Landkreis_Leer

kommunikationundwirtschaft

Schon heute digital

Umschlaggestaltung Foto: © c. panuwat AdobeStock.com

Die Wirtschaft im Landkreis Leer ist längst

in der Zukunft angekommen.


Klinikum

Leer

0491 - 86 0

Krankenhaus

Rheiderland

Inselkrankenhaus

Borkum

Für Ihre Gesundheit

im Landkreis Leer

Zentrale Patienten- und

Notfallaufnahme (ZPA) .................. 86 - 1000

• Notfall- und Intensivmedizin

• Herz-, Kreislauf- und

Gefäßerkrankungen

(24-Std. Herzkatheter verfügbar)

• Gefäßchirurgie

• Spezielle Schlaganfallbehandlung

• Stoffwechselerkrankungen

• Durchblutungsstörungen

• Magen- und Darmerkrankungen

• Wiederherstellungschirurgie und

Gelenkersatz

• Wirbelsäulenchirurgie

• Frühgeborenenmedizin

• Geriatrie

• Psychosomatische Medizin und

Psychotherapie

• Rehabilitationssport und

Funktionstraining

• Schlaflabor

www.klinikum-leer.de

MVZ Klinikum Leer

Medizinisches Versorgungszentrum

Unfallchirurgie/Orthopädie ........... 86 - 1100

Gefäßchirurgie .................................. 86 - 5200

Allgemein-/Viszeralchirurgie ........ 86 - 1400

Wirbelsäulenchirurgie ..................... 86 - 1120

Innere Medizin .................................. 86 - 1200

Gynäkologie und Geburtshilfe ...... 86 - 1300

Hebammen ......................................... 86 - 1360

Kinder- und Jugendmedizin .......... 86 - 1500

Anästhesie und Intensivmedizin .. 86 - 1600

Kardiologie ......................................... 86 - 1700

Geriatrie .............................................. 86 - 1800

Psychosomatische Medizin und

Psychotherapie .................................. 86 - 1900

Radiologische Diagnostik................ 86 - 2600

Augenheilkunde ................................ 86 - 2443

Physiotherapie und PuR ………........ 86 - 1880

Vita-Gesundheitstraining

und Wellness ..................................... 86 - 8686

Gefäßmedizin...................................... 86 - 2540

Innere Medizin /

Gastroenterologie.............................. 86 - 2530

Wirbelsäulen- und

Neurochirurgie.................................... 86 - 2510

Orthopädie und Chirurgie /

Spez. Schulterchirurgie..................... 86- 2550

04951 - 301 0

• Notfallmedizin

Innere Medizin.................................... 301-136

• Herz-, Kreislauf- und

Gefäßerkrankungen

Dr. med. Markus Dornbach

• Gefäßchirurgie

Gefäßchirurgie.................................... 301-126

• Stoffwechselerkrankungen

Dr. med. Martin Winther

• Durchblutungsstörungen

Dr. med. Klaus Kayser

• Magen- und

Darmerkrankungen

Physiotherapie..................................... 301-122

• Entzugsbehandlungen

Qualifizierter Entzug......................... 301-117

bei Suchterkrankungen

www.krankenhaus-rheiderland.de

kompetent menschlich persönlich


INHALTSVERZEICHNIS

Foto: Hochschule Emden/Leer

Im Virtual Reality Center der Hochschule

in Leer wird u. a. in den Bereichen Seefahrt

und Offshore anwendungsbezogen geforscht

und entwickelt.

Digital – Landkreis Leer ist top

Grußwort Landrat Matthias Groote: Geld verdienen mit Digitalisierung 4

Hier bündelt sich was – Digital Hub Ostfriesland

Fäden knüpfen und ordnen 8

IT-Standort Landkreis Leer – Das große Netz

Das Innenleben der Software-Hochburg 10

Start-ups im Coworking

Raketenstart für journaway 16

Start-ups arbeiten zusammen 18

Online-Verkauf ist kein Allheilmittel 19

Handel

Preisgekröntes Leuchtturmprojekt – „Smart Huus“: Digital ist emotional 22

Erfolgreicher Mittelweg – Damit Babys sanft schlummern 24

Vertriebsmix bei Hotspot – Verkaufen im Mix: Im Netz und im Laden 26

Wissenschaft und Praxis

VR/AR-Labor Hochschule Emden/Leer: Realität künstlich erweitern – ein Gewinn 28

Industrie

3D-Druck – Digitalisierte Manufaktur 30

Gesundheitswirtschaft

Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte auf Zukunftspfad –

Klinikum Leer: Alles digital im papierlosen Krankenhaus 32

IT-Recht – Beachtenswerte Vorschriften

Dem Laien schwirrt der Kopf 34

Inserentenverzeichnis/Impressum 35

3


DIGITAL/LANDKREIS LEER IST TOP

Foto: Klaus Ortgies

Landrat Matthias Groote ist fest

entschlossen, mit vereinten Kräften den

digitalen Wandel im Landkreis Leer zu

meistern.

GELD VERDIENEN MIT

DIGITALISIERUNG

Auf dem Weg zur Smart-Region Ostfriesland – Betriebe und Wissenschaft

Hand in Hand

Spektakuläre Digitalgipfel in Berlin sind

gut und wichtig. Aber umsetzen müssen

wir den digitalen Wandel bei uns zu

Hause. Auf uns warten die Mühen der

Ebene. Auch für die digitale Wirtschaft

gilt: „All business is local“.

Da liegt unsere Chance. Denn wir haben

es selbst in der Hand, ob und wie wir

unsere Heimat und Betriebe wirtschaftlich

über Wasser halten. Ökonomisch

ausgedrückt lautet die Frage: Wie verdienen

wir Geld mit Digitalisierung?

Welchen Weg schlagen wir ein, an dessen

Ende die Smart-Region Ostfriesland

steht? Wir alle sind gefordert, aber die

Betriebe müssen als Lokomotiven den

digitalen Wandel ziehen. Unterstützt von

Wissenschaft, Politik, Verwaltung und

Gesellschaft.

Um die Aufgaben zu kanalisieren, knüpfen

wir einen digitalen Knotenpunkt -

den „Digital Hub Ostfriesland“. Der Landkreis

Leer mit seinem Amt für Digitalisierung

und Wirtschaft organisiert ihn

und kooperiert eng mit der Hochschule

Emden/Leer und der Wirtschaft.

Keine Sorge: Der Hub ist nicht kopflastig.

Vielmehr führt er die nötige wissenschaftliche

Kompetenz mit den praktischen

Erfahrungen und Wünschen

der Betriebe zusammen. Zahlreiche

namhafte Unternehmen und Organisationen

sind als Partner schon mit von

der Partie.

Unser Vorteil: Wir betreten mit dem Hub

kein Neuland und starten aus einer Position

der Stärke. Der Grund: Leer reitet

digital im Nordwesten voran. Der Landkreis

spielt eine führende Rolle im Kompetenznetzwerk

IT der Wachstumsregion

Ems-Achse und ist Heimat des Maritimen

Kompetenzzentrums (Mariko), das sich

digital stark auf die maritime Wirtschaft

ausrichtet. Der Fachbereich Seefahrt

und Maritime Wissenschaften der Hochschule

schreibt sich die Wissenstransformation

zwischen Wissenschaft und

Wirtschaft auf die Fahne und kümmert

sich namentlich um Virtual und

Augmented Reality (VR/AR) und um

Künstliche Intelligenz (KI). Natürlich

mischt auch das Software-Netzwerk

Leer mit seinen erfolgreichen IT-Firmen

kräftig mit im Hub.

Alle haben ein Ziel vor Augen: Den digitalen

Wandel meistern. Den Vierklang

„Zusammenarbeit, Vernetzung, Förderung

und Entwicklung“ zu einem Wohlklang

formen.

Matthias Groote

Landrat des Landkreises Leer

4

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


ANZEIGEN

Ihr Gewerbestandort für die Zukunft in Ostfriesland

Die Erschließung des gesamten Gewerbegebiets ist ökonomisch

orientiert und an den Erfordernissen des Schwerlast verkehrs ausgerichtet.

Der Autobahnzubringer ist etwa 200 Meter entfernt

und die niederländische Grenze etwa 500 Meter. Der Ortskern

von Bunde ist in etwa 2 Minuten erreichbar. Die infrastrukturelle

Versorgung des Gebiets ist vollständig gesichert.

Die direkte Lage der Grundstücke entlang der (etwas höher

liegenden) Autobahn sichert Ihnen außergewöhnliche Werbemöglichkeiten

Ihres Unternehmensstandortes in Grenznähe.

Eine gute Ausnutzung der Grundstücke ist gewährleistet. Bis

zu 70 Prozent der einzelnen Grundstücksflächen können überbaut

werden (GRZ 0,7).

Auf einen Blick

• Die Gemeinde Bunde bietet Grundstücke an

– direkt an der A 280 (Autobahnabfahrt Bunde-West)

– in unmittelbarer Nähe zur A 31 und A 28 sowie der A 7 (NL)

– zu sehr günstigen Konditionen

• GRW-förderfähige Betriebe (produzierende Betriebe,

Großhandel) sollen vorrangig angesiedelt werden.

Gemeinde Bunde

Kirchring 2 · 26831 Bunde · Tel. 04953 80925

www.gemeinde-bunde.de · achim.schloetel@gemeinde-bunde.de

Gemeinde Jemgum – innovativ in die Zukunft

Was macht uns aus? Mit modernen Innovationen und den

richtigen Grundlagen durch Rat und Verwaltung fördern wir

die Ansiedlung und das Wachstum von Handel und Gewerbe

und somit auch die optimalen Arbeits- und Lebensbedingungen

unserer Bürger*innen.

Direkt an der A 31 mit Autobahnanschluss liegt das voll erschlossene

Gewerbegebiet „Am Emstunnel“, an dessen Erweiterung

im Ortsteil Holtgaste wir mit hohem Nachdruck arbeiten.

Auf einer Fläche von fünf Hektar bieten wir genügend Raum

zur Entfaltung Ihrer Geschäftsideen. Zur Infrastruktur gehört

selbstverständlich auch ein adäquater Glasfaseranschluss.

Gerade jetzt – in der Planungsphase des Ausbaus – bestehen

für interessierte Unternehmen noch Möglichkeiten der eigenen

Gewerbeflächengestaltung.

Ansprechpartner:

Daniel Groen, Tel. 04958 9181-20, daniel.groen@jemgum.de

Auf einen Blick

• Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Emstunnel“

• Größe von 5 Hektar

• unmittelbar an der A 31 mit Autobahnanschluss

• adäquater Glasfaseranschluss

• Möglichkeit der Mitgestaltung von Gewerbeflächen

Gemeinde Jemgum (Wirtschaftsförderung)

Hofstraße 2 · 26844 Jemgum · Tel. 04958 9181-20

www.jemgum.de · daniel.groen@jemgum.de

5


ANZEIGEN

Gemeinde Moormerland

Die Gemeinde Moormerland erfreut sich nicht nur als

Urlaubsziel, sondern auch als Wirtschaftsstandort großer

Beliebtheit.

Ein familienfreundliches Wohnumfeld mit einer guten Infrastruktur,

einem ständig wachsenden Angebot an Kinderbetreuung

und einem umfangreichen Freizeit-, Kultur- und Sportangebot

zeichnen die Gemeinde Moormerland aus.

Als Teil der Wirtschaftsregion Ems-Achse gehört Moormerland

zu den am stärksten wachsenden Gemeinden Deutschlands.

Dies spiegelt sich auch in der breiten Palette an Unternehmen

vor Ort wider: vom lokalen Handwerksbetrieb über den international

exportierenden Stahl- und Anlagenbauer bis hin zu

höchst innovativen IT-Unternehmen ist alles vertreten.

Gemeinde Moormerland

Theodor-Heuss-Straße 12 · 26802 Moormerland · Tel. 04954 801-0

www.moormerland.de · info@moormerland.de

UPLENGEN – GEMEINDE MIT WACHSTUMSPOTENTIAL

Auf einen Blick

Die Gemeinde Uplengen bietet Grundstücke direkt an der A 28 (Autobahnabfahrt

Apen-Remels) an

• im Nahbereich zu den Städten Oldenburg, Aurich, Leer und Groningen

• vollerschlossen

• Glasfaseranschluss (FTTH) verfügbar

Norderney

Langeoog

Spiekeroog

Wangerooge

Cuxh

Juist

Borkum

Norden

Jever

Aurich

Wilhelmshaven

Bremerhav

Groningen

Winschoten

Emden

31

Hesel

31 Leer

Weener

Remels

Westerstede

29

28

27

Papenburg

Bad Zwischenahn

Oldenburg

Bremen

Delmenhorst

1

Bei uns im „Nordwesten“, in der Gemeinde Uplengen, gibt es direkt an der Autobahn A 28 bei der Suche nach einem geeigneten

Standort für Ihr Unternehmen eine gute Lösung. Als attraktive und aufstrebende Gemeinde im Nahbereich zu den Städten Oldenburg,

Aurich, Leer und Groningen bieten wir mit einer sehr guten Autobahnanbindung und mit vollständiger Glasfaserausstattung

eine perfekte Infrastruktur. Bis zu 80 % der einzelnen Grundstücksflächen können überbaut werden (GRZ 0,8).

Gemeinde Uplengen

Alter Postweg 113 · 26670 Uplengen · Tel. 04956/911740

malte.van.mark@uplengen.de · www.uplengen.de

6

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


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Ostrhauderfehn – ein Standort, der sich lohnt

Ein guter Wirtschaftsstandort – was macht den heute aus? Eine

gute Verkehrsanbindung und günstige Gewerbeflächen sind

sicherlich ausschlaggebende Kriterien für Unternehmen, aber

auch andere Aspekte, mit denen die Gemeinde Ostrhauderfehn

punkten kann, haben großes Gewicht bei einer Entscheidung.

Familienfreundlichkeit, sozialer Zusammenhalt, Bildungsangebot

und Freizeitwert sind für Beschäftigte mittler weile

wichtige Punkte bei der Arbeitsplatzwahl und somit ein

unausweichliches Kriterium für Unternehmer bei der Standortentscheidung.

Ostrhauderfehn erweist sich für die Bürgerinnen

und Bürger sowie für Handel und Gewerbe als idealer

Standort, denn Rat und Verwaltung sorgen für die richtigen

Rahmenbedingungen vor Ort, sodass vorhandene und neue

Unternehmen Arbeitsplätze schaffen und erhalten können.

Auf einen Blick

• Die Gemeinde ist geprägt von mittelständischen Unternehmen

aller Branchen

• Ostrhauderfehn zählt mit rund 11.400 Einwohnerinnen und

Einwohnern zu den stärksten Wachstumsgemeinden im

Landkreis Leer

• Verkehrsgünstige Anbindungen zur A 31 und A 28 in Richtung

Nordwesten, NRW und Niederlande

Gemeinde Ostrhauderfehn (Wirtschaftsförderung)

Hauptstraße 117 · 26842 Ostrhauderfehn · Tel. 04952 80516

www.ostrhauderfehn.de · meyer@ostrhauderfehn.de

Raus aus dem Alltag – und in der Natur abschalten

Der Freizeitpark „Am Emsdeich“ in Westoverledingen

bietet nicht nur Campern mit seinem parkähnlichen

Charakter und 350 Stellplätzen einen Wohlfühlurlaub

für die ganze Familie. „Glamping“ (glamouröses Camping)

ist der neue Trend: Schlaffässer, Woodlodges und

Zeltlodges mit eigenen Sanitärbereichen machen den

Urlaub zu einem besonderen Erlebnis. Die Anlage liegt

an einem Naturbadesee mit Sandstrand und Liegewiesen.

Seit 2020 gibt es außerdem einen großen, barrierefreien

Mehrgenerationen-Spielplatz.

Viele Fahrradstrecken wie die Deutsche Fehnroute oder

der Ostfriesland Wanderweg laden zu ausgiebigen Radtouren

ein. Also nehmen Sie Ihr Fahrrad mit oder leihen

Sie sich eins. Oder möchten Sie Stand-Up-Paddeln

oder Disc-Golf ausprobieren? Anschließend können Sie

den Biergarten im Gasthuus Ulenhoff besuchen…

Das Team vom Freizeitpark „Am Emsdeich“ freut

sich auf Ihren Besuch!

Campingplatz & Tourist-Info – Freizeitpark „Am Emsdeich“

Deichstr. 7 a · 26810 Westoverledingen · Tel. 04955 920040 · Fax 04955 920041

freizeitpark@westoverledingen.de · www.ostfriesland-camping.de

7


HIER BÜNDELT SICH WAS – DIGITAL HUB OSTFRIESLAND

Foto: Landkreis Leer

Die Digitale Woche ist eine der etablierten

Veranstaltungen, mit der der Digital Hub

Vernetzung, Zusammenarbeit und Austausch

voranbringt.

FÄDEN KNÜPFEN UND ORDNEN

Fachgruppen aus Hochschule und Wirtschaft arbeiten Hand in Hand –

Beste digitale Infrastruktur in Leer

Was macht der Digital Hub Ostfriesland?

Das Wort Hub zu erklären, bringt die

Sache schon näher: Es kommt aus der

Netzwerktechnik und definiert einen

zentralen Ort, wo Verbindungen zusammenlaufen

und neue Richtungen

eingeschlagen werden können. So funktioniert

auch der Digital Hub.

Er ist ein Knotenpunkt für digitale Innovationen

in Ostfriesland und bringt sie

durch Zusammenarbeit, Vernetzung und

Austausch voran.

Der Hub nimmt sich einiges vor: Firmen

miteinander in Kontakt bringen (Networking),

Unternehmen bei der

Digitalisierung beraten und fördern,

Plattformen zu Schlüsselthemen aufbauen,

Informations-Veranstaltungen

und Schulungen aller Art ausrichten, Projekte

und Wissenstransfer zwischen Wirtschaft

und Wissenschaft unterstützen

und Fachgruppen bilden, die letztlich zu

einem IT-Verbund (Cluster) führen können.

Träger des Hubs ist der Landkreis Leer,

der mit der Hochschule Emden/Leer

kooperiert. Der Landkreis stellt für das

Projektbüro im Gebäude der gegenüberliegenden

Hochschule vier Mitarbeiter

ab. Das Projektbüro organisiert den

Hub. An seiner Spitze steht Thomas

Dreesmann vom Amt für Digitalisierung

und Wirtschaft. Der Diplom-Kaufmann

mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik

ist auch für das IT-Kompetenzzentrum

„IT-Achse“ der Wachstumsregion Ems-

Achse zuständig. Er hat zuvor 15 Jahre

lang leitend in der IT-Branche gearbeitet.

Das Besondere am Digital Hub ist die

enge Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung,

Hochschule und Wirtschaft.

Es spiegelt sich wider in der prominenten

Besetzung des Beirats mit neun Mitgliedern:

die Professoren Dr. Gerhard Kreutz

(Hochschulpräsident), Dr. Jens Klußmann,

Dr. Till Becker und Dr. Niels Streekmann

sowie die Firmen-Chefs Bernd Hillbrands

(Orgadata), Folker Natelberg (Natelberg

Gebäudetechnik), Bernd Grohmann

(eQ-3 AG), Frank Wiemer (Dirks Group)

und Dr. Paul Meyer (Meyer-Werft).

8

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


Um Arbeit und Wohlstand in Ostfriesland

zu sichern, ist die Aus- und Weiterbildung

von jungen IT-Talenten und Fachkräften

ein entscheidender Faktor.

Foto: puhhha – stock.adobe.com

Gründungspartner des Hubs sind mehr

als zwei Dutzend namhafte Firmen aus

Industrie, Handwerk, IT, Logistik, ferner

die IHK, einige Schulen und die Ems-

Achse.

Leer besitzt eine im Nordwesten herausragende

digitale Infrastruktur. Darauf

baut der Hub auf. Zu nennen ist das

Softwarenetzwerk Leer mit 14 Software-

Unternehmen und der Stadt Leer sowie

Landkreis Leer. Sie suchen gemeinsam

nach IT-Talenten und forcieren die digitale

Ausbildung.

Ein digitaler Glücksfall ist die enge Nachbarschaft

zwischen der Hochschule mit

dem Fachbereich Seefahrt und Maritime

Wissenschaften und dem Maritimen

Kompetenzzentrum (MARIKO). Die Hochschule

betreibt in Leer ein IT-Labor mit

dem Schwerpunkt Visualisierung (VR/Virtual

Reality und AR/Augmented Reality).

Digitalisierung

voranbringen und fördern

Da trifft es sich gut, dass der Landkreis

Leer auf der Ems-Achse neben der maritimen

Wirtschaft noch IT und Digitalisierung

als Schwerpunkt bearbeitet. Davon

profitiert die gesamte Region, die sich auf

besondere Aufgaben spezialisiert hat: die

kreisfreie Stadt Emden auf Automotive

und Logistik, der Landkreis Aurich auf

Energie und der Landkreis Wittmund auf

Tourismus.

Die praktische Arbeit im Hub leisten Fachgruppen

mit acht bis zehn Personen -

jeweils Wissenschaftler und Praktiker

aus interessierten Firmen. Einige Themen:

Industrie 4.0/Internet der Dinge,

Visualisierung/VR-AR, Junge IT-Talente/

Fachkräfte/Weiterbildung, IT-Sicherheit,

Künstliche Intelligenz und Smart Region.

Die Ziele des Hub: die Digitalisierung

der Wirtschaft voranbringen und fördern;

einen Treffpunkt für eine starke

IT-Wirtschaft schaffen; IT-Nachwuchs

ausbilden und Fachkräfte weiterbilden;

als Start-up-Zentrum digitale Gründungen

anstoßen und unterstützen;

digitale Lernräume schaffen, so etwas

wie „Labore für Informatik“, in denen

digitale Technik ausprobiert und erlebt

wird, um Interesse zu wecken und IT den

Menschen näherzubringen. Unter dem

Strich geht es darum, Arbeit und Wohlstand

in Ostfriesland zu sichern - auf

der Grundlage eines starken und attraktiven

digitalen Wirtschaftsstandorts.

ANSPRECHPARTNER

Thomas Dreesmann

Cluster-Manager, Landkreis Leer

Amt für Digitalisierung und Wirtschaft

Friesenstraße 26, 26789 Leer

Tel. 0491 926-1783, thomas.dreesmann2@lkleer.de

www.landkreis-leer.de/digital-hub-ostfriesland

9


IT-STANDORT LANDKREIS LEER – DAS GROSSE NETZ

Junge Menschen für Informatik und

Programmieren begeistern – sei es in

Schulen oder Schnupperkursen – das

schreibt sich das Software-Netzwerk

Leer auf die Fahnen.

Foto: Orgadata

DAS INNENLEBEN DER

SOFTWARE-HOCHBURG

Software-Netzwerk Leer investiert Know-how in Schulen und

Hochschulen – Breites IT-Portfolio

Leer ragt im Nordwesten als Software-

Hochburg heraus. Mehrere Technologieführer

sind hier zu Hause - und im

Software-Netzwerk Leer vereint. Es

wirbt für den IT-Standort, bietet gut 100

IT-Ausbildungsplätze und duale Studiengänge

sowie Praktika. Die Zusammenarbeit

mit der Hochschule Emden/

Leer und dem Business Campus Leer ist

selbstverständlich.

Das Netzwerk begleitet allgemeinbildende

Schulen im Unterricht – damit viele

Schüler in den Genuss von Informatik-

Unterricht kommen und möglichst

kein IT-Talent verloren geht. Nicht zu

vergessen das Projekt „IT2School – Gemeinsam

IT entdecken“.

Pionier der IT in Leer ist Heinz-Gerhard

Redeker. Er gründete vor mehr als 40

Jahren das ELV-Elektronik-Versandunternehmen

(heute ELV Elektronik

AG, eine familiengeführte AG mit rund

1300 Mitarbeitern). Für ELV gehört das

„Internet der Dinge“ zum Tagesgeschäft.

Über das Tochterunternehmen eQ-3

als Hersteller von Home Control- und

Energiemanagement-System-Lösungen

gehört ELV zum Netzwerk. Die mehr als

10 000 ELV-Produkte für Smart Home,

Haustechnik, Sicherheitstechnik und

elektronische Bauelemente werden in

Leer entwickelt und designed. Produziert

wird im eigenen Werk in Zhuhai, Südchina.

Größte ostfriesische Firma mit 13 000

Mitarbeitern ist die Bünting Unternehmensgruppe

AG, bekannt durch den Tee

und die Handelsmarken famila, Combi,

Markant. Über die Bünting E-Commerce

GmbH & Co. mischt das Traditionsunternehmen

mit dem Online-Shop „myTime“

für Lebensmittel mit.

Zu den Technologieführern ihrer Branche

zählt die international tätige Orgadata

AG. Sie digitalisiert den Fenster-,

Türen- und Fassadenbau und erfand

dafür das Programm LogiKal. Vorstands-

Chef Bernd Hillbrands steht dem Software-Netzwerk

vor.

Technologieführend ist auch die Hiltes

Software GmbH. Sie entwickelt Warenwirtschaftssysteme

für die Textilbranche.

Die Buss-Data GmbH ist spezialisiert

auf IT für die internationale See- und

Flussschifffahrt und den Hafenbetrieb.

Die connedata GmbH entwickelt Software

und Webanwendungen für Ämter,

Behörden und Firmen. Die S&F Datentechnik

GmbH & Co.KG zählt zu den

führenden Software- und Consulting-

Häusern in der Umwelt- und Entsorgungsbranche.

HR4YOU in Timmel

steht für Software in der Personalwirtschaft.

MDSI IT Solutions GmbH in Neermoor

ist ein Softwarehersteller von ERP-

Lösungen für Großhandel und Destination

Management, namentlich im

Vending, sprich Verkaufs-Automatenwirtschaft.

Kunden sind Tabakwarengroßhändler,

Automatenaufsteller,

Inselreedereien, Parkplatzbetreiber und

Kommunen.

Zu den Kompetenzen der Tridem Internet

Services GmbH gehören webbasierte

Software-Entwicklung, Marketing, IT-

Sicherheit, IT-Datenschutz und Mediengestaltung.

Die Planetholding GmbH

in Moormerland entwickelt digitale

Marketing-Prozesse fürs Gastgewerbe.

Jüngstes Netzwerk-Mitglied ist journaway.com

in Leer. In diese Reihe gehören

auch die IC Tourismus GmbH und die

neusta eTourism, die sich mit touristischen

Webprojekten beschäftigen.

10

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


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Gründung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 1995

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12 Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


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Die SPITZKE-Gründungsspezialisten aus Leer

Alle zwei Sekunden rauscht das drei Tonnen schwere Fallgewicht

des Rammhammers herab, hallt ein metallischer

Schlag über das weite Feld. Unablässig treibt die Landramme

der SPITZKE SE das 1.000 mm starke und bis zu 35 m lange

Stahlrohr in die friesische Erde. Drei weitere dieser tonnenschweren

Rohre werden folgen. Sie bilden die Basis für den

65 m hohen 380-kV-Hochspannungsmast, der sicher im Untergrund

verankert sein muss. Die Gründungsspezialisten aus Leer

legen hier den Grundstein für den Anschluss eines Windparks

an das europäische Stromnetz. Die Baumaßnahme Emden-

Ost – Conneforde ist ein wichtiger Bestandteil zur Umsetzung

der Energiewende und ein nachhaltiger Beitrag zum Umweltschutz.

An 42 Standorten werden dafür Freileitungsmaste

gegründet, 3.536 m Rammrohrlänge eingebracht.

SPITZKE trägt mit seiner Niederlassung in Leer seit über

60 Jahren zur Entwicklung der Region bei und bietet derzeit

rund 160 Mitarbeitenden eine sichere Zukunftsperspektive.

Die SPITZKE-Gruppe selbst verfügt mit ihren Kompetenzen –

Fahrweg, Technik, Ausrüstung/ Elektrotechnik, Ingenieurbau,

Logistik und Fertigung – über ein breites Portfolio für die

Bahninfrastruktur. In Leer fokussiert sich das Know-how der

Kolleginnen und Kollegen vor allem auf den Spezialtiefbau

für Freileitung und Fahrleitung. Auch die Gründungsarbeiten

von Lärmschutzwänden an Bahnstrecken sind ein wichtiger

Schwerpunkt der Leeraner. Entsprechend umfangreich und

hochspezialisiert sind die Ramm- und Bohrgeräte vor Ort.

Insgesamt fünf schienengebundene Rammen und acht Landrammen

kommen auf zahlreichen Bauvorhaben in der Region

und deutschlandweit zum Einsatz. Das Spektrum reicht

dabei von kleinen Einsätzen für Signalausleger und Brücken

bis hin zu Großprojekten wie Emden-Ost – Conneforde oder

der Elektrifizierung der Südbahn. Dort, zwischen Ulm,

Friedrichshafen am Bodensee und Lindau, gründet und

stellt SPITZKE insgesamt 4.000 Maste, die künftig die Hochspannungsanlagen

für den elektrischen Betrieb auf der Bahnstrecke

tragen und somit die nachhaltige und umweltfreundliche

Mobilität voranbringen.

SPITZKE SE • NL Leer • Kupferstraße 4 • 26789 Leer • Ihr Kontakt: Katharina Mayer • +49 491 97985-49

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Das Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren einer der

renommierten und geschätzten Dienstleister im Bereich der

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Zu unseren Kunden gehören sowohl klein- und mittelständische

Unternehmen als auch große Firmen. Unser Team nimmt

regel mäßig an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Kombiniert mit

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Bei uns sind Sie richtig, wenn die Beitragsabrechnungen nach

Abschnitt A, Abschnitt G oder nach tatsächlichem Bruttoarbeitsentgelt

erfolgen sollen.

Die Thien & Heyenga Bereederungs- und Befrachtungs GmbH,

Hamburg, und die Zweigniederlassung in Leer (Ostfriesland) wurden

beide 1977 gegründet. Seit 2001 ist der Standort Leer eigenständig.

Christian Dreyer ist seit 2016 alleiniger Geschäftsführer.


Thien + Heyenga Leer GmbH

Hafenstraße 6 · „Haus Hamburg“· 26789 Leer · Tel. 0491 9196930

www.thien-heyenga.de · info@thien-heyenga.de

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14 Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


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Flugplatz Leer-Papenburg GmbH

Selbst Düsenjets starten und landen hier. Der Flugplatz in

Leer ist nicht zufällig klassifiziert als „Verkehrslandeplatz von

überregionaler Bedeutung“, der Charter- und Werkverkehr

liegt vorne in Niedersachsen. Für überregional und international

handelnde Unternehmen wie die MEYER WERFT, die

Software-Schmieden oder die Betriebe der maritimen Wirtschaft

ist er lebenswichtig.

Für Handwerker und Urlauber ist es nach Borkum, Norderney

& Co. nur ein Katzensprung. Auch Hobbyflieger schätzen

den Platz. Er ist technisch auf bestem Stand, das Sicherheitsniveau

ist hoch. Mit einem neuen Hangar klettert der Komfort

demnächst weiter treppauf. Auch eine Flugwerft und Flugschulen

sind vor Ort.

Unter Piloten spricht es sich herum: Sprit ist günstig, der

Service ungewöhnlich. So legt die Flugleitung sogar Hand an

beim Tanken. Nicht zu verachten die Küche des Flugplatz-

Restaurants.

Infos zu uns:

Gründungsjahr: 1970

Flugziele: international

Lizenzen: Flugzeuge bis zu 5700 und über

5700 kg bis zu 10 000 kg höchst zulässige

Flugmasse (PPR); selbststartende

Motorsegler, Hubschrauber,

Segelflugzeuge, Motor segler,

Ultraleichtflugzeuge

Jubiläum

50 Jahre Flugplatz Leer-Papenburg GmbH – das wollen wir

feiern.

Unsere für Anfang September 2020 geplanten Flugtage

verschieben wir, bedingt durch die Corona-Pandemie, auf

– hoffentlich – nächstes Jahr. Ein Termin wird rechtzeitig

b ekanntgegeben.

Flugplatz Leer-Papenburg GmbH

Kloster-Thedinga-Straße 83 · 26789 Leer · Tel. 0491 5566

www.flugplatz-leer-papenburg.de · info@flugplatz-leer-papenburg.de

15


START–UPS IM COWORKING – JOURNAWAY

Vernetzen Reiseveranstalter und verschaffen

Kunden einen Überblick: Marco Behrends und

Thomas Wasserberg, Gründer und Geschäftsführer

der journaway GmbH.

RAKETENSTART FÜR JOURNAWAY

Start-up aus Leer digitalisiert den Vertrieb von tausenden

Rundreisen in aller Welt

Den Zauber Sri Lankas genießen, in

einer Kleingruppe durch Vietnam und

Kambodscha oder privat durch Yucatán

reisen, vielleicht Winterabenteuer in

Lappland erleben – die Auswahl ist groß.

Unzählige kleine Länder- oder Themenspezialisten

und einige große Veranstalter

bieten tausende Rundreisen in aller

Welt an. Völlig unübersichtlich für

Kunden.

Da kommt journaway aus Leer ins Spiel.

Das Start-up vernetzt die Reiseveranstalter

und verschafft den Kunden einen

Überblick – mit einem Geschäftsmodell

in einem Wachstums-Segment, in dem

jährlich fünf Mrd. Euro umgesetzt werden:

Rund- und Erlebnisreisen in ferne

Länder.

Geschäftsführer sind Marco Behrends

und Thomas Wasserberg. Die Schulfreunde,

beide aus Leer, rufen

journaway 2018 ins Leben. Die Firma

legt einen Raketenstart hin. Sie beginnt

mit drei Mitarbeitern, heute sind es

25 aus sechs Ländern. Sie arbeiten im

Coworkingspace „Nesse-Office“ von

Orgadata am Leeraner Hafen.

Auf dem Weg zu

Europas größter Plattform

für Rundreisen

journaway digitalisiert den Vertrieb

von Rundreisen. Sie vergleicht mithilfe

ihrer leistungsfähigen Suchmaschine –

unabhängig vom Veranstalter – 12 000

Rundreisen durch mehr als 100 Länder,

um ihren Kunden die passende Reise zu

präsentieren, mit Fotos in HD-Qualität

und erläuternden Texten. Die Kunden

buchen online vollautomatisiert. Bei

Bedarf unterstützt sie das Reisebüroteam.

Immer mehr Reiseveranstalter drängen

mit ihren Angeboten auf die journaway-

Plattform. Solch ein Wachstum kann

ein Start-up nicht allein bewältigen und

finanzieren. Deshalb sitzt das „team

neusta“ aus Bremen als Investor mit im

Boot der GmbH. Bei Software-, Mobileund

e-Commerce-Lösungen ist „neusta“

die führende deutsche Internet-Agentur.

Behrends, studierter Betriebswirt, versteht

„journaway nicht als Reisebüro,

16

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


Foto: FeuerQuell/Jakob Prößdorf

Viel Arbeit für die journaway-Mitarbeiter.

Das Unternehmen ist für junge Leute attraktiv,

die nach einem Studium im Fachbereich

Tourismus nach Leer kommen wollen.

Foto: formedia

sondern als Technologie-Firma“. Sie

entwickelt die Technik, um aufwändige

Reisen gebündelt zu verkaufen. Die

Mitarbeiter schätzen die Atmosphäre im

Coworkingspace, das selbstständige

Arbeiten in offenen Räumen mit Platz

und wenigen Wänden und den Gedankenaustausch

mit kollegialen Start-ups.

Das macht „journaway“ attraktiv für

junge Leute, die zum Beispiel nach einem

Studium an der Hochschule Wilhelmshaven

mit ihrem Tourismus-Fachbereich

nach Leer kommen. Zugute kommt

der Firma auch die Informatik-Ausbildung

an den Berufsbildenden Schulen

in Leer.

Marco Behrends jedenfalls ist zuversichtlich,

dass auch der Sprung nach

Großbritannien schnell Früchte trägt.

Verträge mit Partnern für ein englischsprachiges

Publikum sind abgeschlossen.

Das Ziel ist bereits in Sichtweite:

journaway zur größten Plattform für

Rundreisen in Europa zu entwickeln.

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info@stadtwerke-leer.de

Tel.: 0491 / 92 770 - 0

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Als motivierter zuverlässiger

Dienstleister stellen wir für die

Einwohner der Stadt Leer sowohl

die Wasserversorgung als auch

die Beseitigung und Reinigung

des Schmutzwassers sicher.

Zu unseren täglichen Aufgaben

gehören ebenfalls die städtischen

Dienstleistungen. Im Bereich der

Straßenunterhaltung sorgen wir

durch Reparaturen, Reinigung

und Beleuchtung sowie im Winter

zusätzlich durch Räum- und Streudienste

für verkehrssichere Straßen.

In unserem Ver- und Entsorgungsgebiet

übernehmen wir auch die

Pflege der Grünanlagen und Spielplätze.

Durch die Nähe zu unseren

Kunden – insbesondere zu den

Leeraner Bürgern – wollen wir auf

ihre Bedürfnisse eingehen und uns

mit professionellem Service täglich

um ihr Vertrauen bemühen. Hierbei

wird besonders auf eine ökologische

Verträglichkeit Wert gelegt, da

unsere Verantwortung in gleichem

Maß unseren Mitarbeitern, den

Kunden und unserer Stadt gilt.

Wir arbeiten

für ein l(i)ebenswertes Leer

Städtische

Dienstleistungen

Stadtentwässerung

Trinkwasserversorgung

Hafenbetrieb

17


START–UPS IM COWORKING – MYBRIXX

Stevie Evers (Evers Akzente Eventmanufaktur)

und Andrej Schneider (myBrixx) im

Coworkingspace mit Hafenblick in Leer.

Foto: Orgadata/Dora Schneider

START-UPS ARBEITEN

ZUSAMMEN

Im Raum für offene Köpfe werden digitale Ideen

geboren – erläutert am Beispiel myBrixx

NEUER

PODCAST

„Digitales Ostfriesland“ heißt

der Podcast, den Andrej

Schneider (myBrixx) und

Andre Prygoda (upcommerce)

gemeinsam ins Leben gerufen

haben, unterstützt von

Partnern wie Landkreis Leer,

Sparkasse Leer Wittmund,

Orgadata und Ems-Achse.

Interviewt werden Fachleute

zu aktuellen digitalen und

wirtschaftlichen Themen.

Junge, digital denkende Menschen, neudeutsch

Nerds, tüfteln eine pfiffige, im

Idealfall geniale Idee aus. Die Idee allein

ist erst einmal wertlos. Aber wenn sie ein

Problem löst, das viele haben, und es für

die Lösung eine Nachfrage gibt – dann

ist eine gewinnbringende Geschäftsidee

geboren.

Aus diesem experimentellen Gedankenvorgang

besteht die Arbeit eines Startups.

Und weil er oder sie in der Regel

jung und finanziell nicht auf Rosen

gebettet sind, sind Coworkingspaces

eine gute Lösung. Es sind größere offene

Büros, die Start-ups preisgünstig

angeboten werden und gegenüber dem

einsamen Nerd am Küchentisch einen

Vorteil haben: Dort arbeiten mehrere

digital affine Menschen an verschiedenen

Projekten. Sie können jederzeit

ihre Erfahrungen austauschen und zusammenarbeiten

– Coworking eben.

Einige Unternehmen in Leer bieten diese

Arbeitsplätze für Gründer, Freiberufler und

aufstrebende Firmen an. Dazu gehört

Orgadata mit seinem Coworkingspace

„Nesse-Office“. 50 Arbeitsplätze, schnelles

Internet, Konferenzzimmer, Drucker, Wartung,

Reinigung und Kaffee satt inklusive.

Und ein Blick auf den Hafen.

Es ist ein „Raum für offene Köpfe“, wie

es auf der Website heißt. Einer von ihnen

ist Andrej Schneider. Er entwickelt auf

Bestellung gemeinsam mit Stefan Rehbein

Projekte für Firmen. Schneider hat

vorher Software in kommunalen Einrichtungen

eingeführt und deren Mitarbeiter

geschult. Stefan Rehbein programmiert,

seit er 13 Jahre alt ist.

Auf der Erfolgsliste steht die Entwicklung

einer umfangreichen E-Ticketing-

Software inklusive Scanapps für iOS und

Android – also elektronische Fahrscheine

als Alternative zu Papierfahrscheinen,

die per Scan aufs Smartphone geladen

werden. myBrixx entwickelte außerdem

E-Learning-Plattformen für Unternehmen.

Dazu zählt die Akademie für

Tiernaturheilkunde in Bad Bramstedt, die

Tierheilpraktiker ausbildet. Gerade in der

Coronakrise erweisen sich E-Learning-

Modelle, also Online-Lernen zu Hause,

als willkommene Alternative zum Hörsaal

oder zur Weiterbildung in der Firma.

Nicht zu vergessen das Kundendaten-

Verarbeitungsprogramm „Stride Energy“

für Energiemakler. Es ist ein SaaS-

Produkt, das myBrixx selbst vermarktet.

SaaS ist „Software as a Service“. Im

Gegensatz zum klassischen Software-

Lizenzmodell betreibt ein externer

Dienstleister die Software und die IT, der

Kunde nutzt sie als Dienstleistung, wenn

er sie braucht. Der Kunde bezahlt also

nicht mehr die gesamte Lizenz, sondern

nur die getaktete Dienstleistung.

Mitarbeiter von myBrixx sitzen weit verstreut

in Hamburg, Sande, England und

Kroatien. Zeitweise hat die Firma auch

mit russischen Entwicklern gearbeitet.

Bemerkenswert auch die Laufbahn des

32-jährigen Andrej Schneider. Er studierte

zunächst Nautik, ehe er zum Fachinformatiker

an den Berufsbildenden

Schulen in Leer umschulte.

18

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


START UPS IN COWORKING – STUDIO 3

Arbeiten unter einem Dach: (v.li.)

Henning Kruse (formvermittlung),

Christian Kreplin (Web-Entwickler)

und Stevie Evers (Evers Akzente Eventmanufaktur)

Foto: formedia

ONLINE-VERKAUF IST KEIN

ALLHEILMITTEL

Fünf digitale Anbieter unter einem Dach mit breit

gefächerten Kompetenzen

Auch so funktioniert Coworking: Drei

kleine Agenturen und zwei Freelancer,

alle digital orientiert, mieten gemeinsam

Arbeitsräume, arbeiten aber jeder auf

eigene Rechnung.

Trotzdem profitieren sie voneinander,

denn sie schauen sich gegenseitig über

die Schulter und tauschen sich aus. Und

wenn es passt, werfen sie ihre Kompetenzen

in die Waagschale und schultern

gemeinsam einen Auftrag. Unabhängig

davon drückt die gemeinsame Nutzung

von Büro und Arbeitsgeräten die Fixkosten.

Zu beobachten ist dieses Coworking-Modell

im „Studio 3“ in Leer. „Studio 3“ heißt

nur das Dach am Vaderkeborg 3, unter

dem sich die Agenturen „formvermittlung“,

„Evers Akzente Eventmanufaktur“

und „Signalfabrik“ sowie die Freelancer

Christian Kreplin (Web Developer) und

Ingo Buschmann („sichtbar.marketing“)

versammeln.

Wie Firmen den Markt digital erschließen –

das ist der gemeinsame Nenner der fünf

Digital-Anbieter. Beispiele: Einen Webauftritt

entwickeln und gestalten, Social

Media in Werbung und Marketing nutzen,

Ware und Dienstleistungen online

vermarkten, Image-Videos drehen,

Grafik- Design entwerfen, neue Arbeitsmodelle

wie Home-Office begleiten,

Mitarbeiter online werben, analoge Abläufe

in Firmen digital umrüsten oder

Plattformen aufbauen wie „Leer hilft

Leer“. Und auf der brandneuen Online-

Plattform „digitalisierung-nordwest.de“

sprechen die Akteure von „Studio 3“ mit

Fachleuten aus der Digital-Szene für ein

interessiertes Publikum.

Analog und digital

verknüpfen

Henning Kruse („formvermittlung“), der

schon seit Jahren in Hamburg eine Agentur

betreibt, zog es wieder in seine Heimat

nach Leer. Er kennt noch die analoge

Zeit. Doch heute prägt die Digitalisierung

der Wirtschaft seine Arbeit. Ihm ist bewusst,

dass „ein Unternehmer, der analog

denkt, erst Hürden im Kopf überwinden

muss“, ehe er den Betrieb zumindest teilweise

digitalisiert. Bundes- und Landesregierung

fördern solche Schritte. Eines

macht Kruse jedoch deutlich: „Digitalisierung

ist weit mehr als nur der Verkauf

von Produkten über einen Onlineshop.“

Sein Rezept umreißt Kruse so: „Die klassischen

analogen Dienstleistungen mit

der digitalen Welt verknüpfen, Teilbereiche

digitalisieren.“ Ein reales Beispiel:

Für einen Kunden, der Beatmungsgeräte

herstellt, wurde der Ersatzteil-Beschaffungsprozess

komplett digitalisiert.

Wo vorher der Endkunde telefonisch

Ersatzteile angefragt und Servicemitarbeiter

diese Bestellung aufwändig in

14 Teilschritten bearbeitet haben, kann

nun der Kunde im Self-Service-Verfahren

über einen digitalen Ersatzteilshop selber

die Bestellung ausführen. Der gesamte

Ablauf mit Lagerarbeit, Fax, verpacken,

Rechnung schreiben wurde somit von

14 auf drei Handgriffe reduziert, oder von

45 auf 10 bis 15 Minuten. Ein Erfolg für

das Unternehmen, die Endkunden und

die Mitarbeiter, die wieder ihrem eigentlichen

Tagesgeschäft in Ruhe nachgehen

konnten.

Geht es um hochwertige Technik: Christian

Kreplin entwickelt digitale Lösungen –

namentlich im Bereich Application

Development. Er hat sich auf den Einsatz

von Webtechnologien spezialisiert.

Anders gesagt: Er entwickelt und implementiert

Weblösungen und Apps mithilfe

verschiedener Webtechnologien.

Diese Technologien sind die Werkzeuge

eines Webentwicklers und werden auch

Programmier- oder Skriptsprachen genannt.

Populär sind beispielsweise PHP,

HTML, JavaScript, CSS sowie die Anwendung

der Frameworks Symfony, Ionic

und Vue.

19


ANZEIGEN

Coworking mit Hafenblick

Gründer, Freelancer und Start-Ups haben in Leer eine

neue Heimat: den Coworking Space nesse.office.

Das Besondere: Sie arbeiten gemeinsam in einem

550 Quadratmeter großen, offen gestalteten Büro

in den Hafenarkaden „Die Leda“. Die Mieter bringen

sich und ihre Projekte durch gegenseitige Impulse

voran, vernetzen und beflügeln sich – oder genie-

ßen bei einem Klönschnack die großartige Aussicht

auf den Leeraner Freizeithafen. Initiiert wurde das

nesse.office mit seinen 50 modern ausgestatteten

Arbeitsplätzen samt Rundum-sorglos-Paket vom

Softwarehaus Orgadata AG. Viele der Mieter kommen

aus der Digitalwirtschaft. In der kreativen Gemeinschaft

sind noch Plätze frei.

nesse.office

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20 Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


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Stadt Leer – Digitalisierung auch hier

„Wie gehen wir mit dieser Situation um?“ war wahrscheinlich

nicht nur in unserem mittelständischen Familienunternehmen

eine der wichtigsten Fragen, als die Pandemie ausgebrochen

ist. Für uns war klar, das Thema Digitalisierung, Vernetzung

und Transparenz noch stärker voranzutreiben. Dank unserer

hauseigenen IT-Abteilung haben wir Prozesse und Arbeitszeitmodelle

wie Home Office intern umgesetzt. Durch die Umstellung

auf cloudbasierte Technologien können wir nun ganzheitlich

und projektbezogen in Tickets arbeiten, einen Dienstchat

benutzen, ein appfähiges Intranet betreiben und haben

somit einen kurzen Draht zu unserer Belegschaft. Teammeetings

finden oft nur noch per Screensharing statt. Aber auch

unseren Kunden und Bewerbern können wir per Videotelefonie

Termine anbieten.

„Zwar mit Mindestabstand aber dennoch gemeinsam“ ist unser

Motto in Corona-Zeiten geworden.

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Bild © Bojan / Fotolia.com

21


HANDEL – PREISGEKRÖNTES LEUCHTTURMPROJEKT

„Blaue Stunde“ im Natelberg-Technikzentrum.

Das „Smart Huus“ ist ein Teil des Handwerksbetriebes

Natelberg Gebäudetechnik

GmbH in Rhauderfehn.

„SMART HUUS“: DIGITAL IST

EMOTIONAL

Wie digitale Technik das Wohnen einfacher, bequemer,

sicherer und schöner macht

Big Data, Virtual Reality oder künstliche

Intelligenz wirken sich auch auf das tägliche

Leben in den eigenen vier Wänden

aus. „Alexa“, intelligenter Lautsprecher

von Amazon, spielt in manchen Wohnzimmern

die gewünschte Musik, sagt

das Wetter an oder wie Werder Bremen

gespielt hat. Oder ein smarter Staubsauger

huscht über den Teppich. Doch sie

sind nur Vorboten von vernetzten und

fernsteuerbaren technischen Systemen

in Wohnungen.

Der Durchbruch des intelligenten

Heimes, genannt Smart Home, steht

noch bevor. Wohnen in einem intelligenten

Heim ist zwar noch nicht Alltag,

aber auch keine Zukunftsmusik mehr.

Die Kompositionen warten darauf, gespielt

zu werden. Wie im „Smart Huus“

des Natelberg Technik-Zentrums, einem

Teil des klassischen Handwerksbetriebes

Natelberg Gebäudetechnik GmbH in

Rhauderfehn.

Schon der Name „Smart Huus“ klingt

innovativ. Er tauscht das englische

„Home“ durch das plattdeutsch-bodenständige

„Huus“ aus und kombiniert es

mit dem modernen englischen Begriff

„Smart“.

Das „Smart Huus“ ist ein komplett eingerichtetes

zweigeschossiges Haus,

Wohnfläche 130 Quadratmeter, angebaut

an das Unternehmensgebäude. Wer

ernsthaft interessiert ist, kann dort zur

Probe wohnen, kochen, schlafen, baden,

duschen oder am Schreibtisch arbeiten.

Das komplette Innenleben wird digital

gesteuert, eben smart. Nicht über ein

Dutzend oder mehr Apps, sondern über

einheitliche Plattformlösungen.

Die Basis heißt KNX, englisch, steht für

Konnex, bedeutet Verbindung und ist

ein weltweit anerkannter technischer

Kommunikations-Standard. KNX sorgt

für die raumübergreifende Vernetzung.

Ihre Übertragung erfolgt am sichersten

und leistungsfähigsten über fest verlegte

Kabel in einem sogenannten Bussystem.

„Bus“, vom englischen Instabus

abgeleitet, ist ein dezentrales offenes

System zur Verwaltung und Steuerung

elektrischer Geräte in einem Gebäude.

Elektroinstallation ist heute weit mehr

als Strom und Licht, mehr als Steckdosen,

Schalter und Leuchten, Sicherungskasten

und Hausanschluss. Dies alles

gehört nach wie vor dazu, aber moderne

Technik im Haus richtet sich aus auf Gebäudeautomation,

auch Gebäudesystemtechnik

genannt. Sie wird auf der einen

Seite getrieben durch die Fortschritte der

Elektronik und Computertechnik, auf

der anderen Seite durch Nachfrage und

Bedürfnisse der Kunden.

Um ein Gebäude über ein Bussystem

zum „Smart Huus“ zu machen, werden

parallel zur Stromleitung spezielle Kabel

verlegt, die ausschließlich für die Datenübertragung

innerhalb des Hauses

zuständig sind. Dahinter steckt ein noch

recht junges Prinzip: Energie und Informationen

mit getrennten Leitungen

transportieren. Diese werden meist

unter Putz verlegt. Deshalb ist dieser

Installationsbus vor allem für Neubauten

oder Sanierungen interessant. Der Datentransfer

funktioniert auch per Funk,

Stromleitung oder Internet.

Gebäudetechnik heute heißt Hightech,

Technik auf höchstem Niveau. Aber sie

ist kein Selbstzweck, sondern macht

das Leben einfacher, oft bequemer, sicherer

und manchmal auch schöner. Für

Unternehmens-Chef Folker Natelberg

sind deshalb „Bauchgefühl“ und „digitale

Technik“ keine Gegensätze, sondern die

zwei Seiten einer Medaille. „Wenn ich die

22

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


Fotos: Natelberg

Geschäftsführer Folker Natelberg zeigt mit

seinem Smart Huus, dass ein intelligentes

Heim keine Science-Fiction mehr ist.

Vorteile der Technik erkenne und selbst

spüre, erlebe ich sie emotional“, sagt der

56-jährige gelernte Heizungsbaumeister.

Deshalb können Kunden, die sich für

intelligentes Wohnen interessieren, im

„Smart Huus“ ein paar Stunden wohnen

oder sogar übernachten. Natelberg:

„Das fühlt sich an wie eine Probefahrt

in einem Luxusauto.“ Allein der Spa mit

digital gesteuerten Duschen, Sitz- und

Liegekomfort verspricht Wohlgefühle.

Erst Wünsche und Ansprüche sammeln,

probieren und dann das Haus planen,

ganzheitlich von A bis Z – das ist die

Devise von Natelberg. Soll das Fenster intelligent

sein, muss das vorher der Tischler

wissen. Steht Erdwärme auf dem Plan,

muss vorher der Boden untersucht werden.

Soll die Energie aus der Luft kommen,

kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe

eine gute Lösung sein. „Es besteht gewaltig

hoher Beratungsbedarf“, sagt Natelberg.

Das gesamte Smart-Huus-Ökosystem

bietet eine breite Palette, die auch einzeln

eingerichtet werden kann:

• Wärme, Klima, Licht: digital gesteuerte

Heizungen, Klimaanlagen, Beleuchtung

• Stromverbrauch-Messung (Smart Meter)

• Sicherheit: digitale Bewegungs-,

Feuer- und Gasmelder, Überwachungs-

Kameras mit Live-Bild-Schaltung aufs

Smartphone

• Gebäudekontrolle: digital gesteuerte

Türen, Tore, Fenster und

Jalousien

• Haushaltsgeräte: digital gesteuerte

Kühlschränke, Spülmaschinen, Mikrowellen,

Kaffeemaschinen, Waschmaschinen

• Multimedia und Entertainment: Smartphones,

Tablet, Inter-TV, VR-/

AR-Geräte

• Fernzugriff über Handy, Smartphone,

Telefon oder Internet

Das zentrale Steuern des Hauses lässt

sich integriert zusammenschalten.

„DIGITALER ORT NIEDERSACHSEN“

Die Gebäudetechnik Natelberg GmbH in Rhauderfehn ist „Digitaler Ort

Niedersachsen“. Damit zeichnet die Landesregierung Initiativen, Projekte

und Einrichtungen aus, die sich um die Digitalisierung besonders verdient

machen und den digitalen Wandel aktiv mitgestalten.

Mit seinen 170 Mitarbeitern verfolgt Folker Natelberg, geschäftsführender

Gesellschafter, eine Smart-Home-Strategie. So zielt das GET-Konzept

(Ganzheitliche Energetische Gebäudetechnik) darauf ab, die gesamte

Haustechnik nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Es vernetzt

Klimatechnik, Energie und Entertainment.

Leuchtturm-Projekt des Unternehmens ist das „Smart Huus“, ein bewohnbares

intelligentes Musterhaus. Aber auch die handwerkliche Arbeit

verläuft prozessorientiert. Selbst Baumappen erreichen den Monteur auf

der Baustelle digital.

Foto: formedia

23


HANDEL – ERFOLGREICHER MITTELWEG

Foto: formedia

Elke Kramer, Geschäftsführerin von „Schlummersack“,

setzt auf den Mittelweg zwischen

reinem Onlinehandel und direktem Kundenkontakt

und ist damit erfolgreich.

DAMIT BABYS SANFT SCHLUMMERN

Der Kundenservice des Online-Marktführers für Baby- und Kinder-Schlafsäcke

sitzt in Moormerland

Der Standort für ein Online-Unternehmen

ist eigentlich egal. Er muss nicht in

einer Metropolregion liegen und braucht

keinen ICE-Anschluss. Hauptsache ist

eine Datenautobahn und eine stabile

Funkleitung. „Schlummersack“ in Moormerland,

eine Marke der international

tätigen Grassy Handels GmbH & Co.KG

in Plauen (Sachsen), ist ein gutes Beispiel

dafür.

Schlummersack – nomen est omen. Wer

einen Schlafsack fürs Baby oder kleine

Kind sucht und sich beraten lassen will,

landet bei einer von fünf fachlich versierten

Frauen in Moormerland, wo der

Kundenservice der Firma zu Hause ist.

Sie wissen alles über Schlafsäcke mit

Füßen, mit denen „Schlummersack“ als

erste Firma auf dem Markt war. Oder

welche Kleidung im Schlafsack die beste

fürs Kind ist.

„Schlummersack“ vertreibt seine Waren

ausschließlich online – über einen eigenen

Shop – und ist außerdem bei Amazon

gelistet. „Wir verbessern laufend den

direkten Draht zum Kunden“, sagt Geschäftsführerin

Elke Kramer, eine waschechte

Fehntjerin. So landet eine Kundin

– meistens ist es eine Frau – bei einem

Anruf nicht in einem anonymen Call-

Center im Nirgendwo, sondern direkt

beim Kundenservice in Moormerland.

Frauenbetrieb produziert

in der Türkei und in

Deutschland

Elke Kramer spricht von einem „Mittelweg“

zwischen online pur und direktem

Kontakt. Das stärkt die Kundennähe,

und aus dem Feedback der Anruferinnen

erwachsen Anregungen für Trends und

Wünsche.

Werbung und Marketing erfolgen ausschließlich

online, vorwiegend über

Instagram, aber auch über Facebook und

YouTube. Der Erfolg lässt sich an der

Zahl der Klicks ablesen. Eine vierwöchige

Werbung mit 1000 Spots im TV brachte

erste Erfolge. Ein Newsletter im Abo hilft

bei direktem Kundenkontakt. Geplant

ist, die Werbung weiter zu personalisieren

und noch zielgruppengenauer zu

machen. Langfristigen Erfolg verspricht

sich „Schlummersack“ von Qualität. Elke

Kramer ist sich sicher: „Über den Preis

gewinnen wir nicht.“ Der Jahresumsatz

von neun Millionen Euro deutet darauf

hin, dass man auf das richtige Pferd setzt.

Der Vertrieb vom Versandlager Plauen

läuft über DHL, teils über UPS, der Rest

über Amazon-Lager. Die Ware wird überwiegend

in türkischen Werken gefertigt.

„Schlummersack“ holt jedoch auch

Produktion nach Deutschland. Neuerdings

nähen zehn Frauen Schlafsäcke

aus Bio-Baumwolle in Plauen. Ohnehin

setzt „Schlummersack“, ein reiner Frauenbetrieb,

auf hochwertige Produkte

und beteiligt sich an UN-Projekten zur

Selbsthilfe. „Und für jeden verkauften

Bio-Schlafsack wird ein Baum gepflanzt“,

sagt Elke Kramer.

Ursprünglich ist „Schlummersack“ eine

englische Firma namens Slumbersac, die

weiter existiert. Als der Brexit drohte,

gründete Karina Grassy ein Unternehmen

im sächsischen Plauen. Bei einem

USA-Aufenthalt lernte sie die Betriebswirtin

Elke Kramer aus Warsingsfehn

kennen. So wurde aus dem Slumbersac

der Schlummersack.

24

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


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In Weener und der ganzen Welt

Die Klingele Gruppe ist ein international tätiger Anbieter von

Papier und Verpackungslösungen aus Wellpappe. Das 1920 gegründete

Familienunternehmen mit Hauptsitz in Remshalden bei

Stuttgart wird von Dr. Jan Klingele mittlerweile in dritter Generation

geführt.

In den Geschäftsfeldern Papier und Verpackung ist das Unternehmen

inklusive Beteiligungen mit drei Papierfabriken, zwölf

Wellpappen-, acht Verarbeitungs- und einem Wellpappenformatwerk

in Europa, Afrika, Mittel- und Südamerika für seine

Kunden präsent. Das Produktspektrum umfasst Wellpappenrohpapiere

sowie innovative und nachhaltige Verpackungslösungen

aus Wellpappe.

Am Standort Weener produziert Klingele jährlich 265 000 Tonnen

umweltfreundliches Wellpappenrohpapier aus 100 % recyceltem

Altpapier und beliefert damit seine Kunden in der Unternehmensgruppe

sowie europa-, aber auch weltweit.

Nachhaltig produzieren und Ressourcen schonen. Seit 2007

versorgt das unternehmenseigene Ersatzbrennstoffkraftwerk die

Papierfabrik mit Dampf und Strom. Zusätzlich betreibt Klingele

in Weener eine eigene Windenergieanlage.

Klingele Papierwerke GmbH & Co. KG · Papierfabrik Weener

Dr.-Werner-Klingele-Straße 1 · 26826 Weener · Tel. 04951 3030

www.klingele.com · weener@klingele.com

25


HANDEL – VERTRIEBSMIX BEI HOTSPOT

Fährt zweigleisig: Kaufmann Marcus Ubbens,

Inhaber von Hotspot, handelt online und

analog.

Foto: formdia

Foto: campaign-creators – unsplash

Um einen Onlineshop

erfolgreich

zu betreiben, muss

man sich von der

Konkurrenz unterscheiden.

VERKAUFEN IM MIX:

IM NETZ UND IM LADEN

Leeraner Einzelhändler nutzt die Vorteile des Internets und des

analogen Vertriebs systematisch

Kaufmann Marcus Ubbens ist auf den

ersten Blick ein klassischer Einzelhändler.

Der 40-jährige Kaufmann betreibt in der

Fußgängerzone in Leer einen Laden für

Bekleidung, Schuhe und einige andere

Artikel. Doch auf den zweiten Blick unterscheidet

er sich von den meisten seiner

Berufskollegen: Mit seiner Hotspot GmbH

setzt er seine Waren online im Internet

und analog im Laden um (ca. 50:50).

Warum dieser Vertriebs-Mix? Vor Jahren

machte er sich mit einem Onlineshop

selbstständig. Das Geschäft lief nicht

schlecht, aber auch nicht sonderlich

gut. Ubbens machte die Erfahrung, dass

„kleine Online-Läden sich nur schwer behaupten

können“. Der Umsatz stoße an

Grenzen, der Aufwand für Artikelpflege

sei zeit- und arbeitsaufwändig. Laufend

müssten Fotos erstellt und bearbeitet

werden. Und bei Google auf der ersten

Seite zu erscheinen, gehe ins Geld. Und

Amazon kassiert für jeden verkauften

Artikel 15 Prozent.

Deshalb ist Ubbens mit seinem Hotspot

in einen größeren Laden umgezogen

und fährt seitdem zweigleisig – mit drei

festen Angestellten und drei Aushilfen.

Er nutzt die Vorteile des Internets und

des direkten Verkaufs.

Mit Nischenangebot

gegen Online-Wettkampf

Online ist er bei Amazon gelistet. Für

ihn ein Segen und ein Fluch. Sein Problem:

„Amazon schadet dem Einzelhandel

am meisten.“ Warum? Amazon

beschränkt sich nicht auf die Plattform,

sondern handelt auch selbst. Der

IT-Riese unterbietet fast jeden Preis

mittels eines Preisroboters, um immer

obenan zu stehen. In der Regel hält

Hotspot sich an den Unverbindlichen

Richtpreis (UVP) und senkt „eher selten“

die Preise. Doch nicht nur Amazon nutzt

einen Preisroboter, sondern auch andere

Händler suchen damit einen Wettbewerbsvorteil.

Diesen Wettbewerb können sie nach

Ansicht von Ubbens kaum gewinnen.

Er bevorzugt deshalb einen Ausweg

mit Nischenprodukten – möglichst von

Lieferanten, die nicht mit Amazon kooperieren.

Hotspot setzt bei Textilien und Schuhen

auf verschiedene Marken, ist ein „Multi-

Label-Store“. Um „Verkaufserlebnisse“

zu schaffen, finden Kunden dort auch

ausgewählte andere Artikel, zum Beispiel

besondere Spirituosen. Ubbens möchte

alle Altersgruppen ansprechen, „von

sechzehn bis openend“. Die Hauptkundengruppe

ist jedoch zwischen 25 und

40 Jahre alt. Die breite Kundenspanne

erreicht er durch einen weiten Preisrahmen

zwischen „günstiger und hochwertiger

Ware“.

Marketing und Werbung laufen online

pur über Facebook oder Instagram, gelegentlich

über Aktionen im und vor dem

Laden wie einem Streetfood-Stand mit

Cocktails oder Burgern. Ubbens sieht im

Internet ein gutes Werkzeug für Vertrieb

und Marketing, es sei aber kein Wundermittel

zur Stärkung des Handels. Im

Übrigen hält er ein altes Mittel immer

noch für die beste Werbung im analogen

Geschäft: „Mundpropaganda“.

26

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


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Foto: Hochschule Emden/Leer

Datenbrille aufgesetzt und schon bewegen

sich Nutzer im Labor mitten in einer

künstlich erweiterten Realität.

REALITÄT KÜNSTLICH ERWEITERN –

EIN GEWINN

Forschen, anwenden, nutzen – Wie das „Virtual Reality Center“ der

Hochschule Emden/Leer der Wirtschaft nutzt

Virtuel Reality, Augmented Reality, kurz

VR und AR – das klingt nach wissenschaftlicher

Forschung, nach Theorie,

über die sich Wissenschaftler in abgeschlossenen

Laboren ihren Kopf zerbrechen.

Das stimmt auch – aber ihr Output

wird Wirklichkeit und Alltag in Industrie

und Handwerk.

Die erweiterte Realität (Augmented

Reality) hingegen ergänzt die konkrete

Umwelt durch virtuelle Elemente und

Informationen. Im Gegensatz zur Virtuellen

Realität nimmt der Nutzer die

physische Realität weiterhin wahr. Ein

populäres Beispiel: die Abseitslinie bei

Fußballspielen im Fernsehen.

Wie können Unternehmer aus AR und

VR Honig saugen? Dazu vorweg ein Blick

in ein Herzstück der Hochschule in

Leer, das „Virtual Reality Center“. Dort

wird anwendungsbezogen geforscht

und entwickelt – keineswegs beschränkt

auf Seefahrt und Offshore-Windparks.

Auch der Industrie und dem gewerblichen

Mittelstand stehen die Türen

offen.

Der Leiter, Professor Dr. Jens Klußmann,

ein Informatiker, war in der Wirtschaft,

ehe er an die Hochschule berufen wurde.

VR/AR gehört zu seinen Spezialgebieten.

Wenn der Fachbereich Seefahrt & Maritime

Wissenschaften der Hochschule

Emden/Leer und das Maritime Kompetenzzentrum

Leer zur Videokonferenz

über „Digitalisierung für den Mittelstand

– Augmented Reality (Datenbrillen) im

industriellen Umfeld“ einladen, kommen

Fachleute aus der Praxis. Zusammen

lernen sie, wie sie ihren Betrieb technisch

weiterbringen, Märkte sichern und

erschließen oder schlicht Kosten sparen

können.

Was bedeuteten VR und AR? Unter Virtueller

Realität (VR) muss man sich eine in

Echtzeit computergenerierte, interaktive

virtuelle Umgebung vorstellen. Der

Nutzer bewegt sich in einer künstlichen

Welt.

Foto: formedia

Im VR/AR-Labor: Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Lars Ostrowitzki (li.) und Professor

Dr. Jens Klußmann.

Die Hochschule engagiert sich im Digital

Hub Ostfriesland und arbeitet mit dem

auch baulich benachbarten Maritimen

Kompetenzzentrum (MARIKO) sowie

dem Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0

in Lingen zusammen.

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Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


WISSENSCHAFT UND PRAXIS – VR/AR-LABOR HOCHSCHULE EMDEN/LEER

Im Labor bewegt sich der Nutzer mitten

in einer künstlich erweiterten Realität –

er muss nur eine Datenbrille aufsetzen,

die wegen ihrer kleinen Stäbe mit Kugeln

an ihren Enden ein wenig futuristisch

aussieht. Der Nutzer geht und schaut

zum Beispiel durch eine virtuelle Fabrikhalle.

Seinen Standpunkt und Blickwinkel

steuert er mit einem Joystick in der Hand.

Der Fachmann könnte jetzt erkennen,

ob der Entwurf des Ingenieurs oder Architekten

der Fabrik den Anforderungen

des Praktikers entspricht. Er testet den

Entwurf am Computer – gefühlt real. Das

vermeidet Fehler, spürt Schwachstellen

auf und spart somit spätere unnötige

Kosten. Professor Klußmann bringt Sinn

und Zweck der Übung auf einen Nenner:

„Wir bilden ein System virtuell nach,

um es in der Realität zu verbessern.“ Die

Meyer-Werft nutzt solche Computer-

Simulationen.

Gutes Beispiel für gelungene Forschung,

Anwendung und praktische Nutzung

ist der „Digitale Inspektionshelfer“ für

Reedereien und Werften – ein digitales

Assistenzsystem zur Unterstützung von

Inspektion, Produktion und Wartung,

nutzbar auch bei Reparaturen an Bord.

Eine Datenbrille schafft eine Augmented

Reality (AR), die dem Nutzer bei seiner

Arbeit Infos aus dem Benutzerhandbuch,

Betriebsanleitungen oder virtuelle 3D-

Modelle einblendet. Die Technologie lässt

sich für verschiedene Unternehmensbereiche

anwenden.

Die Hochschule forscht und entwickelt

auch technische und logistische Digitalisierungs-Lösungen

für die Wartung

und den Rückbau von Windmühlen auf

hoher See.

AR-Systeme eignen sich besonders auch

für die Weiterbildung selbst von ungelerntem

Personal, weil es Arbeitsschritte sichtbar

und einleuchtend macht. Die Hochschule

nutzt AR und VR selbstverständlich

in der Ausbildung der Studierenden.

Und wenn wie vor einiger Zeit ein

mittelständischer Tischler bei Professor

Klußmann anklopft und wissen will,

wie Digitalisierung seinen Betrieb weiterbringen

könnte, geht er nicht ohne

Ergebnis wieder nach Hause. Ein Nebengeschäft

des Tischlers war der Bau von

Messeständen und Buden für Märkte.

Auf Messen baute er dann eine Holzhütte

auf. Klußmann riet ihm, mehrere digitale

Modelle zu entwerfen und damit zu

werben. Jetzt stülpen seine Kunden

sich eine Datenbrille über den Kopf und

besuchen eine wunderschöne virtuelle

Holzhüttenwelt, live und in Farbe und

bei jedem Wetter. Seitdem wächst das

einstige Nebengeschäft zu einem Hauptstandbein

der Tischlerei.

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Woltermann Architekten

Bauen ist mehr als, Stein auf Stein, zu setzen – dieser Ansicht

war Peter Woltermann, der 1976 sein Architekturbüro

in Weener gründete. Heute wird es von Karsten Woltermann

weitergeführt. Er entwirft Gebäude in den Bereichen Wohnungsbau,

Gewerbe- und Industriebau, Gesundheit und Pflege

sowie Kultur und Bildung. Die Entwicklung von Bauleitplänen

für Städte und Gemeinden gehört ebenfalls zum Portfolio.

Spezialität des Büros ist: alte Häuser zu neuem Leben zu erwecken,

diese wohn- und nutzbar zu machen. So werden mit

großem Erfolg alte ostfriesische Fehnhäuser, Katen und Gulfhöfe,

die nicht selten unter Denkmalschutz stehen, saniert und

restauriert.

Das Motto: Alles aus einer Hand. Denn wer baut, hat

schon genug um die Ohren.

Woltermann Architekten

Schulstraße 8 · 26826 Weener · Telefon 04951 912150

www.architekt-woltermann.de · info@architekt-woltermann.de

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INDUSTRIE – 3D-DRUCK

DIGITALISIERTE MANUFAKTUR

Die Geschichte von einem jungen Ingenieur, der die konventionelle

Fertigung umkrempelt

Es ist nicht zu hoch gegriffen: Der 3D-

Druck ist eine technische Revolution.

Zwangsläufig muss der Konstrukteur

komplett anders denken. Er zeichnet

sein Modell nicht mehr zweidimensional

auf Papier, sondern muss sich vorstellen

können, wie aus einer Idee ein Maschinenteil,

eine Figur oder ein Werkzeug

geformt wird.

Auto gehören zur Produktpalette. Ähnliches

ist für maßgefertigte Kleidung,

Schuhe und Maschinenteile denkbar –

fast alles kann aus dem 3D-Drucker

kommen.

Eine Vision für den Einzelhandel: Schuhhändler

könnten im Netz den Bauplan

Raumfahrttechnik an der Hochschule

Bremen. Nebenbei arbeitet er am

Bremer Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik

und Angewandte Materialforschung,

ehe er an der Hochschule

Osnabrück noch ein Master-Studium

für Angewandte Werkstoffwissenschaften

draufsattelt.

Das Fließband machte einst die Massenproduktion

möglich. 3D-Drucker

wirken in die andere Richtung. Ihr Ziel

ist, individuelle Bauteile günstig herzustellen.

Es geht um die digitalisierte

Manufaktur.

Der 3D-Drucker benötigt nur

einen Bauplan und einen Rohstoff:

Beispiel eines gedruckten Einzelstücks

ohne Zweckbestimmung.

Das Prinzip des 3D-Drucks verkehrt die

Fertigungsweise, wie wir sie kennen.

Bisher wird ein Produkt aus einem

Stück Holz, Kunststoff oder Metall

geschnitten, geschlagen, gefräst oder

gedrechselt. Das Werkstück entsteht

durch Trennung. Jetzt aber geschieht

das genaue Gegenteil: Es wird nichts

mehr zerkleinert bis zum fertigen

Ergebnis, sondern hinzugefügt. Fachleute

nennen das „additive Fertigung“,

plakativer ist der Begriff 3D-Druck.

Foto: privat

Foto: Privat

Das Gerät braucht nur zwei Dinge:

einen Bauplan und einen Rohstoff – zumeist

flüssige Kunststoffe, Harze, Keramikpulver,

aber auch Metall. Mit beidem

gefüttert, baut der 3D-Drucker nach

elektronischer Anleitung das Werkstück.

Spritzdüsen oder auch Laser tragen oder

schmelzen Schicht für Schicht den Rohstoff

auf eine Grundfläche auf.

Schon jetzt krempelt die neue Technologie

die Zahntechniker-Branche um. Aber

sie spuckt nicht nur Zähne aus, sondern

auch Prothesen. Prototypen in der Forschung

oder schlicht Ersatzteile fürs

für ihr neuestes Modell verkaufen, eine

App vermisst die Füße passgenau – und

aus diesen Daten fertigt der 3D-Drucker

im Copyshop um die Ecke den maßgeschneiderten

Schuh.

Pascal Gerlach aus Westoverledingen

hat sich dem 3D-Druck verschrieben.

Der 27-jährige Ingenieur gründet bereits

2017 als Student seine Firma Gerlach

3D-Druck. Nach der Realschule macht

er eine Mechatroniker-Lehre, holt dann

das Abitur nach, verwirft seinen Traum,

Pilot zu werden, und studiert Luft- und

Die Zeit im Fraunhofer-Institut bringt

ihn zum 3D-Druck. Er kauft einen

kleinen Drucker, produziert Figuren für

Freunde und Verwandte – und erkennt

die wirtschaftliche Chance. Er kauft

einen professionellen Drucker und

fertigt Bauteile für Firmen und Privatpersonen.

Pascal Gerlach versteht sich nicht als

reiner Fertiger, sondern als Entwickler,

Berater und Hersteller: „Der Kunde kauft

das ganze Paket, von der Idee bis zum

Produkt.“

30

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


Fotos: Privat

Der 27-jährige Pascal

Gerlach, Ingenieur für

Luft- und Raumfahrttechnik

gründete schon im Studium

seine eigene Firma.

w

Gedruckte produktionsoder

arbeitsfähige Werkstücke:

3D-Produkte werden

nicht nur im Bereich Schiff-,

Maschinen-, Fahrzeugbau,

Logistik, Elektronik eingesetzt,

sie können auch von

Privatkunden geordert

werden.

Er hat es mit drei Arten von Kunden zu

tun: Der eine will seine Produktion verbessern,

der andere braucht schnell ein

Teil und dem nächsten fehlt ein Ersatzteil,

das es auf dem Markt nicht mehr gibt.

Zur Schnelligkeit: Beim 3D-Druck lassen

sich lange Vorlaufzeiten verhindern, die

zum Beispiel durch die nötige Herstellung

von Halbzeugen und Gussformen

entstehen.

Hauptkunden von Gerlach sind bislang

Unternehmen in Schiffbau, Maschinenbau,

Elektronik, Logistik und Fahrzeugbau.

3D eignet sich aber auch für

Privatkunden, grundsätzlich „für alle, die

weniger wegwerfen wollen“. Technisch

geschickte Menschen können mit dem

3D-Drucker Bauteile für Staubsauger

oder Waschmaschinen selbst drucken.

Mit Geräten, die nur knapp über 100 Euro

kosten.

Momentan stellt Gerlach sein Unternehmen

auf festere Füße. Mit ebenfalls

3D-Druck-begeisterten Geschäftspartnern

gründet er in Ihrhove ein neues

Unternehmen – die Additive Technologies

GmbH (ADDTec GmbH). Sie bietet

3D-Druck mit Metallen und Kunststoffen

sowie komplexe mechanische Fertigungsteile

an und koppelt die additive Fertigung

mit der konventionellen. Unterstützt

wird das Unternehmen von der ortsansässigen

n-cut24 GmbH sowie der Robert

Nyblad GmbH und Nyblad Maschinenund

Anlagenbau GmbH aus Papenburg.

Außerdem arbeitet die neue Firma als Anwenderin

gemeinsam mit der Hochschule

Osnabrück und der „Mittuniversitetet – Mid

Sweden University“ in Sundsvall (Schweden)

an einem Forschungsprojekt für Zellulose

in der additiven Fertigung. Gerlach

leistete dafür die Vorarbeit in Schweden.

Deutschland steht im internationalen

Vergleich beim 3D-Druck „sehr gut“ da,

zählt zu den Technologieführern. Aushängeschild

ist dabei der Luftfahrtzulieferer

Premium Aerotec. Gerlach

sieht großes Potenzial für den 3D-Druck,

hält jedoch noch viel Überzeugungsarbeit

für nötig – weil die additive Fertigung

die Fertigungswelt umkrempelt.

Aber letztlich werde sie sich durchsetzen,

weil sie „bares Geld“ spare. Die

Produkte würden durch geschickte

Konstruktion besser, langlebiger und

vom Design ansprechender. Gerlach:

„Aus einem plumpen Würfel wird ein

hübsches Stück.“

31


GESUNDHEITWIRTSCHAFT – KRANKENHÄUSER UND NIEDERGELASSENE ÄRZTE AUF ZUKUNFTSPFAD

Hausärzte kommunizieren über Computer

in Echtzeit mit ihren Patienten – die Videosprechstunde

ist längst keine Ausnahme

mehr.

Foto: © Blue Planet – stock.adobe.com

Foto: Klinikum Leer

Der Landkreis Leer geht mit seinen vier

Krankenhäusern konsequent den

digitalen Weg.

ALLES DIGITAL IM PAPIERLOSEN

KRANKENHAUS

Klinikum Leer legt nur noch elektronische Patientenakten an –

Lückenloses Dokumentationssystem

Auf gute Ärzte, Pflegekräfte oder

Notfallretter kommt es auch in Zukunft

an. Aber elektronisch gesteuerte

oder unterlegte technische Hilfen verbessern

oder erleichtern ihre Arbeit,

schaffen Zeit für den persönlichen

Kontakt zu Patienten und steigern die

Attraktivität beim Nachwuchs in Medizin

und Pflege. Außerdem kann IT

den Mangel an Ärzten zumindest teilweise

ausgleichen, vor allem auf dem

Land.

Der Landkreis Leer braucht in der

digitalen Gesundheitsversorgung den

Vergleich nicht zu scheuen. Sein Klinikum

mit dem zentralen Krankenhaus in

Leer, dem Krankenhaus Rheiderland in

Weener und dem Inselkrankenhaus auf

Borkum geht konsequent den digitalen

Weg und ist Vorgaben des E-Health-Gesetzes

teilweise deutlich voraus. Auch

das vierte Krankenhaus im Landkreis,

das katholische Borromäus-Hospital

in Leer, ist modern und genießt einen

guten Ruf.

Elektronische Patientenakte, elektronische

Gesundheitskarte, Telemedizin,

Videosprechstunde, volldigitales Patientensystem

im Rettungsdienst oder

Patientendatenschutz-Gesetz: Begriffe,

die bis vor kurzem kaum jemand kannte,

heute aber klinischer Alltag sind. Sie begleiten

einen Marathon-Lauf ins digitale

Zeitalter der Medizin und der Pflege,

der gute Vorbereitung und Ausdauer,

vor allem aber ein Umdenken im Kopf

verlangt.

Als Siegfried Janssen, Leiter der IT im Klinikum,

seine Stelle antrat, war er fast ein

Einzelkämpfer. Heute unterstützen ihn

zehn Mitarbeiter. Sie nähern sich dem

Ziel des „papierlosen Krankenhauses“.

Mit seiner hausinternen digitalen Patientenakte

dreht das Klinikum ein großes

Rad – und drückt dabei aufs Tempo. Es

erfüllt praktisch bereits die Voraussetzungen,

die der Gesetzgeber im neuen

Patientendaten-Schutzgesetz innerhalb

bestimmter Fristen verlangt. Das

Klinikum digitalisiert alle Daten seiner

Patienten. Das machen mittlerweile zwar

zwei Drittel aller Krankenhäuser. „Aber in

sehr verschiedener Tiefe“, sagt Klinikum-

Geschäftsführer Holger Glienke.

Zur digitalen Patientenakte gehören

alle Befunde, Arzt- und Pflegeberichte,

Röntgenbilder, OP-Protokolle, Visiten,

Ultraschallaufnahmen, EKG- und Blutdruckmessungen.

Was der Patient auf

Papier mitbringt, wird digitalisiert und

der Akte beigefügt. Medizinische Geräte

wie Ultraschall, CTG, Endoskopie und

radiologische Diagnostik sind direkt mit

dem Krankenhausinformationssystem

verbunden.

Klinikum für medizinischen

Fortschritt gerüstet

So ist das Klinikum auch gewappnet für

die elektronische Gesundheitskarte

(eGK), die bald jeder Versicherte erhält.

Ab 2021 müssen Krankenkassen sie ihren

Kunden anbieten – und niedergelas-

32

Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


VIDEOSPRECHSTUNDE ENTWÄCHST

DEN KINDERSCHUHEN

Die Coronakrise verleiht der Videosprechstunde einen Schub – heraus aus

den Kinderschuhen. Dieter Krott, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung

Niedersachsen, Bezirksstelle Ostfriesland, bestätigt den Trend. Hausärzte

kommunizieren über Computer in Echtzeit mit ihren Patienten oder Mitarbeitern,

die Patienten zu Hause aufsuchen. Sie sehen die Patienten und entscheiden

über das weitere Vorgehen. Auch einige Bereiche des Klinikums bieten Videosprechstunden

an: die Kinder- und Jugendmedizin, die Innere Medizin, die

Psychosomatische Medizin und das MVZ am Inselkrankenhaus Borkum.

Auch einige der Bereiche des Klinikums

wie u. a. die Kinder- und Jugendmedizin

bieten Videosprechstunden an.

Nützlich erweist sich die Videosprechstunde bei Erstberatung, Verlaufskontrolle

von Wunden, Beurteilung von Bewegungsstörungen, langfristiger Begleitung

von chronisch Kranken, Patienten mit Krankenhauskeimen (MRSA),

schmerztherapeutischer Versorgung und nicht zuletzt in der Psychotherapie.

Ermutigt durch die guten Erfahrungen in der Coronakrise forciert die Kassenärztliche

Vereinigung das digitale Instrument der Videosprechstunde und

hat sie sogar schon auf den Bereitschaftsdienst ausgedehnt. Die KV hat die

Voraussetzungen für den Datenschutz für Patienten und die Finanzierung

geregelt.

Foto: © Tomsickova – stock.adobe.com

sene Ärzte müssen den Chip auf Wunsch

mit Daten füllen.

Das Klinikum hat personell und technisch

seine EDV stark aufgerüstet. Ein

Grund dafür ist der medizinische Fortschritt,

außerdem ist häufig komplizierte

Schnittstellenarbeit angesagt, weil die

Geräte vieler Hersteller nicht kompatibel

sind. Ein grundsätzliches Problem in der

Gesundheitswirtschaft.

Auf Sicht lohnt sich die Investition auch

in teure Software, sagt Glienke. Wie zum

Beispiel für die Intensivstation und dort

speziell für Covid-19-Patienten: „Das ist

sehr, sehr aufwändig.“ Dazu zählt ein

spezielles Patienten-Dokumentationssystem.

Es übermittelt laufend Vital- und

Beatmungswerte der angeschlossenen

Patienten und zeichnet sie lückenlos auf.

Höchstens 10 bis 15 Prozent aller Häuser

bieten diesen Standard.

Ein weiteres Feld der Digitalisierung ist

die Teleradiologie. Ärzte können anhand

von MRT-, CT- oder Röntgenaufnahmen

eine Ferndiagnose stellen, zum Beispiel

für Patienten auf Borkum. Der Austausch

von Röntgenaufnahmen mit anderen

Kliniken und Arztpraxen ist technischer

Standard. Auch externe Labore und

Pathologien speisen ihre Befunde direkt

in das Dokumentationssystem des Klinikums

ein.

TELEMEDIZIN

IN DER AUGEN-

HEILKUNDE

Die Gesundheitsregion Leer, angesiedelt

beim Gesundheitsamt des

Landkreises, ist ein Pionier der Telemedizin.

Sie hat mit einem augenärztlichen

MVZ in Leer und weiteren

Standorten im Nordwesten sowie

dem Projekt „Ophthamed-Telenet“ des

Landes Niedersachsen bewiesen, dass

Telemedizin in der Augenheilkunde

erfolgreich wirken kann. Der zweijährige

Testlauf zeigte, wie die augenärztliche

Versorgung der Menschen

auf Borkum verbessert werden kann.

Das Prinzip: Im Inselkrankenhaus

werden die nötigen Untersuchungen

gemacht, Augenärzte auf dem

Festland stellen den Befund und

empfehlen Therapien und weitere

Diagnostik. Dadurch wurden in mehreren

Fällen Ursachen für Augenkrankheiten

wie Diabetes entdeckt.

Der medizinische Vorteil liegt somit

auf der Hand. Außerdem: Patienten

auf Borkum vermeiden eine Tagesreise

zum Arzt auf dem Festland. Für

„Ophthamed-Telenet“ erhielt die

Gesundheitsregion Leer den Niedersächsischen

Gesundheitspreis in der

Kategorie „E-Health“.

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IT-RECHT – BEACHTENSWERTE VORSCHRIFTEN

Foto: formedia

Ob es um den Umgang mit Kundendaten

geht oder mit dem Recht am

Bild – es gilt wichtige Vorschriften

einzuhalten. Firm im IT-Recht ist der

Rechtsanwalt Dr. Holger Achtermann.

DEM LAIEN SCHWIRRT DER KOPF

Im Internet sind zahlreiche gesetzliche Vorschriften unbedingt zu beachten

Kaum eine Firma oder ein Freiberufler

kommt ohne Webseite aus, immer mehr

betreiben Onlineshops – verstärkt noch

durch den Lockdown in der Coronakrise.

Oder sie nutzen bestehende Handelsplattformen

wie Amazon oder eBay.

Das sorgt für Wachstum und Entwicklung

– aber auch für die Pflicht, neue

und dem Laien oft unbekannte rechtliche

Vorgaben zu berücksichtigen.

Mit fundiertem Wissen

Ärger vermeiden

„Wer sie außer Acht lässt, riskiert teure

Abmahnungen oder Bußgelder“, sagt Dr.

Holger Achtermann, Anwalt und Vorstand

der BDO DPI Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

und zugleich Partner in der

BDO Legal Rechtsanwaltsgesellschaft

Leer. Es fängt an mit dem Impressum,

„das einige Haken hat“. Uneigennützig

empfiehlt Achtermann für einfache Fälle

einen Impressums-Generator.

Aber damit ist es nicht getan. Informationspflichten

über Produkte und

Vertragsbedingungen, „teilweise sehr

diffizil“, sind zu beachten. Hinzu kommen

Ausführungen zum Widerrufsrecht.

Erforderlich ist auch ein Cookie-Banner,

um dem Datenschutz zu genügen.

Wie der Betreiber mit Daten umgeht,

muss er in einer Datenschutzerklärung

beschreiben – und bevor er Waren versendet,

sollte er ins Verpackungsregister

schauen. Denn wer Verpackungen in

Umlauf bringt, braucht eine Lizenz, die

Gebühren kostet, wenn auch nur relativ

geringe. Auch die Preisangaben-Verordnung

spielt eine Rolle.

Selbst ein Allerwelts-Newsletter verlangt

juristische Obacht – z. B. dürfen Daten der

Empfänger nur sparsam abgefragt werden,

die zudem einwilligen müssen.

Zu beachten ist laut Achtermann auf

Webseiten unbedingt das Recht am Bild.

Hierbei geht es vor allem um Persönlichkeitsrechte,

eventuell auch um Urheberund

Markenrechte. So brauchen Betreiber

die Zustimmung der abgebildeten

Personen, auch wenn es die eigenen

Mitarbeiter sind, und/oder möglicherweise

des Urhebers.

In der Tat ist es ein weites Feld, auf dem

die EU-Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO), das Netzdurchführungsgesetz

(NetzDG), das IT-Sicherheitsgesetz

(IT-SiG) oder das Geschäftsgeheimnisgesetz

(GeschGehG) wachsen. „Digitale

Prozesse rechtskonform machen. Datenschutz,

Datenhoheit und Datenhaftung

beachten, um sich gegen Ärger abzusichern“,

sagt Holger Achtermann.

Auch der in der Coronakrise verstärkte

Trend zum Home-Office birgt rechtliche

Tücken. Eine Firma, die Mitarbeiter zu

Hause mit deren eigenen Computern

arbeiten lässt, „kann sich schnell ein

Datenschutzproblem einhandeln“.

Achtermanns Rat: „Home-Office nur

mit Firmen-Tablets oder –Laptops.“

Und mit verschlüsseltem Zugang. Nur

so sei letztlich Dritten, aber auch Partnern

oder Kindern der Zugriff verwehrt.

„Kundenschutz steht obenan.“

Achtermann empfiehlt dringend, vor

dem Home-Office mit betroffenen Mitarbeitern

„die Modalitäten konkret zu

vereinbaren“. Es gehe um Datenschutz,

aber auch um Arbeitsrecht und Unfallverhütungs-Vorschriften.

Denn Arbeiten

im Home-Office „suggeriert ein eigenes

Büro“.

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Wirtschaftsstandort Landkreis Leer


INSERENTENVERZEICHNIS/IMPRESSUM

Virtuel Reality, Augmented Reality – was sich nach wissenschaftlicher

Forschung und trockener Theorie anhört, ist im Ergebnis in Industrie und

Handwerk überaus praxistauglich.

Foto: Hochschule Emden/Leer

Inserentenverzeichnis

• BDO DPI AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft S. 11

• Flugplatz Leer-Papenburg GmbH S.15

• Gemeinde Bunde S. 5

• Gemeinde Jemgum S. 5

• Gemeinde Moormerland S. 6

• Gemeinde Ostrhauderfehn S. 7

• Gemeinde Uplengen S. 6

• Gemeinde Westoverledingen S. 7

• Hochschule Emden/Leer S. 27

• J. Bünting Beteiligungs AG S. 12

• Kautex Textron GmbH & Co. KG S. 12

• Klingele Papierwerke GmbH & Co. KG S. 25

• Klinikum Leer gGmbH S. 2

• MDSI IT Solutions GmbH S. 20

• nesse.office S. 20

• Ostfriesische Landschaftliche

Brandkasse S. 21

• Sandersfeld Sicherheitstechnik

GmbH S. 21

• Sparkasse LeerWittmund

Umschlagrückseite

• SPITZKE SE Niederlassung Leer S. 13

• Stadtwerke Leer AöR S. 17

• Thien + Heyenga Leer GmbH S. 14

• WBW GmbH S. 14

• Woltermann Architekten S. 29

Impressum

Herausgeber: Verlag Kommunikation &

Wirtschaft GmbH in Zusammenarbeit mit dem

Landkreis Leer, Maike Kuch, Philipp Koenen,

Andrea Sope, Thomas Dreesmann

Layout: Kommunikation & Wirtschaft GmbH,

Ramona Bolte

Producing: Kommunikation & Wirtschaft

GmbH, Ilka Sievers

Titelgestaltung: designagentur,

www.projektpartner.info

Redaktion: Bernhard Fokken, Leer,

Journalist (Texte) (www.fomedia.de)

Kommunikation & Wirtschaft GmbH,

Gisela Müller

Druck: Druckerei Sollermann GmbH,

Am Emsdeich 23, 26789 Leer/Ostfriesland

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten. Auswahl und Zusammenstellung

sind urheberrechtlich geschützt.

Für die Richtigkeit der im Inhaltsverzeichnis

aufgeführten Autorenbeiträge und der PR-

Texte übernehmen Verlag und Redaktion keine

Haftung.

Printed in Germany 2020

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