29.09.2020 Aufrufe

f+h fördern und heben 10/2020

f+h fördern und heben 10/2020

f+h fördern und heben 10/2020

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

2884<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

MATERIALFLUSS<br />

<strong>10</strong> Oktober <strong>2020</strong><br />

LOGISTIK 4.0<br />

FLEXIBLE LAGER­<br />

AUTOMATISIERUNG<br />

Wachstumstempo <strong>und</strong> Dynamik mit<br />

Autostore-Systemen abbilden<br />

foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


Wer mehr<br />

Leistung will,<br />

muss r<strong>und</strong>um<br />

neu denken.<br />

ERC 216zi – der erste<br />

Elektro-Hochhubwagen<br />

mit integrierter<br />

Li-Ionen-Batterie.<br />

jungheinrich.de/li-ionen<br />

Jetzt mehr erfahren auf:<br />

www.jungheinrich.de/erc216zi


EDITORIAL<br />

Unitechnik Systems GmbH<br />

Fritz-Kotz Straße 14, D-51674 Wiehl<br />

BESCHLEUNIGER DES<br />

DIGITALEN WANDELS<br />

Zu den Erkenntnissen der zurückliegenden Monate gehört,<br />

dass diejenigen Unternehmen besser durch die Corona-Krise<br />

kommen, die sich in der Vergangenheit bereits einen<br />

digitalen Vertriebskanal aufgebaut hatten. Das Corona-Virus<br />

hat uns nachhaltig vor Augen geführt, wie wichtig digitale<br />

Technologien für unsere Wirtschaft <strong>und</strong> Gesellschaft sind.<br />

Besorgniserregend ist in dem Zusammenhang, dass Deutschland<br />

in Fragen der Digitalisierung nur Mittelmaß ist. Zu dem<br />

Ergebnis kommt jedenfalls der Digitalverband Bitkom gemäß<br />

einer repräsentativen Umfrage unter 603 Unternehmen mit<br />

DIGITALE UNTERNEHMEN<br />

SIND IN KRISEN WENIGER<br />

ANFÄLLIG<br />

mehr als 20 Mitarbeitern.<br />

Vorstände <strong>und</strong> Geschäftsführer<br />

geben sich in der<br />

Sache im Durchschnitt nur<br />

die Note „befriedigend“. Mittelständische Unternehmen<br />

sehen sich sogar nur „ausreichend“ aufgestellt. Nur jedes<br />

vierte Unternehmen investiere zurzeit gezielt in digitale<br />

Geschäftsmodelle. 14 Prozent der Umfrageteilnehmer haben<br />

dafür noch nie Geld ausgegeben. Dabei müsste genau das<br />

Gegenteil passieren: Die digitale Infrastruktur ausbauen,<br />

Geschäftsprozesse digitalisieren sowie neue digitale<br />

Geschäftsmodelle <strong>und</strong> Produkte entwickeln. Alles<br />

andere kommt grober Fahrlässigkeit gleich<br />

<strong>und</strong> kann schneller als der ein oder andere<br />

denkt, existenzbedrohend für das eigene<br />

Unternehmen werden.<br />

Winfried Bauer<br />

– Chefredakteur –<br />

w.bauer@vfmz.de<br />

TURNKEY<br />

LOGISTIC<br />

SYSTEMS.<br />

Passgenaue<br />

Gesamtlösungen für die<br />

Intralogistik.<br />

• Logistikplanung<br />

• Systemintegration<br />

• Lagertechnik<br />

• Transportsysteme<br />

• Automatisierungstechnik<br />

• Lagerverwaltungssystem<br />

UniWare<br />

• Anlagenmodernisierung<br />

• Energieeffizienz<br />

Details <strong>und</strong> Referenzen unter<br />

www.unitechnik.com


INHALT<br />

EDITORIAL<br />

03 Beschleuniger des digitalen Wandels<br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

06 F+H NACHGEFRAGT bei Dirk Hejnal<br />

„Körber steht für ein Team von Unternehmern,<br />

für Unternehmer“<br />

48 Axzion erschließt sich mit Zertifizierung nach KTA 1401<br />

neuen Markt<br />

58 F+H PERSÖNLICH Philipp Auer<br />

06<br />

PERSPEKTIVEN<br />

<strong>10</strong> Gemeinsam stark – Beumer Group pusht Start-up<br />

bei Entwicklung digitaler Logistiklösungen<br />

26 Hohe Sicherheit durch spezielle Auslegung<br />

52 Lebensmittel-Logistik: Für jeden Vertriebsweg<br />

die optimale Lösung finden<br />

56 Umdenken: CO 2<br />

einsparen <strong>und</strong> die letzte Meile<br />

effizient gestalten<br />

PRODUKTE UND SYSTEME<br />

14 Findling Wälzlager: Flexibler Partner der<br />

Verpackungsindustrie<br />

18 Heiße Datenspur<br />

20 TITELSTORY Wachstumstempo <strong>und</strong> Dynamik<br />

mit Autostore-Systemen abbilden<br />

24 Absolute Prozesssicherheit durch Wabenlager<br />

30 Aktive Brandvermeidung sichert Eiskreationen<br />

im Tiefkühllager<br />

34 Cloudbasierte App unterstützt digitale<br />

Fernüberwachung von Sprinklerzentralen<br />

36 Connexis-Safety-Sicherheitsschuhe halten den<br />

Träger fit<br />

38 Gemeinschaftliche Integrationsleistung<br />

40 Logistik 4.0: Wie eine Gabelzinke neue Dimensionen<br />

des Wiegens eröffnet<br />

26<br />

4 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de<br />

18


42 Intorq komplettiert mit neuer Federkraftbremse<br />

Portfolio für Flurförderzeugindustrie<br />

44 Seat macht mit Outdoor-FTS großen Schritt in<br />

Richtung Smart Factory<br />

46 Auf die Anwendung zugeschnittene Palettenbehälter<br />

zeigen sich allen Prozessen gewachsen<br />

50 Digitale Highlights<br />

Prüfungen nach DGUV<br />

Bei Ihnen vor Ort<br />

oder bei uns!<br />

Jetzt Termine sichern.<br />

SERVICE<br />

54 Impressum<br />

59 Vorschau auf Heft 11/<strong>2020</strong><br />

ANZEIGE<br />

ANZEIGE<br />

ALS KUNDE<br />

WIEDER KÖNIG SEIN?<br />

MECHANIK<br />

HYDRAULIK<br />

LASTAUFNAHMEMITTEL<br />

KRANE & ZUBEHÖR<br />

ANSCHLAGMITTEL<br />

PRÜFUNGEN & REPARATUR<br />

MIETSERVICE<br />

Rufen Sie uns an <strong>und</strong> entdecken Sie den<br />

HEIDKAMP-Service inklusive persönlicher<br />

Beratung für mehr als 8.500 Produkte.<br />

Zudem prüfen, reparieren <strong>und</strong> schulen wir,<br />

fachk<strong>und</strong>ig, zertifi ziert <strong>und</strong> zuverlässig.<br />

HEIDKAMP. Seit mehr als 80 Jahren Großhändler<br />

r<strong>und</strong> um das Heben, Bewegen<br />

<strong>und</strong> Sichern von Lasten.<br />

Telefon 0 20 56 / 98 02-43<br />

Dieselstraße 14 | D-42579 Heiligenhaus | www.heidkamp-hebezeuge.de<br />

TITELBILD<br />

Autostore<br />

System GmbH,<br />

Mönchengladbach<br />

38<br />

www.rollex-group.com<br />

Einschub- <strong>und</strong> Durchlaufbahnen vom Hersteller<br />

Komponenten | Module | komplette Installationen


F+H NACHGEFRAGT<br />

„KÖRBER STEHT FÜR EIN TEAM VON<br />

UNTERNEHMERN, FÜR UNTERNEHMER“<br />

Zwölf Lösungsanbieter für Supply-Chain-Technologien<br />

vereinen seit kurzem ihre Kompetenzen unter der<br />

Dachmarke Körber. Die Redaktion hat bei Dirk Hejnal,<br />

CEO von Körber Supply Chain, nachgefragt, welche<br />

strategischen Überlegungen damit verb<strong>und</strong>en sind.<br />

UNTERNEHMEN BENÖTIGEN<br />

EINEN PARTNER, DER SIE ALS<br />

SPARRINGSPARTNER AUF<br />

AUGENHÖHE UNTERSTÜTZT<br />

Dirk Hejnal,<br />

CEO von Körber Supply Chain<br />

Im Jahr 2012 startete der Körber-Konzern mit der Übernahme der<br />

Aberle GmbH seine Aktivitäten im Logistik-Markt. In den<br />

darauffolgenden Jahren fand die Akquisition weiterer Systemanbieter<br />

<strong>und</strong> auf die Logistik spezialisierter Unternehmen statt.<br />

Anschließend wurde die Körber Logistics Systems GmbH<br />

gegründet, die heute als Körber Supply Chain GmbH Teil des<br />

internationalen Technologiekonzerns Körber ist. Welches<br />

strategische Ziel steht hinter all diesen Aktivitäten?<br />

Dirk Hejnal: Körber vereint einige der weltweit führenden Anbieter<br />

von Logistiklösungen, denen sich eine einzigartige Gelegenheit<br />

bietet. Gemeinsam bieten wir Lösungen <strong>und</strong> das Know-how<br />

entlang der kompletten Lieferkette. Von A bis Z. End-to-End.<br />

Dadurch schaffen wir in der Branche ein Alleinstellungsmerkmal.<br />

Wir führen unsere Kompetenzen <strong>und</strong> Leistungsangebote im Software-<br />

<strong>und</strong> Automatisierungsumfeld zusammen <strong>und</strong> erleichtern<br />

K<strong>und</strong>en, Interessenten <strong>und</strong> Partnern die Arbeit mit unserem<br />

unübertroffenen Expertennetzwerk.<br />

Sie haben die einzelnen Geschäftsfeldunternehmen unter einer<br />

Marke zusammengeführt <strong>und</strong> nehmen dadurch teilweise<br />

Anbieter mit langer Tradition vom Markt. Hat dies nicht für<br />

Irritationen bei Ihren K<strong>und</strong>en geführt?<br />

Dirk Hejnal: Ganz im Gegenteil. Der gemeinsame Markenauftritt<br />

galt als logische Konsequenz, die die Stärken der einzelnen Unternehmen<br />

nur hervorhebt. Das umfassende Leistungsangebot erstreckt<br />

sich von Softwarelösungen, über Automatisierungslösungen,<br />

bis hin zu Voice- <strong>und</strong> Robotik-Technologien. Dieses Lösungsspektrum<br />

wird durch den gemeinsamen Markenauftritt nun deutlich<br />

greifbarer. Natürlich bedarf es einer starken Identifikation<br />

<strong>und</strong> Kooperation unter dem Dach einer gemeinsamen Marke.<br />

Und das geht einher mit transparenter <strong>und</strong> regelmäßiger Kommunikation<br />

mit unseren K<strong>und</strong>en. Tatsächlich war das erste Feedback<br />

von unseren K<strong>und</strong>en durchweg positiv.<br />

Aus zwölf Unternehmen mit – wie zuvor bereits erwähnt<br />

– teilweise langer Tradition eine schlagkräftige Einheit zu<br />

formen, ist eine Herausforderung. An vergleichbaren Aufgaben<br />

sind in der Vergangenheit andere Konzerne gescheitert.<br />

Was stimmt Sie optimistisch, dass Ihr Vorhaben gelingt?<br />

Dirk Hejnal: Tatsächlich spielt die Quantität weniger eine Rolle<br />

als der Umgang zu- <strong>und</strong> untereinander. Wir sind ein einzigartiger<br />

Zusammenschluss aus Unternehmen, die von inspirierenden <strong>und</strong><br />

innovativen Gründern geschaffen wurden, <strong>und</strong> eine gemeinsame<br />

Heimat gef<strong>und</strong>en haben. Mit gleichgesinnten Unternehmen mit<br />

6 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


NACHHALTIG, WIRTSCHAFTLICH<br />

UND ZUKUNFTSSICHER<br />

Wir haben nur einen Planeten <strong>und</strong> es gilt, umsichtig mit den verfügbaren Ressourcen<br />

umzugehen. Nachhaltige, wirtschaftliche <strong>und</strong> zukunftssichere Intralogistiklösungen,<br />

dafür steht SSI SCHÄFER. Aus diesem Gr<strong>und</strong> haben wir uns der Initiative<br />

„50 Sustainability & Climate Leaders“ angeschlossen. Gemeinsam mit unseren<br />

Partnern <strong>und</strong> K<strong>und</strong>en erreichen wir individuelle <strong>und</strong> vor allem nachhaltige Ziele.<br />

Erfahren Sie mehr zur Initiative<br />

<strong>und</strong> wie SSI SCHÄFER Sie unterstützt,<br />

Ihre Ziele zu erreichen.<br />

https://pages.ssi-schaefer.com/<strong>f+h</strong>_<strong>10</strong><strong>2020</strong>


F+H NACHGEFRAGT<br />

Mit einem Crossbelt-Sorter r<strong>und</strong>et Körber das<br />

Angebot an Automatisierungslösungen ab<br />

derselben unternehmerischen DNA wachsen wir als Team weiter.<br />

Körber steht für ein Team von Unternehmern, für Unternehmer.<br />

Für K<strong>und</strong>en, große <strong>und</strong> kleine, die nach neuen Wegen suchen,<br />

einen echten Unterschied zu machen <strong>und</strong> Märkte erfolgreich<br />

anzuführen – durch Innovation <strong>und</strong> unternehmerisches Denken.<br />

Zudem ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Werfen wir<br />

einen genauen Blick in die Branche, so sprechen auch die Entwicklungen<br />

in der Logistik für sich: Die Komplexitäten in der<br />

Logistik nehmen stetig zu. Diesen Marktbedingungen begegnen<br />

unsere K<strong>und</strong>en Tag für Tag. Da sind zunehmend übergreifende<br />

Ansätze gefordert.<br />

Die Betreiber zum Beispiel eines Logistikzentrums verlangen in<br />

der Regel einen Ansprechpartner, der für alle Belange eines<br />

Projekts zur Verfügung steht. Wie erfüllen Sie diesen vielfach aus<br />

dem Markt zu hörenden Wunsch?<br />

Dirk Hejnal: An unseren Geschäftsbeziehungen ändert sich<br />

gr<strong>und</strong>sätzlich nichts, ebenso wenig an der Projektabwicklung in<br />

gewohnter Qualität. Im Rahmen umfassender Logistikprojekte<br />

haben unsere Teams bereits hervorragende interdisziplinäre Erfahrungen<br />

gesammelt. Und natürlich hängen organisatorische<br />

Strukturen auch immer vom Projektumfang ab. Wir bieten auch<br />

weiterhin genau die Flexibilität, die das Projekt oder der K<strong>und</strong>e<br />

verlangt.<br />

In den zurückliegenden Jahren haben Sie sich zu einem<br />

Systemanbieter mit einem umfassenden Produktspektrum<br />

entwickelt. Fehlt, vor dem Hintergr<strong>und</strong> des Selbstverständnisses<br />

ein Systemanbieter mit einem umfassenden Produktspektrum zu<br />

sein, nicht das Segment Shuttle-Lager im Portfolio von Körber?<br />

Dirk Hejnal: Als führender Anbieter von Logistiklösungen hört<br />

das Leistungsangebot beim Shuttle selbstverständlich nicht auf.<br />

Allerdings fokussieren wir mit unserer umfassenden Software<strong>und</strong><br />

Automatisierungskompetenz die Bereitstellung von Schlüsseltechnologien<br />

je nach Marktsegment <strong>und</strong> Region. Maßgeblich<br />

ist stets die beste Lösung für den K<strong>und</strong>en. Darauf aufbauend greifen<br />

wir bei Bedarf auf ein weltweites Netz strategischer Partner<br />

zurück, die unserem Technologieanspruch gerecht werden, während<br />

wir die nötige Systemintegrationskompetenz mitbringen.<br />

Das Einbringen von Best-of-Breed-Lösungen schafft Mehrwerte<br />

auf allen Seiten – über unsere eigene Software- <strong>und</strong> Automatisierungskompetenz<br />

hinaus.<br />

Die in jüngster Zeit übernommenen Unternehmen sind mehrheitlich<br />

im Bereich Software zu Hause. Ist das Körber-Portfolio im<br />

Softwarebereich nun komplett?<br />

Dirk Hejnal: Bei der Entwicklung eines Portfolios handelt es sich<br />

stets um einen dynamischen Prozess – vor allem dadurch, dass<br />

hierüber auch künftige Marktanforderungen abgedeckt werden<br />

müssen. Tatsächlich nutzen wir die Forschungs- <strong>und</strong> Entwicklungskapazitäten<br />

in unserem Haus vor allem dazu, unsere Lösungen<br />

auszubauen <strong>und</strong> das Portfolio zu erweitern. Dabei geht es<br />

zum Beispiel um die Optimierung von Funktionalitäten, um verbesserte<br />

Entscheidungsgr<strong>und</strong>lagen auf K<strong>und</strong>enseite zu schaffen.<br />

Dafür entwickeln <strong>und</strong> integrieren wir Schlüsseltechnologien, zu<br />

denen zum Beispiel fortgeschrittene Analysemethoden aus dem<br />

Umfeld KI oder Machine Learning zählen.<br />

Vor kurzem haben Sie Ihr Portfolio um einen Crossbelt-Sorter<br />

ergänzt. Steht dieser Sorter ausschließlich für Projekte innerhalb<br />

des eigenen Konzerns zur Verfügung oder bieten Sie diesen auch<br />

anderen Systemintegratoren an?<br />

Dirk Hejnal: Primär gilt der Crossbelt-Sorter als Ergänzung unseres<br />

eigenen Portfolios. Die wachsenden logistischen Herausforderungen<br />

erfordern ein höheres Maß an Automatisierung, die oft<br />

nur eine intelligente Verknüpfung verschiedener Materialflusskomponenten<br />

bewerkstelligen kann. Dabei ermöglicht diese Lösung<br />

durch einen modularen Aufbau eine schnelle <strong>und</strong> einfache<br />

Integration in die bestehende Systemlandschaft. Das Ergebnis ist<br />

ein höherer Automatisierungsgrad, der die Voraussetzungen für<br />

8 <strong>f+h</strong> 2019/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

<br />

kürzere Reaktionszeiten, mehr Effizienz<br />

<strong>und</strong> einen höheren Durchsatz schafft.<br />

Dabei schließen wir allerdings nicht<br />

aus, Schlüsseltechnologien auch anderen<br />

Systemintegratoren anzubieten,<br />

wenn gewünscht.<br />

In unserer Branche ist einer der großen<br />

Treiber für die Geschäftsentwicklung der<br />

Online-Handel. Was sind aus Ihrer Sicht<br />

weitere wichtige Wirtschaftszweige, die<br />

zum Beispiel die Entwicklungsaufgaben der<br />

Intralogistiker beflügeln?<br />

Dirk Hejnal: Als Treiber an sich betrachte ich weniger den<br />

Online-Handel als das veränderte K<strong>und</strong>enverhalten. Vor allem<br />

Covid-19 hat die Entwicklung zum stark online-getriebenen<br />

Konsumverhalten deutlich beschleunigt. Der Zuwachs im Online-<br />

Handel wiederum sollte stets im Kontext betrachtet werden – eingebettet<br />

in das Logistiknetz der Zulieferer unterschiedlicher Industriesegmente.<br />

In diesem Fall trifft es vor allem die Konsumgüter,<br />

Lebensmittel- aber auch Modebranche. Zudem befindet sich<br />

bekanntermaßen die Automobilindustrie in einem gewaltigen<br />

Umbruch. Die Art <strong>und</strong> Weise, wie Autos konfiguriert <strong>und</strong> verkauft<br />

werden, wird sicherlich auch deren Logistikprozesse nachhaltig<br />

verändern.<br />

Welche Innovationen, Systeme <strong>und</strong> Technologien lassen aktuell<br />

die Branche aufhorchen?<br />

Dirk Hejnal: Die durch Covid-19 veränderten Rahmenbedingungen<br />

erfordern vor allem ein enormes Maß an Flexibilität. In diesem<br />

Zusammenhang werden Technologien wie Robotik <strong>und</strong><br />

AMRs, die schon angesprochene KI, verbesserte<br />

Machine Interfaces <strong>und</strong> ein<br />

höheres Maß an Automatisierung in<br />

Zukunft eine deutlich wichtigere Rolle<br />

spielen.<br />

Vor welchen Herausforderungen steht<br />

die Logistikbranche?<br />

Dirk Hejnal: Die Komplexitäten in der<br />

Logistik verweisen vor allem auf einen massiven<br />

Strukturwandel. Die Tendenzen führen weg<br />

vom Ladengeschäft, hin zu wachsenden Anforderungen,<br />

die etwa einen von vielen K<strong>und</strong>en erwarteten<br />

„Convenience-Faktor“ <strong>und</strong> auch neue, zunehmend nachhaltige<br />

Lösungskonzepte verlangen. Wie in allen Industrien begleitet uns<br />

außerdem der Fachkräftemangel <strong>und</strong> die dadurch ausgeprägte<br />

Nachfrage in Sachen Automatisierung. Im Großen <strong>und</strong> Ganzen<br />

nehmen die Komplexitäten in der Logistik also zu, bedingt durch<br />

eine wachsende Zahl an Produkten, Lieferanten <strong>und</strong> Distributionskanälen.<br />

Als wir uns im Rahmen einer globalen Studie unter<br />

1 200 Logistikexperten umgehört haben, war es wenig verw<strong>und</strong>erlich,<br />

dass 91 Prozent angesichts der Herausforderungen gar nicht<br />

mehr mithalten können. Aus diesen Gründen brauchen Unternehmen<br />

oftmals mehr als nur einen Lieferanten. Sie benötigen<br />

einen Partner, der sie als Sparringspartner auf Augenhöhe unterstützt.<br />

Heute, morgen <strong>und</strong> auch in Zukunft. Und dieser Partner ist<br />

Körber.<br />

Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur <strong>f+h</strong><br />

Fotos: Körber Supply Chain Software<br />

www.koerber-scsoftware.com<br />

DIE EUROPAWEIT EINZIGE<br />

FACHMESSE FÜR GEFAHRGUT-<br />

UND GEFAHRSTOFFLOGISTIK<br />

Produktpräsentationen live. Persönlicher<br />

Austausch mit Partnern <strong>und</strong> Branchenkollegen.<br />

Praxisnahes Fachprogramm.<br />

Das Angebot der GGS <strong>2020</strong>:<br />

Garant für Ihren effektiven Messebesuch.<br />

ALLE INFORMATIONEN ZUR GGS UND ZUM HYGIENEKONZEPT AUF WWW.GGS-MESSE.DE<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> 2019/<strong>10</strong> 9


GEMEINSAM STARK – BEUMER GROUP<br />

PUSHT START-UP BEI ENTWICKLUNG<br />

DIGITALER LOGISTIKLÖSUNGEN<br />

Die Beumer Group hat die Digitalisierung<br />

zur Chefsache erklärt, um die eigene<br />

Zukunftsfähigkeit zu sichern. Wie das gelingen<br />

kann? Der Systemanbieter setzt auf die<br />

Unterstützung von Start-ups <strong>und</strong> trägt damit<br />

digitale Projekte in die Unternehmensgruppe.<br />

Zu den Vertretern der Start-up-Generation zählen Felix Ostwald<br />

<strong>und</strong> Jonas Grunwald mit ihrer Firma Codept GmbH.<br />

Ihre neuentwickelte Logistikplattform soll den Datenaustausch<br />

zwischen Händlern <strong>und</strong> Fulfillment-Dienstleistern<br />

vereinfachen. Das spart beiden Parteien Zeit <strong>und</strong> Kosten, sorgt für<br />

mehr Flexibilität, <strong>und</strong> Lagerbetreiber können ihre Kapazitäten besser<br />

auslasten. „Dem Logistikbereich fehlt ganz klar, was im Zahlungsverkehr<br />

oder in der Onlinewerbung schon lange Standard ist:<br />

eine integrative Plattform, die ungehinderten Zugang zu einer großen<br />

Bandbreite an unterschiedlichen Dienstleistern bietet <strong>und</strong><br />

gleichzeitig Optimierungsdienstleistungen entwickelt, die für einzelne<br />

Händler <strong>und</strong> Logistiker zu aufwändig wären“, beschreibt Ostwald<br />

die Lösung.<br />

Der 31-jährige Mitgründer <strong>und</strong> Geschäftsführer hat zusammen<br />

mit seinem Partner, dem 34-jährigen Grunwald, die Firma Codept<br />

gegründet. Allerdings nicht allein. Unterstützung erhalten die beiden<br />

von dem in Berlin ansässigen, autark aufgestellten Company<br />

Builder Beam – einer Ausgründung der Beumer Group. „Wir versuchen,<br />

Probleme in der Logistik gemeinsam mit Gründerteams zu<br />

lösen“, so Robert Bach, Geschäftsführer der Company Builder<br />

Beam. „Meine Aufgabe ist es, junge Unternehmen mit für uns relevanten<br />

Geschäftsideen zu finden oder bei deren Gründung zu be-<br />

<strong>10</strong> <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PERSPEKTIVEN<br />

<br />

ROBERT BACH,<br />

GESCHÄFTSFÜHRER DER<br />

COMPANY BUILDER BEAM<br />

Die Zusammenarbeit mit Start-ups<br />

ist sehr inspirierend, wenn es um<br />

die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle<br />

geht<br />

gleiten. Dazu wollen wir drei Start-ups pro Jahr hervorbringen <strong>und</strong><br />

unter dem Dach der Beam in eine eigene Gesellschaft überführen<br />

– wie die Codept GmbH.“ Ziel sei es, mit den Firmen neue Geschäftsfelder<br />

in der Logistik zu erschließen.<br />

SCHNITTSTELLENPROBLEMATIK GELÖST<br />

rung immer wichtiger. Denn E-Commerce-Händler müssen zunehmend<br />

Waren nach Frankreich, Italien oder in die Niederlande<br />

verschicken können. Dafür brauchen sie auch Lagerstandorte im<br />

europäischen Ausland. Immer wichtiger wird eine einfache Anbindung<br />

u. a. auch durch Sortimentserweiterungen – z. B. von Gefahrgut<br />

oder sperrigen Artikeln. Codept agiert dabei nicht nur als technischer<br />

Partner. Ostwald: „Mit der neuen Logistikplattform ermöglichen<br />

wir dem Händler zudem künftig einen Zugang zu einer großen<br />

Bandbreite an Logistikdienstleistern. Benötigt er zum Beispiel<br />

ein Lager in Nordspanien, werden wir aufgr<strong>und</strong> unserer stetig wachsenden<br />

Erfahrung <strong>und</strong> unserer Daten geeignete Partner empfehlen<br />

können.“<br />

MOTIVATION UND MINDESTENS ZWEI JAHRE<br />

ERFAHRUNG<br />

Nicht jeder sei als Unternehmensgründer geeignet, sagt Builder-<br />

Beam-Geschäftsführer Bach. „Wir verlangen mindestens zwei Jahre<br />

Erfahrung – idealerweise in einem Start-up. Leute, die frisch von<br />

der Uni kommen, sind für uns nicht interessant.“<br />

Oswald schloss sein BWL-Studium mit dem Bachelor ab <strong>und</strong> arbeitete<br />

bei Contorion, einer E-Commerce-Plattform für Industriebedarf.<br />

2015 lernte er dort Grunwald kennen. Oswald wählte damals<br />

die entsprechenden Logistikdienstleister aus <strong>und</strong> kümmerte<br />

sich um deren Integration – eine gute Basis für sein späteres Unternehmen.<br />

Er absolvierte seinen Master in Global-Supply-Management<br />

an der Cass Business School in London <strong>und</strong> arbeitete anschließend<br />

bei Zalando. Dann wechselte Oswald als Supply-Chain-<br />

Projektleiter zur Otto Group. „Zusammen mit Siemens Digital<br />

Logis tics setzte ich im Rahmen eines Projekts eine neue Materialflusssoftware<br />

für die Otto Group auf. Doch egal, wo ich gearbeitet<br />

habe, Schnittstellen waren nie vereinheitlicht, die Anbindung stets<br />

eine Herausforderung.“<br />

„Wie wir auf unsere Idee gekommen sind?“, so Grunwald. „Sie entstand<br />

aus einer akuten Erfahrung heraus. Vor allem die Logistik<strong>und</strong><br />

Lagerdienstleister. haben aufgr<strong>und</strong> von Angebotserweiterungen<br />

<strong>und</strong> Anbauten eine höhere Lagerauslastung. Vor allem Multi-<br />

User-Lager führen zu zusätzlichen K<strong>und</strong>en <strong>und</strong> Anbietern. Dies bedeutet:<br />

Die Betreiber müssen permanent mehr Schnittstellen<br />

schaffen <strong>und</strong> programmieren. Oftmals haben diese jedoch veraltete<br />

Technologien im Einsatz.“<br />

Codept vereinfacht die Programmierschnittstellen der Systeme<br />

der K<strong>und</strong>en. Grunwald skizziert ein Kostenbespiel: Die Programmierst<strong>und</strong>en<br />

für die Anbindung eines Händlers von seinem<br />

Produkt angebot beim Logistikdienstleister kostet etwa 50 000 Euro<br />

– jede weitere Anbindung wiederum 30 000 bis 50 000 Euro. Mit einer<br />

Anbindung über Codept kann der Nutzer dagegen seine Kosten<br />

um mindestens 90 Prozent reduzieren. Die Betreiber in die eigene<br />

Systemlandschaft einzubinden, war dazu auch zeitintensiv. „Statt<br />

drei Monaten benötigen Logistikdienstleister mit unserer Unterstützung<br />

gerade mal einige Tage“, verspricht Grunwald. „Mit unserer Logistikplattform<br />

bieten wir ein homogenes Schnittstellen- <strong>und</strong> ein zuverlässiges<br />

Datenmanagement. Ein neuer Partner lässt sich über unsere<br />

Plattform schnell <strong>und</strong> ohne weiteren Zusatzaufwand in das System<br />

des K<strong>und</strong>en integrieren. Lagerdienstleister können mit der<br />

Logistikplattform ihre IT-Landschaft modernisieren.“<br />

Aber auch Händler profitieren von einer Anbindung an die neue<br />

Logistikplattform. In Wachstumsphasen können sie flexibel <strong>und</strong> ohne<br />

zusätzlichen Aufwand auf das Codept-Fulfillment-Netzwerk zugreifen.<br />

Das wird vor allem durch die wachsende Internationalisiewww.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de<br />

<strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 11


PERSPEKTIVEN<br />

Aus einer akuten Erfahrung heraus wurde die Idee zur digitalen Logistikplattform entwickelt,<br />

Felix Ostwald (l.) <strong>und</strong> Jonas Grunwald, Gründer der Codept GmbH<br />

Auch Grunwald blickt auf einige Erfahrung zurück – vor allem in<br />

der Gründerszene. In Kopenhagen baute er z. B. eine Fischimport-<br />

Firma mit auf. „In der Lebensmittelindustrie durchlief ich drei<br />

Start-up-ähnliche Betriebe.“ Grunwald ist 24, als er wieder zur Uni<br />

geht <strong>und</strong> BWL <strong>und</strong> Soziologie studiert. Nach seinem Bachelor besuchte<br />

er die London School of Economics and Political Science,<br />

eine Elite-Universität, <strong>und</strong> studierte Wirtschaftssoziologie. „Hier<br />

war ich genau richtig.“ Er sei ein leidenschaftlicher Nerd <strong>und</strong> zeigt<br />

lachend auf seine Microsoft-Socken. „Ich beschäftige mich neben<br />

Risikoanalyse auch mit Spieltheorie, Logik <strong>und</strong> Systemtheorie. Der<br />

Weg zur Software war dann nicht mehr weit.“<br />

Zunächst arbeitete Grunwald als Projektmanager bei einem Startup<br />

in London <strong>und</strong> kam anschließend nach Berlin zum selben Arbeitgeber,<br />

bei dem auch Oswald beschäftigt war. Grunwald entwickelte<br />

u. a. Logistiksysteme <strong>und</strong> optimierte diese. Eine Aufgabe war<br />

es z. B., Prozesse zu automatisieren <strong>und</strong> Dienstleister zu integrieren.<br />

Der Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, war schon früh<br />

bei Grunwald <strong>und</strong> Oswald vorhanden. „Wir saßen in Berlin mitten<br />

in einem Start-up-Umfeld. Wenn man jung <strong>und</strong> halbwegs dynamisch<br />

ist, kommen schnell verrückte Ideen auf“, so Oswald. Das war<br />

2015. Aus den Augen verloren haben sich die beiden danach nie.<br />

2018 kam Gr<strong>und</strong>wald mit dem Company-Builder Beam in Kontakt.<br />

Er musste sich einem Videointerview stellen <strong>und</strong> seine Motivation<br />

<strong>und</strong> Leidenschaft glaubhaft zeigen. Bach: „Wir schauten vier Monate<br />

lang genau hin, wo der Fokus lag. Macht er Fortschritte? Wie<br />

ernst nimmt er seine Aufgaben <strong>und</strong> schafft er es, sich ein eigenes<br />

Geschäftsmodell zu erarbeiten?“<br />

Grunwald erzählte Oswald von seiner Idee <strong>und</strong> konnte ihn begeistern.<br />

Gemeinsam mit Beam feilten sie weiter an ihrer Idee. „Wir<br />

wussten, wie komplex es von E-Commerce-Seite aus ist, mehrere<br />

spezialisierte Unternehmen anzubinden“, erläutert Oswald.<br />

DIE PLATTFORM STEHT<br />

Über die Plattform lassen sich sich mehrere Händler anbinden; somit<br />

kann der Dienstleister besser auf saisonale Schwankungen reagieren.<br />

Dies ist z. B. im E-Commerce relevant. Das E-Commerce-Geschäft<br />

z. B. ist an Weihnachten <strong>und</strong> Ostern stark. Im Sommer shoppen die<br />

Menschen dagegen weniger online. Damit sind im Winter die Lagerflächen<br />

eher voll, im Sommer tendenziell eher leer. Oswald: „Integriert<br />

nun der Betreiber mehrere Händler, kann er die Fläche effektiver<br />

auslasten. Denn die Zyklen sind nicht überall identisch, Fahrräder<br />

werden in der Vorweihnachtszeit weniger verkauft, Spielekonsolen<br />

dagegen mehr – im Sommer ist es genau umgekehrt.“<br />

„Wir bieten den jungen Unternehmen umfassendes Intralogistik-<br />

Know-how, den Zugang zu Beumer-Fachleuten, Lieferanten <strong>und</strong><br />

K<strong>und</strong>en. Wir öffnen Türen <strong>und</strong> zeigen ihnen Möglichkeiten <strong>und</strong><br />

Herausforderungen auf“, so Bach. „Auf diese Weise können die neuen<br />

Gründer <strong>und</strong> Talente mit uns ein konkretes Problem in einer<br />

eigenen GmbH lösen.“ Dazu stelle die Beumer Group auch eine<br />

Startfinanzierung bereit. „Das Geld steht für uns allerdings nur an<br />

dritter Stelle“, sagt Ostwald. Das Netzwerk sei wichtiger. Doch was<br />

Beam als Partner kennzeichne, seien die Menschen dahinter, die<br />

sich durch ihre Verbindlichkeit <strong>und</strong> Zuverlässigkeit auszeichnen.<br />

Fotos: Beumer Group<br />

www.beumer.com<br />

12 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


1745 – <strong>2020</strong>: 275 JAHRE<br />

PERMANENTE<br />

EXZELLENZ<br />

Tradition <strong>und</strong> Innovation sind bei J.D. Neuhaus kein Widerspruch. Denn was wir heute für Sie tun,<br />

basiert auf 275 Jahren Erfahrung in der Hebetechnik <strong>und</strong> der Verbindlichkeit eines Unternehmens,<br />

das in der 7. Generation familiengeführt ist. Unsere Innovationen sind praxisorientiert <strong>und</strong> lassen Sie<br />

wirtschaftlicher <strong>und</strong> sicherer arbeiten. Denn sie entstehen im Dialog mit unseren K<strong>und</strong>en. Sie sehen<br />

also: Unsere Werte sind Ihr Mehrwert.<br />

Lernen Sie unsere Lösungen für die verschiedensten Industriebranchen kennen: www.jdngroup.com


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

FINDLING WÄLZLAGER:<br />

FLEXIBLER PARTNER DER<br />

VERPACKUNGSINDUSTRIE<br />

Wälzlager, die in Dosenabfüllanlagen,<br />

Tiefziehverpackungsmaschinen & Co. zum<br />

Einsatz kommen, haben eines gemeinsam:<br />

Sie müssen geringen Belastungen standhalten,<br />

oftmals aber hohe Geschwindigkeiten respektive<br />

Drehzahlen unterstützen. Mit der Beratung des<br />

Unternehmens Findling Wälzlager fällt die<br />

Auslegung der Lagertechnik leicht. Die Karlsruher<br />

Experten bieten für diese Branche ein<br />

umfangreiches Produktsortiment kombiniert mit<br />

den passenden Services – alles aus einer Hand.<br />

Weil Tragzahlen in der Verpackungsindustrie eine untergeordnete<br />

Rolle spielen, lässt sich vielfach auf Premium-Produkte<br />

verzichten. Der Hintergr<strong>und</strong>: Die<br />

Lebensdauer dieser Wälzlager übersteigt die Anforderungen.<br />

Konstruktiv würde sich also eine Überdimensionierung<br />

ergeben. Mithilfe der Abeg-Methode lassen sich allerdings Einsparpotenziale<br />

realisieren – z. B. durch den Wechsel auf eine niedrigere<br />

Leistungsklasse, die dennoch die Anforderungen der jeweiligen<br />

Anwendung erfüllen. „Zu unseren K<strong>und</strong>en zählen unter anderem<br />

Hersteller von Beutelmaschinen, Dosenabfüllanlagen, Blisterverpackungen<br />

für medizinische Produkte sowie Tiefziehverpackungsmaschinen<br />

für die Verpackung von Wurst <strong>und</strong> Käse“, erläutert Klaus<br />

Findling, Geschäftsführer von Findling Wälzlager. „Für diese Sondermaschinenbauer<br />

sind wir dank der hohen Anwendungskompetenz<br />

<strong>und</strong> Flexibilität der ideale Partner.“ Aufgr<strong>und</strong> der großen Lagerbestände<br />

ist Findling Wälzlager schnell lieferfähig, wobei auch<br />

kleine Stückzahlen kein Problem sind.<br />

UMFASSENDES WÄLZLAGER-PORTFOLIO<br />

Bei der Verpackung von Lebensmitteln ergeben sich Anforderungen<br />

wie ein optimaler Korrosionsschutz, bestmögliche Hygienestandards<br />

<strong>und</strong> Beständigkeit gegenüber aggressiven Chemikalien.<br />

Dafür sind korrosionsarme Edelstahl-Wälzlager gut geeignet.<br />

Im umfangreichen Edelstahl-Portfolio von Findling Wälzlager<br />

finden sich u. a. Stütz- <strong>und</strong> Kurvenrollen, Nadellager, Gehäuselager,<br />

Pendelkugellager sowie Axiallager <strong>und</strong> Rillenkugellager. Der<br />

K<strong>und</strong>e kann den für den jeweiligen Einsatzbereich geeigneten<br />

Basiswerkstoff wählen – z. B. Edelstahl der Typen AISI440C,<br />

AISI316L, AISI304, AISI420 oder Wälzlagerstahl <strong>10</strong>0Cr6 mit Beschichtungen<br />

aus Zink-Eisen oder Zink-Nickel. Auch Keramik<br />

<strong>und</strong> Hochleistungswerkstoffe wie AISI630 oder Titan sind möglich.<br />

Wichtig sind in diesem Einsatzbereich nicht zuletzt die Dichtungen<br />

– denn raue Einsatzbedingungen erfordern einen guten<br />

Schutz des Lagerinnenlebens. Ist Chemikalienbeständigkeit gefragt,<br />

so können neben Dichtungen aus NBR auch Dichtungen<br />

aus HNBR, ACM <strong>und</strong> FKM angeboten werden. Sonderbefettungen,<br />

vor allem mit H1-zugelassenen Lebensmittelfetten, r<strong>und</strong>en<br />

das Lieferprogramm ab.<br />

14 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

KLAUS FINDLING,<br />

GESCHÄFTSFÜHRER VON<br />

FINDLING WÄLZLAGER<br />

Für Sondermaschinenbauer bieten wir<br />

ein umfangreiches Produktsortiment<br />

einschließlich Services gemäß dem<br />

Motto: alles aus einer Hand<br />

ALU-DRUCKGUSS UND BLECHFLANSCHLAGER<br />

Aluminium-Druckguss-Lager sind klein, leicht <strong>und</strong> korrosionsarm.<br />

„Hier sind vor allem die Clean- <strong>und</strong> Silber-Serien zu erwähnen, die<br />

sich für höhere Belastungen eignen“, so Findling. „Das Gehäuse<br />

dieser Lager besteht aus leichtem Aluminium-Druckguss. Diese Lösungen<br />

sind in Verbindung mit einem Edelstahl-Lagereinsatz korrosionsarm.<br />

In Kombination mit Lagereinsätzen aus Standardstahl<br />

lassen sich kompakte <strong>und</strong> montagefre<strong>und</strong>liche Lagerlösungen mit<br />

einem Wellendurchmesser ab acht Millimeter realisieren.“<br />

Auch verzinkte Stahlblechgehäuse <strong>und</strong> Edelstahl-Ausführungen,<br />

in die ein Lagereinsatz geklemmt wird, hat das Unternehmen im<br />

Programm. Verfügbar sind drei Baureihen: Stehlager (PP), 3-Loch-<br />

Flanschlager (PFL) <strong>und</strong> 2-Loch-Flanschlager (PFD). Diese Lösungen<br />

sind leicht, klein <strong>und</strong> kompakt. Verbaut werden die Flanschlager<br />

u. a. in Verschließmechanismen, bei denen längere Wellen dafür<br />

verwendet werden, um z. B. Beutel zu öffnen oder zu verschließen.<br />

Darüber hinaus werden Flanschlager auch in den<br />

Antriebswalzen von Förderstrecken <strong>und</strong> -bahnen eingesetzt.<br />

01 Maschinen <strong>und</strong> Anlagen der Verpackungsindustrie stellen an<br />

Konstruktionselemente spezifische Anforderungen<br />

STÜTZ- UND KURVENROLLEN FÜR HOHE<br />

BELASTUNGEN<br />

Gurtförderer in modularer<br />

Profilbauweise<br />

LINEARE BEWEGUNGEN MIT KUGELBUCHSEN<br />

„Eine häufige Anwendung in Verpackungsmaschinen sind vertikal<br />

verfahrende Schieber“, erklärt Findling. „Dafür werden vielfach Kugelbuchsen<br />

eingesetzt, die eine Linearbewegung von A nach B auf<br />

einer Stahlwelle ermöglichen.“<br />

Kugelbuchsen sind einfacher in der Konstruktion als Linearführungen<br />

sowie intuitiv zu montieren <strong>und</strong> einzustellen. Findling hat<br />

diesbezüglich verschiedene Produkte im Sortiment: Neben normalen<br />

Kugelbuchsen (NKB) auch Kompakt-Kugelbuchsen (KKB) <strong>und</strong><br />

nicht zuletzt Superkugelbuchsen (SKB). Je nach Ausführung sind<br />

die Hülsen/Käfige aus massivem Stahl oder aus Kunststoff mit<br />

Stahlsegmenten gefertigt. Dabei werden Chromstahl oder Edelstahl<br />

als Werkstoff eingesetzt. Für eine geringe Geräuschentwicklung eignen<br />

sich Kugelbuchsen mit Kunststoffhülsen. Ausführungen mit<br />

Laufbahnsegmenten aus Edelstahl <strong>und</strong> Stahl sind für korrosive Umgebungen<br />

konzipiert bzw. weisen hohe Tragzahlen auf.<br />

Große Auswahl an standardisierten Fördersystemen<br />

Modulare <strong>und</strong> kompakte Profilbauweise<br />

Prozesssicherheit durch ausgereifte Technik<br />

Kurvenrollen sind Laufrollen mit Nadeln oder Zylinderrollen als<br />

Wälzkörper <strong>und</strong> können hohe Belastungen aufnehmen. Die Gewindezapfen<br />

ermöglichen eine einfache Montage <strong>und</strong> übernehmen<br />

vielfältige Führungsaufgaben, vor allem wenn eine rotative in eine<br />

nichtlineare Bewegung übertragen werden muss. Kurvenrollen<br />

werden daher in Kurvensteuerungen eingesetzt, wenn eine defiwww.mk-group.com<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 15


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

02<br />

Mithilfe der Abeg-Methode lassen sich Überdimensionierungen vermeiden <strong>und</strong><br />

Einsparpotenziale realisieren<br />

Bisher realisiert<br />

Leistung<br />

<strong>10</strong><br />

9<br />

8<br />

Easyroll<br />

Lebensdauer L h<br />

Dimension Einsparung<br />

Eco Supra Premium<br />

7<br />

tatsächlich gefordert<br />

1 2 3<br />

6<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

0<br />

25 – 30 %<br />

03 04<br />

03 In Verpackungsmaschinen<br />

werden Kugelbuchsen vielfach für die<br />

Bewegung vertikal verfahrender<br />

Schieber eingesetzt<br />

04 Für die Abdeckung der Anforderungen<br />

der Verpackungsindustrie kann<br />

Findling Wälzlager Sonderbefettungen<br />

mit FDA-zugelassenen H1-Schmierstoffen<br />

realisieren<br />

nierte, gleichartige Bewegung ausgeführt werden soll. Dabei rollt<br />

die Stütz- oder Kurvenrolle an einer definierten Laufbahn (einer<br />

Kurvenscheibe) ab <strong>und</strong> führt eine nichtlineare Bewegung aus. Diese<br />

robuste Steuerungsart kommt für Anwendungen zum Einsatz,<br />

bei denen selten Anpassungen in der Bewegung nötig sind, d. h. die<br />

Bewegung sich nicht verändert.<br />

Auch Stütz- <strong>und</strong> Kurvenrollen sind aus Chromstahl oder Edelstahl<br />

verfügbar. Die neuen Generationen haben eine oder zwei<br />

Sechskantöffnungen für die einfache Montage mit einem integrierten<br />

Schmiernippel. Ausführungen zur Montage mit Schraubenzieher<br />

sind ebenfalls erhältlich.<br />

SONDERLAGER UND SPEZIALBEFETTUNGEN<br />

Wenn sich im umfangreichen Sortiment von Findling Wälzlager<br />

einmal kein passendes Standardlager finden lässt, kann das Unternehmen<br />

applikationsspezifische Lösungen bereitstellen. Dies ist<br />

u. a. der Fall, wenn ein hoher Leichtlauf gefordert ist, was sich wiederum<br />

nur mit reibungsarmen Lagern erreichen lässt. Nötig ist ein<br />

hoher Leichtlauf z. B. in der Folienherstellung oder -verarbeitung.<br />

„Zur Materialeinsparung werden zunehmend dünne Folien verwendet<br />

<strong>und</strong> in mehreren Lagen zu Spezialfolien kaschiert“, so Findling.<br />

„Beim Transport dürfen diese Folien nicht reißen, das heißt,<br />

die Rollen müssen leichtgängig sein. Hier kommen Lager mit spezieller<br />

Befettung <strong>und</strong> Dichtung zum Einsatz.“<br />

Apropos Sonderbefettungen: Die Tribologie von Wälzlagern –<br />

also kurz gesagt die Lehre von Reibung <strong>und</strong> Verschleiß inklusive der<br />

Schmierung – ist eines der Spezialgebiete von Findling Wälzlager.<br />

Die Anwendungstechniker des Unternehmens wissen, welcher<br />

Schmierstoff im konkreten Anwendungsfall zum Einsatz kommen<br />

sollte <strong>und</strong> beraten entsprechend herstellerübergreifend. Im Bereich<br />

der Verpackungsindustrie sind u. a. Sonderbefettungen mit<br />

FDA-zugelassenen H1-Schmierstoffen gefragt. Aufgr<strong>und</strong> moderner<br />

Dosiertechnik wird sparsam mit den Fetten umgegangen. Mit diesem<br />

Service schafft das Unternehmen die Voraussetzungen für<br />

Schnelligkeit, Flexibilität <strong>und</strong> Kostenersparnis in der Realisierung<br />

von K<strong>und</strong>enanforderungen. „Konstrukteure profitieren von kurzen<br />

Vorlaufzeiten für Bemusterungen, auch beim Test unterschiedlicher<br />

Befettungen“, so Findling abschließend.<br />

Fotos: Aufmacherfoto stock.adobe.com – I-Viewfinder, 01 Beumer Group, sonstige<br />

Findling Wälzlager<br />

www.findling.com<br />

16 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

<br />

NEUE KUNSTSTOFFPALETTE SORGT FÜR MEHR PROZESSSICHERHEIT IN<br />

DER INTRALOGISTIK<br />

Die Euro-L1-Kunststoffpalette der Craemer GmbH ist mit den identischen Abmessungen der<br />

Euroholzpalette 1 200 × 800 × 150 mm verfügbar <strong>und</strong> lässt sich in allen marktüblichen Fördersystemen<br />

einsetzen. Aufgr<strong>und</strong> der Ausstattung mit Versteifungsprofilen beläuft sich die statische Traglast<br />

der Neuentwicklung auf 7 500 kg, im Hochregal auf 1 250 kg. Darüber hinaus gehört die Euro L1,<br />

deren Produktion ausschließlich am Stammwerk der Firmengruppe in Herzebrock-Clarholz stattfindet,<br />

zur Palgrip-Palettenfamilie. Merkmale dieser Palettenfamilie<br />

sind u. a. die Antirutschstreifen auf dem Deck <strong>und</strong> die<br />

Antirutschkufen.<br />

Aufgr<strong>und</strong> der Langlebigkeit <strong>und</strong> Robustheit profitiert der<br />

Nutzer der neuen Palette von einer dauerhaft hohen Prozesssicherheit.<br />

Störungen in den automatischen Intralogistiksystemen,<br />

hervorgerufen durch Beschädigungen an den Ladungsträgern<br />

wie sie bei Holzpaletten vorkommen können, gehören<br />

der Vergangenheit an. Demzufolge werden die Prozesskosten<br />

reduziert <strong>und</strong> machen die Euro L1 auch für den Einsatz in<br />

einem Kunststoffpalettenpool interessant.<br />

www.craemer.com<br />

ALLROUNDER FÜR<br />

EINE TONNE NUTZLAST<br />

In vielen Branchen fallen<br />

Aufgaben an, für die ein<br />

schmales, kurzes <strong>und</strong> leichtes<br />

Flurförderzeug benötigt wird,<br />

damit es z. B. in Lastenaufzüge<br />

passt. Das Fahrerstandgerät<br />

E<strong>10</strong> von Linde Material<br />

Handling mit einer Tonne<br />

Tragfähigkeit <strong>und</strong> wahlweise<br />

Blei-Säure- oder Lithium-<br />

Ionen-Batterie ist so ein<br />

Allro<strong>und</strong>er. Nur wenig breiter<br />

als eine Europalette, kommt<br />

der Stapler auch in schmale<br />

Gänge <strong>und</strong> rangiert mit einem<br />

Wenderadius von 1 317 mm<br />

auf engem Raum. Da das Gerät<br />

für kurze Fahrstrecken<br />

ALTERNATIVE LÖSUNG ZUR ÜBERTRAGUNG HOHER STRÖME IM<br />

STILLSTANDSBETRIEB<br />

Anlagenhersteller <strong>und</strong> -betreiber stehen vor der Herausforderung, die Übertragung hoher Ströme<br />

bei gleichzeitigem Stehen der Einheit in Verfahrrichtung sicherzustellen. Im Stillstandsbetrieb, wie<br />

es z. B. bei Lastaufnahmemitteln im Hubbetrieb ohne gleichzeitiger Längsfahrt des Krans der Fall ist,<br />

gab es bislang zwei Alternativen beim Schleifleitungsmaterial. Entweder Kupfer oder Aluminium-<br />

Edelstahlvarianten. Letztere sind zwar kostengünstiger als Kupfer, neigen jedoch aufgr<strong>und</strong> der<br />

Materialeigenschaften im Stillstand zu lokaler Erhitzung. Um die Voraussetzungen für den sicheren<br />

Betrieb der Anlagen auch in kritischen Anwendungen zu schaffen, müssen oftmals komplexe<br />

Mehrfach-Stromabnehmerkombinationen mit hohem Platzbedarf<br />

installiert werden.<br />

Eine Alternative zu Kupfer bietet das Unternehmen Conductix-<br />

Wampfler mit der Neuentwicklung Coppereco. Der Schienentyp<br />

hat zudem eine verbesserte Leitfähigkeit als Aluminium-Edelstahl<br />

<strong>und</strong> erlaubt so die Übertragung hoher Ströme auch im<br />

Stillstandsbetrieb. Coppereco ist auch für den Einsatz in rauen<br />

Umgebungs bedingungen, z. B. in Seehäfen, geeignet.<br />

Verfügbar sind die neuen Schienentypen für die Schleifleitungsprogramme<br />

Single Powerline 0812 <strong>und</strong> 0813 <strong>und</strong> eignen sich<br />

u. a. für die Energieversorgung von Container- <strong>und</strong> Brückenkranen<br />

sowie Regalbediengeräten.<br />

www.conductix.de<br />

ausgelegt ist, gibt es keinen<br />

Sitz, sondern eine gepolsterte<br />

Rückenlehne. In den Stapler<br />

einsteigen kann der Fahrer von<br />

beiden Seiten, wofür er kaum<br />

die Füße an<strong>heben</strong> muss. Der<br />

schwingungsentkoppelte<br />

Bedienstand hält Stöße vom<br />

Fahrer fern. Wird häufig<br />

rückwärtsgefahren, lässt sich<br />

das Gerät mit einem doppelten<br />

Satz Bedienhebel <strong>und</strong><br />

Haltegriffen ausstatten. Der<br />

rechte Arm des Fahrers ruht<br />

dann auf einer Lehne.<br />

www.linde-mh.de<br />

Digitale Unterstützung bei Ihren<br />

Betreiberpflichten dank unserer App!<br />

Die Vorteile von CalanOnTrack®:<br />

digitales Wartungs- <strong>und</strong> Betriebshandbuch<br />

Checklisten mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen<br />

lückenlose Dokumentation durch automatisch<br />

erstellte PDF-Protokolle<br />

Wir erleichtern Ihre Betreiberpflichten –<br />

sprechen Sie uns gerne an!<br />

www.fire-protection-solutions.com<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 17


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

HEISSE DATENSPUR


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

Die V-Zug AG ist ein Haushaltsgerätehersteller<br />

aus der Schweiz <strong>und</strong> produziert unter anderem<br />

individuell konfigurierbare Backöfen. Um die<br />

einzelnen Montageschritte präzise überwachen<br />

<strong>und</strong> den Verbau der Einzelteile dokumentieren<br />

zu können, setzt das Unternehmen im<br />

Fertigungsprozess auf Radio Frequency<br />

Identification (RFID)-Technologie von Siemens.<br />

Damit ist die digitale Spur jedes Produkts<br />

nachverfolgbar.<br />

Garraum, Gehäuse, Verkabelung, Isolation <strong>und</strong> Beleuchtung<br />

– die Backofenfertigung bei V-Zug schließt zahlreiche<br />

Einzelschritte ein. Hinzu kommt, dass die K<strong>und</strong>en<br />

neben den Kernkomponenten auch Komfortstufen, Bedienelemente<br />

sowie Farben <strong>und</strong> Zubehör frei konfigurieren können.<br />

Damit dennoch in der Produktion alles problemlos <strong>und</strong> vor allem<br />

fehlerfrei abläuft, nutzt das Unternehmen RFID-Technik <strong>und</strong><br />

Bedienelemente aus dem Portfolio von Siemens. Die Lösung ermöglicht<br />

zum einen das webbasierte Management, durch das Mitarbeiter<br />

via IP-Adresse über den Browser ohne zusätzliche Software<br />

auf die Geräte der Anlage zugreifen können. Zum anderen bieten<br />

Transponder mehr Speicherplatz als Strichcodes. „Big Data ist das<br />

Stichwort <strong>und</strong> das wird nicht das letzte Projekt dieser Art bei V-Zug<br />

sein. Die Rückverfolgbarkeit hilft uns, die hohe Qualität unserer<br />

Produkte sicherzustellen, die Prozesse zu optimieren <strong>und</strong> gesetzliche<br />

Vorschriften einzuhalten“, erklärt Fabian Anderhub, Prozess-<br />

Analyst bei V-Zug.<br />

JEDEN SCHRITT IM BLICK<br />

So werden z. B. die Fabrikationsnummer des Garraums <strong>und</strong> viele<br />

weitere Kenndaten wie Materialnummer, K<strong>und</strong>enauftragsnummer<br />

<strong>und</strong> Zielort innerhalb der Anlage mit dem Schreib-/Lesegerät<br />

Simatic RF685R auf den Transponder des Werkstückträgers geschrieben.<br />

Die Visualisierung geschieht über einen Panel PC Simatic<br />

IP C477E. Da der Backofen nach dieser Station seinen ursprünglichen<br />

Träger „abgeben“ muss, wird für die nächsten Schritte ein<br />

Transponder direkt an der Seitenwand des Ofens angebracht.<br />

In der Anlage kommen Hochfrequenz- <strong>und</strong> Ultrahochfrequenz<br />

(UHF)-Leser aus den Produktreihen Simatic RF200 <strong>und</strong> RF600 zum<br />

Einsatz, die während des kompletten Fertigungsprozesses die<br />

Transponder auslesen <strong>und</strong> Daten übermitteln. Mit Ultrahochfrequenz<br />

lassen sich Daten mit einer Reichweite von bis zu acht Metern<br />

mit hoher Geschwindigkeit erfassen – ein Vorteil, wenn sich<br />

das Produkt wie im vorliegenden Fall bewegt. Ist der Ofen final<br />

montiert, durchläuft er eine strenge Sicherheits- <strong>und</strong> Funktionskontrolle.<br />

Auch diese Daten werden an die Transponder übermittelt.<br />

Ist der Ofen fehlerhaft, geht er sofort in die Reparatur.<br />

01 Mit den Simatic-Ident-Produkten von Siemens ist sichergestellt,<br />

dass der komplette Fertigungsprozess dokumentiert wird<br />

02 In der Anlage kommen Leser mit Ultrahochfrequenz (UHF) zum<br />

Einsatz, die mit einer Reichweite von bis zu 8 m Daten mit hoher<br />

Geschwindigkeit lesen <strong>und</strong> schreiben<br />

VERTRAUENSVOLLE ZUSAMMENARBEIT<br />

Die eingesetzten Siemens-Lösungen entsprechen dem globalen industriellen<br />

Kommunikationsstandard Open Platform Communications<br />

United Architecture (OPC UA) <strong>und</strong> ließen sich ohne Probleme<br />

in Betrieb nehmen. An der Zusammenarbeit mit Siemens hatte Anderhub<br />

während der Planung <strong>und</strong> bei der Inbetriebnahme nichts<br />

auszusetzen. „Wenn wir um Unterstützung baten, erhielten wir<br />

meistens innerhalb weniger St<strong>und</strong>en eine Antwort. Auch heute, bei<br />

kleineren Anpassungen im Betrieb, können wir jederzeit auf einen<br />

schnellen Support zählen.“<br />

Fotos: Siemens<br />

www.siemens.com<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 19


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

TITELSTORY<br />

WACHSTUMSTEMPO UND DYNAMIK<br />

MIT AUTOSTORE-SYSTEMEN ABBILDEN<br />

Der Druck auf die Logistik im Online-Handel ist in<br />

der Corona-Krise weiter gestiegen. Zu den<br />

möglichst kurzfristigen Lieferversprechen sind<br />

rapide Wachstumsraten aber auch schwierig zu<br />

kalkulierende Nachfrageschwankungen<br />

hinzugekommen. Diese neue Dynamik erfordert<br />

flexible Automationslösungen in der Intralogistik.<br />

Aufgr<strong>und</strong> der Skalierbarkeit des Autostore-<br />

Systems haben einige E-Commerce- <strong>und</strong><br />

Omnichannel-Anbieter ihre Kapazität kurzfristig<br />

an die gestiegene Auftragslast anpassen <strong>und</strong> so<br />

neue K<strong>und</strong>en gewinnen können.<br />

Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel <strong>und</strong> Einmalhandschuhe<br />

gehörten in den ersten Wochen der Corona-Pandemie<br />

zu den gefragtesten medizinischen Artikeln. Das<br />

kann auch der Online-Händler für Medizin- <strong>und</strong> Praxisprodukte<br />

Doccheck aus Köln anhand seiner Verkaufszahlen im<br />

März <strong>und</strong> April <strong>2020</strong> bestätigen. Der Shop mit mehr als 15 000 Artikeln<br />

im Sortiment verspricht eine schnelle Lieferung <strong>und</strong> Versorgung<br />

von Arztpraxen mit Verbrauchsmaterial, Instrumenten <strong>und</strong><br />

sonstiger Ausstattung. Dazu hat das Unternehmen 2019 nur wenige<br />

Kilometer vom Hauptsitz entfernt in Hürth in einer ca. 2 000 m 2 großen<br />

angemieteten Logistikhalle ein hochautomatisiertes Autostore-<br />

System in Betrieb genommen. Auf einer Gr<strong>und</strong>fläche von nur etwa<br />

350 m² stapeln sich über 16 Ebenen <strong>10</strong> 000 Behälter, die von elf Robotern<br />

mit einer Geschwindigkeit von 3 m/s zu einem von insgesamt<br />

vier Carouselports zur Kommissionierung der Aufträge transportiert<br />

werden.<br />

Der durch Covid-19 erzeugte Nachfrageboom auf bestimmte Artikel<br />

löste im März <strong>2020</strong> ein unerwartet hohes Bestellvolumen aus,<br />

das der Händler mithilfe des Autostore-Systems aber problemlos<br />

20 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME <br />

01 Das Autostore-System kommt ohne Gassen oder Gänge aus. Die<br />

Behälter lassen sich in verschiedene Fächer unterteilen <strong>und</strong> sind bis zu<br />

einer Höhe von 5,4 m stapelbar (14 Behälter bei 425 mm, 16 Behälter<br />

bei 330 mm <strong>und</strong> 24 Behälter bei 220 mm Höhe)<br />

02 Der für den Bediener ergonomisch gestaltete Carouselport ist mit<br />

drei rotierenden Armen für je einen Behälter ausgestattet, um einen<br />

schnellen Behälterwechsel innerhalb von 2 s sicherzustellen<br />

bewältigen konnte. Philip Stadtmann, CFO bei Doccheck, berichtete<br />

auf dem 26. Handelslogistik Kongress im September über das zu<br />

Beginn der Pandemie plötzlich 2,5- bis 3-fach gestiegene Bestellaufkommen.<br />

Trotz der immensen Auftragslast musste Doccheck<br />

den Personaleinsatz in der Logistik nur im Bereich der Verpackung<br />

temporär erhöhen. Die Kommissionierung über die Carouselports<br />

lief problemlos mit einer hohen Lieferqualität. „Wir sind da gut<br />

durchgekommen. Das zeigen nicht nur unsere internen Zahlen,<br />

sondern auch unsere hohen Bewertungen zur K<strong>und</strong>enzufriedenheit.<br />

Das ist eine Währung im E-Commerce, die kann man im Gr<strong>und</strong>e<br />

gar nicht bezahlen. Während sich einige Wettbewerber in dieser<br />

Zeit ihre Ratings ruiniert haben, konnten wir neue K<strong>und</strong>en hinzugewinnen<br />

<strong>und</strong> hoffen nun auf einen nachhaltigen Effekt – weg von<br />

der Offline-Beschaffung über Außendienst-, Telefon- oder Faxbestellungen<br />

hin zur Online-Beschaffung.“<br />

Aktuell plant Doccheck für 2021 eine Verdoppelung des Autostore-Systems<br />

von <strong>10</strong> 000 auf 20 000 Behälter mit dem Integrationspartner<br />

Swisslog, um sein Sortiment erweitern <strong>und</strong> auch Auslandsmärkte<br />

bedienen zu können. Geprüft wird dabei auch die Implementierung<br />

eines Pick-Roboters für automatisiert greifbare Produkte<br />

sowie verschiedene Optionen zur Automatisierung der<br />

Verpackung.<br />

AUFTRAGSBOOM ERFORDERTE SCHNELLE UND<br />

FLEXIBLE LOGISTIKERWEITERUNG<br />

Schnell <strong>und</strong> flexibel auf die neuen Herausforderungen durch die<br />

Pandemie reagiert, hat auch der Schweizer Online-Händler Competec/Brack.ch.<br />

Nach der Erstinstallation der damals weltweit<br />

größten Autostore-Anlage im Jahr 2012 von Swisslog folgten bis<br />

heute ein zweites <strong>und</strong> ein drittes Autostore-System, die zusammengenommen<br />

375 380 Behälterstellplätze bieten <strong>und</strong> mit 318 Robotern<br />

bedient werden. Um dem Auftragsboom gerecht zu werden, ist<br />

diese Kapazität mit Go-live im Juni dieses Jahres nochmals um<br />

40 000 Behälter <strong>und</strong> 48 Roboter erweitert worden. Innerhalb von<br />

nur 14 Tagen nach Auftragsvergabe im März wurden im Bestandssystem<br />

bereits neue Roboter eingesetzt. Und in einem Zeitraum von<br />

drei Monaten konnte die Gesamterweiterung der dritten Autostore-<br />

Anlage, inklusive Grid (Fahrschiene für die Roboter) sowie Behältern<br />

<strong>und</strong> Arbeitsplätzen, in Betrieb gehen.<br />

„Ich bin seit 1994 im Online-Handel tätig, aber solch eine Situation<br />

habe ich noch nie erlebt“, erklärte Roland Brack, Gründer <strong>und</strong><br />

Inhaber von Competec, <strong>und</strong> unterstreicht, „ich bin sehr froh, dass<br />

uns Swisslog so schnell unterstützt hat <strong>und</strong> uns damit ermöglicht,<br />

die außerordentliche Nachfrage zu bedienen.“ Die Competec-<br />

Gruppe mit Hauptsitz in Mägenwil, Kanton Aargau, gilt als das erfolgreichste<br />

unabhängige E-Commerce-Unternehmen in der<br />

Schweiz <strong>und</strong> bietet seinen K<strong>und</strong>en die Garantie am Folgetag auszuliefern,<br />

wenn am Vortag bis 17:00 Uhr bestellt wird.<br />

01<br />

02<br />

SKALIERBARKEIT ALS ENTSCHEIDENDER<br />

ERFOLGSFAKTOR<br />

Im Logistikzentrum von Bergfre<strong>und</strong>e.de, einem Onlineshop für Bekleidung,<br />

Schuhe sowie Outdoor-, Kletter- <strong>und</strong> Spezialausrüstung,<br />

südlich von Stuttgart, rasen aktuell 95 Roboter durch die 4 386 m²<br />

große Anlage <strong>und</strong> bewegen 124 000 Behälter, die in 16 Ebenen übereinandergestapelt<br />

sind. Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen<br />

hat aktuell im Schnitt 150 000 Artikel von mehr als 750 der führenden<br />

Marken im Sortiment – mit steigender Tendenz. Mit einer Umsatzsteigerung<br />

von ca. 30 Prozent pro Jahr ist Skalierbarkeit ein entscheidender<br />

Erfolgsfaktor für Bergfre<strong>und</strong>e.de.<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 21


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

TITELSTORY<br />

Die Erstinstallation aus dem Jahr 2016 war auf eine Fläche von<br />

1 800 m² angelegt, die sukzessive mehrfach zusammen mit dem Automatisierungsspezialisten<br />

Element Logic erweitert wurde – zuletzt<br />

im Juli <strong>2020</strong> um 30 000 Behälter, sechs Carouselports <strong>und</strong> 15 Roboter.<br />

Darüber hinaus kam eine neue Logistikhalle mit einer Fläche<br />

von <strong>10</strong> 000 m² in unmittelbarer Nähe des vorhandenen Lagers dazu,<br />

die nun den Wareneingang <strong>und</strong> die Retourenabwicklung beherbergt<br />

<strong>und</strong> direkt über ein Grid mit dem Autostore-System verb<strong>und</strong>en<br />

ist. So bietet die neue Halle genügend Platz für zukünftige Erweiterungen<br />

des bestehenden Systems. Insgesamt stehen somit aktuell<br />

27 Ports zur Verfügung, um Waren ein- <strong>und</strong> auszulagern. Im<br />

Zweischichtbetrieb schlagen ca. 140 Mitarbeiter bis zu 275 000 Artikel<br />

pro Arbeitswoche um, kümmern sich um den Wareneingang,<br />

Retouren <strong>und</strong> den Versand.<br />

Mithilfe von Autostore ist es Bergfre<strong>und</strong>e.de gelungen, die Effizienz<br />

in der Kommissionierung um mehr als 400 Prozent zu steigern.<br />

Zusätzlich ließ sich die Durchlaufzeit von der K<strong>und</strong>enbestellung bis<br />

zur Übergabe an den Versender auf weniger als drei St<strong>und</strong>en reduzieren.<br />

Heute bearbeitet das Unternehmen an Tagen mit Auftragsspitzen<br />

mehr als 15 000 Bestellungen. Die Investition, die sich in weniger<br />

als zwei Jahren amortisiert hatte, konnte auch in den vergangenen<br />

Monaten ihre Leistung unter Beweis stellen. „Wie der Online-<br />

Handel insgesamt, so haben auch wir eine höhere Nachfrage<br />

verzeichnen können: Zum einen durch verändertes K<strong>und</strong>enverhalten<br />

hin zu mehr Online-Einkäufen, zum anderen ist die generelle Nachfrage<br />

nach Outdoor-Produkten gestiegen, da Menschen offensichtlich<br />

ein höheres Bedürfnis verspüren, aktive Zeit in der Natur zu verbringe,<br />

als vor der Krise. Der hohe Automatisierungsgrad in der Logistik,<br />

bedingt durch den Einsatz von Autostore, hat uns nicht nur geholfen,<br />

die zusätzliche K<strong>und</strong>ennachfrage zu bedienen, sondern hat es<br />

uns auch ermöglicht, die gestiegenen Anforderungen an die Prozesse<br />

<strong>und</strong> den Arbeitsschutz durch Covid-19 vergleichsweise schnell <strong>und</strong><br />

einfach umzusetzen. Unsere Erwartungen an Autostore <strong>und</strong> Element<br />

Logic wurden mehr als erfüllt <strong>und</strong> wir haben die Entscheidung keinen<br />

Tag bereut“, so Ronny Höhn, Geschäftsführer bei Bergfre<strong>und</strong>e.de.<br />

WACHSENDER ONLINE-HANDEL MIT<br />

LEBENSMITTELN<br />

Während die Verbraucher in Deutschland dem Online-Einkauf von<br />

Lebensmitteln vor der Corona-Krise eher verhalten gegenüber<br />

standen, erreichte dieses Marktsegment im ersten Halbjahr <strong>2020</strong><br />

einen Boom. Und auch nach der Krise wollen laut Umfragen viele<br />

Konsumenten Lebensmittel weiterhin online über Lieferdienste<br />

beziehen. Nicht zuletzt aus diesem Gr<strong>und</strong> geht die Food oase GmbH<br />

aktuell den entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer zukunfts<strong>und</strong><br />

krisensicheren Lagerlogistik. In ihrem Onlineshop bietet das<br />

Unternehmen Lebensmittel für Menschen mit Allergien <strong>und</strong> Unverträglichkeiten<br />

an. Als die Gründerin Sandra Neuber im Jahr 2007<br />

mit dem Onlineshop startete, war sie eine der Ersten, die derart<br />

spezielle Nahrungsmittel über das Internet verkaufte. Seitdem ist<br />

das Unternehmen kontinuierlich auf Wachstumskurs <strong>und</strong> hat sich<br />

heute zum führenden Anbieter in diesem Segment entwickelt.<br />

Foodoase wickelte ihre Lagerlogistik in der Vergangenheit extern<br />

über einen Logistikdienstleister ab, für den das rasante Wachstum<br />

des Unternehmens mit seinem manuell bedienten Lager eine zunehmende<br />

Herausforderung war. Mit den weiterhin positiven<br />

Wachstumsprognosen wurde Neuber schnell bewusst, dass ein<br />

neues Logistikkonzept erforderlich war. Infolgedessen hat die Unternehmerin<br />

eine Logistikhalle in Geesthacht angemietet <strong>und</strong> will<br />

die Logistik zukünftig in das Unternehmen integrieren. Die Planung<br />

<strong>und</strong> Realisierung des neuen Lagers geschieht in Zusammenarbeit<br />

mit Element Logic <strong>und</strong> dem Hamburger Logistikberater Logber. Im<br />

Mittelpunkt des Lagers soll ein Autostore-System stehen. Die Anlage<br />

umfasst in der ersten Ausbaustufe auf einer Gr<strong>und</strong>fläche von<br />

220 m² in der Summe 6 <strong>10</strong>0 Behälter <strong>und</strong> 13 Roboter sowie drei<br />

Carouselports zur Warenein- <strong>und</strong> -auslagerung.<br />

„Unsere K<strong>und</strong>en erwarten, dass wir schnell <strong>und</strong> zuverlässig versenden.<br />

Aufgr<strong>und</strong> ihrer besonderen Ernährungsbedürfnisse finden<br />

sie im Supermarkt meist nicht die Lebensmittel, die sie vertragen <strong>und</strong><br />

für den täglichen Bedarf benötigen. Mit unserem skalierbaren, automatisierten<br />

Lager möchten wir sicherstellen, dass wir diesen Erwartungen<br />

auch in Zukunft <strong>und</strong> zu jeder Zeit gerecht werden“, so Neuber.<br />

Element Logic als Generalunternehmer liefert für dieses Projekt<br />

ergänzend zu der zentralen Autostore-Lösung ferner ein Lagerverwaltungs-<br />

<strong>und</strong> Materialflusssteuerungssystem, das neben Autostore<br />

auch die manuellen Bereiche des Logistikzentrums organisiert.<br />

Die Anlage soll bis spätestens Februar 2021 übergeben werden.<br />

OMNICHANNEL – ALLE KANÄLE AUS EINEM<br />

LAGER BEDIENEN<br />

Die Giesswein Walkwaren AG ist ein Familienunternehmen in dritter<br />

Generation, das nachhaltige <strong>und</strong> funktionelle Bekleidung <strong>und</strong><br />

Schuhe aus Schurwolle entwickelt <strong>und</strong> in der eigenen Fertigung<br />

herstellt. Am Standort in Brixlegg/Österreich wurde im Juli dieses<br />

Jahres zur Unterstützung des wachsenden Onlineshop-Geschäfts<br />

<strong>und</strong> des stationären Handels in einer bestehenden Lagerhalle ein<br />

Auto store-System für die Lagerung <strong>und</strong> Kommissionierung der Fertigwaren<br />

durch den Systemintegrator Hörmann Logistik errichtet.<br />

Die zuvor in mehreren Simulationen mit realen Daten konzipierte<br />

Anlage führte zu einer Autostore-Systemkonfiguration mit 31 Robotern<br />

<strong>und</strong> 17 500 Behältern auf neun Ebenen. Die Höhe des Grids<br />

wurde durch die Höhe der Bestandshalle definiert. Um die Vorgaben<br />

von 140 Einlagerungen <strong>und</strong> 900 Auslagerungen pro St<strong>und</strong>e sicherzustellen,<br />

wurden vorerst fünf Carouselports <strong>und</strong> drei Conveyorports<br />

vorgesehen. Ein weiteres Carousel-Arbeitsplatzmodul wurde<br />

vorkonfiguriert. Prinzipiell sind alle Arbeitsplätze so ausgestattet,<br />

dass jederzeit Wareneingänge oder auch Kommissionierungen<br />

durchgeführt werden können. Die Roboter kommunizieren über<br />

WLAN mit der Autostore-Steuerung, die die Transportaufträge an<br />

die Roboter vergibt. Bei geringer Auftragslast oder zu geringer Batteriekapazität<br />

fahren die Roboter selbstständig zu einer der 24 am<br />

Rand des Grids befindlichen Ladestationen. Die Autostore-Steuerung<br />

ist auf der Serviceplattform untergebracht. Für die Kommissi-<br />

03 Aufgr<strong>und</strong> der fertig aufgerichteten Kartons, die direkt an den<br />

Pick-Plätzen bereitgestellt werden, erreichen die Kommissionierer bei<br />

Bergfre<strong>und</strong>e jetzt durchschnittlich 155 Picks pro St<strong>und</strong>e<br />

22 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME <br />

onierung können dem Autostore-System Aufträge mit den einzelnen<br />

Positionen übergeben werden. Das Lagersystem mit seinen integrierten<br />

Optimierungsalgorithmen sorgt für Effektivität bei der<br />

Abarbeitung der Aufträge <strong>und</strong> Andienung der Behälter an den<br />

Ports. In einer zweiten Baustufe ist die fördertechnische Anbindung<br />

der Kommissionierarbeitsplätze an den Warenausgang vorgesehen.<br />

„Die Autostore-Anlage macht unsere Kommissionierprozesse effektiver<br />

<strong>und</strong> erleichtert dem Personal die Arbeit. Ein Gewinn für das<br />

ganze Team“, freut sich Inhaber Mag. Markus Giesswein <strong>und</strong> sieht<br />

sich für das kontinuierlich wachsende E-Commerce-Geschäft aber<br />

auch den erhöhten Serviceanforderungen des stationären Handels<br />

gut gerüstet.<br />

Aktuell sind ca. 500 Autostore-Systeme weltweit im Einsatz. Die<br />

Beispiele aus dem Bereich E-Commerce <strong>und</strong> Multichannel zeigen,<br />

wie Unternehmen ihre Auftragslasten individuell <strong>und</strong> mithilfe ihres<br />

Autostore-Systems effizient abarbeiten <strong>und</strong> so Umsätze steigern<br />

konnten. Aufgr<strong>und</strong> der Standardmodule Roboter, Behälter, Grid,<br />

Ports sowie Controller <strong>und</strong> der einfachen Erweiterungsmöglichkeit<br />

einer Autostore-Anlage, kann jedes System mit dem Geschäftserfolg<br />

des Betreibers mitwachsen <strong>und</strong> auch dynamische Nachfrageschwankungen<br />

bewältigen. Das hat sich in der aktuellen Pandemie<br />

gezeigt <strong>und</strong> kommt vor allem den Unternehmen zugute, die aufgr<strong>und</strong><br />

ihrer Wachstumsdynamik keine längerfristige Voraussage<br />

über ihre Geschäftsentwicklung treffen können. So ist eine Investitionssicherheit<br />

gegeben, die mit konventioneller Automatisierungstechnik<br />

in dieser Einfachheit nicht denkbar ist. Ab sofort wird<br />

es darüber hinaus möglich, die Kapazität bestehender <strong>und</strong> auch<br />

neuer Autostore-Systeme durch die neue Software-Architektur<br />

„Router“ zu erhöhen.<br />

Fotos: Aufmacherfoto, 01, 02 <strong>und</strong> Personenfoto auf S. 23 Autostore,<br />

03 Element Logic<br />

www.autostoresystem.com<br />

WIR GEBEN ANTWORTEN AUF DIE NEUEN ANFORDERUNGEN<br />

IN DER E-COMMERCE-SUPPLY-CHAIN<br />

Frau Adenau, Sie sind bei Autostore für den Bereich E-Commerce<br />

zuständig. Was fasziniert Sie am Online-Handel?<br />

Sarah Adenau: Mich begeistern der Online-Handel, Innovationen,<br />

Supply Chain <strong>und</strong> die digitale Transformation – daher sind<br />

diese Bereiche auch mein Hauptfokus. Die K<strong>und</strong>enorientierung<br />

genießt dabei Priorität. Bevor ich im September zu Autostore gekommen<br />

bin, habe ich bei DHL Paket namenhafte Großk<strong>und</strong>en<br />

aus dem Bereich E-Commerce betreut <strong>und</strong> kenne dadurch die<br />

Anforderungen nach Schnelligkeit, Zuverlässigkeit sowie Flexibilität<br />

<strong>und</strong> Nachhaltigkeit. Es geht um mehr als Waren von A nach B<br />

zu transportieren, es geht darum, das Online-Einkauferlebnis<br />

positiv zu gestalten <strong>und</strong> weiter auszubauen. Im E-Commerce gilt<br />

die Devise „Man gewinnt keinen K<strong>und</strong>en wegen der Logistik, aber<br />

man verliert K<strong>und</strong>en, wenn die Logistik nicht funktioniert“. Ich bin<br />

stolz darauf, diesen spannenden Bereich mit gestalten zu dürfen.<br />

Wie gut ist der Online-Handel durch die vergangenen Monate der<br />

Corona-Krise gekommen?<br />

Sarah Adenau: Das Konsumentenverhalten hat sich in den vergangenen<br />

Jahren stark verändert <strong>und</strong> die Covid-19-Pandemie hat<br />

dies weiterhin beeinflusst. Dies führt zu einem E-Commerce-<br />

Boost – ein rasanter Anstieg, der sich fortsetzen wird.<br />

Während des Lockdowns haben viele Menschen ihre Online-<br />

Einkäufe erhöht, andere haben zum ersten Mal online bestellt<br />

<strong>und</strong> werden aufgr<strong>und</strong> der Erfahrungen auch zukünftig weiterhin<br />

online bestellen. Darüber hinaus haben viele stationäre Händler<br />

erstmals mit dem Online-Handel begonnen <strong>und</strong> werden diesen<br />

Weg beibehalten.<br />

Welche logistischen Herausforderungen hat die Pandemie<br />

hervorgerufen <strong>und</strong> wie konnten die Unternehmen diese<br />

bewältigen?<br />

Sarah Adenau: Die größte Herausforderung war das starke Wachstum<br />

innerhalb kürzester Zeit, was zu einigen Kapazitätsengpässen<br />

geführt hat – unter anderem auch in den Lagern. Nun ist es wichtig,<br />

dass wir uns alle auf die neue Welt des weiterhin stark wachsenden<br />

E-Commerce vorbereiten <strong>und</strong> unseren Beitrag leisten.<br />

SARAH ADENAU<br />

Business Development<br />

Manager E-Commerce<br />

DACH & CEE, Autostore<br />

System GmbH<br />

Mit Blick auf die Peak-Season ist es notwendig, an der Raumeffizienz<br />

in den Lagern zu arbeiten, sich möglichst flexibel <strong>und</strong> nachhaltig<br />

aufzustellen <strong>und</strong> dabei den K<strong>und</strong>en nicht aus den Augen zu<br />

verlieren. Unter diesen Anforderungen gewinnen auch Micro-<br />

Fulfillment-Lösungen, vor allem im urbanen Raum, immer mehr<br />

an Bedeutung.<br />

Auf das skizzierte Szenario geben wir bei Autostore jeweils individuelle<br />

Antworten. Mit unseren Lösungen lassen sich die neuen<br />

Anforderungen in der Supply Chain im Bereich E-Commerce<br />

problemlos bewältigen.<br />

Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur <strong>f+h</strong><br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 23


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

ABSOLUTE PROZESSSICHERHEIT<br />

DURCH WABENLAGER<br />

Der Schutz vor Insekten ist Präzisions- <strong>und</strong><br />

Detailarbeit – dasselbe gilt für die Lager- <strong>und</strong><br />

Warenwirtschaft der Lämmermann Systeme<br />

GmbH & Co. KG, Anbieter hochwertiger<br />

Fliegenschutzgitter <strong>und</strong> Insektenschutzlösungen.<br />

Das Unternehmen aus Schwabach, hatte sich das<br />

Ziel gesetzt, seine Lagerkapazität auszubauen<br />

<strong>und</strong> zugleich die Abläufe im Lager zu<br />

beschleunigen. Als Projektpartner haben die<br />

Franken die Remmert GmbH aus Löhne<br />

ausgewählt. Das Leistungsspektrum des<br />

automatisierten Wabenlagersystems ermöglicht<br />

es, K<strong>und</strong>enaufträge zeitsparend <strong>und</strong> präzise<br />

auszuführen <strong>und</strong> somit die Position im<br />

Wettbewerb zu stärken.<br />

Nach mehr als 17 Jahren im Einsatz stieß das bisherige Lagersystem<br />

bei Lämmermann an seine Grenzen. Neben<br />

langen Zugriffzeiten genügte die Kapazität des Überfahrlagers<br />

nicht mehr den Ansprüchen. Mit dem geplanten<br />

Lager-Neubau in Schwabach sollten die Lagerkapazitäten von ehemals<br />

280 auf rd. 2 000 Tonnen erhöht <strong>und</strong> die technischen Komponenten<br />

gr<strong>und</strong>legend modernisiert werden. Daneben standen<br />

schnellere Zugriffszeiten auf die mehr als <strong>10</strong>0 Aluminium-Profilsorten<br />

<strong>und</strong> eine schnellere Kommissionierung sowie ein direktes Einlagern<br />

in Kassetten auf der Agenda. In der Summe also Vorgaben,<br />

die zu einer Zeitersparnis in den Abläufen beitragen sollten. Um<br />

diese Ziele zu erreichen, stand bereits zu Beginn der Konzeptionsphase<br />

fest, die Lagerstruktur zu ändern.<br />

Schon nach kurzer Anbietersuche, kristallisierte sich Remmert<br />

als Wunschlieferant heraus. „Die Chemie hat von Anfang an gestimmt“,<br />

erinnert sich Alexander Weher, Geschäftsführer der Lämmermann<br />

Systeme GmbH & Co. KG. „Neben der problemlosen<br />

Kommunikation von der Anfrage bis zur Fertigstellung, überzeugte<br />

uns die Kompetenz unserer Ansprechpartner <strong>und</strong> deren umfassendes<br />

Netzwerk von Drittanbietern, aus dem die für die Projektrealisation<br />

richtigen rekrutiert wurden.“<br />

MASSGESCHNEIDERTE UMSETZUNG<br />

DER VORGABEN<br />

„Nach genauer Betrachtung der Anforderungen des zukünftigen<br />

Betreibers zeigte sich, dass die gewünschte Performance nur mit einem<br />

Wabenlager realisierbar ist“, erklärt Frank Baudach, Vertriebs-<br />

24 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

01 Eine Aufnahme aus der Bauphase des Wabenlagers.<br />

Das Lastaufnahmemittel des Regalbediengeräts wird per<br />

Fahrzeugkran eingebracht<br />

02 Das Lastaufnahmemittel des Regalbediengeräts ist so konzipiert,<br />

dass Kassetten parallel in beiden Lagerblöcken ein- <strong>und</strong> ausgelagert<br />

werden können<br />

03 Die Remmert-Logistiksoftware PRO WMS sorgt dafür,<br />

dass immer kurze Wege ohne Leerfahrten zurückgelegt werden<br />

02<br />

01<br />

03<br />

leiter DACH bei Remmert. Die Merkmale eines Wabenlagers würden<br />

Diagonalfahrten mit fahrwegoptimierten Regalbediengeräten<br />

sowie eine schnelle Zusammenstellung der benötigten Waren ermöglichen.<br />

Während die Kommissionierung eines Auftrags im<br />

Überfahrlager nur nacheinander stattgef<strong>und</strong>en habe, gelinge sie<br />

nun gleichzeitig.<br />

Mithilfe von zwei Zieheinheiten kann das Lastaufnahmemittel<br />

des Regalbediengeräts Kassetten-Schnellwechsel durchführen; die<br />

Kassetten verbleiben nach jedem Einlagerungsvorgang jeweils an<br />

den Stationen. Alle weiteren Vorgänge im Lager sind ebenfalls auf<br />

DAS WABENLAGER ERMÖGLICHT<br />

KURZE ZUGRIFFSZEITEN AUF<br />

DIE STELLPLÄTZE<br />

Effizienz ausgelegt. So sorgt die Remmert-Logistiksoftware PRO<br />

WMS dafür, dass das Regalbediengerät immer kurze Wege ohne<br />

Leerfahrten zurücklegt. Auf diese Weise lassen sich mit dem Wabenlager<br />

kurze Zugriffszeiten auf die ca. 1 000 Lagerplätze <strong>und</strong> ein<br />

hoher Durchsatz realisieren – zentrale Erfordernisse bei Projekten<br />

dieser Größenordnung.<br />

Bei der Konzeption des Lager-Baukörpers wurde zum einen auf<br />

Erfahrungswerte zurückgegriffen <strong>und</strong> zum anderen die geplante<br />

Durchsatzmenge entsprechend einkalkuliert, um die verfügbare<br />

Fläche optimal auszunutzen; im vorliegenden Fall in Form einer Silobauweise<br />

mit dach- <strong>und</strong> wandtragendem Gerüst <strong>und</strong> einer Länge<br />

von rd. 50 m, einer Breite von mehr als 20 m <strong>und</strong> einer Höhe von ca.<br />

15 m. Das Lastaufnahmemittel des Regalbediengeräts ist so konzipiert,<br />

dass die Kassetten parallel ein- <strong>und</strong> ausgelagert werden können.<br />

Somit lassen sich die Wartezeiten für den Bediener möglichst<br />

geringhalten.<br />

GERÜSTET FÜR ZUKÜNFTIGES WACHSTUM<br />

Bereits nach r<strong>und</strong> zwei Jahren – von Projektbeginn bis hin zur Inbetriebnahme<br />

– konnte das Projekt abgeschlossen werden. Seit der<br />

Inbetriebnahme schlägt Lämmermann durchschnittlich sechs Tonnen<br />

Aluminium-Profile pro Tag über das Lagersystem um. Weher:<br />

„Wir haben gemeinsam mit Remmert alles erreicht, was wir uns zu<br />

Beginn vorgenommen hatten.“ Der Zukunft sieht der Geschäftsführer<br />

gelassen entgegen. „Die Planungen sehen eine Ausweitung der<br />

Produktpalette vor. Mit dem modularen System von Remmert sind<br />

wir zukunftssicher aufgestellt, da es gemeinsam mit unseren Anforderungen<br />

wächst.“<br />

Fotos: Lämmermann Systeme<br />

www.remmert.de<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 25


PERSPEKTIVEN<br />

HOHE SICHERHEIT DURCH<br />

SPEZIELLE AUSLEGUNG<br />

Kransysteme müssen hohe<br />

Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dies gilt<br />

umso mehr, wenn in unmittelbarer Nähe<br />

mögliche Gefahrstoffe Explosionen auslösen<br />

können. Worauf sollte man daher bei diesem<br />

wichtigen Thema achten <strong>und</strong> was bedeutet dies<br />

letztendlich für die Auslegung entsprechender<br />

Systeme <strong>und</strong> Komponenten?<br />

Eine Explosion ist eine plötzliche chemische Reaktion eines<br />

brennbaren Stoffes (Gase, Nebel, Dämpfe oder Stäube) mit<br />

Sauerstoff unter Freisetzung hoher Energie. Explosionen können<br />

entstehen, wenn drei Faktoren zusammenkommen: ein<br />

brennbarer Stoff (in entsprechender Verteilung <strong>und</strong> Konzentration),<br />

Sauerstoff (in der Luft) <strong>und</strong> eine Zündquelle (z. B. elektrischer Funke).<br />

Explosible Gefahrstoffe sind Erdöl-/Erdgas-basierte Stoffe wie Öl,<br />

Gas, Pulver, Lösungsmittel oder Lacke, sowie Agrarprodukte wie<br />

Fasern, Zellulose, Holz, Mehl, Stärke oder Zucker, <strong>und</strong> diverse Abfälle.<br />

Neben Gase, Nebel <strong>und</strong> Dämpfe sind vor allem Stäube die Ursache<br />

von Explosionen. R<strong>und</strong> ein Drittel aller Staubexplosionen finden<br />

in der Holzbe- <strong>und</strong> -verarbeitung statt. Zirka ein Viertel aller<br />

Staubexplosionen verzeichnet der Agrarbereich. Aber auch Metalle,<br />

Plastik, Torf <strong>und</strong> Kohle können explosibel reagieren.<br />

KONSTRUKTIVER EXPLOSIONSSCHUTZ<br />

Im Allgemeinen wird zwischen primärem, sek<strong>und</strong>ärem <strong>und</strong> tertiärem<br />

Explosionsschutz unterschieden. Der primäre Explosionsschutz<br />

soll explosible Atmosphären verhindern, der sek<strong>und</strong>äre<br />

Explosionsschutz wiederum potenzielle Zündquellen vermeiden.<br />

Lässt sich durch beides nicht die Gefahr einer Explosion in ausreichendem<br />

Maße reduzieren, sind Maßnahmen in Form eines tertiären<br />

oder konstruktiven Explosionsschutzes erforderlich. Hierzu<br />

gehören u. a. eine explosionsfeste Bauweise, Explosionsdruckentlastung<br />

sowie Explosionsunterdrückung <strong>und</strong> Verhinderung von<br />

Explosionsübertragung.<br />

VON DER ZONENEINTEILUNG BIS ZUR<br />

ZÜNDSCHUTZART<br />

Für ein besseres Verständnis der Thematik muss zunächst auf die<br />

Zoneneinteilung sowie den gesetzlichen Rahmen zum Explosionsschutz<br />

eingegangen werden.<br />

Gefährdete Bereiche werden bei Gasen, Nebel <strong>und</strong> Dämpfen<br />

nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer explosionsfähigen<br />

Atmosphäre in die Zonen 0, 1 <strong>und</strong> 2 eingeteilt. Diese Einteilung<br />

basiert auf dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen<br />

Union (AEU), der u. a. die Artikel 114 <strong>und</strong> 153 enthält. Aus diesen<br />

Artikeln sind die ATEX-Binnenmarkt-Produktrichtlinie 2014/34/EU<br />

„Gr<strong>und</strong>legende Ges<strong>und</strong>heits- <strong>und</strong> Sicherheitsanforderung von Geräten“<br />

(ATEX 114) <strong>und</strong> die ATEX-Sozialmindeststandard-Richtlinie<br />

1999/92/EG „Anforderungen an den Betrieb von Anlagen im Ex-<br />

Bereich“ (ATEX 153) hervorgegangen. Beide Richtlinien wurden in<br />

nationales Recht übernommen.<br />

26 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PERSPEKTIVEN<br />

<br />

01<br />

Zoneneinteilung für den Ex-Schutz<br />

Zone 2<br />

Zone 1<br />

Zone 0<br />

Zone 0<br />

Zone 0: ständige, langzeitige explosible Atmosphäre<br />

Zone 1: gelegentlich auftretende explosible Atmosphäre (einmal monatlich, drei Mal täglich oder insgesamt mehr als 0,5 St<strong>und</strong>en)<br />

Zone 2: seltene oder kurzzeitige explosible Atmosphäre (bis zu einmal im Jahr bzw. einmal im Monat oder maximal bis zu 0,5 St<strong>und</strong>en)<br />

02<br />

Vergleich Division-Konzept nach UL NEC/CEC mit<br />

ATEX- <strong>und</strong> IECEx-bekannten Zonen<br />

Division 1 NEC 500<br />

Division 2 NEC 500<br />

03 Motor in Zündschutzart „de“ für die<br />

Zonen 1 oder 21, u. a. mit Temperaturüberwachung<br />

an Bremse <strong>und</strong> Wicklung. Der<br />

druckfeste Motorraum (Zündschutzart d) ist<br />

mit einem Anschlussraum mit erhöhter<br />

Sicherheit (Zündschutzart e) kombiniert<br />

Class I NEC 505 Zone 0 Zone 1 Zone 2<br />

Class II NEC 506<br />

Zone 20 Zone 21 Zone 22<br />

Die ATEX-Binnenmarkt-Produktrichtlinie 2014/34/EU unterteilt<br />

Produkte in die Gruppe I (schlagwettergefährdete Grubenbaue)<br />

<strong>und</strong> Gruppe II (andere explosionsgefährdete Gas- <strong>und</strong> Staub-Bereiche).<br />

Da in beiden Gruppen explosible Atmosphären auftreten können,<br />

dürfen nur explosionsgeschützte Betriebsgeräte eingesetzt<br />

werden, die nach den Baubestimmungen der Normenreihen IEC/<br />

EN 60079 <strong>und</strong> ISO 80079-36/EN ISO 80079-36 in verschiedenen<br />

Zündschutzarten ausgeführt sind.<br />

ATEX, IECEX UND NEC 500 IM VERGLEICH<br />

Auf globaler Ebene (außer Nordamerika), wird der Ex-Schutz durch<br />

die internationalen elektrischen Normen IECEx geregelt. Ziel der<br />

IECEx ist die Harmonisierung der entsprechenden internationalen<br />

Vorschriften, um weltweit Bewertungs- <strong>und</strong> Prüfungsberichte<br />

wechselseitig anerkennen zu können.<br />

ATEX <strong>und</strong> IECEx ähneln sich gr<strong>und</strong>legend, da auch die IECEx<br />

explosible Umgebungen in Zonen einteilt (Gas: Zonen 0, 1 <strong>und</strong> 2,<br />

Staub: Zonen 20, 21 <strong>und</strong> 22).<br />

In der Tabelle auf S. 32 sind exemplarisch die Produktkennzeichnungen<br />

gemäß IECEx analog zur ATEX-Zoneneinteilung aufgeführt.<br />

Die rot hervorgehobenen Tabelleninhalte zeigen, für welche<br />

Bereiche Hebezeuge <strong>und</strong> Komponenten von Stahl Cranesystems<br />

verfügbar sind.<br />

03<br />

Die für den nordamerikanischen Markt gültige NEC 500 weicht<br />

indes hiervon ab. Sie verwendet anstelle von Zonen den Begriff<br />

„Division“, wobei die Materialzuweisung in Klassen stattfindet.<br />

In der Hebe-, Fahr- <strong>und</strong> Steuertechnik können elektrische <strong>und</strong><br />

nicht elektrische Komponenten Explosionen auslösen. Ein führender<br />

Hersteller auf dem Gebiet des Ex-Schutzes für Brückenkrane ist<br />

die Stahl Cranesystems GmbH, die sich seit Jahrzehnten mit dem<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 27


PERSPEKTIVEN<br />

Quelle: Stahl Cranesystems<br />

Zonenkonzept nach ATEX IECEx für Ausführungen außerhalb Europa<br />

Gerätekategorie 1<br />

ATEX-RL 2014/34/EU<br />

IECEx<br />

Gerätekategorie 2<br />

ATEX-RL 2014/34/EU<br />

IECEx<br />

Gerätekategorie 3<br />

ATEX-RL 2014/34/EU<br />

IECEx<br />

Gas Zone 0 Zone 1 Zone 2<br />

Staub Zone 20 Zone 21 Zone 22<br />

Gerätekategorie<br />

ATEX-RL 2014/34/EU<br />

IECEx<br />

Zone<br />

2 1<br />

21<br />

3 2<br />

22<br />

Kennzeichnung<br />

ATEX/IECEx<br />

II 2G / Gb<br />

II 2D / Db<br />

II 3G / Gc<br />

II 3C / Dc<br />

Rot hervorgehoben: Bereiche, für die Hebezeuge <strong>und</strong> Komponenten von Stahl Cranesystems verfügbar sind<br />

Explosionsschutz beschäftigt. Mit eigener Gr<strong>und</strong>lagenforschung<br />

<strong>und</strong> Entwicklung, mit Zulassungen bei der Physikalisch Technischen<br />

B<strong>und</strong>esanstalt (PTB) sowie weiteren nationalen <strong>und</strong> internationalen<br />

Prüfstellen <strong>und</strong> weltweiten Zertifizierungen hat das Unternehmen<br />

auf diesem Fachgebiet eine tiefgreifende Expertise vorzuweisen.<br />

Alle Hebezeuge sowie Komponenten kommen aus der<br />

eigenen Produktion, die sich durch eine hohe Fertigungstiefe <strong>und</strong><br />

das integrierte Qualitätsmanagement auszeichnet. Die am Standort<br />

in Künzelsau hergestellten Produkte sind gemäß ATEX <strong>und</strong> IECEx<br />

zertifiziert bzw. werden für den nordamerikanischen Markt NEC-/<br />

CEC-konform realisiert. Nachfolgend einige Beispiele.<br />

SEIL- UND KETTENZÜGE<br />

Aufgr<strong>und</strong> des modular aufgebauten Seilzugprogramms von Stahl<br />

Cranesystems für den Ex-Bereich lassen sich auf Basis von Serienkomponenten<br />

Standard- <strong>und</strong> maßgeschneiderte Ausführungen<br />

realisieren. Die Seilzüge für den Einsatz in den Zonen 1 oder 21 (Alternativ:<br />

Zonen 2 oder 22) sind für Traglastbereiche von 1 000 bis<br />

160 000 kg verfügbar. Kettenzüge für den Ex-Schutz (Zone 1 oder 21<br />

sowie Zone 22) mit patentierter Aufhängung direkt an der Kettenführung<br />

decken hingegen Traglasten von 125 bis 6 300 kg ab.<br />

04<br />

04 Ex-Schutz durch Baugruppentrennung: Die Schaltgeräte befinden<br />

sich in einem druckfesten Raum „d“, die Anschlussklemmen in einem<br />

separaten Anschlussraum. Verb<strong>und</strong>en werden die Anschlussräume<br />

mithilfe von druckfesten Leitungsdurchführungen<br />

05 Beispiele für die Auslegung mechanischer Komponenten:<br />

Laufrollen aus Messing (l.) <strong>und</strong> ein bronzierter Kranhaken (r.)<br />

MOTOREN UND GERÄTEKÄSTEN<br />

Motoren für Zone 1 <strong>und</strong> Zone 21 bestehen aus Grauguss <strong>und</strong> kombinieren<br />

die Zündschutzarten Druckfeste Kapselung „d“ <strong>und</strong> Erhöhte<br />

Sicherheit „e“ sowie zusätzlich Schutz durch Gehäuse „tD“. Motoren<br />

für Zone 2 in Schutzart „nA“ (nicht funkende Betriebsmittel) sind aus<br />

Aluminium <strong>und</strong> zusätzlich für Zone 22 in IP66 sowie „tD“ ausgeführt.<br />

Die Konstruktion der Ex-Gerätekästen basiert auf einer Trennung<br />

der Baugruppen. Während sich die Schaltgeräte in einem druckfesten<br />

Raum „d“ befinden, sind die Anschlussklemmen in einem separaten<br />

Anschlussraum installiert. Verb<strong>und</strong>en werden die Anschlussräume<br />

mithilfe von druckfesten Leitungsdurchführungen. Neben<br />

dem Ex-Schutz zählt die Einsparung von ansonsten aufwändig zu<br />

installierenden Direkteinführungen zu den weiteren Merkmalen<br />

dieser Lösung.<br />

Stahlblech- oder Aluminiumgehäuse für Zone 1 <strong>und</strong> 2 sind als<br />

Einzelgehäuse oder als Gehäusekombinationen einsetzbar. Das<br />

Baukastenprinzip ermöglicht den Einbau aller benötigten Komponenten<br />

wie Trafos, Schütze, Sicherungen, Messinstrumente <strong>und</strong><br />

Auslösegeräte, wodurch sich die Montagezeit verkürzt <strong>und</strong> die<br />

Anschlussklemmen einfacher zugänglich sind. Da der druckfeste<br />

Geräteraum „d“ überdies nur alle drei Jahre für Wartungsarbeiten<br />

geöffnet werden muss, lassen sich Servicezeiten reduzieren.<br />

AUSLEGUNG MECHANISCHER KOMPONENTEN<br />

Statische Elektrizität <strong>und</strong> Reibung sind in ca. 18 Prozent aller Fälle<br />

Zündquellen für Explosionen. Daher müssen auch mechanische<br />

Komponenten, z. B. Laufrollen, Bremsscheiben <strong>und</strong> Haken flaschen,<br />

je nach Einsatzbereich über einen Ex-Schutz verfügen. Ein Beispiel<br />

hierfür sind Laufrollen aus Messing oder bronzierte Lasthaken.<br />

Die Gefahr von statischer Elektrizität betrifft darüber hinaus jede<br />

Oberfläche (Kunststoffe, Lackierungen, Aufkleber, Hinweis- <strong>und</strong><br />

Warnschilder etc.). So kann z. B. eine Aufladung durch Reibung bei<br />

der Reinigung mit einem Tuch entstehen, oder durch Teilchen in<br />

28 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


SYSTEMORIENTIERT<br />

DENKEN<br />

VERNETZT<br />

HANDELN<br />

2884<br />

05<br />

TITELSTORY<br />

26 I 8-TONNEN-LITHUM<br />

IONEN-STAPLER:<br />

Viel auf dem Kasten<br />

bewegter Luft, wie etwa Stäube <strong>und</strong> Flüssigkeitströpfchen. Daher<br />

verwendet Stahl Cranesystems nur geprüfte Lackierungen <strong>und</strong><br />

Schilder.<br />

Fotos: Stahl Cranesystems<br />

www.stahlcranes.com<br />

Quelle: Stahl Cranesystems<br />

Materials<br />

Class I<br />

Gases<br />

Vapors<br />

Class II<br />

Dusts<br />

Class III<br />

Fibers<br />

Flyings<br />

Division-Konzept nach NEC 500<br />

Zone according to NEC 500 für gases/<br />

vapors, dusts and fiber/flyings<br />

Division 1<br />

Areas in which hazardous concentrations of<br />

flammable gases/vapors are present continuously<br />

or over long periods <strong>und</strong>er normal<br />

operating condititions.<br />

Division 2<br />

Areas in which hazardous concentrations of<br />

flammable gases/vapors are not expected <strong>und</strong>er<br />

normal operating conditions.<br />

Division 1<br />

Areas in which hazardous concentrations of<br />

flammable dusts are present continuously or<br />

occasionally <strong>und</strong>er normal operating<br />

condititions.<br />

Division 2<br />

Areas in which hazardous concentrations of<br />

flammable dusts are not expected <strong>und</strong>er<br />

normal operating condititions.<br />

Division 1<br />

Areas in which hazardous concentrations of<br />

flammable fibers and flyings are present<br />

continuously or occasionally <strong>und</strong>er normal<br />

operating condititions.<br />

Division 2<br />

Areas in which hazardous concentrations of<br />

flammable fibers/flyings are not expected<br />

<strong>und</strong>er normal operating condititions.<br />

Jahresabo Inland nur 140 €<br />

(inkl. MwSt. <strong>und</strong> Versandkosten)<br />

➡ <strong>10</strong> Ausgaben im Jahr<br />

foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de<br />

FUH_Muster_Titel_Post_Label_2019_09.indd 3 14.11.2019 14:03:25<br />

➡ Begrüßungsgeschenk Bluetooth-<br />

Lautsprecher MSS-560.bt3<br />

inkl. Zubehör; kompatibel mit Bluetooth-<br />

Smartphones, Tablets <strong>und</strong> PCs<br />

Sichern Sie sich den lückenlosen<br />

Bezug wertvoller Informationen!<br />

6 Telefax: 06131/992-<strong>10</strong>0<br />

@ E-Mail: vertrieb@vfmz.de<br />

Internet: vereinigte-fachverlage.de<br />

& Telefon: 06131/992-147<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 29<br />

FUH_Aboanzeige_90x265_2019_11.indd 1 19.11.2019 15:07


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

AKTIVE BRANDVERMEIDUNG SICHERT<br />

EISKREATIONEN IM TIEFKÜHLLAGER<br />

Im Tiefkühllager des Speiseeisherstellers Eisbär<br />

Eis in Ribnitz-Damgarten herrschen dauerhaft<br />

-24 °C. Hier werden täglich bis zu drei Millionen<br />

Eisportionen durchgefroren, bevor sie auf<br />

Paletten verladen <strong>und</strong> an Handelsketten <strong>und</strong><br />

Lieferdienste in ganz Europa versendet werden.<br />

Mithilfe aktiver Brandvermeidung durch<br />

Sauerstoffreduktion wird ein verlässlicher<br />

Brandschutz im Tiefkühllager sichergestellt.<br />

Als im Jahr 1992 die Eisbär Eis Produktions GmbH in Ribnitz-Damgarten<br />

gegründet wurde, startete das Unternehmen<br />

mit 30 Mitarbeitern <strong>und</strong> einer R<strong>und</strong>gefrieranlage.<br />

Heute produziert das mittelständische Unternehmen jedes<br />

Jahr etwa 18 000 Tonnen Speiseeis. Mehr als 200 verschiedene<br />

Kaltprodukte werden von 250 Mitarbeitern an der vorpommerschen<br />

Boddenküste für die internationale Handelslandschaft produziert.<br />

Eis am Stiel, Eis mit Waffel, Eis in Dosen – Eisbär Eis bietet<br />

das volle Sortiment.<br />

Das Familienunternehmen gilt heute als einer der größten Speiseeisproduzenten<br />

Deutschlands <strong>und</strong> exportiert einzelne Sonderprodukte<br />

bis nach Australien <strong>und</strong> in die USA. Um der steigenden<br />

Nachfrage nach Speiseeis gerecht zu werden <strong>und</strong> sich weiterhin im<br />

Markt an der Spitze zu positionieren, hat das Unternehmen in ein<br />

automatisiertes Tiefkühllager investiert.<br />

KAPAZITÄTEN ERWEITERT<br />

<strong>10</strong>0 m lang, 25 m breit <strong>und</strong> 30 m hoch ist der im Jahr 2019 fertiggestellte,<br />

automatisierte Tiefkühlkomplex. Mit einem Raumvolumen<br />

von 75 000 m³ verfügt das Hochregallager über drei Gassen mit dop-<br />

30 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

01<br />

pelttiefer Palettenlagerung. „Die Erweiterung des Tiefkühlbereichs<br />

verschafft uns eine zusätzliche Lagerkapazität von 12 000 Palettenstellplätzen“,<br />

so Thomas Fürtig, Betriebsleiter von Eisbär Eis.<br />

Die Ein- <strong>und</strong> Auslagerung sowie die Kommissionierung der Waren<br />

geschieht automatisch über ein Lagerverwaltungssystem. Eine<br />

Brandschutzlösung von Wagner schützt diese Prozesse vor brandbedingten<br />

Störungen: Aufgr<strong>und</strong> der langjährigen, guten Erfahrungen<br />

mit Wagner entschied sich der Eishersteller gezielt dafür, auch<br />

im Neubau eine Sauerstoffreduzierungsanlage zur aktiven Brandvermeidung<br />

einzusetzen. Im Zuge der Neuinvestition wurde auch<br />

die in den drei Bestandslagern laufende Sauerstoffreduzierungsanlage<br />

an den aktuellen Stand der Technik angepasst.<br />

01 Der Oxyreduct-Generator gewinnt den Stickstoff für die<br />

Sauerstoffreduktion direkt aus der Umgebungsluft vor Ort<br />

02 In der Bereichsventilstation wird der erzeugte Stickstoff an<br />

die verschiedenen Schutzbereiche verteilt<br />

02<br />

Unser einziger Trend: Ihre langfristige Optimierung.<br />

Multichannel-Lösungen <strong>und</strong> höchst flexible Systeme – so<br />

erfüllt Ihre Lageranlage alle saison- <strong>und</strong> aktionsbedingten<br />

Anforderungen. Zu wissen, welcher Trend gut ankommt, ist<br />

das Eine. Eine durchstrukturierte Lagerung <strong>und</strong> Verteilung<br />

von Bekleidung zu erreichen das Andere. Dabei unterstützen<br />

wir Sie mit Intralogistik-Lösungen, die bereits bei namhaften<br />

Bekleidungsherstellern große Erfolge verzeichnen.<br />

Steht Ihnen gut, unser System.<br />

www.dematic.com


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

03<br />

Umgebungstemperaturen bis zu -40°C sind für den<br />

Ansaugrauchmelder Titanus kein Problem<br />

LIEFERFÄHIGKEIT NICHT AUF EIS GELEGT<br />

Neben dem Personenschutz war mit Blick auf die Brandschutzlösung<br />

sicherzustellen, dass Betriebsabläufe <strong>und</strong> logistische Prozesse<br />

nicht unterbrochen <strong>und</strong> somit Schäden <strong>und</strong> Verluste im Ernstfall<br />

minimiert werden. Fürtig: „Eine Betriebsunterbrechung ist ein absolutes<br />

No-Go. Es geht für uns um die Sicherheit des Lagers <strong>und</strong> um<br />

den Schutz der Neuinvestition. Denn unsere Verfügbarkeit hat<br />

höchste Priorität.“<br />

Der Einsatz eines konventionellen, wasserbasierten Löschsystems<br />

in dem Tiefkühlhochregallager kam nicht in Frage. Da derartige<br />

reaktive Brandschutzlösungen ein größeres Schadensszenario<br />

<strong>und</strong> eine Kontamination der eingelagerten Lebensmittel im Brandfall<br />

nicht verhindern respektive selbst verursachen können, entschied<br />

man sich für die aktive Brandvermeidung mit dem System<br />

Oxyreduct.<br />

ALLES UNTER KONTROLLE<br />

Zwei Oxyreduct-Brandschutzsysteme vom Typ V-Line schützen<br />

den Tiefkühlkomplex. Mithilfe kontrollierter Stickstoffzufuhr wird<br />

der Sauerstoffgehalt im Tiefkühlbereich auf ein definiertes Schutzniveau<br />

abgesenkt. Einem möglichen Brand lässt sich so bereits in<br />

der Entstehungsphase der notwendige Sauerstoff entziehen. Ein<br />

Feuer kann sich nicht mehr entwickeln oder ausbreiten. Bei der aktiven<br />

Brandvermeidung kommt im Fall einer Brandentstehung im<br />

Lagerbereich kein Wasser zum Einsatz. Der Platzbedarf für die<br />

Sprinkleranlage innerhalb des Lagers entfällt, weitere Kapazitäten<br />

für die Einlagerung von Ware werden freigesetzt.<br />

Zusätzlich ist der Tiefkühlbereich mit Ansaugrauchmeldern vom<br />

Typ Titanus zur Brandfrüherkennung ausgestattet, die über den<br />

Gassen im Tiefkühllager installiert sind. Die Systeme erkennen<br />

kleinste Rauchpartikel frühestmöglich <strong>und</strong> unterscheiden zwischen<br />

Brand- <strong>und</strong> Täuschungsszenarien. So lassen sich umgehend<br />

effektive Gegenmaßnahmen gezielt einleiten, eine Verrauchung<br />

des Lagerbereichs <strong>und</strong> eine Kontamination der Waren bleibt aus.<br />

Mit der Kombination aus Branddetektion <strong>und</strong> aktiver Brandvermeidung<br />

erhält Eisbär Eis eine ganzheitliche Brandschutzlösung.<br />

Darüber hinaus sind die Systeme Oxyreduct <strong>und</strong> Titanus skalierbar.<br />

Bei der Erweiterung des Lagers lässt sich auch die Brandschutzlösung<br />

von Wagner problemlos anpassen.<br />

Fotos: Wagner<br />

www.wagnergroup.com<br />

THOMAS FÜRTIG,<br />

BETRIEBSLEITER VON<br />

EISBÄR EIS<br />

Die aktive Brandvermeidung<br />

sichert unsere Warenverfügbarkeit<br />

32 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

<br />

MOBILE BAUMASCHINEN SICHER<br />

TRANSPORTIEREN<br />

Transporte von mobilen Baumaschinen sind eine anspruchsvolle<br />

Aufgabe. Da diese aufgr<strong>und</strong> großer Entfernungen i. d. R. nicht<br />

selbst zur Baustelle gefahren werden können, müssen sie mit<br />

Lkw, Tiefladern oder Zugmaschinen befördert werden. Um den<br />

sicheren Transport zu erleichtern, hat Markus Tischendorf einen<br />

Praxis-Ratgeber verfasst. Der Leser findet in der Broschüre im<br />

DIN-A6-Format, die im Resch-Verlag erschienen ist, Informationen<br />

über Gefährdungen beim Transport, wie Defizite bei der Lastverteilung<br />

<strong>und</strong> der Ladungssicherung.<br />

Außerdem wird gezeigt, was<br />

zur Abwendung dieser Gefahren<br />

getan werden kann.<br />

Zur Vermeidung unangenehmer<br />

Rechtsfolgen, sind die Beschäftigten<br />

regelmäßig zu unterweisen.<br />

Die 20 Sicherheitstipps helfen<br />

dem Vorgesetzten dabei, dies auf<br />

eine fachgerechte Weise zu tun.<br />

Die kleinformatige Broschüre ist<br />

zudem ein idealer Begleiter für die<br />

tägliche Arbeit des Fahr- <strong>und</strong><br />

Ladepersonals – er passt in jede<br />

Hemdtasche.<br />

www.resch-verlag.com<br />

MONTAGE-ASSISTENZ-SYSTEM SCHLÄGT BOGEN<br />

ZU SELBSTLERNENDER QUALITÄTSSICHERUNG<br />

Kamerasysteme <strong>und</strong> virtuelle Anleitungen begleiten beim<br />

Montage-Assistenz-System aus dem Hause Fischer Sondermaschinenbau<br />

den Montageprozess. Die Montagearbeitsplätze<br />

mit integriertem Montage-Assistenz-System lassen sich in jeder<br />

Montagetätigkeit einsetzen. Per Visualisierung leitet das System<br />

die Anwender an. Das Bauteil wird in jedem Montageschritt z. B.<br />

per Kamera oder Sensoren überprüft. Eine umfangreiche Endprüfungsanlage<br />

kann entfallen. Mit dem Montage-Assistenz-System<br />

schlägt das Unternehmen den Bogen zu einer intelligenten,<br />

selbstlernenden Qualitätssicherung im Prozess.<br />

www.fischer.group<br />

TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT<br />

Dr.-Ing. Chr. Beumer, Beckum;<br />

Prof. Dr.-Ing. J. Fottner, München;<br />

Prof. Dr.-Ing. K. Furmans, Karlsruhe;<br />

Prof. Dr. M. ten Hompel, Dortm<strong>und</strong>;<br />

Prof. Dr.-Ing. R. Jansen, Dortm<strong>und</strong>;<br />

Prof. Dr. K.-O. Schocke, Frankfurt;<br />

Prof. Dr.-Ing. habil. L. Schulze, Hannover;<br />

Prof. Dr.-Ing. R. Schulz, Stuttgart<br />

INTRA<br />

LOGISTIK<br />

LAGERSYSTEME<br />

SOFTWARE<br />

FLURFÖRDERZEUGE<br />

Stöcklin Logistik GmbH<br />

DE-57250 Netphen<br />

+49 2713 17 93 0<br />

info-de@stoecklin.com<br />

www.stoecklin.com<br />

Stöcklin Logistik AG<br />

CH-4242 Laufen<br />

+41 61 705 81 11<br />

info@stoecklin.com<br />

www.stoecklin.com<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 33


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

CLOUDBASIERTE APP UNTERSTÜTZT<br />

DIGITALE FERNÜBERWACHUNG VON<br />

SPRINKLERZENTRALEN<br />

Durch maschinelles Lernen sind IT-Systeme<br />

heutzutage in der Lage, auf Basis vorhandener<br />

Datenbestände Regeln <strong>und</strong><br />

Gesetzmäßigkeiten zu erkennen <strong>und</strong> diese<br />

auf neue Daten anzuwenden. Dies<br />

ermöglicht eine vorausschauende<br />

Instandhaltung, durch die sich Mängel<br />

<strong>und</strong> Ausfälle auf ein Minimum reduzieren<br />

lassen – auch beim Thema Brandschutz. So<br />

ist eine cloudbasierte App in der Lage,<br />

Sprinklerzentralen digital aus der Ferne zu<br />

überwachen. Lesen Sie mehr.<br />

Wer Daten sammeln <strong>und</strong> auswerten will, muss zunächst<br />

eine technische Gr<strong>und</strong>voraussetzung schaffen.<br />

Aus diesem Gr<strong>und</strong> entwickelte ein Team der Calanbau<br />

Brandschutzanlagen GmbH die cloudbasierte<br />

Sprinkler-App namens Calan On Track, die zeigt, wie sich in Sachen<br />

Brandschutz die Mehrwerte der Digitalisierung nutzen lassen. Die<br />

App ist eine IoT-Applikation für Sprinkleranlagen <strong>und</strong> ermöglicht<br />

die digitale Fernüberwachung der Sprinklerzentrale.<br />

Die Überwachung der Sprinklerzentrale geschieht IoT-basiert.<br />

Im Internet of Things werden Gegenstände des Alltags oder Maschinen<br />

– in diesem Fall die Komponenten der Sprinklerzentrale –<br />

mit Prozessoren <strong>und</strong> Sensoren ausgestattet <strong>und</strong> sind damit untereinander<br />

<strong>und</strong> nach außen hin mit dem Internet vernetzt. Da vernetzte<br />

Systeme immer anfälliger für Cyberangriffe werden <strong>und</strong> dadurch<br />

immense Schäden für die Betreiber von Sicherheitsanlagen entstehen<br />

können, sorgen umfangreiche Sicherungsmaßnahmen dafür,<br />

dass Unbefugten kein Zugriff gewährt wird. Eine Fernmanipulation<br />

ist somit ausgeschlossen. Die Implementierung von Calan On<br />

Track bedarf keiner Umbaumaßnahmen – die Voraussetzung: es<br />

muss ein LTE-Router installiert werden.<br />

DOKUMENTATION LEICHT GEMACHT<br />

STEFAN FALK, VORSITZENDER<br />

DER GESCHÄFTSFÜHRUNG DER<br />

VINCI ENERGIES DEUTSCHLAND<br />

BUILDING SOLUTIONS GMBH<br />

Unsere neue App ermöglicht dem<br />

Anwender das Monitoring seiner<br />

Löschanlage auf seinem Tablet<br />

Gemäß den Vorgaben der VdS Schadenverhütung GmbH sind die<br />

Betreiber stationärer Löschanlagen dazu verpflichtet, ihre Anlagen<br />

regelmäßig zu kontrollieren. Die Kontrollen muss der Betreiber manuell<br />

in einem Betriebsbuch dokumentieren, das auf dem Betriebsgelände<br />

aufzubewahren ist. Das Programm ersetzt dieses Betriebsbuch<br />

<strong>und</strong> stellt alle Informationen digital zur Verfügung. „Mithilfe<br />

der App lassen sich alle zu erledigenden Kontrollen <strong>und</strong> Wartungen<br />

digital <strong>und</strong> lückenlos durchführen. Die bisherige manuelle <strong>und</strong> aufwendige<br />

Dokumentation der Betreiberpflichten entfällt“, so Stefan<br />

Falk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vinci Energies<br />

Deutschland Building Solutions GmbH.<br />

Checklisten zeigen Schritt für Schritt, was während der jeweiligen<br />

Wartung zu tun ist <strong>und</strong> welche Anlagenteile überprüft werden müssen.<br />

Sobald ein Schritt der Checkliste bearbeitet wurde, erkennt das<br />

die App automatisch <strong>und</strong> speichert die Ergebnisse. Im Rahmen der<br />

Kontrolle festgestellte Mängel, eingeleitete Maßnahmen <strong>und</strong> Ereignisse<br />

lassen sich einfach erfassen <strong>und</strong> werden übersichtlich mit genauer<br />

zeitlicher Angabe abgebildet. Auf Basis der Wartungsergebnisse<br />

erstellt Calan On Track anschließend PDF-Protokolle, sodass<br />

alle Vorgänge nachweislich <strong>und</strong> vollständig dokumentiert sind.<br />

EFFIZIENTE UNTERSTÜTZUNG<br />

Mithilfe der Applikation lässt sich die Sprinklerzentrale auch aus<br />

der Ferne überwachen, da der Betreiber jederzeit <strong>und</strong> von überall<br />

mit der App auf alle Störungen <strong>und</strong> den Ereignisspeicher zugreifen<br />

34 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


WEEKLY<br />

MIT DEM<br />

KOSTENLOSEN<br />

E-MAIL-SERVICE<br />

der <strong>f+h</strong> verpassen Sie<br />

keine aktuelle Entwicklung<br />

in der Logistik!<br />

TOP-INFORMATIONEN<br />

für den generalistischen<br />

Überblick <strong>und</strong> den tiefen<br />

Einblick in die Systeme<br />

der Logistik <strong>und</strong><br />

deren Vernetzung.<br />

Melden Sie sich jetzt an<br />

<strong>und</strong> erhalten Sie den<br />

Impulsgeber für Ihre sichere<br />

Entscheidung im täglichen<br />

Logistik-Business!<br />

Die Dokumentation<br />

der Betreiberpflichten<br />

wird durch die neue<br />

App erleichtert, da alle<br />

Ergebnisse digital<br />

erfasst werden können<br />

kann. Bestehende Mängel können schnell analysiert <strong>und</strong> auf ihre Dringlichkeit geprüft werden. Damit<br />

lassen sich z. B. nicht zwingend notwendige Fahrten zur Sprinklerzentrale vermeiden.<br />

Im Gegensatz zur bereits vorhandenen Störmeldezentrale in der Sprinklerzentrale zeigt Calan On<br />

Track immer alle Ereignisse an. Während bei der Störmeldezentrale eine Störung nicht mehr angezeigt<br />

wird, sobald sie beseitigt wurde, ist sie in der Software weiterhin hinterlegt. Die App kann erkennen,<br />

ob Störungen wiederholt auftreten. Entsprechende Maßnahmen können somit frühzeitig eingeleitet<br />

werden, sodass sich mögliche Schäden verhindern lassen.<br />

Die Sprinkler-App zeigt, welche Potenziale die Digitalisierung für den Brandschutz bereithält: Nur<br />

mit intelligent verknüpften Daten lassen sich Risiken frühzeitig erkennen, kommunizieren <strong>und</strong> mögliche<br />

Schäden minimieren. Um alle Chancen der digitalen Möglichkeiten auszuschöpfen <strong>und</strong> seinen<br />

K<strong>und</strong>en zeitgerechte Lösungen zu offerieren, setzt Vinci, Mutterkonzern der Fire Protection Solutions<br />

Gruppe, zu der das Unternehmen Calanbau Brandschutzanlagen zählt, bereits seit mehr als zehn<br />

Jahren auf das Thema Digitalisierung. In den nächsten Jahren wird sich der Fokus auf die stärkere<br />

mobile Nutzung sowie Virtual <strong>und</strong> Mixed Reality verschieben.<br />

Fotos: Calanbau<br />

www.fire-protection-solutions.com<br />

Jetzt<br />

kostenlos<br />

anmelden!<br />

SYSTEMORIENTIERT<br />

DENKEN<br />

VERNETZT<br />

HANDELN<br />

http://bit.ly/VFV_Newsletter


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

CONNEXIS-SAFETY-SICHERHEITS-<br />

SCHUHE HALTEN DEN TRÄGER FIT<br />

Um die Ges<strong>und</strong>heit <strong>und</strong> Leistungsfähigkeit der<br />

Mitarbeiter zu erhalten, ist eine entsprechende<br />

Ausrüstung erforderlich. Dies gilt auch für das<br />

Schuhwerk. Ein neu entwickelter<br />

Sicherheitsschuh hält das Personal in Produktion<br />

<strong>und</strong> Lager über den ganzen Arbeitstag fit.<br />

Das Personal in Produktion <strong>und</strong> Lager muss seinen Arbeitstag<br />

im wahrsten Sinne des Wortes durchstehen. Dies verlangt<br />

Füßen <strong>und</strong> Rücken Höchstleistungen ab. Die Folgen<br />

können Rückenschmerzen sein – die Volkskrankheit Nummer<br />

1. Doch was sind die Ursachen? Nicht immer sind die Bandscheiben<br />

schuld. Neue Erkenntnisse zeigen, dass auch die Faszien<br />

eine Rolle spielen.<br />

Die Faszien sind ein faseriges Netz aus Bindegewebe, das Muskeln,<br />

Organe <strong>und</strong> Knochen umhüllt <strong>und</strong> dem Körper seine Form<br />

gibt. „Sie können es sich vorstellen, wie die Pelle einer Wurst:<br />

Ohne die Faszien würden unsere Muskeln kaum Spannung haben.<br />

Faszien haben außerdem großen Anteil an unseren Bewegungen“,<br />

erklärt Dr. Robert Schleip, Humanbiologe <strong>und</strong> Diplom-<br />

Psychologe.<br />

DIE FÜSSE NICHT „KALTSTELLEN“<br />

Wird z. B. die Lendenfaszie, die den unteren Rücken umhüllt, geschädigt,<br />

melden sich ihre zahlreichen Nerven zu Wort – Rückenschmerzen!<br />

Faszien können entweder durch Überlastung verletzt<br />

werden oder durch mangelnde <strong>und</strong> monotone Bewegungen, wie<br />

Dauerstehen, verkümmern. Schleip: „Das kann auch passieren,<br />

wenn wir unsere Füße mit den falschen Schuhen kaltstellen.“<br />

Damit die Füße nicht „kaltgestellt“ <strong>und</strong> zugleich r<strong>und</strong>um geschützt<br />

werden, hat der Hightech-Schuhhersteller Haix die Connexis-Safety-Sicherheitsschuhe<br />

für den Indoor-Einsatz entwickelt.<br />

Aufgr<strong>und</strong> ihrer Funktion <strong>und</strong> Konstruktion, die auf die natürlichen<br />

Bedürfnisse der Füße abgestimmt ist, halten sie den Träger fit.<br />

Durch Zug an einem Tape, das durch den Schuh verläuft, werden<br />

die Faszien in der Fußsohle permanent leicht stimuliert. Ziel ist es,<br />

durch die Anregung der Faszien negative Auswirkungen auf den Bewegungsapparat<br />

zu reduzieren <strong>und</strong> die Leistungsfähigkeit des Trägers<br />

zu erhalten. Zudem wurde für Connexis Safety ein neuer Leisten<br />

entwickelt. Die orthopädische Konstruktion ist der Fußform nachempf<strong>und</strong>en<br />

<strong>und</strong> unterstützt die natürlichen Funktionen der Füße.<br />

Dadurch ist der Schuh auch nach langer Tragezeit noch bequem.<br />

Im Rahmen eines Tragetests haben <strong>10</strong>0 Personen den Sicherheitsschuh<br />

drei Monate lang bei der Arbeit getestet. Zwei Drittel der<br />

Probanden berichteten von einem positiven Effekt des Faszien-<br />

Tapes auf ihre Leistung <strong>und</strong> ihr Wohlbefinden. „Obwohl ich in den<br />

letzten Wochen täglich 15 St<strong>und</strong>en <strong>und</strong> mehr in den Schuhen ge-<br />

36 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

01<br />

01 Der Connexis-Safety-Sicherheitsschuh wurde für den<br />

Einsatz im Innenbereich entwickelt <strong>und</strong> eignet sich vor<br />

allem für Personen, die im Beruf viel auf den Beinen sind<br />

02<br />

02 Durch Zug an einem Tape, das durch den Schuh<br />

verläuft, werden die Faszien in der Fußsohle permanent<br />

leicht stimuliert<br />

MAXIMALE<br />

FÖRDERBAND-<br />

LEISTUNG<br />

standen habe, hatte ich nie Schmerzen in den Füßen oder Knien,<br />

die ich bei anderen Schuhen immer wieder hatte“, berichtet einer<br />

der Testträger. Ein anderer stimmt ein: „Meine Beine sind nicht<br />

mehr so müde, auch nach acht oder neun St<strong>und</strong>en Arbeit. Bei anderen<br />

Sicherheitsschuhen sind sie danach müde <strong>und</strong> schlapp.“<br />

RUNDUMSCHUTZ DURCH INNOVATIVE<br />

SICHERHEITSFUNKTIONEN<br />

Für den nötigen R<strong>und</strong>umschutz bei der Arbeit sorgen die durchdachten<br />

Sicherheitsfunktionen des Connexis Safety. Die Schutzkappe<br />

aus leichtem Nano-Carbon schützt nicht nur die Zehen vor<br />

Verletzungen. Sie lässt dem Vorderfuß auch viel Raum, um dem<br />

Fuß Stabilität zu geben <strong>und</strong> Fehlstellungen vorzubeugen. Ausrutschern,<br />

die jährlich zu zahlreichen Unfällen am Arbeitsplatz führen,<br />

beugt die rutschhemmende Laufsohle aus Spezialgummi mit<br />

speziellem Profil vor.<br />

Connexis Safety ist als S1-, S1P- <strong>und</strong> S3-Sicherheitsschuh erhältlich.<br />

Wie alle Schuhe von Haix wird auch der neue Sicherheitsschuh<br />

zu <strong>10</strong>0 Prozent in Europa gefertigt. „Made in Europe“ ist für den<br />

Hersteller nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern täglich gelebte<br />

Praxis aus Überzeugung <strong>und</strong> unternehmerische Verantwortung.<br />

Fotos: Haix<br />

www.haix.com<br />

Längere Betriebszeiten<br />

Flexco ® -Rivet Hinged<br />

Transportbandverbindungssystem<br />

Für anspruchsvollste Materialförderung.<br />

Längere Betriebszeiten<br />

Flexco ® -Bolt Solid Plate<br />

Starke, <strong>und</strong>urchlässige Verbindung mit<br />

ausgezeichneter Haltekraft.<br />

Hochleistungstrommelbeläge<br />

Flex-Lag ® keramischer Trommelbelag<br />

Verhindert Bandschlupf <strong>und</strong> verlängert die<br />

Lebensdauer von Bändern <strong>und</strong> Trommeln.<br />

Optimale Reinigungsleistung<br />

Mineline ® MMP Kopfabstreifer<br />

Schonende Bandreinigung ohne Einsatz<br />

von aggressiven Bandabstreifern für<br />

schwere Belastungen.<br />

Flexco Europe GmbH<br />

Maybachstrasse 9<br />

D-72348 Rosenfeld<br />

Tel.: +49/7428-94060<br />

Fax: +49/7428-9406260<br />

europe@flexco.com<br />

www.flexco.com


GEMEINSCHAFTLICHE<br />

INTEGRATIONSLEISTUNG<br />

Als Andreas Hindelang in der Paravan-<br />

Produktionshalle in Aichelau das erste Mal auf<br />

seinem neuen Gabelstapler Platz nahm, war ihm<br />

die Freude <strong>und</strong> Erleichterung deutlich anzusehen.<br />

Am liebsten wäre er geradewegs ins Lager<br />

gefahren <strong>und</strong> hätte dort gleich losgelegt. Seit<br />

mehr als zwei Jahren konnte er seinen Beruf nicht<br />

mehr ausüben. Probleme in der linken Schulter<br />

machten ein Manövrieren über das serienmäßige<br />

Lenkrad seines Gabelstaplers unmöglich. Per<br />

Space Drive von Paravan kann der 52-Jährige jetzt<br />

wieder seiner Arbeit nachgehen. Den Stapler lenkt<br />

er nun via „Steer by Wire“ mit einem Joystick, der<br />

an der Tür der Fahrerkabine angebracht ist.<br />

„Sie wissen nicht wie oft er bei mir angerufen hat <strong>und</strong> fragte, wann<br />

der neue Stapler kommt“, berichtet Werksleiter Roland Stindl von<br />

der Kunert Peiting GmbH & Co. KG, einem Papierverarbeitungswerk<br />

in Peiting. Für Hindelang wäre es keine Alternative gewesen, einem<br />

Bürojob nachzugehen. Seit einem Arbeitsunfall vor 15 Jahren war<br />

die Beweglichkeit seines rechten Armes stark eingeschränkt. Lenken<br />

konnte Hindelang noch mit dem linken Arm <strong>und</strong> mit dem rechten<br />

Arm, unterstützt durch eine Armlehne, die Joysticks des Flurförderzeugs<br />

bedienen. Um sich eine Arbeitserleichterung zu schaffen,<br />

legte der passionierte Staplerfahrer eine Folie auf die Lehne. Somit<br />

konnte der Arm auf der Lehne besser gleiten.<br />

„AUS EINEM STAPLERFAHRER KANN MAN<br />

KEINEN BÜROMENSCHEN MACHEN“<br />

Fünf Jahre später konstruierte das Unternehmen Suffel, der für die<br />

Region zuständige Vertragshändler des Flurförderzeugherstellers<br />

Linde Material Handling, <strong>und</strong> Partner in Sachen Flurförderzeuge<br />

von Kunert, eine individuell angepasste Schiebekonsole. Damit<br />

ausgerüstet ließ sich der Stapler weitere sechs Jahre nutzen. Doch<br />

im Laufe der Zeit kristallisierte sich ein weiteres Problem heraus.<br />

Aufgr<strong>und</strong> der Tätigkeit als Staplerfahrer <strong>und</strong> infolge der einge-<br />

38 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

Blick in das Cockpit des umgerüsteten Staplers. Gut zu erkennen ist der<br />

zum Steuern des Flurförderzeugs dienende Joystick an der Tür der<br />

Fahrerkabine<br />

Ausgerüstet ist der neue Linde H30 Evo mit dem Space-Drive-System.<br />

Mithilfe dieses elektronischen <strong>und</strong> red<strong>und</strong>anten „Steer by<br />

Wire“-Lenksystems kann Hindelang sein Arbeitsgerät sicher per<br />

Joystick lenken. Nur ein minimaler Kraftaufwand ist nötig, um das<br />

Flurförderzeug quasi mit den Fingern präzise zu steuern. „Ein<br />

Lenkwinkelsensor an der Hinterachse verhindert das Übersteuern<br />

der Räder“, so Paravan-Techniker Marco Neuburger bei der Übergabe,<br />

der gemeinsam mit Norbert Hein die Anpassung umgesetzt hat.<br />

Im Januar konnte Hindelang das erste Mal auf seinem neuen Arbeitsgerät<br />

Platz nehmen. Geringfügige Anpassungsarbeiten brachten<br />

den optimalen Arbeitskomfort. Damit kann der passionierte<br />

Staplerfahrer wieder an seinen ursprünglichen Arbeitsplatz zurückkehren.<br />

„Bis zur Rente sollte der neue Gabelstapler jetzt halten“,<br />

sagt Michael Willenbücher, Leiter des Sonderbaus <strong>und</strong> Konstruktion<br />

<strong>und</strong> verantwortlich für die Anpassungen bei Suffel.<br />

Nach zwei Wochen Wiedereingliederung arbeitet Hindelang seitdem<br />

wieder Vollzeit. „Wie als wäre nichts gewesen“, berichtet<br />

Werksleiter Stindl. Mit dem neuen Lenksystem kommt Hindelang<br />

nach eigenen Angaben problemlos zurecht. „Jetzt kann ich wieder<br />

ohne Schmerzen meine Tätigkeit als Staplerfahrer ausführen.“<br />

Fotos: Paravan<br />

www.paravan.de<br />

MIT ANGEPASSTEM STAPLER<br />

WIEDER VOLL INS BERUFSLEBEN<br />

INTEGRIERT<br />

schränkten Bewegungsfreiheit wurde die linke Schulter von Hindelang<br />

überlastet <strong>und</strong> entzündete sich des Öfteren. Das Steuern des<br />

Flurförderzeugs ging einfach nicht mehr. Auch eine anders Sitzposition<br />

brachte nur kurzzeitig Abhilfe. Und so fing Hindelang Ende<br />

2017 an zu tüfteln. Er wollte den Stapler mit einer eigenen Konstruktion<br />

steuern, die aber nicht zum Einsatz kam.<br />

Stindl kam daher auf die Idee, seinen Kollegen in der Qualitätssicherung<br />

einzusetzen. „Hülsenmessung ging von der Motorik her<br />

nicht“, daher sei nur noch Verwaltungsarbeit übriggeblieben. „Ein<br />

Büromensch bin ich aber nicht“, ergänzt Hindelang. Sein Arbeitgeber<br />

erkannte sein Potenzial <strong>und</strong> suchte nach Lösungen. Ein langer<br />

Weg, der letztendlich aber zum Erfolg führte. Nach ersten Kontakten<br />

zum Unternehmen Suffel <strong>und</strong> zur Berufsgenossenschaft gingen<br />

die Verantwortlichen auf den Umrüster Paravan zu. Die schwäbische<br />

Tüftlermanufaktur fertigt individuelle <strong>und</strong> technisch komplexe<br />

Sonderbauten für den privaten Gebrauch respektive für Firmen.<br />

Die Bandbreite der nach den Bedürfnissen der bewegungseingeschränkten<br />

K<strong>und</strong>en umgerüsteten Fahrzeuge reicht vom Traktor<br />

bis hin zum Caterpillar-Radlader. Doch zurück zum Fall Hindelang.<br />

„STEER BY WIRE“-LENKSYSTEM LÄSST SICH MIT<br />

MINIMALEM KRAFTAUFWAND BEDIENEN<br />

Mit einem baugleichen Modell wurde zunächst die Machbarkeit geprüft<br />

<strong>und</strong> der Umbau konzipiert. Dann konnten die Angebote für<br />

den Stapler sowie für die Anpassungen von Suffel <strong>und</strong> Paravan erstellt<br />

werden. Ende 2019 war es dann soweit, der ersehnte Stapler<br />

wurde im Paravan-Mobilitätspark angeliefert <strong>und</strong> umgebaut.<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 39


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

LOGISTIK 4.0: WIE EINE GABELZINKE NEUE<br />

DIMENSIONEN DES WIEGENS ERÖFFNET<br />

Seit Einführung der Smartfork, der intelligenten<br />

Gabelzinke mit integrierter Kamera- <strong>und</strong><br />

Sensortechnik, hat Vetter seine Applikationen<br />

r<strong>und</strong> um diese Technologie immer wieder ergänzt<br />

<strong>und</strong> damit die Effizienz <strong>und</strong> Sicherheit beim<br />

Flurfördereinsatz erhöht. Die Produktfamilie wird<br />

nun um die Smartfork Scale ergänzt, eine<br />

Gabelzinke mit integrierter Wiegetechnik. Neu<br />

ist, dass nicht nur das Gewicht der Last ermittelt<br />

wird, sondern auch der Lastschwerpunkt.<br />

Generell hat der Gabelzinkenspezialist Vetter mit der<br />

Smartfork einen wichtigen Baustein für eine erfolgreiche<br />

Logistik 4.0 geschaffen <strong>und</strong> mithilfe intelligenter Assistenzsysteme<br />

Sicherheit <strong>und</strong> Effizienz in die Gabelzinke<br />

implementiert. Seitdem gehört Staplerfahren nach Bauchgefühl der<br />

Vergangenheit an. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert ferner<br />

Beschädigungen am Transportgut beim Be- <strong>und</strong> Entladen von<br />

Lkw, beim Einfahren in die Palette oder beim Ein- <strong>und</strong> Auslagern<br />

aus Regalen. Darüber hinaus reduziert der Einsatz der Smartfork<br />

die Arbeitsbelastung, denn die ergonomischen Rahmenbedingungen<br />

für den Staplerfahrer werden verbessert.<br />

Mit der Smartfork Scale ist es möglich, Waren direkt auf der<br />

Gabelzinke des Staplers zu wiegen <strong>und</strong> zu dokumentieren. Prozesse<br />

im Versand, Beladevorgänge im Warenausgang, bei der Inventur<br />

oder beim Verifizieren <strong>und</strong> Vermessen von Ladung werden<br />

dadurch vereinfacht <strong>und</strong> beschleunigt. Das System wird<br />

i. d. R. mit geeichten Gewichten digital kalibriert. Das Tara-Gewicht<br />

kann auf dem Touchscreen voreingestellt werden. Beim<br />

Wiegen lässt sich das Gewicht aufsummieren oder das Gewicht<br />

einzelner Stücke ermitteln. Optional steht eine Druckereinheit<br />

für die schnelle Quittierung <strong>und</strong> Dokumentation der Wiegedaten<br />

zur Verfügung.<br />

Die integrierte <strong>und</strong> modular zuschaltbare Lastschwerpunktanzeige<br />

ermöglicht nicht nur die Visualisierung des Lastschwerpunktabstands,<br />

sondern ferner das Erkennen einer Überlast. Hierdurch<br />

wird die Sicherheit beim Staplereinsatz erhöht <strong>und</strong> Unfälle vermieden.<br />

Zu den weiteren Mehrwerten zählt der 6,2-Zoll-Touch-Bildschirm:<br />

das Smart Display. Der Staplerfahrer erhält dort alle wichtigen<br />

Informationen auf einen Blick. Die Benutzeroberfläche kann<br />

individuell programmiert werden <strong>und</strong> lässt sich intuitiv durch Berührung<br />

bedienen. Ein Update auf neue, zusätzliche Features ist<br />

dabei vollumfänglich sichergestellt.<br />

ENERGIEMANAGEMENT UND UNIVERSELLE<br />

DATENÜBERTRAGUNG<br />

Bei der Entwicklung der Smartfork Scale hat der Hersteller auf eine<br />

kabellose Energieversorgung sowie eine universelle Datenübertragung<br />

geachtet. Durch die Integration von industrieüblichen<br />

Bosch-Hochleistungs-Akkus hat Vetter eine k<strong>und</strong>en- <strong>und</strong><br />

servicefre<strong>und</strong>liche Lösung gef<strong>und</strong>en: Mithilfe des integrierten<br />

Smart-Energy-Modus (Energiesparmodus) wird die Gabelzinke<br />

automatisch deaktiviert, wenn der Stapler stillsteht. Darüber hinaus<br />

wurde bei der Entwicklung dieser Applikation der Fokus auf<br />

standardisierte, windows-kompatible Schnittstellen unter Verwendung<br />

von Android-Software gelegt. Dabei findet die Datenübertragung<br />

über Bluetooth statt. Eine Integration in WLAN-Netze<br />

ist ebenfalls vorgesehen <strong>und</strong> erlaubt eine problemlose Kommunikation<br />

mit Warenwirtschafts- oder Lagerverwaltungssystemen.<br />

Die ermittelten Daten lassen sich auch ohne Display direkt auf die<br />

Terminals oder in die Steuerungen von Flurförderzeugen <strong>und</strong> FTF<br />

übertragen <strong>und</strong> können dort weiterverarbeitet werden. Eine weitere<br />

Neuerung bei der Smartfork Scale ist die Funktion „Haptic<br />

Warning“ – eine haptische Warnfunktion bei Gewichts- bzw. Last-<br />

01 Der Bediener erhält auf dem smarten Display alle Informationen<br />

auf einen Blick. Die Benutzeroberfläche kann individuell programmiert<br />

werden <strong>und</strong> lässt sich intuitiv durch Berührung bedienen<br />

02 Durch die Integration eines Hochleistungs-Akkus <strong>und</strong> mithilfe des<br />

integrierten Smart-Energy-Modus lässt sich die Gabelzinke automatisch<br />

deaktivieren, wenn der Stapler stillsteht<br />

01<br />

02<br />

40 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

schwerpunktüberschreitung, die im Fahrersitz integriert ist. Damit<br />

soll eine optische <strong>und</strong> akustische Reizüberflutung des Fahrers<br />

verhindert werden, damit dieser sich auf den Umschlagvorgang<br />

konzentrieren kann.<br />

STAPLERFAHREN 4.0 MIT DER SMARTFORK<br />

Die intelligente Gabelzinke ist konstruktionstechnisch so ausgelegt,<br />

dass eine schnelle <strong>und</strong> einfache Montage an allen marktüblichen<br />

Flurförderzeugen möglich ist. Auch die Verwendung an<br />

Anbaugeräten ist realisierbar; dabei spielt die Gabelaufhängung<br />

keine Rolle. Um die Voraussetzung für eine hohe Sicherheit <strong>und</strong><br />

Effizienz in den Prozessen zu schaffen, besteht die Option die<br />

Smartfork Scale mit weiteren Applikationen aus der Smartfork-<br />

Produktfamilie zu kombinieren. Hierzu gehören Kameratechnik<br />

zur Erweiterung des Sichtfeldes bzw. die Integration von Sensorik<br />

zur Erhöhung der Arbeitssicherheit <strong>und</strong> Vereinfachung der<br />

Ladungsaufnahme.<br />

Fotos: Vetter<br />

www.gabelzinken.de<br />

F+h 2<strong>10</strong>mm x 75mm 3mm bleed logimat German Ad Liz 2.1.pdf 1 05/05/<strong>2020</strong> 08:15:12<br />

sicheres, platzsparendes <strong>und</strong> produktives Handling<br />

0800 000 5764<br />

COMBILIFT.COM


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

INTORQ KOMPLETTIERT MIT NEUER<br />

FEDERKRAFTBREMSE PORTFOLIO<br />

FÜR FLURFÖRDERZEUGINDUSTRIE<br />

Mit der Federkraftbremse vom Typ BFK552 steht<br />

die Markteinführung des neuesten Produkts aus<br />

der Intorq-Ideenschmiede kurz bevor. Die<br />

Neuentwicklung ist das bis dato noch fehlende<br />

Puzzlestück im Portfolio des Unternehmens, um<br />

den One-Stopp-Shopping-Gedanken der<br />

Flurförderzeughersteller in puncto<br />

Bremsensysteme zu erfüllen. Wir haben uns von<br />

den Potenzialen der Bremse ein Bild gemacht.<br />

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Unternehmen Intorq<br />

eine beachtliche K<strong>und</strong>enbasis im Bereich der Förder- <strong>und</strong> Lagertechnik<br />

sowie der Krane <strong>und</strong> Hebezeuge aufgebaut. Laut eigenen<br />

Angaben beträgt der Marktanteil ca. 60 Prozent. „Aber auch viele<br />

Hersteller von Flurförderzeugen für die Lagertechnik respektive<br />

Anbieter von Antriebssystemen für diese Geräte vertrauen auf unser<br />

Know-how in puncto elektromagnetische Bremssysteme“, so<br />

Frederik Mönks, Key-Account-Manager der Intorq GmbH & Co. KG<br />

aus Aerzen, im Gespräch mit der Redaktion <strong>f+h</strong>.<br />

Mit der Entwicklung der neuen Federkraftbremse vom Typ<br />

BFK552 plant das Unternehmen, sich nun auch das lukrative Marktpotenzial<br />

der Elektro-Gegengewichtsstapler mit einer Tragfähigkeit<br />

von bis zu fünf Tonnen zu erschließen. Dabei musste das Entwicklungsteam<br />

in Aerzen auf die für diese Geräteklassen spezifischen<br />

Merkmale Antworten finden. Wer die Typenblätter der aktuellen<br />

Flurförderzeuggenerationen studiert, wird bei vielen Staplern<br />

sicherlich auf die gegenüber älteren Geräteausführungen geringere<br />

Fahrzeuglänge <strong>und</strong> -breite aufmerksam. Mithilfe der kompakten<br />

Bauweise wollen die Flurförderzeughersteller dem Betreiber möglichst<br />

wendige <strong>und</strong> damit auch in Anwendungsfällen mit begrenz-<br />

42 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

tem Raumangebot eine Lösung anbieten. Entsprechend müssen<br />

auch z. B. die Antriebseinheiten der Gabelstapler kompakt ausgeführt<br />

sein. „Diesem Sachverhalt haben wir im Rahmen der zweijährigen<br />

Entwicklungsphase Rechnung getragen. So zeichnet sich die<br />

neue BFK552-Federkraftbremse durch eine flache Bauweise aus“,<br />

nennt Lennart Wehr, Produktmanager der Intorq GmbH & Co. KG,<br />

eines der wichtigsten Entwicklungsziele. „Zu den weiteren Merkmalen<br />

gehören ein statisches Bremsmoment von 60 Newtonmeter<br />

bei Baugröße 12, das geringe Eigengewicht von fünf Kilogramm<br />

<strong>und</strong> die Kapselung gemäß IP66.“<br />

KOMPLETT EINBAUFERTIGE EINHEIT<br />

Federkraftbremsen sind Ruhestrombremsen. Mehrere Druckfedern<br />

erzeugen durch Reibschluss das Bremsmoment im stromlosen Zustand.<br />

Im bestromten Zustand zieht die entstehende Magnetkraft<br />

der Spule die Ankerscheibe gegen die Federkraft an das Magnetteil.<br />

Gepflogenheiten der jeweiligen Märkte vertraut <strong>und</strong> können in der<br />

Landessprache kommunizieren. Hinzu kommen die Effekte, die<br />

sich aus der Zusammenführung der Vertriebs- <strong>und</strong> Servicenetze<br />

von Kendrion <strong>und</strong> Intorq ergeben. Seit Anfang des Jahres gehört<br />

Intorq zur Kendrion Holding Germany GmbH <strong>und</strong> wird in der Business<br />

Unit Industrial Drives weitergeführt. Mit der kombinierten<br />

Produktpalette von Kendrion <strong>und</strong> Intorq entsteht somit ein starkes<br />

Angebotspaket mit Bremsen für die elektrische Antriebstechnik<br />

weltweit. Vor diesem Hintergr<strong>und</strong> erscheint die Prognose von<br />

Mönks, eine jährliche Absatz-Menge im mittleren fünfstelligen Bereich<br />

mit der BFK552 zu realisieren, durchaus wirklichkeitsnah. <br />

<br />

Winfried Bauer<br />

Fotos: Intorq<br />

www.intorq.de<br />

MIT DER NEUEN FEDERKRAFTBREMSE<br />

ERSCHLIESST SICH INTORQ EIN<br />

LUKRATIVES MARKTSEGMENT<br />

Bei allen Neu- <strong>und</strong> Weiterentwicklungen pflegt Intorq einen engen<br />

Kontakt mit den K<strong>und</strong>en. Im intensiven Austausch wurde die Bremse<br />

für eine PWM-Ansteuerung, mit exakter Zeitdauer der Übererregung,<br />

optimiert ausgelegt. Der Einsatz einer Stromregelung ist mit<br />

diesem Bremsentyp ebenfalls möglich, um so den Energieverbrauch<br />

zu optimieren <strong>und</strong> die Einsatzzeiten beim Endk<strong>und</strong>en zu<br />

verlängern.<br />

Um die entsprechende Magnetkraft bei der geforderten geringen<br />

Bauhöhe der BFK552 zu erreichen, wurde u. a. die Spule optimiert.<br />

Wehr: „So haben wir zum Beispiel den Spulenkörper konisch ausgeführt.<br />

Seitens der Rotore verwenden wir die aus den am Markt<br />

etablierten Systemen bekannte Ausführungen. Dies gilt auch für die<br />

Nabentechnologie <strong>und</strong> die Zwischenringe. In Sachen Reibbeläge<br />

steht weiterhin das komplette Portfolio zur Verfügung.“<br />

Aufgr<strong>und</strong> der daraus resultierenden etablierten Fertigungsabläufe<br />

der in Deutschland produzierten neuen Bremse werden die Voraussetzungen<br />

für kurze Lieferzeiten geschaffen. Sicherheit bietet<br />

Intorq den Flurförderzeug- bzw. Antriebstechnikherstellern aber<br />

auch in einem weiteren wichtigen Punkt: Ausgeliefert wird die<br />

Bremse als eine einbaufertige Einheit. Dies schließt auch die Vorzentrierung<br />

des Rotors ein. Einstellarbeiten seitens des K<strong>und</strong>en<br />

sind nicht erforderlich. Mönks: „All dies verringert das Fehlerpotenzial<br />

<strong>und</strong> die Einbauzeit in den Montageprozessen der Flurförderzeughersteller.“<br />

Die Planungen sehen zu gegebener Zeit auch eine Produktion<br />

der BFK552 an den Standorten der drei Auslandstöchter in Atlanta,<br />

Schanghai <strong>und</strong> Pune vor. An allen Standorten wird nach denselben<br />

hohen Qualitätsstandards gearbeitet. Ein umfangreicher Test vor<br />

Auslieferung der Produkte ist Pflicht. Die Produktion in den jeweiligen<br />

Märkten stellt kurze Lieferzeiten <strong>und</strong> geringe Transportkosten<br />

sicher. Darüber hinaus sind die Intorq-Mitarbeiter vor Ort mit den<br />

Wir schaffen logistische Verbindungen.<br />

Individuelle Planung <strong>und</strong> Konstruktion<br />

direkt vom Hersteller – Made in Germany<br />

www.butt.de<br />

Typ BKV - Vorderachsrampe<br />

3-Seiten-Verladung<br />

BUTT GmbH Tel.: +49(0)4435 9618-0<br />

Zum Kuhberg 6–12 Fax: +49(0)4435 9618-15<br />

D-26197 Großenkneten butt@butt.de, www.butt.de<br />

·<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 43<br />

Butt_Anzeige_BKV_3seiten_90x138mm.indd 1 25.02.14 <strong>10</strong>:40<br />

Butt.indd 1 05.06.2014 07:53:13


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

Die FTF transportieren Fahrzeugseitenteile sowie Heckklappen <strong>und</strong><br />

Türen zwischen Presswerk <strong>und</strong> Metallwerkstatt<br />

SEAT MACHT MIT OUTDOOR-FTS GROSSEN<br />

SCHRITT IN RICHTUNG SMART FACTORY<br />

Bis beim Automobilhersteller Seat Autos vom<br />

Band rollen, die ohne Fahrer im Straßenverkehr<br />

auskommen, wird es wahrscheinlich nicht mehr<br />

lange dauern. Einen kleinen Vorgeschmack auf<br />

diese Zukunft bietet das Unternehmen jetzt<br />

schon auf dem Werksgelände in Mortell/<br />

Spanien. Hier sind acht Outdoor-FTF vom Typ<br />

Tribot aus dem Hause Asti Mobile Robotics in die<br />

innerbetriebliche Logistik eingeb<strong>und</strong>en. Die<br />

automatisierten Flurförderzeuge transportieren<br />

Fahrzeugseitenteile sowie Heckklappen <strong>und</strong><br />

Türen auf einer 3,5 Kilometer langen Strecke.<br />

Das Seat-Werk in Martorell kommt seinem erklärten Ziel<br />

der Schaffung einer möglichst nachhaltigen, digitalisierten<br />

<strong>und</strong> intelligenten Fabrik immer näher. So setzt<br />

das Unternehmen nun Outdoor-FTF ein, die über Slam-<br />

Navigation, 4G-Datenverbindung <strong>und</strong> induktive Batterieladung<br />

verfügen. Die Outdoor-Slam-Navigation basiert auf dem Ansatz,<br />

dass die automatisierten Flurförderzeuge mithilfe einer Kamera<br />

<strong>und</strong> von Sensoren wie Lidar relative Messungen der Umgebungsgeometrie<br />

vornehmen. Zu Beginn der Messung wird die<br />

Position des FTF als Ausgangspunkt eines Koordinatensystems<br />

gewählt. Auf der Gr<strong>und</strong>lage der Messdaten wird dann simultan<br />

eine Karte der Umgebung erstellt <strong>und</strong> kontinuierlich erweitert.<br />

Dabei misst das Flurförderzeug i. d. R. auch seine Bewegungen,<br />

indem es auf Geschwindigkeits- sowie Gyroskopdaten <strong>und</strong> Lenkwinkel<br />

zugreift. Im Fall der Outdoor-Fahrzeuge müssen allerdings<br />

die Ingenieure vor Ort das Wetter im Blick behalten. Je<br />

nach Wetterlage werden die Laser-Scanner mit einem Filter konfiguriert.<br />

Zudem unterstützen Reflektoren auf der Transportstrecke<br />

bei der Navigation.<br />

Zurzeit sind im Außenbereich im Werk Martorell acht FTF unterwegs.<br />

Die neuen Fahrzeuge erweitern den vorhandenen Fuhrpark<br />

aus 200 FTF, die den Teiletransport innerhalb der Montagehallen in<br />

den Werken Martorell <strong>und</strong> Barcelona übernehmen.<br />

PROBLEMLOSE INTEGRATION NEUER<br />

WEGSTRECKEN IN MATERIALFLUSSLAYOUT<br />

Jedes Outdoor-FTF bildet zusammen mit seinen Wagen einen 25 m<br />

langen Konvoi, hat eine Transportkapazität von zehn Tonnen <strong>und</strong><br />

bewältigt Strecken von je 3,5 km. In der Summe legen die acht FTF<br />

eine Wegstrecke von 240 km pro Tag zurück. Aufgr<strong>und</strong> der Slam-Navigation<br />

müssen weder Magnetbänder noch Drähte die Fahrzeuge<br />

führen. Außerdem lassen sich die automatisierten Flurförderzeuge<br />

vielseitig auf neuen Strecken einsetzen. Baumaßnahmen für die Installation<br />

der neuen Wegstrecken fallen keine an. Zurzeit bedienen<br />

die FTF zwei Routen zwischen Presswerk <strong>und</strong> Metallwerkstatt, auf<br />

denen Fahrzeugseitenteile sowie Heckklappen <strong>und</strong> Türen transportiert<br />

werden.<br />

Um den Verkehr auf dem Werksgelände zu regeln, wurde ein Ampelsystem<br />

entwickelt, mit dem die Outdoor-FTF kommunizieren<br />

können. Nähert sich ein FTF einer Ampel, erhält es automatisch<br />

Vorfahrt. Ein von Sick entwickelter Sicherheits-Laserscanner für<br />

den Außenbereich schafft zudem die Voraussetzungen für den erforderlichen<br />

Personenschutz auch bei ungünstigen Wetterbedingungen.<br />

Überquert z. B. eine Person einen der Fußgängerüberwege,<br />

stoppt das FTF. Die Fahrzeuge bewegen sich dabei mit einer Geschwindigkeit<br />

von etwa 1 250 mm/s. An den Anhängern wurden außerdem<br />

Nothalttaster angebracht. Jedes Outdoor-FTF verfügt über<br />

eine Lithium-Ionen-Batterie, die einen Einsatz von bis zu 16 St<strong>und</strong>en<br />

ermöglicht. Das Laden der Batterien geschieht induktiv an den<br />

Übergabestationen.<br />

Mithilfe der Outdoor-FTF-Flotte lässt sich der CO 2<br />

-Ausstoß um<br />

1,5 Tonnen pro Jahr reduzieren. Möglich wird dies dadurch, dass<br />

der werksinterne stauträchtige Lkw-Transport der schweren Bauteile<br />

nun der Vergangenheit angehört.<br />

Fotos: Insystems Automation<br />

www.asti-insystems.de<br />

44 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

<br />

ABGESTIMMT AUF ANWENDUNGEN IN DER<br />

SCHÜTTGUTINDUSTRIE<br />

Die zweistufigen Maxxdrive-<br />

XT-Kegelstirnradgetriebe von<br />

Nord sind für Anlagen in<br />

Schwerlastanwendungen der<br />

Schüttgutindustrie geeignet.<br />

Verfügbar sind die Getriebe in<br />

sieben Baugrößen für<br />

Leistungen von 50 bis<br />

1 500 kW mit Abtriebsdrehmomenten<br />

zwischen 15 <strong>und</strong> 75 kNm. Unter anderem aufgr<strong>und</strong><br />

des verrippten Designs <strong>und</strong> Luftführungshauben lässt sich<br />

vielfach auf zusätzliche Kühloptionen verzichten. Große Wälzlager<br />

<strong>und</strong> Achsabstände erhöhen die Lebensdauer der Komponenten.<br />

Die Maxxdrive-XT-Generation<br />

ergänzt die Maxxdrive-<br />

Baureihe durch ein zweistufiges<br />

Kegelstirnradgetriebe.<br />

Gr<strong>und</strong> lage für das Baukastensystem<br />

der Antriebssysteme<br />

ist ein Angebot aus Frequenzumrichtern,<br />

Motoren, Getrieben<br />

sowie Kupplungs- <strong>und</strong><br />

Bremssystemen mit jeweils<br />

zahlreichen Optionen.<br />

Getriebemotoren für horizontale<br />

<strong>und</strong> vertikale Förderanlagen<br />

fertigt Nord mit einteiliger<br />

Gehäusekonstruktion.<br />

www.nord.com<br />

EMBEDDED VISION IM<br />

STREICHHOLZSCHACHTEL-FORMAT<br />

Der Visionsensor PV3 des Unternehmens Imago passt mit seinen<br />

Abmessungen von 53 × 45 mm auch auf beengten Raum. Dabei<br />

beherbergt das Powerpaket neben einer Kamera mit 2-Mega-<br />

Pixel-Auflösung einen Linux-Quadcore-Prozessor. Damit hat sich<br />

die Rechnerleistung im Vergleich zum Vorgängermodell mehr als<br />

verdoppelt. Das Embedded-Vision-<br />

System mit kleinem Formfaktor<br />

ermöglicht eine schnelle, zuverlässige<br />

<strong>und</strong> qualitative Inspektion in<br />

zahlreichen Industriebereichen, z. B.<br />

die Kontrolle des Mindesthaltbarkeitsdatums.<br />

www.imago-technologies.com<br />

ROBUSTE UMRICHTER<br />

Die neue Acoposinverter-Familie<br />

P86 von B&R umfasst<br />

Frequenzumrichter für<br />

Dreiphasen-Synchron- <strong>und</strong><br />

Asynchronmotoren mit <strong>und</strong><br />

ohne Geber. Die Geräte decken<br />

ein Leistungsspektrum von<br />

0,75 bis 75 kW ab <strong>und</strong> eignen<br />

sich z. B. für Applikationen der<br />

Fördertechnik. Mit dem<br />

P86-Portfolio stehen Umrichter<br />

zur Verfügung, die die<br />

zukünftig geltende Norm nach<br />

Wirkungsgradklassen (IE) der<br />

EN 61800-9-2 erfüllen. Die<br />

Antriebe sind mit der zweikanalig<br />

ausgeführten Sicherheitsfunktion<br />

Safe Torque Off<br />

(STO) nach SIL3/PLe ausgestattet.<br />

Je nach Anwendung<br />

stellen die Frequenzumrichter<br />

für zwei Sek<strong>und</strong>en bis zu 220<br />

Prozent des Nenndrehmoments<br />

zur Verfügung. Dabei<br />

können Asynchronmotoren<br />

(IE2, IE3), Synchronmotoren<br />

<strong>und</strong> Reluktanzmotoren in<br />

offenen <strong>und</strong> geschlossenen<br />

Regelkreisen angesteuert<br />

werden.<br />

www.br-automation.com<br />

Schlank <strong>und</strong> doch<br />

so leistungsstark!<br />

Die neue Federkraftbremse BFK552:<br />

Schlank, stark, zuverlässig.<br />

Coming soon …<br />

www.intorq.com


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

AUF DIE ANWENDUNG ZUGESCHNITTENE<br />

PALETTENBEHÄLTER ZEIGEN SICH ALLEN<br />

PROZESSEN GEWACHSEN<br />

Vaillant ist weltweit ein wohlklingender Name,<br />

wenn es um Heiz- <strong>und</strong> Lüftungssysteme geht. In<br />

Europa legen die Heizungsmodule einen großen<br />

Teil ihrer Transportwege in Palettenbehältern<br />

von Walther Faltsysteme zurück. Die Mehrweg-<br />

Transportlösungen sind präzise auf die<br />

Anforderungen der Packgüter zugeschnitten,<br />

schützen diese zuverlässig vor äußeren<br />

Einflüssen <strong>und</strong> ermöglichen ein problemloses<br />

Handling.<br />

Im Jahre 1874 gegründet, zählt die Vaillant Group heute zu den<br />

weltweit führenden Anbietern von Heiz-, Lüftungs- <strong>und</strong> Klimatechnik.<br />

Zum Produktportfolio gehören Brennwert-Heizgeräte,<br />

Wärmepumpen, Lüftungssysteme, Regelungstechnik, Wärmespeicher,<br />

thermische Solaranlagen <strong>und</strong> Photovoltaiksysteme sowie<br />

Batteriespeicher. Dabei legt das Unternehmen ein Augenmerk auf<br />

Nachhaltigkeit, vor allem auch beim Transport der Heizungskomponenten.<br />

Ausdruck dessen ist der Einsatz eines Mehrwegsystems.<br />

In der Vergangenheit hatte jeder Zulieferer seine eigenen Einwegverpackungen<br />

genutzt – mit dem Resultat eines aufwändigen <strong>und</strong><br />

komplexen Handlings. Seit der Einführung eines standardisierten<br />

Mehrweg-Transportsystems gehören h<strong>und</strong>erte unterschiedlicher<br />

Verpackungen in der Wertschöpfungskette der Vergangenheit an.<br />

In einer Untersuchung der Vaillant Group zeigte sich, dass sich<br />

Mehrwegbehälter im Vergleich zu Einweglösungen auch anderweitig<br />

bezahlt machen. Dies liegt vor allem daran, dass die Behälter<br />

bei sachgemäßer Handhabung <strong>10</strong>0 Umläufe erreichen. Dadurch<br />

kommt es bereits wenige Monate nach dem Umstieg zu großen<br />

Einsparungen. Ferner schützen Mehrweg-Transportlösungen Bauteile<br />

im Vergleich zu Einwegverpackungen besser <strong>und</strong> wehren<br />

Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit <strong>und</strong> Staub zuverlässig ab. Daher<br />

entschied sich die Vaillant Group dafür, die Einwegverpackungen<br />

durch ein Mehrweg-Transportsystem zu ersetzen. „Qualität in allen<br />

Prozessen steht für uns an erster Stelle. Daher benötigen wir passgenaue<br />

Transportlösungen, die jeder unserer Komponenten maximalen<br />

Schutz bieten. Bei der Entwicklung von individuellen Palettenbehältern<br />

hat uns Walther Faltsysteme als Partner in jeder Hinsicht<br />

unterstützt“, so Torsten Scheidling, Warehouse Manager der<br />

Vaillant Group im Werk Remscheid.<br />

SONDERLÖSUNGEN IM PRAXISTEST ERPROBT<br />

Auf der Suche nach dem passgenauen System wurden zahlreiche<br />

Tests vorgenommen. Die Ladungsträger wurden mit Vaillant-<br />

Komponenten bestückt <strong>und</strong> in Simulationen Extremsituationen<br />

ausgesetzt, die auf den bis zu 1 400 km langen Transportwegen<br />

durch Europa eintreten können. Aus diesen Tests gingen<br />

Sonderan fertigungen zweier Palettenbehälter hervor: die Hybox<br />

im Maß 1 200 × 1 000 × 1 188 mm <strong>und</strong> die Mega-Pack S 1200 in den<br />

Systemhöhen 975 <strong>und</strong> 1 085 mm. Für jeden Behälter gibt es eine<br />

praktisch unbegrenzte Variationsbreite an Innenverpackungen,<br />

während die Außenabmessungen immer gleich bleiben. So lassen<br />

sich mit nur drei unterschiedlichen Palettenbehältern alle Komponenten<br />

sicher transportieren. Diese Standardisierung ermöglicht<br />

eine Verein fachung des Handlings <strong>und</strong> beschleunigt die Abläufe.<br />

Darüber hinaus profitiert der Betreiber davon, dass die Behälter<br />

faltbar sind, wodurch sich ihr Volumen beim Leertransport<br />

um bis zu 80 Prozent reduzieren lässt. Gefaltet können bis zu 330<br />

Ladungsträger in einem Jumbo-Lkw mit 2 700 mm Ladehöhe<br />

transportiert werden.<br />

01<br />

02<br />

46 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

Die beiden Großladungsträger sind auf die individuellen Anforderungen<br />

der Vaillant Group ausgerichtet. So ist die Hybox auf<br />

den internen Materialfluss von großen <strong>und</strong> schweren Komponenten<br />

wie Wärmetauschern <strong>und</strong> Hydraulikmodulen zugeschnitten.<br />

Die Mega-Pack-Boxen sind dagegen vor allem bei den<br />

Zulieferern im Einsatz <strong>und</strong> werden von einem Pooldienstleister<br />

bereitgestellt. Für das Werk in Remscheid galt es, einen standardisierten<br />

Ladungsträger zu entwickeln, der auf den automatisierten<br />

Förderanlagen eingesetzt werden kann. Damit sich die Mega-Pack-Boxen<br />

für das Kettenfördersystem in Remscheid eignen,<br />

03<br />

wurden sie mit vier Füßen ausgestattet anstatt mit Kufen wie<br />

handelsübliche Paletten. „Unsere Devise lautet: der Produktionslinie<br />

gerecht werden. Daher orien tieren wir uns nicht nur an<br />

den Packgütern, sondern auch an den Inhouse-Prozessen beim<br />

K<strong>und</strong>en“, so Oliver van Neerven, Projektmanager bei Walther<br />

Faltsysteme.<br />

Dies gilt auch für die Hyboxen. Eine manuelle Entnahme der<br />

Komponenten ist aufgr<strong>und</strong> des Gewichts von bis zu 28 kg, die in<br />

diesen Behältern transportiert werden, nicht möglich. Zur Unterstützung<br />

des Lagerpersonals besitzen die Ladungsträger Schnittstellen<br />

für Handhabungsgeräte. Mit deren Hilfe lassen sich die<br />

Komponenten in ergonomisch sinnvoller Art <strong>und</strong> Weise aus der<br />

Verpackung entnehmen.<br />

Bis zu 70 Prozent der Waren werden mittlerweile in den Mehrweg-Transportverpackungen<br />

angeliefert. Etwa <strong>10</strong> 000 Hyboxen<br />

<strong>und</strong> ca. 15 000 Mega-Pack-Boxen sind aktuell bei der Vaillant<br />

Group im Einsatz.<br />

Fotos: Walther Faltsysteme<br />

www.faltbox.de<br />

01 Individuell zusammengestellte Innenverpackungen sorgen für<br />

einen guten Schutz der Heizungskomponenten<br />

02 Die Mehrweg-Transportsysteme sind auch für den Einsatz auf<br />

Kettenförderern zugeschnitten<br />

03 Zusammengefaltet lassen sich die Behälter im leeren Zustand<br />

effizient transportieren<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 47


MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

AXZION ERSCHLIESST SICH MIT ZERTIFIZIERUNG<br />

NACH KTA 1401 NEUEN MARKT<br />

Zum Produktportfolio der Axzion GmbH,<br />

ein Unternehmen der Spanset-Gruppe,<br />

Übach-Palenberg, gehören Traversen <strong>und</strong><br />

andere Hebetechnik. Beispielhaft hierfür zeigt<br />

das Aufmacherfoto einen Dreiarmgreifer für<br />

die Offshore-Industrie, der mit seinen sechs<br />

Zangen eine Last von bis zu 1 500 Tonnen<br />

tragen kann. Jüngst hat der Hersteller den<br />

Beweis erbracht, dass man die<br />

sicherheitstechnischen Anforderungen des<br />

Kerntechnischen Ausschusses erfüllt <strong>und</strong> sich<br />

damit einen interessanten Markt erschlossen.<br />

Der Kerntechnische Ausschuss (KTA) hat die Aufgabe, auf<br />

Gebieten der Kerntechnik, bei denen sich aufgr<strong>und</strong> von<br />

Erfahrungen eine einheitliche Meinung von Fachleuten<br />

der Hersteller, Ersteller <strong>und</strong> Betreiber von Atomanlagen,<br />

der Gutachter <strong>und</strong> der Behörden abzeichnet, für die Aufstellung<br />

sicherheitstechnischer Regeln zu sorgen <strong>und</strong> deren Anwendung<br />

zu <strong>fördern</strong>. Eine der Regeln, die das vom B<strong>und</strong>esministerium für<br />

Umwelt, Naturschutz <strong>und</strong> nukleare Sicherheit beauftragte Gremium<br />

erarbeitet hat, trägt die Bezeichnung: Allgemeine Anforderungen<br />

an die Qualitätssicherung (KTA 1401). Und genau für diese<br />

Regel hat die Axzion GmbH das entsprechende Audit erfolgreich<br />

durchlaufen. Demzufolge steht der Teilnahme an Ausschreibungen<br />

für Kernkraftwerke nichts mehr im Weg. „Unsere Traversen<br />

beweisen bei On- <strong>und</strong> Offshore-Windkraftanlagen, bei Bohrplattformen<br />

<strong>und</strong> anderen industriellen Großkomponenten ihre Verlässlichkeit“,<br />

so Andreas Höltkemeier, Geschäftsführer der Axzion<br />

GmbH. „Das KTA-Zertifikat eröffnet uns den Zugang zu einem<br />

weiteren lukrativen Markt.“<br />

GROSSES WACHSTUMSPOTENZIAL<br />

Diese Einschätzung stützt sich auf zwei Erkenntnisse. Einerseits<br />

führt die Energiewende in Deutschland dazu, dass auf lange Sicht<br />

Atom- sowie Kohle- <strong>und</strong> Gaskraftwerke zurückgebaut werden. Auf<br />

der anderen Seite investieren Energiekonzerne in anderen Regionen<br />

Europas in neue Anlagen. In beiden Fällen benötigt man Traversen<br />

<strong>und</strong> andere Hebetechnik, wie Axzion sie produziert.<br />

Mit Axzion hat erstmals ein auf Lastaufnahmemittel spezialisierter<br />

Hersteller das Zertifikat nach KTA 1401 erhalten. Das Zertifikat<br />

gilt für die Standorte Langenfeld <strong>und</strong> Neustrelitz. Durchgeführt<br />

wurde das Audit von Pro Consulting Ingenieurdienstleistungen im<br />

Auftrag von Preussen Elektra. Voraussetzung für ein Audit nach<br />

KTA 1401 ist ISO 9001 als Gr<strong>und</strong>zertifizierung. Darüber hinaus erfüllt<br />

Axzion die Bedingungen der Normen EN <strong>10</strong>90 <strong>und</strong> ISO 3834<br />

für die Herstellung von Stahlbauprodukten. „Die Zertifikate bilden<br />

die Stützpfeiler unseres internen Qualitätsmanagementsystems“,<br />

erklärt Höltkemeier.<br />

48 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


02<br />

01<br />

01 Mehr als nur Deko für die Besprechungsräume: Eignungsbestätigung<br />

zur Qualitätssicherung gemäß Regel KTA 1401<br />

02 Das Upending-Tool eignet sich für das Heben <strong>und</strong><br />

Aufrichten riesiger Monopiles<br />

VIELES AUS STAHL, ABER NICHTS<br />

VON DER STANGE<br />

Unter der Bezeichnung Quality Seven (Q7) hat Axzion ein<br />

Siebenpunkteprogramm aufgestellt, mit dem das Unternehmen<br />

die eigene Leistung durchgängig überwacht <strong>und</strong> optimiert:<br />

von der Produktentwicklung, der Beschaffung von<br />

Material, Antrieben <strong>und</strong> Steuertechnik über die Fertigung<br />

bis hin zur Prüfung, Dokumentation <strong>und</strong> dem Service.<br />

Höltkemeier: „Auch wenn Axzion viel mit Stahl arbeitet,<br />

gibt es bei uns so gut wie nichts von der Stange.“ Bei mehr<br />

als 80 Prozent aller ausgelieferten Produkte handle es sich<br />

um individuelle Modifikationen <strong>und</strong> Individuallösungen.<br />

Indem Axzion nun auch im Umfeld von Atomkraftanlagen<br />

Produkte <strong>und</strong> Dienstleistungen anbietet, r<strong>und</strong>et das<br />

Unternehmen sein Portfolio für den Energiesektor ab. Einen<br />

Schwerpunkt bilden weiterhin die Sonderanfertigungen <strong>und</strong><br />

Speziallösungen für den Transport <strong>und</strong> die Montage von Windkraftanlagen.<br />

Zu den in diesem Umfeld häufig eingesetzten Produkten<br />

gehört das Upending-Tool für das Heben <strong>und</strong> Aufrichten von<br />

Monopiles. Der Dreiarmgreifer trägt mit seinen sechs Zangen bis zu<br />

1 500 Tonnen. Die Gr<strong>und</strong>konstruktion des Tools bleibt stets gleich,<br />

die projektspezifischen Anpassungen führt Axzion gemäß Auftrag<br />

aus. Der Standort Neustrelitz ist von DNV GL (Norwegen) als<br />

Hersteller von Lastaufnahmemitteln für den Offshore-Einsatz<br />

zertifiziert.<br />

Fotos: Axzion<br />

www.axzion.de<br />

ANDREAS HÖLTKEMEIER,<br />

GESCHÄFTSFÜHRER DER<br />

AXZION GMBH<br />

Das KTA-Zertifikat eröffnet uns<br />

den Zugang zu einem weiteren<br />

lukrativen Markt<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 49


PRODUKTE UND SYSTEME<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

MATERIALFLUSS<br />

LOGISTIK 4.0<br />

AUF DEN<br />

PUNKT<br />

GEBRACHT<br />

MANFRED WEBER,<br />

REDAKTEUR<br />

Das Internet ist voll mit nützlichen,<br />

aber auch überflüssigen Inhalten. Wir<br />

filtern für Sie die Informationsflut <strong>und</strong><br />

recherchieren Inhalte mit echtem<br />

Nutzwert für den Intralogistiker<br />

Tagtäglich sind wir im Internet einer riesigen Informationsflut ausgesetzt. Da wird es<br />

schwer, den Überblick zu behalten. Doch <strong>f+h</strong> hilft! Denn wir selektieren nicht nur<br />

entsprechende Pressemeldungen, sondern durchforsten für Sie auch Websites, Business-<br />

Netzwerke <strong>und</strong> soziale Medien <strong>und</strong> filtern spannende Dinge heraus. Ab sofort finden Sie<br />

an dieser Stelle unsere Highlights aus der digitalen Welt der Intralogistik.<br />

ERSATZTEILE ONLINE ORDERN<br />

Mit dem E-Shop baut das Unternehmen Nord seine Online-Services<br />

weiter aus. Im Internet-Shop finden K<strong>und</strong>en Motoren,<br />

Frequenzumrichter, Motorstarter <strong>und</strong> Zubehör sowie die<br />

passenden Ersatzteile <strong>und</strong> können diese r<strong>und</strong> um die Uhr schnell<br />

<strong>und</strong> bequem online kaufen. Sobald die ausgewählten Teile im<br />

Warenkorb liegen, können sie über den SSL-gesicherten Bestellprozess<br />

online bestellt werden. Die Bezahlung geschieht<br />

komfortabel mit Kreditkarte oder per Rechnung. Bei Bestellung<br />

bis 12 Uhr werden die Teile noch am selben Tag versandt, wenn<br />

sie lagerhaltig verfügbar sind. Auf Wunsch ist auch eine Expresslieferung<br />

möglich. Nach der Registrierung genügt ein Klick auf<br />

den orangefarbenen Button „Jetzt Ersatzteil identifizieren“.<br />

Danach wird die Serien- oder Auftragsnummer eingegeben.<br />

WWW.NORD.COM<br />

LOSYCO MIT NEUEM WEBDESIGN<br />

Auf der neu gestalteten Website informiert der<br />

Intralogistik-Spezialist Losyco in moderner Optik <strong>und</strong><br />

klar strukturierter Menüführung über sein umfangreiches<br />

Leistungsspektrum <strong>und</strong> aktuelle Entwicklungen<br />

in der Produktionslogistik. Im Zentrum der<br />

neugestalteten Webpräsenz stehen die Systemkomponenten<br />

<strong>und</strong> Produktinnovationen des Loxrail-<br />

Schienensystems sowie die Lenkplattform Allro<strong>und</strong>er<br />

oder die plattformintegrierte, sensorgesteuerte<br />

Bremsautomatik. Im Downloadbereich stehen die<br />

aktuellen Online-Prospekte <strong>und</strong> Pressemeldungen<br />

zum Abruf bereit. Außerdem können Interessierte<br />

auf der Website den Newsletter abonnieren sowie<br />

ihre Anfragen direkt per Kontaktformular an Losyco<br />

senden.<br />

WWW.LOSYCO.COM<br />

50 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


https://bit.ly/2Hq0M97<br />

PRODUKTE UND SYSTEME<br />

<br />

NACHHALTIGKEIT HAT VIELE FACETTEN<br />

Der J.D. Neuhaus-Weg einer effektiven <strong>und</strong><br />

ressourcenschonenden Qualitätsproduktion<br />

DIE TOP<br />

ONLINE-ARTIKEL<br />

DER F+H WEBSITE<br />

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die<br />

fünf meist gelesenen Artikel des Monats<br />

auf unserer Internetpräsenz<br />

Das Ranking umfasst alle Seitenaufrufe im 2-Monats-Zeitraum<br />

bis ca. 2-3 Wochen vor Erscheinungstermin dieser Ausgabe. Die<br />

Berechnungsbasis von <strong>10</strong>0% entspricht der Summe der fünf Plätze.<br />

3D-SIMULATION STEIGERT DURCHSATZ<br />

IN DER DENTALTECHNIK<br />

Dentsply Sirona konnte mit der Lösung Visual<br />

Components Planung <strong>und</strong> Layout verbessern<br />

NACHHALTIGE SHUTTLE-LÖSUNG<br />

FÜR DIE INTRALOGISTIK<br />

Das Monoschienen-System montrac ermöglicht<br />

einen energieeffizienten Materialtransport<br />

ELEKTRONISCHE ZUTRITTSKONTROLLE<br />

BIRGT CYBERGEFAHREN<br />

Beim Einsatz von Smartphones muss vor allem die<br />

Gerätesicherung im Vordergr<strong>und</strong> stehen<br />

GUTES NOCH BESSER MACHEN<br />

Bei der Konzeption von Mini-Druckluft-Hebezeugen<br />

beschreitet J.D. Neuhaus neue Wege<br />

EXCLUSIVE<br />

CONTENT<br />

nur online<br />

ONLINE-TOOL FÜR REPARATUR-<br />

MANAGEMENT<br />

Invman ist eine webbasierte Applikation, die von überall<br />

auf der Welt bedient werden kann. Von Anwendern für<br />

Anwender entwickelt, bietet das Tool eine große Vielfalt<br />

an Dokumentations- <strong>und</strong> Planungsmöglichkeiten, die das<br />

Reparaturmanagement sowie die damit verb<strong>und</strong>ene<br />

Qualitätssicherung erleichtert. Betriebsbezogene<br />

Prüfintervalle, interne Abläufe <strong>und</strong> notwendige Aufgaben<br />

lassen sich frei planen <strong>und</strong> wiederkehrend terminieren.<br />

Auch die reine Reparaturabwicklung unter Einbeziehung<br />

der Herstellerdaten <strong>und</strong> dem dazugehörigen<br />

Ersatzteilmanagement lässt sich umsetzen.<br />

WWW.INVMAN.DE<br />

DISTRIBUTIONSZENTRUM<br />

INTELLIGENT ERWEITERT<br />

Ein internationaler Distributor setzt auf verschiedene<br />

Lagersysteme, um die jeweils optimalen Lagerbedingungen<br />

für unterschiedliche Artikel mit Verpackungsvarianten<br />

zu schaffen. Das fehlerfreie Zusammenspiel<br />

der Lagersysteme ist dabei maßgeblich. Vor diesem Hintergr<strong>und</strong><br />

vernetzt der Intralogistikexperte Klinkhammer die aktuellen<br />

Erweiterungen der Lager- <strong>und</strong> Kommissioniersysteme<br />

mit einer einheitlichen Steuerungstechnik sowie mit einem<br />

übergreifenden Warehouse-Management-System inklusive<br />

Materialflussrechner.<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 51


PERSPEKTIVEN<br />

LEBENSMITTEL-LOGISTIK:<br />

FÜR JEDEN VERTRIEBSWEG DIE<br />

OPTIMALE LÖSUNG FINDEN<br />

Egal, ob exotische Früchte, vegetarische Milchalternativen oder neuartige<br />

Smoothie-Kreationen: innovative Lebensmittel liegen im Trend. So vergeht<br />

kaum eine Woche ohne neue Produkte im Supermarktregal. Und auch die<br />

Vertriebswege werden mehr, denn mit Corona hat sich auch bei<br />

Food-Produkten der Online-Handel als Verkaufskanal etabliert. Doch das<br />

sich ständig verändernde Sortiment <strong>und</strong> auch die Koordination der<br />

verschiedenen Vertriebswege stellen Hersteller, Händler <strong>und</strong> Lieferanten<br />

vor eine große logistische Herausforderung: Wie können unterschiedliche<br />

Waren schnell <strong>und</strong> effizient zum K<strong>und</strong>en geliefert werden?<br />

52 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PERSPEKTIVEN<br />

<br />

Angebot <strong>und</strong> Nachfrage der Lebensmittelprodukte variieren<br />

stark <strong>und</strong> ständig. Das heißt, dass dynamische Prozesse<br />

<strong>und</strong> eine hohe Flexibilität der Fulfillment-Dienstleistungen<br />

– von kleinen bis großen Bestellvolumina zentrale<br />

Erfolgskriterien für das richtige Set-up sind. Darüber hinaus müssen<br />

im Food-Bereich spezielle Richtlinien in puncto der Datentransparenz<br />

sowie bestimmter Zertifizierungen <strong>und</strong> Hygiene-Richtlinien<br />

oder auch Kühlung entlang der Lieferkette erfüllt sein. Diese<br />

Vorgaben betreffen alle Verkaufskanäle: vom Direktverkauf an Konsumenten<br />

über Verkäufe an Unternehmen <strong>und</strong> Zentrallager des<br />

Einzelhandels bis hin zum klassischen Verkauf über Handelspartner<br />

an Konsumenten.<br />

Was ist also für welchen Kanal die jeweils optimale Logistik-<br />

Lösung? Für die Beantwortung dieser Frage gilt es, die Anforderungen<br />

des Einzelhandels in Betracht zu ziehen, um den passenden<br />

Food-Logistiker sowie eine produktgerechte Lagerung<br />

sicherzustellen.<br />

WELCHE VORGABEN DES EINZELHANDELS MUSS<br />

LEBENSMITTEL-LOGISTIK ERFÜLLEN?<br />

Der Lebensmittelhandel ist verpflichtet, stets die Rückverfolgbarkeit<br />

kompletter Auftragschargen sowie des Mindesthaltbarkeitsdatums<br />

zu gewährleisten. Echtzeitdaten über Bestellungen <strong>und</strong> mögliche<br />

Verzögerungen sind also von hoher Bedeutung. Fehlende Automatisierung<br />

<strong>und</strong> Datentransparenz kann hier schnell zu einem<br />

finanziellen Mehraufwand von mehreren Tausend Euro im Monat<br />

führen. Denn intransparente Daten erhöhen einerseits das Risiko<br />

von Fehlsendungen <strong>und</strong> Retouren, andererseits steigt so die Gefahr<br />

für Lieferengpässe oder zu hohe Bestände. Für den Logistik-<br />

Partner ist es entscheidend, die Shop- oder ERP-Systeme des Food-<br />

Händlers vollständig integrieren zu können <strong>und</strong> sich somit Echtzeitdaten<br />

nutzbar zu machen. Digitale Logistiklösungen, die auf<br />

einer offenen Plattform basieren <strong>und</strong> somit kompatibel mit jeglichen<br />

Handels- <strong>und</strong> Logistiksystemen sind, schaffen die Voraussetzungen<br />

für Rückverfolgbarkeit <strong>und</strong> Echtzeitdaten über die Bestellungen.<br />

Für Food-Logistiker <strong>und</strong> Händler ist es daher unabdingbar<br />

mit einem Anbieter zu arbeiten, der diese vollständige Datentransparenz<br />

ermöglicht.<br />

WER IST DER BESTE FOOD-LOGISTIKER<br />

FÜR DEN VERSAND?<br />

In puncto Versand haben die unterschiedlichen Vertriebskanäle<br />

verschiedene Logistikanforderungen, die es zu erfüllen gilt. Der<br />

ideale Logistikpartner sollte alle Bereiche bzw. Kanäle optimal<br />

bedienen können: Vom Palettenversand per Spedition an Großhändler<br />

<strong>und</strong> Zentrallager von Lebensmitteleinzelhändlern über<br />

den Versand an Handelspartner <strong>und</strong> Einzelhandelsfilialen bis<br />

hin zum Direktversand kleiner Pakete an den Endk<strong>und</strong>en. Das<br />

Preis- <strong>und</strong> Leistungsangebot der verschiedenen Third-Party-Logistiker<br />

ist jedoch oftmals nicht transparent aufgebaut <strong>und</strong> variiert<br />

um bis zu 50 Prozent von Anbieter zu Anbieter. Unterstützung<br />

bei der Suche nach dem jeweils am besten geeigneten Logistiker<br />

bieten datengetriebene Plattformlösungen, die auf ein<br />

breites Netzwerk an Partnern zurückgreifen können. Das ermöglicht<br />

Händlern, für jeden Auftrag den für die jeweilige Produktkategorie<br />

am besten referenzierten Logistiker mit dem besten<br />

Preisangebot zu identifizieren.<br />

WIE FINDE ICH DIE PASSENDE LAGERLOGISTIK<br />

FÜR MEINE PRODUKTE?<br />

FOOD-LOGISTIK STELLT HOHE<br />

ANFORDERUNGEN AN HERSTELLER,<br />

LIEFERANTEN UND HÄNDLER<br />

Ist der passende Logistik-Partner gef<strong>und</strong>en, heißt die dritte <strong>und</strong> letzte<br />

Herausforderung produktgerechte Lagerung. Je nach Lebensmittel<br />

ist eine temperierte Lagerung <strong>und</strong> Verpackung notwendig. Bei<br />

gekühlter <strong>und</strong> tiefgekühlter Ware sind zusätzlich entsprechendes<br />

Isoliermaterial sowie Kühlakkus im Lager <strong>und</strong> auf dem Transportweg<br />

erforderlich. Zudem entfällt bei diesen Produkten die Möglichkeit,<br />

retournierte Produkte wieder einzulagern, da die Kühlkette unterbrochen<br />

wurde. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit gilt es bei solchen<br />

Lieferungen also ganz besonders darauf zu achten, Retouren möglichst<br />

zu vermeiden. Dies gelingt umso besser, je schneller geliefert<br />

wird <strong>und</strong> je besser der Logistik-Partner die Punkte Verpackung,<br />

Kühlmaterial <strong>und</strong> Transportsicherung lösen kann. Auch hier unter-<br />

WAREHOUSING<br />

TRANSPORTATION<br />

PSIwms<br />

<strong>10</strong>0 % releasefähig –<br />

Zukunft inklusive!<br />

» www.psilogistics.com<br />

Software for Logistics Industry Leaders<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 53<br />

PSI Logistics <strong>f+h</strong> DU 90 x130 <strong>2020</strong>-<strong>10</strong>-02.indd 1 05.08.<strong>2020</strong> 17:31:12


PERSPEKTIVEN<br />

Über das Dashboard der Logistikplattform Everstox hat<br />

der Nutzer die Echtzeitdaten aller Prozesse im Blick<br />

stützt ein breites Netzwerk an Logistikern mit entsprechenden Referenzen<br />

dabei, den optimalen Partner beauftragen zu können.<br />

DIE OPTIMALE LÖSUNG: SKALIERBAR UND MIT<br />

ECHTZEIT-ÜBERBLICK ÜBER ALLE BEREICHE<br />

Als Fazit lässt sich festhalten, dass eine leistungsstarke Logistiklösung<br />

in der Lage ist, die jeweils optimalen Dienstleister zu identifizieren<br />

sowie die operativen Prozesse flexibel skalierbar <strong>und</strong> in<br />

Echtzeit abbildet – vom Versand in die verschiedenen Absatzkanäle<br />

bis hin zur spezialisierten Lagerung. Das Berliner Food-Tech-Startup<br />

vly hat hierfür die digitale Plattform-Lösung von Everstox im<br />

Einsatz. Die steigende Beliebtheit der Milchalternative von vly<br />

brachten die IT-Standards <strong>und</strong> Service-Levels auf Seiten des bisherigen<br />

Logistik-Partners an ihre Grenzen: Nur wenige Prozesse waren<br />

digital, Bestandsmeldungen nicht automatisiert <strong>und</strong> der Datenaustausch<br />

per E-Mail <strong>und</strong> CSV-Dateien führte zu langsamen<br />

Bestell abwicklungszeiten. Um die operativen Engpässe zu be<strong>heben</strong>,<br />

hat sich vly für den Umstieg auf die neue Lösung entschieden.<br />

Justus Kirchhoff, Head of Operations von vly, sagt dazu: „Die problemlose,<br />

digitale Anbindung, die zügige, einfache Systemeinrichtung<br />

<strong>und</strong> das hohe Serviceangebot bei geringen Logistikkosten<br />

haben uns überzeugt. Durch die smarte Tech-Lösung <strong>und</strong> die<br />

zuverlässigen Logistik-Partner aus dem Everstox-Netzwerk profitieren<br />

wir heute von einer professionellen Bestellauftragsabwicklung<br />

<strong>und</strong> schnellen Liefer- sowie kurzen K<strong>und</strong>enservice-Reaktionszeiten.<br />

So können wir unseren K<strong>und</strong>en ein besonderes Einkaufserlebnis<br />

bieten.“<br />

Fotos: Pixabay, Everstox<br />

Autor: Johannes Tress, Mitgründer <strong>und</strong> Managing Director Everstox<br />

www.everstox.com<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2020</strong> im 70. Jahrgang, ISSN 0341-2636<br />

Herausgeber<br />

Dipl.-Ing. Reiner Wesselowski (We)<br />

Tel.: 06131/992-322, E-Mail: r.wesselowski@vfmz.de<br />

Redaktion<br />

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer (WB),<br />

Tel.: 06131/992-321, Fax: 06131/992-340,<br />

E-Mail: w.bauer@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Redakteure: Dipl.-Medienwirtin (FH) Marie Krueger (MK),<br />

Tel.: 06131/992-359, E-Mail: m.krueger@vfmz.de<br />

Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW),<br />

Tel.: 06131/992-202, E-Mail: m.weber@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Melanie Lerch,<br />

Tel.: 06131/992-261, E-Mail: m.lerch@vfmz.de,<br />

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: p.weidt@vfmz.de,<br />

Ulla Winter, Tel.: 06131/992-347,<br />

E-Mail: u.winter@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Gestaltung<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Anna Schätzlein,<br />

Mario Wüst<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Sales<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262, E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206, E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Isabel Faß, Auftragsdisposition<br />

Tel.: 06131/992-416, E-Mail: i.fass@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 68: gültig ab 1. Oktober <strong>2020</strong><br />

Leserservice<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub <strong>10</strong>, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- <strong>und</strong> sonstige<br />

Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise <strong>und</strong> Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 14,50 (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement: Inland: € 140,- (inkl. Versandkosten)<br />

Ausland: € 150,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

Verlag<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach <strong>10</strong>0465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-<strong>10</strong>0<br />

E-Mail: info@vfmz.de,<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Handelsregister-Nr. HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE 149063659<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Head of Sales: Beatrice Thomas-Meyer,<br />

Tel.: 06131/992-265, E-Mail: b.thomas-meyer@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

Druck <strong>und</strong> Verarbeitung<br />

Westdeutsche Verlags- <strong>und</strong> Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

Datenspeicherung<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige<br />

Informationen zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise<br />

von ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie<br />

über berufsbezogene Produkte <strong>und</strong> Dienstleistungen zu<br />

informieren. Dieser Speicherung <strong>und</strong> Nutzung kann<br />

jederzeit schriftlich beim Verlag widersprochen werden<br />

(vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge <strong>und</strong><br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos, Grafiken<br />

etc.) <strong>und</strong> seiner Veröffentlichung in dieser Zeitschrift<br />

geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich <strong>und</strong> inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht auf<br />

den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie entsprechender<br />

Vervielfältigung <strong>und</strong> Verbreitung, das Recht<br />

zur Bearbeitung, Umgestaltung <strong>und</strong> Übersetzung, das<br />

Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das Recht<br />

zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />

<strong>und</strong> Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen von Internet-<br />

<strong>und</strong> Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD <strong>und</strong><br />

DVD <strong>und</strong> der Datenbanknutzung <strong>und</strong> das Recht, die vorgenannten<br />

Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen,<br />

d. h. Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die<br />

Richtigkeit des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen<br />

werden. Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die<br />

Ansicht der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden.<br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich dürfen nur Werke eingesandt werden,<br />

über deren Nutzungsrechte der Einsender verfügt, <strong>und</strong><br />

die nicht gleichzeitig an anderer Stelle zur Veröffentlichung<br />

eingereicht oder bereits veröffentlicht wurden.<br />

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

54 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


MARKTPLATZ<br />

<br />

DEUTSCHER LOGISTIK-KONGRESS <strong>2020</strong> ALS PRÄSENZVERANSTALTUNG<br />

MIT DIGITALEN SERVICES GEPLANT<br />

Die Coronavirus-Pandemie hat in diesem Jahr tiefe Spuren in der<br />

Messe- <strong>und</strong> Kongresslandschaft hinterlassen. Absagen, Verschiebungen<br />

oder die Verlagerung der Veranstaltungen in die virtuelle<br />

Welt waren <strong>und</strong> sind an der Tagesordnung.<br />

Auch am Deutschen Logistik-Kongress ging dies nicht spurlos<br />

vorbei. So hat sich die B<strong>und</strong>esvereinigung Logistik (BVL) dazu<br />

entschieden, den Kongress <strong>2020</strong> anders als in den Jahren zuvor<br />

durchzuführen: Als Präsenzveranstaltung mit digitalen Services<br />

<strong>und</strong> hofft darauf, dass der Kongress vom 21. bis zum 23. Oktober<br />

wieder ein Ort für Wissenstransfer <strong>und</strong> Netzwerkpflege sein wird.<br />

Nach eingehender Prüfung verschiedener Konzepte sind die<br />

Veranstaltungsorte des Kongresses auch in <strong>2020</strong> die Hotels<br />

Intercontinental <strong>und</strong> Pullman Schweizerhof in Berlin. Geplant<br />

wird mit deutlich weniger Teilnehmern <strong>und</strong> einer geringeren<br />

Anzahl an Ausstellern vor Ort. Temperatur-Screening, Abstandsregeln,<br />

Gehwege, Maskeneinsatz, <strong>10</strong>0 Prozent Frischluft durch die<br />

Klimaanlagen, ein dreigeteiltes Plenum sowie neuartiges Catering<br />

<strong>und</strong> kleinere Abendveranstaltungen – all dies gehört in diesem<br />

Jahr dazu. Das erweiterte Konzept soll dazu beitragen, möglichst<br />

unbeschwert sich über neue Technologien auszutauschen sowie<br />

Impulse <strong>und</strong> Ideen für das Tagesgeschäft zu bekommen. WB<br />

www.bvl.de/dlk<br />

VIEL LEISTUNG AUF<br />

KLEINEM RAUM<br />

Maschinenbauer sind gut<br />

beraten, komplette Antriebssysteme<br />

in ihre Lösungen zu<br />

integrieren, deren Komponenten<br />

aufeinander abgestimmt sind.<br />

Auch für Applikationen mit<br />

geringem Einbauplatz <strong>und</strong> der<br />

Forderung nach drehmomentstarken<br />

Antrieben, hat das<br />

Unternehmen Faulhaber mit der<br />

BXT-Flachmotorenbaureihe <strong>und</strong><br />

darauf abgestimmte Getriebe<br />

WAS WIR TUN, NENNT MAN LOGISTIK.<br />

WIE WIR ES TUN, LEIDENSCHAFT.<br />

Unser stärkster Antrieb ist dabei immer, für Sie die beste Logistiklösung zu finden.<br />

www.blg-logistics.com<br />

sowie integrierte Encoder <strong>und</strong><br />

Speed Controller eine Lösung im<br />

Portfolio. Aufgr<strong>und</strong> innovativer<br />

Wickeltechnik <strong>und</strong> optimierter<br />

Auslegung sind die Motoren nur<br />

14, 16 <strong>und</strong> 21 mm lang, liefern<br />

aber Drehmomente bis<br />

134 mNm bei einem Durchmesser<br />

von 22, 32 bzw. 42 mm. Zur<br />

Drehzahlregelung oder bei hohen<br />

Anforderungen an die Positioniergenauigkeit<br />

werden durchmesserkonforme<br />

magnetische<br />

Encoder oder Speed Controller<br />

vollständig in die Motorvarianten<br />

integriert, wodurch sich der<br />

Antrieb nur um 6,2 mm verlängert.<br />

Die passenden Metall-Planetengetriebe<br />

der Baureihe GPT<br />

zeichnen sich ebenfalls durch<br />

kurze Bauweise, hohes Drehmoment<br />

<strong>und</strong> feine Abstufungen der<br />

Untersetzungsverhältnisse aus.<br />

www.faulhaber.com


PERSPEKTIVEN<br />

UMDENKEN: CO 2<br />

EINSPAREN UND DIE<br />

LETZTE MEILE EFFIZIENT GESTALTEN<br />

Der B<strong>und</strong>esverband Paket- <strong>und</strong> Expresslogistik<br />

(BIEK) erwartet 4,4 Milliarden Paketsendungen<br />

im Jahr 2023. Eine Prognose, die Paketzusteller,<br />

vor allem auf der letzten Meile, vor<br />

Herausforderungen stellen wird. Ein<br />

Lösungsansatz: Das Pilotprojekt Hamburg Boxen,<br />

eine Kooperation des Softwaretechnologie-<br />

Anbieters Parcellock mit den<br />

Verkehrsunternehmen Deutsche Bahn <strong>und</strong><br />

Hamburger Hochbahn.<br />

Essentiell für die Optimierung der Lieferungen ist die erfolgreiche<br />

Erstzustellung an den Empfänger. Denn Mehrfachanfahrten<br />

aufgr<strong>und</strong> von Abwesenheit des Empfängers belasten<br />

Verkehr <strong>und</strong> Umwelt unnötig – vor allem in den stark verdichteten<br />

Ballungsräumen, die in hohem Maß auf smarte Logistiklösungen<br />

angewiesen sind.<br />

Mit zunehmender Realisierung der Nahversorgung durch Online-<br />

Warenlieferungen durch die KEP-Branche nimmt die Effizienz auf<br />

den letzten Metern zum K<strong>und</strong>en eine elementare Rolle ein. Da eine<br />

Veränderung der Verkehrsführung in dem im wahrsten Sinne des<br />

Wortes „in Stein“ gebauten städtischen Umfeld nur minimal realisierbar<br />

ist, müssen öffentliche Räume geschickter als bisher dem heutigen<br />

Bedarf von Menschen, Handel <strong>und</strong> Logistik angepasst werden.<br />

ÖFFENTLICHE RÄUME MIT<br />

ZUSTELLMÖGLICHKEITEN AUSSTATTEN<br />

Aktuelle Technologien <strong>und</strong> Innovationen bieten Lösungen, die<br />

Händler, Paketdienstleister <strong>und</strong> Empfänger gleichermaßen entlasten<br />

<strong>und</strong> die letzte Meile effizient gestalten. Ein wichtiger Aspekt<br />

hierbei ist es, öffentliche Räume mit Zustellmöglichkeiten auszustatten,<br />

sodass die Paketübergabe unabhängig von der Verfügbarkeit<br />

des Empfängers stattfinden kann. Öffentliche Paketstationen,<br />

die an hochfrequentierten Orten aufgestellt werden, sind dabei eine<br />

Lösung für mehr Effizienz <strong>und</strong> individuelle Freiheit. Ein Beispiel<br />

für solche Paketstationen sind die Hamburg Boxen, die an 21 Hamburger<br />

U- <strong>und</strong> S-Bahnhöfen zu finden sind. Das Pilotprojekt entstand<br />

aus einer Kooperation des Softwaretechnologie-Anbieters<br />

Parcellock mit den Unternehmen Deutsche Bahn <strong>und</strong> Hamburger<br />

Hochbahn. Die Stationen stehen allen angeschlossenen Dienstleistern<br />

wie DPD, GLS <strong>und</strong> Hermes, die bereits an das Parcellock-<br />

System angeb<strong>und</strong>en sind, zur Verfügung. Jeder interessierte Verbraucher<br />

kann sich registrieren <strong>und</strong> das System <strong>und</strong> die öffentlichen<br />

Parcellock-Paketstationen kostenfrei nutzen. Einmal als Nutzer registriert,<br />

werden die Empfänger per „Paketstation App“ über den<br />

Stand ihrer Sendung informiert <strong>und</strong> erhalten per Abholcode Zugriff<br />

auf ihre Sendung in der von ihnen ausgewählten Paketstation.<br />

Doch nicht nur öffentliche Räume müssen für eine ganzheitliche<br />

Logistik in ihrer Funktion neu gedacht <strong>und</strong> genutzt werden. Auch<br />

Gebäude müssen in Zukunft so konzipiert sein, dass sie den heutigen<br />

Anforderungen ihrer Nutzer entsprechen. Dazu gehören z. B.<br />

Mehrfamilienhäuser <strong>und</strong> Wohnkomplexe in Großstädten, deren<br />

Bewohner häufig durch ihre Erwerbstätigkeit tagsüber nicht zu<br />

Hause sind. Ähnlich wie mit Briefkästen müssten Außenflächen<br />

solcher Mehrfamilienhäuser in Klingelschildnähe von außen zugänglich<br />

mit Paketkasten-Anlagen ausgestattet werden, sodass Pa-<br />

56 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


PERSPEKTIVEN<br />

<br />

ketfahrer nicht wertvolle Zeit darauf verwenden müssen, Nachbarn<br />

um eine Annahme der Sendung zu bitten. Durch eine großvolumige,<br />

schnelle <strong>und</strong> erfolgreiche Zustellung in Paketkasten-Anlagen<br />

durch verschiedene Zulieferer reduziert sich auch der Lieferverkehr<br />

– Straßen <strong>und</strong> Umwelt werden entlastet.<br />

STICHWORT KOOPERATION: NUR ZUSAMMEN<br />

ERFOLGREICH<br />

Empfangen <strong>und</strong> Versenden r<strong>und</strong> um die Uhr: Der Bewohner erhält eine<br />

Zustellbenachrichtigung per Messenger, SMS, E-Mail oder<br />

Push-Nachricht über die My-Renz-App<br />

Anhand der Beispiele wird deutlich, dass nur ein kooperativer Ansatz<br />

die City-Logistik zukunftsfähig macht. Die Herausforderungen<br />

der letzten Meile sind nicht mehr nur ein Problem der KEP-Branche.<br />

Da die City-Logistik auf immer enger werdendem Raum immer<br />

mehr Menschen erreichen muss – vor allem beim individuell<br />

adressierten Paketempfang, ist eine Kooperation mit Verkehrsunternehmen<br />

eine schlüssige Maßnahme, um möglichst viele Menschen<br />

auf ihren ohnehin täglichen Wegen zu erreichen. Aber auch<br />

Immobilienbesitzer <strong>und</strong> -verwalter können ihren Beitrag dazu leisten,<br />

ihren Mietern oder Eigentümern durch einen zusätzlichen<br />

Service einen problemlosen Paketempfang zu ermöglichen <strong>und</strong><br />

gleichzeitig den Lieferverkehr in der Umgebung zu reduzieren.<br />

Die Zeit drängt: jede eingesparte Tonne CO 2<br />

hilft der Erhaltung<br />

von Lebensqualität auf unserem Planeten. Kurzfristig ist bereits<br />

heute mit verhältnismäßig kleinen Paketstations-Lösungen grüne<br />

Stadtplanung möglich, die Verkehrswege auf der stark belasteten<br />

letzten Meile effizienter gestaltet <strong>und</strong> bereits vorhandene öffentliche<br />

Plätze, öffentliche wie private Gebäude optimal nutzt. Durch<br />

ein erweitertes Angebot an Zustellmöglichkeiten mit hoher Volumenbündelung<br />

wird der Verkehr entlastet, Paketdienstleister können<br />

große Mengen an Paketen an paketstationsgeb<strong>und</strong>enen Sammelpunkten<br />

einliefern, ihre Routen stringenter umsetzen sowie<br />

Stopps <strong>und</strong> damit Behinderungen im Verkehrsfluss vermeiden. Bewohner<br />

werden vor Lärm <strong>und</strong> Luftverschmutzung geschützt <strong>und</strong><br />

können ihre Abholzeit frei wählen.<br />

Auf Verwaltungsebene liegt es an Städten <strong>und</strong> Kommunen, Paketdienstleistern<br />

<strong>und</strong> Empfängern Möglichkeiten zu bieten, Lieferungen<br />

bequem zu hinterlegen <strong>und</strong> abholen zu lassen. Dafür können<br />

öffentliche Plätze <strong>und</strong> Gebäude mit Paketstationen ausgestattet<br />

werden, die kein Personal binden. Smarte City-Logistik sollte<br />

zudem bei Neubauten <strong>und</strong> öffentlichen Bauprojekten von Anfang<br />

an in Form von öffentlich zugänglichen Paketstationen berücksichtigt<br />

werden, um dem Online-Versandboom begegnen zu können.<br />

Denkbare Platzierungen wären u. a. auch Bushaltestellen, ungenutzte<br />

Ein- <strong>und</strong> Ausfahrtsbereiche von Parkhäusern oder Wandflächen<br />

von öffentlichen Institutionen mit viel Publikumsverkehr.<br />

DIE ZUKUNFT DER PAKETZUSTELLUNG<br />

Nach Ansicht des Softwaretechnologie-Anbieters Parcellock sei eine<br />

erfolgreiche City-Logistik nur durch einen ganzheitlichen kooperativen<br />

Ansatz umsetzbar. Dieser zeige auch, dass viel Potenzial<br />

in schon vorhandenen Strukturen stecke.<br />

Viele Konzepte, die Städten schon zugr<strong>und</strong>e liegen, müssen nicht<br />

komplett neu, sondern umgedacht werden. Die Ausstattung der<br />

Hamburger Bahnhöfe mit den Hamburg Boxen z. B. zeigt, dass<br />

solch eine Ergänzung eine spürbare Entlastung für die City-Logistik<br />

bedeutet – <strong>und</strong> dies ohne große Änderungen an der Infrastruktur<br />

der Bahnhöfe oder große Eingriffe in die Alltagsrouten der Empfänger.<br />

Auch die Ausstattung von Wohnquartieren mit Paketkasten-<br />

Anlagen bedeutet keinen Bruch mit schon vorhandenen Strukturen,<br />

sondern eine Ergänzung, die den Anforderungen von Anwohnern<br />

<strong>und</strong> Paketdienstleistern gleichermaßen entgegenkommt.<br />

Fotos: Parcellock<br />

www.parcellock.de<br />

Zuverlässiger Partner für Logistikprozessautomation mit Mehrwert<br />

In einer sich rasant verändernden Welt benötigen Sie einen zuverlässigen Partner, der Ihnen hilft, die Erwartungen Ihrer K<strong>und</strong>en zu übertreffen.<br />

Vanderlande kennt die Komplexität, die mit einem erfolgreichen Lagerbetrieb einhergeht. Daher haben wir die nächste Generation skalierbarer<br />

Lösungen definiert – Evolutions.<br />

> vanderlande.com<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 57


MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

MATERIALFLUSS<br />

LOGISTIK<br />

PHILIPP AUER<br />

Was würde Ihr „Ich“, zehn Jahre in der<br />

Zukunft, Ihrem jetzigen „Ich“ raten?<br />

Ich vermute mal, dass ich diesem<br />

„Ich“ raten würde, etwas gelassener zu<br />

sein <strong>und</strong> manchen Dingen mehr Zeit<br />

<strong>und</strong> Raum zu geben, damit sie sich<br />

entwickeln können. Vielleicht auch<br />

etwas weniger ungeduldig zu sein.<br />

Können Sie über sich selbst lachen?<br />

Ja, <strong>und</strong> zwar dann, wenn ich Fehler<br />

mache, die ich bei anderen beanstanden<br />

würde.<br />

Was hat Sie dazu bewegt das zu tun,<br />

was Sie heute tun?<br />

Das, was ich heute mache, ist mir quasi<br />

in die Wiege gelegt worden. Das<br />

Unternehmer-Gen meines Großvaters<br />

<strong>und</strong> meines Vaters habe ich auch. Ich<br />

bin mit Leib <strong>und</strong> Seele Unternehmer<br />

<strong>und</strong> schon von klein auf in die jetzige<br />

Aufgabe hineingewachsen. Bereits als<br />

Sechsjähriger habe ich meinen Vater<br />

gelegentlich auf Geschäftsreisen begleitet.<br />

Dem „Unternehmer-Sein“ versuche<br />

ich, ganz neue Akzente zu geben,<br />

auch nach dem Motto „Lieber<br />

unternehmen, als unterlassen“. „Lieber<br />

machen, als langfristig planen, <strong>und</strong><br />

Fehler machen, aber daraus lernen“.<br />

Welchen Toten würden Sie gerne<br />

wiedersehen?<br />

Wenn ich die Frage in „gerne kennenlernen“<br />

verändere, dann wäre das<br />

mein Großvater, der ein faszinierender<br />

Mann gewesen sein muss. Leider kenne<br />

ich ihn nur aus Erzählungen.<br />

››<br />

ZUR PERSON<br />

Philipp Auer, Geschäftsführer, Digitalpionier,<br />

kennt das elterliche Unternehmen, Auer<br />

Packaging, aus dem Effeff. Nach der Ausbildung<br />

zum Industriekaufmann wurde er, mit<br />

nur 22 Jahren, Geschäftsführer für den Bereich<br />

Marketing. Weil Philipp Auer konsequent auf<br />

digitale <strong>und</strong> effiziente Abläufe im Unternehmen<br />

setzt, war es nur logisch, dass er auch die<br />

Verantwortung für die Bereiche Unternehmensorganisation<br />

mit IT-Infrastruktur <strong>und</strong> Digitalisierung<br />

übernahm.<br />

Wo verbringen Sie am liebsten Ihren<br />

Urlaub?<br />

Meine Frau <strong>und</strong> ich nehmen unseren<br />

VW-Camper <strong>und</strong> halten an, wo es uns<br />

gefällt. Zwischen Powerphasen mit<br />

Fahrradfahren, Laufen <strong>und</strong> Gleitschirmfliegen<br />

kommt auch das Chillen<br />

nicht zu kurz.<br />

58 <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de


IM NÄCHSTEN HEFT: 11/<strong>2020</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 06. 11. <strong>2020</strong><br />

ANZEIGENSCHLUSS: 22. <strong>10</strong>. <strong>2020</strong><br />

01<br />

02 03<br />

VERNETZEN<br />

SIE SICH MIT<br />

bit.ly/fuh-website<br />

bit.ly/fuh-e-paper<br />

bit.ly/fuh-facebook<br />

bit.ly/fuh-twitter<br />

bit.ly/fuh-linkedin<br />

bit.ly/fuh-xing<br />

bit.ly/fuh-instagram<br />

bit.ly/fuh-youtube<br />

DEM CHEFREDAKTEUR:<br />

Winfried Bauer<br />

w.bauer@vfmz.de<br />

bit.ly/fuh-wb-linkedin<br />

bit.ly/fuh-wb-xing<br />

01 Als Antwort auf die Herausforderungen im Lebensmittel-<br />

Einzelhandel hat das Unternehmen K+K Klaas + Kock ein neues<br />

Lagerverwaltungssystem implementiert<br />

Foto: Prologistik<br />

02 Ohne Platzangst große Hubhöhen überwinden. Das war eine<br />

der Forderungen, die das Unternehmen Skanska an den<br />

Krantechnik-Lieferanten stellte<br />

Foto: Kito Europe<br />

03 Auf was beim Outdoor-Einsatz von Fahrerlosen Transportsystemen<br />

zu achten ist, verraten wir Ihnen in der nächsten<br />

Ausgabe<br />

Foto: EK Automation<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

www.foerdern-<strong>und</strong>-<strong>heben</strong>.de <strong>f+h</strong> <strong>2020</strong>/<strong>10</strong> 59


LOUNCH<br />

DIE KUNST DES<br />

HEBENS<br />

Industrieroboter schweben lassen<br />

<strong>und</strong> präzise auf den Punkt an ihren<br />

Einbauort dirigieren: Kein Kunststück,<br />

sondern Arbeitsalltag unserer K<strong>und</strong>en.<br />

Profi tieren auch Sie von richtungsweisenden<br />

ABUS Kranlösungen.<br />

02261 37 - 148<br />

verkauf@abus-kransysteme.de<br />

www.abus-kransysteme.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!