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Rosenheimer
AUSGABE 1/2020
SÜDSEITEN
STADTTEILZEITUNG AISINGER LANDSTRASSE • KALTWIES • KALTMÜHL • HAPPING
Geplatzte Pläne, neue Erfahrungen
Aktivitäten im Stadtteilverein in Zeiten von Corona
Überraschende Funde
auf der BayWa-Wiese
Interview mit OB
Andreas März
Die Tante JU 52
Mein unvergesslicher Rundflug
im Herbst 2018
Der Interkulturelle Stadtteilgarten
Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Geplatzte Pläne, neue Erfahrungen
Aktivitäten im Stadtteilverein in Zeiten von Corona
2020 sollte für den Stadtteilverein Happing e.V. ein ereignisreiches
Jahr werden: Neben den üblichen laufenden
Veranstaltungen war für den Juli gemeinsam mit
den Musikgruppen im Bürgerhaus ein großes Stadtteilfest
geplant und für Dezember der Happinger Adventsmarkt.
Auch die Mitgliederversammlung mit Neuwahl
des Vorstands ist 2020 noch an der Reihe.
Nach dem großen Corona-Stopp im März waren alle
Pläne Schall und Rauch. In enger Abstimmung mit der
GRWS, der Betreiberin der Bürgerhäuser in Rosenheim,
überlegten wir, wie wir die Räumlichkeiten ohne Ansteckungsgefahr
nutzen können, um die Happinger in
dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Im Folgenden
finden Sie einige Aktivitäten:
Spende der Sparkassenstiftung:
Auch für den Verein wurde die lang andauernde Corona-Pandemie
zu einem Problem. Die Preise bei unseren
Veranstaltungen sind zwar gewollt niedrig, aber
wir erzielen damit dennoch kleinere Einnahmen, mit denen
wir andere Projekte finanzieren. Durch die abgesagten
Veranstaltungen blieb nur noch der Mitgliedsbeitrag,
der mit 12 € pro Jahr extrem niedrig ist. Deshalb
beschlossen wir, uns bei einer Ausschreibung der
Sparkassenstiftung zur Unterstützung von Rosenheimer
Vereinen in der Corona-Krise zu bewerben. Sehr erfreut
erfuhren wir, dass wir kurzfristig mit einer Zuwendung
rechnen dürfen: Hier nochmal ein Dank unsererseits
an die Sparkassenstiftung.
Mundschutz nähen:
Einige Mitglieder bildeten eine Nähgruppe und fertigten
in Arbeitsteilung Hunderte waschbarer Stoffmasken
für Kinder und Erwachsene. Stoffe in bunten Farben
fanden sich in privaten Nähzimmern und Kellern,
aber zeitweise waren Gummilitze und Bindebänder sehr
knapp. Einige Dutzend Masken wurden an ein Seniorenheim
und an Lehrer bei der Notbetreuung an der
Happinger Grundschule gespendet.
Vielfalt im Kochtopf – Essen zum Mitnehmen:
Seit 26. April kochen Mitglieder des Vereins dreimal in
der Woche im Bürgerhaus ein leckeres Essen zum Mitnehmen,
das die Stadtteilbewohner – mit Abstand und
Schutzmaske – an der Theke der Küchentür in Empfang
nehmen können. Für viele Menschen in Risikogruppen
oder mit schwachem oder weggefallenem
Einkommen sicher eine große Hilfe! Ab Oktober soll
es, wenn alles gut geht, stattdessen donnerstags um
12 Uhr ein geselliges Essen im Saal des Bürgerhauses
geben.
Ois isi! Ferienprogramm 2020:
Sehr kurzfristig und unter hohen behördlichen Auflagen
konnten wir dann trotz der Einschränkungen zum
Gesundheitsschutz ein abgeändertes Ferienprogramm
organisieren. Jeweils 15 Kinder im Grundschulalter wurden
wochenweise ganztägig betreut. So konnten ihre
Eltern den schon im Lockdown aufgebrauchten Urlaub
ausgleichen. Fast täglich gab es einen Ausflug oder eine
Besichtigung. Am Bürgerhaus selbst wurde im Garten
gespielt, gebastelt, gemalt, Sport getrieben und bei schönstem
Sommerwetter Wasserbombenschlachten und Wasserrutschenwettbewerbe
veranstaltet.
Flohmarkt:
Wir hoffen, dass im Oktober der Kinderkleiderflohmarkt
stattfinden kann. Dies war bis zum Redaktionsschluss
der Rosenheimer Südseiten noch nicht sicher. Anmerkung
der Redaktion: Wir drücken fest die Daumen!
Für viele Familien ist es eine Erleichterung, wenn sie
gut erhaltene Kinderkleidung günstig kaufen bzw. verkaufen
können. Bei einem Flohmarkt im Freien mit ei-
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
ner begrenzten Besucherzahl und genügend Abstand
lässt sich der Gesundheitsschutz gewiss gewährleisten.
Resümee:
Was uns 2020 sehr fehlt, sind die täglichen Begegnungen
mit unseren Vereinskollegen, den Mitarbeitern im
Bürgerhaus und mit den vielen Menschen aus Happing,
die wir normalerweise bei unserer Projektarbeit
regelmäßig sehen. Wir hoffen, dass dieser Zustand bald
endet, aber die gewonnenen Erkenntnisse und neuen
Fähigkeiten wie Onlinemeetings, Digitalisierung an der
Schule oder Homeoffice weiterhin sinnvoll genutzt werden.
Sabine Schmitz,
Vorsitzende Stadtteilverein Happing e.V.
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Interview mit Oberbürgermeister Andreas März
Seit 1. Mai sind Sie nun Oberbürgermeister der Stadt
Rosenheim. Was ist denn Ihre Bilanz bisher?
Mein Start im Rathaus fiel mitten in den Höhepunkt
der Coronakrise. Das hat meinen Einstand besonders
geprägt. Es ging darum, eine unkontrollierbare Ausbreitung
des Corona-Virus in der Bevölkerung zu verhindern.
Zudem war es notwendig, die Wirtschaft seitens
der Stadt wo immer möglich schnell und unbürokratisch
zu unterstützen. Wir haben z.B. die Freischankflächen
für die heimische Gastronomie erweitert und
mit unserem „Sommer in Rosenheim“ wieder Leben in
die Stadt gebracht.
Sicherlich hätten Sie sich einen anderen Start gewünscht
– doch Corona hat das Leben der Menschen
und das öffentliche Leben stark verändert. Wie erleben
Sie Ihre Stadt in Zeiten von Corona?
Da haben Sie Recht. Corona hat unser Leben ziemlich
stark auf den Kopf gestellt. Doch bei all den Beeinträchtigungen
der vergangenen Monate: Was mir ganz
besonders aufgefallen ist während dieser schwierigen
Zeit, das war der enorme Zusammenhalt in der Stadtgemeinschaft.
Es wurden Initiativen gegründet, um für
Angehörige von Risikogruppen einkaufen zu gehen.
Essen wurde unentgeltlich ausgefahren. Die Menschen
haben einander geholfen. Das hat mich sehr beeindruckt
und ich hoffe sehr, dass die Menschen in dieser
Stadt diesen Gemeinschaftssinn bewahren.
Ich erlebe die Stadt bzw. ihre Bürgerinnen und Bürger
auch als sehr verantwortungsvoll. Die Menschen halten
sich an die nötigen Corona-Vorsichtsmaßnahmen,
die sogenannten AHA-Regeln. Anders als in anderen
Städten gibt es in Rosenheim kaum Verstöße.
In Happing fällt derzeit vor allem eine große Baustelle
auf: die Baywa-Wiese, über die ja sehr lange debattiert
wurde. Was ist hier Sachstand – wie geht es weiter?
Hier entstehen insgesamt rund 230 Wohnungen, eine
Kindertagesstätte, ein öffentlicher Kinderspielplatz, ein
nicht störendes Gewerbe und ein Hotel. Der Grünzug
entlang des Heilig-Blut-Grabens bleibt in wesentlichen
Teilen erhalten. Außerdem sind umfangreiche Baumpflanzungen
vorgesehen. Der Bebauungsplanentwurf wird
voraussichtlich im 4. Quartal 2020 dem Stadtrat vorgelegt.
Mit dem Jahreswechsel wird dann der Öffentlichkeit
im Rahmen einer zweiten Auslegung Gelegenheit
zur Stellungnahme gegeben.
Die Soziale Stadt und das Bürgerhaus in Happing haben
in unserem Stadtteil viel bewegt. Wie beurteilen
Sie die Entwicklung unseres Stadtteils?
2015 wurde das Bürgerhaus Happing neu errichtet. Es
wurde ein Ort der Begegnung, eine inzwischen sehr
gut angenommene Anlaufstelle für die Bürgerinnen und
Bürger im Quartier. 50 Ehrenamtliche leisten hier wertvolle
Stadtteilarbeit. Die Soziale Stadt Rosenheim unterstützt
mit dem Bürgerfonds ehrenamtliche Aktivitäten
im Stadtteil mit jährlich 25.000 €.
Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft: wie wird die
Stadt Rosenheim 2030 aussehen? Was ändert sich bis
dahin?
Um es in einem Satz zu sagen: Ich möchte, dass Rosenheim
auch 2030 eine blühende, überschaubare und
liebenswerte Mittelstadt ist.
Unsere öffentlichen Plätze, speziell der Max-Josefs-
Platz sollen eine bessere Aufenthaltsqualität bekommen.
Das fängt an mit einem barrierefreien Bodenbelag,
der Senioren den Weg über den Platz erleichtert.
Das setzt sich fort mit einem optimierten Verkehrsfluss.
PKWs sollen – so weit möglich – nicht mehr am Straßenrand
parken, sondern in Parkhäusern. Wir eröffnen
noch in diesem Monat das neue Fahrradparkhaus
am Bahnhof mit Platz für fast 900 Fahrräder. Natürlich
müssen und werden wir auch unsere Radwege weiter
ausbauen. In direkter Nachbarschaft zur Technischen
Hochschule entstehen 1.400 neue Wohnungen.
Das alles macht deutlich: Rosenheim ist auf einem sehr
guten Weg. Ich bin mir ziemlich sicher, 2030 werden
wir zufrieden auf die Entwicklung Rosenheims in den
zwanziger Jahren zurückschauen. Und dann gehen
wir hoffentlich mit berechtigter Zuversicht in die dreißiger
Jahre.
Die Fragen zu diesem Interview wurden von Rosi Raab
schriftlich eingereicht. Wir bedanken uns bei Herrn
Oberbürgermeister März für die freundliche Beantwortung.
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Überraschende Funde auf der BayWa-Wiese
Im Juni 2020 arbeitete die Firma
PLANAteam Archäologie auf der
Baustelle neben unserem Bürgerhaus.
Ich wunderte mich, was Archäologen
zu uns nach Happing
führt. An der Stelle, wo vor kurzem
noch Bäume standen, zeigten sich
nun alte Grundmauern.
Zufällig kam ich ins Gespräch mit
einer Mitarbeiterin und habe erfahren,
dass es sich um den Grundriss
eines alten Bauernhofes handelt.
Die Firma PLANAteam Archäologie
stellte uns dankenswerterweise
diesen Zwischenbericht zur Verfügung,
den wir zur besseren Lesbarkeit
nur geringfügig geändert
haben:
Im Zuge der Errichtung eines Neubaus
in der Happinger Str. 81 wurde
im Mai ein Oberbodenabtrag
durchgeführt. Zu Tage traten die
Fundamente bzw. Fundamentgräben
eines südwestlich der Kaltenmühle
gelegenen Bauernhauses, die
archäologisch untersucht wurden.
Der 1974 abgerissene
Bauernhof lag 20 m
südwestlich der bereits
im Jahre 1166 im „Codex
Falkensteinensis“
erwähnten Kaltenmühle.
Das nach Nordost-
Südwest ausgerichtete
Gebäude hatte eine
Grundfläche von 29,00
x 12,50 m, mit einer
Mauerstärke teils über
0,50 m. Das Mauerwerk bestand
hauptsächlich aus unbehauenen Natursteinen
aus Kalk und Granit und
vereinzelt Nagelfluh. Gelegentlich
waren Ausbesserungen mit Ziegelsteinen
erkennbar. Eine Zwischenmauer
im Südteil bestand fast nur
aus Ziegeln. An der Nord- und Südecke
des Gebäudes waren sekundär
verwendete Mühlsteine in das Fundament
eingebaut. Der nördliche Teil
des Hauses stellte den Wohnbereich
dar, der südliche Bereich mit Ziegelfußboden
und Ablaufrinne wurde
als Stall genutzt.
Auf der Südostseite neben dem
Wohnbereich konnte ein mit Steinen
gefasster Brunnen dokumentiert
werden. Nach Abtragung der
Grundmauern wurden kleinere Pfostenstellungen
und Gruben erfasst,
aus denen mittelalterliche Keramik
aus dem 14. Jahrhundert geborgen
wurde. Zum überwiegenden Teil
handelt es sich jedoch um neuzeitlich/moderne
Funde.
Die Mauerfundamente gehen mindestens
auf das Jahr1859 zurück,
da hier das Bauernhaus schon im
Urkataster eingetragen war. Auf der
Nordwestseite des Gebäudes wurde
der Mühlbach (die sog. „Kleine
Kalten“) erfasst, aus welchem ebenfalls
mittelalterliche Keramik geborgen
werden konnte.
Im weiteren Verlauf der Baumaßnahme
wird der Graben weiterverfolgt
werden können. Auf dem restlichen
Grundstück konnten bis jetzt
keine weiteren Funde gemacht werden.
Wir danken der Firma
PLANAteam Archäologie.
Dorothee Schroeder
und Christine Huber
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Neue Leitung an der Grundschule Happing
Ein Interview aus dem März
Mit Beginn des Schuljahres 2019/
20 hat Andrea Ostermann die Leitung
der Grundschule Happing
übernommen. Aus diesem Grund
haben wir ein Gespräch mit ihr geführt.
Liebe Frau Ostermann, Sie sind seit
September die neue Schulleiterin der
Grundschule Happing.
Ja, ich habe mich gefreut, diese Aufgabe
übernehmen zu dürfen. Ich war
ja bereits seit 2017 als Konrektorin
hier im Hause tätig und habe seit
Februar 2019 die Schule kommissarisch
geführt. So konnte ich langsam
in mein Amt hineinwachsen
und auf Erfahrungen aufbauen. Die
gute und enge Zusammenarbeit mit
meiner Vorgängerin Frau Wittekindt
war dabei sehr hilfreich.
Gibt es Bewährtes im Schulalltag, an
dem Sie festhalten wollen?
Es gibt eine Menge Dinge, die seit
vielen Jahren fest im Schulalltag verankert
sind und die selbstverständlich
beibehalten und weiterentwickelt
werden. Ich nenne Ihnen nur
einige Bespiele:
der hohe Stellenwert der Leseförderung,
regelmäßige Theater- sowie
Musicalaufführungen, unser Schulsanitätsdienst,
Basketballturnier, die
Teilnahme an überregionalen Aktionstagen
aus den Bereichen Musik
und Sport, Schullandheimaufenthalte
etc.
Besonders stolz sind wir auf die
Kinder, die in diesem Jahr den 2.
Platz beim GS-Wettbewerb im Skirennen
am Sudelfeld gemacht haben.
Im Schulgarten können die Kinder
auch heuer wieder Kartoffeln setzen,
die im Herbst geerntet und verarbeitet
werden. Unterstützt wird diese
Aktion durch den Sponsor VR-Bank.
Auch Traditionen wie das Aufstellen
eines Maibaums mit Liedern
und Tänzen werden gepflegt. Es ergibt
ein buntes Bild, wenn dabei
Kinder verschiedener Nationen in
ihrer Tracht erscheinen. Um die Integration
unserer Schüler mit Migrationshintergrund
zu erleichtern,
bieten wir seit diesem Schuljahr
einen Deutschkurs in Kleingruppen
von höchstens sechs Kindern an,
der parallel zum Unterricht stattfindet.
Außerdem nimmt unsere Schule am
SINUS-Programm und am FitZ (Fit
für die Zukunft)-Projekt teil.
Sicher stehen auch einige Veränderungen
an.
Ja, eine wichtige Neuerung ist die
Umstrukturierung der Schule von
einer gebundenen in eine offene
Ganztagsschule. Das bedeutet, dass
die Kinder bei Bedarf bis 16 Uhr betreut
werden können. Das Angebot
für diese Zeit reicht von Hausaufgabenbetreuung
bis zu den unterschiedlichsten
Freizeitaktivitäten.
Natürlich wird auch ein Mittagessen
angeboten.
Eine stundenweise Zusammenarbeit
mit einem Heilpädagogen soll
in den nächsten Jahren weiter ausgebaut
werden.
Im Rahmen der Digitalisierung haben
wir in diesem Schuljahr alle
Klassenzimmer mit Beamern und
Dokumentenkameras ausgestattet.
Auch unsere Lernwerkstatt, der Computerraum,
wurde komplett erneuert.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit
mit den anderen Mitgliedern
der Schulfamilie?
Wir freuen uns über das gute Klima
an der Schule und die hervorragende
Zusammenarbeit mit allen
Beteiligten. Besonders schätze ich
die Arbeit des sehr engagierten Elternbeirats,
der uns bei allen Festen
tatkräftig unterstützt. Auch die
Zusammenarbeit mit den Kindergärten,
mit Hort, Förderverein und
der Jugendsozialarbeit ist sehr konstruktiv.
In der momentan angespannten Personalsituation
freut es mich, dass
einige Kolleginnen sich bereiterklärt
haben, die Stundenzahl zu erhöhen
und alle zusammenhelfen.
Das Thema Nachhaltigkeit liegt Ihnen
persönlich sehr am Herzen.
Ich engagiere mich seit vielen Jahren
im Arbeitskreis „Forstliche Bildungsarbeit“
als Ansprechpartnerin
für die Grundschulen in Bayern, deshalb
ist mir dieses Thema tatsächlich
sehr wichtig. Die Schule hat von
der Stadt ein Waldstück in der Nähe
des Sportplatzes zur Verfügung gestellt
bekommen, das die Schüler
gemeinsam mit dem zuständigen
Förster bewirtschaften können. Es
ist eine großangelegte Pflanzaktion
geplant. Baumpatenschaften und regelmäßige
Unterrichtsgänge sollen
es den Kindern ermöglichen, sich
aktiv mit dem Leben im Wald auseinanderzusetzen.
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Man spürt Ihre Begeisterung für
das neue Amt.
Ja, ich sehe die Dinge vor allem positiv.
Ich gehe gerne in die Schule
und versuche mein Bestes zu geben.
Ich freue mich über viele Kleinigkeiten
in der Begegnung mit den
Kindern und nehme auch Schwierigkeiten
als Herausforderung an.
Dürfen wir Ihnen noch eine persönliche
Frage stellen? Wie verbringen
Sie am liebsten Ihre Freizeit?
Ich halte mich gern draußen in der
Natur auf und genieße unsere schöne
Bergwelt.
Vielen Dank für das Interview. Wir
wünschen Ihnen noch viel Freude
und Kraft für Ihr neues Amt.
Christine Huber
Gitarrenkurs im Bürgerhaus Happing: Liedbegleitung
Rosenheim – Wie schön lässt es
sich in gemeinsamer Runde zu einer
oder mehreren Gitarren singen
– besonders, wenn wieder Herbst
und Winter ist!
Nach guten Erfahrungen mit Gitarrenkursen
bietet Pastor und Sozialpädagoge
Thomas Scherer die Möglichkeit
an, in einen bestehenden
Kurs einzusteigen oder für Anfänger
(Erwachsene, Jugendliche ab 15
Jahren oder Vater/Mutter mit Kind)
neu zu starten. Durch Corona müssen
die Kursinhalte, zum Beispiel
das Singen, gegebenenfalls an die
aktuelle Situation angepasst werden.
Melden Sie sich bei Interesse am
besten direkt bei Thomas Scherer.
Der Anfängerkurs soll immer mittwochs
stattfinden, entweder 17 oder
18 Uhr. Wir lernen unsere Gitarren
kennen:
Nach einer Gitarrenschule lernt man
das Begleiten von Liedern - für sich
selbst oder von Gruppen. Es werden
Gospels, Folk-Lieder, Liedermacher-Songs,
neue christliche Lieder
klassische Wander- und Fahrtenlieder,
usw. eingeübt. Ziel des Kurses
ist es, mit unterschiedlichen Varianten,
die Gitarre spielen zu lernen.
Notenkenntnisse sind nicht erforderlich.
Singen sollte Spaß machen.
Es geht dabei weniger um perfektes
Begleiten und Spielen als vielmehr
um „den Spaß an der Freude“-
auch in einer Gruppe, die sich
selbst immer wieder motiviert. Eine
Gitarre sollte mitgebracht werden.
Erzieherinnen, Lehrer könnten sich
eine gute Grundlage für den Unterricht
geben.
Fortgeschrittene – Neueinsteiger
willkommen:
Das zweite Angebot, mittwochs entweder
17 oder 18 Uhr, ist ideal für
Wiedereinsteiger, die ihre eingestaubte
Gitarre wiederbeleben wollen.
Akkordische Liedbegleitung von
einfach bis ganz schön knifflig, verschaffen
schnell Erfolgserlebnisse
und wecken die Lust auf mehr.
Diese Gruppe spielt schon einige
Zeit, beherrscht einige Grundkenntnisse
oder auch mehr. Jetzt kann
man neu dazu kommen.
Infos und Anmeldung bei Thomas
Scherer: 08036-6740266 /oder per
mail: thscherer@gmx.de
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Erstkommunion Heilig Blut 2020
Ein schönes Fest mit Abstand
Es gibt nur wenige Tage im Jahr, in
denen man schon früh dran sein
muss, um noch einen Platz in der
Kirche zu ergattern. Das Fest der
Erstkommunion gehört definitiv mit
dazu. In der festlich geschmückten
Kirche marschieren Jungen und
Mädchen im Festgewand und mit
Erstkommunionkerze in der Hand,
begleitet vom Klang der Orgel, dem
Gesang des Chores und den Blicken
der neugierigen Eltern und Verwandten,
Richtung Altar, um dort
zum ersten Mal Jesus in der Hostie
zu empfangen.
Die Kinder hatten sich zusammen
mit ihren Gruppenleiterinnen fleißig
auf das Fest vorbereitet. Dass
die Feier pandemiebedingt anders
stattfinden musste als all die Jahre
zuvor, war den Beteiligten der Vorbereitung
rasch klar gewesen. Das
Fest ausfallen zu lassen, stand dabei
nie zur Debatte. Wie das Fest
ablaufen könnte, sollte sich erst im
Laufe der Zeit herauskristallisieren.
Was also tun, wenn Gruppen sich
nicht mehr treffen dürfen, enger
Kontakt gemieden werden muss und
Gottesdienste nur im kleinen Rahmen
stattfinden dürfen?
Dieser Herausforderung stellten sich
Gemeindereferentin Frau Maria Leutgäb
und Dekan Daniel Reichel und
entwarfen ein Konzept, von dem am
Ende alle Beteiligten begeistert waren.
Auch wenn die liebevoll gestal-
teten Videobotschaften an die Kommunionkinder
und das Preisausschreiben,
an dem sich viele Kinder
beteiligten, die Gemeinschaft, die in
den Gruppenstunden entsteht, nicht
vollends ersetzen konnten, so war
doch die Dankbarkeit der Eltern und
Kinder zu spüren, als Frau Leutgäb
die Preise des Preisausschreibens
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
persönlich bei den Kindern und ihren
Familien vorbeibrachte.
Es sollten noch bange Wochen des
geduldigen Wartens und Hoffens
vergehen, in denen jede kleine Lockerung
der Gottesdienstauflagen
wie ein Schwamm aufgesogen wurde,
bis es endlich hieß: Die Gottesdienste
können stattfinden.
Als schließlich der Tag gekommen
war, an dem die Feier der Erstkommunion
im kleinen Kreise stattfinden
konnte und 26 Kinder aus Heilig
Blut auf insgesamt 4 Gottesdienste
aufgeteilt ihr langersehntes Fest
feiern durften, waren auch anfängliche
Skeptiker überzeugt: So ein
schönes Fest haben wir schon lange
nicht mehr gefeiert.
Und so ergeht auch ein großer
Dank an Dekan Daniel Reichel, der
lange Stunden mit Gemeindereferentin
Leutgäb darüber gegrübelt hat,
wie Fest und Abstand miteinander
kombiniert werden können, ohne
dass der eigentliche Charakter der
Erstkommunion dabei verloren geht.
Wie sich die Pandemie auf das Fest
2021 auswirken wird, darüber lässt
sich aktuell nur spekulieren. Eines
ist aber sicher: Solange wir uns
neuen und kreativen Wegen nicht
verschließen und alle Beteiligten
an einem Strang ziehen, wird auch
die Feier der Erstkommunion 2021
ein unvergessliches Fest für alle
werden – ob mit oder ohne Mindestabstand.
Stadtteilkirche Rosenheim – Am
Wasen, Katholisches Stadtpfarramt
Mariä Himmelfahrt
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Abteilungsleitungen Fußball und Tennis beim ASV Happing
1960 e.V. neu gewählt
Bereits im ersten Durchgang konnte
unser Ehrenvorsitzender, Udo
Satzger im Bereich Fußball eine
neue, junge Abteilungsleitung bekanntgeben.
Der bisherige Abteilungsleiter
– Christoph Schneider –
kümmert jetzt als 1. Bürgermeister
in Neubeuern um deren Belange
und konnte es so zeitlich nicht
mehr unter einen Hut bringen.
Die neue Abteilungsleitung besteht
aus Peter Soos, Andreas Tauschinger,
Michael Weiherer, Maximilian
Soos, Thomas Mauck und Nathalie
Kaps. Alles bekannte und langjährige
Gesichter im ASV. Die Vorstandschaft
gratuliert hier zu einer
gelungenen und motivierten Gruppe,
die sicherlich viel für das weitere
Gelingen im Bereich Fußball beitragen
wird.
Leider haben uns zur Sommerpause
langjährige Übungsleiter im Bereich
Fußball verlassen. Unser Dank
gilt hier insbesondere dem langjährigen
Jugendleiter Francesco Caggiano.
Sollten Sie Lust haben, eine der
Mannschaften Jahrgänge 08/09/11
als Übungsleiter zu übernehmen,
wären wir sehr dankbar. Auch wäre
noch die Stelle des Jugendleiters
zu vergeben. In Zusammenarbeit mit
der Abteilungsleitung und der Vorstandschaft
kann so die Zukunft
und das sportliche Geschehen mitgeprägt
werden. Auskünfte erteilen
wir gerne.
Auch in der Tennisabteilung standen
die jährliche Abteilungsversammlung
und Neuwahlen der Abteilungsleitung
an. Nach der Begrüßung
durch den 1. Vorsitzenden
Hermann Glashauer konnte als erster
positiver Aspekt der Mitgliederzuwachs
in diesem Jahr verkündet
werden. Zum Zweiten erfreuen sich
immer mehr Gastspieler an der
schönen Tennisanlage.
Die Wettkampfspiele wurden aufgrund
der diesjährigen Situation um
einen Monat verschoben, konnten
jedoch dann erfreulicher Weise ohne
große Einschränkungen stattfinden.
Die Sportwartin Martina Förster verkündete
die diesjährigen Ergebnisse
der gemeldeten Mannschaften der
Übergangssaison 2020. Die Bambini
12 belegten in der Bezirksklasse
2 den 5. Platz, die Knaben 13 belegten
in der Bezirksklasse 3 den 7.
Platz, die Junioren 18 in der Bezirksklasse
1 den 3. Platz und die
Herren in der Bezirksklasse 3 den
2. Platz.
Die Jugendleiterin und Trainerin
Martina Schulz veranstaltete dieses
Jahr zwei Sommercamps für Kinder
und teilte erfreulicher Weise
mit, dass aktuell 40 Kinder und Jugendliche
bei Ihr im Training sind.
Auch fanden Vereinsmeisterschaften
über alle Altersklassen hinweg
statt.
Die Wahl der Abteilungsleitung,
ebenfalls durchgeführt durch Udo
Satzger, brachte nicht viel Neues.
Hermann Glashauser führt sein
Amt als 1. Abteilungsleiter fort. Der
bereits im letzten Jahr kommissarisch
eingesetzte 2. Abteilungsleiter
Stefan Vogt wurde nun offiziell
durch die Wahl bestätigt. Wir gratulieren
der Abteilungsleitung und
wünschen ihr alles Gute für die
Amtszeit.
Auch Corona ist ein ständig präsentes
Thema im Verein und kaum
eine Abteilung ist davon ausgenommen.
Lediglich im Bereich Tennis
konnte man einen guten Aufschwung
erleben. Tennis ist die einzige
Sportart, die sehr bald ohne
große Einschränkungen ausgeübt
werden konnte. Wir versuchen ständig
unseren Mitgliedern sportliche
Aktivitäten anzubieten, müssen uns
aber auch an die geltenden Vorschriften
halten.
Die Vorstandschaft,
ASV Happing 1960 e.V.
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
60 Jahre - ASV Happing 1960 e.V.
40 Jahre Abteilung Tennis und Stockschützen
Mit großer Freude und Stolz kann
der ASV Happing 1960 e.V. in diesem
Jahr auf 60 Jahre Vereinsgeschichte
zurückblicken. Es war eine
anstrengende, schöne und oft auch
turbulente Zeit. Trotzdem haben sich
Mut und Einsatz von 40 unerschrockenen
Happingern ausbezahlt, die
sich am 8. Mai 1960 im heutigen
Happinger Hof trafen und sich dieser
großen und wichtigen Aufgabe
für die damals noch selbstständige
Gemeinde Happing stellten. Innerhalb
von acht Jahren wurden zwei
Sportplätze und zwei Vereinsheime
mit viel Eigenleistung erstellt. Bereits
1962 konnte das erste Clubheim
eingeweiht werden, und 1967
fand das Richtfest an der Eichfeldstraße,
dem heutigen Sitz des Sportvereins,
statt. 1961 startete bereits
der Fußballbetrieb. Eines ließen sich
die Happinger Damen nicht nehmen:
Sie gründeten 1963 die Abteilung Damengymnastik.
Kinderturnen folgte
1977.
1980 wurde das Sportangebot um
die Sparten Stockschützen und
Tennis erweitert, vier schöne Tennisplät-
ze und drei Stockbah- nen
stehen seitdem in ruhiger Lage zur
Verfügung. Wir bieten ein umfangreiches
Sportprogramm und freuen
uns immer über neue Mitglieder.
Das Jubiläum wäre für uns ein willkommener
Anlass gewesen, die 60-
jährige Vereinsgeschichte im Juni
2020 gebührend zu feiern. Wir hatten
uns auf ein Sommerfest mit traditionellem
Sonnwendfeuer auf unserem
Vereinsgelände gefreut. Leider
hat uns die Corona Pandemie
einen Strich durch die Rechnung
gemacht. Wir hoffen, dass wir das
Fest bald möglichst nachholen können.
Die Vorstandschaft des
ASV Happing 1960 e.V.
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Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
Die Rosenheimer Südseiten werden finanziert über den
Bürgerfonds Happing.
kühler weht der Wind.
Herbstlied von
Johann Gaudenz von Salis-Seewis
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Der Interkulturelle Stadtteilgarten
Die Anfänge des Stadtteilgartens reichen bis ins Jahr
2008 zurück, offiziell wurde er im Frühjahr 2009 eröffnet.
Bei der Eröffnungsfeier waren die damalige
Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sowie hochrangige
Mitarbeiter der Stadt Rosenheim anwesend. Rückblickend
kann gesagt werden, dass es eine würdige
Veranstaltung war.
Wir starteten mit neun Familien, die jeweils ein kleines
Beet bewirtschafteten. Die damalige Quartiersmanagerin
Christine Pröbstl, die in Zusammenarbeit mit der
Stadt dieses Projekt erst möglich gemacht hatte, zog
sich langsam aus der Leitung zurück. Sie hatte ihre
Arbeit als erfolgreich abgeschlossen angesehen. Wir
gründeten danach einen Verein, den wir ihr zu ihren
Ehren „Christines bunter Garten“ nannten. Christine
kann zu Recht stolz auf ihre Arbeit sein!
Der Stadtteilgarten hat sich kontinuierlich weiterentwickelt,
heute sind wir mit 18 Familien, dabei, aber nicht
jede hat ein eigenes Beet. Manche wollen nur die Vorteile
eines kleinen Gartens genießen.
Seit etwa fünf Jahren wird unser Garten an interessierte
Familien vermietet. Dort finden Kindergeburtstage,
Familienfeste oder auch andere Feiern statt. Die Anzahl
der Gäste ist aufgrund der Größe unseres Grundstückes
auf 25 Teilnehmer begrenzt.
Dieses Angebot wird inzwischen gerne angenommen.
Wir hatten teilweise bis zu 25 Vermietungen pro Saison.
Leider konnten wir aufgrund der Corona-Krise
den Garten dieses Jahr größtenteils nicht vermieten,
obwohl wir viele Anfragen hatten. Das haben unsere
Gäste und auch wir sehr bedauert.
Natürlich macht der Garten auch Arbeit. Neben dem
regelmäßigen Mähen müssen auch Reparaturen durchgeführt
und weitere Arbeiten erledigt werden. Aber
unser Apfelbaum hat uns dafür heuer mit sehr vielen
Äpfeln überrascht, so viele hatten wir noch nie. Einen
Teil haben wir zu ORO nach Rohrdorf zum Pressen
gefahren. Der Baum hat inzwischen eine Höhe von
etwa neun Metern und muss dieses Jahr wieder geschnitten
werden. Das letzte Mal geschah dies vor etwa
zehn Jahren. Das müssen jedoch Profis übernehmen.
Für uns Ehrenamtliche sind die Arbeiten in dieser
Höhe nicht zu bewältigen.
Unser Garten ist, je nach Witterung, ungefähr von Mitte
Oktober bis Mitte/Ende April geschlossen. Hoffentlich
können wir ihn nächstes Jahr wieder ganz häufig
nutzen!
Heinz Krauth
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Rosenheimer
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Die Tante JU 52
Mein unvergesslicher Rundflug im Herbst 2018
Der ein oder andere weiß vielleicht noch, was der
Begriff „Tante Ju“ bedeutet. Es ist wohl eines der bekanntesten
und meistgebauten dreimotorigen Flugzeuge
vor und im 2. Weltkrieg. Gebaut wurden von
der Firma Junckers ca. 5.000 Stück, überwiegend in
Dessau. Der Erstflug fand im Jahre 1932 statt. Nach
dem Krieg wurden dann nur noch wenige Exemplare
gebaut, allerdings nicht in Deutschland. Die noch intakten
Ju 52 leisteten in vielen Ländern, ja weltweit,
auch nach dem Krieg noch lange gute Arbeit.
Die Maschine leistete große Dienste sowohl als Passagier-
wie auch Transportflugzeug und galt als robust
und zuverlässig. Leider wurden die meisten Maschinen
abgeschossen oder gingen anderweitig zu Bruch.
Aber ein kleiner Teil blieb in Deutschland erhalten,
wurde liebevoll, zeitaufwendig und für sehr viel Geld
repariert und restauriert. Ich hatte das Glück, zweimal
mit einer solchen Maschine mitfliegen zu dürfen.
Ich wohnte vor ca. 40 Jahren in München und der
Flughafen Riem war noch in Betrieb. Eines Abends
hörte ich das einzigartige Motorengeräusch der Ju 52
und sah, wie sie Kurs auf Riem nahm. Ich fuhr mit
meiner Frau spontan dorthin und konnte tatsächlich
und zu meiner großen Überraschung an einem Sonderschalter
noch zwei Tickets für denselben Tag ergattern.
Meine Frau, die große Flugangst hat, konnte ich
überreden, mit an Bord zu gehen und sie war danach
total begeistert. Das Flugzeug fliegt relativ langsam
und in geringer Höhe, sodass man die Gegend betrachten
und genießen kann. Die Türe zum Cockpit ist
offen und man kann mit den Piloten reden. Sie sagten
mir, dass viele Piloten ganz erpicht darauf sind, die Ju
52 zu fliegen, weil das noch Fliegen in seiner ursprünglichen
Art sei. Allerdings braucht man dazu
eine spezielle Ausbildung, die nur wenige Piloten haben.
Zu meinem 75. Geburtstag wurde mir noch einmal ein
Flug mit der Tante Ju geschenkt. Es ging von Unterschleißheim
nach Garmisch und zurück. Natürlich war
ich auch hier wieder „hin und weg“, ich bin ein Fan
von historischen Flugzeugen. Leider ist eine Ju 52 im
August 2018 in der Schweiz abgestürzt und alle 20
Passagiere kamen ums Leben. Als Unfallursache wurde
ein Strömungsabriss vermutet. Meines Wissens
nach gibt es in Deutschland noch drei flugfähige Maschinen,
die aber im Moment nicht einsatzfähig sind.
Dabei spielt die Ersatzteilversorgung die größte Rolle,
aber daran wird gearbeitet.
Wahrscheinlich werde ich nicht mehr die Gelegenheit
bekommen, mit diesem einzigartigen Flugzeug nochmals
in Luft gehen zu können, aber mir bleibt die wunderbare
Erinnerung.
Heinz Krauth
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Die Rosenheimer Freiwilligenagenturen werden zu
Kontaktstellen für bürgerschaftliches Engagement
Gemeinsam mit der Sozialen Stadt
Rosenheim entwickeln die drei Träger
Kinderschutzbund, Diakonie und
Startklar ihre Aktivitäten rund um
Ehrenamt und Bürgerengagement
weiter. Die Aktivierung der Bürger
durch Projektarbeit und eine größere
Vernetzung aller Beteiligten sind
dabei die erklärten Ziele.
Im Bereich der Jugendhilfe und im
Aufgabenspektrum der Sozialen
Stadt denkt die Stadt Rosenheim
schon lange in Sozialräumen. Das
unmittelbare Umfeld, die direkte
Nachbarschaft sollen gemeinsam
die Kernaufgaben. Sie leiteten Stadtteilversammlungen,
organisierten
Stadtteilfeste und belebten die Bürgerhäuser
mit unterschiedlichsten
Projekten. Die klassischen Vermittlungsaufgaben
nahmen dabei im
Lauf der Zeit ab, immer häufiger traten
die Freiwilligenagenturen selbst
als Projektinitiator und Vermittler
zwischen Bürger und Verwaltung
auf.
Engagement im Freiwilligenbereich
erlebte insgesamt in den letzten 15
Jahren einen deutlichen Wandel: Engagement
ist immer weniger in Ver-
wollen, dann unmittelbar in einem
für sie wichtigen Projekt“, weiß Andrea
Dörries von der Diakonie im
Bürgerhaus Happing. „Die Arbeit einer
klassischen Agentur ist da für
uns nicht mehr das passende und
richtige gewesen.“
Die „Kontaktstellen Bürgerschaftliches
Engagement“ – kurz KBE –
stellen sich seit Juni 2020 genau
dieser Entwicklung. Mit einem erhöhten
Stundenkontingent und der
Beschreibung eines erweiterten Aufgabenbereichs
können die KBE
schnell und besser auf Bedarfe in
ihrem Sozialraum reagieren. Sie arbeiten
Hand in Hand mit der Sozialen
Stadt Rosenheim und dem jeweiligen
Sozialraumteam, um Projektideen
schnell und erfolgreich
umzusetzen. Ihnen steht ein breites
Netzwerk aus Bürgerschaft, Einrichtungs-
und Bildungsträgern im jeweiligen
Sozialraum zur Seite.
v.l.n.r Karin Weiß, Werner Pichlmeier, Andrea Dörries, Christian Hlatky (Bild/Soziale Stadt)
mit allen Akteuren vor Ort so gestaltet
werden, dass Kinder, Jugendliche
und Familien sich wohlfühlen
und bestmöglich entfalten können.
Das bewährte Handlungskonzept
der Sozialraumorientierung soll jetzt
noch stärker auf weitere soziale Bereiche
übertragen werden, wie Altenhilfe,
Integrations- und Inklusionsarbeit.
Seit 2005 arbeiten in den drei Rosenheimer
Sozialräumen Freiwilligenagenturen
für Menschen, die sich
ehrenamtlich engagieren wollen. Die
Vermittlung von Ehrenamtlichen an
andere Träger und Projekte bildeten
einen organisiert, häufiger politisch
motiviert und oftmals auf einen kleineren
Zeitraum begrenzt. Für diese
neuen Herausforderungen und Aufgabenstellungen
erfolgte nun eine
Anpassung der Strukturen.
„Menschen, die sich heute freiwillig
engagieren wollen, verpflichten sich
in der Regel nicht mehr auf Dauer,
sondern wollen flexibel sein. Das
Engagement ist intensiv aber meist
zeitlich begrenzt“. Diese Erfahrung
hat Karin Weiß vom Kinderschutzbund
in ihrer langjährigen Arbeit
im Rosenheimer Norden gemacht.
„Wenn sich Menschen engagieren
„Die Sozialraumkoordinatoren der
KBE sind für uns Seismographen
für die Weiterentwicklung Bürgerschaftlichen
Engagements in den
Sozialräumen, sie aktivieren Bürger
und unterstützen die zahlreichen
Partnerorganisationen bei
ihrer Arbeit“, erklärt Werner Pichlmeier
von der Sozialen Stadt. „Sie
kennen die Akteure und die Strukturen
vor Ort und wissen, welche
Kooperationen nötig sind, um ein
passendes Projekt gut auf den Weg
zu bringen. Neue Angebote, wie z.B.
der Sozialdienst für Senioren – SDS
– oder die Aufgabenfelder des Seniorenbeirates
der Stadt Rosenheim
werden verstärkt in die bestehenden
Netzwerke eingebunden und damit
Teil der bestehenden Infrastruktur.“
Verortet sind die KBE in den drei
Rosenheimer Bürgerhäusern. In den
Zentren der Sozialräume liegt auch
weiterhin der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.
„In bestimmten Stadtteilen
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
sind Strukturen und Bewohnerschaft
auf intensivere Unterstützung angewiesen
als in andere“, so Christian
Hlatky von Startklar Soziale Arbeit
Oberbayern, der im Bürgerhaus
E-Werk in der Endorfer Au tätig ist.
„Der neue Aufgabenbereich erlaubt
uns aber auch, über den Tellerrand
hinauszusehen und noch mehr Bürger
und Organisationen zu erreichen,
die bisher noch nicht in unserem
Netzwerk aktiv waren.“
Mit einer erhöhten Präsenz in den
Bürgerhäusern und einem umfangreicheren
Tätigkeitsbereich freuen
sich die drei Sozialraumkoordinatoren
Karin Weiß, Andrea Dörries,
Christian Hlatky und Werner Pichlmeier,
Soziale Stadt Rosenheim,
auf die kommenden Aufgaben.
KBE & Soziale Stadt Rosenheim
Liebe Christine Vierthaler,
leider können wir uns wegen Corona nicht mit einem kleinen Fest von
dir verabschieden. Wir möchten dir aber an dieser Stelle herzlich danken
für die vielen Jahre, die du das Zwergenhaus so engagiert geleitet hast.
Es war bestimmt eine turbulente, spannende, manchmal auch aufregende
Zeit. Wir sind tief beeindruckt, mit wie viel Herzblut du stets für
die Kleinen, aber auch für die Mamas und Papas da warst!
Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute und bleiben bestimmt im
Kontakt!
Liebe Grüße vom Sozialraumteam Ost,
Susann Schauer-Vetters und Andrea Dörries
Wie geht es dem Projekt Happy Peace?
Auch uns von Happy Peace überraschte
Corona Anfang des Jahres
mit voller Wucht. Es kam zu einem
kompletten Stillstand des Projektes.
Wir konnten uns nicht wie gewohnt
treffen und auch unsere geplanten
Ausflüge fielen ins Wasser.
Aber in unserer Happy Peace Whats
App Gruppe blieben wir wie gewohnt
in Kontakt. Gegen Ende des
Jahres planen wir noch eine kleine
Aktion - TO GO.
Und vielleicht und mit viel Glück
sehen wir uns schon im nächsten
Jahr wieder. Kopf hoch und bleibts
alle gesund, eure Simone Gahlow
Für alle, die Happy Peace noch nicht
kennen:
Das Stadtteilprogramm für Kinder
„Happy Peace“ gibt es bereits seit
2011. Anfangs fand das Angebot im
„Spielewagen unter der Brücke“ statt.
Seit 2014 sind die Bastelangeboten
in den Räumlichkeiten der Diakonie,
Alzstr. 6 „Happy Happing“ untergekommen.
Bei den Unternehmungen
und Angeboten von „Happy Peace“
können alle Kinder mitmachen.
Die Initiatorin Frau Gahlow möchte
Freiraum für neue Ideen ermöglichen
und den Kindern einen Ausgleich zum
Alltag schaffen. Wichtig ist ihr dabei,
dass die Kinder auch eigene Ideen
einbringen und an der Programmplanung
mitwirken können. Sie erleben
Gemeinschaft, können Kontakte
knüpfen und werden in ihrer Kreativität
gefördert. So gibt es das ganze Jahr
über Bastelangebote, gemeinsames
Backen oder Ausflüge.
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Rosenheimer
SüdSeiten Stadtteilzeitung Aisinger LandstraSSe • Kaltwies • Kaltmühl • Happing
Sozialraumteam Ost:
Besuchen Sie uns auf Instagram
Wir vom Sozialraumteam
Ost sind da für
Kinder, Jugendliche,
junge Erwachsene
und deren Familien
im Rosenheimer Osten.
Auf Instagram werfen wir einen
Blick auf unseren Alltag und zeigen,
was wir so machen. Schauen
Sie mit uns vor und hinter die Kulissen!
Sie schmökern gerne in Zeitschriften,
hören CDs und Hörbücher, wollen
einen spannenden Krimi oder
interessante Neuerscheinungen lesen,
aber der Weg in die Stadtbibliothek
ist Ihnen zu weit oder zu
beschwerlich?
Kein Problem! Nutzen Sie den kostenlosen
Bücherbringdienst der städtischen
Bibliothek und lassen Sie
Übrigens, wir arbeiten entweder für
das Amt für Kinder, Jugendliche und
Familien oder für das Diakonische
Werk Rosenheim e.V., Flexible Jugendhilfe
Oberbayern: Aber gemeinsam
sind wir das Sozialraumteam
Ost.
Jenny Schauer und
Andrea Dörries
Mobiler Lieferdienst
der Stadtbibliothek Rosenheim
Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten,
aus den Stuben über die Sterne.“
Jean Paul
sich eine Auswahl frei Haus liefern.
Natürlich werden alle Medien auch
wieder fristgerecht abgeholt.
Wenden Sie sich per Telefon oder
E-Mail an die Stadtbibliothek, Frau
Bettina Sölch, Tel. 08031/365 1590
E-Mail: bettina.soelch@rosenheim.
de
Christine Huber
Neues von der Rosenheimer
Leibspeise und Essen am Samstag
Impressum
Herausgeber:
Freiwilligenagentur Rosenheim
Ost im Auftrag der Sozialen
Stadt Rosenheim
Bürgerhaus Happing
Happinger Straße 83
83026 Rosenheim
Tel.: 08031/ 237575,
Fax: 08031/237577
E-Mail: info@freiwillige-rosenheim.de
Internet: http://www.sozialestadtrosenheim.de/freiwilligenagenturen
Erscheinungsweise 2020
3 Ausgaben, Auflage 4500 Stück,
vor Ostern, vor den Sommerferien,
im Herbst
Redaktion:
Andrea Dörries, Christine
Huber, Heinz Krauth, Rosi Raab,
Sabine Schmitz, Dorothee
Schroeder.
Die Textbeiträge liegen in der
inhaltlichen Verantwortung der
Autoren. Die Redaktion behält
sich Kürzungen von Artikeln vor.
Fotos:
Andrea Dörries, Heinz Krauth,
Rosi Raab, Sabine Schmitz,
Dorothee Schroeder, Wikimedia
Commons (www.http://commons.wikimedia.org),
Happinger
nahkauf u.a.
Anzeigen:
Spezifikationen, Größen und
Preise bei der Freiwilligenagentur
Ro senheim Ost unter:
info@freiwillige-rosenheim.de
Tel.: 08031/237575
Covid 19 verhindert unser „Essen am
Samstag“. Auch die Veranstaltung
am Heiligen Abend muss leider entfallen.
Bei Veränderungen werden
diese auf unsere Homepage bekanntgegeben:
www.rosenheimer-leibspeise.de .
Wie bisher geht die Lebensmittelausgabe
– jeden Mittwoch von 10.30
bis 13.00 Uhr im Pfarrzentrum Heilig-Blut
– weiter.
Peter Kaiser
Layout/Satz:
Atelier Winkler,
dieter.winkler@cablenet.de
Druck:
Vetterling Druck&Medien KG,
www.vetterling-druck.de
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