Neuenhof), Urs Müller (Lengnau), Walter Schwegler (Menznau)<br />

und Benny Staubli (Wohlen). Danach ehrte der neu in sein<br />

Amt gewählte Michael Hallauer den scheidenden Präsidenten<br />

und dessen Schaffen: Unter dem Titel «Grosse Fussstapfen, die<br />

sicher nicht im Sand vergehen» trug er eine gelungene Zusammenfassung<br />

vom Wirken und von den Verdiensten seines Vorgängers<br />

im Verband vor. Als weiterer Gratulant trat der ehemalige<br />

Leiter der Geschäftsstelle der Sektion Aargau auf – Reto<br />

Leiser, den Hallauer zuvor als «Präsidentenstütze der ersten<br />

Stunde» angekündigt hatte. Und dessen Worte schienen seinen<br />

ehemaligen Weggefährten Wyss ziemlich zu bewegen: Wer genau<br />

hinschaute, dem konnte nicht entgehen, wie er mehrmals<br />

leer zu schlucken hatte. Erst recht, als die Anwesenden zum<br />

Schluss seine Wahl zum Ehrenmitglied und somit auch zum Ehrenpräsidenten<br />

stürmisch beklatschten.<br />

●<br />

Text und Bilder: Heinz Schneider<br />

Sieben von vierzehn: Die erfolgreichen<br />

Lackiererinnen und Lackierer.<br />

Von den sechs Lackierassistenten<br />

ist er der einzige<br />

an diesem Abend: Tim<br />

Rotteveel von der Firma<br />

Gräub AG in Oberentfelden.<br />

Sektion Aargau<br />

<strong>Carrossier</strong>/-in Lackiererei EFZ<br />

Bayindir Bilal, Hallauer AG,<br />

Wohlenschwil5,0<br />

Bytyqi Almir, AMAG Automobil- und Motoren AG, Schinznach Bad<br />

Di Santis Alex, Carrosserie & Autospritzwerk Vicari AG, Neuenhof<br />

Gebreyohannes Dahlak, J + S Simon AG, Rupperswil<br />

Habrik David, Borioli AG, Rudolfstetten<br />

Jost Adriana-Michelle, Garage Galliker AG, Aarburg<br />

Maksimovic Goran, Lanz + Marti AG,<br />

Sursee5,1<br />

Melajac Elmas, Spritzwerk Hallauer, Tägerig<br />

Niklaus Cornelia, Carrosserie Loeliger AG, Burgdorf<br />

Rohner Nadia, A. Meyer AG, Othmarsingen<br />

Rymann Pascale, Hallauer AG,<br />

Wohlenschwil5,3<br />

Silva Pires Stefan, Paintwork AG, Oftringen<br />

Stirnimann Simon, Neeser Carrosserie + Spritzwerk AG, Wohlen<br />

Widmer Chris, Maurer AG, Buchs<br />

Lackierassistent Carrosserie EBA<br />

Howald Matthias, Kalt Bruno, Kleindöttingen<br />

Kägi Lou-Martin Jacques Leon, Robert Huber AG,<br />

Muri5,0<br />

Mancino Marcel, Carrosserie-Spritzwerk Iseini, Dättwil<br />

Oggier Jessica, Carrosserie Rank GmbH,<br />

Murgenthal5,0<br />

Rotteveel Tim, Gräub Auto Center AG, Oberentfelden<br />

Tuveri Simone, Pagano Guiseppe, Turgi<br />

<strong>Carrossier</strong>/-in Spenglerei EFZ<br />

Abraham Alexander, Maurer AG,<br />

Buchs 5,1<br />

Baumgartner Philipp, Garage Franz Reinhart AG, Egerkingen<br />

Frick Nico, Gundeli-Carrosserie AG, Reinach BL<br />

Ghebre Simone, Gräub Auto Center AG, Oberentfelden<br />

Jetzer Reto, Giedemann Karl, Carrosserie,<br />

Mülligen5,4<br />

Jola Pascal, Carrosserie A. Wendel,<br />

Kleindöttingen5,0<br />

Lehmann Renato, Emil Frey AG,<br />

Safenwil5,2<br />

Leimgruber Janis, Gräub Auto Center AG, Oberentfelden<br />

Mazreku Andi, Gebrüder Brem, Oberlunkhofen<br />

Monteiro Miguel, Baumann Autogarage AG,<br />

Baden5,0<br />

Oetiker Kilian, Bächli Ima AG, Siggenthal Station<br />

Sadiku Albian, AMAG Automobil- und Motoren AG, Schinznach Bad<br />

Saxer Colin, D. Heinrich GmbH, Wohlen<br />

Spahn Luana Larissa, Remo Senn GmbH, Besenbüren<br />

Stenz Sven, Maier Carrosserie GmbH,<br />

Stilli5,0<br />

Fahrzeugschlosser EFZ<br />

Dick Ciril, David Wiederkehr AG,<br />

Zofingen5,2<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>11


Lehrabschlussprüfung<br />

Sektion Zentralschweiz<br />

<strong>Carrossier</strong>/-in Lackiererei EFZ<br />

Heiser Daniel, Rittacher AG, Schattdorf<br />

Holdener Mike, Deck GmbH,<br />

Morschach5,4<br />

Kaufmann Sebastian, Autospritzwerk Willi Wicki, Schüpfheim<br />

Lussi Michaela, Fuchs GmbH,<br />

Schachen LU 5,0<br />

Mehmeti Betim, AMAG Zug, Cham<br />

Schärer Lea, Mercedes-Benz Automobil AG, Emmenbrücke<br />

Scheuber Silvan, Carrosserie Lang GmbH, Seewen SZ<br />

Sperduto Bianca, Wesemann AG, Zug<br />

Stadelmann Lara, Carrosserie Wüest AG,<br />

Hochdorf5,0<br />

Tarashaj Endrit, Carrosserie Schacher GmbH, Grosswangen<br />

Wadaa Karim, Blättler und Christen AG,<br />

Schattdorf5,0<br />

Zurfluh Melissa, Keiser Autospritzwerk AG, Goldau<br />

<strong>Carrossier</strong>/-in Spenglerei EFZ<br />

Almeida Taveira Daniel Albano, Carrosserie Luzern AG, Luzern<br />

Alves Teixeira Dominik, Soland AG,<br />

Luzern5,4<br />

Bekcic Dalibor, Ercolani Autospenglerei-Malerei AG, Kriens<br />

Berisha Besim, Galliker Transport AG, Altishofen<br />

Bernd Nik, Carrosserie & Autospritzwerk, Altdorf UR<br />

Both Dennis, AMAG Zug,<br />

Cham5,0<br />

Fallegger Marco, R. Zemp AG,<br />

Schüpfheim5,1<br />

Gamma Mike, Blättler und Christen AG, Schattdorf<br />

Gjonaj Samuel, Carrosserie Wüest AG, Hochdorf<br />

Hediger Noah, Carrosserie Vitali + Müller AG, Oberkirch LU<br />

Kazazi Sunaj, Carrosserie Stalder AG, Geuensee<br />

Lika Patrik, Soland AG, Luzern<br />

Nuza Albert, Theiler H. GmbH, Goldau<br />

Shabanaj Besnik, Carrosserie Marty AG, Baar<br />

Weber Michael, Lisibach Carrosserie AG,<br />

Zug5,4<br />

Wolfisberg Björn, Carrosserie Lipp AG,<br />

Ruswil5,0<br />

Fahrzeugschlosser/-in EFZ<br />

Birrer Manuel, Hodel Betriebe AG,<br />

Grosswangen5,2<br />

Dick Ciril, David Wiederkehr AG,<br />

Zofingen5,2<br />

Duhanaj Valentin, GESER Fahrzeugbau AG, Rothenburg<br />

Egli Jonas, Ackermann Fahrzeugbau AG,<br />

Willisau5,1<br />

Kathriner Janik, Sutter AG Lungern,<br />

Lungern5,1<br />

Lanz Joël, Lanz + Marti AG, Sursee<br />

Nöthiger Michel, Lanz + Marti AG,<br />

Sursee5,1<br />

Oswald Sebastian, J + S Simon AG, Rupperswil<br />

Renggli Remo, Steffen Fahrzeugbau GmbH,<br />

Schüpfheim5,2<br />

Riebli Ivan, Sutter AG Lungern,<br />

Lungern5,4<br />

Rohrer Janis, Imfeld Fahrzeugbau, Alpnach Dorf<br />

Lackierassistent/-in EBA<br />

Bieri Corina, Autospritzwerk Willi Wicki, Schüpfheim<br />

Christen Matthias, Autospritzwerk Emmenegger AG,<br />

Willisau5,0<br />

Gjidodaj Leonardo, Glanzmann Carrosserie AG, Menznau<br />

Kupferschmid Damian, Carrosserie Luzern AG,<br />

Luzern 5,4<br />

Lekaj Diart, Auto Picasso GmbH, Luzern<br />

Nuredini Muhamed, Crea Brush Blum, Rothenburg<br />

Omar Mohamed Guled Omar, Crea Brush Blum, Rothenburg<br />

Püntener Jasmin, Autospritzwerk Blättler GmbH, Schattdorf<br />

Schmid Marc, Carrosserie Dahinden, Hasle LU<br />

Tekie Semere, SAM Autodesign AG, Obernau<br />

Tesfaye Amanuel Fisha, car schaller ag, Ruswil<br />

Yasin Abdala, Etter Autospritzwerk GmbH, Ibach<br />

Yohannes Dejen, Roelli Tec AG,<br />

Stans5,0<br />

carrosserie suisse gratuliert allen Absolventen<br />

und Absolventinnen herzlich!<br />

12 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


en <strong>2020</strong><br />

Verbandsnachrichten<br />

Lehrabschlussprüfungen <strong>2020</strong><br />

carrosserie suisse ticino<br />

19 neo-diplomati carrozzieri<br />

Nelle recenti procedure di qualificazione, svoltesi presso il Centro<br />

di formazione professionale di carrosserie suisse a Giubiasco,<br />

hanno superato con successo le prove di fine tirocinio 19 giovani<br />

nelle 3 diverse professioni del settore. A tutti i neo-diplomati vanno<br />

i migliori auguri per una carriera professionale ricca di soddisfazioni.<br />

La cerimonia di premiazione dei migliori risultati si terrà il<br />

prossimo mese di novembre.<br />

●<br />

segretariato@usic-carrozzeria.ch<br />

Sezione Ticino<br />

Carrozziere lattoniere AFC<br />

Cochia Alessio, Dino, Globocar SA, Pazzallo<br />

Colosimo Vincenzo, S. Antonino, Carrozzeria Lume SA, Lumino<br />

Fontana Gilles, Cugnasco, Di Leo Motors SA, S. Antonino<br />

Zryd Aaron, Sonvico, Carrozzeria Estrocar SA, Cadro<br />

Carrozziere verniciatore AFC<br />

Belliazzi Davide, Cadegliano Viconago,<br />

Carrozzeria Lepori Marco, Agno<br />

Casellini Nicolò, Arzo, Carrozzeria CM Car Sagl, Riva San Vitale<br />

Castelnovo Kevin, Quartino, Beta Carrozzeria, Bellinzona<br />

Dotta Stefano, Airolo, Carrozzeria D’Avino SA, Lodrino<br />

Ibrahim Gabriel, Bellinzona, Alto Vedeggio Service Sagl, Rivera<br />

Manunta Gabriele, Santa Maria Maggiore,<br />

Carrozzeria Remorino SA, Minusio<br />

Marchetti Nico, Giubiasco, Car Center Giubiasco SA, Giubiasco<br />

Milia Kevin, Bisuschio, Carrozzeria Della Casa Luca, Ligornetto<br />

Naccarato Mirko, Giubiasco<br />

Radaelli Jason, Gordola, Tognetti Auto SA –<br />

Carrozzeria Togni, Riazzino<br />

Rokitzky Andrea, Pregassona, Garage Sport Lugano SA, Viganello<br />

Ronchi Lorenzo, Ponte Chiasso Carrozzeria Brumana SA,<br />

Mendrisio<br />

Assistente verniciatore CFP<br />

Broennimann Jason, Locarno, Carrozzeria Nicora Sagl, Losone<br />

Ferreira Cardoso Luca, Lodrino, Carrozzeria Ferrari<br />

Alfons SA, Giubiasco<br />

Peric Stefan, Airolo, Torpedo 2000 SA, Bodio<br />

DAS ZUKUNFTSWEISENDE KONZEPT FÜR<br />

IHRE CARROSSERIEWERKSTATT<br />

– Reparatur vor Ersatz<br />

– Kürzere Standzeiten<br />

clearcarrep.ch<br />

– Profitable Reparaturen<br />

– Hohe Qualität


Reportage<br />

Thema<br />

Crashtest mit SUVs<br />

AXA Versicherungen AG<br />

Grosse SUV, grosser Schaden?<br />

Laut einer Analyse des Versicherers AXA verursachen die grossen und schweren Wagen bis zu einem<br />

Viertel mehr Unfälle als andere Autos – oftmals mit gravierenden Folgen. Grundlage dieser Aussage sind<br />

die diesjährigen Crashtests der AXA-Unfallforscher sowie ausgewertete interne Statistiken.<br />

der Schweiz, zu dieser Kategorie.<br />

Schweizweit waren im vergangenen Jahr<br />

43 Prozent aller neu verkauften Autos<br />

SUVs. Für deren Besitzer sind Grösse,<br />

Sitzposition, Geländetauglichkeit, Komfort<br />

sowie Sicherheit die wichtigsten<br />

Kaufgründe, wie eine repräsentative Umfrage<br />

der AXA zum Mobilitätsverhalten<br />

zeigt. Gemäss dieser Studie würden sich<br />

denn auch rund 90 Prozent der SUV-Fahrer<br />

erneut für einen solchen Fahrzeugtyp<br />

entscheiden.<br />

Im Crashversuch der AXA-Unfallforscher übersieht ein Geländewagen einen von rechts<br />

kommenden Personenwagen und fährt ihm mit rund 60km/h in die Seite.<br />

Der Fahrer des Kombis prallt mit der Fahrertür zusammen, wobei der Seitenairbag<br />

schlimmere Kopfverletzungen zu verhindern mag. Der Fahrer des Geländewagens wird<br />

höchstens leicht verletzt.<br />

Sport Utility Vehicles, kurz SUV, erfreuen<br />

sich seit Jahren ungebremster Beliebtheit:<br />

Inzwischen zählt bereits ein<br />

Fünftel aller Autos im Bestand der AXA,<br />

dem grössten Motorfahrzeugversicherer<br />

Je grösser ein SUV, desto grösser die<br />

Unfallgefahr<br />

Die Schadenstatistik der AXA Schweiz<br />

zeigt allerdings wenig erfreuliche Zahlen:<br />

«Im Jahr 2019 verursachten Geländewagen<br />

knapp zehn Prozent mehr Haftpflichtschäden<br />

als andere<br />

Personenwagen», erklärt Bettina Zahnd,<br />

Leiterin der Abteilung Unfallforschung<br />

und Prävention der AXA Schweiz. Bei<br />

gros sen SUV – also solchen mit einem<br />

Gewicht zwischen 2155 und 3500 Kilogramm<br />

– ist der Unterschied noch grösser:<br />

2019 verursachten diese 27 Prozent<br />

mehr Haftpflichtschäden als andere<br />

Autos. «Je grösser und schwerer ein<br />

SUV, desto häufiger verursacht er eine<br />

Kollision», folgert die Unfallforscherin.<br />

Und dies oftmals mit gravierenden Folgen<br />

für andere Verkehrsteilnehmer.<br />

«Dies hängt insbesondere mit der Grösse<br />

und dem Gewicht der Fahrzeuge sowie<br />

der Höhe des Schwerpunkts und der<br />

Stossstange zusammen», so Zahnd. «Bei<br />

herkömmlichen Personenwagen sind die<br />

Stossstangen fast immer auf derselben<br />

Höhe, bei einem Unfall können sie ihre<br />

Wirkung entsprechend voll entfalten. Bei<br />

einer Kollision zwischen einem normalen<br />

Auto und einem Geländewagen ist dies<br />

nur bei zwei Dritteln der Fall. Man kann<br />

also sagen, dass SUV beim gleichen Unfall<br />

grössere Schäden an anderen Fahrzeugen<br />

verursachen.»<br />

Ein durchschnittlicher Personenwagen<br />

ist gegenüber einem Geländewagen also<br />

schlechter geschützt, obschon er sich<br />

bezüglich Grösse und Gewicht nur leicht<br />

14 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Reportage<br />

Crashtest mit SUVs<br />

von einem SUV unterscheidet. Dies zeigt<br />

der erste Crash der AXA-Unfallforscher,<br />

bei dem ein Geländewagen einen von<br />

rechts kommenden Personenwagen<br />

übersieht. In der Folge fährt der SUV mit<br />

rund 60 km/h in die Seite des Personenwagens.<br />

Der Kombi wird dabei erheblich<br />

beschädigt, insbesondere seine Hintertür<br />

wird stark eingedrückt.<br />

Kleine Unaufmerksamkeit führt zu<br />

grossem Schaden<br />

«Vor allem die grösseren SUV sind im<br />

Handling anspruchsvoller, zum Beispiel<br />

in engen Parklücken oder Tiefgaragen,<br />

was einen Einfluss auf die Schadenhäufigkeit<br />

sowohl bei Eigen- wie auch Drittschäden<br />

hat», erklärt Bettina Zahnd gegenüber<br />

dem <strong>Carrossier</strong>. «In unserer<br />

Studie haben wir die Frequenzen und die<br />

Schadenhöhe von Haftpflichtfällen, bei<br />

denen ein SUV oder ein Nicht-SUV Verursacher<br />

des Schadens war, ausgewertet.<br />

Die Schadensumme bei Haftpflichtfällen<br />

ist bei SUV höher als bei Nicht-SUV.<br />

Konkret kann ich die Zahl eines durchschnittlichen<br />

Personenschadens nennen:<br />

Verursacht durch einen SUV liegt sie bei<br />

rund 28 700 Franken, verursacht durch<br />

einen Nicht-SUV bei rund 25 400 Franken.<br />

Der Durchschnittsschaden von SUV<br />

im Kollisionskaskobereich lag zwischen<br />

2015 und 2019 bei kleinen SUV bei rund<br />

3300 Franken, bei mittelgrossen SUV bei<br />

ca. 3700 Franken und bei grossen SUV<br />

bei rund 4300 Franken. Zum Vergleich:<br />

Bei einem Nicht-SUV lag er im selben<br />

Zeitraum bei rund 3400 Franken. Bei den<br />

Kaskoschäden sind die Ersatzteile und<br />

der Arbeitsaufwand massgebend. Die<br />

meisten Hersteller optimieren den Arbeitsaufwand<br />

für besonders häufig auftretende<br />

Reparaturen, zum Beispiel für<br />

den Ersatz der Stossstange. So erhalten<br />

sie im sogenannten Versicherungsrating,<br />

welches in anderen Ländern eine wichtige<br />

Rolle spielt, eine gute Bewertung. Ersatzteile<br />

für teure Autos sind in der Regel<br />

teurer als für günstige. Eine konkrete<br />

Analyse dazu wurde im Rahmen der<br />

Crashtests jedoch nicht gemacht.»<br />

Keine Auffälligkeiten bei Totalschäden<br />

Aufgrund von Erfahrungen und Reparaturforschungsergebnissen<br />

sind bei der<br />

Feststellung eines Totalschadens heute<br />

insbesondere auch die Sensoren für<br />

Der Kombi wird dabei erheblich beschädigt, insbesondere seine Hintertür wird durch den<br />

Aufprall stark eingedrückt.<br />

Fahrerassistenzsysteme oder teure Ersatzteile<br />

wie gewisse Arten von Scheinwerfern<br />

sehr relevant. SUV sind meist<br />

etwas teurer als Nicht-SUV, was auch<br />

das Verhältnis Zeitwert zu Reparaturkosten<br />

und damit die Reparaturwürdigkeit<br />

beeinflussen kann. Bei leichten Kollisionen<br />

kann sich eine Reparatur noch<br />

lohnen. Da aber SUV und Nicht-SUV oft<br />

nicht kompatibel zueinander sind, resultieren<br />

im Schnitt eher etwas höhere Reparaturrechnungen<br />

(oft für beide Fahrzeuge).<br />

Eine konkrete Auswertung zu<br />

SUV oder PW liege gemäss Zahnd aber<br />

aktuell nicht vor.<br />

Teure Auffahrunfälle<br />

Auf die Frage nach Auffälligkeiten bezüglich<br />

Schadensbildern erklärt Bettina<br />

Zahnd, dass es sich bei Kollisionen sehr<br />

oft um Auffahrkollisionen handle: «Dabei<br />

kommt es aufgrund der unterschiedlichen<br />

Höhe der Stossstange häufig dazu,<br />

dass die Stossstangen nicht direkt aufeinandertreffen,<br />

was zu grösseren Schäden<br />

an beiden Fahrzeugen führt. Oft sind<br />

SUV etwas struktursteifer als Nicht-SUV,<br />

was sich dann auch in höheren Reparaturrechnungen<br />

niederschlägt. Bei leichten<br />

Kollisionen werden SUV daher oft<br />

weniger deformiert als Nicht-SUV. Speziell<br />

zur erwähnen sind SUV mit heckseitig<br />

aussen montierten Reserverädern.<br />

Diese verursachen bei Kollisionen oft<br />

sehr grosse Schäden an beiden Fahrzeugen,<br />

da das Reserverad einerseits den<br />

Motorhaubenbereich des auffahrenden<br />

Nicht-SUV stark deformiert und andererseits<br />

die Heckklappe bzw. die Hecktür<br />

des angestossenen SUV verformt wird,<br />

was in der Regel zu sehr hohen Reparaturrechnungen<br />

führt.» <br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bilder: AXA<br />

Bettina Zahnd ist Leiterin der Abteilung Unfallforschung<br />

und Prävention der AXA Schweiz<br />

und beantwortete die Fragen des <strong>Carrossier</strong>.<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>15


Publireportage<br />

Informaticon AG<br />

Informaticon Business Software<br />

Carrosserie Kiener digitalisiert mit Informaticon<br />

Peter Kiener, Leiter Administration und Mitglied der Geschäftsleitung<br />

bei der Carrosserie Kiener AG<br />

Die Anforderungen an Carrosserien<br />

sind stark gestiegen. Ein<br />

Schlüssel, um erfolgreich bestehen<br />

zu können, ist der Einsatz<br />

einer dynamischen Branchen-<br />

Der Kunde<br />

Carrosserie Kiener AG<br />

Software. Im Folgenden ein<br />

Überblick über die erfolgreiche<br />

Digitalisierung bei der Carrosserie<br />

Kiener mit der Softwarelösung<br />

von Informaticon.<br />

Die Carrosserie Kiener AG aus Schönbühl ist eines der führenden<br />

und grössten Carrosserie-Unternehmen schweizweit. Seit der<br />

Gründung im Jahre 1958 ist die Firma als kompetenter und innovativer<br />

Partner für Carrosserie- und Lackierarbeiten jeglicher Art<br />

bekannt.<br />

Der Anbieter<br />

Informaticon AG<br />

Die Informaticon AG ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen,<br />

wurde 1985 in Frutigen BE gegründet und verfügt heute über Geschäftsstellen<br />

in Thun, Frutigen und Zürich. Informaticon ist auf die<br />

Entwicklung von branchenspezifischer Business Software sowie<br />

IT-Infrastruktur-Lösungen für Carrosserie-Betriebe spezialisiert<br />

und verfügt über eine eigene Cloud-Infrastruktur für ihre Kunden.<br />

Bereits seit 2017 arbeitet die Carrosserie<br />

Kiener mit der Informaticon<br />

Business Software. Seither<br />

wurde die Installation laufend erweitert.<br />

Heute werden die komplette<br />

Auftragsabwicklung, die<br />

Zeitbuchhaltung sowie die Werkstattplanung<br />

über die Informaticon<br />

Business Software erledigt. Neu<br />

wurde die mobile Werkstattlösung<br />

sowie die mobile Auftragsannahme<br />

mit Android Tablets eingeführt<br />

und dadurch eine weitere massive<br />

Vereinfachung bei der Auftragserfassung<br />

ermöglicht.<br />

Warum setzt die Carrosserie<br />

Kiener auf die Produkte der<br />

Informaticon?<br />

Das Ziel war, den gesamten Prozess<br />

von der Auftragsannahme<br />

bis hin zur Fakturierung abzudecken.<br />

Die durchgängige Integra<br />

tion war dabei sehr wichtig.<br />

Zusätzlich sollte das Produkt einfach<br />

zu bedienen sein und wenig<br />

Schnittstellen aufweisen. Gesucht<br />

war ein professioneller<br />

und vertrauensvoller Anbieter.<br />

All diese Kriterien erfüllt die Informaticon<br />

Business Software.<br />

Welchen Stellenwert hat<br />

eine Softwarelösung in<br />

einem Carrosserie-Betrieb?<br />

«Es wäre unmöglich, unseren Betrieb<br />

ohne geeignete Softwarelösung<br />

zu führen. Neben unseren<br />

kompetenten und zuverlässigen<br />

Mitarbeitern sowie Partnern ist<br />

die Branchensoftware der wichtigste<br />

Punkt, damit wir erfolgreich<br />

bestehen können.» Dies sagt Peter<br />

Kiener, Leiter Administration<br />

und Mitglied der Geschäftsleitung<br />

bei der Carrosserie Kiener<br />

AG, ohne lange darüber nachzudenken.<br />

Die Anforderungen an einen Carrosserie-Betrieb<br />

sind in letzter<br />

Zeit stark gestiegen, so bestehen<br />

einerseits immer höhere Anforderungen<br />

vonseiten Versicherungen<br />

an die Dokumentation<br />

und Kommunikation bezüglich<br />

der Schadenfälle. Andererseits<br />

nimmt auch der Wettbewerbsdruck<br />

stetig zu, was zu einem<br />

höheren Effizienzdruck führt. All<br />

dies ist ohne geeignete Hilfsmittel<br />

kaum noch zu bewältigen.<br />

Was sind die Merkmale einer<br />

guten Softwarelösung?<br />

Gemäss Peter Kiener gilt es, das<br />

Gesamtpaket zu betrachten. So<br />

sind branchenspezifische Funktionen<br />

und eine einfache Bedienung<br />

zwei wichtige Punkte, welche zu<br />

berücksichtigen sind. Um die Effizienz<br />

zu steigern, soll der gesamte<br />

Datenfluss so einfach und zuverlässig<br />

wie möglich gehalten<br />

werden, Schnittstellen zu externen<br />

Produkten sind weitgehend<br />

zu eliminieren und eine Gesamtlösung<br />

einzusetzen. Zusammenfassend<br />

gilt: Insellösungen sind nicht<br />

optimal und eine integrierte Gesamtlösung<br />

bringt mehr Nutzen.<br />

Worauf sollte zudem bei der<br />

Evaluation einer Softwarelösung<br />

geachtet werden?<br />

Neben den funktionalen Anforderungen<br />

ist es für einen Betrieb<br />

zentral, nach der Softwareeinführung<br />

auf einen guten Service<br />

zählen zu können. Dazu Peter<br />

Kiener: «Neben dem sehr guten<br />

Funk tionsumfang und dem einfachen<br />

und selbsterklärenden Aufbau<br />

des Produkts überzeugt Informaticon<br />

auch bei der Betreuung.<br />

Tauchen Probleme im täglichen<br />

Betrieb auf – was dank der Zuverlässigkeit<br />

der Software selten<br />

der Fall ist – wird einem zeitnah<br />

geholfen. Zudem sind im Support<br />

jederzeit kompetente Personen<br />

verfügbar, die Wissen, wo Hand<br />

anzulegen ist.»<br />

16 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Publireportage<br />

Informaticon AG<br />

Mobile Auftragsannahme mit Fotoerfassung.<br />

Schnelle Übersicht der Auftragslage dank der Informaticon Business<br />

Software.<br />

Welche Funktionen bietet das<br />

Produkt der Informaticon?<br />

Die Informaticon Business Software<br />

deckt von der Stammdatenverwaltung<br />

über die Auftragsbearbeitung<br />

bis hin zur komplett<br />

integrierten Finanz- und Lohnbuchhaltung<br />

den gesamten Kernprozess<br />

ab. Wichtige Punkte, wie<br />

zum Beispiel das Erfassen von<br />

Aufträgen, Fotos, die Dokumentation<br />

von Reparaturen oder vorbestandener<br />

Schäden, können<br />

einfach und schnell mithilfe von<br />

Tablets gemacht werden. Informaticon<br />

profitiert vom grossen<br />

Branchenwissen der Carrosserie-Betriebe<br />

in der Schweiz. Dank<br />

dieser bewährten Zusammenarbeit<br />

ist eine ausgereifte Softwarelösung<br />

entstanden. Fehlt<br />

eine gewünschte Funktion, kann<br />

diese individuell entwickelt und<br />

eingebaut werden. ●<br />

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carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>17


Publireportage<br />

auto-i-dat ag<br />

Digitale Schadenabwicklung<br />

e-Service und SilverDAT 3 sind ein unschlagbares Duo<br />

auto-i-dat ag entwickelt den<br />

e-Service konstant weiter. Per<br />

Ende <strong>2020</strong> werden mit einer<br />

Ausnahme alle Versicherungen<br />

in der Schweiz mit an Bord sein.<br />

Das heisst für die <strong>Carrossier</strong>s<br />

und Garagisten, dass sie mit nur<br />

einem Instrument mit praktisch<br />

allen Versicherungen kommunizieren<br />

können.<br />

Eine möglichst effiziente Kommunikation<br />

mit der Versicherung:<br />

Das war die Motivation von autoi-dat<br />

ag, den e-Service zu entwickeln.<br />

Inzwischen ist das Instrument<br />

klar Nummer 1 für die<br />

digitale Schadenabwicklung mit<br />

den Versicherungen in der<br />

Schweiz. Das zeigen die vielen<br />

positiven Rückmeldungen aus<br />

der Reparaturbranche und von<br />

den Versicherern.<br />

Besonders effektiv ist der e-Service<br />

in Kombination mit Silver-<br />

DAT 3, dem weitestverbreiteten<br />

digitalen Werkzeug für Kostenvoranschläge<br />

und Kalkulationen. Das<br />

perfekte Zusammenspiel der beiden<br />

Produkte e-Service und SilverDAT<br />

3 erleichtert den Ablauf im<br />

Schadenmanagement enorm: Alles<br />

ist digitalisiert und vollumfänglich<br />

integriert. Darauf vertrauen<br />

bereits mehr als 1200 <strong>Carrossier</strong>s<br />

und Garagisten in der Schweiz.<br />

Und ihre Anzahl steigt täglich.<br />

SilverDAT 3 nimmt an Fahrt<br />

auf …<br />

Parallel dazu nimmt die Einführung<br />

von SilverDAT 3 immer mehr<br />

an Fahrt auf. Dazu trägt auch die<br />

Online-Schulung massgeblich<br />

bei. Zum Beispiel im Tessin, wo<br />

pro «Run» immer drei bis sechs<br />

Kunden im Boot sind. auto-i-dat<br />

kontaktiert die Reparateure im<br />

Rahmen der Umstellung individuell<br />

und die Kunden müssen<br />

nichts unternehmen, ausser sich<br />

die nötige Zeit zu reservieren. Um<br />

den Rest kümmert sich das Support-Team<br />

von auto-i-dat. In der<br />

Zwischenzeit wurde am 25. Juni<br />

Seit dem 25. Juni läuft eine neue Version von SilverDAT 3 – und dies<br />

problemlos.<br />

eine neue Version von SilverDAT3<br />

ohne Probleme installiert. Auf<br />

diese Weise wird auto-i-dat nun<br />

laufend neue Funktionen ausrollen,<br />

die die Schadenkalkulation<br />

noch einfacher machen.<br />

Der Roll-out von SilverDAT 3 verlief<br />

auch während des Corona-Lockdowns<br />

ohne Unterbruch<br />

und ohne weitere Probleme. Dadurch,<br />

dass auto-i-dat ohnehin<br />

alles per Fernwartung macht,<br />

konnte die Migration von Silver-<br />

DAT II auf SilverDAT 3 im gewohnten<br />

Mass fortgesetzt werden.<br />

Inzwischen arbeitet mehr als<br />

ein Drittel der auto-i-dat-Kunden<br />

auf der neuesten Version.<br />

… und mehr DMS-Anbieter<br />

werden zertifiziert<br />

Entscheidend für die Kunden, die<br />

SilverDAT 3 bereits nutzen oder<br />

nutzen wollen, ist die Frage, ob<br />

die Schnittstelle aus dem DMS,<br />

das verwendet wird, gegeben ist.<br />

Auch hier verläuft die Entwicklung<br />

positiv. Es werden immer<br />

mehr DMS-Anbieter mit ihren<br />

Schnittstellen zu SilverDAT 3 von<br />

auto-i-dat zertifiziert. Mittlerweile<br />

sind das:<br />

››<br />

Andeer sport + it ag<br />

››<br />

Ariane<br />

››<br />

Autin AG<br />

››<br />

Autocomp AG<br />

››<br />

Auto-Informatik AG<br />

››<br />

bme ag sowie<br />

››<br />

Informaticon A3<br />

Umständliche und langwierige Kommunikation mit Versicherungen gehört mit e-Service der Vergangenheit an.<br />

Viele weitere DMS-Anbieter sind<br />

in der Entwicklungsphase und<br />

werden in der nächsten Zeit die<br />

Zertifizierung erreichen. Das ist<br />

sowohl für die Kunden als auch<br />

für auto-i-dat von zentraler Bedeutung,<br />

damit die Prozesse im<br />

täglichen Ablauf perfekt harmonieren<br />

und keine Doppeleingaben<br />

gemacht werden müssen. ●<br />

18 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Rechtshilfe<br />

Thema<br />

Kurzabsenz vs. Frei-Tag<br />

Das Expertenteam der Walder Haas Berner AG, Advokatur & Notariat in Zofingen und Sursee,<br />

Tel. <strong>06</strong>2 745 00 45, ist für Mitglieder der carrosserie suisse da.<br />

Bezahlter freier Tag bei Umzug?<br />

Ausgangslage<br />

Cornelia ist als Carrosseriespenglerin im<br />

Carrosseriebetrieb von Gustav tätig. Da<br />

sich das Verhältnis von Cornelia zu ihrem<br />

Chef Gustav in der letzten Zeit zunehmend<br />

verschlechtert hat und Cornelia<br />

deshalb langsam, aber sicher beginnt, die<br />

Freude an ihrem Beruf zu verlieren, entscheidet<br />

sie sich für die Kündigung. Sie<br />

kündet ihr Arbeitsverhältnis ordentlich<br />

am 15. Oktober <strong>2020</strong> auf den 31. Dezember<br />

<strong>2020</strong>. Cornelia braucht nicht nur beruflich,<br />

sondern auch privat dringend eine<br />

Luftveränderung. Sie möchte deshalb in<br />

eine andere Stadt umziehen. Nach langer<br />

Suche findet sie endlich eine passende<br />

Wohnung. Sie orientiert Gustav deshalb<br />

Anfang Dezember <strong>2020</strong> über den geplanten<br />

Umzug. Zudem möchte Cornelia dafür<br />

einen bezahlten Frei-Tag beziehen.<br />

Gustav ist damit nicht einverstanden. Wie<br />

ist die Rechtslage?<br />

Expertenrat<br />

Es ist zu prüfen, ob der Arbeitgeber dem<br />

Arbeitnehmer für den Umzug während<br />

der Kündigungsfrist einen bezahlten Arbeitstag<br />

gewähren muss. Im OR findet<br />

man auf diese Rechtsfrage keine konkrete<br />

Antwort. So umschreibt Art. 329<br />

Abs. 3 OR lediglich, dass dem Arbeitnehmer<br />

die üblichen freien Stunden und<br />

Tage einzuräumen sind. Darunter versteht<br />

man, dass dem Arbeitnehmer innerhalb<br />

der Arbeitszeit grundsätzlich<br />

auch die nötige Freizeit für die Erledigung<br />

dringender persönlicher Angelegenheiten<br />

und für wichtige Familienanlässe<br />

zu gewähren sei.<br />

Das Recht auf sogenannte «ausserordentliche»<br />

Freizeit ergibt sich teils direkt<br />

aus Gesetz (z.B. für die Stellensuche),<br />

teils aus Vereinbarung (z.B. aus<br />

EAV oder GAV) oder aus Übung. Ist es<br />

dem Arbeitnehmer hingegen zuzumuten,<br />

die fragliche Verrichtung ausserhalb<br />

der Arbeitszeit vor zunehmen, so<br />

hat er kein Anrecht auf ausserordentliche<br />

Freizeit.<br />

Für den vorliegenden Fall findet sich im<br />

Gesamtarbeitsvertrag für das Carrosseriegewerbe<br />

in Art. 32.1 lit. f GAV eine<br />

Konkretisierung: Der Arbeitnehmer hat<br />

pro Jahr bei Umzug mit eigenem Hausrat,<br />

sofern der Arbeitnehmer nicht in<br />

gekündigtem Arbeitsverhältnis steht,<br />

Anspruch auf einen bezahlten freien Tag.<br />

Da sich Cornelia in einem gekündigten<br />

Arbeitsverhältnis befindet, hat sie vorliegend<br />

keinen Anspruch auf einen bezahlten<br />

freien Tag für ihren Umzug. Cornelia<br />

dürfte jedoch einen Anspruch auf<br />

eine Kurzabsenz gemäss Art. 32.2<br />

GAV-VSCI haben, wenn der Umzug sich<br />

nicht auf ein Wochenende planen lässt.<br />

Solche Absenzen sind jedoch zu kompensieren,<br />

wenn Cornelia keine Lohneinbusse<br />

erleiden möchte. <br />

●<br />

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carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>19


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Porsche Taycan<br />

Elektropower aus Zuffenhausen<br />

Während der Aachener Karosserietage konnte man die neueste Entwicklung aus dem Hause Porsche,<br />

den Taycan, genau unter die Lupe nehmen. Der «carrossier» hat interessante Details entdeckt.<br />

unverkennbar Porsches Design-DNA<br />

trägt. Die Silhouette wird von der sportlichen,<br />

nach hinten abfallenden Dachlinie<br />

bestimmt. Die schlanke Kabine (das sogenannte<br />

Greenhouse), die eingezogene<br />

C-Säule und die ausgeprägten Schultern<br />

der Kotflügel führen zu einer starken,<br />

markentypischen Betonung des Hecks.<br />

Insgesamt ist das elektrische Modell sehr<br />

nah an der Konzeptstudie Mission E von<br />

2015 geblieben.<br />

Detailbesichtigung erwünscht: Die Carrosseriestruktur und das Battery Case des Porsche Taycan<br />

waren an den Aachener Karosserietagen ausgestellt.<br />

Die Materialgrafik verdeutlicht den Anteil der Stahl- und Aluminiumwerkstoffe. (Bild: Porsche)<br />

Für die Entwicklung des elektrischen<br />

Porsche Taycan gab es eine übergeordnete<br />

Unternehmensvorgabe: «Neue<br />

Wege beschreiten in bester Porsche-<br />

Design-Tradition.»<br />

Da Porsche den Sportwagen als reines<br />

Elektrofahrzeug konzipiert hat, eröffneten<br />

sich den Designern neue Freiräume.<br />

Das Ergebnis ist eine viertürige Sportlimousine<br />

mit einem cw-Wert ab 0,25, die<br />

Design-Merkmale<br />

Der Taycan ist 1966 mm breit (ohne Spiegel)<br />

und nur 1380 mm hoch. Mit einer<br />

Länge von 4963 mm und einem Radstand<br />

von 2900 mm ergibt sich ein langer «Boden<br />

Mitte» am Fahrzeug, der Platz für die<br />

Batterie schafft.<br />

Von vorne wirkt der Taycan besonders<br />

breit und flach. Aufgrund der kompakten<br />

Antriebskomponenten fällt die Fronthaube<br />

Porsche-typisch flach zwischen den<br />

beiden stark gewölbten Kotflügeln ab. Die<br />

LED-Matrix-Hauptscheinwerfer bilden<br />

eine optische Einheit mit den Air-Curtains,<br />

und das markentypische Vierpunkt-Tagfahrlicht<br />

ist so flach und breit wie bei keinem<br />

anderen Porsche.<br />

Die Kühllufteinlässe fallen kleiner aus als<br />

bei einem Fahrzeug mit ähnlich leistungsstarkem<br />

Verbrennungsmotor. Die in die<br />

Kühllufteinlässe integrierten Klappen<br />

regeln nicht nur die Luftzufuhr für die<br />

Kühl- und Klimatisierungskreisläufe, sondern<br />

auch die Bremsenkühlung.<br />

Die kurzen Überhänge vorne und hinten<br />

betonen die sportlichen Proportionen des<br />

Viertürers. Ein markantes Designelement<br />

sind die Luftausströmer hinter den Vorderrädern.<br />

Auffällig sind auch die flachen Türgriffe,<br />

die bündig in den Türen sitzen und bei<br />

Bedarf elektrisch ausfahren. Ihre Optik<br />

verstärkt den klaren Gesamteindruck des<br />

Fahrzeugs, ebenso wie die Räder, die die<br />

Ingenieure bezüglich Aerodynamik und<br />

Gewicht optimiert haben.<br />

20 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Der Taycan verfügt über eine neu konzipierte<br />

Hightech-Leichtbaucarrosserie,<br />

die den Elektroantrieb und das Battery<br />

Case aufnimmt. Sämtliche Baugruppen<br />

wie Antrieb, Fahrwerk und Batterie haben<br />

die Zuffenhausener konsequent auf<br />

den Leichtbau abgestimmt und optimiert.<br />

Die Hochvolt-Batterie haben die Konstrukteure<br />

mit ihren internen Lastpfaden<br />

strukturell in den Gesamtcarrosseriebau<br />

des Fahrzeugs integriert. Ihre tiefe und<br />

zentrale Einbaulage trägt zu einem sehr<br />

niedrigen Fahrzeugschwerpunkt bei. Das<br />

Aluminiumgehäuse ist als tragendes<br />

Bauteil ausgelegt und Teil der Sicherheitsstruktur.<br />

Insgesamt verbinden 28<br />

Schrauben das Batteriegehäuse mit der<br />

Carrosserie.<br />

Lastpfade neu ausgelegt<br />

Durch das neu entwickelte Vorderwagenkonzept<br />

konnte die Sportwagenschmiede<br />

die Frontlastpfade so gestalten, dass die<br />

Crashanforderungen erfüllt werden und<br />

Platz für einen zusätzlichen Kofferraum<br />

mit 81 Litern im Vorderwagen geschaffen<br />

wurde. Den vorgeschriebenen Fussgängerschutz<br />

stellen sie durch eine aktive<br />

Motorhaube sicher. Beim Seitencrash<br />

werden die hohen auftretenden Kräfte<br />

sowohl über den Rohbau als auch über<br />

die strukturintegrierte Hochvolt-Batterie<br />

aufgenommen und weitergeleitet.<br />

Dadurch erreicht der Taycan ein Höchstmass<br />

an passiver Sicherheit und Insassenschutz<br />

bei gleichzeitig minimalem<br />

Gewicht.<br />

Für alle im Heckcrash relevanten Strukturlastpfade<br />

haben die Zuffenhausener<br />

gewichtsoptimal Aluminium genutzt. Dabei<br />

kommen in der Struktur des Hinterwagens<br />

sowohl Gussknoten als auch Strangpressprofile<br />

und -bleche zum Einsatz.<br />

Jedes Bauteil hat laut dem Sportwagenhersteller<br />

eine optimale geometrische<br />

Gestaltung. Das reduziert nicht nur den<br />

Materialeinsatz, sondern es lassen sich<br />

gleichzeitig verschiedene Funktionen in<br />

die Bauteile integrieren.<br />

Parallel zur crashoptimierten Carrosserie<br />

verbessern die umfassenden passiven<br />

Sicherheitssysteme den Insassenschutz.<br />

Je nach Sitzkonfiguration sind<br />

serienmässig vier oder fünf Dreipunktgurte<br />

mit Kraftbegrenzern eingebaut.<br />

Das Side Impact Protection System besteht<br />

aus Seitenaufprallschutz-Elementen<br />

in den Türen und Thorax-Airbags, die<br />

in den Seitenwangen der Vordersitze<br />

integriert sind. Vervollständigt wird das<br />

seitliche Schutzsystem durch Curtain-Airbags<br />

als Abdeckung über den<br />

kompletten Dachrahmen und die Seitenverglasung<br />

von der A- bis zur C-Säule.<br />

Vorne stehen die klassischen Full size-<br />

Airbags und je ein Knie-Airbag für Fahrer<br />

und Beifahrer zur Verfügung.<br />

Das Materialkonzept<br />

Die Carrosseriestruktur des Porsche Taycan<br />

besteht aus einem Stahl-Alumi nium-<br />

Materialmix. Die vier Türen, die Kotflügel<br />

vorne und Seitenwände hinten, das Dach<br />

sowie die Front- und Heckklappe sind aus<br />

Aluminium gefertigt.<br />

Unter der leichten Aussenhaut aus Aluminium<br />

befindet sich ein Hightech-Materialmix.<br />

Die vollverzinkte Carrosserie<br />

besteht aus den Werkstoffen Aluminium<br />

und Stahl. Die Federbeinaufnahmen vorne,<br />

die Achsaufnahme und der hintere<br />

Längsträger werden aus Aluminium-<br />

Druckguss gefertigt. Die Aufnahmen der<br />

Pralldämpfer sind Schmiedeteile aus<br />

Aluminium. Der vordere Längsträger ist<br />

eine Kombination aus einer Aluminium-<br />

Schalenbauweise mit Strangpressprofilen.<br />

Die Seitenschweller sind 1941 mm lang<br />

und als Siebenkammer-Strangpressprofil<br />

ausgeführt. Gegenüber einem Stahlschweller<br />

reduziert diese Bauweise die<br />

notwendigen Teile pro Seite von 15 auf 3.<br />

In der Carrosseriestruktur bilden warmumgeformte<br />

Stähle an der A-Säule, der<br />

B-Säule innen und aussen, am Dachrahmen<br />

seitlich und an den Sitzquerträgern<br />

den Schutz der Fahrgastzelle.<br />

Eine Besonderheit ist der Stirnwandquerträger<br />

aus Mangan-Bohr-Stahl, der sich<br />

am Tunnel abstützt. Durch spezielle<br />

Fertigungsverfahren haben die Konstrukteure<br />

innerhalb des rohrförmigen<br />

Bauteils verschiedene Querschnitte realisiert,<br />

womit sie eine sehr hohe Festigkeit<br />

bei gleichzeitig niedrigem Gewicht<br />

erreichen.<br />

Anteilig sind die Materialien in der Carrosserie<br />

wie folgt verteilt:<br />

››<br />

8 Prozent Aluguss,<br />

››<br />

11 Prozent Alustrangpress,<br />

››<br />

18 Prozent Alublech,<br />

››<br />

40 Prozent Stahlblech kaltumgeformt,<br />

Der Vorderwagen mit seinem veränderten<br />

Aufbau für die elektrischen Antriebskomponenten<br />

und dem zusätzlichen Kofferraum.<br />

Aus warmumgeformtem Stahlblech werden<br />

die A- und B-Säule sowie der Dachrahmen<br />

gefertigt. An der B-Säule steuern zwei<br />

definierte Einschnitte im Crashfall das<br />

Knick- und Faltverhalten.<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>21


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

››<br />

23 Prozent Stahlblech warmumgeformt<br />

und<br />

››<br />

0,7 Prozent sonstige Materialien.<br />

Für diesen Multimaterial-Carrosseriebau<br />

verwenden die Zuffenhausener zehn unterschiedliche<br />

Fügetechniken:<br />

››<br />

3139 Widerstandsschweisspunkte,<br />

››<br />

5,7 m MAG-Schweissnaht und<br />

››<br />

7,5 m MIG-Schweissnaht.<br />

Bei den kalten Fügetechniken kommt das<br />

Clinchen 734 Mal zum Einsatz. Ausserdem<br />

werden 1642 Halbhohlstanznieten,<br />

714 fliesslochformende Schrauben, 16<br />

Vollstanznieten und Reibelementschweissen<br />

(100 x) sowie 8,5 m Rollfalzen in Fügeoperationen<br />

eingebracht. Mit einem Klebstoffauftrag<br />

von 195 m sind sehr viele<br />

Verbindungsstellen als Hybrid-Fügetechniken<br />

ausgezeichnet.<br />

Intelligenter Materialmix für das E-Auto in der Carrosserie und im Battery Case. Auffällig das<br />

verstärkende Alu-Strangpressprofil im Schweller und die grosse Anzahl an höchstfesten<br />

Stahlblechen (rot).<br />

Porsche Taycan<br />

Leistungsdaten des E-Autos<br />

Der Porsche Taycan Turbo S verfügt über<br />

eine Leistung von 460 kW oder 625 PS.<br />

Kurzfristig ist eine Overboost-Leistung von<br />

560 kW verfügbar. Sein maximales<br />

Drehmoment beträgt 1050 Nm, und seine<br />

Höchstgeschwindigkeit beträgt 260 km/h<br />

(abgeregelt). Der Stromverbrauch bei<br />

kombinierter Fahrweise beträgt 26,9 kWh<br />

800 Volt Systemspannung und Crashsensorik<br />

Der Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das<br />

mit einer Systemspannung von 800 Volt<br />

anstatt der bei Elektroautos üblichen 400<br />

Volt antritt. Dies ermöglicht eine hohe Dauerleistung,<br />

reduziert die Ladedauer und verringert<br />

Gewicht und Bauraum der Verkabelung.<br />

In der zweistöckigen Batterie der<br />

Modelle Taycan Turbo S und Taycan Turbo<br />

sitzen 33 Zellmodule, die aus je 12 einzelnen<br />

Zellen bestehen (insgesamt 396). Die Gesamtkapazität<br />

beträgt 93,4 kWh. Die Zellen<br />

selbst sind sogenannte Pouch-Zellen. Bei<br />

diesem Zelltyp wird der Elektrodenstapel<br />

nicht von einem festen Gehäuse, sondern<br />

von einer flexiblen Verbundfolie umschlossen.<br />

Dadurch lässt sich der rechteckige Bauraum<br />

der Batterie optimal nutzen und das<br />

Gewicht reduzieren. Die Module besitzen<br />

pro 100 km, und die Batterie kann mit maximal<br />

270 kW Ladeleistung aufgeladen<br />

werden. Die Reichweite einer Batteriefüllung<br />

kann gemäss WLTP-Fahrzyklus zwischen<br />

388 und 412 km betragen. Die Beschleunigung<br />

von 0 auf 100 km/h liegt bei<br />

2,8 Sekunden, die von 0 auf 200 km/h bei<br />

9,8 Sekunden.<br />

jeweils ein internes Steuergerät zur Überwachung<br />

von Spannung und Temperatur<br />

und sind über Stromschienen miteinander<br />

verbunden. Die Crashsensorik des Taycan<br />

ist auf die spezifischen Anforderungen von<br />

Elektrofahrzeugen entwickelt. Zusatzsensoren<br />

lösen eine sichere Abtrennung der<br />

Hochvolt-Verbraucher im Crashfall aus. Bei<br />

einer Airbagauslösung wird zudem die Batterieverbindung<br />

zum Fahrzeug vorsorglich<br />

getrennt, sodass keine Spannung mehr anliegt.<br />

Mehrere Hochvolt-Trennstellen im<br />

Fahrzeug ermöglichen den Rettungskräften<br />

das sichere Eingreifen. Das Batterie-Managementsystem<br />

inklusive Trenneinheit<br />

sowie alle Sicherungen und Stromschienen<br />

sind geschützt im Bereich der Mittelkonsole<br />

untergebracht.<br />

Das Battery Case<br />

Das Battery Case ist im Unterboden des<br />

Taycan eingebaut und verschafft dem<br />

Sportwagen dadurch einen tiefen<br />

Schwerpunkt. Es ist als tragender Bestandteil<br />

der Carrosseriestruktur konzipiert<br />

und wird mit 28 Schrauben an dieser<br />

verankert. Zudem nimmt es viele<br />

Kühlungs- und Elektronikkomponenten<br />

auf, um sie vor Umwelteinflüssen zu<br />

schützen. Das wasserdichte Batteriegehäuse<br />

ist in Sandwich-Bauweise gefertigt<br />

und besteht aus einem Deckel<br />

oben und einer Schottplatte unten. Dazwischen<br />

sitzt der mehrfach untergliederte,<br />

fachwerkförmige Batterierahmen.<br />

Unterhalb der Schottplatte sind die<br />

Kühlelemente aufgeklebt. Gesichert<br />

wird das Battery Case von einer Schutzplatte<br />

aus Stahl.<br />

Bei der Entwicklung des Batterierahmens<br />

hat sich Porsche für ein Leichtbaukonzept<br />

aus Aluminium entschieden.<br />

Damit steht viel Bauraum für die Zellmodule<br />

– und damit eine entsprechend<br />

hohe Batteriekapazität – zur Verfügung.<br />

Zudem konnte der Hersteller das Fahrzeuggewicht<br />

niedrig halten.<br />

Auch am Battery Case werden verschiedene<br />

Fügetechniken eingesetzt: MIG-<br />

Schweissen am Batterierahmen, Laserschweissen<br />

bei Schott- und Schutzplatte<br />

sowie Wärmeleitkleben bei dem unter der<br />

Batterie verlaufenden Leitungssystem.<br />

Die Batteriemodule selbst sind so in den<br />

Batterierahmen eingebaut, dass im<br />

Crashfall ein Höchstmass an passiver<br />

22 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Sicherheit und Hochvolt-Sicherheit gewährleistet<br />

ist. Das strukturintegrierte<br />

Batteriegehäuse besteht aus verschiedenen<br />

Ebenen. Eine Fachwerkstruktur<br />

im Inneren des besonders steifen umlaufenden<br />

Rahmens und Crashbox-Elemente<br />

sorgen für zusätzlichen Schutz im<br />

Falle eines Aufpralls.<br />

Zwei Dachvarianten stehen beim Taycan<br />

zur Auswahl: das Stahldach mit der für<br />

einen Sportwagen typischen Vertiefung<br />

in der Mitte des Daches und das Panorama-Festglasdach<br />

ohne Dachquerspriegel.<br />

Erstmals kommt ein sogenanntes Low-<br />

Emissivity-Thermodämmglas zum Einsatz.<br />

Dabei werden mehrere hauchdünne<br />

Metallschichten auf das Isolierglas aufgebracht.<br />

<br />

●<br />

Text und Bilder: Jürgen Klasing<br />

Battery Case und elektrische Komponenten des Taycan, gut sichtbar die Fussgaragen im Battery<br />

Case (Fahrzeugfront ist rechts).<br />

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ESA-Einkaufsorganisation, 3401 Burgdorf<br />

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carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>23<br />

JASA AG | 8957 Spreitenbach | www.jasa-ag.ch


Verein zur Förderung der Carrosserieberufe<br />

Der Verein bezweckt die Förderung und die Wahrung der Berufsinteressen im Carrosseriegewerbe. Der VFCB<br />

unterstützt mit seinen Mitteln die Berufs- und Weiterbildung der Carrosserieberufe.<br />

Goldpartner<br />

Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />

Zusammen sind wir stark<br />

André Koch AG


Silberpartner<br />

Bronzepartner<br />

GCS Schweiz AG<br />

Zusätzliche Marken<br />

carrosserie suisse und der VFCB danken ihren Mitgliedern und Gönnern für die<br />

wertvolle Unterstützung zum Wohle der zukünftigen <strong>Carrossier</strong>s!


Aktive Branche<br />

SATAjet X 5500 Bionic<br />

SATAjet X 5500 Bionic<br />

Die inneren Werte zählen<br />

SATA-Lackierpistolen begeistern<br />

nicht nur mit ihrem Äusseren,<br />

bei einer Lackierpistole<br />

zählen vor allem die inneren<br />

Werte. Das qualitativ hochwertige<br />

und präzise gefertigte<br />

Innenleben der Lackierpistolen<br />

ist ein entscheidender<br />

Faktor für perfekte Lackierergebnisse.<br />

Die Sonderedition<br />

SATAjet X 5500 Bionic kehrt<br />

ihr Inneres nach aussen und<br />

begeistert mit einem abstrakten<br />

Einblick in ihren Körper.<br />

Dieses Sondermodell wird in<br />

allen verfügbaren Ausführungen<br />

und ausgewählten Düsengrössen<br />

der SATAjet X<br />

5500 in HVLP- und RP-Version<br />

zur Verfügung stehen. Für<br />

beide Technologien gibt es<br />

jeweils I- und O-Düsensätze<br />

und beide Varianten sind sowohl<br />

in der Standard- als<br />

auch in der Digital-Ausführung<br />

erhältlich.<br />

Selbstverständlich ist die<br />

Sonderedition SATAjet X 5500<br />

Bionic voll funktionsfähig und<br />

durch ihre spezielle Oberflächenveredelung<br />

auch für<br />

den täglichen Einsatz in der<br />

Lackierkabine geeignet. Wie<br />

schon die Sondermodelle in<br />

den Jahren zuvor, ist auch diese<br />

Edition limitiert. Erhältlich<br />

ist sie im Aktionszeitraum vom<br />

8.9.–31.10.<strong>2020</strong> beim SATA-<br />

Fachhändler – und nur solange<br />

der Vorrat reicht. ●<br />

Die SATAjet X 5500 Bionic ist nur<br />

für eine begrenzte Zeit erhältlich.<br />

UHS 80<br />

Topmodernes UHS Klarlacksystem<br />

Keine Kompromisse<br />

Weniger Materialverbrauch<br />

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und minimierter<br />

Wartungsaufwand.<br />

26 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Aktive Branche<br />

André Koch AG<br />

André Koch AG<br />

Desinfektionsmittel aus der Spraydose<br />

Der Schutz von Kunden und<br />

Mitarbeitern vor Infektionen<br />

ist in vielen Betrieben derzeit<br />

ein wichtiges Thema. Eine der<br />

wirkungsvollsten Schutzmassnahmen<br />

ist die regelmässige<br />

und sorgfältige Reinigung<br />

aller Oberflächen, die<br />

beispielsweise bei einer Autoreparatur<br />

angefasst oder bearbeitet<br />

werden. Die André<br />

Koch AG hat dazu jetzt eine<br />

sichere Lösung im Angebot:<br />

das Flächendesinfektionsmittel<br />

AXT130 zur prak tischen<br />

Anwendung in der Spraydose.<br />

AXT130 ist nachweislich<br />

wirksam gegen eine Vielzahl<br />

von Mikroorganismen, Viren<br />

und Bakterien. Die Anwendung<br />

ist dank der praktischen<br />

400-ml- Spray dose einfach:<br />

Das Flächen des in fektionsmittel<br />

AXT130 wird aus einer<br />

Entfernung von 15 bis 20 Zentimetern<br />

aufgesprüht, bis sich<br />

auf der Oberfläche ein gleichmässiger<br />

Film gebildet hat.<br />

Nach einer 15-minütigen Einwirkzeit<br />

ist späteres Trockenwischen<br />

oder Spülen mit<br />

Wasser nicht erforderlich.<br />

Nicht nur in Carrosse rien<br />

kann AXT130 für unterschiedlichste<br />

Anwendungen eingesetzt<br />

werden. Es eignet sich<br />

nicht nur für glatte, sondern<br />

auch für offenporige oder<br />

schwer zugängliche Oberflächen<br />

und Objekte mit einer<br />

komplexen Geometrie.<br />

AXT130 ist ausschliesslich für<br />

berufsmässige Verwender<br />

bestimmt.<br />

●<br />

Praktisch: Das Flächendesinfektionsmittel<br />

AXT130<br />

in der Spraydose.<br />

Umweltschutz liegt in unserer Natur.<br />

Wie wichtig es ist, die Natur zu entlasten haben<br />

wir längst verstanden und handeln entsprechend<br />

nachhaltig. Unsere Eco Balance Produkte sind<br />

ressourcenschonend hergestellt und garantieren<br />

Arbeitsablauf, bei höchster Produktqualität.<br />

www.ecobalance.glasurit.com<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>27


Aktive Branche<br />

R-M Autoreparaturlacke<br />

R-M Autoreparaturlacke<br />

Produkte und Zubehör elektronisch bestellen<br />

Einloggen, scannen und bestellen.<br />

So funktioniert die<br />

neue Mobile Order App für<br />

Smartphones und Tablets, die<br />

R-M ihren Schweizer Kunden<br />

seit Anfang Jahr zur Verfügung<br />

stellt.<br />

«Der Bestellprozess ist sehr<br />

simpel. Mit dem Handy oder<br />

Tablet wird mit der App der<br />

Mit der kostenlos bei iTunes und Google Play erhältlichen App «R-M<br />

Mobile Order» können Kunden in der Schweiz neu die Produkte von<br />

R-M per Smartphone oder Tablet bestellen.<br />

Barcode auf den Produkten<br />

gescannt. Das entsprechende<br />

R-M-Produkt erscheint auf<br />

dem Display mit allen notwendigen<br />

Informationen wie Gebindegrösse<br />

und der Mindestbestellmenge.<br />

So lassen sich<br />

per Fingertipp die Produkte<br />

eingeben und schon wenige<br />

Sekunden nach dem Senden-Befehl<br />

ist die Bestellung<br />

bei unserem Schweizer R-M-<br />

Kundendienst angelangt. Gesucht<br />

werden kann aber auch<br />

mit Produktnamen oder -nummer.<br />

Die App-User haben zudem<br />

auch die Möglichkeit, ihre<br />

individuelle Favoritenliste<br />

selbstständig zu erstellen»,<br />

erklärt Sebastian Wyder,<br />

Technischer Leiter bei R-M<br />

Schweiz. Ein weiteres Detail:<br />

Nebst allen Lackprodukten<br />

von R-M können Carrosserien<br />

und Spritzwerke mit der App<br />

zudem auch die Verbrauchsmaterialien<br />

scannen oder erfassen<br />

und direkt bestellen.<br />

Benötigte Produkte müssen<br />

künftig nicht mehr den ganzen<br />

Tag mühsam notiert werden,<br />

denn dank der Warenkorb-<br />

Funktion kann ein Lackierer von<br />

morgens bis abends die benötigten<br />

Produkte im Warenkorb<br />

eingeben und am Abend dann<br />

die Bestellung senden. Die App<br />

kann je nach Benutzerwunsch<br />

in diversen Sprachen eingestellt<br />

werden.<br />

●<br />

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Ein Unternehmen der HESS Gruppe<br />

28 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Kurskonzept<br />

Betriebswirtschaftliche Weiterbildung<br />

Vom Handwerker zum Unternehmer<br />

Sind Sie neu in einer Führungsrolle? Oder planen Sie den Schritt in die Selbständigkeit? Dann vermittelt<br />

der Lehrgang «Vom Handwerker zum Unternehmer» genau die betriebswirtschaftlichen Grundkompetenzen,<br />

die Sie brauchen.<br />

Die Branche wandelt sich, viele kleine und<br />

mittlere Unternehmen stehen vor Führungsveränderungen<br />

oder Übergaben.<br />

Somit kommen auf handwerkliche Fachkräfte<br />

neue Rollen in Führungsaufgaben<br />

und als Unternehmer zu. Gleichzeitig wird<br />

betriebswirtschaftliches Know-how immer<br />

wichtiger, um auch zukünftig erfolgreich<br />

bestehen zu können.<br />

carrosserie suisse unterstützt die Branche<br />

in diesem Prozess und engagiert sich<br />

auch finanziell für ein erstes Förderkonzept<br />

im betriebswirtschaftlichen Bereich.<br />

Die Entwicklung des Lehrgangs «Vom<br />

Handwerker zum Unternehmer» wird daher<br />

aus dem Bildungsfonds mitfinanziert.<br />

Elementare Grundlagen vermitteln<br />

Vom Handwerker zum Unternehmer ist<br />

ein Grundlagenkurs und daher für Einsteiger<br />

entwickelt. Er vermittelt kompakt<br />

die nötigen Grundkompetenzen, die<br />

Unternehmer benötigen, um das Unternehmen<br />

erfolgreich zu führen. Mit dem<br />

Crashkurs erhalten die Teilnehmenden<br />

einen ersten Einblick in die Betriebswirtschaft<br />

und erarbeiten die praktischen<br />

Grundlagen. Sie werden auch<br />

motiviert, anschliessend an diesen<br />

Lehrgang gezielte Weiterbildungsmassnahmen<br />

wie z.B. die im letzten <strong>Carrossier</strong><br />

vorgestellten Performance Plus<br />

Trainingskurse bedarfsgerecht zu planen.<br />

Die Zielgruppen sind ambitionierte<br />

Berufsleute, welche zum Unternehmer<br />

aufgestiegen sind oder denen dieser<br />

Wechsel in nächster Zeit bevorsteht.<br />

Praxisorientiert und kompakt<br />

In zehn Kurstagen wird vermittelt, welches<br />

die verschiedenen Tätigkeiten und<br />

Zusammenhänge im Unternehmen sind<br />

und welche unterschiedlichen Einflussfaktoren<br />

von aussen auf die Unternehmen<br />

einwirken. Der Fokus liegt auf der<br />

Praxis. Die Theorie wird mit anschaulichen<br />

Fallbeispielen vermittelt, um die<br />

Transfersicherung zu gewährleisten.<br />

Dazu wird mit Inhalten aus den eigenen<br />

Betrieben gearbeitet.<br />

Sechs Module<br />

Mit sechs thematisch in sich abgeschlossenen<br />

Modulen wie Finanz-/Rechnungswesen,<br />

Personalmanagement, Organisation<br />

und Prozesse, Kommunikation<br />

Grundlagen, Kommunikation Praxis sowie<br />

Marketing eignen sich die Teilnehmenden<br />

die Grundkompetenzen an, um<br />

einen Betrieb erfolgreich sowie zukunftsweisend<br />

zu führen. Pro Modul werden im<br />

Unterricht zwischen 9 und 18 Lektionen<br />

zur Wissensvermittlung investiert. Total<br />

beinhaltet der Lehrgang 90 Lektionen.<br />

Einzelne Module können in Absprache<br />

auch durch weitere Kurse im betriebswirtschaftlichen<br />

Bereich ersetzt werden.<br />

Die Teilnehmenden erhalten eine Kurstestat.<br />

Kursleiter Roland A. Roth von Roth quality<br />

service ist ein erfahrener Referent,<br />

der gleichzeitig die Branche sehr gut<br />

kennt. Er steht den Teilnehmenden auch<br />

nach dem Trainingsangebot für digitales<br />

Coaching zur Verfügung und unterstützt<br />

so den Praxistransfer. Der Lehrgang<br />

wird im November ausgeschrieben. ●<br />

Isabel Suter<br />

In zehn Schultagen vermittelt der neue Lehrgang, was die verschiedenen Tätigkeiten und<br />

Zusammenhänge im Unternehmen sind.<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>29


Bildung<br />

Kurskonzept<br />

Carrosserie Lipp AG<br />

Ein Votum für die Weiterbildung<br />

Manuel Lipp wurde 2015 an den Berufsweltmeisterschaften in São Paulo Vize-Weltmeister <strong>Carrossier</strong><br />

Spenglerei. Seither hat er sich laufend weitergebildet. Wir befragten ihn zu Motivation und Erfahrung.<br />

Nach seinem Erfolg an den WorldSkills<br />

in Brasilien vor fünf Jahren wollte sich<br />

Manuel Lipp nicht auf seinen Lorbeeren<br />

ausruhen. Der gelernte Carrosseriespengler<br />

absolvierte eine Zusatzlehre<br />

zum Autolackierer und begann, um Zeit<br />

zu sparen, noch im letzten Jahr dieser<br />

Lehre mit der zweijährigen Weiterbildung<br />

zum Carrosseriefachmann. Machbar<br />

schien es ihm auch deshalb, weil die Kurse<br />

jeweils jeden zweiten Samstag stattfanden.<br />

Und der Entscheid erwies sich<br />

als richtig, denn das erste Jahr sei relativ<br />

einfach gewesen, erzählt Lipp: «Es<br />

ging vor allem ums Auffrischen von<br />

Grundlagen, um die ganze Klasse auf<br />

das gleiche Niveau zu bringen. Im zweiten<br />

Jahr ging es dann richtig los mit<br />

neuen Sachen. Der Kurs ist sehr werkstattbezogen<br />

und beinhaltet viel Praxis.<br />

Gerade was Assistenzsysteme, Elektroautos<br />

und neuste Reparaturmethoden<br />

betrifft, ist man anschliessend auf dem<br />

Wissensstand eines Werkstattleiters.»<br />

Zudem – und das sei eigentlich fast das<br />

Wichtigste – profitiere man von einem<br />

neuen Netzwerk mit den anderen Kursteilnehmern,<br />

die sich heutzutage in<br />

Whatsapp-Gruppen bei konkreten technischen<br />

Problemen gegenseitig helfen.<br />

Früh Weichen für<br />

Nachfolgeregelung gestellt<br />

Diesen Sommer beendete Lipp den einjährigen<br />

Lehrgang zum Werkstattkoordinator.<br />

«Da ging es um Rechtliches wie<br />

GAV, das Ausstellen von Arbeitsverträgen<br />

und Arbeitszeugnissen. Mit solchen<br />

Themen wurde ich zuvor selten bis nie<br />

konfrontiert. Wir haben auch explizit das<br />

Zwischenmenschliche angeschaut und<br />

wie man Mitarbeiter zusätzlich motiviert.<br />

Auch da war sehr viel Neues für mich dabei.»<br />

Im Gegensatz zur vorangegangenen<br />

Manuel Lipp, Vize-Weltmeister <strong>Carrossier</strong> Spenglerei 2015: «Beginnt früh mit Weiterbildungen!»<br />

Weiterbildung musste er diesmal jeden<br />

Freitag in Zofingen einrücken, wo er die<br />

Weiterbildung absolvierte. Wofür eigentlich?<br />

«Mein Ziel ist, den Betrieb einmal zu<br />

übernehmen und weiterzuführen. Und da<br />

mein Vater auch noch im Geschäft ist,<br />

kann ich es mir noch erlauben, solche<br />

Weiterbildungen zu machen.» Manuel<br />

Lipp weiss, wovon er spricht, wenn er<br />

empfiehlt: «Macht Weiterbildungen früh!<br />

Sie fördern nämlich auch die persönliche<br />

Entwicklung. Für mich war es cool, weil<br />

ich einiges, das ich im Kurs lernte, sofort<br />

im Betrieb in die Praxis umsetzen konnte,<br />

dafür aber auch die Verantwortung tragen<br />

musste.»<br />

TAB im Betrieb bewährt<br />

Die Carrosserie Lipp AG ist auch TOP-Ausbildungsbetrieb.<br />

«Unseren neuen Lernenden<br />

werden wir so fördern und unterstützen,<br />

wie ich es im TAB kennengelernt<br />

habe. Damit haben wir in der Vergangenheit<br />

beste Erfahrungen gemacht. Alles in<br />

allem wird geschaut, dass die Motivation<br />

hoch ist und dass er am Schluss das Ergebnis<br />

sieht, das er mit seinen eigenen<br />

Händen erarbeitet hat.»<br />

Wo liegt die Herausforderung bei Weiterbildungen?<br />

«Alles unter einen Hut zu<br />

bringen ist manchmal schon streng, vor<br />

allem, wenn jemand noch in einem Verein<br />

ist, ein intensives Hobby ausübt oder eine<br />

Freundin hat. Auch finanziell sind Weiterbildungen<br />

eine Herausforderung, allerdings<br />

mit den Subventionen des Bundes<br />

in einem gesunden Rahmen. So lohnt sich<br />

die Investition definitiv.»<br />

Was aber, wenn gerade in einem Kleinbetrieb<br />

ein wichtiger Mitarbeiter infolge<br />

Weiterbildung regelmässig fehlt? «Es<br />

muss ein Miteinander sein», ist Lipp überzeugt,<br />

«die Weiterbildung also im Interesse<br />

des Vorgesetzten und des Mitarbeiters<br />

sein. Wichtig ist, dass alle mit im Boot<br />

sind, dann findet man Lösungen.» ●<br />

Text und Bild: Henrik Petro<br />

30 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Anmeldungen nehmen wir gerne über unsere Website www.carrosseriesuisse.ch entgegen.<br />

Die Kurse finden Sie stets aktualisiert unter www.carrosseriesuisse.ch > Kursangebote.<br />

Technik<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Beleuchtungstechnik 20.10.20 27.10.20 Hunzenschwil AG<br />

Ausbeulen ohne Lackieren - Abschlussprüfung 16.10.20 05.11.20 Wollerau SZ<br />

Neuzeitliche Materialien und Verbindungstechniken – TPK 819 10.11.20 17.11. 20 Winterthur ZH<br />

Arbeitssicherheit Hochvoltsysteme 04.01.21 14.01.21 – 15.01.21 Reiden LU<br />

Fachbewilligungen<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 27.10.20 03.11.20 Hunzenschwil AG<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Einstiegskurs TOP-Ausbildungsbetrieb <strong>06</strong>.10.20 13.10.20 Zofingen AG<br />

Entdeckendes Lernen 12.10.20 20.10.20 – 25.11.20 Zofingen AG<br />

Dialog im Zentrum 15.10.20 22.10.20 Zofingen AG<br />

Einstiegskurs TOP-Ausbildungsbetrieb 15.10.20 22.10.20 Chur GR<br />

Wie schaffe ich gute Rahmenbedingungen? 20.10.20 27.10.20 Zofingen AG<br />

Entdeckendes Lernen 01.11.20 09.11.20 Chur GR<br />

Ich bin ein attraktiver Ausbildungsbetrieb 03.11.20 10.11.20 Zofingen AG<br />

Integration ins Team 11.11.20 18.11.20 Zofingen AG<br />

Lerndokumentation 11.11.20 18.11.20 Zofingen AG<br />

Einstiegskurs TOP-Ausbildungsbetrieb 12.11.20 19.11.20 Zofingen AG<br />

Dialog im Zentrum 25.11.20 03.12.20 Zofingen AG<br />

Einstiegskurs TOP-Ausbildungsbetrieb 01.12.20 09.12.20 Zofingen AG<br />

BAZ-Kurse (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Auto- und Zweiradgewerbe)<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 14.10.20 Ohringen ZH<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – <strong>06</strong>.11.20 Egerkingen AG<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 11.11.20 Wil SG<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder italienisch – 26.11.20 Giubiasco TI<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 02.12.20 Othmarsingen AG<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder französisch – 02.12.20 Bussigny VD<br />

ERFA F – 16.11.20 Aarburg AG<br />

ERFA G – 16.11.20 Aarburg AG<br />

Das komplette aktuelle BAZ-Kursprogramm finden Sie auf www.safetyweb.ch (Rubrik Kurse).<br />

Branchenspezifische Berufsbildnerkurse<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

BBK-carrosserie suisse <strong>2020</strong>-02 02.10.20 <strong>06</strong>.10.20 – 1 4 . 1 0 . 20 Zofingen AG<br />

BBK-carrosserie suisse <strong>2020</strong>-03 17.11. 20 24.11.20 – 09.12.20 Zürich ZH<br />

Performance PLUS<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Kommunikation und Verhalten 02.10.20 14.10.20 Oensingen SO<br />

Marketing-Grundkurs 02.10.20 15.10.20 Oensingen SO<br />

Online-Marketing 1, Virales Marketing / Neue Medien 15.09.20 27.10.20 Oensingen SO<br />

Kommunikation und Verhalten 07.10.20 18.11.20 Oensingen SO<br />

Online-Marketing 1, Virales Marketing / Neue Medien 21.10.20 02.12.20 Oensingen SO<br />

Kommunikation und Verhalten 03.11.20 15.12.20 Oensingen SO<br />

Marketing-Grundkurs 02.12.20 13.01.21 Oensingen SO<br />

Professioneller Kundendienst 10.12.20 21.01.21 Oensingen SO<br />

Verkauf 1 24.12.20 04.02.21 Oensingen SO<br />

Marketing-Aufbaukurs 31.01.20 11.02.21 Oensingen SO<br />

Online-Marketing II, Virales Marketing / Social Media 07.01.21 18.02.21 Oensingen SO<br />

Personalführung / Leadership 09.01.21 20.02.21 Oensingen SO<br />

Personalmanagement 16.02.21 30.03.21 Oensingen SO<br />

Verkaufsförderung 04.03.21 15.04.21 Oensingen SO<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>31


Bildung<br />

Regionalmeisterschaften<br />

carrosserie suisse Romandie<br />

Die besten Westschweizer<br />

Bienvenue au «Championnat Romand des métiers de la carrosserie Moudon <strong>2020</strong>»! Die Grussbotschaft<br />

in der Romandie richtete sich in diesem Jahr mehrheitlich nur an die Kandidatinnen und Kandidaten. Denn<br />

wie beinahe alle Anlässe in jüngster Vergangenheit, ging auch der diesjährige Wettbewerb der Region 1<br />

von «carrosserie suisse» unter Corona-bedingten schärfsten Auflagen über die Bühne.<br />

Die erfolgreichen Lackierer und Lackiererinnen. Auf dem Podest (v. l.)<br />

Tiffany Ruffini (Bronze), Michèle Korn (Gold) und Ricardo Coimbra<br />

Abrunhosa (Silber).<br />

Die erfolgreichen Spengler. Auf dem Podest (v. l.) Tiago<br />

Luis Peralta (Bronze), Dylan Almeida (Gold) und<br />

Ludovic Schers (Silber).<br />

An den zum fünften Mal ausgetragenen<br />

Regionalmeisterschaften sah man fast<br />

nur Kandidatinnen und Kandidaten aus<br />

den Berufssparten Carrosserielackierer/-in<br />

und Carrosseriespengler/-in – und<br />

kaum noch die sonst üblich mitfiebernden<br />

Familienmitglieder, Lehrmeister, Freunde<br />

und Freundinnen. Das tat dem Wettfieber<br />

und der Leidenschaft aller Beteiligten hingegen<br />

keinen Abbruch. Pünktlich um<br />

07.00 Uhr trafen die jungen Berufsleute<br />

am Samstagmorgen, 5. September, im<br />

«Training Center des carrossiers Vaudois»<br />

in Moudon VD ein. Nach der Besichtigung<br />

und dem Einrichten des Arbeitsplatzes,<br />

einigen Instruktionen und der kurzen Begrüssungsrede<br />

von Kurscenter-Chef<br />

Stéphane Ayer folgte um 08.00 Uhr der<br />

Anpfiff zum Wettbewerb. Und der hatte es<br />

punkto Schwierigkeitsgrad in sich.<br />

Knifflige Aufgaben<br />

Für die fünf Lackierer und zwei Lackiererinnen<br />

bestand die Aufgabe unter anderem<br />

darin, Kotflügel und Stossfänger von<br />

einem Fiat 500 mehrfarbig zu spritzen,<br />

den Lackaufbau herzustellen (zwei- und<br />

dreischichtig) und sich in Spot Repair beziehungsweise<br />

in der Kunststoffreparatur<br />

zu beweisen. Polier- und Abdeckarbeiten<br />

sowie verschiedene Aufgaben mit<br />

Schwerpunkt Lackiertechnik rundeten<br />

das Pensum ab. Ebenfalls sehr tricky gestaltete<br />

sich das siebeneinhalbstündige<br />

und aus drei Modulen bestehende Prüfungsprogramm<br />

der sechs Carrosseriespengler<br />

und der einzigen Carrosseriespenglerin:<br />

Sie mussten unter anderem<br />

ein gesamtes Werkstück (Kotflügel, Federbein,<br />

Längsträger, Kleinteile) von einem<br />

Peugeot 108 zusammenbauen und<br />

montieren. Weitere Aufgaben waren der<br />

Aus- und Einbau von Struktur- und Aussenhautteilen<br />

sowie das Instandsetzen<br />

und Ausbeulen eines linken Kotflügels.<br />

Starke Frauen<br />

Die gestellten Herausforderungen löste<br />

in der Berufssparte Carrosserielackierer/-in<br />

die Waadtländerin Michèle Korn<br />

am besten. Sie holte sich die Goldmedaille<br />

souverän vor Ricardo Coimbra Abrunhosa,<br />

der sich damit wie die Siegerin<br />

ebenfalls direkt für die Schweizer Berufsmeisterschaften<br />

vom 28. und 29. November<br />

<strong>2020</strong> in der Berner Mobilcity qualifizierte.<br />

Auch die Bronzemedaille geht an<br />

eine weibliche Fachkraft: an Tiffany Ruffini<br />

aus dem Wallis.<br />

Michèle Korn zeigte sich nach der Siegerehrung<br />

noch immer überrascht von<br />

ihrem Sieg. «Ich habe im Vorfeld keine<br />

grossen Erwartungen an mich gestellt.<br />

Während des Wettbewerbes habe ich<br />

dann aber festgestellt, dass ich eigentlich<br />

sehr gut unterwegs bin und ein dritter<br />

oder vierter Rang möglich sein könnte»,<br />

fasste sie ihren Arbeitstag kurz<br />

zusammen. Ausschlaggebend für ihren<br />

Sieg waren ihrer Meinung nach das gute<br />

Zeitmanagement und die punktuelle Planung<br />

im Trainingsprogramm seit Anfang<br />

des Jahres – zwei wichtige Komponenten,<br />

die «sie ruhig und konzentriert haben<br />

arbeiten lassen».<br />

Bester Spengler kommt aus Genf<br />

Mit ganz anderen Ambitionen ging der<br />

neue Regionalmeister der Carrosseriespengler,<br />

der Genfer Dylan Almeida, an die<br />

Sache heran: «Ich hatte schon den An-<br />

32 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Regionalmeisterschaften<br />

Das Expertenteam der Carrosseriespengler<br />

(stehend, v. l.): Chefexpertin Diana Schlup,<br />

Eric Alves. Kniend (v. l.): Jonathan Vieira, Roland<br />

Maurer.<br />

spruch und das Ziel, mit einer starken Leistung<br />

einen Platz auf dem Podium zu besetzen»,<br />

sagte er. Und weil er praktisch<br />

keine Fehler machte und ihm überdies<br />

seine Lieblingsdisziplin, das Schweissen,<br />

extrem gut von der Hand ging, war ihm der<br />

Dankt allen fürs Engagement und den<br />

erfolgreichen Tag:<br />

Armin Haymoz, Präsident «carrosserie suisse<br />

Romandie».<br />

Das Expertenteam der Lackierer (stehend, v. l.):<br />

üK-Leiter João Bastos, Pierrick Blanchard,<br />

Aurélie Fawer. Kniend (v. l.): Davis Pfammatter,<br />

Chefexperte Patrick Balmer, Nazario Tozzi.<br />

erste Platz nicht zu nehmen. Dass Dylan<br />

Almeida auch die Schweizer Meisterschaft<br />

sehr ernsthaft in Angriff nehmen wird,<br />

steht für ihn ausser Frage: «Mein Ziel ist<br />

es, in Bern den Meistertitel zu gewinnen.»<br />

Das Ticket für die Schweizer Meisterschaften<br />

holte sich ebenfalls Ludovic<br />

Schers: Der Silbermedaillengewinner verwies<br />

mit seiner hervorragenden Performance<br />

den Walliser Tiago Luis Peralta<br />

knapp auf den dritten Rang. ●<br />

Text und Bilder: Irene Schneider<br />

Kandidaten nach Berufssparten<br />

Carrosserielackierer/-in<br />

Name<br />

Betrieb<br />

Ricardo Coimbra Abrunhosa Carrosserie Berset, FR<br />

Gjergj Haxhiu<br />

Carrosserie Beni, VD<br />

Songe-Romain Bignon Kindowe Carrosserie et peinture V. de Feo, NE<br />

Michèle Korn<br />

Carrosserie Faucherre Sàrl, VD<br />

Tiffany Ruffini<br />

Carrosserie Pro Sky, VS<br />

Matthias Bavaresco<br />

Garage Carrosserie du Nant d’Avril, GE<br />

Nozelos Penso Diego Carrosserie Carcop SA, GE<br />

Carrosseriespengler/-in<br />

Name<br />

Betrieb<br />

Bastien Goncerut<br />

Carrosserie Dan Sàrl, VD<br />

Grégoire Huguenin Bergenat Carrosserie Oes,<br />

Successeur Moreau, NE<br />

Tiago Luis Peralta<br />

Aisa Classics Sàrl, VD<br />

Ludovic Schers<br />

Carrosserie de Villette, VS<br />

Morgane Riva<br />

Garage Carrosserie du Nant d’Avril, GE<br />

Dylan Almeida<br />

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carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>33


Bildung<br />

SwissSkills <strong>2020</strong><br />

Schweizer Berufsmeisterschaften <strong>2020</strong><br />

Das Ersatzformat ist lanciert<br />

Statt auf dem Gelände der Bernexpo küren 700 der besten jungen Berufsleute verteilt über die ganze<br />

Schweiz die nationalen Berufsmeister «SwissSkills Champions <strong>2020</strong>». Mit der Plattform «SwissSkills<br />

Connect» und den Live-Inspirationstagen bietet sich zusätzlich eine völlig neue, innovative Form des<br />

«digitalen Schnupperns» in rund 100 verschiedenen Lehrberufen an.<br />

Berufsmeisterschaften<br />

Das sind die Kandidaten<br />

Nach der letzten Regiomeisterschaft vom<br />

5. September in Moudon sind die Teilnehmenden<br />

der Schweizer Berufsmeisterschaften<br />

nun bekannt. Sie werden in einer<br />

späteren Ausgabe ausführlicher vorgestellt.<br />

Autolackierer<br />

Biedermann Michelle<br />

Kasper Valentina<br />

Korn Michèle<br />

Schärer Lea<br />

Böhm Samantha<br />

Coimbra Abrunhosa<br />

Ricardo<br />

Dos Santos Simoes<br />

Larissa<br />

Lussi Michaela<br />

Guntern Steve<br />

Ruffini Tiffany<br />

Bürgin Alessia<br />

Haxhiu Gjergj<br />

Niederbuchsiten<br />

Zürich<br />

Froideville<br />

Brittnau<br />

Kappel<br />

Bulle<br />

Zwillikon<br />

Malters<br />

Hindelbank<br />

Pont-de-la-Morge<br />

Gelterkinden<br />

Bussigny<br />

Die Schweizer Berufsmeisterschaften aller Branchen finden coronabedingt dieses Jahr praktisch<br />

unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Um dem entgegenzuwirken, hat SwissSkills ein starkes<br />

digitales Ersatzformat geschaffen. (Foto: Irene Schneider)<br />

Trotz erschwerter Rahmenbedingungen<br />

finden bis Ende November in 60 Berufen<br />

verteilt über das ganze Land nationale<br />

Meisterschaften statt. Der Berufsnachwuchs<br />

erhält damit trotz Corona eine<br />

Plattform, um die Leidenschaft für die<br />

Lehrberufe und die berufliche Exzellenz<br />

unter Beweis zu stellen. In rund 40 Berufen<br />

gehören die SwissSkills Championships<br />

zudem zur Selektion für die WorldSkills<br />

2021 in Schanghai. Den Auftakt<br />

der SwissSkills Championships <strong>2020</strong><br />

machten Anfang September die Metallbauer<br />

in Aarberg. Als einer der letzten<br />

Verbände führt carrosserie suisse die<br />

Meisterschaften seiner drei Berufe an<br />

zwei Standorten durch.<br />

Fahrzeugschlosser in Ebikon, Spengler<br />

und Lackierer in Bern<br />

Ausgetragen werden die Wettkämpfe<br />

neu am Samstag, 28. und Sonntag, 29.<br />

November <strong>2020</strong>. Die neun Teilnehmenden<br />

der Fachrichtung Fahrzeugschlosser<br />

messen sich im Ausbildungszentrum von<br />

carrosserie suisse Zentralschweiz in Ebikon.<br />

Die jeweils zwölf Kandidatinnen und<br />

Kandidaten der Carrosserielackierer und<br />

Carrosseriespengler<br />

Almeida Dylan Le Lignon<br />

Bartlome Dominik Schwarzenburg<br />

Weber Michael Obfelden<br />

Abdi Safir<br />

Schaffhausen<br />

Schers Ludovic Orsières<br />

Kreuter Manuel Lanzenhäusern<br />

Tiago Peralta Ecublens<br />

Mezzadri Gian-Luca Richterswil<br />

Miracco Angelo Zunzgen<br />

Rudolf von Rohr Ramon Sommeri<br />

Mestiri Riadh<br />

Hittnau<br />

Da Silva Ribeiro Kevin Urdorf<br />

Fahrzeugschlosser<br />

Maillard Noah Siviriez<br />

Boss Frederik Starrkirch-Wil<br />

Bruni Silvan<br />

Noflen BE<br />

Eicher Leo<br />

Langendorf<br />

Fahrni Cynthia Grosshöchstetten<br />

Friedli Dominik Bannwil<br />

Lancione Luca Bern<br />

Schulthess Marc Busswil<br />

Wirtz Andreas Madiswil<br />

34 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Bildung<br />

SwissSkills <strong>2020</strong><br />

Das SwissSkills-Connect-Profil von Carrosserielackiererin<br />

Petra Grieder<br />

-spengler kämpfen gleichzeitig in der<br />

carrosserie suisse Academy in Bern um<br />

die begehrten Meistertitel.<br />

SwissSkills Connect verbindet Schulklassen<br />

mit Berufs-Champions<br />

Da diese Meisterschaften mit den entsprechenden<br />

Schutzkonzepten grösstenteils<br />

unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden,<br />

hat SwissSkills eine alternative,<br />

digitale Form gesucht, damit sich Jugendliche<br />

auch ohne Publikumsanlass von den<br />

jungen Berufsleuten inspirieren lassen<br />

und die riesige Vielfalt an Schweizer Lehrberufen<br />

entdecken können. Auf der Plattform<br />

«SwissSkills Connect» gewähren<br />

junge Berufs-Champions einen sehr persönlichen<br />

Einblick in ihren jeweiligen Beruf<br />

und ermöglichen damit Schülerinnen und<br />

Schülern das «digitale Schnuppern» in<br />

gegen 100 verschiedenen Berufen.<br />

Erster Höhepunkt des nachhaltig und<br />

langfristig konzipierten Digitalprojekts<br />

waren die Inspirationstage für Schulklassen<br />

vom 15. bis 17. September. In jeweils<br />

15-minütigen Live-Videochat-Sessionen<br />

stellten sich die Berufs-Champions den<br />

Fragen von über 5000 angemeldeten<br />

Schülerinnen und Schülern. In deutscher<br />

und französischer Sprache gaben so 2<strong>06</strong><br />

Berufs-Champions in 278 Live-Videochat-Sessionen<br />

Auskunft.<br />

Sieben Champions aus den Carrosserieberufen<br />

sind bei SwissSkills Connect als<br />

Botschafter für unsere Berufe mit dabei:<br />

››<br />

Petra Grieder, Carrosserielackiererin<br />

››<br />

Sandro Sägesser, Carrosseriespengler<br />

››<br />

Benjamin Hector, <strong>Carrossier</strong>-peintre<br />

››<br />

Safeer Ahmed, <strong>Carrossier</strong>-peintre<br />

››<br />

Morgane Riva, Carrossière-tolière<br />

››<br />

Noah Maillard, Serrurier sur véhicules<br />

››<br />

Mike Blaser, Carrozziere lattoniere<br />

Die moderierten Videochats wurden aufgezeichnet<br />

und stehen zur Verfügung.<br />

Schülerinnen und Schüler können sich<br />

also auch später noch von den Profilen<br />

der Berufs-Champions inspirieren lassen.<br />

SwissSkills Connect im Tessin<br />

Auf Italienisch wird SwissSkills Connect<br />

Ende September aufgeschaltet und am<br />

2. Oktober findet ein Inspirationstag in<br />

italienischer Sprache mit rund 60 italienischsprechenden<br />

Berufs-Champions<br />

statt. Auch die Medienarbeit von carrosserie<br />

suisse wird mit SwissSkills koordiniert<br />

und abgestimmt.<br />

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carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>35


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carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>39


Unter der Lupe<br />

Thema<br />

Maier Carrosserie GmbH<br />

Maier Carrosserie GmbH<br />

Zäng parkiert? De Maier büglets us<br />

Im aargauischen Stilli, gleich unterhalb der Aarebrücke am Fluss gelegen, reparieren und lackieren David<br />

Maier und sein Team Autos, Motorräder, Anhänger, Boote und Oldtimer. Die modern aufgestellte Carrosserie<br />

verdoppelt voraussichtlich auf 2021 ihr Lehrstellenangebot.<br />

Die Fahrzeuge sind Werbeträger und zugleich<br />

Botschafter von carrosserie suisse.<br />

Die Maier Carrosserie GmbH befindet sich in einem ehemaligen Zylinderschleifwerk direkt an der Aare.<br />

Eine Kundin will einen Parkschaden an<br />

ihrem Mittelklassekombi reparieren lassen.<br />

Für die Auftragserfassung nimmt<br />

Inhaber und Geschäftsführer David<br />

Maier das Samsung-Tablet mit zum<br />

Fahrzeug. Mit der «Carrosserie Business<br />

Software» von Informaticon muss er die<br />

Daten nur noch einmal erfassen und<br />

kann sie dann in den gesamten Arbeitsabläufen<br />

nutzen. Mit dem Tablet macht<br />

er auch gleich Fotos, um den Schaden zu<br />

dokumentieren. «Weil ich vorher immer<br />

alles selbst gemacht hatte, war ich der<br />

Flaschenhals. Am Montag kommen alle<br />

Kunden und bringen ihre Fahrzeuge, sodass<br />

ich zum Teil erst am Dienstag dazu<br />

kam, die Aufträge vorzubereiten, was<br />

Zeit kostete. Nun kann jeder bei uns die<br />

Daten erfassen und Fotos machen. Ich<br />

erkläre nur noch die Spezialfälle. Als<br />

positiven Nebeneffekt bekamen wir so<br />

auch ein System für die Zeiterfassung<br />

für den Fall von Kurzarbeit.»<br />

Investitionen trotz Krise durchgezogen<br />

Der Kick-off zur Erneuerung der IT<br />

erfolgte im Februar – kurz vor Corona.<br />

Reger Betrieb: Es ist Dienstag und die Mitarbeitenden haben alle Hände<br />

voll zu tun.<br />

Familienbetrieb (v.l.): Gründer Joseph Maier, Monika Maier und<br />

David Maier.<br />

40 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


Unter der Lupe<br />

Maier Carrosserie GmbH<br />

Aufgerüstet wurde mit einem internen<br />

Server und der erwähnten mobilen Anwendung<br />

für Kundenannahme und<br />

Werkstatt. «Der durchgängige Datenfluss<br />

hat uns das Leben leichter gemacht»,<br />

freut sich David Maier heute.<br />

Dass gleich nach dem Investitionsentscheid<br />

die Krise kam, sei nicht einfach<br />

gewesen. Doch nach Gesprächen mit<br />

seiner Frau Monika, die sich einen Tag<br />

pro Woche um Administration und Buchhaltung<br />

kümmert, war klar, dass die Carrosserie<br />

ihre Investitionen durchziehen<br />

würde. Fast gleichzeitig war nämlich<br />

auch das Richt- und Vermessungssystem<br />

Car-O-Liner installiert worden.<br />

Und selbstredend können Kunden ihre<br />

Rechnung vor Ort mit Twint begleichen.<br />

Monika und David arbeiteten das ganze<br />

Wochenende nach Verkündung der bundesrätlichen<br />

Massnahmen durch, um die<br />

nächsten Schritte zu planen und vorzubereiten.<br />

Laut Monika Maier hat sich das gelohnt:<br />

«Wichtig war, dass man draussen<br />

wusste, dass wir da sind und wir, so lange<br />

es geht, den Betrieb aufrechterhalten.»<br />

«Und nicht nur Maiers sollten von diesem<br />

Effort profitieren, sondern auch das lokale<br />

Gewerbe», erzählt David Maier, der<br />

sich auch im Gewerbeverein engagiert.<br />

«Die Leute hier waren in der Krise sehr<br />

solidarisch, sie wollten helfen, wie wir<br />

auch. So haben wir die geplante Überarbeitung<br />

der Webseite des Gewerbevereins<br />

vorgezogen, sodass die hiesigen<br />

Firmen sichtbarer wurden. Wer sich<br />

sichtbar gemacht hat, auch in anderen<br />

Branchen, ist besser durch die Krise gekommen.<br />

Natürlich war das auch branchenabhängig,<br />

wir zum Beispiel konnten<br />

weiterarbeiten und hatten diesbezüglich<br />

Glück gehabt.»<br />

Maier ist einer, der sich immer Gedanken<br />

macht, was er noch tun könnte, besonders<br />

mittags: «Ich schreibe mir eine Idee<br />

immer sofort auf.» Einer dieser Gedanken<br />

befasste sich mit dem Reinigen der Fahrzeuge.<br />

Er machte sich im Internet schlau<br />

und beschaffte sich schliesslich ein spezielles<br />

Gerät für die Desinfektion der<br />

Fahrzeuginnenräume, wie es vor allem in<br />

der Hotelbranche genutzt wird. «Wir bieten<br />

das dem Kunden optional an.» Maier<br />

hat gute Erfahrungen damit gemacht bezüglich<br />

Beseitigung von Geruchsemissionen,<br />

etwa bei Autos von starken Rauchern<br />

oder von Hundehaltern.<br />

Monika Maier kümmert sich einen Tag die<br />

Woche um die Administration.<br />

«Zäng parkiert? De Maier büglets us.»<br />

Diesen Spruch liest man auf allen Firmenfahrzeugen<br />

und Werbemitteln. «Etwas,<br />

das bleibt», kommentiert Maier und fügt<br />

hinzu: «Manchmal habe ich zu viele Ideen,<br />

da muss man mich etwas bremsen.»<br />

Betrieb optimiert<br />

Die Kundenstruktur fusst gleichermassen<br />

auf Privaten, Garagen und Versicherungen.<br />

«Das hält das Klumpenrisiko<br />

klein», so Maier. «Und weil wir ein grosses<br />

Spektrum an Dingen abdecken, die<br />

lackiert werden können, sind wir in der<br />

Wirtschaft gut abgestützt, was unseren<br />

Kundenstamm breit fächert.»<br />

Der Platz in den Räumlichkeiten ist begrenzt,<br />

ein Wachstum ist nicht mehr<br />

möglich. «Wir haben dieses Jahr die Prozesse<br />

optimiert. Mit der Investition in das<br />

Vermessungssystem mussten wir auch<br />

Platz schaffen. Dafür haben wir mit der<br />

Unterstützung eines Statikers eine Stütze<br />

versetzt. Als Ergebnis haben wir nun<br />

einen Arbeitsplatz mehr.» Doch nicht nur<br />

der Statiker musste antraben, auch der<br />

Schlosser, der Schreiner, der Maler und<br />

der Elektriker erhielten Aufträge. Sogar<br />

der Heizungsmonteur wurde aufgeboten,<br />

um eine Leitung umzuhängen. «Mit<br />

600 m² Werkstattfläche sind wir jetzt<br />

aber an der Kapazitätsgrenze. Wir sind<br />

über die Jahre schön langsam gewachsen<br />

und so viele Mitarbeiter wie jetzt<br />

waren wir noch nie. Wir haben jetzt eine<br />

überschaubare Grösse, sodass ich alle<br />

Arbeiten noch selbst kontrollieren kann.<br />

Dadurch haben wir kaum Rückläufe.<br />

Würden wir noch grösser werden, würde<br />

es schwierig, dann brauchten wir noch<br />

mehr Leute und noch mehr Kontrollen.»<br />

Eine der Spezialitäten des Betriebs ist die<br />

grosse Lackierkabine für Fahrzeuge bis<br />

Die grosse Lackierkabine ist nicht nur für<br />

Transporter geeignet, sondern z.B auch für<br />

schwere Baumaschinen.<br />

Die Digitalisierung ist in Stilli angekommen:<br />

Auftragserfassung mit dem Tablet.<br />

Fast gleichzeitig mit der neuen IT wurde auch<br />

das Richt- und Vermessungssystem Car-O-<br />

Liner installiert.<br />

carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>41


Unter der Lupe<br />

Maier Carrosserie GmbH<br />

Maier lackiert nicht nur Autos, sondern auch<br />

Motorradrahmen und Anbauteile sowie<br />

Anhänger.<br />

Die Meinung der Kunden ist wichtig. Die<br />

Bewertung wird augenblicklich ins Internet<br />

übertragen.<br />

Zum Leistungsangebot gehört auch das<br />

Restaurieren von Oldtimern.<br />

zu 3,5 m Höhe, 9 m Länge und 4,5 m Breite.<br />

«Da hatte mein Vater eine gute Eingebung:<br />

eine ebenerdige, grosse Kabine<br />

mit tragfähigem Boden, sodass man auch<br />

mit schweren Maschinen wie Baumaschinen<br />

etc. hineinfahren kann.»<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb der ersten<br />

Stunde<br />

Die Maier Carrosserie GmbH gehörte zu<br />

den ersten TOP-Ausbildungsbetrieben.<br />

«Man muss heute sicher mehr machen,<br />

um gute Lernende zu finden», ist Maier<br />

überzeugt. «Wir hatten das Glück, dass<br />

wir in der Krise zwei Lernende finden<br />

konnten, die beide nun ihre Ausbildung<br />

begonnen haben. Das hat es in der<br />

47-jährigen Geschichte noch nie gegeben,<br />

sonst war es immer gestaffelt.» Und<br />

für Lehrbeginn 2021 hat Maier bereits<br />

einem Bewerber für die Autolackiererlehre<br />

zugesagt und ein anderer war bereits<br />

dreimal schnuppern als Carrosseriespengler.<br />

«Der will das unbedingt, es<br />

kann also gut sein, dass wir im nächsten<br />

Jahr vier Lernende bei uns haben.» Jeder,<br />

der schnuppern möchte, sei willkommen.<br />

«Das ist manchmal auch sehr<br />

aufwendig, doch dadurch haben wir<br />

auch einen gewissen Rücklauf. Ich finde<br />

wichtig, dass man etwas macht, sich<br />

zeigt und auch die Chancen gibt, aber<br />

auch, dass man praxisbezogene Schnupperwochen<br />

anbietet. Lackierer dürfen<br />

bei uns an GFK-Modellen schleifen,<br />

spachteln, abdecken und lackieren. Man<br />

sieht dann auch, wie kreativ und feinmotorisch<br />

jemand begabt ist.» Monika Maier<br />

ergänzt: «Wir haben momentan ein derart<br />

gutes Team, das merkt man auch als<br />

Aussenstehender, wenn man hier reinschaut.»<br />

David Maier bestätigt: «Wir haben<br />

auch deshalb ein sehr familiäres<br />

Arbeitsklima, weil wir von der Grösse<br />

überschaubar sind und weil alle mit dem<br />

Chef reden können und der Chef mit allen<br />

spricht. Hier wird niemand zur Arbeit<br />

genötigt, ich appelliere an die Eigenverantwortung.»<br />

David Maier präsentiert sich und seine<br />

Berufe an Mittelstufen in benachbarten<br />

Gemeinden. Möglich wird das wieder über<br />

den Gewerbeverein: «Wir schauen, dass<br />

die Schüler überhaupt wissen, dass es<br />

Firmen gibt, die sie suchen. Ich sage ihnen,<br />

dass sie die Zukunft sind, die Fachkräfte<br />

von morgen. Wir suchen euch, macht<br />

euch bemerkbar, nutzt die Plattform des<br />

Gewerbevereins, findet einen Schnupperplatz!<br />

Dann gebe ich Tipps, was sie machen<br />

müssen, wenn sie schnuppern wollen.»<br />

Man müsse den Schülern auch<br />

sagen, dass es auch sie brauche und nicht<br />

nur den Lehrbetrieb.<br />

●<br />

Text und Bilder: Henrik Petro<br />

Maier Carrosserie GmbH<br />

Im Porträt<br />

1973 eröffnet Joseph «Sepp» Maier in<br />

Lauffohr in einem Schopf unter sehr begrenzten<br />

Platzverhältnissen seine eigene<br />

Carrosserie. Schon bald kann er eine Liegenschaft<br />

in Remigen erstehen und das<br />

Geschäft professionell betreiben. 1999<br />

übernimmt Maier in Stilli AG beim sogenannten<br />

Wasserschloss ein ehemaliges<br />

Zylinderschleifwerk, zuerst als Mieter,<br />

später als Besitzer, und baut es zur Carrosserie<br />

aus. 2014 übernimmt sein Sohn David<br />

Maier die Geschäftsleitung, Sepp bleibt<br />

aber dem Betrieb mit seinem Know-how<br />

weiterhin erhalten und kümmert sich heute<br />

um die Rechnungen und springt als Ferienvertretung<br />

ein. «Ich finde es wichtig,<br />

dass man die vorhandenen Ressourcen<br />

auch nutzt, das kommt uns allen zugute»,<br />

so David Maier.<br />

Das Tagesgeschäft von Carrosserie und<br />

Spritzwerk besteht aus Carrosserie-, Parkund<br />

Kollisionsschäden, aber auch aus Industrieaufträgen<br />

wie das Lackieren von<br />

Anhängern und Baumaschinen. Regelmässig<br />

gibt es auch Lackieraufträge für Motorradrahmen<br />

und Verkleidungsteile oder<br />

Oldtimer-Restaurationen in unterschiedlichen<br />

Stufen. Vier Ersatzwagen sorgen für<br />

durchgehende Mobilität der Kunden. Aktuell<br />

zählt das Unternehmen elf Mitarbeitende,<br />

darunter je ein Carrosseriespenglerlehrling<br />

und zwei Autolackiererlehrlinge.<br />

Die Mitarbeiter sind etwa hälftig auf<br />

Spenglerei und Spritzwerk aufgeteilt, wobei<br />

einige auch berufsübergreifend einspringen<br />

können. David Maier hat beide<br />

Berufe erlernt: «Ich helfe immer auch dort,<br />

wo es klemmt. Wichtig ist, dass der Auftrag<br />

fertig wird.»<br />

David Maier, Geschäftsführer in zweiter<br />

Generation<br />

42 carrossier Nr. 6 / Oktober <strong>2020</strong>


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