Context Heft 12 (PDF, 5534 kb) - KV Schweiz

kvschweiz.ch

Context Heft 12 (PDF, 5534 kb) - KV Schweiz

Das Magazin für Bildung und Beruf

Jugendliche

Wie sie in die Zukunft gehen

Petra Jenner

Für neue Arbeitskultur

Stellensuche

Social Media helfen

17. 12. 2012

Heft 12


In der Schweiz verletzen sich jährlich mehr Menschen

bei Stolperunfällen als bei Autounfällen.

In der Schweiz erleiden jährlich rund 295000 Menschen einen Stolper- oder Sturzunfall. Oft mit fatalen

Folgen. Viele dieser Unfälle liessen sich mit wenig Aufwand vermeiden: Beseitigen Sie Stolperfallen und

benutzen Sie auf Treppen den Handlauf. Konzentrieren Sie sich auf den Weg und nicht auf Ihr Handy oder

die Zeitung. Weitere Präventionstipps finden Sie auf www.stolpern.ch.

Ruf Lanz


Editorial

Die kommenden Feiertage und insbesondere

die Tage dazwischen werde ich mit

Büchern, wissenschaftlichen Zeitschriften

und Internet-Recherchen verbringen.

Mein berufsbegleitendes Studium neigt

sich langsam aber sicher seinem Ende zu

und die Masterarbeit steht an. Ziel der Arbeit

ist es, die gewonnenen Erkenntnisse

praxisorientiert und nahe an einem

Thema des Betriebes zu schreiben und

damit einen persönlichen Gewinn sowie

auch einen Gewinn für den Arbeitgeber

zu ermöglichen.

Weiterbildung lohnt sich – für denjenigen,

welcher die Ausbildung absolviert

und insbesondere auch für die Arbeitgeber,

welche von gut ausgebildeten und

motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

profitieren. Beispielhaft zeigt sich

dies am wirtschaftlichen Erfolg der

Diplomarbeit von Elmi Osman, verfasst

am Schweizerischen Institut für Betriebsökonomie

(SIB), Zürich. Lesen Sie dazu

auf Seite 30.

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt,

wer eigentlich die Prüfungen für die

Lehrabschlussprüfungen schreibt? Ein

spannender und eindrücklicher Prozess.

Sie erfahren darüber mehr auf Seite 10.

Ich wünsche Ihnen besinnliche und

erholsame Festtage und einen guten Jahresabschluss.

Für das Jahr 2013 wünsche

ich Ihnen Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit.

Wir werden auch im nächsten

Jahr alles daran setzen, Sie in Ihrer beruflichen

Laufbahn zu unterstützen.

Peter Kyburz – Generalsekretär des KV Schweiz

peter.kyburz@kvschweiz.ch

context 12 – 2012

Inhalt

5 Büro International Bukarest, Rumänien

6 Unbürokratisch

7 Leserbriefe, Buchtipp, KV in den Medien, Webrating

8 Kurz Integration/Lohnrunde/Sozialbericht

9 Kolumne Von Daniel Jositsch

10 Autorentagung

Wie Lehrabschlussprüfungen entstehen

12 Stellensuche Wie man Social Media nutzt

14 Monatsinterview Petra Jenner über menschliche Arbeitskultur

17 Weihnachtssammlung

18

Dossier Jugend

Wie Jugendliche in die Zukunft blicken

20 Patricia Häcki

21 Tiziano Di Paola

22 Thierry Haldemann

23 Adelina Velija

24 Was sich mit der Lehre ändert

26 Bündig Buchtipp/Schreibtisch

28 Arbeitskleider Hohe Qualitätsansprüche

30 Diplomarbeit

Wie sie auch dem Unternehmen nützt

34 Laufbahn Marc Jansen, vom KV zum CEO

38 Ratgeber Büroalltag/Recht/Bildung/Jugend

40 KV-Aktuell/Sektionen Veranstaltungen und Informationen

44 Impressum

45 Rätsel Reka-Checks zu gewinnen

46 Cartoon Von Ruedi Widmer

Titelbild: Michele Limina fotografierte Jugendliche in Schaffhausen.


eiseCenter

Pluspunkte

Alle Kabinen auf dem Mittel- und Oberdeck mit französischem

Balkon.

1. Tag: Anreise nach Passau

Einschiffung und Fahrt in Richtung Melk durch die

Schlögener Schlinge.

2. Tag: Melk – Esztergom

Besuch des Stifts von Melk ( * ), umgeben von der schönen

Kulturlandschaft. Am Nachmittag lassen Sie die

schöne Wachau auf sich wirken.

3. Tag: Esztergom – Budapest

Ausfl ug nach Esztergom mit Besuch der bekannten

Basilika ( * ), welche das weltweit grösste auf Leinen

gemalte Altarbild zeigt. Weiterfahrt nach Budapest.

4. Tag: Budapest

Auf einer Stadtrundfahrt ( * ) lernen Sie die interessante

Hauptstadt Ungarns kennen. Am Nachmittag steht ein

Ausfl ug in die Puszta ( * ) mit Reitervorführungen und

einem feinen Imbiss auf dem Programm.

5. Tag: Bratislava – Wien

Entdecken Sie die Stadt auf einer Stadtführung ( * ) und

lernen Sie die beeindruckenden Bauten und die interessante

Geschichte kennen. Am Nachmittag Fahrt durch

die Auen nach Wien.

6. Tag: Wien

Wien stellt sich vor – erfahren Sie mehr über die

charmante Hauptstadt, Ihre lokale Führung zeigt Ihnen

die Höhepunkte ( * ). Am Nachmittag haben Sie Zeit, um

die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. Die Orangerie

von Schloss Schönbrunn erwartet Sie am Abend zu einem

Konzert mit vielen bekannten Melodien, begleitet

von Tänzern (nur im Voraus buchbar).

7. Tag: Dürnstein – Passau

Die «Perle» der Wachau im Marillen- und Weinland

wartet auf Sie. Bummel durchs Städtchen und Wein-

Charme der Donau

MS Amadeus Elegant ****+

: Passau – Budapest – Passau

Modernste Schiffe, grosse

Kabinen mit franz. Balkon!

degustation ( * ). Lassen Sie Ihre Flussfahrt durch die

Wachau gemütlich auf dem Sonnendeck ausklingen.

8. Tag: Passau, Rückfahrt

Nach dem Frühstück Ausschiffen und Rückreise.

(*) Im Ausfl ugspaket enthalten, vorab buchbar.

Ihr Flussschiff

Die Amadeus Elegant bietet Komfort der ganz besonderen

Art mit exklusiv gestalteten Aufenthaltsräumen,

erstklassiger Gastronomie mit einem top Service,

Panoramabar, Massageraum, Coiffeur, Fitnessraum,

Clublounge mit Internetcafé, Bordshop, Lift u.v.m. Alle

Kabinen sind luxuriös eingerichtet. Die Mittel- und

Oberdeckkabinen sind 15 m 2 gross, die Suiten 22 m 2 und

verfügen über einen franz. Balkon. Alle Kabinen sind

ausgestattet mit trennbarem Doppelbett, Dusche/WC

(Suiten mit Bad/WC), individuell regulierbarer Klimaanlage,

Minibar, Safe, Fön, TV. Im eleganten Restaurant

werden Sie verwöhnt mit feinen Köstlichkeiten,

Herzlichkeit und gutem Service. Zusatzleistungen mit

dem Premium-Paket: An- und Rückreise im Deluxe-Bus

(2 + 1 Bestuhlung), freier Zugang zum Bellevue-Restaurant

(limitierte Platzzahl).

BEATRIX

Reisedaten 2013

19.05. – 26.05.13 16.06. – 23.06.13

04.08. – 11.08.13 18.08. – 25.08.13

25.08. – 01.09.13

05.10. – 12.10.13

01.09. – 08.09.13

Preise pro Person (2-Bett-Kabinen) in CHF

Kabinentyp Katalogpreis Schnellbucher

Hauptdeck hinten 15 m2 1940.– 1550.–

Hauptdeck 15 m2 2115.– 1690.–

Hauptdeck Einzelkabine 10 m2 2425.– 1940.–

Mitteldeck hint. frz. Balk. 15 m2 2275.– 1820.–

Mitteldeck, frz. Balk. 15 m2 2490.– 1990.–

Oberdeck hint. frz. Balk. 15 m2 2695.– 2160.–

Oberdeck frz. Balk. 15 m2 2740.– 2190.–

Oberdeck Suite hint. frz. Balk. 22 m2 3045.– 2420.–

Oberdeck Suite frz. Balk. 22 m2 Unsere Leistungen

3115.– 2490.–

• An-/Rückreise, Landausfl üge im EUROBUS Comfort-Bus

• 7 Übernachtungen in der gebuchten Kabine

• Vollpension an Bord (Kaffee/Tee zu den Mahlzeiten)

• Frühaufsteher-Frühstück (Kaffee/Tee, Säfte, Gipfeli)

• Kaltes/warmes Frühstücksbuffet inkl. Getränke, Sekt

• Kaffee & Kuchen am Nachmittag, Mitternachtssnack

• Kapitänsdinner

• Kofferservice ab/bis Anleger

• Ein-/Ausschiffungs- und Hafengebühren

Zuschläge in CHF

Ausfl ugspaket mit 7 Ausfl ügen ( * ) 270.–

Schlosskonzert Schönbrunn Kat. B 70.–

Premium-Paket 295.–

Getränkepauschale Mineral 39.–

Getränkepauschale Soft Drinks 79.–

Getränkepauschale Klassisch 119.–

2-Bett-Kabine zur Alleinbenützung

Annullations- und Reisezwischenfall-

500.– bis 1000.–

versicherung

Auftragspauschale

60.–

Fr. 30.– pro Person. Max. Fr. 60.– pro Dossier.

Einsteigeorte

Basel, Bern, Luzern, Olten, Ruswil �, Sursee, St. Gallen,

Windisch �, Winterthur, Zürich �

Veranstalter: Rivage Flussreisen

8 Tage ab

Fr. 1550.–

pro Person

in 2-Bett-Kabine

Direkte Buchung ✆ 0848 735 735 oder www.digareisen.ch


Büro international

Bukarest, Rumänien Steckbrief Person

Mimi enache arbeitet als Betriebswirtin bei

der «allgemeinen Deutschen Zeitung für

rumänien» – der einzigen deutschsprachigen

tageszeitung in osteuropa.

Text und Fotos Annett Müller

Hatten Sie als Kind einen Traumberuf?

Ich wollte Englischlehrerin werden.

Doch statt der Fremdsprachen habe ich

mich den Zahlen gewidmet. Das war

pragmatischer.

Welche Berufe übten Ihre Eltern aus?

Meine Mutter war Chemie-Laborantin,

mein Vater Technologe.

Was arbeiten Sie?

Ich bin gelernte Buchhalterin und

habe dann ein Studium zur Betriebswirtin

absolviert. Seit 18 Jahren arbeite ich für

die Redaktion. Ich bin neben der Buchhaltung

auch für Gehälter und Personalfragen

zuständig. Deutsch muss ich nicht

können, da die Redakteure auch Rumänisch

sprechen und ich hauptsächlich mit

den staatlichen Behörden kommuniziere.

Was für Dienstleistungen bietet Ihre

Firma an?

Die Redaktion bringt von Dienstag bis

Samstag die einzige deutschsprachige

Tageszeitung in Osteuropa heraus. Wir

vertreiben die Zeitung per Post, das ist

sicherer als der Pressevertrieb. Manchmal

kommt die Zeitung aber erst tags darauf

beim Kunden an. Leider ist nach der

Wende ein Grossteil der Deutschen ausgewandert,

so dass die Redaktion kleiner

und die Zeitung dünner geworden ist.

Welche Qualitäten sind in Ihrem Beruf

gefragt?

Die Gesetzgebung in unserem Land

ändert sich monatlich, also muss ich immer

up to date bleiben. Zudem ist Korrektheit

gefragt. Auch wenn es nicht mein

Traumberuf ist, ich betreibe ihn mit Passion.

Deshalb stresst er mich auch nicht.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

Dass ich ständig informiert bleiben

context 12 – 2012

und viel lesen muss. Seit zwanzig Jahren

befindet sich unsere Gesellschaft im

Übergang. Das kann auch kontraproduktiv

sein. Denn bei jedem Politikwechsel

im Land werden die Spielregeln neu erfunden.

Wie viele Stunden pro Woche

arbeiten Sie?

40 Stunden die Woche, von 7 bis 15 Uhr.

Wie oft machen Sie Ferien?

25 Tage im Jahr.

Wie viel verdienen Sie pro Jahr?

Rund 24 000 RON im Jahr (umgerechnet

rund 6430 Franken).

Können Sie Geld auf die Seite legen?

Ich kann mir das Geld für einen Urlaub

zurücklegen, aber weder mein Mann

noch ich haben Spareinlagen. Dazu reicht

es einfach nicht, weil wir auch unsere

Tochter versorgen müssen.

Haben Sie eine Altersvorsorge?

Ich werde einmal eine staatliche

Rente erhalten. Laut Gesetz muss ich

noch rund 19 Jahre arbeiten, bis ich 64

Jahre alt bin. Wie hoch die Rente dann

sein wird, weiss ich nicht. Eine private

Rentenversicherung habe ich nicht abgeschlossen.

Ich bin da skeptisch, ob die

nicht pleite geht. Hier ist alles möglich.

Würden Sie gerne mehr verdienen oder

sind Sie zufrieden?

Ich setze auf Sicherheit, die Jugend

von heute ist da anders. Die sind ständig

auf der Suche nach einem höheren Gehalt

und verlassen ihren Job von einem Tag

auf den anderen.

Was soll aus Ihrer Tochter einmal

werden?

Meine Tochter ist jetzt 13. Sie will Psychologin

werden. Aber wer weiss, ob sie

damit wirklich Geld verdienen kann.

Vielleicht wird sie aber auch mal auswandern.

Wir machen in Rumänien keine Zukunftspläne,

wir leben in den Tag hinein

– auch weil sich ständig alles von heute auf

morgen ändert.

name Mimi Enache

alter 45

Zivilstand verheiratet

Wohnform lebt mit Mann und

Tochter in einer Eigentumswohnung

in einem Neubaublock

Wohnort Ilfov bei Bukarest

Steckbrief rumänien

Bukarest ist die Hauptstadt und

mit über 1,6 Millionen Einwohnern

die grösste Stadt des Landes

einwohner rund 19 Millionen

arbeitslosenquote rund 7 Prozent;

die Arbeitslosenstatistik in Rumänien

führt allerdings keine Langzeitarbeitslosen

auf

Durchschnittseinkommen ca. 6600

Franken brutto pro Jahr

Gewerkschaftlicher organisationsgrad

rund 30 Prozent

Wichtigste exportartikel Kabelsätze,

Fahrzeuge (Dacia oder Fahrzeugteile),

Erdöl, Schiffe

5


6

Unbürokratisch

Floristin Vanessa Schlatter nimmt bei Blumen Bassetti in Zürich eine Kundenbestellung auf. Foto: Atelier MFM/Ex-Press

context 12 – 2012


Leserbriefe

context 11 – 2012

Diversity Management

Wenn der Begriff wirklich so umgesetzt

wird, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer

gleich viel profitieren, ist das eine

gute Sache. Leider werden solche Begriffe

meistens in einem anderen Sinn

umgesetzt respektive ausgeübt.

Margrit Bösch, Fehraltorf

context 10 – 2012

Webrating arbeitszeit

An meinem Standort wurde dieses Jahr

eingeführt, dass jeder Mitarbeiter seine

Zeitkontrolle sogar selber im System anpassen

kann. Das heisst, theoretisch

kann ich eintragen, was mir beliebt. Es

werden nur Stichproben gemacht.

Ausserdem haben wir freie Arbeitszeiten

nach dem Motto: Stundenanzahl

muss stimmen und die Arbeit muss erledigt

sein. Dies gilt natürlich nur dort, wo

es der Arbeitsplatz zulässt, also nicht an

der Telefonzentrale oder bei ständigem

Kundenkontakt.

Ich bin fürs Stempeln, auch bei Rauchpausen

– obwohl wir nicht einmal das

müssen.

Wer stempelt bleibt am Ende der Firma

nichts schuldig – und die Firma ihm auch

nicht, und das ist ein gutes Gefühl.

Mein Kollege wurde vor zwei Jahren

ins Kader befördert. Er hatte mit ca. 180

Stunden fast am meisten Überstunden.

Ich musste lachen, als ich das gehört habe.

Als Kader «darf» er nicht mehr stempeln.

L.R.*

*Name der Redaktion bekannt

Context freut sich über Ihren Leserbrief!

Bitte mit Vor-/Nachnamen sowie Wohnort an:

context@kvschweiz.ch, oder an

KV Schweiz, Context, Postfach, 8027 Zürich

WEbrating

Wem bringt Diversity Management etwas ?

Dem Unternehmen: 20 %

Beiden: 52 %

Niemandem : 22 %

Den Angestellten: 6 %

context 12 – 2012

buchtipp

Kritischer Blick

rudolf Strahm hat seine Kolumnen zu Wirtschaft

und Politik in einem Sammelband

veröffentlicht.

Wenige Autoren sind in der Lage, komplexe

wirtschaftliche Sachverhalte so klar

und verständlich darzulegen wie der Ökonom

und Autor Rudolf Strahm. In seinen

Büchern und Kolumnen analysiert er

messerscharf Wirtschaft, Gesellschaft

und Politik in der Schweiz. Er zeigt auf,

was mit wem zusammenhängt und welche

Interessen sich wo manifestieren. Er

blickt dahin, wo andere die Augen verschliessen.

Er setzt sich ein für eine gerechte

Wirtschaft und Gesellschaft und

macht sich stark für die Berufsbildung.

Nun sind seine gesammelten Kolumnen

in einem Band erschienen. Er hat die

Texte im Tages-Anzeiger, im Bund und in

anderen Publikationen veröffentlicht.

Strahm schreibt über Finanzmarkt und

Finanzkrise, über Bankenregulierung,

Bankgeheimnis, Abzocker und Täuschungskultur.

Er denkt in seinen Texten

nach über Pensionskassen, Nationalbank

und Geldpolitik, wirft einen kritischen

Blick auf Sonntagsliberale, Wettbewerb,

Hochpreisinsel und Swissness. Oder er

kommentiert engagiert die Bildungspolitik

unseres Landes. Migration, Personenfreizügigkeit

sind ebenso Themen wie Schweizer

Wirtschaftsgeschichte und die Globalisierung.

pd

Jetzt abstimmen:

www.kvschweiz.ch

Welche Erfahrungen haben

Sie mit der Jobsuche in

sozialen Medien gemacht?

> Gute

> Schlechte

> Keine

Rudolf H. Strahm:

Kritik aus Liebe zur

Schweiz. Kolumnen

und Analysen zu Politik

und Wirtschaft.

Zytglogge-Verlag 2012.

ca. CHF 37.90

KV in DEn MEDiEn

Am 19. November haben die Verhandlungen

zum neuen Gesamtarbeitsvertrag

(GAV) der Maschinen-, Elektro-

und Metallindustrie (Mem) begonnen.

[…] Die rund 60 Mitglieder der

Verhandlungsdelegationen des Arbeitgeberverbandes

Swissmem, der

Gewerkschaften Unia und Syna sowie

des Kaufmännischen Verbandes, der

Schweizer Kaderorganisation und der

Angestellten Schweiz treffen sich

nächstes Jahr am 1. Februar zur zweiten

Verhandlungsrunde.

30.11.2012

Die Kaufmännische Berufsschule im

Sarganserland hat eine über 80-jährige

Tradition. Der «Schulzuweisungsbeschluss

2013 ff.» will dieser Tradition

ein jähes Ende bereiten. Das

wollen sich 16 081 Petitionsunterzeich-nende

aber nicht gefallen

lassen. Das Unheil begann am 2. Mai

dieses Jahres, als der Wegzug aus

Walenstadt angekündigt worden war.

In der Annahme, dass das KV am

Standort Sargans weitergeführt wird,

schluckte das Sarganserland diese

Kröte. 28.11.2012

Vor allem Leute, die im Büro arbeiten,

lassen sich frühzeitig pensionieren.

Für Ingo Boltshauser, Leiter Kommunikation

des KV Schweiz, ist das

keine Überraschung: «Sehr oft versäumen

es Firmen, Mitarbeitende ab

45 in Weiterbildungen zu schicken.»

27.11.2012

Wer das hiesige Berufsbildungssystem

nicht kennt, stellt lieber jemanden

ein, der einen international bekannten

Titel vorweist. «Uns wird von

Absolventen immer wieder zugetragen»,

sagt etwa Gabriel Fischer vom

Kaufmännischen Verband, «dass der

Wert ihres Abschlusses nicht richtig

eingeschätzt wird.»

23.11.2012

7


8

Kurz

Integration gefördert

In der Region Basel wurden innert dreier Jahre 101 Stellen für Menschen mit einer Behinderung

geschaffen. Dafür haben sich 228 Unternehmen und Organisationen vernetzt. Von Andrea Mašek

Wirtschaft, Politik, öffentliche Hand

und Behindertenorganisationen

aus den beiden Basler Kantonen bauen

seit knapp drei Jahren ein Netzwerk auf,

das den chancengerechten Zugang und

die nachhaltige Integration von Menschen

mit Behinderung zum respektive in

den ersten Arbeitsmarkt anstrebt. Dafür

unterzeichneten sie im März 2009 «die

Charta – Arbeit für Menschen mit Behinderung».

Das politisch unabhängige Projekt

hat zum Ziel, bis Ende 2012 hundert

Stellen – Arbeits- oder Ausbildungsplätze –

durch Menschen mit einer Behinderung

zu besetzen.

Dieses Ziel ist nun bereits übertroffen.

Am 3. Dezember, am Internationalen Tag

der Menschen mit Behinderung, konnten

die 228 Charta-Unterzeichner die Besetzung

von 101 Stellen verkünden und feiern.

Auf nationaler Ebene gibt es kein vergleichbar

erfolgreiches Projekt. Die

Charta und mit ihr die Organisation Impulse

Basel spielt deshalb eine Vorreiterinnenrolle:

Als erste in der Schweiz hat

sie auf die konsequente Medialisierung

des Themas «Inklusion von Menschen mit

Behinderung im ersten Arbeitsmarkt» gesetzt

und Wirtschaft, Medien, Behörden,

Direktbetroffene und Sozialpartner für

das gleiche Ziel vereint sowie Beziehungs-

und Überzeugungsarbeit direkt und persönlich

in Unternehmen geleistet.

context 12 – 2012

Alle sind gefordert

Letztere haben sich mit der Unterzeichnung

der Charta verpflichtet, den Grundsatz

der Chancengleichheit und der

Nicht-Diskriminierung von Menschen

mit einer Behinderung in allen Bereichen

des Arbeitslebens zu achten und aktiv anzuwenden,

namentlich bei Stellenausschreibungen,

Anstellungen und Beför-

«Wir stellen Personen nicht aufgrund ihrer Einschränkungen

ein, sondern wegen ihrer Stärken.» Urs Steiner, EBL-Geschäftsleiter

derungen. Sie sollen gleichzeitig auch

die Anliegen und Ansprüche der Charta

intern und extern bekannt machen.

«Dies im Wissen, dass alle gesellschaftlichen

Kräfte gefordert sind, sich

für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung

zu engagieren», heisst es in der

Charta. Dort wird auch darauf hingewiesen,

dass die Zusammenarbeit zwischen

Menschen mit und ohne Behinderung die

Kommunikation und die Sozialkompetenz

fördern könne. Die Charta erinnert

zudem daran, dass Bund, Kantone, Wirtschaftsverbände

und Stimmvolk sich

zum Ziel der 5. IV-Revision bekannt haben.

Dies bedeutet: Arbeitsplätze für

Menschen mit einer Behinderung zu

schaffen und zu erhalten.

Wer sich an die Charta hält, komme

der sozialen Verantwortung nach, wird

betont. Wenn Menschen mit einer Behinderung

auf diese Weise in den ersten Arbeitsmarkt

integriert werden, mache dies

eine Quotenregelung unnötig. Zugleich

gingen die beteiligten Unternehmen mit

gutem Vorbild bezüglich Durchsetzung

von Chancengleichheit voran. So würden

Schwellenängste und Barrieren abgebaut.

Weitere Projekte

Die Unterzeichner sehen dies bestätigt.

«Was zählt, ist der Mensch. Denn wir haben

die Erfahrung gemacht, dass Personen

mit Beeinträchtigungen unser Team

genauso bereichern wie Personen ohne»,

sagt zum Beispiel Herbert Matthys, CEO

der Chemgineering Gruppe. Urs Steiner,

Geschäftsleiter Elektra Baselland EBL,

meint: «Ein Mensch mit einem Handicap

ist eine Persönlichkeit, welche Fähigkeiten

und Talente besitzt. Wir stellen Personen

nicht aufgrund ihrer Einschränkungen

ein, sondern aufgrund ihrer Stärken.»

Gegründet wurde im Sommer zudem

das sogenannte Charta-Board. Dort stellen

sich Bewerber mit einer Behinderung

online vor, die auf Jobsuche sind. Im Oktober

waren dies Schreiner, Maler, Kauffrauen

und Pflegeassistentinnen. Bereits

hat dies zu neuen Stellen geführt. Zusätzlich

lancierten die Charta-Betreuer die

Lehrstellenaktion Jobbooster. Daraus

resultierten zwei Lehrstellen für Jugendliche

mit einer Behinderung. Der Jobbooster

für 2013 ist im Netz bereits aufgegleist.

Neu ist das schweizweit einzigartige

Programm «Mentoring für Menschen mit

Behinderung».

Für Details: http://diecharta.ch

› Rechnungswesen,

Treuhand, Vermögen

Zum Beispiel: hkvaarau.ch/rw-treuhand


löhne

Bescheidene

Lohnerhöhungen

Diesen Herbst sind ähnlich wie im Vorjahr

nur moderate lohnanpassungen und teilweise

sogar nullrunden zu verzeichnen.

Die gegenwärtige negative Teuerung sowie

die ungünstigen Konjunkturaussichten

wirken sich dämpfend auf die Lohnabschlüsse

aus. «Immerhin stellen wir

aber fest, dass in Branchen mit tieferen

Löhnen die Bereitschaft für Verbesserungen

da war», bilanziert Benedikt

Gschwind, Bereichsleiter GAV beim KV

Schweiz. So gab es bei den Detailhändlern

Migros und Coop Lohnerhöhungen

bis zu 1,1%; bei Coop wurden auch die

Mindestlöhne bei den untersten Kategorien

(Ungelernte und zweijährige Berufslehre)

um je 100 Franken erhöht. «Angesichts

der Umsatzverluste durch den

Einkaufstourismus ins grenznahe Ausland

und des anhaltenden Preiskampfes

ist dieses Resultat bemerkenswert», sagt

Gschwind.

Auch im GAV mit Holzbau Schweiz

wurden die Mindestlöhne für Kaufleute

angehoben. Bei der Erhaltung der Kaufkraft

für diejenigen Beschäftigten, die oh­

context 12 – 2012

nehin sehr knapp kalkulieren müssen,

hätten die Arbeitgeber Einsicht gezeigt.

Bei den beiden Grossbanken liegen

die mit der internen Arbeitnehmervertretung

vereinbarten Erhöhungen der Lohnsumme

um 0,7% bei der UBS respektive

0,5% bei der Credit Suisse. Da diese Anpassungen

ausschliesslich individuell

und leistungsbezogen gewährt werden,

dürften angesichts des bescheidenen Prozentsatzes

viele Beschäftigte leer ausgehen,

vermutet Gschwind.

Auch in den Firmenverträgen im Luftverkehr,

an denen der KV Schweiz beteiligt

ist, sind die Arbeitgeber diesen Herbst

zurückhaltend. Bis heute wurde beim

Frachtlogistiker Cargologic eine Erhöhung

von 1% vereinbart, bei anderen Betrieben

gab es Nullrunden oder die Ergebnisse

stehen noch aus. Immerhin

profitieren laut Gschwind viele Angestellte

im Luftverkehr von den in verschiedenen

Gesamtarbeitsverträgen verankerten

Alters­ und Erfahrungsschritten,

welche auch bei einer gescheiterten

Lohnverhandlung gewährt werden. tj

Sozialbericht

Berufseinstieg ist schwierig

Junge Schweizerinnen und Schweizer

fühlen sich stärker diskriminiert als die

älteren Generationen. Dies enthüllt der

Sozialbericht 2012.

Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung

über 60 Jahre wurde mindestens

einmal wegen ihres Alters ungerecht behandelt

oder benachteiligt. Das zeigt der

Sozialbericht 2012, der vom Schweizer

Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften

FORS mit der Unterstützung des

Schweizerischen Nationalfonds herausgegeben

wird. Bei den unter 30­Jährigen

gibt knapp die Hälfte an, bereits Altersdiskriminierung

erfahren zu haben – vor

allem im Beruf: Sie haben das Gefühl, ihnen

würden aufgrund ihres Alters Stellen

verwehrt. Sie sagen weiter, sie müssten

berufliche Nachteile in Kauf nehmen oder

hätten weniger Aus­ und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Sowohl Berufseinstieg wie ­ausstieg

sind schwierig. Jungen Männern und vor

allem Frauen bis 30 werden vielfach nur

befristete Arbeitsverträge angeboten. Die

Zeit unmittelbar vor der Pensionierung

hingegen ist vermehrt geprägt von Arbeit

auf Abruf. Zudem sind 20 Prozent der

Männer und an die 60 Prozent der Frauen

zwischen 55 und 64 Jahren Teilzeit angestellt.

Die Sozialausgaben – auch sie wurden

für den Bericht erforscht – deuten auf

auf eine Diskriminierung der jüngeren

Generation hin: 45 Prozent der Sozialausgaben

des Staates werden für die Älteren

geleistet, das ist europaweit Rekord. Bei

den Sozialausgaben zu Gunsten der Jungen

wie Kinderzulagen gibt sich die

Schweiz dagegen mit 5 Prozent klar zurückhaltender

als Länder wie Deutschland

oder Schweden.

Mit dem Sozialbericht werden systematisch

die aktuelle gesellschaftliche

Situation und die wichtigsten sozialen

Veränderungen in der Schweiz dokumentiert.

Er erscheint alle vier Jahre. Die Ausgabe

2012 legt den Fokus auf die Generationen:

wie sich Altersgruppen verändern,

wie junge und alte Menschen leben und

welche Beziehung zwischen den Generationen

besteht. pd

Kolumne

Abzocker: Ja zum

Gegenvorschlag

Von Daniel Jositsch

In den vergangenen Jahren mussten wir

immer wieder von horrenden Honoraren

Kenntnis nehmen, die sich Topmanager

gegenseitig zuschanzten, wir mussten

erfahren, dass goldene Fallschirme den

Abgang, goldene Handshakes den Eintritt

und Boni den Jahresabschluss versüssten.

Solche Exzesse konnten entstehen, weil

die Kontroll­ und Eingriffsmechanismen

in Publikumsgesellschaften fehlen.

Kleinaktionäre können sich kaum durchsetzen

und der Verwaltungsrat verfügt

beispielsweise mit den Depotstimmen

über ein gewaltiges Stimmenpotenzial.

Das gilt es zu ändern.

Die Abzockerinitiative hat bewirkt, dass

die Diskussion im Parlament geführt

worden ist. Schliesslich wurde ein Gegenvorschlag

angenommen, der die wesentlichen

Elemente der Initiative aufnimmt,

ihre Mängel aber vermeidet. Mit

dem Gegenvorschlag wird ein Instrument

geschaffen, das ermöglicht, dass

Exzesse, wie wir sie bisher erleben mussten,

in Zukunft in weitgehendem Mass

verhindert werden können.

Der Zentralvorstand des KV Schweiz hat

deshalb die Entscheidung gefasst, den

Gegenvorschlag zu unterstützen. Er sagt

also ja zum Kampf gegen die Abzockerei,

aber nein zur Initiative, weil der Gegenvorschlag

das Ziel der Initiative mit einem

besseren Weg erreicht.

Ein Nein zur Initiative ist übrigens auch

keine Niederlage für diese. Die Initiative

hat einen griffigen Gegenvorschlag massgeblich

ermöglicht. Auch wenn die Initiative

scheitert, hat sie das Verdienst, den

Kampf gegen Abzockerei angestossen zu

haben.

Daniel Jositsch ist Nationalrat und Präsident

des KV Schweiz.

daniel.jositsch@kvschweiz.ch

9


10

Autorentagung LAP

Der Raum ist angeschrieben mit

«Deutsch E-Profil Gruppenraum».

Es ist Dienstagmorgen, kurz nach neun.

Wir befinden uns in einem Hotel am Vierwaldstättersee.

Im Raum sitzen vier Personen.

Sie arbeiten an einem mehrseitigen

Papier, welches – nach allen noch

bevorstehenden Arbeitsgängen – nächstes

Jahr als schriftliche Lehrabschlussprüfung

im Fach Deutsch eingesetzt wird.

Mit der schriftlichen Prüfung werden

anhand verschiedener Aufgaben Leseverstehen,

Rechtschreibung, Kommasetzung,

Grammatik und Wortschatz

geprüft. Die Mitglieder der Fachgruppe

sind alle Lehrpersonen an kaufmännischen

Berufsfachschulen. Sie haben vor

der Tagung einen ersten Entwurf dieser

Prüfung erhalten, verfasst von der ebenfalls

anwesenden Autorin Jacqueline

Thomi. Jetzt geht es um die Details.

«Wir müssen an die Lernenden, aber

auch die Korrektoren denken», sagt Koordinator

Markus Gsteiger. Als Beispiel

nennt er den Ausdruck «nach langem Hin

und Her». Diesen hätten sie eben gerade

durch ein Synonym ersetzt, damit der

eine Korrektor die Formulierung – bei

durchgehender Kleinschreibung – nicht

als einen, und der andere als zwei Fehler

taxiere.

Eine besondere Herausforderung besteht

darin, alle drei Serien so zu verfassen,

dass sie fachlich auf dem gleichen Level

sind. Mehrere Prüfungsserien braucht

es, weil die Prüfungen nicht überall

gleichzeitig stattfinden. «Unser Ziel ist es,

10 000 Absolventinnen und Absolventen

die gleichen Bedingungen zu bieten», sagt

Markus Gsteiger.

Gelerntes abrufen

Einiges länger als die Deutschprüfung,

nämlich vier Stunden, dauert die Prüfung

im Fach «Wirtschaft und Gesellschaft».

Hier sind es drei Tandems bestehend aus

context 12 – 2012

Werkstatt für Prüfungsstoff

Bestehen oder nicht: Meistens stellt sich im Zusammenhang mit der

Lehrabschlussprüfung diese eine Frage. Doch wer schreibt eigentlich die Prüfungen?

Ein Augenschein von der Autorentagung. Von Therese Jäggi

Haupt- und Koautor, welche die Prüfungsunterlagen

erarbeiten, sagt Hans

Hermann, Koordinator der Fachgruppe

und Wirtschaftslehrer am Bildungszentrum

Wirtschaft in Weinfelden. Das Autorenteam

erstellt anhand eines Fallbeispiels

aus der Praxis einen 30-seitigen

Fragenkatalog sowie ein 10-seitiges Hintergrundpapier,

welches Infos zur Beantwortung

der Fragen enthält. Den Prüfungskandidaten

und -kandidatinnen

steht während der Prüfung sonst nur das

ZGB/OR sowie ein Taschenrechner zur

Verfügung.

Ihr Ziel sei es, sagt Hans Hermann,

dass der Prüfungsstoff den Kandidaten

beim ersten Überfliegen vertraut vor-

«Unser Ziel ist es, 10 000 Absolventinnen und Absolventen

die gleichen Bedingungen zu bieten.» Martin Gsteiger, Koordinator

komme und sie sich dann in Ruhe an die

Arbeit machen und Gelerntes abrufen

könnten. «Wirtschaft und Gesellschaft»

hat Gewicht. Wenn jemand nicht be steht,

dann ist es häufig wegen einer schlechten

Note in diesem Fach. Faszinierend an

diesem Unterrichtsfach findet Hans

Hermann, dass hier Wissen aus verschiedenen

Disziplinen zusammenkommt.

Eine der drei Prüfungsserien wird fürs

Tessin auf Italienisch übersetzt. Die

Romands schreiben ihre eigenen Prüfungen.

Laut Hans Hermann verdient ein

Autor 3000 Franken pro Serie. Die Arbeit

daran nimmt rund 100 Stunden in

Anspruch. Es muss also noch andere als

finanzielle Gründe geben, um hier mitzumachen.

Autorenschaft inkognito

«Ich schreibe einfach gerne Prüfungen»,

sagt eine Fachlehrerin, «ich finde das

spannend und kreativ.» Sie unterhält sich

während der Kaffeepause gerade mit

einem Kollegen ihrer Fachgruppe. Beide

wollen ihren Namen nicht nennen. Ihre

Schüler sollen nicht wissen, dass sie LAP-

Autoren sind. Nicht einmal weil sie befürchten,

dass ihnen Fragen gestellt wür-

den, sie möchten vermeiden, dass ihre

Schüler während des Unterrichts im Vorfeld

der LAP herauszuhören versuchen,

was an der Prüfung drankommt, etwa

wenn der Lehrer speziell auf etwas hinweise

oder besonders ausführlich auf etwas

eingehe. «Ich gestalte den Repetitionsplan

völlig neutral und bespreche

gerade auch Themen, von denen ich weiss,

dass sie an der LAP nicht drankommen»,

sagt der Lehrer. Und es sei ihm ganz recht,

wenn die Schüler glaubten, die Prüfungsfragen

kämen irgendwie von Bern.

«Ich arbeite seit 30 Jahren als Autor

mit, und das leidenschaftlich gerne», sagt

Otto Merki von der Fachgruppe Deutsch.

Er schätzt das gute Arbeitsklima, den

Teamgeist und die vielen anregenden Diskussionen.

«Der KV Schweiz bietet uns

hier einen idealen Rahmen für unsere

Arbeit, es ist für alles gesorgt.»

Umsichtige Organisation

Dass man sich hier zwei Tage lang um

nichts ausser die Prüfungen kümmern

muss, ist Gabriella Rubin zu verdanken.

Sie betreut das Sekretariat der «Zentralprüfungskommission

schulischer Teil»

und organisiert die jährliche Autorentagung.

Sie führt die Autorenliste, verschickt

die Einladungen, reserviert die

Hotelzimmer sowie die Arbeits- und

Gruppenräume und erledigt die Honorarabrechnungen.

Seit Sonntagabend ist sie

hier und für die Teilnehmer Ansprechperson

für jede Art von Anliegen. Ihre Begeisterung

für den Job ist deutlich spürbar:

«Ich organisiere gerne, und ich liebe den

Kontakt zu den Menschen.»

Die Organisation der Autorentagung

ist nur eine der Aufgaben von Gabriella

Rubin. Im Dezember wird sie 67 Schulen

ein Bestellformular senden und aufgrund

des Rücklaufs die Druckauflage für die jeweiligen

Prüfungen festlegen. Ende April

treffen die gedruckten Exemplare für die

10 000 Kandidierenden beim KV Schweiz

ein, wo sie an einem sicheren Ort aufbewahrt

werden. Ende Mai verschickt

Rubin zusammen mit einer temporären

Hilfskraft die nach Schule und Fach genau

abgezählten Prüfungen. Fehler sind


dabei eigentlich nicht vorgesehen und

laut Gabriella Rubin zum Glück auch

noch nie passiert. Wie einer Klasse nervöser

Kandidaten am Prüfungsmorgen die

falschen Prüfungen ausgeteilt werden,

das möchte sie sich lieber nicht vorstellen.

Langjährige Teilnahme

Sandro Forni nimmt seit 22 Jahren teil,

seit 15 Jahren in der Funktion als Koordinator

der Fachgruppe Französisch. Er ist

Sprachlehrer an der Kaufmännischen

Berufsschule Schwyz. Das Französisch-

Team hat sich bereits nach den Sommerferien

ein erstes Mal getroffen und dann

in Zweiergruppen weitergearbeitet. Die

Französischprüfung besteht aus Aufgaben

zu Hör- und Leseverständnis sowie

Textproduktion. Alle Texte haben einen

berufsbezogenen Inhalt. Im Dezember

wird die definitive Version vorliegen. Der

Koordinator sorgt dafür, dass der Text für

das Hörverständnis von professionellen

Schauspielern gesprochen und in einem

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context 12 – 2012

Abschlussphase ist im Februar/März.

Dann werden – wie in den anderen Fächern

auch – die Serien zum Schluss

nochmals bezüglich Schwierigkeitsgrad

miteinander verglichen. «Wir sind ein stabiles

Team», sagt Sandro Forni über seine

Fachgruppe. Kontinuität ist seiner Meinung

nach wichtig. Er findet es spannend,

in einem so wesentlichen Bereich wie der

LAP mitbestimmen zu können. Ausserdem

bedeute dies auch Prestige und Anerkennung

für eine Schule, wenn eine

ihrer Lehrpersonen in diesem Gremium

mitarbeite.

Bereichernder Austausch

Ein Blick noch in den Raum, wo die Prüfungen

im Fach IKA (Information, Kommunikation,

Administration) für Büroassistenten

EBA geschrieben werden. Zwei

Lehrerinnen erarbeiten – mit Unterstützung

der Koordinatorin – zwei Serien. Die

Themen wurden schon im September bestimmt.

Jetzt geht es darum, möglichst

präzise zu formulieren, wie die Kandida-

DAS BILDUNGSANGEBOT I Eidg. dipl. Marketingleiter/-in l Eidg. dipl.

Verkaufs leiter/-in l Marketingfachleute mit eidg. FA l Verkaufsfachleute

mit eidg. FA l Zulassungsprüfung MarKom l Sachbearbeiter/-in Marketing

und Verkauf edupool.ch/KV Schweiz l Dipl. Einkaufsmanager/-in KVZBS l

Dipl. Event Manager/-in KVZBS l Dipl. Product Manager/-in KVZBS l

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PR Fachleute mit eidg. FA l PR-Praktiker/-in

ten beim Lösen der Aufgabe vorzugehen

haben und was von ihnen erwartet wird.

Die Aufgaben sind praxisnah und orientieren

sich an möglichen Bürosituationen.

Zum Beispiel gestalten die Kandidaten

Textdokumente, erstellen Kalkulationen

oder stellen eine Präsentation fertig und

bearbeiten Aufträge zum Thema Bürokommunikation.

Dabei setzen sie die Office-Anwenderprogramme

gezielt ein.

«Man muss sich zunächst mal überlegen,

was man überhaupt prüfen will», sagt

die Prüfungsautorin zu ihrem Vorgehen.

Inhaltlich beginne sie immer mit der

Lösung, stelle dann die Aufgaben zusammen

und erarbeite das Bewertungssystem.

«Die zwei Tage hier erleben wir als

sehr bereichernd.» Sie schätze den Austausch

innerhalb der Fachgruppe wie

auch mit den Autoren anderer Fächer.

«Man macht es auch aus Freude und Idealismus»,

sagt die IKA-Fachfrau.

Therese Jäggi ist Context-Redaktorin.

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

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Mo, 28. Januar 2013, 18.15 Uhr

Escher-Wyss-Platz

KV-Aula

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12

Stellensuche

Mit Xing zum Job

Soziale Netzwerke sind für die Stellensuche immer wichtiger. Mit einem aktuellen,

aussagekräftigen Profil erhöht man seine Jobchancen. Von Rolf Murbach

Manchmal ist es einfach, eine Stelle

zu finden. Vorausgesetzt, man

bringt die richtigen Qualifikationen mit

und wählt bei der Jobsuche ein kluges

Vorgehen. Bei Florian Manz war dies der

Fall. Er hat diesen Sommer an der Zürcher

Hochschule für Angewandte Wissenschaften

das Psychologiestudium abgeschlossen

und schnell eine Stelle in

einem Beratungsunternehmen gefunden.

Dabei hat er sich nicht einmal beworben,

und er konnte sich erst noch bei vier

potenziellen Arbeitgebern vorstellen.

Wie funktioniert das? Florian Manz hat

ein sorgfältig kuratiertes Xing-Profil. Auf

der Business-Plattform hat er sein Curriculum

publiziert und genau beschrieben,

was für eine Stelle ihn interessiert. Der

Arbeits- und Organisationspsychologe

hatte Erfolg damit; Arbeitgeber sind auf

ihn zugekommen. «Ich war selber ein

wenig erstaunt, wie gut das klappt.»

Jobs findet man heute längst nicht

mehr nur über traditionelle Stellenportale.

Immer wichtiger werden die

sozialen Medien, im deutschsprachigen

Raum insbesondere Xing. Auf der Plattform

vernetzen sich Menschen und preisen

an, was sie zu bieten haben. HR-Leute

durchstöbern die Profile und halten

Ausschau nach geeigneten Fachkräften.

Hier sucht also nicht mehr nur der Arbeitnehmer

aktiv nach Stellen, sondern

der Arbeitgeber nach geeigneten Kandidaten.

Florian Manz wusste, dass dem so

ist, denn er hatte seine Bachelorarbeit

über das Social-Media-Recruiting in der

Schweiz geschrieben.

Wie nutzen heute Arbeitgeber die sozialen

Medien, um Fachleute zu rekrutieren?

Welche Plattformen bevorzugen sie?

Weshalb sind einige Betriebe nach wie vor

zurückhaltend bei der Personalsuche

mittels virtueller Netzwerke? Mit solchen

Fragen beschäftigte sich der angehende

Psychologe in seiner Abschlussarbeit.

«Ich hatte in meiner Untersuchung vor allem

die Arbeitgeberseite angeschaut. Nun

wollte ich wissen, wie die Stellensuche

über Xing aus Sicht des Arbeitnehmers

context 12 – 2012

Voraussetzung für die Stellensuche: sorgfältig gepflegtes Profil.

funktioniert», sagt Manz, der schon während

des Studiums über diesen Kanal eine

Praktikumsstelle gefunden hatte.

Ob die Stellensuche über soziale Netzwerke

funktioniert, hängt davon ab, ob

Arbeitgeber Xing und Co. für die Personalrekrutierung

nutzen. Bei Great Place

to Work, wo Florian Manz als HR-Berater

tätig ist, ist dies der Fall. «Mein Arbeitgeber

hat in letzter Zeit von vier neuen Mitarbeitenden

drei über Social Media gefunden.»

Weniger Aufwand

Einen Vorteil der Stellensuche mittels sozialer

Medien sieht Florian Manz darin,

dass sich der Aufwand für beide Seiten in

Grenzen hält. «Ich als Arbeitnehmer

muss nicht unzählige Bewerbungen

schreiben, sondern einfach meine Online-Präsenz

aktuell halten. Ich wende

einmal relativ viel Zeit auf für das Erstellen

des Profils und damit ist die Hauptarbeit

getan.» Und auch der Arbeitgeber

habe einen geringeren Aufwand gegen-

über der traditionellen Rekrutierung. «Er

wird nicht mit Bewerbungsschreiben

überhäuft, weil er ja keine Stelle ausgeschrieben

hat. Er lädt einfach diejenigen

Kandidaten ein, die ihn interessieren.»

Damit die Stellensuche über Social

Media klappt, sollte man einiges beachten.

Das Profil muss sorgfältig bewirtschaftet

werden und aktuell sein. Und der

Auftritt professionell. Geschwätz und

allzu Privates, wie man es auf Facebook

antrifft, ist kontraproduktiv. Das Foto

zum Beispiel darf nicht irgendein Bild

sein. HR-Consultant Florian Manz

posiert auf Xing mit dunklem Anzug,

blauem Hemd und gestreifter Krawatte.

«Business-like soll es sein.» Das zahlt sich

auch auf die Dauer aus, denn ein Profil auf

einer Social-Media-Plattform ist nachhaltig.

Da die meisten Mitglieder ihr Netzwerk

über lange Zeit pflegen, ist

es möglich, dass man Jobangebote erhält,

auch wenn man gerade nicht sucht.

Vor allem Projektjobs kommen häufig

über Xing zustande. Zu welchen Ergeb


nissen ist Florian Manz in seiner Bachelorarbeit

gekommen? Manz wollte

wissen, wie Unternehmen Business Netzwerke,

Social Networking Sites, Blogs und

Sharing Plattformen nutzen. Er hat dafür

mehr als 170 Unternehmen in der Schweiz

befragt.

Xing beliebteste Plattform

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

34% der Betriebe sind aktiv in der Rekrutierung

mittels Social Media, 31% möchten

künftig damit arbeiten, 23% sind noch

unschlüssig und 10% wollen auch in Zukunft

darauf verzichten. Am häufigsten

für die Rekrutierung eingesetzt wird, wie

erwartet, die Plattform Xing. Den grössten

Vorteil der Social-Media-Rekrutierung

sehen die Unternehmen in der Kostenreduktion,

als Nachteil bezeichnen sie

die Schwierigkeit, mittels Xing und anderen

Plattformen gewisse Zielgruppen zu

erreichen.

Die Personalrekrutierung von Unternehmen

hat in den letzten 20 Jahren einen

grossen Wandel durchlaufen. Früher

context 12 – 2012

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suchten Betriebe fast ausschliesslich mit

Stellenanzeigen in Printmedien nach

neuen Mitarbeitenden. Interessierte Kandidatinnen

und Kandidaten bewarben

sich darauf mit einem schriftlichen Dossier.

Der Siegeszug des Internet revolutionierte

dann das Bewerbungsprozedere.

Heute gibt es Online-Stellenportale, Unternehmen

publizieren Stellen auf ihren

Homepages, veröffentlichen Facebook-

Karriereseiten und verknüpfen eigene Bewerbungsformulare

mit Profilen auf Xing.

Zudem hat der Fachkräftemangel dazu

geführt, dass Firmen zunehmend aktiver

auf spätere mögliche Kandidatinnen und

Kandidaten zugehen und sich als potenzielle

Arbeitgeber positionieren. Dies geschieht

häufig über Netzwerkplattformen.

Positive Arbeitgebermarke

Das Internet und speziell die sozialen

Netzwerke haben die Art, wie wir Freundschaften

pflegen, stark verändert. Wir

sind immer häufiger online, vieles spielt

sich im Netz ab. Der Trend zur Digitalisierung

und Nutzung sozialer Medien wird

nun auch für die Stellensuche und Rekrutierung

immer wichtiger. Darüber sind

sich HR-Leute einig. «LinkedIn und Co.

gehören heute bei der Personalauswahl

einfach dazu», sagt Rekrutierungsexperte

Philippe Hertig von Egon Zehnder gegenüber

der Pendlerzeitung «20minuten».

Und der Professor für Organisation und

Personal Norbert Thom hält fest: «Immer

mehr Unternehmen öffnen sich für die

Social-Media-Plattformen und bemühen

sich um den Aufbau einer positiven Arbeitgebermarke

in den Netzwerken wie

LinkedIn, Xing oder Facebook.»

Die Rolle der Akteure im Bewerbungsprozedere

ist heute dank sozialer Medien

teilweise verändert. Nicht nur der Bewerber

sucht aktiv eine Stelle, sondern das

Unternehmen hält auf den Internet-Plattformen

Ausschau nach geeigneten Kandidaten.

Dies ist sicher ein Vorteil für Stellensuchende,

wie das Beispiel von Florian

Manz zeigt.

Rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch.

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14

Monatsinterview

«Die Arbeitswelt muss

humaner werden»

Führung Mit Druck zu führen, sei für Menschen und Unternehmen zerstörerisch,

sagt Petra Jenner. Die Arbeitskultur in der ICT-Branche hält sie für fortschrittlich.

Junge Frauen würden hier offene Türen einrennen. Interview Therese Jäggi / Foto Stephan Rappo

context 12 – 2012

Context: Was sind Sie für eine Chefin?

Petra Jenner: Für mich steht das Vertrauen

in meine Mitarbeiter und deren

Fähigkeiten im Vordergrund. Grundsätzlich

sehe ich mich eher als Coach, der

Feedback gibt, Möglichkeiten aufzeigt

und auch mal eine Türe öffnet, statt als

Chefin, die kontrolliert. Dieser Stil hat

meiner Meinung nach ganz klar Zukunft,

da moderne Technolgien und damit verbunden

sinkende Kommunikationskos­

ten dazu führen, dass Hierarchien abgebaut

werden und Entscheide dezentraler

gefällt werden. Die vordringlichste Aufgabe

des Chefs wird damit «coordinate

and cultivate».

Wie haben Sie sich Ihren

Führungsstil angeeignet?

Ich habe an mir und meinem Führungsstil

gearbeitet. Zum einen beo bachte

ich sehr genau, wie gewisse Entscheide

und Handlungen von meinen

Mitarbeitenden angenommen werden,

zum anderen habe ich mir auch gezielt

Kompetenzen mit externer Weiterbildung

angeeignet. Die Arbeit an sich selber ist

nie abgeschlossen. Ich lerne jeden Tag

dazu.

Welches sind Merkmale des momentan

vorwiegend praktizierten, das heisst

männlichen Führungsstils?

Ich vertrete nicht die Ansicht, dass es

einen typischen Mann oder eine typische


Petra Jenner (47) leitet seit Oktober 2011 als Country

Manager die Microsoft Zentrale der Schweiz in Wallisellen

mit 580 Mitarbeitenden. Zuvor hatte sie in Wien die gleiche

Funktion bei Microsoft Österreich inne. Sie ist Betriebswirtin

und Wirtschaftsinformatikerin. In ihrem Buch «Mit Verstand

und Herz» plädiert sie für eine menschenfreundlichere

Unternehmenskultur.

Frau gibt, entsprechend gibt es auch keinen

männlichen Führungsstil. Überspitzt

formuliert ist der traditionell praktizierte

Führungsstil geprägt von

Kontrolle, Rationalität und Emotionslosigkeit.

Eigenschaften wie Empathie und

Einfühlungsvermögen hatten bisher wenig

Platz in der Wirtschaft. Genau hier

setzt mein Plädoyer an: Die Arbeitswelt

muss humaner werden. Mit Druck zu führen

und die Leute in Angst und Schrecken

zu versetzen, macht den Menschen und

langfristig das Unternehmen kaputt. Zufriedene

und glückliche Mitarbeiter sind

kreativer und leistungsfähiger. Nur dieser

Weg führt nachhaltig zum Erfolg.

Soft Skills werden also zunehmend

eine Rolle spielen. Diese sind in einem

Bewerbungsverfahren aber viel

schwieriger nachzuweisen als Diplome.

Das ist richtig. Wir können und müssen

aber unsere Sensoren weiter schärfen.

Wenn Sie im privaten Umfeld eine neue

Person kennenlernen, fragen Sie ja auch

nicht zuerst den Lebenslauf ab, sondern

sind in der Lage, sich nach kurzer Unterhaltung

eine erste Meinung zu bilden

über eine Person. Wichtig ist einfach, dass

in einem Gespräch die Einschätzungen,

die man sich vorab über das Dossier bilden

kann, durch die Wahrnehmung im

persönlichen Gespräch ergänzt werden

und so ein ausgewogenes Bild eines Menschen

entstehen kann.

Verstand oder Herz: Welche

Voraussetzung ist wichtiger, um

Entscheidungen treffen zu können?

Es braucht beides – deshalb habe ich

auch bewusst den Buchtitel so gewählt.

Ich plädiere aber ganz klar dafür, dass wir

wieder mehr auf unser Gefühl achten. Im

Laufe der Ausbildung und Karriereentwicklung

lernen wir eine Vielzahl von

Schemata und Problemlösungstechniken

und versuchen, irrationale Faktoren bei

der Entscheidungsfindung auszuschalten.

Das viel zitierte Bauchgefühl ist nicht

etwa unseriöser Hokuspokus, es ist die

Fähigkeit, sich basierend auf seiner jahre-

context 12 – 2012

langen Erfahrung und Expertise innert

Sekunden ein Urteil bilden zu können.

Diese Fähigkeit nicht zu nutzen, ist Verschwendung.

Bevor Sie die Microsoft-Zentrale in der

Schweiz übernommen haben, waren Sie

in der gleiche Funktion in Österreich

tätig. Welche Unterschiede sind Ihnen

bezüglich Unternehmenskultur zwischen

den beiden Ländern aufgefallen?

Dazu könnte man ein ganzes Buch

füllen! Die wesentlichen Unterschiede

sind sicherlich die Bedeutung von Netzwerken

und den Umgang mit Status und

Hierarchie. Etwas vereinfacht formuliert

würde ich sagen, dass zum Beispiel Verhandlungen

mit Kunden relativ ähnlich

ablaufen. Der Weg dahin, bis man in diese

Verhandlungen einsteigen kann, ist jedoch

sehr unterschiedlich. Ich persönlich

habe festgestellt, dass vieles in der

Schweiz viel direkter läuft. Ich fühle mich

mit beiden Stilen sehr wohl. Wichtig ist

einfach, dass man sich der Kulturunterschiede

bewusst ist und diese auch

respektiert. Nebst meiner eigenen Einschätzung

ist für mich der Rat meiner

Mitarbeitenden sehr wertvoll.

Ein gut geführtes Unternehmen

sollte ähnlich sein wie eine intakte

Familie, schreiben Sie in Ihrem Buch.

Inwiefern ist Microsoft mit einer

Familie vergleichbar?

Hier geht es nicht um Microsoft, sondern

um das Zusammenspiel innerhalb

von Organisationen und da gibt es sehr

viele Parallelen zu einer Familie: Es gibt

Rollen, Erwartungen, Belohnungen und

Sanktionen. Ungleichbehandlungen führen

in einer Familie zu Schwierigkeiten,

und genauso ist es in den Unternehmen.

Ein Unternehmen kann sehr viel dazu

beitragen, dass die Menschen glücklicher

sind. Wir verbringen zum einen sehr viel

Zeit unseres Lebens am Arbeitsplatz oder

mit Arbeiten, zum andern prägt das Feedback

und die Wertschätzung, die wir am

Arbeitsplatz erhalten, unser Eigenbild

und Selbstverständnis sehr stark.

Wenn wir beim Bild der Familie bleiben,

dann versteht es sich eigentlich von selbst,

dass Männer und Frauen gemeinsam

führen.

Absolut! Gemischte Teams sind nachweislich

erfolgreicher, weil unterschiedliche

Ansichten und Fähigkeiten einfliessen.

Das Geschlecht ist nur eine

Komponente dieser Durchmischung. Es

geht beispielsweise auch um die kulturelle

Herkunft, das Alter, bisherige Erfahrungen,

persönliche Werte.

«Ein Unternehmen kann sehr viel dazu beitragen,

dass die Menschen glücklicher sind.»

In welchem Bereich werden bei Microsoft

momentan hauptsächlich Leute gesucht?

In der Schweiz sind es primär Marketing-

und Vertriebsrollen. International

kommen natürlich Stellen im Bereich

Forschung und Entwicklung – das Herzstück

unseres Unternehmens – dazu.

Wie sieht es mit dem

Fachkräftemangel aus?

Da sprechen Sie ein grosses Problem

unserer Branche an. Da wir unser Geschäft

hauptsächlich über unsere lokalen

Partner abwickeln, sind wir vor allem indirekt

vom Mangel an ICT-Fachleuten betroffen.

Trotzdem sind wir in diesem Bereich

sehr aktiv. Gemeinsam mit der ETH

Zürich und EPFL betreiben wir seit rund

vier Jahren ein Forschungsprojekt, der

«Microsoft Innovation Cluster for embedded

Software». Nebst der tertiären Ausbildung

unterstützen wir mit unserer neuen

«Lehrlingsinitative»auch die berufliche

Grundbildung. Mit diesen Massnahmen

wollen wir dafür sorgen, dass junge Menschen

die ICT-Branche als attraktiv wahr-

15


16

Monatsinterview

nehmen und persönliche Karrierechancen

erkennen können.

Ist Diversity Management mehr

als eine Modeerscheinung?

Das Thema ist seit Jahrzehnten präsent

und wird es auch bleiben. Was sicherlich

einer gewissen Saisonalität unterworfen

ist, sind die Gründe und Treiber dieser

Diskussionen. In der Schweiz herrscht ein

klarer Fachkräftemangel. Wir müssen

Talente aus dem Ausland importieren, um

den Wirtschaftsmotor am Laufen zu

halten. Die Überlegung, wie der Bedarf

stärker lokal gedeckt werden kann, kombiniert

mit dem gesellschaftlichen Rollenwandel

in Familien führt dazu, dass das

Thema Frauenförderung und -quoten

momentan in aller Munde ist. Ein weiterer

wichtiger Grund ist die Machbarkeit. Moderne

Technologien ermöglichen es, am

Mittag mit den Kindern zu essen und fünf

Minuten später im Home Office wieder in

die Berufsrolle zu wechseln. Das eröffnet

spannende neue Möglichkeiten. Das Zeitalter

des «sowohl als auch» bricht an.

Wo in der Hierarchie ist Diversity

bei Microsoft angesiedelt?

Rein organisatorisch ist das Personalmanagement

der wichtigste Treiber von

Sensibilisierungsaktionen und konkreten

Massnahmen. De facto ist aber jeder einzelne

Mitarbeitende für Diversity Ma-

context 12 – 2012

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nagement verantwortlich. Jeder Manager,

der Mitarbeitende führt und einstellt,

muss sich damit auseinandersetzen.

Sie sind gegen Frauenquoten. Warum?

Eine Frauenquote richtet den Blick auf

ein Symptom, anstatt sich mit den eigentlichen

Ursachen dieses Defizits auseinanderzusetzen.

Ich setze mich persönlich

stark dafür ein, Rahmenbedingungen für

eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie

zu schaffen. Flexible Arbeitsformen

und Teilzeitmodelle auf allen Hierarchiestufen

sind entscheidend, um Frauen zu

gewinnen und langfristig zu binden. Dies

ist jedoch nicht nur für die Frauen wichtig:

Wenn Frauen mehr Verantwortung in

der Wirtschaft wahrnehmen, müssen wir

auch den Männern mehr Freiraum geben,

damit sie sich stärker für die Familie engagieren

können.

Sind Sie in Ihrer Karriere nie an die

viel zitierte gläserne Decke gestossen?

Nein, das ist mir nicht passiert. Natürlich

gab es in meiner Karriere nicht immer

nur Sonnenschein, aber das führe ich

nicht darauf zurück, dass ich eine Frau bin.

Bei Microsoft sind vier von den elf

Mitgliedern der Geschäftsleitung

Frauen. Was sagen Sie zu diesem

Geschlechterverhältnis?

Für die ICT-Branche ist es sehr gut.

Was mich besonders freut, ist, dass eine

Frau davon Teilzeit arbeitet, weil sie noch

Mutter eines kleinen Sohnes ist. Zum

Thema flexible Arbeitsformen und Teilzeitmodelle

können und müssen wir aber

noch mehr tun.

Welche Ratschläge würden Sie

jungen Frauen geben, die

Karriere machen wollen?

Ganz einfach: Mut, Mut, Mut! Gerade

junge Frauen neigen oft dazu, nicht zu

sagen, was ihnen wichtig ist und was sie

erwarten. Natürlich möchte ich den jungen

Frauen auch ans Herz legen, ihr Glück

in der ICT-Branche zu versuchen. Nebst

den spannenden Karrieremöglichkeiten

ist die Arbeitskultur sehr fortschrittlich,

zum anderen werden in der Branche so

dringend Frauen gesucht, dass sie quasi

offene Türen einrennen.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

Petra Jenner: Mit Verstand und Herz.

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ist weiblich. Ariston 2012, ca. CHF 29.80

Therese Jäggi ist Context-Redaktorin.

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Weihnachtssammlung

Ein Zeichen der Solidarität

Europaweit zeichnet sich eine massive konjunkturelle

Abkühlung ab, und wenn es den

wichtigsten Handelspartnern der Schweiz

schlecht geht, dann schlägt das auch auf

unsere Wirtschaft durch. Zwar müssen wir

nicht wie andere Länder in Europa mit Massenarbeitslosigkeit

rechnen, aber der Druck

auf die Anstellungsbedingungen dürfte im

kommenden Jahr zunehmen.

Darum haben wir uns entschieden, wiederum

die Hälfte des Erlöses aus unserer diesjährigen

Weihnachtssammlung unserem

Sozialfonds gutzuschreiben. Dessen Mittel

sind reserviert für die Unterstützung notleidender

Mitglieder und für Projekte, welche

die Förderung sozial Benachteiligter zum Inhalt

haben. Wir können zwar nichts gegen

eine globale Wirtschaftskrise ausrichten, aber

immerhin können Sie mit Ihrer Spende einen

Beitrag leisten, um deren Auswirkungen zu

mildern.

Die zweite Hälfte des Erlöses wollen wir

einem Helvetas-Projekt in Benin spenden.

Das westafrikanische Land gehört zu den 20

ärmsten Ländern der Erde. Drei Viertel der

Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze,

in ländlichen Gebieten ist die Abwanderung

junger Menschen deshalb enorm. Um hier

Gegensteuer zu geben, bietet die Helvetas

zusammen mit lokalen Partnern ein niederschwelliges

Berufsbildungsangebot an, das

auf die Nachfrage im Landwirtschafts- und

Dienstleistungssektor der Region ausgerichtet

ist. In kurzen, praxisorientierten Kursen

werden Jugendliche ohne Schulabschluss

ausgebildet. Längerfristig sollen sie Anschluss

an das staatliche Berufsbildungssystem

haben.

Ich danke Ihnen schon jetzt ganz herzlich

für Ihre Spende und wünsche Ihnen eine

besinnliche Adventszeit!

Daniel Jositsch, Zentralpräsident

Pc-KOntO

Weihnachtssammlung des KV schweiz

8002 Zürich, PC-Konto 87-682166-8

Stichwort: Weihnachtssammlung 2012

context 12 – 2012

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Dossier Jugend

Die Zukunft. Sie könnte Angst machen. Die Nachrichten,

die uns erreichen, sind nicht die besten. Wirtschafts-

und Eurokrise in den umliegenden Ländern und besorgniserregende

Arbeitslosenzahlen. Man fragt sich: Wann trifft es

uns in der Schweiz? Werden wir 2013 nochmals mit einem blauen

Auge davon kommen? Viele Arbeitnehmende sind verunsichert.

Wen wird es treffen? Wer wird seine Arbeit verlieren?

Die Zukunft. Sie könnte Angst machen. Und doch, spricht

man mit Jugendlichen, hat man nicht den Eindruck, dass sie

gross verunsichert sind. Sie vertrauen darauf, dass es schon gut

kommt. Und mit Veränderungen haben sie längst gelernt zu leben,

denn sie bewegen sich in einer Arbeitswelt, die nur eines

kennt: den steten Wandel. Sie sind es auch gewohnt, dass News

oft schlecht sind – und sich häufig widersprechen. Dass junge

Menschen von Informationen überflutet werden, ist vielleicht

context 12 – 2012

Sie sind

zuversichtlich

Sie lassen sich von schlechten Nachrichten nicht

verunsichern und blicken mit einem guten Gefühl in

die Zukunft. In unserem Dossier äussern sich junge

Frauen und Männer, wie sie die Welt sehen.

Texte Therese Jäggi, Andrea Mašek, Rolf Murbach, Fotos Michele Limina

auch ein Glück. Sie nehmen die Nachrichten zur Kenntnis und

relativieren sie.

Es kommt schon gut, dies also ein Grundgefühl, das Jugendliche

häufig mit sich tragen. Das hat auch damit zu tun, dass

die Jugendarbeitslosigkeit bei uns im Vergleich zu anderen

Ländern klein ist. Die jungen Frauen und Männer finden

Lehrstellen und Jobs. Sie werden gebraucht, und sie engagieren

sich. Wenn sie in die Zukunft blicken, dann tun sie dies meist

optimistisch. Eine der jungen Frauen, die wir auf den folgenden

Seiten porträtiert haben, sagt: «Ich habe für die nächsten Jahre

ein gutes Gefühl, weil ich daran bin, mir ein zweites Standbein

aufzubauen.» Obwohl im Job als kaufmännische Angestellte

verankert, absolviert sie eine Ausbildung, die sie in ein ganz

anderes Berufsfeld führen wird. Die Jungen sind pragmatisch,

und ihnen gehört die Zukunft.


Dank eines stabilen Umfelds kann die Schweizer Jugend positiv in die Zukunft blicken.

context 12 – 2012

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20

Dossier Jugend

«Zeit haben, um zu reisen»

Patricia Häcki, 16, ist im zweiten Lehrjahr. Sie macht die KV-Lehre mit Berufsmatur bei

der Zürcher Kantonalbank. Sie möchte später ins Ausland, um Sprachen zu lernen.

Patricia Häcki möchte nirgendwo anders leben und arbeiten als in der Schweiz.

Was mich als Lernende momentan

beschäftigt sind LAP-relevante

Dinge. In eineinhalb Jahren ist es ja soweit

mit der Lehrabschlussprüfung. Diese

will ich gut bestehen. Darüber hinaus mache

ich mir noch nicht gross Gedanken.

Konkret weiss ich also nicht, wie es

nach der Lehre weitergeht. Ich mache mir

jedoch keine Sorgen. Wir bei der Zürcher

Kantonalbank haben grosse Chancen,

nach der Lehre angestellt zu werden. Falls

mir eine Stelle angeboten wird, werde ich

diese sicher annehmen.

Ich schätze mich glücklich, in der

Schweiz zu leben, da hier die Jugendarbeitslosigkeit,

etwa im Gegensatz zu Spanien,

klein ist. Uns geht es gut und Lehrstellen

wie auch Arbeitsplätze für junge

context 12 – 2012

Berufseinsteigerinnen und -einsteiger

werden gefördert. Ich brauche also in

dieser Hinsicht keine Angst zu haben.

Ich werde wohl zwei, drei Jahren arbeiten

um Geld zu verdienen. Dann kann

ich mir vorstellen, einen Sprachaufenthalt

zu machen. Es ist nur von Vorteil,

wenn man gut Englisch und Französisch

kann. Damit ich die Sprachen auch richtig

lerne, müsste der Aufenthalt sicher ein

halbes Jahr dauern. Vielleicht hänge ich

noch ein Jahr dran, arbeite im Ausland, so

dass ich mit vertieften Sprachkenntnissen

zurückkomme.

In die Schweiz zurückkehren werde

ich auf jeden Fall. Wir haben es so schön

hier, ich möchte nirgendwo anders leben

und arbeiten. Da ich die Berufsmatur ma-

che, stehen mir sehr viele Türen offen.

Mein Wunsch als Kind war zum Beispiel,

Kindergärtnerin zu werden. Diesen

Traumberuf könnte ich ergreifen, oder etwas

ganz anderes studieren. Beruflich

möchte ich einfach etwas erreichen, das

mir Freude macht.

Daneben aber möchte ich Zeit haben

um zu reisen, um die Welt auszukundschaften.

So eilt es mir wohl auch nicht

mit dem Ausziehen. Ich habe eine liebe

Familie und mag mein Zuhause. Wie

meine private Zukunft aussehen wird,

hängt von so vielem ab, das ich nicht

beeinflussen kann. Beziehungen sind

nicht voraussehbar. Es wäre auf alle Fälle

schön, irgendwann einmal eine eigene

Familie zu haben. Andrea Mašek


«Mit 18 hat man viel mehr Möglichkeiten»

Tiziano Di Paola, 17, befindet sich im zweiten Lehrjahr. Er absolviert die KV-Lehre im E-Profil

beim KV Schweiz. Er kann sich vorstellen, später in die Versicherungsbranche zu wechseln.

Im Kollegenkreis reden wir viel über die

nahe Zukunft. Wir sind alle 17 oder 18

und diskutieren darüber, wie es ist, erwachsen

zu sein. Mit 18 hat man viel mehr

Möglichkeiten, man kann Autofahren,

Heiraten und erhält das Stimmrecht. Ich

verfolge die Abstimmungen jetzt schon

ein wenig und werde künftig sicher stimmen

gehen. Vor allem wenn es darum

geht, in der Schweiz für genug offene

Lehrstellen zu sorgen – oder erneut für die

Einführung von sechs Wochen Ferien.

Ein weiteres Thema, das uns Kollegen

beschäftigt, ist der Auszug von zu Hause.

Wie es wohl sein wird? Irgendwann einmal

möchte ich heiraten, ja, ich traue mir

das zu. Ich hätte später gerne Kinder und

ein eigenes Haus. Am liebsten würde ich

context 12 – 2012

im Kanton Zürich bleiben. In Winterthur

zum Beispiel wohnt es sich gut, die Stadt

bietet viel.

Meine Kollegen und ich fragen uns

auch, was nach der Lehre kommt. Persönlich

denke ich erst einmal an das nächste,

das dritte Lehrjahr und da natürlich vor

allem an die LAP. Gleich im Anschluss an

die Lehre werde ich die Berufsmatur

machen. Danach möchte ich im kaufmännischen

Bereich bleiben. Ich könnte

mir aber vorstellen, die Branche zu wechseln.

Die Versicherungsbranche interessiert

mich. Ein Onkel von mir arbeitet bei

einer Versicherung und hat mir viel Gutes

darüber erzählt.

Bis in zehn Jahren will ich auf jeden

Fall einige Weiterbildungen, zum Beispiel

Tiziano Di Paola möchte sich in Richtung Betriebsökonomie weiterbilden.

in Richtung Betriebsökonomie, absol viert

haben – wenn möglich von meinem

Arbeitgeber mitfinanziert. In dieser Zeit

werde ich wohl Teilzeit arbeiten, später

freue ich mich auf einen 100-Prozent-Job.

Die KV-Branche hat sicherlich eine

gute Zukunft. Bei den Banken wird es

wohl noch den einen oder anderen Skandal

und als Folge einige Veränderungen

geben.

Als Kind wollte ich Banker werden,

zum Glück entschied ich mich anders.

Auch die Polizei – ein weiterer Kindertraum

– ist für mich nicht mehr attraktiv.

Was ich bedaure ist, dass ich nicht Fussballer

werden konnte. Doch der Fussball

bleibt auch in Zukunft mein grösstes

Hobby. Andrea Mašek

21


22

Dossier Jugend

«Ich werde anders wahrgenommen»

Thierry Haldemann, 19, ist seit drei Monaten bei Orell Füssli als Sachbearbeiter Buchhaltung

tätig. Eine mögliche Perspektive ist für ihn eine Weiterbildung in Betriebsökonomie.

Gerade gestern hatte ich mein Probezeitgespräch.

Seit drei Monaten

arbeite ich als Sachbearbeiter Buchhaltung

bei Orell Füssli in Zürich. Es ist –

nach Abschluss der Lehre – meine erste

Stelle. Das Gespräch ist gut gelaufen,

meine Vorgesetzte scheint zufrieden zu

sein mit mir. Gegenüber der Situation als

Lernender hat sich schon einiges verändert.

Ich werde anders wahrgenommen,

auf Augenhöhe sozusagen. Ich trage jetzt

auch mehr Verantwortung. Was ich arbeite,

wird nicht mehr gross kontrolliert,

und wenn etwas schiefläuft, muss ich dafür

geradestehen. Es kommt jetzt auch

öfter vor, dass ich ab und zu mal länger

arbeite, gerade wenn viel Arbeit anfällt.

Ich werde nun sicher in nächster

Zukunft mal in diesem Unternehmen

bleiben. Ich denke, dass ich nach der Ein-

context 12 – 2012

arbeitungsphase auch noch weitere Aufgaben

übernehmen kann. Bezüglich Weiterbildung

wäre eine Idee, via höhere

Fachschule einen Bachelor in Betriebsökonomie

an einer Fachhochschule zu

machen. Interessieren würde mich auch

etwas im juristischen Bereich, dort muss

ich mich aber noch genauer informieren,

was möglich wäre.

Ich wohne momentan noch zu Hause,

meine Freundin auch. Sie ist noch mitten

in der Ausbildung. Zusammenziehen ist

also kein Thema. Wir kennen uns auch

erst seit zwei Monaten. Was ich vom Heiraten

halte? Nun, das braucht es nicht unbedingt,

aber die meisten Frauen wollen

irgendwann heiraten, und deshalb will

ich es auch nicht ausschliessen. Ebenso

ist es auch gut möglich, dass ich eines Tages

Vater werde. Voraussetzung dafür ist

In seinem neuen Job übernimmt Thierry Haldemann mehr Verantwortung als in der Lehre.

aber, dass ich einigermassen gut verdiene

und weiss, was ich beruflich will.

Was mich beschäftigt, ist die Jugendarbeitslosigkeit

in Europa. Das ist eine

Katastrophe. Schuld daran sind meiner

Meinung nach im Wesentlichen die Politiker

und Banken. In manchen Ländern

wäre es an der Zeit, dass Junge in die Politik

nachrücken. Ich selber könnte mir

vorstellen, in eine Partei einzutreten,

wüsste aber nicht, in welche. Mehrere

Parteien vertreten Ziele, mit denen ich

mich identifizieren kann, aber bei keiner

bin ich mit allem einverstanden. Man

kann sich aber auch ausserhalb der Politik

engagieren. So habe ich diesen Frühling

ein Job Speed Dating organisiert, einen

Anlass also, wo sich Stellensuchende

und Arbeitgeber auf unkomplizierte Art

und Weise treffen können. Therese Jäggi


«Fürs 2013 habe ich ein gutes Gefühl»

Adelina Velija, 21, kaufmännische Angestellte bei der AMAG Automobil- und Motoren AG, mag

den Stillstand nicht. Sie bildet sich in einem anderen Berufsfeld weiter.

Die Klassenkolleginnen und -kollegen der Lehrzeit fehlen Adelina Velija ein wenig.

Stillstand ist für mich kein Thema.

Ich will mich weiterentwickeln, das

ist mir wichtig. Ich habe in der AMAG

Retail Uster die kaufmännische Lehre

gemacht, diesen Sommer abgeschlossen

und dann in die AMAG Zentrale Finanzen

in Zürich gewechselt. Ich hätte mir

ebenso eine Ausbildung auf einer Bank

vorstellen können, aber Autos interessieren

mich auch, das schon. Dies ist auch

wichtig in meinem Beruf. Denn wenn ich

zum Beispiel früher Ersatzteile für Reparaturarbeiten

bestellte, musste ich eine

Vorstellung von deren Anwendung haben.

Viele wissen nicht, was eine Kupplung ist,

ich weiss, wie sie funktioniert.

Den Übergang von der Lehre in eine

Festanstellung habe ich als einfach erlebt.

Ich wusste, was mich erwartet, kannte

context 12 – 2012

mich in den Finanzen schon aus. Einzig

die Verantwortung ist grösser. Als Lernende

konnte ich Verantwortung gut

abschieben, das ist nun aber anders. Und

auch der Alltag hat sich geändert, weil

ich jetzt an fünf Tagen pro Woche im

Geschäft bin. Die Schule war eine gute

Abwechslung und ich habe andere junge

Leute aus verschiedenen Betrieben getroffen.

Das fehlt mir heute ein wenig.

Für das Jahr 2013 habe ich ein gutes

Gefühl, privat und beruflich. Angst vor

einer möglichen Krise habe ich nicht. Ich

bin gut ausgebildet und werde mich

zudem später in Buchhaltung weiterbilden.

Ich möchte einmal eine Berufsprüfung

ablegen. Von der schwierigen Lage

in der Welt, all den Krisenherden lasse ich

mich nicht verunsichern. Das bringt

nichts. Ich versuche hier mein Bestes zu

geben, das ist wichtig. Ich blicke auch

ruhig in die Zukunft, weil ich daran bin,

mir ein neues Standbein aufzubauen. Ich

absolviere eine Ausbildung in Massage.

Dies eröffnet mir neben meiner KV­Stelle

eine ganz andere Berufswelt. Eine wunderbare

Ergänzung zum Bürojob.

Ein Wunsch fürs 2013? Nein, ich

glaube nicht, ich habe ja alles. Oder doch,

eine Schildkröte wünsche ich mir. Ich hab

das Tier vor kurzem in einem Geschäft gesehen

und es hat mich völlig fasziniert.

Die will ich. Ich hab schon allen gesagt,

dass ich bald Geburtstag habe.

Rolf Murbach

23


24

Dossier Jugend

TEXTILES | FASHION | MARKETING

context 12 – 2012

Erste Schritte in die Berufswelt

Der Wechsel von der Schule in die Lehre fällt nicht allen leicht. Für die neuen Lernenden

gibt es viele Herausforderungen und neue Situationen zu meistern. Von Noemi Kehl

Nach neun Jahren die Schulbank

drücken freut man sich auf eine

Abwechslung. Diese bietet die Berufslehre.

11 000 junge Leute haben die ersten

3 Monate nun hinter sich. Der Wechsel

von der Schule in die Berufslehre ist nicht

immer ganz einfach. Context hat bei den

Erstlehrjahr-Lernenden nachgefragt,

wie sie die Umstellung wahrnehmen und

mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert

sind.

Der wichtigste Punkt für die meisten

Befragten ist, dass sie sich wohl fühlen.

Dabei spielt der Lehrbetrieb eine grosse

Rolle. Vor dem ersten Arbeitstag kennen

die meisten neuen Lernenden schon das

eine oder andere Gesicht, da sie vielleicht

schon eine Schnupperlehre absolviert haben,

oder sonst sicher vom Vorstellungsgespräch.

Doch das ist lange her.

Zusätzlich nervös macht die Unsicherheit,

wie die Lernenden mit den anderen

Mitarbeitenden umgehen sollen.

Plötzlich befinden sie sich nämlich in der

«Erwachsenenwelt». «Bei uns im Lehrbetrieb

duzen sich alle, das macht am Anfang

vieles einfacher und schafft ein offeneres

Klima», meint Larissa Kuske. Es sei

nämlich schwierig, den richtigen Umgang

mit den Mitarbeitenden zu finden.

Der Tag wird länger

Der Berufsalltag ist nicht ganz ohne. Das

merken die neuen Lernenden früh. «Ich

bin nach einem Arbeitstag am Abend,

wenn ich nach Hause komme, komplett

Höhere Weiterbildung am Puls der Zeit

in der Textil- und Modebranche

- Master (MSc) Product Management Fashion & Textile

- Bachelor (Hons) in Textile Business

Management – Dipl. Textilwirtschafter/in HF

- Textilkauffrau/-mann STF

erledigt», sagt Michélle Vetseu. Die anderen

Befragten stimmen ihr zu. Der Grund

dafür ist naheliegend: In der Volksschule

hat man alle 45 Minuten eine Pause sowie

1,5 Stunden Mittagszeit. In der Lehre ändert

sich das. Es werden 8 bis 8,5 Stunden

am Tag gearbeitet und es gibt nur noch

eine 15-minütige Pause am Morgen.

Dazu kommt noch der Arbeitsweg, der

oft länger ist als der frühere Schulweg.

«Ich muss am Morgen nicht früher aufstehen»,

erklärt Larissa Kuske, «aber ich bin

am Abend später zu Hause.» Und Feierabend

ist nicht gleich Feierabend. «Wenn

ich nach Hause komme, habe ich oft noch

die Hausaufgaben zu erledigen», meint

Jeremy Schwarz. Es ist nicht einfach, die

Arbeit und die Schule beziehungsweise

die Hausaufgaben unter einen Hut zu

bringen. Es benötigt viel Selbstdisziplin

um sich nach einem strengen Arbeitstag

noch zu motivieren, für die Schule zu lernen.

Die Freizeit leidet

Die Umstellung von fünf auf zwei Tage

Schule gefällt den meisten – zumindest

am Anfang. Schnell merken sie aber, dass

weniger Schule mehr Stress bedeutet.

Denn der Stunden- und vor allem der

Stoffplan ist eng und die Zeit knapp. Es

kommen neue Fächer dazu, wie zum Beispiel

Wirtschaft, neue Lehrer, eine völlig

neue Klasse, und die Lehrer geben bereits

am ersten Schultag die Prüfungsdaten

bekannt. Gillian Stepham empfindet die

Schweizerische Textilfachschule

Wasserwerkstrasse 119

CH-8037 Zürich

Telefon 044 360 41 51

www.textilfachschule.ch

Die akademischen Titel wie BA und MA werden in Kooperation mit Partneruniversitäten verliehen.

Berufsschule als viel anstrengender als

die Volksschule: «Es kommt alles zusammen

und es stehen meist mehrere Prüfungen

am Tag an.» Auch Helios White ist

dieser Meinung. Sein Tipp: «Man sollte

immer aufmerksam sein während des

Unterrichts und sich für die Hausaufgaben

genug Zeit einplanen.» Den grössten

Unterschied sehen alle darin, dass sie ihre

Kolleginnen und Kollegen nicht mehr jeden

Tag um sich haben. «Früher haben

wir nach der Schule noch spontan etwas

miteinander unternommen, heute geht

das nicht mehr. Wenn ich etwas mit meinen

Kollegen unternehmen möchte, müssen

wir vorher einen Termin abmachen»,

sagt Helios White.

Dazu kommt noch, dass man in der

Lehre viel weniger Freizeit hat als noch

zuvor. Michélle Vetseu hat sogar ihre beiden

Hobbys für die Lehre aufgegeben, um

mehr Zeit für das Lernen zu haben. Ähnlich

ist es auch bei Larissa Kuske: «Ich

wollte mich am Anfang voll auf die Lehre

und die Schule konzentrieren. Seit einiger

Zeit besuche ich eine Tanzschule, die von

der Schule organisiert wird. Das Gute ist,

dass sie verstehen, wenn ich keine Zeit

habe, um am Tanzunterricht teilzunehmen.»

Die fehlende Freizeit mache allen

zu schaffen, doch müsse man das positiv

sehen, meint Robin Villoz, «schliesslich

erhalten wir jetzt Lohn».

Noemi Kehl ist im 3. Lehrjahr beim KV Schweiz

und hat im Rahmen ihrer Ausbildung einen

Einsatz bei Context geleistet.

Schweizerische Textilfachschule

Informationsabende

in Zürich (19.00 Uhr)

17. Januar 2013

25. Februar 2013

25. März 2013

7. Mai 2013


Bachelor of Science

in Business Administration

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Studienrichtungen General Management, International Management oder Wirtschaftsinformatik

deine Fähigkeiten anzuwenden. Praxisprojekte mit namhaften Unternehmen wappnen dich für

den zukünftigen Berufsalltag.

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9. Januar 2013 in der Aula KBZ St.Gallen

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26

Bündig

context 12 – 2012

Eine reiche Geschichte

«SOLL UND HABEN» – eine schön bebilderte Jubiläumspublikation lässt die Geschichte

der 125-jährigen KV Zürich Business School Revue passieren.

Das Buch blättert man gerne durch.

Nur schon wegen der Gestaltung

und der aussagekräftigen Bilder und

Porträts. Man bleibt hängen, denkt nach,

schmunzelt und taucht in einen der

vielen Texte. Und erfährt so einiges über

die Geschichte der KV Zürich Business

School: Fakten, aber auch Anekdoten

und Kuriosa. So begegnet etwa der

Schriftsteller und Lehrer Richard Reich in

einem MacDonald dem ehrwürdigen

Pädagogen Pestalozzi. Sie unterhalten

sich über Bildung. Die Schule präsentiert

sich in dieser Publikation vielstimmig.

Die Autoren blicken zurück auf Erreichtes,

aber auch auf neue Herausforderungen in

der Zukunft. Die Texte sind informativ,

persönlich, unterhaltsam.

Was zeichnet diese Schule aus, die

seit 125 Jahren die Schweizer Bildungslandschaft

mitprägt? Wie viel verdiente

SchreibtiSch

eine Wirtschaftslehrperson 1919? Was

wünschen sich die Lehrbetriebe künftig

von der KVZBS? Wer wirbelt im Hintergrund,

damit der Schulalltag läuft? Wo

lernen sich Traumpaare an der KVZBS

kennen? Und wie erinnern sich prominente

Absolventinnen und Absolventen

an ihre Schulzeit? Auf diese und andere

Fragen gibt «SOLL UND HABEN» Antwort.

Sie tut dies nicht chronologisch,

sondern thematisch, von A wie Auftakt

bis Z wie Zugabe.

Die Publikation lädt also zum Schmökern

und Lesen ein, nach Lust und Laune,

kreuz und quer. Zu Wort kommen Menschen,

die mit der KV Zürich Business

School verbunden sind und die Schule

zu dem machen, was sie heute ist, ein

Ort des Lernens und der Begegnungen.

Es sind dies: Lernende, Studierende, Lehrpersonen,

Dozenten, (ehemalige) Rekto-

Dölf hitz, Präsident St. Nikolausgesellschaft Zürich. Foto: Reto Schlatter / Zürcher Presseladen

ren, Mitarbeitende in Betrieb und Verwaltung,

bekannte Ehemalige, Lehrfirmen

sowie Persönlichkeiten aus Poli tik, Wirtschaft,

Gesellschaft und Kultur – von Regierungsrätin

Regine Aeppli über ZKB-

CEO Martin Scholl bis zu Autor Richard

Reich. mur

«SOLL UND HABEN»

Herausgeber: KV Zürich Business School

Buchbestellung: bstaub@kvz-schule.ch,

044 444 66 38


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28

Arbeitskleider

Kleider machen Firmen

Rund zwei Millionen Personen in der Schweiz arbeiten in Berufskleidern.

Die Ansprüche an Funktionalität und Qualität sind hoch, was auch den

heimischen Herstellern zugute kommt. Von Andrea Mašek

Schutz für Körper und Kleidung: Berufskleider.

Berufskleidung ist in den Schlagzeilen:

Schweizer Unternehmen lassen

ihre Arbeitskleider in Mazedonien zu

Tiefstlöhnen herstellen. Die nach neuen

Normen produzierten Skispringerdresses

sind ein Sicherheitsrisiko. Dunkle Konditorenkleidung

wird verboten – und wieder

zugelassen.

Es wird und wurde schon immer über

Arbeitskleidung diskutiert. Ob in der

Krankenpflege, im Detailhandel, im Sport.

Mit Kritik ist man jeweils schnell zur Hand.

Zu den 2009 von der Modeschöpferin

Ruth Grüninger neu eingekleideten Flugbegleiterinnen

und -begleitern der Swiss

hiess es: Die Uniformen seien zwar von

hoher Qualität, bequem und zeitlos, aber

zu bieder und es mangle ihnen teils an Stil.

Anders im Ausland, wo der elegante

Chic gerühmt wird, mit dem Christian

Lacroix die Air-France-Mitarbeiterinnen

versehen hat. Der französische Designer

ist in bester (Flug-)Gesellschaft: Sein

Landsmann Pierre Balmain schuf die

Sarongs, in denen bei der Singapore Airline

das Essen serviert wird. Die deutsche

Jette Joop kreierte Uniformen für Airber-

context 12 – 2012

lin, und das spanische Kultlabel Balenciaga

kleidete die Mitarbeitenden von

Oman Air ein.

Markt stagniert

Positive Worte gab es 2004 auch über die

neuen Betriebskleider der Migros, deren

Design von Modemacherin Ida Gut

stammte. «Endlich legen die Migros-Angestellten

punkto Eleganz einen Zacken

zu», wurde damals gelobt. Gut selber

meinte in Interviews, es sei eine enorme

Herausforderung, eine Kleidung zu entwerfen,

die von 40 000 verschiedenen

Menschen getragen werden müsse.

Solche Design-Höhenflüge sind aber

eher die Ausnahme. Die meisten Unternehmen

beziehen ihre Berufskleidung

von darauf spezialisierten Firmen. Schätzungsweise

zwei Millionen Menschen

oder fast jede zweite berufstätige Person

in der Schweiz trägt Berufsbekleidung.

Das ist also ein grosser Markt für Unternehmen,

die Arbeitskleider herstellen

und/oder vertreiben. «Der Markt stagniert

jedoch, weil die Zahl der Berufstätigen,

die Arbeitskleidung tragen, abneh-

men», weiss Kurt Dörfelt, Geschäftsführer

von Spilag, einem 84-jährigen Familienunternehmen

in dieser Branche. Immer

mehr Kleinstunternehmen müssen deshalb

schliessen.

Kontinuität zeigen

Es ist ja auch nicht so, dass Berufskleidung

analog der Alltagsmode jede Saison

ersetzt wird. Um die 57 Millionen Franken

kosteten die neuen Migros-Kleider. Mit

solchen Beträgen kann das Budget nicht

jedes Jahr belastet werden. Zudem legen

Firmen Wert auf Kontinuität – auch in

Bezug auf die Kleidung.

Die Kleiderlieferanten können jedoch

darauf zählen, dass punktuell Kleider

«überarbeitet» werden müssen oder für

bestehende Kollektionen Neuzugänge

bestellt werden. Das können Accessoires

sein wie Foulards gegen die Zugluft oder

Softshell-Gilets für die Arbeit draussen.

Bei Helvetic Airways gilt die Devise: Wenn

ein Kleidungsstück nicht mehr zeitgemäss

ist, in Bezug auf Stoff oder Form,

wird es angepasst oder ersetzt.

Zudem legen Unternehmen heute

mehr Wert auf den Auftritt. Diese Entwicklung

betrifft nicht nur die Grossen,

sondern erstreckt sich laut Kurt Dörfelt

bis zu kleineren Handwerksbetrieben hin.

Auch Kleinstfirmen möchten mit entsprechender

Kleidung die Firmenidentität

nach aussen tragen. Davon profitieren

die Herstellerbetriebe: «Gerade die Kleinmengen

sind entscheidend für den

Markt», sagt Dörfelt.

Firma repräsentieren

Für Designerin Ida Gut ist Berufskleidung

Sprache. Sie sei eine Ausdrucksweise,

die Identifikation verleihe und darüber

entscheide, ob jemand wahrgenommen

werde. Genau darum geht es. Die Erkennbarkeit

der Mitarbeitenden ist eine

wichtige Anforderung, die an die Berufskleidung

gestellt wird. Das Helvetic-Airways-Personal

trägt Uniformen, um die

Firma zu repräsentieren, der Corporate

Identity gerecht zu werden, als Pilot oder

Cabin Attendant erkennbar zu sein sowie

der Firma ein Gesicht zu geben.

Bei den Detailhändlern ist das nicht

anders. Meist werden deshalb die Unter


nehmensfarben in der Berufskleidung

aufgenommen. Bei Migros beispielsweise

dominiert Orange in den Supermärkten,

im Fachmarkt Melectronics hingegen

Blau – ein Streifen Orange auf der Kleidung

verdeutlicht jedoch die Zugehörigkeit

zur Migros. Wie von verschiedenen

Seiten bestätigt wird, soll die Berufskleidung

die Identifikation mit dem Unternehmen

steigern und den Zusammenhalt

unter den Angestellten stärken.

Schutzfunktion übernehmen

Bei der Berufskleidung ist aber auch die

Schutzfunktion ein sehr wichtiger Aspekt.

Arbeitskleider schützen den Körper oder

die eigene Kleidung, und sie müssen oft

aus hygienischen Gründen getragen werden.

Multifunktional muss Berufskleidung

sein, deshalb rückt der Stil, das Modische

im Normalfall in den Hintergrund.

Weitere Anforderungen, die heute an

Berufskleidung gestellt werden, sind:

Langlebigkeit, Waschbarkeit und Tragekomfort.

Letzterer hat sich dank modernen

elastischen Materialien deutlich verbessert,

wie Kurt Dörfelt von Spilag betont.

«Unserem Firmenprofil entsprechend

müssen die Uniformen robust, dauerhaft,

schlicht, bequem, praktisch und ergänz-

context 12 – 2012

YOUR

IT HEART

BEAT

FASt Freiwillig

Es gibt auch Berufsstände, die sozusagen Andrea Unterwäsche, Mašek ist Context-Redaktorin.

Make up und Fingernägel

freiwillig «Uniformen» anziehen: Über andrea.masek@kvschweiz.ch

beinhaltete. In der Zwischenzeit ist er

die Jahre ist die Tradition entstanden, beträchtlich gelockert worden.

dass zum Beispiel Banker Anzüge und Konkurrentin Credit Suisse kennt bloss

Marketing- und Werbfachleute Pullis und ein sogenanntes Savoir-Faire-Dokument

Dreitagebärte tragen. Experten erklären für Angestellte im Private-Bankingdies

damit, dass sich Arbeitnehmende Bereich. Zurich, Winterthur, Swiss Life

automatisch an die Arbeitsumgebung und Pax machen wie die Raiffeisen

anpassen.

Gruppe keine Vorschriften, dennoch tra-

Gerade Unternehmen wie Banken oder gen Mitarbeitende der letzteren im Um-

Versicherungen, wo Kundenkontakt gang mit Kunden ganz selbstverständ-

herrscht, kennen aber auch Dresscodes. lich eine Krawatte. Das Einhalten von

Sie seien eine wichtige Komponente der Kleidervorschriften in der Berufswelt sei

nonverbalen Kommunikation, wird be- eine Form von Respekt gegenüber der

gründet. 2010 verursachte der damals Kundschaft wie auch der Firma, sagen

neue, rigorose Dresscode der UBS aller- Stilexperten. Wer sich dem Stil des Undings

einen Aufschrei: weil er sich ternehmens anpasse, könne nichts

bis auf jedes winzige modische Detail falsch machen. Und es wird empfohlen,

erstreckte und selbst Vorschriften zu auf Qualität zu achten.

bar sein», sagt Tabea Steffen, zuständig

für Design und Marketing bei der Helvetic

Airways.

Sehr dankbar sind Firmen wie Spilag

für die hohen Ansprüche, die Unternehmen

an die Berufskleidung stellen. «Mit

der Konzentration auf höchste Qualität

können wir den allgemeinen Rückgang

an Berufskleidung kompensieren», sagt

Kurt Dörfelt. Damit haben die Schweizer

Firmen auch ausländische Agenturen

etwas vor, die versuchen, in die Hochpreisinsel

Schweiz zu drängen.

Den Ansprüchen der Kundschaft wird

von den Herstellern Rechnung getragen.

«Unser Kerngeschäft ist ein

hochstehender Gästeservice

für unvergessliche Ferienerlebnisse.

Den Betrieb der

komplexen, leistungsfähigen

IT-Infrastruktur überlassen

wir den Spezialisten. Dank

der iSource befi nden wir uns

jetzt immer auf der Höhe der

Technik und werden regelmässig

über relevante Technologietrends

ins Bild gesetzt.»

Philipp Holenstein

Leiter Administration

Arosa Bergbahnen AG

«Ihre Ansprüche sind unsere Ansprüche»,

so Dörfelt. Können die Berufstätigen, die

Berufskleidung tragen müssen, da auch

mitreden? Die Mitarbeitenden von Helvetic

Airways dürfen Wünsche und Anregungen

anbringen. Bei der Migros werden

jeweils verschiedene Modelle

entworfen und von Angestellten getestet.

Ihre Feedbacks zählen gleich wie jene

aller anderen Involvierten – vom Wäschereiverantwortlichen

über Zertifizierungsstellen

bis Lieferanten.

Andrea Mašek ist Context-Redaktorin.

andrea.masek@kvschweiz.ch

OUTSOURCING SERVICES

CONSULTING ENGINEERING

IT SERVICE CENTER

Zahlreiche Kunden aus den unterschiedlichsten

Branchen verlassen sich täglich auf die

langjährige Erfahrung und die ausgewiesenen

Spezialisten von iSource. www.isource.ch

29


30

Diplomarbeit

Auch der Arbeitgeber

profitiert vom Studium

Elmi Osman hat mit seiner Diplomarbeit dazu beigetragen, dass sein Arbeitgeber

Kosten einsparen kann. Text und Foto Rolf Murbach

Elmi Osman hat viel Zeit in seine Diplomarbeit investiert. Das Resultat hat ihm einen Karriereschritt ermöglicht.

Vielen Studierenden fällt das Schreiben

einer Diplomarbeit schwer.

Wenn es gegen das Ende der Ausbildung

geht, sind die Gedanken meist bei dieser

längeren schriftlichen Arbeit. Welches

Thema eignet sich? Wie finde ich einen

sinnvollen Praxisbezug? Wie soll ich

beim Planen, Recherchieren und Verfassen

des Textes vorgehen? Und wie bringt

man den Job und eine oft rein theoretische

Diplomarbeit unter einen Hut, wenn

man berufsbegleitend studiert? Die

Schlussphase ist meist mit viel Aufwand

und Stress verbunden.

context 12 – 2012

Das muss nicht zwingend so sein.

Eine Diplomarbeit kann auch stressfrei,

praxisbezogen und für die eigene Laufbahn

erst noch nutzbringend sein. Elmi

Osman hat das so erlebt. Er hat eine

Arbeit verfasst, die seinem Arbeitgeber

half, Kosten zu senken, und ihm sogar

den nächsten Karriereschritt ermöglichte.

«Eine klassische Win-Win-Situation»,

sagt der 27-Jährige. Elmi Osman

arbeitet bei SR Technics, wo er zu einem

Team gehört, das für das sogenannte

Komponenten-Management verantwortlich

ist. Diesen Herbst hat er am Schwei-

zerischen Institut für Betriebsökonomie

SIB das Studium zum Diplomierten

Betriebswirtschafter abgeschlossen.

Verständnis für Technik

Elmi Osman ist fasziniert von der Aviatik

und versteht einiges davon – auch von

technischen Dingen. Dies wird deutlich,

wenn man mit ihm durch die immensen

Hangarhallen schreitet, wo gleich vier

Airbus A 340 stehen. Eine Maschine ist

halb ausgeweidet, viele Teile sind für

Wartungsarbeiten zerlegt. An anderen

Fliegern stehen grosse Gerüste, auf denen


überzeugende leistungen

Mit Engagement und Begeisterung haben zahlreiche Mitarbeitende von BDO eine Aus- und

Weiterbildung absolviert und im 2012 erfolgreich abgeschlossen. BDO gratuliert allen

Absolventen. Speziell freut sie sich über die folgenden Auszeichnungen:

Dipl. Treuhandexperte/in

Brigitte Hintermann, Stans (2. Rang)

Beda Marti, Solothurn (2. Rang)

Sonja Motz, Wetzikon (3. Rang)

Treuhänderin mit eidg. Fachausweis

Anita Gisler, Altdorf (1. Rang)

Fleur Tresch, Altdorf (3. Rang)

Die attraktiven Arbeitsbedingungen und Berufsperspektiven von BDO haben zu diesem

Erfolg beigetragen. BDO ist stolz, dass die Mitarbeitenden tagtäglich 20‘000 Kunden mit

Wissen, Können und Enthusiasmus begeistern.

www.bdo.ch

Prüfung • Treuhand • Beratung


32

Diplomarbeit

die Mechaniker an den Triebwerken und

an der Flugzeugzelle arbeiten. Hier werden

die Riesenvögel gewartet, Teile

ersetzt, Checks durchgeführt. Elmi Osman

erklärt ausführlich, was wo gerade

gemacht wird. Sein Wissen eignete sich

der gelernte Kaufmann während Jahren

in hausinternen Kursen und vor allem on

the job an. Sein Aufgabengebiet: das ICS

Repair Cycle Management, das Reparaturmanagement

für Komponenten.

Wenn bei einem Flugzeug zum Beispiel

ein Navigationssystem, ein Triebwerk

oder eine Kaffeemaschine überprüft

und gewartet werden muss, dann kommt

SR Technics zum Zug. Das Unternehmen

stellt sicher, dass Ersatzteile innert kurzer

Zeit verfügbar sind und Reparaturen

zeitgerecht durchgeführt werden. Dass

Hunderte von Fliegern auf unzähligen

Flughäfen rechtzeitig starten und landen

können, bedingt eine ausgeklügelte

Logistik für das Reparaturmanagement

von Komponenten. In diesem Bereich stehen

bei SR Technics rund 1000 Flugzeuge

von 15 Airlines unter Vertrag. Das heisst,

das Unternehmen ist dafür verantwortlich,

dass die jährlich rund 100 000 Repa-

StudIuM BEtRIEBSwIRtSchaft hf aM SIB

Die Ausbildung zum eidgenössisch geschützten

Titel «dipl. Betriebswirtschafter/in

HF» am Schweizerischen Institut

für Betriebsökonomie SIB vermittelt

den Studierenden ein umfassendes betriebswirtschaftliches

Know-how.

Das Studium ist praxisbezogen und

orientiert sich an sogenannten Handlungsfeldern:

Unternehmensführung,

Marketing/Public Relations, Produktion,

Beschaffung und Logistik, Qualität, Umwelt

und Sicherheit, Personalwesen,

Finanzierung und Investition, Rechnungswesen,

Informatik, Organisationsgestaltung

und -entwicklung sowie Projektmanagement.

Die ersten beiden Studienjahre dienen

der Erarbeitung der Fach-, Methoden-

und Sozialkompetenz in den Handlungsfeldern.

Die Studierenden verknüpfen

dabei anhand von Fallbeispielen, Praxissituationen

und Reflexionsaufgaben das

neu erworbene Wissen mit den eigenen

context 12 – 2012

raturdienstleistungen für diese Kunden

reibungslos über die Bühne gehen, und

zwar weltweit.

40 000 Komponenten

Zusätzlich zu den eigenen Reparaturleistungen

werden manche Komponenten

auch von externen Anbietern gewartet.

«Wir arbeiten mit über 600 externen Reparaturdienstleistern

zusammen und

managen 40 000 Komponenten», sagt

Elmi Osman.

Er ist begeistert von diesem Geschäft

und sieht seine Zukunft klar in der Luftfahrtbranche,

wie er sagt. Nach seiner

Lehre bei Contraves Space wechselte er

zu SR Technics, wo er im Einkauf Verbrauchsmaterial

tätig war. Nach drei Jahren

hatte er die einmalige Chance, einen

Job in Los Angeles anzutreten. In Kalifornien

betreute er bei einem Lieferanten

von SR Technics den Einkauf verschiedener

Verbrauchsmaterialien. «Das war

eine tolle Erfahrung. Ich habe in dieser

Zeit sehr viel gelernt – im Job und im

Leben», erinnert sich Elmi Osman.

2009 kehrte er zurück in die Schweiz

und arbeitete bei SR Technics im Einkauf

Erfahrungen. Im dritten Jahr steht eine

komplexe Fallstudie im Zentrum der

Ausbildung.

Das Studium kann in den drei Varianten

«80», «90» und «100» absolviert werden.

Bei Variante 80 findet der Unterricht

an einem ganzen Tag und einem Abend

statt, bei Variante 90 an einem Nachmittag

und zwei Abenden und bei Variante

100 an einem Abend und am Samstag

den ganzen Tag. Zur Studienmethodik

gehören: Präsenzunterricht, Selbststudium,

Lern- und Prüfungsleistungen sowie

E-Learning.

Weitere Ausbildungen am SIB: Marketingmanager/in

HF, Controller/in NDS HF,

Leiter/in Finanzen&Dienste NDS HF,

Personalleiter/in NDS HF, Business Engineer,

Qualitätsmanager/in, Schulverwaltungsleiter/in

Informationen:

www.sib.ch

von Reparaturdienstleistungen. Und nun

bekam er einen genaueren Einblick in

eine der Kernkompetenzen von SR Technics,

das Komponenten-Geschäft. Das

bedeutet Hunderte von Reparaturen,

Tausende von Komponenten, Dutzende

von Reparaturdienstleistern, Reparaturen

inhouse und extern, unterschiedliche

Komponentenlieferzeiten und Kostenstrukturen.

Elmi Osman war fasziniert

von diesem Geschäft und in welch komplexer

Weise Akteure, Prozesse und Komponentenmanagementzusammenhängen.

Gleichzeitig wuchs die Überzeugung,

dass man vielleicht einiges vereinfachen,

gewisse Prozesse ändern und somit Kosten

sparen könnte. Die Diplomarbeit am

SIB war für Elmi Osman bei SR Technics

eine gute Gelegenheit, zusammen mit

dem Team sich genauer mit diesem

Thema auseinanderzusetzen.

Eine neue Stelle

Für Stefan Schweizer, Manager und verantwortlich

für das gesamte Repair Cycle

Management, war dies ideal, da er in diesem

Bereich viel Verbesserungspotenzial

sah. «Wir schafften eine Stelle für Elmi

Osman. Seine Aufgabe: das Kosteneinsparungspotenzial

im Bereich Reparaturdienstleistungen

aufdecken.»

Für eine Diplomarbeit am SIB wenden

die Studierenden zwischen 300 und

400 Stunden auf. Bei Osman waren es

deutlich mehr, wobei er durch die grosse

Übereinstimmung mit seinem beruflichen

Aufgabengebiet vieles während der

Arbeit erledigen konnte. Osman untersuchte

unter anderem die Datenqualität

und analysierte die hochkomplexen Arbeitsabläufe.

Dass SR Technics einem Mitarbeiter

ermöglichte, im Rahmen seiner offiziellen

Funktion eine Diplomarbeit zu verfassen,

hat sich für das Unternehmen

gelohnt. «Aufgrund der Arbeit von Elmi

Osman erwarten wir einen Beitrag von

20 Prozent am gesamten Einsparungspotenzial

in unserem Bereich», sagt Stefan

Schweizer. Und auch für den Werkstudenten

hat sich das Engagement ausbezahlt.

Er wurde vor kurzem befördert.

Rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch


Die Schule für angehende

Berufseinsteiger

und Studenten.

– Talentjahr

– 10. Schuljahr/3. Sek. A

– Mittelschulvorbereitung

– Kaufmännischer Vorkurs

– Handelsschule/KV (B- und E-Profil)

– Kaufmännische Berufsmaturität (M-Profil)

– Gymnasium

– Internationale Matura (IB)

Nächster Info-Abend: 22.1.2013 18.30 Uhr

Telefon 043 268 25 11

info@juventus.ch, www.juventus.ch

Die Schule für Aus-

und Weiterbildung im

Gesundheitswesen.

– Med. Praxiskoordinator/-in

– Med. Assistenzberufe

– Med. Sekretariat

– Med. Weiterbildung

– Berufsbegleitende Umschulung zur/-m

Praxisgehilfin/-en

Nächster Info-Abend: 22.1.2013 18.30 Uhr

Telefon 043 268 25 10

info@juventus-woodtli.ch, www.juventus-woodtli.ch

Die Schule für

kaufmännisches

Wissen.

– Handels-Akademie

– Management-Akademie

– Marketing-Akademie

– HR-Akademie

– Finanz-Akademie

Telefon 044 446 45 45

info@klz.ch, www.klz.ch

Der Bildungs-Hub am Zürcher HB.

Nächster Info-Abend: 23.1.2013 18.30 Uhr

Die Höhere Fachschule

für Techniker.

– HF Maschinenbau

– HF Elektronik

– HF Informatik

– HF Supply Chain Management

– Logistikfachmann/-frau mit eidg. FA

– Technische/r Kaufmann/-frau mit eidg. FA

– Technische Berufsmatur II

Nächster Info-Abend: 24.1.2013 18.45 Uhr

Telefon 043 268 25 09

info@technikerschule-hf.ch, www.technikerschule-hf.ch


34

Laufbahn

context 12 – 2012


Ein Spatz für alle Fälle

Marc Jansen, 44, hat im September 2012 das Ruder beim Zelthersteller Spatz in Zürich

übernommen. Die Herausforderung, mit einem Team von zwanzig Leuten die Marke Spatz

in die Zukunft zu führen, begeistert ihn. Text Stefan Hartmann / Foto Trix Niederau

Ein wunderschönes Backsteinhaus,

vierstöckig, an einer ruhigen Wohnstrasse

in Zürich-Hottingen gelegen. Hier

ist die Firma Spatz zu Hause. Ihre Zelte

sind seit der Gründung vor 77 Jahren zu

einer Marke mit Kultstatus gereift. Vor allem

die Gruppenzelte sind ein Klassiker.

Viele Jugendliche kennen die rehbraunen

Zelte aus dem Ferien- oder dem Klassenlager,

verknüpfen damit grossartige Erinnerungen

an Naturerlebnisse, Kameradschaft,

ja vielleicht auch an erste

Liebschaften.

Der Zeltpionier Hans Behrmann,

Pfadfinder aus Leidenschaft und begnadeter

Tüftler, gründete 1935 aus der Not

heraus ein Nähatelier. «Spatz» taufte er

das Kind kurzerhand und hatte bald

schon die zündende Idee: Er erfand das

Spatz-Doppeldachzelt mit der isolierenden

Luftschicht zwischen zwei dicht gewobenen

Baumwollplanen. Das ermöglicht

optimale klimatische Verhältnisse,

das heisst: am Morgen keine Kondensfeuchtigkeit

oder Nässe an der Zeltwand.

Und bei heissem Wetter wird das Zelt

nicht zur Sauna, sondern bleibt angenehm

durchlüftet.

Die Vorzüge der Spatz-Zelte sprachen

sich rasch herum; die Spatzen pfiffen es

buchstäblich von allen Dächern. Gerade

die Gruppenzelte sind bis heute der Verkaufsschlager

von Spatz. Sie heissen «Familia»,

«Bijou» oder «Gruppen-Spatz 180»,

verfügen über ein Vordach und bieten

zwei bis zehn Personen Platz. Der legendäre

«Achterkahn», das Spatz Maxi zum

Beispiel, beherbergt spielend eine grös-

sere Gruppe von 8 Personen. Der kleine

Bruder «Bijou» ist ein Zweierzelt und eignet

sich ideal für Velotouren.

Der Spatz hat ihn gefunden

Heute steht das Unternehmen an einem

Wendepunkt. Nach Problemen in der Firmenleitung

suchte der Verwaltungsrat

context 12 – 2012

von Spatz nach Geschäftspartnern. Die

Belegschaft war bereit, ihre Aktien zu verkaufen.

Auf die Ausschreibung in der

Presse und im Internet meldete sich neben

einem Dutzend Interessenten auch

Marc Jansen, der eben von einer längeren

Weltreise mit seiner Frau nach Zürich zurückgekehrt

war. «Wir waren aber nicht

mit dem Zelt unterwegs», präzisiert er.

Natürlich kannte er das Spatz-Zelt aus

seiner Pfadizeit. Und er erinnert sich gut

daran, dass es auch bei Regen trocken im

Zelt blieb! Fast zehn Jahre lang hatte der

gelernte Kaufmann Marc Jansen zuvor in

einer Lebensmittel-Importfirma gearbeitet.

Er sei darum «zu hundert Prozent ein

Quereinsteiger» in der Zeltbranche, gesteht

er in der engen Spatz-Küche an der

Hedwigstrasse 25, wo wir beim Kaffee sitzen.

Das Inserat im Internet habe ihn

förmlich elektrisiert – «Spatz hat mich gefunden,

nicht umgekehrt», schmunzelt er.

«Es war genau das, was ich gesucht habe.»

Gereizt hat ihn vor allem die unternehmerische

Herausforderung. Doch wie

kommt man vom Fleischhandel ins Zeltgeschäft?

«Indem man tief drinnen ein

Händler ist, und natürlich Freude an der

Teamarbeit, der Natur und den Bergen

hat.» Jansen ist in Luzern und am Zürichsee

aufgewachsen. Bei Mövenpick absolvierte

er 1986 bis 1989 die KV-Lehre. «Ueli

Prager, legendärer Gastropionier und

Gründer von Mövenpick, war ein Patron,

wie er im Buche steht. Aber er war ein fairer

Lehrmeister», erinnert er sich. Bei ihm

habe er gelernt, dass man konsequent

vorleben müsse, was man selber predige.

Den Satz «Du musst voll und ganz hinter

deinem Projekt stehen» hat Marc Jansen

verinnerlicht. Mit dieser Einstellung ist er

bei Spatz ans Werk gegangen, als er im

September 2012 die Aktienmehrheit des

Unternehmens übernahm.

Das Team als Kapital der Firma

Die zwanzig Spatz-Angestellten traten

ihm ihre Aktien ab und liessen sich auszahlen.

«Als Alleinaktionär kann ich

meine Ziele unbefangener und zielgerichteter

realisieren.» Spatz-Firmengründer

Behrmann, der 1999 verstarb, hatte seinerzeit

aus Wertschätzung heraus seinen

Mitarbeitern Aktien geschenkt – eine für

jedes Dienstjahr. Natürlich war Jansen

klug genug, nach der Firmenübernahme

die Mitarbeiter zu behalten. «Sie sind das

Kapital von Spatz», sagt er, «weil sie den

«Ueli Prager, legendärer Gastropionier und Gründer

von Mövenpick, war ein Patron wie er im Buche steht.

Aber er war ein fairer Lehrmeister.»

Betrieb kennen und vor allem über das

wertvolle Zeltwissen verfügen.» Sie kannten

zum Beispiel noch alte Schnittmuster

aus den 1970er-Jahren, die in einer Nische

vor sich hingeschlummert haben. Diese

wurden jetzt hervorgeholt und weiterentwickelt.

Zurzeit werden mehrere Prototypen

erprobt. Betriebsintern war Handlungsbedarf

auf verschiedenen Ebenen angesagt.

«Der Spatz ist kerngesund, doch etwas

angestaubt», erklärt Marc Jansen.

«Wir müssen unsere Firma vom Auftritt

her auf Vordermann bringen.» So hat er,

kaum im Amt, die Modernisierung des

Verkaufsladens im Parterre an die Hand

genommen. Alle Mitarbeitenden haben

kräftig angepackt und den Laden in 10

35


36

Laufbahn

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context 12 – 2012

Tagen in ein modernes und freundliches

Lokal umgestaltet. «Das war 100 Prozent

Eigenleistung – ohne einen einzigen externen

Handwerker». Auf die Leistung sei

das Team sehr stolz. «So etwas schweisst

zusammen.»

Der Laden ist hell und übersichtlich.

Hier findet der Outdoor-begeisterte

Kunde alles, was er zum Campieren

braucht: Vom Grill über Outdoor-Bekleidung

bis zum Rucksack. Spatz bietet auch

Produkte von NAU, VAUDE oder Icebreaker

an – Firmen mit einem ähnlichen

Credo wie Spatz. Zwei Artikel sind allerdings

garantiert «inhouse» gefertigt –

Baumwoll-Zelte und -Schlafsäcke von

Spatz. Die Materialien stammen aus der

Schweiz: Die Baumwolle wird in einer

Spinnerei im glarnerischen Ziegelbrücke

gewoben; dann geht der Stoff nach Zofingen

in die Veredelung. Am Schluss wird er

von Spatz in Zürich zu Zelten oder Schlafsäcken

vernäht. Die Aluminiumstangen

liefert die Alu Menziken. Echt «Swiss

made» also. Der Wimpel mit dem Spatz

verspricht Qualität, fast wie eine Schweizer

Uhr oder ein Schweizer Sackmesser!

Zehn Jahre Garantie

«Outdoor ist derzeit ein Mega-Hype»,

stellt Jansen fest. «Draussen zuhause»

oder «Ich bin raus» lauten die Slogans bei

grossen Outdoor-Häusern. «Der Spatz-

Kunde praktiziert das schon lange», lacht

Jansen. Nur habe man wenig über die Naturverbundenheit

des Campers gesprochen.

«Spatz hat sein Licht etwas gar fest

unter seinen Scheffel gestellt.» Die Website

sei die nächste dringende Aufgabe,

die keinen Aufschub erlaube. «Sie muss

moderner werden, damit wir die Jungen

besser ansprechen; sie muss vor allem für

Onlinebestellungen fit gemacht werden.»

Das Zielpublikum von Spatz habe Freude

am Campieren und am Draussensein, wobei

der Kompetenzbereich räumlich bis

zu den Voralpen reiche, schränkt Jansen ein.

Fürs Trekken im Hochgebirge seien

andere Outdoor-Firmen besser; da zähle

leichte Ausrüstung; Baumwollzelte seien

dafür zu schwer – was längstens mit

Spatz-Qualität wett gemacht wird:

Spatz-Zelte können dem Regen recht

lange trotzen, und sollte einmal der Reissverschluss

klemmen, so kann ein Spatz-

Zeltbesitzer auch noch zehn Jahre nach

dem Kauf Garantie einfordern. Wer bietet

heute noch solchen Service! «Das wäre

kaum möglich, wenn man im Ausland

fertigen würde», glaubt Jansen.

Ein Zelt pro Tag

Spatz zeigt, dass es auch anders geht. Ganz

anders. In Zeiten von Massenware, tiefen

Stückzahlpreisen und günstiger Herstellung

in Asien, lässt einen die Spatz-Produktion

ehrfürchtig erschauern: ein Zelt

pro Tag. Dieser Output dürfte Betriebsökonomen

den kalten Schweiss auf die Stirne

treiben. Nicht so bei Marc Jansen. «Bei uns

wird das Zelt in hochwertiger Handarbeit

gefertigt; das Gruppenzelt ‹Spatz Maxi›

nimmt gut und gerne zwei Tage in Anspruch.»

Und das hat natürlich seinen

Preis, es kostet 2490 Franken.

Marc Jansen nimmt den Journalisten

auf einen Rundgang durchs Haus mit.

Erste Station ist die Manufaktur-Abteilung.

Hier scheint die Zeit stehen geblieben

zu sein – der Saal sieht aus wie vor 50

Jahren. Wenn es hoch kommt, rattert hier

eine Nähmaschine. Spatz zählt zum «stillen

Kleingewerbe»; im Wohnquartier hat

sich noch nie jemand über Lärm beklagt.

Normalerweise arbeiten in der Manufaktur

4 bis 6 Leute. Enza Russo steht am

grossen Fertigungstisch und macht sich

an einem Zelt zu schaffen. Sie gehört zum

«Urgestein» des Spatz und arbeitet schon

15 Jahre im Betrieb. «Marc, kannst du mir

schnell helfen, das Zelt zu kehren?» Klar

kann er das. Der familiäre Umgangston

ist locker, man hilft sich selbstverständlich.

Jansen ist einer vom Team. Er hat

«Die Website muss moderner werden, damit

wir die Jungen besser ansprechen.»

nicht einmal ein eigenes Büro, sondern

arbeitet im Backoffice, Seite an Seite mit

den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

aus dem Innendienst, welche die Bestellungen

entgegennehmen, Ware einkaufen

oder das Rechnungswesen betreuen

und Auskunft geben.

Riesiges Platzproblem

Beim Rundgang durch die Etagen sind wir

am Ende über eine abenteuerliche Treppe

ins Dachgeschoss gelangt, wo weitere

Zelte zu besichtigen sind. «Unsere Kunden

sind sportlich», witzelt Marc Jansen.

Um sogleich nachzuschieben: «Wir haben

ein riesiges Platzproblem.» Der Spatz ist

verzettelt über vier Stockwerke. Dazu

kommt eine Aussenstelle mit einer weiteren

Ausstellungsfläche. «Für jeden Besucher,

der dorthin will, müssen wir einen

unserer Leute mitschicken, das ist unpraktisch

und sehr aufwendig.» Und auch

die Räume für Warenannahme und das

Lager im Keller sind beengend. Ebenso die

Zufahrt für die Lieferanten. Vor dem Haus

gibt es nur wenige Parkplätz für Kunden.

«Gerne hätten wir natürlich einen

Standort, der mehr Laufkundschaft anzieht»,

sagt Jansen. Zurzeit sucht er nach

einer eleganten Lösung, die allen Anforderungen

gerecht würde. Leichter gesagt,

als getan, denn in Zürich sind Gewerbe-

Räumlichkeiten an guter Lage begehrt,

die Mieten fast unbezahlbar. Spatz-Inhaber

Jansen nimmt die Standortsuche als

sportliche Herausforderung. Man darf gespannt

sein, wo der Spatz noch landen

wird.

Stefan Hartmann arbeitet im Zürcher

Journalisten-Büro Presseladen.

sthartmann@presseladen.ch

Trix Niederau ist freie Fotografin in Zürich.

trix.niederau@gmx.ch


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Ratgeber

context 12 – 2012

Ratgeber

Haben Sie Fragen rund ums Thema Arbeitsplatz? Die Experten des KV Schweiz geben den

Mitgliedern Auskunft. > beratung@kvschweiz.ch oder www.kvschweiz.ch/beratung

Büroalltag

Carla Weber arbeitet als Psychologin

beim KV Schweiz.

> carla.weber@kvschweiz.ch

Ungewissheit

Wie behalte ich

die Nerven?

In unserem Betrieb steht eine

Umstrukturierung bevor.

Meine Arbeitsstelle ist nicht

gefährdet, aber es wird gravierende

Änderungen geben. Geplant

ist die Zusammenlegung

verschiedener Abteilungen.

Ich bin mir Veränderungen

eigentlich gewohnt – es handelt

sich nicht um die erste

Reorganisation. Trotzdem

löste die Nachricht grosse Unsicherheit

bei mir aus. Vielleicht

hat es damit zu tun, dass

ich schlechte Erfahrungen

gemacht habe. Letztes Mal

kündigte eine Kollegin, die ich

sehr gut mochte. Der Gedanke,

dass wieder so etwas passieren

könnte, macht mich nervös.

Die meisten Menschen haben

Mühe mit unsicheren Situationen.

Wir möchten uns gerne

verlassen können – auf einen

sicheren Arbeitsplatz, auf unsere

Beziehung, auf die Stabilität des

Euro usw. Doch wir leben in einer

Zeit der Veränderungen und Ungewissheiten.

Gerade in der Arbeitswelt

bleibt oft kein Stein

auf dem anderen.

Die Abneigung gegen Unsi-

cherheit ist ein evolutionäres

Erbe. Als die Menschen noch

durch die Steppe streiften, hatte

die Angst in unsicheren Situationen

eine wichtige Schutzfunktion.

Es war zum Beispiel gut,

Beeren nicht zu essen, die man

nicht kannte. Heutzutage lauern

aber keine Raubtiere mehr um

die Ecke und die Lebensmittel im

Supermarkt sind garantiert geniessbar.

Unsere Angst vor Unbekanntem

ist häufig ein Hindernis.

Wir sind also gefordert und

sollten zunehmend mit offenen

Situationen klar kommen. Für die

Fähigkeit, mit Ungewissheit umgehen

zu können, gibt es in der

Psychologie einen Begriff: «Ambiguitätstoleranz».

Menschen

mit hoher Ambiguitätstoleranz

können Unsicherheit aushalten

und denken in Grautönen statt in

Schwarz-Weiss. Sie können offene

Fragen stehen lassen und

bewerten unklare oder irritierende

Informationen nicht sofort

negativ. Unter Widersprüchlichkeit

leiden sie nicht, sondern

können konstruktiv damit um-

gehen.

Es kann durchaus sein, dass

Ihre Befürchtung sich bewahrheitet.

Vielleicht verschlechtert sich

Ihre Arbeitssituation durch die

anstehende Reorganisation erneut,

vielleicht ist genau das Gegenteil

der Fall. Das wissen Sie

(noch) nicht. Sie kommen also

nicht darum herum, Ihr Unwissen

zunächst auszuhalten. Eine hohe

Ambiguitätstoleranz könnte Ihnen

dabei helfen. Natürlich lässt

sich diese Fähigkeit nicht einfach

antrainieren, aber sie lässt sich

fördern, mit folgenden Haltungen

und Überlegungen:Gestalten

Sie die Veränderungen aktiv mit.

Akzeptieren Sie dabei, dass Sie

viele Ereignisse nicht unter Kontrolle

haben. Trotzdem ist dies

kein Grund, um in Hilflosigkeit zu

erstarren. Nichts ist bis ins Detail

geplant. Suchen Sie den Spielraum,

den Sie nutzen können.

«Katastrophendenken» verstellt

den Blick auf mögliche

Chancen. Klar kann es wieder zu

Kündigungen kommen, aber wer

weiss, vielleicht bringt die erwähnte

Zusammenlegung der

Abteilungen eine neue Teamkonstellation,

die Ihnen ganz gut

gefällt.

Gönnen Sie sich ab und zu

Distanz zu den Ereignissen mit

der «Vogelperspektive». Schauen

Sie ganz gelassen auf das, was

sich da unten abspielt. Diese Umstrukturierung

wird nicht die einzige

gravierende Veränderung in

Ihrem Leben sein. Vieles haben

Sie bereits gut gemeistert. Bestimmt

gab es schon einige Hürden,

die zu Beginn sehr hoch

schienen und die im Rückblick

doch gut überwindbar waren.

Recht

Felix Kuster arbeitet beim

Rechtsdienst des KV Schweiz.

> felix.kuster@kvschweiz.ch

Zumutbarkeit

Müssen wir Überstunden

leisten?

Seit einiger Zeit leisten wir in

unserer Abteilung Überstunden

in erheblichem Umfang.

Es begann damit, dass zwei

Mitarbeiter aus Spargründen

entlassen wurden und deren

Arbeit jetzt mehr oder weniger

regelmässig auf die verbliebenen

Mitarbeiter verteilt wird.

Wie lange ist dieser Zustand

zumutbar?

Vorweg ist festzuhalten, dass

der Arbeitnehmer zur Leistung

von Überstundenarbeit gesetzlich

verpflichtet ist (Art. 312c Abs.

1 OR). Diese Verpflichtung besteht

allerdings nur dann, falls

die Überstundenarbeit erstens

betriebsnotwendig und zweitens

für den Mitarbeiter zumutbar ist.

Die Notwendigkeit zur Erbringung

von Überstunden wird angenommen,

wenn der Arbeitgeber

einen ausserordentlichen

Arbeitsanfall zu bewältigen hat,

andere Mitarbeiter vorübergehend

(z.B. krankheitsbedingt)

ausfallen oder dringliche Arbeiten

zu erledigen sind (z.B. Buchhaltungsabschlüsse

am Jahresende).

Die Leistung von Überstundenarbeit

kann unzumutbar sein,

wenn z.B. Familienpflichten mit

diesen zeitlich zusammenfallen.

Eine Mutter, die nach der Arbeit

gewöhnlich ihre Kinder in der

Schule abholt, wird nicht in der

Lage sein, an diesen Tagen länger

zu arbeiten. Ebenfalls als unzumutbar

wird Überstundenarbeit

taxiert, falls diese durch eine

andere Betriebsorganisation vermieden

werden könnte. Dieser

Gesichtspunkt der Zumutbarkeit

spielt im von Ihnen geschilderten

Sachverhalt eine entscheidende

Rolle: Der Arbeitgeber hat zwei

Mitarbeiter entlassen, deren Arbeit

offenbar inzwischen auf die

verbleibenden Mitarbeiter verteilt

werden muss, damit sie

überhaupt noch erledigt werden

kann. Falls diese Lösung für längere

Zeit Anwendung finden

sollte, wäre die Erbringung der

entsprechenden Überstunden

zwar notwendig, jedoch nicht


zumutbar. Offensichtlich war der

Entscheid, die beiden Mitarbeiter

zu entlassen, nicht richtig. Der

Arbeitgeber muss deshalb die

fehlenden Arbeitskräfte ersetzen

oder die Arbeit extern erledigen

lassen.

Bildung

Gabriel Fischer arbeitet in der Abteilung

Bildungspolitik des KV Schweiz.

> gabriel.fischer@kvschweiz.ch

Abschlüsse

Sind Fachausweis

und Bachelor

gleichwertig?

Einige Jahre nach meinem

KV-Lehrabschluss habe ich

2007 den Fachausweis im

Finanz- und Rechnungswesen

absolviert. Wenn ich heute

die Stelleninserate anschaue,

interessieren mich häufig

Anzeigen, die als Voraussetzung

einen Bachelor oder

gleichwertigen Abschluss

nennen. Ist mein Fachausweis

einem Bachelor gleichwertig?

Die Vergleichbarkeit der

schweizerischen Abschlüsse der

höheren Berufsbildung (eidg.

Fachausweise; eidg. Diplome)

mit den Bachelor- und Master-

Titeln des europäischen Hochschulbereichs

bereitet immer

wieder Schwierigkeiten. Die

grössten Probleme gibt es in der

internationalen Anerkennung

von Abschlüssen und Kompeten-

context 12 – 2012

zen, da es vergleichbare Berufsbildungsabschlüsse

in den europäischen

Nachbarsländern gar

nicht gibt. Aber auch in der

Schweiz stellen wir fest, dass eidgenössische

Fachausweise respektive

eidgenössische Diplome

nicht immer wirklich bekannt

sind und so deren Wert verkannt

wird (insbesondere bei grossen

Betrieben mit internationalen

Personalabteilungen).

Bachelor- und Master-Titel

gehören zum Hochschulbereich

und dürfen daher nur von Universitäten

und Fachhochschulen

vergeben werden. Im Grunde

besagen sie, wie viel Zeit eine

Person in die (mehrheitlich theoretische)

Bildung investiert hat.

Abschlüsse der höheren Berufsbildung

dagegen belegen die

praktische Fach- und Führungskompetenz;

daher rühren auch

die Probleme beim Vergleich.

Die Arbeitgeber auf dem

Arbeitsmarkt werden Ihren Fachausweis

wohl nicht als gleichwertig

zu einem Bachelor ansehen.

Mit dem Fachausweis haben Sie

einen stark praxisorientierten

Abschluss, der Ihre vertieften

Kenntnisse in Finanz- und Rechnungslegung

belegt. Gleichzeitig

bietet sich die Möglichkeit, darauf

aufbauend die höhere Fachprüfung

zu absolvieren und so

das Diplom als Experte/Expertin

in Rechnungslegung und Controlling

zu erlangen. Es gibt Untersuchungen,

die zeigen, dass diese

beiden Prüfungen zusammen

den 180 ECTS-Punkten eines

Bachelor-Abschlusses entsprechen.

Der KV Schweiz setzt sich

schon lange für bessere Transparenz

and Wertschätzung der

Abschlüsse der höheren Berufsbildung

ein. Eine bessere Vergleichbarkeit

bringt in näherer

Zukunft hoffentlich der nationale

Qualifikationsrahmen, der sämtliche

Abschlüsse 8 Referenzniveaus

zuordnen soll und so

genau ersichtlich macht, welche

Abschlüsse der verschiedenen

Bildungswege auf vergleichbarem

Niveau angesiedelt werden

können.

Jugend

Michael Kraft ist der Verantwortliche

für Jugendpolitik und -beratung des

KV Schweiz.

> michael.kraft@kvschweiz.ch

Behördengang

Erhalte ich

Urlaub für die

Fahrprüfung?

Ich bin im dritten Lehrjahr

und habe endlich genügend

Fahrpraxis zusammen, um

den Fahrausweis zu machen.

Der Termin wurde vom Stras-

senverkehrsamt auf einen

Morgen gelegt, an dem ich

normalerweise im Betrieb arbeite.

Mein Berufsbildner will

mir dafür aber nicht freigeben:

Er meint, ich solle die

Prüfung verschieben. Das ist

jedoch praktisch unmöglich –

was kann ich tun?

Laut Gesetz stehen dem

Arbeitnehmer, also dir, die «üblichen

freien Stunden und Tage»

zur Erledigung von persönlichen

Angelegenheiten zu. Darunter

fallen beispielsweise deine

eigene Hochzeit, der Tod von nahestehenden

Verwandten oder

dein Umzug in eine andere Wohnung,

aber auch Arztbesuche und

Behördengänge. Für solche Termine

muss dir bezahlte Freizeit

gewährt werden, sofern sie sich

nicht ausserhalb der Arbeitszeit

erledigen lassen.

Die praktische (und auch die

theoretische) Fahrprüfung gehört

in die Kategorie der Behördengänge:

Es ist sogar ein behördliches

Aufgebot, das sich meistens

nur schwer verschieben lässt.

Dein Arbeitgeber ist somit verpflichtet,

dir für diese paar Stunden

frei zu geben. Optimalerweise

lässt sich die Prüfung in

die Randstunden schieben, wie

es bei dir ja der Fall ist.

Am einfachsten suchst du,

ausgerüstet mit diesen Hintergrundinformationen,

nochmals

das Gespräch mit deinem Berufsbildner.

Schliesslich könnte es

je nach Aufgabengebiet auch für

den Betrieb interessant sein,

wenn du Auto fahren kannst und

darfst.

Übrigens, etwas anders sieht

es bei den Berufsfachschulen

aus: Manche von ihnen gewähren

nur für die praktische, einige

sogar für keine der beiden Prüfungen

Urlaub. In diesem Fall

empfiehlt es sich, bei der eigenen

Schule nachzufragen, was

die internen, verbindlichen Regelungen

besagen.

39


40

context 12 – 2012

KV AKtuell

HR-Fachleute ausgezeichnet

An der festlichen Schlussfeier erhielten rund 900 Fachleute

ihre Notenausweise.

Nach dem grossen Vorbereitungsaufwand darf nun gefeiert werden.

Die Schlussfeier fand am 29. November im

festlichen Kulturcasino in Bern statt. Pius

Breu, der Präsident der Prüfungskommission,

begrüsste im Namen der Trägerschaft

die zahlreich erschienenen Absolventinnen

und Absolventen und ihre

Angehörigen und gratulierte ihnen zu ihrem

Erfolg. Ein grosser Dank ging an die

Experten für den grossen Einsatz sowie

an das Prüfungssekretariat für den reibungslosen

Prüfungsablauf.

Die diesjährige Berufsprüfung absolvierten

gesamtschweizerisch 1 296 Personen.

908 (70%) Kandidatinnen und Kandidaten

schlossen die Prüfung erfolgreich

ab. Es ist die grösste Beteiligung in der Geschichte

dieser Berufsprüfung. Die Absolventinnen

und Absolventen dürfen nun

den geschützten Titel HR-Fachfrau oder

HR-Fachmann mit eidg. Fachausweis tragen.

An dieser Feier wurden auch 12 HR-

Leiterinnen und HR-Leiter ausgezeichnet.

Eines der Highlights war der Erfahrungsbericht

von Isabelle Mock. Als beste

Absolventin der Berufsprüfung heiterte

sie das Publikum mit humorvollen Anekdoten

zu der Prüfung in Winterthur auf.

Der KV Schweiz und der Trägerverein

Human Resources Swiss Exams gratulieren

allen Absolventinnen und Absolventen

ganz herzlich.

ehrungen Berufsprüfung für

HR-Fachleute

Höhere Fachprüfung

> Lautner Marion (5.1)

Berufsprüfung

Deutschschweiz

> Mock Isabelle (5.6)

> Arnold Eliane (5.5)

> Hostettler Corina (5.3)

> Rütti Martina Julia (5.3)

> Schnider Katja (5.3)

Westschweiz

> Kaufmann Nathalie (5.4)

> Rossetti Virgine (5.4)

> Turin Véronique (5.4)

> Vuillamoz Valérie (5.4)

> Tavares Carole (5.3)

> Borloz Bernard (5.3)

> Caton Maud (5.3)

> Esther Früh (5.3)

KV Schweiz, Dienstleistungen Berufsbildung

Der KV Wetzikon-Rüti

auf grosser Fahrt

Am 21. November 2012 bot der KV Wetzikon-Rüti

seinen Mitgliedern anlässlich des

jährlichen Vereinsanlasses die einmalige

Gelegenheit, die Betriebswerke der seit

1886 bestehenden Baumann Federn AG in

Ermenswil SG zu besichtigen. Das lokal

ansässige Familienunternehmen wird erfolgreich

in fünfter Generation geführt

und ist seit der internationalen Expansion

Mitte des 20. Jahrhunderts stetig organisch

gewachsen. Die Firma ist auf die Entwicklung,

die Herstellung und den Vertrieb von

Federn jeglicher Art spezialisiert und beliefert

mit ihren hochwertigen Produkten

vorwiegend die Automobil-Industrie.

Heute, mit sechs Standorten in Europa,

zwei in Amerika und zwei in Asien, ist die

Baumann Federn AG weltweit für ihre

Kunden präsent.

Der langjährige Patron Hans Rüegg,

der Ende 2010 nach 27-jähriger Tätigkeit

die operative Führung an seinen Sohn

übergab, liess es sich bei dieser Gelegenheit

nicht nehmen, die Vereinsmitglieder

mit seinem Oldtimer-Postauto aus dem

Jahr 1954 am Bahnhof Rüti ZH abzuholen

und in seine Werke zu chauffieren. Nach

einer leidenschaftlichen Firmenpräsentation

durch Hans Rüegg wurden die Mitglieder

in kleinen Gruppen von Kader-

Mitarbeitern durch den Betrieb geführt.

Hautnah konnten sie die eindrücklichen

Produktionsprozesse mitverfolgen und

dabei den Mitarbeitern über die Schultern

schauen. Abgerundet wurde der Anlass

mit einem geselligen Grillplausch vor Ort.

Philipp Vontobel, Präsident KV Wetzikon-Rüti

Schweizerischer

Marketing-Tag 2013

Von Jägern und Treibern – oder wie Verkauf

und Marketing gemeinsam zum

Blattschuss kommen. Antworten zu diesem

spannenden Thema erfahren Sie am

5. März 2013 im KKL Luzern. Mitglieder

des KV Schweiz erhalten wie letztes Jahr

eine Preisermässigung von CHF 100.–

(CHF 490.– anstatt 590.–). Dies ist im Anmeldetool

bereits hinterlegt.

Jetzt vom early-Bird-Preis profitieren:

www.marketingtag.ch

Marketing KV Schweiz


Sektionen

ReGion BaSel-Stadt

kV BaSel

telefon 061 271 54 70

Fax 061 272 24 41

info@kvbasel.ch

www.kvbasel.ch

abendseminar

«Steuerseminar 2013» – das

Wichtigste zu den Steuern. Ein

gemeinsamer Anlass von Basel-

Stadt und Basel-Landschaft.

Teil I: Kurzreferat über Steuersystem,

Steuerpflicht sowie Wichtiges

zur Steuererklärung in den beiden

Kantonen.

Teil II: Beantwortung allgemeiner

Fragen mit Martin Werdenberg,

Steuerverwaltung Basel-Stadt, Anita

Kunz sowie Erika Thommen, Steuerverwaltung

Basel-Landschaft.

Donnerstag, 7. Februar von 19 bis

21 Uhr, KV Basel, Aeschengraben 15,

Saal 6. Stock. Kosten: CHF 30.–

KV-Mitglieder, CHF 80.– für Nichtmitglieder.

english Club

All meetings will be held on Tuesdays

at 8 pm at the KV building.

For any suggestions contact Gaby

Felix: phone 061 701 30 66 or Felix

Schurter: 062 868 74 00 (during

the day)

Pensioniertengruppe

Paul Göttin erzählt über sein Leben

– Bekannt als Moderator des

Wunschkonzertes «Musik klingt

durch die Nacht». Anschliessend

Ausklang in der KV-Cafeteria.

Mittwoch, 16. Januar, 14 Uhr im KV

Basel, Saal, 6. Stock, Aeschengraben

15. Kosten: KV-Mitglieder

CHF 10.–, Nichtmitglieder CHF 25.–.

Bitte anmelden

ReGion BeRn

kV BeRn

telefon 031 390 60 30

Fax 031 390 60 20

info@kvbern.ch

www.kvbern.ch

Weihnachtsferien

Über die kommenden Festtage

bleibt unsere Geschäftsstelle von

Montag, 24. Dezember bis Sonntag,

6. Januar geschlossen. Die SKS

Schweiz AG ist Donnerstag/Freitag,

28. und 29. Dezember sowie am

context 12 – 2012

3. und 4. Januar von 9 bis 12 Uhr

telefonisch erreichbar.

Das KV-Team wünscht Ihnen schöne

Festtage und alles Gute im 2013.

Reka-Checks

Das Reka-Check-Kontingent 2012

kann nur noch bis Freitag,

21. Dezember ausgeschöpft werden.

Danach entfällt der Anspruch.

Bezüge im neuen Jahr werden dem

Kontingent 2013 belastet.

SBB-Gutscheine

Bestellte SBB-Gutscheine bitte bis

Freitag, 21. Dezember im Sekretariat

abholen.

ReGion Mittelland

kV-Ball Mittelland

Der KV Mittelland lädt zum KV-Ball

ein. Mit Apéro, Dinner, Orchesterkonzert

und Orchesterball.

Samstag, 26. Januar ab 19 Uhr im

Bildungszentrum kvBL, KV Saal,

Obergestadeckplatz 21, 4410 Liestal.

Kosten CHF 95.– für Mitglieder/

Begleitung (pro Person), andere

CHF 120.–.

Auftaktkonzert des Orchesters

Gelterkinden (50 Mitwirkende) mit

berühmten Melodien aus Filmen

und Musicals. Anschliessend spielt

das Orchester zum Tanz auf.

Anmeldung an: Kaufmännischer

Verband Baselland, Gestadeckplatz 8,

4410 Liestal Telefon 061 926 70 10,

Fax 061 926 70 15 oder www.kvbl.ch

kV aaRGau WeSt

telefon 062 837 65 15

Fax 062 837 65 19

info@kvagwest.ch

www.kvagwest.ch

Weihnachtsferien

Montag, 24. Dezember bis Sonntag,

6. Januar.

Wir wünschen allen frohe Weihnachten

und alles Gute im 2013.

Ich bin schwanger.

Wann sage ich es

meinem Chef?

Mit Unterstützung von

Die Abwesenheit

meiner Mitarbeiterin

ist zu organisieren –

Wie am besten?

Wie organisiere ich

meine Rückkehr an

die Arbeit nach dem

Mutterschaftsurlaub?

Familie und Arbeit

vereinbaren – Welche

Möglichkeiten gibt es?

Das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und

Mannunterstützt das Projekt «mamagenda» im Rahmen

der Finanzhilfen nach dem Gleichstellungsgesetz.

Ein Angebot von

41


42

Sektionen

kV BaSelland

telefon 061 926 70 10

Fax 061 926 70 15

info@kvbl.ch

www.kvbl.ch

Weihnachtsferien

Das Sekretariat ist von Freitag,

21. Dezember (nachmittags) bis und

mit Freitag, 4. Januar 2013 geschlossen.

Ab Montag, 7. Januar 2013 sind

wir wieder für Sie da. Wir wünschen

Ihnen frohe Weihnachten und einen

guten Rutsch ins 2013.

Besser leben

Fassen Sie keine Vorsätze. Entscheiden

Sie sich. Für Ihre Weiterbildung:

>Eidg. ausgewiesen: «HR-Fachfrau/

Fachmann» ab 18. Januar

>Eidg. anerkannt: «Nachdiplomstudium

Projektmanagement» ab

31. Januar

>Gesamtschweizerisch zertifiziert:

«Sachbearbeiter/in Rechnungswesen/Treuhand»

ab 31. Januar

Alle weiteren Lebensverbesserer

finden Sie unter:

www.bildungszentrumkvbl.ch

kV Solothurn

telefon 032 622 31 21

Fax 032 622 31 56

info@kvsolothurn.ch

www.kvsolothurn.ch

Weihnachtsferien

Das Sekretariat ist von Samstag,

22. Dezember bis Montag, 7. Januar

geschlossen. Ab Dienstag, 8. Januar

sind wir gerne wieder für Sie da.

SFW Forum für Weiterbildung,

Solothurn | telefon 032 624 90 50

info@sfw.ch | www.sfw.ch

Seminare

>«Outlook – Schaltzentrale Ihrer

Arbeit» mit Willy Knüsel; Montag,

14. Januar

>«Mit PEP an die Arbeit» mit Willy

Knüsel; Mittwoch, 30. Januar

>«Gelassen und selbstbewusst –

im Beruf und privat» mit Joachim

Hoffmann; Dienstag, 19. Februar

und Dienstag, 19. März (2 Tage)

context 12 – 2012

>«Effizienter arbeiten mit MS Excel»

mit Claudia Lüscher; Freitag,

22. Februar

>«Die Kunst der konstruktiven

Kritik» mit Joachim Hoffmann;

Dienstag, 26. Februar

region oStSchWeiz

kV oSt

telefon 071 274 36 50

Fax 071 274 36 56

info@kvost.ch

www.kvost.ch

Weihnachtsferien

Die Geschäftsstelle ist von Samstag,

22. Dezember bis Sonntag,

6. Januar geschlossen. Ab Montag,

7. Januar sind wir gerne wieder für

Sie da.

Bewerbungscheck – der erste

eindruck zählt!

Ein perfektes Bewerbungsdossier

steigert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der KV Ost bietet mit

dem Bewerbungscheck Soforthilfe

für Lehrabgänger/innen und junge

Berufsleute in Büro und Verkauf an.

Fachpersonen prüfen das Bewerbungsdossier

und geben Tipps zur

Verbesserung. Anmeldung für das

Einzelgespräch auf www.kvost.ch/

Beratung/Laufbahnberatung.

Seminare

>«Besser schreiben – pfiffig und

stilsicher formulieren» mit

Gabriela Baumgartner; Donnerstag,

28. Februar, 9 bis 17 h

>«Arbeiten mit MS Office»;

Mittwoch, 13. März, 9 bis 17 h

>«Ab heute bin ich Chefin/Chef»;

Donnerstag, 14. März, 9 bis 17 h

>«Protokollführung»; Dienstag,

19. März, 13.30 bis 17 h

>«Führung von Lernenden: Teil 1»;

Donnerstag, 21. März, 9 bis 17 h

>«Führung von Lernenden: Teil 2»;

Freitag, 22. März, 9 bis 17 h

Freizeitclub 60

>«An Einspänner bittschen» –

Sondervorstellung im Kleintheater

«Parfin de siècle» – anschliessend

Neujahrs-Apéro; Mittwoch,

9. Januar

celariS

eine Schule des kV ost und des

SiB Schweizerisches institut für

Betriebsökonomie zürich

informationsanlässe:

>«Personalassistent/in Zertifikatsprüfung»;

Montag, 7. Januar

>«HR-Fachfrau/HR-Fachmann mit

eidg. FA»; Montag, 7. Januar

>«Dipl. Leiter Finanzen & Dienste

NDS HF»; Mittwoch, 9. Januar

>«Fachausweis Rechnungswesen»;

Mittwoch, 9. Januar

>«HR-Fachfrau / HR-Fachmann mit

eidg. FA»; Montag, 11. Februar

>«Personalassistent/in Zertifikatsprüfung»;

Montag, 11. Februar

>«Dipl. Leiter Finanzen & Dienste

NDS HF»; Mittwoch, 13. Februar

>«Fachausweis Rechnungswesen»;

Mittwoch, 13. Februar

kV-ost-Mitglieder erhalten

Vergünstigungen!

region SüdoStSchWeiz

kV region WerdenBerg+Fl

telefon 081 254 14 94

Fax 081 254 14 44

kv-sks@spin.ch

10. kV-reise

Reise zum Gardasee — dem schönsten

und grössten See Italiens.

Von Donnerstag, 9. bis Sonntag,

12. Mai. Mitglieder anderer Sektionen

sind willkommen. Infos: KV

Werdenberg+FL, Elvira Alabor,

Brunnenstrasse 19, 9470 Buchs,

E-Mail elvira.alabor@bluewin.ch,

Telefon: 081 756 64 91

region zentralSchWeiz

kV luzern

telefon 041 210 20 44

Fax 041 210 78 50

info@kvluzern.ch

www.kvluzern.ch

Weihnachtsferien

Die Geschäftsstellen in Luzern

und Zug bleiben von Montag,

24. Dezember, 12 Uhr bis Mittwoch,

2. Januar geschlossen.

Der KV Luzern wünscht Ihnen und

Ihren Angehörigen ein frohes

Weihnachtsfest und eine gutes

Neues Jahr.

tagesseminare in luzern

>«45 Plus – Die Chancen der

bevorstehenden Berufsjahre

nutzen» mit Elisabeth Steger Vogt;

Donnerstag, 24. Januar

>«Arbeitsrecht für Berufs-

und Praxisbildner/innen» mit

Edi Class, Jurist; Donnerstag,

21. Februar

>«Selbstbewusst auftreten» mit

Mona Ziegler; Donnerstag,

28. Februar

abendseminare in luzern

>«Motiviert, gelassen und erfolgreich

durch das Qualifikationsverfahren»

mit Anja Boller;

Montag, 21. Januar, 18 bis 21.30 h

>«Steuererklärung – (k)eine Hexerei!?»

mit Alois Koller; Montag,

18. Februar, 18 bis 21 h

region

zürich-Stadt

kV zürich

telefon 044 211 33 22

Fax 044 221 09 13

info@kvz.ch

www.kvz.ch

Öffentliche Seminare

Jeweils von 9 bis 17 Uhr, Ausnahmen

werden speziell vermerkt. Weitere

Informationen auf www.kvz.ch

>«Auftreten – Sprechen – Überzeugen»

mit Susanne Mouret; Freitag,

22. Februar

>«Prozess? Nein danke!» mit Ueli

Vogel und Annegret Lautenbach;

Dienstag, 26. Februar, 18 bis

20.30 h

>«Beendigung des Arbeitsverhältnisses»

mit Claudia Eugster;

Mittwoch, 27. Februar, 8.30 bis

12.30 h

>«Mind Mapping und Gedächtnistraining»

mit Barbara Stauffer;

Donnerstag, 28. Februar

>«Drehscheibe Office» mit Sibylle

Jäger; Montag und Dienstag,

4. und 5. März


«Weniger Stress – Mehr Lebensqualität»

mit Evi Giannakopoulos;

Dienstag, 5./12./ 19. März,

18 bis 20.30 h

>«Sozialversicherungen im

Überblick» mit Christian Zingg;

Donnerstag, 7. März

>«Ablagemanagement» mit

Fabienne Simmen; Montag,

11. März, 8.30 bis 12.30 h

>«Erfolgreich führen» mit Verena

Portmann; Donnerstag und

Freitag, 14. und 15. März

>«Personalvorsorge und BVG»

mit Bruno Ern; Donnerstag und

Freitag, 21. und 22. März

>«Mikropausen» mit Claude Weill;

Montag, 25. März, 18 bis 21 h

Cercle français

Conversation, grammaire, littérature,

actualités chaque mercredi

(sauf pendant les vacances) 18.45

bis 19.45 h, KVZ, Talackerstrasse 34,

8001 Zurich. Toute personne

intéressée est bienvenue dans

AARAU BADEN BASEL BERN LUZERN THUN WINTERTHUR ZÜRICH

Lernen. Praxis. Karriere.

context 12 – 2012

Bildungsgänge ganz in Ihrer Nähe.

– Handelsschule KV Aarau

– zB. Zentrum Bildung

Wirtschaftsschule KV Baden

– Handelsschule KV Basel

– WKS KV Bildung, Bern

KV Luzern Berufsfachschule

KV Luzern Berufsakademie

– WirtschaftsSchule Thun

– Wirtschaftsschule KV Winterthur

KV Zürich Business School

Neu bei uns:

notre cercle. Contacte:

hugo.schnurrenberger@gmail.com

ou erika.salzmann@gmx.ch

Ladies’ English Club

All meetings will be held on

Mondays at 6.45 p.m. in the Merkurstube,

First Floor, Talacker 34, Kaufleuten

Building, 8001 Zürich. Contact:

Nancy Scherer-Howe, Phone

044 720 93 09. www.raccourci.ch/

ladies

Men’s English Club

Our club meets on: Tuesdays at 7pm

at the Kaufleuten Building, Talacker

34, 8001 Zurich, 1st. Floor.

Web page: meckvz.weebly.com.

Guests are most welcome.

Veteranen- und Senioren-

Vereinigung

Klubnachmittag: Referat Dr. med.

Albert Wettstein, alt Stadtarzt, über

«Gesundheit im Alter»; Montag,

28. Januar um 14.30 Uhr im Festsaal

Kaufleuten, Zürich.

REgion ZüRiCh-Land –

SChaffhauSEn

KV SChaffhauSEn

Telefon 052 630 78 78

fax 052 630 78 77

info@kv-sh.ch

www.kv-sh.ch

Tagesseminar

>«Rhetorik – selbstbewusst und

sicher auftreten» mit Mona

Ziegler, Mentalcoach/Rhetoriktrainerin;

Donnerstag, 21. Februar

>«Work-Life-Balance» mit Susanne

Wunderli, Personalleiterin/Personalfachfrau;

Donnerstag, 7. März

>«Mind Mapping und Gedächtnistraining»

mit Barbara Stauffer,

Germanistin/Coach; Donnerstag,

14. März

Sprachen

Grosses Angebot an Sprachkursen

und Seminaren unter:

www.kv-sh.ch oder telefonisch.

igKg Sh

Interessengemeinschaft kauf-

männische Grundbildung «Update

für KV-Lehrmeister und Ausbildungsbeauftragte»;

Kurse siehe:

www.igkg-sh.ch

frauennetz

«Farbenwahrnehmungen im Umfeld

des Menschen»; Donnerstag,

7. März

Senioren Club Kaufleute

Info-Nachmittag bei der Schaffhauser

Polizei, Kriminaltechnischer

Dienst – Einsatz- und Verkehrsleitzentrale:

Mittwoch, 13. März

Wählen Sie jetzt Ihre Richtung.

www.kvbildung.ch

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44

Sektionen

kV WinteRtHuR

telefon 052 269 09 09

Fax 052 269 09 08

info@kv-winterthur.ch

www.kv-winterthur.ch

Weihnachtsferien

Das Sekretariat ist ab Freitag,

21. Dezember ab 16 Uhr bis Freitag,

11. Januar geschlossen (von 3. bis

11. Januar sind Termine nach telefonischer

Vereinbarung möglich).

Veranstaltung

«Steuererklärung 2012»: Praxisbezogene

Tipps und Informationen

zum Ausfüllen der Steuererklärung

mit Norbert Tapfer (Steuerkommissär),

Dienstag 29. Januar, 18.15 Uhr,

Wirtschaftsschule KV Winterthur,

Anmelden bis 25. Januar.

Seminare

>«Besser schreiben – pfiffig und

stilsicher formulieren» mit

Gabriela Baumgartner; Freitag,

1. Februar

>«Effiziente Protokollführung» mit

Daniel L. Ambühl; Donnerstag,

21. Februar

KV-Lernende rekrutieren und

begleiten» mit Vera Class-

Bachmann; Dienstag, 26. Februar

>«Die gelassene Art, sich durchzusetzen»

mit Jacqueline Steffen

Oberholzer; Dienstag, 12. März

Berufsbildner

Nächster Kurs für Berufsbildner/

innen in Winterthur: ab 13. Februar.

Infos: www.kv-winterthur.ch/

Bildung

kV BiLDungSgRuppe

ScHWeiz Ag

telefon 079 388 53 40

peter.rueegger@kvbildung.ch,

www.kvbildung.ch, Facebook: kV

Bildungsgruppe Schweiz

Standorte: Aarau, Baden, Basel,

Bern, Luzern, Thun, Winterthur,

Zürich. Über 100 verschiedene Lehrgänge

auf der Informations- und Buchungsplattform

www.kvbildung.ch

context 12 – 2012

Frohe Festtage

Die KV Bildungsgruppe Schweiz

bedankt sich für Ihr Interesse an

unseren Lehrgängen und wünscht

allen frohe Festtage und ein erfolgreiches

neues Jahr.

SiB ScHWeizeRiScHeS

inStitut FüR BetRieBSökonomie

telefon 043 322 26 66

Fax 043 322 26 51

info@sib.ch

www.sib.ch

öffentliche Seminare

jeweils von 9 bis 16.45 Uhr

>«Protokollführung» mit Matthias

Frey; Mittwoch, 27. Februar

>«Arbeitszeugnisse schreiben»

mit Helena I. Schmidhauser;

Donnerstag, 28. Februar

>«Kommunizieren und Gewinnen»

mit Joachim Hoffmann; Mittwoch/

Donnerstag 6./7. März

>«Konfliktmanagement» mit

Joachim Hoffmann; Mittwoch/

Donnerstag, 13./14. März

>«Rekrutieren mit Social Media»

mit Stefan Hürlimann; Mittwoch

20. März

>«Professionell präsentieren»

mit Chris Brügger; Donnerstag,

21. März

infoveranstaltungen

Beginn jeweils um 18 h

>«Dipl. Betriebswirtschafter/in HF»;

Montag, 14. Januar

>«Dipl. Controller/in NDS HF»;

Dienstag, 15. Januar

>«Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Dienstag, 15. Januar

>«Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;

Mittwoch, 16. Januar

>«Dipl. Leiter/in Finanzen & Dienste

NDS HF»; Mittwoch, 16. Januar

>«Dipl. Business Engineer NDS HF»;

Montag, 21. Januar

>«Cert. Online Marketing Expert

bsw/SIB»; Montag, 21. Januar

>«Management-Diplom SIB»;

Mittwoch, 23. Januar

>«Cert. Innovation Manager SIB»;

Donnerstag, 24. Januar

>«Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Montag, 4. Februar

Studiengänge 2013

>«Management-Diplom SIB»;

Beginn März

>«Dipl. Leiter/in Finanzen & Dienste

NDS HF»; Beginn April

>«Dipl. Betriebswirtschafter/in HF»;

Beginn April

>«Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Beginn April

>«Cert. Innovation Manager SIB»;

Beginn April

>«Dipl. Business Engineer NDS HF»;

Beginn Mai

>«Cert. Online Marketing Expert

bsw/SIB»; Beginn Mai

>«Dipl. Schulverwaltungsleiter/in

SIB/VPZS»; Beginn Mai

>«Dipl. Controller/in NDS HF»;

Beginn September

>«Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;

Beginn September

>«Dipl. Marketingmanager/in HF»;

verkürzte Studiendauer (2 Jahre),

Beginn Oktober

>«Dipl. Qualitätsmanager/in NDS

HF»; Beginn Oktober

kV-mitglieder erhalten eine

ermässigung!

impReSSum

nr. 12 – Dezember 2012

iSSn 1424-5345

Herausgeber

KV Schweiz

Telefon 044 283 45 45

www.kvschweiz.ch

Verlagsleitung

Ingo Boltshauser,

ingo.boltshauser@kvschweiz.ch

Redaktion

Therese Jäggi (tj)

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Andrea Mašek (ajm)

andrea.masek@kvschweiz.ch

Rolf Murbach (mur)

rolf.murbach@kvschweiz.ch

Redaktionsadresse

Kaufmännischer Verband Schweiz

Context

Hans-Huber-Strasse 4

Postfach 1853, 8027 Zürich

Telefon 044 283 45 33

context@kvschweiz.ch

www.context.ch

Sekretariat: Andrea Stoop

Bildnachweise

Titelseite/S.19/20/21/22/23: Michele Limina;

S. 12: Jörg Lange/Keystone; S. 17: zvg.;

S. 28: Rolf Murbach.; S. 40: zvg.

Adressänderungen

KV Schweiz

Mitgliederadministration

Telefon 044 283 45 30

mitgliederadmin@kvschweiz.ch

oder im Mitgliederbereich:

www.kvschweiz.ch/login

erscheinungsweise

Monatlich (11 Ausgaben)

116. Jahrgang

Auflage: 45 307 Exemplare

(WEMF-beglaubigt 2011)

Abonnemente

12 Monate CHF 48.–

Anzeigen

Creative Media GmbH

Zürichstrasse 135

8910 Affoltern am Albis ZH

Telefon 043 322 60 30

context@c-media.ch

Druckerei

Vogt-Schild Druck AG

4552 Derendingen

konzeption, Layout, Druckvorstufe

Partner & Partner AG

8400 Winterthur

www.partner-partner.com

Context bekennt sich zum «Code of Conduct»

der Schweizer Presse. Werbung und

redaktioneller Teil sind klar getrennt.

Context wurde vom Verband

SCHWEIZER PRESSE für das Jahr

2010 mit dem Gütesiegel

«Q-Publikation» ausgezeichnet.


ätsel

TalFluss See

Pass

Stadt

BergRegion

Zu einem Kult geworden

Vielleicht wissen Sie noch nicht, wohin Ihr nächster Ausflug

führen soll. Wir hätten da einen interessanten Tipp. Wohin es geht,

müssen Sie allerdings selber herausfinden. Wenn Sie uns

die Lösung schicken, nehmen Sie an der Verlosung von 3-mal

Reka-Checks im Wert von je CHF 70.– teil.

Die Rede ist eigentlich immer nur von

einem See, dabei sind es zwei Seen. Ein

kleiner und ein knapp sechs Mal grösserer

See. Beide aber sind sie nicht wirklich

gross und auch nicht tief. Auf dem drei

Kilometer langen, rollstuhlgängigen

Rundweg können sich Besucherinnen

und Besucher ein Bild davon machen.

Ein wunderschönes, romantisches

Bild geben die beiden Seen ab, mit ihren

breiten, sattgrünen Verlandungszonen,

den braungelben Moorwiesen, den Schilfgürteln,

den weissen Wollgrasstupfen

und den dunklen Tannengruppen. Sie liegen

nicht weit von einem berühmten

Ferienort entfernt, zuhinterst in einem

Alpental. Das Niesenhorn, Wildhorn und

Spitzhorn wachen über sie. Die Berggipfel

spiegeln sich im Wasser, auf dem im

Sommer Ruderboote dahingleiten.

Seit den 1970er-Jahren stehen die beiden

Seen und das Moorgebiet dazwischen

unter Naturschutz. Es ist ein einzigartiges

Wasservogelparadies. Dort oben,

auf 1381 Meter über Meer, brüten das

Blässhuhn, die Stockente und die Reiherente.

Im Alpenraum ist kein höher liegender

Brutplatz bekannt. Von Bedeutung ist

die Umgebung zudem als Aufenthaltsort

context 12 – 2012

für Zugvögel. Im ausgedehnten Verlandungsgebiet

können 18 Libellenarten beobachtet

werden, was einzigartig ist für so

hoch gelegene Bergseen. Sie eignen sich

weiter als Laichgewässer für Erdkröten

und Bergmolche und werden bevölkert

von Hechten, Egli und Karpfen.

Der Fischbestand ist allerdings gefährdet:

Im Sommer wird das mancherorts

nur ein Meter tiefe Wasser zu warm.

Unter anderem deshalb wurde 2007 eine

Petition mit fast 4000 Unterschriften eingereicht

und vom zuständigen Regierungsrat

verlangt, Massnahmen zur Verhinderung

der drohenden Verlandung zu

ergreifen.

Die Seen sind aber nicht nur ein beliebter

Ausflugsort für Erholungssuchende,

sie sind auch Ausgangspunkt für

spektakuläre Höhenwanderungen und

Bergtouren. Als besonderer Leckerbissen

gilt beispielsweise der Aufstieg zur Geltenhütte.

Dabei erleben die Wanderer gigantische

Landschaften aus Fels und Eis.

Und sie können den Geltenschuss bewundern,

ein prächtiger Wasserfall, genau wie

der Dungelschuss.

Der grösste Trumpf der beiden Seen

ist und bleibt jedoch ihre Stille und Abge-

Dorf

3-mal reka-Checks

im Wert von je CHF 70.–

zu gewinnen!

schiedenheit. Darüber weiss seit rund 30

Jahren praktisch jedes Kind Bescheid,

denn die Rockballade von Span ist inzwischen

zu einem Evergreen geworden und

in aller Munde:

I weiss no guet, wo i är Sunnä bi gsässä.

Wit äwäg vom Lärm vo dr Stadt. I weiss no

guet, wie i ha chönnä vergässä, dert hindä

bim ...

Immer wenn i wider dra dänkä, a das

Gfüeu denn am Ufer vom See. De merki

wie guet dass mir ta het, i gloubä i gangä

no meh, ä ... ajm

Wie heisst der see?

schicken, faxen oder mailen sie das

lösungswort bis spätestens 16.01.2013 an:

Redaktion Context

Postfach 1853, 8027 Zürich

Fax 044 283 45 65

raetsel@kvschweiz.ch

Gewinner/innen des letzten Georätsels:

Regula Hänni, Bern

Silvia Löwe, Schaffhausen

Josef Sutter, Dübendorf

lösungswort Nr. 11: Munot

45


46

cartoon

context 12 – 2012


PublirePortage

Datenschutz Zertifikatskurs

Vor dem Hintergrund, dass es viele Unternehmen gibt, die sich Unannehmlichkeiten ersparen

wollen, bietet die HSR Hochschule für Technik in Rapperswil seit einigen Jahren Kurse zum

richtigen Umgang mit Daten und Persönlichkeitsrechten an.

Datenschutz stellt den Schutz der

Persönlichkeitsrechte oder ganz

allgemein den Schutz der Privatsphäre

sicher. Datenschutzverletzungen haben

nicht nur rechtliche Konsequenzen

sondern sie werden auch gerne von den

Medien ausgeschlachtet und führen so

zu erheblichem Vertrauensverlust der

Kunden. Der richtige Umgang mit Personendaten

wird daher für Firmen eminent

wichtig.

Die HSR Hochschule für Technik Rapperswil

bietet einen fünftägigen Zertifikatslehrgang

– bestehend aus einem

Grundkurs und einen Vertiefungskurs

– zum Thema Datenschutz an. Mit dem

erfolgreichen Abschluss dieses Lehrgangs

verfügen Sie über die formellen

und materiellen Anforderungen, welche

der Eidgenössische Datenschutz-

und Öffentlichkeitsbeauftragte an Datenschutzverantwortliche

bzw. Datenschutzbeauftragte

stellt.

Zwei Tage Grundkurs

Im zweitägigen Grundkurs werden

rechtliche Grundlagen und Informatikkenntnisse

zum Datenschutz vermittelt.

Die Teilnehmenden lernen, worauf

beim Datenschutz zu achten ist und

wie der Datenschutz in Organisation

umgesetzt werden soll. Der Grundkurs

steht allen Personen offen, welche sich

für Datenschutzfragen interessieren. Er

wird seit 2006 durchgeführt und findet

im Frühling und im Herbst auf Rigi-Kulm

statt.

Drei Tage Vertiefungskurs

Im dreitägigen Vertiefungskurs werden

Personen mit Berufserfahrung aus den

Bereichen Recht, Verwaltung, Marketing

oder Informatik auf die Aufgabe

als Datenschutzbeauftragte vorbereitet.

Sie vertiefen ihre Rechts-, Informatik-

und Organisationskenntnisse. Anhand

aktueller Fallbeispiele werden typische

Datenschutzfragen behandelt. Bedingung

für die Teilnahme am Vertiefungskurs

ist der erfolgreiche Abschluss eines

Grundkurses oder der Nachweis ähn-

licher Vorkenntnisse. Der Vertiefungskurs

findet jeweils im Juni an der HSR

Hochschule für Technik Rapperswil

statt.

Wer die Multiple Choice Abschlussprüfung

besteht und eine maximal 4-seitige

Abschlussarbeit einreicht, welche

den Anforderungen genügt, wird mit einem

Zertifikat der HSR Hochschule für

Technik Rapperswil ausgezeichnet.

Die Anzahl Teilnehmende ist auf 20

Personen je Kurs beschränkt. Ausgeschriebene

Kurse werden auf jeden Fall

durchgeführt.

Zertifikatskurs für Datenschutzverantwortliche

Kursdauer

Grundkurs 2 Tage

Vertiefungskurs 3 Tage

Nächste Termine

Grundkurs 7. – 8. März 2013

Vertiefungskurs 19. – 21. Juni 2013

Kosten

Grundkurs Fr. 2300.–

(inkl. Kursunterlagen, Verpflegung und einer Hotelübernachtung)

Vertiefungskurs Fr. 2600.–

(inkl. Kursunterlagen, Verpflegung, exkl. Hotelübernachtung)

Bei gleichzeitiger Anmeldung für beide Kurse Fr. 4500.–

Durchführungsort

Grundkurs Hotel Rigi Kulm

Vertiefungskurs HSR Hochschule für Technik Rapperswil

Anmeldung und weitere Informationen

www.hsr.ch / datenschutz

Wir beraten Sie gerne

Prof. Dr. Peter Heinzmann (Kursleitung)

E-Mail peter.heinzmann@hsr.ch

Tel. +41 (0)55 222 47 14

Susanne Rigling (Administration)

E-Mail susanne.rigling@hsr.ch

Tel. +41 (0)55 222 49 22

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