a k t u e l l - Schweizer Luftwaffe - admin.ch
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<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong>is<strong>ch</strong>e Eidgenossens<strong>ch</strong>aft<br />
Confédération suisse<br />
Confederazione Svizzera<br />
Confederaziun svizra<br />
<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Armee I<br />
ARMEE<br />
Z E I T S C H R I F T D E R S C H W E I Z E R L U F T W A F F E<br />
a k t u e l l<br />
GESCHOSSRÄUMUNGSAKTION<br />
AUF DEM LAUTERAARGLETSCHER<br />
2<br />
I<br />
2006<br />
I<br />
5 | INTERNATIONALE ÜBUNG ELITE:<br />
DIE SCHWEIZ WAR EINE BEREICHERUNG<br />
8 | NORDIC AIR MEET 2006:<br />
AIR BASE ØRLAND: SCHON FAST<br />
EIN ZWEITES ZUHAUSE<br />
18 | EKF-SPECIAL:<br />
„WAS GEHEIM IST, WIRD GEHEIM GEHALTEN“<br />
1
2<br />
Inhalt Dezember 2006<br />
3 Mulitnationale Übung ELITE<br />
5 Zufriedenme deuts<strong>ch</strong>e Übungsleitung<br />
6 Wir können international mithalten<br />
8 Nordic Air Meet 2006<br />
10 Übung BELUGA 06<br />
12 Aufwertung der Pilotenausbildung<br />
A1 Armée : confiance et acceptation en forte hausse<br />
A2 Nouvelle menace ? Nouvelle réponse !<br />
A4 La protection de l’espace aérien au-delà de 2010<br />
A6 NEO – Network Enabled Operations<br />
A8 De la salle de classe à l’engagement SWISSCOY<br />
A10 Déblaiement de projectiles sur le glacier de Lauteraar<br />
A12 Militaires et civils de la BLA travaillent main dans la main<br />
A14 AMBA CENTRO<br />
A15 Réagir encore plus rapidement grâce à STINGER ALERT<br />
A16 Les personnes handicapées en vacances à Fies<strong>ch</strong> sont nos hôtes<br />
A18 Succès au Championnat d’Europe grâce à des conditions optimales de service<br />
A19 Une profession qui offre une sécurité de l’emploi<br />
A20 Toujours prêts à dialoguer<br />
A21 Libération du service militaire :Il n’y a pas que l’âge qui compte<br />
A22 Service pendant la grossesse<br />
A23 333 recettes militaires savoureuses à tester <strong>ch</strong>ez soi<br />
A24 Journées de l‘armée 07<br />
13 Realität für 20 Stunden<br />
14 LW EKF Abt 3: Immer auf Empfang<br />
16 Einsatz mit Laptop und Beamer<br />
17 Arbeiten im Hintergrund<br />
18 EKF Special<br />
20 Blutjunge Führungsprofis ohne Praxis<br />
22 Musik: wi<strong>ch</strong>tige Visitenkarte der Armee<br />
23 Computerüberwa<strong>ch</strong>te Sanitätsausbildung<br />
Impressum<br />
ARMEE aktuell – die Zeits<strong>ch</strong>rift<br />
für die Armeeangehörigen der <strong>Luftwaffe</strong><br />
Ers<strong>ch</strong>eint zweimal jährli<strong>ch</strong><br />
Herausgeber:<br />
Chef der Armee und Kdt <strong>Luftwaffe</strong><br />
Redaktion:<br />
Redaktionsgruppen LVb 31, 33 und 34<br />
Redaktionsadresse <strong>Luftwaffe</strong>nteil:<br />
Kommunikation <strong>Luftwaffe</strong><br />
Redaktion ARMEE aktuell<br />
Hansjürg Klossner, Ueberlandstr. 255,<br />
8600 Dübendorf<br />
Tel. 044 823 20 08<br />
hansjuerg.klossner@vtg.<strong>admin</strong>.<strong>ch</strong><br />
Fa<strong>ch</strong>redaktion <strong>Luftwaffe</strong>:<br />
Kommunikationsbasisverantwortli<strong>ch</strong>e<br />
der Lehrverbände der <strong>Luftwaffe</strong>:<br />
LVb Flieger 31:<br />
Major Felix Tellenba<strong>ch</strong><br />
armeeaktuell@prosolutions.<strong>ch</strong><br />
LVb Flab 33:<br />
Oberst Hans Wehrli<br />
hans.wehrli@vtg.<strong>admin</strong>.<strong>ch</strong><br />
LVb FULW 34:<br />
Hptm Bernhard Bis<strong>ch</strong>off<br />
mail@bernhardbis<strong>ch</strong>off.<strong>ch</strong><br />
Layout und Produktion Kernteil:<br />
Kommunikation Verteidigung<br />
Adressänderungen:<br />
Eingeteilte AdA nur s<strong>ch</strong>riftli<strong>ch</strong> beim Sektions<strong>ch</strong>ef<br />
des Wohnorts. Alle anderen s<strong>ch</strong>riftli<strong>ch</strong> beim<br />
Kommando <strong>Luftwaffe</strong>, Papiermühlestr. 20, 3003 Bern<br />
Copyright:<br />
VBS, Verteidigung für sämtli<strong>ch</strong>e Inhalte<br />
Internet:<br />
www.luftwaffe.<strong>ch</strong><br />
www.vbs.<strong>admin</strong>.<strong>ch</strong><br />
www.armee.<strong>ch</strong><br />
Titelbild:<br />
Bei der Ges<strong>ch</strong>ossräumungsaktion auf dem Lauteraarglets<strong>ch</strong>er<br />
wurden für den Abtransport der<br />
Ges<strong>ch</strong>ossreste Helikopter des Typs Alouette 3<br />
eingesetzt.
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
Multinationale Übung im elektronis<strong>ch</strong>en Kampf ELITE 2006<br />
„Die S<strong>ch</strong>weiz gibt uns sehr viel“<br />
Zum elften Mal führte die deuts<strong>ch</strong>e Bun-<br />
deswehr unter Führung des <strong>Luftwaffe</strong>n-<br />
kommandos Süd die Übung ELITE dur<strong>ch</strong>.<br />
Wel<strong>ch</strong>es sind die Hintergründe und Ziele<br />
dieser Übung ?<br />
Text und Photos von Major Peter Gamboni,<br />
Presse- und Informationsoffizier, LVb Flab 33<br />
Historie<br />
Die deuts<strong>ch</strong>e Bundeswehr führte 1991 eine<br />
gemeinsame Übung des Jagdbomberges<strong>ch</strong>wa-<br />
ders 32 mit der Flugabwehrraketengruppe<br />
43 dur<strong>ch</strong>, die zur Vorbereitung der fliegenden<br />
Besatzungen auf die US-Übung „Red Flag“ dien-<br />
te. Diese Übung wurde ELITE getauft (Electronic<br />
Warfare Live Training Exercise).<br />
ELITE wurde 1995 erstmals dur<strong>ch</strong> das Luftwaf-<br />
fenkommando Süd dur<strong>ch</strong>geführt und ist seitdem<br />
die einzige regelmäßig stattfindende elektroni-<br />
s<strong>ch</strong>e Kampfübung der Bundeswehr.<br />
Die Auswertung der Übungsresultate führte zur<br />
Weiterentwicklung und Ausweitung der Übung<br />
ELITE. So wurde unter anderem die Übungsdau-<br />
er auf elf Tage erhöht, der Einsatz von Waffen-<br />
systemen dur<strong>ch</strong> eine ausgewogene Anzahl und<br />
Vielfalt bodengebundener und fliegender Kom-<br />
ponenten präzisiert. Besonders bewährt hat si<strong>ch</strong><br />
Die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Fahne inmitten 22 anderer Nationen.<br />
der Einsatz des Tiefflugüberwa<strong>ch</strong>ungssystems<br />
„Skyguard“ für die Auswertung und Na<strong>ch</strong>berei-<br />
tung der Übung.<br />
ELITE hat si<strong>ch</strong> zu einer Veranstaltung weiter-<br />
entwickelt, die mittlerweile ein fester Bestand-<br />
teil im internationalen Übungsges<strong>ch</strong>ehen ist.<br />
Die Übung ELITE mit dem S<strong>ch</strong>werpunkt Elek-<br />
tronis<strong>ch</strong>er Kampf ist international die einzige<br />
Übungsmögli<strong>ch</strong>keit dieser Art. Seit 2002 wird<br />
die Übung im süddeuts<strong>ch</strong>en Raum um den<br />
Truppenübungsplatz Heuberg, in der Nähe von<br />
Meßstetten, dur<strong>ch</strong>geführt. An der ELITE 2006<br />
nahmen 15 Nationen aktiv teil und 8 Nationen<br />
weilten als Beoba<strong>ch</strong>ter.<br />
Warum ELITE<br />
Dur<strong>ch</strong> den Auftrag der Bundeswehr, Deuts<strong>ch</strong>-<br />
land zu si<strong>ch</strong>ern und zur Stabilität in Europa und<br />
der Welt beizutragen entstand die Erkenntnis der<br />
Notwendigkeit au<strong>ch</strong> mit Streitkräften anderer<br />
Nationen zusammenzuarbeiten. ELITE ist eine<br />
komplexe Übung und stellt einen Höhepunkt der<br />
Einsatzaus- und Weiterbildung der fliegenden<br />
Besatzungen, der Flugabwehrsysteme, und des<br />
Einsatzführungsdienstes mit dem S<strong>ch</strong>werpunkt<br />
elektronis<strong>ch</strong>er Kampf dar.<br />
Die Übung dient dabei ni<strong>ch</strong>t der Vermittlung von<br />
Grundlagen, sondern bringt erlerntes Basiswis-<br />
sen unter komplexen Rahmenbedingungen zur<br />
Anwendung. Dabei steht die einzelne Besatzung<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
Auslandeinsatz<br />
|<br />
im Fokus des Trainings. Si<strong>ch</strong>eres Verhalten der<br />
Kampfbesatzungen innerhalb eines elektroni-<br />
s<strong>ch</strong>en Kampfszenarios wird geübt, na<strong>ch</strong>gewie-<br />
sen und erhöht. Die Dur<strong>ch</strong>setzungs- und Über-<br />
lebensfähigkeit der beteiligten Kräfte wird dur<strong>ch</strong><br />
realistis<strong>ch</strong>e Szenarien verbessert. Glei<strong>ch</strong>zeitig<br />
wird dur<strong>ch</strong> den streitkräftegemeinsamen und<br />
internationalen Ansatz die Dur<strong>ch</strong>führung von<br />
Joint und Combined Operations (teilstreitkräf-<br />
tegemeinsame und multinationale Operationen)<br />
trainiert und verbessert.<br />
Mit Unterstützung der wehrte<strong>ch</strong>nis<strong>ch</strong>en Dienst-<br />
stellen soll die Wirksamkeit aktueller Stör- und<br />
Täus<strong>ch</strong>te<strong>ch</strong>niken im Zusammenwirken mit tak-<br />
tis<strong>ch</strong>en Verfahren bestätigt und weiterentwickelt<br />
werden.<br />
Ziele der Übung<br />
• Na<strong>ch</strong>weis der Leistungsfähigkeit und Einsatz-<br />
bereits<strong>ch</strong>aft aller teilnehmenden Kräfte unter<br />
Einsatz elektronis<strong>ch</strong>er Störmaßnahmen<br />
• Verbesserung der Dur<strong>ch</strong>setzungs- und Über-<br />
lebensfähigkeit<br />
• Weiterentwicklung und Überprüfung takti-<br />
s<strong>ch</strong>er Verfahren<br />
• Aus- und Weiterbildung des Führungs- und<br />
Funktionspersonals<br />
3<br />
Die Übung ELITE<br />
mit dem S<strong>ch</strong>werpunktElektronis<strong>ch</strong>er<br />
Kampf ist<br />
international die<br />
einzige Übungsmögli<strong>ch</strong>keit<br />
dieser<br />
Art.
4<br />
Erstmals konnten<br />
in diesem Jahr<br />
die geflogenen<br />
Einsätze nahezu<br />
in E<strong>ch</strong>tzeit ausgewertet<br />
werden.<br />
• Vertiefung der internationalen Zusammenar-<br />
beit<br />
Bis zu 150 Übungsflüge am Tag<br />
Während den 11 Einsatztagen werden etwa<br />
1’300 Flugeinsätze geflogen. Neben dem<br />
S<strong>ch</strong>werpunkt bei den Kampfflugzeugen waren<br />
in diesem Jahr wiederum zahlrei<strong>ch</strong>e Hub-<br />
s<strong>ch</strong>rauber und Transportflugzeuge im Einsatz.<br />
Am Boden verteilen si<strong>ch</strong> über den gesamten<br />
Truppenübungsplatz diverse Luftabwehr-, Stör-<br />
und EKF-Systeme. In vielfältigen einsatznahen<br />
Szenarien werden, bei bis zu 150 Übungsflüge<br />
pro Tag, gegenseitig Verfahren des elektroni-<br />
s<strong>ch</strong>en Kampfes geübt.<br />
Ein <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Cougar s<strong>ch</strong>ützt si<strong>ch</strong> mit dem Abs<strong>ch</strong>uss von Flaires gegen Lenkwaffenbes<strong>ch</strong>uss.<br />
Auswertung fast in E<strong>ch</strong>tzeit<br />
Erstmals konnten in diesem Jahr die gefloge-<br />
nen Einsätze nahezu in E<strong>ch</strong>tzeit ausgewertet<br />
und ans<strong>ch</strong>ließend gemeinsam per Videokon-<br />
ferenzs<strong>ch</strong>altung mit den beteiligten Luftfahr-<br />
zeugbesatzungen und den bodengebundenen<br />
Luftabwehrkräften bespro<strong>ch</strong>en werden. Parallel<br />
erlaubte ein so genanntes Virtuel ELITE (VIRTEL)<br />
zusätzli<strong>ch</strong> entfernte Simulatoren mit den aktiven<br />
Truppenteilen zu verbinden und in das Übungs-<br />
ges<strong>ch</strong>ehen zu integrieren.<br />
Seit 5 Jahren dabei<br />
Unsere <strong>Luftwaffe</strong> nimmt seit 5 Jahren mit meh-<br />
reren Flugzeugen und Helikoptern an ELITE teil.<br />
Dieses Jahr wurde zusätzli<strong>ch</strong> eine RAPIER-<br />
Fliegerabwehrfeuereinheit mit einbezogen.<br />
Die Teilnahme der S<strong>ch</strong>weiz, die weder der EU<br />
ges<strong>ch</strong>weige der NATO angehört, wird vom Orga-<br />
nisator sehr positiv aufgenommen.<br />
Der deuts<strong>ch</strong>e Befehlshaber des <strong>Luftwaffe</strong>nfüh-<br />
rungskommandos, Generalleutnant Walter Jertz,<br />
nahm in einem am 4. Mai in Köln geführten Inter-<br />
view folgendermassen Stellung: „Die S<strong>ch</strong>weiz ist<br />
sehr aktiv. Sie müssen mal in die Historie hinein-<br />
s<strong>ch</strong>auen, wie früh die S<strong>ch</strong>weiz mit Streitkräften<br />
bei friedens<strong>ch</strong>affenden oder friedenstiftenden<br />
Einsätzen beteiligt war. Deswegen sind wir ja<br />
so dankbar, dass wir hier bei ElLITE unseren<br />
unmittelbaren Na<strong>ch</strong>barn begrüßen können. Für<br />
mi<strong>ch</strong> ist die S<strong>ch</strong>weiz gerade ein Paradebeispiel<br />
dafür, dass ein Land mögli<strong>ch</strong>st frühzeitig und<br />
mögli<strong>ch</strong>st intensiv an Übungen teilnimmt und<br />
ihre Partners<strong>ch</strong>aft für den Frieden, partnership<br />
for peace, ernst nimmt. Und die S<strong>ch</strong>weiz hat aus<br />
ihren Erfahrungen mit uns, der NATO, ihre Erfah-<br />
rungen für viele, viele Einsätze abgebildet. Die<br />
S<strong>ch</strong>weiz nutzt diese Chance. I<strong>ch</strong> glaube au<strong>ch</strong>,<br />
dass die S<strong>ch</strong>weiz dur<strong>ch</strong> ihre te<strong>ch</strong>nis<strong>ch</strong>e Ausrüs-<br />
tung und dur<strong>ch</strong> ihre mentale Ausri<strong>ch</strong>tung uns<br />
sehr viel gibt. ■<br />
Deuts<strong>ch</strong>er Tornado im Tiefflug über dem Heuberg.
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
ELITE: Zufriedene Deuts<strong>ch</strong>e Übungsleitung:<br />
„Die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> sind eine Berei<strong>ch</strong>erung<br />
für die Übung“<br />
Eine Übung mit 15 teilnehmenden Natio-<br />
nen dur<strong>ch</strong>zuführen ist hö<strong>ch</strong>st anspru<strong>ch</strong>s-<br />
voll. Wie haben si<strong>ch</strong> die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong><br />
Teilnehmer in das Übungsges<strong>ch</strong>ehen<br />
integriert? Ein kurzes Gesprä<strong>ch</strong> mit<br />
Oberstleutnant Georg Wolters, stellvertre-<br />
tender Übungsleiter ELITE.<br />
Text von Hauptmann Patrick Semadeni, Photos<br />
von Major Peter Gamboni, beide Presse- und<br />
Informationsoffiziere, Lehrverband Flab 33<br />
Herr Oberstleutnant, dieses Jahr nimmt<br />
zum ersten Mal eine <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Einheit<br />
der bodengestützten Luftverteidigung an<br />
der ELITE teil. Was sind Ihre Eindrücke?<br />
Die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> haben si<strong>ch</strong> gut in die Übung<br />
integriert. Wir empfinden die Teilnahme der<br />
<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Rapier Einheit als eine Berei<strong>ch</strong>erung.<br />
Ein Plus für die Übung. Die S<strong>ch</strong>weiz ist eine koo-<br />
perative Übungsnation. Die Zusammenarbeit ist<br />
sehr gut, die geleistete Arbeit professionell.<br />
Wo gab es S<strong>ch</strong>wierigkeiten<br />
und Probleme?<br />
S<strong>ch</strong>wierigkeiten und Probleme gab es keine,<br />
nur einige Verständnisfragen. So arbeiten wir<br />
in einigen Berei<strong>ch</strong>en mit anderen Standards<br />
als die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong>, beispielsweise im Koordina-<br />
tensystem. Mittels Abspra<strong>ch</strong>en haben wir diese<br />
Punkte vor der Übung jedo<strong>ch</strong> klären können.<br />
Werden in Zukunft no<strong>ch</strong> mehr<br />
Nationen an der ELITE teilnehmen?<br />
Eher ni<strong>ch</strong>t. Die ELITE ist eine Übung, zu der<br />
wir die NATO-Staaten sowie die Länder einla-<br />
den, die der EURAC (Anmerkung der Redaktion:<br />
European Air Chiefs Conference) angehören. Wir<br />
haben mit dem aktuellen Teilnehmerkreis bereits<br />
eine gute Auslastung der Kapazitäten auf dem<br />
Truppenübungsplatz Heuberg errei<strong>ch</strong>t.<br />
Oberstlt Georg Wolters<br />
auf dem Truppenübungsplatz Heuberg.<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
Auslandeinsatz<br />
|<br />
Was wüns<strong>ch</strong>en Sie si<strong>ch</strong> für die Zukunft<br />
von ELITE?<br />
Wir sind bereits in den Planungen für die über-<br />
nä<strong>ch</strong>ste ELITE, das heisst für das Jahr 2008.<br />
Interessant ist si<strong>ch</strong>er, wenn wir mögli<strong>ch</strong>st viele<br />
vers<strong>ch</strong>iedene Systeme in die Übung integrieren<br />
können. Eine mögli<strong>ch</strong>st grosse Systemvarietät<br />
ist erwüns<strong>ch</strong>t.<br />
CASA 295M, Flaires ausstossend.<br />
Herr Oberstleutnant, besten Dank für das<br />
Gesprä<strong>ch</strong>. ■<br />
5<br />
Die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong><br />
haben si<strong>ch</strong> gut<br />
in die Übung<br />
integriert.
6<br />
Moderne<br />
Erdkampfszenarien<br />
werden<br />
live geflogen.<br />
<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Rapier Einheit an der Übung ELITE<br />
„Wir können international mithalten“<br />
Auf dem deuts<strong>ch</strong>en Truppenübungsplatz Heuberg bekämpft eine <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Rapier-Einheit Helikopter.<br />
Zum ersten Mal hat der Lehrverband Flab 33 einen Einsatz im Ausland dur<strong>ch</strong>geführt. Die<br />
Verantwortli<strong>ch</strong>en ziehen eine positive Bilanz.<br />
Text von Hauptmann Patrick Semadeni, Fotos von Major Peter Gamboni,<br />
beide Presse- und Informationsoffiziere im Lehrverband Flab 33<br />
Der Kommandant der <strong>Luftwaffe</strong> hatte Gelegen-<br />
heit, die ELITE 2005 zu besu<strong>ch</strong>en. Das Gesehe-<br />
ne hat den Kommandanten der <strong>Luftwaffe</strong> davon<br />
überzeugt, dass die ELITE au<strong>ch</strong> für die bodenge-<br />
stützte Luftverteidigung von grossem Nutzen ist.<br />
Der Lehrverband Flab 33 erhielt den Auftrag, an<br />
der Austragung 2006 von ELITE teilzunehmen.<br />
Erfahrungen im Auslandseinsatz sammeln<br />
Eines der wi<strong>ch</strong>tigsten Ziele war es, Erfahrun-<br />
gen im Auslandseinsatz zu sammeln. Der Ein-<br />
satz auf dem Heuberg war die erste Kampagne<br />
im Ausland, wel<strong>ch</strong>e der Lehrverband Flab 33<br />
eigenständig dur<strong>ch</strong>geführt hat. „Die Vorbe-<br />
reitungsphase war sehr arbeitsintensiv“ fasst<br />
der Kurskommandant Oberstleutnant Reinhard<br />
Siegfried zusammen. „Um mit Waffensystemen<br />
in einem Konvoi die Grenze zu überqueren, muss<br />
ein grosser <strong>admin</strong>istrativer Aufwand betrieben<br />
werden.“ Die Vorbereitung und der Aufmars<strong>ch</strong><br />
haben gut funktioniert. Der einzige kleine Zwi-<br />
s<strong>ch</strong>enfall war die Panne eines Geländefahr-<br />
zeuges Pu<strong>ch</strong> kurz vor Errei<strong>ch</strong>en des Ziels. Das<br />
Fahrzeug konnte jedo<strong>ch</strong> glei<strong>ch</strong> in die Kaserne<br />
abges<strong>ch</strong>leppt werden. „Die Bundeswehr hat uns<br />
in jeder Phase des Aufmars<strong>ch</strong>es und des Einsat-<br />
zes hervorragend unterstützt. Das war wirkli<strong>ch</strong><br />
eine sehr positive Erfahrung.“ freut si<strong>ch</strong> Oberst-<br />
leutnant Reinhard Siegfried. Und Oberstleutnant<br />
Martin Blum, der stellvertretende Kurskomman-<br />
dant, ergänzt: „Ein Vorteil ist si<strong>ch</strong>er die Spra<strong>ch</strong>e.<br />
Wir haben aber au<strong>ch</strong> bewusst die Kontakte zur<br />
Bundeswehr gepflegt. Dadur<strong>ch</strong> ist ein kamerad-<br />
s<strong>ch</strong>aftli<strong>ch</strong>es Verhältnis entstanden.“<br />
Bekämpfen moderner Gegner üben<br />
Oberstleutnant Blum nennt ein weiteres Ziel:<br />
„Wir wollen au<strong>ch</strong> Erfahrungen im Bekämpfen<br />
von modernen Gegnern ma<strong>ch</strong>en.“ Die Flugzeu-<br />
ge und Helikopter fliegen an der ELITE sehr tief.<br />
Moderne Erdkampfszenarien werden live geflo-<br />
gen. In der S<strong>ch</strong>weiz werden sol<strong>ch</strong>e Szenarien mit<br />
Flugzeugen simuliert, die keine Erdkämpfer sind.<br />
Ausserdem gibt es in der S<strong>ch</strong>weiz zahlrei<strong>ch</strong>e<br />
Restriktionen hinsi<strong>ch</strong>tli<strong>ch</strong> Gelände, Wetter und<br />
sonstigen Auflagen. In vers<strong>ch</strong>iedenen Slots (zeit-<br />
li<strong>ch</strong> festgelegte Flugeinsätze) haben Flugzeuge<br />
und Helikopter von vers<strong>ch</strong>iedenen Nationen<br />
Angriffe auf die Stellungen geflogen. Man<strong>ch</strong>mal<br />
au<strong>ch</strong> in so genannten Strike Packages, das sind<br />
Angriffe die mit vers<strong>ch</strong>iedenen Flugzeugtypen<br />
geflogen werden. Diese Flugbewegungen sind<br />
so beeindruckend, dass au<strong>ch</strong> zahlrei<strong>ch</strong>e Hob-<br />
byfotografen am Rand des Geländes die span-<br />
nendsten Momente festhalten wollen.<br />
Internationales Ben<strong>ch</strong>marking<br />
„Wir mö<strong>ch</strong>ten wissen, wo wir international ste-<br />
hen. Unsere Gefe<strong>ch</strong>tsleistung mit derjenigen<br />
unserer Kameraden aus dem Ausland verglei-<br />
<strong>ch</strong>en.“ unterstrei<strong>ch</strong>t Oberstleutnant Blum weiter.<br />
Und wo stehen die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> im Verglei<strong>ch</strong> zu<br />
den anderen Nationen? Oberstleutnant Blum:<br />
„Die Standardsituationen haben wir gut im<br />
Griff. Bei den komplexeren Szenarien stellen wir<br />
tägli<strong>ch</strong> eine Steigerung unserer Leistung fest.<br />
Die Basis stimmt. Bezügli<strong>ch</strong> Gefe<strong>ch</strong>tsleistung<br />
können wir international mithalten.“ Allerdings<br />
<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Flagge auf dem Heuberg, getarnt.
gibt Oberstleutnant Siegfried zu bedenken: „Die<br />
Übung ELITE spielt si<strong>ch</strong> in einer höheren Liga ab.<br />
Von Trainings auf diesem Level können wir nur<br />
profitieren und uns verbessern“ und weiter: „Wir<br />
haben hier mit nur einer Feuereinheit geübt, mit<br />
guten Resultaten. Der nä<strong>ch</strong>ste S<strong>ch</strong>ritt wäre das<br />
Üben in Clustern, mit mehr Feuereinheiten und<br />
au<strong>ch</strong> mit anderen Systemen.“<br />
Vernetzung der Systeme als Herausfor-<br />
derung<br />
Verbesserungspotenzial ortet Oberstleutnant<br />
Siegfried in einer verstärkten Vernetzung: „Viele<br />
andere Nationen verfügen über moderne, ho<strong>ch</strong>-<br />
wertig vernetzte Systeme. Hier können wir uns<br />
no<strong>ch</strong> verbessern.“ Der Trend ist erkannt, und<br />
erste Massnahmen sind eingeleitet. So beri<strong>ch</strong>tet<br />
Oberstleutnant Siegfried darüber, dass für die<br />
Kanonenflab eine Studie gestartet wurde, wel-<br />
<strong>ch</strong>e die Mögli<strong>ch</strong>keiten der besseren Vernetzung<br />
untersu<strong>ch</strong>t. Oberstleutnant Blum bringt die Her-<br />
ausforderung auf den Punkt: „Es geht darum,<br />
die vers<strong>ch</strong>iedenen Luftlagebilder zusammenzu-<br />
führen.“.<br />
Eine positive Bilanz<br />
Insgesamt ist Oberstleutnant Siegfried sehr<br />
zufrieden: „Wir zeigen eine gute Gefe<strong>ch</strong>tsleis-<br />
tung. Waffente<strong>ch</strong>nis<strong>ch</strong> sind wir auf Augenhöhe<br />
mit den anderen Nationen.“ Für die Zukunft<br />
wüns<strong>ch</strong>t si<strong>ch</strong> Oberstleutnant Siegfried aber mehr<br />
Systeme an der ELITE: „Wir könnten wertvolle<br />
Erfahrungen sammeln, wenn wir die vers<strong>ch</strong>iede-<br />
nen Systeme gemeinsam in die ELITE integrie-<br />
ren könnten.“ Eine positive Bilanz ziehen au<strong>ch</strong><br />
die teilnehmenden Soldaten und Unteroffiziere,<br />
darunter au<strong>ch</strong> viele aus der Miliz. Die Aufgabe<br />
wird als interessant empfunden. Der Kontakt zu<br />
Soldaten aus anderen Nationen wird gepflegt,<br />
allerdings vorwiegend zu den Kameraden aus<br />
Deuts<strong>ch</strong>land und Österrei<strong>ch</strong>, die im selben<br />
Gebäude untergebra<strong>ch</strong>t sind wie die S<strong>ch</strong>wei-<br />
zer. Sol<strong>ch</strong>e Kontakte werden abends na<strong>ch</strong> der<br />
Arbeit gepflegt, oder an den Wo<strong>ch</strong>enenden beim<br />
Fussballspiel oder bei einem Ausflug in die land-<br />
s<strong>ch</strong>aftli<strong>ch</strong> anspre<strong>ch</strong>ende Region. ■<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
Oberstlt Reinhard Siegfried (l.) + Oberstlt Martin Blum. Rapier contra CH-53.<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
Auslandeinsatz<br />
|<br />
Angehörige der Feuereinheit.<br />
Rapier contra Cougar.<br />
7<br />
Die Übung ELITE<br />
spielt si<strong>ch</strong> in einer<br />
höheren Liga ab.
8<br />
Von der Planung<br />
über den Flug bis<br />
zum abs<strong>ch</strong>liessenden<br />
Debriefing<br />
dauert so ein<br />
Einsatz übrigens<br />
rund 12 Stunden.<br />
Nordic Air Meet 2006:<br />
Air Base Ørland –<br />
s<strong>ch</strong>on fast ein zweites Zuhause<br />
Abenddämmerung in Ørlland. Die Bodencrew aus Sion stellt vier F/A-18 für einen Einsatz bereit.<br />
Taktis<strong>ch</strong>es Fliegen stand im Mittelpunkt<br />
des vom 27. September bis 5. Oktober<br />
2006 dur<strong>ch</strong>geführten Nordic Air Meet auf<br />
der norwegis<strong>ch</strong>en Air Base von Ørland.<br />
Zum zweiten Mal nahm au<strong>ch</strong> eine Dele-<br />
gation der <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> <strong>Luftwaffe</strong> von elf<br />
Ensatzpiloten der <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> <strong>Luftwaffe</strong> mit<br />
fünf F/A-18-Kampfflugzeugen teil.<br />
Hansjürg Klossner, Kommunikation <strong>Luftwaffe</strong><br />
S<strong>ch</strong>on seit 1998 profitiert die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Luft-<br />
waffe von den hervorragenden Bedingungen<br />
auf der norwegis<strong>ch</strong>en Air Base Ørland. Jeweils<br />
ein Mal pro Jahr üben die Piloten hier im hohen<br />
Norden im Rahmen der so genannten „Night-<br />
way“-Kampagnen Na<strong>ch</strong>tflüge, wel<strong>ch</strong>e in der<br />
di<strong>ch</strong>t besiedelten S<strong>ch</strong>weiz mit Rücksi<strong>ch</strong>t auf<br />
die Bevölkerung ni<strong>ch</strong>t trainiert werden können.<br />
Dank den guten Beziehungen zu den norwe-<br />
gis<strong>ch</strong>en Gastgebern wurden die ni<strong>ch</strong>t zuletzt<br />
wegen ihrer modernen F/A-18 gern gesehenen<br />
<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> vor drei Jahren erstmals au<strong>ch</strong> ans<br />
„Nordic Air Meet“ eingeladen. Dabei werden<br />
zwar au<strong>ch</strong> Na<strong>ch</strong>tflüge absolviert, im Zentrum<br />
des Interesses stehen aber taktis<strong>ch</strong>e Einsätze<br />
vorwiegend bei Tagesli<strong>ch</strong>t. Dieses Jahr konnten<br />
si<strong>ch</strong> elf <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Einsatzpiloten mit norwegi-<br />
s<strong>ch</strong>en F-16- und s<strong>ch</strong>wedis<strong>ch</strong>en Gripen-Piloten<br />
messen und von den neuesten Erkenntnissen<br />
im taktis<strong>ch</strong>en Luftkampf profitieren. Unterstützt<br />
wurden sie von einer 25-köpfigen Bodencrew<br />
aus Sion.<br />
Combined Air Operations<br />
Im Ans<strong>ch</strong>luss ans obligate, gemeinsam von allen<br />
an der Uebung beteiligten Piloten bestrittene<br />
Debriefing beri<strong>ch</strong>tete uns Major Patrick „Dähli“<br />
Dähler von einem Einsatz: „Wir flogen mit vier<br />
F/A-18 gegen zwei s<strong>ch</strong>wedis<strong>ch</strong>e Gripen und<br />
zwei norwegis<strong>ch</strong>e F-16. Das Übungsszenario<br />
sah vor, dass die F-16 ges<strong>ch</strong>ützt von den beiden<br />
Gripen Oerland angriffen und wir dies zu verhin-<br />
dern hatten. Ers<strong>ch</strong>werend für uns war, dass wir<br />
simuliert mit der s<strong>ch</strong>wä<strong>ch</strong>eren Waffe zu agieren<br />
hatten. Das wird jeweils gegenseitig abgespro-<br />
<strong>ch</strong>en, weil es wenig Sinn ma<strong>ch</strong>t, mit AMRAAM<br />
gegen AMRAAM zu kämpfen. Wir haben uns<br />
s<strong>ch</strong>on bald aufgesplittet und so hatte jeder viel<br />
zu tun. Es treten jeweils eine rote gegen eine<br />
blaue Gruppe an. Der Leader der blauen Grup-<br />
pe stellt als „Master“ die Übung zusammen,<br />
entwickelt das Szenario und sagt dem Leader<br />
der roten Gruppe, was er von ihm erwartet und<br />
erklärt die Zielsetzung. Es folgt die aufwendige<br />
Planung des Einsatzes, der rund 75-minütige<br />
Flug und erst das gruppeninterne, später das<br />
gemeinsame Briefing. Da wird dann gekärt, wer<br />
wann ges<strong>ch</strong>ossen hat oder ni<strong>ch</strong>t und mit wel-<br />
<strong>ch</strong>em Resultat usw. Von der Planung über den<br />
Flug bis zum abs<strong>ch</strong>liessenden Debriefing dauert<br />
so ein Einsatz übrigens rund 12 Stunden.<br />
In der ersten Wo<strong>ch</strong>e flogen wir mehrheitli<strong>ch</strong><br />
kleinere Übungen. In der zweiten folgten so<br />
genannte COMAO’s, Combined Air Operations.<br />
Die Ausgangslage ist dabei die folgende: Ein<br />
Pulk von Flugzeugen, der (in NATO-Übungen)<br />
bis zu dreissig Mas<strong>ch</strong>inen umfassen kann<br />
- wir ma<strong>ch</strong>en es hier mit maximal 16 - greift<br />
mit Kampfbombern ein Gebiet an. Zuerst wird<br />
die Luftüberlegenheit errungen, dana<strong>ch</strong> wird<br />
bombardiert und man zieht si<strong>ch</strong> wieder zurück.<br />
Das gehört zwar ni<strong>ch</strong>t zu unserem Auftrag der<br />
reinen Landesverteidigung, aber die Norweger<br />
demonstrieren uns, wie so etwas abläuft und wir<br />
können dabei sehen, was uns in einem Ernst-<br />
fall erwarten würde. So sind von den insgesamt<br />
rund dreissig Flugzeugen nur circa zehn eigent-<br />
li<strong>ch</strong>e Bomber, die restli<strong>ch</strong>en haben ihren S<strong>ch</strong>utz<br />
zu gewährleisten oder andere Aufgaben wie<br />
Aufklärung usw. Wi<strong>ch</strong>tig für uns ist die Erkennt-<br />
nis, dass eine sol<strong>ch</strong>e Angreiferflotte gar ni<strong>ch</strong>t<br />
einfliegt, wenn man ihnen die Luftüberlegen-<br />
heit verwehrt. Gerade für jüngere Piloten sind<br />
sol<strong>ch</strong>e grossen Übungen ein sehr gutes Tool,<br />
um Planung und Mission zu lernen. Zu hause,<br />
im Fa<strong>ch</strong>dienst Luftverteidigung, werden sie die<br />
gema<strong>ch</strong>ten Erfahrungen weiter verbreiten.“<br />
Keine Werbeveranstaltung für den Gripen<br />
Mit lei<strong>ch</strong>tem Erstaunen haben die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong><br />
Major Patrick Dähler.
in Ørland konstatiert, dass die s<strong>ch</strong>wedis<strong>ch</strong>e<br />
<strong>Luftwaffe</strong> mit einem lei<strong>ch</strong>t veralteten Gripen-<br />
Flugzeug angereist kam. Es ging den S<strong>ch</strong>we-<br />
den offensi<strong>ch</strong>tli<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>t darum, die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong>,<br />
wel<strong>ch</strong>e die F-5 Tiger ersetzen müssen, mit<br />
dem neuesten Modell „glus<strong>ch</strong>tig“ zu ma<strong>ch</strong>en.<br />
Gefühlsmässig, so F/A-18-Pilot Dähler, hätten<br />
die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> den Eindruck, dass sie mit den<br />
S<strong>ch</strong>weden, wel<strong>ch</strong>e mit ihren besten Piloten<br />
angereist waren, zumindest mithalten könnten.<br />
Das sei natürli<strong>ch</strong> au<strong>ch</strong> die Folge der regelmäs-<br />
sigen Trainingsmögli<strong>ch</strong>keiten im Ausland sowie<br />
der modernsten Konfiguration der <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong><br />
F/A-18-Flotte.<br />
Ein Geben und Nehmen<br />
Au<strong>ch</strong> wenn die Räumli<strong>ch</strong>keiten eng sind und<br />
si<strong>ch</strong> die beteiligten Piloten im Operations Center<br />
gegenseitig fast auf die Füsse stehen, fühlten<br />
si<strong>ch</strong> in Ørland alle wohl. Delegations<strong>ch</strong>ef Major<br />
Aldo Wicki: „Wir fühlen uns hier wie zuhause.<br />
Die Zusammenarbeit mit den Norwegern und<br />
S<strong>ch</strong>weden ist hervorragend. Wir haben zwar<br />
unters<strong>ch</strong>iedli<strong>ch</strong>e Vors<strong>ch</strong>riften, spre<strong>ch</strong>en aber<br />
dieselbe Spra<strong>ch</strong>e und haben gemeinsam das<br />
Ziel, stets no<strong>ch</strong> besser zu werden. Deshalb sind<br />
au<strong>ch</strong> alle Beteiligten glei<strong>ch</strong>ermassen motiviert.<br />
Wir wissen, dass wir alle nur profitieren können.<br />
Obwohl ni<strong>ch</strong>t in der NATO, können wir hier von<br />
neuesten Erkenntnissen profitieren. Dazu sind<br />
die Übungsräume hier riesig; wir haben in der<br />
S<strong>ch</strong>weiz ni<strong>ch</strong>ts verglei<strong>ch</strong>bares. Ebenfalls wi<strong>ch</strong>tig<br />
s<strong>ch</strong>eint mir, dass die Bevölkerung rund um die<br />
Air Base den Fluglärm akzeptiert; der Flugplatz<br />
ist für die gesamte Region wirts<strong>ch</strong>aftli<strong>ch</strong> gros-<br />
ser Bedeutung. Die wunders<strong>ch</strong>öne Lands<strong>ch</strong>aft<br />
täus<strong>ch</strong>t optis<strong>ch</strong> darüber hinweg, dass wir ni<strong>ch</strong>t<br />
„just for fun“ hier sind. Wir trainieren hier hart<br />
mit anderen Nationen; Interoperabilität wird<br />
gross ges<strong>ch</strong>rieben. Ni<strong>ch</strong>t zuletzt deshalb sind<br />
wir sehr dankbar, au<strong>ch</strong> in Zukunft wieder hierher<br />
kommen zu dürfen.“<br />
Dass die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> mit ihren F/A-18 erwüns<strong>ch</strong>t<br />
sind, zeigte si<strong>ch</strong> Ende der zweiten Wo<strong>ch</strong>e auf<br />
eine spezielle Weise. Es kam nämli<strong>ch</strong> die<br />
Anfrage, ob ni<strong>ch</strong>t ein F/A-18 eine Landung in<br />
die in Ørland neu eingebaute Kabelfanganlage<br />
ma<strong>ch</strong>en könne. Die F-16 verfügen zwar über<br />
einen Fanghaken, jedo<strong>ch</strong> wie unsere Tiger nur<br />
einen für absolute Notfälle. Für die <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong><br />
Piloten gehören sol<strong>ch</strong>e Landungen zum Pfli<strong>ch</strong>t-<br />
programm und sind überdies begehrt. Die letzte<br />
Landung des Nordic Air Meet 06 erfolgte dem-<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
|<br />
Auslandeinsatz<br />
Zwei norwegis<strong>ch</strong>e F-16 und ein F/A-18 (oben),<br />
Zurück vom Einsatz: Die Piloten unters<strong>ch</strong>reiben den Flugrapport.<br />
zufolge mit ausgefahrenem Fanghaken, zur<br />
Freude der ganzen Air Base inklusive Hersteller-<br />
firma. Die Kabelfanganlage von Ørland ist jetzt<br />
ausgetestet resp. eingeflogen. ■<br />
9<br />
Die Zusammenarbeit<br />
mit den<br />
Norwegern und<br />
S<strong>ch</strong>weden ist<br />
hervorragend.
10<br />
Das Erkennen und<br />
Verbessern von<br />
S<strong>ch</strong>wa<strong>ch</strong>stellen<br />
war einer der<br />
Hauptzwecke der<br />
Übung.<br />
Übung BELUGA 06<br />
Zwis<strong>ch</strong>en Brücke und Bergung<br />
Die dreitägige Übung „BBELUGA 06“ bil-<br />
dete einen der Höhepunkte des dreiwö<strong>ch</strong>i-<br />
gen Wiederholungskurses des Flugplatz-<br />
kommandos 13 in Meiringen vom 2. bis<br />
20. Oktober. Mit fantasievollen Ereignissen<br />
wurden sämtli<strong>ch</strong>e Truppenelemente beübt.<br />
Von Oliver Gut<br />
Das Seil ist straff, die Muskeln sind gespannt.<br />
Vorsi<strong>ch</strong>tig wird der mä<strong>ch</strong>tige Stahlträger vom<br />
Kran herabgelassen und von den Soldaten in<br />
die vorbereitete Position bewegt. Wäre da ni<strong>ch</strong>t<br />
die Uniform und das dominante Grün, in dem die<br />
Mehrzahl der Objekte gehalten ist, man wähnte<br />
si<strong>ch</strong> auf einer normalen Baustelle. Entspre<strong>ch</strong>end<br />
engagiert gehen die Soldaten der Flpl Sap Kp<br />
13 zu Werke: Keiner, der si<strong>ch</strong> drückt. Keiner,<br />
der nur dur<strong>ch</strong> Anweisungen funktioniert. Laute<br />
Worte fallen nur dann, wenn dies akustis<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>t<br />
anders mögli<strong>ch</strong> ist – Bagger, Kran oder Kom-<br />
pressor sind keine stummen Mas<strong>ch</strong>inen.<br />
„Es ist Arbeit, wie i<strong>ch</strong> sie sonst au<strong>ch</strong> kenne“,<br />
sagt Soldat Dany S<strong>ch</strong>eidegger. Er ist einer der<br />
ausgewiesenen Spezialisten innerhalb des Flpl<br />
Sap Z. Er führt den Bagger so gewissenhaft,<br />
wie er es im Berufsleben im Tiefbau ebenfalls<br />
tut. Sein Auftrag und der seiner Kameraden ist<br />
der Bau einer Ersatzbrücke: Das Fundament<br />
des festen Übergangs wurde unterspült, wes-<br />
halb dieser keine Überquerung dur<strong>ch</strong> Kampfjets<br />
mehr zulässt und F/A-18 sowie F-5 auf dem<br />
Weg von der Kaverne zur Startbahn zum Umweg<br />
zwingt. Der Vorfall ist eines von 27 Ereignissen<br />
der Übung BELUGA 06. Eine Übung, die zum<br />
Abs<strong>ch</strong>luss des dreiwö<strong>ch</strong>igen Wiederholungskur-<br />
ses stattfindet, die das 1100 Soldaten umfas-<br />
sende Flugplatzkommando 13 in Meiringen<br />
auf seine Leistungsfähigkeit testet und die seit<br />
2005 jährli<strong>ch</strong> auf den <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Militärflugplät-<br />
zen dur<strong>ch</strong>geführt wird.<br />
Realistis<strong>ch</strong>es Szenario<br />
Während die Sappeure bei der Abdeckung der<br />
Träger ins S<strong>ch</strong>witzen geraten, sind bei Oberst<br />
Paul S<strong>ch</strong>ild no<strong>ch</strong> keine S<strong>ch</strong>weissperlen auszu-<br />
ma<strong>ch</strong>en. Der Kommandant des Flugplatzkom-<br />
mandos Meiringen wird persönli<strong>ch</strong> beübt: Ein<br />
Medienprofi aus der Übungsleitung gibt si<strong>ch</strong><br />
als Redaktor von „S<strong>ch</strong>weiz aktuell“ aus und will<br />
kurzfristig ein Interview zum Thema „Fluglärm“.<br />
Au<strong>ch</strong> im Alltag immer wieder mit der Problema-<br />
tik des Militärflugplatzes in der Tourismus-Regi-<br />
on konfrontiert, vermag S<strong>ch</strong>ild die Klippe gut zu<br />
ums<strong>ch</strong>iffen: Na<strong>ch</strong>dem er si<strong>ch</strong> ein Zeitfenster<br />
vers<strong>ch</strong>afft und si<strong>ch</strong> vorbereitet hat, beantwortet<br />
er vor laufender Kamera geduldig die kritis<strong>ch</strong>en<br />
Fragen des Fernseh-Mannes und ermögli<strong>ch</strong>t<br />
diesem gar no<strong>ch</strong> ein Interview mit einem Pilo-<br />
ten.<br />
Soldat Adrian Düster (21) aus Brittnau, Flpl Sap Kp 13<br />
Dass die Übungsleitung au<strong>ch</strong> die Medien ins<br />
Drehbu<strong>ch</strong> einfliessen lassen, zeigt auf, wie<br />
zeitgemäss „BELUGA 06“ konzipiert wurde. Als<br />
„Der Bau einer Ersatzbrücke, wie wir ihn während der Übung<br />
BELUGA 06 dur<strong>ch</strong>führen mussten, gehört zu den gängigen Aufgaben<br />
innerhalb einer Genie-Kompanie. Trotzdem habe i<strong>ch</strong> diese Arbeit<br />
no<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>t oft ausgeübt, zumal i<strong>ch</strong> ja hier in Meiringen erstmals<br />
einen WK absolvierte. Entspre<strong>ch</strong>end motiviert war i<strong>ch</strong> für den<br />
Einsatz, bringt das do<strong>ch</strong> mehr als nur rumzusitzen. I<strong>ch</strong> habe die<br />
Brücke jedenfalls gerne gebaut, au<strong>ch</strong> wenn i<strong>ch</strong> mi<strong>ch</strong> bei einigen<br />
te<strong>ch</strong>nis<strong>ch</strong>en Arbeiten wie dem Vermessen zurückhielt. Der Grund<br />
dafür ist ein einfa<strong>ch</strong>er: In meinem Berufsleben habe i<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>ts mit<br />
diesen Tätigkeiten zu tun – also muss i<strong>ch</strong> au<strong>ch</strong> hier im Miliär ab<br />
und zu den wirkli<strong>ch</strong>en Spezialisten den Vortritt lassen.“
Soldat Peter Meier (26) aus Mettmenstetten, Flugunfallpikett, Flpl Sap Kp 13<br />
Herausforderung stehen Demonstranten und<br />
Aktivisten, die si<strong>ch</strong> gegen den Flugplatz wen-<br />
den. Interceptiert und zum Flugplatz Meiringen<br />
begleitet wird kein gegneris<strong>ch</strong>es Kampfflugzeug,<br />
sondern eine zweimotorige Mas<strong>ch</strong>ine vom Typ<br />
Super-King-Air, die si<strong>ch</strong> in fremden Luftraum<br />
verirrt hat. Und au<strong>ch</strong> der nä<strong>ch</strong>tli<strong>ch</strong>e Lös<strong>ch</strong>- und<br />
Bergungseinsatz der Feuerwehr-Einheit verläuft<br />
ni<strong>ch</strong>t ohne zivile Einflüsse: Wieder tau<strong>ch</strong>t ein TV-<br />
Reporter auf, dieses Mal von der Tagess<strong>ch</strong>au,<br />
den es auf angemessen Weise von der Gefah-<br />
renzone fernzuhalten gilt.<br />
Alles läuft in den drei Tagen ni<strong>ch</strong>t na<strong>ch</strong> Wuns<strong>ch</strong><br />
– womit einer der Hauptzwecke der Übung erfüllt<br />
ist: das Erkennen und Verbessern von S<strong>ch</strong>wa<strong>ch</strong>-<br />
stellen. Do<strong>ch</strong> insgesamt beweisen die Elemente<br />
des Flugplatzkommandos 13 in den drei Tagen,<br />
dass sie ihr unters<strong>ch</strong>iedli<strong>ch</strong>es Handwerk au<strong>ch</strong><br />
unter ers<strong>ch</strong>werten Bedingungen im Griff haben.<br />
Die Sappeure sind da keine Ausnahme: S<strong>ch</strong>ritt<br />
für S<strong>ch</strong>ritt sind sie im Verlauf des zweiten Tages<br />
vorwärts gekommen und haben eine funktions-<br />
fähige Ersatzbrücke gebaut. Und während die<br />
Dämmerung über den Flugplatz hereinbri<strong>ch</strong>t,<br />
rollt die erste F/A-18 ohne Probleme über den<br />
„Die nä<strong>ch</strong>tli<strong>ch</strong>e Lös<strong>ch</strong>- und Bergungsübung na<strong>ch</strong> einem Flugzeugabsturz<br />
war wohl der heftigste simulierte Einsatz, den i<strong>ch</strong> bislang mitgema<strong>ch</strong>t<br />
habe. Speziell war die Situation au<strong>ch</strong>, weil wir bereits tagsüber beübt<br />
worden waren und deshalb ni<strong>ch</strong>t mehr mit einem Ereignis gere<strong>ch</strong>net<br />
hatten. Entspre<strong>ch</strong>end realistis<strong>ch</strong> entwickelte si<strong>ch</strong> dann die ganze Sa<strong>ch</strong>e,<br />
was i<strong>ch</strong> als sehr sinnvoll era<strong>ch</strong>te. Mi<strong>ch</strong> hat die Übung jedenfalls neue,<br />
interessante Aspekte gelehrt. Und i<strong>ch</strong> glaube au<strong>ch</strong>, dass wir dabei re<strong>ch</strong>t<br />
ordentli<strong>ch</strong> abs<strong>ch</strong>nitten, fanden wir do<strong>ch</strong> den zweiten der beiden verletzten<br />
Piloten innerhalb von einer Stunde. Im Dunkeln ist das keineswegs<br />
selbstverständli<strong>ch</strong>.“<br />
Neubau. Dieses Übungselement wurde erfolg-<br />
rei<strong>ch</strong> abges<strong>ch</strong>lossen – do<strong>ch</strong> „BELUGA 06“ geht<br />
weiter…<br />
„Ein Politikum<br />
von öffentli<strong>ch</strong>em Interesse“<br />
Oberst Paul S<strong>ch</strong>ild, Kommandant des Flugplatz-<br />
Kommandos 13 in Meiringen, äussert si<strong>ch</strong> im<br />
Interview zur Zusammenarbeit mit den Medien<br />
und seinen Erfahrungen während der Übung<br />
Beluga.<br />
armee aktuell: Paul S<strong>ch</strong>ild, wie gerne gibt<br />
der Kommandant des Flugplatz-Komman-<br />
dos 13 den Medien Auskunft?<br />
Paul S<strong>ch</strong>ild: Gerne. Mir ist einfa<strong>ch</strong> wi<strong>ch</strong>tig, dass<br />
die Fragen wirkli<strong>ch</strong> im Kontext zu unseren Auf-<br />
gaben und Tätigkeiten auf dem Flugplatz gestellt<br />
werden. Die Zusammenarbeit mit den Medien ist<br />
ein Teil unseres Info-Konzepts, das wir als Mili-<br />
ärflugplatz haben und dur<strong>ch</strong> das wir mit unserer<br />
Si<strong>ch</strong>t der Dinge an die Öffentli<strong>ch</strong>keit gelangen.<br />
Sie wurden au<strong>ch</strong> im Rahmen der Übung<br />
BELUGA 06 mit einer Medienanfrage kon-<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
frontiert, obwohl Sie als Flugplatzkom-<br />
mandant ohnehin alle Hände voll zu tun<br />
hatten. Nervt das dann ni<strong>ch</strong>t?<br />
Nein. Ein Militärflugplatz ist in der heutigen Zeit<br />
au<strong>ch</strong> ein Politikum, das von öffentli<strong>ch</strong>em Inte-<br />
resse ist. Als Chef dieses Flugplatzes gehört<br />
es einfa<strong>ch</strong> dazu, dass man mit den Medien in<br />
Berührung kommt. Also ist es sinnvoll, dass<br />
man das übt. Innerhalb der Übung BELUGA 06<br />
bedeutete dies für mi<strong>ch</strong>, dass i<strong>ch</strong> gewisse Ter-<br />
mine vers<strong>ch</strong>ieben und mi<strong>ch</strong> eine halbe Stunde<br />
auf das simulierte Interview mit „S<strong>ch</strong>weiz aktu-<br />
ell“ vorbereiten musste.<br />
Vorbereiten?<br />
Ja. I<strong>ch</strong> habe mir beispielsweise Informationen<br />
zum Thema „Lärm“ zusammenstellen lassen.<br />
Und es ist au<strong>ch</strong> so, dass i<strong>ch</strong> mir dann gewis-<br />
se Textbausteine in Erinnerung rufe, die i<strong>ch</strong> mir<br />
zure<strong>ch</strong>tgelegt habe. Bei einem heiklen Thema<br />
wie Fluglärm ist das wi<strong>ch</strong>tig, damit man si<strong>ch</strong><br />
ni<strong>ch</strong>t plötzli<strong>ch</strong> von Interview zu Interview wider-<br />
spri<strong>ch</strong>t.<br />
2<br />
|<br />
Wie sind Sie insgesamt mit der Übung<br />
BELUGA 06 zufrieden?<br />
2006<br />
|<br />
|<br />
Ausbildung<br />
Es war eine besondere Übung, in der si<strong>ch</strong> die<br />
Übungs-Leitung die vers<strong>ch</strong>iedensten Ereignisse<br />
einfallen liess. Das tut dem Flugplatzkommando<br />
gut und zeigt S<strong>ch</strong>wa<strong>ch</strong>stellen auf. Spontan fällt<br />
mir auf, dass wir im Informationsfluss zwis<strong>ch</strong>en<br />
den einzelnen Elementen Na<strong>ch</strong>holbedarf aufwei-<br />
sen. Aber über alles gesehen haben wir re<strong>ch</strong>t<br />
gut funktioniert. Interview: Oliver Gut ■<br />
11<br />
Ein F/A-18 rollt über die Ersatzbrücke.<br />
Ein Militärflugplatz<br />
ist in der heutigen<br />
Zeit au<strong>ch</strong> ein<br />
Politikum, das<br />
von öffentli<strong>ch</strong>em<br />
Interesse ist.
12<br />
Alle 12 Pilotanwärter<br />
haben<br />
auf regulärem<br />
Weg in der<br />
Armee den Rang<br />
eines Leutnants<br />
erworben.<br />
Pilotenna<strong>ch</strong>wu<strong>ch</strong>s:<br />
Pilotens<strong>ch</strong>ule der <strong>Luftwaffe</strong> –<br />
Aufwertung der Ausbildung<br />
Diese zwölf Militärpilotenanwärter studieren zur Zeit an der Züri<strong>ch</strong>er Fa<strong>ch</strong>ho<strong>ch</strong>s<strong>ch</strong>ule in Winterthur.<br />
Die ersten zwölf Militärpilotenanwärter,<br />
wel<strong>ch</strong>e im Rahmen des neuen Konzep-<br />
tes ausgebildet werden, haben am 23.<br />
Oktober 2006 an der Zür<strong>ch</strong>er Ho<strong>ch</strong>s<strong>ch</strong>ule<br />
Winterthur ihr dreijähriges Studium<br />
begonnen. Wenn sie dana<strong>ch</strong> zur PC-7-<br />
Ums<strong>ch</strong>ulung na<strong>ch</strong> Locarno zurückkehren,<br />
werden sie ein „Ba<strong>ch</strong>elor of Science in<br />
Aviation“-Degree besitzen sowie über<br />
eine ATP-Pilotenausbildung verfügen.<br />
Kommunikation <strong>Luftwaffe</strong><br />
Die Pilotenausbildung der <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> <strong>Luftwaffe</strong><br />
ist aufgewertet worden. Ein Berufsoffizier Pilot<br />
(BOP) wird künftig na<strong>ch</strong> erfolgrei<strong>ch</strong> abges<strong>ch</strong>los-<br />
sener Ausbildung über ein Ho<strong>ch</strong>s<strong>ch</strong>uldiplom<br />
verfügen. Dieser akademis<strong>ch</strong>e Titel erhöht die<br />
Flexibilität im Karriereverlauf, sowohl für den<br />
Arbeitgeber als au<strong>ch</strong> für den Piloten.<br />
Im Beri<strong>ch</strong>t 2004 des Bundesrats über die Luft-<br />
fahrtpolitik der S<strong>ch</strong>weiz steht: „Es ist zu prüfen,<br />
inwieweit eine fa<strong>ch</strong>spezifis<strong>ch</strong>e Ausbildung auf<br />
höherer Stufe anzubieten und dabei namentli<strong>ch</strong><br />
der Aufbau eines aviatis<strong>ch</strong>en Lehrgangs an einer<br />
Fa<strong>ch</strong>ho<strong>ch</strong>s<strong>ch</strong>ule anzustreben ist“. Der Bundesrat<br />
stehe dem Aufbau eines aviatis<strong>ch</strong>en Lehrgangs<br />
an einer s<strong>ch</strong>weizeris<strong>ch</strong>en Fa<strong>ch</strong>ho<strong>ch</strong>s<strong>ch</strong>ule posi-<br />
tiv gegenüber. Unter diesen Vorzei<strong>ch</strong>en wurde<br />
am 5. April 2005 an der Zür<strong>ch</strong>er Ho<strong>ch</strong>s<strong>ch</strong>ule<br />
Winterthur (ZHW) ein entspre<strong>ch</strong>endes Projekt<br />
gestartet. Das Eidgenössis<strong>ch</strong>e Volkswirts<strong>ch</strong>afts-<br />
Ausbildung zum Militärpilloten<br />
departement (EVD) hat den Studiengang definitiv<br />
bewilligt. Der erste Studiengang hat jetzt begon-<br />
nen. Die Ausbildung im theoretis<strong>ch</strong>en Berei<strong>ch</strong><br />
wird dur<strong>ch</strong> den Unterri<strong>ch</strong>t in Fa<strong>ch</strong>ho<strong>ch</strong>s<strong>ch</strong>ulen<br />
qualitativ verbessert und erweitert.<br />
Die 12 Pilotanwärter - alle haben auf regulärem<br />
Weg in der Armee den Rang eines Leutnants<br />
erworben, davon je einer bei der Infanterie und<br />
der Sanität - sind die besten aus ursprüngli<strong>ch</strong> 17,<br />
wel<strong>ch</strong>e zur letzten Auswahl in Locarno angetre-<br />
ten sind. Na<strong>ch</strong> dem zweiten Studienjahr werden<br />
sie parallel zum Studium in einem praktis<strong>ch</strong>en<br />
Flugausbildungsteil eine zivile fliegeris<strong>ch</strong>e Air<br />
Transport Pilot Licence (ATPL) erlangen, mit der<br />
sie theoretis<strong>ch</strong> auf einen zivilen Airliner ums<strong>ch</strong>u-<br />
len könnten. Im praktis<strong>ch</strong>en Flugausbildungsteil<br />
werden sie 2010 in Locarno auf dem PC-7 mit<br />
der halbjährigen militärfliegeris<strong>ch</strong>en Grundaus-<br />
bildung beginnen. Dana<strong>ch</strong> beginnen sie na<strong>ch</strong><br />
insgesamt fünfeinhalb Ausbildungsjahren mit<br />
der Spartenausbildung auf Helikopter oder Jet.<br />
Die Ausbildung zum Militärpiloten wird also<br />
künftig stets mit einem akademis<strong>ch</strong>en Titel<br />
abges<strong>ch</strong>lossen. Dies ist für die weitere Karrie-<br />
re sowohl für den Arbeitgeber als au<strong>ch</strong> für den<br />
Piloten förderli<strong>ch</strong>. Die Problematik der bis anhin<br />
fehlenden Berufsanerkennung gehört s<strong>ch</strong>on<br />
bald der Vergangenheit an. ■<br />
Die Ausbildung eines Militärpiloten dauert heute rund 5 Jahre.
Einblick ins S<strong>ch</strong>affen des Milizstabs LVb FULW 34<br />
Stabsrahmenübung 2005:<br />
Realität für 20 Stunden.<br />
Die Lw Na Abt 6 übte den Ernstfall.<br />
Unter massivem Zeitdruck mussten die<br />
Stabsoffiziere auf ständig we<strong>ch</strong>selnde<br />
Situationen reagieren.<br />
Text: Sdt Willy Tanner; Foto: Pascal Méroz<br />
Die verheerenden Unwetter im Spätsommer<br />
2005 hatten in vielen Teilen unseres Landes für<br />
Chaos und Verwüstung gesorgt. Aufgrund des-<br />
sen wurde im Rahmen des WKs der LW Na Abt 6<br />
eine Stabsrahmenübung dur<strong>ch</strong>geführt, die si<strong>ch</strong><br />
klar an reale Szenarien hielt. Geübt und inspi-<br />
ziert wurde ein subsidiärer Einsatz, der einen<br />
mögli<strong>ch</strong>en meteorologis<strong>ch</strong>en Katastrophenfall<br />
thematisierte. Der Abteilungsstab musste si<strong>ch</strong><br />
dabei vers<strong>ch</strong>iedenen Herausforderungen stellen.<br />
Im Zentrum standen Fragen über Dienste und<br />
Mittel, wel<strong>ch</strong>e eine im WK befindende Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>-<br />
tenabteilung zivilen Verantwortli<strong>ch</strong>en anbieten<br />
kann.<br />
Mit viel Motivation und unter Zeitdruck musste<br />
die Lage, die Mögli<strong>ch</strong>keiten und das Dispositiv<br />
analysiert werden. Die Stabsoffiziere wurden mit<br />
si<strong>ch</strong> ständig ändernden Situationen konfrontiert,<br />
die gemeistert werden wollten. Die gestellten<br />
Aufgaben forderten analytis<strong>ch</strong>es Denken, effizi-<br />
entes Vorgehen, Kommunikation und Teamwork.<br />
Die festgelegten Absi<strong>ch</strong>ten wurden in Form von<br />
Befehlen umgesetzt und an die AdAs im Plan-<br />
spiel kommandiert.<br />
Die Teilnehmer der Stabsrahmenübung wur-<br />
den dur<strong>ch</strong> ein Video-Team der Komm Zelle LVb<br />
FULW 34 auf S<strong>ch</strong>ritt und Tritt begleitet. Die prä-<br />
sentierten Sequenzen zeigten auf, ob von den<br />
Protagonisten au<strong>ch</strong> in stressigen Momenten die<br />
ri<strong>ch</strong>tigen S<strong>ch</strong>ritte eingeleitet wurden. Der am<br />
S<strong>ch</strong>lussrapport gezeigte Mits<strong>ch</strong>nitt, widerspie-<br />
gelte und untermauerte dabei das Feedback des<br />
Inspektionsteams.<br />
Die Stabsrahmenübung war für alle Beteiligte<br />
si<strong>ch</strong>erli<strong>ch</strong> eine interessante Erfahrung – ein<br />
Planspiel mit Realitätsbezug, zumindest für etwa<br />
20 Stunden. ■<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
|<br />
Ausbildung<br />
Ein romantis<strong>ch</strong>er Ba<strong>ch</strong> kann zum reissenden Strom werden<br />
13
14<br />
Die wohl<br />
gewi<strong>ch</strong>tigste<br />
Neuerung und<br />
glei<strong>ch</strong>zeitig die<br />
grösste Leistung<br />
war jedo<strong>ch</strong> die<br />
Konsolidierung der<br />
Abteilung selbst.<br />
Zu Besu<strong>ch</strong> bei der LW EKF Abt 3<br />
Immer auf Empfang<br />
Die LW EKF Abt 3 ist au<strong>ch</strong> im Jahr Drei<br />
ihres Bestehens immer no<strong>ch</strong> ein zartes<br />
Pflänz<strong>ch</strong>en. Denno<strong>ch</strong> wurde in den ver-<br />
gangenen drei Jahren enorme Forts<strong>ch</strong>ritte<br />
hin zu einem eigenen „Esprit de Corps“<br />
erzielt. Dies ist ni<strong>ch</strong>t zuletzt das Verdienst<br />
ihres Kommandanten, Oberstlt i Gst Louis<br />
Landert, sowie dem unermüdli<strong>ch</strong>en Einsatz<br />
seines Stabes. Dieser neu gefundene<br />
„Esprit de Corps“ ist ni<strong>ch</strong>t nur bei der<br />
Standartenübernahme zu Beginn des WK’s<br />
zu fühlen, sondern findet au<strong>ch</strong> Ausdruck im<br />
Raben, dem internationalen Maskott<strong>ch</strong>en<br />
der EKF Community, das au<strong>ch</strong> Wappentier<br />
der LW EKF Abt 3 wurde.<br />
Oberstlt i Gst Louis Landert.<br />
Von Hptm Bernhard Bis<strong>ch</strong>off (BB), Oblt Stefan<br />
Varonier (SV), Kpl Jérôme Voumard (JV), Sdt Nico<br />
Castagna (NC) und Sdt Roman Hirsbrunner (RH)<br />
Die Ges<strong>ch</strong>i<strong>ch</strong>te der LW EKF Abt 3 beginnt lange<br />
vor dem 1. Januar 2004, dem offiziellen Start der<br />
neuen Armee. Den Planern der neuen Struktu-<br />
ren war die steigende Bedeutung der SIGINT als<br />
Sensor einer modernen und effizienten Führung<br />
bewusst. Daher wurde eine eigene Abteilung, die<br />
LW EKF Abt 3 mit drei ihr unterstellten Kompa-<br />
nien und einem entspre<strong>ch</strong>end erhöhten Mann-<br />
s<strong>ch</strong>aftsbestand, ges<strong>ch</strong>affen. Mit der Gründung<br />
der Abteilung wurde au<strong>ch</strong> ein neues Logo für den<br />
Abt Badge erfunden. Der Rabe sollte es sein, die-<br />
ses alle EKF-Spezialisten und Fans verbindende<br />
Maskott<strong>ch</strong>en. In der LW EKF Abt 3 nennen sie ihn<br />
liebevoll „Gwaagg“ – ganz im S<strong>ch</strong>affhauser Dia-<br />
lekt ihres Kommandanten. Der Comic artige Vogel<br />
blickt seither, obwohl von einigen als zu wenig<br />
„militäris<strong>ch</strong>“ empfunden, vom re<strong>ch</strong>ten Oberarm<br />
eines jeden Angehörigen der LW EKF Abt 3.<br />
„Die Abteilung gehört unter die Fahne“<br />
S<strong>ch</strong>on der erste Tag fing mit einem bis anhin<br />
für die LW EKF Kp unbekannten Paukens<strong>ch</strong>lag<br />
an: einer Standartenübernahme. „Wir können ja<br />
ni<strong>ch</strong>t die Standarte im Zeughaus holen gehen<br />
und sie dann einfa<strong>ch</strong> so ins Büro stellen – wenn<br />
wir s<strong>ch</strong>on eine haben, dann soll dies au<strong>ch</strong> allen<br />
bewusst werden.“ Diese Überlegung, gepaart mit<br />
dem Willen so wenig Ausbildungszeit wie nötig<br />
für die Zeremonie einzusetzen, bewogen Oberstlt<br />
i Gst Louis Landert vor drei Jahren zur Einführung<br />
einer offiziellen Fahnenübernahme, wel<strong>ch</strong>e s<strong>ch</strong>on<br />
jetzt zu einer festen Tradition der LW EKF Abt 3<br />
gehört. Zuglei<strong>ch</strong> kann si<strong>ch</strong> die LW EKF Abt 3 mit<br />
diesem Anlass bei der lokalen Bevölkerung für<br />
ihre Gastfreunds<strong>ch</strong>aft bedanken.<br />
Der Stab: Partner im Verbund<br />
Die wohl gewi<strong>ch</strong>tigste Neuerung und glei<strong>ch</strong>zeitig<br />
die grösste Leistung war jedo<strong>ch</strong> die Konsolidie-<br />
rung der Abteilung selbst. Verfügten die anderen<br />
Abteilungen bereits in der Armee 95 über gut<br />
funktionierende Stäbe, musste die Abt 3 ihren<br />
Stab erst neu personell zusammensetzen. So<br />
kam es, dass der Stab zu Beginn sehr hetero-<br />
gen war und erst na<strong>ch</strong> und na<strong>ch</strong> das Wesen der<br />
EKF erfasste. Die Besu<strong>ch</strong>e des Stabes auf den<br />
Einsatzstandorten waren wohl ni<strong>ch</strong>t zuletzt dafür<br />
Ein Antennenwald.
verantwortli<strong>ch</strong>, dass heute der Abt Stab als zuver-<br />
lässli<strong>ch</strong>er und hilfsbereiter Partner der Kompani-<br />
en betra<strong>ch</strong>tet und ges<strong>ch</strong>ätzt wird.<br />
Herausforderungen für die Zukunft<br />
Au<strong>ch</strong> wenn in der Zwis<strong>ch</strong>enzeit so man<strong>ch</strong>e Pro-<br />
bleme gelöst werden konnte, einige bleiben no<strong>ch</strong>.<br />
Das grösste Problem ist die personelle Situation<br />
bei den Kadern, hier vor allem bei den SIGINT<br />
(Signal Intelligence) Kadern, wel<strong>ch</strong>e bei einer LW<br />
EKF Abt S<strong>ch</strong>lüsselfunktionen besetzen. Ein ande-<br />
res Sorgenkind sind die veralteten Systeme LW<br />
EKF Abt 3. Na<strong>ch</strong> bald 30 Jahren sind diese ans<br />
Ende ihrer Lebenserwartung gekommen – und<br />
die Te<strong>ch</strong>nik hat ja bekanntli<strong>ch</strong> seither au<strong>ch</strong> so<br />
einige Entwicklungen dur<strong>ch</strong>gema<strong>ch</strong>t.<br />
Es ist unbestritten, dass au<strong>ch</strong> in Zukunft eine LW<br />
EKF Abt 3 mit ihren Spezialisten im Berei<strong>ch</strong> des<br />
Flugfunks und der Auswertung von Radarsignalen<br />
nötig sein wird. Sie ist ein unverzi<strong>ch</strong>tbares Tool für<br />
jede moderne Armee. (SV)<br />
Übung “INSIEME“ –<br />
gemeinsamer WK-Start der LW EKF Abt 3<br />
Mit der Übernahme der Standarte der LW EKF Abt<br />
3 startete die Übung “INSIEME“ unter der Leitung<br />
des Kdt Stv, Major Reto Porta. Auf dem S<strong>ch</strong>iess-<br />
platz “Gnappiried“ bei Stans wurde auf einem<br />
Abteilungsarbeitsplatz die allgemeine soldatis<strong>ch</strong>e<br />
Grundausbildung zentral ges<strong>ch</strong>ult.<br />
Na<strong>ch</strong> der feierli<strong>ch</strong>en Fahnenübernahme auf dem<br />
Stanser Dorfplatz übergab der Abteilungskom-<br />
Im Innern der Anlage.<br />
Kdt ai LW EKF Kp 33: Oblt Oliver S<strong>ch</strong>är<br />
Seit dem 1.1.2006 steht Oblt Oliver S<strong>ch</strong>är<br />
der LW EKF Kp 33 vor. Als ausgebildeter<br />
“Radaraufklärer“ leistete er zuletzt seinen<br />
Dienst als Zugführer in seiner jetztigen<br />
Kompanie. “Für mi<strong>ch</strong> ist es ein Highlight,<br />
na<strong>ch</strong> langer <strong>admin</strong>istratoris<strong>ch</strong>er Vorbereitung<br />
nun vor meinen Männern und Frauen<br />
zu stehen. Was auf dem Papier entstand<br />
und mehrfa<strong>ch</strong> dur<strong>ch</strong>da<strong>ch</strong>t wurde, wird mit<br />
einem Mal Realität“, so der sympathis<strong>ch</strong>e<br />
Berner aus Mühlethurnen. Zivil arbeitet er<br />
mandant die Federführung für die Übung seinem<br />
Stellvertreter, Maj Reto Porta. Dieser mars<strong>ch</strong>ierte<br />
denn au<strong>ch</strong> zuvorderst los, als alle AdA der Abtei-<br />
lung zu Fuss in Ri<strong>ch</strong>tung S<strong>ch</strong>iessplatz “Gnappi-<br />
ried“ vers<strong>ch</strong>oben. Als Übungsleiter von “INSIEME“<br />
ging es Maj Reto Porta um folgendes: “Wir packen<br />
die Chance, alle eingerückten AdA im Berei<strong>ch</strong> der<br />
soldatis<strong>ch</strong>en Ausbildung konzentriert und gezielt<br />
ausgebildet an die jeweiligen WK-Standorte ent-<br />
lassen zu können. So können wir die Kp Kdt und<br />
ihr Kader beim WK-Start entlasten, und das Wis-<br />
sen auf einen einheitli<strong>ch</strong>en Stand bringen.“ Auf<br />
fünf Posten des Abteilungsarbeitsplatzes fand<br />
die Ausbildung statt: Waffenmanipulationen an<br />
Sturmgewehr und wegen der eingeteilten Sani-<br />
täter au<strong>ch</strong> an der Pistole, ACSD, Sanitätsdienst,<br />
Kurzdistanzs<strong>ch</strong>iessen sowie allgemeines, mili-<br />
täris<strong>ch</strong>es Wissen. “INSIEME“ bietet zudem dank<br />
gemis<strong>ch</strong>ter Gruppeneinteilungen den AdA die<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
Wir<br />
präsentieren |<br />
in einem Taktiksimulator des HEERES, sein<br />
Herz jedo<strong>ch</strong> s<strong>ch</strong>lägt für die “elektronis<strong>ch</strong>e<br />
Kriegführung“ der <strong>Luftwaffe</strong>. DieKompanie<br />
betreibt zwei Aufklärungsposten, einen<br />
in der Süd-, einen in der Osts<strong>ch</strong>weiz.<br />
“Da gewisse Vorkenntnisse unabdingbar<br />
sind, sind bei uns viele Fa<strong>ch</strong>spezialisten<br />
eingeteilt. In der Radaraufklärung sind<br />
viele ausgebildete Elektroniker tätig, für<br />
Flugfunkaufklärung AdA, die bei Skyguide<br />
oder als Piloten arbeiten.“ Elektronis<strong>ch</strong>e<br />
Aufklärung findet immer statt; so herrs<strong>ch</strong>t<br />
au<strong>ch</strong> im WK Livebetrieb, quasi Ernstfall.<br />
Seine Truppe sei ni<strong>ch</strong>t zuletzt dadur<strong>ch</strong> ho<strong>ch</strong><br />
motiviert, was ein angenehmes Klima in der<br />
Kompanie hervorrufe. Man<strong>ch</strong>mal wüns<strong>ch</strong>te<br />
er si<strong>ch</strong> aber eine vermehrte Teilnahme an<br />
internationalen Übungen, um seinen AdA<br />
zusätzli<strong>ch</strong>e, spannende Aufgaben bieten zu<br />
können. Leider werden viele AdA, Kader und<br />
Manns<strong>ch</strong>aft, dispensiert und rücken somit<br />
jeweils ni<strong>ch</strong>t in den FDT ein. Improvisation<br />
und Flexibiliät sind daher stets gefragt.<br />
“Trotz der diversen Fa<strong>ch</strong>gruppen bilden<br />
wir ein Team, das am glei<strong>ch</strong>en Strick zieht<br />
– ungea<strong>ch</strong>tet der prekären personellen<br />
Verhältnisse. Und so kommt, wenn man si<strong>ch</strong><br />
entspre<strong>ch</strong>end engagiert, au<strong>ch</strong> sehr viel von<br />
der Truppe zurück.“ (BB)<br />
Gelegenheit, Kameraden anderer Fa<strong>ch</strong>gruppen<br />
kennen zu lernen und fördert so nebst der Aus-<br />
bildung au<strong>ch</strong> die Kamerads<strong>ch</strong>aft“, so der Übungs-<br />
leiter. (BB) ■<br />
15<br />
Es ist unbestritten,<br />
dass au<strong>ch</strong> in<br />
Zukunft eine LW<br />
EKF Abt 3 mit<br />
ihren Spezialisten<br />
im Berei<strong>ch</strong> des<br />
Flugfunks und der<br />
Auswertung von<br />
Radarsignalen<br />
nötig sein wird.
16<br />
Kleinere Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tentruppen<br />
und<br />
flexible Einsätze<br />
setzen moderne<br />
Kommunikationsmittel<br />
voraus<br />
Die neue LW Na Abt 6<br />
Die mobilen Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tensoldaten: Einsatz<br />
mit Laptop und Beamer im Bauernhof<br />
Die Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenabteilung LW Na Abt 6<br />
des LVb FULW 34 ist zwar kleiner als die<br />
truppenstarken Beoba<strong>ch</strong>ter-Regimente<br />
der Armee 95, dafür aber flexibler in der<br />
Auftragserfüllung. Für eine effiziente<br />
Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenübermittlung stehen neue<br />
te<strong>ch</strong>nis<strong>ch</strong>e Hilfsmittel zur Verfügung.<br />
Sdt Alfred Widmer<br />
Der Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tensoldat wird heute in vers<strong>ch</strong>iede-<br />
nen Funktionen ausgebildet und erfüllt mehrere<br />
Aufgaben glei<strong>ch</strong>zeitig. Diese Neuerungen haben<br />
das Einsatzspektrum für die Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tensolda-<br />
ten erweitert und Änderungen in der Ausbildung<br />
und im Arbeitsalltag mit si<strong>ch</strong> gebra<strong>ch</strong>t. Die<br />
Kernaufgabe des Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tensoldaten ist aber<br />
trotz allen Neuerungen immer no<strong>ch</strong> die glei<strong>ch</strong>e:<br />
das Bes<strong>ch</strong>affen und Verbreiten von Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>ten<br />
über Flugbewegungen, terrestris<strong>ch</strong>e Aktionen,<br />
Wettersituationen und AC-Vorkommnisse.<br />
Mobile Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenposten<br />
und Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenzentralen<br />
Die bisherige Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenbes<strong>ch</strong>affung über<br />
einen fixen Beoba<strong>ch</strong>tungsposten gibt es in der<br />
neuen LW Na Abt 6 ni<strong>ch</strong>t mehr. Die Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>-<br />
tensoldaten werden in der Armee XXI auf vier<br />
vers<strong>ch</strong>iedene Einsatzelemente ges<strong>ch</strong>ult und<br />
eingesetzt: den Fixposten, den Flexposten, die<br />
LW Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenzentrale sowie die mobile Na<strong>ch</strong>-<br />
ri<strong>ch</strong>tenzentrale. Während dem Einsatz rotieren<br />
die Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tensoldaten und we<strong>ch</strong>seln dabei<br />
laufend ihre Funktionen. Lt Stéphane Mojon<br />
betra<strong>ch</strong>tet dies als einen bedeutenden Vorteil<br />
gegenüber dem alten System: „Die Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>-<br />
tensoldaten sind besser in allen vier Berei<strong>ch</strong>en<br />
ausgebildet und flexibel einsetzbar. Der Ablauf<br />
ist dynamis<strong>ch</strong>er geworden.“<br />
Lt Stéphane Mojon.<br />
Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenübermittlung<br />
per SMS und Laptop<br />
Die veränderten Rahmenbedingungen - weniger<br />
Soldaten und flexible Einsätze - setzen moderne<br />
Kommunikationsmittel voraus. Zwar wird das<br />
Meldeeingabegerät MEG 82 weiterhin für die<br />
Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tenübermittlung an die Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>ten-<br />
zentrale benutzt, wird aber mit Laptop, Beamer<br />
und Mobile (SMS) unterstützt. Somit können die<br />
Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>ten der Beoba<strong>ch</strong>ter einfa<strong>ch</strong>er visua-<br />
lisiert und vor Ort ausgewertet werden. „Vor<br />
kurzem hatten wir einen Einsatz, bei dem wir im<br />
Stall eines Bauernhofes eine mobile Na<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>-<br />
tenzentrale mit Beamer und Laptop neben dem<br />
Traktor aufgebaut haben.“, so Stéphane Mojon.<br />
Die neue Te<strong>ch</strong>nik und die flexible Auftragserfül-<br />
lung stellen jedo<strong>ch</strong> bedeutend höhere Anforde-<br />
rungen an das Kader und die Soldaten. Es sei<br />
viel s<strong>ch</strong>wieriger, den Einsatz zu planen und das<br />
benötigte Material zu organisieren, sagt Sté-<br />
phane Mojon. Aber für ihn als Offizier sei diese<br />
neue Einsatzart interessanter als die bisherige.<br />
Heute können Aufträge – ob zivil oder militäris<strong>ch</strong><br />
– bedeutend s<strong>ch</strong>neller und kundenspezifis<strong>ch</strong>er<br />
ausgeführt werden. ■
LW EKF Abt 3<br />
«Arbeiten im Hintergrund».<br />
Die verstärkte LW EKF Abt 3 besammel-<br />
te si<strong>ch</strong> zum Start der Übung INSIEME<br />
in Stans. Kommandant Louis Landert<br />
erinnerte dabei besonders an Arnold<br />
Winkelried, den ehrenhaften Stanser, den<br />
man normalerweise aber mit der S<strong>ch</strong>la<strong>ch</strong>t<br />
bei Sempa<strong>ch</strong> in Zusammenhang bringt.<br />
Und lobte die Abteilung für ihre Arbeit im<br />
Hintergrund. Ni<strong>ch</strong>t zuletzt dank der stillen<br />
Unterstützung dur<strong>ch</strong> die LW EKF Abteilung<br />
könne si<strong>ch</strong> die Führung der <strong>Luftwaffe</strong><br />
stolz na<strong>ch</strong> aussen präsentieren.<br />
(RH) Die Fahnenübergabe auf dem Dorfplatz von<br />
Stans zeigte die LW EKF Abt 3 in voller Grösse.<br />
4 Kompanien rückten zum diesjährigen FDT ein;<br />
neben den zwei Stammkompanien LW EKF Kp 31<br />
und 33 no<strong>ch</strong> zwei Gastkompanien, die LW Radar<br />
Kp 14 und 15. Die LW EKF Abt 3 unterstützt die<br />
Führung der <strong>Luftwaffe</strong> bei der elektronis<strong>ch</strong>en<br />
Überwa<strong>ch</strong>ung und Absi<strong>ch</strong>erung des Luftraumes<br />
während der Grossveranstaltung WEF.<br />
«Spiesse der Pfli<strong>ch</strong>t»<br />
EKF Abt 3 verstärkt: Stillgestanden!<br />
«Sorget für mein Weib und Kinder; i<strong>ch</strong> will eu<strong>ch</strong><br />
eine Gasse bahnen». Die Worte des bekannten<br />
Nidwaldners Arnold Winkelried, der si<strong>ch</strong> 1386<br />
bei Sempa<strong>ch</strong> in die Speere der Österrei<strong>ch</strong>er<br />
warf, sind für Oberstlt i Gst Landert die Leitlinien<br />
für die kommenden drei Wo<strong>ch</strong>en. Er verlangte<br />
zwar ausdrückli<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>t, dass si<strong>ch</strong> irgendjemand<br />
Spiesse in den Bau<strong>ch</strong> rammt, aber «Der einzelne<br />
muss au<strong>ch</strong> mal einen Auftrag zugunsten seiner<br />
Kameraden ausführen.» Beherztes Engage-<br />
ment.<br />
COMINT und ELINT<br />
Engagement – bei der EKF Abt 3 heisst das<br />
vor allem Informationsbes<strong>ch</strong>affung (SIGINT =<br />
Signal Intelligence) zugunsten der Führung der<br />
<strong>Luftwaffe</strong>. Gearbeitet wird in vers<strong>ch</strong>iedenen<br />
Höhenanlagen in der ganzen S<strong>ch</strong>weiz. Zwei<br />
unters<strong>ch</strong>iedli<strong>ch</strong>e Aufgabenberei<strong>ch</strong>e lassen si<strong>ch</strong><br />
unters<strong>ch</strong>eiden: COMINT-Auswerter (COMINT<br />
= COMmunication INTelligence) hören den<br />
Flugfunk-Verkehr ab und untersu<strong>ch</strong>en die Mit-<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
|<br />
Ausbildung<br />
s<strong>ch</strong>nitte auf interessante Hinweise wie bisher<br />
unbekannte Call Signs oder Procedere Codes.<br />
ELINT-Auswerter (ELINT = ELectronic INtelli-<br />
gence) bes<strong>ch</strong>äftigen si<strong>ch</strong> mit den Radarsignalen<br />
von Flugzeugen und versu<strong>ch</strong>en, aufgrund der<br />
Signaltypologie Rücks<strong>ch</strong>lüsse auf Flugzeugtyp<br />
oder Streitkraft zu ma<strong>ch</strong>en. Eine genaue Aus-<br />
sage wird dabei erst dur<strong>ch</strong> die Verknüpfung der<br />
ELINT- und COMINT-Ergebnisse mit weiteren<br />
Daten (wie Flugpläne, Radartypen-Daten, etc.)<br />
mögli<strong>ch</strong>. ■<br />
17
18<br />
EKF Special:<br />
«Was geheim ist, wird geheim gehalten.»<br />
Das Kürzel EKF steht für Elektronis<strong>ch</strong>e<br />
Kriegführung. Gekämpft wird in diesem<br />
Berei<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>t mit Waffen und Munition,<br />
sondern mit Information. Erfolgrei<strong>ch</strong>e EKF<br />
erkennt mögli<strong>ch</strong>st viele der gegneris<strong>ch</strong>en<br />
Signale aus Flugfunk und Flugradar, kann<br />
diese deuten und au<strong>ch</strong> bewusst stören.<br />
Und s<strong>ch</strong>afft es, die Signale der eigenen<br />
<strong>Luftwaffe</strong> unerkannt zu halten. Hier einige<br />
Eindrücke der Mens<strong>ch</strong>en, die si<strong>ch</strong> mit EKF<br />
bes<strong>ch</strong>äftigen. (RH)<br />
«Alles ist vers<strong>ch</strong>lossen»<br />
Gfr Björn Stolz aus Uster, Student<br />
COMINT-Spezialist EKF Kp 31<br />
«I<strong>ch</strong> bin bereits zum fünften Mal im WK.<br />
Dementspre<strong>ch</strong>end ges<strong>ch</strong>ult ist mein Ohr<br />
heute auf die Erkennung und Deutung von<br />
Funksprü<strong>ch</strong>en. Au<strong>ch</strong> die Geräte kenne i<strong>ch</strong><br />
bestens. Man merkt hier bei der Arbeit s<strong>ch</strong>on,<br />
dass es si<strong>ch</strong> um klassifizierte Informationen<br />
handelt: alles ist vers<strong>ch</strong>lossen, es liegen keine<br />
Dokumente rum, nie ist man mit vertrauli<strong>ch</strong>en<br />
Informationen allein.»<br />
«Am anderen Ende des Funkgertes»<br />
Gfr Pim Buff (l.) mit Kpl Caroline, beide EKF Kp 33.<br />
Wir müssen oft Touristen von<br />
den Anlagen fern halten»<br />
Gfr Patrick Thies, LW Radar Kp 15 (für den<br />
FDT 06 der LW EKF Abt 3 unterstellt)<br />
Der Projektleiter der Berner Kantonalbank aus<br />
Münsingen kümmert si<strong>ch</strong> um die Werksi<strong>ch</strong>erheit<br />
von Höhenanlagen. Man<strong>ch</strong>mal im Berner<br />
Oberland, jetzt au<strong>ch</strong> in der Zentrals<strong>ch</strong>weiz. In<br />
dieser Funktion ist es ihm ein Anliegen, Türen<br />
vers<strong>ch</strong>lossen zu halten, und verwirrte Biker<br />
freundli<strong>ch</strong> talwärts zu s<strong>ch</strong>icken.<br />
«Abhören, Abhören, Abhören»<br />
Gfr<br />
Dominik<br />
Cajo<strong>ch</strong>en,<br />
EKF Kp 33<br />
Der Appenzeller Dominik Cajo<strong>ch</strong>en studierte<br />
internationale Beziehungen und arbeitet heute<br />
im strategis<strong>ch</strong>en Einkauf einer grossen Unternehmung<br />
in Genf. Zum COMINT-Spezialisten<br />
entwickelte er si<strong>ch</strong> im Laufe der letzten WKs.<br />
Heute – so meint er – kennt er die Kniffe des<br />
Flugfunks ebenso gut wie jene des Einkaufs.<br />
«Business is Business»<br />
Sdt Christoph Thurnherr, EKF Kp 33<br />
Christoph Thurnherr aus Muts<strong>ch</strong>ellen bes<strong>ch</strong>äftigt<br />
si<strong>ch</strong> mit Flugzeugen: privat im Verkauf<br />
Business Jets bei Jet Aviation und militäris<strong>ch</strong><br />
als COMINT-Crack in der EKF Kp 33. Entspre<strong>ch</strong>end<br />
gut kennt er das Flugbusiness…<br />
«Gutes Klima»<br />
Der Kundenberater aus Nänikon hat in der<br />
EKF Kp 33 einen besonderen Kunden: als Kadi<br />
Stv. hält er dem hö<strong>ch</strong>sten Mann der Kompanie<br />
die Bahn na<strong>ch</strong> vorne frei. Und fühlt si<strong>ch</strong> dabei<br />
sehr wohl. «Wir haben ein gutes Klima hier. »<br />
Der Pilot der SWISS aus Egna<strong>ch</strong> taus<strong>ch</strong>t im WK jeweils seinen Hut und hört für einmal seinen fliegenden<br />
Kollegen bei der Arbeit zu. Und hofft, darin viel Aufs<strong>ch</strong>lussrei<strong>ch</strong>es zu erkennen. Einmal – so<br />
erzählt er - habe er einen Zwis<strong>ch</strong>enfall eines zivilen Flugzeuges gehört und dann die zivilen Behören<br />
alarmieren können.<br />
«Helm ist in Produktion»<br />
Lt Toby Zenerino, EKP 33<br />
Das kleinste Mitglied der EKF Kp 33 wird s<strong>ch</strong>on bald befördert. Und zwar glei<strong>ch</strong> ri<strong>ch</strong>tig: zwei dicke<br />
Balken sollen dereinst auf dem kleinen Mutz prangern. Heute übt die Osts<strong>ch</strong>weizerin v.a. die Funktion<br />
des Dumms<strong>ch</strong>wätzers im Deta<strong>ch</strong>ement Humor aus. Caroline zum Thema Si<strong>ch</strong>erheit: «Der Helm ist in<br />
Produktion».
«Eins ist si<strong>ch</strong>er:<br />
I<strong>ch</strong> bin der Hamburger»<br />
Wm Yves Mätzener, EKF Kp 33.<br />
Yves Mätzener aus Unterseen bei Interlaken<br />
ist zum ersten Mal dabei. Als Leiter<br />
Si<strong>ch</strong>erungselement glei<strong>ch</strong> mit einer wi<strong>ch</strong>tigen<br />
Aufgabe. Si<strong>ch</strong>erheit steht bei ihm au<strong>ch</strong> privat<br />
an erster Stelle: Yves Mätzener arbeitet als<br />
Angestellter einer Si<strong>ch</strong>erungsfirma.<br />
«Es gibt zu wenige ELINT-Leute»<br />
Gfr RomanWidmer, EKF Kp 33.<br />
Der studierte Elektrote<strong>ch</strong>niker aus Züri<strong>ch</strong><br />
beklagt si<strong>ch</strong> über die Situation an den<br />
Auswertungsgeräten: es gibt zu wenig ELINT-<br />
Leute! Für ihn eigentli<strong>ch</strong> unverständli<strong>ch</strong>. Die<br />
fa<strong>ch</strong>te<strong>ch</strong>nis<strong>ch</strong>e Ausbildung findet er sehr<br />
spannend und Sondereinsätze, wie z.B. ein<br />
WK während der EKF Uebung ELITE im süddeuts<strong>ch</strong>en<br />
Raum, «e<strong>ch</strong>t realitätsnah».<br />
«Geheimhaltung müsste no<strong>ch</strong><br />
ernster genommen werden.»<br />
Sdt Adrian Weber, EKF Kp 33<br />
Der Baselländer Adrian Weber aus Reigoldswil<br />
findet die Abwe<strong>ch</strong>slung gut in der EKF Kp 33.<br />
Als Doppelfunktionär Werkbetrieb/Fahrer hat<br />
er au<strong>ch</strong> viel davon. Er s<strong>ch</strong>ätzt das gute Teamwork<br />
und die gute Kü<strong>ch</strong>e in der Kompanie.<br />
Betreffend Geheimhaltung sieht er aber no<strong>ch</strong><br />
Verbesserungspotential: «Das müsste man<br />
no<strong>ch</strong> ernster nehmen»<br />
«Geheim ist geheim»<br />
Sdt, Amir Malkic, EKF Kp 33<br />
Soldat Amir Malkic arbeitet als Augenoptiker<br />
und wohnt in Chur. Augen s<strong>ch</strong>ärfen zählt au<strong>ch</strong><br />
in seiner militäris<strong>ch</strong>en Funktion zum daily<br />
business. Als Si<strong>ch</strong>erungssoldat sollten ihm<br />
Lücken im Dispositiv jederzeit ins Auge springen.<br />
Klassifizierte Informationen sind aber<br />
bisher no<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>t in sein geübtes Blickfeld<br />
geraten. Das sei au<strong>ch</strong> gut so. Denn: «Von der<br />
Geheimhaltung darf man ni<strong>ch</strong>ts merken. Was<br />
geheim ist, wird geheim gehalten.»<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
2<br />
|<br />
2006<br />
|<br />
|<br />
Persönli<strong>ch</strong><br />
«Man darf ni<strong>ch</strong>ts weitersagen.»<br />
Sdt Fabienne Bas<strong>ch</strong>ung, EKF Kp 33<br />
Die KV-Angestellte aus Biberist beurteilt die<br />
Stimmung in der EKF Abteilung 3 als «speziell».<br />
Man dürfe ni<strong>ch</strong>ts weitersagen, von dem<br />
was man so sieht und hört im Laufe eines<br />
Militäreinsatzes. Und das sei do<strong>ch</strong> einiges.<br />
Hier liege für sie der grosse Unters<strong>ch</strong>ied und<br />
Vorzug dieser Truppe.<br />
19
20<br />
Der Kompaniekommandant<br />
nun<br />
neu au<strong>ch</strong> no<strong>ch</strong><br />
mit unfertigen<br />
Zugführern<br />
bes<strong>ch</strong>äftigen.<br />
FULW Kaders<strong>ch</strong>ulen 95<br />
Die heutigen Offiziere:<br />
Blutjunge Führungsprofis ohne Praxis<br />
Wer vor der letzten Armeereform Offizier<br />
geworden ist, war zuvor Soldat und Unter-<br />
offizier. Das ist mit dem heutigen Ausbil-<br />
dungsmodell der <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Armee ni<strong>ch</strong>t<br />
mehr so. Der Kaderna<strong>ch</strong>wu<strong>ch</strong>s von heute<br />
paukt theoretis<strong>ch</strong>es Führen. Innerhalb<br />
gut eines Jahres wird aus dem Rekrut<br />
ein Zugführer. Hptm Pascal Muggensturm<br />
leitet die Kaders<strong>ch</strong>ulen des LVb FULW 34<br />
seit Anfang Jahr.<br />
von Fa<strong>ch</strong>of Nik Hartmann<br />
Drei Mal jährli<strong>ch</strong> startet in Dübendorf eine RS.<br />
Na<strong>ch</strong> sieben Wo<strong>ch</strong>en trennen si<strong>ch</strong> die Ausbil-<br />
dungswege der Soldaten, Uof- und Offiziersan-<br />
wärter. Für die künftigen Uof folgen 29, für die<br />
Of 49 Wo<strong>ch</strong>en Ausbildung.<br />
21 Jahre alt und Zugführer. Dazu die ersten<br />
Module in der Ausbildung zur „Führungsfa<strong>ch</strong>-<br />
person“ – die Kaderausbildung der <strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong><br />
Armee ist einerseits attraktiv, wegen der feh-<br />
lenden Praxis werden die Milizkommandanten<br />
aber im Umgang mit den „neuen“ Zugführern<br />
um s<strong>ch</strong>onendes Anhalten gebeten. In etwa so<br />
formuliert der Kdt a i FULW Kaders<strong>ch</strong>ulen 95<br />
Of Aspirant<br />
Obwm Christian Wyler (20,<br />
angehender Flugverkehrsleiter)<br />
„Nebst vielen Erlebnissen in einem anderen<br />
Umfeld half mir die Kaderausbildung, mi<strong>ch</strong><br />
unter kompetenter Betreuung stufenweise an<br />
die künftigen Führungsaufgaben heranzutasten.“<br />
Zur Person:<br />
Hptm Pascal Muggensturm (29)<br />
2002-2003 Kdt LW Radar Kp 14<br />
2002-2005 Kdt LW Radar Kp 17<br />
2006 Kdt a i<br />
FULW Kaders<strong>ch</strong>ulen 95<br />
Der gelernte S<strong>ch</strong>reiner und Te<strong>ch</strong>niker TS Holzte<strong>ch</strong>nik<br />
ist verheiratet und lebt in Illhart TG<br />
in Dübendorf, Hptm Pascal Muggensturm, die<br />
Konsequenzen der Na<strong>ch</strong>folgeausbildung der<br />
OS. “Die Zugführer sind heute jünger als früher.<br />
Ihnen fehlt die Erfahrung. Anders als no<strong>ch</strong> vor<br />
ein paar Jahren haben die fris<strong>ch</strong> gebackenen<br />
Offiziere heute keine Vorbilder mehr aus der<br />
Rekrutens<strong>ch</strong>ule“, sagt Muggensturm. Weder<br />
die künftigen Uof, no<strong>ch</strong> die Of absolvieren eine<br />
komplette RS und einmal fertig ausgebildet, wird<br />
Uof Anwärter<br />
Obgfr Fabian Lis<strong>ch</strong>er (20, Informatiker)<br />
„In den vielen interessanten Übungen habe<br />
i<strong>ch</strong> die Kamerads<strong>ch</strong>aft der Klasse, aber<br />
au<strong>ch</strong> mi<strong>ch</strong> selbst immer wieder neu kennen<br />
gelernt.“<br />
der Grad ni<strong>ch</strong>t mehr wie früher in einer gesam-<br />
ten RS abverdient.<br />
Der FDT ist au<strong>ch</strong> zur Ausbildung der<br />
Zugführer da<br />
Die Offiziere sind gerade no<strong>ch</strong> a<strong>ch</strong>t Wo<strong>ch</strong>en als<br />
Kader bei den Rekruten. Dazu kommen verein-<br />
zelte Tage während des Lehrganges. Ein Offizier<br />
ma<strong>ch</strong>t keinen Umweg mehr über die UOS. „In<br />
theoretis<strong>ch</strong>en Belangen sind die Of und Uof<br />
hervorragend ausgebildet. Für die nötige Umset-<br />
zung in der Praxis dienen die FDT.“ Dann muss<br />
si<strong>ch</strong> der Kompaniekommandant nun neu au<strong>ch</strong><br />
no<strong>ch</strong> mit unfertigen Zugführern bes<strong>ch</strong>äftigen,<br />
statt dass er wie früher an das Kader delegie-<br />
ren kann? Muggensturm differenziert:„Ein FDT<br />
war nie nur für die Ausbildung der Soldaten<br />
vorgesehen, sondern au<strong>ch</strong> für die der Offiziere.“<br />
Pascal Muggensturm weiss wovon er spri<strong>ch</strong>t.<br />
Selber Kadi, wird er in den FDT von Offizieren<br />
der neusten Generation unterstützt. Er verlangt<br />
au<strong>ch</strong> ni<strong>ch</strong>t den Umgang mit Samthands<strong>ch</strong>uhen<br />
do<strong>ch</strong> er appelliert an die höheren Kader: „Es<br />
fehlt den S<strong>ch</strong>ulabgängern nur an Routine. Das<br />
Potential muss entdeckt werden. Die neuen Offi-<br />
ziere su<strong>ch</strong>en die Herausforderung.“<br />
Uof Anwärter<br />
Obgfr David Willi (19, Student)<br />
„In der Kaders<strong>ch</strong>ule habe i<strong>ch</strong> gelernt, eine<br />
Gruppe zu führen – ni<strong>ch</strong>t nur theoretis<strong>ch</strong><br />
sondern au<strong>ch</strong> praktis<strong>ch</strong>.
Jung, dynamis<strong>ch</strong>, erfolgrei<strong>ch</strong><br />
Die professionalisierte Führungsausbildung<br />
und die vorgängige Selektion na<strong>ch</strong> Charakter<br />
und Potential jedes Of-Anwärters verspri<strong>ch</strong>t ein<br />
motiviertes und junges Kader. Es ist dann au<strong>ch</strong><br />
Selbständigkeit und Innovationsbereits<strong>ch</strong>aft, die<br />
der Kdt der Kaders<strong>ch</strong>ulen von seinen S<strong>ch</strong>ülern<br />
verlangt. Und Muggensturm ist überzeugt, mit-<br />
telfristig dank der fundierten Führungsausbil-<br />
dung einen starken Kaderna<strong>ch</strong>wu<strong>ch</strong>s bieten zu<br />
können. Und er selbst gehört si<strong>ch</strong>erli<strong>ch</strong> au<strong>ch</strong><br />
dazu.<br />
Alles Neue auf einen Blick<br />
Mit der Offiziersausbildung hat man neu au<strong>ch</strong><br />
eine Teilausbildung zur „Führungsfa<strong>ch</strong>person“<br />
im Sack. Die zertifizierte Ausbildung kann privat<br />
no<strong>ch</strong> bis zum Diplom weitergeführt werden.<br />
Neu ents<strong>ch</strong>eidet der Zeitpunkt des Ausbildungs-<br />
starts über die Fa<strong>ch</strong>ri<strong>ch</strong>tung. Die Offiziere und<br />
Unteroffiziere werden ni<strong>ch</strong>t mehr in sämtli<strong>ch</strong>en<br />
Fa<strong>ch</strong>gebieten ausgebildet. Pro Lehrgang wird<br />
nur no<strong>ch</strong> ein Teilgebiet ges<strong>ch</strong>ult.<br />
Während vier Wo<strong>ch</strong>en werden die Of-Anwärter<br />
aller S<strong>ch</strong>ulen des Heeres und der <strong>Luftwaffe</strong> zen-<br />
tral in Bern ausgebildet. ■<br />
Of Aspiranten<br />
Obwm Damian Zurmühle<br />
(19, Student)<br />
„Die harten Belastungen bei Übungen<br />
können besser verkraftet werden, wenn<br />
man Führungsfunktionen und Verantwortung<br />
bekommt.“<br />
AGENDA 2007<br />
16./17.1. 10. Wintrersportfest der <strong>Luftwaffe</strong> Meiringen/<br />
Hasliberg<br />
2.-3.3. **Winter-Armeemeisters<strong>ch</strong>aften 07 Andermatt<br />
6.-7.7. Swiss Tank Challenge Thun<br />
31.8. **Sommer-Armeemeisters<strong>ch</strong>aften 07 Wangen a.A.<br />
28.-30.9. Swiss Raid Commando (SRC 07) Bière<br />
www.src.<strong>ch</strong><br />
20.-25.11. Armeetage 07 Lugano<br />
**Kdo Ausbildung HEER, Sport und ausserdienstli<strong>ch</strong>e Tätigkeiten<br />
Papiermühlestrasse 14, 3003 Bern, 031 324 05 79 (Fax) www.armee.<strong>ch</strong>/sat<br />
| ARMEE<br />
aktuell |<br />
2<br />
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2006<br />
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|<br />
Ausbildung<br />
21
22<br />
Mitglied der<br />
Militärmusik zu<br />
sein gibt das<br />
Gefühl, zu einer<br />
Eliten-Truppe zu<br />
gehören:<br />
Militärmusik Rekrutens<strong>ch</strong>ule 16-3<br />
Musik – wi<strong>ch</strong>tige<br />
Visitenkarte der Armee<br />
Es herrs<strong>ch</strong>en winterli<strong>ch</strong>e Temperaturen<br />
an diesem Januartag auf dem Stanser<br />
Dorfplatz. Do<strong>ch</strong> unbeirrt dur<strong>ch</strong> die Kälte<br />
und die fast gefrorenen Instrumente hat<br />
si<strong>ch</strong> vor dem Monument des glorrei<strong>ch</strong>en<br />
Winkelried die Militärmusik der RS 16-3<br />
formiert.<br />
Text : Kpl Jérôme Voumard, Sdt Nico Castagna<br />
Fotos : Kpl Jérôme Voumard<br />
Angezogen von Mars<strong>ch</strong>musik und Brass-Band-<br />
Klängen versammeln si<strong>ch</strong> neugierige Passanten<br />
und geniessen das Platzkonzert zur Mittagszeit,<br />
das die Anwesenden auf die bevorstehende<br />
Fahnenübergabe der LW EKF Abt 3 einstimmt.<br />
Die Militärmusiker werden von den Oberwa<strong>ch</strong>t-<br />
meistern Alexandra Demarmels und Bardia<br />
Charaf, beides angehende Offiziere, sowie dem<br />
Wa<strong>ch</strong>tmeister Lionel Renaud, wel<strong>ch</strong>er für die<br />
Ausbildung und Leitung der Tambouren zuständig<br />
ist, dirigiert. Renaud, gelernter KV-Angestellter,<br />
ist seit fast einem Jahr im Dienst als Zeitmilitär.<br />
Im zivilen Leben hat si<strong>ch</strong> der Lausanner s<strong>ch</strong>on<br />
seit seiner Kindheit der Trommel vers<strong>ch</strong>rieben<br />
und tritt au<strong>ch</strong> heute no<strong>ch</strong> mit seiner Tambouren<br />
Formation « Merula Lausanne » in der S<strong>ch</strong>weiz<br />
sowie dem Ausland auf - standesgemäss in der<br />
Uniform aus der Zeit des Napoleons.<br />
Das Engagement in der Militärmusik ist für<br />
Wa<strong>ch</strong>tmeister Renaud ein Glücksfall, denn so<br />
kann er, wie au<strong>ch</strong> die Rekruten, seine Leiden-<br />
s<strong>ch</strong>aft im Dienst ausüben. Dadur<strong>ch</strong> haben sie<br />
au<strong>ch</strong> nie den Eindruck, mit dem Militärdienst<br />
Zeit zu verlieren und sind so besonders moti-<br />
viert. Mitglied der Militärmusik zu sein gibt ihnen<br />
das Gefühl, zu einer Eliten-Truppe zu gehören:<br />
dies bestätigt au<strong>ch</strong> die harte Einstiegsprüfung,<br />
ohne die man ni<strong>ch</strong>t zu dieser Einheit zugelassen<br />
wird. Eine weitere Motivation für diese Art von<br />
Dienst ist zudem die Mögli<strong>ch</strong>keit, vers<strong>ch</strong>iedene<br />
Diplome zu absolvieren, wel<strong>ch</strong>e au<strong>ch</strong> in der zivi-<br />
len Laufbahn anerkannt werden.<br />
Für alle harte Kno<strong>ch</strong>enarbeit<br />
Während des ganzen Konzerts hält si<strong>ch</strong> Haupt-<br />
mann Werner Horber, Chef des Rekrutenspiel, im<br />
Hintergrund. Er hört gespannt seinen Musikern<br />
zu, wel<strong>ch</strong>e ein Stück na<strong>ch</strong> dem anderen zum<br />
Besten geben. Der 46-jährige Engadiner freut<br />
si<strong>ch</strong> über das hohe Niveau der Musik, wel<strong>ch</strong>e<br />
seine Rekruten bieten. Das Resultat einer stren-<br />
gen S<strong>ch</strong>ulung, die für alle harte Kno<strong>ch</strong>enarbeit<br />
ist. Dies aus gutem Grund, denn die Militärmu-<br />
sik sei die Visitenkarte einer ganzen Abteilung,<br />
deshalb legt der studierte Musiker grossen Wert<br />
auf das Ers<strong>ch</strong>einungsbild sowie die Qualität der<br />
Arbeit seiner S<strong>ch</strong>ule.<br />
Das Tagesprogramm der RS 16-3 ist di<strong>ch</strong>t<br />
gedrängt. Na<strong>ch</strong> der Anreise am Morgen aus<br />
dem Aargau für das Konzert hier in der Zen-<br />
trals<strong>ch</strong>weiz, reist die Gruppe für einen weiteren<br />
Auftritt ins Bündnerland und kehrt am Abend<br />
na<strong>ch</strong> Aarau zurück, wo sie stationiert ist.<br />
Trotz all dieser Strapazen herrs<strong>ch</strong>t in Horbers<br />
Truppe eine sehr gute Atmosphäre mit einem<br />
ausgeprägten Teamgeist. Ni<strong>ch</strong>t zuletzt au<strong>ch</strong><br />
dank der Mögli<strong>ch</strong>keit, militäris<strong>ch</strong>e Pfli<strong>ch</strong>ten mit<br />
der Freude des Musizierens zu verbinden ■
Sanitätsausbildung LVb FULW RS 95<br />
Computerüberwa<strong>ch</strong>te<br />
Sanitätsausbildung in der RS<br />
Die Rekruten der FULW RS 95 werden<br />
während der Sanitätsausbildung in der<br />
Reanimation ges<strong>ch</strong>ult. Das Wiederbele-<br />
ben wird an einer Plastikpuppe trainiert,<br />
Atmung und Handgriffe werden vom<br />
Computer überwa<strong>ch</strong>t und ausgewertet.<br />
Text: Sdt Alfred Widmer<br />
„Kandidat Nummer fünf hat verloren. Die Zyklus-<br />
Rate ist viel zu ho<strong>ch</strong>, siebzig fals<strong>ch</strong>e Handposi-<br />
tionen, keine genügende Entlastung. Der Patient<br />
wäre verstorben.“ Das ist das knallharte Fazit<br />
von Gruppenführer Wm Andreas Heierli, na<strong>ch</strong>-<br />
dem er die Cardio-Pulmonale Reanimationsü-<br />
bung (CRP) eines Rekruten der FULW RS 95 3<br />
in der Sanitätsausbildung am Laptop überwa<strong>ch</strong>t<br />
hat.<br />
Computer registriert Rippenbrü<strong>ch</strong>e<br />
und Magenblähungen<br />
Die Rekruten lernen in der Sanitätsausbildung,<br />
wie man eine korrekte Herzmassage dur<strong>ch</strong>führt.<br />
An den Plastikpuppen können die Rekruten das<br />
theoretis<strong>ch</strong>e Wissen anwenden. Fünfzehn Kom-<br />
pressionen mit der Hand an der ri<strong>ch</strong>tigen Stelle,<br />
zwei Beatmungsstösse wiederholt in vier Zyklen.<br />
Na<strong>ch</strong> jedem Zyklus überprüft der Rekrut, ob der<br />
zu reanimierende Patient wieder zu si<strong>ch</strong> kommt.<br />
Na<strong>ch</strong> se<strong>ch</strong>s Minuten ist die Reanimation zu<br />
Ende und der Computer wertet aus, ob der Rek-<br />
rut den Patienten im ri<strong>ch</strong>tigen Rhythmus erfolg-<br />
rei<strong>ch</strong> wiederbelebt hat. Wenn der Rekrut zu fest<br />
auf die Brust drückt, registriert der Computer<br />
beispielsweise die Anzahl mögli<strong>ch</strong>er Rippenbrü-<br />
<strong>ch</strong>e. Falls er fals<strong>ch</strong> beatmet wurde, werden die<br />
Anzahl Magenblähungen angezeigt.<br />
„Ausbildung bringt mir viel“<br />
Alle Rekruten müssen das CRP erfolgrei<strong>ch</strong><br />
absolvieren und erhalten dann einen Trainings-<br />
ausweis. Dur<strong>ch</strong>diener Andreas Hugentobler<br />
s<strong>ch</strong>aut den Rekruten über die S<strong>ch</strong>ultern und<br />
bringt seinen Kameraden die ri<strong>ch</strong>tigen Handgrif-<br />
fe bei. Andreas Kreis, Rekrut in der FULW RS<br />
95 3, hat soeben das CRP erfolgrei<strong>ch</strong> absolviert.<br />
„I<strong>ch</strong> habe die Reanimationsübungen zwar s<strong>ch</strong>on<br />
einmal im Nothelferkurs gema<strong>ch</strong>t. Aber die Aus-<br />
bildung bringt mir trotzdem viel. I<strong>ch</strong> habe einiges<br />
| ARMEE<br />
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2006<br />
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Ausbildung<br />
Andreas Kreis absolviert den se<strong>ch</strong>sminütigen CRP Test an der Puppe<br />
vergessen und konnte das Wissen nun auffri-<br />
s<strong>ch</strong>en.“ Nebst den erlernten Handgriffen ist der<br />
Kurs zudem au<strong>ch</strong> für das zivile Leben nützli<strong>ch</strong>.<br />
Die CRP-Ausbildung kann an den Nothelferkurs<br />
angere<strong>ch</strong>net werden. ■<br />
Dur<strong>ch</strong>diener Andreas Hugentobler instruiert die Rekruten<br />
23<br />
Die Rekruten<br />
trainieren CRP-<br />
Herzmassagen.
<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong>is<strong>ch</strong>e 24 Eidgenossens<strong>ch</strong>aft<br />
Confédération suisse<br />
Confederazione Svizzera<br />
Confederaziun svizra<br />
<strong>S<strong>ch</strong>weizer</strong> Armee