Kurzgeschichten schreiben als Projekt der Klasse 10a - Deutschen ...

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Kurzgeschichten schreiben als Projekt der Klasse 10a - Deutschen ...

Wunderkind

140 Rubel, 14. Ausgabe, Dezember 2010

Weihnachten über alles

Applewoche

Deutsch an der DSM

Kurzgeschichten der 10a

Alumni

Interviews

Vorlesetag

Kinderpalast

Vorlesewettbewerb

Weihnachtsbasar


2 Wunderkind

Nie oben ohne!

Welche Mütze gehört zu wem? (Auflösung auf Seite 33)


Lichterloh brennt die erste Kerze.

Kolumne

Bald schon ist Weihnachten und wir können die Menschen, die uns nahe stehen, mit lieben Geschenken

überraschen. Dann setzten die Väter rote Weihnachtsmützen auf und spielen für einen Tag den Weihnachtsmann.

Auch wir, an der DSM, finden die Mütze richtig cool und geben sie von Schüler zu Schüler

und von Lehrer zu Lehrer. Für diese Ausgabe ist sie zu unserem Erkennungszeichen geworden und zieht

sich durch alle Seiten. Noch weihnachtlicher hat sich diese Ausgabe dank unserer Pädagogen gestaltet.

Die lieben Lehrer haben sich bereitwillig beteiligt mit vielen tollen Zeichnungen. Wir haben sie gebeten in

einer Skizze das zu malen, was sie mit Weihnachten assoziieren. Unglaublich beeindruckende Kunstwerke

sind auch unter den Händen der Lehrer entstanden, die angeblich nicht malen können. Aber nicht nur die

Lehrer sind in festlicher Stimmung, auch die Schüler freuen sich auf die Ferien. Das Jahr 2010 neigt sich

dem Ende zu und wir blicken zurück. Viele Schüler haben letztes Schuljahr die DSM verlassen. Mit vielen

der ehemaligen Schüler, seien sie nun letztes Jahr oder noch davor gegangen, halten wir den Kontakt.

Auch sie werden die DSM wohl nicht vergessen und schicken durch unsere Redaktion einen Gruß an die

Schüler der DSM. Beteiligt auch ihr euch an der Schülerzeitung, liebe Schülerinnen und Schüler. Danke an

die tollen Kurzgeschichten aus der 10. Macht weiter so! Wir freuen uns auf jedes neue Mitglied und jeden

neuen Beitrag von euch. Die Redaktion trifft sich jeden Montag Viertel vor Zwei in dem Kantinenanbau.

Wenn ihr Ideen oder Vorschläge habt, wie wir die Schülerzeitung noch weiter verbessern könnten, seid ihr

ebenfalls herzlich eingeladen bei uns vorbeizuschauen.

F röhliche W eihnachten und ein schönes neues J ahr wünschen wir euch!

Janna Stati

Wunderkind 3


Alumni

Für alle, die mich nicht kennen: ich war der Typ, der letztes

Jahr den einen Kloseifenspender in die Luft gejagt

hat. Okay, eigentlich war ich‘s gar nicht, aber ich war definitiv

einer von denen, die es verdammt lustig fanden.

Und ich war einer, der beim Schulradio freitags immer

gern gekotzt hätte (na gut, manchmal). Und ich war einer,

der das letzte Jahr an der DSM definitiv genossen und

daran mindestens tausend Erinnerungen mitgenommen

hat. Und damit erstmal ein dickes HALLO an alle, die

mich doch noch kennen, als Taufsteinbastler, Musicalregisseur,

Billharzimitator, FDJ-Hemdenträger, Partytürenzertreter,

blonder Lockenkopf oder als sonst irgendwas

anderes!

Ich bin ja seit den Sommerferien ein Ehemaliger, ein

Alumni, denn: Mich hat‘s wieder zurückverschlagen nach

Deutschland, in mein legendäres Heidelberg, wo ich auch

ursprünglich herkam, mit den Assis und dem Kursstufen-

Abitur. Da hab ich natürlich auch gleich mal Kunst, Bio

und Englisch gewählt (Hausfrauen- oder Idiotenabi, ich

hab‘s wirklich mittlerweile schon alles gehört^^) und bin

damit auch ganz glücklich. Yippieh.

Ansonsten ist es hier auch nicht viel anders, als ihr es

euch vorstellt – klein, kuschelig, ein Kaff mit Metropolenallüren.

Am Anfang hatte ich noch einen ziemlichen Kulturschock

(„Wo sind die Hochhäuser? Wo sind die

Metrostationen? Wo sind die MENSCHEN?“), das legte

sich dann aber auch irgendwann. Moskau ist einfach gigantisch

und überfüllt mit Möglichkeiten, wer dort wohnt

und sich dessen nicht bewusst ist, tut mir unendlich leid.

Mein gegen Ende letzten Jahres ziemlich annehmbares

Russisch war nun hier leider der totalen Nichtbeanspruchung

ausgesetzt, zum Glück habe ich aber russische

Bekannte in Heidelberg. Abgesehen

davon, dass sie nun alle

deutsch gesprochen haben, waren

die Leute vor allem am Anfang

reichlich gewöhnungsbedürftig,

was ihre Denkweise und Herzlichkeit

anging. Vielleicht vermisse ich

auch einfach die DSM wirklich immernoch

deswegen am meisten,

weil ich da einfach die meisten

Leute getroffen habe, die genauso

bekloppt sind wie ich. Zum Glück

hatte ich dann die Gelegenheit, mir

ein neues soziales Netz aufzubauen,

nach langem Suchen findet

man dann auch wieder ein paar

Seelenverwandte und es pendelt

sich ein. Und sonst?

Dass mir sonderlich langweilig

wäre, kann ich übrigens nicht

sagen, obwohl mir die Schule hier

doch deutlich weniger anspruchs-

4 Wunderkind

voll vorkommt als die DSM (Achtung, das war jetzt Kompliment

und Kritik zugleich, es ist auch sehr schön, mal

etwas MEHR Zeit zu haben). Derzeit mache ich meinen

Führerschein (endlich), spiele in einer Band (chaotisch),

bin aktiv in ein Theaterprojekt involviert (unbeschreiblich),

singe im Schulchor (lustich), organisiere eine neue Schülerzeitung

(hoffentlich), habe diverse Projekte mit Freunden

am Laufen, u.a. ein Filmdrehbuch und einen

Musikclip (wirklich) und fliege so oft es geht nach Tallinn,

da dort meine Freundin wohnt. Da ich ein absoluter Cineast

und Musikfreak bin (aktuellster Anspieltipp:

„L’amour fou“ von Cali), füllt sich der Rest meiner Zeit sozusagen

automatisch. Achja. Und mit Hausaufgaben (…

sporadisch).

Zu mir gibt’s jetzt auch nicht mehr so wirklich viel, aber

um jetzt mal einen Bezug zum Rest des Hefts herzustellen:

Der momentan allgegenwärtige Weihnachtstrend hat

natürlich auch schon in Heidelberg um sich gegriffen. Genaugenommen

tut er das seit Mitte September, als ich

hier im Edeka die ersten Lebkuchen im Regal gesehen

habe. Seit geraumer Zeit dudeln dann auch schon die

ersten verkaufsoffensiven Xmas-Hymnen durch alle Lokalitäten

und auf der Hauptstraße wird man von flyerverteilenden

Weissbärten dumm angemacht. Und zu den

etwas ältlichen Schokoladenosterhasen im häuslichen

Vorratskeller gesellen sich nun auch wieder frische Nougatnikoläuse,

die da höchstwahrscheinlich auch wieder

bis Ostern bleiben werden. Ein Teufelskreis^^.

Ich versuch jetzt, das Ganze einfach mal völlig gelassen

zu sehen und wünsch euch allen zum Abschluss ein paar

ganz besonders frohe Weihnachten! Und: Keine Sorge,

ich denke ich werde Moskau dann auch im Neuen Jahr

mal persönlich heimsuchen. Bis dahin – haut rein!

Gedi Schüppenhauer

Yay, ich wollte schon immer ein Bitchfoto machen! Leider

ohne Kajal und Dekollete, aber damit müsst ihr leben ;-)


Artikel

Nie oben ohne

Kolumne

Alumni: Gedi Schüppenhauer

Achtung Diebe unterwegs!

Bedroht

Weihnachten

Weihnachten - pro oder contra?

Russische Weihnachten

Gedichte

Lehrerzitate

Kurzgeschichten schreiben als Projekt der 10a

Ho, ho, ho Weihnachten wird immer zum Kommerz

Die besten Filme 2010

Einige Fragen an Frau Gusenbauer

Miet den Prof

Der Weihnachtstest

10R: 3 Geschenke zum Selberbasteln...

Applewoche (n)

Deutsch an der DSM

Vorlesewettbewerb

Auswertung Weihnachtstest

Der Vorlesetag am 26. 11. 2010

Ausflug in den Kinderpalast

Schülervertretung: Mitya

Auswertung: Nie oben ohne

Fresszwang im Ersten Stock

Impressum

Seite

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Inhaltsverzeichnis

Wunderkind 5


Unter uns

6 Wunderkind

Achtung! Diebe unterwegs!

Schaut mal eine Pause lang auf den Getränkeschrank in

der Cafeteria, schon seht Ihr Einen.

Einen Dieb.

Die Kassiererin der Cafeteria Jekaterina Samoylova berichtet

im Gespräch mit dem „Wunderkind“ über ihre Beobachtungen.

Lassen sich die Diebstähle in der Cafeteria verhindern?

„Hundertprozentig wird das wohl nie passieren, es hängt

davon ab, ob die Kinder das verstehen. Wir haben so

eine Art schwarze Liste, auf der die Kinder drauf stehen,

die ständig Sachen mitnehmen ohne zu zahlen. Wenn

diese Kinder dann in unsere Cafeteria kommen, behalten

wir die im Auge.“

>> Wir haben so eine

Art schwarze Liste


edroht

Musik spielt im Hintergrund. Ein Duft von gebackener

Ente strömt durch die Wohnung. Der Schmuck am Tannenbaum

sieht kitschig aus. Das Datum: 24. Dezember.

Die Vorhänge sind zugezogen. Drinnen ist es genauso

stockdunkel wie draußen. Nur die Lämpchen am Tannenbaum

brennen und das Licht im Flur ist an. Plötzlich ändert

sich die Musik: Bedrohliche Klänge sind zu hören.

Die Kamera zeigt das Wohnzimmer: Langsam kommt er

auf sie zu. Der lange rote Mantel ist nass, die Schuhe

sind voller Schmutz und die Weihnachtsmütze sitzt schief

auf den weißen Locken. Seine Augen glitzern. Auf seinem

Mund kräuselt sich das Grinsen eines Wahnsinnigen und

der lange Bart ist mit einer dunkelroten Flüssigkeit beschmiert.

Anstelle des großen Sackes mit den Geschenken

hält er einen Dolch in die Höhe. Seine Augen funkeln.

Er kommt auf sie zu.

Die Kamera wendet sich: Sie kauert auf dem Boden. Das

weiße Kleid ist zerknittert, die hohen Schuhe kaputt, die

zarten Flügel auf ihrem Rücken zerrissen. Sie spürt

nichts. Das Adrenalin versetzt sie in eine Starre. Ihre

Augen sind geweitet und ihr Mund hat sich zu einem

stummen Schrei verzogen. Ihre Hände klammern sich an

die kleinen Pakete. Ihre Augen sind geweitet. Sie zittert.

Aus seinem Mund kommt ein gurgelndes Geräusch. Das

Parkett knarrt unter seinen Stiefeln. Seine Augen glitzern.

Er kommt auf sie zu. Ihre Hände suchen nach etwas,

doch dort sind nur die kleinen Pakete. Nichts davon kann

ihr helfen. Ihre Augen sind geweitet. Seine Zunge fährt

über die Lippen. Die buschigen Augenbrauen

sind zusammengewachsen. Der

Dolch reflektiert das Licht. Er kommt auf sie

zu. Sie drückt sich an den Baum. In ihren

Rücken bohren sich Tannennadeln. Ihre

Hände suchen fieberhaft nach einer Waffe.

Ihre Augen sind geweitet. Sie zittert. Er

steht direkt über ihr. In seinen Augen spiegelt

sich der Wahnsinn wieder. Sie bebt. Er

hebt den Dolch. Sie fürchtet um ihr Leben.

Aus seiner Kehle sprudelt ein Lachen. Ihr

Blut gefriert in den Adern. Das Lachen

bricht ab. Sie erstarrt. Es herrscht Totenstille.

Seine Lippen verziehen sich zu einem

totbringenden Grinsen. Ein Schrei entspringt

ihrem Mund. Er sticht zu.

„Was für ein Schwachsinn läuft wieder im

Fernsehen! Killer-Weihnachtsmänner, so

weit kommt‘s noch! Und das wird an Heiligabend

gezeigt.“ Er schüttelt ungläubig den

Kopf und zappt durch die Programme.

Nichts Interessantes. Beinahe will er den

Fernseher ausschalten, da kommen die aktuellen

Nachrichten auf ZDF. Eine junge

Frau begrüßt alle und stellt die Themen vor.

Eine zeitlang spricht sie über Politik, dann über Wirt-

Weihnachten

schaft. Das interessiert ihn wenig. Plötzlich erregt ein Bild

seine Aufmerksamkeit und er dreht die Lautstärke auf.

„Vor ungefähr einer Stunde wurde eine Frau tot in ihrer

Wohnung aufgefunden. Die Nachbarn berichten, sie wollten

mit ihr zusammen feiern, aber niemand hätte geöffnet.

Daraufhin haben sie die Polizei gerufen, welche die

Tür aufgebrochen hat und die Leiche der Frau entdeckte.

Sie hatte das Kostüm eines Engels an und in ihrem Körper

wurden 24 Messerstiche gezählt. Die Polizei hat Fußabdrücke

von Stiefeln gefunden und auf dem Haupt des

Opfers lag eine blutige Weihnachtsmütze. Noch konnten

keine Fingerabdrücke oder andere Indizien, die auf die

Identität des Mörders hinweisen, gefunden werden. Nach

der Aussage eines Kuriers hat ein Weihnachtsmann vor

ungefähr drei Stunden das Gebäude verlassen. Die Polizei

versucht den Mörder zu finden.“ Er sitzt stumm da.

Vor seinen Augen sieht er den verrückten Weihnachtsmann

aus dem Film. Dann hört er die Stimme der Nachrichtensprecherin.

„Das ist ein dummer Zufall“, flüstert er,

„nur ein Zufall.“ Er erhebt sich vom Sofa und geht in Richtung

Schlafzimmer. Es klingelt an der Tür. Er erstarrt. Das

Klingeln wiederholt sich. Langsam bewegt er sich auf die

Tür zu. Er atmet schwer. Wer kommt denn noch so spät?

Alle seine Freunde und Bekannte sind verreist. Es gibt

niemanden, der ihn besuchen könnte. Zögernd beugt er

sich zu der Tür. Er schaut durch den Türspion. Was er

sieht, lässt sein Herz stoppen.

Janna Stati

Wunderkind 7


Weihnachten

8 Wunderkind

Weihnachten!!

An Weihnachten treffen sich Familie, Freunde und viele

Bekannte, um zu feiern und Geschenke auszupacken.

Wie jedes Mal beginnt Weihnachten mit den üblichen

Vorbereitungen.

Die Eltern stehen schon etwas früher auf, um die Geschenke

einzupacken, obwohl die Kinder am Abend

davor schon in den Wandschrank oder auch mal unter

dem Bett nach den Geschenken gesucht haben.

Die Kinder stehen gleich daraufhin auf, um den geschmückten

Weihnachtsbaum zu bewundern, den die Eltern

spät am Abend geschmückt haben. Auch wie jeden

Tag gibt es erst mal Frühstück mit der ganzen Familie.

Der Vormittag wird verbracht mit Plätzchen backen und

auf den Abend warten, während die Eltern schon

ab Mittag eine Menge kochen, damit das Essen

abends für alle reicht.

Am Nachmittag sitzen die Kinder schon ungeduldig da

und warten auf das Auspacken der Geschenke. Langsam

kommen schon Freunde, um zu helfen und den Tisch für

das Abendessen zu decken. Am Abend haben

sich schon alle im Wohnzimmer getroffen und

machen Familienfotos und warten bis das Essen

serviert wird.

Nach dem Festessen versammeln sich alle im

Wohnzimmer und freuen sich auf das Auspacken

der Geschenke. Als erstes öffnen die Kinder ihre

Geschenke. Gespannt sehen die Eltern den Kindern

dabei zu und freuen sich.

Bis spät in den Abend feiern sie, wenn die Kinder schon

im Bett liegen. So endet Weihnachten wie jedes Jahr: alle

liegen glücklich in ihren Betten und freuen sich schon auf

das nächste Mal.

Selina und Selma Hartmann

Herr Dressler

Adventskalender selber basteln

Das brauchst du: 24 leere Toilettenpapierrollen, Geschenkpapier

in weihnachtlichem Stil, eine Schere,

Schnur,etwas, das man als Überraschung in den Adventskalender

legt, eine oder mehrere Halterungen und

einen dicken Filzstift

Das muss du tun: Als erstes die Klopapierrollen mit dem

Geschenkpapier einwickeln, so dass oben etwa eine

Handlänge und unten eine halbe übersteht. Jetzt drehst

du unten das Geschenkpapier zusammen und knotest es

mit einem kurzen Stück Schnur zu und legst die Überraschung

hinein.

Danach drehst du oben das Geschenkpapier zusammen

und bindest es mit einem etwa 40 Zentimeter langen

Stück Schnur zu. Nun schreibst du noch die entsprechende

Nummer darauf und dann kannst du es an einer

Gardinenstange an deinem Hochbett oder über der Tür

befestigen.

Simon Spahn


Weihnachten – pro oder contra?

Anfang September fängt es bereits an – überall wird geschmückt. Alles

für ein Fest, das erst in 3 Monaten ist. Ist es die ganzen Strapazen wert?

Ein gutes Geschenk für alle möglichen Leute finden, dann kaufen und

selbst dann ist es noch nicht vorbei. Denn man weiß nie, ob ein Geschenk

wirklich gut ankommen wird.

Weihnachten ist ein religiöses Fest, wir feiern damit die Geburt Christi.

Doch im Verlauf der letzten Jahren ist Weihnachten immer mehr ein Fest

des Schenken und Kaufens, des Konsums, geworden. Von dieser Entwicklung

weiß eigentlich jeder, aber wie viel Wahrheit dahintersteckt ist

so manch einem nicht bewusst. Laut Umfrage gibt jede Person ungefähr

209 Euro für Geschenke aus. Dieser Konsum hat natürlich nicht nur Nachteile.

Für die Verkäufer und Händler ist es ein Freudenfest. Ab September

ist „Weihnachten“ und ab Januar beginnt „Ostern“. Das hält die Käufer

ganz schön auf trapp und ist gut für jeden, der daran verdient. Doch in

Wirklichkeit sind die meisten Geschenke, die man mal schnell irgendwo

gekauft hat, auch schnell umgetauscht oder im besten Fall bei ebay verscherbelt.

Überhaupt ist der Aufwand, den man für die 5 Minuten des Geschenkpapieraufreißens

viel größer als die Sache selbst. Der Dank ist

unehrlich und in Gedanken rechnet sich jeder aus, wie viel er dafür wohl

bekommen wird oder ob man das auch noch umtauschen kann.

Und wenn dann alle Geschenke verteilt sind, geht’s ans Essen. Für den,

der das ganze ausrichtet, natürlich die größte Stressquelle! Laut Umfrage

geben wir dafür noch mal geschlagene 109 Euro aus. Ob es nun Raclette

oder Fondue ist, das Essen an Weihnachten gehört einfach dazu und bietet

Gelegenheit, sich in der Familie auszutauschen. Das muss nicht immer

gut enden, wenn man eine besonders tolle Familie abbekommen hat und

ein Verwandter, vorzugsweise die Tante, dich über Liebesleben und

Schule ausfragt.

Trotzdem ist es wohl der Stress, der einen umhaut. Wenn man dann auch

noch mit einem halbherzigen Lächeln abgespeist wird und es auf der

Waage, durch das viele Essen, 5kg mehr geworden sind, wer kann es

einem dann noch verdenken von der ganzen Sache einfach nur genervt

zu sein?

Aber welche Möglichkeiten haben wir denn dem ganzen Trubel zu entgehen?

1. Möglichkeit: Man bleibt in Moskau, hier wird Weihnachten erst später

gefeiert und es wird nicht so viel geschmückt.

2. Möglichkeit: Natürlich muss man nicht hier bleiben, man kann auch in

ein Land fahren, in dem Weihnachten nicht gefeiert wird. Vorzugsweise

in ein nichtchristliches.

3. Möglichkeit: Du findest dich damit ab! Nicht alles macht Spaß, also freu

dich, es ist bald Ostern.

Paula Budde

Weihnachten

Wunderkind 9


Weihnachten

Wer einem Russen am 24.Dezember “Frohe Weihnachten”

wünscht, wird wahrscheinlich nicht verstanden.

Nicht, dass man in Russland Weihnachten nicht feiert, es

ist anders. In Russland feiert man Weihnachten am 7. Januar.

In Russland heißt Weihnachten „Rozhdestvo“. Eigentlich

sind Weihnachten und Rozhdestvo beides

religiöse Feste. Übersetzt heißt Rozhdestvo so etwas wie

„Geburt“ und das nicht ohne Grund, denn Russen feiern

Rozhdestvo als den Tag, an dem Gott zum Menschen

wurde. Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde das Fest

und alles, was religiös war, von Lenin verboten. Erst viele

Jahre später wurde das Verbot wieder aufgehoben. Viele

Bräuche sind damals in Vergessenheit geraten, doch einiges

ist geblieben, z.B. die „Jolka“, eine Art „Weihnachtsfest“

für Kinder, Väterchen Frost und seine

Begleiterin Schneeflöckchen und natürlich Geschenke.

Am meisten wird jetzt Weihnachten in Velikij Ustug gefeiert,

der Heimat von Väterchen Frost („Ded Moroz“).

С Новым Годом

Herr Zabka

10 Wunderkind

R ussische W eihnachten

Vera Reinhold

Frau Müller

Tannenzweige hier, Glöckchen da, und obendrauf noch

ein in knisterndes Goldpapier eingewickelter Schokoladen-Weihnachtsmann.

Die ersten Adventskalender stehen

in den Regalen, Schokoladenfirmen werben mit

lachenden Santas und unschuldige Engel blicken in den

Läden von oben auf die Einkäufer hinab. Weihnachtsstimmung

pur!

... Moment. Ein Blick auf den Kalender verrät uns: es ist

erst September. Draußen trägt man noch kurze Hosen

und drinnen im Geschäft will man uns weismachen,

Weihnachten stünde vor der Tür?

Und sollte man das nicht eigentlich selbst merken? So

mit dem ‚heiligen Geist der Weihnacht...’

Auch wenn manche sich vielleicht nicht mehr daran erinnern,

so war Weihnachten doch ursprünglich mal ein religiöses

Fest. Warum wird es dann vom Markt

ausgeschlachtet wie eine Weihnachtsgans? (...oh, wie

passend.)

In der Weihnachtszeit boomt das Geschäft wie sonst nie

im Jahr. Egal, in welchen Handelszweig man geht: seien

es Lebensmittel-, Spielzeug- oder Modegeschäfte, alle

wollen Geschenke kaufen und verkaufen, jeder sucht

vielleicht ein Schnäppchen oder zwei – oh nein, die Großtante

erwartet ja auch noch etwas. Also noch mal einen

kleinen oder großen Korb mit Süßem kaufen gehen, ...

Und so geht das dann weiter. Die Wirtschaft nutzt das Kirchenfest,

um kräftig die Werbetrommel zu rühren, Profit

zu machen und die Menschen zum Kaufen zu animieren,

wobei der eigentliche Sinn des Festes doch eher darin

liegt, sich in aller Ruhe und Gemütlichkeit mit seiner Familie

zusammenzufinden und einige Tage, oder zumindest

Heiligabend miteinander zu verbringen.

Julia Bahlmann


Ich wünsche mir:

Eine neue Frisur!

Spaß mit Freunden!

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Sichere nach und in Moskau keine .

Praktische Dinge wie: Gesundes:

Ungesundes: und einen schönen Weihnachtsbaum: .

Frau von Berg

Weihnachten

Wunderkind 11


Weihnachten

Herr Reichel

Alles still

Alles still! Es tanzt den Reigen

Mondstrahl in Wald und Flur,

Und darüber thront das Schweigen

Und der Winterhimmel nur

Alles still! Vergeblich lauschet

Man der Krähe heisrem Schrei.

Keiner Fichte Wipfel rauschet,

Und kein Bächlein summt vorbei

Alles still! Die Dorfeshütten

Sind wie Gräber anzusehn,

Die, von Schnee bedeckt, inmitten

Eines weiten Friedhofs stehn

Alles still! Nichts hör ich klopfen

Als mein Herze durch die Nacht -

Heiße Tränen niedertropfen

Auf die kalte Winterpracht.

Theodor Fontane


Eisblumen

Blumen, zärtlich hingehaucht,

tief vom Frost umfangen,

hold in halbes Licht getaucht,

sind mir aufgegangen.

Ohne Zahl. Sind froh erwacht

aus dem Wintergrunde,

blühen mir zur nahen Nacht

Stunde wohl um Stunde.

Leben leicht und ohne Not

wie die Sommerfalter.

Leise ist ihr Blumentod,

schnell und ohne Alter

Karl Krolow

Weihnachten

Wunderkind 13


Unter uns

14 Wunderkind

Lehrerzitate

Herr Nobereit

Die Klasse ist laut.

Herr Nobereit: Hallooo? Was ist denn jetzt? Was geht

denn hier ab?

Durchgenommenes Thema: Kommasetzung

Herr Nobereit: Das fühle ich, das schmecke und rieche

ich! Das geht mir durch den ganzen Körper, dass da ein

Komma kommt!

Vor dem Test:

Herr Nobereit: Philipp setzt sich von Janna weg in die

letzte Reihe, Paul geht zum Fensterbrett und… und

Olga setzt sich auf den Schrank!

Herr Nobereit: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass

Schüler nach dem Lernen von Regeln noch mehr Fehler

machen. Das bringt sie durcheinander.

Notendiskussion:

Herr Nobereit: …und wenn eure Eltern dann kommen

und auf dem Tisch tanzen. Du, dann tanz ich aber mit!

Frau Kroll

Frau Kroll: Jetzt hör doch auf, mit dem Stuhl zu kippeln!

Du machst den Fußboden kaputt!

Bei einer Diskussion:

Frau Kroll: Ich habe ja nichts gegen deine Meinung. Du

sollst sie nur mit Argumenten stützen.

An einen anderen Schüler scharf: Hör auf zu lachen!

Frau Kroll: Ey, Leute, ihr seid echt sozial gestört!

Herr Reichel

Die Klasse ist laut.

Herr Reichel: Die Letzte Chance! Letzte Chance…

Schüler: … ist vorbei!

In der sechsten Stunde:

Herr Reichel: Lasst uns mal die letzte Stunde nicht zur

Horrorstunde machen!

Beim Vorlesen der Quartalsnoten:

Herr Reichel: Von der Drei bis zur Zwei ist es leicht,

aber von der Zwei zu Eins ist es ein schwieriger Weg.

Ganze Klasse antwortet singend im Chor: „Dieser Weg

wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und

schwer.“


Herr Budde

Schüler: Geil!

Herr Budde: Das hätte ich jetzt nicht besser sagen können.

An der Tafel steht eine zu leichte Aufgabe, aber niemand

meldet sich.

Herr Budde: Also, das ist jetzt mal ein Intelligenztest.

Schüler (schlau tuend): Ist schon achte Stunde, Herr

Budde.

Herr Budde: Ja, man sieht’s.

Herr Budde: Also, wenn wir das mal festhalten: Vorne

geht genauso viel rein, wie hinten rausgeht!

Herr Dunke

Herr Dunke ( in einem Duell gewählter Sprachen mit

Schüler): Was für ein Sprachregister! Ich bin bestürzt!

Herr Dunke (beim Verkünden der zu machenden Aufgaben):

Bitte Sieben Dora und Sieben Berta!

Frau Lapp

Frau Lapp (bei der Apple-Belehrung): Da hat sich einer

in die Datenbank der Deutschen Bank eingehackt. Das

hatte Folgen und da kam die Polizei und Kriminolo…

Krimilo… ach, egal!

Herr Keitel

Schüler im Unterricht erwischt worden, Strafarbeit für

ein anderes Fach zu schreiben:

Herr Keitel: Sag mal, wie blöd und hirnverbrannt muss

man denn sein, (hält das Blatt hoch), das bei Herrn Nobereit

abzuschreiben?! Auch noch bei HERRN NOBE-

REIT!!! Ich meine, es gibt genug Lehrer … aber bei

HERRN Nobereit!

Und jetzt zurück in die Lehrerrolle.

Herr Keitel: Jetzt hör auf, du Trottel!

Schüler: F***!

Herr Keitel: Nee, ganz sicher nicht. Das ist der Imperativ

von f***n! Kannst du behalten!

Herr Dressler

Beim Mikroskopieren:

Herr Dressler: So ein Gewimmel möchte ich sehn. Das

ist ja herrlich!

Herr Poliet

Herr Poliet (an Schüler): Stimmt das?

Schüler: Glaub schon.

Herr Poliet: Glauben kannst du in der Kirche!

Herr Poliet: Wie blöd muss man sein, um so blöd aufzufallen!

Schüler wird drangenommen, bleibt stumm:

Herr Poliet: Wat bist denn du für ein Eierkopp, Mensch!

Schüler: Dürfen wir schriftlich rechnen?

Herr Poliet: Ja, im Kopf!

Herr Poliet: Boa! Das geht mir hart auf den Kranz!

Unter uns

Herr Poliet: Das ist wie wenn ich dich frage, welche

Farbe hat dein Pullover und du sagst: 3 nach 9!

Herr Kiauka

Herr Kiauka (malt 1/8 vom Kreis): Was ist das?

Schüler: 1/8

Herr Kiauka: Nein, nein. Oder ähm… Doch, doch!

Herr Kiauka

Wunderkind 15


Unter uns

Kurzgeschichten schreiben als Projekt der Klasse 10a

„Eine Kurzgeschichte ist eine Geschichte, an der

man sehr lange arbeiten muss, bis sie kurz ist.“

Vicente Aleixandre

Ein Kurzgeschichte ist wie ein Eisberg: Nur der

kleinste Teil ist sichtbar, ihr Wesen schwimmt

sozusagen unter der Wasseroberfläche. Hinter

der Kurzgeschichte verbirgt sich also viel mehr

„Masse“, als man zunächst denkt ...

16 Wunderkind

Wie Feuer

„Es war wundervoll“, sagte sie. Ihre Haare waren noch

immer so wuschelig. Man hätte meinen können, es wären

Flammen, vielleicht sogar die, die sie so zum Schwitzen

gebracht hatten.

„Soll ich dich morgen anrufen?“ Ihr Blick sagte alles.

„Ich ruf dich an, du solltest dich jetzt beeilen!“ Ich wusste,

in welche Misere ich mich manövrierte. „Und vergiss

nichts. Ich verliere deine Stofffetzen nur.“ Ich musste mich

bemühen dieses ironische Lächeln nicht zu sehr zur Geltung

zu bringen, ich war zu weit gekommen, um mich jetzt

zu verraten.

„Ich mach mir einen Kaffee. Du auch einen?“

„Bitte!“ Ich hätte sie beim Klang, nein, eher beim Unterton

meiner Stimme, fast noch einmal zum Schwitzen gebracht,

doch man soll bekanntlich aufhören, wenn es am

Schönsten ist.

„Und bitte beeil dich, ich müss morgen arbeiten!“ Halb

Zwölf! Mein Gott, ich musste längst tot sein. Ich ging den

Flur entlang zur Küche und versuchte noch schnell alles

wieder so hinzustellen, wie es vorher war.

„Schatz, bist du da?“, rief meine Freundin von der Haustür

aus. „Das war´s“, dachte ich, „ jetzt bin ich erledigt. Ich

wusste nicht genau wieso, aber ich konnte mich kaum

noch bewegen. Dann, plötzlich, löste sich der Effekt zu-

>>Mein Gott, ich müsste

längst tot sein


Blätter

Ein Blatt verfing sich in ihren Haaren.

Sie hob ihre Hand und nahm es aus ihrem Zopf. Kurz

bevor sie es fallen ließ, betrachtete sie es ein letztes Mal.

Es war rot. Rot wie ihre Fingernägel.

„Dieser Herbst kam früh, nicht?“ .Sie sah sich um. Die

Sonne schien, doch der kalte Wind ließ sie wieder erzittern.

„Ich liebe diese Jahreszeit. Du nicht auch?“.Stille.

„Bald sind Herbstferien und meine Familie und ich fahren

nach Belgien. Das heißt, wir können uns zwei Wochen

nicht sehen.“ Der Wind ließ die Blätter auf dem Boden

tanzen.

„Du sagst ja gar nichts. Gut, ich hätte es dir früher sagen

können.“ Sie versuchte zu lächeln. Es gelang ihr nicht.

„Komm schon, es sind ja nur zwei Wochen und wir fahren

erst in drei.“ Sie wurde nervös und verlagerte ihr Gewicht

von einem Bein auf’s andere.

„Was hast du früher immer dazu gesagt ? Ach ja! ‚Zwei

Wochen sind nicht schlimm, davon schlafe ich die Hälfte

der Zeit. Eine Woche. Davon esse ich drei Tage. Noch

vier Tage. Zwei Tage mach ich was mit meinen Freunden

und die restlichen zwei werde ich wohl ohne dich überleben.‘“

Sie musste lachen. Doch ihr Gegenüber nicht.

„Erinnerst du dich wirklich nicht?“ Die Blätter legten sich.

Nun fielen auch Sonnenstrahlen auf ihr Gesicht. Sie

musste blinzeln und ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht.

Sie fühlte sich gut bei ihm. Doch schon bald wurde

sie unterbrochen, da sie Schritte hörte. Nicht weit von ihr

entfernt stand eine Frau im schwarzen Mantel.

„Sieh nur, sie schaut uns an und ihr Blick ist auch so angewidert

und verständnislos. Was ist denn hier so komisch,

dass sie auch herstarrt? Als ob ich verrückt

wäre?!“ Sie schrie schon fast. Den letzten Satz hörte die

Frau und drehte sich um, doch vorher warf die Frau ihr

noch einen besorgten Blick zu.

„Naja…sie ist wieder weg.“ Sie seufzte und blickte auf die

Uhr.

„Ach, schon so spät. Ich muss nach Hause. Meine Eltern

wollen, dass ich noch ein bisschen lerne.“ Dabei verdrehte

sie dramatisch die Augen.

„ Na dann, tschüss und bis morgen!“ Sie wollte sich schon

umdrehen, als sie sich zum Boden wandte und einen

Strauß Blumen aufhob.

„Ich hätte ihn fast vergessen.“

Sie lächelte traurig und legte

die Blumen auf sein Grab. Es

war voller gelber Blätter.

Sie atmete flach und war die letzte auf dem Friedhof.

Sie blickte noch ein letztes Mal auf seinen Grabstein.

Er war schön, in Gelb, seiner Lieblingsfarbe.

Victoria Bruns

>> Was ist denn hier so komisch,

dass sie auch herstarrt? Als ob ich

verrückt wäre?!


Unter uns

18 Wunderkind

Die Glückliche

„Das ist doch nicht dein Ernst?“ Dauphin fing wieder an

zu lachen.

„Doch. Ich habe wirklich geglaubt, dass er auf eine Geschäftsreise

fährt!“

Sie lachte. Dauphin lachte mich aus. Meine beste Freundin

lachte mich aus.

Sie weinte schon, weil sie so lachte.

„Lavendel, du bist so süß. Ich muss wirklich sagen, ich

hätte nicht gedacht, dass du auf so etwas reinfällst.“ Sie

lachte wieder. Ich konnte mir nicht erklären, warum.

Totum hatte mir gesagt, dass er auf eine Geschäftsreise

fährt - was ist daran so lustig?

„Lavendel, ach ich kann nicht mehr!“ Sie lachte noch lauter.

Wenn sie lachte, verzog sich ihr ganzes Gesicht.

Hässlich sieht sie aus, wirklich hässlich.

„Ok, Lavendel ich reiß mich jetzt zusammen! Ich hoffe,

du weißt mittlerweile, dass er nicht auf eine Geschäftsreise

gefahren ist?! Hm..?“ Sie lachte schon wieder.

Wenn sie mir jetzt nicht gleich sagt, was los ist, bezahl

ich meinen Kaffee und gehe.

„Dauphin, erfinde bitte keine Geschichten. Was ist mit

Totum?“

Sie stutze. Langsam wischte sie die Tränen weg und

nahm einen Schluck von ihrem Tee.

„Lavendel, ich will ja nichts überstürzen, aber hat Totum

dir nichts erzählt?“ Das wird ja langsam interessant.

„Nein. Nur, dass er auf eine Geschäftsreise fährt. Dauphin,

was ist los? “ Sie kratzte sich an der Stirn. Das tut

sie nur, wenn sie überlegt, was sie sagen soll.

„Na ja, und ich habe mich auch noch so gewundert,

warum du dich auf ein Treffen mit mir eingelassen hast.

Jetzt ist alles klar!“

Ich guckte auf die Uhr.

Schon viertel nach drei. Ich

habe nur noch zwanzig Minuten,

denn dann kommt Totum zu mir. Totum, der Name

wundert mich immer noch. So merkwürdig.

„Dauphin, ich weiß nicht, was du meinst mit - „Ich habe

mich gewundert, dass ich einverstanden war mich mit dir

zu treffen“. „Was soll denn dagegen sprechen?“

Sie guckte mich an. Sie guckte mir in die Augen, aber ich

glaube, sie starrte nur.

„Lavendel, Totum war nicht auf der Geschäftsreise auf

der du glaubst, auf der er war.

Er war in Italien.“ Sie kaute auf ihrer Lippe herum. Ich

hasse es, wenn sie das macht und sie weiß das.

„Ich verstehe nicht, was du mir sagen willst!“ Sie fing an

hysterisch zu lachen.

„Bist du doof? Ich war weg – er war weg? Und, klingelt’s?“

Sie nahm noch ein Schluck von ihrem Tee. Das kann

nicht sein!

„Dauphin, ich verstehe nicht, was...“- „Ich war mit ihm in

Italien! Das war seine Geschäftsreise! Wir waren zusammen

weg. Wir waren hinter deinem Rücken in Italien, zu-

>> Sie guckte mir in die Augen, sammen !“

aber ich glaube, sie starrte nur.


Weihnachten

Ho, ho, ho

Weihnachten wird immer mehr zum Kommerz-

Event

Tannenzweige hier, Glöckchen da, und obendrauf noch

ein in knisterndes Goldpapier eingewickelter Schokoladen-Weihnachtsmann.

Die ersten Adventskalender stehen

in den Regalen, Schokoladenfirmen werben mit

lachenden Santas und unschuldige Engel blicken in den

Läden von oben auf die Einkäufer hinab. Weihnachtsstimmung

pur!

... Moment. Ein Blick auf den Kalender verrät uns: es ist

erst September. Draußen trägt man noch kurze Hosen

und drinnen im Geschäft will man uns weismachen,

Weihnachten stünde vor der Tür?

Und sollte man das nicht eigentlich selbst merken? So

mit dem ‚heiligen Geist der Weihnacht...’

Auch wenn manche sich vielleicht nicht mehr daran erinnern,

so war Weihnachten doch ursprünglich mal ein

religiöses Fest. Warum wird es dann vom Markt ausgeschlachtet

wie eine Weihnachtsgans? (...oh, wie passend.)

In der Weihnachtszeit boomt das Geschäft wie sonst

nie im Jahr. Egal, in welchen Handelszweig man geht:

seien es Lebensmittel-, Spielzeug- oder Modegeschäfte,

alle wollen Geschenke kaufen und verkaufen,

jeder sucht vielleicht ein Schnäppchen oder zwei – oh

nein, die Großtante erwartet ja auch noch etwas. Also

noch mal einen kleinen oder großen Korb mit Süßem

kaufen gehen,... Und so geht das dann weiter. Die Wirtschaft

nutzt das Kirchenfest, um kräftig die Werbetrommel

zu rühren, Profit zu machen und die Menschen zum

Kaufen zu animieren, wobei der eigentliche Sinn des

Festes doch eher darin liegt, sich in aller Ruhe und Gemütlichkeit

mit seiner Familie zusammenzufinden und

einige Tage, oder zumindest Heiligabend miteinander

zu verbringen. Es sei das Fest der Liebe, sagen viele.

Stattdessen entartet Weihnachten immer weiter in eine

Kommerzschlacht und einen Wettkampf, wer denn die

teuersten, meisten, besten Geschenke bekommt und

verschenkt. Natürlich ist es vor allem für Kinder und Jugendliche

eine Gelegenheit, sich mal etwas Größeres,

Ausgefallenes zu wünschen, sei es Fahrrad, Handy

oder etwas Geld zum Sparen. Doch wenn das mal nicht

der Fall ist, warum kann man nicht, anstatt stumpf in

den Laden zu gehen und einfach etwas zu kaufen, um

irgendetwas zu haben, einfach selbst etwas machen?

Etwas basteln, eine liebe Karte schreiben – wenn man

malen kann, vielleicht ein Bild? Ein Fotoalbum? Etwas

von sich selbst. Etwas Persönliches. Etwas, womit die

Person etwas anfangen kann – vielleicht auch davon

berührt ist. Nicht das zwanzigste Paar Socken und Unterwäsche.

Wobei das natürlich auch nett sein kann –

und Omas selbst gestrickter Schal ist ein bei Weitem

schöneres Geschenk, als manche annehmen. Was

heißt er denn anderes, dass Oma an einen gedacht hat,

dass sie sich so viel Mühe gegeben hat, einen ganzen

Schal zu stricken – das braucht schließlich eine Weile.

Nein, stattdessen wird der Kult des Weihnachtsmanns

gefeiert, welcher auf dem Mist eines Getränkeherstellers

gewachsen ist, Menschen freuen sich nur wegen

den Geschenken auf Weihnachten und die Weihnachtsdekoration

in den Läden geht einem bereits im Oktober

auf die Nerven.

Ho, ho, ho.

Julia Bahlmann

Wunderkind 19


Moskau News

2. Platz: Sex and the City 2

3. Platz: Sherlock Holmes

4. Platz: Avatar

5. Platz: Alice im Wunderland

6. Platz: Eclipse – Biss zum Abendrot

7. Platz: Red

8. Platz: Salt

9. Platz: Die etwas anderen Cops

10. Platz: Iron man 2

20 Wunderkind

Die besten Filme 2010

Hanna Steinhauer

1. Platz: Inception

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein Meisterdieb

– allerdings geht es hier nicht um Juwelen oder

Akten. Dom stiehlt geheime Gedanken, die er bewusstlosen

Menschen entzieht, denn nichts ist so

wertvoll und gefährlich wie ein Masterplan, der

noch nicht dokumentiert wurde. Schließlich kann

eine einzige Idee ganze Städte entstehen lassen,

neue Regeln aufstellen, die Welt verändern. Inzwischen

führt Dom eine Karriere als international gesuchter

Spion, der für seinen lebensgefährlichen

Job seine Sicherheit, sein Privatleben und seine

Ehefrau (Marion Cotillard) aufgeben musste.

Jetzt rückt die große Chance auf Erlösung endlich

näher: Ein letzter Auftrag könnte ihm seine Freiheit

zurückgeben. Dieses Mal soll eine Idee nicht gestohlen,

sondern eingepflanzt werden – Dom muss

sich als Architekt der Gedanken beweisen. Doch

ein mysteriöser Gegner scheint jeden seiner

Schritte vorauszuahnen.


Einige Fragen an Frau Gusenbauer

1. Was würden Sie an der DSM verändern, wenn Sie könnten?

Das Klima - ein bisschen wärmer und sonniger könnte es hier ruhig sein. Weil man

das Klima aber nur schwer verändern kann:

Ich würde ins Aquarium ein paar Fische stecken...oder es zumindest wieder als

Computerraum nutzen.

2. Was ist das Verrückteste, was Ihnen hier an der Schule passiert ist?

Bei uns in Österreich wird auf Höflichkeitsformeln mehr Wert gelegt. Ein "Hallo"

sagt man nur zu guten Freunden, Erwachsene werden von SchülerInnen mit

"Guten Tag" oder "Grüß Gott" gegrüßt. Verrückt fand ich daher anfangs, dass alle

zu allen "Hallo" sagen.

3. Was ist oder war schon immer Ihr größter Traum?

Nach Madagaskar fahren oder nach Kamtschatka, einfach weil diese zwei Orte

so zauberhaft klingen (Das Lied "Kamtschatka" der russischen Gruppe Kino höre

ich deshalb auch besonders gerne) - leider hat sich beides aber noch nicht verwirklichen

lassen.

4. Was macht sie glücklich?

Momentan macht mich Musik glücklich (von "Beirut" z.B.)

Und dann noch: Kleinigkeiten - ein Sonnenstrahl am Morgen, ein unerwartetes Lächeln,

der Duft der Schokocroissants in der Cafeteria...

5. Wo liegen ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Eine persönliche Stärke ist vermutlich, dass ich ein grundsätzlich optimistischer

Mensch bin.

Und eine Schwäche? Kaffee, das Rauchen, die oben erwähnten Schokocroissants...

und ich habe eine Schwäche für Bücher.

6. Wie kann man Sie auf die Palme bringen?

Unehrlichkeit vertrage ich nicht.

Und Suderanten.

7. Wie sehen Sie die Rolle des Lehrers in der Gesellschaft?

Ein Lehrer steht vermutlich deutlich häufiger im Mittelpunkt der Wahrnehmung als

Angehörige anderer Berufsgruppen. Ich wünsche mir daher Lehrer mit starken

Persönlichkeiten, die mit dieser Position umzugehen wissen, und eine Gesellschaft,

die diese Persönlichkeiten auch wahrnimmt und zu schätzen weiß.

Vielen Dank für das Interview!

Suderant: österreichisch für Nörgler (Anmerkung der Redaktion)

Vera Reinhold

Unter uns

Wunderkind 21


Unter uns

“Miet den prof“

Beziehungsweise: „Miet die Profs“ – denn genau genommen

waren es zwei Professoren, die von der Berliner Beuth-Hochschule

für Technik extra nach Moskau gekommen waren, um uns

DSM-Schüler ein bisschen Uni-Luft schnuppern zu lassen.

Fünf Vorträge zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen

zu jeweils einer Doppelstunde – zwei Tage lang Fortbildung pur,

könnte man sagen.

Professor Kammasch, die sich auf Lebensmitteltechnologie spezialisiert

hat, sowie der Vermessungsingenieur Professor Korth ließen

alle Schüler aus 5 bis 12 in den Genuss von jeweils zwei

Vorträgen kommen – ob Geschichte mit „Clara Immerwahr und

Fritz Haber“ für die Älteren, „Dem Klimawandel auf der Spur“ oder

„Von Sextanten und Satelliten“, es waren tolle und interessante

Themen dabei, die uns Schüler fasziniert haben.

Sich zwei Stunden lang wie Studenten an der Universität fühlen –

wer wollte das nicht schon einmal? Sozusagen ein kleiner Vorgeschmack

auf das, was einige von uns bereits in wenigen Jahren,

wenn nicht schon nach diesem Schuljahr, erwartet. Sogar die Problematik

der überfüllten Hörsäle durften wir hautnah miterleben,

denn manche mussten den Vorträgen vom Boden

aus zuhören.

Der Unterschied jedoch: noch mussten wir uns den

Stoff weder merken noch mitschreiben – Gott sei

Dank, sage ich dazu, denn so hieß es nur: zurücklehnen,

zuhören und genießen!

22 Wunderkind

Julia Bahlmann


Der Weihnachtstest! - Wie weihnachtlich

bist du wirklich?

1. Was erinnert dich an Weihnachten?

A: Schnee, denn ich verbinde Weihnachten mit Winter.

B: Die überfüllten Geschäfte, wenn der Geschenkekauf immer dringender wird.

C: Wenn überall die Lichter leuchten und es nach Zimt und Äpfeln riecht, dann ist es wieder so weit!

2. Wie viel Geld gibst du im Schnitt für eine Person aus?

A: Bei besonderen Personen mehr als 10 Euro, sonst ist nicht mehr drin.

B: Nicht viel. Nur bis zu 5 Euro, schließlich kommt es drauf an, dass man was schenkt.

C: Ich gebe mir viel Mühe. Das Geschenk kommt von Herzen, also kann es auch ein bisschen mehr kosten.

3. Kaufst du mehr oder bastelst du auch mal was?

A: Ich kaufe und bastle ungefähr gleich viel.

B: Ich bastle fast alles, was ich nicht so gut kann, kaufe ich. Ich will niemanden etwas zumuten.

C: Ich kaufe nur, basteln ist was für Kleinkinder.

4. Schmücken du und deine Eltern auch?

A: Fehlanzeige. Alles bleibt beim Alten.

B: Alles wird bunt und das finde ich toll, für mich kann es gar nicht kitschig genug sein.

C: Meine Eltern schmücken zwar, aber das ist nichts für mich.

5. Habt ihr zuhause einen Adventskranz?

A: Ja und wir zünden ihn auch immer mal wieder an.

B: Ja, aber der steht nur rum.

C: Nein und das ist mir auch ziemlich egal.

6. Um was geht es dir am meisten zu Weihnachten?

A: Um die Geschenke und das Essen, ganz eindeutig.

B: Um die Atmosphäre und das schöne Beisammensein.

C: Um die Zusammenstellung von allem.

7. Wer feiert mit euch Weihnachten?

A: Wir feiern mit der ganzen Familie und manchmal auch noch mit ein paar Gästen.

B: Wir feiern ganz intim in der Familie.

C: Unser Fest fällt nicht so groß aus, wer da ist, kann man nicht sagen, das ist immer unterschiedlich.

8. Wie viele Geschenke bekommst du insgesamt?

A: Sehr viele, von wem weiß ich hinterher aber nicht mehr.

B: Ich bekomme nicht so viele Geschenke, aber die die ich bekomme, kommen von Herzen.

C: Ich kriege von jedem eins.

9. Was denkst du über den Konsumanstieg um die Weihnachtszeit ?

A: Ich würde gerne etwas dagegen tun, das nervt doch total.

B: Es ist den Stress nicht wert, sich wegen der Geschenke verrückt zu machen.

C: Ohne den Stress würde man sich danach nicht so gut erholen können.

Auflösung auf Seite 29!

Weihnachten

Wunderkind 23


Weihnachten

3 Geschenke zum Selberbasteln . . .

24 Wunderkind

In der 10R

da weihnachtet es

sehr!

Wir, die 10R sind

nett, hübsch und

total verrückt. Arthur

(Urmel), Maurice

(der Musiker), Michael

(der Rapper),

Angela (die Modische),

Liliane (die

Intelligente) und

Laura (die Fleißige)

werden beim Doktor

der Chemie, Herrn

Rauch, unterrichtet.


Die Applewoche (n)

Erfreute Jauchzer erfüllten unseren Klassenraum, als

unser Klassenlehrer uns mitteilte, dass wir in der nächsten

Woche täglich nur sechs Stunden haben würden.

Doch spätestens nachdem Herr Dunke den Plan für

Dienstag vorlas, erklangen die ersten Seufzer. Innerhalb

von zwei Tagen viermal das gleiche Fach! Das heißt:

Mehr Unterricht in einem Fach als bei normalem Stundenplan

in einer gesamten Woche! Soweit, so gut…

Jedoch verloren nicht nur die Schüler bald endgültig die

Freude an dem neuen Stundenplan, auch die Lehrer hatten

einiges zu meckern. Hatte man nun vier Stunden bei

dem einen Lehrer, so hatte man in anderen Fächern gar

keinen Unterricht. Folge: Man ist jetzt in einigen Fächern

dem Stoff weit voraus, in anderen aber hinkt man hoffnungslos

hinterher! Doch da man ja nach einer Woche

Dauerstress nicht genug von der Fortbildung hat, folgt

zwei Wochen später schon die nächste. Das gleiche

Thema. Der gleiche Stress für alle Beteiligten, doch was

kam wirklich dabei heraus?

Wir Schüler sehen keine Lehrer, die auf einmal wie durch

ein Wunder mit einem MacBook Pro auf dem Lehrerpult

ihren Unterricht gestalten. Manche wissen immer noch

nicht so richtig, wie sie mit dem Medienwagen umgehen

sollen - von multimedialem Unterricht ganz zu schweigen!

Ein Film hier und da, einige Internetseiten, die uns vorgeführt

werden - doch diejenigen, die die Medien immer

noch am meisten nutzen, sind die Schüler bei diversen

Vorträgen oder Referaten. Nutzen einige Lehrer ihre

neuen Mittel sehr vorteilhaft, so merkt man in den meisten

Fächern noch nichts. Egal wie effektiv diese Fortbildung

angeblich ist, wir Schüler bekommen davon nichts

mit, wobei das doch das eigentliche Hauptziel sein sollte!

Antonia Lehmann

Unter uns

Wunderkind 25


Unter uns

Deutsch an der DSM

Die Deutsche Schule Moskau, der Name sagt schon vieles.

Hier lernen Schüler, die die deutsche Sprache gut beherrschen.

Unter ihnen gibt es aber auch welche, deren

Muttersprache nicht Deutsch ist, die aber beispielsweise

fließend englisch oder russisch sprechen. Letztere ziehen

es deshalb vor, in den kleinen und großen Pausen russisch

zu reden, was nicht gerade dazu führt, ihr Deutsch

zu verbessern.

Sollte man deshalb aber eine Regelung treffen, die es

verbietet, an der DSM ausschließlich die deutsche Sprache

zu verwenden?

Nun ist die DSM keine Begegnungsschule und der Großteil

der Schüler kommt tatsächlich aus Deutschland.

Jeder einzelne Schüler könnte sich in seiner Klasse umschauen

und dabei feststellen, dass die Anzahl der

Deutsch-Muttersprachler viel größer ist als die Anzahl der

Schüler, die Deutsch als eine Fremdsprache gelernt

haben.

Mit dem Gebot, ausschließlich Deutsch zu sprechen, würden

die deutschen Schüler, außer im Fremdsprachenunterricht,

keine Chance bekommen ihr Russisch zu

vervollkommnen. Dabei wären die Pausen genau die

richtige Gelegenheit, Russisch frei zu verwenden und

somit mehr Erfahrungen zu gewinnen. Zu beachten wäre

auch, dass der Fremdsprachenunterricht nur zweimal die

Woche stattfindet und Grammatik und Satzbau im Mittelpunkt

stehen. Somit ermöglicht einem der Russischunterricht

nicht, das freie Sprechen zu erlernen.

Außerdem will man, sofern man sich frei durch Moskau

bewegen möchte, wenigstens ein wenig über die Umgangsformen

in Moskau Bescheid wissen. Die Benutzung

der Metro statt der

Fahrräder ist für

neue Schüler meist

sehr befremdlich.

Oft stellt es für sie

ein Problem dar, die

Tickets zu kaufen,

da sie nicht genug

Übung im Gebrauch

der russischen

Sprache haben. Sie

verstehen die Verkäuferinnen

nicht

und diese wiederum

nicht die Schüler.

Mit Zeichensprache

schaffen sie es

dann nach einer

halben Stunde endlich,

die erwünsch-

26 Wunderkind

ten Tickets zu bekommen und nehmen sich anschließend

vor, dieses peinliche Erlebnis in Zukunft zu vermeiden.

Um die unendlichen Staus zu umgehen, ist die Moskauer

Metro die schnellste Möglichkeit, an das gewünschte Ziel

zu gelangen. In dieser Situation ist natürlich der im Vorteil,

der mehr Übung in der russischen Sprache hat. Wer

hingegen die meiste Zeit auf Deutsch redet, wird viel

mehr Zeit darauf verwenden, sich in der Metro zurechtzufinden

und sich oft in Moskau verloren fühlen.

Trotz dieser und vieler anderen hier nicht angeführten Argumente

gegen die ständige Verwendung der deutschen

Sprache, gibt es auch vieles, was dafür spricht, Deutsch,

als alleinige Kommunikationssprache an unserer Schule

zu fordern.

Mal ehrlich – geht euch der ständige Sprachenwechsel

während der Schulzeit nicht auch auf die Nerven? Für

mich persönlich ist es irritierend, ständig zwischen verschiedenen

Sprachen umzuschalten. Wenn man beispielsweise

die ganze Pause lang nur russisch

gesprochen hat und dann in den Fremdsprachenunterricht

kommt, sitzt man anfangs etwas verstört da und

muss aufpassen, nicht ständig zurück auf Russisch zu

schalten. Das scheint mir überzeugend, da wir als Schüler

neben unserer Muttersprache noch mindestens drei

Sprachen lernen. Dabei kann es durchaus zu kurzzeitigen

Verwirrungen kommen. Wenn man sich aber stärker

auf eine Sprache konzentriert, so geschieht dies seltener.

Daher bleibt für uns DSMler die wichtigste Sprache

immer noch Deutsch. Wieso sollten wir uns also ständig

auf Russisch unterhalten? Viele russische Schüler nutzen


dann nicht die Gelegenheit, ihre Deutschkenntnisse zu

erweitern. Sie kommen an unsere Schule in der Hoffnung,

ihre Ausdrucksweise, aber auch ihr Vokabular zu

verbessern und im Endeffekt fehlerfrei deutsch zu sprechen.

Im Vergleich zu uns unterhalten sich viele russische

Schüler auch zu Hause auf Russisch und haben nur hier,

in der Schule, Gelegenheit dazu, sich zu verbessern.

Bedauernswert ist aber auch, was mit den Schülern geschieht,

die kein Russisch sprechen. Viele von ihnen werden

einfach ausgeschlossen und sitzen in den Pausen

mutterseelenallein herum, ohne sich an den Gesprächsthemen

der russischen Mitschüler beteiligen zu können.

Letztere kümmert dies irgendwie wenig und sie machen

sich keine Gedanken darüber, wie es sich anfühlt, ausgeschlossen

zu sein. Manchmal weden diese Schüler

auch von den anderen gehänselt. Die russisch sprechenden

Mitschüler reden dann laut über einen, sodass alle

lachen. Aber leider kann dieser nichts dagegen tun.

Würden wir in den Pausen alle nur auf Deutsch reden,

täten wir nicht nur russischen Schülern einen Gefallen,

Unter uns

sondern auch uns selbst. Unser vorrangiges Ziel ist es

zunächst, das Abitur zu schaffen. Dabei können wir das

Fach Deutsch nicht abwählen. Wer nun auf seinem Abitur

in Deutsch eine Vier stehen hat, der wird höchstwahrscheinlich

Probleme haben, an die gewünschte Uni zu

kommen. Sprachen gewinnen in den letzten Jahren zunehmend

an Wichtigkeit und wer in Deutschland studieren

will, kann sich nicht erlauben eine schlechte Note im

Abitur zu schreiben. Wenn wir nun jede Möglichkeit ergreifen

wollen, unsere Deutschkenntnisse zu verbessern,

so müssen wir auch in den Pausen diese Gelegenheit

nutzen.

Wir, die Schüler der DSM, denken eigentlich selten über

das Thema Russisch an der Deutschen Schule nach, obwohl

manche hin und wieder von Lehrern ermahnt werden.

Zu bedenken wäre aber, dass die DSM die einzige

deutsche Schule in Moskau ist. Müssten wir nicht unheimlich

stolz sein, diese Schule besuchen zu dürfen?

Dennoch vergessen wir das, sobald der Gong ertönt und

wir fröhlich plaudernd Kantine und Foyer stürmen.

Die letzte Entscheidung liegt bei euch, liebe Schülerinnen

und Schüler. Was werdet ihr wählen: Russisch oder

Deutsch?

DANKE!!

Janna Stati

Wunderkind 27


Unter uns

28 Wunderkind

Vorlesewettbewerb am 13.11.10

Am 8.11.2010 warteten 7 Schüler gespannt darauf, ihr Buch vorlesen zu dürfen. Vorher fand ein Klassenwettbewerb

in den 6. und 7. Klassen statt. Die Gewinner kamen dann mit ihrem Text und ganz viel Mut in die Aula. Die Auswahl

war groß. Von „Whisper“ bis „Sophiechen und der Riese“ und noch mehr. Noch ein paar letzte Glückwünsche und

dann kam der Startschuss von Frau Krentzien.

Alle klammerten sich an die Tischkante und hörten Luise Wetzenstein aus der 7a gespannt zu, die den Anfang machen

musste. Dann ging es der Reihe nach. Nachdem sich die Vorleser kurz entspannt hatten, kam auch schon die

nächste Herausforderung: Der unbekannte Text! Frau Gusenbauer stellte uns das Buch namens „Gretchen Sackmeier“

vor. Nun fing Kate Ebel an. Nachdem auch diese Hürde geschafft war, zog sich die Jury, die sich aus der Bibliothekarin

Frau Schubert, Siegerin des letzten Vorlesewettbewerbs Lisa Wagner, Frau Gusenbauer und zuletzt aus

Herr Reichel zusammensetzte, zurück. Ein Raunen ging durch die Menge. Und dann kamen die 10 Minuten der

Wahrheit. Den dritten Platzt belegte Luise Wetzenstein aus der 7a. Laura Laabs aus der 7b erreichte den 2. Platz

und Kate Ebel gab sich mit dem 1. Platz zufrieden.

Anschließend fand am 13.11.2010 der Vorlesewettbewerb für die russischen Schüler statt. Aus 11 russischen Schulen

kamen jeweils die Sieger zum Vorlesen in die DSM. Dort wurden sie in 2 Gruppen aufgeteilt. In der 1. Gruppe saßen

Frau Rat-Quand, Laura Laabs, Frau Gusenbauer und Herr Kolb in der Jury. Bei der 2. Gruppe beurteilten Frau Müller,

Kate Ebel, Herr Nobereit und Frau Welck. In den Vorrunden wurden zuerst bekannte und dann unbekannte Texte

auf deutsch vorgelesen. Während dies geschah, bereiteten Schüler der 7b ein kleines Buffet vor. Nachdem die Vorrunden

geschafft waren, gingen die 6 Gewinner in die Bibliothek zum Finale. Siegerin wurde Nastja Solopova. Als

Preise bekamen die mutigen Vorleser u.a. eine Tasse und ein Buch.

Laura Laabs und Kate Ebel


Auswertung des Tests

90-60 Punkte Der Weihnachtsliebende

Weihnachten

Du liebst es, wenn es blinkt und glitzert. Alles an Weihnachten ist genau

dein Ding. Für dich kommt es nicht auf die Geschenke an, sondern auf

die Geste. Der Winter ist genau deine Jahreszeit, jetzt kannst du durchstarten

und dich selbst verwirklichen. Ob draußen bei einer Schneeballschlacht

oder drinnen mit einem warmen Tee, du bist jetzt immer gut

drauf und das wirkt sich auch auf die Menschen in deiner Umgebung

aus. Du ziehst sie magisch an und deine Vorfreude auf den Weihnachtsabend

steckt auch sie an.

55-35 Punkte Der Normalo

Für dich ist die Weihnachtszeit eine Zeit wie jede andere im Jahr. Du

stehst nicht ganz so auf den Winter wie der Weihnachtsliebende, aber

auch du kannst Spaß an dieser Jahreszeit finden. Du steest noch zwischen

den Stühlen, denn du hast dich noch nicht ganz für Pro oder Contra

entschieden, ergreife deine Chance und erkunde Weihnachten für

dich ganz persönlich. Vielleicht findest du Gefallen und kannst dich

schon bald zu den Weihnachtsliebenden zählen.

30-0 Der Weihnachtsmuffel

Du kannst Weihnachten nicht ausstehen und Winter schon gar nicht. Du

hast dich eindeutig contra Weihnachten entschieden und kannst mit der

Vorfreude des Weihnachtsliebenden nichts anfangen. Auch wenn du

dich nicht so wohl in dieser Jahreszeit fühlst, solltest du dich nicht in

schlechte Laune stürzen, denn dein Umfeld kann nichts dafür, dass die

von dir verhasste Zeit schon wieder angefangen hat.

Versuch dich daher ein wenig zurückzuhalten und besonders dem Weihnachtsliebenden

gegenüber höflich zu erscheinen.

Wunderkind 29


Unter uns

Der Vorlesetag am 26. 11. 2010

Am 26.11.10 hatten wir, die 7b, Vorlesetag. Wir sind in

Kindergärten und in die Grundschule gegangen und

haben den Kindern aus Büchern vorgelesen, genauso

wie das berühmte Leute in Deutschland machen. Kate,

Laura und ich waren im Kindergarten in der Blumenkindergruppe

bei Kates Mutter. Wir haben aus dem

Buch ,,Rabe Socke alles verzankt“ vorgelesen. Jeder

hat vier Seiten gelesen. Wir haben den Kindern auch

Fragen gestellt, aber sie waren am Anfang noch ein

bisschen schüchtern. Frau Krentzien, unsere Deutschlehrerin,

ist herumgegangen und hat alle fotografiert.

Es hat uns sehr viel Spaß gemacht. Als wir fertig

waren, wollten uns die Kinder nicht gehen lassen. Sie

wollten, dass wir noch mit ihnen spielen. Das haben

wir dann auch gemacht. Zusammen wurde Verstecken

gespielt. Die Kinder hatten sehr viel Spaß. Wir eigentlich

auch. Die Kinder mochten uns sehr. Sie haben

sogar ihren Nachtisch mit uns geteilt. Zum Schluss

haben wir noch etwas Süßes bekommen. Die Kleinen

waren traurig, als wir gehen mussten und wollten unbedingt,

dass wir noch einmal kommen. Ich fand es toll,

dass die Kinder dann am Ende auch aktiv waren. Es

freut mich, dass es den Kindern gefallen hat und dass

sie Spaß hatten.

30 Wunderkind

Nastja Gramsch


Xenia de Luna Butz, Liza Sadownik

Unter uns

Wunderkind 31


Schülervertretung

Viel hört man in letzter Zeit nicht von der SV, doch aktiv ist sie. Und damit ihr,

liebe Schüler und Lehrer auch direkt in Kenntnis über die Arbeit der SV gesetzt

werdet, stellen sich nun Ausgabe für Ausgabe des Wunderkindes einzelne Gruppen

der SV vor!

Partys:

Als erstes, Manege frei für Mitya Tschokowski, der Ansprechpartner

für IT - Angelegenheiten.

Mitya kümmert sich darum, dass die Schülerzeitung regelmäßig

mit neuen Infos versorgt wird und hat sich unteranderem mit

dafür eingesetzt, dass diese 6 Ziele in der letzten Zeit erreicht

wurden.

Als erstes die Mac-Inseln im Nebengebäude, die jedem Schüler

zur

Benutzung bereit stehen. Dann noch die beiden Rechner in der

Bibliothek und im Oberstufenraum der Bibliothek die für Hausaufgaben

und Recherchen genutzt werden. In der Bibliothek

konnte ein Drucker gestellt werden.

Auch gibt es nun den allen bekannten Informatikraum und den

funktionierenden Laptopwagen, der jedoch nur im Unterrichtsrahmen

besucht bzw. genutzt werden!

Wenn ihr jedoch noch weiter Vorschläge oder konstruktive Kritik

habt,

einfach an die Schülerzeitung oder an Mitja persönlich wenden!

32 Wunderkind

- Unterstufenpartys- Salika 7a

- Mittelstufenpartys- Kira 9a

- Oberstufenpartys- Christopher 10b

Schulradio: Christina 11.Klasse

Rosenaktion: Christopher 10b

Turniere: Lukas 10b

Schülerzeitung: Antonia 6a

IT-Gruppe: Mitja 11.Klasse

Cafeteria: Gunther 12.Klasse

Antonia Lehmann

Antonia Welck


Wunderkind 33


Hammerhart

Freitagnachmittag... eigentlich sollte im Kunstraum bei Herrn Krentzien normaler Unterricht sein, doch dadurch,

dass es der 26. November war, war dies unmöglich. Gefühlte 500 Kinder stürmten innerhalb von anderthalb Stunden

in den Kunstraum und schrien: „Herr Krentzien“, „Plakate“, „Klebeband“!!!

Doch dies war nur eins der Anzeichen, dass das Ereignis des Jahres anstand.

Die Lehrer waren schon seit langem gestresst und auch einigen Schülern war die Lust an Weihnachten schon vergangen.

Die gesamte Schule wurde innerhalb weniger Stunden von einer exzellenten, zertifizierten Auslandsschule

in eine Weihnachtshölle verwandelt. Geschätzte dreitausend Plakate pflasterten die sonst sterilen

Krankenhauswände unserer Schule, mehr oder weniger ansprechend, wobei Letzteres eher zutraf. Außerdem

wurde der gesamte erste Stock in einen Fressparcours umfunktioniert. 99 Prozent der Klassenzimmer waren

Cafés, Bars etc. Nur die Klasse 7a machte eine tatsächlich nichtessbare Ausstellung mit Schwarzweißfotos der

Moskauer Metro. Nachdem alles halbwegs aufgebaut war, leerten sich die Flure schlagartig und es trat die Ruhe

vor dem Sturm ein.

Samstagsfrüh fanden sich die ersten weihnachtsbegeisterten Lehrer, Eltern und Schüler ein und schauten sich

um. Die folgenden Stunden waren gefüllt mit: Völlerei, Völlerei und noch mehr Völlerei. Nur am Rande wurde übrigens

in der zweiten und dritten Etage auch ein wenig gebastelt. Ein Riesendankeschön für ein bisschen Kreativität

und Besinnlichkeit! Nachdem alle Bäuche gefüllt und mehr oder weniger alle am Aufräumen beteiligt waren,

hinterließ die Deutsche Schule Moskau einen Riesenberg Müll.

Ich fordere:

1. Weihnachtsbasarkommission mit Lehrern und Schüler, die auch einen Blick auf Müllvermeidung, Besinnlichkeit

und Vielfalt hat.

2. Verzicht auf einmalig verwendete Werbeplakate.

3. Förderung von Theaterstücken, Varieté, Breakdance, Musikdarbietungen, Ausstellungen ... Dinge, mit einem

größeren Erinnerungsfaktor als Völlerei.

Lasst es uns versuchen, im nächsten Jahr ein wenig besser zu machen! Antonia Lehmann

34 Wunderkind

Fresszwang im Ersten

Stock


Impressum

Von links oben nach rechts unten: Janna Stati - Chefredakteurin; Hanna Steinhauer - Redakteurin; Vera Götze -

Illustratorin; Selma Hartmann - Redakteurin; Selina Hartmann - Redakteurin; Vera Reinhold - Redakteurin; Antonia

Welck - Redakteurin, Fotografin, Paula Budde - Redakteurin; Antonia Lehmann - Layout, Redakteurin

Es fehlten: Julia Bahlmann - Redakteurin; Simon Spahn - Redakteur

Schülerzeitung „Wunderkind“; Herausgeber: Deutsche Schule Moskau, gegründet

2007; Schülerzeitung der Deutschen Schule Moskau; Prospekt

Wernadskogo 103/5, 119526 Moskau, Russische Förderation; Email an die

Redaktion: szwunderkind@yahoo.de

Die Redaktion gestattet die Übernahme von „Wunderkind“ - Texten in Datenbestände,

die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers

bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken

bedarf der schriftlichen Zustimmung der Redaktion. Alle Artikel in der

Schülerzeitung „Wunderkind“ geben die persönliche Meinung der Autoren

wieder. Sie erheben Anspruch, sachlich intensiv geprüft und ihrer Darstellung

abgewogen zu sein. Gegendarstellungen können nach der Prüfung

durch die Redaktion veröffentlich werden.

Wunderkind 35

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