sporting hamburg OKTOBER 2020

sportinghh
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Stadtsportmagazain

Oktober 2020

monatlich & kostenlos

Die Frauen

vom HSV

Bahnrad:

Im Rund am Rad drehen

Skaten:

Auf dem Sprung

Eishockey:

Die Kuh vom Eis kriegen

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Die besten Tipps gibt’s

in der Heftmitte.

präsentiert von


Editorial

Moin, liebe

Leser*innen,

© Foto: Witters

was für ein krasses

Jahr.

Man könnte ja einfach mal gar nicht über Corona

schreiben, aber das ist auch bescheuert, weil, es

ist ja. Und hier und da kommen wir sowieso nicht

drumrum, denn wie wir wissen, grätscht C. natürlich

auch massiv in den Sport. Rote Karte nützt da

nix. Und wenn der Scheiß jetzt wieder anzieht, es dazu auch noch kälter wird, der

Kampf Outdoorsport versus innerer Schweinehund wieder startet, könnte man ja

richtig schlechte Laune kriegen. Wir finden aber, dass wir genau dabei alle einfach

nicht mitmachen. Wir DISQUALIFIZIEREN, um im Sportsprech zu bleiben, tatääää,

DIE SCHLECHTE LAUNE. Wir werden nämlich bombe drauf sein, und genau WIR alle

werden – sportlich, wie wir sind – vorangrinsen, vorwegmachen und um die Wette

schneller fröhlich und goldmedaillenmäßig gut drauf sein. Die Maske nervt nämlich

gar nicht, und man kann klasse und ungehemmt unter ihr grinsen, noch besser:

lautstark lachen. Man kann auch mit den Augen lachen, die Arme hochreißen, vor

Freude hüpfen. Alles Sport. Wir finden jetzt einfach mal, dass wir Sportler*innen da

eine Vorbildfunktion einnehmen können. Irgendwo muss der Ruck ja mal starten.

Und wenn jede*r, die*der das liest, dreimal am Tag jemand Fremdem Hallo sagt, den

Menschen an der Kasse einen schönen Tag wünscht oder auf der Straße mal einfach

jemanden aus einer Einfahrt einbiegen lässt, verrückte Sache, beim Tanken dem*der

Kassier*in hinter Plexiglas den Daumen nach oben zeigt, dann wird doch alles gut.

Wir haben auf alle Fälle schon mal angefangen und wieder eine Ausgabe mit lauter

Guter-Laune-Sport gebaut. Und wir haben richtig gut lachen, weil wir uns nicht so

ernst nehmen, und weil wir über Sport und seine wunderbaren, positiven, aktiven

Menschen berichten dürfen. Und zwar über alles, was gehtfährtpaddeltschwimmtsurftreitetgolft

… und (die Spannung steigt!) kickt. Wir freuen uns nämlich auch über

unsere neue Partnerschaft mit den Freunden vom Hamburger Fußball-Verband. In

dieser Ausgabe geht es los.

In diesem Sinne: Viel SPASS beim Lesen.

© Foto: Mediaserver Hamburg/Sascha Neuroth

Martin Blüthmann (martin@sporting-magazin.de)

Partner:

© Foto: Karsten Schulz

3


sporting hamburg

Das ist

drin:

© Foto: Mediaserver Hamburg/Sabina Trojanova

Editorial 3

Schuss des Monats: Bääämmm!

Neues ETV-Sportzentrum 6/7

Eishockey: Crocodiles

Die Kufen rufen 8–10

sporting-Lars: Leon Rohde

Im Rund am Rad drehen 12/13

Frauenfußball/HSV

Schritt für Schritt 14–16

Walking

Geht doch 18–20

Segeln: Here we sail

Helga Cup/Titel Nr. 18/Inklusion inklusive 22–25

Die sporting-Tipps

im Oktober 26/27

Hamburger Fußball-Verband HFV

Spielfalt 28/29

American Football in Hamburg

Ausgebremst 30–32

Laufschule mit Nils Goerke

Tempoooohhhh! 33–35

Hochschulsport

Wegen Locker bleiben! 36

Skaten

Keine Rampensau 38–40

Werner-Otto-Preis 2021: Geld hilft

Jetzt bewerben! 41

Game of Thrones …

… in Eilbek: Historisches Fechten 42/43

sporting-Lars: Coastal Rowing

Spiegelglatt war gestern 44/45

sporting-Katharina: Sportlotsin Linda

Eben mal den Ball holen 46/47

sporting-Marco: Fitness-Boxen

Knackiges 3-Gänge-Workout mit Wumms 48–50

Impressum 50

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Tel.: 040/432084520 • www.steuermann-hamburg.com


Bääämmm!!!

© Fotos: ETV

Wie schön, wenn der Hamburger Sport –

gerade in diesen Zeiten – konsequent und

nachhaltig Aufbruchstimmung signalisiert.

In diesem Monat, finden wir, ist das einfach

mal der Eimsbütteler Turnverband (allen voran

dessen 1. Vorsitzender Frank Fechner),

der mit seinem neuen GIGA-Sportzentrum

diesbezüglich einen ganz schön gewaltigen

Punkt macht.

Die Krone ist der Richtkranz.

6


Eishockey

© Foto: Holger Beck

© Foto: privat

© Foto: Stefan Röhrig

Die Kufen

rufen.

an, und man hätte am liebsten die zu dem Zeitpunkt sportliche

Performance inkl. Tabellenstand, Achtung, jetzt kommt der Wortklauber:

einfrieren müssen. Der Tabellenstand Dritter war herrlich,

die Playoffs winkten, sogar mit Heimrecht zu Beginn. Hätte, hätte.

Nun wieder alles auf Null. Trainingsstart ist immer vier Wochen vor

Saisonstart, ab mehr oder weniger dem Zeitpunkt verdienen die

Spieler auch erst Geld. „Da ist ein Aufschub auch gleich ein Schlag

ins Konto-r“, sagt Tobi Bruns, Presseverantwortlicher und Stürmer

bei den Crocodiles. Bis dahin haben sich die Hamburger Spieler,

sie waren seit März nicht mehr

auf dem Eis, privat Eiszeiten in

Torwart Kai Kristian ist auch in der nächsten Saison im Einsatz.

der Volksbank-Arena gebucht,

Crossfit gemacht oder Floorball

gespielt. »

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Wenn es kein Eis wäre, würde den Crocodiles bzw. ihrer Eishockey-Oberliga

das Wasser bis zum Hals stehen. Die Corona-Folgen für Sportmannschaften,

die gefühlt eher so im Nicht-Fisch-nicht-Fleisch-Bereich unterwegs

sind, nämlich zwischen Amateur und Spitzen-Profi, sind final natürlich

noch gar nicht genau einzuschätzen – wie denn auch.

Aber schon jetzt drohte nachhaltiges finanzielles Unheil. Angewiesen

auf die Zuschauer-Einnahmen, die da ausbleiben, standen

nahezu alle 26 Eishockey-Drittligisten vor dem Aus. Mit 750.000

Zuschauer*innen, ca. 1.400 Mitarbeiter*innen, on top mit ca.

6.400 Nachwuchs -Eishockeyspieler*innen, liegen durchaus Profi-

Strukturen vor, weswegen sich die Vereine unlängst zusammengetan

haben, um ihren Unmut gemeinsam in die richtigen Bahnen zu lenken.

Sie forderten einen

Ausgleich finanzieller

Einbußen durch

fehlende Zuschauer

(zur Info: Fördertopf-

Berechtigte waren

im Teamsport bis

dato die 1. und 2. Ligen,

im Fußball auch

die 3. Ligen, was da

drunter ist, guckte

in die Röhre) sowie

© Foto: Holger Beck

eine faktische, individuelle

Prüfung der Hygienekonzepte,

und das alles wenn

möglich zeitnah. Denn die

Liga steht in den Startlöchern

(geplanter Start, aktuell:

der 06.11.), so auch

die Crocodiles Hamburg. Mitte September dann die erfreuliche

Nachricht: Die Corona-Hilfen im Profisport werden ausgeweitet,

auch alle Drittligisten können Überbrückungshilfen beantragen.

„Für uns sind die Hilfen vom Bund

existenziell“, sagt Crocodiles-Geschäftsführer

und

Sportchef Sven

Gösch (48), „sonst

hätten wir eine

Saison pausieren

müssen.“

Dabei hätte alles so schön sein

können. Die Saison ließ sich nämlich

vor Liga-Abbruch mehr als cool

8

Die Crocodiles halten fast ausnahmslos am alten Team fest: Stürmer André Gerartz (#88), Stürmer und

Presseverantwortlicher Tobi Bruns (#15), großes Bild: #5 Max Schadulek, ebenfalls Stürmer.


Eishockey

© Foto: Stefan Röhrig

#LEISTUNGLEBEN

© Foto: Stefan Röhrig

Neuzugänge Vojtech Suchomer (li.) und Michal Bezouska. Unten: #26 Dominik Lascheit.

„Die wollen spielen“, erklärt Sven Gösch, in Kurzarbeit natürlich. Er

könnte ein langes Lied der Höhen und Tiefen der Crocodiles singen,

was er aber nicht macht. „Wir haben uns im Grunde die letzten Jahre,

Insolvenz hin oder her, sukzessive nach oben gearbeitet, Trainer

Plachta macht da eine sehr gute Arbeit.“ „Unsere Brust wird immer

breiter“, führt er weiter aus, wir schauen auf Tobis stolzgeschwellten

Oberkörper, „weswegen wir auch in der Aufstellung für die neue

Saison gar nicht viel verändert haben. Abgesehen davon hätten die

finanziellen Möglichkeiten, die Unsicherheit, vielmehr die Vernunft,

anderes auch gar nicht zugelassen.“ Deswegen kommt auch kein

schillernder US-Spieler, da bei ihnen neben den Gehältern ja auch

immer Flüge etc. zu Buche schlagen, abgesehen davon, dass ein

Spieler, der nicht einreisen darf, auch nicht weiterhilft.

„Wir haben uns bewusst nur minimal

verändert.“ Im Tor kommt jetzt

als fester Spieler, bislang hatte er

nur die Förderlizenz, Niklas Zoschke

(23) aus Weißwasser, „damit haben

wir die beste Torhüter-Kombi der

Liga“, grinst Göschi. Ebenso neu

und aus Weißwasser ist Louis Habel,

er ist eigentlich ein alter Hamburger,

wohnt in unmittelbarer Nähe des

Eislands, soll sich ordentlich weiterentwickeln.

Auch dazu kommt (so viel zu „kaum Neu–Zugänge“): Maximilian

Schaludek (26), hat in Bremerhaven schon DEL2 gespielt, pfiffiger

Zwei-Wege-Spieler (eigentlich geht’s doch hoffentlich nur nach

vorn). Nennenswert auch Michal Bezouska (32) aus Halle, Tipptopp-

Punktelieferant, absoluter Teamplayer, sehr erfahren, „muss vor

allen Dingen nicht alle Tore selber schießen“, klingt entspannt. Und

dann z. B. Vojtech Suchomer (26), auch aus Halle, Göschi: „Der fährt

gern mal dazwischen, spielt sehr körperbetont“, klingt nicht so

entspannt, „besser, man hat in ihn seinen eigenen Reihen als gegen

sich spielen.“ Na denn. Wir schnüren schon mal die Schlittschuhe,

das dauert ja bekanntlich, und dürfen auf alle Fälle gespannt sein

auf wenn es losgeht. Wir sind da guter Dinge.

© Foto: Holger Beck

WIR FÖRDERN

4.000 ATHLETEN.

UND JEDE MENGE

GLÜCKSMOMENTE.

© Foto: Franziska Huke

Torhüter Niklas „Zoschi“ Zoschke ist jetzt für gut bei den Crocodiles.


sporting-Lars

© Großes Foto: Ronny Hartnick/FES, © kleine Fotos: privat

Leon und seine Freundin gönnen sich eine Auszeit auf Kreta, wie man sieht.

trainieren, die in Wettkampfphasen nicht möglich sind. Und wenn

er nicht auf dem Rad saß, widmete er sich seinem Fernstudium der

Wirtschaftsinformatik. „Durch die wettkampffreie Zeit konnte ich mich

deutlich nachhaltiger meinem Studium widmen als ursprünglich mal

geplant, konnte den gesamten Umfang des Studiums für das Semester

steigern, es hielt sich mit meinem Training fast die Waage. Und ehrlich

gesagt hatte ich auch das Glück, dass es sowieso ein Fernstudium ist,

so gab es da keine Komplikationen im Semester wie an den normalen

Unis“, erklärt Leon.

nicht nur Corona ein großes Fragezeichen in den Raum, sondern auch

die politische Lage dort ist aktuell ein Thema, das die Planungen nicht

gerade einfacher macht. Somit steht auch Leon wieder da und muss

ins Blaue trainieren. „Man bereitet sich laut Trainingsplan vor, als stünde

ein Wettkampf an, und dann muss man sehen.“ Da viel auf dem Spiel

steht, halten sich natürlich alle daran, so auch Leon: „Es ist keine leichte

Aufgabe, sich in der Mannschaft immer wieder durchzusetzen, vom

Mindset immer perfekt am Start zu sein, und das vor dem Hintergrund

dieser Unwägbarkeiten und der Unsicherheit.“

Wer im Rund

am Rad dreht

Leon Rohde (25), gebürtiger Hamburger, ist Bahnradfahrer für Deutschland.

Er vertritt die deutschen Farben in der Mannschaftsverfolgung,

also dem Bahnrad-Vierer. Das ist dieses faszinierende Geschoss, bestehend

aus vier Superhelden.

Genau hier ist Leon seit gut zwei Jahren fester

Bestandteil. In diesem Jahr hat er vielen

anderen Leistungssportler*innen mit Olympia-

Ambitionen etwas Wesentliches voraus: Er

ist kurz vor der Corona-Krise Anfang März in

Berlin die Bahnrad-WM mitgefahren. Mit einem

siebten Platz hatte sich der deutsche Bahn-

Vierer nämlich bereits für die Olympischen

Spiele in Tokio qualifiziert. Das Ticket Richtung

Olympische Spiele, für ihn so greifbar

wie noch nie – und dann kam alles anders:

LOCKDOWN. Leon war fast nur noch auf der

Straße unterwegs und drehte lange Touren.

Spezifisch auf der Bahn ging wenig, die hatte

wie so vieles geschlossen. „Das Schlimmste

war aber die Perspektivlosigkeit. Es ist öde, zu

trainieren, ohne eine Ziel vor Augen zu haben“, sagt

er. Die gesamte Lockdownzeit hat Leon dennoch irgendwie

ganz gut weggesteckt. Aktuell ist er so fit wie noch nie, konnte Umfänge

Das spezifische Bahntraining geht gerade langsam wieder los, für die

Radrennbahn in Stellingen gab es wie überall etliche Auflagen, was das

Training auf der Bahn nicht leichter gemacht hat. Anfang Oktober trifft

sich die Nationalmannschaft in Frankfurt (Oder) zum Bahntraining am

Bundesstützpunkt. In drei Blöcken à acht Tagen wird vor Ort gemeinsam

trainiert. Der Druck, sich durchzusetzen, bleibt, es sind sechs bis acht

Sportler, die für den Bahn-Vierer in Frage kommen. Ein Jüngerer kommt

vielleicht sogar noch dazu, für den Tokio dieses Jahr zu früh gewesen

wäre, der nun aber für das nächste Jahr auf jeden Fall den Druck auf

die Mannschaft erhöht. Keine leichte Situation, wenn man das Ticket

eigentlich schon fast in der Tasche hatte.

Die Ungewissheit bleibt! Ob man Bestandteil des Teams ist und ob die

Olympischen Spiele 2021 in Tokio überhaupt stattfinden. Auf Grund der

aktuellen Pandemielage ist das auf jeden Fall nicht sicher und überhaupt,

wie der Fahrplan für die Bahnradsportler aussieht, das steht auch noch

komplett in den Sternen. Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen

sollen zwar noch zwei Europameisterschaften ausgetragen werden.

Die erste im November, dafür gibt es aktuell allerdings noch keinen

Ausrichter, die zweite EM soll im Februar in Minsk starten, und da stellt

Die Nominierung des Bahn-Vierers soll, das steht fest, im Mai stattfinden.

Wie dort entschieden wird, wenn es bis dahin keinen Wettkampf gab? Die

Antwort kennt niemand. Aktuell hangeln sich die Sportler von Training

zu Training und müssen gefühlt irgendwie immer bereit sein. „Und das

werde ich, ich bin da, wenn es drauf ankommt“, sagt Leon selbstbewusst.

Momentan macht er jetzt aber erst mal Urlaub, einfach mal Zeit mit der

Freundin genießen, Dinge tun, die sonst in den normalen Trainingsphasen

nicht möglich sind. Auf meine Frage, ob er sich komplett rausnimmt, so ganz

ohne Training, ohne alles, bevor er sich in Frankfurt mit der Mannschaft

trifft, antwortet Leon lachend: „Ich habe mein Fahrrad natürlich mit, spule

jeden Tag nur eben meine 3 bis 4 Stunden ab, Richtung Mittag bin ich

dann fertig und kann den ganzen Tag mit meiner Freundin verbringen.

Und manchmal geht es auch gemeinsam in den Kraftraum.“

Auf Deinem weiteren Weg, der nicht so glatt ist, wie Du es von der Bahn

gewöhnt bist, drücken wir Dir die Daumen, dass es am Ende für den

Platz in der Mannschaft und dann auch bei den Olympischen Spielen

reicht. *Faust*

Beim Weltcup in Honkong 2019 gewann Leon mit dem Deutschen Vierer die Mannschaftsverfolgung.

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Frauenfußball/HSV

© Fotos: Karsten Schulz

Schritt für

Schritt

eine offizielle Kooperation mit der Berliner Hertha ein, die Frauen

des 1. FFC Frankfurt schlossen sich aktuell sogar gleich der Eintracht

an), bleiben wir hier in Hamburg offensichtlich behutsam. Oder

was sind die Fernziele der 1. Frauen, fragen wir Claudia. Sie sagt:

„Perspektivisch ist unser Ziel klar die 2. Frauen-Bundesliga.“ „Wann

das eintritt, lassen wir uns offen“, erklärt Kumar diplomatisch, aber

überzeugend. Erfolg und Nachhaltigkeit müssen sich ja nicht zwingend

ausschließen. Dafür sorgt jetzt

unter anderem Claudia. »

Neuzugang Anne van Bonn war von 2002 bis 2008 Nationalspielerin (U19, U21, U23) und hat mit

amtlichen 322 Spielen die zweitmeisten Einsätze in der eingleisigen Frauen-Bundesliga absolviert.

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Spätestens nach der zweiten Pressemeldung wurden wir neugieriger,

was wir ja von Haus aus eigentlich sowieso sind. Der HSV setzt wieder

auf Frauenfußball.

Was in den letzten Jahren zwar durchaus konsequent, aber eher

behutsam und ohne großes Getöse stattfand, gereichte jetzt zu zwei

Neuzugängen mit Pressenachhall. Zum einen verstärkt Anne van Bonn

aus der Frauen-Bundesliga vom SC Sand die 1. Frauen des HSV, die da

Regionalliga spielt (zuletzt Platz 6 vor Liga-Abbruch). Ebenfalls vom

SC Sand (kleines Rätsel am Rande: Wo ist Sand?) kommt Claudia von

Lanken zurück an die Elbe. Sie war hier zu Bundesliga-Zeiten bereits

Spielerin UND Trainerin und übernimmt beim HSV e.V. dann jetzt die

gesamte Koordination des Frauen- und Mädchenfußballs. Zuletzt

war sie beim SC Sand („eine 2.000-Seelen-Gemeinde“) eigentlich für

alles zuständig, zuletzt

als Geschäftsstellenleiterin

und

Co-Trainerin des

Frauen-Bundesligateams.

Wir mussten

sie unbedingt treffen.

Gleich mit von der

Partie: Kumar Tschana,

seit Anfang des

Jahres Geschäftsführer

des HSV e.V., und

insgesamt seit 2015 im Verein. Als er damals

anfing, wollte man aus der Vergangenheit

Gelerntes unter Beweis stellen, die Vision

lautete: „Wir wollen den Frauenfußball neu

und nachhaltig aufbauen, mit der Idee, das

1. Frauenteam wesentlich mit eigenen Nachwuchsspielerinnen zu

besetzen.“ Und zwar kontinuierlich, immer wieder von unten auffüllen.

Zeitgleich wurde nach und nach an der Güte der Trainer*innen

gearbeitet, Förderungen wurden ausgebaut, Trainingsbedingungen

verbessert und professionalisiert, bis hin zu der Tatsache, dass die B-

Juniorinnen seit geraumer Zeit als „Junior-Top-Team“ im Spitzensportförderungskonzept

des HSV vertreten sind. Ergebnis: Nach Platz drei

in der Saison 2018/19 gewannen sie in der vergangenen Spielzeit die

Bundesliga Nord/Nordost, wurden 2019 Deutsche Futsal-Meisterinnen,

und bis zu sieben Spielerinnen sind in Nationalmannschaften bzw.

auf DFB-Lehrgängen unterwegs.

„Es gab bereits ein klares Commitment

aller Gremien zum Thema

Frauenfußball“, so Kumar. Eine

wesentliche Maßgabe: Das Ganze

muss finanziell solide sein. Ok.

Derweil andere Profivereine, allen

voran die Bayern, Wolfsburg etc.,

schon lange investieren (gerade

ging Turbine Potsdam, ewig erfolgreich

in der 1. Frauen-Bundesliga,

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sportinghamburg

Folgt uns doch auch auf Facebook.

Guckt uns beim Entstehen

der nächsten Ausgabe über

die Schulter, erfahrt frühzeitig,

welche Themen anstehen, und

füttert uns mit Ideen und Infos.

Wir freuen uns auf Euch.

14

Claudia von Lanken kommt zurück vom SC Sand und koordiniert jetzt beim HSV den Frauen- und Mädchenfußball.

Bild oben: Die B-Juniorinnen beim 5:1-Heimsieg vs. Carl-Zeiss Jena.


© Fotos: Karsten Schulz

Frauenfußball/HSV

ZEIT FÜR

VERÄNDERUNGEN

Sophie Nachtigall (Kapitänin B-Juniorinnen), seit 2018 beim HSV, ist Hamburger Auswahlspielerin mit 5 Länderspielen für das U16-Nationalteam.

„Ich will hier beim HSV, zusammen mit den Trainerinnen und Trainern,

wieder etwas aufbauen. Wir tragen das auf vielen, breiten Schultern.“

„Ich weiß, wie schön das ist, für und mit dem HSV Frauenfußball zu

spielen“, freut sie sich auf die Zusammenarbeit. „Teure Neuverpflichtungen

sind aktuell, aber auch zukünftig kein Thema“, das wurde

in den Boom-Jahren vielfach in der gesamten Liga, auch beim HSV,

überreizt. „In der Breite und Spitze hat der deutsche Frauenfußball

nachgelassen.“ Stars wie Birgit Prinz oder Steffi Jones sind aktuell Claudia will Synergien beim HSV entwickeln, optimal ausnutzen,

Mangelware, auch international hat der deutsche Frauenfußball sie will mehr Miteinander unter und mit den Trainern, keinen Egoismus

am Spielfeldrand, keinen im Spiel, auch wenn es darum

schon deutlich bessere Zeiten erlebt. „In Deutschland wurde sich

zu lange auf den damaligen Erfolgen ausgeruht. Deswegen gehen geht, Spielerinnen intern an ein anderes Team abzugeben, um

die richtig guten Spielerinnen aktuell ins Ausland, da ist auch in den ihre Entwicklung zu fördern. Und das ist kein Widerspruch zu der

Stadien mehr los.“ „Zuschauereinnahmen spielen in Deutschland Kreativität, die sie andererseits fordert. „Wir brauchen auf dem

im Grunde kaum eine Rolle, wären für eine nachhaltige und positive Platz mündige, selbstbewusste Spielerinnen. Unser Ziel ist es, diese

Weiterentwicklung im Frauenfußball aber sehr wichtig“, erklärt Kumar, hier bei uns aufzubauen.“ Die Strukturen für die nächsten Schritte

aber neben der finanziellen Unterstützung des Vereins bewegt sich in Sachen Frauenfußball beim HSV, auch im positiven Austausch

auch bei der Vermarktung sowie beim Partnering beim HSV etwas mit der Fußball AG, sind da und die Ausgangspositionen sind nicht

in die richtige Richtung.

schlecht. Die B-Mädchen gerade Staffelsieger geworden, die 2. UND

die 3. Frauen gerade aufgestiegen. Kumar: „Jedes unserer Teams

hat aktuell mindestens zwei Trainerinnen oder Trainer, in Summe

sind 200 Mädchen und Frauen bestmöglich zu betreuen.“ Tendenz

steigend, was bei der sich ebenfalls entwickelnden Außenwirkung

auch nicht überrascht. Wir sind gespannt und finden, Fernziel meint

wahrscheinlich zwei Jahre.

© Foto: Witters © Fotos: Unsplash, Pixabay

#digitalisierungsfoerderung

DIE DIGITALISIERTE VEREINSWELT VON MORGEN KOMMT,

AKTUELLER UND SCHNELLER DENN JE …

… und Heimspiele bekommen für Mitglieder und Mitarbeiter im organisierten

Sport eine ganz neue Bedeutung. CLUBITY hilft gern und immer auf Augenhöhe

dabei, Sie mit modernster Software darauf vorzubereiten.

„Der ETV verwaltet seine Mitglieder seit Oktober letzten Jahres mit CLUBITY.

Unsere hauptamtlichen Mitarbeiter arbeiten mit Hilfe von CLUBITY in

diesen turbulenten Tagen auch dezentral sehr effizient im Team

zusammen und kommunizieren sicher und schnell mit Kollegen

und unseren Mitgliedern.“

Frank Fechner, 1. Vorsitzender des ETV

DSGVO konform

Oben: Defensivspezialistin Anne van Bonn arbeitet im wirklichen Leben als Bauingenieurin.

Rechtes Bild: Abwehrspielerin Anna Hepfer beim Testspiel der 1. Frauen gegen Wolfsburg II.

www.clubity.de

www.clubity.com


Walking

© Fotos: Nina Westphal (bewegung-hamburg.de)

Geht

doch

Maß finden kann, die individuell richtige Belastungsintensität“, sagt Reer,

„man kann eine Überlastung damit sehr gut vermeiden.“ Bei der richtigen

Dosierung und Technik kann aber auch ein*e Trainer*in gut helfen. Die

Sportwissenschaftlerin und Trainerin Nina Westphal bietet unter dem

Motto „beWEGung – für mehr Gesundheit“ ihre Kurse überwiegend

im Stadtpark an. Auch sie hat zahlreiche Stammkund*innen, auch sie

musste feststellen, dass Neue in diesem Sommer eher ausblieben:

„Das war für eine Selbstständige

schon hart.“ »

Nordic Walking erlebt auch aufgrund von von Corona einen Boom.

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Klar, geht doch einfach alle los, mit Stöcken oder ohne. Im eigenen

Tempo. Hauptsache, Ihr bewegt Euch. Strecken gibt es reichlich in der

Stadt. Und schön ist es in unserer Perle ja ohnehin fast überall.

Aber: Gemeinsam macht viel mehr Laune, spornt an, fördert auch

ein bisschen den Ehrgeiz und – ehrlich gesagt – disziplinier. Kein Bock

geht dann eben nicht.

So walken sie schon seit Jahren regelmäßig durch das Niendorfer Gehege,

mit Stöcken, wie beim Nordic Walking. „Diese Gruppe am Montagmorgen

ist sehr gut frequentiert, es sind immer mindestens 20 Sportler

am Start“, sagt Stefanie Kohlmorgen vom Niendorfer TSV, die dieses

Angebot organisiert, „Bewegung in der frischen Luft ist halt einfach gut

und gesund.“ Auch – und vielleicht gerade – im beginnenden Herbst.

Und insbesondere in

Coronazeiten. Jede*r

kann beim Walken

Abstand halten,

und das Virus findet

frische Luft zum

Weiterverbreiten ja

nicht soooo toll. Also

spricht überhaupt gar

© Foto: Pixabay

nichts dagegen, den guten Vorsatz „mehr

Sport“ nun endlich umzusetzen. „Walking

oder auch Nordic Walking, die Variante mit

Stöcken, ermöglicht einen richtig einfachen

Einstieg“, weiß Stefanie.

Also Leute, überwindet Euch. Ihr wollt es doch auch. In diesem Jahr

gesellte sich zum inneren Schweinehund natürlich leider auch die

berechtigte Corona-Sorge. „Wir mussten einige geplante Nordic

Walking-Kurse absagen“, erzählt Stefanie vom NTSV, „manche Menschen

trauen sich nicht.“

Dabei ist (Nordic) Walking wirklich ideal. „Und es ist sehr gut auch

für Untrainierte geeignet“, sagt Professor Rüdiger Reer, Leiter der

Abteilung Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg.

Ob Senior*innen oder Kinder,

jede*r kann es machen. Die

kontinuierliche Bewegung stärkt

das Herz-Kreislaufsystem und den

Stoffwechsel, ist gut für Muskulatur

und Knochen und beugt so Osteoporose

vor. „Ein Vorteil ist, dass

jeder in dieser eher niederschwelligen

Sportart für sich das richtige

Moin Moin

Alles von der Waterkant.

www.wirlieben.hamburg

18


Walking

Hamburgiade

Hamburgiade 2020

© Fotos: Nina Westphal (bewegung-hamburg.de)

Das Baby einfach mitnehmen.

Auch all die Macher*innen und Helfer*innen der Hamburgiade

Company Games haben sich von allen Verschiebungen,

Hygieneanforderungendiesdas nicht abschrecken lassen

und hingegen eher im jetzt-erst-recht-Bereich gearbeitet.

Wir als Medienpartner sind stolz auf Euch und freuen uns

immer wieder über die bunte Vielfalt und den Aktionismus

Eurer Betriebssport-Party.

Hamburgs einziger Indoor-Triathlon bei Fitness First:

Voller Einsatz beim Kampf um die Medaillen

© Fotos: Hamburgiade

Nina hat neben dem „normalen“ Walking auch ein Programm für junge,

das heißt: neue, Muttis im Angebot. Die Kleinen können dabei mit

einem Tragetuch mitgenommen werden. „Und natürlich machen wir

auch immer Pausen mit Gymnastikeinheiten.“ Bei Wind und Wetter

macht sie das, auch Regen ist keine Entschuldigung: „Wir sind ja nicht

aus Zucker.“ In der Müttergruppe haben sich viele Freundschaften

auch über den Sport hinaus gebildet: „Der Austausch mit anderen

tut den Müttern eben auch mal ganz gut.“ Für Schwangere, sagt Nina,

ist Walking übrigens auch ziemlich super: „Klar, rausgehen und sich

angemessen bewegen, davon profitiert der Körper und die Seele. Ganz

bestimmt tut dies dem Baby im Bauch gut. Ich würde meinen, dass

die Endorphine, die Glückshormone, dann auch beim Kind landen.“

Teamwork wurde beim Dartsturnier im Café Kö groß geschrieben

Inklusion pur: Spieler der Hockey-Inklusionsmannschaft

„Hockies“ probieren sich im Wikingerschach

Schon nach relativ kurzer Zeit wird jede*r Walker*in merken, heute

geht mehr. Ich schaffe eine längere Strecke, ich halte länger durch.

So können auch wenig Trainierte in einen Bereich kommen, „wo die

Belastung hoch genug ist, dass der Körper Glückshormone ausstößt“.

Wer will das nicht, hallo? Und Sportwissenschaftler Reer hat noch

ein ganz starkes Argument: „Überflüssige Pfunde purzeln, bei einem

Tempo von beispielsweise sechs Kilometern pro Stunde sind dies in

60 Minuten circa 400 kcal.“

Überall in der Stadt gibt es spannende Touren, es muss ja nicht immer

rund um die Alster sein. Wie wäre es mit dem Eppendorfer Moor, durch

Planten un Blomen und die Alten Wallanlagen, an den Deichen in den

Vier- und Marschlanden, im Forst Klövensteen oder in Moorwerder?

Oder eben Stadtpark und Niendorfer Gehege. Also, weg mit dem

Schweinehund und los jetzt. Abstand inklusive.

Leute, worauf bitte

wartet Ihr noch?

Zahlreiche Hamburger Vereine haben entsprechende

Angebote überall in der Stadt.

Dazu gibt es außerdem diverse private

Kursanbieter wie Nina.

Kann man alles im Internet finden, zum

Beispiel hier: nordic-walking.de/nordicwalking-in-hamburg.html

Wie immer hoch her ging es beim

Hamburgiade-Tischkicker-Turnier im KIXX

Große Sprünge beim Beachvolleyball-Turnier im

Wilhelmsburger Inselpark

Wassersportaction im Inselpark – beim SUP waren

Technik und Power gefragt

Stand Up Paddling beim RV Bille: Spaß und Bewegung für alle

Nordic Walking wird oft auch kombiniert mit Gymnastik und Dehnübungen – Sport im öffentlichen Raum at its best.

Konzentration und Teamfeeling – der Workshop mit dem Hamburger

Box-Verband bot den Teilnehmenden spannende Facetten


sportinghamburgActiveCityCrew2020

Coach Heiko kann leider verdammt kritisch sein. Aber von nix kommt nix.

© Fotos: Sven Jürgensen

Here we sail.

Es wird so spannend, man kann das gar nicht aushalten. Der

Helga Cup liegt an der Startlinie (02.–04. Oktober) und

mittendrin liegt, perfekt gestyled und top-trainiert, die

sportinghamburgActiveCityCrew2020 . Krass.

Wir hatten schon im Winter in der ganzen Active City aufgerufen zum

Crew-Casting 2020, hatten die Castings vertagt, verlegt, weil C. nervte

und auch der Helga Cup vom Juni auf Anfang Oktober geschoben wurde,

hatten eine Zwischenrunde, einen Recall, und die vier Seglerinnen, die

wir da jetzt im Boot haben, „go straight into the finals“. Tatsächlich haben

sich vier wunderbare, entspannte, ambitionierte Frauen gefunden, die

trotz Job und Kind und Kegel, nachdem dann in Hamburg auch wieder zu

viert gesegelt werden durfte, fleißig in die J70 gestiegen sind. Wir freuen

uns ein Loch in den Bauch und sind schwer gespannt, wie sich die vier

dann auf ihren Wettfahrten anstellen. Petra, genannt Pechen, hat als

einzige konkrete Helga Cup-Erfahrung, Insa ist durchaus regattaerprobt

und ehrgeizig, Katharina

kommt vom Jollensegeln

und Anna vom Hochschulsport,

sie segelte

schon auf Dickschiffen

einige Regatten. Trainer

SuperHeiko Kröger ist

(immer) entspannt zum

Leistungsvermögen:

„Die Frauen haben in den letzten Wochen

die Lernkurve so gut wie es ging abgesegelt.

Das Ganze ist wie beim Turmspringen, wenn

man die fünffachen Schrauben nicht hinkriegt,

sollte man sie lieber weglassen und

vorziehen, tipptopp im Wasser zu landen.“

Also überlassen die vier sporting-Damen das

Fehlermachen hoffentlich den anderen und

gleiten dann aber gekonnt über die Alster (an den Gegnerinnen vorbei,

wäre schön). „Die wichtigsten Themen bei einer Crew, die Basis, das

sind die Abläufe.“ Wer macht was, die Rollenverteilung muss sitzen:

Wer steuert, macht die Taktik, sprich, hat die Gegnerinnen, die Schiris,

die Bojen und den Wind im Blick, und wer buckelt am Großsegel, an

der Vorschot und dann noch am Gennaker, dem Vorsegel. Hochziehen

ist da einfacher als wieder einholen, vor allen Dingen unter Zeitdruck.

Das alles hat die Crew engagiert auf der Alster trainiert, vielfach auch

per Tutorial auf Youtube studiert, Heiko ist zufrieden. Eine der letzten

Einheiten kommentiert Katharina wie folgt: „Die Einheiten mit Heiko sind

sehr effektiv, kurz und knackig, es gab immer noch viel Kritik, hat aber

trotzdem Spaß gemacht. Leider wird es

inzwischen viel zu früh dunkel.“ „Heiko

ist dann schon sehr deutlich“, grinst

Pechen: „So ein ‚Such die Windkante ...

wo ist sie? Bist noch lange nicht dran!’

stresst dann schon ganz schön.“ Sie

lacht: „Und wir haben gar nicht an der

Pinne geruckelt“, ist aber sehr happy

über die professionelle Betreuung. Auf

Hier kommt die Crew im Nu. In rot: Katharina, Anna, Insa und Petra. Die Herren (oben u. re.): Coach Heiko Kröger,

sporting-Herausgeber Martin Blüthmann und Heiko Holzgräber von der Quirin Privatbank, Sponsor der Ladies.

einer der letzten Einheiten mit von der Partie war auch Heiko Holzgräber

von der Quirin Privatbank, die das Projekt unterstützt. Er erklärt: „Was

uns mit dem Segelsport verbindet? Auch bei der Geldanlage gilt es,

klug zu navigieren, Kurs zu halten und nicht zum Spielball der äußeren

Einflüsse zu werden.“ Er ist schwer angetan von der engagierten Crew

und drückt der Truppe alle Daumen. Immerhin gehen 50 Crews an den

Start: aus Dänemark, Schweden, der Schweiz, Österreich und den

Niederlanden, Frauschaften aus der ganzen Republik, wie die Südseeperlen

vom Bodensee. Natürlich alles ein wenig Corona-gebremst

einerseits, andererseits ist es gerade dem ausrichtenden NRV wichtig,

ein Zeichen zu setzen. Segeln geht – auch mit C. Natürlich sind wegen

unterschiedlichster Reisebestimmungen diverse ausländische Crews in

diesem Jahr nicht am Start, aber die gute Stimmung, die Idee hinter Helga,

die lebt, aber halloooo. Head-of-Helga Sven Jürgensen: „Wir freuen uns

auf die Corona-Edition, gibt halt weniger Party, aber wir wollen uns ja

auf dem Wasser messen“, grinst er.

Stolz ist er erst recht auf die neue Über das komplette Outfit freuen sich die sporting-Crew-Seglerinnen sehr, das kommt von Marinepool aus Bayern.

Regattabahn Helga-Inklusiv, die von

Frauen mit und ohne Handicap in der Bootsklasse S\V14 gesegelt wird.

Allen voran ist hier Kristina Vogel, ehemalige Bahnrad-Weltmeisterin,

sie ist auch Schirmherrin des Helga Cups, mit am Start. Ein Träumchen.

Zu favorisieren ist in diesem Jahr vor allem eine Crew, sagt Sina aus der

Helga Cup Presse-Crew: Das sind die Segel-Bundesliga-Damen vom

Hamburger Segel-Club, Hamburg eben. Auch ein Traum.

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Segeln

Segeln

© Foto: Sven Jürgensen

Titel

No. 18

Unser Coach SuperHeiko Kröger ist

seit Jahren einer der erfolgreichsten

deutschen Segler. Ist ja klar, wenn wir

schon mal ’ne Crew casten und er der

Coach sein darf.

Heiko ist 54, verheiratet, Vater von fünf Kindern, wettergegerbt,

redselig, gern ironisch, kommt aus einer Seglerfamilie

und segelt, puuuuh – schon immer. Er ist Paralympics-

Sieger in Sydney, gewann Silber in London, ist 10-maliger

Weltmeister, 7- oder 8- („ich weiß nicht so genau“) -mal

Vize-Weltmeister und gerade zum 18. Mal Deutscher

Meister geworden. Man mag sich das Wohnzimmer mit

dem Medaillen- bzw. Pokalschrank nicht vorstellen ... :-)

In Tokio ist Segeln erstmalig nicht mehr bei den Paralympics

dabei, auch 2024 nicht. Anfänglich hat sich Heiko ultimativ

aufgeregt, und das kann er auch meisterlich („so’n Scheiß“).

Inzwischen ist er auch da wieder deutlich entspannt, auch weil er die Faktenlage

sieht: „Verrückterweise ist Segeln so inklusiv, wir bräuchten gar keine Paralympics

mehr“, sagt er. „Mein Boot kann mit und ohne Handicap gesegelt werden“, fertig. „Wir

können überall als ganz normale Segler an den Start gehen.“ Warum auch nicht. Erst

recht, wenn am Ende des Tages Heiko gewinnt. So wie eben in Berlin. Da siegte er bei

den Deutschen in der Para- und in der offenen Klasse. Wobei er gesteht: „Das war kein

Kindergeburtstag. Der Wannsee ist ein gefährliches Pflaster, es hat Winddreher wie auf

der Alster“, weswegen Fehler und Zufälle schnell passieren. Sind aber ja nicht. Vom 11.

bis 13. Oktober finden auf der Alster weltweit erstmalig Inklusionsweltmeisterschaften

statt, da startet er mit Partner Clemens Krauss in der S\V 14-Klasse – und wir stehen

am Ufer und freuen uns.

Segeln

inklusive

Um den Bogen zu schließen, hängen wir einfach mal ein

paar Fragen an Sven Jürgensen an, der sich nämlich

das Thema Inklusion im Segelsport auf die Stirn geklebt

hat, sich inzwischen für ganze Inklusions-Portale

einsetzt und den Norddeutschen Regatta Verein bei

dem Thema vorantreibt, um im zweiten Schritt andere

Vereine, den Segelsport mitzureißen.

„Eigentlich ist es ja schlichtweg unser Ziel, unseren Sport allen Menschen

zugänglich zu machen“, sagt er. „Wir haben mit Heiko Kröger einen sehr

erfolgreichen Para-Segler in unseren Reihen, aber der segelt mit einer

Hand besser als andere Menschen mit fünf Händen.“ Und das Thema

Handicap ist ja ohnehin ein sehr dehnbarer Begriff. „Wir haben uns

also angeguckt, wie viele Segler mit Handicap gibt es, was haben die

für Schwierigkeiten, vor allen Dingen, welche Schwierigkeiten. Dann

haben wir geschaut, was gibt es für Boote am Markt, die dem einen oder

anderen Handicap gerecht werden, sind in Südafrika und Holland fündig

geworden, und dann ging es los.“ Ein paar motivierte Mitglieder des

NRV und aus seinem Umfeld kauften zwei, drei dieser Boote, die ersten

Probefahrten begeisterten, und dann setzte sich der NRV ganzheitlich

in Bewegung. Der neue Vorsitzende Tobias König, total angefixt: „Wollen

wir da nicht mehr draus machen?“, fragte er. Das Ergebnis:

Der NRV wird komplett inklusiv. „Natürlich kann man leider

nicht mit jedem Handicap segeln, aber da geht viel“, und was

bitte ist ein Handicap? Körperliche, mentale Einschränkungen

sind auch altersbedingt, Schlaganfall-Patient*innen,, Geh-

Behinderungen usw.

Inzwischen gab es Segel-Workshops für Menschen mit Seh-

Behinderungen. Heiko Kröger, er war dabei und ist fasziniert:

„Seitdem hat ein Satz wie ‚sich blind verstehen’ für mich eine

ganz andere Bedeutung. Das war ein tolles Wochenende und

die Sportler hatten eine sensationelle Erfahrung.“ Bei all diesen Themen

ist das Feedback unter den Mitgliedern sehr positiv, in der Politik ebenso.

Also gibt es nicht nur den Helga Cup 2020 als inklusive Variante und

eine Woche später sogar eine vom NRV initiierte Inklusions-WM, es

gibt den NRV in Bälde auch barriereferei. Hut ab! Und wir reden nicht

nur von Rampen und Co. Tatsächlich werden sodann nicht nur Boote

gekrant, sondern auch Rolli-Fahrer*innen. Wie cool ist das denn bitte,

und der NRV ist voll der Vorsegler.

© Fotos: Sven Jürgensen

24

Die nagelneuen Boote sind ein Knaller, alle Teams haben echten Spaß. Links: Noa mit ihrem Vater Gregor.

Rechts: Internationale Spitzen-Paraschwimmerin Kirsten Bruhn mit Volker Ernst, 2. Vorsitzender NRV.


Die sporting-Tipps, präsentiert

von LOTTO Hamburg:

03.10. KÖHLBRANDBRÜCKENLAUF

Bei der 10. Ausgabe des größten Brückenlaufs in Deutschland werden statt sonst 6.000

insgesamt max. 1.600 Starter*innen auf insgesamt 8 Starts (stündlich ab 8 Uhr) verteilt.

Infos: www.koehlbrandbrueckenlauf.de

03./04.10. HOCKEY: 1. BUNDESLIGA

Am 03.10. gibt es folgende Herren-Heimspiele: Club an der Alster vs. GTHGC (14 Uhr), Hamburger

Polo Club vs. Nürnberger THC (14 Uhr), UHC Hamburg vs. Harvestehuder THC (15 Uhr).

04.10.: Damen: Harvestehuder THC vs. Uhlenhorst Mühlheim (14 Uhr), Herren: Hamburger

Polo Club vs. Rot-Weiß Köln (12 Uhr), UHC Hamburg vs. GTHGC (13 Uhr), Club an der Alster vs.

Harvestehuder THC (16 Uhr).

Weitere Spieltage und Infos: www.hamburghockey.de

04.10. FUSSBALL 2. BUNDESLIGA: HSV

Der HSV spielt zu Hause gegen Erzgebirge Aue (13:30 Uhr), am 24.10. gegen FC Würzburger

Kickers (13 Uhr).

Volksparkstadion, Sylvesterallee 7, 22525 HH

04.10. ESELWANDERUNG

Die samstäglichen Wandertouren mit Eseln und in deren Tempo durchs Wentorfer Land und in

den Sachsenwald versprechen Entschleunigung pur, Achtsamkeit und Meditation auf

natürliche Weise.

Infos + Anmeldung:

www.lerntiere.de/coaching-beratung/esel-touren.php

05.–09.10. KIDS PARKOUR HERBSTCAMPS

In den Parkour-Camps werden Kids (8–14 J.) während der Herbstferien zu Großstadt-Ninjas. Professionelle

Parkour-Trainer und -Läufer (Traceure) zeigen die Grundlagen von Parkour und Freerunning.

Infos + Anmeldung: www.diehalle.hamburg

11.10. BRAMFELDER HALBMARATHON

Der 29. Bramfelder Halbmarathon findet statt! Stand Ende September mit max. 600

Teilnehmer*innen. Start + Ziel: Sportplatz Gropiusring, 22309 HH.

Anmeldung + Infos: www.bramfelder-halbmarathon.de

11.10. HANDBALL 1. BUNDESLIGA: BUXTEHUDER SV

Die Bundesliga-Heimspiele der Buxtehuderinnen im Oktober: 11.10. (15 Uhr) gegen Bayer 04

Leverkusen, 17.10. (16 Uhr) gegen die HSG Bensheim/Auerbach, 31.10. (16 Uhr) gegen den

Thüringer HC.

Sporthalle, Kurt-Schumacher-Straße, 21614 Buxtehude

11.–13.10. SEGELN: INKLUSIONS-WM

Im „schönsten Stadion Hamburgs“, auf der Alster, wird die erste WM im inklusiven Segeln ausgetragen.

Jeweils zwei Personen, eine mit, eine ohne Handicap, segeln auf der Far East S\V14.

Infos/Fragen/Anmeldung: sven.juergensen@nrv.de

17.–23.10. INTERNAT. HAMBURGER

ONLINE-SPORTKONGRESS

Der VTF hat seinen Kongress kurzerhand ins Web verlegt: 7 Tage lang täglich je 5 Online-

Veranstaltungen zu Fitness- und Gesundheitssport (siehe September-Ausgabe).

Infos: www.hamburger-sport-kongress.de

19.10. FUSSBALL 2. BUNDESLIGA: FC ST. PAULI

Der FCSP spielt am Millerntor gegen den 1. FC Nürnberg (20:30 Uhr).

Millerntor-Stadion, Harald-Stender-Platz 1, 20359 HH

05.–14.10. SELBSTVERTEIDIGUNG FÜR MÄDCHEN

In dem Kurs stärken die Mädchen (8–15 J.) ihr Selbstbewusstsein und ihre Wahrnehmung für

entstehende Konflikte, lernen Abwehrtechniken, Verhaltensregeln für schwierige Situationen und

das „Nein“- bzw. „Stop“-Sagen.

Evang. Familienbildung Harburg, Anmeldung:

www.fbs-hamburg.de/harburg

08.10. ONLINE-TANZPARTY

Kostenloser Tanzabend aus Österreich, das Web macht’s möglich.

Infos + Anmeldung: www.choretaki.com

08.–10.10. SEGEL-BUNDESLIGA: FINALE

Das Finale der 1. und 2. Segel-Bundesliga findet auf der Außenalster statt, am Wochenende drauf

(17./18.10.) wird dann der Deutsche Segel-Liga Pokal 2020 ausgesegelt. Veranstaltungsort: NRV,

Schöne Aussicht 37, 22085 HH.

Infos: www.segelbundesliga.de

10.10. HANDBALL SPORT VEREIN HAMBURG: 2. HBL

Nach der Saisoneröffnung (02.10. auswärts gegen TuS N-Lübbecke) hier die Heimspiele im

Oktober: 10.10. (19 Uhr) gegen HSG Konstanz, 21.10. (20 Uhr) gegen TSV Bayer Dormagen,

30.10. (20 Uhr) gegen ASV Hamm-Westfalen.

Sporthalle Hamburg, Braamkamp 1, 22297 HH

11.10. BASKETBALL-BUNDESLIGA: HAMBURG TOWERS

Vor dem Saisonstart am 06.11. empfängt das Calles-Team am 11.10. die Basketball

Löwen Braunschweig, am 17.10. die Namensvettern Towers Chemnitz zu Vorbereitungsspielen

in Wilhelmsburg.

www.hamburgtowers.de

19.10. YOGA FÜR ANFÄNGER

Egal wie alt, wie beweglich, ob mit oder ohne Behinderung - dieser Kurs in der Kulturküche

Alsterdorf (montags 17–18 Uhr) ist für alle offen, das Motto: Jede*r nach seinen Möglichkeiten.

Reinschnuppern ist möglich.

Infos: www.isv-alsterdorf.de

21.10. KAMPFKUNST FÜR KIDS

Familien-Kampfkunst-Training: Eltern und Kinder (ab 4) spielen und toben, erproben

gemeinsam Balance und Geschicklichkeit und lernen ganz nebenbi erste Inhalte der asiatischen

Kampfkunst Shinson Hapkido kennen. 17–18 Uhr, Dojang St. Pauli, Seewartenstr. 10 ,

Haus 6, 20459 HH (bei Regen drinnen).

Fragen + Anmeldung unter: dojangleitung@bewegungamhafen.de

23.10. TANZTHEATER: RAVE NEW WORLD

Premiere: Leitmotive aus Aldous Huxleys dystopischem Roman „Schöne neue Welt“ sind

Thema dieser neuen Tanztheaterproduktion.

Infos + Tickets: www.thecurrent.dance/productions

25.10. AMERICAN FOOTBALL: GFL JUNIORS NORD

Stadtderby der German Football League Juniors: Hamburg Young Huskies vs. Hamburg Junior

Devils. 15 Uhr, aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Siehe Artikel zum American Football

im Heft!

Spielplan: www.gfl-juniors.de/spielplan

31.10./01.11. MEGAMARSCH

100 km in 24 Stunden wandern. Am Stück. Durch die Nacht. In den Sonnenaufgang. Max.

1.000 Teilnehmer*innen starten „fliegend“: maximal 10 alle 30 Sekunden.

Start + Ziel: Rüschpark, Hein-Saß-Weg, 21129 HH.

Infos: www.megamarsch.de

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

Bitte informiert Euch über den aktuellen Status der jeweiligen Veranstaltung sowie die

geltenden Hygienevorschriften direkt auf der Webseite des Veranstalters.

© Foto: HASPA Marathon Hamburg

© Foto: Michael Strokosch

27


Fußball

© Fotos: HFV

© Foto: sporting hamburg

Verbandssportlehrer Stephan Kerber (li.) und Tim Stegmann arbeiten schwer motiviert an der

Aus- und Fortbildung Hamburger Trainer*innen und Betreuer*innen. Rechts: Praxisteil des B-Lizenz-Lehrgangs.

Spielfalt

B-Lizenz-Lehrgang mit Corona-Abstand in der umgebauten HFV-Sporthalle.

Wir sind hocherfreut. Warum? Weil wir jetzt auch den Hamburger

Fußball-Verband als Kooperationspartner gewonnen haben. Und

warum das? Weil die unendlich viel machen, zu erzählen haben –

den zweiten Part übernehmen wir dann ab jetzt gerne mit.

Mit 250 Vereinen im aktiven Spielbetrieb und

mehr als 3.000 Fußball-Mann- und -Frauschaften

in der Stadt überrascht das auch nicht

wirklich. Neben dem aktuellen Spielbetrieb,

und zwar über alle Ligen und bis runter zu

den Bambinis, treibt der HFV auch Futsal, das

Schiedsrichterwesen, die Talentförderung und

unterschiedlichste soziale Themen voran. Ein

Hauptaugenmerk ist die Lehre, die Aus- und

Fortbildung insbesondere der Betreuer*innen,

Fußballtrainer*innen, Coaches, you name it. Und

wichtig hierbei: Wir reden fast ausschließlich von

Ehrenamt. 16-jährige B-Jugendspieler*innen,

die mal große Trainer*innen werden wollen;

Spieler-Väter und warum nicht auch -Mütter, die nicht schnell genug

weggeguckt haben, oder die einfach helfen wollen; alte Haudegen, die

immer noch Spaß an der Arbeit mit Kids haben.

Alle diese Engagierten wollen abgeholt, informiert, bestmöglich und

nach neuesten Erkenntnissen und Ideen ausgebildet sein. Hier greift eine

besonders engagierte Feedback-Kultur in der Begleitung der angehenden

Coaches. Wir klopfen deswegen gleich hier mal, zum Start unserer Koop,

heftig an die Tür. Denn eine nachhaltige Ausbildung der Trainer*innen ist

im Grunde ja schließlich die Basis von‘t Janze. Und, weil wir entsprechend

der Vielzahl von Teams (wie gesagt: 3.000) auch mindestens die gleiche

Anzahl Betreuer*innen und Trainer*innen am Start haben, eine wichtige,

aber auch eine never ending Story.

„Wir sind nie fertig“, sagt deswegen

auch der Leitende Verbandssportlehrer

Stephan Kerber (50), seit 20

Jahren beim HFV, er leitete u. a.

lange das DFB-Talentförderprogramm

mitsamt der 6 DFB-Stützpunkte

in Hamburg.

Seit gut anderthalb Jahren wird er an der Spitze des Ausbildungswesens

unterstützt von Tim Stegmann. Tim (31), auch ein alter Hamburger, war

zuletzt Co-Trainer in Diensten der Würzburger Kickers, davor sechs Jahre

lang verantwortlich für Nachwuchsarbeit beim VfL Wolfsburg. Und weil sie

nie fertig sind, haben sie die Corona-Pause genutzt, den vom DFB im Grunde

vorgegebenen Lehransatz ins Hamburgische

zu übersetzen, sozusagen. Nicht sprachlich

natürlich, sondern inhaltlich, „ein Quantensprung“,

munkelt man. „Wir legen ja im Grunde

das Fundament dafür, wie wir meinen, wie die

Kids in Hamburg Fußball spielen sollten“, erklärt

Stephan, „und wie das dann vermittelt wird“,

ergänzt Tim. Das große Motto, auf neudeutsch

würde man sagen, das Hamburger Leitbild, wie

wir das interpretieren: SPIELFALT.

Und nun wird es fast metaphorisch. „Das Leben

ist bunt, wir haben die Idee, flitzend interagierend

auf dem Platz zu fördern“, erklärt Stephan.

„Wir gehen weg von klassischen Übungsreihen,

Anstellen wie die Zinnsoldaten – wir stellen

das Spiel in den Vordergrund.“ Er weiter: „Wir

erweitern Räume“, im wahrsten Wortsinne,

und er zeigt anhand von Charts, was die beiden

sich vorstellen. Früher wurden Übungen auf

engstem Raum durchgeführt, jetzt darf man

auch Linien, in emotional: Grenzen, überschreiten. „Flächen spielerisch

beherrschen zu können, Spielfreude ist uns wichtig“, Spielwitz, Abenteuerlust

und immer wieder Mut werden angesprochen. „Stärkung der

Individualität fordert Selbstvertrauen, das führt zu selbstbewussterem

Spiel und erwiesenermaßen zu mehr Torschüssen“, denn am Ende des

Tages will man ja auch gewinnen. „Ziel ist es, den Spieler*innen alles an

die Hand zu geben, damit sie im Spiel innerhalb kürzester Zeit die besten

Entscheidungen treffen können“, erklärt Stephan weiter.

Die beiden haben mit ihren Kolleginnen, HFV-Verbandssportlehrerin Magdalena

Schiefer, HFV-Bildungsreferentin Jana Steen und Auswahlkoordinatorin

Monika Lehmhagen, jedes Papier angefasst, entsprechend die Lerninhalte

für die Basiskurse (Grundlagen für Betreuer*innen; 2 Wochenenden), die

Kurse „Teamleiter Kinder“ (Altersbereich Bambini bis D-Junior*innen;

1 Woche, endet mit einer Klausur), die C-Lizenz- (1 Woche, endet mit

Klausur und Lehrprobe) sowie die B-Lizenz-Kurse (3 Wochen, 3 Tage

Prüfungen) nachhaltigst überarbeitet. Allein 60 B-Lizenz-Teilnehmer*innen

gibt es jährlich, knapp 200 C-Lizenz-Teilnehmer*innen und deutlich über

200 für die Teamleiter-, 400 für die Basisausbildungen. Dazu kommen 10

Fortbildungs-Veranstaltungen mit unterschiedlichsten, jetzt natürlich

auch neuen Schwerpunkten. Es gibt zum Beispiel Coolness-Tage, hier

geht es unter anderem um Fairplay, oder es kann zum Beispiel, dank der

neuen Medien, sehr dezidiert das Spiel von Atalanta Bergamo analysiert

werden. „Die schießen richtig oft aufs Tor“, lacht Tim. Und wir freuen uns

auf E-Knaben und Mädchen aus Harburg, Rissen oder Poppenbüttel, die

jetzt mit noch mehr Spielwitz und sehr „spielfältig“ am Start sind. Richtig

schöner Ansatz.

29


American Football in Hamburg

Die Hamburg Junior Devils sind die A-Jugend (16–19) der Hamburg Blue Devils.

© Fotos: Christian Fenneberg

Ausgebremst

Schon viel früher aber hatten die Pirates bereits die Segel gestrichen.

„Natürlich sind wir enttäuscht“, sagt Headcoach Jörn Maier, „wir hatten

einen Kader zusammengestellt, der

ein gewichtiges Wörtchen hätte

mitreden können.“

Ob das für nächstes Jahr immer

noch gelingt – who knows. Was wird mit den US-Jungs, die dieses Jahr

gar nicht erst rüber kommen konnten? Nichts Genaues weiß man nicht.

„Ich glaube, es wird eine große Fluktuation bei den Spielern geben“, sagt

Florian von den Devils, „in allen Ligen.“ Es sind eben auch alles keine

Profis, die Spieler müssen schauen, wie sie ihr Leben bestreiten. „Wir

haben zum Beispiel regelmäßige Abgänge von Top-Jugendlichen, die

außerhalb Hamburgs studieren“, sagt der Oberteufel. »

Immer schön festhalten! Der Football, auch „Pigskin“, hat eine Außenhaut aus 4 braunen Leder-,

Gummi- oder Kunstoffstücken.

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30

April 2021. Das ist das Ziel. Und die Hoffnung, dass bis dahin alles

wieder gut ist, gleich mit. Oder wenigstens einigermaßen. Weil, so

wie in diesem Jahr kann es ja nicht weitergehen. Bittere Pille ist

das Stichwort.

Es geht um American Football. Dieses Vollkontaktspiel mit Kadern

bis zu 50 Spieler*innen ist nämlich wahrscheinlich so hart wie kaum

ein anderes Spiel von den ganzen Corona-Einschränkungen getroffen

worden. „Die Teilnahme am Ligabetrieb haben wir längst abgesagt“,

erzählt Florian Voss, der Headcoach der Hamburg Blue Devils, die in

der Regionalliga antreten. Normalerweise. Auch Bundesliga-Aufsteiger

Elmshorn Fighting Pirates und Zweitligist Hamburg Huskies konnten in

diesem Sommer nicht zu Punktspielen antreten und werden es auch

im Rest von 2020 nicht mehr. Einfach ein Jahr für die Tonne.

Seit Anfang September

erst ist wieder

ein Training in Gruppen

bis 30 Personen

erlaubt. Besser als

nichts. „Trotzdem tierisch

schwierig das alles“,

sagt Florian, „da

kannst Du gerade mal

elf gegen elf üben lassen.

Und die ganzen

Auswechselspieler?“

Hamburg Blue Devils-Headcoach Florian Voss: „… großer Mist, das alles.“

Regelmäßige und viele Wechsel gehören bei

dem harten und physischen Rasenschach aber

zwingend dazu. „Es ist großer Mist, das alles“,

klagt Florian und muss sich zwingen, sich nicht

zu sehr zu ärgern: „Die Jungs waren noch nie

so fit. Jetzt ist die ganze Vorbereitung auf die Saison flöten gegangen.“

Die Blue Devils sind ja so etwas wie die Football-Pioniere in Hamburg.

Anfang und Mitte der 1990er-Jahre kreierte Manager Axel Gernert

durch geschickte PR-Arbeit und gutes Marketing einen Boom. Das DM-

Finale 1999 fand im Volksparkstadion vor 30.400 Fans statt, bis heute

der absolute Zuschauerrekord für einen German Bowl. Irgendwann

jedoch ging’s bergab, Insolvenz, andere Clubs in Deutschland holten auf,

überholten. Jetzt aber schien ihnen die Zeit wieder reif, für Aktion, zur

Attacke: „Unser Ziel ist die Rückkehr

in die GFL.“ Ansage.

In der obersten deutschen Spielklasse,

deren Partien zum Teil bei

Sport1 im TV gezeigt werden, ist

keine Mannschaft aus unserer Active

City mehr dabei. Elmshorn ist

die sportliche Nummer eins, konnte

seine erste Saison im Oberhaus aber

nun nicht spielen. Die ganze Spielzeit

wurde dann am 31. Juli gecancelt.

Bewerben Sie sich bis zum 31. Oktober für den

Werner-Otto-Preis im Behindertensport

Preiswürdig sind Projekte, die zur Inklusion und Förderung behinderter Menschen im

Hamburger Sport beitragen. Insgesamt ist eine Preissumme von 30.000 Euro ausgesetzt.

Neben dem Gewinner werden weitere Projekte ausgezeichnet und mit einem Preisgeld bedacht.

Die Ausschreibungsunterlagen finden Sie unter www.alexander-otto-sportstiftung.de


American Football in Hamburg

© Foto: privat

© Fotos: Christian Fenneberg

Das Blue Devils-Maskottchen „Bluzifer“ unterstützt an der Sideline Fans und Team (vor Corona und hoffentlich bald wieder).

Im Jugendbereich sind die Devils immer noch ziemlich klasse aufgestellt.

Die U19 spielt sogar noch in diesem Herbst um Punkte in der Nachwuchsliga

Nord. Einziger verbliebener Gegner: die Hamburg Huskies.

Am 25. Oktober geht es am Tribünenweg rund. Extrem wichtig, dass es

mal wieder einen echten Wettkampf gibt. Gerade bei den Jugendlichen.

„Football ist Randsportart und hat hohe Konkurrenz, wenn es darum

geht, Athleten im Herren- und Jugendbereich zu gewinnen und zu

halten“, sagte Huskies-Vorstandsmitglied Jojo Liebnau im Höhepunkt der

Krise, „wenn wir jetzt 2020 keinen Sport anbieten, ist das ein enormer

Nachteil gegenüber anderen Sportarten.“

Das darf nicht sein, logo. Eine Möglichkeit wäre vielleicht auch, die Kräfte

in Hamburg zu bündeln. Eine superstarke Truppe vereinsunabhängig

zu bauen, mit den besten Spielern der Stadt. Und dann in der GFL

aussichtsreich anzugreifen und damit Vorbilder zu schaffen.

„Ja“, meint Florian, „wäre cool. Das

würde ich mir für Football in Hamburg

wünschen. Aber es wird schwer, die

Egoismen bei Clubs und Coaches sind

groß.“ Also bereiten sich alle Vereine

so gut es möglich ist vor. Und hoffen.

Auf den April 2021 – und dass es dann

wirklich wieder losgeht.

Tempooooohhh

Die Leser*innen rennen uns und unserem Lauf-

Häuptling Nils die Bude ein. Wie herrlich. Und

gleich sind wir wieder beim Rennen. Wie pfiffig.

Nachdem wir in der letzten Ausgabe ein paar basische Aspekte und

unter anderem auch sinnige Pausen proklamiert haben, wollen wir

in dieser Ausgabe Tempo machen. Keine Angst, wir gehen sehr

gedehnt mit dem Wort Tempo um. Ist ja auch immer die Frage, wo

man herkommt. Laufen hat aber auch was mit Sport zu tun, und in

der Regel strebt der Mensch danach, sich zu verbessern. Und beherzigt

Ihr die Punkte der ersten Ausgabe, seid Ihr schon mal auf

einem guten Laufweg. Nils sagt vor allen Dingen: „Ausdauer braucht

Ausdauer“, heißt Geduld. Ein schönes Wort in unserer schnellen

Zeit. Apropos schneller: Nils sagt, „eine Laufeinheit die Woche ist

fürs Gewissen“, so aus der Abteilung: „Gut gegessen gestern – muss

mal wieder laufen.“ Nils weiter: „Die zweite Einheit ist für die Erhaltung

der Leistungsfähigkeit.“ Wir ahnen, was kommt: „Die dritte

Einheit ist für eine signifikante Verbesserung wichtig.“

Und auch wichtig: „Die dritte Einheit

wird ein Long-Slow-Run“, motiviert

Nils, „eine Alsterrunde reicht da

nicht.“ Aber ebenfalls wichtig: Ihr

steigert Eure Strecke für den 3. Lauf

der Woche nie um mehr als 10 %.

Was auch bleibt: „Laufen ohne zu

schnaufen.“

Wir stellen also fest: Dreimal die Woche laufen. Zweimal wie gehabt,

sagen wir mal die Standard-Alster- oder -Stadtparkrunde, plus ein

Long-Slow-Run. Und jetzt haut Nils dann doch noch einen raus. »

32

33


© Foto: Henning Angerer

Damit die zwei Standard-Runden nicht zu boring werden, „bauen wir

bei einem dieser Läufe Variationen ein. Abwechslung ist angesagt“,

findet er. Entweder Ihr lauft (nach zwei Kilometern zum Warmlaufen

ohne) jeden Kilometer einen 6–8 Sekunden-Sprint. Das schult die

Schnelligkeit und unter 8 Sek. wird kein Laktat gebildet. Oder Ihr lauft

alternativ sogenannte Moneghetti-Intervalle. Der alte australische

Haudegen hat diese Trainingsform kreiert, und der weiß, wovon er

spricht. Er nahm immerhin an vier olympischen Spielen (1988–2000)

teil, im Marathon natürlich. 2×90 Sekunden Vollgas mit 90 Sekunden

Pause/Traben dazwischen, 4×60 Sekunden Vollgas mit 60 Sekunden

Pause/Traben dazwischen, 4×30 Sekunden Vollgas mit 30 Sekunden

Pause/Traben dazwischen, 4×15 Sekunden Vollgas mit 15 Sekunden

Pause/Traben dazwischen. Am Ende läufst Du Dich 5 bis 10 Minuten

aus. Klingt fluffig. Die dritte Alternative klingt auch sexy, erfordert

ein wenig Ortskenntnis: Hügelläufe, und keine Ausrede, die gehen

Nils 2019 beim Hamburg-Marathon.

auch in Hamburg. Versucht’s mal mit dem Elbhang in Ottensen, dem

Klassiker Waseberg, aber auch Richtung Rissen, Heimfeld, Hausbruch,

Neugraben-Fischbek (an der Alster die Alsterchaussee hoch zum

Mittelweg) etc. kann man schon den Berg raufkeulen. Je kürzer der

Hügel, desto schneller, bleibt unter einer Minute nahe Vollgas (ca.

90–95%), dafür gibt’s dann 1–3 Minuten Entspannung. Das Ganze

dann bitte so 4–10 × (ambitionierte Läufer). Oder längere Hügelläufe

von 2–5 min Dauer (ok, jetzt wird es schwierig in HH – Palmaille)

mit ca. 90%. Und jetzt wird’s entspannter. Es geht um die Erholung

für Körper und Geist.

„Die Ruhetage machen die

Läufer*innen schnell“, sagt Nils. Und

jetzt kommt uns nicht mit: „Ich mach

dann nur die

Ruhetage.“ Nils:

„In den Erholungsphasen

adaptiert der

Körper die Reize

aus den Belastungen.“

uns, dreimal die Woche laufen ist ja schon mal ne Ansage …? Nils:

„Wie gesagt: Es laufen aktuell immer mehr Menschen und wollen

sich dann natürlich auch verbessern, das liegt ja in der Natur der

Menschen, und das geht eigentlich nur nach obigem Schema.“ Wie

man die drei Laufeinheiten die Woche unterbringt, ist die Frage. „Das

stimmt. Struktur ist ein großes Thema, Struktur ist Trumpf“, erklärt er.

„Jeder muss als Erstes schauen, was am

besten zum privaten Tagesablauf passt.“

Die einen laufen morgens um 6 Uhr und genießen die Ruhe vor dem

Sturm des Tages, immer mehr Menschen laufen spätabends, auch

um 22:30 Uhr. Wenn die Stadt zur Ruhe kommt, kann man um die

Alster flitzen und auch den Gedanken dabei freien Lauf lassen. Und

wer sich regelmäßig mit seinem Schweinehund battelt? „Nehmt

die gepackte Sporttasche als Mahnmal mit ins Büro, mit ins Auto,

verabredet Euch“, für ein bisschen Sozialdruck.

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© Fotos: meine-sportfotos.de

OK? Perfekt in diesen Phasen,

eine wunderbare Ergänzung,

erst recht für die mit den Hummeln

im Hintern: Yoga, Dehnen,

alles gut. Nils: „Mobilität

schadet nie.“ Nun fragen wir

Das Schönste an Bergläufen ist: Irgendwie geht’s auch wieder runter.


Hochschulsport Hamburg

Wegen Locker

bleiben!

Sport in C.-Zeiten: Der Hochschulsport Hamburg hält Dich

trotzdem fit. Wenn sich jetzt der Sommer verabschiedet,

könnte bei der Aussicht auf das Hamburger Schietwetter

inklusive anstehender Erkältungssaison, und das in Zeiten

von Corona, schlechte Laune aufkommen. Zumindest steigt

bei vielen der Stresspegel.

Nervig war es in den letzten Monaten sowieso schon: Wir haben online

studiert, im Homeoffice gearbeitet, Kind und Kegel betreut, und dann das

ganze übliche Alltagsgedöns. Die Coronakrise geht mal gar nicht spurlos

an uns vorbei, an den wenigsten, sie hält die Menschen physisch und

psychisch tierisch auf Trab. Wie sich Abhilfe verschaffen? Nicht wirklich

überraschend, man kann es dennoch nicht oft genug wiederholen:

Sport und Bewegung können uns deutlich dabei unterstützen, Stress

abzubauen, die Abwehrkräfte zu stärken und sich bestmöglich gegen

das Virus zu schützen. Auch in unserem speziellen Fall, zum Beispiel

nach langen Sitzeinheiten am Schreibtisch, vor dem PC, fühlen wir uns

wie nasse Säcke, schluffig, knarzig, Tendenz unausgeglichen. Abgesehen

davon, dass man oftmals natürlich auch ergonomisch hier und

da nachlässt, der Körper, der Nacken verspannt. Was hilft? Bewegung.

Wer sich zwischendrin, danach, davor, sportlich betätigt, die Muskeln

spielen lässt und ins Schwitzen kommt, merkt schnell, dass Bewegung

jeg lichen Erregungszustand abbaut, der durch Stress entstanden ist.

insbesondere Ausdauersport, einen signifikanten Trainingseffekt

auf das Immunsystem hat. Heißt soviel wie: Da gibt es kein Wenn

und Aber. Die Studie belegt nämlich, dass sportliche Aktivität zu

einem Anstieg von entzündungshemmenden Immunzellen führt.

Moderate körperliche Bewegung hilft demnach bei der psychischen

und körperlichen Stressbewältigung, erhöht das Energieniveau

und wappnet unser Immunsystem gegen Krankheiten. Yessss.

Der Hochschulsport Hamburg hat es sich auf die Fahnen geschrieben,

unter Einhaltung größtmöglicher Sicherheit, ein aktivierendes

und ausgleichendes Sport- und Bewegungsangebot auf die Beine zu

stellen. Hier ist garantiert für jede*n etwas dabei: Von Badminton über

Pilates bis hin zu Zumba bietet der Hochschulsport Monat für Monat

ein breites Sportprogramm an, das allen Teilnehmenden dabei helfen

kann, Stresshormone in Glückshormone zu verwandeln und die eigenen

körperlichen Abwehrkräfte zu stärken. In Kleingruppen kann sich ausgepowert,

entspannt und gemeinsam, auf Abstand, geschwitzt werden.

Als Ergänzung zum analogen Sportangebot bietet der Hochschulsport

ein buntes Online-Sportprogramm, das den jeweiligen Sportkurs in die

eigenen vier Wände holt.

Ob analog oder digital, beim Hochschulsport Hamburg kommen Fitnessfans

und Sportmuffel auf ihre Kosten und lernen, den Belastungen des Alltags

durch Sport und Bewegung zu trotzen. Und wir schlagen der schlechten

Laune einfach ein Schnippchen.

Unterstützt von: Hochschulsport Hamburg

In einer Studie 1 der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln

aus dem Jahr 2015 konnte eindrucksvoll nachgewiesen werden, dass Sport,

© Foto: Pexels.com

© Foto: freepik.com

1

www.aerztezeitung.de/Medizin/

Immunsystem-laesst-sich-durch-Sportankurbeln-234783.html

© Foto: Adobe Stock


Skaten

Mehr als 1.100 Abonnenten verfolgen auf Insta Karls Videos (@karloo08).

Keine

Rampen-Sau.

Wir können auch szenig, laser, skaten, weil wir so bunt und

vielseitig sind. Seitdem Skaten olympisch ist, den Ritterschlag

vom IOC bekam, muss man ja fast Angst haben, dass es Staub

ansetzt, an Coolness verliert, weil Verbände und Funktionäre

Dinge diskutieren, von denen die Straßenkids nichts wissen

wollen. Aber weit gefehlt.

Die Szene brummt, ohne Unterlass und dank Corona noch mehr und mit

Spezial. Spezial? Weil tatsächlich viele alte Skater ihre Bretter wieder aus

dem Keller geholt haben, und anstatt dass sie das Ding ihren Kindern

oder Neffen und Nichten schenken, fahren sie selber. Krass. Wir treffen

zwei Protagonisten der Szene, eigentlich drei: zum einen Graham, so

kennen ihn alle, den Vorsitzenden des Vereins Skateboard e. V. Hamburg.

Zum anderen

treffen wir Karl (und

seinen Vater Frank,

kein Skater). Karl ist

12, und im Normalfall

wäre er bei uns einer

aus der Kategorie

echter Knaller, ist

er aber nicht, er ist

mehr so ein Torpedo,

weil nicht so laut

und dann rummst es

© Foto: sporting hamburg

kräftig. „Ich will mit 18 in der Nationalmannschaft

sein“, strahlt er

uns nämlich an und ist dabei sehr

bestimmt. Sein Daddy lacht, so ist

Karl, der eigentlich Klavier spielt.

Vaddern war eigentlich sogar gegen Skateboard, aber Muddern hat

sich durchgesetzt und offenbar Talent bewiesen, Talent zu beweisen,

denn „Skateboard ist voll sein Ding“, sagt Frank. 4- bis 5-mal die

Woche geht Karl skaten, macht da aber eben gar kein Tamtam draus

und Schule und Freunde gehen vor. Dennoch hat Karl eigentlich sogar

Olympia im Visier, bleibt aber für sein Alter recht sachlich. „Es gibt zwei

olympische Disziplinen für Skater“,

erklärt er, „Street und Park.“ Die

Street-Styler fahren auf Plätzen,

brettern Treppen runter, springen

über Hänge oder rutschen zum

Übel der Nachbarn in der Hafen-

City auf ihren Boards die Geländer

runter. Sieht sehr cool aus, macht

auch Krach, so what. Karl fährt

Park. „Ich fahre Rampen, in Bowls,

Quarter- und Halfpipes“, erklärt er.

„Die Tricks bringe ich mir eigentlich

© Foto: Skateboard e. V.

selber bei“, er weiter: „Die größte Arbeit macht

man aber selbst, ich lerne richtig viel über Youtube-

Tutorials“, ausprobieren, nachempfinden und stürzen

muss man dann offline. „Lernen durch Hinfallen.“

Es bleibt hoffentlich bei dem einem Beinbruch und

dem gebrochenen Handgelenk. Regelmäßig hat er

Kontakt zu seinem Olympiastützpunkt, der für die

Nord-Skater in Oldenburg ist, „oder Bundestrainer

Yogi (Anm.: Jürgen Horrwarth) kommt aus Berlin“,

schildert er, ohne auf dicke Hose zu machen. „Ich

skate seit über sechs Jahren und habe schon ’ne

Weile gebraucht, bis sich das gut anfühlte“, Karl

bleibt sachlich, will aber mehr. Mittlerweile ist er im

regionalen Olympia-Nachwuchsteam. Frank fährt

ihn dafür kreuz und quer durch die Stadt, oftmals

sind sie bei I-Punkt in der Halle. Beide Elternteile

unterstützen die Ambitionen ihres Sohnes sehr, die

Leistungen am Helene-Lange-Gymnasium scheinen

zu stimmen. »

Seine Tricks bringt er sich selber bei, Youtube hilft, die Community ist groß.

Anzeige

© Fotos: privat

38

Skater Karl Riecke (12), cooler Typ. Sein Plan: Nationalmannschaft mit 18.


Skaten

Werner-Otto-Preis 2021

© Fotos: Alexander Otto Sportstiftung

GELD HILFT!

Jetzt bewerben

„Aber die Technik-Tipps meines Vaters sind nicht immer hilfreich“, grinst

Karl. Vater bestätigt lachend, aber unumwunden: „Mein Standard-

Rat hilft immer: in die Knie gehen.“ Der Karl macht uns großen Spaß,

bedankt sich höflich für unser Staunen nach den diversen Moves in der

Halfpipe, und seine Erfolge bei den diversen Contests – als 12-Jähriger

auch sogar schon in der Erwachsenen-Klasse – beeindrucken uns,

ihn wohl eher nicht. Er grinst vielsagend und bedankt sich noch mal,

sehr freundlich. Torpedo.

Eng wird es für Karl und seine ambitionierten Mitstreiter*innen, wenn

nachmittags oder an den Wochenenden neben den Skatern auch die

Inliner, die Scooter, die BMX-Kids und gern auch mal Mutti auf Klapprad

im Skatepark unterwegs sind. Klingt nicht zeitgemäß, aber grün sind

sich die Szenen nicht. Graham erklärt. „Allein die Skate-Szene wächst,

bei den Kids geht’s ab, aber Achtung: 30 bis 40 % der Neuen sind

über 35“, das trifft aber nicht auf die Scooter zu. Outdoor ist Trend,

auch wegen Corona. Und die Skateparks platzen aus allen Nähten.

Was nicht nur den Spaß versaut, sondern vielmehr auch gefährlich ist.

„Es gibt Vorfahrtsregeln, eher unausgesprochen bzw. ungeschrieben“,

aber inter-rollgerät-är wird offensichtlich nicht gesprochen, zumal

die einen durchaus über einen Verein organisiert sind, die anderen

eben nicht. „Es geht auch nicht um schlechter und besser, es ist nur

einfach zu voll“, grollt Graham und vergleicht: „Beim Fußball spielen

22 Kids auf einem riesen Platz, beim Skaten … brettern zig Kids“, auch

Erwachsene, wie wir lernten, „auf einem Zehntel rum“, und das mit

roll- bzw. fahrbarem Untersatz. RISIKO! Nun haben Graham und seine

Mitstreiter*innen mit ihrem Verein durchaus eine Lobby, betreiben

selber den Skatepark an der Kellinghusenstraße, da müssen Scooter

nämlich nach 18 Uhr draußen bleiben, und sie werden inzwischen oft

bei der Planung neuer Anlagen als Berater hinzugezogen. „Aktuell

sind Anlagen in Niendorf und Barmbek geplant, aber wenn wir niedrigschwellige

Freizeitmöglichkeiten weiter ausbauen wollen, brauchen

wir erst recht mehr davon, mindestens 10“, wünscht sich Graham.

„Am schönsten wäre on top ein Internationalen Wettkampfstandards

genügender Skatepark.“ Mit seinem Verein bieten sie regelmäßig

kostenlose Skateboardworkshops und Skatecamps an, Zielgruppe

zwischen 8 und 15 Jahre. „Alles Talentschmieden“, lacht er. Und hier

und da ist dann offensichtlich schon mal so ein Karl dabei, der dann

mit 12 von Olympia spricht.

Hamburger Vereine, Institutionen, aber auch

viele Einzelkämpfer*innen in den Vereinen,

die sich im Behindertensport engagieren, sind

auf jeden Fall Gewinner und aller Ehren wert.

SOWIESO!

Aber nur mit Luft und Liebe geht es nun auch nicht, weswegen Geld

durchaus weiterhilft. Und darum kann man sich nämlich BEWERBEN.

Und zwar sehr easy. Es geht dabei um insgesamt 30.000

Euro für Eure Projekte.

Die Alexander Otto Sportstiftung ruft alljährlich Vereine und Institutionen

im Bereich des Behindertensports auf, sich für den Werner-Otto-Preis

zu bewerben. Preiswürdig sind Projekte, die zur Inklusion und Förderung

behinderter Menschen im Hamburger Sport beitragen. Entsprechend

dem Grundgedanken der Stiftung, „Best-Practice“-Beispiele zu fördern,

die für andere Menschen auch Vorbild sein können, kommt innovativen,

kreativen, charmanten, pfiffigen Ideen und Projekten eine besondere

Bedeutung zu. Insgesamt ist eine Preissumme von 30.000 Euro ausgesetzt.

Neben dem Gewinner erhalten weitere Projekte mit Geldpreisen

verbundene Anerkennungen. Also ran da!!!

„Die Corona-Pandemie belastet auch den Sport sehr stark. Umso wichtiger

ist es, dass wir auch in diesem Jahr vorbildliches Engagement im

Hamburger Behindertensport ehren und auf nachahmenswerte Projekte

aufmerksam machen“, sagt Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender

seiner Sportstiftung. Jetzt erst recht, sagen wir.

Bewerben können sich Vereine und Institutionen

mit Sitz in Hamburg bzw. der Metropolregion. Infos

und Bewerbungsunterlagen findet Ihr unter:

www.alexander-otto-sportstiftung.de

Sendet Eure Bewerbung bitte

per Post an:

Alexander Otto Sportstiftung, Saseler Damm 39,

22395 Hamburg oder per Mail an:

info@alexander-otto-sportstiftung.de

Einsendeschluss ist der 31.10.2020.

Die Preisverleihung findet Anfang 2021 im

Hamburger Rathaus statt.

Die Kids,

© Fotos: Skateboard e. V.

die sich der coolen Hamburger Skaterszene

anschließen und erst mal ihre

Skateboard-Hausaufgaben machen wollen,

wenden sich für einen Workshop an:

info@hamburgerskateboardverein.de

© Foto: privat

© Foto: sporting hamburg

Kleine Pause mit Elterntaxi und Unterstützer Vater Frank.

Projektbeispiele: Bouldern beim SVE, LuFisch-„Wassergewöhnungsabzeichen“, Schnuppersegeln bei den „Alsterflitzern“.


Historisches Fechten

© Foto: Guy Windsor

© Fotos: Jonas Radtke

Game of Thrones –

in Eilbekmithilfe von Büchern, Schriften, Bildern.

An einem helllichten Samstagvormittag, direkt neben EDEKA,

wird historische Kampfkunst betrieben, und keiner weiß es –

bis jetzt. Auch wir hatten keine Ahnung, bis jetzt. Nun stöbern

wir aber auch nicht regelmäßig in Fechtbüchern aus dem

14.(!!!) Jahrhundert, und dabei sind die sogar auf Deutsch.

Wir stolpern nichtsahnend in die „Dimicator Schola – Historisches

Fechten in Hamburg“ und lassen uns von Cornelius Berthold (33)

aufklären. Er ist Islamwissenschaftler an der Uni und an und für sich

ganz normal drauf :-). „Mich haben als Kind schon immer Schwerter

fasziniert“, lacht er. „Und dann liebe ich Geschichte, und welchen

Anteil unsere Geschichte – ab Neuzeit reicht – an der Alltagskultur

hat.“ Die Neuzeit kommt im Europäischen,

geschichtlich gegliedert, nach Frühgeschichte,

Altertum und Mittelalter als vierte historische

Großepoche. Sagen wir mal so ab 1500, und

sie reicht bis in die Gegenwart. Logisch.

Und wir sehen die Menschen mit Maske

und Einkaufswagen in den Supermarkt

hasten. „Uns interessiert, wie das früher

funktionierte“, erklärt Cornelius, „wie

haben Menschen in Notsituationen reagiert,

es ging ja oft um Leben und Tod.“

Ihren Wissensdurst stillen sie in Museen,

Quellen bis 1914 sind ok, sagt der Deutsche

Dachverband Historischer Fechter,

danach sind sie zu modern. Da könnte

man dann schlicht auch Fechtbücher lesen.

Will Cornelius aber nicht. Er rekonstruiert

mit seinen Mitstreiter*innen Bewegungen

aus Exponaten in Museen, sogar anhand

von Handgriffen einzelner Waffen, auch

Zeichnungen und Texte helfen. Und dann

werden diese umgesetzt, geübt, diskutiert, korrigiert, praktiziert.

Selbst museale Schuhe liefern Inhalte: keine gedämpften Fersen,

also wird es wohl keine harten Ausfallschritte gegeben haben.

„Wir nähern uns der damaligen Realität spiralförmig“, erklärt Cor-

nelius weiter. Und das Erarbeiten, praktische Übungen einzelner

Zwischenschritte, ist Teil des Hobbys/Sports.

Das Publikum allgemein ist komplett gemischt.

Historiker*innen bis Gamer*innen, 16+, alles

da, und die in weltbekannten Computerspielen

praktizierten Kämpfe haben tatsächlich mehr

mit den Historischen Kampfkünsten zu tun

als mit dem klassischen Sportfechten

beim ETV. „Tatsächlich schadet es aber

nicht, wenn man bereits fechten kann“,

sagt Cornelius, der selber ausgebildeter

Fechttrainer ist. Und letztlich finden sicher

diverse Bewegungen und Hebel aus dem

aktuellen Sportfechten, zigfach gestreamli-

Zwar mit Klamotten, aber ansonsten ziemlich nah dran an der Vorlage … ;-)

ned, ihren Ursprung in der Geschichte, als man offenbar nackt, wie

der liebe Herrgott einen schuf, um ein Stück Brot kämpfte. „Die

Computerspielindustrie hat zu deutlich mehr Aufmerksamkeit für

die Historische Kampfkunst geführt“, schildert er weiter. Janis, er ist

seit 2015 dabei, studierte z. B. sogar Game-Design und Animation

an der HAW und ist seitdem fasziniert. Olivier liebt „die Balance

zwischen Historie und Sport“, denn eines ist unschwer festzustellen:

Es wird ordentlich geschwitzt. Sportlich betrachtet geht es natürlich

um Physis, Balance, Haltung und natürlich Schnelligkeit, sonst ist

das Brotstück nämlich futsch. Nur gibt es eben keine Nachmach-

Fibel. Die Szene in Deutschland wächst weiter, beläuft sich auf

inzwischen 5.000 Aktive. Man trifft sich zu Turnieren, die aber

auch gleichzeitig dem Erfahrungsaustausch dienen, „seine Kämpfe

will man aber dann doch auch schon gewinnen“, grinst Cornelius.

Helm ist Pflicht, by the way. Zweimal die Woche frönen Cornelius

und seine Truppe den Historischen Kampfkünsten, mittwochs ab

19:45 Uhr mit Schwertern und Schild, samstags um 11:30 Uhr ist

der Musketier-Degen dran, auch Rapier genannt. Wikipedia sagt,

das ist eine stumpfe Übungswaffe. Da sind wir beruhigt.

42

Cornelius (Mitte) ist der Fechtlehrer bei der Dimicator Schola. Dimicator ist lateinisch für Fechter und Kämpfer.


sporting-Lars

Coastal Rudern:

© Foto: fast-sports.de

© Foto: #WRCC2019

Spiegelglatt

war gestern

sporting-Lars (RC Allemannia) macht sich nass. Der kennt sowieso keine Schmerzen.

© Foto: fast-sports.de

© Foto: swift racing

Olympisches Rudern hat seit den Spielen der Neuzeit Bestand. Es

ist eine der Kernsportarten in der olympischen Bewegung, ein

Klassiker, insbesondere die Finals in den Flaggschiffen, dem Achter:

Der Deutschlandachter hat in den letzten Jahren sehr fleißig und

medienwirksam Medaillen gesammelt.

Nur hat sich im Laufe dieser langen Jahre wenig bis gar nichts geändert.

Klar, das Material ändert sich, die Technik ein wenig, aber seit

Ewigkeiten gilt: 6 Boote auf einer schnurgeraden 2.000 m-Strecke, mit

optimalerweise spiegelglattem Wasser, fahren gegeneinander. Derweil

viele Weltfachverbände neue, attraktive, auch medial wirksamere

Formate für ihre Sportarten entwickeln, lebt im Rudern weiterhin

die Tradition. Dem IOC ist das ein zu großer Stillstand. Sportarten

sollen mit der Zeit gehen, mehr Dynamik, mehr Thrill, Event, Action

und so. Und auch wenn spannende Ruderrennen an Thrill kaum zu

überbieten sind, passt es doch sehr gut, dass nun schon mehrere

Jahre Coastal gerudert wird. Seit 2006 wird jährlich sogar eine Coastal

WM ausgetragen. Coastal Rudern ist, könnte man sagen, die extreme

Ruder-Variante, die Adventure-Style-Ausgabe. Gerudert wird auf dem

Meer, entlang der Küsten oder auch auf großen bewegten Gewässern.

In Europa sind es vornehmlich die Südeuropäer: In Italien, Frankreich

und Spanien wächst die Coastal-Community ungebremst. Aber auch

bei uns wird Coastal immer populärer. Das trifft es ganz gut: das

Mountainbiken der Ruderer.

Es gibt drei Abstufungen: Die Breitensport-Version, dicke, kurze Boote,

sie sind wendig und stabiler, und man kann in ihnen die Küste entlang

von Travemünde nach Pelzerhaken rudern, Schlafsack, Kiste Selter an

Bord. Durch diese Beschaffenheit kann das eigentlich jede*r erlernen,

und das gleich bis ins hohe Alter. Die beiden nächsten Varianten fallen

in den krassen Wettkampfsport, weswegen das IOC so interessiert ist.

Da gibt es den Beach-Sprint, Start und Ziel ist jeweils am Strand, also

nicht auf dem Wasser. Das gab es noch NIE, läuft quasi in Le Mans-

Manier: Sprint zum Boot, reinhechten, 250 m um drei Bojen rausbrettern,

Boje umrunden, 250 m zurück, Welle schnappen, rauf auf den Strand

surfen, raus aus dem Ding, ohne Stolpern und im Sprint durch den

Sand wieder zurück zur Ziellinie. Das Ganze wird eins gegen eins im

K.o.-Modus ausgefochten. Schnelle Rennen, alles in Zuschauernähe

und medial knallermäßig gut zu präsentieren, spektakuläre Aufnahmen,

erst recht mit Welle, wenn die Boote ggf. sogar in der Brandung herrlich

gesurft direkt und gewaltig an den Strand schreddern. Den Beach Sprint

könnte man deswegen tatsächlich als eine Art Drag Race bezeichnen.

Die dritte Variante ist die Ausdauervariante, hier wird den Rudernden,

das ist bei denen ja so üblich, richtig ’ne Menge

abverlangt. Die Kurslängen sind im Vorlauf 4, im

Finale 6 km. Der Kurs besteht aus unterschiedlichen

Wendungen, die mit Bojen markiert sind,

bis zu 20 Boote gehen gleichzeitig an den Start,

es gibt keine Bahnen, und alle Crews wollen, wie

bei den Segler*innen, als Erste und möglichst

eng um die Bojen rum. Gezeiten, Wind, Wellen

und Strömung müssen auf einer so langen

Strecke beim Navigieren mit eingerechnet werden, um zunächst die

schnellste Linie zu finden. Es ist ein fieser Bord-an-Bord-Kampf, wo

auch gerne mal die Ellenbogen verwendet werden, sozusagen. Für die

konservativen Ruderer sehr ungewöhnlich. Gute Coastal Rudernde

können sich natürlich den Kurs gut einprägen, mit Wasser und Wellen

perfekt umgehen und dabei auch noch stilistisch richtig und angemessen

rudern. Olympiaruderer Lassi Karonen aus Schweden hat nach

seiner Teilnahme bei der Coastal WM 2013 gesagt: „Das Gleiche wie

beim ‚Flachwasserrudern’ ist die Bewegung des Ruderschlages, alles

andere ist etwas ganz anderes.“ Wenn der Sprint das Drag Race ist,

ist die Ausdauervariante die DTM: Taktik, Technik, Bootskontakte (um

nicht Kollisionen zu sagen) und Kraftausdauer bringen einen zum Sieg.

Gerudert wird im Einer, Zweier, Vierer, alle Boote werden nur als

Skullboot, also pro Seite ein Skull (Ruder), gefahren. Nun hofft der

Weltruderverband, eine der beiden Wettkampfdisziplinen in das

Olympische Programm ab 2024 hieven zu können. In Hamburg wird

Coastal Rudern vor allem im RC Allemannia gelebt. Zwei, drei Boote

kann man häufig über die Alster rudern sehen, nur eben Brandung und

Welle: Fail. Dafür geht es ab und an mal zu den Landungsbrücken, auf

die Elbe, eine Mordsgaudi. Die anderen Clubs werden sicher nachziehen.

Es gibt sogar Überlegungen, für diese attraktive Ruder-Variante ein

gemeinsames Bootslager mehrerer Hamburger Clubs an der Elbe zu

initiieren. Bei der letzten WM 2019 in Hongkong waren sage und schreibe

über 30 Hamburger am Start, auch vom RC Favorite Hammonia, den

Großteil stellte der RC Allemannia. Und es gab sogar Medaillen. Der

amtierende Vizeweltmeister kommt nämlich erneut aus Hamburg. Ich

verrate Euch aber nicht, wer das ist ;-). (Wer’s rauskriegt, bitte mailen,

kriegt ein sporting-Frei-Abo).

© Foto:Igor Meijer worldrowing

44

Daniel und Moritz vom RC Favorite Hammonia bei der WM in Hongkong.


© Foto: Nadine Pohle

sporting-Katharina

© Foto: Nadine Pohle

© Foto: Aktion Mensch, Dominik Buschardt

sporting-Katharina (li.) und Linda beim kleinen Bewegungsprogramm während des Boccia-Turniers 2020.

Rechts: Sportangebot für Menschen mit Behinderung in Wilhelmsburg.

Eben mal

den Ball

holen.

Die Idee, Sport zu treiben, in welcher Form auch immer, kann man – sollte

man am besten haben. Und an Zugang fehlt es eigentlich auch nicht. In

Hamburg bieten überproportional viele Sportvereine, Fitness-Studios etc.

Sport von-bis, in Hülle und Fülle. Unsere Lebenswelten sind so aufgestellt,

dass wir dann „nur noch“ den Arsch hochkriegen müssen.

Was aber ist, wenn Sport in der eigenen Lebenswelt

gar nicht vorkommt, er andererseits aber

doppelt wichtig und so gut sein kann?

Dazu fragen wir Linda Bull (29). Sie

arbeitet, finanziert von der Aktion

Mensch, für die Evangelische

Stiftung Alsterdorf als Sportlotsin.

Mit dabei auch: sporting-

Katharina (Pohle), ebenfalls von

der Stiftung Alsterdorf: „Lindas

Aufgabe ist nicht einfach, und wir

sind in Hamburg, also passt die Bezeichnung

‚Lotsin‘ perfekt.“ Linda hat

Sportmanagement studiert, u. a. für große

Ferienresort-/Club-Brands gearbeitet

und sich dann entschieden, noch mehr

und vor allen Dingen noch Sinnvolleres

aus ihrem Job zu machen. Sie ist echte

Überzeugungstäterin und kümmert sich

seitdem um die – wir sagen jetzt mal –

Eingliederung von Menschen mit geistiger

Behinderung in den Hamburger Sport.

Weil es nur eine von ihr gibt, man möchte

sie am liebsten gleich mehrfach klonen und den Etat wenn’s geht

auch, muss sie sich auf die Bezirke/Stadtteile Wandsbek, Altona

und Alsterdorf beschränken. Ihr Antrieb: Möglichst vielen der in

Hamburg lebenden 30.000 Menschen mit geistiger Behinderung

die Botschaft vermitteln: „Du kannst.“ „Ich bin den ganzen Tag

unterwegs, mich darum zu kümmern, Wege zu ebnen, Zugänge zu

schaffen, damit Menschen mit geistiger Behinderung gemeinsam

Sport treiben.“ Und wenn die Mehrheit bei Sport an Gesundheit

und Optik und Spaß denkt, sind es in diesen Fällen deutlich viele

Aspekte mehr, weswegen Lindas Job so sensationell wichtig ist.

Sport in der Gruppe bedeutet dann darüber hinaus nämlich Mut,

Sozialisierung, Selbstvertrauen, … Abwechslung in einer ganz

anderen Dimension. „Das ist vor allem wichtig bei erwachsenen

Menschen mit Behinderung, da gibt’s keinen Schulsport mehr und

© Foto: Nadine Pohle

auch weniger Angebote“, erklärt Katharina. Sie leben in Einrichtungen,

ggf. sogar alleine, können sich aber oftmals nicht kümmern,

haben keine Idee, wo und wie. Die hat Linda zum Glück. Melden

sich einzelne Einrichtungen bei ihr, weil sie ein, zwei Kandidat*innen

hätten, nimmt Linda Kontakt auf. „Ich vermittle die Sportler*innen

an Vereine, deren Angebot ich kenne, prüfe vorab, ob und wie die

Kandidat*innen da hinkommen. Bei größerem Bedarf organisieren

wir Sportstunden in den Einrichtungen selbst, oder wir nutzen

das Sportangebot in Alsterdorf“, erklärt sie, dort steht eine der

inklusivsten Turnhallen überhaupt.

Die Schwierigkeit: „Die Angebote

müssen teilweise extrem niedrigschwellig

sein.“ Mal geht es nur um

Reifen rollen oder Ticken spielen.

„Hauptsache regelmäßig, Bewegung,

in Gemeinschaft.“ Auch die Hamburger

Sportvereine sind im Grunde sehr

offen, bei Bedarf Angebote zu entwickeln

und mit aufzunehmen. „Nur,

dann muss eben auch die Trommel

gerührt werden“, damit möglichst

viele Menschen kommen.

© Foto: Axel Nordmeier

Auch bei der inhaltlichen Ausgestaltung dieser Programme in den

Vereinen ist Linda, ist die ESA aktiv und teilweise involviert, da hilft

ggf. dann auch der Hamburger Sportbund. Sehr gut aufgestellt im

inklusiven Kinderbereich ist immer wieder der SV Eidelstedt, auch

der SC Alstertal-Langenhorn baut aktuell sein niedrigschwelliges

Angebot weiter aus. „Der Rückhalt ist klasse, wir kriegen fast

ausschließlich tolles Feedback für unser Engagement, und die Entscheider

sind interessiert und motiviert“, sagt Linda. „Im Vergleich

zu der Inklusionsthematik in den Schulen ist der Sport einfacher

inklusiv“, stellt Katharina fest. Sie haben sich beide zwar an langwierige

Prozesse gewöhnt, „da sind wir sehr leidensfähig“, aber „die

Freude an der Aufgabe, die positiven Erlebnisse überwiegen“, sagt

die Enthusiasmus-Erfinderin Linda. „Ich freue mich, wenn ich erlebe,

dass Sportler*innen,

neben all den motorischen

und physischen

Aspekten,

ihre Gruppe als

Gemeinschaft verstehen.“

Da wird

dann auch mal wie

selbstverständlich

der Ball wiedergeholt,

fürs Team.

Wer jemanden kennt,

der jemanden kennt, der sehr gern

inklusiven Sport treiben möchte, wendet

sich vertrauensvoll an die liebe Linda und

bestellt schöne Grüße.

Telefon: 040/5077 3033 oder

E-Mail: linda.bull@alsterdorf.de

Unterstützt von: Evangelische Stiftung Alsterdorf

46

Sportlotsin Linda beim Sport (mit sporting-Timo) und an ihrem Arbeitsplatz – Stillsitzen ist wohl nicht so ihrs.


© Fotos: Rainer Schulze,

Model: Marina Otten

sporting-Marco

Knackiges 3-Gänge-Workout

Geschmeidig serviert, aber mit Biss und Action, getoppt mit einer

Vielfalt aus Schnelligkeit, Reaktion und Kraft.

Zutaten: Es reichen ein*e Partner*in, zwei kochfeste Paar

mit Wumms

Let’s get ready

to rrrrrumble!

Übung 1

„Catch me if you can“

macht schnell, macht Technik, macht warm, und vor allem:

macht echt Spaß. Partner*in A hält die Arme links und

rechts neben den Kopf, während Partner*in B versucht,

diese so oft wie möglich präzise, sauber und schnell

zu treffen. Dabei ist es egal, wie oft oder welche Hand

schlägt. Allerdings zieht Partner*in A die Arme zur Seite

weg und versucht, keinen einzigen Treffer zuzulassen,

um Partner*in B rasend zu machen. Voller Ehrgeiz ändert

Partner*in B die Strategie so oft, bis schnelle und harte

Treffer gelandet werden können.

Nach einer Minute wird gewechselt.

Übrigens bleiben die Füße während der gesamten

Übung fest am Platz.

Boxhand schuhe und ein gehäufter Schuss Wasser.

1

Man braucht manchmal, hierbei zum Beispiel, nicht wirklich viel, um aber viel

zu erreichen. Sportlich gesehen sind die Ingredienzien sogar überschaubar, der

Spaßfaktor ist hingegen aber hoch, ebenso auch der Schweißperlen-Output. So

soll das sein. Außerdem ist das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag sehr ergiebig.

Noch besser. Es werden viele Muskeln angesprochen, mit wechselnden Schwerpunkten:

Reaktion, Ausdauer, Kraft etc. Kampfsport gehört deshalb für mich

wie Tanzen, Leichtathletik und Schwimmen zu den Masterdisziplinen. In dieser

Ausgabe also ein 3-Gänge-Workout-Menü mit schlagkräftigen Argumenten, das

Ihr gerne auf 9 oder 15 Runden zu je einer Minute aufstocken könnt. Natürlich

versprechen wir Euch an dieser Stelle schon ein fantastisches Video auf Insta.

Das musst Du vorher wissen:

Grundposition (und die wird bei allen Übungen

strikt eingehalten!):

1. Linkshänder*innen stehen mit dem rechten Fuß vorne,

Rechtshänder*innen links vorne

2. Stabiler Stand, in Länge und Breite

3. Wir stehen immer auf dem Fußballen und mit leicht angewinkelten

Knien

4. Bauch angespannt und Rücken leicht rund

5. Fäuste decken das Kinn, den Ellenbogen und den Körper

Der Punch ist ein gerader Schlag. Dieser teilt

sich auf in den Jab, einen Schlag mit der vermeintlich

schwächeren Hand (Führhand), das

zugehörige Bein steht vorne, und den Cross

der kräftigeren Hand (Schlaghand). Der Cross

kreuzt den Körper und hat durch den längeren

Weg ohnehin i. d. R. mehr Durchschlagskraft.

Den perfekten Punch

und weitere fluffige Workouts zeigen wir

Euch zukünftig auch auf unserem Instagram-Profil.

Und bitte nicht übertreiben.

Insta: @sportinghh

Wer konkrete Fragen an Marco hat, sendet

einfach eine Mail an:

marco@sporting-magazin.de

Die Ziele für unsere Fäuste

haben wir mit dem*der

Partner*in definiert, natürlich

nur in die Innenfläche

der Handschuhe. Geschlagen

wird immer überkreuz. Links

trifft links, rechts trifft rechts.

A

C

B

D

Bei Übung 2

„Punch & Bob“

werden die Arme gefragt sein, mehr aber noch die Beine.

Vor allem das Zusammenspiel von Armen und Beinen in

hoher Geschwindigkeit macht diese Runde zu einer richtigen

Challenge. Partner*in A serviert 4 kraftvolle, lange

Schläge, bestehend aus abwechselnden Jabs und Crosses,

gefolgt von zwei Abtauchbewegungen (Bobs): Linke Hand

zum rechten Fuß, hochkommen, dann rechte Hand zum

linken Fuß. Der Blickkontakt darf niemals verlorengehen.

Eins, zwei, drei, vier, down, down, immer wieder – bis die

Minute um ist, dann Wechsel.

Der Hook ist ein Haken von der Seite. Der Arm

ist dabei deutlich angewinkelt und deshalb

gehört er zu den kurzen Schlägen, sie werden

hauptsächlich durch eine Rotation im Oberkörper

kraftvoll. Diese Schläge werden, wie auch

der Aufwärtshaken, hauptsächlich auf kurze

Distanz im Kampf benutzt.

Lauerstand heißt, wir stehen

immer so, als würden wir

darauf lauern, einen schnellen

Schritt nach vorne oder eine Ausweichbewegung

nach hinten zu machen. Fokussiere das Ziel und sei

angriffslustig, spielerisch, aber konsequent – und immer

auf 100 %.

49


A

C

© Fotos: Rainer Schulze,

Model: Marina Otten

3

sporting-Marco

B

D

Bei Übung 3

„Hook & Push“

WICHTIG! Fühlst Du Dich unwohl, wird Dir

legt Ihr den Schwerpunkt auf

Rumpf und Oberkörpertraining.

Partner*in A hält die Hände mit

den Innenflächen zueinander.

Partner*in B schlägt nun 4 schwere

Haken mit Körperrotation in die offenen

Hände und geht dann schnell

runter in EINEN Liegestütz.

Aufstehen! Nun ZWEImal 4 Haken

(also 8 Haken) schlagen und dann

ZWEI Liegestütz. Dann jeweils 3,

dann 4 etc. Solange, bis die Minute

vorbei ist.

Partner*in A motiviert Partner*in B,

aufgeben gibt’s nicht. Danach wird

gewechselt.

schwindelig: Training abbrechen. Das versteht sich.

IMPRESSUM

sporting hamburg

Stadtsportmagazin

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22761 Hamburg

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Martin Blüthmann (V.i.S.d.P.)

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Redaktion

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Andreas Hardt, Marco Santoro,

Manuela Tanzen, Lars Wichert

Lektorat, Schlussredaktion

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Art Direction und Layout

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arndt@sporting-magazin.de

Druck

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und Gerichtsstand ist Hamburg.

sporting hamburg erscheint

monatlich. Anzeigen- und

Redaktionsschluss jeweils am

15. des Vormonats.

KÖNNEN SOWIESO

Josephine Pora (22), Psychologie-Studentin

an der Universität Hamburg

Aktuelle Rolle im Sport: Rugbynationalspielerin

(15er, 7er) und Kapitänin beim FC St. Pauli Rugby,

zweifache Kettlebell-Europameisterin in der U18

„FRAUEN im Sport…

brauchen keine

Sonder stellung auf der

letzten Seite, sondern

Gleichstellung. Frauen

im Sport sind Kämpferinnen,

Trainer innen,

Muskelpakete, Bestimmerinnen,

sind

hart, weich, aggressiv,

durchgeschwitzt, enttäuscht,

fröhlich – sind

Menschen im Sport.“

Hamburger Sportsfrauen fordern Fairplay!

© Foto: Kilian Landwehr

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Kontakt: d.kuhn@hamburger-sportbund.de

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